Unterwegs nach Eldar

Dies ist das südliche Königreich unter der Herrschaft des jungen und großzügigen König Richard dem Dritten. Armut findet man hier kaum, sondern meist Wohlstand und Zufriedenheit, einfach ein Reich zum Wohlfühlen.
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Marga
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Montag 15. März 2010, 21:13

Von Reutens Angebot von Schutz klang verlockend. Musste sie überhaupt den Mörder entlarven oder nur den Mord verhindern? Doch sie kam darauf, dass ersteres wichtig war: Wenn er nicht ertappt wurde, würde er eben später zuschlagen, das Drama würde später stattfinden. Außerdem klang eine Menge bewaffneter Männer, ausgesucht von einem potenziell Verdächtigten, nicht nach dem, was sie zurzeit um sich haben wollte.
Sie winkte ab: „Nicht nötig, in Enge getreibtes Tier am gefährlichsten.“

Sie kehrte zum General zurück und hörte sich an, was er zu sagen hatte. „Du haben versagt… Hmm, aber nicht sagen Mörder mir. Du nicht wissen oder nicht sagen dürfen? Einzelne heiten der Tat? Wo? Draußen, oben, hier im Schankraum?“
Doch sie erhoffte sich nicht viel durch die Fragen. Gewiss hatten andere Frauen das schon vorher getan. Dennoch musste sie die Möglichkeiten durchgehen. Vorher war sie noch wütend über ihr Versagen, aber jetzt sah sie es nicht mehr als Problem an.
Sie musste gewissenhaft alle Möglichkeiten durchgehen, mit Fragen, Schmeicheln und Konfrontation hatte sie bisher noch kein Ergebnis erlangt. Sie hatte aber auch noch nicht alle Verdächtigen durchgearbeitet.
„Und mich noch nicht können Leute ausschließen.“, gab Marga zu. Es war schwierig den Mörder zu entlarven, aber noch schwieriger war es, einen Unschulden zu finden. Wie konnte man etwas beweisen, was nicht da war?

Was für Möglichkeiten blieb noch übrig? Spitzel. Ja, das klang nach einer Möglichkeit. Sie sah sich um im Raum. Wer war wohl dafür geeignet? Sie ließ den Blick über die Sitzenden streifen, aber sie wusste keinen, der so etwas für sie erledigen könnte.
Doch die Lösung war unscheinbar: Keiner der Gäste, sondern jemand der immer da war und gerade deshalb mit dem Inventar verschmolz: Der Diener, der ständig unterwegs war, die Gäste mit Getränken zu versorgen und ihnen zum leiblichen Wohl zu verhelfen. Die wenige freie Zeit verbrachte er bei dem bürgerlichen Mädchen. Sie beobachtete eine Weile weiter: Die Leute schenkten ihm kaum Beachtung und das war ein Vorteil, denn keiner unterbrach das Gespräch, wenn ihm Wein nachgeschenkt wurde. Was seine Ohren wohl bisher schon vernommen hatten?

Sie winkte ihn dezent zu ihr und gestikulierte, dass er ihr Wasser nachschenken sollte, eine sinnlose Aufgabe, war doch das Glas voll wie zuvor. Währendessen aber sprach sie zu ihm: „Jan, du kennen viele Anwesende hier? Wer sich benehmen merkwürdig, nervös? Wer reden hinter mein Rücken? Anspannungen erkennbar?“

Was sie sich erhoffte, war vermutlich klar: Jan kannte sich hier besser aus, wusste vermutlich die Gesten der Leute zu deuten und außerdem nahmen vier Augen mehr wahr als zwei. Und Marga zweifelte keinen Deut daran, dass die echte Gräfin den Diener nicht schon für derartige Aufgaben eingesetzt hatte. Sowie sie verstanden hatte, besaß die Gräfin viel Geld und bei großen Geschäften kam es nicht nur auf spirituellen Beistand wie den des Herrn von Reuten an, sondern auch um Auskundschaften der Geschäftspartner. Eine gewitzte Geschäftsfrau hätte schon längst das Potenzial eines aufmerksamen Dieners erkannt.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Samstag 20. März 2010, 17:12

„Nicht nötig, in Enge getreibtes Tier am gefährlichsten.“ Von Reuten sah ihr zweifelnd nach. Ihre Worte schienen ihn keineswegs zu beruhigen. Etwas verkrampft wirkend hockte er sich wieder auf den Stuhl und trank in unruhigen zügen seinen Wein aus. Marga hingegen musste sehen dass sie in ihren ermittlungen Fortschritte machen konnte. Bisher hatte sie nur wenige Fragen klären und noch viel mehr neue entdecken können. Nicht unbedingt das was sie sich erhofft hatte. Doch vielleicht konnte der General ihr weiterhelfen. Auch wenn es sich allmählich als mühsam entpuppte die Informationen allen Gästen förmlich aus der Nase ziehen zu müssen.

Wie lange Marga überhaupt noch Zeit hatte? Wann würde der Mord geschehen und wo? Hier im Saal? Mutter und Tochter sollen ermordet werden. Sind es die einzigen oder würden noch mehrere Opfer folgen… und warum? Was war der Fluch dieses Hauses, was sein Geheimnis.
„Du haben versagt… Hmm, aber nicht sagen Mörder mir. Du nicht wissen oder nicht sagen dürfen? Einzelne heiten der Tat? Wo? Draußen, oben, hier im Schankraum?“ Der General seufzte und senkte seinen Kopf. „Das ist Teil des Fluchs. Wir Toten können das Verbrechen nicht bestrafen. Unsere Zeit das Schicksal zu beeinflussen ist abgelaufen. Na ja… zumindest jenes Schicksal der Gräfin.“ Er seufzte und schaute betrübt in sein Glas. „Ich glaube ich kann dir zu dem Tatvorgang nicht mehr sagen… aber ich kann dir etwas über die Geister hier sagen. Am Tage sind wir alle Katzen… doch jene Seelen für deren Tod noch keine Vergeltung und noch keine Rache begangen wurde, können sich in ihrer tierischen Form nicht fortbewegen, sondern sind an den Ort ihres Todes gebunden. Erst wenn sie erlöst sind… werden wir in die Anderswelt reisen können. Wir alle.“ Er nahm vorsichtig seinen leeren Bierhumpen in die Hand und schwenkte ihn etwas in Gedanken versunken wirkend hin und her.

„Und mich noch nicht können Leute ausschließen.“ „Nur nicht aufgeben. Manchmal fällt die Lösung einem beinahe wie Schuppen von den Augen.“ Er seufzte und zuckte mit den Schultern. „Blöd ist es nur wenn es eben nicht passiert… so wie bei mir damals…“ Der Geist sank etwas in sich zusammen. Die Gewissheit versagt zu haben quälte diese Seele auch noch Jahrzehnte nach ihrem Tod und der Fluch erinnerte sie stetig daran.
Marga besann sich darauf weiter zu machen und suchte sich in dem Diener des Hauses einen verbündeten. Sicherlich ein naheliegender Schachzug und wenn sie Glück hatte würde er sich auch als äusserst informativ erweisen.
Jan kam sofort zu ihr und verneigte sich leicht von ihr. „Wünscht ihr noch was zu trinken Gräfin?“ Fragte er höflich. Wie es sich für einen anständigen Diener geziemte verstand er ihre Gebärden und schenkte ihr Wasser nach, obwohl sie kaum was davon getrunken hatte.

„Jan, du kennen viele Anwesende hier? Wer sich benehmen merkwürdig, nervös? Wer reden hinter mein Rücken? Anspannungen erkennbar?“ Jan runzelte überrascht die Stirn und lächelte leicht, besann sich jedoch sofort und setzte augenblicklich wieder seine geschäftige Mine auf. „Welch eigentümliches Begehr ihr heute habt Gräfin. Nun ich habe einige der Gäste heute bereits bedienen dürfen. Merkwürdig benimmt sich euer Berater Gräfin, seid ihr mit ihm gesprochen habt wird er steifer als ein Stock. Ausserdem trinkt er weit mehr als üblich.“ Er überlegte einen Moment ehe er weitersprach. „Marielene hat sich vorhin irritiert gezeigt. Sie erzählte mir ihr hättet sie heute „ausnahmsweise“ mal freundlich behandelt. Sie weiss nicht recht wie sie damit umgehen soll ob das ein Trick ist oder eine Schikane. Sie ist äusserst Misstrauisch Gräfin aber im Kern ein nettes Mädchen, glaubt mir.“

Er hob die Wasserkaraffe weg als das Glas von Marga voll war und schielte leicht zu den Wüstenbewohnern hin. „Die beiden unterhalten sich in einer mir unbekannten Sprache miteinander. Dabei fällt mir nur auf dass seine Sklavin ihm sehr viel zu sagen hat und sie teilweise heftig debattieren. Von mir wollten sie nur Wasser und Schnaps haben, doch von dem Schnaps getrunken haben sie nicht. Auch scheinen sie nur ab und an der Musik zu lauschen sondern eher die Umgebung im Auge zu behalten.“ Jan war offenbar ein sehr scharfer Beobachter. „Ach ja und die Baronesse… diese lästerte über euch mit der Frau des Generals. Die Generalsgattin ist gerade etwas unpässlich weil ihr Herr Gemahl sich lieber mit euch beschäftigt als mit ihr und so fanden sich die beiden um über euch herzuziehen. Die Baronesse meinte ihr hättet in letzter Zeit so eine seltsame Aussprache als hättet ihr euch den Kopf gestossen. Ausserdem bezeichnete sie euch als schlechte Gastgeberin weil ihr sie noch nicht mal begrüsst habt. Das haben sie natürlich nicht vor mir gesagt Gräfin, ich war nur in ihrer Nähe und wischte die Tische ab…“

Er schielte zum General der zwar in ihrer Nähe hockte aber sehr abwesend wirkte. „Er wirkt sehr unglücklich heute.“ Meinte er. Just in jenem Moment wurde Jan von der Baronesse gerufen. „Ihr entschuldigt mich einen Moment Gräfin.“ Er verneigte sich und begab sich zu der Dame hin. Marga konnte beobachten wie sie wünschte sich auf ihr Zimmer zurückziehen zu dürfen und nach dem Zimmerschlüssel verlangte. Jan nickte, ging zur Theke und kehrte mit einem der vielen Gästezimmerschlüssel zu ihr zurück. Die Baronesse bedankte sich höflich und erhob sich dann um die Treppen hoch in die obere Etage zu steigen.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Mittwoch 31. März 2010, 21:42

Die von Jan beschrieben merkwürdigen Verhaltensweisen waren für Marga ohne Bedeutung, hatte sie diese nicht selbst mit ihrem forschem Verhalten hervorgerufen. Außerdem kristallisierte sich langsam die Möglichkeit, die beiden auszuschließen. Marilene hatte kaum Einfluss und würde niemals die Familie ihrer besten Freundin im Alleingang töten wollen sowie können. Und von Reuten verhielt sich unschuldig, war nervös und kümmerte sich um ihre Sicherheit. Er schien auf ihrer Seite zu sein. Jan ebenso, er versorgte sie freizügig mit Informationen und das unterdrückte vorerst jeden Verdacht.

Das Verhalten der Wüstenbewohner erschien sofort verdächtig: Wenn sie auf ihrer Wüstensprache miteinander tuschelten, hatten sie vielleicht etwas zu verbergen. Dass sie zwar Alkohol bestellten, aber Wasser tranken deutete darauf hin, dass sie zwar nicht auffallen, aber nüchtern bleiben wollten. Wieso wohl?
Ein bisschen wurden diese Eindrücke natürlich von Margas latenter Xenophobie unterstützt: Als halber Ork sollte sie vielleicht etwas toleranter sein, aber eine gewisse Ablehnung konnte sie nicht leugnen.

