Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Dies ist das südliche Königreich unter der Herrschaft des jungen und großzügigen König Richard dem Dritten. Armut findet man hier kaum, sondern meist Wohlstand und Zufriedenheit, einfach ein Reich zum Wohlfühlen.
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Darna von Eibenau
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Donnerstag 21. Juli 2016, 22:15

Er stirbt sonst? Was sollte das heißen, 'er stirbt sonst'?! Sie merkte gar nicht, wie sich unter seinem Atem ihre Nackenhärchen aufrichteten, sondern erschrak ehrlich, als sie endlich begriff, dass ihnen hier tatsächlich die Zeit wegrannte!
Pet starrte sie noch immer an und sie verstand immer noch nicht wirklich, was hier nun eigentlich los war, aber...
"Tu es!"
Mit geweiteten Augen griff sie zu der Pflanze und rückte sie in Position.
Ich will nicht.
Lass ihn sterben! Zu gefährlich!
Nein... du bist stärker als er. Diese widerlichen Worte. Nichts, aus dem sie Zuversicht hätte schöpfen wollen. Eher nur ein Grund mehr, warum es ihr widerstrebte, diese Worte auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen zu wollen. Aber sie musste es. Sie musste es versuchen.
Schluckend suchte sie einen Zugang, um die seltsame 'Blüte' der Seelenrose an Pets Haut bringen zu können.
Sie schüttelte den Kopf, wie um ihn klar zu bekommen und suchte gedanklichen Kontakt zu der Pflanze. Allein schon die Erinnerung an die klare, wunderschöne Kraft Florencias verschaffte ihr ein wenig Ruhe und mehr Abgeklärtheit, um sich diesem Unbekannten zu stellen. Sie hatte hier die Kraft der Heilenden Göttin direkt unter ihren Händen. Was sollte da passieren?
Aber natürlich! Ich hätte gerne gebetet. Aber ich hoffe, du hörst mich auch so., versuchte sie, den Knoten aus Angst und Zweifeln in ihren Eingeweiden mit neuem Vertrauen aufzulösen.
"Deine Macht erhebe meinen Arm,
der in Treue fechten soll
für alle, die seiner bedürfen..."
, verließ es leiser werdend ihre Lippen, während sie sich darauf vorbereitete, ähnlich wie bei Basil - nein, schlimmer - zunächst auf irgend eine Form von Widerstand zu stoßen.

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Samstag 23. Juli 2016, 22:23

Mit geweiteten Augen griff sie zu der Pflanze und rückte sie in Position.
Ich will nicht.
Lass ihn sterben! Zu gefährlich!

Nein... du bist stärker als er. Diese widerlichen Worte. Nichts, aus dem sie Zuversicht hätte schöpfen wollen. Eher nur ein Grund mehr, warum es ihr widerstrebte, diese Worte auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen zu wollen. Aber sie musste es. Sie musste es versuchen.
Schluckend suchte sie einen Zugang, um die seltsame 'Blüte' der Seelenrose an Pets Haut bringen zu können und Leon half, indem er das Hemd des Erntehelfers beiseite zog.
Sie schüttelte den Kopf. Was sollte schon passieren?
Ich hätte gerne gebetet. Aber ich hoffe, du hörst mich auch so.
, versuchte sie, den Knoten aus Angst und Zweifeln in ihren Eingeweiden mit neuem Vertrauen aufzulösen und ihr Geist fand in alt bekannten Worten eines Gebetes an Lysanthor Trost.
"Deine Macht erhebe meinen Arm,
der in Treue fechten soll
für alle, die seiner bedürfen..."

, verließ es leiser werdend ihre Lippen, während sie sich darauf vorbereitete, ähnlich wie bei Basil - nein, schlimmer - zunächst auf irgend eine Form von Widerstand zu stoßen. Weiter kam sie mit ihrer Anrufung auch nicht, denn ihr Geist brauchte alle Konzentration die er aufbringen konnte für die Verbindung zur Rose. Den Blick starr auf ihre Hand und den Kopf der Blüte unter ihren Finger gerichtet, versenkte sie sich in das grüne Leuchten und die Welt um sie herum verschwamm.

Es war wie erwartet, wie eine zähe Lederhaut, die es zu durchstoßen galt, doch dann ließ der Widerstand so plötzlich nach, dass Darna das Gefühl hatte ins Bodenlose zu stürzen. Der Schreck darüber jagte ihr tausend Nadelstiche über die Haut, die sich sogleich in hunderte kleiner schwarzer Käfer mit scharfkantigen Beißwerkzeugen verwandelten. Ihre Körper waren länglich und hatten viele Beine, mit denen sie sich gut festhalten konnten und ihre Köpfe bestanden nur aus diesen zwei scharfen Zähnen. Sie ähnelten entfernt umgedrehten Ohrenkneifern und Die Viecher krabbelten überall auf ihr herum, bissen sie, versuchten sich unter ihrer Haut zu fressen. Aus ihrer Erfahrung hatte sie mit Dunkelheit und Flecken gerechnet, aber nicht, dass aus dieser sich aggressive und hungrige, kleine Monster formen würden, die vermutlich einer tief verborgenen Angst entstammten. Warum hießen die Dinger auch unbedingt Ohrenkneifer. Allein der Name suggerierte einem doch schon, dass sie einen fressen wollten und in jene Körperöffnung kriechen würden um sich dort bis ins Gehirn zu graben. Instinktiv drückte sie das zarte grüne Leuchten der Seelenrose an diesem unwirklichen Ort nah an ihre Brust um sie vor den Angriffen zu schützen. Sie waren einfach überall und so tief wie Darna schon vorgedrungen war, sah sie nichts als die dunklen kleinen Leiber um sich herum. Entsetzten wollte ihr die Kehle zu schnüren, als sie sah wie einer dieser winzigen Schatten sich unter ihrer Haut am Unterarm bewegte. Das was da in Pet wütete, war intelligent. Es widerstand ihr nicht nur, es griff sie an! Und sie lachte!
Auf jedenfalls hörte sie sich lachen. Es hörte sich nach ihrer Stimme an … ein wenig. Und plötzlich fühlte sie sich nicht mehr allein. ES war bei ihr und lachte. Es war dieses Mal keine Stimme da die der Bedrohung antwortete, die sie in Form von hässlichen Käfern angriff, oder wollte dass sie verschwand. Es war mehr eine gefühlte Wahrnehmung, es war sie selbst und es fragte sich, warum sie solche Angst hatte. Es war lächerlich sich vor ein paar Käfern zu fürchten. Es lachte und wischte sich über den Arm, eine wegwerfende Handbewegung, die die kleinen Krabbler auseinander peitschen ließ. Natürlich war es mächtiger, als das hier! Sie hörte es, ihr eigenes Kichern und doch klang es so anders. Die Käfer flüchteten und sie folgte ihnen in der Gewissheit, dass sie es zum Ursprung führen würde, zu ihrem Nest, zu der Stelle, wo Morgerias Hauch in diesem Mann einen Schwachpunkt gefunden hatte um ihn zu übernehmen. Und plötzlich waren es nur noch schwarze Punkte die immer mehr zunahmen, um so weiter Darna ihnen zu ihrem Ursprung folgte. Die Krankheit hatte sich schon sehr weit ausgebreitet, was allerdings in der Schwäche ihres Ursprungs begründet lag, wie Leon ihr erklärt hatte. Die Krankheit setzte sich auf Schwäche, also besonders auf bereits bestehende Krankheiten. Darna sah sich auf ihrem Weg um. Pet war ein durch und durch gesunder Mann, voller Kraft und Vitalität, also warum war er so heftig erkrankt, im Gegensatz zu Rosa? Sie suchte, dann sah sie es. Es wand sich wie ein dicker grauer Wurm durch sein Gehirn. Es war eine angeborene Anomalie eines Gefäßes, dass jeden Moment zu platzen drohte. In ihrem Ekel gefangen sah sie noch einmal die Käfer, wie sie sich durch sein Gehirn fraßen und sich unter der dünnen Haut der Ader wölbten. Der Vorteil hier in Pet nicht allein zu sein war nicht allein, das es sie begleitete und vor ihren eigenen Ängsten abschirmte, es trieb auch die Käfer vor sich her und bündelte sie an diesem hässlichen Ort.
Ich will nicht. Lass ihn sterben! Zu gefährlich!
Es fragte sich, ob sie das immernoch wollte und zuckte mit ihren Schultern. Es war hier und es war stark. Die Dunkelheit vor ihr war so seltsam vertraut, wie ein entfernter Verwandter, den man lange nicht mehr gehen hatte und der einem nichts bedeutete. Den Wurm, gefüllt mit flüchtenden Ohrenkneifern zu vernichten würde vielleicht sogar Spaß machen, es könnte ihn zerfetzten, ihn in seinem Wirt vernichten. Es würde nichts ausmachen. Aber irgendwo tief in sich wusste Darna, dass das auch Pets Tod wäre. Wenn sie ihn retten wollte, musste sie gegen ihre Ängste kämpfen und sich den Schatten stellen... allein... ohne die Mächte in ihr... einzig mit der Macht der Rose, doch diese wirkten hier so schwach. Die Dunkelheit war übermächtig.
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Montag 25. Juli 2016, 01:35

Es war wie erwartet, wie eine zähe Lederhaut, die es zu durchstoßen galt, doch dann ließ der Widerstand so plötzlich nach, dass Darna das Gefühl hatte ins Bodenlose zu stürzen. Dann folgten Dunkelheit und Schmerz wie von tausend Nadelstichen. Käfer. Käfer? Himmel und du liebe Güte, das waren ja entsetzlich viele!
An einzelnen Käfern hatte sie sich noch nie besonders gestört. Schon gar nicht, seit sie mitbekommen hatte, dass sie sich sonst wohl vor ihnen zu fürchten und zu ekeln hätte, weil sie ja 'ein Mädchen' war...? Nichts da. Sie war ein Landkind, trotz der vielen Jahre in der Hauptstadt, und sie hatte genügend die Ställe ausgemistet und in der Küche und an anderen Orten geputzt, dass ihr von Kakerlaken über Wanzen bis zu... Ohrenkneifern alles hinlänglich bekannt schien. Aber so viele? Es war mit Sicherheit für niemanden eine angenehme Vorstelllung, von einer Unmenge dieser Biester regelrecht begraben und erstickt zu werden!
Und als eines dieser scheinbaren Insekten unter ihrer Haut krabbelte, war auch Schluß mit lustig.
Ihr Verstand wusste zum Glück zur Genüge, dass dies eben der Versuch einer - überaus bösartigen - Krankheit war, sie zu infizieren. Das, was sonst für niemanden sichtbar war, zeigte sich hier verbildlicht und führte zu regelrechten Horrorszenarien.
Und dann war ES da.

Sie blinzelte, als sie diese ungewohnte und doch so seltsam vertraute Präsenz plötzlich wahrnahm und beobachtete, wie es unbeeindruckt den Käfer von - oder aus - ihrem Arm fegte. Seine Macht schien enorm, aber Darna war verwundert;
sie hatte sich die erneute Konfrontation mit diesem Phänomen wesentlich... furchterregender vorgestellt? Jetzt beschützte es sie sogar. Das war seltsam, und auch wieder nicht. Es hatte sich ja ähnlich schon angekündigt, nicht?
Er ist nur ein vergehender kleiner Schatten... ohne wahre Macht! Er kann uns nichts anhaben. Er hat Angst...
Ihre Stirn furchte sich nachdenklich, die Rose, beziehungsweise ihr Leuchten, behielt sie so dicht wie möglich bei sich. Sie wollte sie beschützen wie sie gleichzeitig auch wusste, dass die Rose sicher auch ihr Schutz bot. Irgendwie.
Im Moment schien es eher... armselig gegen das, was ES mit diesen ganzen Käfern anstellte. Es lachte und wischte sich über den Arm, eine wegwerfende Handbewegung, die die kleinen Krabbler auseinander peitschen ließ. Sie hörte es, ihr eigenes Kichern und doch klang es so anders. Die Käfer flüchteten und sie folgte ihnen in der Gewissheit, dass sie es zum Ursprung führen würde, zu ihrem Nest, zu der Stelle, wo Morgerias Hauch in diesem Mann einen Schwachpunkt gefunden hatte um ihn zu übernehmen.
Je weiter sie diesem ungewohnten Teil von sich(?) folgte, desto mehr wuchs die Neugierde, mit was sie es hier überhaupt zu tun hatte. Was war das nur, was hier wie ein kaltblütiger Bär die Flut aus Dunkelheit vor sich hertrieb und zerteilte? Sie konnte nicht umhin, das ein wenig zu bewundern. Aber sie durfte sich nicht zu sehr darauf einlassen: es ging hier um Pet, nicht um sie. Sie hatte die Rose zu beschützen, zu leiten und zu begleiten. Sie hatte einen Todkranken zu heilen. Und sie war dankbar, dass es so schnell vorwärts ging, weil sie aus Erfahrung wusste, dass Zeit hier Kraft kostete.

Darna sah sich auf ihrem Weg um. Pet war ein durch und durch gesunder Mann, voller Kraft und Vitalität, also warum war er so heftig erkrankt, im Gegensatz zu Rosa? Sie suchte, dann sah sie es. Es wand sich wie ein dicker grauer Wurm durch sein Gehirn. Es war eine angeborene Anomalie eines Gefäßes, dass jeden Moment zu platzen drohte. In ihrem Ekel gefangen sah sie noch einmal die Käfer, wie sie sich durch sein Gehirn fraßen und sich unter der dünnen Haut der Ader wölbten.
DAS ist alles? Das war der Grund, warum Pet sterben sollte? Das war gemein!
Ich will nicht. Lass ihn sterben! Zu gefährlich!
Es fragte sich, ob sie das immernoch wollte und zuckte mit ihren Schultern. Es war hier und es war stark. Die Dunkelheit vor ihr war so seltsam vertraut, wie ein entfernter Verwandter, den man lange nicht mehr gesehen hatte und der einem nichts bedeutete. Den Wurm, gefüllt mit flüchtenden Ohrenkneifern zu vernichten würde vielleicht sogar Spaß machen, es könnte ihn zerfetzten, ihn in seinem Wirt vernichten. Es würde nichts ausmachen. Aber irgendwo tief in sich wusste Darna, dass das auch Pets Tod wäre.

Sie blinzelte für einen kurzen Moment unschlüssig, und schon wieder drängte sich die Frage auf, was dieser seltsame düstere 'Helfer' hier in ihr überhaupt war. Die Vorstellung, hier einfach herumzuwüten, schlicht weil sie es konnte, erinnerte sie an Gernot. Er war auch immer stärker gewesen... - fast immer... Ihre linke Braue hob sich und die Lippen pressten sich missbilligend zusammen.
Nein.
Ja, dieses fremd-vertraute Etwas konnte hier wohl mit Leichtigkeit bestehen. Etwas, das sie nachdenklich machte. Was bist du? 'Du'? Es schien etwas von ihr selber zu sein. Also: 'Was ist das von mir?' Komisch. Leon schien sowas schließlich nicht zu kennen. Und 'beunruhigend' hatte er das Ereignis in der Hütte genannt, den Umstand, dass es zu ihr sprach.

Aber es ging hier nicht um sie!
Noch einmal musste sie sich innerlich zur Ordnung rufen. Dieser... 'dunkle Verwandte', wie sie ES kurzerhand taufte, konnte diese Anomalie also zerfetzen. Na gut. Das war aber nicht Sinn der Sache. Taxierend sah sie diesen 'Wurm' an und versuchte, den Ekel zu unterdrücken, wie sie es angesichts einer wimmelnden Ameisenkolonie oder dergleichen eben auch tat.
Die ist aber weniger bedrohlich...
Still jetzt. Du könntest also dagegen bestehen, wenn du es wolltest. Das ist es doch, was dieses Dunkle dir hier gerade beweist, oder?
Und wenn ich diese Anomalie heile? Es ist doch so winzig, kann das so viel Kraft brauchen?

Sie versuchte, sich mit der Seelenrose zu verständigen: Du hast mir doch ungefähr sagen können, wie viel Kraft es dich kostet, diesen grauen Klumpen in mir zu heilen... Kannst du mir... vermitteln, wie viel dieser... 'Wurm'? - nein, Teil seines Gehirnes dich kosten würde? Fiele dir die Heilung nur davon schwer?

Und dann?
Egal, wie die Antwort der Pflanze aussähe, es war abzusehen, dass sie es dann mit dieser Heerschar an Käfern zu tun bekäme. Sie speisten sich aus Schwäche, so weit, so gut, aber was passierte, wenn diese fehlte? War es möglich, dass es dann die Krankheit war, die geschwächt würde? Was war schließlich schon der Burgherr ohne seine Festung?
Aber war es dafür womöglich schon zu spät? Es hatte sich ja schon überall hin ausgebreitet. Wobei... nein. Etwas wie stiller Triumph blitzte in ihren Augen auf, als ihr das bisher Geschehene reflektierend klar wurde, dass dieses Dunkle von ihr ja die Krankheit regelrecht auf diesen Punkt konzentriert zusammengescheucht hatte, nicht? Sie wollte sich nicht umwenden, wie als wolle sie keinen geheimen Plan verraten, aber sie hatte den Eindruck, dass 'der Rückweg' im Moment doch eigentlich relativ sicher sein müsste; alles schien ziemlich konzentriert gebündelt vor ihr. Gut so.

Plan A lautete, dass sie die Seelenrose gezielt und möglichst zügig nur die Anomalie heilen ließe und hoffte, der Krankheit 'Morgerias Hauch' damit regelrecht den Boden unter den Füßen wegzuziehen.
Würde sich die Krankheit dadurch tatsächlich als maßgeblich geschwächt erweisen, konnte man sie danach fast wie gewohnt heilen.
Oder sie durch meine 'dunkle Seite' hier dann immernoch zerfetzen lassen, nur ohne Schaden für Pet?, flackerte ein kecker leiser Gedanke irgendwo angriffslustig durch die sich überschlagenden Schlachtpläne. Was war das nur, was ihr hier half? Es schien nützlich zu sein, ohne dass es dadurch sympathischer wurde - aber interessant.
Plan B lautete, sich im Fall, dass die Krankheit erdrückend stark blieb, zurückzuziehen und wieder von außerhalb den weiteren Verlauf irgendwie neu einzuschätzen. Wenn ihr dunkler Teil ihr wie bisher dabei den Rücken frei halten konnte, beziehungsweise musste - sei es drum, auch wenn sie eigentlich andere Pläne hatte und diese Hilfe ungern in Anspruch nehmen wollte.
'Riskier nicht zu viel', hatte Leon gesagt - hatte sie nicht vor.
Variante C lautete, dass wenn die Rose dies alles hier zu sehr fordern würde, schon der erste Teil: dass dann Pet sterben würde. Leider. Mit Anomalie, mit Morgerias Hauch.
Aber sie würde hier nicht anfangen, nur die Krankheit erschöpfend für die Rose zu heilen, weil der Hauch alle Trümpfe in der Hand hatte. Sie gedachte, ihm diese erst wegzunehmen und ihn sich dann vorzuknöpfen.

Allein schon diese Überlegungen gaben ihr eine nicht unerhebliche Sicherheit. Das Gefühl, die Lage analysiert, zerteilt, und die bestmöglichen Strategien festgelegt zu haben, so weit sie das eben beurteilen konnte. 'Kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt', hieß es.
Einer der Schwachpunkte, derer sie sich schon jetzt bewusst war, war die Möglichkeit, dass die Heilung der Anomalie zu lange dauerte und die Käfer selber zu einem raschen und rabiaten Angriff übergingen.
Sie musste sich dagegen wappnen - ohne dunkle Seite. Sie musste die Pflanze schützen, ihr eventuell etwas Zeit verschaffen. Wie hatte Leon sie, Darna, wahrgenommen? Wie Pelz, Diamant und dunkle Schokolade? Darna fürchtete, die Schokolade nun gerade nicht gebrauchen zu können. Ein 'dickes Fell' hatte sie aber angesichts diverser Widerstände, die sie gerne zu Heim und Herd überreden wollten, schon immer, es wurde wohl Zeit, sich darauf zu besinnen, und... Diamant... das klang doch nicht schlecht!
"Zeit, dass du deinem Namen mal alle Ehre machst... 'Stein'." Sie atmete tief durch und griff sich alles, was ihr gerade geeignet schien, hier zur Not einige Käfer plattzutrampeln und an sich abprallen zu lassen.
Und sie wollte sich Hilfe holen. Das hieß für sie, Stärke im Glauben zu finden. Vielleicht konnte sie sogar der Rose auf diese Weise helfen. Sie verkörperte immernoch Florencias Magie! Zeit, diese zu ehren. Heraufzubeschwören. Zu erbitten. So gut sie das als kleine Menschenfrau eben konnte.

Frömmigkeit, begann sie sich die nötigen Tugenden der Ritter zu vergegenwärtigen, die sie hier brauchte - sie hatten die Hilfe Florencias im Kampf gegen diese Krankheit gebraucht und sie befand sich jetzt wohl an einem Höhepunkt der Momente, an denen sie für diese Hilfe der Heilenden Göttin unglaublich dankbar war. Die Rose sollte es spüren, es konnte ihr gewiss nur helfen. Die Krankheit sollte es spüren, es konnte ihr gewiss nur schaden.
Bescheidenheit. Sie war und blieb ein Mensch, eine Gläubige, keine Priesterin und keine unbesiegbare Heldin, sie durfte bei aller Zuversicht, die sie gerade bewusst sammelte, nicht vergessen, dass sie nicht den Blick dafür verlieren durfte, wann nichts mehr auszurichten und ein Gegner zu stark war. Diese 'dunkel Verwandte' hatte ihr unmißverständlich gezeigt, DASS die Krankheit besiegbar war, aber sie hatte auch schon bewiesen, dass auf diese seltsame Verbündete kein Verlaß war: sie nähme nur zum Spaß und aus Überheblichkeit Pets Tod schulterzuckend in Kauf. Etwas, was sie, Darna, nie täte.
Würde. Aber das hier waren KÄFER! Etwas, was hier nichts zu suchen und sie nicht anzugreifen hatte! Die Rose schon gar nicht! Ihr Kinn hob sich. Das hier ist Florencias Macht und du wirst dich dem beugen, widerwärtiges Zeug! Wenn du schon Angst vor ein bisschen Dunkelheit in mir hast, wie viel Angst hast du dann vor Lysanthors Licht, hm?
Es ging los.

