Wohin führt mein Weg?

Dies ist das südliche Königreich unter der Herrschaft des jungen und großzügigen König Richard dem Dritten. Armut findet man hier kaum, sondern meist Wohlstand und Zufriedenheit, einfach ein Reich zum Wohlfühlen.
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Gestalt
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Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Gestalt » Sonntag 22. Januar 2012, 18:00

Starold und Tarra flüchten aus dem Dorf


Als sie ausser Sichtweite des Dorfes waren, brachte Tarra ihr Pferd mit einem Satz zum Stehen. Kurz wurde etwas Frost aufgewirbelt und die Rothaarige hatte für Sekunden Mühe das Tier ruhig zu halten. Dann tänzelte das schwarze Pferd unruhig unter kurzer Leine. Erst nachdem Tarra ihren Hengst beruhigt hatte, widmete sie sich Starold’s Ausführungen. Sie hörte schweigend, aber nachdenklich zu, während sie hin und wieder den Kopf wog. “Was du sagst klingt im ersten Moment doch recht eigenartig, wenn ich nicht selber dabei gewesen wäre, aber mal ehrlich..“ Sie seufzte und glitt gekonnt von ihrem Tier. Von unten, blickte sie zu Starold hinauf: “Ich kenne dich überhaupt nicht, wir haben uns ‚zufällig‘ auf dem Weg in zwei völlig unterschiedliche Richtungen kennengelernt und plötzlich scheint es, dass unser beider Schicksal miteinander verwoben ist. Findest du das nicht eigenartig?“ sie machte ein genervtes Gesicht und zuckte die schmalen Schultern. “Weißt du, ich habe keine Ahnung, warum du dieses Pech anziehst und das mit deiner Familie tut mir ja auch echt leid, das ist schon schlimm, aber um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht was ich hier mache?!“ Ihre Worte waren nicht aufgebracht, nicht zornig oder verwirrt; Tarra sprach sachlich und klar aus, was sich jeder wohl in dieser Situation gedacht hätte. Das Problem dabei war nur, dass Starold, wenn sich Tarra nun tatsächlich dazu entschließen sollte, von jetzt an getrennte Wege zu gehen, auf sich alleine gestellt war.

Wäre das denn ein solch großes Problem? Vermutlich im ersten Moment, denn immerhin gab sie ihm eine Anlaufstelle, einen Punkt in seinem Leben, der noch Bestand hatte. Doch hatte er Tarra vielleicht einfach, ohne groß darüber nachzudenken, in sein Leben mit einbezogen? Er wusste gar nicht, was die Rothaarige vorgehabt hatte, bevor sie sich begegneten. Offenbar war sie auf dem Weg nach ‚irgendwohin‘ und er hatte ihre Pläne womöglich gründlich durchkreuzt.
“Jedenfalls finde ich, dass das hier alles in eine ganz üble Richtung geht. Wie gesagt, ich kenne dich gar nicht aber wenn du mich fragst, ob du jemanden töten könntest dann.. „ sie musste kurz prusten, als sie sich ein Lachen verkniff “…ist die Antwort nein. Das kannst du nicht. Erstens bist du absolut nicht der Typ dazu, zweitens warst du in schlechter Verfassung und drittens … Sagen wir, du besitzt nicht die Voraussetzungen, um soetwas zu tun. Glaub mir.“ Ihr Gesicht wurde bei dem letzten Satz düster und Schatten stahlen sich auf das feingezeichnete Gesicht. Sie blickte kurz in die Ferne, der Wind erfasste ihren Schopf, der nun, da er nicht mehr unter einer Mütze versteckt war, unbändig auf ihren Rücken fiel und dachte für eine Sekunde im Stillen nach. “Deine Sachen habe ich nicht, selbst meinen Wagen musste ich zurücklassen. Wir haben lediglich das, was wir am Leib tragen und mein Pferd. Gib dich damit zufrieden.“ Offenbar missfiel ihr die Tatsache, dass auch sie ihre Habe verloren hatte. Doch davon mal ganz abgesehen, hatte sie Starold bisher nicht zum Teufel gejagt. Waren ihre Schicksale doch miteinander verbunden? Gab es etwas, was sie verband, was dazu führte, dass sie immer wieder in die Situation gerieten, den anderen nicht ziehen zu lassen? Seltsam war es schon und Starold hatte keine Ahnung, wer Tarra nun eigentlich war. Lediglich ihre Art und ihre Herkunft und selbst das war doch ungewiss! Ihre seltsame Anspielung auf einen Mord, lag den Verdacht nahe, dass sich das Mädchen damit auskannte. Ihre reife und zugleich abgebrühte Art ließen sie in einem unbestimmten Licht erscheinen und doch war ihre pure Anwesenheit dennoch ein kleiner Halt, nicht wahr?

Nachdem eine kleine Pause entstanden war, in der Tarra schweigend und mit düsterem Gesicht in die Ferne starrte und Starold weiterhin auf dem Pferd saß, wandte sich der rothaarige Schopf um und nickte kaum merklich. “Ich habe keine Ahnung wieso, aber gut. Ich helfe dir. Aber eines muss ich klarstellen: Erstens ist der Arzt einfach nur von mir geschmiert worden, aber er hat seinen Job nicht gemacht- von dem hol‘ ich mir als erstes mein Geld zurück, und zweitens ist das das letzte Mal, dass ich dir helfe, klar?! Ich kann nicht ewig wegbleiben.“ harsch und knapp wie schon bekannt, tat Tarra ihre Meinung kund und verriet gleichzeitig ein wichtiges Detail in Sachen „Wer ist Tarra?“: Wo konnte sie nicht ewig wegbleiben?
Das zweite war: Der Arzt fiel aus der Kategorie potentieller Helfer heraus und konnte zu suspekt eingeordnet werden, denn wenn er nur geschmiert war, dann lag auch hier der Verdacht nahe, dass er es sich einfach anders überlegt hatte und nicht versucht hatte, Arkadius zu überzeugen. Vielleicht haben sie sich auch vor der Tür einfach nur Witze erzählt, während Starold um sein Leben fürchtete.
“Ach und drittens:“ meldete sich Tarra wieder “Wir haben für die Nacht keine Bleibe, wir haben nichts zu essen, nichts zu trinken, keine Münzen und keinen Plan. Die Aussichten sich bescheiden und nein…. Ich habe nicht immer einen Plan in der Tasche. Überleg dir mal selber was, es ist schließlich dein Arsch, den wir hier retten, oder?!“ Offenbar hatte die Aufzählung ihrer miserablen Situation dazu geführt, dass Tarra in Rage geraten war. Jedenfalls machte sie dem Bild, welches Starold von ihr hatte, wiedermal alle Ehre. Missmutig starrte das Mädchen auf die endlose Weite Grandessas und schlang die Arme um den Körper. Es wurde langsam empfindlich kühl, denn Wolken zogen auf und verwehrten der Sonne den Zutritt zur Erde. Der Wind frischte auf und ließ das schwarze Band, welches Tarra sich ins Haar gebunden hatte, tanzen. “Bevor wir uns, um deinen entzückenden Hintern kümmern, müssen wir uns einen Plan schmieden und das geht nur, wenn wir nicht an Frostbeulen draufgehen.“ Bei allem, was Starold vielleicht nicht wusste über das rothaarige Mädchen aus Grandessa, welches er zufällig getroffen hatte, eines war doch sicher: Sie war erfrischend natürlich und ihre verbalen Ausrutscher teilweise auch amüsant. Und war ihr etwa etwas an seinem – wie sie es nannte – entzückenden Hintern aufgefallen, dass sie das erwähnte? Wer wusste schon, was in ihrem Oberstübchen vorging.

Tarra griff nach den Zügeln des Tieres und dabei fielen wieder mal die schwarzen Handschuhe auf. Schwarze Handschuhe… hatte der Mörder nicht auch solche getragen? Oder war das Einbildung?
Bevor Tarra das Tier führen konnte, bewegte sich plötzlich etwas in Starold’s Augenwinkel. Etwa die Scharen aus dem Dorf, die gekommen waren, sie zu lynchen? Betrachtete Starold das ganze genauer, konnte er erkennen, dass sich, nicht weit von ihnen bei einer lichten Baumreihe etwas raschelnd über den Boden bewegte. Es war klein und zog etwas langes, schweres hinter sich her. Und blitzte da nicht etwas Rotes auf? Wenn Starold dem nachging, würde er bei der Baumreihe eine mehr als ungewöhnliche Entdeckung machen: Etwas Kleines hüpfte zwischen den Bäumen umher, schien nach etwas zu suchen und schnüffelte mit der Nase. Im Zwielicht der Bäume, konnte der Andunier nicht richtig ausmachen, was es war, doch dass es nichts Alltägliches war, dessen konnte er sich sicher sein.
Als das kleine Ding Starold gewahr wurde, blieb es vor Schreck stehen, überlegte eine Sekunde, schlug einen Haken und war im hohen Gras an dieser Stelle verschwunden. Kurz war noch so etwas wie ein verschlagenes Lachen zu hören, als der ganze Zauber auch schon wieder vorbei war. Doch als das kleine Etwas verschwunden war, beschwerte ein neuerliches Gefühl die Füße des jungen Anduniers: Das kleine Kerlchen hatte einen teuren, pechschwarzen, Mantel dagelassen, der zudem eine Kapuze hatte du sicherlich in frostigen Nächten warm halten würde. Welch seltsame Begebenheit…

Tarra stand skeptisch bei ihrem Pferd und hob eine Augenbraue: “He! Wir sollten uns wirklich was überlegen, wo wir schlafen können! Hast du eine Idee, wo wir ein Lager aufschlagen können, wenn du da fertig bist?!“


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Starold Maleynn
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Starold Maleynn » Sonntag 22. Januar 2012, 23:44

Starold hörte sich Tarras Ausführungen gründlich an. Sie hatte absolut Recht. Und zwar mit allem, was sie sagte. Die beiden kannten sich nicht. Sie hatten sich zufällig getroffen. Möglicherweise war es auch Schicksal, darüber ließe sich sicherlich streiten. Was jedoch klar war, war die Tatsache, dass Starold die rothaarige Grandessanerin gehörig in die Bredouille gebracht hatte. Tarra hatte weit mehr für den Andunier getan, als es für Fremde eigentlich üblich war. Und nun forderte Starold insgeheim, dass sie ihm weiterhin behilflich war. Umso mehr erfreute es ihn, dass sie sich schließlich dazu durchgerungen hatte, ihn noch weiter zu unterstützen. Der Andunier war sich nicht sicher, was für ihn wertvoller war. Die eigentliche Hilfe der Grandessanerin, oder aber das Wissen, DASS jemand an seiner Seite stand. Er musste dem Übel nicht allein trotzen.

„Ich...“, stammelte er. „Ich überlege mir etwas.“ Tarra hatte Recht. Alles aufzulösen wäre ja gut und schön. Allerdings hatten sie momentan ein völlig anderes Problem: Es war eiskalt und sie hatten nichts zu essen. Nicht nur Starolds Hab und Gut befand sich nach wie vor Serna, auch Tarras Karren war noch immer dort. Natürlich hatte der Andunier gemerkt, dass Tarra in Rage geraten war. Und er verstand sie. Die Grandessanerin hatte wegen IHM ihre Habe zurücklassen müssen und es war mehr als ungewiss, ob sie es je wieder zurückerhalten würde.

Als Tarra nach den Zügeln des Pferdes griff um es zu führen, stachen Starold wieder die schwarzen Lederhandschuhe in die Augen. Sofort schoss ihm das Bild des Mörders in den Sinn, der auf ihn zugesprintet war und ihn niedergeschlagen hatte. Andererseits, rief er sich zur Besinnung, waren schwarze Handschuhe aus Leder keine Seltenheit. Dennoch... auch wenn sie ihm das Leben gerettet hatte. Irgendwie fand er Tarra nach wie vor eigenartig. Sie hatte den Scharfrichter ohne mit der Wimper zu zücken mit einem einzigen Wurfmesser getötet. Starold selbst wäre nie zu einer solchen Leistung imstande. Die Händlerin aus Grandessa offensichtlich schon.

Eine Bewegung, die Starold lediglich aus den Augenwinkeln ausgemacht hatte, riss ihn aus seinen Gedanken. Er erkannte, dass sich etwas Kleines am Saum eines nahen Wäldchens über den Boden bewegte und irgendetwas hinter sich herzog. Der Andunier hatte keine Ahnung, was hier vor sich ging. Wortlos marschierte der Andunier auf das kleine Etwas zu. Es sprang zwischen den Bäumen umher und schien nach etwas zu suchen. Worum es sich bei dem Wesen handelte, wusste Starold beim besten Willen nicht. Aber es wirkte auf skurrile Art und Weise wie... ein Mensch. Nur eben ein winzig kleiner. Möglicherweise eine Art Kobold, überlegte der Andunier und schritt weiter auf den Wicht zu. Als dieser jedoch den sich nähernden Starold entdeckte, blieb es für einen Augenblick starr stehen, schlug daraufhin einen Haken und verschwand im hohen Gras. Starold war beinahe enttäuscht. Der Wicht hatte ihn erheitert und abgelenkt. Und jemand in Starolds Lage, mit dieser bewegten Vergangenheit, war für jede Ablenkung dankbar. Der Andunier wollte sich soeben umdrehen, da bemerkte er zusätzliches Gewicht auf seinen Schuhen. Langsam blickte er nach unten und erkannte einen pechschwarzen Mantel mit Kapuze. Der Andunier hob das Stück auf und begutachtete es eingehend. Es sah wertvoll aus. Beinahe wie einer der Mäntel, die Starold damals, in Andunie, besessen hatte. Was aber wichtiger war als jeder Preis, war, dass der Mantel ihn bestimmt warm halten würde. Der Andunier lächelte. Vielleicht begann er endlich ein wenig Glück zu haben. Zuerst die Rettung vom Schafott, und nun der Mantel. Starold marschierte wieder zurück zu Tarra, die ihn fragte, ob er mittlerweile eine Idee hätte, wo die beiden schlafen könnten.

