Zwischen Jorsa und Jersa

Dies ist das südliche Königreich unter der Herrschaft des jungen und großzügigen König Richard dem Dritten. Armut findet man hier kaum, sondern meist Wohlstand und Zufriedenheit, einfach ein Reich zum Wohlfühlen.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 27. August 2008, 20:28

Wieder verzog eines dieser breiten Grinsen Alex kleines Gesicht, als er Margas breitbeinigen Gang beobachtete. Doch höflicherweise kommentierte er ihn nicht, sondern wandte sich einem Buch und seiner Tafel zu. Bei Margas Worten nickte er. „Kein Problem.“ Jedenfalls hoffte er das. Schließlich kannte er bei weitem auch nicht alle Zahlen. Obwohl Nell ihm immer versicherte, dass er für sein Alter eigentlich viel zu viele kannte. Schweigend schlug er sein Buch auf und fing an hurtig auf seiner Tafel zu rechnen. Dabei sah er immer wieder neugierig gen Margas Tafel.

Als jene ihm ihre Tafel hinschob, las er ihre Worte aufmerksam. Und mehrmals. Denn bei manchen Worten musste er doch leicht schmunzeln. Erleichterung erfasste ihn. Er kannte die Zahlen bis hundert. Also gab es genug, was er lehren konnte. Stolz richtete er sich auf. Dann fiel ihm offensichtlich etwas ein. Er rutschte von seiner Bank und zog eine weitere Tafel hervor. „Ich schreiben noch mal so viele.“ Hochkonzentriert, weil er offensichtlich sauber schreiben wollte, fing er an, die dritte Tafel zu füllen. Es dauerte wirklich nicht allzu lange, da schob er ihr die Tafel zu. Auf jener stand in kindlicher, aber eigentlich recht ordentlicher Schrift folgendes:


21 einundzwanzig
22 zweiundzwanzig
23 dreiundzwanzig
24 vierundzwanzig
25 fünfundzwanzig
26 sechsundzwanzig
27 siebenundzwanzig
28 achtundzwanzig
29 neunundzwanzig
30 dreißig
31 einunddreißig
32 zweiunddreißig
33 dreiunddreißig
34 vierunddreißig
35 fünfunddreißig
36 sechsunddreißig
37 siebenunddreißig
38 achtunddreißig
39 neununddreißig
40 vierzig


Zufrieden mit seiner Leistung, aber auch etwas besorgt, ob es eventuell zu viel für seine Schülerin war, sah er Marga an. „Gut?“ Er lehnte sich leicht über den Tisch und wies auf die einzelnen Zahlen. „Sein einfach. Immer zweite Zahl und erste.“ Er wies auf die jeweiligen Zahlen. „Man nur wissen muss erste immer. Zweite sein immer gleich.“

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Samstag 30. August 2008, 11:14

Alex setzte die Zahlenreihe auf seiner Tafel fort, bis zur Zahl Vierzig. Als der Orkjunge erklärte, dass wenn man die Zahlen ausspricht oder in Lettern aufschreibt, man es rückwärts las, also das zweite zuerst, war Marga verwirrt.

"Warum das sein? Wenn Buchstapen, dann lesen von links nach rechts, und bei Zahl andersrum?"

Doch bei Betrachtung ihrer eigenen Tafel musste sie feststellen, dass die zweite Hälfte der Zahlen zum großen Teil genauso war. Dennoch war der Unterricht besser als in der Schule. Der Dorfschullehrer hatte immer nur die Zahlen einzeln beigebracht und niemals das System erklärt. Das war nicht gut für Margas Lernerfolge. Ihre Stärke bestand darin, einzelne, einfache Aufträge auszuführen. Doch wenn man ihr Gehirn mit so vielen Fakten vollstopfte, dann konnte sie nichts damit anfangen.

Wenn man mit so großen Zahlen hantierte, brauchte Marga aber auch einen Realitätsbezug. Was brachte es, wenn man lernte, eine Zahl zu lesen und auszusprechen, wenn man nicht wusste, wie viel sie war. Also legte Marga beide Tafeln zusammen und fing an mit den Fingern mitzuzählen. Als sie die Zehn erreichte, kam ihr das Problem, dass sie keinen Finger mehr übrig hatte, doch da fiel ihr auf, dass dieser Zahl eine Eins voranstand. Marga hatte bisher nicht genau gewusst welche Bedeutung diese vorgehenden Zahlen hatten. Aber jetzt verstand sie es: Die Zahl zeigte an wie viele vollständige Handpaare bei der Zahl waren. Das war praktisch, denn so hatte man wieder freihe Hände beim Zählen. Endlich verstand Marga das System, damals während ihrer Schulzeit hatte sie es nicht begriffen. Das mochte an ihrem geringen Alter liegen, sowie am Lehrer, der es zwar selbst wusste, aber nicht richtig erklärte, sondern nur Aufgaben stellte und falsche Antworten bestrafte, aber nicht verbesserte.

"Erste Zahl sagen, wie oft zwei Hände mit ausgestreckten Fingern dabei sein und zweite sagen, wie viele Finger noch dazu kommt? Wenn also nehmen Zahl" Sie wählte eine beliebige Zahl von Alex Tafel aus und las sie langsam "vier...und...drei...ßig, dann sind drei Leute, die Finger alle ausstrecken und einer, der vier Finger hinhalt?"
Endlich hatte sie es begriffen. Jetzt wusste sie, wie es ging, also brauchte sie nicht mehr die nächsten Zahlen zu lernen, sondern konnte sie bequem erschließen. Doch dann hatte sie noch ein Problem mit der Bezeichnungen. Sie deutete auf die entsprechende Stellen an den Tafeln:

"Warum heisen Zehn, dann Zwanzig, warum nicht "einzig" und "zweisig", wenn es doch bei nächstig Zahlen so sein. Und warum es einmal dreißig und einmal vierzig, einmal mit scharfiges s und einmal mit z? Wie gehen es dann weiter?"
Zuletzt geändert von Marga am Samstag 30. August 2008, 11:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Montag 1. September 2008, 16:45

Bei Margas Frage, die ihm so vollkommen aus dem Herzen sprach, musste Alex breit grinsen. „Genau selbe ich fragen Nell, als Nell mir erklären.“ Er beugte sich etwas vor und tat verschwörerisch. „Sie sagen, haben dummer Mann erfunden und Männer nicht gut mit logisch und praktisch Sachen.“ Er kicherte. „Ich sollen anders machen, wenn groß.“ Vergnügt lehnte er sich wieder zurück.

Als seine Schülerin erneut anfing zu sprechen, sah er mit einem Lächeln auf. Und je länger er ihr lauschte, desto stolzer wurde sein Blick. Begeistert nickte er. „Richtig. Du verstanden.“ Er strahlte. Um dann bei der erneuten Flut an Fragen leise loszukichern. „Wieder sein dummer Mann schuld, sagen Nell. Nicht wissen, warum nicht immer gleich sein.“

Er nahm die Tafel, die er zuvor beschrieben hatte und drehte sie um. Dann fing er an die Rückseite zu füllen. Bald schon war sie mit folgenden Worten bedeckt:

50 fünfzig
60 sechzig
70 siebzig
80 achtzig
90 neunzig
100 hundert

Fröhlich schob er Marga die Tafel erneut zu. „Mehr ich noch nicht können.“

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Mittwoch 3. September 2008, 16:25

"Aber wenn doch der Mann erfundigen das, dann sein schlau, selbst wenn Süstem nicht leichtig." Etwas verwirrt kratzte sie sich den Kopf. Sie selbst war auch eine Frau und musste zugeben, dass logisches Denken nie ihre Stärke war. Doch auch die meisten Männer, die sie kannte waren dumm, Gandrosh zum Beispiel. Andererseits waren die Frauen auch dumm...
Als nächstes erzählte Alex erneut davon, dass Nell einem dummen Mann - ob es wohl der gleiche dumme Mann von vorhin war? - die Schuld in die Schuhe. Nachdem sie die Tafel mit den Zehnerzahlen durchgeschaut hatte, stellte sie schließlich zögernd die Frage:

"Glauben du, dass Nell Abneigigung gegen Männer haben? Oder sein alles, was sie sagen, auch in Echtigkeit so?"

Während sie auf die Antwort wartete, las sie sich noch einmal alle Tafeln durch und rief sich noch einmal alles in Erinnerung, was sie besprochen hatten. Es kam schon einiges zusammen, jedenfalls aus Sicht der Halborkin.
Schließlich ergriff sie erneut ihre Tafel, wischte die Zahlen darauf weg, um alle neu erlangten Erkenntnisse festzuhalten. Eine der wenigen Sachen, die sie wirklich in der Schule gelernt hatte war, dass sich manche Dinge besser lernen ließen, wenn man sie aufschrieb, vielleicht sogar mehrere Male, doch soweit wollte sie nicht gehen:


Immer zwaitzal for erstzal sagen.
Erstzal sein vi oft zwai Hende Vinger, Zweitzal vi oft ein Vinger noch tazu.
Venn sagen Zweitzal, dan sein normal Zal und zig.
Ausnamen sein Zen, Zwanzig, Dreißig und Hundert.


Die letzten drei Zahlen waren ohne Fehler, denn diese hatte sie von Alex Tafeln abgeschrieben. Sie drehte die Handtafel um und legte die Kreide aus der Hand auf den Tisch, wo sie bei der nicht mehr ganz so holprigen Fahrt ein bisschen hin und her rollte, aber niemals über den Tischrand hinaus kam.

"In Ortnung, jetzt wissen genug über Zählen und Zahlen. Reichen für eine Weile, sein sehr neu für mich." Ihr Blick fiel erneut auf die ganzen Bücher und ihr kam eine weitere Frage in den Sinn.
"Wo bekommen man solch Bücher her, also Bücher zum lernen?", fragte sie nicht ohne Hintergedanken...
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 4. September 2008, 20:49

Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit dachte Alex über Margas Worte nach, bevor er antwortete. „Nicht denken, das Nell nicht mögen Männer. Halten meisten nur für dumm, weil Männer Frauen für dumm halten.“ Er klopfte mit seiner Kreide auf den Tisch und legte den Kopf leicht schief. „Sie sagen, dass Männer mehr dürfen wie Frauen und das sein nicht richtig. Sagen alle sollen dürfen gleich.“ Er überlegte noch einmal, nickte dann aber ohne etwas hinzuzufügen und widmete sich wieder seinen Rechenaufgaben.

