Unterwegs nach Eldar

Dies ist das südliche Königreich unter der Herrschaft des jungen und großzügigen König Richard dem Dritten. Armut findet man hier kaum, sondern meist Wohlstand und Zufriedenheit, einfach ein Reich zum Wohlfühlen.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Montag 3. August 2009, 11:50

Als Marga auftauchte versuchte Laiya wieder einigermaßen aufmerksam auszusehen, als wolle sie ihre körperliche Erschöpfung vor der Schülerin verheimlichen. Aber selbst wenn ihre Augen offen waren, so fehlte es in ihrem sonst so kalten und scharfen Blick an Aufmerksam- und Wachsamkeit, was man sonst immer fand. Belenus warf ihr einen tadelnden Blick zu, den die Eiselfe aber ignorierte.
Beide lauschten nun Margas Schilderung und Laiya hob nun eine Augenbraue, anscheinend wieder etwas aufnahmefähiger geworden. Sie fuhr sich kurz über den Hals, wo einst der Eispfeil steckte, und strich sich dann das Haar darüber.
„Und? Hast du etwas Auffälliges gesehen? Spuren, die auf Leben hindeuten? Abgesehen von der Katze“, fragte sie schließlich und umfasste in einer Geste die Stallungen. „Es kann doch nicht angehen, dass hier niemand ist und aufpasst!“ Sie schüttelte den Kopf und sah dann zu den Pferden. Nachdenkliches Schweigen wanderte auf ihre Miene.
Belenus indes war ein wenig hin und her gelaufen und kratzte sich schließlich am Hinterkopf. „Wenn die Tür offen ist, sollten wir nachsehen, ob jemand da ist, damit wir des Nachts nicht heimlich überrascht werden. Wir sollten die Nacht hier verbringen, es ist schon zu spät um einen neuen Rastplatz zu suchen.“ Dabei deutete er hinaus auf den verfärbten Himmel und sprach auch die Tatsache an, dass es im Winter nicht lange dämmerte, sondern schnell dunkel wurde. Es wäre riskant im Dunkeln durch unbekanntes Gelände zu marschieren und dabei zu hoffen, nicht vor einer Bärenhöhle zu rasten – oder von Laiyas Brüdern entdeckt zu werden. Die waren sicherlich immer noch hinter ihnen her, sollten sie den Angriff der königlichen Garde überlebt hatte.
Er fürchtete beinahe, dass sie es getan hatten.
Die aufgeschlossenen Augen des Waldelfen sahen zu Marga, die Augenbrauen erhoben sich leicht. „Zeige mir, wo die Tür ist, die du meinst.“ Dann blickte er zu Laiya, die daraufhin in einer wegwerfenden Geste meinte: „Ich kann schon auf mich allein aufpassen.“ Belenus nickte, nicht ganz überzeugt, aber dennoch machte er sich daran, hinaus zu gehen und winkte Marga mit sich.

Als sie Pferdescheune und Haus umrundet hatten und wieder vor der Hintertür beim Garten standen, sah Belenus sich um. Gepflegt war es hier und wenn die Jahreszeit eine andere gewesen wäre, so stände hier sicherlich einiges in Blüte. Sein Blick fiel dann auf die Tür und die Katzenklappe. Langsam schritt er auf diese zu, drückte die Klinke hinunter und öffnete sie. Angespannt hielt er die Luft an, obwohl Marga zuvor auch schon hier gewesen war und meinte, nichts gesehen zu haben. Wieder begrüßte sie die kühle, staubige Luft und ein irritierendes Zwielicht, das mit fortschreitender Tageszeit sicherlich in ein stockfinstres Dunkel übergehen würde.
Langsam ging der Waldelf vor durch den Flur und war bald schon an einer Treppe angekommen. Auf dem staubigen Boden und den Stufen hinauf entdeckte er die kleinen Abdrücke der Katzenpfoten, frisch. Ansonsten keine weiteren. Fragend schaute er zu Marga.
Irgendetwas trieb sie Katze wohlmöglich nach oben.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Dienstag 4. August 2009, 19:57

Dass ihre Meisterin erschöpft war, konnte Marga ihr ganz deutlich ansehen. Man konnte es ihr nicht verübeln, sie hatte den Eispfeil abbekommen und trotz Belenus heilenden Lichtes musste ihre Wunde trotzdem innerlich verheilen und die Kälte verdrängt werden. Natürlich sprach die Halborkin das Thema nicht an, offensichtlich war es ihrer Meisterin peinlich, wie man es ihr ansehen konnte.
Sie schüttelte den Kopf, als man sie fragte, ob sie weitere Lebenszeichen entdeckt hätte. Das brachte sie wieder auf das Problem, ob das Haus nun bewohnt war oder nicht. Sie hatte es satt, alles nur im Kopf zu überdenken und verschiedene Theorien zu entwickeln. Marga wollte endlich das Haus betreten und nachschauen, ob nun jemand da war oder nicht. Letztendlich warf Belenus diesen Vorschlag in den Raum und Marga erhob sich schnell aus dem Heuballen, sie war bereit zur Erkundung. Auch war nun Belenus dabei, also war sie nicht allein, dies musste den ängstlichen Teil in ihr endlich zu Ruhe bringen.

Sie ließen Laiya mit den Pferde zurück, auch wenn Marga es fragwürdig fand, ob die erschöpfte Frau wirklich auf sich selbst aufpassen könnte. Sollten ihre Brüder hier auftauchen, würde es aber sowieso keinen Unterschied machen. Diesmal gäbe es keinen Überraschungsmoment, diesmal würden sie Marga nicht unterschätzen und diesmal würde nicht eine Gruppe Reiter auftauchen, um ihnen im letzten Moment noch etwas Zeit zu verschaffen. In diesem Fall wären sie so oder so verloren.
Sie umrundeten das Gebäude und erreichten den Garten und die Hintertür. Marga hätte gerne gewusst, was Belenus wohl mit seinen Augen für Details erkannte, bestimmt mehr als sie. An der Tür schien er zu zögern. Genauso wie die angehende Eismagierin es vorher getan hatte, zog er die Klinke nur äußert langsam nach unten, gespannt, ob die Tür verschlossen war. Wäre sie es, dann müsste das bedeuten, dass jemand sie abgeschlossen hatte, es also noch jemanden hier gab, doch die Tür war offen.

Im Inneren traute sich Marga mehr als vorher: Während sie Belenus folgte, der den Pfotenabdrücken der Katze nachging, warf sie immer wieder Blicke in die Räume auf den Seiten, die nicht verschlossen waren. Staubige, ungenutzte Räume, dunkel und spärlich möbliert. Sie fand nichts von Interesse. Bei der Treppe blieb Belenus stehen und so musste auch sie anhalten.
Im Staub auf den Stufen konnte man die Spuren der Katze gut erkennen, auch wenn es recht düster war, denn das einzige Licht stammte aus der geöffneten Hintertür und auch draußen setzte schon eine kurze Dämmerung ein. Marga schaute sich die Fährte an und meinte dann überflüssigerweise: "Nur Katze, kein anderes Tier oder Mensch. Nur nach oben." Also befand sich die Katze im oberen Stockwerk, aber ein möglicher Besitzer hielt sich dort nicht auf - jedenfalls vermutlich.
Belenus fragenden Blick interprettierte sie als Aufforderung, also lief sie als erstes hoch. Auf der letzten Stufe blieb sie jedoch stehen, denn sie wollte nicht zufällig die Spuren der Katze verwischen, indem sie auf die Abdrücke lief. Außerdem ergab sich ein noch größeres Problem: "Belenus, hier sein dunkel, können nicht sehen. Du haben vielleicht Kerze oder Lampe?" Unten hatte man noch etwas sehen können, weil das Dämmerungslicht durch die Hintertür schien, aber das Licht konnte die Treppe schlecht erklimmen. "Oder du machen Zauberlicht?"

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Samstag 8. August 2009, 17:21

Die Helligkeit war wirklich haarscharf an der Grenze zur völligen Dunkelheit, daher war es wirklich schwierig etwas auszumachen. Dielen knarrten, als protestierten sie, dass Füße über sie hinweg trampelten. Dabei waren sie ja zu nichts anderem gemacht – zum darüber hinweg Latschen.
Die Pfotenabdrücke waren insofern noch gut in dem Staub zu erkennen, weil hin und wieder ein kleiner Wassertropfen dabei lag, wahrscheinlich geschmolzener Schnee. Marga ging nun vor die Treppe hinauf, wieder knarrte das Holz unter ihnen protestierend. Aber auf halbem Wege blieb sie allerdings stehen, drehte sich um und meinte, es sei zu finster.
Darauf hätte ich auch von selbst kommen können, dachte sich Belenus und runzelte die Stirn. Aus irgendeinem Grund sträubte sich etwas in seinem Inneren, Magie anzuwenden, auch wenn er nicht genau sagen konnte, was und vor allem wieso dieses Gefühl so eindringlich war. Schulterzuckend vertrieb er allerdings diese Eingebung und ging soweit hoch, dass er neben Marga stand; Die Treppe war ausreichend breit genug. Der Waldelf öffnete die Hand mit der Handfläche nach oben und erschuf dabei eine sich langsam erhellende Kugel, die in der Luft schwebte, ähnlich einer Sonne nur in klein – und weit weniger hell. „Wer weiß, wen ich alles wecke, wenn ich den ganzen Raum erhelle“, gab er zu bedenken und schickte die Kugel, die wie ein Irrlicht in der Luft flimmerte, vor, sodass sie über den Köpfen von Marga und ihm schwebte und ein mildes Licht im Umkreis von drei Metern verteilte mit der Intensität von fünf großen Kerzen.
„Ich hatte eine Nachtelfe einmal beinahe umgebracht, weil ich so unbedacht gehandelt habe. Seitdem bin ich vorsichtiger“, erläuterte er noch an Marga gewandt und betrat das obere Stockwerk. Vor ihnen war bis zum Ende wieder in Flur, ziemlich sicher hatten in den Zimmern mal Gäste geschlafen, denn die Türen waren parallel zueinander ausgerichtet und unterschieden sich nicht voneinander.
Nichts Spektakuläres.
Als einziger Anhaltspunkt dienten die Spuren, die weiter geradeaus den Flur entlang verliefen und dann nach rechts in einen Raum mit angelehnter Tür abzweigten. Um sich aber ganz sicher zu sein, zeigte Belenus auf die erste linke Tür, dann auf die Gegenüberliegende und sagte dann: „Wir können ja überall mal hinein sehen. Nur um sicherzugehen, dass hier wirklich niemand ist.“
Mit einer Handbewegung teilte sich die Leuchtkugel; Eine schwebte zu Marga, die andere blieb bei dem Waldelfen. So konnten sie getrennte Arbeit verrichten und hatten beide Licht.

