Unterwegs nach Eldar

Dies ist das südliche Königreich unter der Herrschaft des jungen und großzügigen König Richard dem Dritten. Armut findet man hier kaum, sondern meist Wohlstand und Zufriedenheit, einfach ein Reich zum Wohlfühlen.
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Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Sonntag 30. November 2008, 13:42

<b>[weiter aus „Zwischen Jorsa und Jersa“]</b>

Gerade als die Straße nicht mehr zu sehen war, fielen die ersten Schneeflocken. Zuerst kleine, leichte, zögernd tänzelnde Flocken. Doch schon nach kurzer Zeit wurden die Flocken größer und dichter. Langsam bildeten die Flocken, dort wo sie den Boden erreichten, einen weißen, leise knirschenden Teppich. Doch auch hier waren die Schritte der Elfen kaum zu hören und erstaunlicherweise auch kaum zu sehen.

Leise flüsterte Laiya Belenus etwas ins Ohr und ließ sich dann zu Marga zurückfallen. Aufmerksam und kühl musterte sie die Halborkin. Schien sich bei den fallenden Temperaturen und dem steten Schneetreiben erstaunlich wohl zu fühlen. Auch ihr Atem zeichnete sich nicht in der eigentlich ziemlich kühlen Luft ab. Während Belenus mit seinem Atem kleine weiße Wolken hervorrief. Für einen winzigen Augenblick tanzte bei dem Anblick des wie schnaufend wirkenden Elfen ein Lachen in den unwirklich hellblauen Augen der Elfe, doch dann wandte sie sich ernst Marga zu.

„Du kannst also eine bestehende Flüssigkeit einfrieren.“ Ihre Stimme klang kühl, aber auf ihre eigene Art ruhig und samtig. „Doch man hat nicht immer etwas Wasser oder ähnliches zur Verfügung. Deswegen möchte ich, dass du lernst, die Luftfeuchte zu nutzen.“ Sie streckte eine Hand aus... und einen Moment später sammelten sich Schneeflocken zu einem zuerst noch lockeren Schneeball, dann zu einer festen Schneekugel, bevor sie zu einer kristallinen Eiskugel wurden. „Du musst es schaffen, die Kälte in dir und die um dich herum in Einklang zu bringen –und sie dann deinem Willen zu unterwerfen.“ Emotionslos sah sie Marga an. „Solange es schneit ist es leichter zu lernen, also nutze die Zeit.“ Mit einem sanften Blasen löste sich die Eiskugel auf und schwebte als dicke Schneeflocken zu Boden.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Montag 1. Dezember 2008, 19:31

Zwiegespaltene Gefühle erfüllten die Halborkin, als sie den Weg verließen. Einerseits bedeutete es, Jersa zu umgehen - und Marga war wirklich erfreut darüber, denn das hätte bedeutet, nach drei Reisetagen schließlich wieder am Ausgangspunkt zu sein. Andererseits war der Weg nicht gepflastert und bestimmt auf keiner Karte eingezeichnet. Sollte etwas geschehen, dann gab es diesmal keine Reisende, die zufällig auf den selben Wegen verkehrten und die einen im Notfall helfen konnten.
Dann fing es an zu schneien. Marga streckte ihr Hand aus und einige Flocken fielen auf die offene Handfläche und schmolzen sofort. Das Schneegestöber wurde dichter und legte sich wie ein großes weißes Bettlacken über das Land. Es wurde kälter und Marga lobte sich selbst in Gedanken dafür, diesen Mantel gekauft zu haben. Auch wenn die Halborkin noch niemals allein wegen Kälte erkrankt war, so war es dennoch kein schöner Gedanke, jetzt ohne Mantel herumzulaufen.
Der Schnee knisterte und gab ein schabendes Geräusch von sich wenn Marga darauf trat. Sie hinterließ Fußabdrücke, die bis zum Erdboden reichten.

<b>Belenuss und Laiya lassen nichts Fußabdruck hinter. Merkwurdig.</b>

Gerade als sie an ihre Lehrmeisterin dachte, sprach diese etwas zu ihrem Mann. Frisch fallender Schnee war lauter als dieses Flüstern. Sie wurden langsamer und Marga war bald auf gleicher Höhe mit den beiden. Laiya schien sich am Wetter und der Temperatur zu erfreuen. Auch dampfte ihr Atem nicht in der Kälte. Vermutlich war es in ihrem Inneren so kalt, dass jedes andere Wetter unerträglich heiß für sie war.

Marga hörte sich die Erläuterungen ihrer Lehrerin geduldig an und versuchte, sie so gut wie möglich einzuprägen. Dabei schaute sich auch an, was ihr demonstriert wurde. Erst danach fing langsam eine Phase des Verstehens an:

"Also Wasser sein in Luft. Interessig."

Auch wenn das verrückt klang, immerhin hatte sie noch nie Wasser in der Luft gesehen, so ergab es irgendwie Sinn. Sie hatte sich noch nie gefragt, was eigentlich mit dem Wasser passierte, das als Dampf beim Kochen hochstieg. Und wenn kaltes Metall beschlug, woher kam das Wasser? Und was war Nebel? Endlich hatte sie die Antwort: In der Luft war Wasser. Verwunderlich, aber logisch.
Die restliche Theorie war sehr schwierig. Das Buch hatte zwar perfekt beschrieben, wie man die Kälte in Inneren kontrollierte und verlagerte, aber die Kälte außerhalb des Körpers zu nutzen, das war ihr völlig neu. Vielleicht klappte es ja mit diesen "die innere und äußere Kälte in Einklang zu bringen":
Es war ein bisschen banal, aber Marga hob einfach eine Handvoll Schnee auf und versuchte in die Hand genausoviel Kälte zu bringen wie die Temperatur des Schnees war.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 3. Dezember 2008, 14:54

Laiya beobachtete mit einem winzigen Stirnrunzeln, wie Marga etwas Schnee aufhob. Zuckte dann jedoch beinahe unmerklich mit den Schultern. Schließlich hatte sie es nicht mit einem elfischen Lehrling zu tun. Kurz glitt ihr Blick zu Belenus, welcher sich inzwischen mit ein paar Eichhörnchen, welche auf und mit ihm Fangen spielten, vergnügte und auch weiterhin fröhliche Atemwolken von sich gab, während er stetig weiter gen Norden lief.

Der Schnee auf Margas Hand fing, sowie er ihre Haut berührte, an zu schmelzen. Doch wurde die Menge des Schnees langsam, nahezu kaum bemerkbar weniger. Bis schließlich ein winziger Rest frischer Schneekristalle in ihrer Handfläche verweilte.

Die Elfe hob angenehm überrascht eine Augenbraue. „Gut. Jetzt versuche die Menge an Schnee auf deiner Hand durch Schnee aus der Luft wieder soweit aufzufüllen, dass deine Handfläche ganz bedeckt wird.“ Sie bückte sich in einer fließenden Bewegung im Weiterlaufen und ließ eine ebenso winzige Menge Schnee auf ihre Handfläche gleiten. Dann richtete sie sich auf und hielt die Hand so vor Marga, dass jene sehen konnte, was sie meinte. Kurz darauf wuchs die Schneemenge auf ihrer Handfläche... Bis sie wieder eine Schneekugel in der Handfläche hielt, welche sie erneut durch ein sanftes Pusten auflöste. „Jetzt du.“
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Freitag 5. Dezember 2008, 21:43

Marga verstand allmählich, dass sie das mit dem "in Einklang bringen" etwas missverstanden hatte. Aber das schlug sie nicht in Flucht. Wenn etwas schief geht, dann probiert man es eben wieder. Übung macht die Meisterin. Das waren gewisse Sprichwörter, die Marga immer mit sich trug. Wer aufgibt, bleibt schlecht, wer ausdauernd war, dem würde es irgendwann gelingen. Deswegen wäre es Marga egal, wenn sie ein ganzes Jahr lang keine Fortschritte machen würde. Diese Vorstellung war zwar unangenehm, aber sie würde es ertragen können.
Der Halborkin sah es ihrer Lehrerin an, dass sie schon bessere Schülerinnen gehabt hatte, doch das war so gesehen ihr eigenes Problem, nicht ihres. Sie blickte auf den zum großen Teil geschmolzenen Schnee in ihrer Hand und schüttelte sich die kalte Brühe ab und wischte die Hand an ihrem Mantel ab, bis die Handfläche wieder knochentrocken war. Bei der Übung ging es darum, Wasser aus der Luft zu ziehen, nicht das alte Schmelzwasser wieder einzufrieren. Sie folgte den Bewegungen der bleichen Frau genau und beobachte die Übung, bevor sie sich selbst daran machte. Langsam wurde ihr klar, dass dazu eine gewisse Mindestkälte notwendig war, noch kälter als der Gefrierpunkt von richtigen Wasser. Und vermutlich mehr, als sie erzeugen konnte...

