Zwischen Jorsa und Jersa

Dies ist das südliche Königreich unter der Herrschaft des jungen und großzügigen König Richard dem Dritten. Armut findet man hier kaum, sondern meist Wohlstand und Zufriedenheit, einfach ein Reich zum Wohlfühlen.
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Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Samstag 7. Juni 2008, 01:27

[weiter aus "Ein letztes Mal durchs Dorf", Jersa]

Der Weg war eigentlich eine von Händlern viel genutzte Rute, doch als Marga ihn entlang schritt, zeigte sich keine Menschenseele. Es war als hätte sich ihr Aufbruch bereits herumgesprochen und jedwedes Leben von dem breiten Pfad verbannt. Selbst die Natur schien in gespanntem, wenn nicht gar unheilvollem Schweigen ihren Weg zu beobachten. Jedenfalls zumeist. Hin und wieder war ein leises Rascheln zu vernehmen. Als wenn jemand oder etwas Marga durch das Unterholz beobachten würde. Doch sollte sich Marga nach der Ursache umdrehen, so würde sie nur einen Ast zurückschnellen sehen. Und doch könnte ihr eindeutig das Gefühl kommen, verfolgt zu werden.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Samstag 7. Juni 2008, 12:28

Nachdem Marga die Felder rund um Jersa hinter sich gelassen hatte, führte der Weg sie in einen Wald. In ihm herrschte Ruhe und Frieden und Marga genoss das. Hier gab es keine nervigen Menschen, die einem auf den Geist gehen konnten, sondern nur sie selbst und jede Menge Natur. Aber nur Pflanzen und keine Tiere. Die Halborkin hasste Tiere wie die Pest. Alle Hunde in Jersa bellten sie an, alle Katzen fauchten in ihrer Nähe und Vögel störten mit ihren Zwitschern ihre Ruhe. Außerdem gaben alle diese Tiere ständig ekelhafte Ausscheidungen ab.

Am liebsten würde sie von der Straße weggehen und bis in alle Ewigkeit ein Einsiedlerdasein fristen. "Abseit von jeglich Zivision", flüsterte sie. Das hörte sich nach dem perfekten Leben an. Aber das würde bedeuten, dass sie jagen und fischen lernen müsste, auch wenn sie bisher weder Tiere noch Bäche gesehen hatte. Sie würde also hungern müssen, hatte keine Unterkunft und um alles noch schlimmer zu machen, so würde die Menschheit froh sein, sie endlich los zu sein. Und das gönnte Marga ihr nicht. Also behielt sie ihren Entschluss nach Jorsa zu laufen und dort Eismagie zu studieren.

Plötzlich hörte sie ein Rascheln. Sie drehte sich blitzschnell um und sah noch, wie ein paar niedrige Zweige schwach hin und her schwingen. Marga murmelte nur: "Wind" und lief wieder weiter. Ein paar Mal geschah das wieder und immer wieder schob sie auf den Wind, wobei sie jenen ab und zu mit ein paar unfeinen Adjektiven versah. Dann nach einer Stunde runzelte sie verwirrt die Stirn.

<b>Heute sein da doch gar kein Wind...</b>

Und selbst wenn, Winde wirkten meist großflächig und nicht nur auf ein paar einzelne Zweige. Und falls das nicht der Wind war, dann musste das ein Lebewesen sein! Sie lief noch ein paar Schritte weiter, doch dann wurde es ihr zu nervig. Sie hasste nämlich das Gefühl, verfolgt zu werden. Sie drehte sich um und rief laut:

"MICH WISSEN DU MICH VERFOLGT KOMMEN RAUS UND SAGEN MIR ENDLICH WARUM!!!"

Es folgte keine Reaktion, also setzte Marga sich einfach mitten auf die Straße auf den Boden. Der war zwar hart, doch eine dreifache Kleiderschichte polsterte ihr Gesäß. Sie war schon ein paar Stunden gelaufen, also hatte sie sich erst einmal eine Pause verdient. Während sie darauf wartete, dass endlich etwas geschah, holte sie aus ihrer Tasche, die sie vor sich auf den Boden gelegt hatte, den Laib Brot und und die zehn Scheiben Schinken raus, die sie als Proviant mitgenommen hatte. Mit dem Fleischermesser schnitt sie eine krumme Scheibe Brot ab, die sie mit einer Scheibe Schinken belegte. Den Rest verstaute sie wieder. Laut schmatzend aß sie die Mahlzeit und rülpste herzhaft danach.
Und wenn es nun ein wildes Tier war, das sie verfolgte? Nach einer Weile bekam die Magierin eine Idee. Sie nahm halbe Scheibe Schinken und das Papiertütchen mit dem Rattengift. Von dem weißen Stoff nahm sie eine Prise und streute es auf das Fleischstück, rollte es zusammen und schleuderte es soweit sie konnte in die Richtung aus der sie gekommen war. Den Rest des Rattengifts verschloss sie wieder gewissenhaft und legte es zurück in die Tasche.
Nun wartete sie und schaute sich gewissenhaft um, wobei sie das Schinkenstück, das jetzt zwanzig Schritt vor ihr auf der Straße lag, genau im Auge behielt.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Sonntag 8. Juni 2008, 13:20

Bereits als Marga sich hinsetzte raschelte es noch einmal etwas lauter im Unterholz, dann herrschte Ruhe, als hätte sich der Verfolger abwartend hingelegt und beobachtete sie nun aufmerksam. Als sie dann das präparierte Stück Fleisch von sich schleuderte, raschelte es dicht neben ihr...

Kurz darauf teilte sich das Gebüsch neben dem Stück Fleisch und eine struppige graue Schnauze erschien. Vorsichtig schnüffelnd und immer wieder zu Marga schielend erschien nach und nach ein großer, offensichtlich von Staupe befallener Hund. Zögernd lief dieser zu dem Stück Fleisch und schnüffelte daran. Dabei fand Marga genug Zeit die Straßenmischung zu mustern. Der Hund –oder besser gesagt die Hündin- war ziemlich groß, erreichte bestimmt beinahe einen Meter Stockmaß, hatte einen massiven Körper und lange, dünne Beine, die beinahe zu schwach wirkten, um den Leib zu tragen und riesige Pfoten. Das Fell war grau meliert, kurz und stand drahtig in alle Richtungen ab, wobei es durch unzählige freie Stellen unterbrochen wurde, Einige dieser kahlen Stellen waren offensichtlich Folgen von Kämpfen, andere schienen eher krankheitsbedingt. Der Kopf glich in seiner Form dem eines kleinen Bären mit großen Fledermausohren. Oder einem, denn das linke Ohr wurde halb abgebissen.

Da blickte die Hündin mit wachen, dunkelbraunen Augen zu Marga und zog die Lefzen zu einem breiten Grinsen hoch, bevor sie ihre Blase demonstrativ auf das Stückchen Fleisch entleerte. Dann setzte sie sich mit schief gelegtem Kopf einen Schritt vom Fleisch entfernt hin und sah Marga abwartend an.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Sonntag 8. Juni 2008, 17:44

Ihr Warten wurde schließlich belohnt: Endlich kam aus dem raschelnden Gebüsch etwas heraus: Eine Schnauze. Erst nachdem diese etwas geschnüffelt hatte, kam der dazugehörige Hund heraus. Unzweifelbar war er groß, doch er sah auch recht mager aus. Die Beine des Geschöpfes waren spindeldürr und so sah es aus, als hätte man einen dicken Holzklotz mit vier spärlichen Stuhlbeinen versehen. Aber nicht nur das war an dem Hund auffällig. Er sah kränklich aus und sein Fell war zersaust, jedenfalls an den Stellen an denen er noch welches hatte. Es wirkte so, als hätte jemand es an manchen Stellen geschert, doch dann stellte Marga fest, dass es einen anderen Grund hatte: An vielen Stellen, wo die Behaarung fehlte, erkannte sie noch nicht ganz vernarbte Biss- und Kratzwunden. An den anderen fand sie nichts dergleichen, was sie sehr verwunderte. Auch war eines der Ohren nicht ganz vollständig.

