Unterwegs nach Eldar

Dies ist das südliche Königreich unter der Herrschaft des jungen und großzügigen König Richard dem Dritten. Armut findet man hier kaum, sondern meist Wohlstand und Zufriedenheit, einfach ein Reich zum Wohlfühlen.
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Marga
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Samstag 25. September 2010, 21:40

Die Halborkin fragte sich nicht, ob Belenus ihren Scherz verstanden hatte. Der Witz – und für eine Person mit dem Humor eines Wurzelgemüses war das schon eine reife Leistung – lag darin, dass man bei der Verurteilung genau das tat, was man verurteilte, nämlich Verallgemeinerung.

Glücklicherweise zeigte Belenus die Verschwiegenheit und stellte keine weiteren Fragen. Auch gab er Margas Wunsch nach, obwohl ein Besuch Grandessas ein gewisses Risiko borg. Deshalb konnte sie auch darüber hinwegsehen, dass der Waldelf wieder nach ein paar Minuten Ritt seine Jammertiraden abzog. Marga stellte ihre Ohren auf taub – natürlich nur für Belenus, denn wer wusste, was für übles Gesinde hinter der nächsten Ecke lauern könnte, immerhin war das hier Grandessa.
Sie erreichten schließlich eine befestigte Straße und die Pferde stiegen vom Feldweg aufs Pflaster. Die Adeligen des Landes waren geizig, was die Instandhaltung der normalen Wege anging, aber wenn es um die Straßen nach Süden ging, nämlich die Heeresstraßen, dann griffen sie gern mal tiefer in den Geldbeutel. Natürlich wusste Marga nichts über diesen Hintergrund, aber sie war froh, dass der Weg nun ruhiger verlief, sie trotzdem schneller vorankamen und die Gewässer nun überbrückt waren.

Es kamen nun auch andere Reisende entgegen. Einige gebückte Gestalten mit grober Kleidung und schlappen Strohhüten – Bauern. Eher seltener Händler – sie hatten Lasttiere, Handkarren oder Gehilfen bei sich und das Spektrum des Wohlstandes ging vom einfachen Hausierer bis zum betuchten Kaufmann. Letztendlich kamen noch vereinzelte Soldaten. Sie schleppten Waffen und Rüstungen mit sich herum, waren vernarbt und schauten grimmig.
Unabhängig von der Art des Reisenden verfuhr Marga immer gleich: Sie senkte den Blick und ließ ihre Haare offen herunterhängen, sodass sie wie ein Vorhang ihre grünliche Haut und ihre markanten Gesichtszüge verbargen. Sie hatte in der letzten Zeit versäumt, ihre Haare zu waschen und durchzubürsten, also sahen sie etwas wüst aus und das eine oder andere Zweiglein hing noch in einer Strähne fest. Das war kein Nachteil. Die wenigen Frauen auf dem Weg – die Bäuerinnen – sahen auch nicht besonders gepflegt aus.

Während der Reise dachte Marga nur wenig nach, doch bald fragte sie sich, wo man abbiegen musste, um zu einer Ortschaft zu kommen. Sie wollte dort die Vorräte aufstocken und sich über persönliche Dinge informieren. Außerdem kam ihr schließlich noch ein weiteres Bedürfnis, an das sie schon eine Weile nicht mehr gedacht hatte. Es hatte mit dieser unbequemen Sitzhaltung zu tun.

Aber vielleicht ließ sich da auch jetzt schon etwas machen: Sie achtete auf die anderen Reisenden und suchte sich schließlich einen Händler aus. Sie suchte besonders nach einem, der mehr als doppelt so viele Winter wie sie selbst erlebt hatte. Dann wäre er damals alt genug gewesen, um sich gewisse Dinge einzuprägen.
Als sie schließlich einen Mann mit einem schwer bepackten Esel fand, hielt sie ihr Pferd mit den Zügeln an und schob sich in dessen Weg. Sie sprang ab, doch als sie feststelle, dass dies wie ein Überfall wirken konnte, hob sie beschwichtigend die Hände und schob ihre Haare aus dem Gesicht. Sie sprach ihn auf Garmisch an, in der Hoffnung weniger fremd dadurch zu klingen:

“Krämer,“, fing sie an, “Keine Sorge, wir tun nichts, wollen nur handeln, vielleicht ein, zwei Fragen stellen. Du verkaufen Kleidung?“

Die Schülerin plante nämlich, sich erst eine passende Hose und einen Gürtel zu kaufen, damit sie wie Laiya rittlings auf dem Sattel Platz nehmen konnte. Danach konnte sie dem Händler ihre Fragen stellen, denn nach dem Geschäft ließ es sich leichter reden. Das war eine Sache, die sie selbst in ihrer Heimat erfahren hatte. Die Marktweiber fingen immer erst nach dem Feilschen an, zu tratschen, niemals vorher.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 29. September 2010, 20:52

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