Tapferkeit. Sofern die Pflanze ihr in Aussicht stellte, die Gehirnanomalie mit rechtfertigbarem Aufwand heilen zu können, war es Darnas Absicht, ihr dafür den nötigen Raum, die nötige Zeit und den nötigen Rückhalt zu geben.
"Es mag sein, so soll es sein!"(*), flüsterte sie, gedanklich Anlauf nehmend, um mit ganzer Inbrunst zu beten, ohne den Blick für ihre Umgebung verlieren zu wollen.
"Ich sehe, wie es wogt und zieht", begann sie, den krabbelnden Haufen vor sich kampfbereit fixierend,
"rund um mich, nah und fern,
und sing dazu ein Morgenlied,
Florencia dank ich gern.

Denn wenn die junge Saat aufgeht"
- sie ließ der Begeisterung und Ehrfurcht Raum, als sie sich bewusst dabei erinnerte, wie wunderschön aus Ellis Stern eine wundertätige Heilpflanze gewachsen war -
"wenn sie nun Ähren schießt;
wenn so ein Feld in Hocken steht,
wenn Gras gemähet ist -

o wer das nicht gesehen hat,
der hat des nicht Verstand;"
- Zum Beispiel also DU, blöder Käferhaufen!
"man trifft sie gleichsam auf der Tat
mit Segen in der Hand

und sieht's vor Augen, wie sie frisch
die volle Hand ausstreckt
und wie sie ihren großen Tisch
für alle Wesen deckt."
(**) Also auch für Pet. Verzieh dich, Krankheit.

Aber sie war ja noch nicht fertig. Die Pflanze brauchte ja nicht nur Florencias Kraft, sie brauchte auch Licht. Und sie brauchten hier drinnen Licht!
Ob man sie noch 'draußen' hörte, wenn sie flüsterte? Sie hoffte es in diesem Moment:
"Leon. Den Lichtzauber? Wenn du kannst, bitte", aber sie betete auch so nahtlos wie möglich gleich weiter, ihre Stimme, ob nun nur gedanklich oder nicht, wurde zügig, aber nochmal spürbar andächtiger, denn sie mochte dieses Gedicht, das auch als Gebet taugte, sehr gerne. Und es war ihr 'Angriff':
"Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last."
Sie sah die Käfer vorwurfsvoll und strafend an,
"Lysanthor, gib uns aufgescheuchten Seelen
das Wohl, das du für uns bereitet hast."


Sie wurde lauter, energischer:
"Lass warm und still die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht.
Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen."
Rosa würde sich so freuen... Hörst du, Pet? Du musst auch kämpfen! Und sie? Sie hoffte auch, hier heil wieder raus zu kommen. Zurück zu Leon.
"Wir wissen es: dein Licht scheint in der Nacht!"

Und sie glaubte, ihre Rüstung zu haben:
"Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag;
Lysanthor ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag."
(***)

(*) = Zeile aus "Es mag sein" von Rudolf Alexander Schröder
(**) = abgeändert aus "Der glückliche Bauer" von Matthias Claudius
(***) = abgeändert aus "Von guten Mächten" von Dietrich Bonhoeffer

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 27. Juli 2016, 14:13

Nein.
Sie wollte Pet nicht wirklich sterben lassen.
Was bist du?... Also: 'Was ist das von mir?'
Leon schien so etwas schließlich nicht zu kennen. Und 'beunruhigend' hatte er das Ereignis in der Hütte genannt, den Umstand, dass es zu ihr gesprochen hatte. Jetzt schien es die Antwort zu verweigern. Aber es ging hier nicht um sie!
Noch einmal musste sie sich innerlich zur Ordnung rufen. Dieser... 'dunkle Verwandte', wie sie ES kurzerhand taufte, konnte diese Anomalie also zerfetzen. Oder war es der 'dunkle Verwandte“ der in Form der Käfer von 'ihrer' Anomalie zerfetzt werden konnte? Das alles war aber auch verwirrend.
Taxierend sah sie diesen 'Wurm' an und versuchte, den Ekel zu unterdrücken, wie sie es angesichts einer wimmelnden Ameisenkolonie oder dergleichen eben auch tat. An sich waren Käfer oder Ameisen nichts bedrohliches für Darna, da sie auf dem Land aufgewachsen war und schon schlimmeres gesehen hatte, aber diese Tierchen hier fraßen den Geist des Mannes vor ihrem inneren Auge auf und hatten auch versucht, sich in sie hinein zu fressen, bis 'es' eingeschritten war. Sie musste sich endlich anfangen zu konzentrieren.
Still jetzt. Du könntest also dagegen bestehen, wenn du es wolltest. Das ist es doch, was dieses Dunkle dir hier gerade beweist, oder? Und wenn ich diese Anomalie heile? Es ist doch so winzig, kann das so viel Kraft brauchen?
Sie versuchte, sich mit der Seelenrose zu verständigen:
Du hast mir doch ungefähr sagen können, wie viel Kraft es dich kostet, diesen grauen Klumpen in mir zu heilen... Kannst du mir... vermitteln, wie viel dieser... 'Wurm'? - nein, Teil seines Gehirnes dich kosten würde? Fiele dir die Heilung nur davon schwer?
Leider antwortete die Rose nicht im intellektuellen Sinne. Sie befolgte Darnas Willen und beantwortete keine Fragen. Aber Darna selbst war klar, dass die Heilung von Morgerias Hauch auf jeden Fall einen weiteren Kern kosten würde und alles was darüber hinaus ging, ebenfalls mindestens einen. Also ein weiteres Leben, dass sie dann nicht retten konnte.
Aber was war dann? Es war abzusehen, dass sie es dann mit dieser Heerschar an Käfern zu tun bekäme. Sie speisten sich aus der bereits bestehenden Schwäche der Menschen, ihren Krankheiten, so weit, so gut, aber was passierte, wenn diese fehlte? War es möglich, dass es dann die Krankheit war, die geschwächt würde? Darna baute Hypothesen auf. Was war schließlich schon der Burgherr ohne seine Festung? Es blieb jedoch eine unangenehme Chance, dass sich ohne die Schwäche in Pets Körper, die Käfer auf Darna stürzen würden, so wie sie es gleich zu Anfang getan hatten. Darna wog alle Möglichkeiten ab und dichtete noch neue Variablen dazu und merkte, dass sie die Heilung heraus zögerte, obwohl sie Leon zur Eile gedrängt hatte. Aber war es für eine Heilung womöglich schon zu spät? Es hatte sich ja schon überall hin ausgebreitet. Wobei... nein. Etwas wie stiller Triumph blitzte in ihren Augen auf, als ihr das bisher Geschehene reflektierend klar wurde, dass dieses Dunkle von ihr ja die Krankheit regelrecht auf diesen Punkt konzentriert zusammen gescheucht hatte, nicht? Ja, so war es. Wenigstens würden ihre Aktionen so gebündelt und zielgerichtet Erfolg versprechen. Noch einmal ging sie ihre Möglichkeiten durch und schmiedete Pläne und irgendwo erklang ein tonloses Lachen.

Plan A lautete, dass sie die Seelenrose die Anomalie heilen zu lassen und den Hauch danach fast wie gewohnt heilen.
Oder sie durch meine 'dunkle Seite' hier dann immernoch zerfetzen lassen, nur ohne Schaden für Pet?
, flackerte ein kecker leiser Gedanke irgendwo angriffslustig durch die sich überschlagenden Schlachtpläne. Ob das funktionieren würde? Und was war das nur, was ihr hier half? Es schien nützlich zu sein, ohne dass es dadurch sympathischer wurde - aber interessant, wenn es denn mitspielen würde. Plan A war der wünschenswerteste und optimistischste ihrer Gedanken.

Plan B ähnelte Plan A nur variierte er im Fall, dass die Krankheit zu stark blieb, sie sich zurückzuziehen musste, um wieder von außerhalb den weiteren Verlauf irgendwie neu einzuschätzen. Wenn ihr dunkler Teil ihr wie bisher dabei den Rücken frei halten konnte, beziehungsweise musste - sei es drum, auch wenn sie eigentlich andere Pläne hatte und diese Hilfe ungern in Anspruch nehmen wollte.

Variante C lautete, dass wenn die Rose dies alles hier zu sehr fordern würde, also schon der erste Teil zu viele Kerne kosten würde: dass dann Pet sterben würde. Leider. Mit Anomalie, mit Morgerias Hauch.
Aber sie würde hier nicht anfangen, nur die Krankheit erschöpfend für die Rose zu heilen, weil der Hauch alle Trümpfe in der Hand hatte. Sie gedachte, ihm diese erst wegzunehmen und ihn sich dann vorzuknöpfen.

Allein schon diese Überlegungen gaben ihr eine nicht unerhebliche Sicherheit. Das Gefühl, die Lage analysiert, zerteilt, und die bestmöglichen Strategien festgelegt zu haben, so weit sie das eben beurteilen konnte. 'Kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt', hieß es und 'Es“ schien da ihrer Meinung zu sein. Einer der Schwachpunkte, derer sie sich schon jetzt bewusst war, war die Möglichkeit, dass die Heilung der Anomalie zu lange dauerte und die Käfer selber zu einem raschen und rabiaten Angriff übergingen.
Sie wappnete sich und sie wollte also ohne ihre dunkle Seite in den Kampf ziehen, allerdings hoffte sie auch darauf, dass sie ihr helfen und den Rücken frei halten würde, was eben etwas widersprüchlich war. Aber sei es drum. Sie atmete tief durch und griff sich alles, was ihr gerade geeignet schien, was eben einzig ihr angeborener starker Wille war. Aber sie wollte sich Hilfe holen, nur eben nicht in der Dunkelheit. Das hieß für sie, Stärke im Glauben zu finden. Vielleicht konnte sie sogar der Rose auf diese Weise helfen. Sie verkörperte immernoch Florencias Magie! Zeit, diese zu ehren. Heraufzubeschwören. Zu erbitten.

Frömmigkeit.
Bescheidenheit.
Würde... Das hier ist Florencias Macht und du wirst dich dem beugen, widerwärtiges Zeug! Wenn du schon Angst vor ein bisschen Dunkelheit in mir hast, wie viel Angst hast du dann vor Lysanthors Licht, hm?
Tapferkeit.

Ein leises Stöhnen, ein Laut der Resignation und Enttäuschung mit sich trug, erklang aus ihrer Kehle und 'Es' zog sich zurück. Die Knappin fühlte es hier stärker, als in jenem Moment, wo es das erste mal zu ihr gesprochen hatte. Sie beide hätten so viel Spaß miteinander haben können, aber Darna zog es vor ihren Göttern zu huldigen und darin ihr Heil zu suchen. 'Es' sah darin keinen Nutzen und ließ sie allein. Darna machte einen mentalen Schritt nach vorne und richtet die Rose gegen die Anomalie. Sie hatte sich entschieden und Pläne gemacht also würde sie jetzt nicht mehr von ihrem Pfad abweichen. Es ging los und sie sah, wie das grüne Leuchten sich ausbreitete, während sie zu beten begann:
"Es mag sein, so soll es sein!"
(*), flüsterte sie, gedanklich Anlauf nehmend, um mit ganzer Inbrunst zu beten, ohne den Blick für ihre Umgebung verlieren zu wollen.
"Ich sehe, wie es wogt und zieht"
, begann sie, den krabbelnden Haufen vor sich kampfbereit fixierend,
"rund um mich, nah und fern,
und sing dazu ein Morgenlied,
Florencia dank ich gern.

Das Licht der Rose erreichte die wogende Ader schneller als gewohnt unter ihrem Gebet und begann sofort die spröden Strukturen zu flicken.
Denn wenn die junge Saat aufgeht"
Irgendetwas geschah...
"wenn sie nun Ähren schießt;
wenn so ein Feld in Hocken steht,
wenn Gras gemähet ist -

Die kleinen schwarzen Punkte krabbelten aus der Ader heraus und begannen wieder sich langsam in alle Richtungen zu verteilen und nichts hielt sie auf.
o wer das nicht gesehen hat,
der hat des nicht Verstand;" - Zum Beispiel also DU, blöder Käferhaufen!
"man trifft sie gleichsam auf der Tat
mit Segen in der Hand

Ein einzelnes, schnaufendes „H“ Geräusch, das deutlich zeigte, dass es Teile von Darna gab, die ganz und gar nicht ihrer Meinung waren, erklang und verklang auch wieder sofort.
und sieht's vor Augen, wie sie frisch
die volle Hand ausstreckt
und wie sie ihren großen Tisch
für alle Wesen deckt."(**) Also auch für Pet. Verzieh dich, Krankheit.

Tatsächlich verzog sich die Krankheit aus Pets Gehirn und verteilte sich in seinem Körper. Um so mehr sie sich auffächerten um so dunkler wurde es um Darna und die alte Panik wollte zurückkehren. Aber sie war ja noch nicht fertig. Die Pflanze brauchte ja nicht nur Florencias Kraft, sie brauchte auch Licht. Ok, ihre grünen blätter waren da draußen, aber hier drinnen brauchten sie mehr Licht! Ob man sie noch 'draußen' hörte, wenn sie flüsterte? Sie hoffte es in diesem Moment:
"Leon. Den Lichtzauber? Wenn du kannst, bitte"
Sie betete nahtlos weiter und es war ihr 'Angriff':
"Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Licht flutete gleichzeitig in diesem Moment von außen in Streifen wie Sonnenlicht durch ein dichtes Blätterdach, durch die Käfermassen und berührte an manchen Teilen Pets Geist um dort der Rose einen Teil ihrer Arbeit abzunehmen.
Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last."

Sie sah die Käfer vorwurfsvoll und strafend an und die Käfer starrten plötzlich zurück.
"Lysanthor, gib uns aufgescheuchten Seelen
das Wohl, das du für uns bereitet hast."

Aufgescheucht schien ihr Stichwort zu sein, denn die Käfer hatten sie gerade als ihr neues Ziel auserkoren. Darna wurde lauter, energischer, denn im Angesicht dieser Massen, war es nicht einfach ruhig zu bleiben.
"Lass warm und still die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht.
Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen."

'Es' regte sich und eine innere Frage stellte sich ihr, ob sie vielleicht nicht Lysanthor sondern ihren eigenen kleinen grauen Schatten gemeint haben könnte? Aber Darna hörte nicht auf ihre dunkle Seite. Sie wollte den Weg des Lichts gehen, also blieb das andere fern. Sie musste den Lebenswillen des Mannes vielleicht auch nur neu entfachen und sprach in Gedanken zu ihm:
Rosa würde sich so freuen... Hörst du, Pet? Du musst auch kämpfen!
Und sie? Sie hoffte auch, hier heil wieder raus zu kommen. Zurück zu Leon.
"Wir wissen es: dein Licht scheint in der Nacht!"
Und sie glaubte, ihre Rüstung zu haben, aber um sie herum war nur noch diese lebendige Dunkelheit aus wogenden Käferleibern.
"Von guten Mächten wunderbar geborgen,
Warum mussten es immer die guten Mächte sein die einen beschützten, wenn die dunklen doch viel näher waren? Irgendein Teil war frustriert und grollte ihr.
erwarten wir getrost, was kommen mag;
Lysanthor ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag."(***)

Und weil die Götter ja auch die Angewohnheit hatten, für jeden kleinen Pimpf Wunder zu regnen lassen, jedes Gebet erhörte und ihre Gläubigen in ihrem Seegen ertrinken ließen … ach nein, das taten sie ja nicht! HA! Sarkasmus triefte durch ihre Seele, denn war es nicht eher so, als würden die Götter in letzter Zeit eher selten auf Erden wandeln? Das ach so große Wunder eines Samenkorns, das Morgerias Fluch heilen konnte, war nicht genug, nein es musste auch noch Lysanthors Seegen her, der ihr die Arbeit abnehmen sollte? Ein mürrisches Grollen erfüllte Darnas Unterleib, als die Käfer angriffen und jeden Gedanken in Panik erstickten. Vielleicht sandte sie noch so etwas wie: „Himmel hilf!“ oder irgend ein anderes Stoßgebet, als sie ihren Geist erreichten und sich unter ihre Haut fraßen, sie auseinander reißen wollten und ihn ihre hohlen Knochen krochen...

Plan A,B und C hatten vorgesehen, dass Darna erst die Anomalie heilte und je nach dem wie stark sie dabei die Kräfte Rose verbrauchte, sich mehr oder weniger schnell zurück ziehen wollte. Doch ihre ursprüngliche Aufgabe war es gewesen, den Hauch zu bekämpfen, also die Käfer und sie hatte sich zu ihrem Schutz vielleicht unbewusst den dunklen Teil von sich gewünscht, sich zu sehr darauf verlassen, dass entweder 'es', die Götter oder eben einfach ihr Glaube sie schützen würde.

Aber es war nicht Lysanthor der auf ihr instinktives Flehen antwortete und sie vor den Käfern bewahrte. Es war eben diese unfassbare finstere Ecke ihres Unterbewusstseins, die sich wütend aufwölbte wie eine Teerblase im Moor, sich aus ihr heraus stülpte und mit einem einzigen Schlag alles um sich tötete. Es war als hätte ihr reinster Überlebensinstinkt gehandelt und nicht ihr wohlwollender Wille im Sinne der guten Götter. Und wahr man ehrlich so war Glaube gut und schön, aber er half nicht, wenn der Träger ihn als Schutzschild nutzte, oder? Sagte man nicht auch, dass nur denen geholfen würde, die sich selbst halfen?

Darna fühlte sich seltsam. Als hätte ihr etwas die kalte Schulter zugewandt. Als würde ein Teil von ihr, sie verurteilen für etwas was sie nicht verstand. Sie fühlte sich mit einem Blick bedacht, der sie als unfähig, klein und unwürdig abstempelte. Es war eine über alle Maßen verwirrende Empfindung und ließ sich schlecht erfassen und noch schwieriger analysieren. Also sah Darna sich um und versuchte zu erkennen was geschehen war.
Sie schwebte in diesem merkwürdigen Geisteszustand, den die Rose für sie geöffnete hatte. Sie sah sich in Pets Körper um und um sie herum lösten sich letzte Flocken eines grauen Ascheregens auf. All die kleinen Käfer waren verbrannt und ihre Überreste zerfielen zu Asche, und auch diese lösten sich dann in nichts auf. Weiter entfernt fielen Sonnenstrahlen noch immer in Pets Geist und versuchten die verformte Ader zu heilen, die zwar jetzt wieder stabil aussah, aber noch immer falsch aussah. Aber dann begann das Licht zu flackern und wurde unregelmäßiger. Darna spürte, dass Leon es versuchte. Sie erkannte sein goldenes Leuchten, aber manche Krankheiten waren wohl auch für ihn zu stark. Sie musste gehen, sich zurückziehen, denn sonst würde die Rose noch einmal versuchen zu helfen und es würde sie noch einen Kern kosten. Ein letztes Mal fühlte Darna in sich hinein, den in dieser Ebene, in diesem Zustand war es leichter den dunklen Teil in sich zu hören.
Ihr dunkles Unterbewusstsein wusste, im Gegensatz zu ihr, auch wenn dass sich in dieser Fakt in diesem Moment sich gegenseitig aufhob, ganz genau was passiert war und grollte ihr, denn es hatte sie vor dem Angriff gerettet, wo sie auf das Licht vertraut und versagt hatte. Es hatte nicht kommen wollen, doch es war für sie da gewesen, so sehr es ihm auch missfiel. Es schwieg sie an und zog sich aus ihrer bewussten Wahrnehmung zurück, sodass Darna allein in Pet zurück blieb. Allein mit der Rose und ihrer Willenskraft. Konnte sie Pet vielleicht noch irgendwie helfen? Konnte SIE ihm helfen? Ohne die Macht der Rose? Sie fühlte, dass Leon sie hörte. Vielleicht konnten sie dem armen Mann ja doch noch ein paar glückliche Jahre schenken. Wenn sie eines über Magie bisher gelernt hatte, dann dass, dass sie immer einen Preis forderte. Hier war es immer die Energie der Rose, aber viele vielleicht konnte auch sie etwas dazu beitragen? Hatte sie aus den letzten Geschehnissen etwas gelernt? Jede Art von Magie suchte das Gleichgewicht, selbst wenn es sich um Dunkle handelte. Um Darna zu schützen hatte ihre Schattenseite den Hauch getötet. Die Rose hatte mit ihrer Macht die Ader am Platzen gehindert und Leon versuchte gerade eine angeborene Anomalie zu heilen, was ihn viel Kraft kostete. Kraft, Energie, Essence, das waren die Dinge, die die Wage der Macht verschoben. Worte gaben Motivation und Glaube ein Ziel, aber der Wille seine eigenen Energien zu spenden, zu opfern bewegte wirklich die Dinge. Leon gab seine Magie-Essence, die Rose ihre Kerne und was gab Darna?
Ihr Schatten hätte sicher dazu einen bissigen Kommentar bereit gehabt, aber er hatte sich zurück gezogen... um zu regenerieren?... Anscheinend hatte selbst er oder 'es' oder 'sie' etwas gegeben.
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Sonntag 31. Juli 2016, 00:39

So viel dazu.
Die kleinen schwarzen Punkte krabbelten aus der Ader heraus und begannen wieder sich langsam in alle Richtungen zu verteilen und nichts hielt sie auf. Die dunkle Präsenz in ihr hatte ihr ja zuvor schon deutlich gemacht, was Es von ihren Plänen hielt und sich verabschiedet. Wo hin auch immer. Warum nochmal genau hatte sie spätestens jetzt beim Ausbruch der Käfer nicht aufgehört und sich schleunigst zurückgezogen? Ach ja: das Gebet schien ja zu helfen. Zumindest ergab sich bei der Seelenrose recht deutlich dieser Eindruck. Und dann war da ja ihr unerklärlicher Enthusiasmus, ihr 'es wird schon alles irgendwie gut werden'-Denken, das in ziemlichem Kontrast zu ihrer sonst oft so zögerlichen und alles hinterfragenden Art stand. Vertrauen in die Götter und deren Kräfte.
Ein einzelnes, schnaufendes „H“ Geräusch, das deutlich zeigte, dass es Teile von Darna gab, die ganz und gar nicht ihrer Meinung waren, erklang und verklang auch wieder sofort. Mit beiläufigem Entsetzen registrierte ein Teil von ihr, wie dieses Andere Reaktionen ihres Körpers auslöste, die sie ihm niemals zugestanden hätte, aber vielleicht lag das auch daran, dass sie sich gerade viel zu sehr auf andere Dinge konzentrieren musste - hoffte sie.