Ein Straßenköter wie er im Buche steht, also.

Marga wartete gespannt darauf, ob der Hund den vergifteten Köder schlucken würde, und hielt ihn nicht dabei auf. Sie wünschte dem Tier zwar nicht den Tod, doch es war, wie wenn sie als kleines Kind Schnecken und Insekten unter ihren Schuhsohlen zerquetschte, also allein der Faszination wegen. Der Hund roch daran, schaute ab und zu nach der Halborkin und urinierte schließlich auf den vergifteten Schinken, wobei sie auch bemerkte, dass es eine Hündin war.
Die Eismagierin blieb vollkommen gelassen. Das war noch viel faszinierender gewesen, als wenn die Hündin es gefressen hatte.

"Du sein schlauig Hund. Haben Gift gemerkt, anderes Tier hätten nicht. Du sein besonders - wie ich."

Eigentlich war Marga etwas beschämt, dass der Hund das Rattengift bemerkt hatte, während sie es damals nicht getan hatte. Doch seitdem sind mehr Jahre vergangen, als sie Finger an einer Hand hatte, und heute aß sie nichts mehr, was sie nicht selbst zubereitet hatte.
Die Hündin grinste sie an und setzte sich vor Marga auf den Boden.

<b>Was will das Ding noch? Warum es mich überhaupt folgt?</b>

Nach reichlicher Überlegung verstand sie endlich: Die Hündin hatte das so beinahe geruchslose Rattengift wahrgenommen, also hatte es auch den Schinken in ihrer Tasche gerochen und darauf war das hungrige Tier aus.
Marga hatte eine halbe Scheibe vergifteten Schinken geworfen und nun holte sie die andere - unvergiftete - Hälfte aus ihrer Tasche und hielt sie der Hündin hin.

"Wenn du mehr wollen als das, dann kommen mit. Ich laufen nämich gleich weiter."

Marga machte der Hündin dieses Angebot nicht, weil sie diese mochte, sondern weil sie fand, dass eine hündische Begleiterin ihr vielleicht einen Nutzen bringen könnte.
Zuletzt geändert von Marga am Sonntag 8. Juni 2008, 17:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Montag 9. Juni 2008, 14:06

Als Marga die Hündin ansprach, stellte jene die Ohren aufmerksam auf und lauschte. Tatsächlich schien sie sogar antworten zu wollen. Denn auf die ersten Sätze folgte ein zustimmendes Bellen. Soweit man den etwa missstimmigen Laut zwischen Jaulen, Knurren und dem klassischen Bellen denn so nennen konnte. Begleitet wurde dieser von einem kurzen Schwanzklopfen.

Als die Halborkin ihr dann das Stück Fleisch hinhielt, erhob sie sich leicht schwerfällig und trottete mit nun leicht wedelnder Rute zu ihr. Nach einem kurzen prüfenden Blick in Margas Gesicht und einem prüfenden Schnuppern am Fleisch, packte sie das Stück Schinken mit erstaunlich wohl erhaltenen Zähnen vorsichtig und verspeiste es genüsslich. Abschließend leckte sie sich noch einmal mit einem lauten Schmatzen über die graue Schnauze.

Dann lief sie leichtfüßig los. Blieb jedoch nach wenigen Schritten stehen und sah mit einem auffordernden Bellen zu Marga zurück.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Freitag 13. Juni 2008, 17:12

Ein leichtes Lächeln huschte über Margas sonst so grimmiges Gesicht. Die Hündin schien bei dem, was sie sagte, zuzuhören und das war gut. Das Tier war also klug genug, um sie zu verstehen, aber konnte trotzdem sprechen, konnte sie also nicht beleidigen, nervige Fragen stellen oder sonstiges. Doch als die Hündin ihr Äquivalent zu einer Antwort gab, änderte sich ihre Meinung wieder. Hunde sprachen zwar nichts, gaben aber trotzdem Geräusche von sich.

<b>Und ich kein Hundisch verstehn. Sein nicht gut.</b>

Schließlich fraß die Hündin den Schinken. Dabei fielen ihr die weißen, scharfen Zähne auf. Marga steckte sich einen Finger in den Mund und befühlte ihr eigenes Gebiss. Ja, da bestand eine Ähnlichkeit, sie beide hatten jede Menge Reißzähne. Und außerdem überlebten sie beide Giftanschläge, eine weitere Gemeinsamkeit. Zu guter letzt war es ein Straßenhund, also auch ein unerwünschtes Wesen. Jetzt änderte sie ihre Antwort ein weiteres Mal. So viele Gemeinsamkeiten, da konnte man die Unannehmlichkeiten aushalten.

<b>Sein ja oder nein? Nicht verstehen. Mussen Hundsprach lernen. Wollen aber nicht. Normalsprach und Gemisch sein genug. Mehr nicht brauchen, Hund soll mein Sprach lernen.</b>

Tatsächlich lief die Hündin los und die Halborkin dachte schon, dass sie mit dem Schinken ihr Ziel erreicht hatte und jetzt abhaute! "Nicht mit mich!", zischte Marga und sprang auf, doch ihre neue Begleiterin war schon angehalten. Sie schaute abwartend auf die Eismagierin zurück. Tatsächlich verstand die Magierin, dass das Tier nur schon mal vorauslaufen wollte.

"Nicht mich bellen so an! Du glauben doch nicht, dass ich dein Schoßork bin! Du sein hier Hund, du haben nichts zu fordern."

Marga überlegte sich, ob sie nicht vielleicht ein Lederband, eine Schnur oder eine Kette dabei hatte. Ein Griff in ihre Tasche zeigte, dass sie nichts hatte, um der neuen Begleiterin eine Leine verpassen zu können. Dann hoffte sie, dass wenigstens mit Worten die Befehlsverhältnisse geklärt zu haben und lief der Hündin schließlich hinterher.
Sie wusste leider nicht mehr so genau, in welche Richtung Jersa und in welche Jorsa lag. Der Wald bot ihr keine Anhaltspunkte und auch nicht die Straße. Und schließlich konnte sie auch nicht mehr die vollurinierte, vergiftete Schinkenrolle sehen, die hoffentlich eines Tages noch jemanden vergiften würde. Sie konnte also nicht erkennen, ob sie jetzt den Weg zurück oder vorwärts ging. Marga war sichtlich grimmig, jetzt musste sie darauf vertrauen, dass der Hund richtig lief.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Samstag 14. Juni 2008, 17:58

Die Hündin wedelte freudig mit dem Schwanz als Marga aufstand und zu ihr aufschloss. Auch die zornigen Worte schienen sie in keinster Weise an ihrer Freude zu hindern. Im Gegenteil, sie schienen sie sogar eher zu belustigen, denn wieder gab sie ein fröhliches Bellen von sich.