Wie erwartet, befand sich hinter Tür Nummer eins ein Schlafzimmer. Ordentlich, nur staubig, und mit gemachtem Bett und aufgeräumt. Wieder auf dem Flur, ging er zur nächsten Tür: Dasselbe Bild.
Bei Marga war es nicht anders, ein Schlafzimmer folgte dem nächsten.
Bald waren sie am Ende des Flurs bei der offen stehenden Tür angelangt, die auf Margas Seite war. Sicherheitshalber gesellter sich Belenus wieder zu der Halborkin und hielt die Luft an. Als Marga die Tür langsam öffnete, schickte Belenus die beiden Lichter voraus, sodass sie den Raum nicht betreten mussten um etwas zu sehen. Zu sehen war ebenfalls ein Schlafzimmer, allerdings unordentlich, zumindest was die Bettwäsche anging, die halb auf dem Boden lag und das Laken, das zerrupft war, ebenso das Kissen, dessen Federinhalt überall verteilt war.
Ein Huschen, dann noch eins – überall flüchtete etwas vor dem Licht. Dann ein Fauchen. Belenus ließ die Luft entweichen. „Anscheinend ein Katzenversteck.“ Und tatsächlich: Nach dem ersten Schreck schaute eine Katze unter dem Bett hervor, eine sprang vom Schrank auf eine Kommode und beäugte die Fremden misstrauisch und mit zuckendem Schwanz. Wie viele Tiere es genau waren, konnte man nicht sagen, aber auf jeden Fall fühlten sie sich gestört und knurrten unentwegt. Es roch muffig und ein wenig nach Urin

Dann deutete Belenus auf eine Tür am anderen Ende des Zimmers, die zuerst gar nicht zu erkennen war, weil sie kaum anders getäfelt war als die Wand. Sie stand auch einen Spalt breit auf. Mutiger geworden, schritt der Waldelf voran, begleitet von wütenden Fauchen, durchschritt den Raum und machte die Tür ganz auf – und stolperte nach hinten. Natürliches Licht, zumindest der Rest, den die Abenddämmerung noch Preis gab, erhellte das kleine Nebenzimmer und ließ auf eine Art Waschkammer schließen. Was aber bald noch viel deutlicher wahrzunehmen war, war ein übler Gestank, der mit der Öffnung der Tür einherging. Belenus hielt sich kurz die Hand vor dem Mund, bevor er sich wieder gefasst hatte und sich schüttelte.
Er deutete Marga, dass sie sich das anschauen sollte.
Das Licht stammte von einem zerbrochenen und nicht verriegelten Fenster, sodass es bei weitem nicht so schlimm roch, wie es das eigentlich tun sollte bei mindestens drei toten Katzen im Raum. Sie waren zu unterschiedlichen Zeiten gestorben, einige waren nämlich schon ziemlich verwest, während andere besser zu erkennen waren. „Ein Katzenfriedhof?“
Nachdenklich kratzte sich Belenus am Hinterkopf, warf noch einen Blick in den Raum und trat dann lieber wieder ins Schlafzimmer, der Gestank war doch etwas eindringlich. Reflektierende Katzenaugen starrten sie unentwegt an und beobachteten jede ihrer Bewegungen.
Sehr komisch… aber wenn es nur Katzen waren, die sie zu fürchten hatten, dann konnten sie ja beruhigt sein – auch wenn noch längst nicht alle Fragen geklärt waren.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Sonntag 9. August 2009, 22:56

Die Lichtkugel ihres Begleiters vertrieb die Dunkelheit im oberen Stockwerk, doch irgendwie war Marga unwohl dabei. Jedes Licht half einem beim Sehen, aber es sorgte auch dafür, dass man gesehen werden konnte. Außerdem sollte man Magie nicht für jede Kleinigkeit verwenden, denn es wäre fatal, seine Energie zu verbrauchen und dann am Ende, wenn man sie wirklich benötigte, völlig ausgelaugt zu sein. Warum hatte sie keine Kerzen in ihrem Gepäck? An so etwas hätte sie wirklich denken sollen.
"Umbringen mit Licht? Wie gehen das?", fragte die Halborkin sichtlich neugierig. Über die Schwäche der Nachtelfen wusste sie nichts, sie wusste nämlich überhaupt nichts über die elfischen Rassen, nicht einmal, dass es so etwas gab und erst recht nicht, dass sie sogar mit zweien reiste. Wie könnte man jemanden mit Licht umbringen? Ging so etwas auch mit dem Licht einer Laterne oder nur mit dem magischen Licht, wie Belenus es erschaffen mochte?
Die Spuren verliefen zum Raum am Ende des Flures, aber trotzdem war es besser auch die anderen Zimmer zu kontrollieren. So waren sie sicher, dass niemand ihnen in den Rücken fiel. Die Zimmer waren alle standardisiert ausgestattet, wie man es in einem Gasthaus erwarten konnte: Bett, Kommode, Schrank und ein Hocker, alles von einer ordentlichen Schicht Staub überzogen. Die Halborkin machte sich nicht die Mühe, Schubladen herauszuziehen oder eine Schranktür zu öffnen, um nach zurückgebliebenen Gegenständen nachzusehen. Wer in einem Gasthaus nächtigte, nahm seine Besitztümer für gewöhnlich wieder mit. Sie blickte auch immer in die gegenüberliegenden Zimmer und stellte fest, dass es bei Belenus nicht anders aussah.

Nun blieb nur noch die letzte Tür übrig. Sie wartete, bis Belenus bei ihr war und schob sie dann langsam auf. Es stank nach Ausscheidungen und das Bett war zerrupft und die Möbel zerkratzt. Sie bemerkte auch, wer dafür verantwortlich war: Jede Menge Katzen. "Mich mögen keine Katzen...", murmelte Marga. Hunde ließen sich abrichten, Katzen hingegen taten nur das, was sie wollten. Würden sie nicht ab und zu ein paar Mäuse und Ratten fangen, hätten die Haltung Katzen überhaupt keinen Zweck. Etwas verwunderlich war es schon, dass so viele Katzen in einem Raum lebten. "Sein Katzen nicht Einzelgeher?", fragte Marga und stieß vorsichtig in den Raum vor. Sie versuchte die Katzen zu zählen, was ihr aber nicht gelang, denn die meisten waren versteckt.
Die Tür am anderen Ende des Raumes bemerkte sie anfangs gar nicht, erst als Belenus auf sie zuging und sie öffnete, wurde sie darauf aufmerksam. Sie folgte schnell und wurde geblendet, als das Tageslicht in ihre Augen drang. Trotz des magischen Lichtes waren ihre Augen die Dunkelheit gewöhnt und mussten sich erst einmal anpassen. Ihre Nase nahm jedoch schon vorher etwas war. Zusätzlich zum säuerlichen Geruch dieses Raumes strömte jetzt noch ein übler Gestank herein. Und als sie wieder sehen konnte, stellte sie fest, dass sich mehrere Katzenkadaver in der Kammer befanden. Eher der Tatsache, dass sie in den letzten Stunden noch keine Mahlzeit zu sich genommen hatte, als der Standfestigkeit ihres Magens verdankte sie die Tatsache, dass sie sich nicht erbrach. Sie hielt sich die Nase zu, betrat den Raum und schaute sich erst einmal um. Sie sah nichts besonderes, es war nur eine Kammer, um sich oder vielleicht auch Wäsche zu waschen, wie eine Wanne und kleinere Blechgefäße zeigten. So etwas gab es zwar nicht in den anderen Räumen, aber außergewöhnlich war es nicht.
Sie verließ die Kammer und ging dann auch aus dem Katzenzimmer. "Katzen können nicht halten Haus im Stand. Besser durchsuchen Erdgeschoss und schauen, ob geben Keller.", schlug sie vor. Wenn in einem gruseligen, leer stehenden Haus, irgendetwas vor sich ging, dann meistens im Keller. Vielleicht konnten sie im Erdgeschoss wenigstens ein paar Kerzen auftreiben, das magische Licht, das einen verfolgte und ständig über die Schulter schien, war irgendwie unangenehm.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 13. August 2009, 14:17

[Sorry für die Wartezeit, hatte viel um die Ohren. Das wird vorerst der letzte Post, am 30.08. bin ich aus dem Urlaub zurück ^^]

Margas Frage zu den Nachtelfen beantwortete Belenus bereitwillig. „Sie leben sogar unter der Erde um sich vor Sonnenlicht zu schützen, dann das ist für sie schädlich, ihre Haut reagiert allergisch darauf. Lichtmagie muss aber nicht immer so stark wie das Licht der Sonne sein. So wie jetzt, kann ich selbst entscheiden, wie stark und schädlich das Licht sein kann.“ Kurz kehrten seine Gedanken auf die wenigen Begegnungen mit Nachtelfen zurück, dann konzentrierte er sich wieder auf die Gegenwart.

Als sie in das von Katzen besiedelte Schlafzimmer gingen, waren Margas durchaus berechtigt. In der Tat fand man selten mehr als zwei Katzen auf einem Haufen und hier waren weitaus mehr. Vielleicht waren hier noch nicht einmal alle Katzen versammelt, vielleicht diente dieses Zimmer, vielleicht das ganze Haus, als Versteck? Zustimmend nickte der Waldelf, sagte aber nichts dazu.
Auf den „Katzenfriedhof“ reagierte Marga kaum anders als Belenus selbst, indem sie sich die Nase zuhielt. Ein flaues Gefühl im Magen ließ ihn schnell einlenken. Nur raus aus diesem verseuchten Zimmer!
Schnurstracks trat er wieder auf den Flur und atmete durch. Lieber staubige, als von Verwesung geschwängerte Luft. „Nein, Katzen können sicherlich keine Eindringlinge fernhalten“, murmelte er, warf noch einen Blick zurück und ging dann langsam wieder zurück zur Treppe. Knarrend machte sich das Holz wieder bemerkbar, ehe sie wieder unten waren.
Hier war die Luft auch besser, wenn auch etwas kühler, wie ihm erst jetzt auffiel. Sie besaßen also wieder etwas des einfallenden Lichtes aus der offen stehenden Tür und tappten nur noch in einem Halbschatten umher, nicht mehr in völliger Finsternis. Die Aufregung war mit dem Fund des Katzenzimmers beinahe gänzlich verschwunden, denn sie hatten keine weiteren Spuren eines ansässigen Besitzers gefunden. Beinahe schon gelassen schickte Belenus sein Licht vor, dass den Flur entlang schwebte und dann nach rechts abbog.
Dort befand sich eine große Diele, oder eher der Schankraum. Bänke und Stühle waren aufeinander oder auf den Tischen gestapelt, sodass der Raum an Größe gewann. Eine Theke aus Massivholz war genauso verstaubt, wie alles andere. Krüge und Gläser reihten sich hinter jener in den Regalen, einige Flaschen mit unkenntlichem Inhalt waren durch Spinnenweben miteinander verbunden, schwer durchgehangen vom Staub.
„Nichts“, kommentierte Belenus und seufzte.
So ging es weiter.
Vom Schankraum abgehend befand sich eine wenig beeindruckende Küche, danach fanden sie noch einen Wohnraum mit Kamin, der sicherlich Wärme und Behaglichkeit ausgestrahlt hätte, befänden sich Licht und Lebewesen in ihm. Nachdem sie meinten alles untersucht zu haben, standen sie wieder im Flur. Einen Kellereingang hatten sie nicht gefunden, ansonsten schienen sie alles durchkämmt zu haben.
„Es war sicherlich sehr schön hier, als die Gaststätte noch betrieben wurde.“
Von einem Sessel im Wohnraum hatte er zwei Decken aufgelesen, die er nun über dem Arm trug, dann wandte er sich wieder zum Ausgang. „Oder meinst du, wir finden noch etwas?“, fragte er beim Gehen noch Marga, warf ihr einen kurzen Blick zu und hielt dabei schon den Rahmen der Hintertür in der Hand.
Von draußen fiel fahles Mondlicht hinein, der wegen des Schnees umso heller wirkte.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Sonntag 30. August 2009, 16:04