Als letztes blieb die Baronesse übrig. Sie hatte so einen Spitznamen, irgendetwas mit Metall, aber Marga kam nicht darauf. Das Problem war nun, dass sie diese Dame vor den Kopf gestoßen hatte, erst mit mangelnder Beachtung und dann auch noch durch ihre Sprechart. Dabei konnte diese Frau doch auch die Auftragsgeberin des Mordes sein. Das Motiv: Politische Intrige. Je höher die Adelstitel waren und je mehr Geld in der Geschichte steckte, desto wahrscheinlicher war, dass irgendwer irgendjemandes Tod wollte. Die Baronesse und die Gräfin, beide dominante Edelfrauen mit ertragreichen Geschäften…

Doch dann war sie weg und Marga allein mit dem Rest der Gäste. Die Baronesse würde die Halborkin sich als letztes vornehmen. Jetzt kamen erst einmal die Fremden an die Reihe. „Mir bitte berichten, wenn wichtiges passiert!“, forderte sie Jan auf, als die Baronesse weg war. Sie steuerte den Tisch der beiden Unbekannten an. Sie musste feststellen, dass sie nicht einmal deren Namen kannte. Trotzdem setzte sie sich zu ihnen, mit gewissem Sicherheitsabstand.
„Willkommen, Frem…Freunde in unsrigen kalten Ländern. Bitte genießen Getränke und Gastfreundschaft.“ Sie überlegte sich, wie sie weitermachen sollte und dann sprach ihr Mund beinahe automatisch: „Das stimmen, zwischen dir und mein Tochter?“

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Gestalt » Dienstag 6. April 2010, 23:07

Die beiden Wüstengäste unterhielten sich in einer Sprache die für einen Ork wohl ganz eigentümlich klingen mochte. Zischelnd, melodiös und doch auf ihre ganz eigene Art bizarr… Verdächtig eben. Leute die was zu verbergen hatten nuschelten so vor sich hin!
Jan verneigte sich höflich vor der Gräfin. „Ich werde die Augen offenhalten Gnädigste.“ Versicherte er ihr förmlich und machte sich weiter an seine Arbeit. Marga setzte indessen ihre Erkundung fort. Dies war auch an der Zeit denn diese verrinn fortwährend. Wenn sie nicht für den Rest ihres Daseins hier als Geist verweilen wollte musste sie hinne machen. Eile und Orks war ja nicht gerade etwas was zusammenpasste, da musste eben Margas „menschlichen“ Gene ran.

Die beiden Fremden waren noch immer in ihr Gespräch vertieft und schienen so gar nicht mehr der Musik zu lauschen. Bei näherem hinsehen vielen ihre Mäntel auf die doch wie geschaffen waren um Dinge wie Dolche, Säbel oder ähnliches zu verbergen! Die beiden sahen Marga überrascht an als sie sich zu ihnen setzte. Doch sie bemühten sich sogleich gefasst zu wirken. Die Frau schien sich plötzlich daran zu erinnern dass sie ja eine Dienerin war und senkte demütig den Kopf.

„Willkommen, Frem…Freunde in unsrigen kalten Ländern. Bitte genießen Getränke und Gastfreundschaft.“ Der Kerl schmunzelte breit und hob sein Wasserglas. „Eure Gastfreundschaft kann sich sehr wohl mit jener Messen die wir in unserem Wüstenstaat zu pflegen geloben.“ Das war ein Kompliment. Sarma mochte ein Sklavenverseuchtes und gewalttätiges Nest sein, doch die hohen Herren und Sultane gaben alles darum, gute Gastgeber abzugeben. „Es ist wahrlich frostig für unser Gemüt, deshalb verzeiht uns… edle Dame… dass wir es uns erlauben unsere Mäntel an zu behalten. Wir sind uns die kühle dieses Landes nicht gewohnt.“ Er trank einen Schluck und blickte zu der Sängerin hin, die ja seine Freundin sein soll.

„Das stimmen, zwischen dir und mein Tochter?“ „Sie ist eine wundervolle Frau!“ Schwärmte er grinsend. „Ihr leidenschaftliches Feuer brennt so heiss wie die Sonne Sarmas!“ Wie wohl die echte Gräfin auf diesen Ausspruch reagiert hätte? „Sie ist Zauberhaft!“ Hauchte er weiter. Seine Dienerin schwieg indessen. Just in jenem Moment beendete Antonietta ihren Gesang und verneigte sich. „Es wird Zeit.“ Hauchte sie. In ihrer Stimme schwang eine unendliche Trauer aber auch eine grässliche Wut mit. Es war sicherlich nicht leicht immer und immer wieder die Rolle eines der Opfer spielen zu müssen. Sie winkte nach Jan und liess sich was zu trinken geben, dann plauderte sie mit den anderen Musikern.

Die beiden Wüstenbewohner klatschten Beifall doch ihre Aufmerksamkeit blieb auf die Gräfin gerichtet.
„Ich hoffe ihr seid nicht gegen… unsere Verbindung Gräfin von Falkenstein. Mir scheint sie ist eine sehr gute Partie.“ Meinte er und lehnte sich lässig auf seinen Stuhl zurück. Er strich sich über seine Glatze. Am Finger trug er einen auffallend grossen Ring der mit einem blutroten Rubin besetzt war. „Wisst ihr… wir in Sarma pflegen zu sagen dass Liebe und der Treueschwur die schönste Form der Politik ist.“ Er lächelte breit.

Die Gäste begannen sich allmählich zurück zu ziehen. Sie wünschten einander eine Gute Nacht und zogen sich in ihre Gastgemächer im oberen Stock zurück. Der General und seine Gattin gingen nach oben, ebenso Marilene. Von Reuten stand unruhig bei der Treppe und schielte immer wieder besorgt zu Marga hin. Auch die Musiker verabschiedeten sich von Antonietta und gingen nach oben. Diese kam auf Marga zu, blieb hinter ihr stehen und legte ihre Hände auf ihre Schulter. Ein kalter Schauer durchzog die Halborkin. Von einem Geist berührt zu werden war nichts angenehmen. „Es wird Zeit… liebe Mutter…“ Sagte sie. „Ich bin müde… und werde mich nun zurückziehen.“ Offenbar war der Schankraum nicht der Tatort. Die ganze Gesellschaft schien sich nach oben zu wenden. „Syrus… würdest du mir vielleicht später… Gesellschaft leisten?“ Fragte Antonietta zuckersüss. Dieser nickte nur und gab ihr einen Handkuss. „Aber natürlich , meine Wüstenblume! Es sei denn eure Mutter hat noch was mit mir zu bereden?“
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Donnerstag 8. April 2010, 00:54

Als der Mann aus der Wüste seine Ausführungen von sich gab, war Marga wie nie zuvor von ihrer Rolle erfüllt. Sie knirschte mit den Zähnen, verengte die Augen und blickte den Wüstenbewohner in die Augen. Wie konnte dieser Abschaum etwas mit ihrer Tochter anfangen? Wie konnte er den freundlichen Empfang in diesem Haus mit der Wüste vergleichen, wo Fremde versklavt wurden?

Als es „Zeit“ wurde, begann Margas Herz zu rasen. Gleich würde ihr Gegenüber die Waffen zücken und alle abstechen. Doch das Blutbad blieb aus. Die Musik stoppte und die Gäste wurden sich ihrer Müdigkeit bewusst. Erst im Nachhinein erkannte sie, dass dies eine zweideutige Bemerkung war.
Dieser Sandwurm besaß auch noch die Frechheit weiter zu reden. Die Verbindungen – Verlobung, Heirat? Warum wusste sie noch nicht darüber bescheid?? – stellte er als Politik dar. Ihr wurde speiübel.

Ihr wallendes Gemüt wandelte sich in Schauer, als sie von ihrer Tochter berührt wurde. Mit ihren kalten, leblosen Geisterhänden. Sie musste sich beherrschen, nicht auffällig zu werden. Und wieder „wurde es Zeit“. Während die Gäste sich zurückzogen, darunter auch der General – vermutlich war das seine Art der Pflichtverletzung, blieb von Reuten noch unschlüssig am Fuße der Treppe. Die Gräfin von Falkenstein deutete ihm mit einer subtilen Geste an, zu bleiben, während sie sich um das Paar kümmerte.
„Nein, nichts mich haben mit dir zu bereden, Sürus.“, meinte sie und schickte den Braungebrannten mit seiner Dienerin fort. „Aber mit dir, Liebes.“, richtete sie sich an ihre Tochter.
„Was du auch mit ihm vorhaben, sparen dir für später, nach Hochzeit auf. Wenn du heute Nacht dein Zimmer verschließt und niemanden reinlassen, dann ich erteilen dir uneingeschränkten Segen.“
Mit diesem Versprechen schickte sie auch ihre Tochter nach oben. Der Schankraum war bis auf die letzte Dienerschaft leer und jetzt wandte sie sich letztlich ihrem Berater zu: „Das mit Kutsche war gelogen, mich wissen, dass Mord anstehen und wollten Mörder aus Deckung locken. Aber nicht geklappt.“ Sie seufzte. „Wenn mich nur wissen, wer oder wann genau oder wo…“ Erneut entlockte der Sachverhalt ihr ein lang gezogenes Seufzen. „Ihr haben Idee?“
Sie zweifelte, dass der Priester eine dieser Fragen beantworten könnte.
Und plötzlich kam ihr die Idee auf. Völlig unwissend war sie nämlich doch nicht. „Kommen mit!“, rief die Halborkin aufgeregt. Sie zerrte den Mann an seiner teuren Robe die Treppe hoch und dann durch den Gang. Die Türen waren alle geschlossen und Marga steuerte die letzte an.

Das Katzenzimmer: Die Geister wurden durch den Mord im Haus gehalten und die Geister wurden durch Katzen symbolisiert. Die einzige Tür, welche offen war. Das einzige Zimmer, das sich von den anderen unterschied. Und sie realisierte, dass es der eigentliche Mordschauplatz war.

„Wessen Zimmer das sein?“, fragte Marga sicherheitshalber, während sie zweimal klopfte und dann eintrat. Insgeheim hatte sie schon einen Verdacht.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 14. April 2010, 12:34

„Was du auch mit ihm vorhaben, sparen dir für später, nach Hochzeit auf. Wenn du heute Nacht dein Zimmer verschließt und niemanden reinlassen, dann ich erteilen dir uneingeschränkten Segen.“
Antonietta runzelte die Stirn. Dann stemmte sie ihre Hände in die Hüften. „Was hast du gegen Syrus?“ Brummte sie und verschränkte frustriert die Arme. „Er ist ein toller Kerl!“ Nörgelte sie schien aber ihre Mutter beim Wort zu nehmen. „Ich bring noch schnell Linda ins Bettchen.“ Meinte sie schliesslich schon beinahe versöhnlich. Linda? Ein neuer Name. Wer war sie? Der General hatte damals von drei Opfer gesprochen. Die Mutter und ihre beiden Töchter.