Was für ein Auf und Ab aus Katastrophen und Teilsiegen, die sie davon abhielten, doch die Nerven zu verlieren... Licht flutete von außen in Streifen wie Sonnenlicht durch ein dichtes Blätterdach, durch die Käfermassen und berührte an manchen Teilen Pets Geist um dort der Rose einen Teil ihrer Arbeit abzunehmen. Leon. Sie hätte dankbar die Augen geschlossen, wenn sie das nicht sowieso schon gewesen wären. Wieder einer dieser Momente, in denen sie beschloss, das Ganze durchzuziehen. Sie sah die Käfer vorwurfsvoll und strafend an und die Käfer starrten plötzlich zurück. Sie hatte etwas in der Art befürchtet, nicht wahr? Aber jetzt musste sie stärker sein, das irgendwie aushalten! Darna wurde lauter, energischer, denn im Angesicht dieser Massen, war es nicht einfach ruhig zu bleiben. Bis um sie herum nur noch diese lebendige Dunkelheit aus wogenden Käferleibern war...
Sie wusste hinterher gar nicht mehr, wie sie es geschafft hatte, überhaupt noch einige Verse weiter zu beten.
Nein, sie war kein Priester. Und zuletzt musste sie sich nicht nur gegen die Dunkelheit der Krankheit wehren, sondern auch gegen diesen triefenden Sarkasmus, der ihr ihre naive Überheblichkeit vor Augen hielt, hier auch noch ein irgendwie geartetes Eingreifen Lysanthors erwarten zu wollen?
Nein, hätte sie nicht. Mochten ihre Gefühle dazu auch zutiefst widersprüchlich sein, darauf angesprochen hätte sie niemals zugestanden, das wirklich erwartet zu haben. Es wäre ihr selber wie Blasphemie vorgekommen. Und doch waren Hoffnung und Glaube ja gerne mal Strohhalme, nach denen man griff... oder, wie seine Gnaden Talarion es schöner ausgedrückt hatte:
'Wunder kann man nicht erzwingen.
Aber man muss ihnen den Raum lassen, damit sie geschehen können.'

Da hatte sie schon ein Wunder an der Seite, aber es schien nicht zu reichen. Ein mürrisches Grollen erfüllte Darnas Unterleib, als die Käfer angriffen und jeden Gedanken in Panik erstickten, ihren Geist erreichten und sich unter ihre Haut fraßen, sie auseinander reißen wollten und in ihre hohlen Knochen krochen... NEIN!

Hinterher wusste sie nicht einmal, was mit ihr geschehen war.
Doch, irgendwie wusste sie es schon, wollte es aber nicht wirklich wahrhaben.
Ihre ursprüngliche Aufgabe war es gewesen, den Hauch zu bekämpfen, also die Käfer, aber sie hatte sie als zu stark eingeschätzt, um sie überhaupt in gewohnter Weise angehen zu können und hatte daraufhin, obwohl sie sich anders eigentlich nicht zu helfen wusste, wilde 'Pläne' aufgestellt und andere Vorgehensweisen angewendet, die im Nachhinein einfach nur als tödlich naiv bezeichnet werden mussten.
"Riskiere nicht zu viel." Pfh. Hatte sie nicht einmal vorgehabt, aber...
warum war sie jetzt nicht tot?
Die Antwort war niederschmetternd. Darna fühlte sich seltsam. Als hätte ihr etwas die kalte Schulter zugewandt. Als würde ein Teil von ihr, sie verurteilen für etwas was sie nicht verstand. Sie fühlte sich mit einem Blick bedacht, der sie als unfähig, klein und unwürdig abstempelte. Es war eine über alle Maßen verwirrende Empfindung und ließ sich schlecht erfassen und noch schwieriger analysieren. Also sah Darna sich um und versuchte zu erkennen was geschehen war.
Im ersten Moment hatte sie Angst, 'Es' hätte nun tatsächlich Pet getötet. Aber er schien zu leben. Das war mindestens genauso erstaunlich, wie dass sie lebte und die Käfer nicht mehr.
Sie konnte darüber keine echte Erleichterung empfinden, denn das Wie und Warum schmeckte ihr überhaupt nicht. Sie hatte versagt.

Weiter entfernt fielen Sonnenstrahlen noch immer in Pets Geist und versuchten die verformte Ader zu heilen, die zwar jetzt wieder stabil, aber noch immer falsch aussah. Aber dann begann das Licht zu flackern und wurde unregelmäßiger. Darna spürte, dass Leon es versuchte. Sie erkannte sein goldenes Leuchten, aber manche Krankheiten waren wohl auch für ihn zu stark. Jetzt verausgabte er sich auch noch und Pet war trotzdem noch immer nicht gesund. So unvollkommen geheilt und zum Tode verdammt wie der Fischräucherer Harri, so schien es ihr. Es war nicht einmal ein bewusster Gedanke, nur eine nüchterne Feststellung in einer deprimierenden Grundstimmung.
Andere hätten ihr vorhalten können, dass ja wohl bitteschön die Käfer tot waren und Pet immerhin so weit geheilt, dass er nicht akut sterben würde und die Rose dafür - hoffentlich - nicht mehr Ressourcen verbraucht hatte, als es angemessen gewesen wäre; aber auf diese ergebnisorientierte Sichtweise kam Darna überhaupt nicht, weil ihr das 'Wie' immer viel zu wichtig war. Der Zweck heiligte eben nicht die Mittel.
Sie musste gehen, sich zurückziehen, denn sonst würde die Rose noch einmal versuchen zu helfen und es würde sie noch einen Kern kosten.

Ein letztes Mal fühlte Darna in sich hinein, denn in dieser Ebene, in diesem Zustand war es leichter den dunklen Teil in sich zu hören. Ihr dunkles Unterbewusstsein wusste, im Gegensatz zu ihr, auch wenn dass sich in dieser Fakt in diesem Moment sich gegenseitig aufhob, ganz genau was passiert war und grollte ihr, denn es hatte sie vor dem Angriff gerettet, wo sie auf das Licht vertraut und versagt hatte. Es hatte nicht kommen wollen, doch es war für sie da gewesen, so sehr es ihm auch missfiel. Es schwieg sie an und zog sich aus ihrer bewussten Wahrnehmung zurück, sodass Darna allein in Pet zurück blieb. Allein mit der Rose und ihrer Willenskraft. Konnte sie Pet vielleicht noch irgendwie helfen? Konnte SIE ihm helfen? Ohne die Macht der Rose?

Sie war kein Priester... und was sie noch sicherer wusste: sie war kein Magier. Wo andere Kinder davon träumten, zaubern zu können, da hatte sie immer nur von Schwert und Schild geträumt. Magie war böse - dass sie es nicht war, davon hatten sie erst vor Kurzem Leon und die Rose eindrucksvoll überzeugt. Aber das alles hier war fremd, so fremd, dass sie sich schon wunderte, warum sie sich bisher überhaupt so halbwegs passabel wohl zurecht gefunden hatte; sie hätte niemals geglaubt, den inneren Aufbau eines Körpers SO erleben und auf im wahrsten Sinne des Wortes wundersame Weise sogar verstehen zu können. Würde es nicht die Aufgabe geben, die Rose zu zügeln, sie würde sich hier drinnen überflüssiger fühlen als das fünfte Rad am Wagen - sie fühlte sich gerade vollkommen überflüssig, sogar fatale Fehler begehend, Schuldgefühl und Trauer über alles ließen Tränen fließen, ohne dass sie es bemerkte, aber ihr war so oder so zum Heulen zumute.
Wie frustrierend, zu sehen, was noch falsch war und nichts dagegen tun zu können!
Es tut mir so leid! Sie hätte gern Leon ihre Kraft angeboten, um weiter zu heilen, ihm oder der Rose, wenn sie geglaubt hätte, überhaupt welche zu haben, die dafür zu gebrauchen war. Die Ader vor sich, streckte sie wie tröstend und entschuldigend ihre 'Hand' aus und hätte am liebsten Leons letzte Lichtstrahlen gelenkt, um das zu korrigieren, was noch falsch war, hätte die Fehler gern weggestreichelt...

Wie naiv.

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Dienstag 2. August 2016, 09:35

Es tut mir so leid!
Sie hätte gern Leon ihre Kraft angeboten, um weiter zu heilen, ihm oder der Rose, wenn sie geglaubt hätte, überhaupt welche zu haben, die dafür zu gebrauchen war. Die Ader vor sich, streckte sie wie tröstend und entschuldigend ihre 'Hand' aus und hätte am liebsten Leons letzte Lichtstrahlen gelenkt, um das zu korrigieren, was noch falsch war, hätte die Fehler gern weg gestreichelt...

Etwas in ihr grollte und hielt auch dies nicht für eine gute Idee, aber es kam auch nicht zum Vorschein um sie davon abzuhalten. Also tauchte Darna ihre Finger in Leons Sonnenschein und berührte die verformte Ader. Die Rose hielt sich wie angewiesen zurück und es war als sähe das Gewächs sie fragend an, als schaute sie ihr ins Gesicht. Im ersten Moment fühlte sich alles sogar gut und richtig an, als schiene noch einmal die Wärme des Lichtmagus auf sie, durch sie hindurch als hätte sie ein anderes Ziel und dann riss es sie mit.

Scharfkantige Steinchen drückten sich in ihr Gesicht, tief in den offenen Schnitt auf Darnas Wange. Es brannte und stach und sie hörte Gernots ferne Stimme... Sie erlebte es noch einmal, nur wie durch einen halb durchsichtiges Fenster. Zum einen war da ihre Erinnerung und auf der anderen Seite, sah sie die sich streckende Ader.

„Darna!“
Leons Stimme klang wunderbar warm wie immer, besorgt, aber sie drängte sie hinaus in die Wirklichkeit. Eine Wirklichkeit die nur verzögert wieder an Schärfe gewann. Sie schlug die Augen auf, bemerkte, dass sie nach hinten umgefallen war und rücklings im Gras lag. Ihre linke Schulter brannte leicht, aber was viel mehr schmerzte, war ihr Gesicht.
„Darna, was hast du gemacht?! Ich hab dich gespürt, aber... Was hast du nur gemacht?!“
Sie sah sein Gesicht über sich und fühlte seine warme Hand an seiner Wange, wie er dazu ansetzte sie heilen zu wollen. Er sah schrecklich müde aus, mit seinen tiefen Augenringen und den schmalen zusammen gebissenen Lippen. Sie fühlte seine Magie aufflackern. Es nahm ihr die Schmerzen, aber sie fühlte es auch schon, ohne dass sie dafür die Hand heben musste. Das alt bekannte Spannen ihrer Haut war wieder da. Die Narben waren wieder da, aber gleichzeitig wusste sie auch, dass eine andere alte Anomalie verschwunden war. Und das hatte sie bewirkt, nicht der Schatten, nicht Leon, zumindest nicht mit seiner Energie, sondern – sie!

Einer ihrer nächsten Blicke ging zu der Rose und die ganze Aktion hatte die Pflanze tatsächlich nur ein einziges Samenkorn gekostet und Darna wusste warum das so war. Nicht die Rose hatte dieses Mal den Hauch vertrieben. Die Rose hatte den Schaden geheilt, der vom Fluch verursacht worden war, hatte Pet vorm bevorstehenden Tod bewahrt und Leon hatte durch den Sturm der Käfer, quasi blind versucht diese Ader zu richten, was ihn viel Kraft gekostet hatte. Erst als die Käfer fort waren, da war es ihm mit Darnas „Zugabe“ dann auch gelungen. Sie – Sie die unmagische Knappin, sie hatte den Teil von sich gegeben, der zuvor geheilt worden war. Alles in allem waren sie ein gutes Team gewesen. Leon, Sie, die Rose und … der Schatten.

„Mach das nicht noch mal! Himmel...“

Seine Worten hatten vielleicht streng klingen wollen, aber verloren durch seinen Anblick jede Schärfe. Er löste seine Hand von ihrer Wange und fiel leise schnaufend auf seinen Hintern.
„Geht es dir gut? Tut es noch weh? … Du … es sah … deine Haut ist von innen aufgebrochen...“

Ein weiterer Blick enthüllte, dass Rosa ihren Pet auf ihren Schoß gebettet hatte und ihm sanft die Stirn streichelte. Der Blick des Landarbeiters war ganz und gar auf seine Verlobte fokussiert, aber frei von Schmerz oder dem Wahnsinn der ihn befallen hatte.
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Mittwoch 3. August 2016, 13:02

Die Rose hielt sich wie angewiesen zurück und es war als sähe das Gewächs sie fragend an, als schaute sie ihr ins Gesicht. Im ersten Moment fühlte sich alles sogar gut und richtig an, als schiene noch einmal die Wärme des Lichtmagus auf sie, durch sie hindurch als hätte sie ein anderes Ziel und dann riss es sie mit.

Die Klinge traf sie. Wieder... und wieder. Die Verletzung am Knie tat fast weniger weh, als die Schnitte im Gesicht, aber das Knie war es gewesen, was den Kampf entschied. Sie musste in die Küche.
"Gebührt dem Sieger nicht, dass man sich vor ihm verneigt?" - sie atmete tief ein, und wäre nicht diese doppelte Sicht auf die Erinnerung und Pets Ader vor sich gewesen, entsetzlicher Zorn hätte sie weggerissen. Die blutenden Schnitte im Gesicht brannten, aber noch schlimmer hatten Gernots Worte gebrannt. „Solltest du dich nicht an unsere Abmachung halten, werde ich dafür sorgen, dass man dich dafür schuldig befindet, die Entwendung der Waffen verschuldet zu haben, und ein nieder geborenes Nichts wie du kann sich dann die Ritterehre abschminken, darauf wette ich. Wir sehen uns.“
Ja, sie sah ihn: auf den Planken der 'Niemand', unbeeindruckt von dem Schwanken des Schiffes, tadellos aufrecht... und ein Ritter des Königs. Ihr Herz ächzte.
Aber was waren schon Narben, die 'aus Versehen' geheilt worden waren, was waren Schnitte im Gesicht gegen das Leben eines Mannes, der in der Blüte seiner Jahre stand und eine anständige Frau heiraten wollte?

„Darna!“
Leons Stimme klang wunderbar warm wie immer, besorgt, aber sie drängte sie hinaus in die Wirklichkeit. Eine Wirklichkeit die nur verzögert wieder an Schärfe gewann. Sie schlug die Augen auf, bemerkte, dass sie nach hinten umgefallen war und rücklings im Gras lag. Ihre linke Schulter brannte leicht, aber was viel mehr schmerzte, war ihr Gesicht.
„Darna, was hast du gemacht?! Ich hab dich gespürt, aber... Was hast du nur gemacht?!“

Gemacht? Wie hätte sie ihm erklären können, was sie gemacht hatte? Sie wusste ja nicht einmal genau, was passiert war, noch hätte sie es einem Magier gar adäquat berichten können. Ihre Brauen bewegten sich schwach in Verwirrung aufeinander zu. "Ich weiß es nicht?", murmelte sie benommen, aber ordnungsgemäß ihm Antwort gebend. Wobei, doch, natürlich wusste sie gewissermaßen, was sie gemacht hatte: "Ich habe... getauscht. Meine Heilung gegen seine."
Ja. So einfach war das, nicht? Sie sah sein Gesicht über sich und fühlte seine warme Hand an seiner Wange, wie er dazu ansetzte sie heilen zu wollen. Er sah schrecklich müde aus, mit seinen tiefen Augenringen und den schmalen zusammen gebissenen Lippen. Sie fühlte seine Magie aufflackern. Tu das nicht! Du hast dich schon so verausgabt. Ihr Blick wurde traurig, auch wenn es gut tat, wie der Schmerz weitgehend verschwand. Ihre linke Schulter... warum eigentlich ihre linke Schulter?
"Was ist passiert?"
Einer ihrer nächsten Blicke ging zu der Rose und die ganze Aktion hatte die Pflanze tatsächlich nur ein einziges Samenkorn gekostet und Darna wusste warum das so war.

„Mach das nicht noch mal! Himmel...“
Seine Worte hatten vielleicht streng klingen wollen, aber verloren durch seinen Anblick jede Schärfe. Er löste seine Hand von ihrer Wange und fiel leise schnaufend auf seinen Hintern.
Sie beobachtete ihn müde und besorgt, hatte sich bisher kaum geregt, versuchte nun aber vorsichtig, sich aufzurichten. Es war seltsam, wieder 'zurück' zu sein und sie hatte keine Ahnung, in welchem Zustand sie sich nun eigentlich befand und was während des Ganzen hier draußen passiert war.
„Geht es dir gut? Tut es noch weh? … Du … es sah … deine Haut ist von innen aufgebrochen...“
Sie verzog das Gesicht. Von innen aufgebrochen?! "Das muss schlimm ausgesehen haben. Tut mir leid." Man hörte aus ihrer Stimmlage problemlos, dass sie noch nicht ganz bei sich zu sein schien, ihr Blick hing in sich gekehrt an unbestimmten Punkten, umso entwaffnender ehrlich waren ihre Worte. "Eigentlich hat er sie ja von außen aufgeschnitten", erklärte sie abgelenkt und beiläufig, als hätte das dann netter aussehen müssen.
"Du musst mir erklären, was passiert ist, wenn du kannst. Und wenn du ausgeruht bist." Darna sah Leon an, und ihr Blick wurde deutlich besorgter, langsam klarer. "Wir müssen doch Rosa noch helfen."
Ein weiterer Blick enthüllte, dass Rosa ihren Pet auf ihren Schoß gebettet hatte und ihm sanft die Stirn streichelte. Der Blick des Landarbeiters war ganz und gar auf seine Verlobte fokussiert, aber frei von Schmerz oder dem Wahnsinn der ihn befallen hatte.
Sie ließ dieses Bild einen Moment auf sich wirken. Da, das musste der Lohn sein für alles, was eben passiert war, nicht wahr? Die beiden würden glücklich miteinander werden. Pet würde leben. Darna war zufrieden und fühlte doch gleichzeitig ein Loch in sich, in dem sie nichts empfand, in welchem sie dieses Bild der zwei wiedervereinten Menschen nicht berührte.
"Sie soll ihn bitte nicht anstecken", meinte sie mit hohl klingender Stimme. Sie gönnte den Beiden ja diese Nähe und Erleichterung von Herzen, aber... Ich will das nicht noch mal.

Nicht diese toten Augen. Nicht dieses finstere Lachen. Ein Leon, der ihre Schwäche ausnutzte. Der Tritt. Das Starren. Das Stürzen in die Dunkelheit. Tausende Käfer. Käfer, die sie unter sich begruben. Auffraßen. Auffraßen! Bis in die... Etwas Dunkles, das sie...
ihre Gedanken liefen gegen eine Wand und nochmal gegen eine andere; sie blinzelte mühsam, atmete nur noch flach.
Nicht in Panik verfallen.
Nicht dass Leon wieder...
Du bist da durch. Es ist vorbei! Was lohnt es, jetzt noch umzukippen, Ärger zu verursachen und Arbeit? Sie sind alle erschöpft. Sie schloß die Augen und versuchte einen tieferen Atemzug.
Es ist vorbei. Du musst funktionieren. Rosa braucht dich.
Ein Gefühl von Überforderung blieb. Dass sie gerne schreien, weinen, sich in eine Ecke verkriechen würde. Aber hier war kein Platz dafür. Hier nicht, und in ihr selber auch nicht. Sie wollte nicht so sein. Niemand sollte sie so sehen.
Durchatmen.
Eine vage Sorge blieb, dass dies alles doch noch irgend eine Form von Nachspiel haben würde.