"Mich versuchen."

, erklärte sie nickend, bevor sie die Hand wieder mit der Handfläche nach oben ausstreckte. Sie baute den Kältekanal zwischen Herzen und Hand wieder auf. Durch den Brustkorb, vorbei an der Schulter, über den Oberarm und entlang des Unterarms bis zur Hand. Dies konnte sie schon wie im Schlaf, denn in ihrem bisherigen Studium hatte sie eigentlich nichts anderes gemacht. Doch jetzt kam das neue hinzu. Sie schloss die Augen, konzentrierte sich auf den Kanal in ihrem Inneren und versuchte, ihn zu verbreitern. Das war das wichtigste. Die Kälte in ihrem Herzen konnte nicht verbraucht werden, der Transport war bei der Eismagie am wichtigsten und am kraftaufwendigsten.
Währendessen wurde ihre Atmung kräftiger und sie sog die kalte, schneidende Luft tief in die Lunge. Sie presste die Lippen zusammen, dann sogar die Zähne. Vor Anstrengung wurde ihre Stirn trotz der Temperatur mit einer Schweißschicht benetzt. Ihre Schritte wurden kürzer, langsamer und sie hielt irgendwann an. Sie konzentrierte sich auf nichts anderes als auf die Verbreiterung des Kanals. Es war als wollte man eine Weintraube durch einen Getreidehalm pressen. Sie achtete nicht einmal, ob es überhaupt Erfolg zeigte. Sie war ganz in dem Mittel versunken, dass sie den Zweck gar nicht mehr beachtete.
Irgendwann ging es nicht mehr weiter und sie hörte auf. Stark schnaufend blickte sie zu ihrer Hand, die jetzt klamm vor inneren Kälte war, und schaute, ob sie es geschafft hatte.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Sonntag 7. Dezember 2008, 14:31

Laiya nickte nur kurz auf Margas Worte. Aufmerksam behielt sie ihre Schülerin im Auge und passte ihre Schritte denen Margas an. Leicht besorgt runzelte sie die Stirn, als sie sah, in welchem Maße die Halborkin sich konzentrieren musste. Als sich sogar Schweißtropfen auf deren Stirn bildeten, seufzte sie lautlos und rollte mit den Augen, bevor sie wie um Beistand bittend zu Belenus sah. Welcher, als wenn er ihren Blick gespürt hätte, sofort stehen blieb, sich zu ihr umdrehte und ihr ein sanftes, beruhigendes Lächeln schenkte. Was anscheinend wirklich half, denn die Elfe entspannte sich wieder und konzentrierte sich erneut auf Marga. Abwartend blieb sie neben ihr stehen, den Blick zwischen dem Gesicht der Halborkin und ihrer Hand hin und her wandernd.

Als Marga endlich ihre Augen wieder öffnete und ihre Konzentration abbrach, atmete Laiya kurz erleichtert auf. Gemeinsam mit ihrer Schülerin sah sie auf die nach oben gerichtete Handfläche. Auf welcher ein etwas wallnussgroßer, dichter Schneeball lag. Und nicht schmolz. Für das erste schien das Laiya auch zu reichen, denn sie nickte knapp und lief wieder weiter. „Nicht schlecht, für das erste Mal.“ Ihre unwirklich hellblauen Augen richteten sich kurz nachdenklich auf Margas Gesicht, bevor sie wieder zu Belenus sah. „Übe das mehrmals täglich, bis dir ein faustgroßer Schneeball gelingt.“
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Sonntag 7. Dezember 2008, 16:55

Als sie auf den kleinen Schneebrocken in ihrer Hand blickte, presste sie ihn fest in die Faust, um seine Echtheit zu überprüfen. Ja es war Schnee, kalter Schnee, wie er tonnenweise um sie herum lag. Sie merkte auch, dass ihre Stirn schweißnass war, ihr Atem kräftig und gierig nach Luft saugte und dass ihre Beine stehen geblieben waren. Im Ernstfall hatten ihre jetzigen Fähigkeiten noch keinen Verwendungszweck. Solche Situationen ließen einem keine Minuten, sondern nur Sekunden. In der Zeit würde sie lieber ihr Messer ziehen und sich auf den Feind stürzen. Das hatte Marga auch vor, bevor ihre Fertigkeiten nicht ausgereift genug waren.
Trotzdem wusste sie, dass es ein großer Triumph war. Nicht nur hatte sie gelernt, Wasser aus der Luft einzufrieren, sondern auch wie man mehr Kälte erzeugte: Man musste diesen Kanal der kalten Magie einfach vergrößern. Und sie hatte das Gefühl, dass dieser mit der Zeit von ganz allein breiter und elastischer wurde.

"Ja, das werde ich tun, Meisterin."

, sagte die Halborkin und hielt neben dem Schneeball die andere Hand zur Faust gepresst, um einen Größenvergleich zu haben. Es fehlte noch einiges an Größe... Marga folgte den beiden wieder und ließ den Miniaturschneeball zu Boden fallen. Jetzt konnte sie erst einmal nicht mehr weiter üben. Die Erschöpfung, ein eher ungewöhnliches Gefühl für die ausdauernde Marga, hängte an ihr wie eine große Eisenkugel an dem Füßen eines Sträflings.

Die nächste Stunde hinüber folgte sie wortlos, schaute sich um und versuchte herauszufinden, woran Belenus und Laiya überhaupt den Weg erkannten. Der Schnee war noch nicht sehr hoch, also konnte Marga ab und zu mit einem Fuß den Boden freifegen, nur um zu erkennen, dass es ungepflasterter Erdboden war. Auch sonst erkannte sie keine Möglichkeit, sich zu orientieren.

<b>Verdammt, wie die das können?</b>

Und dabei mussten die beiden nicht einmal aufpassen, Belenus spielte sogar ab und zu mit ein paar Eichhörnchen, die noch nicht im Kälteschlaf waren. Schließlich, etwa eine Stunde nach der letzten Übung, versuchte es Marga, ausgeruht erneut. Diesmal aber verschloss sie weder die Augen, noch wurde sie langsamer, noch überanstrengte sie sich erneut. Stattdessen tastete sie sich behutsam heran und versuchte eine konstante Steigerung der Kälte zu erreichen. Auch wenn das Bild eines Kanals, des Schlauches nur eine Metapher für irgendwelche komplizierten, magischen Prozesse war, so hatte sie Angst, dass der Schlauch bei Überdehnung reißen könnte. Dann würde die Kälte in ihrem Körper auslaufen und ihre Organe einfrieren. Es schauderte ihr bei dem Gedanken.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Sonntag 4. Januar 2009, 19:32

In der Tat schienen Laiya und Belenus Marga beinahe vergessen zu haben. Denn nur hin und wieder sah einer von beiden über die Schulter nach ihr. Belenus freundlich, beinahe besorgt. Laiya kühl und forschend. Zwischen diesen Blicken unterhielten sich die beiden leise miteinander. Lachten sogar ab und an beinahe lautlos auf. Nun gut. Belenus vielleicht nicht gar so leise. Es war nicht verwunderlich, dass Marga nicht erkennen konnte, woran sich die beiden orientierten. Denn es war einfach nicht ersichtlich. Es schien eher, als würden ihre Schritte einfach den Weg kennen und ihm folgen.
Als Marga sich erneut ans Üben machte, blickte Laiya etwas länger über die Schulter, lief aber dank Belenus Arm, welcher sie umfing, stetig weiter. Erst als sie sicher war, dass Marga sie nicht verlieren würde oder sich wieder verausgabte, drehte sie sich wieder nach vorne.