Antonietta stieg die Treppe hinauf. Ruhe zog im Schankraum ein Nur von Reuten stand noch am unteren Treppenende und sah die Gräfin besorgt an. „Das mit Kutsche war gelogen, mich wissen, dass Mord anstehen und wollten Mörder aus Deckung locken. Aber nicht geklappt.“ „Ich verstehe das ganze nicht!“ Klagte er unruhig. „Warum habt ihr nicht den General damit beauftragt den Mörder zu finden! Dass ist doch seine Arbeit! Ihr solltet euch in Sicherheit bringen! O..oder fühlt ich euch nicht wohl? Seid ihr fiebrig?“ Der Berater schien so verunsichert zu sein dass er gar begann an der Wahrheit von Margas Vermutungen zu zweifeln. Vielleicht fehlte der Gräfin ja etwas körperliches oder seelisches und sie bildete sich die ganze Mordgeschichte nur ein?

„Wenn mich nur wissen, wer oder wann genau oder wo…Ihr haben Idee?“ „Nein… ich weiss es nicht aber wenn ihr glaubt hier umgebracht zu werden dann flieht!“ Riet er aufgeregt. Doch die Gräfin wollte nicht hören. Im Gegenteil schien sie schon wieder in ihre ganz eigenen Gedanken versunken zu sein. Dann plötzlich hob sie ihren Kopf, stierte zur Treppe hoch und befahl ihrem Berater ihr zu folgen. „Ja…“ Meinte dieser unschlüssig. Er mochte vielleicht ein guter Berater sein aber wohl kaum ein Held der sich für sie in den Pfeilhagel werfen würde, dafür hatte er einen zu ängstlichen Charakter.
Die Holzdielen des oberen Stockwerks knirschten als Marga eilig darüber schritt. Sie stürmte auf das letzte Zimmer des Dachstocks zu. Im Gang war es gespenstig ruhig. Auch im letzten war nichts zu hören. Oder doch? Nein.

Die Halborkin klopfte in der Rolle der Gräfin an die Tür. Von Reuten blickte ihr verwirrt entgegen. „Das ist euer Zimmer.“ Klärte er sie auf kurz bevor Marga ins Zimmer eintrat. Es bot sich ihr ein schreckliches Szenario. Syrus stand im hinteren Bereich des Zimmers, fest in seinem Griff und mit einem Dolch an der Kehle erblickte Marga Antonietta. Sie konnte nicht um Hilfe rufen denn Syrus hielt ihr den Mund zu. Wenige Schritte daneben stand seine „Dienerin“ oder wohl eher Komplizin mit einem schlafenden Säugling im Arm.

Von Reuten wollte ebenfalls gerade ins Zimmer stürmen doch er wurde von der zuschnappenden Türe frontal im Gesicht getroffen und niedergestreckt. „Da haben wir ja die ganze Familie von Falkenstein beisammen.“ Erklang eine kühle weibliche Stimme in Margas Nacken. Die Baronesse schloss mit dem Türschlüssel das Zimmer ab und verschränkte die Arme.
Antonietta sah Marga flehend entgegen und wand sich in Syrus griff. Der tat ihr nur weh indem er leicht ihren Geisterhals ritzte. „Halt still!“ Knurrte der Geist.
„Wüstenbewohner sind ^praktisch. Sie verfügen über genug Charme sich in Familiensysteme einzuschleusen und genug Skrupellosigkeit um für Geld jeden Mord zu begehen.“ Kicherte die Baroness. „Ich rate dir.. keinen Schritt zu tun ansonsten verdreht die hübsche Dame deiner kleinen Tochter den Hals und Syrus skalpiert deine kleine rumhurende Sängerin!“
Meinte sie zuckersüss und trat in Margas Blickfeld.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Freitag 16. April 2010, 22:31

Linda? Marga unterdrückte den Zwang, verwirrt zu wirken. Stattdessen tat sie wissend und meinte bloß: „Ja, tun das.“ Sie dachte kurz nach: Gräfin sollte ermordet werden, mit ihren zwei Töchtern. Jawohl, zwei – Linda war ihr zweites Kind, gewiss jünger als Antonietta.
Die Halborkin blieb hart gegenüber der Tochter. Die größten Charmeure waren die schlimmsten Menschen.
Als sie allein mit dem Priester war, musste sie einigen Worten entgegnen: „Der General ist ein gut Mensch, aber nicht fähig, Mörder zu finden.“ Auf eine Erläuterung verzichtete sie, hatte dieser nicht selbst von seinem Versagen berichtet. „Mich sicher, im Notfall mutig sein, aber er Probleme, Mörder zu erkennen. Genau wie mich – bis jetzt.“
An Flucht dachte sie nicht. Sie hatte das Gefühl, wenn sie die Szenerie verließ, könnte sie das Spiel dadurch automatisch verlieren. Nein, sie strebte nach oben. Ins Katzenzimmer. Da es sich als einziges unterschied und Adelige Sonderhäppchen mochten, war es klar, dass es der Hausherrin, also der Gräfin gehörte. Das Anklopfen war nur eine Vorsichtsmaßnahme gewesen und vielleicht sogar ein Fehler im Nachhinein, da die dahinter lauernden vorgewarnt wurden.

Sie brauchte erst einen Augenblick, um die Lage im Inneren zu analysieren. Die linke Hälfte des Raumes war von der offenen Tür verdeckt, der rechte Teil zwar leer, aber im hinteren Raum war ein schreckliches Bild zu sehen. Die Wüstenbewohner hielten ihre Töchter in der Mangel. Die Lage wurde noch verschlimmert, denn Marga erinnerte sich daran, dass der hintere Raum der Katzenfriedhof war!
„Nein…“, flüsterte sie stumm und trat ein. Von Reuten wollte nachkommen, doch da bekam er schon beim Laufen die Tür ins Gesicht geschlagen, dessen Riegel auch sofort einschnappte. Eingesperrt, die eiserne Dame hatte sich dahinter verborgen. Sie konnte nur hoffen, dass von Reuten nicht vor Schock oder durch den Schlag auf den Kopf ohnmächtig geworden war. Er konnte vielleicht den General holen.

Die Halborkin hätte vielleicht wieder so eine risikoreiche Aktion wie damals mit den blassen Langohren gewagt, aber wenn es um das Leben eine Kleinkindes und einer jungen Frau ging? Sie konnte nicht beide Wüstenbewohner niederringen und möglicherweise endete eine solche Aktion damit, dass entweder die Wüstenbewohnerin das Kind fallen lies, was allein schon gefährlich für den Säugling war, oder Syrus machte kurzen Prozess mit seiner „Geliebten“. Also blieb sie starr wie eine Salzsäule stehen.

Marga wusste nicht, was sie tun sollte, aber dann kam alles wie von selbst. Kannte sie sich mit Theater aus, hätte sie es improvisieren genannt, aber diese Worte kamen nicht von ihr selbst. Dies war der Schatten der Gräfin, der durch Marga sprach:
„Geht es um das Geld? Ist der schnöde Mammon Grund genug, ein Unglück herbei zu beschwören? Wenn, dann will ich diesen Fluch loswerden, um meine Töchter zu retten. Ich würde alles Geld und den kompletten Besitz der Grafschaft Falkstein aufgeben und ihnen, Baronesse, vermachen. Lieber will ich betteln gehen, als auch nur eine meiner Töchter zu verlieren. ALLE Schätze würde ich für ihr Wohl geben.“
Sie war nun eigentlich nur Zuhörerin bei diesem Monolog, aber Margas kritischen Sinne waren immer noch gespitzt. Und sie erkannte, dass die Worte zwar wahr waren, aber auch einen Hintergedanken trugen. Die eiserne Dame war nicht die einzige Person in diesem Raum, der es allein um das Geld ging… Hatte diese es nicht selbst gut ausgedrückt, dass sich diverse Leute sich nur dem Profit verpflichtet sahen? Und der ganze Adelsbesitz war gewiss mehr als eine bloße Standardbezahlung.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 21. April 2010, 10:58

Die Situation war zum zerreissen gespannt. Messer drückten sich an Kehlen, Arme hielten unruhig kleine Lebewesen und stechende Blicke waren aufeinander gerichtet. Alles achtete auf die Reaktion des jeweils anderen und es war Marga die reagierte doch auf eine Art und Weise wie es wohl keiner der Beteiligten erwartet hatte. Wütend ohne die Verzweiflung abgelegt zu haben klang ihre Stimme und die Worte welche sie aussprach passte in die damalige Zeit – zumindest um Welten mehr als Margas gewohnte Sprachstruktur.

„Geht es um das Geld? Ist der schnöde Mammon Grund genug, ein Unglück herbei zu beschwören?“[/i ] Die Baronesse presste ihre Lippen aufeinander und funkelte Marga düster entgegen. Doch sie schwieg, liess die Frau reden. Warum auch nicht? Sie würde ohnehin bald das zeitliche segnen!
“Wenn, dann will ich diesen Fluch loswerden, um meine Töchter zu retten. Ich würde alles Geld und den kompletten Besitz der Grafschaft Falkstein aufgeben und ihnen, Baronesse, vermachen.“ Die beiden Wüstenbewohner runzelten die Stirn und starrten die Gräfin verblüfft an. Unsicher schielten sie zu der Baronesse hin welche sie mit einem strengen Blick dazu gemahnte standhaft zu bleiben. Sie verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust und schnaubte während sie mit ihren Augen rollte.

“Lieber will ich betteln gehen, als auch nur eine meiner Töchter zu verlieren. ALLE Schätze würde ich für ihr Wohl geben.“
„Schöne Worte Gräfin aber du irrst. Hah! Geld! Es ist nur Mittel zum Zweck. Nach Geld dürstet es mich nicht hab ich doch selbst genug davon!“ Zischte die Gräfin und trat in Margas Blickwinkel. „Nein… das ist es nicht…“ Sie strich über Margas Wange und sah sie mit einer kälte in den Augen an dass man erschauern konnte. „Es geht mir um Einfluss, Macht und Titel. Jaa… die Familie von Falkenstein hat zu viel Einfluss in dieser Region als dass ich dies länger dulden könnte! Zwei erfolgreiche Handelsunternehmen sind einfach zu viel für diesen Ort… Seid der Seesperre der Grandessarer ist zudem der florierende Handel ins stocken geraten. Kunden werden rar… und ich habe nicht vor sie an euch zu verlieren!“ Sie knurrte. „Ich will dass der Name Falkenstein aus den Köpfen der Menschen verschwindet.“ Ein Funken Wahnsinn spiegelte sich in ihrem Blick wieder.

Die beiden Wüstenbewohner sahen sich kurz an und zuckten schliesslich mit den Schultern. Doch sie schienen über Margas Worte nachzudenken. War es wirklich das Geld wert eine angesehene Grafenfamilie auszurotten? Man würde sie suchen und jagen über den ganzen verdammten Kontinent hinweg!
„Im Namen des Gesetzes macht sofort die Tür auf!“ Ertönte plötzlich eine bellende Stimme und man hörte wie ein wuchtiger Körper sich gegen die Tür warf, ohne dass der Riegel aus der Angel fiel.

Antonietta schrie vor Angst und Linda begann zu weinen. Die Baronesse brauste auf, zwang sich aber leise zu sprechen. „Tötet sie endlich!“ Keifte sie den beiden Wüstenbewohner zu und zog selbst einen dünnen… aber unglaublich scharfen Silberdolch. Während die beiden Halunken zögerten ging die Baronesse auf Marga los.
„NEIIIIIIINNNR!“ Brüllte Antonietta entsetzt. „HILFE! HILFEEEE!!!“ Syrus sah sich gezwungen ihr den Mund zuzuhalten. „MRHRMR!!“
„SOFORT WEGTRETEN!“ Brüllte es von aussen und schon warfen sich zwei Körper gegen die Tür. Es würde nicht mehr lange dauern bis sie geknackt war.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Samstag 24. April 2010, 19:03

Diese seltsamen, klug anmutenden Worte. Marga konnte sich nicht erinnern, die Urheberin jener zu sein. Sie kamen zwar aus ihrem Mund und so, aber sie hätte sie nie so gesprochen. Marga war verwirrt und ihr wurde schwindelig. Das hier war ein Theaterstück, nicht wahr? Sie war Schauspielerin… Die Lösung war nahe, aber sie kam nicht darauf.