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Dienstag 9. August 2016, 12:40

"Ich weiß es nicht?...Ich habe... getauscht. Meine Heilung gegen seine."
Ihr Blick wurde traurig, auch wenn es gut tat, wie der Schmerz weitgehend verschwand. Ihre linke Schulter... warum eigentlich ihre linke Schulter? Sie spürte noch immer deutlich das Brennen, dann setzte Leons Magie ein und hüllte sie in weichen Samt, durch den der Schmerz nicht branden konnte.
"Was ist passiert?"
„Mach das nicht noch mal! Himmel...Geht es dir gut? Tut es noch weh? … Du … es sah … deine Haut ist von innen aufgebrochen...“

Leon war noch viel zu aufgewühlt, dass er seinen gewohnt lässigen von hohem Adel geprägten Tonfall wieder gefunden hätte. Von innen aufgebrochen?! Sie verzog das Gesicht.
"Das muss schlimm ausgesehen haben. Tut mir leid."
Leons Brauen wanderten für einen kurzen Moment in die Höhe. Es tat ihr leid? Es tat ihr leid, dass er diesen Anblick hatte ertragen müssen? Sie hatte ihre Heilung gegen die des Bauern getauscht und es tat ihr leid?!? Etwas lief wirklich ganz furchtbar falsch in Darnas Welt, aber darüber würde er sich mit unterhalten, wenn die Zeit dafür gekommen war. Man hörte aus ihrer Stimmlage problemlos, dass sie noch nicht ganz bei sich zu sein schien, ihr Blick hing in sich gekehrt an unbestimmten Punkten, umso entwaffnender ehrlich waren ihre Worte.
"Eigentlich hat er sie ja von außen aufgeschnitten... Du musst mir erklären, was passiert ist, wenn du kannst. Und wenn du ausgeruht bist."
Du wirst mir auch so einiges erklären müssen!
Darna sah Leon an, und ihr Blick wurde deutlich besorgter, langsam klarer.
"Wir müssen doch Rosa noch helfen."
Leon sah auch zu Rosa und nickte ernst. Seine Müdigkeit war nicht zu verbergen, aber er riss sich zusammen, als wenn nichts wäre.
"Sie soll ihn bitte nicht anstecken"
, meinte sie mit hohl klingender Stimme. Sie schloss die Augen und versuchte einen tieferen Atemzug.
Es ist vorbei. Du musst funktionieren. Rosa braucht dich.
Ein Gefühl von Überforderung blieb. Dass sie gerne schreien, weinen, sich in eine Ecke verkriechen würde. Aber hier war kein Platz dafür. Hier nicht, und in ihr selber auch nicht. Sie wollte nicht so sein. Niemand sollte sie so sehen.
Durchatmen.
Eine vage Sorge blieb, dass dies alles doch noch irgend eine Form von Nachspiel haben würde.
„Dann lass es uns sofort tun!“
Leon ergriff Darnas Hände und zog sie hoch. Einen Moment lang hielt er sie fest und sah ihr tief in die Augen. Er flüsterte:
„Wenn das hier vorbei ist,...wenn wir beide ...wieder voll funktionieren und erholt sind, ...dann würde ich mich gerne mit dir über ein paar Dinge unterhalten.“
Damit reichte er ihr die Rose.
„...und falls es bei Rosa Probleme geben sollte, versprich mir, dass du abbrichst! Wir sind beide erschöpft und ihr geht es erstaunlich gut, also ist der Zeitfaktor dieses Mal auf unserer Seite. Wir könnten auch noch warten, aber die erneute Ansteckungsgefahr könnte groß sein, wenn die beiden zusammen sein wollen.“
Er sah zu dem Pärchen und etwas in seinem Gesicht wurde weicher. Rosa sah in diesem Moment zu ihnen auf und lächelte so glücklich, als wenn die Sonne dieses Mal ein zweites Mal aufgegangen wäre.
„Ich danke euch so sehr! Ich...“
„Wir sind noch nicht fertig!“

, fiel ihr Leon ins Wort und ließ Darna los um sich neben die am Boden kieenende Winzerstochter zu stellen.
„Ihr müsst auch noch geheilt werden und zwar bevor ihr euren Liebsten erneut ansteckt.“
Rosa erschrak und Pet war zum Glück noch nicht wach genug um sich in das Geschehen einzumischen. Schon wollte sich die junge Frau von ihrem Verlobten los reißen, der sie immernoch fest hielt, als wäre sie sein Anker in dieser Welt. Leon legte seine behandschuhte Hand beruhigend auf ihre Schulter und sprach:
„Bleibt einfach still sitzen und ...“
Sein Blick wanderte etwas tiefer, auf Höhe ihres Herzens und sah dann zu Darna. Hier war nun noch einmal ihr Handeln gefragt und Leon sah sie fragend und auffordernd zu gleichen Teilen an. In seinem Blick stand die stille Bitte, dass sie das hier zu Ende bringen mussten. Auch Rosa sah auf und war schlau genug um zu erkennen, dass sie ihren Oberkörper etwas freier machen musste. Sie hatte den Vorgang bei Pet beobachtet und öffnete ohne jede falsche Scham die Schnürung ihres Mieders und die Schleife ihres Hemdes. Leon sah stur Darna an. Eine junge hübsche Frau, in Anwesenheit ihres Verlobten, entblößt zu sehen, während eine eine Andere ein seltsam anmutende Pflanze ihr an die Brust hielt? Ein ferner Beobachter hätte sonst was denken können, aber hier ging es um das Leben oder den bitteren Tod. Doch die Überforderung blieb und Darna war selbst müde und ausgelaugt. Ihre Gefühle, ihre Vorstellungen am liebsten vor allem davon zu laufen waren nicht unlogisch, sie entsprangen einem gesunden Maß an Vorsicht. Es war einfach die ganze Situation die weit mehr von ihr forderte, als es bisher ihr Leben getan hatte. Und irgendwo tief in ihr begann sie vielleicht zu ahnen, dass es noch lange nicht vorbei sein würde, wenn sie das hier beendet hätten! Es gab schließlich irgendwo da draußen einen kleinen Jungen der den Hauch verbreitete und dem der Tod mit festen Schritten folgte. Irgendwie hatte eine kupferfarbene Maske damit etwas zu tun und eigentlich müsste der Junge schon längst tot sein. Trotzdem lief er anscheinend immernoch da draußen herum und verbreitetet diese schreckliche Krankheit. Ihr schwerste Aufgabe stand ihr also noch bevor. Sie stand ihnen noch bevor und Leon sah nicht so aus, als würden seine Kräfte für noch ein solch gewagtes Experiment reichen. Trotzdem oder gerade deswegen, sah er sie fest an und beschwor sie zu sich. Er streckte ihr die Hand entgegen, damit sie ihren Platz an Rosas Seite einnehmen konnte. Vielleicht würden sie danach ruhen können... vielleicht. Verdient hätten sie es. Darna fühlte die Müdigkeit in sich von Minute zu Minute schwerer werden. Sie kannte diesen Zustand. Sie hatte schon lange Doppelwachen übernommen, harte Trainingstage erfüllt mit körperlichen Anstrengungen überstanden und dazwischen noch konzentriert lernen müssen. Irgendwann war man nicht mehr nur müde, irgendwann begannen die Gedanken zu „knistern“ und ein flaues, „brennendes“ Gefühl breitete sich in der Magengegend aus. Einem würde übel vor Müdigkeit und die Konzentration ließ nach, die sie jetzt aber so dringend brauchte. Leon drängte sie ihre Aufgabe zu beenden, doch ihr Körper riet ihr zu ruhen. Es war ihr Wille der entscheiden musste.
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Dienstag 9. August 2016, 22:55

„Dann lass es uns sofort tun!“
Leon ergriff Darnas Hände und zog sie hoch.
Die Knappin zuckte bei seinen Worten fast zusammen - so klaren Aktionismus hatte sie jetzt nicht erwartet; wie schaffte Leon das?! Blinzelnd sah sie ihm in die Augen. Und war fast sofort wieder von diesem Blick gefangen - sollte der Lichtmagus je beabsichtigen, sie zu hypnotisieren, er hätte in Darna von Eibenau wohl ein angenehm einfaches Objekt zum Üben.
„Wenn das hier vorbei ist,...wenn wir beide ...wieder voll funktionieren und erholt sind, ...dann würde ich mich gerne mit dir über ein paar Dinge unterhalten.“

Oh oh.
Ihre Mimik ernüchterte auf schwer benennbare Weise fast schlagartig. 'Darna, wir müssen uns unterhalten...' - 'Darna, ich muss mal mit dir reden.' - das bedeutete schließlich nie etwas Gutes. Wobei die Leute, die sich mit ihr unterhalten wollten, ihr bisher nie etwas wirklich Böses gewollt hatten, aber es hatte immer bedeutet, dass sie irgend etwas verkehrt gemacht hatte, übers Ziel hinaus geschossen war, jemandem unbemerkt auf die Füße getreten war... oder, das war das Schlimmste, sich in irgend einer Weise genötigt sah, zu erklären, warum sie so 'anders' war; und keine Erklärungen dafür geben konnte oder wollte.
Jetzt, im Moment, würden ihr eine Menge Dinge pauschal einfallen, was es an ihr zu kritisieren gab, aber sie war zu müde, um diese Fantasien wirklich auszumalen, und Leon redete ja auch weiter:
„...und falls es bei Rosa Probleme geben sollte, versprich mir, dass du abbrichst! Wir sind beide erschöpft und ihr geht es erstaunlich gut, also ist der Zeitfaktor dieses Mal auf unserer Seite. Wir könnten auch noch warten, aber die erneute Ansteckungsgefahr könnte groß sein, wenn die beiden zusammen sein wollen.“
Er sah zu dem Pärchen und etwas in seinem Gesicht wurde weicher. Rosa sah in diesem Moment zu ihnen auf und lächelte so glücklich, als wenn die Sonne dieses Mal ein zweites Mal aufgegangen wäre.
Darna blickte ihr entgegen und in ihrem mit frischen Wunden wieder gezeichneten Gesicht rührte sich nichts.
„Ich danke euch so sehr! Ich...“
„Wir sind noch nicht fertig!“
, fiel ihr Leon ins Wort und ließ Darna los um sich neben die am Boden kieenende Winzerstochter zu stellen.
Jene hob leicht skeptisch überrumpelt die Brauen - die Unhöflichkeit, jemandem derart ins Wort zu fallen, war für sie schlicht ungewohnt, auch wenn sie den Grund dafür noch verstehen mochte.
„Ihr müsst auch noch geheilt werden und zwar bevor ihr euren Liebsten erneut ansteckt.“
Rosa erschrak und Pet war zum Glück noch nicht wach genug um sich in das Geschehen einzumischen. Schon wollte sich die junge Frau von ihrem Verlobten los reißen, der sie immernoch fest hielt, als wäre sie sein Anker in dieser Welt. Leon legte seine behandschuhte Hand beruhigend auf ihre Schulter und sprach:
„Bleibt einfach still sitzen und ...“
Sein Blick wanderte etwas tiefer, auf Höhe ihres Herzens und sah dann zu Darna.

Mit gefurchter Stirn sah sie ihm entgegen, einen Moment einfach unbewegt und still, aber dann nickte sie nur bemessen und trat näher. So sehr sie eben noch wie Wachs in seinen Augen wohl hätte versinken können, so fern und fremd wirkte sie nun schon wieder.

Sie würde auch Rosa heilen. Ähnlich wie Leon verspürte auch sie nur den Wunsch, diesen Teilabschnitt endlich zuende zu bringen. Und eine gewissermaßen nur zum Teil irrationale Angst trieb sie, dass Rosas Krankheit sich nicht noch während der nächsten Stunden drastisch verschlimmern sollte, bis... NOCH sind das bloß schwarze Flecken!
Schwarze Flecken, die zu Staub zerrieseln würden.
Keine Käfer.
Sie atmete tief durch und ließ sich neben Rosa nieder.
'Meister Roderich, ich kann nicht mehr!' - sie hatte gelernt, dass Leute, die so etwas äußerten, erst etwa ein Drittel ihrer Ressourcen überhaupt verbraucht hatten. Den 'Jammerpunkt' hatte ihr Lehrmeister das genannt. Sie war übers Jammern längst hinausgeschossen. Auch den 'Toten Punkt', den man irgendwann überwand und sich danach eine Weile sogar relativ frisch und voll einsatzfähig fühlte, musste sie irgendwo zwischen den Käfern wohl übersehen haben. Sie wollte jetzt nur noch ein sauberes Laken auf der Wiese und schlafen.
Hätte sie in Rosa Komplikationen vermutet, hätte sie den Kopf geschüttelt und die Behandlung abgelehnt, aber sie erwartete keine, und dafür funktionierte sie dann wohl noch genug. Danach musste sie schlafen. Leon auch. Er konnte ja jetzt schon keinen Zauber mehr... Ihre Stirn furchte sich flüchtig, und sie meinte stocknüchtern, während sie die Seelenrose so drehte, um sie gleich ansetzen zu können, zu Leon:
"Eigentlich kannst du dich schon hinlegen. Du kannst ohnehin nicht mehr helfen."

Hätte sie sich selbst in diesem Moment gehört und wäre sie ein wenig einfühlsamer gewesen, sie hätte sich für diesen Ausspruch, in diesem Ton sicher selbst geohrfeigt. Sie hatte aber nur nüchtern für sich selber festgestellt, dass Leons magische Kräfte wohl restlos aufgebraucht waren, also konnte er doch mit dem Schlafen schon mal anfangen. Strategisch betrachtet. Dahinter versteckte sich die Sorge, dass ER Grenzen überschreiten könnte, sollte ihr noch ein mal etwas zustoßen. Die Müdigkeit verpasste mit dem trockenen, abgekämpften Tonfall dem Ganzen noch das Sahnehäubchen.
Nein, sie würde danach keinem Jungen noch nachjagen. Der Bursche hatte mehr als einen Tag Vorsprung; den einzuholen, war in diesem Zustand für sie beide absolut unmöglich. Wenn sie Glück hatten, stieß vielleicht Basil schon zu ihnen, während sie danach ausruhten, aber die Pause brauchten sie. Danach konnte man neu die Lage analysieren und Maßnahmen überlegen.
Jetzt galt es nur, zu verhindern, dass die Krankheit hier sich noch hartnäckig hielt wie eine flüchtende Ratte in einem weit verzweigten Bau. Ich darf jetzt nichts übersehen. Sie konzentrierte sich auf die Behandlung, so gut sie es noch vermochte.

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 11. August 2016, 09:48

"Eigentlich kannst du dich schon hinlegen. Du kannst ohnehin nicht mehr helfen."
Hätte sie sich selbst in diesem Moment gehört und wäre sie ein wenig einfühlsamer gewesen. Die Müdigkeit verpasste mit dem trockenen, abgekämpften Tonfall dem Ganzen noch das Sahnehäubchen. Auch Leon war müde und angespannt und doch behielt er stets seine Liebenswürdigkeit bei, wenn gleich er gelegentlich Abzüge in der Ausdrucksweise hatte. Jetzt war davon aber nichts zu merken:
"Danke, aber ich bleibe."
Das hätte auch ins Auge gehen können, aber Leon hatte es in seiner Berufung häufiger mit angespannten Leuten zu tun. Krankheiten ließen einen oft sehr unleidlich werden und so manche gebärende Frau hatte ihrem geliebten Gatten schon die Pest an den Hals gewünscht. Er war einfach nicht der Typ von Mann, der alles auf die Goldwaage legte. Er schaute tiefer und nahm Darnas Worte, als das was sie waren: Ein Angebot aus Sorge unterbreitet.

Die Knappin konzentrierte sich auf die Behandlung, so gut sie es noch vermochte. Der feste Blütenkopf fühlte sich gut an ihn ihrer Hand und langsam bekam sie eine gewisse Routine, so dass der Übergang sie nicht mehr so überraschte. Sie ließ sich von der Magie der Seelenrose einfangen und schloss die Augen. Sobald sie auf der „anderen Seite“ angekommen war, stellte sie fest, dass hier nirgends Käfer waren. Nichts griff sie an und auch so wirkte Rosa vollkommen gesund. Aber Darna wusste, dass Morgerias Hauch auch sie erwischt hatte, aber auf den ersten Blick, hätte sie die junge Frau für kerngesund gehalten, also hieß es suchen. Das Böse versteckte sich, also musste sie systematisch vorgehen und fing der Einfachheit halber oben an, um sich nach unten vorzuarbeiten. Es war zum Glück nicht so anstrengend, da die Rose sehr schnell auf die jeweiligen gesunden Zonen reagierte. Es war wie ein stetiges, leises, wortloses Gemurmel im Darnas Hinterkopf, dass ihr emotional mitteilte, dass es hier nichts zu tun gab.
Kopf – nichts zu tun.
Hals – nichts zu tun.
Linke Schulter – nichts zu tun.
Linker Arm – nichts zu tun.
Linke Hand – nichts zu tun.
Rechte Schulter – nichts zu tun.
Rechter Arm – nichts zu tun.
Rechte Hand – nichts zu tun.
Linker Lungenflügel – nichts zu tun.
Rechter Lungenflügel – nichts zu tun. …
Und so ging es eine ganze Weile weiter, bis sie am Unterleib ankamen und die Rose einen winzigen Moment stockte. Nach den ganzen gesunden Gewebearten, wären sie fast vorbei gegangen, aber dieses kleine Zögern machte Darna wieder voll aufmerksam und sie wies die Rose an, tiefer zu suchen und sie wurden fündig. Der Fluch hatte sich wirklich gut versteckt und im Nachhinein betrachtete, könnte man sagen: War ja klar. Jetzt konnte Darna vielleicht verstehen, warum es Rosa so gut ging, denn im eigentlichen Sinne, hatte Morgerias Hauch nicht sie, sondern das schwächste in ihr, ihr ungeborenes Kind befallen. Ein Kind, so winzig, dass sein Herz noch nie geschlagen hatte, das aber jetzt komplett schwarz und tot in ihrem Leib ruhte. Hier gab es nichts mehr zu retten. Der kleine, verkümmerte Wurm würde bald von selbst abgehen, aber der Hauch musste noch beseitigt werden. Die Rose tat ihr Werk und die schwarzen Schatten lösten sich auf und zerrannen, doch tot blieb tot.

Als Darna die Augen wieder aufschlug, hatte die Seelenrose einen weiteren Kern verloren und Leon sah sie fragend an. Rosa lächelte und hatte große geweitete Augen. Sie sah Darna an und meinte:
„Das hat sich toll angefühlt, ganz warm und ...und... Es war unbeschreiblich! Und ich bin jetzt wieder ganz gesund? Ich kann meinen Pet heiraten? Wir werden nicht sterben?“
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Freitag 12. August 2016, 00:14

"Danke, aber ich bleibe." Ein bisschen war sie erleichtert, und ein bisschen blieb sie angespannt, eben weil sie nicht wollte, dass er sich weiter überforderte. Aber das rückte ohnehin alles schnell in den Hintergrund. Die Knappin konzentrierte sich auf die Behandlung, so gut sie es noch vermochte. Der feste Blütenkopf fühlte sich gut an ihn ihrer Hand und langsam bekam sie eine gewisse Routine, so dass der Übergang sie nicht mehr so überraschte. Sie ließ sich von der Magie der Seelenrose einfangen und schloss die Augen.
Sie ließ sich auf die Rückmeldungen der Rose ein und war dankbar für das zügige Vorgehen. Wo also versteckte sich der Herd dieser verflixten Seuche?
Hier nichts. Da nichts. Da auch nichts...
Sie sog unwillkürlich tiefer die Luft ein, als sie endlich doch etwas fand und im Bereich des Unterleibes näher nachforschen musste. Der Fluch hatte sich wirklich gut versteckt und im Nachhinein betrachtete, könnte man sagen: War ja klar.
Als sie begriff, was los war, entfuhr ihr ein lautloses Ächzen. Ein Kind, so winzig, dass sein Herz noch nie geschlagen hatte, das aber jetzt komplett schwarz und tot in ihrem Leib ruhte.

Warum? Warum, verdammt? Natürlich hatte sie die Krankheit bisher als nichts anderes als als einen Feind erlebt, aber jetzt begann sie diese Seuche leidenschaftlich zu hassen und zu verachten. Das da war vollkommen unschuldig gewesen!
Unschuldig? Rosa und Pet hätten das nicht tun dürfen. Sie sind doch noch nicht verheirate..
Aber da kann das KIND doch nichts für!

Ein tiefes Durchatmen. Ihre Kiefer pressten sich zusammen. Es galt, den Hauch zu beseitigen und die Rose tat ihr Werk, aber hätte Darna eben dies tun können, sie hätte die Seuche am liebsten mit einem gewaltigen Tritt in den Hintern nach draußen befördert! Nach draußen geprügelt!
Verschwinde! Und komm nie wieder!
Doch tot blieb tot. Ihre Augen hätten sich ein weiteres Mal mit Tränen füllen mögen, doch das war in dieser kurzen Zeit, die sie hier waren, nun schon zu oft passiert, sie blieben trocken, eine gewisse emotionale Ausgebranntheit blieb. Der kleine, verkümmerte Wurm würde bald von selbst abgehen, und Darna versuchte sicher zu stellen, dass alles weitere von Rosa unbeeinträchtigt blieb - dass sie weitere Kinder würde kriegen können.
Wenn sie Glück hat, merkt sie davon nicht einmal etwas.
Angst schlich sich ein: Weiß sie es schon...?
Darna hatte keinerlei Ahnung von den näheren Vorgängen, was Empfängnis und Geburt betraf, dafür war sie zu sittsam erzogen und hielt sich ja auch noch zu allem Überfluss an sämtliche Verbote, die Erwachsene und Vorgesetzte zu dem Thema aufstellen konnten. Mehr als einmal hatte sie das auch schon in peinliche Situationen gebracht, aber darum ging es hier im Moment ja nicht.
Das hier war zu klein gewesen, als dass Rosa es schon hätte merken können, nicht? Sie hoffte es...

Als Darna die Augen wieder aufschlug, hatte die Seelenrose einen weiteren Kern verloren und Leon sah sie fragend an. Die Knappin war entsetzlich blass, wobei sich nicht sagen ließ, ob das nun an der Erschöpfung lag oder an etwas anderem. Aber Darnas Miene, ihren Blick, begann er so langsam zu kennen... und der bedeutete, dass sie irgend einen metaphorischen Schlag in die Magengrube mal wieder hinnahm und still leidend betäubte, 'schluckte', ohne einen Ton nach außen dringen zu lassen.
Rosa lächelte und hatte große geweitete Augen. Sie sah Darna an und meinte:
„Das hat sich toll angefühlt, ganz warm und ...und... Es war unbeschreiblich! Und ich bin jetzt wieder ganz gesund? Ich kann meinen Pet heiraten? Wir werden nicht sterben?“

"Ihr werdet nicht sterben, nein", wiederholte sie bestätigend, hölzern in der Stimme. Dem 'ganz gesund' wich sie bewusst aus und starrte Rosa einen Moment mit glasigem Blick nur in die Augen, bis sie ihre erschöpft einmal länger schloss. "Ich bin entsetzlich müde, verzeiht", meinte sie mit gesenktem Blick und erhob sich mühsam, "Fasst bitte NICHTS an, was ihr beide während der Krankheit irgendwann berührt habt. Legt die Kleidung ab, verbrennt sie, tragt notfalls welche von den Laken, die wir mitgebracht haben, in den Satteltaschen sind genug. Bringt sauberes Tuch zwischen euch und alles, was die Krankheit tragen könnte und verbrennt es. Wascht euch gründlich mit dem Rum ab! Wir haben ja schon darüber gesprochen. Nichts darf übrig bleiben, BITTE." Sie spulte die Anweisungen gutteils monoton herunter und entfernte sich trägen Schrittes mitsamt der Seelenrose während der letzten Worte bereits, in Richtung der Pferde.
Eines der Laken gedachte sie selber zu nehmen, es im Schatten des Kleppers einfach auf dem Boden auszubreiten und dann endlich zu schlafen!

"Wie halten Heiler das aus?!", ächzte sie leise, als sie sich außer Hörweite wähnte, allerdings kaum noch etwas in ihrer Umgebung wirklich wachsam registrierte. Sie schloß die Augen und setzte einen weiteren Schritt. Vielleicht ist das die gerechte Strafe dafür, dass sie beide vor der Ehe...
Nein!
Es sind nur Bauersleute!