„Noch nicht“
, antwortete der Andunier mit heiterer Stimme und zog sich den Mantel an. Er passte ihm wie angegossen. Starold hatte wieder neuen Mut geschöpft. „Aber ich bin zuversichtlich, dass sich etwas finden lässt.“ Bestimmt würde sich im Wäldchen ein Jägerunterstand oder ein Hochsitz finden lassen, wenn man nur eingehend danach suchte. Dies wäre wohl ein geeigneter Platz für ein Lager. Mit etwas Glück ließen sich dort sogar Nahrung, Kleidung oder Waffen finden. Zumindest aber hätten die beiden ein Dach über dem Kopf. „Komm“, meinte er leichthin. Starold war immer noch euphorisch. Er sah seine rothaarige Retterin an. „Darf ich dir vorübergehend meinen Mantel anbieten?“, fragte der Patriziersohn. Nur weil sie hier in der Wildnis waren und ums pure Überleben kämpften, mussten doch nicht alle Manieren abgelegt werden. „Zuerst...“, wandte er sich an Tarra. „... suchen wir hier im Wald nach einem Unterschlupf. Es gibt bestimmt irgendwo einen Jägerunterstand, einen Hochsitz oder eine Art Hütte für Wanderer. Sollten wir bis dorthin irgendwie an Nahrung kommen, müssen wir unsere Chance nutzen. Ansonsten überlegen wir uns im Lager, wie wir an Essen und Trinken kommen. Und danach schmieden wir einen Plan zur Aufdeckung der Verschwörung.“ Starold lächelte Tarra an. Es war wohl das erste Mal, dass sie den jungen Andunier lächeln sah. Starold schloss die Augen. Möglicherweise konnte ihm die Runenmagie bei der Suche behilflich sein. Und falls sie ihm wieder ihre Unterstützung versagte, würden die beiden Menschen eben etwas länger brauchen oder sie könnten es sich auf einem der Bäume – mehr oder minder – bequem machen. Der Andunier konzentrierte sich vollends auf die Magie. Mit seinem rechten Zeigefinger zeichnete er einen geraden Strich von oben nach unten und anschließend einen an den Strich anschließenden Keil, der nach rechts wies. Während der Handbewegung murmelte er „Thurisaz“. Es handelte sich um eine Rune, die bei der Suche oder beim Begehren um Einlass verwendete wurde. Starold versprach sich daraus, einen etwaigen Unterschlupf etwas schneller und einfacher zu finden. Natürlich war ihm bewusst, dass die Magie möglicherweise gar nicht wirkte. Oder aber... anders als eigentlich beabsichtigt. So wartete Starold darauf, dass die Magie durch ihn floss. Er würde in wenigen Augenblicken losmarschieren. Ob mit oder ohne magischem Beistand.

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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 25. Januar 2012, 20:44

Mit fragenden Augen, wartete Tarra, bis Starold wieder bei ihr war. Als er den Mantel in den Händen hielt, zog sie die Stirn in Falten. “Woher hast du den denn?!“ Für sich wohl beschließend, dass die Frage mit einem Schulterzucken zu beantworten sei, tat sie dieses und führte dann das Pferd an. Als Starold wieder stehen blieb, wandte sie sich etwas schnaufend erneut um und klappte den geöffneten Mund wieder zu, als sie ihn dabei beobachtete, dass er Magie wirkte. “Sag bloß, du bist der Runen kundig?!“ fragte sie, als er sich zu ihr gesellte. Dieses Mal aber wollte sie ganz offensichtlich eine Antwort haben, denn sie wartete geduldig auf seine Erklärung. Währenddessen, führte die Rothaarige das Pferd weiter in Richtung kleines Wäldchen, das Starold erwähnt hatte und gab so ihr tonloses Einverständnis, seinem Plan zu folgen. “Du hast die Magie aber nicht bei mir angewandt oder?! Denn dann bin ich echt sauer!“ stellte sie klar und Starold sollte sich überlegen, ob er ihr reinen Wein einschenkte, oder es lieber dabei beließ, dass sie nichts wusste.

Während die beiden ihren Weg eher wahllos suchten, konnte Starold eine Veränderung an sich bemerken: Erst ganz schwach, kaum der Rede wert, schien er eine flüsternde Stimme wahrzunehmen. Vielleicht tat er dieses Geräusch in seinem Inneren, als Wind ab oder achtete gar nicht darauf, doch mit jedem Schritt, den er tat, wurde das Säuseln deutlicher. Erst ein Wispern, dann ein Flüstern und schließlich konnte er sogar Worte verstehen. Es war nicht klar zu definieren, ob die Stimme männlicher oder weiblicher Natur war, doch die Worte drangen sanft aber bestimmend in sein Innerstes. Es war nicht mal klar, ob diese Worte von außen kamen, oder ob er sie aus seinem Inneren vernahm. Am Anfang war sie sicher nicht ganz so leicht zu verstehen, denn mit jedem Wort, kam auch das Echo hinterher und erzeugte so einen bizarren Wiederhall. Doch bei all diesen Effekten, war das Stimmenwirrwarr nicht laut, sondern angenehm.
“Im Wald werdet ihr nichts finden… Geht nach Süden.. Ihr müsst den Süden aufsuchen.“ Immer wieder durchdrang die Stimme, Starold’s Innerstes und flüsterte ihm den Weg ein.
Angst brauchte der Andunier vor der Stimme nicht zu haben, sie war liebevoll und hatte hilfsbereite Absichten, die Starold eigenartiger Weise auch spüren konnte. War das die Magie? War das Thurisaz, die ihm half den Weg zu finden? Jede Rune wirkte anders und nicht immer zeigte sie sich auf diese Weise. Im Gegenteil, eigentlich war es stets mehr ein Gefühl. Dass sich Thurisaz nun so zeigte, konnte Starold mit Stolz erfüllen, denn er hatte die Rune sehr erfolgreich gewirkt und wurde nun mit einem ‚inneren Kompass‘ belohnt. Das war endlich mal etwas Positives, oder?

Doch der Weg, den Thurisaz aufzeigte, war ein langer und beschwerlicher. Von Serna bis Jorsa waren es alleine noch mal gut anderthalb Tage Fußmarsch. Von Jorsa bis Ganda ebenfalls noch mal anderthalb bis zwei Tage. Was sollten sie im Süden finden? Wieso gerade in diese Richtung? Wollte Starold nicht einen Plan schmieden, um sich von jeglicher Schuld rein zu waschen? Doch vielleicht war es falsch, sich ausgerechnet jetzt gegen den Fingerzeig der Rune zu stellen. Wer weiß, was sie im Süden zu erwarten hatten? Ohnehin hatte er vorgehabt nach Jorsa zu gelangen, um endlich wieder Kräfte zu sammeln. Vielleicht war das ihr Weg und vielleicht war dieser besser, als ein Unterschlupf im kargen Wäldchen. Viel Schutz konnte der ohnehin nicht bieten. Doch auch Jorsa barg Gefahren- jedenfalls für Tarra. Immerhin war sie Grandessanerin und wie jedes Kind in Celcia wusste, vertrugen sich Grandessa und Jorsan nicht im Geringsten. Würde Starold sie dieser potentiellen Gefahr aussetzen? Wollte er das riskieren, oder war die Frage eine ganz andere: Würde er Tarra’s Leben auf’s Spiel setzen, und der Rune vertrauen? Würde sie selber ihr Leben aufs Spiel setzen, um ihm zu helfen, seines wieder ins Lot zu bringen? Versprochen hatte sie es ja… Doch unter diesen Umständen? Auf der anderen Seite, hatte Tarra ihn bisher noch nicht im Stich gelassen und vielleicht würde sie ihm auch hierbei unterstützen. Es kam auf den Versuch an, oder?
Tarra bekam von alledem nichts mit. Sie marschierte weiter in Richtung Wäldchen und harrte noch immer der Antwort, die dort kommen mochte, bezüglich der Magie.
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Starold Maleynn
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Starold Maleynn » Dienstag 31. Januar 2012, 15:22

Starold überlegte, ob er seiner Gefährtin die Wahrheit über die Magie sagen sollte oder nicht. Er hatte die Grandessanerin zweifelsohne beeinflusst. Aber war es denn klug, die einzige Person, die noch hinter ihm stand, zu erzürnen? Es war wohl nicht einmal sonderlich klug gewesen, die Runenmagie überhaupt an Tarra anzuwenden. Doch sollte er sie im Unklaren lassen? Würde sie ihm überhaupt glauben? Andrerseits stand außer Zweifel, dass die Rothaarige mehr als nur verärgert wäre, würde er ihr reinen Wein einschenken. Starold kam zum Entschluss, dass diese Lüge für immer zwischen ihnen stehen sollte. Er würde ihr nichts davon sagen. Der Andunier konnte es nicht riskieren, seinen letzten Beistand zu verlieren. Es ging hier um nicht weniger als sein Leben. Ohne Tarra hätte Starold wohl nie die Möglichkeit, die ganze Geschichte aufzuklären.

Gerade als Starold Maleynn sich dazu entschlossen hatte, Tarras Frage zu verneinen und so zu tun, als hätte er sie nicht beeinflusst, wurde er sich einer ihm unbekannten Stimme gewahr. Er verstand zwar kein Wort von dem, was die Stimme zu sagen versuchte, aber er war sich sicher, eine zu hören. Allerdings erschien es ihm, als spreche die Stimme direkt in seinem Kopf. Als säße eine zweite Person in seinem Verstand und versuchte ihm etwas mitzuteilen. Aber das konnte doch nicht sein, oder? Der Andunier blickte sich um und sah in alle Richtungen. Niemand außer Tarra und ihm selbst waren in der Umgebung. Dennoch hörte er diese Stimme. Womöglich, schoss es Starold in den Kopf, eine Auswirkung von Thurisaz. Zwar hatte in all der Zeit, in der er sich mit der Runenmagie beschäftigt hatte, nie eine Rune zu ihm gesprochen, aber es gab doch immer ein erstes Mal. Also wäre es wohl klug auf die Stimme zu hören, überlegte sich der Andunier. Starold konzentrierte sich vollends auf die Stimme in seinem Kopf. Wäre er geistig dazu in der Lage gewesen, hätte er bemerkt, dass er absolut nichts anderes mehr wahrnahm. Nach einiger Zeit des gespannten Lauschens war es ihm, als würde er einzelne Wortfetzen verstehen. Nach und nach wurde die Stimme deutlicher und schließlich verstand er, was die Rune ihm sagen wollte: Tarra und er müssten nach Süden gehen, da sie im Wald nichts finden würden.

„Süden“, stammelte er und blieb stehen. „Warte, Tarra. Wir müssen nach Süden.“ Auf die Frage, warum sie ausgerechnet jetzt in den Süden marschieren sollten, wusste der Anduneir partout keine Antwort. Was gab es im Süden? Bis Jorsa waren es bestimmt anderthalb Tage Fußmarsch. Von dort mindestens gleich viel bis Ganda. Was gäbe es im Süden, dass den beiden Flüchtlingen helfen könnte? Ob die Stimme sie nach Jorsa zum König führen wollte? Oder womöglich ging es gar nicht nach Jorsa sondern es fand sich etwas auf dem Weg. Starold hatte keine Ahnung. Aber er war sich absolut sicher, gen Süden zu marschieren. Die Rune sprach zu ihm. Und er würde ihr lauschen. „Wir müssen den Süden aufsuchen“, wandte er sich erneut an Tarra. „Ich weiß nicht genau, was wir dort finden werden, aber… vertrau mir.“ Er blickte die Grandessanerin mit aufrichtigen Augen an. In diesem Moment wurde ihm bewusst, welcher Gefahr er seine Begleiterin aussetzen würde, würden die beiden nach Jorsa marschieren. Als Grandessanern war sie nicht nur unerwünscht in der Hauptstadt Jorsans, sie würde direkt in die Höhle des Löwen marschieren. Er setzte Tarras Leben für eine Stimme in seinem Kopf aufs Spiel. „Hör mir zu“, sprach er die Rothaarige an. „Die Runenmagie ist eine eigenwillige Sache. Sie offenbart sich nicht immer auf die gleiche Art und Weise. Die Auswirkungen der Magie sind im Vorhinein nicht abzuschätzen. Dieses Mal gab mir eine Rune einen Fingerzeig in Form einer Stimme in meinem Kopf. Ich weiß nicht, wohin genau wir müssen. Es könnte sein, dass mich die Rune nach Jorsa schickt. Du musst das nicht tun, Tarra. Du hast bereits ein Mal dein Leben für mich aufs Spiel gesetzt. Ich kann und werde nicht von dir verlangen, dass du dies ein weiteres Mal tust, indem du ich in die Hauptstadt deines Feindes begleitest. Vielleicht… wäre es besser für dich, wenn sich unsere Wege hier trennten.“ Starold sah betrübt zu Boden. Er wollte nicht dass sie ging. Er wollte Tarra um sich haben, sie an seiner Seite wissen. „Was nicht heißen soll, dass ich möchte, dass wir uns hier trennen. Du solltest nur bedenken, dass es womöglich das Beste für dich wäre.“ Auch wenn es um sein Leben ging, er durfte nicht das Leben einer Unschuldigen mit hineinziehen. Das wäre gegen alles, was ihm seine Eltern beigebracht hatten. Würde er weiter lügen, er wäre nicht anders als die vermaledeiten Piraten. „Es kann sein dass eine Rune, die ich angerufen hatte, als wir uns kennenlernten, dich etwas beeinflusst hat. Es tut mir Leid, aber es war keine Absicht“, gestand er seiner (Noch)Begleiterin und marschierte zielstrebig in Richtung Süden. Er war sich nicht sicher, ob Tarra ihm folgen würde. Um ehrlich zu sein, er vermutete dass sich in den nächsten Sekunden ein Dolch tief in seinen Rücken bohren würde. Aber zumindest war der Andunier erleichtert, endlich die Wahrheit gesagt zu haben.

Starold schloss die Augen und begann sich zu konzentrieren. „Führe mich, Thurisaz“, sprach er in Gedanken, öffnete die Augen und marschierte schnurstracks geradeaus, den schwarzen Mantel eng an sich gezogen.