Sie hörte sich die Erläuterungen an und bevor die echte Marga sprechen konnte, ergriff die fremde, eloquente Stimme einer Frau - älter als zweimal so alt wie sie - wieder das Ruder: „Macht und Einfluss?“, gefolgt von einem gehetzten, erzwungenen Lachens, „Ihr habt das Geschäft nicht verstanden. Derartige Politik ist Mittel, nicht Zeck, meine Teuerste. Im Endeffekt nichts, außer ein Mittel Geld vom Handel abzuschöpfen. Was strebt Ihr nach mehr Macht, wenn ihr sie nicht braucht? Also tut ihr Unsägliches allein aus symbolischen Grund?“

Marga blickte einen Augenblick nach unten… Eigentlich trug sie das rotbraune Kleid, das Nell ihr geschneidert hatte, aber jetzt war es ersetzt worden durch fremdartige Garderobe.

An der Tür wurde urplötzlich gehämmert. Die Stimme des Gesetzes hallte herein. Der General? Vermutlich war er es. Aber an dieser Tür hätte er gewiss lange zu knabbern. Die Gräfin hatte die Tür aus dicken Eichenholz mit stabilen Scharnieren und einem robusten Riegel fertigen lassen, vermutlich um in der Nacht sich selbst und ihr Kind in Sicherheit zu wissen. Aber jetzt waren diese Vorsichtmaßnahmen hinderlich.

Die Gräfin zeigte auf die beiden Wüstenbewohner: „Ihr da, bedenkt: Wenn diese Tür berstet, wollt ihr als Mörder da stehen oder als reumütige? Lasst meine Töchter unbehelligt: Wenn diese Frau im Kerker versauert, müsst nicht ihr es auch tun.“

Doch plötzlich zog die Baronesse etwas, was wie ein silberner Brieföffner aussah, aber tatsächlich ein Dolch war. Diese Bedrohung erweckte Marga wieder; Hier waren die Überlebensinstinkte der Halborkin gefragt. Ihre Tasche hatte sie nicht dabei und gewiss hätte ihr Messer, zwar größer als das Pickserchen der eisernen Dame, dieser keinen Schaden zugefügt. Geister eben. Andererseits würde ihre Seele auf ewig gefangen werden, wenn der Mord erneut geschah.
Sie sah keine Waffe aus dieser Zeit und auch nichts, was sich als eine verwenden ließ. Sie musste sich also anders behelfen. Das Rammen gegen die Tür erinnerte sie daran, dass die Zeit auf ihrer Seite stand. Da draußen waren möglicherweise der General und gewiss der Priester, vielleicht mit Verstärkung. Sie musste nur durchhalten. Sie hob die Fäuste und wartete auf eine Gelegenheit, ihr die Waffe aus der Hand zu schlagen oder sie ihr sogar zu entreißen. Auch war ihr Plan, der Baronesse eventuell einen ordentlichen Tritt gegen das Schienbein zu verpassen, um sie zurückzudrängen.

Währendessen versuchte sie die Tür zu entriegeln, wenn sie eine Hand zur Verfügung hatte, ohne ihre Deckung aufzugeben. Natürlich achtete sie darauf, nicht im Weg der Tür zu stehen, wenn sie das erreicht hatte – Im Gegensatz zur Baronesse, die dann ihre Abrechnung dafür bekam, sich vorhin hinter der Tür versteckt zu halten.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Sonntag 2. Mai 2010, 16:40

Das Hämmern an der Tür wurde nun stärker. Bald würde der General, der Priester zusammen mit der möglichen Verstärkung sie eingerannt haben. Um ihnen das Eindringen zu erleichtern, beschloss Marga, den Riegel zu lösen. Zwar konnte sie nur eine Hand entbehren um nicht ihre Deckung fallen zu lassen, doch nach und nach löste sich der Riegel. Immer wieder sah sie zu der Baronesse, falls diese angreifen sollte

Was mit ihr und ihren Freunden passieren würde, sollte sie es nicht schaffen, wusste sie. Sie musste die teuflische Baronesse aufhalten und die Morde verhindern. Zwar war die Baronesse, ihre Begleiter und alle anderen nur Geister, doch die Situation war trotzdem nicht sehr berauschend.

Ihre Worte schienen bei den beiden Wüstenbewohnern Wirkung zu zeigen. Sie standen nur verwirrt da, unfähig den Befehl der Baronesse auszuführen. Anscheinend hatten sie Gewissenskonflikte. Sie wollten nicht im Kerker landen.

Und eben jene geriet nun völlig in Rage: „Steht hier nicht dumm rum! Tötet sie endlich!“ Sie war fuchsteufelswild. Einerseits, weil ihre Speichellecker nicht ihre Arbeit machten, andererseits wegen dem Hämmern an der Tür. Es bleib nicht mehr viel Zeit, um den Mord auszuführen. „Dann mache ich es eben selbst, wenn ihr nicht einmal dazu in der Lage seid!“ Beschloss sie kurzerhand.

Syrus lockerte für einen Moment seinen Griff und das nutzte Antonietta kurzerhand, indem sie ihm in die Hand biss und sich losreißen konnte. „Argh!“ Brachte dieser nur hervor. Er versuchte nicht einmal, sie aufzuhalten. Die junge Frau rannte sofort zu Marga und löste nun an ihrer Stelle den Riegel, sodass sich die Halborkin wieder voll und ganz der Baronesse widmen konnte, die sehr ungehalten war. Wobei es stinksauer eher getroffen hätte.

Mit einem ‚Klack’ löste sich der Riegel, gerade als die „Eiserne Dame“ ihren Angriff beginnen wollte, sie brachte nur ein „Neiiin!“ heraus. Die Tür schwang auf, und der General, der Priester samt einem halben Dutzend Soldaten stürmten herein. Er sah zur Baronesse, dann zu Marga. Aufgrund der Tatsache, dass Letztere eine Waffe direkt auf Marga bzw. die Gräfin von Falkenstein gerichtet hatte, war für ihn ein eindeutiges Zeichen. Er sprach: „Baronesse! Ihr seid verhaftet, wegen versuchten Mordes, lasst die Waffe fallen und ergebt euch! Andernfalls werden wir Gewalt anwenden!“

Das Blatt schien sich zugunsten Margas zu wenden.

[Ich hoffe, das geht so. Sollte ich etwas vergessen haben oder unzureichend beschrieben haben, dann melde dich bitte bei mir]
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Montag 10. Mai 2010, 21:06

So wie sich das Hämmern und die Geräusche von außerhalb anhörten, hatte sich dort draußen eine halbe Armee angesammelt. Nur leider war selbst eine halbe Armee nur so schnell, wie die ersten eine Tür öffnen konnten. Marga versuchte mehrfach, den Riegel zu lösen. Doch wann immer sie das tat, gab sie ihrer Deckung auf und die Baronesse machte einen schnellen Vorstoß, der alle Bemühungen vergebens machte. Sie blickte der älteren Dame in die Augen. Wahnsinn, Wut, Furcht. Die Augen der Wüstenbewohner: Zweifel und Angst. Marga schüttelte ihren Kopf: Welch seltsame Weise, diese Leute zu betrachten. Sie selbst machte sich selten etwas aus fremder Leute Gefühle. Diese Blicke gerade eben waren ähnlich wie die klugen Worte, die vorher völlig unerwartet aus ihrem Mund kamen.
Ein kleines Gerangel entstand im Nebenraum. Sie blickte hin und sah wie ihre Tochter – Antonionetta – mit Syrus kämpfte. Rote Striemen auf dessen Hand deuteten auf einen Biss hin.
Blöden Kuh, dachte sich Marga. Riskieren dein Leben und deine Schwester. Nichtsdestotrotz zeigte sie Respekt gegenüber diesem Mut. Und offensichtlich tat die Dienerin keine Anstalten, dem Würmchen irgendein Leid zuzufügen.

Die Grafentochter, vermochte ihren Plan auszuführen und öffnete unter Schutz ihrer Mutter, welche die Baronesse zurückhielt, die Tür und herein stürmten auf beinahe lächerliche Weise die Soldaten. Hätte sich das Drama nicht verhindern lassen können, wenn auch nur einer vor ihrer Tür Wache gestanden hätte, um ihren verletzlichen Nachwuchs zu beschützen? Beim Gedanken an den Nachwuchs wurde der Gräfin ganz bange ums Herz. Sie lief zum Hinterraum, den bis jetzt kein Soldat betreten hatte. Noch immer war das Kleinkind in Hand der Komplizen. Die Gräfin lief mit offenen Händen und einen freundlichen Gesichtsausdruck hinein. „Danke.“, sagte sie bloß. „Ihr habt im richtigen Moment das richtige getan.“
Vorsichtig nahm sie das Kind entgegen und an sich und drehte sich zu den Männern um.
„Diese beiden waren Komplizen, aber sie haben Reue gezeigt. Sie mögen von Strafe verschont sein, solange sie nie mehr einen Fuß in meine Grafschaft setzen.“ Dann gab sie ihr Kind an Antionetta ab und trat auf die Baronesse zu. „Ihr aber…“ Sie ließ den Satz unvollendet im Raum stehen. Eine offene Drohung mochte gewiss die schlimmste sein. Dann wandte sie sich wieder ihrer Tochter zu. Solche Geschehnisse mochten viel für die junge Frau sein. Besonders, wenn ihr vorheriger Verehrer sich als Mordsknecht herausstellte. Die schlimmsten Teufel waren diejenigen, die einem vorher wie Engel erschienen waren.
Marga war müde und verstand nicht mehr viel. Offensichtlich war ihr Part in dieser Geschichte vorbei; Nun übernahm die Gräfin, die Quelle der klugen Worte und Gedanken. Die Halborkin aber hatte den Mord aufgeklärt - sogar verhindert - und dabei nicht die Spielregeln verletzt.

Dieses Drama hatte kein tragisches Ende. Zeit, dass endlich der Vorhang fiel.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Samstag 15. Mai 2010, 20:17

[Tut mir Leid wegen der langen Wartezeit. Ich hatte in den letzten Tagen ein kreatives Tief. Ich bitte um Entschuldigung.]

Die Baronesse schäumte vor Wut. Alles war schief gegangen! Der Mord konnte nicht ausgeführt werden! Die Machtübernahme war gescheitert! Schon wurde sie von den Soldaten ergriffen und abgeführt. Als sie an Marga vorbeikam, sagte sie: „Dafür werdet ihr mir büßen!“ Zwar war das jetzt unmöglich, aber drohen konnte man ja immer mal. Dann gingen sie durch die Tür und verschwanden.

Die Komplizen hörten stumm das Urteil, das die Gräfin von Falkenstein über sie sprach. Sie nickten. Niemals wieder würden sie die Grafschaft betreten und ihren Bewohnern Schaden zufügen. So gingen sie zur Tür. Die übrigen Wächter ließen sie passieren und auch sie verschwanden spurlos.