Jedenfalls bis Marga ihn erneut ansprach. Vergnügt grinsend nickte er. „Sein viel lernen für ein Tag. Du sein gut Schülerin.“ Kurz runzelte er besorgt das Gesicht, als er überlegte, was er ihr überhaupt noch beibringen könnte. Doch Marga lenkte ihn erneut ab. „Oh... Bücher kaufen man in Laden. Nell lieben Bücher. Kennen in jeden Stadt Laden nur mit Bücher. Du wollen kaufen Buch?“ Neugierig sah er von den Büchern vor ihnen zu Marga.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Samstag 6. September 2008, 00:04

Marga klopfte ihre beiden Hände, deren Innenseiten noch etwas mit Kreide beschmiert waren, ab und hörte sich dabei Alex an. Ob Männer mehr durften als Frauen? Darüber hatte sie ehrlich gesagt noch nie nachgedacht. In ihrem Leben musste sie bisher immer tun, was Orlo ihr sagte, doch hinter jeder Aufforderung steckte auch ein Sinn. Hätte sie sich die Freiheit genommen, nicht zu putzen, wäre das Haus dreckig gewesen. Hätte sie nichts gekocht, hätte sie selbst auch nichts Warmes zu essen bekommen. Aber in anderen Bereiche gab es Unterschiede: Männer konnten Berufe erlenen, Frauen blieben zu Hause. Doch den meisten Männern machte die Arbeit auch wenig Spass und sie mussten arbeiten, ob man das jetzt Freiheit oder Unfreiheit nennen konnte...

<b>Mich wohnigten in Jersa, sein klein Teil von groß Welt. Nell aber fahren zu viel Städten und durch ganz Welt. Vielleicht anderswo sein anderswie...</b>

Abgesehen von dieser Frage, die sie nicht wirklich beantworten konnte, fand sie die Sache mit der Gleichberechtigung sehr sinnvoll, denn das ließ sich auch auf das mit der Unterdrückung aufgrund der Rasse übertragen. Jeder war gleich, ob Mensch, Ork oder Mischling, auch die Rassen, die es sonst noch gab, aber die Marga nicht kannte.

"Das voll und kommen richtig."

Ein Hauch von Röte streifte über ihre leichtgrünliche Haut, als Alex ihren Lernerfolg lobte. Bisher hatte noch niemand jemals ihre intellektuellen Fähigkeiten hoch geschätzt. Selbst sie musste zugeben, dass diese nicht sonderbar hervorhebenswert waren.
Doch bisher hatte sie nur die Theorie erlernt, es blieb also noch die Umsetzung in die Praxis, also in den Alltag und den konnte man nicht mit Schiefertafel und Kreide lernen, sondern indem man das Gelernte anwendete.

"Wenn bleiben längiger an Jorsa, dann wollen wissen, wo können kriegen Bücher. Es geben so viel Sachen, die noch müssen lernen und es sein falsch, nicht zu tun."

Von so etwas wie einen Bücherladen hatte sie bisher noch nichts gehört, in ihrem Heimatdorf gab es nur Lebensmittelläden oder Geschäfte, in denen Handwerksprodukte verkauft wurden. Doch nirgends konnte man Bücher kaufen, aber genau dafür wollte sie ja nach Jorsa.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Sonntag 7. September 2008, 16:45

Bei Margas Worten grinste Alex erneut. „Wir werden sein sicher länger in Jorsa. Nells Mutter immer meckern viel an Nells Arbeit.“ Er rollte mit den Augen und zog eine Grimasse, die sein kleines Gesicht in unzählige Falten legte. „Danach Nell arbeiten für Freundinnen von Mutter. Wir werden seeehhr lange sein in Jorsa.“ Er seufzte. Kurz blickte er zur vorderen Wand, hinter welcher Nell auf dem Kutschbock saß. „Mögen Mutter nicht. Haben böse Augen.“ Wieder seufzte er. Dieses Mal tiefer und lauter. Als würde eine riesige Last auf seinen schmalen Schultern ruhen. „Mutter mögen mich nicht. Sagen ich Monster. Dann Nell werden richtig böse.“ Langsam kroch ein belustigter Ausdruck in sein Gesicht. „Dann Nell streiten mit Mutter. Nell gewinnen. Immer.“ Bei dem letzten Wort sah Alex richtig stolz aus.

Schließlich wechselte er dann aber doch das Thema. „Lernen sein wichtig. Nell können zeigen Laden. Auch helfen mit kaufen Bücher.“ Seine Augen glänzten begeistert. Anscheinend hatte Nells Vorliebe für Bücher auf den kleinen Ork abgefärbt. „Da sein ganz viele Bücher. Über ganz viele Themen. Was du finden interessant?“

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Dienstag 9. September 2008, 20:24

Marga konnte sich unter der Beschreibung Nelles Mutters diese gut vorstellen. In Jersa gab es einen Haufen alter Frauen, welche sie anspukten und böse Worte flüsterten. So ähnlich musste auch die Mutter ihrer neuen Freundin sein.

"Warum dann nicht einfach gehen? Klangen wie nicht gutiges Mutter-Tochter-Verhaltniss."

Tatsächlich war es kein gutes Zeichen, wenn die Mutter immer an Nells Arbeiten etwas zu bemängeln hatte. Verstärkt wurde es scheinbar von Alex Anwesenheit. Beide hatten wohl unterschiedliche Meinungen zur orkischen Rasse.

"Sie werden bestimmt nicht mögen, wenn Nell mich noch mit anschleppen."

, sagte Marga spöttisch. Es war das erste Mal in der letzten Zeit, dass sie ein echtes Grinsen aufgesetzt hatte. Dieser Gedanke bereitete ihr eine gewisse Freude. Sie gehörte nicht gerade zu den humorvollen Wesen dieser Welt, doch wenn Leuten, welche sie nicht mochte - und Nelles Mutter mochte sie auf Anhieb nicht - etwas geschah, dann verspürte die Halborkin Schadenfreude.

Das mit dem Laden allein für Bücher in Jorsa klang äußerst interessant. Es wäre eine Erleichterung, wenn Nell ihr den Laden zeigte, doch da ergaben sich einige Schwierigkeiten: Sie wollte die Eismagie erlernen, es aber gleichzeitig auch geheim halten. Wenn sie im Laden ein Lehrbuch für diese Kunst kaufte, würde Nell es bemerken. Selbst wenn sie ein anderes Mal den Ort aufsuchte, würde es der Verkäufer trotzdem sehen. Das waren zwei unüberwindbare Probleme bei ihrem "Plan". Eine schlauere Person hätte bestimmt eine Lösung gefunden, sie konntes es aber nicht.
Doch wer weiß, vielleicht machte sie sich gerade umsonst Sorgen und es gab keine magische Lehrbücher dort. "Ganz viele" heißt nicht "alle".

"Wissen nicht, haben in Jersa nicht viel Buchen, darum nicht viel konnten lesen."

Marga hatte bis auf ihr Eismagiebuch noch nie ein Buch gelesen. In der Schule gab es zwar einige, doch der Lehrer wollte das kostbare Papier nicht in ihre Hände geben. Dabei hatte er irgendetwas von Perlen und Säuen geredet, obwohl Marga keinerlei Sinn darin erkannte.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Samstag 13. September 2008, 15:25

Bei Margas Vermutung nickte Alex mit traurigem Gesicht. „Sein nicht gut Verhältnis.“ Er seufzte schwer. „Aber brauchen das Gold. Mutter haben viiiieeeellleee Freundinnen. Und Freundinnen bringen auch Gold.“ Er zuckte mit den schmächtigen Schultern. Einerseits schien es ihm leid zu tun, dass Nell sich so mit ihrer Mutter herumärgern musste, andererseits akzeptierte er es eben als einen unabänderlichen Fakt.

Dann sah er jedoch Marga ernst an. „Mutter werden nicht mögen. Aber Nell das nicht stören. Wenn du wollen bleiben, dann bleiben. Sein deine Entscheidung, nicht Mutters.“ Energisch nickte er. Und hoffte im Stillen, dass er Marga jetzt nicht mit der Beschreibung von Nells Mutter verschreckt hatte. Doch das Grinsen sprach eigentlich dagegen. Erleichtert erwiderte es breit.

Auf Margas letzte Worte hin nickte er erneut. „Können vorstellen. Meisten Menschen mögen keine Bücher. Ich finden seltsam, denn meisten Bücher sein schreiben von Menschen.“ Er runzelte die Stirn und schüttelte dann aber den Kopf, als wolle er die zu komplizierten Gedanken abschütteln. „Was dich interessieren? So im normal Tag? Ich mögen Pflanzen und Tiere.“ Er deutete auf zwei der Bücher vor ihnen. „Deswegen lesen darüber.“

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Sonntag 14. September 2008, 16:30

Marga verstand allmählich diese Dreiecksbeziehung: Nell brauchte Kunden und ihre Mutter hatte genügend Freundinnen, welche die Dienste einer Schneiderin brauchten. Um diese Kunden zu behalten, musste Nell sich weiterhin mit ihrer Mutter gutstellen. Doch Marga erkannte auch einen Ausweg, wenn man das Dreieck zu einem Viereck machen würde. Nell musste einfach andere Kontakte knüpfen und wäre nicht mehr vom Weg über ihre Mutter abhängig. Vermutlich hatte Nell schon über diese Möglichkeit nachgedacht und außerdem fand Margae, dass sie kein Wort mit zu reden hatte. Es war Nells Leben, nicht das ihrige. Sie war nur eine Fremde, die zufällig in die gleiche Richtung reiste.

"Nicht nur mein Entscheidigung, sondern auch Nelles."

, erklärte Marga. Was die Halborkin anging, sie war mit der Möglichkeit, weiterhin bei Nell zu bleiben zufrieden. Marga war zwar keine besonders gesellige Frau, doch sie verstand die Wichtigkeit, in einer vollkommen fremden Stadt jemanden zu haben, der einem alles erklärte oder die Bücherläden zeigen konnte.

Mochten Menschen Bücher wirklich nicht? Orlo hatte ihr damals das einzige Buch im Haus weggenommen, das sprach tatsächlich dafür. Doch das hatte damit zu tun, dass die Bücher ihn an seine verstorbene Frau erinnerte. Außerdem war das ein Einzelfall. Marga vermutete, dass viele Menschen einfach kein Interesse an Büchern hatten und es in Jersa einfach nicht genügend Kunden für einen Bücherladen gegeben hätte.

"Was mich interessieren? Hmm, bisher nur gearbeitet in Haus und Garten, nicht viel Zeit für anderes hatte. Und Arbeit nicht interessant, Buch würden nur sagen, was schon wissen darüber..."

Um ehrlich zu sein, war die Zauberei ihr einzige Interessenfeld und sonst war ihr Leben ziemlich leer gewesen.