Im Erdgeschoss befand sich keine Nachtelfe, für die ein Lichtstrahl eine schmerzhafte Erfahrung darstellte. Dafür war die Luft besser, es roch nicht mehr nach Katze, lebendig oder tot. Es war zwar schon kühl, aber das machte ihr nichts aus, sie trug einen Mantel und ein bisschen Kälte war nicht schlimm.
Als sie den Schankraum betraten, schaute sich Marga um. „Ordentlich gestapelt.“, meinte Marga, um Belenus darauf aufmerksam zu machen, dass die Tische, Bänke und Stühle von Menschenhand so hergerichtet wurden. Als die Gaststätte verlassen wurde, hatte man also auf Ordnung geachtet. Aber wann war das? An der Staubmenge konnte Marga es nicht abschätzen, auch wenn sie einen großen Teil ihres bisherigen Lebens damit verbracht hatte, Staub zu beseitigen. Das Problem war, dass in ihrem Haus niemals so viel von dem Zeug ansetzen konnte. Da kam ihr eine Idee: Sie lief hinter die Theke und nahm sich eine der Flaschen. Die Spinnenweben wehrten sich zwar, dass eine Haltesäule weggerissen wurde, doch Margas Griff war fest. Das Etikett war verblasst und sie konnte nicht lesen, was einst darauf stand. Sie nahm ihr Messer und entkorkte die Flasche. Marga tat das nicht des Alkohols wegen, sie trank derartiges Zeug nicht, sie hatte oft genug gesehen, in was für Idioten sich die Leute verwandelten, wenn sie es taten. Alkohol war ein Gift, das dumm und krank machte. Sie steckte die Nase über den Flaschenrand und schnüffelte. Unter dem Alkohol roch sie auch den sauren Geruch von Essig, wie sie vermutet hatte. Sie verkorkte die Flasche und stellte sie wieder zurück, als ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn sie sie einfach offen stehen gelassen hatte.
In der Küche vermied es Marga, nach derartigen Spuren zu suchen. Hätte jemand Lebensmittel zurückgelassen, wäre das Endprodukt… Nein, es wäre besser, nicht einmal darüber nachzudenken. Aber vielleicht würde jetzt Erde in den Küchenschränken liegen. Bei Komposthaufen funktionierte es doch auch, aber trotzdem schaute sie nicht da. Vermutlich hatte der Besitzer beim Verlassen sowieso kein Essen zurückgelassen.
Als letztes kam noch ein Wohnraum. Dort gab es einen Kamin ohne Feuerholz, mehrere alte Sessel und Decken. Belenus hatte die gute Idee, die letzteren mitzunehmen. Sie waren zwar alt und muffig, aber wer durchs Land reiste, konnte nicht unbedingt wählerisch sein.
„Jemand sollte wieder hier einziehen, Katzen vertreiben, Schild ausbessern und Gasthaus weiter führen.“, kommentierte Marga Belenus Worte. Das Haus war ja noch vollkommen intakt und benötigte nur einen ordentlichen Frühjahrsputz.
Auf die Frage, ob sie noch irgendetwas zu finden glaubte, schüttelte sie entschieden den Kopf. Hier gab es ihrer Meinung nach nichts mehr, das irgendwie Wert für sie haben könnte. Und selbst wenn, sie hatte keine Lust, danach zu suchen, denn sie war müde und hungrig. Dieser Tag hatte sie gefordert, die Übungen, das Zusammentreffen und der Kampf mit Laiyas Verwandtschaft und die Flucht. Sie wollte sich einfach nur ins Heu legen und wieder Kräfte tanken für den nächsten Tag.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Montag 7. September 2009, 17:35

[Entschuldige die Verspätung aus dem Urlaub…]

Belenus hatte mit leicht erhobener Augenbraue beobachtet, wie Marga den Inhalt einer Flasche prüfte, indem sie daran roch. Darauf wäre er nicht gekommen, daher war sein Gesichtsausdruck auch weniger skeptisch, denn eigentlich bewundernd. Da Marga allerdings nicht Kund tat, was sie denn herausgefunden hatte, fragte er sie auch nicht danach, vielleicht war sie auch zu gar keinem Ergebnis gekommen. Wenn es wichtig gewesen wäre, dann hätte sie etwas gesagt – in diesem Fall vertraute er einfach mal ihrem Urteilsvermögen, was sich während ihrer Reise bisher immer als sehr zuverlässig herausgestellt hatte.

Als sie bereit waren das Haus zu verlassen, meinte die Halborkin, dass dieses Gasthaus wieder hergerichtet werden sollte. Dem konnte der Waldelf nur zustimmen. An sich fehlte dem Haus nichts; Es war weder marode, noch demoliert. Nur staubig – und von Katzen eingenommen. Ihn schauderte es noch, als er an die vielen toten Tiere dachte und an den Gestank.
So verließen sie das Anwesen und traten hinaus in die eingebrochenen Nacht und frische Luft. Eine angenehme Abwechslung zum fortwährenden Staub, der in der Nase juckte. Ihr Weg führte sie zurück zur Pferdescheune, wo Laiya sich trotz ihrer körperlichen Verfassung nützlich gemacht hatte: Die Pferde waren entsattelt und von Zaumzeug befreit und bewohnten jedes eine Box. Das Malmen ihrer Kiefer war zu hören, manchmal auch, wie sie Wasser soffen, denn das konnte man sich bequem von einer Pumpe holen, die neben den Boxen in den Boden eingelassen war und frisches Wasser zutage förderte.
Sie war gerade dabei ihren Proviant, bestehend aus Brot und Pökelfleisch, herauszuholen und sah auf, als zuerst Belenus, dann Marga eintraten. „Und?“, fragte sie nicht minder interessiert. Der Waldelf trat zur ihr und setzte sich in das Heu neben Laiya. „Leer, wirklich alles. Nur ein Zimmer wird von Katzen bewohnt und anscheinend als Friedhof genutzt.“ Fragend hob die Eiselfe die Augenbrauen und blickte zu Marga, als wolle sie sich vergewissern, dass ihr Gefährte auch die Wahrheit sagte.
„Friedhof?“, fragte sie schließlich und reichte der Halborkin ihre Ration für den heutigen Abend.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Donnerstag 1. Oktober 2009, 20:47

Offensichtlich war Laiya auch nicht untätig gewesen. Sie war nicht im Heu eingeschlafen, wie Marga es vermutet hatte, sondern hatte sich um die Pferde gekümmert, die Sattel und das Zaumzeug entfernt und die Tiere mit Futter und Wasser versorgt. Jetzt hatte sie sogar schon das Abendessen herausgeholt.
Marga ließ sich wieder auf denselben Strohballen nieder, den sie schon vorher als Sitzgelegenheit benutzt hatte. Darauf zu schlafen wäre nicht schlimm. In Jersa war ihre Matratze auch mit Stroh gefüllt, denn nicht jeder konnte sich ein richtiges Federbett leisten. Abgesehen davon, dass es keine Kissen, Decken und Bettlaken gab, wäre es wie zu Hause.

Belenus gab einen kurzen Bericht ab und Marga blieb nichts übrig, als zu nicken, sobald Laiya fragend zu ihr blickte. Als ihre Meisterin sich über den „Friedhof“ informierte, antwortete sie: „Tod bringen Krankheit. Menschen begraben tote Menschen, um sie loszuwerden. Katzen können nicht, also kranke und sterbende Katzen gehen in Hinterraum zum Sterben.“

Sie widmete sich ihrer Ration: Würziges Dörrfleisch und Brot. Das Fleisch war ziemlich salzig und mehrmals musste sie zu ihrem Wasserschlauch greifen, weil das Salz sie durstig machte. Während sie die letzten Bissen verzehrte, stellte sie fest, dass sie eine ganze Menge getrunken hatte. Sollten die nächsten Mahlzeiten wieder aus Dörrfleisch bestehen, müsste sie sich etwas zurückhalten.
Doch ihr kam noch eine Idee: Sie ging zur Wasserpumpe, an der Laiya die Pferde getränkt hatte und füllte den Wasserschlauch wieder auf. Um sich gegenüber ihren Begleitern zu rechtfertigen, entgegnete sie einfach auf deren ungestellten Fragen: „Wenn Pferde davon trinken, es nicht schlecht sein.“

Die Halborkin war ziemlich müde und nahm sich eine der beiden muffigen Decken, die Belenus aus dem Gasthaus mitgenommen hatte. Die zweite konnten sich die beiden anderen gewiss teilen, sie ritten ja auch gemeinsam auf demselben Pferd.
Sie ließ sich ins Stroh plumpsen, wickelte sich mit der Decke ein und schlief ziemlich schnell ein.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Freitag 16. Oktober 2009, 19:51

Es folgten ein, zwei Augenaufschläge, ehe Laiya reagierte. Sie wusste nicht, ob sie lachen oder resignieren sollte, aufgrund von Margas sehr speziellen Erklärung. “… Katzen gehen in Hinterraum zum Sterben.“ Fragend sah sie von Belenus, der etwas zögernd hinzufügte: „So … ja so ähnlich. Viele von den Katzen schienen krank zu sein.“ Er räusperte sich, ehe er zu seinem Abendessen griff und davon aß.
Laiya wurde nicht ganz schlau aus den Aussagen der beiden, beließ es aber darauf. Ein Haus, das sterbende Katzen anzog… wie unheimlich.
Schweigend und jeder mit seinen eigenen Gedanken, aßen sie alle und legten sich dann nieder. Einige Zeit diskutieren Belenus und Layiya noch, ob es sinnvoll wäre, wenn jemand Wache halten würde – entschieden sich aber dagegen, damit jeder von ihnen die Chance nutzen und eine Nacht im Warmen durchschlafen konnte.
So kam es, dass alle bald erschöpft und trotz angespannter Nerven einschliefen…

Das Schnauben und Scharren der Pferde war wohl ausschlaggebend dafür, dass Marga aufwachen würde. Dabei waren es sicherlich bisher nur wenige Stunden gewesen, die sie ungestört ruhen konnte. Auf jeden Fall war es noch dunkel, nur silbriges Mondlicht fiel durch die weit oben angebrachten, offenen Fenster und schuf ein schlechtes Zwielicht.
Nervös traten die Pferde gegen die Wände oder scharrten im Stroh herum, was man sicherlich noch außerhalb der Scheune hören würde – nur Laiya und Belenus, die schliefen wie Steine. Ihr regelmäßiger Atem verriet der Halborkin, dass sie überhaupt noch lebten. Es war aber schon reichlich merkwürdig, dass sie ansonsten so wachsamen Elfen einfach ungeachtet des Lärms schliefen… Sie ließen sich sonst auch nicht aufwecken, kein Rütteln, kein Ansprechen.
Es war, als ob die beiden in eine Art Koma gefallen wären… nur Marga, ja, sie schien von all dem mitzubekommen. Wenn sie die Geräusche der Pferde mal außer Acht ließ, dann konnte sie auch hören, wie von weiterer Entfernung lautes Geschepper, Lachen und Grölen zu ihnen rüber hallte.
Es kam von draußen.

Dort erwartete sie ein gänzlich verwirrender Anblick. Aus dem Gasthaus schien Licht und daraus stammte auch das Stimmengemurmel; Die typische Atmosphäre eines vollen Gasthauses. Von der gespenstischen Abwesenheit von Leben keinerlei Spur mehr. Träumte sie etwa? Wenn ja, dann war sie in einem sehr realen Traum gelandet, denn alles war genau so, wie schon einige Stunden zuvor. Der Schnee. Der Wald. Der Gasthof.
Ob sie es wagen sollte, in den Schankraum zu gehen?
Nun musste sie ja nicht mehr durch den Hintereingang, denn die Vordertür schien einladend geöffnet zu sein, lockte mit Licht, Leben und Wärme.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Samstag 14. November 2009, 11:09

Bald erwachte sie, aber der Umstand, dass sie sich nicht erholt fühlte und dass gedämpftes silbriges Mondlicht statt der Morgensonne durch die Ritzen und Fenster schien, zeigten ihr, dass es noch längst nicht morgen war.
Geweckt wurde sie von den Pferden, die scharrten mit ihren Hufen und traten nervös vor sich hin. Erst jetzt kam Marga der Gedanke, dass sie es versäumt hatten, einen Wachposten zu bestimmen. Aber war der wirklich notwendig? Wenn jeder von ihnen die drittel Nacht auf geblieben wäre, hätten sie dafür länger schlafen müssen oder müde weiterreisen müssen, wo sie doch alle Kraft und jeden Vorsprung benötigten, um Laiyas Sippe zu entkommen. Waren die Langohren da draußen, war das der Grund, dass die Pferde unruhig waren? Immerhin wussten die Tiere, wer ihre echten Reiter umgelegt hatte, vielleicht hatten Pferde ähnliche Sinne wie Wachhunde. Und wenn der Wachhund aufbellte, schlief der Hausherr auch nicht weiter.
„Aufwachen.“, sprach Marga zu ihren Begleitern. „Wacht auf!“ Dass die beiden nicht reagierten, ließ die Halborkin die Stirn runzeln. Auch nach einigem Schütteln regten sie sich nicht. Dann griff sie zu ihren stärksten Mitteln: Sie zwickte Belenus, ohne Erfolg. Ihre Lehrmeisterin wollte sie nicht zwicken, dafür nahm sie eine hohle Hand voll Wasser von der Pumpe und ließ es auf ihr Haupt tropfen. Das kalte Nass erreichte aber auch nicht sein Ziel und wenn sich ihre Brustkörbe nicht regelmäßig hoben und senkten, könnte man meinen, sie wären tot.