Nun bemerkte Marga, dass sich der Geist der Gräfin von ihr löste und er nun vor ihr erschien. Ihre Stimme hatte die vorherige Strenge verloren, sie sprach fast schon befreit. „Hab Dank. Durch deinen Heldenmut wurde der Mord vereitelt und der Fluch gebrochen, durch den wir an dieses Haus gebunden wurden. Nun sind wir endlich frei, nach all der Zeit!“
Nun sprach sie vollkommen anders, als wäre das Szenario gerade eben niemals passiert. Sie dankte Marga noch einmal und dann verschwanden die Geister und hinterließen das Haus still und verlassen, außer Marga natürlich. Wie lange diese armen Seelen hier schon ihr Dasein fristen mussten, konnte niemand sagen, doch nun waren sie erlöst und konnten in Frieden ruhen.

Marga stand nun noch eine Weile da, unschlüssig, was sie jetzt tun sollte, als sie ein herzhaftes Gähnen hörte. „Uuahh! Wie spät haben wir es denn? Hab ich gut geschlafen!“ Belenus! Und Laiya! Sie waren endlich wieder erwacht! Verdutzt sahen sie Marga an. „Was war denn los? Ist in der Zwischenzeit etwas passiert?“ Sagte der Waldelf, noch schlaftrunken. Offenbar war das Erwachen so plötzlich eingetreten, wie vorher die Ohnmacht. Zumindest sah es nicht so aus, als hätten ihre Körper die plötzliche Unruhe nicht verarbeiten können. Kein Wunder, wenn sie sich kaum auf den Beinen halten konnten.

Nun musste Marga sich erst einmal um die Beiden kümmern und sie wieder richtig munter machen, auch wenn sie gerade nicht wusste, wie.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Montag 17. Mai 2010, 19:51

Und endlich war die Geschichte abgeschlossen. Die Geister bedankten sich bei der Halborkin und verließen sie schließlich. Sie waren erlöst, da schließlich die Geistermagierin, die tote Tochter der Gräfin, Genugtuung gefunden hatte. Verwunderlich, dass Leute, die derartige Schmerzen erleiden und es besser wissen müssten, auch andere mitreißen.
Sie befand sich nun im Katzenzimmer, doch die Tiere waren verschwunden. Durch einige Spalte im Dach und durch die Ritzen der Fensterläden sah Marga die frühe Morgensonne schüchtern herein scheinen. Sie nahm sich einen Moment der Ruhe, um alles zu verarbeiten. Wie viele anderen Frauen waren hier gefangen worden und sind gescheitert? Sie wusste es nicht, aber sie hatte das dumpfe Gefühl, dass es mehr als nur eine Hand voll waren.
Und offensichtlich war sie die erste, die das Rätsel aufgeklärt hatte. Natürlich kamen viele gute Gedanken auf von der Gräfin, aber letztendlich hatte sie alles zusammengefügt. Das lag vermutlich daran, dass sie – ihrer eigenen bescheidenen Meinung nach – klüger als der Durchschnitt war.

Doch sie wurde aus ihrem Sinnieren geweckt. Da standen die beiden Langohren schlaftrunken und müde. Was passiert war? Marga entschied sich dagegen, die ganze Geschichte aufzuwickeln, viel zu kompliziert für sie und für ihre müden Begleiter. Man würde ihr sowieso nicht glauben. Stattdessen entschied sie sich für die kurze Variante: „Nix besonderes.“ So brach sie das Versprechen gegenüber ihrer Lehrerin nicht. „Es spuckt hier nicht mehr.“
So schwer, wie die beiden sich auf den Füßen hielten, glaubte Marga, dass die beiden Schlafprobleme hatten. Oder sie sind mit dem falschen Fuß aufgestanden, welcher es auch bei ihnen sein sollte. Marga meinte bestimmt: „Entschuldigt, aber Ihr solltet lieber noch ein Weilchen schlummern. Wird tun gut.“ Sie stützte beide und lief mit ihnen runter. An der Treppe lehnte sie jeweils einen an die Wand, während sie den jeweils anderen die morschen und nicht mehr ganz sicheren Stufen runterführte.
Hoffe, Laiya erinnert sich daran nicht! , dachte die Halborkin, während sie die beiden bestimmt zum Stall schob und auf einen Heuballen niederlegte und die beiden sogar zudeckte. Auch sie selbst legte sich hin und versuchte ein Auge zuzutun. Müde war sie gewiss davon, die halbe Nacht adelige Mordfälle aufzuklären und zu verhindern, aber das Bauernblut in ihr verhinderte, dass sie schlief. Die Sonne schien, es gab Arbeit unter dem Himmel und Marga konnte einfach keine Ruhe finden. Dann dachte sie daran, dass sie eigentlich auf der Flucht waren und wenn sie schon nicht schlafen konnte, sollte sie besser die Weiterreise vorbereiten. Aus der Scheune brachte sie etwas von dem Heu hervor, das frisch war, vielleicht sogar noch aus diesem Sommer stammte. Sie dachte nicht darüber nach, wer es herbeigeschafft hatte, sondern gab den Pferden reichlich zu fressen. Dann fand sie noch eine alte Bürste und machte sich an, die Tiere zu striegeln. Während sie letztendlich die Tiere sattelte, blickte sie zum offenen Stall. Sie hoffte, dass sie zeitig aufwachten, aber sie befürchtete, wenn sie die beiden weckte, könnten sie ähnlich wie vorhin reagieren.
Geduldig wartete Marga bei den Pferden und verputzte eine halbe Scheibe Schinken zum Frühstück.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Samstag 22. Mai 2010, 00:16

Marga war stolz auf sich selbst. Sie, die man immer für dumm und unkultiviert gehalten hatte, sie, hatte den Mord, der vor 150 Jahren begangen wurde, aufgeklärt. Schon viele waren vor ihr gescheitert und ihre Seelen gefangen worden. Doch nun hat sie bewiesen, dass auch Orks, oder in ihrem Fall, Halb-Orks, manchmal den Menschen überlegen waren, besonders, wenn sie vom Geist der Person, die sie verkörpern, geleitet wurden.

Als Belenus sie nach den Geschehnissen fragte, sagte sie nur, dass die Geister ihren Frieden gefunden hatten. Wie das passiert sei, behielt sie für sich. Laiya versuchte nicht einmal, noch etwas dazu zu sagen, dafür war sie noch zu müde. Der magische Schlaf, dem beide erlegen waren, war nicht erholsam gewesen. Als wären sie in ein Koma gefallen, traumlos. Kein Wunder, dass es da für ihre Körper keine Gelegenheit gegeben hatte, wieder zu Kräften zu kommen. Auch Belenus gähnte müde. Den Vorschlag Margas nahm er mit Freuden an. „Gut. Ich könnte wirklich noch etwas Schlaf vertragen.“ sagte er schlaftrunken. Auch Laiya pflichtete ihm müde bei. „Wird wohl besser sein. Halb wach sind wir keine große Hilfe.“ Auch sie gähnte herzhaft.

Marga half den beiden die Treppe hinunter und brachte sie in den Stall, wo sie im Heu und Stroh einschliefen.
Sie selbst hatte nicht vor zu ruhen, obwohl sie sichtlich erschöpft war. Die ganze Nacht irgendwelche Mordfälle aufklären zehrte an der Substanz.
Sie fand trotz all der Müdigkeit noch Zeit, die Pferde zu striegeln und as selbst noch etwas, immer darauf bedacht, die beiden Schlafenden nicht zu wecken, sonst bekäme sie vermutlich irgendwelches inhaltloses Geschwätz der beiden Schlaftrunkenen an den Kopf geworfen und das musste nicht sein.

Die Sonne schien freundlich vom Himmel und man konnte Vogelgezwitscher vernehmen. Und nirgends war eine Spur von Gefahr zu erkennen. Zumindest noch nicht.

Sie warf hin und wieder einen Blick auf die Beiden. Belenus brabbelte irgendwas im Schlaf, vermutlich ging es um irgendwas zu essen, da in jedem zweiten Satz von Gebäck und Kuchen die Rede war. Das war aberwitzig. Wo sollte man hier denn derartiges herbekommen? Aber sie ließ ihn. Sollte er ruhig von diesen Leckereien träumen. Wenn er aufwachte wird er schon erkennen, dass es nur ein Traum gewesen war.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Montag 24. Mai 2010, 13:34

Unschlüssig stand Marga nun da. Sie konnte sich keine andere Arbeit denken und machte einen Spaziergang um das Haus, dann legte sie sich noch einmal kurz hin, einschlafen konnte sie aber nicht. Sie trat wieder aus dem Stall und starrte in die Ferne.
„Wie lang wohl?“, fragte sie rhetorisch in die Stille. Da draußen befanden sich die bleichen Leute mit den weißen Haaren und den blauen Lippen. Hatten sie die Soldaten Jorsans besiegt? Möglicherweise. Und jetzt waren sie hierher unterwegs… Wie lange hatte der Kampf gedauert? Wie viel langsamer waren sie ohne Pferde? Vielleicht schlichen sie sich gerade an und warteten auf einen günstigen Moment zum Zuschlagen?
Wenigstens war letzte Frage leicht zu beantworten: Nein, da waren sie noch nicht, denn eine günstigere Gelegenheit gab es nicht als diese. Vielleicht sollte sie einen Hinterhalt planen oder eine Falle aufstellen. Hinterhalt war zu riskant… Und was für eine Falle? Sie besaß nichts, was dafür geeignet wäre. Aber vielleicht ein bisschen trockenes Stroh, eine auf einen Türgriff platzierte Kerze und das Haus könnte eine Todesfalle für Laiyas Sippe werden. Aber Marga befürchtete, dass sie sich eher selbst abfackeln würde. Sie dachte nach und nahm sich schließlich einen alten Eimer, der erstaunlicherweise noch immer Wasser halten konnte und füllte ihn mit der Wasserpumpe. Selbst das Quietschen der seit Ewigkeiten nicht mehr geölten Pumpe weckte die beiden nicht auf. Es war Zeit für ein paar Übungen.

Die Halborkin schleppte den Eimer ins Haus und dann die Treppe hoch. Dort stellte sie ihn ab und nutzte einen Moment zur Ruhe, um über ihr Vorgehen nachzudenken. Manche Leute sagten, dass man Praktisches mit Vergnüglichem mischen sollte. Marga hingegen mischte Praktisches mit Praktischem, Notwendigkeit mit Übung. Sie schaute sich die Treppe an: An einer Seite hatte sie ein morsches Holzgeländer zum Festhalten, doch das hielt noch zu gut. Marga legte einfach Hand an und rüttelte an ihm bis die rostigen Nägel aus ihrem fauligen Holzgräbern gezogen wurden. Lose steckte sie die Nägel wieder rein und richtete das Geländer so aus, dass wieder wie vorher aussah. Nur wenn diesmal jemand danach griff, würde es aus der Halterung gleiten, anstatt Halt zu geben.
Dann schüttete sie etwas Wasser auf die oberste Stufe. Ihre Hand glitt darüber und sie wirkte ihre Eismagie. Es war zwar anstrengend, aber längst nicht so ermüdend wie vor ihrem Training mit Laiya. Eine Schicht Glatteis legte sich über die Holzbohle. Dann trat Marga mit dem Eimer wieder einen Schritt nach unten und die nächste Stufe war an der Reihe. Es dauerte eine Weile, aber letztendlich überschaute sie, wie die fünf obersten Stufen der Treppe spiegelglatt waren. Es war zu kühl im Gebäude, als dass das Eis schmolz und zu wenig Licht, als dass man sofort den Unterschied zu den unbedeckten Stufen sah. Marga hoffe, dass sich die Verfolger die Zeit nahmen, das Gebäude zu durchsuchen und sie stellte sich vor, wie einer dann auf der Treppe ausrutschte, das Geländer packte, das ihm aber auch nicht helfen konnte und hinunterfiel. Jedes Langohr mit gebrochenen Bein oder schlimmeren Verletzungen war ein Verfolger weniger oder hielt sogar die ganze Gruppe auf.