"Aber wenn schauen durch Bücher, dann vielleicht finden etwas ganz neus, was mich gefallen..."
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Sonntag 14. September 2008, 22:24

Alex legte seinen Kopf schief und zögerte noch mit einer Reaktion auf Margas Feststellung, dass es wohl nicht allein ihre Entscheidung sein würde mit zu Nells Mutter zu gehen. „Mhm.. du vielleicht Recht. Aber Nell sicherlich sagen ja wenn du willst komme mit. Sie nicht unanständig zu Gast sein und du sein guter Gast für uns. Ich gerne mit dir Rechnen weil du sein gute Schülerin.“ Schloss er schliesslich und lächelte wieder.

Die Fahrt ging einige Stunden ohne grössere Zwischenvorkommnisse. Alex nutzte die Zeit um Marga über gewisse Bücher aufzuklären die er schon einmal gesehen hat. Er machte grosse Augen und hob seine Hand an, zeigte mit seinem Zeigefinger in die Luft als sie meinte es gäbe kein Buch welches ihr kein neues Wissen über die Gartenarbeit liefern würde. „Weisst du, es geben Bücher über viele viele viele Pflanzen. Auch solche die du bestimmt nicht kennen. Ich hab gesehen eins. Hat schöne Zeichnung drin. Vielleicht du so können machen grösseren, besseren und schöneren Garten. Du interesse? Ich vielleicht können auftreiben wieder Buch wenn nicht weg. Im Stadt grosser Laden mit Büchern. Dort netter Verkäufer sein. Er macht guter… richtiger Preis sagt Nell immer.

Dumpfe stimmen waren von aussen zu hören. Der Wohnwagen wurde angehalten.
„Nananaaaaaa was haben wir den da? Hehehe!“ Raue Männerstimmen, es mochten etwa drei oder vier von ihnen sein so genau war dies nicht zu erhören. „Na wohin des Weges Süsse?“ Fragte die eine düster anmutende Stimme lachend. „Was hast du uns den schönes in deinem Wagen mitgebracht? Weisst du wir sind hungrig… und brauchen Geld für neue Kleider und Waffen verstehst du? Wirst du uns etwas davon geben oder müssen wir es holen?“

„Ich habe nichts Wertvolles bei mir.“ Hörte man im Wagen Nell leicht nervös klingend antworten. Bell knurrte indessen.

Alex war verstummt als der Wagen angehalten hatte. Ängstlich lauschte er, seine Gesichtszüge veränderten sich mit wachsender Sorge zu einem ernsten unruhigen Ausdruck. Unsicher blickte er Marga an. „Dass sich nicht hören gut an…“ Flüsterte er deutlich verängstigt. "Das bestimmt nicht sein nette Mensch.." Fügte er hinzu.


[Ich hoffe ich stelle die Figuren soweit richtig dar, wie du es von Gwen gewohnt bist, wenn ich irgendwas schreibe was nicht passt oder was nicht mehr richtig zusammenstimmt meld dich bitte bei mir :)]

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Montag 15. September 2008, 18:54

Marga hörte sich Alex Rede über Bücher an. Es war unglaublich, dass er soviel reden und soviel wissen konnte. Sein Kopf musste doch bald platzen, wenn sich doch das ganze Wissen darin sammelte. Sie nickte unterdessen immer, obwohl sie eigentlich nur einen Bruchteil verstand und sich noch weniger merken konnte.
Einiges rief Interesse in ihr hervor, anderes war in ihren Augen absurd.

Plötzlich stoppte der Wohnwagen mitten auf dem Weg. Marga fragte sich, ob sie vielleicht schon Jorsa angekommen waren und hörte eine Männerstimme. Vom bösartigen Tonfall her, konnte es tatsächlich der Torwächter des Zielorts sein, Gandroshs rassistische Kommentare hörten sich so ähnlich an, doch der Inhalt der Worte deutete auf etwas anderes hin. Wer Geld wollte und es sich mit Gewalt holen würde, war kein Gesetzeshüter, sondern ein Bandit.
Sie wurden überfallen!

"Du wissen zum Fallig, ob ein Buch sagen, was tun in solch Lage?"

, fragte sie Alex. Es war kein Sarkasmus, sondern eine erst gemeinte Frage. Doch sie wusste schon, was wichtig war. Zu aller erst eilte sie zu ihrer Tasche und nahm sofort ihren Geldbeutel heraus, mit der anderen Hand griff sie das Küchenmesser. Sie hatte keine Chance gegen mehrere - vermutlich bewaffnete - Männer, doch es war sicher, sich im Notfall wehren zu können. Das Geld musste sie irgendwo verstecken. Ihr Blicke haschte durch den Raum und erblickte ein geeigneten Ort, um es zu verbergen. Der Ofen, doch sie traute den Banditen genügend Schläue zu, um dort nachzusehen. Doch gleich darunter gab es ein noch besseres Versteck: Sie ging zur Klappe, wo die ganze Kohle steckte.
Währendessen sammelte sich immer mehr Wut in ihrem Bauch. Sie wollte diese verdammten Ratten verjagen, anstatt sich ausrauben zu lassen. Die Halborkin hatte keine Lust darauf, in ihrem Leben immer nur alles hinnehmen zu müssen.

Es war nicht möglich, diese Ratten zu fangen oder zu vergiften oder von einer Katze fressen zu lassen. Ratten waren klug und ließen sich nicht austricksen, doch Marga wusste etwas über Nagetiere, was Orlo ihr beigebracht hatte: Rattengift wirkte niemals sofort, denn die kleinen Quälgeister hatten immer einen Vorkoster. Wenn dieser starb, haute der Rest ab. Wenn sie es schaffen würde, einen zu überwältigen und das möglichst schnell und geschickt, würde sich der Rest aus dem Staub machen.
So etwas wie ein Plan entstand in ihrem Kopf. Ein primitiver, aber hoffentlich wirkungsvoller Plan. Sie schüttete alle Goldstücke ganz weit hinten, hinter die Kohle und füllte das Säckchen wieder auf: Mit Asche aus den erkalteten Ofen. Nun war es randvoll und schwer. Das war genau der richtige Köder. Sie legte das Küchenmesser zurück in die Tasche, schulterte diese, öffnete die Tür und stieg hinaus, wobei sie Alex mit einem Handzeichen deutlich machte, ihr nicht zu folgen.
Draußen erblickte sie die Banditen, die jetzt auch in ihre Richtung schauten. Sie machte ein verängstigtes Gesicht und mimte ein Zittern.

"Bitte, nichts uns tun? Geben euch das Gold, wenn uns schonigen."

Sie trat ein drei Schritte vorwärts und hielt das volle Säckchen hin. Ihre andere, rusverschmierte Hand ruhte in der Tasche und umklammerte fest das Messer. Der gierigste von ihnen, der Anführer würde vortreten und sich das angebliche Gold nehmen wollen, einem solchen dicken Säckchen könne er nicht widerstehen. Sie würde ihn dann packen, das Messer an die Kehle halten und dann... Weiter hatte sie nicht geplant, doch bestimmt würde sich etwas ergeben. FALLS der erste Teil des Plans überhaupt funktionierte.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Dienstag 16. September 2008, 15:37

Alex rutschte unruhig auf seinem Hinterteil herum und sah Marga haltsuchend an. Sie war älter als er! Sie musste doch wissen was zu tun war! Er hatte Angst! Furchtbare Angst… so was war ihnen noch nie widerfahren. Das Königreich war eigentlich friedlich, doch die prekäre Lage der Unterschicht in Grandessa um welche sich der König nicht kümmerte spülte immer wieder Bettler und Kriminelle ins Nachbarsreich. Dies wusste Alex natürlich nicht.

<i> "Du wissen zum Fallig, ob ein Buch sagen, was tun in solch Lage?"</i> Der junge Ork blickte sie an. „Nein… aber wenn wir kommen hier raus wir eins schreibe für Zukunft!“ Meinte er nervös. „Was wir sollen tun…“ Er beobachtete Marga dabei wie sie begann herumzuwerkeln. „Was DU tun?“ Fragte er verständnislos. Noch war ihm die Absicht hinter ihrem Handeln noch nicht wirklich klar. „Nell da draussen sein ganz allein!“ Bibberte er weiter. Er durfte sie nicht verlieren, sie war doch das einzige was er wirklich hatte, die einzige die sich um ihn kümmerte.

Draussen spitzte sich die Lage immer weiter zu. „Soooo die Dame hat kein Gold für uns dabei mhmmm…. Aber vielleicht eine kuschelige Lagerstätte in deinem Wagen… wo wir uns das Gold deines Körpers einverleiben können? Haheheheheheheh!“ „I..ihr….w…warum tut…ihr… dies?“ In dieser Situation schien es auch der von optimistischem Denken geprägten Frau nicht mehr leicht zu gelingen sich daran festzuhalten. „Warum wir dies tun? Hah! Weil wir böse Männer sind!“ Grinste der eine. Doch dann wurden die vier durch das öffnen der hinteren Wagentür abgelenkt. Besonders erfahrene Banditen schienen dies nicht zu sein, denn sonst hätte wohl bestimmt einer ein Auge auf Nell und ein anderer eins in den Wagen geworfen. Statt dessen starrten alle die heraustretende Marga an. „Ouh… bei den Göttern die kannst du haben Luc.“ Meinte der Anführer. Er war ein grosser, stämmiger Mann mit ungepflegten pechschwarzen und fettigen Haaren sowie einem buschigen verknoteten Vollbart und einer hässlichen Ansammlung von schwarzen Zahnstummeln im Mund. Seine Augen dafür waren im Grunde wunderschön eisblau. Er war ein wachsamer Genosse mit konzentriertem Blick. In seiner linken hielt er einen schartigen, leicht von rost befallenen Säbel. In der anderen einen Strick. Derjenige welcher gerade mit „Luc“ bezeichnet worden war, sah seinem Anführer so gar nicht wirklich ähnlich. Er war ein fetter Geselle mit aufgeblasenen Backen welche feuerrot glühten. Seine einfache Leinentunika versagte beinahe darin seinen gewaltigen Torso zu umfassen. Sein Haupt war kahl nicht ein Haar war darauf zu sehen. „Nenn mich doch vor Opfern nicht Luc du Spinner!“ Beschwerte sich der Dicke. „Halt die Klappe würdest du jetzt nicht so einen Aufstand planen wüssten die doch gar nicht dass dies dein echter Name ist!“ „Ja JETZT wissen sie es bestimmt!“ „Ruhe jetzt!“ Unterbrach die beiden der dritte im Bunde. Ein wahrer Riese von Mann. Er war der einzige der eine einigermassen teuer aussehende Metallverstärkte Lederrüstung trug, mit dazugehörigem Helm und Schwert. Er sah aus wie ein waschechter Söldner. Sein Gesicht war geprägt durch eine lange tiefe Narbe die sich quer über sein Auge hinweg zog. Er hatte einen Dreitagebart, seine Gesichtszüge wirkten streng und fahl. Er sah etwas zu mager aus für seine Körpergrösse.
Und der vierte? Wo war der? Direkt hinter dem Riesen und damit nicht zu sehen, weil der Junge nicht grösser als 1.62m war. Wie alt mochte er wohl sein? 10? 12 vielleicht? Er war ein blonder, wohlgenährter Junge mit dünnen wendig wirkendem Körperbau. Er hatte blaue, leicht ängstlich wirkende Augen und blickte zu Boden während die anderen sich „unterhielten.“ Er schien sich nicht so wohl in seiner Haut zu fühlen.