Erst jetzt nahm Marga die seltsamen Geräusche wahr, es klang, als würde jemand feiern und neugierig trat sie hinaus, wobei sie aber sorgsam die Stalltür hinter sich schloss, denn die beiden Langohren waren in diesem Zustand Angreifern schutzlos ausgeliefert.
Sie sah, dass die Tür des Gasthauses, welche zuerst verschlossen war, nun sperrangelweit offen stand. Und ein Schein warmer, einladendes Licht hinaus schien. Das konnte nicht wahr sein… Ein Traum?, schoss es ihr durch den Kopf, aber sie dachte immer, dass man nur träumen konnte, wenn man in einem ordentlichen Bett schlief; Außerdem wirkte alles so real und in einem Traum kam man nie auf die Idee, sich zu fragen, ob es ein Traum ist…

Das einzige Ergebnis, auf das sie nach einigem Nachdenken kam, war, dass dies ein Traum sein konnte, aber auch nicht, und deshalb sollte sie sich so verhalten, als wäre es die Wirklichkeit, nur für den Fall.
Aus dem Schankraum hörte man Gerede, Geklapper von Krügen und andere Geräusche, die für Leben sprachen. Langsam näherte sie sich und stellte sich in die Tür, um den Raum zu überblicken. Sie trat noch nicht ein, denn selbst wenn es sich hier um eine irdische Menschenversammlung handelte und nicht um feiernde Geister, konnte es immer noch sein, dass es beispielsweise nur eine Räuberbande war, die sich nach einem gelungenen Raubzug in dem Gasthaus einquartiert hatte und jetzt den beutereichen Überfall feierte. Um ehrlich zu sein, so etwas wäre ihr doch viel lieber.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Gestalt » Samstag 23. Januar 2010, 20:03

[Soo hab Mich endlich eingelesen  ich hoffe dir gefällt der Post. Wenn irgendwas ist melde dich einfach.]

Neben den normalen Schenkengeräusche war auch eine unheimlich anmutende Geigenmusik zu hören. Es wurde gelacht und getanzt. Als Marga die Tür mit dem Türklopfer der die Form eines Löwenkopfes besass durchquerte und im Rahmen stand flammten die Augen des Bronzelöwen rötlich auf. Der Kopf grinste und knabberte an dem eisenring Herum welcher er für ewig in seinem Mund zu halten hatte. „Willkommen…Gräfin von Falkenstein…“ Hauchte es schaurig in Margas Nacken ohne dass sie eine Person hinter sich erahnen konnte. Mit einem lauten krachen schlug die massive Tür hinter ihr zu.

Inwendig herrschte reges Treiben – nicht von Räubern wie Marga es insgeheim schon fast gehofft hatte, sondern von schemenhaften Gestalten. Geister. Edel gekleidete Herren und Damen sassen an den Tischen, an der Bar oder standen an die Theke gelehnt da und tranken aus Geistergläsern einen Wein der wohl schon lange nicht mehr existiert. Sie schienen Marga erst gar nicht zu beachten. An einem der Tische hockte der geist eines Generals dessen Rüstung einem kundigen wohl erriet dass er schon lange tot sein musste, denn sie war längst überholt. Neben ihm sass eine wunderschöne Frau deren Eleganz nur dadurch getrübt war, dass ihre Haut durchsichtig schimmerte. Sie trug ein extravagantes Kleid aus seltenem grünen Stoff. Ausserdem imponierte eine weisse Perücke die sie hochgesteckt trug. Sie blickte zu Marga hin, stupfte dann mit ihrer in einem Seidenhandschuh befindenden Hand ihren Gatten an, der blickte unauffällig und doch merklich zu Marga hin. Die beiden begannen leise zu Tuscheln. Auch andere reagierten jetzt auf die Halborkin. Ein Diener kam auf Marga zu, er lief doch er war nicht wirklich da. Geisterhaft eben. „Gräfin von Falkenstein, es ist mir eine Ehre euch in unserer Runde begrüssen zu dürfen.“ Er verneigte sich tief und deutete zu einem freien Tisch. Auch er trug einen edlen schwarzen Frack welche man eher von Butler kannte. Marga konnte wohl spüren dass sie von den anderen Geistern beobachtet wurde. Auch schien sich niemand daran zu stören dass Marga kein Geist war. Im Gegenteil, sie taten sogar so als würden sie sie in und auswendig kennen.

Keiner der Geister jedoch imponierte so stark wie jene Musikerin welche die erste Geige eines Trios spielte. Sie hatte dieselben grünen Augen wie die weisse Katze welche Marga noch am Abend gesehen hatte.

Ihr Blick traf jener von Marga und durchdrang ihn Förmlich. Die Geigerin hielt inne, sie hatten ihr Lied soeben beendet. Ein düsteres schmunzeln umspielte ihre Lippen. „Nun lasst uns das Spiel beginnen…“ Hauchte sie und begann ein neues Geigenstück.

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Der freie Tisch welchen der Diener Marga anbot war in der Nähe der Geigerin. Was ging nur in dieser Schenke vor und wer um Himmelswillen war Gräfin von Falkenstein?
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Sonntag 31. Januar 2010, 15:05

Bevor die Tür ins Schloss fiel, hörte die Halborkin noch etwas von „…stein“, doch als sie sich umdrehte, war dort niemand. Die hölzerne Tür, am Tag noch abgesperrt, war nun wieder wie von Geisterhand geschlossen. Wer hatte da nur gesprochen? Anstatt in Panik zu geraten und wild am Türgriff zu rütteln, behielt sie eine kühle Ruhe und blickte sich um. Der Schankraum war voll nun belebt, warm und voller Musik.
Die Leute, die sich hier aufhielten waren eindeutig Adelige. Sie erkannte das nicht nur am Schein der guten Ernährung oder der edlen Kleidung, sondern auch an ihren erhobenen Häuptern. Marga, als Angehörige des Standes, der verurteilt war, sich auf dem Acker abzurackern, kam sich ganz fremd vor in so hoher Gesellschaft. Sie würde auffallen in ihrem billigen Mantel, ihre rauen Hände markierten sie als Bäuerin. Auch vermutete Marga, dass auch die höhergestellten Gesellschaftsschichten sich zu pikfein wären, sich mit einer Frau orkischen Blutes abzugeben.

Schon hatte sie die Aufmerksamkeit einer Dame erregt, die ihrem Begleiter, der eine Rüstung trug, zuflüsterte. Nun richteten einige Leute ihre Aufmerksamkeit auf sie und als ein Frack tragender Diener antanzte, glaubte Marga schon, nun gleich höflich aber bestimmt heraus gebeten zu werden. Stattdessen aber redete man sie als Gräfin von Falkenstein an und im Moment war sie so verwirrt, dass sie sich einfach nur an den angebotenen Tisch setzte. Dort blickte sie mit glasigen Augen durch den Raum. Sie, eine Gräfin? Margarethe von Falkenstein? Sie hatte noch nie von diesem Adelstitel gehört.
Als eine Musikerin etwas von einem Spiel sprach, erwachte sie aus ihrer Lethargie und wie die Violinbögen auf den Seiten tanzten, war auch ihr Gehirn wieder in Bewegung. Sie verstand schließlich, dass es sich hier um eine Geisterveranstaltung handelte, die Leute waren leicht durchsichtig und teilweise verschwommen. Ihre Kleidung war längst aus der Mode und ihre Umgangsformen etwas alt. Und sie war hier hereingeplatzt und mit einbezogen worden, auch wenn sie noch zu den Lebenden gehörte.
Der Raum war sauber und warm, aber eigentlich müsste er staubig, kalt und trocken sein. Die Illusion bezog sich also nicht nur auf die Leute sondern auch aufs Umfeld. Sie musste also jegliche Getränke ablehnen, sonst würde sie Essig statt Wein zu trinken bekommen. Ans Essen wollte sie gar nicht denken – in diesem Sinne fielen ihr nur die toten Katzen im Hinterzimmer ein.

Sie saß an ihrem Tisch und grübelte über ihre Lage. Wer war die Gräfin von Falkenstein und warum hielt man sie für diese? Vermutlich sah diese ihr so ähnlich aus… Und was war der Anlass für diese Feier? Aus welcher Zeit stammten diese Geister? Und dann gab es noch eine Gefahr: Was würde passieren, wenn die echte Gräfin hier aufkreuzte und sie als Betrügerin entlavte? Sie steckte jetzt schon zu tief im Schlamassel, um sich herausreden zu können.
Sie wollte nur die wichtigsten Antworten erfahren und dann unter einem Vorwand verschwinden, sich wieder in den Stall verkriechen und auf den Morgen hoffen. Aber woher sollte sie die Informationen erhalten? Sie wurde aus der ganzen komplizierten Geschichte nicht schlau.

Ihr Blick kreuzte sich mit der führenden Geigenspielerin. Schon vorhin hatte sie die Halborkin schon angeblickt, beinahe schon wissend. Und irgendwie stach sie heraus, nur konnte sie sich das nicht erklären. Aber es hatte etwas mit ihren Augen zu tun, da war sie sich sicher.
Sie sammelte ihren Mut und fasste den Entschluss, diese Frau nach dem Musikstück zu sich heranzuwinken. Sie würde ihr einige Fragen stellen, um herauszufinden, was hier los war. Natürlich dürfte sie nicht direkt fragen „Was sein hier los?“, sondern musste eine Frage formulieren, die sowohl in eine gute Grammatik eingekleidet war, als auch nicht offen legte, dass sie keine Ahnung hatte, was hier vor sich ging. Etwas wie: „Entschuldige, was war noch gleich der Anlass dieses gepflegten Abends?“ Sie machte sich sogleich daran, diese Worte auswendig zu lernen.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Gestalt » Samstag 6. Februar 2010, 20:00

Die Musiker beendeten ihr Spiel und ernteten gebührenden Applaus. Sie verneigten sich und schienen gerade eine Pause einzulegen. Die Geigerin bemerkte Margas Zeichen. Sie legte die Geige behutsam ab und schritt auf Marga zu. Ihr Gangbild war geschmeidig und ungeheuerlich Harmonisch. Ihr Hüftschwung brachte garantiert Männerherzen zum Schmelzen – wäre sie kein Geist. Sie setzte sich zu Marga an den Tisch, stützte sich mit den Ellenbogen darauf ab – was so gar nicht galant schien wenn man die noble Gesellschaft betrachtete in welcher sie sich beide befanden. Sie legte ihren Kopf auf ihre Hände und musterte die Halborkin schweigend.