Margas zwar weniger kraftvollen, aber doch konzentrierten Versuche blieben nicht ohne Folgen. Zuerst wurden die Flocken um sie herum stetig größer, bevor sie einer sehr luftigen Hülle gleich um ihre Gestalt herum zu schweben schienen.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Montag 5. Januar 2009, 12:17

Die Halborkin stellte nach einer ganzen Weile fest, dass die Schneeflocken langsamer fielen und größer waren. Doch das war nur in ihrer Nähe so – und in der Laiyas. Wenn sie sich weit genug nach vorne beugte dann sah sie die normalen, winzigen Flöckchen viel schneller zu Boden gleitend. Das hatte bestimmt etwas mit Eismagie zu tun. Und das gefiel ihr, es war fast so, als würden kleine Soldaten aus Eis um sie herum marschieren. Vor echter Gefahr konnte sie das leider nicht schützen, aber dafür machte es sie stolz, überhaupt so etwas zu schaffen. Irgendwie fühlte sie sich außerdem in dieser Kälteblase sehr wohl, denn diese Kälte war keineswegs unangenehm.

Sie versuchte, das aufrecht zu erhalten, während sie weiter lief. Schließlich konnte sie sich wieder mit der Frage beschäftigen, wie es die beiden langohrigen Begleiter es schafften, sich zu orientieren. Immernoch kam sie auf keine Lösung und auch an Ideen ermangelte es ihr. Es dauerte eine halbe Stunde, bis sie auf einen Gedanken kam, der zwar für andere undenkbar war, für Marga jedoch eine Lösung sein könnte:

<b>Was, wenn gar nicht wissen, wohin gehen? Vielleicht zu stolzig, um zugeben oder Karte nehmen.</b>

Auch wenn dieser Gedanke zwar kurze Zeit plausibel war, so verwarf sie ihn nach einer Weile. Ihre Meisterin war eine mächtige Frau und ihr Mann war ein Jäger oder so etwas in der Art, natürlich waren sie klug genug, um nicht ziellos irgendwohin zu laufen.
Als sie das erkannt hatte, schellte sie sich selbst. Wie konnte sie glauben, dass die beiden unberechtigt stolz waren? Sie war es gerade, die sich vom Stolz abhielt, einfach nachzufragen! Dabei hatte sie sich erst gestern von einem halb so altem Jungen Nachhilfe bezogen, ohne Scham dabei zu empfinden. Ihr Ziel war es zu lernen und vielleicht erfuhr sie sogar etwas nützliches.
Marga lief etwas schneller, holte die beiden schließlich ein und fragte unvermittelt:

"Wie schaffen es, hier zu Ohrentieren? Mich das einfach nicht können, aber ihr das tun mit links..."
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Freitag 9. Januar 2009, 17:09

Ihre beiden Begleiter wanden sich Marga zu, als jene sie aufholte. Belenus mit einem breiten Grinsen und neugierig funkelnden Augen. Laiya kühl und abwartend mit emotionslosem Gesicht und nur dem winzigen Hauch eines Lächelns. Ebenso unterschiedlich waren ihre Reaktionen auf Margas Frage und Eingeständnis. Belenus lachte herzlich auf, während Laiya verstimmt die Augenbrauen zusammenzog und lautlos schnaubend die Augen verdrehte. So war es wohl nicht weiter verwunderlich, dass ihre Antwort auch leicht unterkühlt, aber erstaunlicherweise trotzdem nicht unfreundlich klang. „Man muss sich nur an die Natur halten. Sie zeigt einem den Weg immer.“ Sie machte eine kleine Handbewegung, die auf ihre Umgebung abzielte. Belenus schüttelte schmunzelnd den Kopf, als seine Gefährtin daraufhin schwieg und erklärte ihre Worte dann mit warmer Stimme etwas genauer: „Das Moos an den Bäumen, der Stand der Sonne, aber auch der Sterne, ein Fluss in der Ferne. Man muss sie eben nur zu deuten wissen. Und im Notfall muss man einfach nur dem Wind und den Vögeln lauschen.“ Verschmitzt zwinkerte er Marga zu und musterte sie dann kurz besorgt. „Geht es noch oder sollen wir langsam rasten? Wir vergessen das immer leicht...“ Fragend sah er Marga an, während sie stetig weiter gen Norden liefen.

Inzwischen ließ der Schneefall langsam nach. Hinterließ einen dichten, dicken, weißen Teppich auf dem Boden und den Bäumen.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Freitag 9. Januar 2009, 21:10

Marga war keine gute Menschenkennerin, aber bis jetzt wusste sie genug über die beiden Begleiter, dass deren Reaktionen leicht vorhersehbar wurden. Laiya versuchte ihre Frage möglichst kurz zu beantworten und nahm ihr vermutlich die Störung übel. Tatsächlich hatte sie deren Gespräch unterbrochen und das war nicht sehr höflich. Belenus hingegen hatte kein Problem damit, die etwas schwer verständliche Ausdrucksweise seiner Gefährtin zu konkretisieren und genauer zu erklären. Das war schon eher auf Margas Niveau, auch wenn sie immer noch nichts damit anfangen konnte. Wie konnte man sich an Moos, das aus Margas Sicht einfach nur irgendwelches Grünzeug war, welches an den Bäumen klebte, orientieren. Auch die Sterne sagten ihr wenig. Wenn sie in der Nacht zum Himmel blickte, was jedoch nur selten geschah, denn in der Nacht schlief sie für gewöhnlich, dann sah sie nur viele kleine Punkte, die einfach nur wirr und ohne Ordnung dort platziert wurden. Dadurch zeigte sich, dass sie sich nie und nimmer in der Wildniss zurecht finden konnte. Wenn es einen Ort gab, den sie aufsuchen wollte, dann nahm sie eine befestigte Straße und orientiert sich an Wegweisern. Zur Zeit musste sich sich eben auf die Kenntnisse der anderen verlassen.

Zwar hatte sie auf der einen Seite Probleme damit, nachzuvollziehen, in welche Richtung sie laufen musste, doch eines war klar: Sie konnte laufen und das sogar noch ziemlich lang. Es war gerade erst einmal Vormittag oder vielleicht schon Mittag und sie hatte keinerlei Probleme damit, weiter zu gehen. Sie war zur Hälfte ein Ork und auch wenn jene Rasse einen Haufen schlechter Eigenschaften hatte, so konnte man niemals bestreiten, dass sie ein enormes Reservoir an Kraft und Ausdauer besaßen. Für sie wäre es kein Problem, bis in den Abend hinein zu laufen, die Kälte und der Schnee störten sie kein bisschen, es war sogar erfrischend und verhinderte, dass man ins Schwitzen geriet.
Sie schüttelte einfach nur den Kopf und sagte: "Nix Problem, Laufen sein einfach."