„Warum sollte ich die haben wollen?“ Beschwerte sich Luc und musterte Marga. Der Anführer lachte. „Ich dachte du stehst auf deftige Weiber!“ Lachte dieser.

<i> "Bitte, nichts uns tun? Geben euch das Gold, wenn uns schonigen." </i> Er legte seinen Kopf schief. „Bist du dumm dass du nicht richtig sprechen kannst?“ Nell sah die vier entrüstet an. „Ihr solltet euch Schämen und euch eine richtige Arbeit suchen!“ Empörte sie sich. „HALT DIE KLAPPE ODER ICH HAU DIR EINS AUFS MAUL VERSTANDEN!“ Knurrte sie der Anführer mahnend an. Dann wurde er wieder ruhiger und grinste Marga entgegen. „Mhrrmm… Gold bringst du uns? Jaa… gutes Mädchen. Du weisst um was es uns hier geht.“ Meinte er zufrieden und schaute auf den prallen Sack...

[da der Post zu lang wird folgt gleich noch einer]
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Dienstag 16. September 2008, 15:37

[Erst den unteren Post lesen!]


...Tatsächlich kam der Mann auf sie zu und streckte seine riesige Pranke nach dem Sack aus, doch dann wich er hastig zurück. „Moment mal… was hast du da in deiner anderen Hand versteckt?“ Knurrte er. Er war nur noch etwa einen Schritt von ihr entfernt, doch sein Schwert hielt er bedrohlich in ihre Richtung. „Zeig her!“ Knurrte er. Dummerweise ging er wieder mehr auf abstand. "Öffne ihn!"
Die Situation nahm so eine dramatische Wendung für Marga. Was sollte sie nun tun? Er stand wieder zu weit von ihr Weg. Ausserdem würde sie ihm das vermeintliche Gold zeigen müssen. "Na wirds bald!" Drängte der Kerl...

Plötzlich flog eine Pfanne auf den Anführer zu und traf ihn an der Kopfseite „DU LASSEN IN RUHE FRAUEN!“ Knurrte Alex. Getroffen torkelte der Mann zur Seite und stürzte schliesslich um. Die anderen drei standen perplex da. Alex kam mit einer weiteren Pfanne bewaffnet hinter dem Wagen hervorgesprungen. „Ihr uns lassen in Ruhe!“ Er weinte vor Angst wirkte aber dennoch entschlossen. „ALEX!“ Schrie Nell besorgt auf. „Was ist DAS denn?“ Meinte Luc und wich einen Schritt zurück. „Ein Monster!“ Er hatte noch nie einen Ork gesehen. Der getroffene Anführer liess benommen wie er war sein Schwert fallen und kippte schliesslich zu Boden. Der kleine Ork hatte ziemliche Schleuderkraft an den Tag gelegt. „Na… los… macht… sie endlich KALT!“ Keuchte der Blutende. „Wir sollen die Umbringen?!“ Fragte der Söldner überrascht. „Wir sind doch keine Mörder!!!“ Man konnte Ahnen welch durcheinander sich da gerade abspielte. Unschlüssig standen die drei da. Tendierten aber eher dazu sich zurückzuziehen. Belle fasste genügend Mut um den Söldner anzufallen. Sie sprang auf dessen Schwerthand zu und verbiss sich darin so dass dieser sich genötigt sah die Waffe fallen zu lassen. Auch er torkelte zurück und schlug auf die Hündin ein, welche sich winselnd und knurrend und beissend wehrte. „BELLE!“ Keuchte Nell auf und stürzte sich ebenfalls auf den Mann. Eine wilde Rangelei entstand. Der jüngste der Truppe rannte davon. „Hee bleib hier!“ Rief ihm Luc nach, doch da war der Junge schon weg… und ER würde ihn sicherlich nicht verfolgen können. Luc war lediglich mit einem kleinen krummen, irgendwie Stumpf wirkenden Dolch bewaffnet welcher in seiner Hand zitterte. „Verdammt lasst mich in Ruhe!“ Knurrte er. „Du Feigling!“ Keuchte der Anführer und bemühte sich wieder an seine Waffe zu gelangen. Doch Alex kam schnell heran gesprungen und begann beherzt mit der Bratpfanne auf den Kopf des Kerls einzuprügeln. „AUURH!“ Folgte immer auf ein klangvolles Geräusch von Metall gegen Schädeldecke.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Dienstag 16. September 2008, 18:02

Draußen schien die Lage schon zu eskalieren, die Räuber hatten vor, irgendetwas mit Nell anzustellen. Obwohl Marga nicht die Zeit hatte, über den Sinn des Euphemismus nachzudenken, wusste sie schon innerlich, was damit gemeint war.
Sie musterte, während der Anführer und dieser Luc sich unterhielten, die Banditen: Vier an der Zahl, der Anführer hatte eisblaue Augen. Helles Blau war die Lieblingsfarbe der Halborkin, doch im jetzigen Augenblick hatte sie keine Zeit, sie zu bewundern. Der Anführer hatte einen angerosteten Säbel, der jedoch unzweifellos immer noch eine tödliche Waffe darstelle. Ihr Blick ging zu Luc, der dickste Mann, den sie in ihrem Leben gesehen hatte. Als er sich aufregte, zitterten seine fettige Leibesmasse. Er sah auch ein bisschen verschwitzt aus. Mit keinem dieser Männer wollte sie die Nacht verbringen, doch mit Luc am allerwenigstens.

Der Riese, der wie ein Soldat ausgestattet war, machte ihr in diesem Quartett die meisten Sorgen. Der Anführer mit seinem Säbel war schon schlimm genug, doch mit ihrem Küchenmesser würde keine List der Welt helfen, die Rüstung zu durchdringen. Beinahe hätte sie den vierten nicht gesehen. Ein Junge, nicht besonders alt, der sich hinter dem Söldner versteckt hielt und nur zu sehen war, wenn sein gewaltiger Sichtschutz sich bewegte.
Dumm genannt zu werden, verärgerte Marga und ihr Gesichtsausdruck wurde wütend. Außerdem starrte sie in die Augen des Banditenführers, was nicht mit ihrer Rolle als ängstliche Frau zusammenpasste. Zusätzlich umgriff sie das Messer in ihrer Tasche sehr stark, was man ihrem Hangelenk ansehen konnte. Einer dieser Faktoren musste ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass schließlich seine Gier in Vergessenheit gerriet, er Verdacht schöpfte und schließlich wieder auf Abstand ging. Er verlangte gleichzeitig die Offenlegung des Inhalts des Geldbeutels sowie ihrer anderen Hand.

Jetzt gab es nicht mehr zu verlieren und jetzt halfen keine Worte mehr. Mit grimmigen Gesichtsausdruck zog sie das Messer und wollte schon vorspringen, als ein Wurfgeschoss ihr zuvorkam. Eine Pfanne saußte durch die Luft und erwischte ihn am Kopf. Benommen kippte er um wobei sein Säbel nicht weit von ihm entfernt klirrend zu Boden fiel. Marga blickte verwundert in die Richtung aus welcher die Pfanne geflogen war und erblickte Alex, der scheinbar um den Wohnwagen herumgeschlichen war. Nicht einmal Marga hatte ihn gehört oder gesehen. Er hielt eine weitere Pfanne wie eine Waffe vor sich.
Die Ereignisse nahmen Überhand und Marga starrte genauso überrascht wie die Banditen, was noch geschah: Die Hündin Belle sprang den großen Söldner an und hieb ihre Zähne in dessen rechte Hand, wobei die Waffe zu Boden fiel. Doch anstatt von Schmerz gelähmt zu sein, schlug er die Hündin mit einem kräftigen Hieb zurück. Auch Nell griff mit in das Gezänk ein. Der kleine Junge machte sich aus den Staub, was Marga begrüßte, denn ein Kampf war nichts für einen Kind und dass Alex dabei schon zusehen und sogar teilnehmen musste, reichte schon aus.

Erst als der Anführer seinen Arm, immer noch am Boden, nach seinem Säbel ausstreckte, rührte sich die Halborkin. Gleichzeitig, als der Orkjunge mit der Pfanne auf den Mann sprang, trat Marga mit voller Wucht auf dessen Handgelenk. Sie blieb sogar darauf stehen und beförderte den Säbel mit den anderen Fuß mit viel Schwung unter den Wagen.
"Du Mann zwar böse, aber schwach...", spottete Marga. Tatsächlich schafften es zwei Frauen, ein Junge und eine Hündin sich gegen eine ganze Banditenbande zu erwehren. Doch noch war der Kampf nicht vorbei. Der Söldner stand noch und wehrte sich gegen Nell und Belle. Er war ein guter Kämpfer und nicht leicht zu besiegen. Der dicke Luc war auch noch da. Mit einem Dolch bewaffnet hatte er im Gegensatz zum Jungen noch nicht die Flucht ergriffen. Marga fand, dass sie besser Nell helfen sollte, als noch einen weiteren Feind mit hineinzuziehen. Noch immer hielt sie das Säckchen Asche und ihr Küchenmesser in der Hand. Das Messer ließ sie zu Boden fallen - natürlich weit außerhalb der Griffweite des am Boden Liegenden - und beim Beutel riss sie das Band ab, das ihn an der Öffnung zusammenhielt. Das lose Säckchen war sie auf Luc, wobei sie auf dessen Gesicht zielte: "Fangen, Luc." Wenn sie Glück hatte würde er die Asche einatmen und einen Hustenkrampf bekommen.