Dann wandte sie sich wieder der Strasse zu, schnüffelte kurz und lief dann im langsamen Trott los, der ihr zottiges, lückenhaftes Fell lustig wippen ließ. Noch immer wedelte sie dabei ab und an mit ihrer Rute.

Sie folgte der Strasse eine ganze Weile, vielleicht zwei-drei Stunden, bis sie plötzlich aufgeregt schnüffelnd ihren Kopf senkte, ein paar Mal im Kreis lief und dann freudig jaulend nach rechts in den Wald schoss. Wenn man ihr nachsah, konnte man erkennen, dass sie einem Trampelpfad folgte, welcher zu einer etwas abseits liegenden Lichtung zu führen schien. Auf jener stand ein schlichter Wohnwagen, neben dem zwei große braune Esel standen und grasten.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Samstag 14. Juni 2008, 23:47

Marga konnte diesen dauerfröhlichen Straßenköter einfach nicht verstehen. Da versuchte sie ihn erst zu vergiften und dann erhob sie böse Worte gegen das Tier, doch jenes strahlte über noch Freude aus. Das lag bestimmt an dem Stück Schinken! Jetzt bildete sich das Vieh auch noch ein, dass Marga etwas auf es hielt.
Sie folgte dem Tier. Es lief immer einige Meter voraus, wobei der Abstand ständig variierte, denn die Hündin lief niemals konstant schnell. Es verging eine Weile und Marga hörte auf zu denken, sondern lief einfach nur noch. Die Zeit verstrich so wie im Fluge. Der Wald schien sich nicht zu ändern, einfach nur Bäume, an denen sie vorbeilief - keine besonderen Merkmale, welche die Aufmerksamkeit der Halborkin auf sich ziehen konnten.
Plötzlich schien etwas mit der neuen Begleiterin geschehen zu sein. Ihr sonst wedelnder Schwanz richtete sich auf, sie blieb kurz stehen, schnuffelte am Boden und fing an, herumzulaufen.

"Was du haben jetzt? Sein da was?"

Keine Reaktion, die Hündin scherte aber zur Seite aus und verließ die Straße. Marga erblickte erst jetzt den Trampelpfad, der zur rechten Seite hinabführte. Sie zögerte, ob sie auch nachfolgen sollte. Der Weg war im Gegensatz zur Straße nicht gepflastert, sondern einfach in die Erde gestapft. Sie wollte eigentlich ihre Schuhe nicht dreckig machen, doch da es in den letzten paar Tagen nicht geregnet hatte, würde sie sich im schlimmsten Fall die Schuhe einstauben, mehr aber nicht.
Die Hündin war viel schneller und war schon längst bei einer Lichtung angekommen. Dort stand etwas, was sie noch nie gesehen hatte. Es war eine Art Holzhütte auf Rädern. Daneben standen zwei goldbraune, grasende Esel, irgendwer musste das Ding ja schleppen.

<b>Sehen gut aus. Hätten gern selbst sowas. Dann fahren wohin wollen, aber gut wohnen.</b>

So sehr wie der Hund bellte, so musste es einen Grund dafür geben. Konnte es vielleicht sein, dass darin das Herrchen oder Frauchen hauste? Die Hündin sah heruntergekommen aus. Entweder sie hatte sich verirrt oder der Besitzer sorgte schlecht für das Tier.
Marga verzichtete darauf, zum Wohnwagen hinzugehen und zu klopfen, die Hündin bellte laut genug, dass man sie auch im Inneren hören würde. Stattdessen beobachtete die Halborkin alles von der Wiese aus. Wer so abgelegen in der Wildnis lebte, der mochte bestimmt keine Gesellschaft.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Montag 16. Juni 2008, 19:56

Tatsächlich blieb das laute Gebell der Hündin nicht ungehört. Die Tür des Wagens öffnete sich und ein kleines, lachendes Geschoss stürzte sich auf jene. Beide feierten ihr Wiedersehen, indem sie ausgelassen über die Wiese tollten. So hatte Marga genug Gelegenheit den anscheinenden Besitzer der Hündin zu mustern. Jener war ein ungewöhnlicher Anblick, denn er sah wie ein etwas zu klein geratener Ork aus. Die äußerlichen Merkmale stimmten, mit schwarzen, widerspenstigen Haaren und ledriger Haut sowie dem eher abschreckenden Aussehen. Doch war dieser Ork von der Statur her ein einfacher kleiner Junge von vielleicht 5 Jahren. Auch machte der kleine Ork einen durchaus gepflegten Eindruck mit seinem nun ehemals weißen Leinenhemd und den kurzen, braunen Leinenhosen.

Da erschien eine junge Frau in der Tür des Wagens. Sie war nicht sonderlich groß und hatte eine eher knabenhafte Figur, die in einem schlichten, grünen Leinenkleid mit breiter Taille und aufgenähten Taschen steckte. Ihre rotbraunen Haare fielen ihr bis zur Hüfte. Bei dem Anblick der beiden verzog sich ihr in dem schmalen Gesicht viel zu groß wirkender Mund zu einem liebevollen Lächeln. „Belle, wir hätten uns schon gefragt, wo du geblieben bist.“ Ihre Stimme schien einer eigenen Melodie zu folgen, war aber angenehm und freundlich.

Die Hündin richtete sich auf und bellte die junge Frau fröhlich an. Der kleine Ork stellte sich neben sie und umschlang ihren dünnen Hals mit beiden Armen. „Wieder da. Schön.“ Seine Stimme klang leicht schleppend und grollend, wie man es eben von einem Ork erwarten würde. Da richtete die Hündin ihren Blick auf Marga und grinste jene beinahe an. Neugierig folgten die Blicke der anderen. Die schwarzen Augen des Kleinen blickten gleich leicht ängstlich und scheu, während die hellgrünen der Frau freundlich und warm blieben. „Hast du Belle zurück gebracht? Danke.“ Sie sprang aus dem Wagen und lief auf Marga zu. „Ich bin Nell und das ist Alex.“ Sie zeigte auf den kleinen Ork. Dann wandte sie sich wieder mit einem fröhlichen Lächeln Marga zu. „Hast du Hunger?“

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Mittwoch 18. Juni 2008, 16:32

Marga musste nicht lange warten, bis jemand aus den Wagen kam. Dieser Jemand war anfangs so schnell, dass es unmöglich war, ihn mit den Augen zu fixieren. Erst als der Schemen beim Hund war, konnte man endlich genauer erkennen, was es war. Ein kleiner Junge, doch das Aussehen war sonderbar, anders als bei sonstigen kleinen Jungen, die sie kannte. Eine Weile betrachtete sie ihn, bis sie ihre Hand so hielt, dass sie ihre eigene Haut mit der des Jungen vergleichen konnte.
Der Grünstich, der bei ihr latent vorkam, war bei dem Fünfjährigen viel ausgeprägter. Auch wirkte seine Haut fester und dicker als ihre. Die struppigen, pechschwarzen Haare kamen ihr auch in die Augen, sie waren anders als die von den Kindern, die sie aus Jersa kannte. Eine Weile verstrich, bevor Marga ein Gedanke kam:

<b>Das Ork? Sein kann... Ich hoffen..</b>

Neben ihrer Interesse - von Begeisterung konnte man nicht sprechen, so sehr ausgeprägt war die Neigung nicht - zur Eismagie, wollte sie auch mehr über ihr väterliches Volk erfahren. In ihrem Heimatdorf hatte sie schon häufig herumgefragt, doch das kam zu keinem Ergebnis. Die Leute, die sie befragt hatten, hatten selbst nie einen Ork gesehen, sondern kannten nur altes Geschwätz. Einige wenige hatten den Leichnahm ihres Vaters gesehen, doch die hatte Marga sich nicht getraut zu fragen, denn diese hatten für sie nicht viel übrig...
Sie ließ ihre Hand, die sie die ganze Zeit in ihr Sichtfeld gehalten hatte, sinken, als eine Frau in der Tür des Wohnwagens erschien. Im Vergleich zum kleinen Orkjungen betrachtete die Halborkin jene nur recht kurz.