Lysanthors Gesetze mochten für alle gelten, doch selbst Darna war klar, dass an die Menschen unterschiedlich hohe Anforderungen gestellt wurden und gestellt werden durften: ein Ritter beispielsweise hatte sich schließlich wirklich darum zu bemühen, einem Fischer oder Bauern hingegen wurde manches verziehen. Und es kam ja nicht von ungefähr, dass es hieß: 'so leicht zu haben wie ein Bauernmädchen'...
Sie presste die Lippen zusammen, als sie wieder das Bild dieses kleinen, schwarzen toten Würmchens vor Augen hatte. Götter, wie wünschte sie es sich, einfach endlich einen klaren Feind in dieser Welt vor ihrer Klinge zu haben, dem sie zum Schutze ihrer Landsleute ohne schlechtes Gewissen den Stahl in den Wanst treiben durfte!
Und gleichzeitig fühlte sie sich noch nie so schäbig, das Kriegerhandwerk gelernt zu haben wie in diesen wenigen Tagen; sie waren hier, um schlimmste Wunden zu heilen, aber sie schien zu nichts weiter ausgebildet, um Wunden zu schlagen...
Nütze ich hier überhaupt irgend jemandem? Sie war zu müde, um die Absurdität dieser Frage selber begreifen zu wollen und sah auf die Pflanze vor sich in ihren Händen.
Muss ich wohl...
Mit einem stillen Seufzen presste sie die Rose einen Moment wie ein tröstendes Kuscheltier fest an sich.

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Sonntag 14. August 2016, 14:55

"Ihr werdet nicht sterben, nein"
, wiederholte sie bestätigend, hölzern in der Stimme.
"Ich bin entsetzlich müde, verzeiht"
, meinte sie mit gesenktem Blick und erhob sich mühsam.
"Fasst bitte NICHTS an, was ihr beide während der Krankheit irgendwann berührt habt. Legt die Kleidung ab, verbrennt sie, tragt notfalls welche von den Laken, die wir mitgebracht haben, in den Satteltaschen sind genug. Bringt sauberes Tuch zwischen euch und alles, was die Krankheit tragen könnte und verbrennt es. Wascht euch gründlich mit dem Rum ab! Wir haben ja schon darüber gesprochen. Nichts darf übrig bleiben, BITTE."
Darna spulte die Anweisungen monoton herunter und entfernte sich mitsamt der Seelenrose in Richtung der Pferde. Eines der Laken gedachte sie selber zu nehmen, es im Schatten des Kleppers einfach auf dem Boden auszubreiten und dann endlich zu schlafen!
"Wie halten Heiler das aus?!"
, ächzte sie leise, als sie sich außer Hörweite wähnte, allerdings kaum noch etwas in ihrer Umgebung wirklich wachsam registrierte. Sie schloss die Augen und setzte einen weiteren Schritt, während ihre Gedanken noch um die Auslegung von Lysanthors geboten und um seine Gesetze kreisten. Sie war in dem Glauben erzogen worden, dass der Stand eines Menschen auch unterschiedliche Rechte und Pflichten mit sich brachte und ein Bauernmädchen, nun... hieß es nicht: 'so leicht zu haben wie ein Bauernmädchen'... Unbewusst richtete sich schon und fällte ein Urteil über das junge Paar und vielleicht, ja vielleicht hatte Rosa den Verlust ihres Kindes ja selbst zu verantworten? Die heilige Inquisition wüsste da ganz sicher eine Menge zu zu sagen! Vielleicht war die Krankheit ja auch die Strafe Lysanthors für ihre Unzucht? ...und doch... In jenem Moment, als sie das schwarze Würmchen gesehen hatte, hatte sie nicht anderes als Trauer darüber empfinden können. Es war nicht richtig und Florencias Seegen, die Seelenrose, die wunderbare Magie, die in ihre Hände gelegt worden war, war der gleichen Meinung, sofern man den Empfindungen einer Pflanze folgen konnte. Es war nicht richtig, dass der Hauch diesem Kind das Leben genommen hatte, aber Tot war tot und der Gevatter musste diese winzige Seele schon lange vor ihrem Eintreffen hier mit sich genommen haben.
Darna presste die Lippen zusammen, das Bild dieses kleinen, schwarzen toten Würmchens wollte sie nicht so recht verlassen. Wie sehr wünschte sie sich, einfach endlich einen klaren Feind in dieser Welt vor ihrer Klinge zu haben, dem sie zum Schutze ihrer Landsleute ohne schlechtes Gewissen den Stahl in den Wanst treiben durfte! Und gleichzeitig fühlte sie sich noch nie so schäbig, das Kriegshandwerk gelernt zu haben wie in diesen wenigen Tagen; sie waren hier, um schlimmste Wunden zu heilen, aber sie schien zu nichts weiter ausgebildet, um Wunden zu schlagen.
Nütze ich hier überhaupt irgend jemandem?
Sie war zu müde, um die Absurdität dieser Frage selber begreifen zu wollen und sah auf die Pflanze vor sich in ihren Händen.
Muss ich wohl...
Mit einem stillen Seufzen presste sie den Topf der Rose einen Moment wie ein tröstendes Kuscheltier fest an sich. Ihr fielen einfach die Augen zu und sie konnte nichts dagegen unternehmen. Sie merkte nur noch kurz eine Berührung und etwas legte sich über sie. Wärme begann sie einzulullen und der Schlaf kam schnell und tief.
„Schlaf... tapfere Freundin... schlaf... wunderbare, tapfere Darna...“

Träume waren etwas, dass den bewussten Geist mit dem Unterbewusstsein verband. Ereignisse im Einen wurden in das Andere transportiert und manchmal war es auch anders herum, weshalb es auch nicht verwunderlich war, dass Darna wild träumte. Anfangs waren es nur Bilderfetzen aus Erinnerungen der jüngst vergangenen Erlebnisse die sich wahllos aneinander fügten und durcheinander gerieten, doch dann wurden sie langsam plastischer. Es mischten sich frei erfundene Vorstellungen von Darna unter die Erinnerungen. Da waren Pet, Harry und Rosa wie sie feierten und ein dunkler Schatten kreiste wie ein schwarzer Rabe über der kleinen Hütte. Sie wollte sie warnen, doch sie konnte sie nicht erreichen. Sie wollte schreien, aber kein Ton kam aus ihrer Kehle und die Feiernden öffneten arglos die Tür. Das Haus zerfiel zu Asche, als die Krallen des Raben den Boden berührten und zurück blieb nur ein kleiner, blutender Wurm der sich in der Asche wand.
Dann war da plötzlich Leons Gesicht, dass mit bewegten Lippen tonlos auf sie einredete, während ihre Hände versuchten rote Farbe von ihren Fingern zu waschen. Sie sah in sein Gesicht und flackerndes Licht fiel in seine silbern funkelnde Augen, die sie so freundlich anblickten. Doch dann änderten sich die Perspektive und sie sah sich von oben. Hinter ihr brannte ein Scheiterhaufen, viel größer als in ihrer Erinnerung und er brannte heiß! Funken flogen gen Himmel und prasselten vom Wind getragen auf ihren Rücken. Sie verdichteten sich zu einer flammenden Hand, die sich nach ihr ausstreckte und sie sah einen dunklen Umriss in den Flammen des Scheiterhaufens.
**DU GEHÖRST MIR!**
Der Traum erbebte und Darna verlor das Gleichgewicht. Sie fiel nach vorne, in Leons Arme.
Seine Wärme war wohltuend und etwas in seinem Blick zog sie an, zog ihn an, sich ihr mit seinen Lippen zu nähern.
**ER WIRD DICH NICHT RETTEN!**
Leon stieß sie weg und verwandelte sich in Gernot der sie auslachte. Seine Gestalt teilte sich und Leon und Gernot standen vor ihr. Der eine hielt ihr die Hand entgegen, der andere lachte und hielt sich den Bauch. Sie hörte Leon irgendetwas sagen, doch es ging in Gernots Lachen unter, dass sich beißend in ihren Kopf fraß.
**SIE SIND NICHT WICHTIG!**
Der Schatten hinter ihr trat aus dem Feuer und nahm die Flammen mit sich, wie ein Mantel, der ihn einhüllte. Darna sah, wie ihr Körper in sich zusammen sackte. Die Flammengestalt stand über ihr und sah auf sie herab. Die Umgebungsvariablen änderten sich. Sie sah sich schlafend an einem kleinen Lagerfeuer liegen, aber die Umwelt verlor an Schärfe, an Farbe, an Realität. Es war als zerfiele sie wie alte Farbe, die zu alt von einem morschen Zaun bröckelte nur viel zu schnell. Nur die Gestalt war bei ihr geblieben. Das Bild bekam Risse und durch die Risse hindurch sah sie etwas unglaublich dunkles auf sich zu kommen. Es kroch versteckt hinter den Hügeln auf sie zu. Die Spalten wurden größer und die Finsternis dahinter wuchs zu einem Wirbelsturm aus Asche heran, während das Bild noch die kleine Gestalt zeigte, die sich anschlich. Ihr flammender Bewacher drehte sich langsam zu dem Bild um und ein sonores Grollen lag in seiner Stimme. Es war eine Warnung, aber sie galt nicht Darna. Sie galt dem Hauch Morgerias, der sich näherte. Die
Aschewolke wurde langsamer, kroch regelrecht durch die Spalten des Bildes und zwei längliche Tentakeln wollten nach ihr greifen, griffen nach ihr und nahmen ihr etwas aus den Armen. Die Asche, die dabei auf ihre Arme rieselte, brannte ebenfalls ein wenig und kostete ihren Schmerz. Anscheinend gefiel ihr was sie da schmeckte und leckte ihr über über die Wange, dort wo ihre Narben wieder aufgebrochen waren. Hinter ihr erklang das Grollen und die Flammenhand schlug aus.
**NEIN!**
Die Asche zuckte zurück und trollte sich zurück in die Spalten hinter dem Bildnis.
**DU BIST WICHTIG!**
Seine flammende Hand berührte ihr linke Schulter und der Schmerz schoss ihn ihre Nervenbahnen. Die Aschereste des Hauchs lösten sich sofort auf.
**UND ICH TEILE NICHT! - DARNA! - WACH AUF!**

Darna riss die Augen auf.
Alles schien an Farbe verloren zu haben und wirkte eigentümlich grau. Sie drehte den Kopf und ein kleines Lagerfeuer, dass fleißig vor sich hin rauchte, schien leuchtend orange in ihr Gesicht. Es war ruhig um sie herum hatte die Dämmerung eingesetzt. Unweit von ihr lag Leon und schlief. Er war im sitzen eingenickt und lehnte schief an einem Pfosten. Ihr Blick heftete sich einen Moment an sein Gesicht, dass im Schlaf einige Jahre jünger wirkte. Sie sah sich weiter um und erspähte Rosa und Pet, die fest ineinander verschlungen ebenfalls am Feuer lagen und fest schliefen. Als Darna sich aufsetzen wollte, kam das schmerzhafte Brennen ihrer linken Schulter mit einem Schlag zurück. Es fühlte sich an, als hätte sie sich die Schulter verbannt und der Stoff würde an der Haut kleben, aber etwas anderes hatte da bereits schon ihre Aufmerksamkeit geweckt.

Die Rose!

Sie war weg!

Instinktiv sprang sie auf, das Brennen war vergessen und sah sich mit weit aufgerissenen Augen um. Es war Dämmerung! Die Seelenrose brauchte jetzt bald ihre Dosis Sonnenlicht von Leon, sonst würde sie eingehen! Aber wo war sie? Dana kreiselte um die eigene Achse und machte dabei die Pferde etwas nervös. Sie schnaubten, aber war es Darna die sie tänzeln ließen? Das Zwielicht hatte sich schon in die Senke von Pet's Hütte gelegt, aber die obere Kamm der Felder lag noch im späten Licht des Tages, als Darna eine kleine Bewegung aus dem Augenwinkel hinter den Pferden wahr nahm, wo auch ihre Waffen waren. Dort stahl sich jemand geduckt davon. Sie hatte es deutlich gesehen und das Adrenalin machte sie schlagartig wach. Die Silhouette des Hügels lag scharf abgezeichnet vor dem dunkler werdenden Himmel. Zwischen den beiden Feldsteinen, dort wo eben noch keine Lücke gewesen war, war jetzt eine und was oder wer dort auch immer gewesen war, es war klein und schnell.
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Sonntag 14. August 2016, 23:12

Die Rose!

DIE ROSE!

Instinktiv sprang sie auf, das Brennen war vergessen, die Wirren des Traumes verblassten fast so schnell wie ihre Schläfrigkeit und sie sah sich mit weit aufgerissenen Augen um. Es war Dämmerung! Die Seelenrose brauchte jetzt bald ihre Dosis Sonnenlicht von Leon, sonst würde sie eingehen! Aber wo war sie? Darna kreiselte um die eigene Achse und machte dabei die Pferde etwas nervös. Sie schnaubten, aber war es Darna die sie tänzeln ließen? Das Zwielicht hatte sich schon in die Senke von Pet's Hütte gelegt, aber die obere Kamm der Felder lag noch im späten Licht des Tages, als Darna eine kleine Bewegung aus dem Augenwinkel hinter den Pferden wahr nahm, wo auch ihre Waffen waren. Dort stahl sich jemand geduckt davon. Sie hatte es deutlich gesehen und das Adrenalin machte sie schlagartig wach. Die Silhouette des Hügels lag scharf abgezeichnet vor dem dunkler werdenden Himmel. Zwischen den beiden Feldsteinen, dort wo eben noch keine Lücke gewesen war, war jetzt eine und was oder wer dort auch immer gewesen war, es war klein und schnell.
Darna dachte nicht nach. Das war eingeprügeltes Training, was ihre Muskeln steuerte und sie als allererstes 'ihre Kameraden' wecken und warnen ließ, statt sich völlig dämlich alleine weglocken zu lassen: im Inbegriff, zu ihrer Stute Semmel zu laufen, stupfte (es war kurz vor einem beiläufigen Zutreten) sie mit dem flachen Fuss unsanft Leons Bein an, um ihn zu wecken, während sie ihm auch schon nur minimal gedämpft, um die Pferde nicht völlig zu verschrecken, die nötigsten Informationen um die Ohren haute:

"L E O N!
Ein DIEB!

Die ROSE!"

Sie hatte noch nicht ausgesprochen, da rannte sie bereits. Das Adrenalin schien ihr eiskalt durch die Adern zu laufen - oder war es die Angst, dass da vorne zwischen den Steinen die Hoffnung auf ihrer aller Leben verschwand? Sie DURFTE die Rose nicht verlieren!
Ihre Absicht war, sich ohne großes Federlesen auf den Rücken ihrer Stute zu schwingen - ob gesattelt oder nicht, spielte notfalls keine Rolle - dem Dieb unverzüglich nachzusetzen, und Darnas Kräfte dabei vielleicht für einen entscheidenden Sprint zu schonen. Semmel mochte nicht die Schnellste mehr sein, aber sie war das schnellste der drei Pferde, die sie zur Verfügung hatten. Für einen kurzen Galopp, um zum Dieb aufzuholen, sollte es hoffentlich noch reichen. Sie 'lauschte' kurz auf ihre linke Schulter, die sich einfach nicht wie gewohnt anfühlte, sondern irgend etwas zu haben schien; sie war doch in der Lage, sich auf den Pferderücken zu ziehen und zu reiten? Sonst musste sie auf ihre eigenen Beine vertrauen. Aber beim Pferd war ja auch ihr Rapier...
Flüchtig zog sie noch auf ihrem Weg in Betracht, dass der Dieb genau jenes mitgenommen haben könnte und suchte in Gedanken nach einem Ansatz für eine Alternative - und wenn es der Stiel eines Klappspatens aus der Satteltasche wäre! Oder irgend etwas, um sich zu schützen.
Er kann kaum lange schnell laufen. Der Eimer, der Topf ist zu sperrig.
'Er'? Noch von den verblassenden Eindrücken des Traumes vage beeinflusst, lautete ihre erste blinde Vermutung, dass das der Junge gewesen war!
Was er hier noch machte?
Warum er die Pflanze stahl?
Wie sie überhaupt darauf kam?
Es war einer der selten scheinenden Momente, in denen sie tatsächlich mal nicht viel nachdachte, sondern handelte!
HINTERHER!

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Montag 15. August 2016, 09:27

Ein kurzer Tritt.
"L E O N!
Ein DIEB!
Die ROSE!"

und schon war Darna drauf und dran unverzüglich dem Dieb nachzusetzen.
Sie entschied sich für die flinke Semmel um die Verfolgung aufzunehmen. Für einen kurzen Galopp, um zum Dieb aufzuholen, sollte es hoffentlich noch reichen, aber sie musste die Zügel lösen - Wichtige Sekunden - Beim Pferd war ja auch ihr Rapier...
Es war einer der selten scheinenden Momente, in denen sie tatsächlich mal nicht viel nachdachte, sondern handelte!
Darna sprintete zu den Pferden – kein Sattel, keine Taschen – Wo? - Ihr Augen fanden alles etwas abseits und sie griff ihren Waffengürtel, löste die Zügel und schwang sich auf Semmels Rücken. Das Pferd schnaubte unruhig und spürte Darnas Eile. Sie druckte ihre Schenkel an den Bauch des Pferdes und Semmel wieherte einmal, bevor sie folgsam in einen gestreckten Sprung den kleinen Hang hinauf über ging. Irgendwo rief jemand Darnas Namen. Es klang wie Leon, aber die Knappin hatte den Kamm schon erreicht und fokussierte sich auf die Verfolgung des Diebs. Vor ihr lag ein Feld und die letzten Sonnenstrahlen färbten die Spitzen der Gräser rot wie Blut. Da – Eine Bewegung verebbte zwischen den hohen Gewächsen. Er versuchte sich zu verstecken, aber sie hatte ihn gerade noch gesehen. Er war weit gekommen – zu weit! - Die Hälfte des Feldes lag schon zwischen ihr und einem kleinen Dickicht. Ihr Unterbewusstsein registrierte einen merkwürdigen Geruch, aber ihr Bewusstsein trieb sie zur Eile.
HINTERHER!
Semmels trug sie schnell durch das Feld und die Gräser peitschten Darnas Beine. Der Fluchtweg war gut gewählt, aber Darna hatte eine erhöhte Position, was ihr einen Vorteil verschaffte. Sie preschten drauf los und mitten im Feld bewegte es sich wieder. Der Dieb versuchte noch das Dickicht zu erreichen, aber Darna konnte ihm den Weg abschneiden. Sie drängte seine Flucht in seine andere Richtung. Kurz vor dem Dickicht war eine freiere Stelle und Darna steuerte ihn drauf zu. Dann sah sie ihn.
Es war ein kleiner Junge, der aus seiner Deckung brach. Dunkelbraune Kleidung und eine kupferfarbene Maske vor dem Gesicht. Er begriff anscheinend gerade, dass er ihr so nicht entkommen konnte und ließ sich in den Dreck fallen.
„BIIITTE!! Bitteee tu mir niiichts!“
Seine Stimme war seltsam rau und etwas zu tief für sein Alter. Er klang, als sei er schwer erkältet und die Silben überschlugen sich schrill. Er hatte abwehrend und ängstlich die Hände erhoben. Die eine steckte in einem Handschuh und die andere... verbarg er schnell an seinem Körper. Eine sich selbst schützende Geste, wie als würde er Schläge erwarten und seinen Bauch schützen wollen. Er trug eine Mütze und einen Schal. Seine Jacke war löchrig und die Hosen auch. Er hatte anscheinend einen Schuh verloren und sich mit einem Stoffstreifen Pflanzenfasern unter den Fuß gebunden. Dass er damit so schnell laufen konnte, war schon erstaunlich und etwas in Darnas Nacken warnte sie leise.
**Falle!**

Aber wo war die Rose?

Er hatte sie nicht bei sich!
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Montag 15. August 2016, 22:02

Die Taschen waren nicht am zuletzt registrierten Ort. Hatte der Dieb sie durchwühlt? Aber das Pferd war ja auch abgesattelt, was bedeutete... Die Gedanken, die nicht weiter führten, wurden rigoros beiseite geschoben. Sie hatte keine Zeit, sich um merkwürdige Gerüche zu kümmern, auch wenn die Wahrnehmung unterbewusst irgendwo kurz festgehalten wurde.
Verflixt noch eins, war der schnell!
Aber die Wahl, das Pferd zu nutzen, schien sich doch als goldrichtig zu erweisen - allein schon für die bessere Übersicht war sie überaus dankbar. Und ohne Semmel hätte sie ihm vermutlich auch nicht den Weg abschneiden können, hätte ihn im Dickicht womöglich verloren...
Es war ein kleiner Junge, der aus seiner Deckung brach. Dunkelbraune Kleidung und eine kupferfarbene Maske vor dem Gesicht. Er begriff anscheinend gerade, dass er ihr so nicht entkommen konnte und ließ sich in den Dreck fallen.
„BIIITTE!! Bitteee tu mir niiichts!“
Seine Stimme war seltsam rau und etwas zu tief für sein Alter. Er klang, als sei er schwer erkältet und die Silben überschlugen sich schrill. Er hatte abwehrend und ängstlich die Hände erhoben. Die eine steckte in einem Handschuh und die andere... verbarg er schnell an seinem Körper.

Auch wenn es nur eine instinktive Abwehrgeste sein mochte, ihre Augen verengten sich sofort argwöhnisch; sie hatte genügend Übungen mit den von Meister Roderich angeheuerten Straßenjungen mitgemacht, um von einer handvoll Dreck, die nach ihr geschmissen werden sollte, bis zu einem versteckten kleinen Dolch hier alles zu erwarten - und angesichts der Tatsache, dass ihr zuvor nur vager Verdacht sich offenbar bewahrheitete, erwartete sie eigentlich noch sehr viel schlimmere Dinge!
Etwas in ihrem Nacken warnte sie leise: **Falle!**
Da waren sie beide gerade ganz einer Meinung, und die Knappin zwang sich, den Tunnelblick der Verfolgungsjagd schnell auch wieder zu verlassen und in huschenden Blicken mehr von ihrer Umgebung aufzunehmen. Sie war jetzt nicht etwa geradewegs in einen Hinterhalt rein geritten und in dem Dickicht oder den hohen Gräsern lauerte seine Verstärkung?! Und wo blieb ihre? Merkwürdiger Geruch; hatte sie etwas Wichtiges übersehen?

Wo war die Rose?!

Es erklärte, warum er so schnell hatte laufen können, aber was, zum Kuckuck, hatte der Bengel getan? Sie ließ die Stute keine Sekunde still stehen, sondern ließ das Pferd ruhig nervös tänzeln, um selber keine berechenbare Angriffsfläche zu bieten und keinen planbaren Fluchtweg in eine ungewünschte Richtung zu ermöglichen. Semmel durfte ihr nur nicht durchgehen. Immerhin hatte die Stute heute morgen (Himmel, war das alles erst so kurz her?) ihre neue Reiterin ja schon als umtriebige Person ein bisschen kennengelernt.
Darnas Körper war in der Erwartung eines Angriffes oder sonstigen List aufs Höchste gespannt, selbst darauf eingestellt, sich plötzlich Deckung suchend vom Pferd fallen lassen zu müssen.