Dann holte sie kurz Anlauf, ließ ihre Tasche fallen und rannte auf den Söldner zu. Sie wollte ihn zu Boden reißen und als sie ihn traf, wurde sie mit der selben Kraft, die auf den Banditen wirkte auch in die entgegengesetzte Richtung geschleudert, da beide in etwa die selbe Masse hatten. Doch da sie keine schwere Rüstung und Helm trug, konnte sie sich schneller aufrichten und sich auf den Mann werfen. Sie kniete schließlich auf dessen breiter Brust. Um ihn bewusstlos zu schlagen, musste sie ihm ersteinmal den Helm abnehmen. Sie riss ihm den Besagten vom Kopf und schlug ihm aus Ermangelung einer Pfanne mit dem Helm auf die Stirn.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 17. September 2008, 15:58

„AUH! Hör auf du kleiner Bastard… AUH! Oder ich schlag dir die Hände AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHRRRGHH!“ Schrie der Anführer auf als Marga ihm mit voller Wucht aufs Handgelenk trat – und sie war bei weitem kein Fliegengewicht. Sie konnte unter ihrem Schuh spüren wie die Knochen des Mannes nachgaben und zerbarsten. Der würde wohl mit dieser Hand für sehr lange Zeit kein Schwert mehr führen können. Es musste satanisch weh tun denn der Kerl schrie wie am Spiess. Tränen schossen ihm in die Augen und nahmen ihm kurz die Sicht weil das Salz in den Augen brannte. Alex dachte nicht daran mit seiner Schlagserie aufzuhören auch wenn er langsam ermüdete. Immer wieder hämmerte er dem vor Pein brüllenden Kerl auf den Schädel der sich inzwischen kaum noch wehrte.

<i> "Du Mann zwar böse, aber schwach..."</i> Der Kerl jammerte und ächzte nur vor sich her. So schnell würde er wohl nicht mehr auf die Beine kommen zumal er schon gewaltig Kopfschmerzen hatte, dies erkannte nun endlich auch Alex und liess von dem Kerl ab. Er packte nach dem Strick den er in den Händen gehalten hatte und begann nun diesen damit zu Fesseln. „Wir bekommen bestimmt viel Geld für dein Kopf“ Meinte der junge Ork stolz. Doch dann blickte er, genau so wie Marga, besorgt zu Nell die mühe hatte den Söldner in Schach zu halten. Dieser trat gerade wuchtig auch die Hündin ein so dass diese Winselnd zusammenbrach und hechelnd liegen blieb. „BELLE!“ Schrie Nell. „Du gemeiner Kerl!“ Schimpfte sie den Söldner an und begann verzweifelt gegen seine Brust zu hämmern, was dem wohl nur wenig ausmachte. „BELLE!“ Heulte auch Alex auf und raste auf die Hündin zu. Doch dann verschwand der kleine Ork aus Margas Blickfeld als diese sich auf den Söldner konzentrierte, doch halt… noch immer stand da der fette Luc. Als ihre Blicke sich kreuzten wurde der Kerl blass und fuchtelte unruhig mit seinem Dolch herum. „Ich bin bewaffnet!“ Meinte er nervös. Marga warf ihm den Kohlesack zu und wie es in der Natur des Menschen lag versuchte er das Wurfgeschoss zu fangen. Der Sack platschte ihm ins Gesicht und die Asche stob furchtbar um ihn herum. Tatsächlich begann er heftig zu husten und zu keuchen. Er taumelte zurück. Man konnte meinen ein ganzer Kontinent würde sich dabei verschieben so massig war der Kerl. Er röchelte und würge. Ging langsam in die Knie und spotzte hässliches schwarzes Zeug aus seinem Rachen auf den Boden.

Für Nell hatte sich die Situation inzwischen ziemlich verschlechtert. Der Kerl verpasste ihr einen wuchtigen Schlag gegen das Augen. Noch nie war sie von einem Mann derart brutal geschlagen worden. Sie schrie erschrocken auf und versuchte sich loszureissen. Der Söldner schien genau so erschrocken über seine Tat zu sein wie sie. Er starrte sie an und war so für einen kurzen Augenblick unaufmerksam. Genau jenen nutzte die Halborkin um ihn zu rammen.

Es gab einen hässlichen Aufprall ein teil der Eisenrüstung schlug hart gegen Margas linke Schulter. Angreiferin wie auch ihr Kontrahent stürzten wuchtig zu Boden. Schmerz durchzuckte die Halborkin an der Schulter. Es stach und pulsierte dort gewaltig. Ausserdem konnte sie ihren Arm nicht mehr richtig bewegen. Der Söldner knallte auf den Boden. Sofort versuchte er sich wieder aufzurichten doch da spürte er bereits das Gewicht der stämmigen Frau auf seiner Brust. Leicht benommen starrte er Marga an. Sofort versuchte er sich zu wehren als sie ihm den Helm vom Kopf riss. Er hob abwehrend seine Hände so dass Marga mehrmals zuschlagen musste bis sie endlich seine Stirn traf. Er gab einen kurzen Ächzer von sich und verdrehte dann schliesslich die Augen. Seine Muskeln erschlafften. Blut strömte aus der Platzwunde auf der Stirn und rann im über das Gesicht.

Luc suchte indessen torkelnd und hustend das Weite. Fluchend und noch immer ächzend lag der Anführer gefesselt an Ort und stelle. Diese Aktion ging ja wohl deutlich in die Hosen. Nell lehnte sich, deutlich unter Schock stehend an den Kutschbock. Sie zitterte am ganzen Leibe und hielt sich das Auge zu welches bereits dick anschwoll. Sie starrte auf den Kerl der sie geschlagen hatte. Doch dann brach erneute Unruhe bei Alex und Belle auf. Die Hündin röchelte schwer und lag seitlich auf dem Boden. Die Zunge hing aus dem Mundwinkel heraus. „Nell! Belle nicht gehen gut! Nicht sollen sterben!“ Alex weinte. Er hatte Angst um die treue Weggefährtin.

<i>Marga verliert 8% ihrer Lebensenergie aufgrund der Schulterverletzung</i>

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Samstag 20. September 2008, 00:48

Bei der groben Gewalt, als sie den Banditen mit seinem eigenen Helm eines auf die Rübe verpasste, verlor Marga kurzzeitig den Bezug zur Außenwelt, keine Gedanken, keine Schmerzen, keine Gefühle, allein der Impuls... zu töten. Ihr orkisches Blut brodelte in ihren Adern und übernahm kurzzeitig die Kontrolle. Als aber der Leib unter ihren Knien erschlaffte, erlangte die menschliche Seite die Beherrschung und ließ sie den Helm fallen lassen. Es war genug, der Mann war keine Gefahr mehr.
Fast gleichzeitig mit der Rückeroberung ihres Körpers, durchstieß der Schmerz diesen wie eine brennende Lanze. Der Zusammenstoß mit der Metallrüstung war nicht ohne Folgen gewesen, irgendetwas war mit ihrer rechten Schulter nicht in Ordnung. Was ihr an Schmerzen bis jetzt erspart worden war, erhielt sie nun mit Zinsen zurück. Vom kurzen Kampfschrausch und der ganzen Aufregung und Schmerzen fertig gemacht konnte sie sich nicht mehr halten und kippte mit dem Oberkörper nach vorne um. Das Blut, das aus der Platzwunde des Besiegten über dessen Gesicht floß, hinterließ auf Margas blauen Kleid einige unschöne, rote Flecken.

Beim Versuch, sich wieder aufzurichten, stellte Marga sich dumm an, denn sie versuchte, sich auf den rechten Arm zu stützen. Die sowieso schon stechenden Schmerzen wurden noch schlimmer dadurch.
Endlich schaffte sie es, indem sie sich allein auf ihren linken Arm verließ, aufzustehen. Ihr rechter Arm hing schlaff herunter, Marga zwickte sich selbst in den Arm, um herauszufinden, ob sie noch Gefühl darin hatte. Tatsächlich, doch es war stumpf und matt. Sie musterte ihre Schulter und kam zu dem eindeutigen Ergebniss, dass sie selbst keine Ahnung von solchen Dingen hatte und in nächster Zeit vielleicht einen Arzt konsultieren sollte.

Sie überblickte die Straße, die jetzt einem kleinen Schlachtfeld ähnelte: Mehrere Waffen lagen verstreut herum, ein bewusstloser und ein gefesselter Feind, beide körperlich lädierter als sie. Die Schadensbillanz ihrer Seite war auf dem ersten Blick recht gering, nur eine angeschlagene Schulter (hoffentlich war sie nur geprellt), ein blaues Auge bei Nell. Doch der erste Eindruck täuschte, denn Marge entdeckte erst jetzt, dass Alex bei Belle kniete. Tatsächlich hatte die Hündin einige kräftige Hiebe erleiden müssen. Auch wenn sie keine äußeren Verletzungen hatte, wer wusste schon, was in ihrem Inneren kaputt gegangen war? Die Halborkin näherte sich und betrachtete den erbämlichen Eindruck der Hündin, wie sie auf dem Pflaster lag und leise röchelte.
Obwohl Marga Belle erst seit gestern kannte, so hegte sie Sympathie für die Hündin. Außerdem würde ihr Tod Nell und Alex stark zusetzen. Sie beugte sich runter und flüsterte ihr in ihre langen Ohren:

"Du Heldin, nicht sterben, hören, Heldinnen nicht sterben. Dann du kriegst viel Schinken von mich."

Sie trag einige Schritte zurück. Sie bezweifelte, dass so etwas helfen würde, doch man erwartete von ihr auch keine Wundertaten. Sie war weder Ärztin, noch beherrschte sie Heilzauber.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Montag 22. September 2008, 18:42

Alex kauerte neben der hechelnden Hündin und starrte sie mit entsetzten leicht glasigen Augen an. „Belle!“ Hauchte er immer wieder und strich vorsichtig über das zottelige Fell. „Gib mir schmerz, ich für dich haben!“ Der Orkjungen war den Tränen nahe doch seine Hände bebten vor angestautem Zorn. Nell hockte noch immer auf dem Kutschbock und starrte den bewusstlosen Söldner der noch immer reglos vor ihr am Boden lag fassungslos an. Erst als Marga herantrat erwachte die junge Frau wie aus einer Trance und erkannte was geschehen war. „Bei Florencia und Phaun.“ Hauchte sie schockiert und eilte zum Wageninneren.

Belle hechelte angestrengt und winselte leise als Marga zu ihr sprach. Dann schloss sie ihre Augen um sich besser aufs Atmen konzentrieren zu können. An einer stelle des Bauches wurde unter dem Fell auf der Haut des Tieres eine immer dunkelvioletter werdende Stelle sichtbar. Alex streichelte ihren Kopf, wollte sich erst an sie anschmiegen, hatte aber Angst ihr so nur noch mehr weh zu tun und dies wollte er nicht. Tränen kullerten dick über seine grünliche Haut. Marga musste wohl wissen wie böse gewisse Menschen oder allgemein denkende Wesen sein konnte doch so wie betroffen wie die beiden Gastgeber hier aussahen mochte es für sie eine der ersten Erfahrungen mit solchen Schattenseiten des Lebens sein.