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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Gestalt » Freitag 17. Februar 2012, 22:53

Tarra blieb abrupt stehen, als der Andunier sie zurückrief. Verwundert wandte sie sich zu ihm um und hob fragend die Hände. “Was?! Wieso?“ Während Starold versuchte, sich zu erklären, kam Tarra wieder zu ihm zurück und sah dann nachdenklich in die ungefähre Richtung, die sie vor sich hätten. “Man Liraz… weißt du eigentlich wie weit das ist?!“ sie seufzte leise und schüttelte dann kaum merklich den Kopf. “Warum sollen wir nach Süden gehen? Bist du dir sicher, dass deine Magie funktioniert?“ Doch so wie der Andunier sprach, kannte die junge Frau die Antwort darauf. Noch einmal wandte sie nachdenklich den Blick in die Richtung und schaute dann zum Himmel. Es war schön, doch unangenehm frisch und sie hatten nichts zu essen. “Na schön.“ meinte sie dann und zurrte ihren Reisenmantel etwas fester, um den schmalen Leib. Auf seine Warnung hin, hielt Tarra inne und für einen Moment, schien die Welt stehen zu bleiben. Sie schien tatsächlich für diesen Sekundenbruchteil darüber nachzudenken, was klüger wäre. Dann die Antwort: “Ich habe gesagt, dass ich dir helfe und dazu stehe ich. Und mal ganz ehrlich – Ich bin Grandessanerin. Es gibt schlimmeres, oder? Zumindest sagen das einige. Ausserdem ist das nicht mein Kampf. Wenn mir ein Jorsaner dumm kommt, dann kannst du ihn ja verzaubern, oder?“ sie zwinkerte ihm zu, doch ließ ihre Stimme keinen Zweifel daran, dass sie wohl wusste, dass es keine Rolle spielte, welche Stellung sie in dieser Fehde bezog. Grandessa und Jorsan waren verfeindet. Bis aufs Blut.
Glücklicherweise hatte Tarra das alles vor seinem Geständnis gesagt, denn als er mit der Sprache über den Anfang ihrer seltsamen Beziehung herausrückte, war sie schon etwas angesäuert. Doch seine Wortwahl, die das ganze abmilderte, schien eine besänftigende Wirkung zu haben, und so blieb es bei bösen Blicken. “Na gut, Liraz. Machen wir uns auf den Weg, aber ich warne dich: Ich will kein Gejammer hören, dass du Hunger hast, alles klar? Schließlich sitzen wir wegen dir in der Patsche!“ Es war wohl einfach Tarra’s Natur, zu sticheln und so die Kontrolle zu behalten.

Stundenlang ereignete sich gar nichts. Sie gingen nebeneinander her und Tarra sprach nicht viel, währenddessen. Sie schien in Gedanken beschäftigt zu sein und keine Lust auf Konversation zu haben. Sie waren etwa einen halben Tag lang marschiert, als die Dämmerung langsam einsetzte. Wolken hatten den Himmel schnell verdunkelt und bald war auch das Zwielicht einer Finsternis gewichen. Sie brauchten einen Rastplatz, soviel stand fest. Auf ihrem Weg durch die Ödnis kamen sie gelegentlich an kleineren Wäldchen vorbei und nicht weit vor ihnen, befand sich erneut einer. Er würde etwas Schutz bieten, hatte aber auch eine unangenehme Ausstrahlung. Vielleicht sollten sie dort ein Lager aufschlagen, um etwas Ruhe zu bekommen. Vor den Bewohnern des Dorfes Serna hatten sie hier nichts mehr zu befürchten und auch anderen Dörfern oder Siedlungen, waren sie bisher nicht mehr begegnet. Bis auf die Landschaft, befand sich anscheinend nichts in ihrer Nähe. Selbst das Meer war nur noch ein weit entferntes Rauschen.

Während sie sich dem Wäldchen immer mehr näherten, wanderten Tarra’s Blicke immer wieder zum Meer. Beinahe sehnsüchtig, schien sie zu schauen und sie schien sich nicht richtig wohl in ihrer Haut zu fühlen. Als das Wäldchen ungefähr auf ihrer Höhe war, blickte die Rothaarige zu Starold “Willst du Rast machen, oder lieber die Nacht durchgehen? Ich überlasse es dir, es sind schließlich deine Stimmen.“ den letzten Satz fügte sie mit einem kecken Lächeln hinzu. Was sie jedoch nicht wusste war, das die Rune seit Starold's Entscheidung, nach Süden zu gehen, nicht mehr zu ihm gesprochen hatte. Waren sie also auf dem richtigen Weg? Oder wirkte die Magie nicht mehr? Spürt Starold, ob Thurisaz noch bei ihm ist?
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Erzähler » Sonntag 29. April 2018, 17:12

Grimm kommt von: Tief in den Eingeweiden

Grimm war so weit gerannt wie seine Beine ihn trugen. Die Beine eines gewöhnlichen Menschen hätten vermutlich schon viel viel früher ihren Dienst verweigert doch die Beine eines Wolfs hybriden waren Stark und der Instinkt des Tieres war es um so mehr. So wurde er von Angst und Schuld durch die Natur getrieben bis ein Sturz seinen lauf stoppte und sein Geist durch den Aufprall zum erliegen kam.

Als Grimm erwachte dämmerte bereits der Morgen. Durch die Baumkronen hindurch sah er den immer heller werdenden Himmel und es schien ein Sonniger Tag zu werden.
Er versuchte sich aufzurichten und Spürte einen stechenden Schmerz in seinem rechtem Arm,... bei den Bewegungen merkte er das sein Rücken brannte, er war blutig und aufgeschürft. Er sah sich um, nach oben.
Eine hohe wenn auch nicht zu Steile Böschung lag vor ihm. Er war gerannt...und hat dabei nicht gesehen das er auf diese Böschung zugelaufen war.
Grimm rieb sich den Hinterkopf und spürte das er auch dort eine mit Blut verkrustete Wunde hatte.
Er hatte Glück im Unglück gehabt, die Böschung war seicht abfallen so das der Sturz nur kurz war und er eher über den Boden gerutscht ist. Dabei muss er sich den Arm geprellt und den Kopf an einem Stein aufgeschlagen haben. Den Rest des Weges bis er zum liegen kam musste er wohl auf seinem Rücken gerutscht sein......
Es hätte schlimmer kommen können.......?

Aber wo war er nur? Wie weit war er gerannt....? und wo sollte er nun hin?
Die Kleidung die er von Juna bekommen hatte war zerrissen, aber die Fetzen waren besser als nichts und hielten immerhin noch notdürftig an seinem knochigen Leib.

Nicht weit von ihm raschelte es,.... eine Junge Elfe mit weiß blondem Haar und strahlend grünen Augen sah Grimm aus einem Busch heraus an. Ihre Kleidung verschwand fast schon in den Farben ihrer Umgebung, hinter hier war ein zweiter Elf, kaum zu sehen, seine Erscheinung verschmolz noch intensiver mit dem Wald.

Die junge Elfe ging zwei schritte auf Grimm zu und hockte sich auf dem Boden um ihm besser in die Augen sehen zu können und ihm keine Angst einzujagen. Der andere Elf blieb mit etwas Abstand stehen. Sie sah Grimm an und lächelte.

„Hey, kann ich dir helfen,...du scheinst hier runter gefallen zu sein...wir sind durch Zufall durch diesen Wald gekommen und wollen bald weiter gehen. Ich heiße Melina Nordlicht und hinter mir, das ist mein Vater Kasin Nordlicht.“

Jetzt sah Grimm auch das der Männlich Elf etwas reifer war und einen Bogen über seiner Schulter trug. Beide hatten einiges an Taschen und Waffen bei sich und waren wohl schon länger unterwegs gewesen.

Sie sah zu ihrem Vater....:
„Er ist ein Hybrid,....Wolf wenn ich mich nicht täusche..?“
Kasin nickte stumm....
Melina sah Grimm wieder mit etwas Abstand freundlich an. Sie spürte das dieses Wesen verängstigt war, und man musste kein Hellseher sein um zu erkennen das Grimm schon einiges durchgemacht hatte.
Sie griff in ihre Tasche und zog die Hand vorsichtig heraus, darin hielt sie einen Apfel der köstlich rot leuchtete.
„Hier, du hast doch sicher einen riesigen Hunger?“

Melinas Vater Kasin schien ununterbrochen die Umgebung zu beobachtet. Seine Sinne waren geschärft, Grimm sah wie die Augen und Ihren des Elfen immer wieder sämtliche Richtungen nach Potentiellen Gefahren absuchten. Er blieb aber ruhig, also schien in der Umgebung keine weiteren Humanoiden Wesen zu sein.

Melina hätte Grimm gerne noch mehr gefragt aber sie wollte ihn nicht überfordern und wartete erst einmal auf seine Reaktion.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Grimm » Dienstag 29. Mai 2018, 22:03

Grimm rannte. Er rannte und rannte und rannte. Schreie hallten in seinem Kopf. Junas Schreie. Der Wahnsinn peitschte den Jungen durch die Wälder. Seine Füße begannen zu bluten. Äste reißten seine Arme auf, wenn er sich durch sie stürzte. Er rannte weiter.

Schmerz puckerte durch seinen Körper. Seine Brust brannte. Schaum sprühten von seinen Lippen. Er rannte weiter.

Das Biest heulte. Der Junge weinte. Tränen fließen über seine Wangen. Er rannte weiter.

Seine Beine verfingen sich. Ein Abgrund tat sich auf. Grimm fiel eine Böschung hinab. Sein Kopf schlug auf einen Stein. Schmerz blitzte hell auf und dann sackte er ab in die Dunkelheit. Er rannte nicht mehr...

...

"Mörder!", schrie Thrandil. Seine Kehle war aufgerissen und Blut spritzte aus dem Loch wenn er sprach. Sein Grinsen war rot und sein Messer stach auf Grimm ein.

"Mörder!", heulte Juna. Ihre Augen brannten vor Wahnsinn und ihre Zähne kauten Fleisch. Grimms Fleisch.

"Mörder...", sagte seine Mutter. Ihr blondes, langes Haar legte sich um Grimms Kehle und schnürte ihm die Luft ab.

Ayla stand vor ihm, ihr Gesicht eine Ruine. Die Nase eingeschlagen, die Augen zerrissen und die Haut aufgeschnitten von unzähligen Peitschenhieben. Ihre blutigen Finger reckten sich Grimms Augen entgegen. "...Monster..."

Dann drückte sie zu.


...

Grimm schlug die Augen auf. Sein Kopf puckerte. Er schmeckte Blut auf seinen Lippen. Er war wach. Dumpf starrten seine Augen in den Himmel. Durch die Baumkronen konnte er den Himmel sehen. Die Sonne ging auf, es war Morgen. Er hatte die Nacht durchgeschlafen. Alles tat weh, dennoch wollte er nicht aufstehen. Er wollte liegen bleiben. Er wollte warten.
Warten auf den Tod.

Etwas raschelte zu seiner Linken. Er drehte den Kopf und sah eine Person.

Sofort war Grimm auf den Beinen! Mit einem verängstigten Fiepen schoss in die Höhe. Ein Fehler. Sein Kopf drehte sich und der Schwindel ließ ihn unelegant auf den Hintern fallen. Seine Sicht verschwamm und er brauchte mehrere Sekunden bevor er wieder einigermaßen sehen konnte.
Als er wieder aufblickte, sah er dass die Personen - es waren zwei - sich nicht gerührt hatten. Kein Schrei, kein Angriff. Sie schienen ihn zu beobachten, aber sie waren nicht verängstigt. Im Gegensatz zu Grimm, der nun in der Hocke war, die Hände auf den Boden, bereit jeden Moment wegzulaufen. Er zitterte.

Die Elfe trat vorsichtig vor. Grimm wich sofort zurück, instinktiv ein warnendes Knurren in der Kehle. Das Tier übernahm das Ruder in ihm. Der Junge war still und tief versteckt.
Grüne Augen blickten in seine. Weißblondes Haar wiegte im Wind. Ein scheues Lächeln auf den Lippen. „Hey, kann ich dir helfen,...du scheinst hier runter gefallen zu sein...wir sind durch Zufall durch diesen Wald gekommen und wollen bald weiter gehen. Ich heiße Melina Nordlicht und hinter mir, das ist mein Vater Kasin Nordlicht.“

Grimm Augen huschten rüber zum Mann. Er war älter, reifer. Er hatte einen Bogen in der Hand. Ein Jäger. Seine Tochter sagte etwas zu ihm. Er nickte, ließ Grimm nicht aus den Augen. Oder irgendetwas anderes.

Die Elfe griff in ihre Tasche und holte einen Apfel hervor. „Hier, du hast doch sicher einen riesigen Hunger?“

Grimm wich wieder zurück, hinter einen Baum diesmal. Er konnte nicht trauen. Es war eine Falle! Eine Falle! Sie würden ihn gefangen nehmen. Sie würden ihm wehtun! Er wusste es, nein, spürte es. Er knurrte wieder, mehr aus Furcht als aus irgendwas anderes. Es war nicht mal ein Wort dahinter. Der Hybrid hatte jegliche Sprache verloren.

Für eine Weile war es still...

Dann ertönte ein lauteres Knurren hinter dem Baum. Nicht aus Grimms Kehle, sondern weiter unten. Sein Magen. Hunger machte sich bemerkbar und verlangte Aufmerksamkeit.
Grimm schüttelte den Kopf. Nein, es war eine Falle! Sie würden ihm wehtun! Doch sein Magen krümmte sich zusammen. Hungerschmerz stach nun auf den Hybriden ein.

Grimm schaute scheu hinterm Baum hervor. Die Elfe hockte immer noch da mit dem Apfel. Mit dem roten, saftigen Apfel...

Langsam kroch Grimm nach vorne, auf allen Vieren. Seine Augen starten dabei die beiden Elfen unabwegt an, wartend auf eine plötzliche Bewegung. Er hob eine klauenbewehrte Hand. Streckte sie aus. Dann griff er zu, schappte sich den Apfel und flüchtete wieder nach hinten.

Reißzähne versenkten sich in saftiges, süßes Obstfleisch und mit lautem Schmatzen verschlang Grimm den Apfel. In seiner Hast verschluckte er sich soagr fast und musste laut husten, bevor er weiter aß. Sogar das Gehäuse und die Kerne schluckter runter, so hungrig war er.

Nachdem er fertig war, starrte er wieder auf die beiden Elfen. Knurren tat er nicht mehr und seine Ohren waren aufrecht, aufmerksam. Sein Gesicht immer noch eine Maske und seine grauen Augen dumpf.

Er wartete...

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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Erzähler » Sonntag 24. Juni 2018, 15:59

Melina sah und spürte die Angst in dem jungen Hybriden der vor ihr, hinter einem Baum kauerte. Sein Blick war voller Panik, nur von Instinkten getrieben, aber sie wusste das Hunger ein großer Instinkt war und hoffte das der Hybrid seinem Hungergefühl nachgeben würde.

Als er hinter dem Baum hervorsprang, sich hastig mit seinen Klauen den Apfel schnappte und gleich wieder hinter dem Baum verschwand erschrak Melina doch für einen Augenblick aber Kasin blieb ganz ruhig, er hatte ein gutes Gespür für Gefahr und der Hybrid war mehr als angeschlagen, so lange sie ihm keinen Grund gaben zum angriff würde er sie auch nicht angreifen.

Melina lächelte zufrieden als Grimm den Apfel aß.