Sie nahm den Eimer und lief die unteren, sicheren Stufen herunter, darauf aufpassend, das Geländer nicht zu benutzen. Unten träumten die beiden Schlafmützen immer noch vor sich hin. Belenus redete sogar im Schlaf von Kuchen und anderen Leckereien.
Abgesehen vom Buch über Eismagie hatte Marga in ihrer Kindheit häufig Kochrezepte gelesen, darunter zahlreiche für Früchtekuchen und anderes Gebäck. Aber hier hatte sie weder Mehl, noch Obst, noch einen Ofen. Die einzige Zutat, die sie hatte, wäre Honig. Den hatte sie auf ihrer Reise noch nicht angerührt und als der Laib Brot schon verzehrt war, wusste sie nichts damit anzufangen – bis jetzt.
Sie nahm das Gläschen, öffnete es und hielt es unter die Nase des Schlafenden. „Aufwachen, Kindchen, es geben was süßes.“, flüsterte sie übertrieben mütterlich in das Ohr des Schlafenden.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 27. Mai 2010, 19:17

Nachdem sie etwas gegessen hatte, wurde es Marga zu langweilig und umrundete das Haus. Sie fragte sich, wann die Sippe von Laiya die Verfolgung aufgenommen und wann sie sie finden würden. Möglicherweise hatten sie die jorsanischen Soldaten überwinden können. Es würde nicht mehr lange dauern, bis sie ihnen auf die Schliche kamen.

Den Gedanken, dass sie schon irgendwo lauerten verwarf sie, da sie jetzt schon tot wäre, wenn ihre Verfolger hier wären. Sie überlegte, was sie tun könnte, um die Eiselfen zumindest etwas aufhalten zu können. Ein Hinterhalt schied aus und die Vorstellung das Haus in einen brennenden Scheiterhaufen zu verwandeln, war für sie selbst ebenfalls zu gefährlich. Die Gefahr, sich selbst und ihre beiden Begleiter einzuäschern, war zu groß.

Sie entschied sich deshalb, im Haus selbst ein paar Fallen vorzubereiten. Sie hatte vor den Elfen eine rutschige Überraschung zu bereiten. Zu diesem Zweck füllte sie einen alten Eimer mit Wasser. Selbst durch die Quietschgeräusche der Wasserpumpe wachten ihre beiden Begleiter nicht auf, sie schliefen tief und fest.

Sie zuckte mit den Schultern und schleppte den Eimer in das Haus, die Treppe hinauf. Und schon fing sie an, die obersten Stufen der Treppe mit Wasser und Eismagie zu präparieren. Um das Ganze in eine nicht ganz ungefährliche Rutschpartie zu verwandeln, löste sie auch die Halterungen des Treppengeländers und stellte es nur lose wieder in die ursprüngliche Position.
Somit war sicher gestellt, dass jemand, der nach dem Geländer griff, auf jeden Fall stürzen musste und wahrscheinlich seine gesamte Gruppe aufhielt. Vielleicht fielen sogar mehr als einer der rutschigen Treppe zum Opfer. Und dann hätten Marga und ihre Begleiter vielleicht einen

Als sie fertig war, lief sie die unteren Stufen sicher zurück. Ihr war nicht entgangen, dass Belenus im Schlaf sprach. Über Kuchen! Verrückt! Doch er konnte träumen von was auch immer. Bloß war hier weit und breit kein Kuchen! Und es gab auch nichts, womit man einen hätte backen können. Außer Honig hatte sie nichts vergleichbar Süßes. Also hielt sie ihm das Glas unter die Nase und rief ihm mütterlich ins Ohr, dass es Süßes gab.
Er schnupperte, roch die Süße des Honigs. „Honigkuchen?“ Fragte er und schlug die Augen auf.
Dann aber musste er aber erkennen, dass es NUR Honig war. „Kein Kuchen?“ Sagte er erstaunt. „Egal, der Honig allein tut es auch. Danke.“ Sagte er dann freundlich, aber immer noch verschlafen.

Laiya schlummerte trotz Allem immer noch selig und erholte sich von dem unnatürlichen Schlaf, dem sie vor nicht all zu langer Zeit erlegen war.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Samstag 5. Juni 2010, 16:11

Erst zweifelte sie berechtigterweise an der Idee. Dass sie den Schlafenden aufwecken könnte mit dem Geruch von etwas Süßem, könnte auch nach hinten losgehen und ihn noch tiefer in den Traum schicken. Aber als dessen Finger sich lösten und sich um das Honigglas legten, wusste sie, dass sie Erfolg hatte.
Er war wie durch einen Schlag wach, nicht hellwach, aber munter. Das würde ausreichen. Marga hatte kein Problem damit, die Strenge zu sein und nahm das Honigglas auch gleich wieder weg, schraubte es sorgfältig zu und verstaute es in ihrer Tasche.

„Blanker Honig sein keine gescheite Mahlzeit. Später wir können essen Honigbrote, aber jetzt wir müssen sein hurtig.“ Marga war natürlich bereit, ihre Vorräte zu teilen, aber jetzt war einfach nicht der richtige Zeitpunkt, um zu naschen. Und außerdem arbeitet es sich mit klebrigen Fingern nicht zu gut…
Die Halborkin blickte zur Sonne und ihrem Stand nach war es schon früher Vormittag. Je mehr Zeit verging, desto hektischer wurde sie und befreite sie sich von ihrer sonstigen Ruhe.
„Wir sind immer noch Fliehlinge und mich haben nichts gut Gefühl… Ihre Familie ist uns immer noch auf den Fersen.“, erklärte sie, während sie auf die schlafende Lehrmeisterin deutete.
Kurz dachte sie nach und dann erläuterte sie ihren Gedankengang: „Weißt du, wie wir sie aufwecken? Wenn nicht, du musst sie aufs Pferd bringen, während sie noch schläft. Ich kann helfen beim Tragen, aber beim Reiten musst du sie allein halten.“ Marga bereitete das Unbehagen. Einen Sack Kartoffeln konnte man getrost auf einem Pferd transportieren, aber wenn ein ohnmächtiger Mensch vom Sattel stürzte, konnten empfindliche Teile von ihm zerbrechen.

Die Pferde waren bereits gesattelt, aber Marga hatte das dumpfe Gefühl, dass sie etwas vergessen hatte. Sie machte eine Probe aufs Exempel und wollte auf den Sattel steigen, der aber sofort nachgab und verrutschte. Erst jetzt merkte sie, was sie vergessen hatte: Der Sattel musste nicht nur aufgelegt, sondern auch an der Unterseite des Pferdes so festgemacht werden, dass er stramm ansaß. Sie zog Belenus zu Rate, weil sie beim dem Gewirr an Gurten, Riemen und Schlaufen einfach nicht zurechtfand. Und sie ärgerte sich, dass sie so viel Zeit mit Herumlaufen und Fallen aufstellen verbracht hatte, aber die Flucht doch nicht so gut vorbereitet hatte, wie sie vorerst gedacht hatte.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Sonntag 6. Juni 2010, 15:57

Er betrachtete interessiert das Honigglas, doch als sie es ihm wieder wegnahm, schluckte er leicht. „Blanker Honig sein keine gescheite Mahlzeit. Später wir können essen Honigbrote, aber jetzt wir müssen sein hurtig.“ Das war ihr Argument. „Du hast Recht.“ Gab der Elf zurück.
Damit war er einverstanden. Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen, also Honigbrote. Manchmal hatte man den Eindruck, dass tief in Belenus eine richtige Naschkatze schlummerte. Und ausgerechnet jetzt war sie aufgewacht, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Aber zumindest war der Elf wach, um ihr zu helfen, alles für eine waghalsige Flucht vorzubereiten, obwohl sie selbst langsam Zweifel verspürte.
Marga sagte: „Wir sind immer noch Fliehlinge und mich haben nichts gut Gefühl… Ihre Familie ist uns immer noch auf den Fersen.“ Dabei deutete sie auf die Schlafende. Man konnte die Nervosität in ihrer Stimme richtig erkennen.

Stimmt ja! Die Eiselfen würden sie bestimmt erwischen, wenn sie hier nur rumsaßen und nichts taten. Hastig sprang der Elf auf und half, so gut es ging. Bei den Lederriemen des Sattels tat sich die Halborkin schwer, also unterstützte er sie dabei, diesen ganzen Lederwirrwarr zu entwirren und richtig festzuzurren.

So nebenbei machte sie sich Gedanken, was sie mit der schlafenden Eiselfe machen sollten. Aufwecken? Lieber nicht, am Ende könnte sie ihnen das übel nehmen. Aber hier lassen kam nicht in Frage! Zur Not müsste sie auf das Pferd gehievt werden. Nur musste Belenus sie dann festhalten, damit sie nicht herunterfiel. Und das würde sie aufhalten.

Er nickte. „Keine Sorge, ich pass schon auf, dass sie nicht vom Pferd purzelt. Das würde sie uns dann bestimmt übel nehmen.“ Bemerkte Belenus mit einem verschmitzten Lächeln. Laiya war in solchen Sachen sehr anstrengend und unglaublich nachtragend.

Und wieder war die Angst vor den Eiselfen da. Man musste nicht konzentriert nachdenken, um die Bestrafung zu erraten, die die Eiselfen für sie bereithielten.

Besser nicht daran denken! Belenus war bemüht, den Wirrwarr zu ordnen. So viele Lederriemen auf einem Haufen, das war kniffliger als erwartet.
Doch schließlich strahlte er, er hatte es geschafft! So leicht war es nicht einen Pferdesattel richtig festzuzurren, wie man normalerweise denken würde.

„Hilf mir mal, unser Dornröschen hier in den Sattel zu heben.“ Sagte der Elf. Er konnte ein leichtes Grinsen gerade noch so unterdrücken. Wenn Laiya das hören würde, sie würde ausrasten.

Zusammen schafften sie es, die schlafende Elfe in den Sattel zu heben, dann stieg Belenus ebenfalls auf und hielt sie fest, damit sie nicht wieder herunterfiel.

Dann ritten sie los, immer darauf bedacht, so wenig Lärm wie möglich zu verursachen. Nicht das die Eiselfen verfrüht auf ihre Fährte gelockt wurden.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Samstag 12. Juni 2010, 10:32

Erleichtert sah Marga zu, wie Belenus den Sattel des ersten Pferdes richtete. Auch er hatte seine Schwierigkeiten, aber Marga schaute aufmerksam zu. Beim zweiten Pferd konnte sie sogar einigermaßen mithelfen, das Sattelzeug zu befestigen.
Einmal kletterte sie auf das Pferd, um den Halt nachzuprüfen, bevor sie wieder herunterkletterte, um Belenus mit seiner Liebsten zu helfen. Margas folklorischen Kenntnisse waren mehr als mangelhaft, sodass sie die Anspielung auf Dornrösschen nicht verstand. War das nicht die Frau auf dem Turm, die mit der Kürbiskutsche und dem halb vergifteten Apfel? Aber worauf sich Marga verstand, war Dinge zu tragen. Ihre Oberarme waren die Folge einer arbeitsreichen Erziehung auf dem Lande und im Vergleich zu Mehlsäcken, Holzscheiten und landwirtschaftlichen Gerät waren die Beine einer mageren Frau ein Fliegengewicht.
Marga und Belenus setzten die Eiselfe rittlings auf den Sattel, damit sie beim Aufwachen der Frau problemlos weiter reiten konnten und weil es auch für sie unangenehm wäre, beim Erwachen einen vorbei gleitenden Boden zu sehen.