Während Marga versuchte sich auf die Hündin zu konzentrierte drängte sich der Schmerz in ihrer Schulter immer mehr auf. Er stach, er pulsierte und machte ihren gesamten Arm taub. In ihren Fingerspitzen kribbelte es ausserdem hing ihre gesamte Schulter runter. Alex bemerkte dies endlich und blickte zu ihr auf. „Du hast auch weh gemacht bekommen!“ Meinte er und fürchtete sich wohl sie nun auch noch zu verlieren. Endlich kehrte Nell aus dem Wagen zurück. In ihrer Hand eine kleine Schale wo sie verschiedene Kräuter zu einem feuchten Brei gemörsert hatte. Sie kniete sich neben Belle hin. Stellte die Schale auf den Boden und tastete die Hündin vorsichtig ab bis sie die dunkle Stelle entdeckte. „Ich kenn mich nicht sonderlich mit Kräutern aus… aber dies sollte helfen.“ Sie betete dafür dass Phaun diesem Tier gnädig sein würde. Vorsichtig rieb sie die verwundete Stelle mit dem Brei ein. Belle wurde ruhiger. „Marga sei so gut und hol im Wagen eines der Bettlaken damit wir Belle verbinden können, sonst leckt sie nur die Kräuter ab.“ Meinte Nell und sah sie bittend an. „Machen Belle wieder Gesund Nell!“ Bat Alex schluchzend.

Ebenfalls gefesselt, dafür aber hellwach lag der Anführer der Truppe noch rum. „Heeehehh! Wollt ihr uns nun einfach hier liegen lassen?!“ Begann er sich zu beschweren. Alex wirbelte wütend herum und warf dem Kerl einen Stein nach. „DU GEMEIN! WEGEN DIR WURDE WEHGETAN BELLE!“ Brüllte er dem Mann entgegen. Dieser runzelte nur die zerbeulte Stirn. „Na und?! Dann habt ihr ein Kötermaul weniger zu stopfen!“ „ICH DICH MACHEN TOT!“ Schrie Alex ihn an und stürmte auf den Kerl zu. „Nicht!“ Meinte Nell müde und winkte den Jungen wieder zurück. Der Anführer schnaubte. Sein Söldnerkamerad rührte sich immer noch nicht. Dafür blutete er aus der Nase.

„Was sollen wir nur tun?“ Fragte sich Nell laut und wusste selbst keine Antwort.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Dienstag 23. September 2008, 19:33

Nell sprach zwei Namen, die Marga nicht kannte. Doch der Tonfall kam ihr bekannt vor. Der Priester in ihrem Heimatdorf sagte häufig Götternamen auf diese Art und Weise. Verwirrt schaute sie sich um.

<b>Kein Tempel hier, warum sie gebetet? Götter nicht helfen, wenn nicht da.</b>

Doch sie belastete ihren Geist nicht mit solch trivialen Gedankengängen. Es hatte im jetzigen Augenblick keinerlei Bedeutung. Sie richtete ihren Blick auf Belle. Aufgrund ihrer Staupe hatte sie eine kahle Stelle am Bauch, welche sich langsam dunkel verfärbte. Der Junge kümmerte sich rührend um die Hündin. Er weinte, aber es war anders als das Weinen anderer Kinder. Diese heulten lautstark, wenn ihnen die Süßigkeiten auf den Boden fielen oder wenn sie eine Puppe verloren. Das hier aber war wirkliche Trauer, die Trauer eines reifen Erwachsenen.
Tatsächlich war der Anblick erbärmlich, Marga aber war in ihren Gefühlen so weit abgestumpft, dass ihre Augen staubtrocken blieben.
Der Orkjunge hing wirklich an Belle.

Der Schmerz wurde kontinuierlich stärker. Das Pochen in der Schulter sprach nichts Gutes und bei einem weiteren Zwicktest fühlte sie überhaupt nichts mehr. Die Halborkin verkniff sich die Flüche, die auf ihrer Zunge lagen. Ihr Gesicht verzog sich langsam zu einer Grimasse. Keiner lustigen, sondern einer schmerzerfüllten. Auch Alex bemerkte ihre Verletzung, was ihn scheinbar bedrückte. Marga versuchte abzuwinken:

"Belle haben dein Sorgen mehr nötig. Sein nicht schlimm."

Ihre zweite Äußerung war eindeutig gelogen, ihre Gesichtszüge und der schlaff herunterhängender Arm zeigten die Wahrheit. Nell eilte aus dem Wagen und führte eine Schüssel voller grünen, stark riechenden Brei mit sich. Während sie die Kräuterpaste auftrug, erklärte sie, dass es sich um Heilkräuter handelte. Anstatt sich zu fragen, ob es helfen würde, machte sich die Halborkin auf den Weg, das georderte Bettlacken zu besorgen. Sie sprang in den Wohnwagen, schaute sich kurz um und musste feststellen, dass sie überhaupt nicht wusste, wo die Betttücher verstaut waren. Aber das war kein Problem, sie lief einfach zum unteren Bett und zog mit der linken Hand das Laken ab, wobei die zuammengefaltete Decke und das Kissen zu Boden fielen. Ohne Verzögerung rannte sie aus dem Wagen und überreichte den erwünschten Gegenstand.

Sie hörte schließlich die bösartigen Worte des Banditenanführers, welche Alex zur Weißglut trieben. Der sonst so ruhige Junge fing an, laut zu schreien und Morddrohungen um sich zu schleudern. Nur Nell schaffte es, ihn zurückzuhalten.
Marga trat zum Gefesselten, beugte sich runter und zischte leise in dessen Ohr, damit die anderen ihre Worte nicht mitbekamen.
"Noch solch Worte, dann ich schneid dir Zunge ab und verfüttere an Hund."

Sie stand auf und schaute sich um. Auf der Straße lagen noch einige Gegenstände vom Kampf. Es wäre achtlos, die Waffen zurückzulassen, denn sie konnten wieder in falsche Hände geraten... Während sie jeden Gegenstand einzeln mit der linken Hand zum Wagen trug, wurden die Schmerzen in der rechten Schulter schlimmer und Marga bekam es mit der Angst zu tun. Sie fühlte ihren Arm nicht mehr, in ihrer medizinischen Unwissenheit, fürchtete sie, dass er vielleicht abfallen könnte. Ein Leben mit nur einem Arm war schwer vorstellbar, doch bestimmt nicht angenehm. Sie musste endlich zu einem Heiler.

Bald hatte sie die Waffen eingesammelt, ihren Lederbeutel wieder in ihre Tasche verstaut und die Tasche in den Wohnwagen getragen. Jetzt lagen nur doch der Gefesselte und der Bewusstlose auf der Straße.

"Was wir tun? Fahren nach Jorsastadt, bringen die zur Wache und uns zum Arzt natürlich."
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Samstag 27. September 2008, 19:06

Alex war verzweifelt. Starrte abwechselnd Hilfe suchend zu Nell und Marga bis er sich schliesslich wieder an Bell wandte. Sie streichelte. Ihr zusprach zu überleben. Stark zu sein. Zu kämpfen. Sie gehörte doch zu der kleinen Familie! „Danke“ Hauchte Nell knapp als Marga ihr das Lagen reichte. Sie wirkte so unglaublich abwesend und dennoch Handelte sie. Vorsichtig hob sie die Hündin etwas an und verband die Wunde wo die Paste drauf langsam einzog. Belle winselte leise, hielt aber still. Sie konnte schliesslich auch darauf vertrauen dass ihr Frauchen ihr wirklich helfen wollte und ihr nicht unnötig weh tun würde.

Der Anführer wurde augenblicklich unsicherer und stiller als sich die doch schon ganz schön imposante Gestalt von Marga über ihn beugte. Er starrte ihr entgegen und man sah wie seine Fassade des unnahbaren und unerschrockenen Banditenführers langsam abbröckelte wie getrockneter Ton vom Tisch. Er starrte ihr entgegen. Riss an den Fesseln und ächzte auf als er merkte wie aussichtslos sein unterfangen doch war.

<i> "Noch solch Worte, dann ich schneid dir Zunge ab und verfüttere an Hund."</i> Der Anführer starrte zu Belle hinüber. Er bezweifelte sehr dass dieser Köter jemals noch würde etwas fressen wollen doch er behielt die Bemerkung angesichts seiner Lage für sich und schwieg. „Mach die fesseln ab!“ Wagte er es aber leise zu fordern. „Ich will meinem Freund helfen!“ Dies stimmte nicht. Aber das war egal. Hier war sich jeder selbst der nächste. Er hatte keine Lust in Jorsans oder Grandessas Kerkern zu landen.

Vorsichtig hob Nell Belle an und trug die Hündin in den Wagen. Bettete sie dort auf Bett und gab dem Tier zu trinken. Alex folgte ihr natürlich und wich nicht mehr von der Seite seiner pelzigen Freundin. Dies gab Marga Zeit… und Ruhe sich um die Waffen zu kümmern die noch herumlagen. Sie waren alle schlechter Qualität aber vielleicht liessen sie sich sogar verkaufen und ein Paar Münzen für einen Heiler dafür zusammenkriegen. Obwohl… ihr Arm sah wirklich ziemlich besorgniserregend aus, vielleicht benötigte sie gar eine Behandlung in einem Hospital. Da waren sie aber in Jorsan an einem guten Ort, doch dies wusste Marga vermutlich gar nicht.

Nell kam allein aus dem Wagen gestiegen und blickte Marga besorgt an.

<i> "Was wir tun? Fahren nach Jorsastadt, bringen die zur Wache und uns zum Arzt natürlich."</i>

„Du bist schwer verletzt!“ Bemerkte sie. Ihr Auge war inzwischen komplett zu geschwollen. Schön sah sie so nicht mehr gerade aus. Sie kam näher. Wollte erst Margas Arm berühren liess es dann aber bleiben, schliesslich wollte sie nicht alles noch schlimmer machen. Traurig blickte sie zu den beiden Überwältigten. Nicht wütend… nein traurig. Konnte Nell überhaupt so etwas wie Wut empfinden? Sie seufzte schwer. „Ich glaube die beiden brauchen auch Hilfe.“ Meinte sie träge und wusste eigentlich selbst nicht genau was sie da sprach. Sie ging auf den Bewusstlosen Söldner zu. Packte ihn am Fuss und versuchte ihn zum Wagen zu ziehen – ohne wirklichen erfolg. Er war fiel zu schwer. Doch als sie so nahe bei ihm stand, entdeckte sie die Verletzungen des Mannes. „Marga! Er blutet!“ Rief sie auf. „Mörder!“ Knurrte der Anführer. Gerade er erdreistete sich mit solchen Wörtern um sich zu werfen. Ein blanker Hohn. „Was sollen wir tun?!“ Sie versuchte ruhig zu bleiben. Dann sah sie zu Marga auf. „Ich… laufe vor und hole Hilfe… ist dies gut für dich Marga? Wir komme alleine nicht weiter, wir brauchen Wachen… und einen Heiler!“

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Samstag 27. September 2008, 22:18

<b>Pah! Mann behaupten, er wollen Freund helfen. Wenn Fesseln abmachen, er nur rennen weg und nicht helfen Freund. Mich nicht dummig, sondern er!</b>

, dieser Gedanke drang in ihren Kopf. Es war gut, solange sie wütend war, denn dann waren die Schmerzen nicht ganz so groß. Trotzdem war dies keine dauerhafte Lösung.
Während Marga die Waffen einsammelte, beobachtete sie, wie Nell Belle in den Wagen trug und auf dem Bett ablegte. Auch Alex folgte ihnen nach. Weiterhin waren ihm seine Sorgen um die Hündin ansehbar. Er hatte schlimme Angst um sein Haustier... Nein, das war das falsche Wort, ein Haustier war etwas niedriger gestelltes, doch die Beziehung der beiden war auf einer Ebene, eine Freundschaft.