„wie ist dein Name?“
„Wenn du möchtest kannst du uns eine Weile begleiten, wenn du bei uns bist kann dir nichts passieren und du kannst dich ein wenig erholen.“


Melina sah den Hybriden lächelnd an und wartete darauf ob er ihr antwortete. Dabei hockte sie im Laub der Bäume und stützte ihr Gesicht auf ihren Händen ab. Ein kleiner Eichkater kam vom Baum herunter, kletterte über ihren Rücken, auf Melinas Kopf, dann auf ihre Schulter bis in die Tasche ihrer Weste. Sie blieb ganz ruhig und der kleine Eichkater wühlte in der Tasche herum bis er eine Nuss gefunden hatte und mit dieser seinen Kopf wieder aus der Tasche hervorsteckte.
Er fiepte Melina an und sie lächelte ihm zu.
„Du kannst die Nuss gerne haben...“


Nach einer Weile ging Kasin einige Schritte nach rechts und sah Melina an.
„Melina wir müssen weiter gehen.“
Dann sah er den Hybriden an.
„Du kannst uns gerne folgen, wir werden in ein paar Stunden ein Nachtlager aufschlagen, wenn du möchtest versorgen wir dich mit dem was wir haben und begleiten dich bis zu einem sicherem Ort, es ist deine Endscheidung.“
Er sprach ganz neutral mit Grimm, er würde Grimm helfen wenn Grimm es wollte, aber er drängte Grimm auch zu nichts, so ging er langsam weiter.
Melina sah ihren Vater an, stand langsam auf lächelte Grimm zu und folgte ihrem Vater.

Sie gingen eine ganze weile durch den Wald, Melina pflückte bei jeder Gelegenheit Nüsse, Beeren und Kräuter die sie fand und verstaute sie in einer großen Tasche die sie trug.
Der Tag verstrich in einer ungewöhnlichen Ruhe, Grimm folgte ihnen, er war sich zwar nicht sicher ob es eine gute Idee wäre, aber er hatte gerade auch keine andere, also beobachte er die beiden. Unter dem Blätterdach der Bäume war es angenehm kühl und ruhig. Nur die Vögel und ab und zu ein Rascheln von einem Fuchs, oder einem Dachs war zu hören.

Grimms Kopf schmerzte immer noch, die Wunde am Kopf und auch sein Rücken juckten ein wenig, es schien zu heilen wenn auch nur langsam. Sein Arm schmerzte immer noch, lies sich aber bewegen und der Apfel hatte seinen Magen nur für eine kurze Weile beruhigt, er hatte Hunger, Durst und sein Körper schrie nach einer Pause, doch der Hunger trieb ihn weiter....

Am frühen Nachmittag erreichten sie einen kleinen See im Wald, aus der Ferne sah Melina eine Herde Rehe dort trinken. Sie und ihr Vater versteckten sich weit genug entfernt in einem Busch und beobachteten die Situation, beide wirkten angespannt.
Das Wasser des Sees funkelte verlockend, bei Grimm meldete sich der Durst nun um so mehr, nicht mal mehr die Spucke konnte ihm im Mund richtig zusammen laufen so durstig war er, doch warum gingen Melina und Kasin nicht zum See.....?

Eine ganze weile passierte nichts, doch dann sah auch Grimm warum die beiden warteten. Ein Rudel Wölfe pirschte sich an die Herde. Als sie losrannten und ihr Geheul erklang trennten sie rasch eines der älteren Tiere von der Herde und erlegten es erfolgreich.

Gemeinsam fraß das Rudel sich Satt und nach einer Weile verschwand das Rudel wieder.
Als Melina und Kasin sicher waren das dass Rudel fort war gingen sie zu den Überresten des Rehs und Melina sprach ein paar Worte die Grimm nicht verstand, aber es klang traurig.
„Möge deine Geist in Frieden ruhen, dein Leben hat das Leben anderer gerettet.“

Dann füllten Kasin und Melina ihre Wasserflaschen auf und begannen ein Nachtlager zu errichten.
Melina sammelte Blätter und errichtete einen Kreis aus Steinen in dem sie feine Äste und trockenes Laub legte. Kasin machte einen kleinen Streifzug durch die nähere Umgebung und kam mit einigen größeren Äste zurück die er in dem Steinkreis auftürmte.
In der Zwischenzeit hatte Melina sich eine selbst gebaute Angel geschnappt und sahs am See.

„UH Vater, ich habe einen....“

Sie Stand auf und zog an der Angel, ein großer Fisch hatte angebissen, Kasin Half seiner Tochter den Fisch aus dem Wasser zu ziehen und gab ihm einen schnellen schlag auf den Kopf.
Sie bereiteten den Fisch zu, Kasin entfachte ein kleines Feuer und der Fisch ging aufgespießt auf einem Ast über den Feuer....
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Erzähler » Samstag 4. April 2020, 13:27

(Sophia kommt von: Kontrolle!)

Sophia öffnete die Augen weiter und sah sich um. Die Hütte war einfach und aus groben Stämmen und Ästen zusammengezimmert, genauso wie das Bett. Die Ritzen waren mit Lehm und Stroh verstopft, aber eben nicht so dich, dass sie den kühlen Wind ganz draußen halten konnten. Außer der Schlafstatt gab es noch ein paar Körbe mit Deckeln die vermutlich Kleidung enthielten. Wirklich alles schien irgendwie aus Binsen, Weiden oder großen Ästen gemacht worden zu sein und manche Stellen wirkten älter als andere, als ob hier jemand regelmäßig ausbesserte. Sophia tastete vorsichtig nach ihrem Kopf. Sofort bemerkte sie, dass ihr Stirn verbunden war und es roch nach starken Kräutern. Die offensichtlichen Blessuren ihres Körpers waren behandelt worden. Sie trug andere Kleidungstücke, ein viel zu großes Hemd aus Wolle, das leicht kratzte, das vermutlich einem Mann gehörte, sonst war sie nackt. Sie sah gegenüber ihrer Pritsche eine weitere aufrecht an der Wand lehnen. Das Fell hatte man zum Lüften darüber gehängt. Unter der Decke hingen Bögen und an den Wänden Köcher mit Pfeilen, Körbe mit Federn und an einer Wand stand ein Hocker so, dass er gut zu der Ausbuchtung an der Wand passte, wo auch ein Schnitzmesser und ein paar unfertige Pfeile lagen. Ihr Blick schweifte weiter und neben der Pritsche standen Krug und Becher mit dem so sehr ersehnten Nass!

Wasser!

Sophia nahm den Becher. Es roch neutral, also tank sie. Nach dem ersten Schluck musste sie zwangsläufig husten, was wohl jemand hörte, denn sofort kamen Schritte näher. Die aus Weiden geflochtene Tür wurde leicht angehoben und schwang auf. Eine ältere Frau, so in den 40igern trat ein und lächelte Sophia entgegen:
„Trink langsam! … Na da hat aber jemand lange geschlafen!“
Sie hatte schon erste weiße Strähnen in ihrem blonden Haar und einige tief eingegrabene Lachfalten um die Augen. Der Teint war von Wind und Wetter gegerbt und vermutlich war sie doch ein wenig jünger, als der erste Eindruck es wirken hinterließ. Ihre Hände waren schwielig und schmutzig und die Kleidung äußerst einfach aus Stoffresten zusammen genäht.
„Ich grüße dich, meine Kleine. Ich bin Violetta. Wie darf ich dich nennen?“
Bevor Sophia antworten konnte, kam die Frau näher, zog sich den Hocker heran und schenkte ihr Wasser nach.
„Er hat gesagt, du würdest sicher fragen, wie du hergekommen seist, wenn du aufwachst und ich soll dir sagen: Ich rezitiere: Er hat gesehen, wie du am Brunnen umgefallen bist. Er hat dich zu mir gebracht und du sollst nicht nach seinem Namen fragen, denn den hat er mir auch nicht genannt. Er hat mir einen stattliches Sümmchen gezahlt, damit ich dich gesund pflege und für die Unannehmlichkeiten. Pedro ist grad zum Markt und holt uns etwas Brot und Butter, von dem Geld. Ach ja, Pedro ist mein Sohn. Er...“
Sie zeigte munter weiter plaudernd auf die Bögen und das Handwerkszeug.
„... ist begabt mit den Händen und der Herr, der dich brachte kauft ab und an seine Pfeile bei uns. Als ich fragte, was mit dir passiert sei, meinte er, du sahst etwas gehetzt aus und ich müsse DICH das wohl fragen. Ich hoffe, du erzählst es mir!?! Er meinte, er kommt in zwei Tagen wieder um nach dir zu sehen und erwartet von mir, dass du dann noch hier bist. Dann bekomme ich noch ein extra Sümmchen, was ich wirklich gut gebrauchen könnte!“
Das Gerede brachte vielleicht die Frage nach dem „Wo war eigentlich hier?“ auf. Aber auch die wurde prompt durch die schwatzhafte ältere Frau beantwortet:
„Pedro müsste in ungefähr einer Stunde wieder da sein. So lange ist er schon weg, und so lange brauch er zurück wenn ihn nichts in der Stadt aufhält.“
Also waren sie eine Stunde von der Stadt zu Fuß entfernt, konnte Sophia annehmen. Die Einfachheit der Hütte und das Gehölz sprach für Waldnähe und der kurze Blick nach draußen als Violetta eingetreten war, hatte auch vor allem Bäume gezeigt.
„Kurz gesagt...“
Nein, dass konnte sie gewiss nicht... also etwas in aller Kürze sagen:
„... Du bist die nächsten zwei Tage erst einmal mein Gast. Du brauchst dir keine Sorgen machen wegen der Wunde an deinem Kopf. Sie ist sauber und nur ganz leicht entzündet. Hast du sonst noch wo Schmerzen? Ich bin keine von diesen Heilmagiekundigen, aber ich weis mit Kräutern umzugehen. Du bist hier bei uns bestens aufgehoben. Bleib einfach noch ein bisschen liegen, schlaf dich aus und ...ähm... fals dich jemand sucht, der kann dich hier nicht finden.“
Sie lächelte Sophia verschwörerisch an und fragte dann noch einmal:
„Und? Wie soll ich dich nun nennen?“
Ihre bauen Augen glitzerten freundlich und irgendetwas in Sophia wusste einfach, ab dem Moment, da sie am Brunnen zusammen gebrochen war, jetzt konnte es ja eigentlich nur bergauf gehen. Und der Anfang war wohl gemacht:

Dank eines unbekannten Fremden.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Sophia » Samstag 4. April 2020, 20:37

Sophia war ein wenig verwirrt und definitiv von der Situation überrumpelt.
Sie wollte mehrfach ansetzen doch unterbrach sich selbst und saß erstmal nur da, den Becher in der Hand.
Die frau schien nett zu sein, auch wenn sie es für das Geld tat was ihr versprochen wurde, dennoch war sie bereit Violetta zu Vertrauen, zumindest ein wenig.
„Also… ich…“
Sophia unterbrach sich ihre Kehle war noch rau also nahm sie erst noch einen weiteren Schluck Wasser.
„Ich bin So…“ Sophia räusperte sich, vertrauen war gut, aber vielleicht sollte sie doch nicht ihren echten Namen sagen. „Sora… Sie können mich Sora nennen.“
Sophia tastete sich kurz ab um die zweite Frage Violettas zu beantworten.
„Schmerzen habe ich keine… außer meinem Kopf. Um auf das zu kommen was mir wieder fahren ist, ähm ich weiß nicht recht wo ich anfangen soll.“
Sophia kratzte sich am Kopf und zog ihre Füße unter sich um auf den Knien zu sitzen.
„Also aus… ein paar privaten Problemen… war ich gezwungen auf der Straße zu schlafen, eigentlich wollte ich am nächsten Tag die Stadt verlassen. Mein eigenes Leben leben, Startkapital hatte ich auch, oder zumindest etwas aus dem ich ein wenig Geld hätte machen können.
Leider kam es anders ich wurde überrascht von zwei Jungen die sich selbst Ratte und Wiesel nannten und einem Mädchen namens Zecke.“
Sophia schüttelte den Kopf und sah hinunter.
„Als ich weglaufen wollte bekam ich einen Knüppel über gezogen und wachte in einem Unterirdischen Gewölbe auf, gefesselt und dem Andenken hier.“
Dabei deutete sie auf ihre Schläfe.
„Ich hatte unglaublichen Durst und mein Kopf pochte als würde eine ganze Herde Pferde in ihm Galoppieren.“
Sophia seufzte und lächelte ein wenig verlegen ehe sie weiter erzählte.
Das Mädchen bewachte mich. Mit meinem… Armband, das ich eigentlich verkaufen wollte, überzeugte ich sie mich raus zubringen, so konnte ich entkommen.
Der Mann den sie erwähnten, er warf mir eine Münze zu, doch so ein Schmierlappen tat so als wäre er mein Vater.“
Sophias Gesicht wurde ein wenig finsterer.
„Ich habe ihm eine Verpasst, ihn angeschrien und bin losgestapft… am Brunnen dann versuchte ich an Wasser zu kommen doch meine Kräfte verließen mich… keine Ahnung ich weiß nicht mal wie viele Tage seit meinem Aufbruch vergangen sind.“
Sophia war weitest gehend ehrlich versuchte aber nicht zu viele Informationen durchsickern zu lassen ehe sie sich wirklich sicher war hier sicher zu sein.