Marga hielt die Eiselfe, die bereits schlafend auf dem Sattel saß, bis Belenus jenen erklommen hatte und selbst Hand anlegte. Die Halborkin hoffte, dass er es schaffen konnte, sie zu halten und gleichzeitig einen zügigen Ritt auszuhalten. Marga lief zu ihrem Pferd, kletterte darauf und setzte sich wieder im Damensitz darauf, beide Beine auf einer Seite herunterhängend.
Sie ritten denselben Weg zur Straße zurück, auf welchem sie anfangs zum gruseligen Gasthaus geraten waren. Marga warf noch einmal einen Blick zurück und erinnerte sich an die Geschichte dort, in die sie verwickelt war. Abgesehen von ihr selbst kannte kein anderer Lebender die Wahrheit, was dort passiert war. Aber das reichte ihr, Marga war vielleicht ein Tick überheblich, aber nicht prahlerisch.

Dieses Mal ritt Marga vorne, denn falls Gefahr drohte, war es bestimmt besser, wenn sich ihre schlafende Lehrmeisterin sich in der Gefahrenzone befand. Sie erreichten die Straße und Belenus wies ihr die richtige Richtung, damit sie weiter nach Norden reisen konnten. Marga blickte nach Vorne und fragte sich, was wohl als nächstes auf sie zukam.
Ihre geographischen Kenntnisse waren mehr als bescheiden, aber als Bürgerin Jorsans wusste sie über ihre nördlichen Nachbarn bescheid. Das Bild, das sie aus den wenigen Begegnungen mit Grandessanern zog, war immer das gleiche: Dünne Körper, hungrige Gesichter, traurig-grimmige Augen. Außerdem war dies das Land, aus dem ihr leiblicher Vater gekommen war, auch wenn er bestimmt nicht dort geboren wurde.
Sie blickte weiterhin nach vorne. Vielleicht ergab sich die Gelegenheit für Nachforschungen.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Montag 14. Juni 2010, 18:27

Der Ritt verlief vorerst ereignislos und keine Gefahr kreuzte ihren Weg. Zumindest ein gutes Zeichen. Vielleicht waren die Eiselfen zu sehr damit beschäftigt, das Geisterhaus auf den Kopf zu stellen und sich dabei sämtliche Knochen zu brechen.

Zwischendurch machte sich Marga einige Gedanken, bezüglich Grandessa und ihrer Bewohner. Zwar waren ihre geographischen Fähigkeiten auf ein Minimum beschränkt, doch sie wusste, dass Grandessas Einwohner, Jorsan nicht gerade positiv gewogen waren.

Ihr Vater kam aus diesem Land, doch schien er nicht dort geboren worden zu sein. Aber woher kam er dann? Vielleicht fanden sie es ja dort heraus. Nur mussten sie behutsam und methodisch vorgehen, denn die Einwohner Grandessas waren Fremden immer etwas misstrauisch, besonders, wenn sie aus dem verfeindeten Jorsan stammten.

Laiya schlief immer noch, obwohl sie wortwörtlich durchgeschüttelt wurde. So ein Ritt auf einem Pferderücken war eben nichts wirklich sanftes, wenn man auch den Zustand der Straße mit einbezog. Die war in einer sehr schlechten Verfassung, überall Schlaglöcher und größere Steine auf dem Weg. Oft mussten sie die Straße kurz verlassen, um einen Weg um die Hindernisse herum zu finden.
Der einzige Vorteil der Felsen war, dass Verfolger ebenfalls durch diesen Irrgarten aus Steinen hindurch mussten. Wenn sie dazu noch in der Lage waren, versteht sich. Immerhin hatte sie ja ein paar kleine Fallen im Geisterhaus ausgelegt, die man höchstens mit ein paar Prellungen und sogar im schlimmsten Fall mit üblen Knochenbrüchen überlebte…oder auch nicht.
Es zählte ja nur, dass sie aufgehalten wurden.

Für stellte das eine ziemliche Herausforderung dar, denn sie musste nun aufpassen, dass das Pferd nicht strauchelte, stürzte und sich den Hals brach. Dann hatte sie ein ernstes Problem.
Doch sie konnte es erfolgreich um die Felsen herumbewegen, konnte aber nicht verhindern, dass sich das Pferd ab und zu etwas aufschürfte. Ärgerlich, aber unvermeidbar.

Belenus hatte mehr Schwierigkeiten, denn er war durch die schlafende Laiya in seinem Handeln mehr eingeschränkt. Mehr als einmal fiel sie ihm beinahe vom Pferd, nur mit Mühe und Not konnte er das mehrmals verhindern. Nur er atmete gehetzter, als vor Beginn des Rittes. „Puh! Diese Steine machen es einem wirklich nicht leicht. Ich hoffe, wir kommen bald zu einem Stückchen Straße, dass nicht so blockiert ist.“ Sagte er schwer schnaufend.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Freitag 18. Juni 2010, 22:25

Etwas kritisch blickte Marga auf die Eiselfe zurück. Wie konnte die immer noch schlafen? Der Ritt auf einem Pferd war hart und schüttelte einen durch. Sie mochte diese Schläfrigkeit ihrer Meisterin nicht, sie wollte endlich weiter üben. Das Fallen-Legen vom Morgen war schon so weit in die Vergangenheit zurückgefallen, dass Marga es nicht einmal mehr berücksichtigte.
Dann blickte sie wieder nach vorne. Ihr Puls beruhigte sich und sie gewann ihre gewohnte Kühle zurück. Das Temperament war doch ein ziemliches Hindernis bei Eismagie. Hätte sie damals ein Buch der Pyromantie gefunden (natürlich hieß es in Margas Gedanken „Feuerzaubern“), dann hätte sie bestimmt schon viel größere Fortschritte gemacht.

Belenus hatte sie mit Honiggeruch wieder erweckt, also hatte auch die Lehrmeisterin bestimmt etwas, das sie wieder wach machte. Aber Margas einzige Ideen, waren vielleicht einen Eiszapfen unter ihre Nase und eine Handvoll Schnee in den Nacken. Beides Dinge, welche die Halborkin problemlos bewerkstelligen konnte. Aber Laiya sah sowieso schon aus, als würde sie an einer dauerhaften Unterkühlung leiden, also nichts riskieren. Und wenn sie diese mächtige Magierin erschreckte, dann gab es in naher Zukunft tiefgekühlte Halborkin.
Durch die Gefahr, dass die Schläferin stürzen könnte, mussten die Pferde langsam gehen und als sich der Weg dann auch allmählich verschlechterte, waren sie nicht schneller als ein Wanderer zu Fuß.

Die Böden waren uneben und Felsbrocken schmückten den Weg. Sie mussten die Pferde zwischen den kleinen Findlingen hindurchführen oder auch mal auf den Wald neben den Wegen ausweichen. Weil die Pferde sowieso langsamer wurden, stieg Marga vom Pferd ab. Es hatte, keinen Sinn mehr weiter zur reiten. Stattdessen konzentrierte sie sich darauf, die beiden Pferde weiterzuführen, die nun große Gefahr liefen, sich an Kanten zu stoßen oder an Ecken zu schneiden.
Diese schwierige Aufgabe erforderte viel Aufmerksamkeit und zehrte genauso auch an ihrer Geduld. Wenn hier so viele Steine lagen, warum hatte man dann hier eine dämliche Straße gebaut? Dann folgte ein Wegabschnitt, der so eng mit Steinen blockiert war, dass Marga letztendlich der Geduldsfaden riss. Sie machte keine Anstalten, das Pferd außen herum zu führen. „Jetzt reichen!“ Stattdessen warf sie ihre Tasche auf den Boden, kramte darin, bis sie schließlich ein paar Handschuhe zu Tage brachte. Es waren grobe Arbeitshandschuhe aus kratzigen Leder, aber genau richtig für den Zweck. Sie warf auch den Mantel ab, ging zu einem der Steine, bückte sich, packte ihn und mühselig schleppte sie ihn zur Seite. Auch um die anderen Brocken kümmerte sie sich. Sie hob, schleppte, zog, rollte und hebelte die Steine beiseite, die sie beiseite bringen konnte und führte letztendlich die Pferde zwischen den richtig großen Felsen herum. Sie hatte nur einen kurzen Weg freigemacht, aber er reichte, um den schlimmsten Abschnitt zu überbrücken. Sie lief zurück zu ihrer Tasche und hängte sie sich wieder um. Die Handschuhe behielt sie gleich ein.

Dieser Kraftakt hatte einige Energie gekostet, aber es hatte ihr geholfen, sich abzuregen. Endlich hatte sie wieder eine ersehnte Ruhe im Kopf ohne größere Emotionen und ohne komplizierte Gedanken.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Montag 21. Juni 2010, 20:15

Belenus staunte nicht schlecht, dass Laiya trotz der schlechten Straße immer noch schlief. Spätestens bei den ganzen Schlaglöchern hätte sie aufwachen MÜSSEN. „So langsam spüre ich jeden einzelnen meiner Knochen. Autsch!“ Klagte der Elf und rieb sich seine Kehrseite. Reiten war für ihn zwar noch in Ordnung gewesen, doch diese Straße übertraf alles bisher Erlebte. Immer wieder schüttelte es ihn bis aufs Mark durch und auch Laiya schwankte ab und zu erschreckend. Einmal konnte er einen Absturz ihrerseits gerade noch verhindern.

Marga indes blickte immer wieder zu der Eiselfe, entschied sich dann aber, sie lieber schlafen zu lassen. Sie konnte immer noch nicht richtig begreifen, warum jemand bei so einem Höllenritt schlafen konnte. Aber sie wollte sie nicht wecken. Nicht, das sie noch sauer darauf reagieren würde und das würde sie womöglich tun. Mir Sicherheit. Sollte sie in Ruhe schlafen und wieder zu Kräften kommen.

Die herumliegenden Felsen machten ein Vorankommen sehr schwer. Sie stieg deshalb ab, auch weil sie so das Pferd schonen würde und begann, die Felsen wegzuwuchten. Eine ziemliche Plackerei, doch schon nach einer kurzen Weile war der Weg frei genug, sodass sie unbeschadet passieren konnten.

Nach einer Weile war die Straße nicht mehr so irreparabel beschädigt und sie kamen schneller voran. Die Pferde schnaubten dankbar und auch Marga und Belenus waren erleichtert, dass die Schlaglöcher weniger wurden. Und Belenus’ Kehrseite war ebenfalls froh, dass die Durchschüttelei ein Ende gefunden hatte. Vorerst. Es war noch ein relativ weiter Weg, und immer noch hingen ihnen die Eiselfen im Nacken.

Aber wenn man ehrlich zwischen ihnen und den Dunkelelfen wählen konnte, die mit dem Nachbarreich Grandessa paktierten, dann würden sie vielleicht die Eiselfen wählen, da die Dunkelelfen sie langsam und qualvoll sterben lassen würden. Ihnen schien einfach das Foltern in die Wiege gelegt worden zu sein. Sie waren sadistisch, verschlagen und abgrundtief böse…zumindest die meisten von ihnen. Von den Eiselfen dagegen konnte man von einem schnellen Tod ausgehen.