Von allen hier anwesenden Geisterwesen war die Präsenz dieser Geheimnisvollen Frau am stärksten. Ihre Augen hatten so etwas bannendes an sich dass es schon beinahe wieder unheimlich war. Nun das war wohl falsch ausgedrückt, schliesslich erschien Marga die ganze Situation unheimlich – und vorallem verstand sie nicht in was sie da geraten war. Von der Geigerin versprach sie sich Klärung.
„Nun, Gräfin…“ Sie schmunzelte. „Was kann ich für euch tun?“

„Entschuldige, was war noch gleich der Anlass dieses gepflegten Abends?“ Die Geigerin lehnte sich zurück und faltete die Finger übereinander, nur die Zeigefinger hielt sie ausgestreckt und hielt diese über ihre wohlgeformten Lippen.

„Unser Spiel, unser Fest dass wir alle 50 Jahre Feiern… und heute… seid ihr die Hauptrolle in unserer kleinen Inszenierung…“ Sie lächelte und liess sich Wein bringen. „Die Gräfin von Falkenstein…“ Sie breitete ihre Arme aus und legte den Kopf schief. „Oh… ich vergass zu sagen…. Wir spielen hier eine Tragödie… thihi…“ Sie lächelte Zynisch und erhob sich wieder von ihrem Stuhl. Dann wandte sie sich ab, drehte sich dann aber doch nochmals kurz um ehe sie ging. „Eins solltet ihr wissen Gräfin… verliert ihr das Spiel… gehört eure Seele und jene eurer beiden kleinen Freunde drüben im Stall mir.“ Sie klatschte in die Hände und begab sich zurück auf die Bühne. Sie schnappte sich ihre Geige und spielte ein feuriges Musikstück an. Ihre Kameraden stimmten mit ein.

Der General welcher scheinbar die Unterhaltung zwischen Marga und der Geigerin offenbar mitgehört hatte, seufzte und putzte seinen Monokel den er gerade aus seiner Rüstung gekramt hatte. Ob Geister überhaupt noch Sehbeschwerden hatten? Er hauchte gegen das Glas, doch es beschlug nicht. Dennoch putzte er es sauber und setzte es auf. Er blickte zu Marga hinüber.
„So wunderschön die Baronesse auch sein mag… ihr Herz ist schwarz wie die Nacht…“ Meinte er und erntete ein empörtes schnauben seiner Gattin. „Rubert, sei anständig!“ Mahnte sie ihn. Der General sah sie entschuldigend an. „Ist doch wahr… all diese vielen Seelen…“ Er schüttelte bedauernd den Kopf.

„Was wünscht ihr zu trinken Gräfin?“ Fragte sie einer der Diener. Es war eine seltsame atmosphäre in diesem Haus. Einerseits schienen sich die Geister darüber im Klaren zu sein dass Marga nicht wirklich die Gräfin von Falkenstein war, andererseits hielt sie dies nicht davon ab sie weiterhin so zu nennen und ihre seltsame Feier weiterzuführen.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Samstag 6. Februar 2010, 23:48

Die Gräfin von Falkenstein wäre empört über das schamlose Auftreten der Musikerin. Marga als ihre Darstellerin, die zwar keinen besonderen Wert auf gestelzte Umgangsformen legte, war auch verärgert. Ein solch spöttisches Auftreten war unverschämt!
Margas einzige Möglichkeit, den bannenden Blick zu entgegnen, war ebenso mit zusammengezogen Augen zurück zu starren. Sie hörte die Worte der Musikerin und musste über die Worte grübeln: Inszenierung, Tragödie… Es dauerte eine Weile, bis sie aus dem Kontext heraus verstand, dass es sich um Theater handelte, doch bis zu dem Zeitpunkt war die Violinspielerin schon längst wieder beim nächsten Stück.

Die Halborkin mochte kein Theater: Es war die Darstellung von Dingen, die nicht existierten, und die existente Welt war schon zu kompliziert. Außerdem sprach der Volksmund auch nicht gut davon: Ein Theater veranstalten oder eine Szene abziehen waren keine positiven Wendungen. Aber eine Kombination aus Geistern und Theater erreichte ein unerreichbares Maß an Wahnsinn.
Sie verstand ansatzweise, was eine Tragödie war: Leute sprachen davon, wenn etwas traurigerweise nicht in ihren Kram passte. Wie „Was für eine Tragödie!“ oder „Wie tragisch!“. Ebenso passte es ihr ganz und gar nicht in den Kram, dass man mit ihr Spielchen veranstaltete. Doch, was sie daran hinderte einfach aufzustehen und lautstark das Ende dieser Farce zu verkünden, war die Sache mit ihren Seelen. Wenn sie sich nicht an die Spielregeln hielt, könnte sie ausgeschlossen werden und damit automatisch verlieren. Das klang zwar verrückt, aber im Wahn war nur der Irrsinn logisch.

Missmutig blickte sie wieder zum Streichertrio hin und hörte sich das Gespräch des alten Generals mit seiner Gattin an. Dabei merkte sie gar nicht den Diener, der auf einmal auftauchte und sie fragte, was sie trinken wolle.
Sie versetzte sich wieder in die Rolle als Gräfin - zwischen Hochnäsigkeit und Würde - und sprach: „Mein Magen vertragen heute Abend weniglich. Nur ein Krug Wassern mit Becher.“ Marga war sich ihrer Sprache bewusst, aber es interessierte sie nicht. Jeder hier im Raum wusste, dass sie gar keine Gräfin war. Bevor aber der Diener ihrer Bitte nachkam, pfiff sie ihn noch rasch zurück: „Achja, können dem guten, alten Rubert sagen, dass mich auf Gespräch mit ihm freuen?“

Der rüstige Herr schien Mitgefühl zu haben, mit den Seelen der bisherigen Opfer zu haben und vielleicht könnte sie ihm die eine oder andere Antwort entlocken. Was hier gespielt wurde, was es mit der „Baronesse“ auf sich hatte und am allerwichtigsten: Wie man dieses verdammte Spiel gewinnen konnte. Den eines war klar: Marga würde sich nicht ungeschlagen ergeben!

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 11. Februar 2010, 15:41

Der Diener liess sich seine Verwunderung über Margas seltsamen Satzbau in keinster Weise anmerken. „Ein Glas Wasser für die Dame, sehr wohl, einen kleinen Augenblick bitte.“ Schon wandte er sich ab und wollte gerade zur Theke gehen als Marga ihn nochmals zu sich rief. „Was kann ich sonst noch für euch tun Gräfin?“ Fragte er höflich.

„Achja, können dem guten, alten Rubert sagen, dass mich auf Gespräch mit ihm freuen?“ Der Diener runzelte die Stirn und sah zu dem alten General herüber der noch immer eifrig mit seiner Gattin debattierte. „Wie ihr wünscht Gräfin, ich werde es ihm ausrichten.“ Meinte er trocken und huschte an den Gegenüberliegenden Tisch. Er wartete höflich bis die beiden ihm ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkten und überbrachte ganz offensichtlich die Nachricht. Die Gattin des toten Generals musterte Marga eindringlich und sah etwas verärgert aus als ihr Mann sich tatsächlich erhob und zu der Gräfin hinlief. Er verneigte sich höflich und setzte sich dort hin wo zuvor die Musikerin gesessen hatte. „Ich darf mich vorstellen.“ Begann er. „Mein Name ist Rubert Swanson. General der ersten Garde Jorsans…“ Die sogenannte erste Garde war schon längst ausgemustert worden. Sowas existierte in Jorsan seit über 150 Jahren nicht mehr.

Schräg hinter ihm schnaubte seine Gattin und wandte sich offenbar etwas eingeschnappt von den beiden ab um dem Konzert zu folgen.
Der Diener kam zurück, reichte Marga ihr Wasser und dem General einen veralteten Humpen Bier. Dieser grinste Marga entgegen. „Eine alte Gewohnheit. Ich kann mich einfach nicht abgewöhnen obwohl ich schon lange nichts mehr zu trinken brauche… ihr versteht…“ Natürlich für was brauchte ein Geist schon noch Nahrung? Er prostete ihr zu und trank in gierigen schlucken. Offenbar mundete ihm das Bier. Er lehnte sich zurück und seufzte dann kaum merklich während er Marga betrachtete.

Sie würde es mit ihrem Glas Wasser wesentlich schwieriger haben als der General. Sie konnte schon sehen dass auch der Becher in diesem durchscheinenden wabernden Licht getaucht war. Ein Geisterwasser sozusagen. Sie würde ihr Glas weder anfassen noch das Wasser trinken können. So diente es einfach als Dekoration. Als reine Förmlichkeit in diesem bizarren Spiel.
„Schade konnten wir uns nicht unter etwas… erfreulicheren Umständen begegnen nicht wahr?“ Bemerkte er wohlwissend in welcher Situation sich die Halborkin befand. „Ihr habt bestimmt Fragen…“
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Donnerstag 11. Februar 2010, 21:45

Wie erwartetet kümmerte es den Diener kaum, wie Marga sprach. Sollte er doch selbst die Satzteile zusammenpuzzeln, sie hatte wichtigeres zu tun. Sie beobachtete, wie er sich den beiden annäherte und auf eine Möglichkeit wartete, ihre Bitte um Kontakt zu überbringen, ohne sie in ihrem Gespräch zu stören.
Dass sich die Frau natürlich aufregte, war zu erwarten – ihr Mann ließ sie kalt zurück, um mit einer Fremden einen Plausch abzuhalten. Aber das störte Marga nicht, es gab hier wichtige Angelegenheiten zu regeln. Außerdem interessierte sich die Halborkin nicht für ihre Belange.

„Erste Garde… Klingen alt.“, gab die Magierin zu. Sie kannte die historischen Zusammenhänge nicht, aber wenn etwas erste Garde genannt wurde, dann würde es auch zweite geben, die nicht so alt war. Sie nickte Rubert zu, um ihm verstehen zu geben, dass er sich setzen konnte.
Als die Getränke kamen, blickte Marga etwas enttäuscht: Statt eines Kruges Wassers bekam sie nur ein einziges Glas. Für einen langen Abend wäre das zu wenig, sie müsste den Diener mehrmals rufen, doch dann erkannte sie, dass es sowieso für ihre Hände nicht fassbar war und ihre Kehle nicht befeuchten könnte.
„In Ordnung.“, kommentiere sie Ruberts Trank. Wenn er als Geist schon nichtexistente Getränke zu sich nehmen konnte, sollte er das ruhig genießen. Außerdem könnte der geistige Alkohol – leider passte der Wortwitz Weingeist nicht zum Getränk – seine Zunge lockern und sein Herz aufmuntern. Sie könnte seine Hilfe gebrauchen.