Nach ihrer Erzählung sah sie sich nochmal in der Hütte um, sie erinnerte sich kaum noch doch fühlte sie sich heimisch. Mit ihrer Mutter hatte sie in einer ähnlichen Hütte gelebt. Schemenhafte Bilder kamen ihr in Gedanken und sie musste leicht Schmunzeln.
„Also, ähm Danke.“
Sagte Sophia und deutete auf den Becher und ihren Kopf.
„Das hätte ich vielleicht als erstes tun sollen. Tut mir leid, ich war nicht ganz da…“
Es war Sophia ein wenig peinlich das sie nicht sofort daran gedacht hatte, es hätte sich gehört sich gleich zu bedanken.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 9. April 2020, 09:04

„Also… ich…Ich bin So…“
Sophia räusperte sich, vertrauen war gut, aber vielleicht sollte sie doch nicht ihren echten Namen sagen.
„Sora… Sie können mich Sora nennen.“
Sophia tastete sich kurz ab um die zweite Frage Violettas zu beantworten.
„Schmerzen habe ich keine… außer meinem Kopf. Um auf das zu kommen was mir wieder fahren ist, ähm ich weiß nicht recht wo ich anfangen soll.“
Das mit den Schmerzen stimmte nicht ganz, denn sie war von einem Dach geworfen worden und ihre Schulter und Hüfte waren unter der Kleidung sicher grün und blau. Aber sie konnte sie bewegen und die Schmerzen waren ertragbar. Die ältere Frau hätte sich sicher nur noch mehr um sie bemüht und sie bestimmt ausgezogen, wenn die es gewusst hätte, also war es für Sophias Schamgefühl wohl auch angenehmer, diese kleineren Beulen zu verschweigen. Sie erzählte lieber weiter:
„Also aus… ein paar privaten Problemen… war ich gezwungen auf der Straße zu schlafen, eigentlich wollte ich am nächsten Tag die Stadt verlassen. Mein eigenes Leben leben, Startkapital hatte ich auch, oder zumindest etwas aus dem ich ein wenig Geld hätte machen können.
Leider kam es anders ich wurde überrascht von zwei Jungen die sich selbst Ratte und Wiesel nannten und einem Mädchen namens Zecke.“

Sophia schüttelte den Kopf und sah hinunter.
„Als ich weglaufen wollte bekam ich einen Knüppel über gezogen und wachte in einem unterirdischen Gewölbe auf, gefesselt und dem Andenken hier.“
Dabei deutete sie auf ihre Schläfe.
„Ich hatte unglaublichen Durst und mein Kopf pochte als würde eine ganze Herde Pferde in ihm galoppieren... Das Mädchen bewachte mich. Mit meinem Armband, das ich eigentlich verkaufen wollte, überzeugte ich sie mich raus zubringen, so konnte ich entkommen. Der Mann den sie erwähnten, er warf mir eine Münze zu, doch so ein Schmierlappen tat so als wäre er mein Vater.“
Sophias Gesicht wurde ein wenig finsterer.
„Ich habe ihm eine verpasst, ihn angeschrien und bin los gestapft. Am Brunnen dann versuchte ich an Wasser zu kommen doch meine Kräfte verließen mich. Keine Ahnung ich weiß nicht mal wie viele Tage seit meinem Aufbruch vergangen sind.“
„Das kann ich dir wohl leider auch nicht beantworten. Hier bei mir bist du seit gestern. Hast also fast einen ganzen Tag verschlafen.“
Violetta stand auf und schenkte dem Mädchen Wasser nach.
„Also, ähm Danke.“
, sagte Sophia und deutete auf den Becher und ihren Kopf.
„Das hätte ich vielleicht als erstes tun sollen. Tut mir leid, ich war nicht ganz da…“
Es war Sophia ein wenig peinlich das sie nicht sofort daran gedacht hatte, es hätte sich gehört sich gleich zu bedanken. Violetta nickte nur freundlich lächelnd und winkte ab. Sie wirkte plötzlich etwas traurig und sagte:
„... Es gibt immer wieder Kinder, die durch widrige Umstände in Schwierigkeiten geraten. Manchmal haben sie Glück und geraten an eine helfende Seele... manchmal auch nicht.“
Trauer durchzog ihren Blick wie dunkle Nebelschwaden und sie wandte sich ab, wischte sich einmal schnell durchs Gesicht und lächelte dann wieder.
„Ich werd uns dann mal was zu essen machen. Ich hoffe, du hast Hunger. Es gibt Eintopf.“
Damit nahm sie sich einen Kessel und verließ sie die kleine Einraumhütte. Die Tür zeigte beim kurzen Blick nach draußen wieder einen Waldrand. Dann hörte man sie draußen summen und werkeln. Die Wände waren so dünn, dass Violetta Sophia wahrscheinlich genauso gut hören konnte. Sophia selbst fühlte sich, als wäre sie unter einen Wagen geraten. Sie hatte wohl lange gelegen, geschlafen, aber fühlte sich vielleicht auch mit deswegen angeschlagen und kaputt. Noch ein bisschen herum zu liegen und sich bedienen zu lassen war verlockend. Oder sie ging nach draußen und bot Violetta ihre Hilfe an. Beides war eine gute Option. Eine würde ihre Blessuren schneller heilen lassen, die andere vielleicht sie länger an diesen Ort binden, aber dafür mehr Informationen her geben.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Sophia » Donnerstag 9. April 2020, 10:07

Sophia nahm noch einen Schluck aus dem Becher ehe sie ihn beiseite stellte. Vorsichtig stand sie auf, sie hatte ja Violetta gesagt sie hätte nichts weiter und sie wollte nicht den Eindruck vermitteln das es nicht stimmte.
Nach ein paar wackligen schritten, straffte sie ihren Rücken und schaffte es normal zu gehen, also verließ sie die Hütte und sah nach Violetta, ehe sie an sie heran trat.
„Also, ich glaube ich habe erstmal genug geschlafen, kann ich irgendwie helfen?“
Fragte sie und lächelte freundlich.
Kochen konnte sie, schließlich hatte sie früh begonnen dem Personal zu helfen, anfangs gezwungener maßen später dann aber mit Freude.
Sophia ergriff ein Messer, das auf dem Schneidebrett lag, während Violetta mit dem Kessel zugange war und begann das Gemüse zu schneiden.
Sie entfernte Schale und Dunkle Stellen und schnitt sie in gleichgroße Würfel.

„Also… Violetta, können sie mir noch mehr über den Mann sagen der mich hergebracht hat? Sie sagten zwar sie kennen seinen Namen nicht, aber gibt es noch etwas was sie mir über ihn sagen könnten.
Ich meine, schließlich hat er mir geholfen, obwohl ich… naja einfach nur ein Mädchen bin. Kennen sie vielleicht seine Beweggründe oder ob er sowas öfter macht?“
Sophia wollte verstehen warum er ihr geholfen hatte. Die meisten Menschen die sie kennengelernt hatte, es waren nicht viele, waren nur auf ihren eigenen Vorteil aus. Was also versprach sich der Mann davon ihr zu helfen.
Sie hatte nichts von Wert, zumindest nicht mehr, war verdreckt und Blutverschmiert gewesen und hatte keine offensichtlichen Vorzüge.

Während sie in Gedanken versank und auf eine Antwort von Violetta wartete schweifte ihr Geist ab und sie versuchte Tiere aufzuspüren, Sophia tat dies ständig, sie fühlte sich wohler wenn Tiere in der Nähe waren.
Ihre Emotionen waren meist so einfach und doch Komplex und ließen sie oft ihre eigenen Sorgen vergessen.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Erzähler » Dienstag 14. April 2020, 09:12

Sophia verließ die kleine windschiefe Hütte am Waldrand und gesellte sich zu ihrer Gastgeberin.
„Also, ich glaube ich habe erst mal genug geschlafen, kann ich irgendwie helfen?“
Kochen konnte sie, schließlich hatte sie früh begonnen dem Personal zu helfen, anfangs gezwungener maßen später dann aber mit Freude. Sophia ergriff ein Messer, das auf dem Schneidebrett lag, während Violetta mit dem Kessel zugange war und begann das Gemüse zu schneiden.
„Also… Violetta, können sie mir noch mehr über den Mann sagen der mich hergebracht hat? Sie sagten zwar sie kennen seinen Namen nicht, aber gibt es noch etwas was sie mir über ihn sagen könnten. Ich meine, schließlich hat er mir geholfen, obwohl ich… na ja einfach nur ein Mädchen bin. Kennen sie vielleicht seine Beweggründe oder ob er so was öfter macht?“
Während sie auf eine Antwort von Violetta wartete schweifte ihr Geist ab und sie versuchte Tiere aufzuspüren, Sophia tat dies ständig, sie fühlte sich wohler wenn Tiere in der Nähe waren. Für einen Moment spürte sie auch das Echo des Waldes in sich wie eine Symphonie aus Gefühlen und Instinkten, dann unterbrach aber Violettas Stimme ihre Konzentration. Beides gleichzeitig wahrzunehmen ging wohl doch nicht, also besser später noch mal versuchen.
„Der junge Herr … also ich nehme an, dass es ein Herr ist, denn er hat mich ja bezahlt. Oder er ist ein gut situierter Bürgerlicher... Ich kann auch nur raten, mein Kind. Ich denke, er ist bestimmt ein Jäger oder Wildaufseher irgendwo. Er kommt diesen Weg hier an unserer Hütte jedenfalls gut zwei mal im Monat vorbei und kauft bei meinem Sohn Pfeile. Mein Sohn macht auch gute Bögen. Hab ich das schon erzählt? Ich schweife ab...“
Violetta zupfte ein paar Blätter von dünnen Stängeln, rieb sie in den Händen und warf sie dann in den Topf. Dann sah sie auf das von „Sora“ vorbereitete Gemüse, lächelte zufrieden und nach auch dieses um es zum Eintopf hinzu zu geben. Während sie alles einmal durch rührte und das Feuer noch etwas schürte, plauderte sie weiter:
„Der Herr wird sich schon seine Gedanken gemacht haben, als er dich half. Er wirkte ehrlich besorgt, als er dich hinein trug und bettete. Alles andere hat er selbstverständlich mir überlassen, also ist er wohl ein Galan. Mehr kann ich dir zu seinen Absichten auch nicht sagen, wenn du dich „darum“ sogen solltest.“
Allein die Betonung machte deutlich, worauf die Frau anspielte und wohl auch Sophia beruhigen wollte. Natürlich war es ungewöhnlich, was er getan hatte.
„Wob er so etwas häufiger macht? Wenn ja, dann lädt er seine Mündel, oder was auch immer er in dir sieht nicht bei mir ab.“
Violetta lachte herzlich über ihre eigenen etwas derb gewählten Worte und rührte noch mal im Eintopf. Langsam begann das Wasser zu köcheln und Gemüse und Kräuter fingen an ihre duftenden Noten zu verströmen. Wann hatte Sophia eigentlich das letzte Mal was gegessen? Auf jeden Fall war es viel zu lange her und das Wasser lief ihr im Munde zusammen.
Während sie so eine Weile zusammen gesessen hatte und plauderten wurde Sophia bewusst, dass sie sich noch nie so frei gewesen war! Ihre Welt hatte bisher aus Drama, Flucht, Schmerz und Entbehrung bestanden, aus Zwängen, Regeln und Schlägen. Sie war in „gutem“ Hause aufgewachsen, hatte die Grausamkeiten der Stadt kennen gelernt und jetzt? Jetzt saß sie mit einer einfachen Landfrau zusammen beim Kochen und hatte nur frische Waldluft und den Duft ihrer nächsten Mahlzeit um sich. Niemand war da, der ihr befahl, was sie zu tun oder zu lassen hatte, außer ihr eigenes Gewissen. Vielleicht wurde ihr auch bewusst, dass sie einfach aufstehen und los laufen könnte. Violetta würde sie gewiss nicht aufhalten können und ihren Sold verlieren, wenn sie ging, aber es war möglich. Und „Sora“ würde auch nicht mehr erfahren, warum der Fremde sie gerettet hatte! Neugierde war das einzige was sie hier band. Vielleicht auch Hilfsbereitschaft der alten Frau gegenüber.
„Kannst du mir mal den Korb rüber reichen?“
Sora tat wie verlangt und Violetta zauberte noch ein paar getrocknete Pilze hervor, die sie in winzige Stückchen bröselte und noch zum Eintopf gab. Der würzige Geruch war himmlisch und Sophia vergaß schnell alle Gründe die es vielleicht geben mochte zu gehen. Jetzt war erst einmal das Essen ihr nächstes Ziel im Leben. Und ihr Leben schien endlich etwas einfacher geworden zu sein. Einfach und schön!
Da die ältere Frau anscheinend immerzu redete, von ihren Kräutern erzählte, von ihrem Sohn schwärmte, als wolle sie ihn schön reden und Sora wirklich eine gute Gastgeberin war, war es leicht Vertrauen zu fassen. Violetta war eine ehrliche Haut und trug ihr Herz auf der Zunge. Sie bat Sora Wasser vom nahen Bach zu holen, was ihr ein paar Minuten Ruhe verschaffte. Das leise plätschern war bald zu hören, als Sophia den gewiesenen Weg in den Wald betrat. Ein oft begangener Trampelpfad führte sie sicher durch das schnell dichter werdende Unterholz und zu einer kleinen Quelle. Es war mehr ein Rinnsal als ein Bach und zum Baden leider auch nicht geeignet. Aber man konnte Wasser schöpfen und sich frisch machen. An der tiefsten Stelle war er wohl zwei Handbreit tief und dort wo er am breitesten war, konnte man ihn mit einem Schritt überqueren. Die Idylle die hier jedoch herrschte, traf Sophia mit so einer Wucht, die sie noch nie erlebt hatte und sprichwörtlich fast umgeworfen hätte. Ihr Herz, dass du die Stadtmauern kannte, drohte hier vor Weite überzulaufen. War es pures Glück, dass sie empfand? Es war als hieße sie der Wald willkommen. Wie auch in ihrer Welt, die sie verlassen hatte, gab es hier Licht und Schatten, aber sicher war sie bereit sich diesen zu stellen. Hätte ihr Magen nicht so laut geknurrt, sie hätte hier stunden lang sitzen und die Emotionen des Waldes, bzw. das Gefühl von dem fernen Echo der Freiheit der Tiere in sich aufsaugen können. So aber machte sie sich wieder auf den Weg zu Violetta, die sie schon mit zwei hölzernen Schalen bewaffnet am Topf erwartete und ihr kräftig auftat.
„Hier, Sora. Iss. Du musst ja umfallen vor Hunger!“
Sie lächelte und hielt ihr die Schale hin, aus der es köstlich duftete. Hunger war bekanntlich der beste Koch, aber auch ohne ihn wäre diese einfache Mahlzeit sicher gut gewesen. Kartoffeln und das Pilzaroma dominierte, aber auch die klein geschnittenen Möhren-Stückchen und die Kräuter rundeten alles zu einer äußerst leckeren Mahlzeit ab. Sophia aß so konzentriert, dass sie die Ankunft Pedros erst bemerkte, als Violetta ihn herzlich ansprach. Sie hob den Kopf und sah einen jungen Mann, der gerade einen großen Weidenrucksack neben sich abstellte, sie kurz musterte und dann seine Mutter kurz umarmte.
„Pedro, du kommst zur rechten Zeit! Das Essen ist fertig. Hast du alles bekommen? Gibt es was neues aus der Stadt zu berichten? Komm setzt dich zu uns. Das ist Sora! Sie hat ein wenig Pech in ihrem Leben gehabt, aber wir helfen ihr schon wieder auf die Beine...“
, plauderte Violetta und näherte sich mit ihrem Sohn. Besagter „Pedro“ war gut 1,85m groß und hatte gebräunte Haut. Er war bestimmt schon in den 20igern, aber seine dunkelblauen Augen waren noch neugierig und strahlten jugendlichen Charme aus. Die Nase war etwas schief, aber es gab ihm einen Lausbuben Ausdruck und sein Haar war etwas dunkler als das der meisten Jorsaner. „Straßenköterblond“ nannte man das wohl, nur dass es an den Ansätzen schon eher Braun war. Er war kräftig, sehnig und schlank, wie ein handgeschnitzter Bogen. Er nickte ihr freundlich zu, schaute dann aber schnell zu Boden. War er schüchtern? Während seine Mutter ihn kaum zu Wort kommen gelassen hatte, kam er näher und setzte sich auf einen der Baumstümpfe die hier die Stühle um das Feuer bildeten. Er bekam seine Schale gereicht und begann zu essen, aber manchmal musterte er Violetta aus dem Augenwinkel.
„Na erähl doch endlich, Pedro. Ich platze schon vor Neugierde. Hast du Rosa getroffen? Ist sie noch mit diesem Widerling verheiratet? Wie geht es ihren Kindern? Und hat Birte schon geworfen?“
Sophia verstand nur die Hälfte von dem was da gesprochen wurde, aber konnte sich sicher vorstellen, dass Rosa eine Freundin und Birte sicher ein trächtiges Tier war. Da Pedro nur an passender stelle erst nickte und dann den Kopf schüttelte, war die Unterhaltung auch noch eine Weile recht einseitig. Erst nachdem er aufgegessen hatte meinte er dann mit angenehm warmer Stimme:
„Ich habe mich umgehört und es ist eine Belohnung für Hinweise auf den Verbleib eines rothaarigen Mädchens ausgesetzt.“
Dabei sah er Sora aufmerksam an.
„Sie heißt Sophia von Reitters. Ihr Familie sucht sie.“
Wenn gleich er schüchtern wirkte, so war er jedoch nicht dumm. Auch Violetta sah sie nun an, zögerte kurz in den stillen Moment hinein und lachte dann herzlich laut auf.
„Hahaha HA! Nur gut, dass wir keine Sophia kennen, nicht wahr?“
Pedro schmunzelte seiner Mutter zu und grinste.
„Ja Mutter, gut dass wir keine Sophia kennen.“
Dann leckte er den Löffel ab, stand auf und begann seinen Rucksack auszupacken. Hätte er sie „verkaufen“ wollen, hätte er wohl kaum so offen von seinen Beobachtungen in der Stadt gesprochen. Aber dass sie besagte Sophia war, ...dass war wohl aus dem Sack.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Sophia » Dienstag 14. April 2020, 12:43