„Hm, wir sollten unsere Spuren verwischen, damit sie uns nicht so leicht verfolgen können“, schlug Belenus vor. Dann stieg er vorsichtig vom Pferd, immer darauf achtend, dass Laiya im Sattel blieb. Zusammen mit Marga verrückte er die Felsen wieder an ihre ursprünglichen Positionen und verwischte die Schleifspuren. Damit würde einem unaufmerksamen Betrachter nicht auffallen, dass hier vor kurzem noch jemand durchgekommen war.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Donnerstag 24. Juni 2010, 20:30

Dadurch, dass Marga den schlimmsten Teil des Pfades zu Fuß ging, blieb sie vom Geholper verschont. Belenus Gejammer blendete sie aus, er sollte weiter sitzen bleiben und seine Gefährtin Laiya stützen, die jederzeit fallen konnte. Ein wunder Hintern war besser als ein gebrochenes Rückrat.

Schließlich war der Weg wieder anständig passierbar und Marga vermutete, dass sie auch wieder aufsitzen konnte. Ihr Pferd trabte schon weiter, bevor die Halborkin zurückblickte und das Pferd zum Anhalten brachte, indem sie einmal sanft ihre Fersen auf die Flanke des Tieres klopfte. „Belenus? Was los?“, fragte sie verwundert, als dieser vorsichtig abstieg, wobei er Laiya behutsam hielt und dann so auf den Sattel zurückließ, dass sie mit etwas Glück nicht fallen konnte. Außer das Pferd machte einige unnötige Schritte oder schüttelte sich. Deshalb blickte Marga dem Gaul einmal streng in die Augen. Der Blick besagte, dass Marga wusste, wie man aus einem Stier einen Ochsen machte und dass sich ähnliches auch mit einem Hengst machen ließ.

Dann schaute sie fragend zu Belenus. Hatte sie das richtig verstanden? Er wollte sie Spuren verwischen… Verwirrt folgte sie ihm. Sie blickte auf den Weg. Keine Abzweigungen, zur Seite nur Wald. Das mit dem Spuren verwischen klappte doch nur, wenn es verschiedene Wege gab, oder? Trotzdem gab sie keine Widerworte. Solange Laiya nicht aufwachte, war Belenus der Anführer der Gruppe. Um alles so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen, strengte sie sich gehörig an und die schweren Felsen, die sie vorher nur mit Schwierigkeiten beiseite schaffen konnte, waren mit Belenus Hilfe nun etwas einfacher zu bewegen. Auch konnte man sehen, wo die Steine hin gehörten, denn an ihren alten Plätzen war der Boden eingedrückt und die Erde fest gepresst.
Mit den Ästen von Nadelbäumen – denn die Laubbäume waren noch kahl – verwischte Belenus dann schließlich die Spuren, die von dem Geröll stammten und auch ihre Fußspuren und die Hufabdrücke. Marga ging als erstes zurück zu den beiden Pferden, während Belenus hinter ihnen herfegte und die letzten Spuren beseitigte. Marga blickte zum Wegesabschnitt zurück und hätte keinen Unterschied wahrnehmen können. Sie hoffte, dass dies auch für ihre Häscher galt. Selbst wenn sie es durchschauten, gab es den schwachen Trost, dass auch sie von den Hindernissen aufgehalten wurden.

Aber die beste Strategie war es Abstand zu gewinnen und das taten sie mit ihren schnellen Pferden. Laiya war nicht gestürzt und jetzt verlief der Ritt weiter. Einmal blickte Marga zurück und kurz blitzte ein Lächeln in ihren Augen, als sie sah, dass Belenus sich auf die Steigbügel gestellt hatte, um sein geplagtes Gesäß zu schonen.
Sie blickte zum Himmel. Bald würde es Mittag sein und sie würde ihre Honigbrotversprechen einlösen müssen. Vielleicht hatten sie auch bei einer kleinen Rast eine vernünftige Idee, wie man die Schlafende endlich aufwecken konnte.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Sonntag 27. Juni 2010, 19:18

Marga wunderte sich, dass Belenus die Spuren verwischen wollte, da es hier weit und breit keine Kreuzung gegeben hatte. Aber solange die Eiselfe schlief, war er sozusagen der Anführer der kleinen Truppe. Sie sagte nichts gegen seinen Einfall.

Marga half die Spuren so gut es eben ging zu beseitigen, indem sie die Felsen an ihre ursprüngliche Stelle zurückschob. Es war eine Knochenarbeit und obwohl Belenus ihr beim Felsenschleppen half, dauerte es etwas, bis alles wieder an seinem Platz und soweit in Ordnung gebracht worden war, sodass es aussah wie niemals angerührt. Nach einer Weile jedoch war es geschafft!

„So. Sieht aus wie vorher. Die werden wohl dumm aus der Wäsche gucken, wenn sie hierher kommen.“ Meinte der Elf. Es sah in der Tat so aus, als wären sie hier niemals durchgekommen. Für ihre Verfolger würde es auf jeden Fall so aussehen, als hätten sie sich urplötzlich in Luft aufgelöst.

Nun blieb nur zu hoffen, dass sie darauf hereinfielen und dann aufgeben würden. Aber es hatte sich ja schon gezeigt, dass diese Eiselfen sehr hartnäckig waren. Die würden bestimmt nicht so leicht das Handtuch werfen, nur weil sie ihre Spuren verwischt hatten. Sie würden bestimmt den Wald durchkämmen und jeder noch so kleinen Spur folgen, die sie hinterlassen könnten. Aber dadurch wiederum würden sie so viel Zeit verplempern, dass die Gruppe schon weit entfernt sein würde.

Sie machte sich darüber Gedanken, dass sie das Honig-Versprechen noch einlösen musste. Und wie sie Laiya wach bekamen. Auch Belenus machte sich inzwischen sehr große Sorgen um seine Begleiterin. Vielleicht war der Schlafzauber, dem sie beide erlegen waren, bei ihr noch stärker als bei ihm gewesen. Was wäre, wenn sie überhaupt nicht mehr aufwachte?

Doch vorerst würde diese Frage offen bleiben müssen. Sie mussten schnell einiges an Abstand zu dieser Stelle aufbauen, denn sonst wäre das ganze Felsenschleppen und Spuren verwischen umsonst gewesen. Also verloren sie keine Zeit und zogen weiter. Belenus war inzwischen wieder aufgesessen, vorsichtig, wie er auch abgestiegen war, jedoch schonte er seinen Hintern, indem er etwas aufrechter in den Steigbügeln stand. Er sah dabei sehr komisch aus.

Nachdem sie einige Stunden geritten waren, ohne auf Verfolger oder andere störende Hindernisse zu treffen, konnten sie sich eine Rast erlauben. Belenus hatte mir Margas Hilfe Laiya vom Pferd gehoben und sie auf ihren Mantel gebettet. „Wach bitte auf!“ klagte der Elf. Auch er verstand diesen dauerhaften Schlafzustand immer noch nicht.

Nach einer Weile gab er das Zureden auf, setzte sich jedoch neben sie und ergriff ihre Hand. Sie war kühl, wie der Rest der Eiselfe. Es schien als würde sie nur aus Eis bestehen.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Samstag 3. Juli 2010, 14:39

Es war früher Nachmittag und sie hatten einen guten Weg zurückgelegt. Die Strecke war wieder offen und hindernisfrei und sie konnten die Schnelligkeit der Pferde wieder ausspielen. Jeder Vorsprung war wichtig bei dieser Verfolgung, das verstand sogar Marga ansatzweise. Obwohl die Verfolger auszuschalten ihr eigentlich lieber wäre.

Sie machten am Wegesrand bei einem kleinen Findling Rast. Belenus legte seine Liebste in ihrem Mantel gewickelt ins Gras und sorgte sich um sie. Marga währenddessen kümmerte sich um den Proviant. Sie selbst hatte kein Brot mehr, also nahm sie einen Leib aus Belenus Gepäck. Erst schnitt sie drei Scheiben Brot herunter, bevor sie daran dachte, dass Laiya ja in ihrem Zustand kaum etwas essen würde. Wenn sie nicht aufwachte, würden die beiden Wachen eben je noch eine halbe Scheibe verzehren. Sie nahm ihren Honig, öffnete ihn und schmierte mit ihrem Messer ein paar Honigbrote.
Auf der Schneide des Messers klebte noch etwas von dem zähflüssigen Gold und in diesem Zustand wollte sie es nicht wieder einpacken. Es abzuwaschen wäre Verschwendung, also fing die Halborkin an, die Schneide abzulecken. Vorsichtig glitt ihre Zunge immer auf die scharfe Kante hin, aber niemals ihr entgegen, sodass sie sich nicht schnitt. Ihre Augen wanderten zu Laiya. Belenus hielt die Hand der bleichen Frau und vermochte sie nicht aufzuwecken.

Marga hatte keine Ahnung, was sie tun konnte. Das war zu kompliziert. Schlafende mussten aufwachen, doch es war schon so viel passiert, was eine normale Schläferin selbst aus dem tiefsten Schlummer geweckt hätte.
Plötzlich wurde ihr Gedankengang unterbrochen. Schmerz aus ihrem Mund sorgte dafür, dass sie aufschnellte. Sie schmeckte einen metallischen Geschmack und als sie auf das Messer blickte, sah sie Blut. Mit einem „Pfui“ spuckte sie aus. Sie hatte sich in Gedanken versunken doch geschnitten. „Verdammter Mift!“, schimpfte sie und trat gegen den Stein.
Es war zwar nur ein kleiner Schnitt, doch dieser Schmerz und der Blutgeschmack machten sie wütend. Und das alles nur wegen dem schläfrigen Spitzohr. Sie drehte sich um und blickte zu Laiya. Wütend stapfte sie auf die Lehrerin zu, bückte sich und packte sie an den Schultern.
„MEIFTERIN; AUFWACHN!“, rief sie und schüttelte sie kräftig durch, dass einem der Ritt vorkommen könnte wie eine gemütliche Kutschfahrt. „DU WIRFT UNF NICHT ALLEINLAFFEN!“
Keine Regung, die Augenlieder blieben geschlossen. Marga hatte schon einen guten Teil ihrer Puste durch das Schreien verbraucht, aber sie äußerte nun alles, was sie bedrückte: „Deine Fippe if hinter unf her! Du bringft mir nikf bei! Wegen dir hab ik mif gefnitten!“

Doch sie blieb regungslos und als Marga sich abgeregt hatte, legte sie die Frau wieder behutsam hin. Sie realisierte, was sie da gerade getan hatte. Zwar war Laiya eigentlich kein Haar gekrümmt worden, aber dieses Durchschütteln war trotzdem falsch gewesen
Beschämt blickte sie zu Belenus und entschuldigte sich: „Tut mir leid, hab überreg…übara… mich dumm verhalten.“ Sie ging wieder zum Stein zurück. Dort nahm sie ihr Brot, klappte es in der Mitte zusammen und wickelte es dann in ein Tuch ein, um es in ihrer Tasche zu verstauen zu können.
Geblutet hatte ihre Zunge nur in den ersten paar Sekunden, aber die geschnittene Stelle war noch offen und Marga hatte das Gefühl, dass Brotkrümel darin schmerzhaft sein würden. Sie würde es später essen.

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