<b>Hund sein Belle... passend Name, denn Hund belle.</b>

Es vergingen einige Sekunden und von einen Moment auf den anderen schauten das ungleiche Trio sie an. Nell, wie sich die Frau vorstellte, freundlich und fröhlich, die Hündin Belle mit ihren hündischen Grinsen und der Orkjunge Alex etwas verängstigt und schüchtern. Auf die Frage, ob sie Belle zurück geholt hätte, nickte die wortkarge Marga. Eigentlich hatte Belle eher sich selbst zurückgeholt, Marga hätte niemals diese Lichtung wahrgenommen...
Die Frau fragte, ob sie Hunger hatte, was einer Einladung zum Essen gleichkam. Seit den Schinkenbrot war schon einige Zeit vergangen und Marga befand sich in der Phase, in der man sich normalerweise eine kleine Zwischenmahlzeit einverleibte, als Überbrückung der Zeit bis zum Abendessen. Ein Apfel oder ein Stück Brot, mehr nicht.

"Bin ein kleinig wenig."

, antwortete sie. Dabei trat sie ein paar Schritte nach vorne, wobei sie darauf achtete, nicht in die Hinterlassenschaften der Esel zu treten. Mehr als das Essen interessierte sie aber eine andere Frage:

"Woher Alex?"
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 18. Juni 2008, 21:02

Bei Margas Antwort strahlte Nell sie fröhlich an und winkte sie zu sich. „Dann komm. Es ist genug für alle da.“ Sie drehte sich leicht zum Wagen und wollte anscheinend um jenen herum gehen, als Margas nächste Worte sie stoppten. Nun war ihr Lächeln leicht verhalten. „Seine Mutter wollte ihn ertränken. Kann man sich das vorstellen?“ Noch immer schien sie das Verhalten zu empören. Sie schüttelte kurz den Kopf und blickte dann liebevoll zu dem kleinen Ork, welcher nun Fangen mit der Hündin spielte. „Ich habe ihn abgekauft und seither ziehen wir durch das Land. Die Leute scheinen ihn nicht lange in ihrer Nähe haben zu wollen.“ Sie schnaubte, was wohl ihren Unmut und ihr Unverständnis ausdrücken sollte. „Aber wer versteht schon die Leute.“ Ein energisches Schulterzucken folgte. In Gedanken versunken beobachtete sie Alex und Belle.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Donnerstag 19. Juni 2008, 20:28

Nell erzählte Marga, dass Alex Mutter diesen ertränken wollte. Ob sie sich das vorstellen konnte? Die Halborkin nickte entschieden. Sie wusste, wie die Menschen waren. Ihre Grausamkeit war unvorstellbar. Hätte Orlo nicht den Wunsch ihrer Mutter verteidigt, dass sie leben durfte, so hätte man gewiss... für ihren Tod gesorgt. Vielleicht nicht ertränkt, wohl aber im Wald ausgesetzt und den Wölfen zum Fraß vorgeworfen.
Die Erläuterungen warfen mehr Fragen auf, als dass sie beantworteten: Alex schien ein reiner Ork zu sein, also musste ihre Mutter auch einer gewesen sein, dann hatte sie doch auch keinen Grund, ihn zu ertränken? Und warum musste Nell Alex kaufen; Man brauchte doch kein Geld zu bezahlen, wenn die andere Person es sowieso "wegwarf"...
Doch Marga belies es dabei. Würde sie genauer darüber nachdenken, so würde sie bis Einbruch der Dunkelheit reglos auf der Wiese stehen und trotzdem kein bisschen weiter sein. Weniger ihre Gedanken, als ihre Gefühle regte die Erzählung. Die Menschen behandelten Orks wie Tiere, eigentlich sogar noch schlechter, denn sie respektieren ihre Tiere, wie Kühe, Hunde, Pferde und Katzen. Ihre Rasse wurde wie hirnlose Raubtiere angesehen. Und das versetzte Marga in eine Wut gegen diese Rassisten. Irgendwann würde sie für alles Rache nehmen. Ihre Fäuste ballten sich und ihre Nägel bohrten sich in ihr Fleisch. Sie fühlte die Kälte in ihren Kälten, doch ihre Fäuste erschlafften wieder. Bevor sie irgendwelche Racheaktionen durchführte, musste sie zuerst einmal die Kältemagie meistern und deshalb hatte sie sich auch auf den Weg nach Jorsa gemacht!
Sie entspannte sich wieder. Hier auf dieser Lichtung war niemand, der ihren Zorn verdiente. Belle erinnerte sie an sich selbst, Alex war ein Ork und Nell war in Ordnung, denn sie kümmerte sich um Alex. Sie beobachtete noch den Jungen und den Hund, wie sie spielten. Irgendwann würde sie für eine bessere Welt für ihn und seinerlei kämpfen.Das Angebot von vorhin nahm sie an und lief schon mal Richtung Wohnwagen.

"Wenn geben was zu tun, dann sagen mir."

, erklärte sie. Allein aus Gewohnheit, weil sie schon seit sie zurückdenken konnte, einen Haushalt führte, sagte sie das, denn sonst würde sie sich fehl am Platze fühlen.
Sie blickte zum Himmel. Es war schon später Nachmittag.

<b>Wissen nicht, wie weit Weg nach Jorsa. Bestimmt werden bald Nacht, wären besser in Wohnwagen, als draußen... </b>

Zurzeit herrschte die Jahreszeit des Wandels, die Nächte würden zwar nicht bitterkalt werden, doch aber unangehm. Auch hatte sie keine Lust, irgendwo am harten Straßenrand zu nächtigen, wenn sie bei den beiden übernachten konnte. Damit war die Sache für die Eismagierin beschlossen.
Zuletzt geändert von Marga am Donnerstag 19. Juni 2008, 20:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Sonntag 22. Juni 2008, 17:07

Nell schreckte aus ihren Gedanken hoch und sah zu Marga auf. Gerade rechtzeitig um deren Nicken, ihren Groll zu sehen. „Wie ich sehe, kann dich die Grausamkeit mancher Menschen nicht schrecken.“ Sie seufzte. „Und ich hatte gehofft, es gebe nicht zu viele von ihnen.“ Da straffte sie sich und setzte wieder ein heiteres Gesicht auf. „Nun hör sich einer uns an. Da scheint die Sonne, wir sind unter Freunden und doch lassen wir traurige, gar bedrückende Gedanken in unsere Mitte. Eine Schande ist das.“ Mit einem fröhlichen Lachen lief sie auf Belle und Alex zu, die noch immer herumtollten. „Wer hat Hunger?“

Mit einem begeisterten Aufschrei schmiss Alex sich in Nells Arme, worauf jene ihn lachend hoch hob und einmal durch die Luft wirbelte. „Dachte ichs mir doch.“ Glucksend legte der kleine Ork seine Beine um Nells Taille und die Arme um ihren Hals. „Alex sein immer hungrig. Nell wissen.“ Dabei grinste er fröhlich. Belle sprang beigeistert um die beiden herum, stoppte kurz und schloss dann Marga in ihren Kreis mit ein.