„Ich habe mich umgehört und es ist eine Belohnung für Hinweise auf den Verbleib eines rothaarigen Mädchens ausgesetzt.“
Dabei sah er Sora aufmerksam an.
„Sie heißt Sophia von Reitters. Ihr Familie sucht sie.“
Wenn gleich er schüchtern wirkte, so war er jedoch nicht dumm. Auch Violetta sah sie nun an, zögerte kurz in den stillen Moment hinein und lachte dann herzlich laut auf.
„Hahaha HA! Nur gut, dass wir keine Sophia kennen, nicht wahr?“
Pedro schmunzelte seiner Mutter zu und grinste.
„Ja Mutter, gut dass wir keine Sophia kennen.“
Dann leckte er den Löffel ab, stand auf und begann seinen Rucksack auszupacken. Hätte er sie „verkaufen“ wollen, hätte er wohl kaum so offen von seinen Beobachtungen in der Stadt gesprochen. Aber dass sie besagte Sophia war, ...dass war wohl aus dem Sack.

Sophia fühlte sich ein wenig unwohl dabei, sie sah hinab zu ihren Füßen und sah erst wieder auf als Violetta zu Lachen begann.
Sie lächelte leicht schief und war sich nicht sicher ob sie es einfach so stehen lassen sollte, oder es aufklären sollte.
Ihr war klar, dass die beiden 1 und 1 zusammen zählen konnten. Doch die Aussage sie würden zum Glück keine Sophia kennen hielt sie davon ab was zu sagen.
Sie saß also eine Weile einfach nur da und hörte zu ehe ihr etwas einfiel, was Violetta vorhin erwähnt hatte und sie Neugierig gemacht hatte.
„Ähm… Pedro. Deine Mutter erwähnte vorhin, dass du Pfeile und Bögen herstellst. Ähm und ich habe mich gefragt ob du auch damit umzugehen weißt.“
Sophia sah zu Pedro und lächelte leicht schief.
„Wenn kannst du mir dann vielleicht zeigen wie es geht? Also das Schießen meine ich?“
Es wäre sicher von Vorteil wenn sie es lernen würde, zumindest würde sie es sich wünschen.
Sie wusste das ihre Mutter Jägerin war, auch wenn sie sich kaum erinnerte. Hatte sie es oft genug von ihrem Vater und ihrer Stiefmutter gehört.

Sophia selbst war inzwischen auch aufgestanden und näher an Pedro heran getreten der mit seinem Rucksack beschäftigt war. Sie hatte sich leicht nach vorne gebeugt ihre Hände hinter dem Rücken, fast schon Unschuldig blinzelte sie ihn an.
Sie würde nicht so schnell nachgeben, wenn er nicht schießen kann würde sie versuchen zu lernen sie herzustellen und dann selbst versuchen schießen zu lernen.
Sie wollte ihnen nicht nur ein unnützer Gast sein, sie wollte Helfen, aber sich auch selbst weiterentwickeln. Schließlich wollte sie irgendwann eigenständig sein und dafür sollte sie irgendwas können was sie weiterbringt. Auch wenn sie nicht vor hatte Jägerin zu werden, schließlich teilte sie die Emotionen mit den Tieren und Aß auch schon so wenig Fleisch. Es fühlte sich einfach stets falsch an, dennoch wäre das Bogenschießen sicher eine Nützliche Fähigkeit.
Ansonsten würde sie weiter beim Kochen Helfen und vielleicht auch beim Sammeln von Zutaten, auch wenn sie erst Lernen müsste welche Pilze und Kräuter genießbar sind.
Doch das würde sie tun, bis der Mysteriöse Mann zurückkehrt und sie einige Fragen beantwortet weiß.

Also wartete Sophia auf eine Antwort von Pedro, währenddessen spannte sie ihre Zähen an und spielte ein wenig nervös mit Steinchen und dem Grass. Sie war noch immer nur im Nachthemd und Barfuß, der Boden fühlte sich angenehm unter ihren Sohlen und es gefiel ihr.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Erzähler » Samstag 18. April 2020, 11:00

Sophia war klar, dass die beiden 1 und 1 zusammen zählen konnten, also schwieg sie etwas betreten. Nach einer Weile fragte sie dann aber doch:
„Ähm… Pedro. Deine Mutter erwähnte vorhin, dass du Pfeile und Bögen herstellst. Ähm und ich habe mich gefragt ob du auch damit umzugehen weißt.“
Sophia sah zu Pedro und lächelte leicht schief.
„Wenn kannst du mir dann vielleicht zeigen wie es geht? Also das Schießen meine ich?“
Sophia selbst war inzwischen auch aufgestanden und näher an Pedro heran getreten der mit seinem Rucksack beschäftigt war. Sie hatte sich leicht nach vorne gebeugt ihre Hände hinter dem Rücken, fast schon unschuldig blinzelte sie ihn an.
Pedro sah kurz zu ihr auf, seine Augen senkten sich aber sofort wieder.
Sophias Intension hinter ihren Fragen war klar. Sie wollte sie irgendwann eigenständig sein und dafür sollte sie irgendwas können was sie weiterbringt. Auch wenn sie nicht vor hatte Jägerin zu werden wie ihre Mutter eine gewesen war. Sie dachte anders, denn sie teilte die Emotionen mit den Tieren und aß auch schon so wenig Fleisch. Es fühlte sich einfach stets falsch an. Warum sie so dachte? Erziehung? Es war einfach so. Dennoch wäre das Bogenschießen sicher eine nützliche Fähigkeit und ihre Mutter war darin sehr geübt gewesen. Lang verblasste Erinnerungen an Geräusche, von dem Spannen eines Bogens oder der Geruch von Harz huschten durch ihre Gedanken. Sah sie selbst den Widerspruch in ihren Annahmen? Eher nicht und warum auch. Sophia war ein durch und durch verkorkstes Wesen, dass viel zu viel Leid in ihrem jungen Leben erfahren hatte und vielleicht auch deshalb manche Dinge anders sah. Wurde ihre Weltanschauung dadurch klarer? Wohl auch nicht wirklich. Ihre Mutter war eine hervorragende Jägerin gewesen, weswegen Sophia sich vielleicht sogar zum Umgang mit Pfeil und Bogen hingezogen fühlte. Aber Jägerin wollte sie nicht sein, wollte keine Tiere töten und aß hauptsächlich Pflanzen. Sie verehrte auch Florencia, statt Phaun, der ihrer Gabe viel näher wäre, als Gott der über die Tiere wachte. Das Götterpaar würde über ihre Gedanken vermutlich lächelnd die Köpfe schütteln. Aber Sophia hatte nie jemanden gehabt, mit dem sie darüber reden könnte, der ihr eine Richtung für ihre Gabe gezeigt hätte. Ihre Mutter war zu früh gestorben.Viele Erinnerungen an ihre Mutter hatte sie ohnehin nicht und wenn dann waren sie eher ursprünglich. Sophia war anders aufgewachsen – bei ihrem Vater war sie eher eine Magd gewesen. Da hatte sie auch das Kochen gelernt. Im Moment konnte sie weiter beim Kochen helfen und vielleicht auch beim Sammeln von Zutaten, auch wenn sie erst lernen müsste welche Pilze und Kräuter genießbar wären.
Doch das würde sie tun, bis der mysteriöse Mann zurückkehrte und sie einige Fragen beantwortet bekäme. Also wartete Sophia auf eine Antwort von Pedro, währenddessen spannte sie ihre Zehen an und spielte ein wenig nervös mit Steinchen und dem Grass. Sie war noch immer nur im Nachthemd und barfuß. Der Boden fühlte sich angenehm unter ihren Sohlen und es gefiel ihr.
Pedro hatte kurz bei ihrem Anblick gezögert aber jetzt antwortete er:
„Ich bin kein Jäger, wenn du das wissen willst. Ich bin Handwerker. Ich kann gute Pfeile herstellen und mache auch Bögen, aber es gibst sicher tausend Andere, die besser damit umgehen können als ich.“
Ihr enttäuschtes Gesicht animierte ihn dann doch zum weiter sprechen.
„Ich kann dir die Grundzüge zeigen, aber wirklich lernen wie man schießt, ohne sich zum Beispiel mit der Sehne den Unterarm aufzureißen, da solltest du besser deinen Gönner fragen.“
Der leicht grummelige Unterton in seiner Stimme gen Ende hin, ließ vielleicht ahnen, dass er sich seine eigene Geschichte bezüglich „Sora“ zusammen gereimt hatte und warum sie hier war. Da er auch grade erst gekommen war und nichts von dem gehört hatte, was sie mit seiner Mutter besprochen hatte, war das auch nachzuvollziehen. Ihm fehlten Informationen, also musste er raten. Sie hatte ja selbst als erstes angenommen, dass der Fremde vielleicht irgendwelche amourösen Hintergedanken haben könnte. Pedro nahm sicher an, dass sie vielleicht so etwas wie seine Gespielin war oder etwas in der Art. Vielleicht sollte sie ihn aufklären, dann würde er sicher auch redseliger ihr gegenüber werden. Bevor sie dies jedoch tun konnte, mischte sich Violetta ein:
„Sora, bitte tu mir doch den Gefallen und leg dich noch ein bisschen hin. Ich will nicht, dass du dich gleich überanstrengst. Du hast mir geholfen, jetzt musst du ruhen. Alles weitere können wir später besprechen. Pedro, bitte wasch den Topf und das Geschirr ab. Wir brauchen auch noch Holz und ein bisschen Reisig für die Nordecke. Das Dach leckt schon wieder. Wenn es heute Nacht regnet werden wird unser Gast nass.“
Pedro hob ergeben die Schultern, atmete durch und strecke sich. Eigentlich sah er ganz gut aus, aber er vertraute halt Sora nicht so richtig, was ja kein Wunder war.
„Natürlich Mutter.“
Damit schnappte er sich das benutze Geschirr, stapelte es in den Topf und ging in den Wald. Das Leben hier war einfach. Einfach und schön und doch blieb Sophia grade gar nichts anders übrig als sich den hiesigen Gegebenheiten anzupassen, auch wenn es ihr vielleicht nicht schnell genug ging. Die Pritsche lud tatsächlich zum schlafen ein, nach einem guten reichlichen Essen und so fielen ihr trotz aller Überlegungen bald die Augen zu.

Geweckt wurde sie erst wieder vom Geraschel über ihrem Kopf. Sie hörte das Holz knarren und wie jemand sich über ihr, auf dem Dach bewegte. Einen Moment brauchte sie um sich gewahr zu werden, wo sie eigentlich war, dann erinnerte sie sich wieder. Es war sicher Pedro und er deckte das Dach mit frischem Reisig ab. Sie hätte nicht gedacht, noch mal einzuschlafen, aber ihr Körper verlangte wohl für den Heilungsprozess danach.

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Als sie erneut im Nachthemd nach draußen trat waren sicher einige Stunden vergangen, denn die Sonne stand schon deutlich tiefer und Sophias Wund am Kopf begann eklig zu jucken, was ja ein gutes Zeichen war. Der Schwindel hielt sich jetzt auch langsam in Grenzen und wenn sie gewiss keinen Dauerlauf machen sollte, so konnte sie nun wieder an einem normalen Tagesablauf teilnehmen.
Vor dem Haus lag frisch aufgeschichtet ein Stapel Holz. Violetta war im ersten Moment nicht zu sehen, aber Sophia hörte sie leise pfeifen, also ging sie in die Richtung trat so hinter das Haus. Dort sah sie auch die ältere Frau, wie sie frisch gewaschene Kleidungstücke aufhing. Einige davon gehörten auch zu Sophia. Violetta hörte sie kommen, schaute kurz über die Schulter und fragte:
„Magst du mir helfen?“
Sie nickte in Richtung eines Weidenkorbes, der mit weiterer Wäsche gefüllt war. Halb über ihnen rumpelte es kurz und Pedro murrte leise. So waren sie wieder beisammen und Sora konnte ihre Fragen stellen.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Sophia » Samstag 18. April 2020, 12:16

Als sie erneut im Nachthemd nach draußen trat waren sicher einige Stunden vergangen, denn die Sonne stand schon deutlich tiefer und Sophias Wund am Kopf begann eklig zu jucken, was ja ein gutes Zeichen war. Der Schwindel hielt sich jetzt auch langsam in Grenzen und wenn sie gewiss keinen Dauerlauf machen sollte, so konnte sie nun wieder an einem normalen Tagesablauf teilnehmen.
Vor dem Haus lag frisch aufgeschichtet ein Stapel Holz. Violetta war im ersten Moment nicht zu sehen, aber Sophia hörte sie leise pfeifen, also ging sie in die Richtung trat so hinter das Haus. Dort sah sie auch die ältere Frau, wie sie frisch gewaschene Kleidungstücke auf hing. Einige davon gehörten auch zu Sophia. Violetta hörte sie kommen, schaute kurz über die Schulter und fragte:
„Magst du mir helfen?“
Sie nickte in Richtung eines Weidenkorbes, der mit weiterer Wäsche gefüllt war. Halb über ihnen rumpelte es kurz und Pedro murrte leise. So waren sie wieder beisammen und Sora konnte ihre Fragen stellen.