Sie ließ sich wieder zurückfallen, kramte kurze Zeit in ihrer Tasche und nahm dann einen großen Schluck aus ihrem Wasserschlauch und nutzte die Zeit wieder für ein paar magische Übungen. Sie tastete sich erneut an die Sache mit dem Schneeball in der Hand heran. Immerhin war es ein kühler Tag und wenn man schon nichts Besseres zu tun hatte, sollte man die Zeit gut nutzen. Wenn sie es jetzt nicht lernte, dann würde es ihr später, wenn die wärmeren Jahreszeiten kamen, schwerer fallen.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Sonntag 22. Februar 2009, 15:48

Belenus bemerkte wohl, dass seine Antwort Marga eher noch weiter zu verwirren schien, als ihr wirklich weiterzuhelfen. Als jene jedoch nicht weiter nachfragte, beließ er es mit einem Schulterzucken dabei. Schließlich wollte er auch niemanden unnötiges Wissen aufdrängen. Laiya hingegen schien Margas Reaktion erwartet zu haben, denn sie warf ihrem Gefährten einen entnervten Ich-habs-dir-doch-gesagt-Blick zu. Welchen jener aber nur mit einem breiten Grinsen und einem Küsschen beantwortete. Sofort kroch eine zarte Röte in die Wangen der bleichen Elfe und wich die gereizte Haltung mit einem kapitulierenden Kopfschütteln.

Als Marga ihnen zu verstehen gab, dass sie noch eine Weile weiter laufen könnte, nickten die beiden. Das kam ihnen nur entgegen, wenn sie nicht in kurzen Abständen rasten mussten. Denn für gewöhnlich liefen sie den Tag über durch und suchten sich dann im Beginn der Dämmerung einen Rastplatz. Also liefen sie je einen Arm um die Hüfte des anderen gelegt und in ein leises Gespräch vertieft weiter gen Norden.

Obwohl der Schneefall aufgehört hatte und nur noch die Luft klirrend kalt war, schaffte es Marga erneut einen kleinen Schneeball in ihrer Handfläche entstehen zu lassen. Zwar war er kleiner als der zuvor, aber immerhin schmolz er nicht, sondern blieb kühl und fest in ihrer Hand liegen.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Sonntag 22. Februar 2009, 16:52

Marga achtete nicht mehr auf die beiden Begleiter als nötig. Nur einen Bruchteil ihrer Aufmerksamkeit legte sie darauf, den beiden zu folgen und dabei nicht zurück zu fallen, denn die beiden bewegten sich leichter und geschmeidiger als Marga, was sie mit schnellen Schritten ausgleichen musste. Aber der Großteil ihres geringen Verstandes war auf ihre Übung gerichtet. Sie hatten ein kleines Schneebällchen allein aus der Luftfeuchtigkeit gewonnen, das jetzt in ihrer Hand lag.
Stolz betrachtete sie ihre Arbeit und ein gutes Gefühl breitete sich in ihr aus. Sie hatte etwas geschaffen, wenn auch ohne großen Nutzen, denn um sie herum lagen Unmengen an Schnee, doch immerhin war es etwas. Das unterschied fleißige Leute wie Marga von Tunichtguten und Faulenzern.

Sie versuchte nicht, den Schneebrocken zu vergrößern, aber nach einer Weile entfernte sie mit dem Daumennagel der anderen Hand ein paar Eiskristalle und zwar so, dass sie auf dem Nagel lagen. Sie beobachtete, wie langsam das Eis auf dem kurzen Nagel schmolz. Im Gegensatz zu anderen Frauen ihres Alters ließ Marga sich ihre Nägel niemals lange wachsen, weil es bei der Hausarbeit störend war, sich alle paar Stunden einen Nagel einzureißen. Außerdem hatte sie die unangenehme Angewohnheit, ab und zu auf ihnen zu kauen.
Die Halborkin betrachtete die Wasserperlen, die entstanden, als das Eis auf dem Daumennagel schmolz. Und dann leckte sie diese ab. Kein Zweifel: Die Kälte war magisch bedingt, aber das Wasser war echt. Tatsächlich, man konnte echtes, reales Wasser aus der Luft bringen. Margas Daumen blieb gleich auf Mundhöhe und als sie nachdachte, kaute sie auf dem Nagel.

Sie hatte so etwas wie den Funken einer Idee und den Bruchteil eines Gedanken. Nach einer Stunde intensiven Nachdenken hatte sie eine genialen Nutzen an der Eismagie gefunden: Sie war eine Quelle für sauberes Trinkwasser. Wenn sie vielleicht eines Tages am Verdursten war, würde diese Idee bestimmt ihr Leben retten. Sie schaute wieder auf den Schneeball, den sie die ganze Zeit über in der Hand gehalten hatte, den sie auch während des Nachdenkens mit neuer, für dieses Ding existenznotwendiger Kälte versorgt hatte. Dann steckte sie ihn sich in Mund und lutschte das kalte Eis. Sie öffnete die Hand wieder und machte sich an die Produktion eines weiteren, während das kühle Schmelzwasser ihre Kehle hinab lief.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Freitag 27. Februar 2009, 08:46

Laiya und Belenus liefen mal leise miteinander redend, mal friedlich miteinander schweigend, ab und an sogar etwas voneinander getrennt, wenn Belenus mal wieder etwas mit den Tieren des Waldes spielte und Laiya ihn nur milde belustigt beobachtete, vor Marga her. Stetig und ohne sonderliche Richtungsänderung. Nur Belenus sah gelegentlich auch mal über die Schulter, um zu sehen, ob Marga auch den Anschluss hielt. Das jene ihr stetiges Laufen ohne sonderliche Schwierigkeiten mithielt, schien ihn sogar etwas zu beeindrucken. Oder vielleicht war das fröhliche, aber leicht respektvolle Grinsen und aufmunternde Zwinkern auch einfach nur Teil seiner Art.

Als Marga sich dann erneut ihren Übungen widmete und Belenus dies sah, sprach er kurz mit Laiya. Nun gut. Genau genommen führten sie ein leises Streitgespräch, aus welchem aber anscheinend Belenus als Sieger hervorging, denn die blasse Elfe liess sich wiederwillig zu Marga abfallen. Mit wie stets unterkühlter Miene glitt ihr eisblauer Blick über Margas konzentriertes Gesicht und die geöffnete Hand. ”Und wie geht es voran?” Obwohl ihre Stimme kühl und desinteressiert klang, lag in den Tiefen ihres Blickes doch ein hauch Neugier, als sie ihren Lehrling aufmerksam ansah.


Dieses Mal gelang es Marga schon schneller wie zuvor einen kleinen Schneeball zu erschaffen. Ebenso wie sie es schneller wie zuvor schaffte, jenen zu einer ebenso kleinen, festen Eiskugel umzuformen.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Freitag 27. Februar 2009, 23:04

Dieses Mal lief alles noch einfacher und noch schneller ab, obwohl Marga sich nicht mehr ganz so stark konzentrierte. Sie betrachtete den eingeschneiten Wald um sie herum und beobachtete auch, wie Belenus ab und zu wieder mit Tieren spielte. Sobald sie selbst aber einigen Tierchen zu nahe kam, eilten diese schnell weg. Marga hatte sowieso kein Interesse daran, mit Eichhörnchen herumzutollen.
Der Marsch ging weiter, aber die Halborkin machte nicht schlapp. Belenus warf ihr kurz sogar einen beeindruckten Blick zu. Haben wohl gedacht, Marga nix kann lang laufen. Aber täuschen, mich haben viel Kraft, kein Problem., dachte sie voller Stolz. Aber dann musste sie sich wieder dem Schneeball zuwenden, bevor dieser zu schmelzen anfing. Dieses Mal wollte sie ihn wieder etwas an Größe gewinnen lassen. Wie war noch mal die Aufgabenstellung? Hmm, so groß wie eine Faust musste er sein, wenn sie sich nicht täuschte. Zum Vergleich hielt sie die zur Faust geballten linken Hand daneben:
Nicht annähernd groß genug... Aber der Eisbrocken konnte locker einer Walnuss Konkurrenz machen. Und im Gegensatz zu vorhin gab es nicht die Gefahr, vor Erschöpfung umzukippen, was ein erstaunlicher Fortschritt war. Vielleicht konnte sie morgen schon das vorgegebene Ziel erreichen und Marga war gespannt auf die nächste Lektion.