Ein abgerissener Junge... nur, dass sie dem Anschein von Harmlosigkeit nicht einen Fingerbreit weit traute. Dieses Etwas vor ihr mochte inzwischen noch weniger von einem Jungen in sich tragen, als von dem Landarbeiter Pet auf dem Höhepunkt der Krankheit noch übrig gewesen war. Dieses letzte Fünkchen Hoffnung um das Kind war aber alles, was sie objektiv betrachtet daran hinderte, ihr Gegenüber nicht auf der Stelle töten zu wollen. Die Rose konnte nicht weit weg sein, und diese Gestalt vor ihr durfte auf GAR KEINEN FALL frei weiter herum laufen oder gar entkommen!! Ihre wenigen Gedanken überschlugen sich mal wieder, während die Zeit ihr selber länger vorkam, als sie eigentlich war. Von außen betrachtet hatte die Knappin den Dieb gerade eingeholt, das Pferd tänzelte vor ihm auf und ab, die junge Frau legte angespannt die Hand an den Waffengriff und sicherte mit zwei, drei huschenden Blicken die Umgebung, während sie den Burschen nicht wirklich aus den Augen ließ.
Er hatte die Rose versteckt und hätte sie später mitnehmen wollen? Wozu? Wenn DAS die Krankheit ist, hat er gar kein Interesse daran. Sondern daran, dass wir nicht weiter heilen!
Er hatte sie...
einfach zerstört?

Ein kalter Klumpen fiel ihr in die Eingeweide. Die Kerne mitgenommen?, spekulierte sie mit einem fixierenden Blick auf die Hand am Bauch des Jungen, aber bereits das war schon ein irrwitziger Gedanke ins Blaue hinein - was aber passierte, war, dass sich direkt dem kalten Angstklumpen folgend eine unglaubliche Wut in ihr sammelte.

"GANZ LANGSAM! AUFSTEHEN!
Hände über den Kopf! und langsam öffnen!
KEINE falsche Bewegung, oder du lernst, wie viel dieses Pferd wiegt!"

Sie machte ihrer ganzen schlechten Laune mit den unfreundlichst knapp gebellten Worten Luft. Er hatte in der Allgemeinsprache gesprochen... eigentlich hätte er Garmisch verstehen und von ihr auch erwarten müssen, was ihren Argwohn nur verstärkte, dass sie es hier 'bloß' noch mit einer gefählichen Entität in einem trügerischen Gewand zu tun hatte.
Dass sie die gute Semmel tatsächlich dazu bekäme, einen Menschen niederzureiten, hätte sie selber eher bezweifelt - das Pferd war schließlich eher ein Fall für den Abdecker als ein ausgebildetes Schlachtross. Aber selbst unausgebildet konnte ein gegen ihn gelenktes Pferd höchst unangenehm werden, auch ungezielte 'Pferdeküsse', die man abbekam, taten weh und ihren eigentlichen Plan im Falle eines nötigen Angriffs, ihn selber direkt anzugehen, notfalls vom Pferd zuvor abspringend, musste sie ihm schließlich nicht erörtern; in Konfrontationen waren Finten erlaubt!

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 17. August 2016, 09:15

Hatte er die Rose einfach zerstört? Ein kalter Klumpen fiel ihr in die Eingeweide.
Die Kerne mitgenommen?
, spekulierte sie mit einem fixierenden Blick auf die Hand am Bauch des Jungen. Was aber sicher war, egal was er getan hatte, und sollte es die Rose überlebt haben, so würde sie es nicht mehr lange, sobald die Sonne unter gegangen wäre.
"GANZ LANGSAM! AUFSTEHEN!
Hände über den Kopf! und langsam öffnen!
KEINE falsche Bewegung, oder du lernst, wie viel dieses Pferd wiegt!"

Sie machte ihrer ganzen schlechten Laune mit den unfreundlichst knapp gebellten Worten Luft. Er hatte in der Allgemeinsprache gesprochen... eigentlich hätte er Garmisch verstehen und von ihr auch erwarten müssen, was ihren Argwohn nur verstärkte, dass sie es hier 'bloß' noch mit einer gefählichen Entität in einem trügerischen Gewand zu tun hatte.
Dass sie die gute Semmel tatsächlich dazu bekäme, einen Menschen niederzureiten, hätte sie selber eher bezweifelt - das Pferd war schließlich eher ein Fall für den Abdecker als ein ausgebildetes Schlachtross. Was aber Semmel unbewusst tat und damit sogar ihren Bluff unterstützte, war das wilde Blähen der Nüstern und das Scharren mit den Hufen, was ohnehin schon schwer unter Kontrolle zu halten war. Semmel wollte nicht noch näher an den Jungen heran, so viel war klar! Sie riss immer wieder ruckartig den Kopf hoch, was sie tatsächlich etwas gefährlich aussehen ließ und der Junge wimmerte erschrocken. Er war aufgesprungen und stolperte nach hinten und setzte sich dabei abermals auf seinen Hosenboden. Die Arme waren brav hoch gerissen und über dem Kopf ineinander verschränkt. Er hatte nichts in seinen Händen, aber irgendwas stimmte trotzdem an der ganzen Situation nicht.
"BITTE! Nicht schlagen! Ich bin brav! Bitte nicht weh tun!"
Er wand sich und versuchte wieder auf die Beine zu kommen, ohne die Hände herunter zu nehmen, was ihm nicht so gut gelang.
"Bitte nicht weh tun!"
, wiedrholte er immer wieder. Darna wagte einen kurzen Blick in Richtung des Lagers, wo gerade am anderen Ende des Felds sie Leons Siluette am Kamm des Hügels auftauchte. Er musste sie gesehen haben, denn er steuerte sein Pferd in ihre Richtung. Bald wäre Hilfe da.
"Bitte nicht weh tun! Ihr... Ihr habt den Mann geheilt! Ich hab es gesehen! Ich ... Ich brauche die Pflanze doch auch...für mich. Bitte, ich wollte doch nur... Ich wollte sie nicht stehlen, aber ich brauche sie doch. Bitte bestraft mich nicht! Ich kann doch nichts dafür! Ihr dürft mir nich weh tun!... - ...Oder seid ihr aus Grandessa???"
Seine Augen weiteten sich und etwas funkelte hinter der kupfernen Maske.
"Seid ihr Spione?! Habt ihr meinen Vater getötet?"
Plötzlich schien es ihm egal zu sein, ob er nieder getrampelt werden könnte. Er nahm die Hände runter und richtete sich auf. Mit der einen Hand stimmte irgendetwas wirklich nicht, aber das würde Darna erst erkennen, wenn er näher drann war. Seine Stimme krächzte, als hätte er Tagelang geschriehen und überschlug sich wieder, dieses Mal aber vor Hass.
"Ihr habt meine Familie auf dem Gewissen! Ihr habt sie alle getötet! Ihr seid schuld daran, dass ich alleine bin! Ich muss euch bestrafen! Ich muss alle bestrafen!"
Tapfer machte er einen Schritt auf das Pferd zu und Semmel stieg. Darna hatte es kommen sehen und ließ sich nach hinten rutschen um nicht unkontrolliert abgeworfen zu werden. Mit irrem Wiehern rollte Semmel beiseite und preschte davon. Darna war ein paar Schritt weiter hinten auf ihren Füßen gelandet und nun allein mit dem Jungen, der sie vom Hass erfüllt anstarrte und nun, da das Pferd weg war erstaunlich zielstrebig auf sie zu kam.
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Mittwoch 17. August 2016, 23:01

Semmel wollte nicht noch näher an den Jungen heran, so viel war klar! Und sie konnte die Gute ja sogar verstehen - sie würde es auch nicht wollen. Aber die Folgsamkeit des Jungen überraschte sie doch ein wenig; sie hatte mit Ausflüchten und Widerstand gerechnet. Er hatte nichts in seinen Händen, aber irgendwas stimmte trotzdem an der ganzen Situation nicht. Aber was, zum Kuckuck?!
"BITTE! Nicht schlagen! Ich bin brav! Bitte nicht weh tun!" Die seltsame Tonlage der Stimme... Stimmbruch? Die Hilflosigkeit und scheinbare Tollpatschigkeit in den Bewegungen des Jungen wirkte auf sie echt und irritierte sie damit ungemein, denn sie erwartete schlimmeres.
Nicht einlullen lassen.

Darna wagte einen kurzen Blick in Richtung des Lagers, wo gerade am anderen Ende des Felds sie Leons Silhouette am Kamm des Hügels auftauchte. Er musste sie gesehen haben, denn er steuerte sein Pferd in ihre Richtung. Bald wäre Hilfe da.
Aber schon jetzt hatte sich dadurch, dass der Bengel die Rose nicht dabei hatte, die Lage leicht geändert, also brüllte sie ein weiteres Mal, den Kopf halb Richtung Leon gewandt, aber den Burschen im Blick behaltend:
"Leooon! Such die Rose!" Sie war sich nicht sicher, ob er sie über die Entfernung hören konnte, aber es war trotz der Distanz freie Fläche... sie wartete trotzdem nur die Sekunde, um mit nochmal huschendem Blick abzuschätzen, ob Leon innehielt, reagierte, sah wieder zum Jungen und wurde nochmal einen Tick lauter und artikulierter:
"ER HAT SIE NICHT! SUCHT DIE ROSE!!"
Mit dem linken Arm machte sie dabei ohne hinzuschauen eine führende Geste, mit dem sie grob den bisherigen Fluchtweg des Jungen über das Feld andeuten wollte - all zu viele Möglichkeiten, wo er sie gelassen haben konnte, gab es nicht, und in dem hohen Gras musste die Schneise, die er zwangsläufig gezogen hätte, doch selbst für den Magus nachzuvollziehen sein?
Ihre Wut richtete sich prompt wieder auf den Jungen... und auf die mühselige Aufgabe, Semmel noch unter Kontrolle zu behalten!

"Bitte nicht weh tun! Ihr... Ihr habt den Mann geheilt! Ich hab es gesehen! Ich ... Ich brauche die Pflanze doch auch...für mich." Da war er.
Der Raub der Seelenrose, weil sie jemand eigensüchtig für sich haben wollte. Sie hatte es erwartet und hatte es trotzdem nicht verhindert, und jetzt das! Ihre Wut steigerte sich um den Faktor, dass sie auch wütend auf sich selbst war. Und auf diesen kleinen, verdammten Dieb, der gerade ganze Städte in Gefahr brachte! "Bitte, ich wollte doch nur... Ich wollte sie nicht stehlen, aber ich brauche sie doch. Bitte bestraft mich nicht! Ich kann doch nichts dafür! Ihr dürft mir nich weh tun!... Ach nein?! Ich zieh dir den Hosenboden stramm! Wäre das nur ein Junge...
...Oder seid ihr aus Grandessa???"
Seine Augen weiteten sich und etwas funkelte hinter der kupfernen Maske.
Darnas Augen verengten sich.
"Seid ihr Spione?! Habt ihr meinen Vater getötet?"
Etwas in ihr glaubte zu verstehen, was hier gerade passierte... weil sie es in Ansätzen ja selber erlebt hatte, wie etwas Fremdes einen beeinflusste, nicht wahr? Und wie die Krankheit Pet übernommen hatte.
Doch, irgendwo da drin war wohl noch der Junge. Für ihn mochte sie in gewissem Rahmen Mitleid haben. Aber es blieb ihr nicht viel Zeit, über diesen neuen Zwiespalt nachzudenken.

Plötzlich schien es ihm egal zu sein, ob er nieder getrampelt werden könnte. Er nahm die Hände runter und richtete sich auf. Mit der einen Hand stimmte irgendetwas wirklich nicht, aber das würde Darna erst erkennen, wenn er näher dran war. Seine Stimme krächzte, als hätte er tagelang geschriehen und überschlug sich wieder, dieses Mal aber vor Hass.
"Ihr habt meine Familie auf dem Gewissen! Ihr habt sie alle getötet! Ihr seid schuld daran, dass ich alleine bin! Ich muss euch bestrafen! Ich muss alle bestrafen!"
Tapfer machte er einen Schritt auf das Pferd zu und Semmel stieg. Darna hatte es kommen sehen und ließ sich nach hinten rutschen um nicht unkontrolliert abgeworfen zu werden. Mit irrem Wiehern rollte Semmel beiseite und preschte davon. Darna war ein paar Schritt weiter hinten auf ihren Füßen gelandet und nun allein mit dem Jungen, der sie vom Hass erfüllt anstarrte und nun, da das Pferd weg war, erstaunlich zielstrebig auf sie zu kam.


Auch Darnas Nasenflügel blähten sich mit jedem Atemzug, und sobald sie sicher stand, zögerte sie nicht, ihr Rapier zu ziehen und die Spitze auf den Jungen zu richten, mit einem kleinen Wirbel der Spitze, der noch zusätzlich ermuntern sollte, stehen zu bleiben. Wie sie sich dabei hinstellte: seitlich gedreht, um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, linken Fuß nach hinten, leicht in die Knie gehend... darüber dachte sie gar nicht mehr nach, aber es waren normalerweise selbst für Nichtkämpfer klare Signale, dass sie die Waffe nicht zum ersten Mal in der Hand hatte. Beim Anspannen des linken Armes schmerzte die Schulter wieder, aber das wurde unter dem Adrenalineinfluss weitgehend ignoriert. Und auch die junge Frau wirkte wirklich sauer. Grandessaner? Sie?!
"Sieht das hier wie eine Axt aus Grandessa aus?!", grollte sie wütend und leidlich laut.
"Ich bin Knappin des Grafen von Jorsa!" - DAS musste, mit allem Stolz dahinter, mal klargestellt werden!

"WARUM sollten wir sonst Jorsaner heilen, he?! DU aber stirbst so oder so, wenn du uns nicht SOFORT die Pflanze zeigst!
- Sie braucht bei Nacht Licht!"
Einen Lidschlag lang haderte sie, ob sie ihm solche Details überhaupt sagen sollte, vor allem in diesem drängenden Tonfall, der die Wahrheit darin erahnen ließ; aber ein Teil von ihr hoffte noch, mit den Aussagen den Jungen hinter dem Einfluss und dem Wahnsinn der Krankheit zu erreichen.
Der andere, weit größere Teil von ihr, erwartete, dass der Junge sie doch tatsächlich in selbstmörderischer Absicht angriff. Nicht berühren lassen!
Ihr Atem ging jetzt schon gerade noch kontrolliert und schwer. Die Zähne waren zusammengepresst und die Lippen leicht zurückgezogen, die Augen schmal, der Blick starr und wütend, die kaum verheilten frisch aufgerissenen Narben im Gesicht zogen unter den angespannten Gesichtsmuskeln, rissen stellenweise, und sie fühlte teils Feuchtigkeit in den Bahnen - Wundwasser oder Blut. Es war egal jetzt. Wie es im Kampf gegen Gernot egal gewesen war.
Ich bring dich um. Wenn wegen dir auch noch die Pflanze stirbt, ich bring dich um...

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 18. August 2016, 19:56

"Leooon! Such die Rose!"
Sie wartete eine Sekunde, bemerkte im Augenwinkel, dass sein Pferd sich quer stellte und wurde nochmal einen Tick lauter und artikulierter:
"ER HAT SIE NICHT! SUCHT DIE ROSE!!"
Mit dem linken Arm machte sie dabei ohne hinzuschauen eine führende Geste, mit dem sie grob den bisherigen Fluchtweg des Jungen über das Feld andeutete. All zu viele Möglichkeiten, wo er sie gelassen haben konnte, gab es nicht, und in dem hohen Gras musste die Schneise, die er zwangsläufig gezogen hätte, doch selbst für den Magus nachzuvollziehen sein! Da jammerte der Junge auch schon los und gestand sein Motiv, den Raub der Seelenrose, weil er sie eigensüchtig für sich haben wollte. Sie hatte es erwartet und hatte es trotzdem nicht verhindert, und jetzt das! Ihre Wut steigerte sich um den Faktor, dass sie auch wütend auf sich selbst war. Und auf diesen kleinen, verdammten Dieb, der gerade ganze Städte in Gefahr brachte und immer weiter jammerte. Wäre das nur ein Junge, sie hätte ihn übers Knie gelegt! Aber plötzlich änderte sich die Stimmung des Knaben und er fing an sie zu beschuldigen. Dann ging er auf sie los.
"Ihr habt meine Familie auf dem Gewissen! Ihr habt sie alle getötet! Ihr seid schuld daran, dass ich alleine bin! Ich muss euch bestrafen! Ich muss alle bestrafen!"
Darnas Nasenflügel blähten sich mit jedem Atemzug, und sobald sie sicher stand, zögerte sie nicht, ihr Rapier zu ziehen und die Spitze auf den Jungen zu richten und auch die junge Frau wirkte wirklich sauer. Sie war kampfbereit.
"Sieht das hier wie eine Axt aus Grandessa aus?!"
, grollte sie wütend und leidlich laut.
"Ich bin Knappin des Grafen von Jorsa!...WARUM sollten wir sonst Jorsaner heilen, he?! DU aber stirbst so oder so, wenn du uns nicht SOFORT die Pflanze zeigst!
- Sie braucht bei Nacht Licht!"


(Stimmungsmusik)

Der Junge zitterte. Hatte er ihr überhaupt zugehört? Er wankte vor Anspannung und ging dennoch weiter auf sie zu.
„Aber... „
Er stolperte fast über seine eigenen Füße. Seine Gedanken schienen ihm die Fähigkeit zu Laufen zu nehmen, so sehr wütete sein innerer Kampf anscheinend. Es wirkte als suchte er unbedingt einen Grund um seinen Fehler zu untermauern, einen Grund für seine Wut.
„Aber ...kein Wa...kein...Wappen...!“
Er riss die Augen weit auf, so dass Darna selbst unter der Maske im fahlen Licht der Dämmerung die ungesunde milchige Farbe seiner Augen sehen konnte.
„Ihr tragt SCHWARZ! Du...“
Alles passierte innerhalb von Sekunden. Darnas Atem ging gerade noch kontrolliert und schwer. Die Zähne waren zusammengepresst und die Lippen leicht zurückgezogen, die Augen schmal, der Blick starr und wütend auf ihr Ziel gerichtet und das war auch gut so. Die Feuchtigkeit auf ihren Wangen fühlte sich falsch wie heiße Tränen an, aber sie bemerkte es nicht einmal.
Ich bring dich um. Wenn wegen dir auch noch die Pflanze stirbt, ich bring dich um...
Der Junge schien ähnliches zu denken, denn sein ganzer Körper bebte und zuckte vor wachsender Anspannung. Dann brach es aus ihm heraus:

„... DU LÜGST! DU BIST EINE ELENDE LÜGNERIN!! ICH HASSE DICH!!!“

Der Kopf des Jungen kippte leicht nach hinten und dann rannte er wie aufgezogen auf sie los. Die Arme knickten ohne jegliche Spannung nach hinten, als wären sie ohne Muskeln. Mit jedem schnellen Schritt schlugen sie unkontrolliert an seinen Körper. Wollte er sie mit seiner blanken Brust angreifen? Seine Bewegungen waren merkwürdig unkoordiniert, aber trotzdem schnell, als triebe eine innere Macht ihn voran.
Ein ekelhaft feuchter Schrei erklang verzerrt gurgelnd unter der Maske hervor und zerriss etwas in Darnas Innern. Bevor sie sich jedoch darüber Gedanken machen konnte, war der Junge auch schon fast heran. Die Dunkelheit der heraufziehenden Nacht schien sich um ihn zu sammeln, aber vielleicht war es auch nur das Adrenalin, was Darnas Blick einengte und auf das wesentliche konzentrierte. Seine Kleidung flatterte wild um seinen dürren Körper und nun riss er doch noch die Arme zu ihrem Gesicht hoch. Ein winziger Spalt in ihrem Bewusstsein registrierte noch den Handschuh und die andere nackte Hand... eine Hand, so furchtbar dürr...
**KÄMPFE!**
Antwortete die tiefe Stimme in ihrem Innern und war nicht nur ein Befehl ihres Unterbewusstseins, nein, sie hatte einen merkwürdig verzweifelten, sogar besorgten Klang, als stünde ihr Leben oder mehr auf dem Spiel!

... dabei war es doch nur … ein Junge.
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Donnerstag 18. August 2016, 22:02

„Aber ...kein Wa...kein...Wappen...!“ Sie merkte gar nicht, wie sie die Luft anhielt. Nein! Das durfte doch nicht wahr sein! Die Tunika, in DEM Feuer verbrannt, weil ER...!
Aber sie hatte keine Zeit für Erklärungen. Er riss die Augen weit auf, so dass Darna selbst unter der Maske im fahlen Licht der Dämmerung die ungesunde milchige Farbe seiner Augen sehen konnte.
„Ihr tragt SCHWARZ! Du...“

Das hau ich ihm um die Ohren!, ging es ihr wutentbrannt und vorwurfsvoll durch den Sinn. Dass sie jetzt überhaupt noch an Eisenfaust denken konnte... Alles passierte innerhalb von Sekunden. Dann brach es aus ihm heraus:

„... DU LÜGST! DU BIST EINE ELENDE LÜGNERIN!! ICH HASSE DICH!!!“


BIN ICH NICHT!
Sie hätte schreien können, aber sie war für einen Moment auch zu entsetzt, in welcher Weise er auf sie zu wankte! Wie eine willenlose Marionette, wie...
ein Untoter. Ein ekelhaft feuchter Schrei erklang verzerrt gurgelnd unter der Maske hervor und zerriss etwas in Darnas Innern. Auch die Lähmung des Schreckens fiel von ihr ab, aber Angst blieb. Die Dunkelheit der heraufziehenden Nacht schien sich um ihn zu sammeln, und etwas tiiiieeef in ihren Erinnerungen vergraben erwartete, rot glühende Augen in dieser Finsternis aufleuchten zu sehen, aber er stolperte nur weiter auf sie zu, riss die Arme doch noch hoch...
Sie sah seine 'Waffe': die nackte Hand. Sie ahnte, warum sie so gefährlich war. So furchtbar dürr, wie etwas in ihr zutiefst mitleidig feststellte, aber es brauchte keine zweite Aufforderung, es gab keinen inneren Zwiespalt mehr.
Es tut mir leid.