Sophias Blick hellte sich ein wenig auf und sie nickte mit den Worten:
„Gerne.“
ehe sie schließlich an den Korb trat und sich ein Wäsche teil heraus nahm.
Sie schüttelte es aus wie sie es schon daheim mit den Bediensteten zusammen getan hatte und hing das Hemd auf.
Es war eine Repetitive Arbeit die Sophia ein wenig Ruhe verschaffte.
„Ich bin echt froh, aus diesem Loch raus zu sein, die Frische Luft ist weit besser als gefesselt irgendwo im Untergrund.
Ich bin euch wirklich Dankbar das ihr mir helft, auch wenn der fremde euch dafür Geld versprochen hat ist das Irrelevant für mich. Vielen Dank.“
Sagte sie während der Arbeit, es stimmte, sie war wirklich glücklich darüber.
Das Essen mit Violetta und Pedro und auch der vorangegangener wenn auch kurze Tag waren für sie die beste Zeit ihres Lebens gewesen. Sie fühlte sich frei und belebt etwas was sie so nicht kannte.
Vermutlich hatte sie sich in ihrer Kindheit bei ihrer Mutter so gefühlt doch war dieser Zeitraum viel zu kurz gewesen.
Sophia nahm ein weiteres Kleidungsstück schüttelte es kurz aus und hing es auf.
„Irgendwie will mir nur nicht klar werden was sich der Fremde davon erhofft? Ich meine, wieso hilft er mir, obwohl ich ihn nicht einmal kenne. Meint ihr er macht es aus Barmherzigkeit oder mit irgendwelchen Hintergedanken?“
Sie fragte etwas Zögerlich und ein wenig Sorge war herauszuhören. Das Ungewisse machte ihr ein wenig Angst und die war zu spüren.

Sophia nahm das letzte Teil aus dem Weidenkorb und hing auch das zu den anderen ehe sie den Korb ein wenig zur Seite stellte. Ihr Frohmut war nun ein wenig gedämpft da sie sich Gedanken darum machte was der fremde wohl von ihr wollte.
Zuvor war es ihr gar nicht so bewusst gewesen, doch Pedros verhalten von Vorhin gepaart mit ihren nun eigenen Gedanken zum Thema brachten Sorge mit sich.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Erzähler » Sonntag 26. April 2020, 09:54

Sophias Blick hellte sich ein wenig auf und sie nickte auf die Bitte der älteren Frau um Hilfe mit den Worten:
„Gerne.“
Es war eine repetitive Arbeit die Sophia ein wenig Ruhe verschaffte.
„Ich bin echt froh, aus diesem Loch raus zu sein, die frische Luft ist weit besser als gefesselt irgendwo im Untergrund. Ich bin euch wirklich dankbar das ihr mir helft, auch wenn der Fremde euch dafür Geld versprochen hat ist das irrelevant für mich. Vielen Dank.“
, sagte sie während der Arbeit, es stimmte, sie war wirklich glücklich darüber. Sophia nahm ein weiteres Kleidungsstück schüttelte es kurz aus und hing es auf.
„Irgendwie will mir nur nicht klar werden was sich der Fremde davon erhofft? Ich meine, wieso hilft er mir, obwohl ich ihn nicht einmal kenne. Meint ihr er macht es aus Barmherzigkeit oder mit irgendwelchen Hintergedanken?“
Sie fragte etwas zögerlich und ein wenig Sorge war herauszuhören. Das Ungewisse machte ihr ein wenig Angst und die war zu spüren. Sophia nahm das letzte Teil aus dem Weidenkorb und hing auch das zu den anderen ehe sie den Korb ein wenig zur Seite stellte. Ihr Frohmut war nun ein wenig gedämpft, da sie sich Gedanken darum machte was der Fremde wohl von ihr wollte.
Zuvor war es ihr gar nicht so bewusst gewesen, doch Pedros Verhalten von vorhin gepaart mit ihren nun eigenen Gedanken zum Thema brachten Sorge mit sich. In Violettas Gesicht konnte man durch die vielen Lachfalten nicht so recht lesen, was sie dazu dachte und war sie auch gerade etwas durch die Arbeit abgelenkt, aber in Pedros konnte sie dafür um so besser lesen. Selbst wenn er sich bemühte, sich nichts anmerken zu lassen, so bemerkte sie doch seine veränderte Körperhaltung, dass ihn das Thema beschäftigt hatte. Als sie ihre eigenen Sorgen zu dem Fremden nun offen äußerte spannte er sich erst an, dann drehte er sich zu ihr um und entspannte sich ihr gegenüber in Haltung und auch im Gesicht. Auch wenn seine Züge ihre Sorge teilten, so waren seine Augen nun offen auf sie gerichtet.
„Egal was er für Hintergedanken haben mag, bei uns hast du einen sicheren Rückzugsort gefunden. ...Hast du irgendwas gemacht, dass sein ...Interesse geweckt haben könnte? Wie genau seid ihr aufeinander gestoßen?“
, fragte er vorsichtig nach und schubste Sophias Gedanken damit vielleicht sogar in die richtige Richtung. Vielleicht sollte sie den Tag ihres Treffens noch mal durchgehen und nach Indizien durchsuchen, warum der Fremde Interesse an ihr haben könnte.
Ihr Aussehen war es gewiss nicht.
Das konnte sie getrost ausschließen, so blutig, dreckig und angeschlagen sie gewesen war.
Was war es dann? Ihr Handeln? Dass sie dem Kerl eine über gebraten hatte? Hatte ihr Mut bei ihm Interesse geweckt?
Oder gab es da vielleicht noch etwas anderes was sie getan hatte?
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Sophia » Montag 27. April 2020, 01:41

„Egal was er für Hintergedanken haben mag, bei uns hast du einen sicheren Rückzugsort gefunden. ...Hast du irgendwas gemacht, dass sein ...Interesse geweckt haben könnte? Wie genau seid ihr aufeinander gestoßen?“
Kam eine Frage von Pedro, er schien kurz selbst besorgt doch dachte Sophia dies sei eine Einbildung gewesen. Als er sie ansah war er gelassen und augenscheinlich etwas entspannter.
„Oh… ja da muss ich überlegen.
Also… zuerst bin ich nach dem Üblen schlag mit dem Knüppel in einer Art Zelle aufgewacht.
Es war recht dunkel, und Unterirdisch.
Wenn ich Zecke nicht überredet hätte können wäre ich dort wohl gestorben.
Leider überließ ich ihr meinen letzten Besitz abgesehen von der Kleidung die ich getragen hab.
Draußen dann angekommen, von Dreck und Blut besudelt traf ich auf den Mann, oder eher Ritt er an mir vorbei.
Er warf mir eine Lysanthemer zu die so ein Abgehalfterter fett sack auffing und behauptete mein Vater zu sein. Mir ging es überhaupt nicht gut, ich hatte unglaublichen Durst, mir tat alles weh und dann erdreistet dieser Kerl sich als mein Vater auszugeben und mich auch noch anzufassen.“
Während sie redete spürte man wie ihr Temperament und ihre Wut zurück kehrte als sie von dem Mann erzählte.
„Das ging einfach zu weit ich habe ihm meine Faust ins Gesicht gedonnert und mein Knie zwischen die Beine… was ich ihm dann an den Kopf geworfen habe weiß ich nicht mehr genau. Jedenfalls sagte ich in etwa er solle das Geld behalten es aber ja nie wieder wagen mich anzurühren.
Danach bin ich einfach gegangen und der Reiter… naja er folgte mir bis ich dann vor Erschöpfung am Brunnen mein Bewusstsein verlor. Ich hatte versucht an Wasser zu kommen aber meine Kraftlosigkeit hätte mich fast samt dem Eimer zurück in den Brunnen gezogen.“

Während sie erzählte war ihr wieder eingefallen, das ihr Gefühlsausbruch die Tiere erschreckt hatte, ob der Fremde das bemerkt hatte, oder ob er eine Ahnung hatte. Vielleicht interessierte ihn auch nur der Fakt das sie auf das Geld verzichtet hatte. Ganz sicher war sie sich nicht, doch bereitete es ihr sorge das er ihren Kräften vielleicht auf die Schliche kam und das obgleich sie selbst nicht ganz zu verstehen vermag was sie eigentlich waren.

„Vielleicht war es ja mein Mut oder eher mein Kontrollverlust oder das mir zu dem Zeitpunkt die Münze egal war. Dem offenkundigen Fakt entgegen das ich scheinbar nichts besäße.“
Sophia zerbrach sich wirklich den Kopf darüber.
„Ich würde gerne zum Bach gehen… die kleine Lichtung ist wunderschön wäre das in Ordnung für euch?“
Fragte sie die beiden. Sie wollte in Ruhe Nachdenken, den Stimmen des Waldes Lauschen und die Emotionen der Tiere aufnehmen. Vielleicht half ihr das die richtigen Gedanken zu fassen und klarer zu sehen.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 29. April 2020, 09:06

„Oh… ja da muss ich überlegen. Also… zuerst bin ich nach dem üblen Schlag mit dem Knüppel in einer Art Zelle aufgewacht. Es war recht dunkel, und Unterirdisch. Wenn ich Zecke nicht überredet hätte können wäre ich dort wohl gestorben. Leider überließ ich ihr meinen letzten Besitz abgesehen von der Kleidung die ich getragen hab. Draußen dann angekommen, von Dreck und Blut besudelt traf ich auf den Mann, oder eher Ritt er an mir vorbei. Er warf mir eine Lysanthemer zu die so ein abgehalfterter fetter Sack auffing und behauptete mein Vater zu sein. Mir ging es überhaupt nicht gut, ich hatte unglaublichen Durst, mir tat alles weh und dann erdreistet dieser Kerl sich als mein Vater auszugeben und mich auch noch anzufassen. Das ging einfach zu weit ich habe ihm meine Faust ins Gesicht gedonnert und mein Knie zwischen die Beine… was ich ihm dann an den Kopf geworfen habe weiß ich nicht mehr genau. Jedenfalls sagte ich in etwa er solle das Geld behalten es aber ja nie wieder wagen mich anzurühren. Danach bin ich einfach gegangen und der Reiter… na ja, er folgte mir bis ich dann vor Erschöpfung am Brunnen mein Bewusstsein verlor. Ich hatte versucht an Wasser zu kommen aber meine Kraftlosigkeit hätte mich fast samt dem Eimer zurück in den Brunnen gezogen.“
, fasste Sophia zusammen. Während sie erzählte war ihr wieder eingefallen, das ihr Gefühlsausbruch die Tiere erschreckt hatte. Ob der Fremde das bemerkt hatte, oder ob er eine Ahnung hatte? Vielleicht interessierte ihn auch nur der Fakt das sie auf das Geld verzichtet hatte. Ganz sicher war sie sich nicht, doch bereitete es ihr Sorge das er ihren Kräften vielleicht auf die Schliche kam und das obgleich sie selbst nicht ganz zu verstehen vermag was sie eigentlich waren.
„Vielleicht war es ja mein Mut oder eher mein Kontrollverlust oder das mir zu dem Zeitpunkt die Münze egal war. Dem offenkundigen Fakt entgegen das ich scheinbar nichts besäße. Ich würde gerne zum Bach gehen… die kleine Lichtung ist wunderschön wäre das in Ordnung für euch?“
, fragte sie die beiden und erhielt einen bejahendes Nicken von beiden. Sie wollte in Ruhe nachdenken, den Stimmen des Waldes lauschen und die Emotionen der Tiere aufnehmen. Vielleicht half ihr das die richtigen Gedanken zu fassen und klarer zu sehen. Also spazierte sie den kleinen Trampelpfad entlang zum Bachlauf, im Kopf noch Pedros sich entspannendes Gesicht, als er wohl seine schlimmsten Vorurteile ihr gegenüber begrub und sie mit anderen Augen sah. Zumindest hier war die Welt nun in Ordnung und alle Missverständnisse beseitigt.
Sophia setzte sich auf einen größeren Stein nahe des Wassers und starrte in das munter sprudelnde Nass. Die Natur war hier noch wild und unberührt, die Pflanzen stark, die Bäume hoch und mächtig. Der Wind flüsterte in den Wipfeln der Bäume und sang sein Lied für sie. Vögel stimmten mit ein und sogar das ferne Lachen Violettas passte gut in diese Symphonie Florencias.
Die Stille der Flora war nicht so still wie angenommen und die Phauna nicht so laut wie Sophia vielleicht angenommen hatte. Die Tiere des Waldes hatten sich versteckt, als der Zweibeiner in die Nähe der Wasserstelle kam. Sophia spürte die Nervosität eines Kaninchens, die Hektik der Vögel, die in einem viel schnelleren Rhythmus lebten und die stille Aufgabe eines Jägers, der durch ihr Erscheinen gestört worden war.
Ja sie liebte die Natur in all ihren Fassetten, doch ihre besonderen Fähigkeiten verbanden sie nicht mit den Pflanzen, sondern mit den Gefühlen der Tiere. Sie dachte noch einmal an den Moment auf der Straße, als sie ihrer Wut freien Lauf gelassen hatte. Sie versuchte zu rekapitulieren, was da geschehen war und sah im Geiste das Pferd des Reiters wieder steigen. Zu Pferden hatte sie schon immer eine besondere Bindung gehabt und in diesem Moment war ihre Wut, ihre Verzweiflung über gekocht. All die unterdrückten Emotionen des Tages, ja vielleicht sogar die Wut ihres unglücklichen Lebens hatte sie hoch schäumen lassen. Wieso hatte sie das getan? Weil sie es brauchte und leid gewesen war, herum geschubst zu werden. Doch wer hatte es abbekommen? Ein steigendes Pferd, ein jaulender Hund und ein paar türmende Katzen, von den verängstigt huschenden Ratten mal ganz abgesehen. Sie hatte ihrer Gabe freien Lauf gelassen und die Tiere ihrer Umwelt damit gequä... beeinflusst. Sophia hatte die Augen geschlossen um sich besser erinnern zu können und als sie sie nun wieder öffnete war es still um sie. Kein Vogel zwitscherte, kein Rascheln im Unterholz, nur der Wind in den Blättern war zu hören. Phaun betrachtete sie und sie fühlte seinen Blick auf sich.
Im Nachhinein tat es ihr vielleicht sogar jetzt leid, was sie da getan hatte. Sie hatte ihre Gabe dafür genutzt um Angst zu sähen. Jetzt, in einem ruhigen Moment, da verstand sie vielleicht, dass das nicht unbedingt gut gewesen war. Sie hatte nur an sich gedacht – nicht an die Tiere.
So wie ihr Vater Angst in ihr Herz gesät hatte, so hatte sie es nach außen getragen und an jene weiter gegeben, die nicht dafür konnten. Wieder fühlte sie sich betrachtet und konnte nicht sagen woher. Das Leben des Waldes schwieg und ihre Gedanken kreisten um Schuld und Gewissen. War es denn richtig eine Gabe so einzusetzen? Ihre Intension, dass sie Hilfe gebraucht hatte, dass sie die Tiere vielleicht nach ihrem Willen beeinflussen konnte, die war zwar vielleicht in der Situation verständlich gewesen... menschlich, aber gleichzeitig zwang sie auch der Phauna ihre Gefühle auf, benutzte sie und ließ sie Dinge tun, die sie selbst nicht tun würden.
Sophia erinnerte sich an die kleine Kerkerratte aus ihrer Kindheit. Auch wenn für sie damals die Situation um ein vielfaches schlimmer gewesen war, so hatte sie nie versucht die Ratte auf ihren Vater zu hetzten. Das kleine Tier war ihr eher eine Freundin in ihren einsamen Stunden geworden.
Vielleicht erkannte Sophia jetzt den Unterschied?
Wollte sie Herrscherin oder Freundin sein?
Sophia hatte Zeit darüber nachzudenken und wenn sie sich umsah, so war es als dachte der Kauz dort oben in dem Baum auch über sie nach, das Kaninchen saß im Busch und regte sich nicht, der Jäger war fort und interessierte sich nicht mehr für sie und der Käfer am Wasserrand starrte zu ihr hoch, als warteten sie alle auf ihre Entscheidung.
Dann knackte es im Unterholz und Sophia schreckte aus ihren Gedanken auf. Im selben Moment erwachte auch das wilde Leben des Waldes wieder. Der Kauz flog davon, das Kaninchen mümmelte, der Käfer krabbelte und hinter ihr näherte sich Pedro mit einem Wassereimer. Er räusperte sich auf den letzten Metern und trat in gut drei Schritt Entfernung neben ihr ans Wasser. Er sah kurz zu ihr, dann wieder aufs Wasser, nickte und tauchte den Eimer ein.
„Wollt nur ..kurz nach dir sehen. Bist schon eine Weile weg.“
Er sah wieder zu ihr.
„Alles in Ordnung?“
Es war seltsam zu spüren, dass das Kaninchen keine Angst vor ihm hatte, denn es kannte ihn. Er war der Zweibeiner der hier immer war und es war schneller und wendiger als er. Es war vielleicht sogar merkwürdig zu fühlen, dass Pedro der Natur hier näher war als Sophia. Er lebte hier, sie kannten sich. Sophia war ein Stadtkind und kannte nur die Menschen und ein paar domestizierte Wesen, oder eben jene, die sich mit den Menschen arrangiert hatten. HIER war das aber anders. Hier war Pedro und seine Mutter die Gäste, die sich mit ihrer Umwelt arrangierten.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Sophia » Mittwoch 29. April 2020, 21:24