Ihre Meisterin ließ sich zurückfallen und fragte, wie es vorranging. "Tun mir leidig, Scheeball noch nicht so groß, wie du wollen, aber arbeiten daran. Sein leichter als vorhin, das jetzt zweiter...dreiter... oder hmm..." Sie dachte kurz nach: Der erste Schneeball, den sie unter so großen Anstrengungen hergestellt hat, dann der zweiter, mit dem sie getestet hatte, ob das Schmelzwasser trinkbar war - es hatte sich herausgestellt, dass es möglich ist - und der dritte, den sie gerade in der Hand hielt. Mit den Fingern der freien Hand zählte sie nach. "Ja, dreiter Schneeball."
Es entstand eine Pause und Marga überlegte, ob sie etwas in ihrem kurzen Bericht vergessen hatte... Nein, vermutlich nicht. Jetzt hätte sie zwar die Möglichkeit etwas zu fragen und tatsächlich fiel ihr etwas ein, was sie wissen wollte:
"Mich haben Frage: Bis jetzt mich nur kennen zwei Leute, die können Eismagie, dich und mich. Aber wie viele Eismagierinnen es überhaupt geben?"

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Montag 2. März 2009, 17:06

Entgegen ihrer wie immer reservierten, leicht gelangweilten Miene, lauschte Laiya Marga aufmerksam. Nachdenklich glitt ihr Blick von Margas Gesicht zu dem Eisball auf deren Hand. „Dritter.“ Sie sagte das Wort kühl und halb in Gedanken. Tatsächlich verfiel sie für eine kleine Weile in ein durchaus mal angenehmes Schweigen, wobei ihr Blick immer wieder kurz zu dem Eisball huschte. Bis sie schließlich leicht den Kopf schüttelte.

Leicht entnervt ging ihr Blick zu Belenus vor ihnen, welcher sich in dem Moment, als hätte er diesen gespürt, kurz umdrehte und Laiya ein überaus freches Grinsen zusandte. Laiya rollte mit den Augen und wedelte dann mit einem kleinen süffisanten Lächeln kurz mit der Hand in Richtung ihres Gefährten. Mit einem leisen Aufschrei rutschte jener in diesem Moment aus und fand sich auf dem Rücken liegend wieder. „Männer, so was von ungeschickt.“ Und bei diesen Worten konnte man sogar den Hauch eines zwar leicht zynischen, aber immerhin eines winzigen Lachens hören. Mit einem tiefen, leisen Lachen rappelte sich Belenus wieder auf und krabbelte vorsichtig von der kleinen Eisfläche herunter, bevor er sich aufrichtete, sich wie ein nasser Hund schüttelte, Laiya einen Kuss zuwarf und dann fröhlich weiter lief.

Da stellte Marga ihre Frage. Laiya drehte ihr den Kopf zu und für den Bruchteil eines Augenschlags konnte man Erstaunen in ihrem Blick erkennen. Bevor ihr Blick kühl und undurchsichtig wie immer wurde. „Einige nehme ich an. Allein in meiner Familie gibt es fünf.“ Sie zuckte desinteressiert mit den schmalen Schultern. Für sie war es nicht wichtig, mit wie vielen sie sich messen könnte. Für sie galt es nur, ihr Element perfekt zu beherrschen. Diese Gedanken sprach sie jedoch nicht aus, sondern wandte sich stattdessen plötzlich wieder Marga zu. Den Blick nun scharf auf sie gerichtet. „Hast du eine Waffe?“
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Montag 2. März 2009, 19:30

Entweder verbesserte sie die Zahl, die Marga genannt hatte, oder sie wiederholte sie nur noch einmal. Marga jedenfalls glaubte an ersteres, aber ihr war es nicht peinlich, dass sie es falsch gesagt hatte. Die Information war ja verständlich und das zählte. Sie verzichtete darauf, sich zu bedanken, denn sie wollte das kurze Schweigen nicht stören. Außerdem schien Laiya nachzudenken. Nach einer Weile schüttelte sie den Kopf, was Marga etwas verwirrte. Hatte sie etwas gefragt, was man mit einem wortlosen Nein beantworten konnte? Wenn sie sich recht erinnerte, hatte nämlich sie überhaupt nichts gefragt.

Ihre Lehrerin wendete sich ab und als deren Mann ihr ein Grinsen zuwarf, rutschte er urplötzlich aus. Erst etwas später verstand sie, was passiert war: Der Boden, vorher mit Schnee bedeckt, auf dem man problemlos laufen konnte, war nun mit einer glatten Eisschicht überzogen. Das war kein natürlicher Vorgang, sondern gezielter Einsatz von Magie. Dahinter steckte also ihre Meisterin, welche nun über diesen unschönen Streich lachte. Diesmal war es Marga, die etwas entnervt die Augen über ihr Gegenüber rollte. Fast schön hätte sie "Kindisch..." germurmelt, doch das verkniff sie sich. Belenus zeigte sich dagegen gelassen und schien sogar noch fröhlicher als die Urheberin dieses Streiches zu sein.

Laiya erzählte davon, dass es in ihrer Familie fünf Eismagier gab, und insgesamt vermutlich noch mehr. Marga kannte sogar selbst eine weitere beziehungsweise einen weiteren, aber leider nicht persönlich. Der Verfasser des Buches, aus dem sie ihre ersten Kentnisse gezogen hatte, musste sich immerhin auch mit der Materie befasst haben. Leider war nirgendswo der Name des Autors oder der Autorin vermerkt. Marga hatte keinerlei Interesse daran, mit anderen zu konkurrieren, denn bestimmt waren jene anderen genauso unsympathische Gesellinnen. Vielleicht machte gerade die Eismagie das aus einem...
Vielmehr war sie interessiert zu erfahren, wie weit diese Fertigkeit verbreitet war. Auf jeden Fall wäre es ein gutes Gefühl zu wissen, wie selten derartige Begabung war.

Plötzlich fragte man sie, ob sie eine Waffe dabei hätte. Erst nickte sie etwas verwirrt und griff zu ihrer Tasche. Gerade als sie das Messer unter ihrem alten, schmutzigen Kleid hervorfischte, kam ihr ein Gedanke, was es mit der Frage auf sich haben könnte: Vielleicht gab es hier Banditen und Laiya hatte gerade welche hinter irgendwelchen schneebedeckten Sträuchern oder Büschen gesehen. Zweimal hintereinander ein Überfall? Entweder hier gab es sehr viele Räuber oder Luc und der kleine Junge aus der Bande hatten sich auf einen weiteren Raubzug begeben. Aber sie waren in der Überzahl und die beiden wussten, mit wem sie sich hier anlegten. Marga hatte nämlich schon einige Erfahrungen gesammelt. Außerdem müsste erst eine Buschart gezüchtet werden, die fähig wäre, Luc komplett zu verbergen. Dennoch war sie vorsichtig und zog das Küchenmesser unauffällig ein Stück aus der Tasche heraus, damit Laiya wenigstens sehen konnte, um was für eine Waffes es sich handelte. Während die Halborkin ihre Augen schweifen ließ, fragte sie leise:
"Warum?"