Diese Geigenspielerin führte ihr teuflisches Konzert weiter und Marga blickte aus den Augenwinkel zu ihr hin. Sie war nah, konnte also sehen, was sie tat. Glücklicherweise stand jene selbst im Zentrum dreier tönender Instrumente, also konnte die Halborkin wenigstens frei reden.
Sie beugte sich trotzdem verschwörerisch vor:

„Viele Fragen. Was geht hier vor? Was für Spiel? Wie gewinnen? Warum machen Theater für Seelenklau? Was passieren mit Seelen? ...“ Sie wollte fortfahren, aber sie hielt inne und presste die Hände mit verzerrtem Gesicht an ihre Schläfen. So viele Fragen, ihre langsamen Gedanken wollten alles abarbeiten, aber stattdessen stolperten sie übereinander. Sie war durcheinander.
„Bitte helfen, mich nichts verstehen.“, sprach sie General Swanson bittend zu.
Die Musik war auch ein schlimmer Faktor. Sie konnte sich kaum konzentrieren und die schnellen Rhythmen und die virtuose Spielweise machten sie psychisch fertig.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Gestalt » Samstag 13. Februar 2010, 13:23

Rubert lehnte sich entspannt zurück und hielt seinen Bierhumpen fest in seiner rechten Pranke, während er seinen linken Ellenbogen über die Stuhllehne legte. Er blickte Marga forschend an. Der General musste in seinen besten Jahren ein sehr attraktiver Mann gewesen sein, seine markanten Gesichtszüge und besonders sein breites Kinn unterstrichen einen stark männlichen Ausdruck.
„Viele Fragen. Was geht hier vor? Was für Spiel? Wie gewinnen? Warum machen Theater für Seelenklau? Was passieren mit Seelen? ...“ „Oh…so viele Fragen auf einmal!“ Er lächelte und bremste sie freundlich ab. „Eins nach dem anderen junge Dame…“ Lachte er sichtlich vergnügt. Einerseits hatte er sich vorhin ja durchaus ernst und mitfühlend zur Situation geäussert, nun wirkte er aber sehr gelassen. Na ja es ging hier ja nicht um seinen Arsch.

„Ihr seid in einem von Geistern besetzten Haus gelandet… wie ihr bestimmt wisst spukt es nicht in jedem Haus, sondern nur in ganz besonderen. Meistens dort, wo etwas geschehen ist was den verstorbenen Seelen nicht ermöglicht dem Weg des Gevatter Tods zu folgen.“ Er trank genüsslich einen Schluck Bier. „Dies hier ist das Haus der Gräfin von Falkenstein. Sie und ihre beiden Töchter wurden an einem Anlass wie diesem…brutal ermordet. Hier in diesen Gemäuern. Der Mörder muss sich unter den Gästen befinden. Bis heute.“

Er legte eine Pause ein und liess seine Worte erst mal setzen. „Der Mord an der Gräfin und ihrer Familie spielt sich hier jedes Mal von neuem ab wenn eine Fremde Seele ins Haus tritt. Ihr spielt die Rolle der Gräfin und wenn ihr den Mörder nicht rechtzeitig entlarvt…wird eure Seele hier gefangen bleiben, bis jemand kommt der den Mord aufdeckt… und glaubt mir…dies kann Jahrhunderte dauern.“ Hauchte er betrübt.
Er deutete auf die Geigerin. „Falls ihr sie schon als mögliche Verdächtige in Betracht gezogen hatten, vergesst es. Sie ist die Tochter der Gräfin… sie ist ein Rachegeist, ihre Magie hält dieses Geisterfest hier aufrecht. Ihr Rachewunsch ist nämlich stark und sie selbst war zu ihren Lebzeiten eine mächtige Geistermagierin.“

Er hielt inne. Musterte die Geigenspielerin. „Sie war zu Lebzeiten ein so liebes Mädchen, doch nun ist sie zerfressen von ihrem eigenen tragischen Schicksal welches sie niemals akzeptieren konnte.“ Er seufzte. „Leider zerstört sie durch ihren Rachewahn auch andere Seelen…“

Er schwieg zermürbt. Dann blickte er wieder zu Marga hin. „Vielleicht hilft es euch wenn ich euch jene Gäste vorstelle die an jenem Abend tatsächlich hier gewesen waren, weil einige von den hier Anwesenden sind leider schon solche Seelen, welche den Mord nicht aufdecken konnten. Besonders sie sind es leid jene Tage wo keine Seele hier aufkreuzt als Katze zu verbringen.“ Er schmunzelte. „Ich wollte euch warnen… aber mein Fauchen hat euch wohl noch mehr angelockt... tut mir leid…“

Er lehnte sich zurück und schaute in die Runde. „nun neben mir und meiner Gattin befanden sich noch folgende Personen am Fest:
Er deutete hinüber zu einer jungen Frau die am Thresen sass und sich mit dem Diener unterhielt. Sie passte überhaupt nicht ins Schema der Anwesenden Adeligen. Sie sah wild aus, ihre Kleidung ehe jene einer Bauerstochter als einer Gräfin. Auch ihre Haare waren ungewohnt kurz geschoren und gefärbt. Sie hatte einen harten, rebellischen Ausdruck im Gesicht.
„Das ist Marilene. Die beste Freundin der jungen Grafentochter. Sie heisst übrigens Antonietta.“ Er deutete zur Geigerin. „Sie waren zu Lebzeiten unzertrennliche Freundinnen. Marilene selbst stammt nicht aus einer Adelsfamilie sondern ist ein Bauermädchen aus Jorsan. Antoniettas Mutter hat sich immer zwischen diese Freundschaft stellen wollen – jedoch vergebens… mehr weiss ich nicht über sie, sie unterhält sich nicht gern mit dem Adel sondern lieber mit den Dienern…“

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Er nahm erneut einen Schluck Bier. „Wenn wir schon von Dienern sprechen… der Herr welcher sich gerade mit Marilene unterhaltet ist Jan, der Diener des Hauses. Wie ihr seht ist er nicht mehr ganz der Jüngste. Er dient der Gräfin schon seit er 21 Jahre alt ist. Nun ist er 54. Eine treue Seele also.“

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Er schaute sich um. „Ah ja… da hätten wir natürlich noch die Baronesse im Angebot. Eine unglaublich reiche Dame die man rein schon der höflichkeitshalber an solche Anlässe einladen musste. Sie wird manchmal auch als „Eiserne Dame“ bezeichnet weil sie eine knallharte Geschäftsfrau ist – oder bessergesagt war. Niemand mag sie so richtig, denn sie galt immer schon als Habgierig und Skrupellos, doch ihre Macht und ihr Reichtum war für die meisten Adeligen stets Grund genug sich mit ihr gut zu stellen.“

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Er nippte weiter an seinem Bier. „Dann wäre da noch dieser unbekannte Herr dort drüben.“ Er zeigte zu einem Tisch an dem ein fremdländischer Mann sass, neben ihm hockte einer Frau, von der Kleidung her schienen die beiden vom gleichen Ort zu kommen. „Ich kenne ihn nicht persönlich weiss aber von Tischgesprächen dass dieser Mann aus der Wüste kommt und der aktuelle Liebhaber von Antonietta ist. Die Dame die neben ihm ist seine persönliche Dienerin. Er soll sehr wohlhabend sein.“

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Er stellte seinen Humpen ab und deutete auf einen älteren Herrn mit auffallend rotem Haar. „Dies ist Herr von Reuten. Der Familienpriester. Die Familie war streng gläubig. Sie zollten ihre Demut und widmeten ihre Gebete Manthala. Der Göttin der Nacht. Er ist ein Priester der Nacht. Ein Mächtiger Mann. Er fungierte nicht selten als enger Berater der Familie von Falkenstein.“

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Er blickte Marga an. „Leider kann ich euch nicht mehr helfen.“ Hauchte er. „Ihr solltet euch beeilen. Denn ihr habt nicht lange Zeit. Der Mord wird in dieser Nacht begangen.“
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Sonntag 14. Februar 2010, 21:47

Sie verübelte es Rubert schon ein wenig, dass er sich derartig leger hinsetzte und eher belustigt auf die Situation blickte. Er mochte vielleicht nicht direkt in die Sache involviert sein, sein Hals hing nicht in der Schlinge wie ihrer; Aber wenn es sich um eine Angelegenheit handelte, die derartig viele Seelen beeinflusste – von Leuten aus der Vergangenheit, wie auch vielleicht aus der Zukunft, sollte sie es vergeigen – konnte man etwas ernsthafter sein.
Eigentlich hatte das Auftauchen der Katze sie eher neugierig gemacht und wenn sie sich im Hintergrund gehalten hätte, dann wäre das hier nicht passiert.

Nichtsdestotrotz war Marga froh, dass ihr der General beistand. Allein wäre sie nie auf den Plan gekommen, der hinter der Geschichte steckte. Die Sache war also folgende: Die Gräfin sollte ermordet werden, zusammen mit ihren Töchtern. Von einem der Anwesenden – vielleicht auch mehrere? – aber sie wusste nicht, von wem, und Rubert konnte es ihr nicht sagen.
Sie hörte sich die Beschreibungen der Hintergründe der einzelnen Personen an, doch letztendlich schaffte sie es nicht, sich die Einzelheiten einzuprägen. Da gab es die Freundin der Tochter, die sich gerade mit dem langjährigen Diener unterhielt. Es gab noch eine steinreiche ältere Dame, vermutlich reicher als jeder einzelne von ihnen. Ein Herr aus der Wüste, der mit der jungen Dame von Falkenstein verkehrte, und dessen Dienerin, aber ihr rüstiger Informant konnte nur wenig über die beiden sagen. Aufgrund seines exotischen Aussehens waren sie besonders verdächtig. Marga wusste nicht viel über Wüstenbewohner, nur dass sie die unangenehme Angewohnheit hatten, mit Leuten wie mit Gütern zu handeln. Das und einige Kliches. Sie wollte weder mit einem Krummschwert erstochen werden, noch von einer Schlange gebissen oder auf ein Nagelbrett geschubst werden. Die letzte Person war noch der Familienpriester. Dass gerade ein Betbruder einen solchen Mord begehen könnte, fand sie höchst unwahrscheinlich. Andererseits hatte er eine Göttin auf seiner Seite und die Gründe der Götter waren unbeweglich, oder so ähnlich, sagte man.
Das waren sie alle, doch ein dumpfes Gefühl weigerte sich, das zu akzeptieren. Diese sechs Personen waren nicht der ganze Kreis der Verdächtigen, aber trotz der Offensichtlichkeit kam sie nicht auf den Ursprung des Gefühls -

„Rubert. Danke für Hilfe, ich vielleicht später noch Fragen haben. Ich auf euch zahlen können? Mich jetzt nachforschigen.“

Von jetzt an fing Marga besser damit an, sich in die Gräfin hineinzuversetzen. So konnte sie sich leichter in Gesprächen zu Recht finden. Sie konnte bisher leider noch nicht ausmachen, wer ihren Tod wollte, also würde sie mit den Leuten reden müssen. So konnte sie weitere Details offen legen oder Querverbindungen zwischen den Personen ausmachen. Diese Verhaltensweise behagte ihr überhaupt nicht, aber sie würde sich damit abfinden müssen.

Als erstes steuerte sie die Marilene an, die sich mit Jan unterhielt. Eigentlich gehörten sie zu den wenigsten Verdächtigen. Laut Rubert wurde nicht nur sie, sondern auch ihre Tochter ermordet werden, wozu das Mädchen keinen Grund hätte. Und würde Jan sie tot sehen wollen, hatte er bisher verdammt viel Zeit dafür gehabt.
Sie tat es dem Bediensteten gleich, der Rubert ansprechen musste, und wartete erst auf eine Unterbrechung des Gespräches, bevor sie heran ging. Als jedoch beide Augenpaare auf ihr ruhten, merkte sie, dass sie gar nicht wusste, wie sie das Gespräch anfangen sollte.
Marga unterbrach schließlich das Schweigen, als sie auf die richtige Idee kam: „Mich tun Leid, Marilene. Du wissen, dass mich immer unfreundlich dir gegenüber, weil du Bürgerin, aber das weder gerecht noch fertigt. Mich wollen Freundschaft mit Antionietta von jetzt an nicht behindern. Manchmal wir Adeligen sein hochnäsig und gemein, bitte verzeihen?“
Die Gräfin hoffte, dass dieses Versöhnungsangebot ankam. Wenn das zutraf, gab es eine Person weniger, die sie tot sehen wollen könnte. Sie beobachte das bürgerliche Mädchen genauer, aber ließ auch ab und zu einen Blick zu Jan huschen, um auch seine Reaktion zu erspähen.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 18. Februar 2010, 22:43

Der General lehnte sich zurück und leerte sein Bier. Erstaunlicherweise verschwand es tatsächlich in seinem Körper. Obwohl er irgendwie durchscheinend war konnte Marga doch nicht in ihn hinein sehen. Der Anblick seiner inneren Organe und seines letzten Frühstücks blieben ihr so erspart. Er nickte ihr aufmunternd zu. Viel Glück. Gehörten er und seine Frau auch zum Kreis der Verdächtigen? Schliesslich hatte Marga mit ihm am meisten zu tun gehabt. Aber dann würde er ihr wohl kaum helfen… ausser er wollte geschickt von sich Ablenken? Wie viel Hinterlistigkeit war diesen Wesen wohl zuzutrauen? Vermutlich ähnlich viel wie lebenden Menschen und dies war schon eine ganze Menge. Besonders Leute der Oberschicht hatten doch gelernt was es hiess versteckte Hiebe auszuführen. Ausserdem… sie waren ja alles Geister und schienen an diesen Ort gebunden zu sein… müssten sie dann nicht alle Tot sein? Alle an diesem Ort gestorben gar? Oder hängen geblieben wie die anderen armen Seelen welche das „Spiel“ verloren hatten.