Bald kam Nell aus dem Wagen, während der Orkjunge im Inneren verweilte. Nell äußerte ihre Sorge bezüglich Margas Arm und diesmal konnte sie die Angelegenheit nicht herunterspielen. Nicht nur, dass er schlapp hinunterhing, langsam schwoll unter ihrem Ärmel die Schulter an. Marga versuchte, die Finger zu bewegen, was keine Folgen nach sich zog.
Sie nickte nur, richtete einen wehmütigen Blick auf ihren rechten Arm, der möglicherweise in nächster Zeit abfallen könnte. "Belle haben schlimmer getroffen...", erklärte sie. Sie brauchte kein Mitleid, weil Mitleid ihren Wissen nach keine Verletzungen heilte. Sie brauchte einen Arzt, jemand der ihre Schulter wieder richten konnte.
Nell näherte sich erst, doch wagte es nicht, den Oberarm zu berühren. Stattdessen blickte sie zu den beiden Banditen und in ihren Augen - wohl er nur in dem nicht zugeschwollenen Auge - erkannte sie Trauer. In diesem Moment empfand die Frau für die Männer, welche sie berauben und vergewaltigen wollten, ihr ein blaues Auge verpassten, die Freundin ihres Zöglings halb tot geschlagen hatten und vermutlich den Zögling selbst getötet hätten, wenn sie die Chance dazu gehabt hätten, nur Trauer. Was wohl nötig war, ihren Zorn zu erregen? Wenn nicht das, was dann? Vielleicht gab es in Nells Seele solche Gefühle gar nicht. Was Nell fehlte, hatte Marga mehr als im Überfluss. Bei der Aufzählung der Untaten der Banditen fing ihr Blut an zu kochen und ihr Herz hämmerte wie ein innerer Schmiedehammer. Kurzzeitig fühlte sie gar keinen Schmerz mehr in der Schulter.

Nell versuchte, den bewusstlos geschlagenen Banditen wegzuziehen, was sich jedoch als fruchtloses Unterfangen erwieß. Der Mann war riesig und trug zusätzlich noch diese mit Metall beschlagene Lederrüstung. Selbst wenn sie mit ihrem gesunden Arm und Alex mithelfen würden, könnten sie ihn nicht weit bewegen.
Plötzlich erkannte Nell, dass der Mann blutete. Marga näherte sich und schaute sich die Sache an. Er hatte an der Stelle, wo Marga ihn mit dem Helm geschlagen hatte, eine kleine Delle im Kopf und aus der Platzwunde blutete er tatsächlich. Von hinten bezichtete der Anführer sie des Mordes, doch Marga hatte schon mehrmals erlebt, wie Tiere geschlachtet wurden und wusste deswegen, dass der Blutfluss mit dem Tod endete. Also konnte der Mann nicht tot sein, noch nicht.

Nell erklärte, sie wolle vorrauslaufen, um Ordnungshüter und einen Mediziner holen zu können. Marga konnte nichts dagegen einwenden, hoffte aber, dass sie nicht zu weit von der Stadt entfernt waren.
"Sein in Ordnung, haben alles in Kontroll. Alex mich helfen." Nach kurzem nachdenken gab sie der Frau noch einen Tipp mit auf den Weg: "Wenn treffen auf Luc, du rennst schnell weiter. Dick Mann sein langsam und kommen aus leichtig Puste."
Die Halborkin ging zum Wohnwagen, stieg hinein und erblickte den Orkjungen, der immer noch bei der Hündin war. "Nell holen Hilfe, bald kommen Heiler und machen Belle wieder gesund und kümmern sich um mein Arm und Wächter nehmen böse Männer in Haft."
Mehr aufmunternde Worte fielen ihr nicht ein, sie griff mit ihrer linken Hand nach ihrem Küchenmesser und stieg wieder nach draußen. Sie kniff ihre Zähne wegen der Schmerzen zusammen, und umklammerte ihre Waffe fest, jetzt dauerte es nicht mehr lange. Abwechselnd glitt ihr Blick vom Gefesselten, der vielleicht eine Möglichkeit fand, sich zu befreien, zum Ohnmächtigen, welcher jeder Zeit aufwachen konnte, und wieder zurück. Ab und zu ließ sie ihren Blick über das Waldstück schweifen, aus welchem vielleicht Luc zurückkommen könnte.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Samstag 4. Oktober 2008, 14:25

Die Atmosphäre in dem Wagen hatte sich schlagartig verändert. Eine unheimliche Stille welche nur ab und an durch ein verzweifeltes Schluchzen durchbrochen wurde herrschte im Dunkeln. Alex hatte jegliche Lichtquelle verschlossen oder ausgelöscht. Sass einzig durch einen kleinen Sonnenstrahl der sich durch ein kleines Loch im Dach mogelte, einwenig im Licht. Seine tränenfeuchte Bahn glänzte unheimlich im Silber des Strahls. Seine grüne Hand lag sacht auf dem Fell der Hündin die noch immer angestrengt hechelte. Es hörte sich krank an. Entkräftet. Kein Normales Hecheln eben, sondern eines welches von Schmerz zeugte. Der kleine Ork sah nicht auf als Marga den Wagen betrat, sein Blick wurde nicht von der Hündin entfernt. Es war grässlich einen kleinen Jungen so besorgt sehen zu müssen.

Hoffentlich würde Nell Hilfe bekommen. Wie weit war es überhaupt noch bis Jorsan? Schwer einzuschätzen…

Draussen lagen noch immer die beiden Gefangenen. Während der einte sich nach wie vor nicht rührte wurde der andere dafür ziemlich aktiv. Er versuchte nach vorn zu robben. Leise fluchte und schimpfte er weil es Anstrengend war was er vorhatte. Sein Ziel war der Wagen der jedoch scheinbar unüberwindbare drei Meter von ihm entfernt war. Wie ein Wurm bewegte er sich allmählich und unter grosser Anstrengung vorwärts.

<i> "Nell holen Hilfe, bald kommen Heiler und machen Belle wieder gesund und kümmern sich um mein Arm und Wächter nehmen böse Männer in Haft." </i> „Töten sollen sie die!“ Knurrte Alex wütend. Ja er war wahrlich nicht mehr gut auf die Männer zu sprechen. Besonders wohl auf den Söldner nicht.

Draussen starrte der Anführer Marga entgegen als sie mit dem Messer herantrat. Er hielt sofort wieder inne. Seine Augen weiteten sich etwas. Er traute dieser seltsamen Frau offenbar alles zu – vielleicht ein Umstand der sich ausnützen liess. Angst war ein guter Treibstoff. Tatsächlich ächzte der Söldner langsam auf und versuchte sich zu bewegen. Er verzog sein Gesicht denn das Blut auf seiner Stirn rann ihm schön in den Mund.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Samstag 4. Oktober 2008, 17:32

Marga war froh, wieder aus dem Wagen heraus zu kommen. Alex hatte alles verdunkelt und bis auf ein kleines Loch im Dach und die offen stehende Tür hatte die Sonne keine Möglichkeit, hineinzuscheinen. Es war fraglich, ob das gut für die Hündin war. Pflanzen gingen ohne Licht ein, vielleicht war es für Hunde genauso. Würde Belle welken und auseinanderfallen? Ein graußiger Gedanke. Die düstere Stimmung weckte Trauer und brachte Depressionen hervor. Ganz untypisch für den kleinen Jungen. Sie hätte eher erwartet, dass er Hoffnung im Inneren hegte, anstatt sich der Verzweiflung und der Wut hinzugeben.

Sie musste an die Worte denken, die Alex gesprochen hatten. Tatsächlich hatten die beiden den Tod verdient, allein damit sie keinen Schaden mehr anrichten konnten. Es wäre eine Leichtigkeit, den beiden das Leben zu nehmen, zwei kleine Schnitte. Aber hier abseits jeglicher Zivilisation hatte das keinen Zweck. Sie mussten vor einer Menschenmenge hingerichtet werden oder für alle Ewigkeiten im Kerker versauern, damit sie als abschreckendes Beispiel für andere fungierten.

Vor lauter bösen Gedanken und Schulterschmerzen wäre ihr beinahe nicht aufgefallen, dass der Anführer der Bande versuchte, sich fortzurobben. Wie ein Wurm bewegte er sich gefesselt vorwärts. Wie ein hässlicher, kleiner, dreckfressender Wurm.
<b>NEIN! Du mich nicht entkommen!</b>, dachte sie und klemmte das Messer zwischen die Zähne wie ein Pirat. Mit der linken, beweglichen und nun freien Hand packte sie ihn an den zusammengebundenen Händen und zog ihn vom Wagen weg, was auch immer er dort vorhatte, etwa das Fahrzeug zu klauen? Marga war kräftig, nicht nur weil orkisches Blut in ihren Adern floss, sondern auch, weil sie zu Hause gewöhnlich das Holz hackte und Möbel verschob, um darunter putzen zu können. Doch trotzdem war der Anführer nicht schlecht gebaut und ihre Kraft reichte nicht aus, um ihn mit einen Mal über den Boden zu zerren. Stattdessen zog Marga ihn in einzelnen Rucken jeweils einen halben Meter über den Boden. Dabei achtete sie nicht darauf, dass der Mann mit dem Gesicht über den Boden schliff. Vor Anstrengung biss sie jedes Mal die Zähne zusammen, wobei aber die Messerschneide dazwischen war.