Bei Margas Angebot sah Nell erstaunt zu ihr. „Das musst du nicht, obwohl eine helfende Hand natürlich nie unnütz sein kann.“ Langsam ging sie um den Wagen herum, den kleinen Ork noch immer auf dem Arm. Was jener offensichtlich genoss, den er legte seinen Kopf auf die schmale Schulter, verfolgte jedoch mit dem Blick Marga. „Aber fürs erste ist alles bereit.“

Tatsächlich war auf der anderen Seite des Wagens eine Plane gespannt unter der ein kleines Feuer brannte. Um das Feuer herum lagen dicke Kissen, wohl zum Sitzen. Und über dem Feuer hing an einem Dreifuß ein kupferner Topf, in dem eine appetitlich duftende Suppe brodelte.

Sanft ließ Nell Alex zu Boden und gab ihn einen sachten Stups in Richtung Wagen. „Holst du bitte Teller und Löffel?“ Nach einem kurzen nicken stürmte jener fröhlich in den Wagen.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Sonntag 22. Juni 2008, 20:38

Was hatte Nell von ihr erwartet? Dass sie empört oder traurig den Kopf schüttelte oder irgendwelche großen Reden schwing? Da hatte sie sich getäuscht. Marga war keine Frau großer Worte. Außerdem war diese Grausamkeit Teil ihres Lebens geworden, sie kannte nichts anderes. Vor nicht mehr als ein paar Stunden hatte der Torwächter Gandrosh es einen Segen genannt, wenn die Wölfe im Wald sie frässen. Lieber reagierte sie mit Trotz, als das zu bedauern. Wenn sie zurückdachte, so war es der beste Weg gewesen, ihm Paroli zu bieten. Wer in die Opferrolle fiel, bringt es zu nichts.
Nell lenkte das Gespräch wieder auf eine fröhlichere Bahn. Schon wieder war auf ein Lächeln auf ihrem Gesicht und nach der Frage, wer Hunger hatte, beobachtete sie das Geschehen. Solche übertrieben freudige Aktionen waren nicht nach Margas Geschmack, aber es war ein geringer Preis dafür, endlich mal ein paar Wesen zu begegnen, die einen nicht gleich Schimpfwörter an den Kopf warfen. "Mich auch.", fügte Marga leise hinzu.Nell trug Alex weiter, wobei dessen schwarze Knopfaugen weiterhin Marga beobachteten.

<b>Scheinen Angst vor mir. Warum nur? Haben Hund heimgebracht und verhalten recht nett.</b>

Sie dachte zurück, konnte sich aber überhaupt nicht erinnern, etwas Falsches gemacht zu haben. Sie hatte nichts falsches getan, aber sie hatte auch etwas wichtiges vergessen.Die Eismagierin erhob sich und lief hinter Nell her und schaute Alex tief in die Augen.

"Haben nicht vorstellt. Bin Marga."

Damit, so hoffte sie, hatte sie dessen Vertrauen erlangt. Bisher hatte sie nämlich noch nicht ihren Namen gesagt. Hinter dem Wohnwagen köchelte eine Suppe, deren Geruch Marga in die Nase stieg, der Marga trotz des geringen Hungers das Wasser im Mund zusammen laufen lies.

<b>Solltennach Rezpt fragen.</b>

Marga setzte sich schon einmal auf eines der Sitzkissen, während Nell Alex dazu aufforderte, Teller und Löffel zu holen. Hoffentlich holte er jedes davon dreimal, die Macht der Gewohnheit konnte sehr stark sein... Die Halborkin selbst nahm ihre Tasche, legte sie auf den Boden neben sich und holte den angeschnittenen Leib Brot heraus, den sie neben den Kessel hinlegte, eine Geste um klar zu machen, dass auch die anderen davon nehmen konnten. "Tunken", erläuterte sie dabei mehr als knapp.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Dienstag 24. Juni 2008, 22:04

Tatsächlich schien Margas Näherkommen und Vorstellen alles noch schlimmer zu machen. Zwar drehte Nell sich kurz um und lachte ihr entgegen. „Jetzt, wo du es sagst. Stimmt dein Name fehlte noch. Freut mich Marga.“ Doch der kleine Ork versteckte seinen Kopf verlegen an Nells Schulter und krallte sich in deren Haaren fest. Erneut lachte Nell auf und sah Marga um Vergebung suchend an. „Nehme es nicht persönlich. Er fremdelt gerade mal wieder.“

Als Alex im Wagen lautstark Teller und Löffel suchte, setzte Nell sich auf eines der Kissen. Erstaunt sah sie, wie Marga den Brotlaib neben den Kessel packte. „Danke. Das wertet unser Mahl gleich noch mal auf.“ Ihr Lächeln drückte ebenso ihr Freude aus, wie ihre Worte.

Da kam Alex aus dem Wagen gestürmt, wobei er mehr fiel und sich im letzten Moment fing. Auf den kleinen Armen balancierte er drei Teller, drei Löffel und sogar drei Becher. Hinter ihm kam Belle an, die einen mit einem Pfropfen verschlossenen Krug trug. Nell sah den beiden wieder mit diesem zärtlichen lächeln entgegen. „Danke, mein Schatz. Danke, Belle.“ Stolz richtete der kleine Ork sich auf und strahlte über das ganze Gesicht. Dann verteilte er hochkonzentriert seine Beute, wobei er Marga sogar ein scheues Lächeln zuwarf, bevor er sich an Nells Seite flüchtete.

Nell schmunzelte nur über sein Verhalten und beugte sich vor, um nach der Kelle zu greifen und die Teller zu füllen. „Na dann guten Appetit.“ Während sie die Teller füllte, griff Alex nach dem Brot und brach Nell und sich und auch Belle etwas ab. Dann besann er sich auf seine guten Manieren und sah Marga erneut etwas verhalten, aber direkt an. „Danke. Gutes Brot. Lecker.“ Und schon stürzte er sich mit dem typischen Heißhunger eines Kleinkindes auf sein Mahl. Während Nell etwas langsamer, aber dennoch ebenfalls mit Appetit anfing zu essen und Bell lautschmatzend auf dem Brot kaute.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Mittwoch 25. Juni 2008, 16:51

Während Marga so da saß, dachte sie über Alex Reaktion nach. Indem sie sich vorstellte, hatte sie nichts erreicht. Doch so wie es schien, tat er das bei jedem Fremden; Nell hatte ja "mal wieder" gesagt. Ein bisschen verärgerte sie das schon, doch das verflog bald wieder.