„Ihr könnt auf mich zählen Gräfin.“ Versicherte er ihr sanft und sah ihr nach als sie sich zu der jungen Frau aufmachte die in ein Gespräch mit dem Diener vertieft war. Die Gräfin erhielt die Aufmerksamkeit der beiden sehr schnell. Sie war schliesslich keine Dienerin, sondern eine Frau von Rang und Namen. Die junge Dame musterte sie nicht sonderlich begeistert. Offenbar waren die bisherigen Konversationen nicht unbedingt sehr fruchtbar für ihre Bekanntschaft gewesen zu sein. Dennoch schwieg sie höflich.

„Herrin?“ Fragte der Diener leise und verneigte sich kurz vor ihr. „Kann ich was für euch tun?“ Fragte er höflich. Als er bemerkte dass die Gräfin das junge Fräulein ansprach zog er sich diskret zurück, ohnehin winkten die beiden Wüstenbewohner gerade nach ihm und liessen sich Wasser nachschenken.
„Mich tun Leid, Marilene. Du wissen, dass mich immer unfreundlich dir gegenüber, weil du Bürgerin, aber das weder gerecht noch fertigt. Mich wollen Freundschaft mit Antionietta von jetzt an nicht behindern. Manchmal wir Adeligen sein hochnäsig und gemein, bitte verzeihen?“
Marilene runzelte die Stirn und hob die Augenbrauen an. Sie öffnete irritiert ihren Mund so dass ihre erstaunlich intakten Zähne zum Vorschein kamen. Dann schnitt sie eine sichtlich verwirrte Grimasse. „ähä…“ Brachte sie schliesslich heraus. Sie war es sich definitiv nicht gewohnt solche Worte von der „Gräfin“ zu hören. „Alles…klar…“ Sprach sie langsam und versteckte sich hinter ihrem Saft welchen sie rasch herunterstürzte.
Der Diener war inzwischen beim Priester angelangt und hielt eine leise Unterredung mit ihm. Dabei schaute er immer wieder zu Marga und dem Mädchen hin und dann tuschelten die beiden weiter.

Marilene lehnte sich gerade zurück und wischte sich mit dem Arm den Mund ab. Man konnte sich vorstellen warum die echte Gräfin sie wohl nicht wirklich gemocht hatte. Etikette war ihr nicht gerade angeboren. Warum auch? Etikette war ja auch nichts natürliches.
Vermutlich hatte sich Marga von dieser Begegnung etwas mehr erhofft. Andererseits war es irgendwie auch klar gewesen dass Marilene ihr kaum gerührt in die Arme fallen würde…
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Freitag 19. Februar 2010, 20:44

Hatte sich Marga tatsächlich mehr erhofft? So wie das Mädchen reagierte, war wenig zu erkennen. Es war er verblüfft über das Verhalten der Gräfin, dass sie nämlich zu ihrer Feindin ging und um Verzeihung bat. Marga hatte nicht die geringste Ahnung, wie groß der Konflikt zwischen der Gräfin und dem bürgerlichen Mädchen war und was für Ausmaße er schon angenommen hatte, vielleicht nur das ein oder andere spöttische Wort oder vielleicht schon Taten des Hasses?

Aus dem Augenwinkel sah sie Jan erst den Wüstenbewohnern Wasser servieren und dann ein Gespräch mit dem Priester führen. Doch das Problem mit Blicken aus dem Augenwinkel war, wie unpräzise die Beobachtungen waren. Aber sie glaubte, beide Augenpaare auf sich zu spüren.
Während dieser Beobachtung hatte sie sich Marilene nicht abgewandt, doch jetzt richtete sie wieder ihre volle Aufmerksamkeit auf die junge Frau. Bei ihrem Gestammel war nichts auszumachen – nicht einmal, ob sie die die Entschuldigung annahm oder nicht. Ein genuscheltes „Alles klar…“ konnte auch nur bedeuten, dass sie es zur Kenntnis genommen hatte.
Was jetzt folgte war Marga ziemlich unangenehm: Marilene wischte sich dem Mund am Arm ab, am Arm! Von Servietten hatte das werte Rebellchen wohl noch nichts gehört? Außerdem waren gewisse Manieren ein Zeichen von Respekt und nicht von Unterwerfung. Verstieß man gegen sie, blamierte man nicht nur sich selbst, sondern auch das Gegenüber.
„Noch viel Spaß bei Feier haben.“, sprach die Halborkin und ließ das Mädchen zurück.

Sie setzte sich zurück an ihren Tisch und grübelte. Sie hatte nicht erwartet, dass man ihr verzieh und es war nicht ihre Aufgabe, der Gräfins soziale Probleme zu lösen. Sie musste herausfinden, wer ihren Tod wollte und allein mit Fragen war das nicht zu erreichen. Sie musste die Leute aus ihrer Deckung locken, indem sie diese konfrontierte. Als nächstes war der Priester an der Reihe. Nicht nur, dass sie die Beziehung der Gräfin zur reichen Frau und den Wüstenbewohnern nicht kannte, auch hatte sie das Gespräch zwischen ihm und dem Diener Jan neugierig gemacht.
Nach einer kurzen Wartezeit, um sich nicht verdächtig zu machen, ging sie zum Gottesdiener. Sie setzte sich zu ihm und setzte eine ernste Miene auf. „Vom Reuten, was steht es mit der Göttin? Mich hoffen, uns stehn in nächsten Zeit keines Unglück bevor. Haben schlechtes Gefühl.“ Dabei beugte Marga sich vor und starrte ihm direkt in die Augen. Sie erhoffte sich eine Reaktion.
Würde der Herr von Reuten ihr von solchen Gedanken abraten und sie in Sicherheit wiegen, dann war das ein Zeichen, dass er Teil einer Verschwörung war. Wenn er sie unterstützte, könnte er vielleicht nützliche Informationen beisteuern.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Gestalt » Dienstag 23. Februar 2010, 16:32

Marga mochte wohl den sichtlich verdutzten Blick von Marilene noch in ihrem Nacken spüren als sie sich zurück an ihren Tisch setzte. Der General sah sie erwartungsvoll an, sagte aber nichts als er sah wie tief die „Gräfin“ in ihren Gedanken versunken war. Sie kam zum Schluss dass sie niemals genug Zeit hatte um alle gesponnen Beziehungsfäden zwischen der Gräfin und den Anwesenden zu erfragen und erfahren. Der Mörder musste entlarvt werden und dies so schnell wie möglich. Was sollte sie eigentlich mit ihm machen wenn sie ihn hatte? So viele Unklarheiten begleiteten dieses Geisterfest.

Der Diener Jan war ein schwer fassbarer Kerl. Denn genau in jenem Moment als sich Marga erhob trat er von dem Priester weg und kümmerte sich wieder um die Gäste. So sass der Gottesmann alleine an seinem Tisch und genehmigte sich gerade einen Schluck geisterhaften Rotwein. Welchen Jahrgang der wohl haben mochte?

Er blickte auf und lächelte Marga entgegen als sie sich zu ihm setzte. Er nahm ihr Hand und küsste ihren Handrücken. Von Reuten war ein Mann mit einem sehr markanten Aussehen. Seine hohe Stirn und die selten vorkommenden roten gewellten Haare machten ihn zu einer Person mit optischem Ausdruck. Es war gut möglich dass seine Begleitung in gehobenen Kreisen gern gesehen wurde. So war sein Kuss nicht unbedingt unangenehm sondern eher schmeichelnd. Seine düstere Priesterrobe welche für gewöhnlich nur hochrangige Priester Manthalas trugen verlieh ihm eine mystische Note. Sie war pechschwarz mit silbernen Stoffen verziert.

„Ihr seid eine Grossartige Gastgeberin meine Liebe.“ Lobte er sie als sie sich zu ihm setzte. „Vom Reuten, was steht es mit der Göttin? Mich hoffen, uns stehn in nächsten Zeit keines Unglück bevor. Haben schlechtes Gefühl.“ Von Reuten legte seinen Kopf schief. „Mhmm…“ Er griff in seine Tasche und zog ein Kartenspiel daraus hervor. Er mischte sie und breitete die Karten auf dem Tisch aus. Er studierte die Karten eingehend. „Mhmm… Manthalas Gunst um eure Geschäfte stehen gut Gräfin, in Punkto Liebe dürfte sich im Moment leider nichts ändern… und was euer Schicksal betrifft, da habe ich die Entscheidungskarte für euch gezogen. Eine mächtige Karte. Schwer zu deuten.“ Er rollte die Karten zusammen und steckte sie wieder weg. Er blickte Marga eindringlich an und erwiderte so ihren Blick. Seine Augen funkelten. . „Ein schlechtes Gefühl? Erzählt mir mehr…“
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Donnerstag 25. Februar 2010, 21:10

Und schon war der Diener weg, wobei Marga auf dessen Verlassen gehofft hatte. So konnte sie sich ungestört mit dem Priester unterhalten. Der Herr von Reuten, dessen Vornamen sie nicht kannte, trank seinen Wein. Es drehte ihren Magen um, wenn sie daran dachte, dass er sich gerade in ihrer Zeit Essig reinschüttete. Aber Essig war auch die Überreste von Wein, also trank der Geist den Geist des Getränkes. Wie kompliziert ein Spukhaus schon sein konnte…

Der Diener der Göttin hatte kein schlechtes Aussehen, doch als er sich vorbeugte, um ihre Hand zu küssen, war sie verwundert. Das Verhalten von Adeligen war schon seltsam, wo so etwas doch vollkommen „unhügenisch“ war. Eine Bauernfrau hatte entweder dreckige Hände von der Arbeit oder saubere, aber raue von Spülwasser. Adelige hatten Leute, die beides für sie erledigten, also konnten sie sich Handküsse erlauben. Weil sie auf ihrer bisherigen Reise weder arbeiten, noch besonders viel abwaschen musste (abgesehen von dem einen Mal in Nells Wohnwagen), waren ihre Hände vergleichsweise fein und sauber.
Sie fand ihn eigentlich ganz in Ordnung, einmal abgesehen davon, dass er zu den Männern gehörte, die Kleider trugen – Roben nannten diese es, aber Marga konnte man mit Fremdwörtern nicht täuschen.