Aus dem Augenwinkel erblickte sie den Söldner, der langsam aufwachte. <b>Verdammt, müssen zwei Mannen bewachen und das mit nur ein Hand.</b>

Nach einer kurzen Weile kam ihr eine Idee, keine phantastische, kluge, sondern eine primitive Idee. Ehrlich gesagt, zwei Ideen, doch die eine bestand nur daraus, einen oder beide einfach abzustechen und das zählte nicht. Es blieb nur die andere: Sie schleppte den Anführer bis zum Söldner und hievte anschließend unter großen Kraftaufwand dessen gefesselten Leib auf den Körper des anderen. Nachdem sie das Küchenmesser wieder in die Hand genommen hatte, stellte sie fest, dass es mit einer Reihe punktförmiger Einkerbungen versehen war, wo die Halborkin ihre Zähne zusammengekniffen hatte. Ihre Zähne waren hart und spitz und ihr Kiefer stark, es fiel ihr niemals schwer, zähes Fleisch zu essen.
Sie wischte dem Söldner mit dem Ärmel ihres Kleides das Blut aus dem Gesicht, damit er es nicht in den Mund bekam; Er hatte es durch das zusätzliche Gewicht auf dem Brustkorb schon schwer genug, zu atmen.

"Wenn reden oder schreien, schneiden euch Kehle auf. Wenn bewegen, du versuchen Fesseln zu lösen oder du versuchen aufstehen, ich stechen euch ab. Nur noch ich sein hier und Junge, der hassen noch mehr, mich kein Mitleid, zögern nicht und können das gut rechts fertigen."

Um ihren Standpunkt zu unterstreichen, ließ sie die stumpfe Seite des Messers über deren Hälser gleiten. Die Sache machte ihr weder Spass, noch verabscheute sie diese. Es war einfach nötig, um die beiden ruhig zu halten. Ob sie das, was sie gesagt hatte tun würde, wusste sie nicht, doch ihrer Meinung nach hattes es sehr überzeugend geklungen.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 8. Oktober 2008, 13:49

Als Marga den Wagen verlassen hatte, schniefte Alex noch einmal und rubbelte sein faltiges Gesichtchen. Dann legte er sich hinter seine schwer verletzte Gefährtin, kuschelte sich vorsichtig an sie. Langsam streichelte er das struppige Fell. Sorgsam darauf bedacht, die inzwischen beinahe schwarz schimmernde Beule nicht zu streifen. Die Berührung tat beiden gut. Denn die Hündin glitt in einen ruhigen Schlaf –und die Wut des kleinen Ork verschwand auch. Ließ nur Verzweiflung und Trauer zurück. Doch als er die sich langsam entspannenden Züge Belles sah, hörte, wie ihre Atmung leichter wurde, da kehrte auch der Funken der Hoffnung zu ihm zurück.

Der Anführer fluchte unterdrückt, als seine Fluchtversuche schon nach einem halben Meter aufflogen. Als er sah, wie Marga sich mit dem Messer zwischen den Zähnen näherte, erstarrte er. Jeder Muskel verkrampfte sich. Hektisch hüpfte sein Adamsapfel. Schweiß trat ihm auf die Stirn. Augenscheinlich fand er die Halborkin trotz ihrer offensichtlichen Verletzung furchteinflössend. Oder wahnsinnig und wollte sie nicht mehr als nötig reizen. Als sie ihn dann derb an den fesseln packte und in Rucken wegschlief, drangen deftige Flüche durch den Wald. Unterbrochen von Würgen und Husten, wenn er Grasbüschel und Erdklumpen von sich gab. Gerade als er dachte, er hätte es überstanden –bei Zeiten musste er rauskriegen, woher dieses Weib ihre Kräfte bezog-, zerrte Marga ihn in eine andere Richtung. Doch dieses Mal hielt der Anführer vorsichtshalber den Mund verschlossen. Nur seine Augen wurden rund, als er erfasste, was sie vorhatte.
Doch da war es schon zu spät. Mit einem dumpfen Plumpsen landete er auf seinem verletzten Kumpan, welcher ein erstauntes Keuchen von sich gab. Dieses Mal erklangen etwas atemlose Flüche. Eine Weile knurrten die Männer sich an. Versuchten sich aus ihrer Lage zu befreien –und kapitulierten letztendlich doch. Ganz leise erklang sogar ein Lachen. Anscheinend waren sie noch nie von zwei Frauen, einem Kind und einem Hund überwältigt worden. Und dann so trickreich festgehalten. Also nickten die beiden Männer. Sie würden bestimmt keine Flucht wagen. Erst recht nicht, nachdem sie die kalte Klinge an ihren Hälsen gespürt und Margas Drohungen gehört hatten. Sie bezweifelten nicht einen Moment, dass die Halborkin Wort halten würde.

Nell hatte die Arme um sich geschlungen und ging mit leicht unsicheren Schritten den Weg weiter. Ihr eines Auge war inzwischen von einem leuchtenden violett und dick zugeschwollen. Das andere kündete mit der geweiteten Pupille zwar noch vom Schrecken, ließ jedoch auch wieder ein verstecktes Lachen erkennen. Margas Vorschlag in Bezug auf den dicken Luc hatte sogar ein kleines, schiefes Lachen auf ihre Lippen gezaubert. Sie folgte der Kurve und stand plötzlich am Waldrand. Mit freiem Blick auf Jorsa. Nachdenklich krauste sie die Stirn. Wie groß musste das Leid in Grandessa sein, wenn es Gauner schon so dicht an die Hauptstadt des Nachbarreiches trieb? Sie war so in ihre Gedanken versunken, dass sie das streitende Pärchen erst bemerkte, als es sie beinahe erreicht hatte –und der Mann, oder besser der Elf, sie erblickte. Ungeduldig unterbrach er seine Gefährtin, welche daraufhin verstimmt die Arme vor der Brust verschränkte, und eilte Nell entgegen.
Der Elf war beinahe zwei Meter groß, kräftig und doch schlank. Seine leicht gebräunte Haut wurde von kastanienbraunen Haaren und nun besorgt schauenden schokoladenbraunen Augen noch unterstrichen. Gekleidet war er in schlichtes, rotbraunes Wildleder. An einem Riemen quer über seine Brust hing ein prall gefüllter, ebenfalls ledernder Beutel. Die Elfin, mit welcher er bis eben noch heftig diskutiert hatte, war nur einen halben Kopf kleiner als er. Ihre schlanke, zierliche Gestalt war in weißes Leinen gehüllt, welches ihre sehr helle Haut, die kühl blickenden, eisblauen Augen und die hüftlangen, weißblonden Haare betonte.
„Was ist euch passiert? Gibt es noch mehr, die der Hilfe bedürfen?“ Sacht umfasste der Elf Nells Arme. Bebend nickte jene. „Wir haben noch eine sehr schwer verletzte Hündin, einen kaputten Arm und eine blutende Kopfwunde.“ Zögernd lächelte sie den Elfen an. „Ihr könnt nicht rein zufällig heilen?“ Mit einem breiten Grinsen legte der Elf einen Arm um Nells Schulter und drehte sie wieder in die Richtung, aus der sie gekommen war. „Zufällig nicht, nein. Das konnte ich schon immer.“ Vergnügt zwinkerte er Nell zu und sah dann zu der Elfe. Jene rollte nur mit einem entnervten Schnauben mit den Augen, folgte den beiden dann jedoch.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Freitag 10. Oktober 2008, 16:51

Ein leises Stöhnen entwicht dem Munde der Halborkin. "Verdammigt." Schmerzen waren normaler Weise kein Problem für Marga. Es bedeutete, dass man einfach die Zähne zusammenkniff und auf Linderung wartete. Schon das eine oder andere Mal hatte sie sich geschnitten, ihre Finger irgendwo eingequetscht oder sich am heißen Herd verbrannt. Aber das war nichts im Vergleich zu der Schulterverletzung. Außerdem heilten solche Kleinigkeiten schnell, aber das mit dem Arm war ernst. Sie brauchte einen professionellen Heiler, ihr eigener Körper war machtlos. Das war ein unangenehmes Gefühl, von jemanden abhängig zu sein...

Die beiden Banditen schienen in ihrer Lage ziemlich unzufrieden zu sein und versuchten, voneinander runterzukommen. Aber ihre Koordination war schlecht und ihre Bewegungsfreiheit war eingeschränkt, also konnten sie ihre missliche Lage kaum verändern. Schließlich lachten sie sogar kurz, was Marga irritierte.

"Ah, Nell haben sie angesteckt mit unpassigen Lachen"

, fand sie schließlich heraus. Das war die einzige Möglichkeit. Doch sie ließ ihnen den Spass, dort wo sie hinwandern, wird es nicht viel zum Lachen geben.

Ihre Drohung hatte funktioniert, wenigstens eine gute Sache. Die beiden Männer hatten nun richtige Angst vor ihr. Irgendwie schien ihr dieses Gefühl zu... gefallen. Diese Macht. Das war etwas ganz neues in ihrem Leben, in dem sie sich immer vor anderen bücken musste. Es fühlte sich gut, aber es dauerte nicht lange bis eine Schmerzattacke durch ihren Arm schoss und alles vertrieb. Sie kniff die Zähne zusammen und hätte beinahe das vordere Stück ihrer Zunge abgebissen, wenn sie diese nicht rechtzeitig zurückgezogen hätte. So schnell sie kam, umso schneller ging die Schmerzattacke wieder, doch das Pochen war nun viel stärker als vorher.

Erneute musste sie an die Theorie denken, dass ihr Arm abfallen würde. Das war gar nicht so abwegig, erst fühle sie ihn nicht mehr und die Schulter schmerzte. Sie blickte auf die beiden Halunken am Boden, welche sicherlich bemerkt hatten, was mit ihr los war. Marga fasste sich wieder und plötzlich kam ihr ein Gedanke...
Sie legte das Messer kurz weg, außer Reichweite der beiden und betastete den rechten Arm des Söldner. Er war dürr, aber trotzdem kräftig, hatte keine besondere Verletzungen, aber die eine oder andere Narbe. Sollte es tatsächlich geschehen, dass ihr Arm abfiel, so konnte ein Arzt doch bestimmt diesen Arm amputieren und ihr annähen. Hoffentlich würde das nicht nötig sein.

Sie nahm wieder das Messer, bevor der Söldner auf dumme Gedanken kam und nahm wieder ihre Position als Bewacherin ein. Sie schaute über die Schulter und blickte noch einmal in den Wald. Vermutlich würde Luc doch nicht wiederkommen. Bestimmt hockte er im Versteck der Bande und frass sich aus Frust voll, bis er platzte. Der kleine Junge würde erst recht nicht wieder auftauchen. Trotzdem war die Zeit gegen sie. was wäre, wenn sie vor Schmerzen in Ohnmacht fallen würde, somit den Gefangenen die Möglichkeit gab, sich zu befreien und um ihr Werk zu beenden, sie, Alex und Belle zu töten, alles wertvolle zu rauben und den Wagen in Brand zu stecken und schließlich abzuhauen.
Nein, das würde nicht geschehen, sie würde die Kontrolle über die Ereignisse behalten, auch wenn es bedeutete, die beiden aus strategischen Gründen umzubringen.

Hoffentlich würde Nell bald mit Hilfe kommen.
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