Sie riss, er war sowieso nah genug heran, die Klinge des Rapiers nach links, in Richtung des Handgelenks seiner nackten Hand. Aus ihrer Startposition heraus bekam der Schlag längst nicht genug Schwung, dass er gegen jemand Gerüsteten auch nur ansatzweise hätte Schaden machen können, aber hier würde er wohl mindestens ins Fleisch schneiden, wenn sie traf. Dem 'Heranstürmen' des Jungen ansonsten zunächst ausweichend, wirbelte sie nach rechts weg um ihre eigene Achse - es war dem Schwung der Waffe geschuldet die schnellste Methode, um sich für den nächsten Schlag in Position zu bringen, und sie hatte gelernt, wie und wann man dabei den Kopf zu drehen hatte, um den Gegner dabei so wenig wie möglich aus den Augen zu lassen.
Im Idealfall käme sie hinter ihn und würde nun mit wesentlich mehr Schwung und Wucht, die zweite Hand als zusätzliche Stütze mit an den Griff gelegt, zuschlagen. Richtig abgepasst träfe sie den Rücken, und wenn es nach ihr ging, sogar den Nacken...
Gegen diese schmächtige Figur ihr gegenüber mochte das brutal aussehen, doch sie gab sich keinen Illusionen hin: sie durfte sich nicht von ihm berühren lassen, schon gar nicht an ungeschützten Stellen!

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Freitag 19. August 2016, 10:26

Die Klinge des Rapiers glitt nach links, in Richtung des Handgelenks seiner nackten Hand. Der Schwung reichte soweit, dass sie seinen Unterarm traf und die Hand aus ihrer Zielrichtung schlug. Der Widerstand vibrierte kurz in ihrer Schlaghand und zeigte ihr, dass sie gut getroffen hatte. Ein kleiner Fetzen Stoff flog beiseite, aber mehr war es nicht. Ein Rapier war keine Schlagwaffe, dafür hatte sie viel zu wenig Substanz. Es war auch kein martialisch schneidendes Schwert, was dem Jungen den Arm abgetrennt hätte, es war eine tödliche Stichwaffe, wenn man wusste sie richtig einzusetzen. Dem Angriff des Jungen ansonsten ausweichend, wirbelte Darna sofort nach rechts weg um ihre eigene Achse und sie ließ den Gegner dabei so wenig wie möglich aus den Augen. Sie kam nur halb hinter ihn, in seine Seite, da er sich leider mitdrehte. Richtig abgepasst hätte sie den Rücken oder sogar den Nacken treffen können, so aber bot er in dieser Sekunde nur seine ungeschützte Schulter eine gute Angriffsfläche und eben den seitlich offenen Hals. Sie hatte die Waffe, er war einen Hauch schneller, kleiner, weniger, aber sie den Vorteil der Reichweite. Gegen diese schmächtige Figur ihr gegenüber mochte das brutal aussehen, doch sie gab sich keinen Illusionen hin. Das hier war ein Kampf auf Leben und Tod und sie durfte sich nicht von ihm berühren lassen, schon gar nicht an ungeschützten Stellen! Sie griff mit mehr Schwung und Wucht an und traf seitlich seinen unteren Hals, kurz über dem Schlüsselbein. Die Klinge drang fast zu leicht in das weiche Fleisch und Darna spürte kurz den Widerstand einer Rippe, an der das Metall abglitt und tiefer eindrang. Der Stichwinkel war leicht von oben nach unten geneigt, da sie größer war als ihr Gegner. Die Klinge verschwand in seinem Brustkorb. Der Junge zog getroffen den Kopf nach unten und die Schneide rutschte an der Kante der kupfernen Maske entlang, was ein metallisches Geräusch verursachte. Seine Hände schossen nach oben, ergriffen die Klinge und da sah Darna das erste Mal richtig, was mit seiner Hand nicht stimmte.
Sie war nicht nur dünn … sie hatte kaum noch Fleisch über den Knochen und an manchen Stellen schimmerten diese auch schon weiß zwischen den schwarzen Blasen und dem verfaultem Fleisch hindurch.
Fäulnis! Das war es was sie gerochen hatte. Den Moment den sie brauchte um das zu registrieren, schob der Junge seine Handschuhhand weiter nach vorne und ergriff mit eiserner Kraft den Korb ihrer Waffe. Er sollte tödlich verletzt sein. Ok, das Rapier tötete oft nicht mit dem ersten Stich, aber es sollte ihm deutlich schlechter gehen...außer... außer sie hatte mit ihrer unbewussten Befürchtung Recht gehabt.
Die Maske hob sich und die fahlen weißen Augen starrten Darna darunter an. Das was sie da ansah, das hatte nichts mehr von einem Jungen und alles war nur ein Trick gewesen. Er hatte sie in seine Falle gelockt, ihr weiß gemacht, dass er ein Junge sei, der vielleicht noch irgendwie zu retten sei. Das alles war nur ein schreckliches Schauspiel gewesen um ...sie von der Rose fern zu halten. Darna registrierte am Rande ihrer Wahrnehmung, dass in diesem Moment die letzten Sonnenstrahlen erloschen.
Panik drohte in ihr hoch zu wallen und sie fühlte wie ihr Herz aus der Brust springen wollte um das Weite zu suchen. Sie hatte es mit einem waschechten Untoten zu tun und jedes lebende Wesen verspürte da instinktiv Angst. Er war der wandelnde Tod und seine dürren Ärmchen zogen sich nun an ihrer Klinge langsam auf sie zu. Das Heft ihres Schwertes vibierte erneut, als die Klinge tiefer eindrang und zwischen den Rippen, unter seiner rechten Achsel, wieder seinen Körper verließ. Er war zu nah und er hatte ihre Waffe mit seinem Körper gefangen! Das Adrenalin knisterte unter ihrer Haut wie Feuer und etwas kaltes hatte ihren Nacken gepackt; es war ihre eigene Todesangst, die sie erstarren lassen wollte! Aus dem Munde des Jungen vor ihr kam ein unnatürliches Grollen, aber auch in ihr grollte etwas...
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Freitag 19. August 2016, 19:34

Es sah schon komisch aus, wie Hinrich mit lauter dreckigen Putzlumpen behängt auf sie zuwankte und unter dem schwarzen Tuch über seinem Kopf kaum etwas sah - aber er hatte ja unbedingt einen Kopflosen darstellen wollen, keiner wusste so recht, warum. Er hielt die für besonders unheimlich, während Darna vor Lachen kaum ihr Holzschwert halten konnte, als er auch noch beinahe über einen der Lappen an seinem Fuß stolperte.
Doch dann reckte sie sich und streckte ihm die Waffe mutig entgegen, immerhin war sie ihr Großvater, der hatte in der Schlacht vor Fichtenhag schließlich auch nicht gelacht!

"Im Namen des lichten Herrn Lysanthor, Gott der Wahrheit und Gerechtigkeit, gebiete ich dir Einhalt, finstere Kreatur!"
Jawohl, das hatte gesessen! Aber Hinrich wankte weiter auf sie zu und versuchte, nach ihr zu hauen.
"Das ist gemein, du musst jetzt zu Staub zerfallen!", protestierte sie ärgerlich. Dieser Spielverderber!
"Muß ich gar nicht!", maulte Hinrich zurück. "Die sind da auch nicht alle zu Staub zerfallen, nur weil dein Großvater denen irgendwas gesagt hat!"


Heute, so im Nachhinein... hätte sie Hinrich vermutlich sogar Recht gegeben.

Die Maske hob sich und die fahlen weißen Augen starrten Darna darunter an. Das was sie da ansah, das hatte nichts mehr von einem Jungen und alles war nur ein Trick gewesen. Er hatte sie in seine Falle gelockt, ihr weiß gemacht, dass er ein Junge sei, der vielleicht noch irgendwie zu retten sei. Das alles war nur ein schreckliches Schauspiel gewesen um ...sie von der Rose fern zu halten. Darna registrierte am Rande ihrer Wahrnehmung, dass in diesem Moment die letzten Sonnenstrahlen erloschen.

Im Dunkeln gegen einen Untoten kämpfen... Es war zuende. Und sie hatte versagt. Sie war auf einen dummen Trick herein gefallen und hatte die Rose im Stich gelassen. 'Du sollst sie nach Jorsa bringen', hatte Elli gesagt - hatte sie sogar gegen den einfachen Befehl einer Göttin verstoßen und damit alles zunichte gemacht?
Aber was hätte es gebracht, wenn diese Kreatur hier noch weiter herum lief?

Sie hatte es mit einem waschechten Untoten zu tun und jedes lebende Wesen verspürte da instinktiv Angst. Er war der wandelnde Tod und seine dürren Ärmchen zogen sich nun an ihrer Klinge langsam auf sie zu. Das Heft ihres Schwertes vibierte erneut, als die Klinge tiefer eindrang und zwischen den Rippen, unter seiner rechten Achsel, wieder seinen Körper verließ. Er war zu nah und er hatte ihre Waffe mit seinem Körper gefangen! Das Adrenalin knisterte unter ihrer Haut wie Feuer und etwas kaltes hatte ihren Nacken gepackt; es war ihre eigene Todesangst, die sie erstarren lassen wollte!
Aber da war auch etwas anderes. Etwas, was in diesem Moment erwachte und, so makaber es klang, hätte jubilieren können!
In diesem Moment erfüllte sich ein Teil ihres Lebenstraumes. Wie absurd.
Darna von Eibenau, auf einem weiten Feld, eins zu eins gegen ein Monster, einen echten Untoten, eine wirkliche Gefahr, und hinter ihr einfache wehrlose Leute, die sie beschützen konnte!
Du! kriegst! Rosa! nicht!
Und Leon? Er hätte vielleicht sogar die effektiveren Waffen gegen diese Kreatur gehabt, aber Darna bezweifelte, dass sich seine Magie schon so weit regeneriert hatte.
Egal.
Es spielte keine Rolle!
Sie musste darauf vertrauen, dass er die Rose fand und retten konnte. Sie konnte sich nicht zweiteilen. Und er sich auch nicht.
SIE war HIER, und sie hätte sich gerade keinen anderen Ort gewünscht, egal wie entsetzlich alles war, was ihr hier drohen könnte. Sie war hier, um dieses Biest vor ihr aufzuhalten! Es würde den Platz nicht verlassen!

Weglaufen war keine Option. Sie war schnell, aber dieses Ding schien schneller zu sein. Das letzte, was sie wollte, war weglaufend von ihm eingeholt zu werden...
Fäulnis hin oder her, das waren dürre Jungenknochen, nicht? Dann würde sie sie brechen!
Den Göttern sei dank hatte sie kein Florett. Damit hätte sie hier wirklich schlecht ausgesehen. Vielleicht hätte sie sich gerade sogar eine grandessanische Axt lieber gewünscht, aber das Rapier musste reichen. Mochte es auch als 'Zierschwert' von den Grandessanern und selbst manchem Pelgarer verspöttelt werden, sie persönlich mochte die gute Mischung aus einer zweischneidigen Klinge und einer gefährlichen Stichspitze. Sie hatte immer ein Schwert gewollt, selbst den Degen abgelehnt, und sich mit dem etwas leichteren Rapier behutsam daran gewöhnen sollen... nun denn. Hier war mit Stichen offensichtlich nicht viel auszurichten.
Mochte Lysanthor geben, dass sie mit der ungeweihten und nicht magischen Waffe überhaupt etwas ausrichten konnte, sonst wäre sie doch verloren.

Es hatte den Korb ihrer Waffe gegriffen und kam viel zu dicht. Dass ein Gegner aber in die sowohl verzierenden wie schützenden Spangen eines Rapiers griff, war keine Undenkbarkeit, auf die ein guter Waffenlehrer einen nicht vorbereitete...
'Darna, das tust du jetzt nicht mit ganzer Kraft, verstehst du? Sieh her, du greifst hier und drehst so, geh leicht in die Hocke. Gut. Dein Gegner hat jetzt zwei Möglichkeiten: loslassen oder sich die Hand brechen.'
Jetzt tat sie es mit ganzer Kraft: mit der kurzen Registrierung, dass das die behandschuhte Hand war - wahrscheinlich, um mit der nackten gleich nach ihr zu greifen oder zu schlagen - wagte sie es, ihm im Prinzip noch näher zu kommen, denn ihre Finger umgriffen die Parierstangen, um gleichzeitig am Griff abgestützt mehr Halt zu finden, den günstigeren Winkel zu bekommen. Sie drehte mit brutaler Gewalt die Waffe herum, ließ sich ein Stückchen nach unten sacken, lehnte ihr inneres Gleichgewicht nach hinten, verlagerte ihr Gewicht auf ihr rechtes Standbein und trat so schnell in der Bewegung und so wuchtig, wie sie konnte, mit der ganzen Stiefelsohle gegen seinen Körper, um ihn zurückzustoßen und damit hoffentlich die Klinge wieder aus ihm heraus zu reißen!
Je nach Bewegungsablauf würde sie sich danach fangen, im schlimmsten Fall nach hinten abrollen müssen, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen; bei der Geschwindigkeit ihres Gegners war das etwas, was sie am liebsten vermeiden würde, aber das musste sie sehen, wenn es so weit war.
Jetzt jedenfalls musste er erst einmal weg von ihr, und wenn sie dafür ihre Stiefel brauchte!

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Samstag 20. August 2016, 22:09

Es war zu Ende.
Die Stunde des Zwielichts war angebrochen.
Und sie hatte versagt.
Sie war auf einen dummen Trick herein gefallen und hatte die Rose im Stich gelassen. 'Du sollst sie nach Jorsa bringen', hatte Elli gesagt - Hatte sie sogar gegen den einfachen Befehl einer Göttin verstoßen und damit alles zunichte gemacht?
Aber was hätte es gebracht, wenn diese Kreatur hier noch weiter herum lief? Genauso gut konnte sie sich auch noch etwas anderes fragen: Hätte in Jorsa jemand oder etwas auf sie gewartet, was die Rose gebraucht hätte, von dem sie nichts wusste aber die Göttin schon? Oder gab es dort etwas das den Fluch sofort hätte brechen können? Warum war sie der Meinung gewesen auf dem Weg dort hin Zeit mit anderen Sachen vergeuden zu müssen? Warum? Weil sie ein Mensch war und menschlich dachte. Leon dachte doch genauso. Sie hatten helfen wollen. Sie hatte hilfreich, wichtig und vielleicht auch ein Held sein wollen.

Es war seltsam, aber jetzt gerade fühlte sie sich so lebendig wie noch nie in ihrem Leben.
Da war etwas... Etwas, was in diesem Moment erwachte und, so makaber es klang, hätte jubilieren können! In diesem Moment erfüllte sich ein Teil ihres Lebenstraumes. Wie absurd.
Darna von Eibenau, auf einem weiten Feld, eins zu eins gegen ein Monster, einen echten Untoten, eine wirkliche Gefahr, und hinter ihr einfache wehrlose Leute, die sie beschützen konnte! Alles andere drängte vor dieser Erkenntnis in den Hintergrund.
Du! kriegst! Rosa! nicht!
Und wenn es hier um jemand ganz anderen als eine einfache Winzerstochter ging? Eine winziger Teil von ihr, ein sehr dunkler stellte noch diese andere Überlegung in den Raum.
**Er weiß es...**
Was? Was wusste dieses Ding, was sie nicht wusste? Diese Gedanken hatten keinen Raum um Wurzeln zu schlagen. Und außerdem, was war mit Leon? Er hätte vielleicht sogar die effektiveren Waffen gegen diese Kreatur gehabt, aber Darna bezweifelte, dass sich seine Magie schon so weit regeneriert hatte. Er war müde und ausgebrannt gewesen, bevor sie sich schlafen gelegt hatten. Hatte er sich genug erholen können?
Es spielte keine Rolle!
Sie musste darauf vertrauen, dass er die Rose fand und retten konnte. Sie konnte sich nicht zweiteilen. Und er sich auch nicht. Es brachte nichts in Zweifeln zu versinken. SIE war HIER, und sie hätte sich gerade keinen anderen Ort gewünscht, egal wie entsetzlich alles war, was ihr hier drohen könnte. Sie war hier, um dieses Biest vor ihr aufzuhalten! Es würde den Platz nicht verlassen! Weglaufen war keine Option.
Fäulnis hin oder her, das waren dürre Jungenknochen! Dann würde sie sie brechen! Es hatte den Korb ihrer Waffe gegriffen und kam viel zu dicht. Dass ein Gegner aber in die sowohl verzierenden wie schützenden Spangen eines Rapiers griff, war keine Denkbarkeit, auf die ein guter Waffenlehrer einen nicht vorbereitete. Sie wagte es, ihm noch näher zu kommen, denn ihre Finger umgriffen die Parierstangen, um gleichzeitig am Griff abgestützt mehr Halt zu finden, den günstigeren Winkel zu bekommen. Sie drehte mit brutaler Gewalt die Waffe schnell herum, hörte ein ekelhaftes Knirschen, ließ sich ein Stückchen nach unten sacken, verlagerte ihr Gewicht auf ihr rechtes Standbein und trat so schnell in der Bewegung und so wuchtig, wie sie konnte, mit der linken Stiefelsohle gegen seinen Körper, um ihn zurückzustoßen.
Der kurze Ruck löste die Klinge aus dem Körper des Kindes, aber dann geschah etwas merkwürdiges. Sie Taumelte nach hinten. Darna war sich sicher, dass sie gut getroffen hatte. Sie machte ein paar schnelle Ausweichschritte nach hinten, aber die behandschuhte Hand war immernoch im Korb ihrer Waffe verkrallt. - Sie starrte auf den Arm des Jungen, der nun gut zwei Armlängen von ihr entfernt stand und ebenfalls ungläubig auf seinen Arm starrte. Sie ...

Sie hatte ihm ihn ausgerissen!!!

Und wie! Der halbe Unterarm hing noch an der Hand. Halb, weil sie durch die Drehung Elle und Speiche von einander getrennt hatte und nur die Speiche noch am Handgelenk hing. Fleischfetzen baumelten wie Nudeln mit verdorbener brauner Tomatensoße herab.
„Was...?“
Etwas dunkles funkelte in seinen Hasserfüllten Augen und ihr Gegner erwachte aus seiner Überraschung.
„Du tötest also wirklich kleine Kinder!...“
Er sah zu ihr auf und das krächzende Rasseln seiner toten Stimmbänder schnarrte in ihren Ohren, während er mit dem verbleibenden Knochen seines Unterarms auf sie zeigte.
„...Na dann muss ich mich ja auch nicht mehr zurück halten!“
**Lass dich nicht verunsichern! Er blufft**
Der Junge riss seine zerschlissene Jacke auf und entblöste dabei einen von Blasen übersähten Brustkorb. Was dann folgte war der krasseste Bluff, den Darna je gesehen hatte und ihr Mageninhalt überlegte es sich spontan den Notausgang zu benutzen, so sauer stieß es ihr auf.
Seine dürre Hand griff durch seine brüchige Haut IN seinen Bauch hinein und zog eine lange Darmschlinge heraus, die er sich gleich einer Peitsche um den verbleibenden Arm wickelte und das Ende einfach mit einem Ruck abriss. Was da durch die Gegend spritze, wollte Darna garnicht so genau wissen, aber es schien schon sehr zersetzt zu sein. Das einzigste was an diesem Körper noch halbwegs "gesund" sein musste, war hinter der Maske verborgen, die diesen Leichnahm regierte.
Er ließ das Darmende achtlos über das Gras schleifen, dass sich sofort schwarz färbte. Die Gegend sollte man hier ab besten hinterher komplett nieder brennen! Nur zur Sicherheit, schoss es ihr durch den Kopf. Dann begann er das Ende kreisen zu lassen, als wäre es ein Lasso oder eine Peitsche und bewegte sich lauernd im Halbkreis um sie herum.
**Er weiß es...**
Mit jedem Schritt dem der Junge Darna umkreiste, traf die Schlinge den Boden und hinterließ ihre schwarze Spur.
**...er hat dich beobachtet.**
Er schlug einmal halbherzig nach der Knappin, die das Ende der wiederwärtigen Peitsche mit ihrer Waffe kurzerhand kürzte. Er spielte mit ihr. Vieleicht wollte er nur den Abstand ausloten?
**...Er weiß, wie wichtig du bist...**
Wichtig? ...
**Er wird dich töten!**
Darnas Gedanken begannen unwillkürlich zu rasen. Eindrücke und Fakten der vergangenen Tage überschlugen sich und fügten sich mal vollkommen verquer mal ganz klar zusammen. Das Gesammtbild, das jedoch hängen blieb, war eindeutig:
Leon vermochte zwar das Wunder der Seelenrose mit seiner Magie am Leben zu halten - doch sie war die Trägerin der Rose! - Ihr gehorchte sie, niemandem sonst! Wenn sie tot war, dann würde der Hauch ungehindert weiter wüten können, selbst wenn die Rose überlebte.

Noch mehr Druck! Als wenn die Sitation an sich nicht schon geladen genug war! Unter Druck funktionierte Darna aber immer am besten und das war einer ihrer größten Vorteile. Sie ließ sich nicht so leicht aus der Fassung bringen und ihr hartes Leben hatten sie für diese Situation gestählt. Sie war kreativ auf eine sehr zielgerichtete Weise und dachte oft anders als die meisten es erwarteten. Sie wusste eins ganz sicher! Diesen Kampfplatz würde nur einer verlassen, koste es was es wolle! Das hier war ihr Kampf und ihr Gegner. Er wollte sie tod sehen und sie ihn. Jetzt musste sie sich nur ihrer Stärken und aller Fähigkeiten, aller Möglichkeiten bedienen die ihr zur Verfügung standen. Es musste ihr einfach gelingen! Eine andere Option gab es nicht.
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Montag 22. August 2016, 15:50

**Er weiß es...**
Was? Was wusste dieses Ding, was sie nicht wusste? Diese Gedanken hatten keinen Raum um Wurzeln zu schlagen.
Das Letzte, was sie jetzt gebrauchen konnte, waren Rätsel!
Energisch startete sie ihr Manöver, um die Waffe wieder frei zu bekommen;

was sie damit erreichte, verursachte aber auch erst einmal eine Überraschungssekunde, in der sie entgeistert auf den ausgerissenen Arm starrte. Das war WIDERLICH! Aber... es weckte auch so etwas wie weiteren 'Blutdurst' in ihr. Siegesgewissheit.
„Du tötest also wirklich kleine Kinder!...“
Ich zerfetz dich.
Mit einem Kind hatte das da vor ihr in ihrer Gedankenwelt schon überhaupt nichts mehr zu tun, außer dass sie sich ihm nun tatsächlich entsprechend körperlich überlegen fühlte.
Sie starrte die verteilten Knochen an. Oh, um nichts in der Welt würde sie dieses Ding vor sich unterschätzen wollen! Welcher Gegner kämpfte schon trotz ausgerissenem Arm und durchbohrter Lunge weiter. Ein Teil von ihr beobachtete sorgfältig, ob die abgetrennte Gliedmaße Eigenleben zeigte: in manchen Gruselgeschichten krabbelte dann schließlich noch die abgeschlagene Hand weiter auf einen zu... aber dergleichen schien hier nicht zu passieren und sie sah während der nächsten Augenblicke zu, dass sie in den Momenten, wo sie es sich erlauben konnte, das verfaulte Armstück beiläufig, aber energisch von ihrer Waffe abgeschüttelt bekam, ohne gefährliche Spritzer in ihre Richtung zu verteilen und griff selber das Rapier wieder richtig.