<b>Werden schon.</b>

Im Inneren des Wohnwagens klimperte und klapperte es, scheinbar ging der Orkjunge bei der Suche nach dem Geschirr recht ungestüm an die Arbeit. Es wunderte sie ein bisschen, dass sie nicht das Klirren von zerbrechenden Schüsseln oder Tellern hörte.
Auf Nelles Dank reagierte sie überhaupt nicht. Der Wert der Mahlzeit war ihr vollkommen egal, den Brotleib hatte sie nur hergegeben, um nicht unhöflich zu wirken. Sie wollte ja auch noch die Nacht hier verbringen!
Alex und Belle kamen um den Wohnwagen herum, Alex trug das Geschirr und Besteck, während die Hündin einen Krug trug. Ein seltsamer Anblick, wie sie den verkorkten Krug mit höchster Geschicklichkeit auf dem Rücken balancierte. Schließlich wurde alles verteilt und das Essen war fertig. Der Orkjunge hielt sich weiterhin von der Halborkin fern. Er brach das Brot, ein Stück für Nell, ein Stück für Belle ein Stück für sich. Als sich Alex für das Brot bedankte, nickte sie ihm - im Gegensatz dazu, als Nell ihr vorhin gedankt hatte - zu.
Nachdem auch Marga sich eine Kante abgebrochen hatte, blieb vom Brot nicht mehr viel übrig. Wenn die Anwesenden noch einen Nachschlag nahmen, dann war es das Ende für den Laib. Marga war das egal, ihr schmeckte der Schinken auch ohne Brot und dann sogar noch besser, was vielleicht mit ihrem orkischen Blut zusammenhing, Fleisch war nämlich ihre Lieblingsspeise.
Langsam löffelte Marga die Fleisch-, Gemüse- und Brotbrocken aus der Suppe heraus und am Ende legte sie die Schüssel an ihre Lippen an und schlürfte die Brühe. Als sie fertig war, unterdrückte sie einen Rülpser, der ganz unfein gewesen wäre.
Nachdem sie vor kurzem das Schinkenbrot verspeißt hatte, reichte eine einzige Portion aus, ihren Hunger zu besiegen. Während die anderen noch aßen, ließ Marga ihren Blick herum schweifen. Der Wohnwagen und die Esel mussten einiges Geld gekostet haben und auch konnte Nell leicht sich selbst, einen Jungen, einen Hund und eine Fremde verköstigen. Sie fragte sich, wie Nell wohl ihr Geld verdiente. Dabei wandte sie die einfachste Möglichkeit an, mit der man so etwas herausfinden konnte - Sie fragte nach.

"Nell, woher du kriegen Geld?"
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Freitag 27. Juni 2008, 23:32

Nell bemerkte wohl, dass sie auf den Dank von Alex reagierte, es bei ihrem jedoch vermieden hatte. Sie schmunzelte leicht, schwieg aber und aß langsam weiter. Nur kurz unterbrach sie ihr Mahl, um Alex einen Nachschlag zu geben, den dieser mit gleicher Begeisterung herunterschlang. Ebenso wie den letzten Rest Brot, von dem er allerdings ein gutes Stück an Belle abgab. Als der kleine Ork sah, wie Marga die Brühe aus der Schüssel schlürfte, glänzten seine Augen begeistert. Ohne zu zögern legte er den Löffel beiseite und tat es ihr gleich. Mit einem kleinen Unterschied. Er unterdrückte den mannsreifen Rülpser nicht. Mahnend sah Nell ihn an, die nun ebenfalls mit ihrem Mahl fertig war. Was allerdings nur eine grinsende Entschuldigung nach sich zog. Satt und zufrieden kuschelte sich Alex an Nell –und Belle an Alex. So dass der kleine Ork nun von beiden Seiten gewärmt wurde. Schläfrig rieb er sich die Augen und gähnte.

Da erklang Margas Frage. Überrascht sah Nell von ihrer Betrachtung des Kleinen auf. „Oh... Ich bin nicht ungeübt mit Nadel und Faden. Einige behaupten ich habe außerdem ein gutes Auge für passende Schnitte.“ Sie merkte, dass sie ziemlich umständlich antwortet und errötete leicht. „Ich schneidere. Was normalerweise auch weniger Gold geben kann. Nur habe ich durch meine Mutter einen ziemlich großen, zahltüchtigen Kundenkreis.“ Den sie freiwillig nie gewählt hätte, aber was tat man nicht alles, um seine Familie ernähren zu können.

Inzwischen setzte langsam die Dämmerung ein. Als Nell dies bemerkte, lächelte sie Marga freundlich an. „Ich weiß ja nicht, wohin du unterwegs warst, als Belle dich gefunden oder du sie gefunden hast, aber wir sind auf dem Weg nach Jorsa. Wir würden uns freuen, wenn du uns begleiten würdest. Also nur, falls du keine anderen Pläne hast.“ Sie lachte leise. „Manchmal kann etwas erwachsene Gesellschaft nämlich auch mal ganz nett sein.“

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Samstag 28. Juni 2008, 13:43

Wie prophezeit war das Brot in aller Mägen verschwunden. Kein großer Verlust, den Schinken konnte sie blank essen, auch den Honig, den sie in einem kleinen Töpfchen als Ergänzung des Reiseproviants mitgenommen hatte, konnte man auch ohne Brot verzehren. Sie beobachtete, wie Alex seinen Nachschlag verputzte und einen für sein Alter ziemlich kräftigen Rülpser von sich gab, der denen Orlos, ihres Ziehvaters, gleichkam. Jener verkniff sich nach dem Essen niemals seine Körpergeräusche.
Auf Nells vorwurfsvollen Blick reagierte der Orkjunge mit einem entschuldigenden Grinsen und kuschelte sich zwischen Nell und Belle. Er war sichtlich müde und gähnte schon, das Herumtollen mit Belle hatte ihn vielleicht ermüdet.

<b>Nicht gut, wenn jetzt schlafen, dann bleiben Nacht wach und Morgen sein müde.</b>

Schließlich antwortete Nell auf die Frage über ihren Beruf. Die ersten Worte waren unverständlich für Marga, denn die einzigen Sachen, die sie mit Kleidung zu tun hatte, waren Flicken aufzunähen, Strümpfe zu stopfen und alle Jahre mal ein neues paar Socken zu stricken. Aber danach erklärte sie es noch einmal direkter: Sie war Schneiderin.
In Jersa gab es einen Schneider, den mochte Marga überhaupt nicht, aber sie hatte keine andere Wahl gehabt, als zu diesem zu gehen. Sowohl ihr Kleid wie auch ihr Reisemantel hatte sie bei ihm erworben und sich dessen spitzzüngische Bemerkungen über ihre undamenhafte Figur anhören müssen. Wenn die Schneider in Jorsa genauso waren, dann würde sie vermutlich sich an Nell wenden, wenn sie mal ein neues Kleid brauchte...
Nell wirkte ein bisschen bedrückt, als sie das erzählte, doch Marga verzichtete darauf, nachzufragen.