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Dienstag 3. März 2009, 08:56

Laiya nickte zufrieden, als Marga bestätigte, dass sie eine Waffe hätte und in ihre Tasche griff. Blickte jene jedoch verwundert an, als Marga plötzlich so nachdenklich aussah und dann das Messer nur ein Stück weit aus der Tasche zog. Etwas gereizt sah sie Marga an. ”Also ich bräuchte es schon vollständig ausserhalb der Tasche.” Sogar ihre Stimme klang wie klirrendes Eis bei diesen deutlich sarkastischen Worten. Da fiel ihr Margas umherschweifender Blick auf. Irritiert zog die Elfe die Augenbrauen kurz zusammen und sah zu dem noch immer fröhlich vorherlaufenden Belenus. So lange ihr Gefährte so ruhig war, gab es keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Schliesslich wurde er stets rechtzeitig von den Tieren des Waldes gewarnt, sollten sich zwielichtige Gestalten in der Nähe aufhalten. Die Tiere hatten ihnen ja sogar Nell angekündigt. Nun gut, dass konnte ihr Lehrling aber nicht wissen.

Also zwang sich Laiya etwas zur Nachsicht bei Margas Frage. ”Weil ich dir eine neue Übung zeigen will.” Sie streckte die Hand aus und deutete ungeduldig auf das Messer. ”Also hör auf die Tiere zu verschrecken.”
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Dienstag 3. März 2009, 15:44

Scheinbar gab es hier doch keine Strauchdiebe, vor denen man sich in Acht nehmen musste. Dafür hatte Laiya scheinbar etwas mit dem Messer vor, immerhin gab sie zu, es zu benötigen. Marga zog es heraus, das große Küchenmesser, das sie früher benutzt hatte, wenn es rohes Fleisch zu schneiden gab. Es war das schärfste Messer, das sie im Haushalt finden konnte, denn jedes Jahr hatte sie es bei einem Schmied schleifen lassen. Doch beim Aufbruch hatte sie sich gedacht, dass man es auch anders verwenden konnte, als in der Küche, darum hatte sie es einfach mitgenommen. Die übrigen Küchengeräte hatte sie samt dem restlichen Hausrat den neuen Eigentümern übergeben.
Marga musste feststellen, dass sie das Messer, das sie gerade herausgeholt hatte, fest am Griff hielt, mit der Spitze nach vorne, fast wie eine Kampfstellung. Schnell hielt sie in einer weitaus weniger bedrohlichen Position waagrecht vor sich mit der linken Hand auf die stumpfe Seite der Klinge gelegt.

Eine neue Übung steckte also dahinter. Wollte Laiya ihr neben der Eismagie auch den Umgang mit Waffen beibringen? Das war sehr stark anzuzweifeln. Sie mochte vielleicht eine Meistein der Eismagie sein, aber ihr filigraner Elfenkörper - den Marga, die nichts über Elfen wusste, als dürr bezeichnete - war bestimmt für den konventionellen Kampf nicht stark genug. Aber was sollte man mit Eismagie machen? Die Waffe des Gegners in einen Eisblock einfrieren? - keine schlechte Idee, fand Marga, also lief sie zügig, um ihre Meisterin einzuholen. Dabei dachte sie daran, wieso es die Tiere mehr erschrecken sollte, ein ganzes Messer zu sehen, als nur den Griff, der aus einer Tasche ragte. So viel Verstand traute sie ihnen nicht zu, um zu verstehen, dass diese verschlagene Geste Gefährliches bedeuten konnte.
Doch das Sinnieren über die Tiere erwieß sich als Fehler, denn urplötzlich fiel die komplette Welt nach unten und Margas Blick war gegen Himmel gerichtet. Erst als ein brennender, aber nur glücklicher Weise nur kurzzeitiger Schmerz in ihrem Rücken aufflammte, verstand sie, was passiert war. MIST! Sie war auf der Eisfläche, die Laiya unter Belenus Füßen gezaubert hatte, ausgerutscht. Es ließ sie aufatmen, dass wenigstens ihre Hände noch das Messer fest im Griff und unverändert nach vorne hielten. Das hätte schlimm enden können, wenn sie es losgelassen hätte.

Schnell rollte sie sich zur Seite und stand auf, wo das Eis endete und der Schnee anfing. Sie klopfte sich ein paar Eiskristalle aus dem Mantel und schätzte sich glücklich, nicht zum zweiten Mal während dieser Reise eine Schulter verletzt zu haben. Schnell ging sie zu ihrer Meisterin, tat so, als wäre das gerade Geschehene nie passiert und fragte:
"Was sein Übung?"

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 4. März 2009, 15:57

Laiya sah etwas skeptisch auf das Messer. Oder vielleicht auch eher auf die Art, wie die Klinge auf sie zeigte. Denn als Marga das Messer anders griff, wich ein kleiner Teil der Skepsis. Da Marga aber keine Ansätze machte, es ihr geben zu wollen, lief die Elfe schließlich mit einem entnervten Laut begleitet von einem Augenrollen einfach weiter. Sie hatte Belenus beinahe eingeholt, als sie sich mit einem nun wirklich entnervten Schnauben umdrehte und Marga ansah, welche auf dem Rücken auf der Eisfläche lag, auf welcher Belenus schon zuvor ausgerutscht war. Die sie vor Margas Augen erschaffen hatte. Mit flehendem Blick, der sich bitterlich darüber zu beklagen schien, dass sie Belenus nachgegeben hatte, sah sie zu ihrem Gefährten. Jener lehnte aber an einem Baum und bog sich vor Lachen.

Also wanderte Laiyas Blick zurück zu Marga. Wenigstens schien jene sich nicht verletzt zu haben, was ja in Anbetracht dessen, dass sie das Messer noch immer gehalten hatte, nicht selbstverständlich war. Jetzt aber stand sie bereits auf, befreite sich von Eis und Schnee und kam zu ihr. Kühl sah Laiya ihr entgegen und nahm ihr dieses Mal das Messer einfach kommentarlos ab. Kurz wiegte sie es in der Hand und schob es dann wieder in Margas Hände. „Halte es gut fest. Lass es aber los, wenn du das Gefühl hast, es nicht mehr halten zu können.“ Mahnend sah die Elfe die Halborkin an, atmete dann tief ein und langsam wieder aus...

Das Messer in Margas Hand kühlte ab. Rapide fiel dessen Temperatur, bis sich kleine Eiskristalle bildeten, welche sich stetig ausbreiteten. Bis sie schließlich das Messer vollkommen bedeckten. Doch noch immer hörte das Eis nicht auf, sich auszubreiten. Die Eisschicht wurde dicker und dicker. Und je dicker sie wurde, desto tiefer sank die Temperatur des Messers...
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Mittwoch 4. März 2009, 20:05

Belenus war vergnügt über das Missgeschick der Halborkin, welche nun mit grimmigen Blick auf diesen richtete. Du sein auch gerutscht! Jeden kann passieren, wenn dein Weib Boden vereisigt. Dann sah sie auf ihre Meisterin, welche ihr nun das Messer abnahm und es einen Augenblick später zurückgab. Anstatt es zu verwenden oder die Übung zu zeigen, hatte sie es einfach nur einmal kurz angesehen. Marga schaute etwas desorientiert auf das Küchenmesser und versuchte eine mögliche Veränderung zu erspähen. Doch nichts, unverändert, genauso schwer, das selbe Messer.