Während er die typischen Komplimente von sich gab, setzte Marga sich hin. Was folgte, beobachtete sie mit einem gewissem Interesse, aber auch mit Abneigung: Anstatt seine Göttin direkt zu fragen, legte er Karten, die er interpretierte und das dann als ihr Wort darstellte.
Die Halborkin hielt eine gewisse Antipathie gegenüber Wahrsagerei: Nur ein einziges Mal hatte sie, als ein Jahrmarkt in Jersa war, ein solches Zelt besucht. Für drei Kupfermünzen durfte sie drei Fragen stellen: „Wo haben mein Schlüssel verloren? Wie sparen Zeit beim Putzen? Sein das hier Betrug?“ Natürlich brachte sie Wahrsager ins Schwitzen mit solchen konkreten Fragen und die letzte Frage wurde ihr indirekt mit Ja beantwortet, weil sich des Hellsehers Antworten auf die ersten zwei Fragen als falsch erwiesen.

Die Gräfin fragte scheinbar regelmäßig über das Geschäft, über die Liebe und das Schicksal. Adelige hatten bestimmt keine Probleme mit verlorenen Schlüsseln und Ziehvätern die ziemlich wütend wegen solchen Ungeschicks sein konnten. Die ersten beiden Teilbereiche ließen sie kalt, sollte die Gräfin eben das Bett mit einem Sack Gold und nicht mit einem Mann teilen. Und gerade beim Schicksal war die Antwort so schwammig, dass ihr natürlich nicht weitergeholfen wurde. Sie wusste, dass es eine Entscheidung geben würde, entweder würde die Gräfin wieder ermordet oder nicht. Dazwischen gab es keinen anderen Endzustand.

Sie hätte sich schon beinahe wieder erhoben, als Reuten sie nach dem schlechten Gefühl fragte. Sie überlegte kurz: Man würde sie so oder so versuchen umzubringen: Sich mit Unwissenheit zu tarnen wäre kein Schutz. Würde von Reuten der Mörder oder ein Helfer dessen sein, könnte das den Übeltäter aus der Deckung locken.
Marga beschloss gegenüber den Kartenleger alles auf eine Karte zu setzen:

„Mich glauben, jemand mich wollen töten. Heute… Hier… Aber Vorkehrungen getroffen. Bald treffen Kutsche ein, noch vor Ende von Abend, die mich bringen weg, besuchen ferne Verwandtschaft, bleiben dort.“

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Samstag 27. Februar 2010, 15:51

„Mich glauben, jemand mich wollen töten. Heute… Hier… Aber Vorkehrungen getroffen. Bald treffen Kutsche ein, noch vor Ende von Abend, die mich bringen weg, besuchen ferne Verwandtschaft, bleiben dort.“ Dem Priester blieb beinahe der Wein im Halse stecken. Er hustete leicht, legte kurz seine Hand vor den Mund und hüstelte ein paar Mal ehe er seinen Blick unverwandt auf Marga richtete und die Stirn runzelte.
Sein Mund öffnete sich einen Moment, seine Zunge feuchtete kurz die Lippen an dann schloss er den Mund wieder und schwieg. Er schien zumindest sehr überrascht über die Aussage von Marga zu sein und wirkte sichtlich vor den Kopf gestossen.

„Jemand euch töten?“ Er stand auf. „Bei den Göttern das müssen wir sofort dem General melden!“ Er starrte ihr besorgt entgegen. Er sah sich um und merkte dass er bereits die Aufmerksamkeit des Dieners, von Marilene und den beiden Gäste aus der Wüste erregt hatte. Die nun mit deutlichem Interesse den beiden lauschten.

Die Baronesse welche an einem eigenen Tischchen sass rollte nur mit den Augen und wandte ihren Blick zur Bühne wo sie weiterhin der Musik folgte. Sie tippte mit ihrem Finger den Takt der Musik.

Von Reuten schwieg und setzte sich wieder an den Tisch. Er griff zum Weinglas, entschied sich dann aber doch das Trinken sein zu lassen. Er wartete bis den anderen Gästen ihr eigenes Gestarre zu auffällig wurde und sich wieder anderen Dingen zuwandten. Dann lehnte sich der Priester vor und sah Marga eindringlich an. „Da müsst ihr doch etwas unternehmen! Ihr könnt doch nicht einfach von hier verschwinden ohne eure Tochter! Ausserdem… wenn eure Familie in Gefahr ist könnt ihr doch das nicht auf euch sitzen lassen!“ Er schnaubte.
Offenbar nahm er Margas Worte sehr ernst und schien sogar besorgt zu sein. Das hatten die Karten wohl nicht vorausgesehen dass er selbst in eine solche Aufregung geraten würde.
„Habt ihr denn einen Verdacht eure Gnaden?“
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Dienstag 2. März 2010, 21:14

Beinahe hätte Marga gelächelt, wenn nicht jeder positive Gesichtsausdruck von einer konzentrierten Maske überdeckt worden wäre. Es war wichtig, sich an die Rolle zu halten, um zu gewährleisten, dass es die anderen auch taten.
Da hatte sich der Priester verraten, er war erst erschrocken und dann schockiert über die Offenlegung seines Planes. Aber Margas Euphorie verflog, als er sich in den Stand katapultierte und durch den ganzen Raum prustete, sie müsse das dem General melden. Setzen dich hin, Mistkerl… , dachte sie verärgert.
„Bitte, setzen Sie sich wieder hin, vom Reuten.“, sprach Marga ihm gutmütig zu und zog ihm sanft am Ärmel seiner Robe wieder hinunter. „Trinken etwas Wein, beruhigen.“ Geisterwein würde auch Geister besoffen machen und Geisterzungen lockern.

Sie musste überlegen: Es war natürlich möglich, dass er nicht über ihren Plan zu entkommen schockiert war, sondern allein über die Möglichkeit, dass seine Herrin ermordet werden könnte. Wenn das wahr wäre, könnte es ihn definitiv entlasten.
Ihre Zeigefinger wanderten unbewusst zu ihren Schläfen. Wieder dieser Kopfschmerz: So viele Möglichkeiten, so wenige Beweise und nur eine Wahrheit, die möglichst bald offen gelegt werden musste. Die Zeit verrann wie Sand in einer Sanduhr.

Margas Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen ließen so sehr zu wünschen übrig, dass sie nicht entscheiden konnte, ob der Priester nur schockiert war oder wirklich ein Plan ausgeheckt hatte. Im Laufe der Zeit sagte er etwas, was auf Mitwisserschaft hindeutete, aber die Halborkin kam vorerst nicht darauf.

„Mein Tochter ich kann mitnehmen, Kutsche groß genug und mit genug Gepäck. Der Rest…“ Sie zögerte, hatte die Gräfin weitere Familienangehörige? „…wird sich schon klären.“
Marga war sich immer noch nicht sicher, was sie vom Priester halten sollte. Der Herr von Reuten war ihr als mächtiger Mann und Berater vorgestellt worden, aber so wie er sich jetzt verhielt, klang es irgendwie gespielt.

Als er nach ihren Verdacht fragte, zögerte sie. Sie hatte auf diese Konfrontationstaktik gebaut, aber jetzt hatte sie keine Beweise, nur Vermutungen. Würde sie jetzt den Fehler machen und von Reuten die Verschwörerschaft unterstellen, würde er als Informationsquelle schlagartig versiegen. Außerdem glaubte sie nicht, dass er allein hinter der Sache steckte.
„Nein, nur schlimmes Gefühl. Niemanden in Verdacht bis jetzt. Wenn noch etwas sagen wollen, dann bitte jetzt, ich muss meine Gedanken ordnen, bis Kutsche kommt.“

Schließlich erhob sie sich und setzte sich zurück an ihren Tisch. Sie blickte mit leerem Blick in dem Raum, wie jemand, der in Gedanken eine schwierige Rechnung durchging. Nicht nur die Gräfin, sondern auch ihre Tochter sollte ermordet werden. Sie hatte dem Priester erzählt, dass sie sich in Todesangst wäge, aber er hatte sofort auf eine Gefahr für die Familie einschließlich der Tochter gekommen.
Organisierte Mörder stachen nicht nur ihre Opfer ab, sondern auch deren Nächste, um den Tag zu verhindern, dass er nicht selbst zum Racheopfer werden konnte…
Reuten hatte ihr geraten, den General zu informieren. Während die Gräfin von Falkenstein alle Verdächtigen beobachtete, ging sie dem Ratschlag nach. Als sie dem General zu sich winkte, machte sie ein enttäuschtes Gesicht: „Mich noch nichts gefunden Punkt zum anhalten. Vielleicht brauchen mehr Wissen. Mir dir danken, du helfen mir und wissen so viel über Leute hier, waren du ein Freund von Gräfin?“

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Montag 8. März 2010, 12:40

Von Reuten nahm einen kräftigen Schluck Wein als er sich endlich wieder hingesetzt hatte. Dann nestelte er in seiner Robentasche herum und zog ein Taschentuch hervor um sich die Stirn abzutupfen. Als deutlich gestresster Geist war er doch ein sehr seltener Anblick. Er musterte sie besorgt als sie ihre Finger zu ihren Schläfen dirigierte. „Ist euch nicht gut? Ach was rede ich da! Natürlich ist euch nicht gut, wenn ihr bedroht werdet!“
„Mein Tochter ich kann mitnehmen, Kutsche groß genug und mit genug Gepäck. Der Rest…“ Er nickte nur eifrig und tupfte immer wieder seine Stirn ab. Sofort fragte er natürlich nach den Verdächtigen. „Ist er denn schon hier?!“

„Nein, nur schlimmes Gefühl. Niemanden in Verdacht bis jetzt. Wenn noch etwas sagen wollen, dann bitte jetzt, ich muss meine Gedanken ordnen, bis Kutsche kommt.“ „Ihr solltet euch unbedingt an den General wenden… ich organisiere euch ein paar Männer die euch beschützen!“ Bot er seine Hilfe an. Er sah ihr verdutzt nach als sie sich erhob und zurück an ihren Tisch ging. Auch die Baronesse und die junge Marilene beobachteten sie weiterhin. Die beiden Wüstenleute folgten der Musik und Von Reuten? Der erhob sich und lief unruhig im Raum herum bis er schliesslich zum Hausdiener kam und ihm eifrige Anweisungen gab.

Der General folgte sofort ihrem Wink und setzte sich zu ihr. „Nun… wie laufen eure Nachforschungen Gräfin?“ Fragte er sogleich. Warum hockte er eigentlich die ganze Zeit untätig herum? Er war hier doch der Gesetzesmann!
„Mich noch nichts gefunden Punkt zum anhalten. Vielleicht brauchen mehr Wissen. Mir dir danken, du helfen mir und wissen so viel über Leute hier, waren du ein Freund von Gräfin?“

„Habt ihr denn jemanden ermitteln können den ihr entlasten könnt?“ Fragte er und seufzte. „Nein ich war nicht wirklich ein Freund der Gräfin aber ich war jeweils zu ihrer Sicherheit an solchen Anlässen… nur an diesem habe ich einst versagt. Darum bin ich hier und locke lebende Seelen ins Haus damit sie besser machen können wo ich einst versagt habe. Es ist wohl teil des Fluchs der auf diesem Haus lastet. Ich kenne nicht alle der Anwesenden. Wie gesagt die beiden Wüstenleute sind heute zum ersten Mal hier… und die Baronesse ist eine seltene Besucherin solcher Feste. Die junge Marilene darf erst seit einigen Monaten an solchen Anlässen teilnehmen. Die einzigen beiden die ich besser kenne ist Von Reuten und der Diener des Hauses. Von Reuten ist ein mächtiger Mann… und die Gräfin bezahlt ihm viel Geld dass er sich nur ihr annimmt. Er hat sich aber bisher stets als Loyaler Berater erwiesen und viele seiner Ratschläge haben auch zu dem unglaublichen Reichtum der Grafsfamilie geführt. „Und Jan… nun er wird auch nicht jünger. Er war schon immer ein etwas eigener Kauz aber im Grunde hat er nie über seine Herrin geklagt. Ich wüsste nicht welchen Grund er hätte sie zu ermorden.“
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