Der Abend brach herein, es dämmerte schon etwas. Nell machte ihr das Angebot, ob sie mit ihnen reisen wollte. Marga musste überlegen, ein langer Prozess bei ihr: Sie dachte ein paar Minuten lang nach, vermutlich würde Nell das verwundern. Die Vorteile lagen auf der Hand: Gutes Essen, gute Unterkunft, wahrscheinlich noch eine bequemere Reiseart als zu laufen. Andererseits mochte die Eismagierin Gesellschaft nicht besonders und so wie Nell wirkte, war sie sehr bedürftig danach, denn sonst hatte sie nur Alex und Belle und mit keinen der beiden konnte man ernsthafte Konversation führen. Am Ende entschied sich die Halborkin:

"Als Belle treffen, wollten Jorsa gehen. Gut, zusamm reis."
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Montag 30. Juni 2008, 19:56

Entgegen Margas Annahme schien ihre Denkpause Nell nicht zu verwundern. Ruhig wartete sie auf eine Antwort, strich dabei Alex zärtlich die Haare aus dem Gesicht. Was jener sich mit einem leisen, wohligen Seufzen gefallen ließ. Er war inzwischen eingeschlafen. Wie wohl Belle auch, denn jene hatte sich auf den Rücken gelegt, streckte die Pfoten in den Himmel und schnarchte erstaunlich laut für einen Hund.

Bei Margas Antwort strahlte Nell. „Schön.“ Neugeirig sah sie Marga an, legte dabei den Kopf leicht auf die Seite und strich sich die kastanienbraunen Haare hinters Ohr. „Was willst du denn in Jorsa? Also wenn ich fragen darf. Ich bin eine schrecklich wissbegierige Frau.“ Obwohl ihre Stimme verlegen klang, lag doch gleichzeitig ein Lachen, echtes Interesse und absolute Offenheit in ihr.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Freitag 4. Juli 2008, 19:15

Belle und Alex waren schon ins Reich der Träume gewandert. Die Hündin lag auf dem Rücken und gab sehr laute Geräusche von sich. Marga wusste nicht, ob das seine Richtigkeit hatte, doch sie hatte auch noch nie einen schlafenden Hund gesehen. Nell schien keinen Anstoß an ihrer Wartezeit zu nehmen oder verbarg es gut, doch auf solch komplexe Gedanken kam Marga überhaupt nicht. Die Zeit über gab Nell Zärtlichkeiten an den Orkjungen.

Tatsächlich war die Frau mehr als neugierig. Bei der Frage nach den Beweggründen, Jorsa aufsuchen zu wollen, bekam Marga ein großes Problem. Schweiß benetzte ihre Stirn. Die Wahrheit wollte die Eismagierin nicht offenbaren, ihre magischen Kräfte sollten ein Geheimnis bleiben. Solange niemand davon wusste, so gäbe es die Alternative, einen Mord zu begehen, ohne in Verdacht zu geraten. Einer dummen Halborkin würde niemand zutrauen, Eismagie zu beherrschen. Für diesen langen Gedankengang hatte sie viele Wochen nachdenken müssen, doch jetzt kannte sie ihn auswendig.
Aber eine Lüge wäre kompliziert, sie müsste sich bemühen, Wahrheit und Lüge zu unterscheiden und außerdem würde eine Lüge vorraussetzen, eine neue Wahrheit zu erfinden, und Marga hatte schon genug mit den Problemen der Realität zu tun.

"Wissen leider nicht genau. In Ort, wo herkommen, nichts gut Zukunft für mich. Suchen besserig in Jorsa."

Diese Aussage entsprach wenigstens zur Hälfte der Wahrheit und so musste Marga nicht so viel darüber nachdenken. So war die Wahrscheinlichkeit, sich zu verplappern, viel geringer.

<b>Hoffig Nell glauben mich.</b>

Um das Gespräch auf andere Bahnen zu lenken, stand sie auf und fing an, das Besteck, Teller und die Becher, aus denen sie getrunken hatten, einzusammeln. Dann deutete sie auf Belle und Alex:

"Wir tragen sie in Rollhaus? Nacht vielleicht kalt und besser nichts draußen."
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Samstag 5. Juli 2008, 21:34

Nell musste leicht schmunzeln, als sie bemerkte, wie Marga über eine Antwort erst nachdenken musste. Kurz dachte sie sogar Angst in ihren Augen zu erkennen, doch verwarf sie diesen Eindruck gleich wieder. Warum sollte Marga vor ihr Angst haben? Marga war ihr körperlich weit überlegen –und Nell war nicht zu dumm, dass zu merken.

Als ihr Gast dann doch antwortete, legte sich kleines trauriges Lächeln auf ihr Gesicht. „Es ist schon traurig, wie viele Wesen unwillkommen sind. Obwohl ich fürchte, das Jorsa auch nicht gerade für jeden ein harmonisches Fleckchen Erde ist.“ Jedenfalls ganz sicher nicht für sie. Sie musste dort nur regelmäßig ihre Kunden besuchen. Und ihre Mutter.

Da begann Marga das benutze Geschirr und Besteck einzusammeln. Erstaunt sah Nell zu ihr auf, sagte jedoch nichts dazu. Es schien ihr, dass ihr Gast ihr Verhalten als selbstverständlich ansah. Vielleicht hatte sie für jemanden den Haushalt geführt. Wer wusste das schon. Da sie selber nicht unbedingt der häusliche Typ war, lächelte sie Marga nur dankend an.

Bei ihrer Frage glitt Nells Blick zu den beiden Schlafenden. Sanft lächelte sie. „Stimmt, es dürfte frisch werden.“ Mit amüsiert funkelnden Augen sah sie wieder zu Marga. „Allerdings darf Belle selbst laufen. Sie wacht eh auf, wenn ich Alex hochhebe.“ Wie zum Beweis hob sie den kleinen Ork vorsichtig auf die Arme, worauf jener sich im Schlaf vertrauensvoll an sie kuschelte. Und tatsächlich rollte die Hündin herum, hob den Kopf und schmatzte ein paar Mal. Dann stand sie auf, streckte sich und tapste zum Wohnwagen vor.

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Sonntag 6. Juli 2008, 14:10

Was Nell auf ihre Antwort entgegnete, bekräftigte Margas Vermutung, dass die Menschen in Jorsa genauso schlimm waren wie die in Jersa. Was sollte man den anderes erwarten?

<b>Gehen Stadt, um suchen besser Kaltmagie, nicht besser Menschens.</b>

Nebenher betrachtete Marga Nell: Es war seltsam, wann immer die Halborkin nachdachte, schmunzelte diese Menschenfrau und selbst wenn sie gerade etwas Trauriges erzählte, hatte sie ein Lächeln auf den Lippen. In Margas einfach gestrickten Geist gab es so etwas wie ein "trauriges Lächeln" überhaupt nicht. Entweder war man glücklich oder nicht. Aber bald kam sie auf des Rätsels Lösung: Nell musste eine Krankheit haben, bei der man immer eine fröhliche Mimik hatte, selbst wenn man sich nicht danach fühlte. Und wegen einer Krankheit konnte man niemanden einen Vorwurf machen.
Beim Zusammenbringen des Geschirrs schaute Nell sie dankbar an. Marga blieb ruhig und meinte nur:

"Haben früher Haushalt führen."

Die Halborkin beobachtete, wie Nell Alex hochhebte. Belle schien dessen Fehlen zu bemerken, wachte auf und verstand sofort. Die Hündin stand auf und lief gen Wohnwagen.

"Schlaues Hund..."