Dann hörte sie, was ihre Meisterin forderte. Sie sollte es solange festhalten, wie sie konnte und dann loslassen. "Werden tun.", versprach Marga, welche es für einen Test oder so hielt. Wie einen Ausdauertest, doch dieses Messer war doch eine Kleinigkeit. Ein großer, schwerer Stein wäre etwas, was sich eignete, um die Kraft einer Person in den Armen zu prüfen. Marga hielt zuversichtlich das Messer am Griff.
Doch plötzlich hatte die Schülerin das Gefühl, das Messer werde kühler. Zuerst schob sie es darauf, dass sie das Messer doch gerade aus der Tasche geholt hatte und es jetzt an der frischen Luft abkühle. Als jedoch die ersten Eisblümchen sichtbar wurden, bekam sie den Verdacht, dass es nicht mit rechten Dingen zuging. Und das ließ nur die Schlussfolgerung zu, dass es sich wieder um Eismagie - was für ein Wunder - handelte. Ziemlich schnell sogar breitete sich das Eis aus und bedeckte die Klinge mit einer dünnen Eisschicht. Der Griff war noch verschont, da die Hände der Halborkin diesen noch etwas wärmten. Aber scheinbar nicht genug, denn es dauerte nicht lange, wobei die Metallschneide mit einer immer dicker werdenden Schicht aus Eis eingehüllt wurde, bis schließlich auch der Griff kalt wurde.

Vielleicht ein anderer Lehrling hätte verstanden und das Messer schnell fallen gelassen, doch Marga war etwas stur. Sie würde es erst aus den Händen nehmen, wenn sie wirklich nicht mehr zupacken konnte. Und immer kälter wurde der Griff, aber zum Glück war er aus Holz: An Metall wären Margas Finger bei der Eiseskälte kleben geblieben und sie hätte vielleicht ein Stück Haut verloren, wenn sie danach versuchte, sie abzureißen. Aber auch auf der Holzoberfläche bildete sich Eis. Das Messer hatte unterdessen sein Gewicht aufgrund des Eises verdreifacht. Erst als etwas Eis versuchte, Margas Hände hochzuklettern, gab sie nach. Sie traute ihrer Lehrerin mit dem schlechten Humor zu, es noch weiter zu treiben. Also ließ sie los und rieb ihre abgekühlten Hände aneinander. Das Messer landete aufgrund seiner nun schlechten aerodynamischen Eigenschaften plump vor ihren Füßen.
"Sehen nützlich aus.", gab Marga zu und sah auf das Messer, welches nun völlig in einem Eismantel steckte. Für die nächste Zeit wäre es nicht mehr zu gebrauchen. Selbst mit Handschuhen würde es nun schwerer sein, es als Waffe zu benutzen. Apropos Handschuhe: Wenn sie sich recht erinnerte, hatte sie ein tatsächlich ein Paar dabei. Es waren die groben Arbeitshandschuhe ihres Stiefvaters, dick und unhandlich, aber nachdem Marga sie hervorgeholt hatte und angezogen hatte, konnte sie das Messer problemlos wieder aufheben. "Wie mich das können machen?"

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Samstag 7. März 2009, 19:11

Belenus reagierte allenfalls belustigt auf Margas grimmigen Blick und ließ sich dann an dem Baum hinter ihm hinab gleiten. Gemütlich, als würde er nicht in eisig kaltem Schnee sitzen, streckte er die Beine von sich und kreuzte sie an den Knöcheln, während er die Arme hinter dem Kopf verschränkte. Heiter dem Spiel zweier Eichkater folgend wartete er ab, bis Marga ihre nächste Lektion hinter sich hatte.

Laiya war kurz davor, ihren Zauber abzubrechen, als Marga das inzwischen wirklich ziemlich dick mit Eis überzogene Messer fallen ließ. Kurz atmete die Elfe erleichtert aus und musterte dann Marga nachdenklich. „Dann sieht es so aus, wie es ist.“ Schweigend, mit einem Hauch Neugier in den kühlen Augen, beobachtete sie, wie Marga in ihren Beutel griff. Ihre Mundwinkel hoben sich ein winziges Stückchen, als sie sah, wie Marga die dicken Handschuhe herausholte und anzog.

Bevor sie jedoch Marga antwortete, hob sie eine Hand und beschrieb einen kleinen Bogen vor dem Messer. Das Eis fiel mit leisem Krachen vom Messer ab und hinterließ jenes allenfalls etwas abgekühlt. „Du musst wie zuvor die Kälte sammeln. Die Kälte um dich herum, aber viel wichtiger, die in dir. Und dann lenkst du diese Kälte in die Waffe. Du musst jedoch darauf achten, dass die Kälte die Waffe nicht zerstört, sondern nur abkühlen lässt.“ Sie lief kurz zu einem verschneiten Strauch und hob einen Ast auf. „Übe lieber hieran.“ Sie reichte Marga den Ast und bedeutete ihr, das Messer wieder einzustecken. „Und lass das nächste Mal früher los. Es bringt gar nichts, wenn deine Hand Frost abkriegt.“ Mahnend sah sie ihren Lehrling an und wartete dann Margas ersten Versuch ab.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Sonntag 8. März 2009, 11:45

Während Marga das eingefrorene Messer noch bestaunte, überlegte sie sich, wie sie es wieder aus der eisigen Hülle befreien sollte. Entweder musste sie einen Stein suchen, mit dem sie das Eis abklopfte, oder bei der nächsten Rast in einer Ortschaft auf einen Ofen legen, damit es schmolz. Doch die Überlegungen wurden unnötig, als ihre Lehrerin einfach mit einer Handgeste das Eis zerbrach, sodass das Messer wieder hervorkam.

Die nachfolgenden Erläuterungen konnte Marga verstehen: Kälte sammeln, Kälte in Gegenstand. Aber die Durchführung stellte sie wieder vor einige Probleme. Sie hatte bisher ja immer nur die Kälte in ihrem Inneren zu Hilfe genommen. Die Kälte um sie herum konnte sie nur schwer beeinflussen. Dann musste sie noch eine Lösung für das Problem finden, wie sie die Kälte in die Waffe leiten konnte. Im Normalfall wurde die kalte Energie, sobald sie Margas Körper verließ, sofort zu physikalischer Kälte, die in alle Richtungen verloren ging, solange sie nicht in einem Schneeball wie in der vorherigen Übung gespeichert wurde.
Außerdem wunderte sie sich über den Hinweis, die Waffe nicht zu zerstören, sondern nur einzufrieren. War das nicht noch viel besser? Dann hatte der Feind die Waffe für immer verloren und nicht nur, bis sie wieder aufgetaut war. Andererseits könnte man ihn entwaffnen und die Waffe selbst benutzen oder später verkaufen. Auf jeden Fall wollte sie die Worte ihrer Lehrerin nicht anzweifeln, das war ja überhaupt erst die Bedingung für ihre Zusage für die Lehre gewesen.

Dann wurde ihr als Übungsgegenstand ein Ast in die Hand gedrückt und verständlich gemacht, dass das Messer nicht mehr gebraucht wurde. Schnell steckte sie jenes weg, bevor ihre Meisterin noch auf den Gedanken kam, es für weitere Übungen zu missbrauchen. Auch die Handschuhe zog sie gleich aus und legte sie zurück in die Tasche. Handschuhe waren dafür gemacht, um Temperaturausgleiche zu verhindern, damit die Hände warm blieben, wenn es draußen kalt war. Wenn aber die Kälte von innen kam, dann würde sie auch innen bleiben, so glaubte Marga jedenfalls, und das wäre in diesem Fall schlecht.
Mit der linken Hand hielt sie den Stock am unteren Ende und mit der rechten Hand fasste sie ihn weiter oben. Doch halt! Man stelle sich nur vor, so ein schwertschwingender Bandit käme auf sie zu und sie müsste erst das Schwert ergreifen, bevor sie diesen Trick einsetzte; Marga hing aber an ihren Fingern. Also löste sie wieder die rechte Hand und hielt sie zwei Handbreit vom Holz entfernt.
Die Schülerin fing sich an zu konzentrieren. Sie fühlte den Kältekanal, der von ihrem Herzen bis zur rechten Hand verlief und nun kam das Schwierige: Sie versuchte ihn zu dehnen und weiter aus dem Körper herauszuführen, bis zu dem Ast.