Was der untote Haufen verfaulten Fleisches dann aber noch mit seinem Körper anstellte, schien der Gipfel der Widerlichkeit! Ihr Magen drohte zu rebellieren. Und doch... war es das Adrenalin, was dafür sorgte, dass sie mit ungläubiger Klarheit diese Szenen wie einen aberwitzigen Traum betrachtete, der sie emotional nicht wirklich zu verletzen schien? Oder käme der Schock erst später?
**Lass dich nicht verunsichern! Er blufft**
Halt die Klappe.
Es war, als hockte das zaghafte Mädchen in ihr hinter einer dicken schützenden Scheibe aus Glas. Davor stand die Kriegerin, die sie immer hatte sein wollen und beobachtete mit einem 'Mach doch' das Rumpelstilzchen, das sich selbst zerfleischte.
Eine Darmschlinge als Peitsche. Sie wollte davon oder von dem, was da heraus tropfte, nicht getroffen werden, nein! Die Gegend sollte man hier am besten hinterher komplett nieder brennen! Nur zur Sicherheit, schoss es ihr durch den Kopf. Und doch analysierte ihr taktischer Verstand stocknüchtern die neue Situation.
Er will Distanz bewahren. Und der Blutdurst meldete sich: Hat Angst, dass ich ihn in Stücke hacke, hm? Hätte sie einen anständigen Schild gehabt, dieses Ding vor ihr wäre platt... aber sie hatte keinen. Sie hatte keine Handschuhe an, keinen Helm auf dem Kopf, keinen schützenden Umhang - sie musste höllisch aufpassen! Aber ihr war klar, dass sie an ihn ran musste, um weiter ihre Kraft einsetzen zu können. Wenn sie danach die besudelte Rüstung verbrennen musste, sei es drum. Kraft! Aber gegen was? Wie bekam man diesen Zombie dazu, endgültig liegen zu bleiben?
Kopf abschlagen.
In allen gängigen Geschichten half das gegen solche Untote. Wobei sie nicht wusste, ob es gegen speziell diesen Untoten denn helfen würde.
Es konnte aber auch nicht allzu verkehrt sein.

Sie suchte nach einem Weg, wie ihr das mit dem geringsten Risiko gelingen mochte, während sie sich mitdrehen musste, weil der Untote sie zu umkreisen und sein 'Lasso' auszuprobieren begann. Ausgerechnet jetzt mischte sich noch eine dritte Partei wieder ein:
**Er weiß es...**
Mit jedem Schritt dem der Junge Darna umkreiste, traf die Schlinge den Boden und hinterließ ihre schwarze Spur.
**...er hat dich beobachtet.**
Er schlug einmal halbherzig nach der Knappin, die das Ende der widerwärtigen Peitsche mit ihrer Waffe kurzerhand kürzte. Er spielte mit ihr. Vieleicht wollte er nur den Abstand ausloten?
Dass er dergleichen tat, überraschte sie nicht weiter, das war normal. Sie durfte dieses Spielchen nur nicht zu lange und nicht einseitig mit sich machen lassen. Es störte sie gerade enorm, was diese andere Stimme ihr einflüstern wollte, weil es sie dabei behinderte, eine eigene Strategie zu suchen.
**...Er weiß, wie wichtig du bist...**
Wichtig? ...
**Er wird dich töten!**

Wird! er! nicht!, verbat sie sich einmal strikt eine solche vorhersagende Formulierung und wehrte sich gegen die Angst, die der ganze Zwiespalt heraufbeschwor. Langsam machten sie diese Einflüsterungen wütend, wäre sie nicht sowieso schon reichlich wütend gewesen.

Doch Darnas Gedanken begannen unwillkürlich zu rasen. Eindrücke und Fakten der vergangenen Tage überschlugen sich und fügten sich mal vollkommen verquer mal ganz klar zusammen. Das Gesamtbild, das jedoch hängen blieb, war eindeutig:
Leon vermochte zwar das Wunder der Seelenrose mit seiner Magie am Leben zu halten - doch sie war die Trägerin der Rose! - Ihr gehorchte sie, niemandem sonst! Wenn sie tot war, dann würde der Hauch ungehindert weiter wüten können, selbst wenn die Rose überlebte.

Unfug. Sie verwahrte sich dagegen, sich mit der Stimme in ihr - jetzt! - auf eine Diskussion einlassen zu wollen, aber sie teilte seine Meinung nicht. Man mochte ohne sie mit dieser Rose nicht mehr differenziert heilen können, aber sie war der ziemlich sicheren Überzeugung, dass man im Tempel von Jorsa zumindest mit den Samen der Pflanze etwas würde anfangen können. Wenn die Pflanze denn lebte. Aber jegliche Spekulationen über Eventualitäten, Risiken und offene Fragen hatten hier, jetzt, ÜBERHAUPT NICHTS zu suchen und bis auf den inneren Widerstand schenkte sie dem keinerlei Raum.
Sie überlegte stattdessen, wie sie diesen Zombie vor sich zu Mus verarbeiten konnte. Denn ob mit oder ohne Rose stand ihr Überlebenswille außer Frage. Und sie hatte auch nicht die geringste Lust, die Nachfolge-Trägerin dieser Seuche an des Jungen statt zu werden!

In einem kurzen gedanklichen Bild sah sie sich mit dieser ekligen Maske durch die Gegend wanke...? Moment. Ihre Augen verengten sich einmal mehr. Sie hatte keine Ahnung, welche Rolle genau dieses Kupferding spielen mochte, aber alle Berichte hatten darin übereingestimmt, dass sie dem Jungen unheimlich wichtig gewesen war, nicht wahr?
Und sie brauchte eine Ablenkung.
Während eines weiteren einander taxierenden Scheinangriffes der Kreatur fauchte sie zurück:

"Dann nimm auch die Maske von deinem häßlichen Gesicht! Ich will dich sehen! LOS, oder muss ich sie dir vom Schädel reißen?!"

Jetzt war sie es, die einen Täuschungsangriff startete; besser gesagt, ein komplexeres Manöver: Sie zog ihren rechten Ellenbogen höher, dass es offensichtlich war, dass sie ihren Kopf vor dem spritzenden Lasso schützen wollte. Diesen Zweck hatte die Geste auch tatsächlich zu erfüllen, wobei sie ihren Unterarm situationsbedingt auch noch vor das Gesicht halten konnte. Ein unzuverlässiger Schutz, weswegen sie auch hoffte, ihn nicht in vollem Umfang gebrauchen zu müssen. Würde er langsam genug zuschlagen, mochte sie die Darmschlinge womöglich sogar mit dem immernoch weitgehend in seine Richtung zeigenden Rapier abfangen können und mit schnellen Drehungen zwei mal um die Klinge wickeln - damit verhindernd, dass er sie überhaupt so schnell wieder gebrauchen könnte.
Im gleichen Moment wie den Ellenbogen hob Darna ihre linke Hand deutlich in Greifgeste hoch, als wolle sie das Herunterreissen der Maske direkt in die Tat umsetzen. Sie konzentrierte ihren Blick auf seinen oberen Körperbereich.

Sie hoffte, seine Aufmerksamkeit darauf zu richten, dass ein Angriff auf seinen Kopf folgen würde! Sie hoffte mit einem leichten Vorrucken ihres Körpers, ein weiteres, vorschnelles, Schwingen der Darm'peitsche' zu provozieren und zu unterlaufen, sprich: Loszustürmen, wenn die Schwingbewegung wirkungslos an ihr vorbeigezischt, von ihrer Waffe abgefangen oder schlimmstenfalls von ihrem Rüstzeug abgeblockt wäre.
DANN musste sie RAN, und zwar schnell!
Sie wollte auf ihn zustürmen, ihn in eine defensive Rückwärtsbewegung zwingen, aber nicht, um nach der Maske zu greifen, oder auf seinen Kopf zu zielen, auch wenn sie diesen Eindruck am besten bis zuletzt vermittelte:

Sondern sie musste seine Bewegungen abpassen. Vielleicht halfen ihr absurderweise jetzt sogar ihre guten Tanzkenntnisse, das Erahnen der Schritte des Partners - in diesem Fall Gegners - ohne auf den Boden gucken zu müssen. Sie wollte bis zuletzt scheinbar frontal auf ihn zu, um im letzten Moment seitlich auf seine Höhe zu kommen, ihr rechtes Bein hinter sein rechtes zu stellen und ihren rechten Ellbogen dann dazu zu verwenden, um ihm mit diesem gegen den Brustkorb den entscheidenden Schubs zu geben - und den Zombie so rückwärts zu Fall zu bringen.

Das würde nicht einfach, denn ein Gegner wartete ja nicht höflich ab, bis das Gegenüber geplante Manöver in Ruhe durchführte. Eine Gefahr war seine Geschwindigkeit - so schnell konnte er rückwärts allerdings gar nicht sein, wie sie in Vorwärtsbewegung. Dass er sich wiederum umdrehte, um vor ihr zu flüchten, glaubte sie nicht. Seitliches Ausweichen blieb also möglich, zur einen Seite (weg von ihrer linken Greifhand) wahrscheinlicher als zur anderen.
Er mochte selber in ihr Manöver hinein einen Angriff starten, aber darauf würde sie flexibel reagieren müssen, das musste man immer. Sie hoffte, dass ihm die Maske wichtig genug war, um ihn tatsächlich von einem Angriff auf seine Beine abzulenken. Das, und ihn dann mittels eines kontrollierten Körpereinsatzes zu Fall zu bringen, waren die beiden Stützpfeiler ihres Plans.
Umsetzung!

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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Erzähler » Montag 22. August 2016, 22:04

**Er will dich töten, will dich übernehmen und dein Werzeug korumpieren!**
Mit Werkzeug meinte Darnas gesprächiger Schatten wohl die Rose und in einem kurzen gedanklichen Bild sah sie sich mit dieser ekligen Maske durch die Gegend wanken. Vielleicht kam diese Vorstellung sogar von ihm?
Moment.
Ihre Augen verengten sich einmal mehr. Sie hatte keine Ahnung, welche Rolle genau dieses Kupferding spielen mochte, aber alle Berichte hatten darin übereingestimmt, dass sie dem Jungen unheimlich wichtig gewesen war, nicht wahr? Und sie brauchte eine Ablenkung. Während eines weiteren einander taxierenden Scheinangriffes der Kreatur fauchte sie zurück:
"Dann nimm auch die Maske von deinem hässlichen Gesicht! Ich will dich sehen! LOS, oder muss ich sie dir vom Schädel reißen?!"
Jetzt war sie es, die einen Täuschungsangriff startete; besser gesagt, ein komplexeres Manöver in Gang setzte:
Sie zog ihren rechten Ellenbogen höher, dass es offensichtlich war, dass sie ihren Kopf vor dem spritzenden Lasso schützen wollte. Diesen Zweck hatte die Geste auch tatsächlich zu erfüllen, wobei sie ihren Unterarm situationsbedingt auch noch vor das Gesicht halten konnte. Ein unzuverlässiger Schutz und er schlug wieder langsam genug zu, so dass sie mit dem Rapier die Schlinge abfangen und mit schnellen Drehungen zwei mal um die Klinge wickeln konnte. Doch damit verhinderte sie leider nicht, dass er sie nicht so schnell wieder gebrauchen könnte, sondern schnitt die dünnen, weichen Häute des Darms nur seitlich auf, als diese wieder von der scharfen Klinge abrutschten. Er hantierte da nicht mit einer Lederpeitsche, sondern mit einem verfaulten Darm. Sie mochte ihn zwar wieder gekürzt haben, aber nun hatte das untere Drittel zwei geschlitzte Enden, die ihr um die Ohren schlugen. Sie hatte den Ellenbogen im Weg, aber sie fühlte, dass sich ein Stück des Darms an ihr Haupthaar am Hinterkopf geklebt hatte. Trotzdem ließ sie sich nicht vom Ekel übermannen und hob ihre linke Hand deutlich in Greifgeste hoch, als wolle sie das Herunterreißen der Maske direkt in die Tat umsetzen. Sie konzentrierte ihren Blick auf seinen oberen Körperbereich. Ein weiterer Angriff auf ihren Kopf folgte. Sie ruckte mit ihrem Körper vor, er wich zurück und schwang die Darm'peitsche' und das zweite dürre Ende wurde von ihrer Waffe abgefangen und abgetrennt. Es klatschte an ihre Schulter, es spritzte etwas und rutschte an ihrem Rüstzeug ab, aber der Gestank blieb. Der brennende Geruch nach Fäkalien und süßer Verwesung juckte Darna hinten im Rachen, als verlangte er, dass sie sich dort kratzen müsse. Sie war einiges gewohnt doch hier hing auch noch der Hauch Morgerias in der Luft, ein Duft wie saure Milch, Schweißfüße, Schimmel, ranziges Fett und Schweinestall ganz hinten. Und über allem schwebte die kalte Note des Todes, wie es nur bei solch schlimmen Krankheiten war.
Sie musste an ihn RAN, und zwar schnell!
Sie stürmte auf ihn zu, zwang ihn in eine defensive Rückwärtsbewegung und hangelte nach der Maske. Es glich einem Tanz, auch wenn ihr Gegner nicht im Geringsten über die tänzerischen Fähigkeiten wie beispielsweise Leon verfügte. Sie jagte bis zuletzt frontal auf ihn zu, um im letzten Moment seitlich auf seine Höhe zu kommen, ihr rechtes Bein hinter sein Rechtes zu stellen und ihren rechten Ellbogen dann dazu zu verwenden, um ihm mit diesem gegen den Brustkorb den entscheidenden Schubs zu geben – und brachte den Zombie so rückwärts zu Fall. Es hatte funktioniert!
Er hatte in ihr Manöver hinein zwei Angriffe gestartet, aber darauf hatte sie gut reagiert und ihn mit ihrer Finte abgelenkt. Anscheinend war ihm die Maske wichtig genug und er gab ein übelgelauntes Grunzen von sich, als ihr Ellenbogen seine Brustkorb traf, doch damit war es nicht geschehen. In seiner Fallbewegung schlang sich die Darmverschlingung um Darnas Rücken. Das lose Ende wickelte sich um seinen anderen verstümmelten Arm, den er wie einen Haken nutzte um sie einzufangen und unter Spannung zu setzen.
Verdammt! Der plötzliche Druck von hinten riss Darna mit um und sie landete halb auf ihm.
Viel! Zu! Nah!
Unter ihr knackten ein paar Rippen und stachen scharfkantig in ihre Brust. Hoffentlich hielt die Rüstung das Schlimmste ab! Ihr Adrenalinschub ließ das nicht genau erkennen. Die Maske war nun sehr nah und Darna fühlte noch an anderen Körperstellen deutlich seinen Kontakt. Eiskalt lief es ihr den Rücken herunter und diese Bewegung wurde noch durch sein festes Klammern unterstrichen. Wenigstens lag sie auf dem Arm mit der Peitsche, was ihn fast handlungsunfähig machte. Für diese kurze Distanz wäre ein schlanker Dolch hervorragend gewesen, aber sie hatte nur ihr Rapier. Wenigstens war ihr rechter Arm samt Waffe frei und handlungsfähig. Das würde sie auch brauchen, denn sie fühlte, wie sich seine Beine um ihre Hüften schließen wollten, als wäre sie der Mann und er das willige Mädchen. Ihr linker Arm wäre nur zum Hoch-stemmen gut, was aber ihren Gegner wieder befreien würde. Verflixte Situation, aber nicht gänzlich zu ihrem Nachteil. Wenn sie den Winkel gut wählte und noch genügend Kraft aufbringen konnte... Der Körper des Jungen war weich, zerbrechlich, morsch wie dürre Äste und sie lag oben. Daraus musste sich etwas machen lassen und das schnell, denn die toten Augen unter der Maske kamen immer näher und seine Umarmung wurde immer fordernder.
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Darna von Eibenau
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Re: Zwischen Serna und Troman - Nicht fern der Front

Beitrag von Darna von Eibenau » Dienstag 23. August 2016, 22:23

Sie hatte den Ellenbogen im Weg, aber sie fühlte, wie sich ein Stück des Darms an ihr Haupthaar am Hinterkopf klebte. Vom Ekel ließ sie sich zum Glück nicht übermannen, aber zog instinktiv die Schultern leicht hoch und hielt den Kopf in den kommenden Momenten so ruhig, wie es irgend ging. Götter, hoffentlich bahnte sich keine Flüssigkeit den Weg zu ihrer Kopfhaut! So, wie sie zuvor die Knochenhand abgeschütelt hatte, versuchte sie in Momenten, in denen sie die Luft dafür hatte, das Zeug kontrolliert von ihren Haaren rutschen zu lassen, indem sie den Kopf seitlich nach hinten legte.
Allerdings blieb nicht viel Luft für eben dieses, denn sie musste schnell sein.

Und brachte ihn zu Fall! JA!
Und fiel auf ihn drauf! NEIN!

Unter ihr knackten ein paar Rippen und stachen scharfkantig in ihre Brust. Hoffentlich hielt die Rüstung das Schlimmste ab! Ihr Adrenalinschub ließ das nicht genau erkennen. Die Maske war nun sehr nah und Darna fühlte noch an anderen Körperstellen deutlich seinen Kontakt. Eiskalt lief es ihr den Rücken herunter und diese Bewegung wurde noch durch sein festes Klammern unterstrichen. Wenigstens lag sie auf dem Arm mit der Peitsche, was ihn fast handlungsunfähig machte. Für diese kurze Distanz wäre ein schlanker Dolch hervorragend gewesen, aber sie hatte nur ihr Rapier. Wenigstens war ihr rechter Arm samt Waffe frei und handlungsfähig. Das würde sie auch brauchen, denn sie fühlte, wie sich seine Beine um ihre Hüften schließen wollten, als wäre sie der Mann und er das willige Mädchen. - Ein Vergleich, der ihr nicht einmal im Traum eingefallen wäre und ein Bild, das ihr auch jetzt nicht im Entferntesten in den Sinn käme!
Die Situation war furchtbar, aber nicht hoffnungslos und sie gedachte, es jetzt endlich zuende zu bringen. Sie hätte wohl auch nur noch diese eine Gelegenheit.

Ihr Rapier war weder ein Wiegemesser noch eine an der Spitze fest montierte Schneide, wie es die Pergamentseitenschneider(*) der Buchbinder waren, aber sie gedachte die Waffe in ähnlicher Weise zu benutzen:
Sie rammte aus ihrer Sicht links von seinem Hals die Spitze schräg in den Boden, dass sie die Klinge halbwegs abstützen konnte. Ihr linker Arm taugte nur zum Hochstemmen, was sie nur Stück für Stück so weit nutzte, wie sie den Zombie unter sich dabei mit ihren eigenen Beinen malträtrierte und demolierte. Denn währenddessen begann sie, sich mithilfe des rücksichtslosen Einsatzes ihrer Knie aus der liegenden in eine kniende Position zu begeben und sich damit gegen die Darmschlingenfessel in ihrem Rücken zu stemmen.
Wollte man doch noch einmal das Bild des Liebespaares bemühen, begann der 'Mann' also, seiner Holden mit den Knien und seinem ganzen Gewicht über ihre Schenkel, auf ihr Becken, auf ihren Bauch bis hoch an den Brustkorb zu robben, mit größtmöglicher Schädigung und absoluter Rücksichtslosigkeit!
Ich zerfetz dich! - nein. Sie zermatschte ihn.
Zum Glück war auch ihre Hose aus robustem Leder, dass sie sich dieses Manöver überhaupt erlaubte. Angesichts der aktuellen Erfahrung mit seinen Rippenknochen musste ein Teil ihrer Wahrnehmung gewährleisten, dass sie es nicht übertrieb und sich noch mehr auf hochstehende Knochensplitter drücken würde. Ihren eigenen Brustkorb hob sie, sobald sie das Gefühl hatte, es sich erlauben zu können, ohne ihm damit Handlungsfreiraum zu gewähren.

Alles an ihr musste nun gleichzeitig arbeiten, denn die toten Augen unter der Maske kamen immer näher und seine Umarmung wurde immer fordernder. Sie hielt den Kopf von ihm weggeneigt, so gut es ging, und stemmte sich im Prinzip also gerade langsam über die Knie AUF ihm hoch. Sobald sie nach dem Einrammen der Rapierspitze zuvor meinte, den nötigen Halt zu haben, senkte sie die Klinge über seinem Hals und drückte sie mit aller Gewalt mit ihrer rechten Hand nach unten. Während dieses Vorganges 'bockte' sie einmal auf, um ihren linken Unterarm über die Klinge hinweg hoch zu bekommen und ihn kurzerhand auf der Maske abzulegen, abzustützen, vor allem über der Mundöffnung - sie hatte keine Lust, angespuckt zu werden! Weder erlaubte sie es sich, mit ihrer linken ungeschützten Hand die Maske anzufassen, noch durfte sie ihre Klinge mit bloßer Hand fixieren; bei dem ganzen schwarzen Schmodder daran hätte sie sofort direkten Kontakt mit diesem Zeug, also musste sie das harte Leder der Rüstung an ihrem Arm nutzen, wo und wie sie konnte.
Um ihm endlich den Hals zu durchtrennen!
"BLEIBST! du endlich TOT!", grollte sie voller Zorn durch die zusammengebissenen und gefletschten Zähne.


(*): siehe Bilder zu "Papierschneidemaschine"

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