, murmelte sie. Unterdessen hatte alles eingesammelt. Sie legte ihre Tasche so an, dass sie problemlos beide Hände frei hatte. Mit der einen ergriff sie die Essutensilien, mit der anderen hakte sie den kleinen Kessel aus dem Dreifuß aus. Dieser war noch nicht ganz leer von Suppe und wenn er draußen blieb, so würde sich allerhand Getier an dem Rest bedienen. Ein Blick auf die Feuerstelle werfend stellte sie fest, dass die Glut vollkommen erloschen war, einen Waldbrand brauchten sie also auch nicht zu befürchten.
Man mochte sich wundern, dass die Marga - sonst recht beschränkt - an so viele Sachen dachte, doch das tat sie nicht wirklich. Es war reine Routine, Hausfraueninstinkt könnte man es nennen. Bei keiner dieser Tätigkeiten dachte sie tatsächlich nach...
Derartig beladen schritt sie auch Richtung Wohnwagen.
Zuletzt geändert von Marga am Sonntag 6. Juli 2008, 14:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 9. Juli 2008, 22:28

Mit einem Nicken reagierte Nell auf Margas sie eigentlich bestätigende Worte. Die flüssigen Bewegungen und das Denken an die vielen Kleinigkeiten, die sie nur allzu gerne vergaß und wegen denen sie dann meist noch einmal aufstehen musste, hatten nur jenen Schluss zugelassen.

Dann folgte sie Belle und betrat mit Alex auf dem Arm den Wohnwagen.

Der Wagen wirkte erstaunlich großzügig. Links von der Tür war ein Schrank eingebaut, der im oberen Teil zwei Türen, welche durch einen gusseisernen Riegel verschlossen waren, und im unteren Teil drei Schubladen, mit ebenso gusseisernen Ringen zum Aufziehen, hatte. Diesem und der Tür gegenüber gab es zwei Betten übereinander. Auf dem oberen lag eine bunte, etwas dickere Decke mit detaillierten Stickereien, die verschiedene Monster zeigten, sowie ein dickes Kissen. Auf dem unteren Bett lag eine dünnere, einfarbige, grüne Decke sowie ein passendes, kleines, rundes Kissen. Rechts von der Tür war eine kleine Nische, die zwei kleine Bänke und zwischen denen ein passendes Tischchen aufwies. Auf dem Tischchen war eine Vase mit frisch duftenden Wildblumen, die in einer festgeschraubten Halterung steckte. Am Fußende des Bettes war ein halb hoher, gusseiserner „Schrank“, in dessen Arbeitsfläche eine Waschschüssel und eine Ofenplatte eingebaut waren. Er schien somit zum Waschen und Kochen geeignet zu sein. Unter der Öffnung, die offensichtlich zum Anheizen diente, waren zwei Klappen, die ebenfalls über einen Riegel verschlossen waren. Zusätzlich lief unter dem Dachrand eine kleine Ablage mit vielen, jeweils mit kleinen Riegeln verschlossenen, unterschiedlich großen Fächern. Eine Klappe führte zwischen Nische und Ofen offensichtlich direkt zum Fahrerbock.

Nell ging über die zwei Stufen direkt zum Bett und legte den kleinen, schlafenden Ork sanft auf das obere Bett. Sie zog ihm Hemd und Hose aus und deckte ihn dann zu, wobei sie ihm erneut sacht das Haar zurück strich. Das er ungewaschen durchaus einiges an Schmutz ins Bett trug, ignorierte sie. Belle verschwand unter den Betten. Es folgte ein bühnenreifer Stoßseufzer und nur kurz darauf wieder dieses menschlich wirkende Schnarchen. Schmunzelnd drehte sich Nell Marga zu. Leg das Geschirr einfach in die Schüssel dort und den Kessel auf die Platte daneben. Danke.“

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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Marga » Donnerstag 10. Juli 2008, 20:19

Direkt hinter Nell mit Alex auf den Armen und Belle trat Marga in das Innere des Wohnwagens. Langsam wanderten ihre Augen über die Einzelheiten, die sichtbar waren. Auf den ersten Blick sah es wie ein normaler Raum aus, doch dann fielen ihr einige Kleinigkeiten auf, die anders als bei ihr zu Hause war:

<b>Alles Möbel an Boden schraubt. Schlauig, damit nicht rutschen herum bei holprig Weg.</b>

Diesen Sachverhalt verstand sie, nicht aber, dass alle Schubladen und Türen Riegel hatten, obwohl es eigentlich den selben Grund hatte. Marga kannte Riegel aber nur von der Innenseiten von Türen, um Fremde außer Haus zu halten. Nur was war bitteschön in Schubladen, das nicht rauskommen darf?
Unterdessen hob Nell Alex in das obere Bett, welches die Decke mit den kleinen Stickereien, die irgendwelche Ungeheuer zeigten. Was Jungen wohl an so etwas fanden? Marga selbst hatte nicht vor, irgendwelchen dieser Viecher in ihrem Leben zu begegnen.

"Halten nicht viel von Hügene?"

, fragte Marga leicht spöttisch, als Nell ungeachtet des Schmutzes des ungewaschenen Jungen jenen ins Bett brachte. Erst jetzt stellte sie fest, dass sie immer noch voll beladen in der Tür stand. Nells Anweisungen folgend trat sie zu dem Herd, legte das Geschirr ins Becken und stellte den Kessel auf die Herdplatte.
Nachdem sie einen weiten Blick durch den Raum warf, bemerkte sie schließlich, dass es kein Gästebett oder etwas ähnliches gab. Drei Minuten lang stand sie da, mit offenen Mund, um darüber nachzudenken, wie diese Diskrepanz zu überwinden war. Danach schloss sie den Mund, legte ihre Tasche auf den Boden und stapfte mit entschlossenen Schritten durch die Tür hinaus. Kurz darauf kam sie wieder zurück, beladen mit den Sitzkissen von der Feuerstelle. Diese legte sie so auf den Boden der Nische, dass sie eine provisorische Schlafstätte bildeten. Wenn sie ihren Reisemantel als Decke benutzte, so wäre es fast so annehmlich wie ein echtes Bett.
Zuletzt aber kam die Halborkin auf die Idee, erst einmal nachzufragen, bevor sie sich schon einrichtete:

"Sein doch in Ordnung, wenn hier Schlaf, oder?"

Die Nacht draußen könnte frisch werden. Zwar befürchtete Marga nicht, sich zu erkälten, wohl aber war es ihr lieber, wenn sie es schön warm hatte.
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Re: Zwischen Jorsa und Jersa

Beitrag von Erzähler » Sonntag 13. Juli 2008, 15:21

Nell bemerkte, wie Marga sich in dem Wohnwagen umsah. Bei ihrer Bemerkung über die mangelnde Hygiene lachte sie nur leise auf. „Nay, ich fürchte von der müsste ich gerade in Bezug auf Alex und Belle mehr halten. Schuldig.“ Beim letzten Wort zwinkerte sie ihrem Gast fröhlich zu.

Verwunderten Blickes lehnte sie sich mit vor dem Oberkörper verschränkten Armen an das obere Bett und wartete schweigend ab, worüber Marga nun wohl nachdenken mochte. Als jene jedoch erneut heraus marschierte, um dann mit den Sitzkissen einzutreten und jene als Lager herzurichten, schmunzelte sie leicht. Auf die Lösung wäre sie nicht gekommen.

So nickte sie nur mit einem fröhlichen Lächeln auf Margas Frage hin. „Das ist absolut in Ordnung.“ Sie nickte kurz in Richtung des unteren Bettes unter dem das laute Schnarchen der Hündin hervordrang. „Ich hätte dir sonst das Bett angeboten.“ Kurz huschte ihr Blick über das provisorische Lager aus Kissen. „Willst du eine Decke haben oder reicht dir dein Mantel wirklich?“

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