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Sonntag 8. März 2009, 17:47

Laiya bemerkte Margas Verwirrung und Zweifel, als sie jene anwies, die Waffe nicht zu zerstören und entgegen ihrer sonst eher knappen und unterkühlten Art, gab sie dieses Mal eine ergänzende Erklärung. „Wenn du die Waffe mit Eis zerstörst, kann es passieren, dass sie einfach zerspringt und die Bruchstücke unterscheiden nicht zwischen dem, der die Zerstörung brachte und dem, der die Waffe hielt. Verwundet kannst du aber nur schwer weitere Eismagie anwenden.“ Zufrieden mit ihrer Erklärung sah sie kühl, aber aufmerksam zu Marga, ob sie noch weitere Fragen hatte.

Mit einem winzigen Kopfschütteln ging die Elfe auf Marga zu, als jene sich für ihren Versuch positionierte. Mit sanften, jedoch energischen Griffen korrigierte sie Margas Haltung. Ließ sie den Ast wie das Messer zuvor locker mit einer Hand vom Körper weg gerichtet halten, die andere Hand locker herab hängen, den restlichen Körper locker, aber aufrecht. Kurz nickte sie und trat dann wieder zwei Schritte weg.

Der Ast knackte leicht, als Marga anfing sich zu konzentrieren und versuchte den Kältefluss aus sich raus auf den Ast fließen zu lassen. Für einen winzigen Moment bildete sich Raureif aus dem Ast, bevor er wieder seine natürlich braune Färbung annahm. Nur seine temperatur war etwas gefallen.
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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Marga » Sonntag 15. März 2009, 12:13

Marga hörte sich die Erklärung über die Waffe an, die einfach durch die Kälte zersprang. Sie wäre gespannt, wie so etwas in der Realität aussah, aber sie glaubte ihrer Meisterin. Die musste es ja wissen. Das war ihre einzige Frage - und die hatte sie nicht einmal wörtlich, sondern vielleicht allein durch ein Stirnrunzeln gewstellt - gewesen. Sonst gab es nichts mehr zu klären und die Halborkin konnte sich der neuen Übung stellen.

Es gab scheinbar noch etwas an ihrer Haltung zu korrigieren. Nun hing ihr rechter Arm schlaff an ihrer Seite herab und ihr kompletter Körper hatte nicht mehr diese grimmig-verkrampfte Haltung, die er sonst bei ihren Übungen einnahm. Etwas ungewöhnlich, aber es gereichte der Schülerin nicht zum Nachteil. Irgendwie fühlte sie sich dabei viel leichter an.
Nun konnte es losgehen. sie versuchte, den Energiefluss nicht nur im Körper zu bewirken, sondern auch außerhalb. Anfangs dachte sie, es sei so eine anstrengende Arbeit, wie vorhin, als sie den Energiekanal vergrößern musste. Aber es stellte sich heraus, dass es gar nicht einmal so schwer war, nur war es vollkommen ungewohnt. Außerdem fühlte sie, dass in ihrem Körper viel mehr Energie fließen konnte, als außerhalb. Doch ein weit schwierigeres Problem war, dass dieser Fluss schwer zu steuern war. Eher durch Zufall erwischte sie zuerst den Ast, aber jetzt schaffte sie es nicht mehr, ihn zu beeinflussen. Sie wollte schon ihre Lehrerin fragen, doch damit hätte sie den bisherigen Vorgang und den damit verbundenen Erfolg unterbrochen. Zusätzlich wollte sie auch zeigen, wie selbstständig sie war.

Die angehende Eismagierin verschloss die Augen und konzentrierte sich allein auf die Kälte, wie sie von Magie bewegt durch ihren Körper floss und an einer Stelle sogar hinaus. Sie versuchte es, in ihrem Geiste zu visualisieren, es sichtbar zu machen. Nach zwei Minuten schaffte sie es: Vor ihrem inneren Auge sah sie ihr Herz, ein kaltes Blau ausstrahlend, das schließlich bis zum Rand ihres Körpers gebündelt wurde, und ein kleiner, hellblauer Faden verließ ihren Körper. Aus seinem Ende floss die Energie heraus und wurde zu Kälte. Als Marga eine Minute später die Augen öffnete, sah sie auch weiterhin diesen Faden in der Realität. Nun hatte sie etwas, was sie verwenden konnte. Allein im ihrem Geiste bewegte sie diesen Faden wie einen echten beim Nähen. Schließlich erreichte sie den Ast damit, der sich nun langsam abkühlte.
Der Faden war nur eine Vorstellung, die Margas Bewusstsein erschaffen hatte, um viel komplexere magische Vorgänge für sie begreiflich und beeinflussbar zu machen. Nach einer Weile verblasste er also, wobei aber der echte Energiekanal erhalten blieb.
"Glauben, jetzt funkenieren.", meinte Marga. Nachdem jetzt die größte geistige Herausforderung geschafft war, hatte sie wieder Luft, um eine Frage zu stellen, die ihr just in diesem Moment in den Sinn kam: "Meisterin, wie du lenken dein Magie? Mit Faden?"

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Re: Unterwegs nach Eldar

Beitrag von Erzähler » Samstag 21. März 2009, 16:21

Die Elfe harrte schweigend neben Marga und beobachtete ihre Schülerin aufmerksam. Jene schien erst über die korrigierte Haltung nachzudenken, sie dann aber als nicht allzu negativ einzustufen. Was sie auch gewundert hätte. Schließlich war das die beste Haltung für einen Anfänger. Erst wenn man jede Übung konnte, machte man sich daran, sie auch in jeder Position ausüben zu können. Doch davon waren sie wohl noch Lichtjahre entfernt. Was sie entnervt leise ausatmen ließ und ihren Blick kurz zu Belenus lenkte, doch jener nutzte das Päuschen für ein Nickerchen. Sie rollte mit den Augen und drehte sich wieder Marga zu.

Jene schien erst mit dem Energiefluss Probleme zu haben, schaffte es dann aber sich zu konzentrieren und ihn zu lenken. Tatsächlich kühlte der Ast etwas ab und bildete sogar vereinzelt etwas Reif. Für das erste Mal gar nicht schlecht. Jedenfalls für eine Nicht-Eiselfe. Auch wenn man dieses gedanklich Lob an der kühlen, beinahe gelangweilten Miene Laiyas nicht erkannte. Eher sah sie ihre Schülerin an, als hätte sie nichts anderes erwartet. „Scheint so. Obwohl du das natürlich noch verbessern solltest. Schließlich ist das Ziel, dass ein anderer die Waffe hält und da hast du keinen direkten Kontakt zu ihr.“

Da rieselten schon die Fragen auf sie nieder. Grummelnd verzog Laiya das Gesicht und sah hilfesuchend zu ihrem schlafenden Gefährten, seufzte dann aber und stützte eine Hand in ihre Hüfte, während sie mit der anderen über ihre Stirn rieb. Als sie antwortete klang ihre Stimme gereizt und eisig. Also eigentlich wie immer. „Ich lenke sie nicht. Ich rufe sie genau so wie ich sie brauche.“ Sie runzelte verwirrt die Stirn. „Was für ein Faden?“ Schnaubend (ohne eine Wolke dabei zu hinterlassen) schüttelte sie den Kopf leicht. Ihre folgenden Worte untermalte sie mit kleinen Handzeichen. „Man kann Magie bilden und lenken, das finde ich allerdings zu unsicher. Ich visualisiere, wo ich sie haben will und lasse sie auch genau so in Erscheinung treten. Kein Faden oder ähnliches.“
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