Sie hatte ihrer Gabe freien Lauf gelassen und die Tiere ihrer Umwelt damit gequä... beeinflusst. Sophia hatte die Augen geschlossen um sich besser erinnern zu können und als sie sie nun wieder öffnete war es still um sie. Kein Vogel zwitscherte, kein Rascheln im Unterholz, nur der Wind in den Blättern war zu hören. Phaun betrachtete sie und sie fühlte seinen Blick auf sich.
Im Nachhinein tat es ihr vielleicht sogar jetzt leid, was sie da getan hatte. Sie hatte ihre Gabe dafür genutzt um Angst zu sähen. Jetzt, in einem ruhigen Moment, da verstand sie vielleicht, dass das nicht unbedingt gut gewesen war. Sie hatte nur an sich gedacht – nicht an die Tiere.
So wie ihr Vater Angst in ihr Herz gesät hatte, so hatte sie es nach außen getragen und an jene weiter gegeben, die nicht dafür konnten. Wieder fühlte sie sich betrachtet und konnte nicht sagen woher. Das Leben des Waldes schwieg und ihre Gedanken kreisten um Schuld und Gewissen. War es denn richtig eine Gabe so einzusetzen? Ihre Intension, dass sie Hilfe gebraucht hatte, dass sie die Tiere vielleicht nach ihrem Willen beeinflussen konnte, die war zwar vielleicht in der Situation verständlich gewesen... menschlich, aber gleichzeitig zwang sie auch der Fauna ihre Gefühle auf, benutzte sie und ließ sie Dinge tun, die sie selbst nicht tun würden.

Sophia erinnerte sich an die kleine Kerkerratte aus ihrer Kindheit. Auch wenn für sie damals die Situation um ein vielfaches schlimmer gewesen war, so hatte sie nie versucht die Ratte auf ihren Vater zu hetzten. Das kleine Tier war ihr eher eine Freundin in ihren einsamen Stunden geworden.
Vielleicht erkannte Sophia jetzt den Unterschied?
Wollte sie Herrscherin oder Freundin sein?
Innerlich wusste sie die Antwort längst dennoch musste sie darüber nachdenken.
Sophia hatte die Zeit dafür und wenn sie sich umsah, so war es als dachte der Kauz dort oben in dem Baum auch über sie nach, das Kaninchen saß im Busch und regte sich nicht, der Jäger war fort und interessierte sich nicht mehr für sie und der Käfer am Wasserrand starrte zu ihr hoch, als warteten sie alle auf ihre Entscheidung. Die Entscheidung die sie eigentlich schon immer als Wahrheit gesehen hatte sich aber dennoch nicht im Klaren darüber gewesen ist.

Das knacken im Unterholz dann entriss sie ihrer Gedanken und während das Wilde leben weiter ging
Der Kauz davon flog, das Kaninchen weiter mümmelte und der Käfer krabbelte näherte sich hinter ihr Pedro mit einem Wassereimer. Er räusperte sich auf den letzten Metern und trat in gut drei Schritt Entfernung neben ihr ans Wasser. Er sah kurz zu ihr, dann wieder aufs Wasser, nickte und tauchte den Eimer ein.
„Wollt nur ...kurz nach dir sehen. Bist schon eine Weile weg.“
Er sah wieder zu ihr.
„Alles in Ordnung?“
Das Kaninchen hatte keine Angst vor ihm, ein wenig seltsam doch dann wieder nicht denn es kannte ihn. Er war der Zweibeiner der hier immer war und es war schneller und wendiger als er. Es war vielleicht sogar merkwürdig zu fühlen, dass Pedro der Natur hier näher war als Sophia. Er lebte hier, sie kannten sich. Sophia war ein Stadtkind und kannte nur die Menschen und ein paar domestizierte Wesen, oder eben jene, die sich mit den Menschen arrangiert hatten. HIER war das aber anders. Hier waren Pedro und seine Mutter die Gäste, die sich mit ihrer Umwelt arrangierten und Sophia wollte das auch.

Der Entschluss den sie traf und dessen Wahrheit die sie eigentlich schon immer kannte war nun eindeutig und klar. Sie wollte ein Freund der Tiere sein, ihre Bedürfnisse verstehen ihnen Helfen wenn sie konnte und Zeit mit ihnen verbringen.
Sie wie Werkzeuge zu benutzen oder gar zu Nötigen war Falsch, wie hatte sie das je vergessen können. Sie lächelte aber auch eine Träne entrann sich ihren Augen und tropfte von ihrer Wange in den Bach vor ihr.
Rasch wischte sie sich die Träne weg und seufzte.
„Ja… ich glaube jetzt geht es mir endlich gut, die Ruhe hat mir geholfen und mir war gar nicht bewusst wie lange ich schon hier sitze. Tut mir leid falls ich euch Sorge bereitet habe.“
Nun lächelte sie nur noch die Tränen waren wie vergessen und sie lies nicht zu das was anderes als Wärme und Freundlichkeit nach außen drang. Sie wollte keinem Tier schaden und sich anpassen. Auch wollte sie ehrlich sein und wappnete sich innerlich ihre Erinnerungen in Worte zu fassen.
„Das Nachdenken hat mir geholfen über einiges klar zu werden und ich… ich werde euch beiden wohl etwas erzählen und gestehen müssen.“
Sagte sie und stand dann auf.
„Lass uns zurück kehren ja.“
Ihre Stimme war ganz ruhig, doch das Lächeln hatte sie nicht mehr im Gesicht und ihre Augen funkelten auch nicht mehr so stark, während Bilder der Vergangenheit ihren Geist durchstreiften.
Sie achtete jedoch darauf einen Eisernen Schutzwall um ihren Geist zu ziehen um keinem Tier damit Angst zu machen.

Schließlich zurück an der kleinen Hütte sagte Sophia dann.
„Wie ich Pedro bereits sagte muss ich euch noch was erzählen. Auch muss ich mich Entschuldigen.
Ich war nicht ganz ehrlich zu euch Doch die Ruhe tat mir gut und… und mir wurde bewusst das ich das nicht guten Gewissens verheimlichen kann. Ganz gleich was mich erwartet.
Mir ist klar dass ihr gleich durchschaut habt oder vielmehr wusstet dass mein Name nicht Sora ist, nachdem Pedro von dem Mädchen erzählt hatte.
tatsächlich bin ich dieses Mädchen, mein richtiger Name ist Sophia von Reiters obgleich ich mir wünschte dass mein Vater mich nie anerkannt hätte.
Ich bin ein Bastard, geboren aus einem Seitensprung meines Vaters, er hat mich nur Akzeptiert um mich für Politische Zwecke nutzen zu können und auch nur weil meine Mutter so früh verstorben ist. Alles an das ich mich erinnere ist das sie Jägerin war.
Ich bin Abgehauen, ich habe es schon oft versucht aber so weit bin ich nie gekommen. Der Grund war das er mich Verlobt hatte um seine Verbindungen zu Pflegen und weil ich seine ständigen Misshandlungen nicht mehr Aushielt.“
Sophia sah zu Boden, sie schämte sich und nestelte während sie sprach an der Naht des Nachthemdes herum um sich zu Beruhigen.
„Ich führte ein schlechteres Leben als die Bediensteten, musste von Anfang an mit Arbeiten und bekam obendrauf noch Schläge und wurde in den Keller gesperrt.
Es fällt mir nicht leicht darüber zu sprechen, aber… aber ihr solltet verstehen warum ich tat was ich bisher tat und warum ich anfangs Log. Ich hatte einfach Angst dorthin zurück zu müssen, wo nichts als Hass und Pain auf mich wartet.“
Inzwischen liefen einige Tränen über ihr Gesicht und ihre Stimme zitterte.
„Es tut mir wirklich leid… das… das ich gelogen habe, das ich den Tieren Angst gemacht habe und das ich anderen Schwierigkeiten bereite.“
Sie hatte gar nicht bemerkt was sie da ausgeplaudert hatte, sie war so im Fluss das es einfach mit rausgerutscht war.
„Aber nun habe ich mich dazu entschieden alles hinter mir zu lassen, ich will wirklich nicht mehr die Person sein die ich war, nur dank euch kam ich überhaupt so weit, natürlich auch wegen dem Fremden der mich her brachte und der Ruhe in denen ich endlich meine Gedanken ordnen konnte.“
Ihre Stimme war nun recht Weinerlich die Gefühle brachen nun wieder hervor doch achtete sie darauf das sie nichts ausstrahlte.
Sie schniefte ein paar Mal und wischte sich die Tränen weg, es gefiel ihr gar nicht ihre Gefühle so offen zu zeigen doch konnte sie sich kaum zurückhalten, so wie sie nicht wirklich stehen konnte dabei.
Sie sank also langsam auf ihre Knie.
Sie war innerlich fast zerbrochen weil das Chaos ihrer Gefühle sie festhielt, zuvor hatte sie dies nicht bemerkt aber nun, kam es endlich zum Vorschein und erleichterte sie ein wenig. Dennoch blieb ihr Schlechtes Gewissen den Tieren gegenüber und sie hoffte das Phaun ihr vergab. Sie würde es in Zukunft besser machen, das schwor sie sich.
Leitsatz von Sophie
Liebe die Natur und Liebe die Freiheit

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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Erzähler » Samstag 9. Mai 2020, 11:33

Zurück an der kleinen Hütte begann Sophia ihr Geständnis:
„Wie ich Pedro bereits sagte, muss ich euch noch was erzählen. Auch muss ich mich entschuldigen.
Ich war nicht ganz ehrlich zu euch Doch die Ruhe tat mir gut und… und mir wurde bewusst das ich das nicht guten Gewissens verheimlichen kann. Ganz gleich was mich erwartet. Mir ist klar dass ihr gleich durchschaut habt oder vielmehr wusstet dass mein Name nicht Sora ist, nachdem Pedro von dem Mädchen erzählt hatte. Tatsächlich bin ich dieses Mädchen, mein richtiger Name ist Sophia von Reiters obgleich ich mir wünschte dass mein Vater mich nie anerkannt hätte. Ich bin ein Bastard, geboren aus einem Seitensprung meines Vater. Er hat mich nur akzeptiert, um mich für politische Zwecke nutzen zu können und auch nur weil meine Mutter so früh verstorben ist. Alles an das ich mich erinnere ist, dass sie Jägerin war. Ich bin abgehauen, ich habe es schon oft versucht aber so weit bin ich nie gekommen. Der Grund war das er mich verlobt hatte um seine Verbindungen zu pflegen und weil ich seine ständigen Misshandlungen nicht mehr aushielt.“

Sophia sah zu Boden, sie schämte sich und nestelte während sie sprach an der Naht des Nachthemdes herum um sich zu beruhigen.
„Ich führte ein schlechteres Leben als die Bediensteten, musste von Anfang an mitarbeiten und bekam obendrauf noch Schläge und wurde in den Keller gesperrt. Es fällt mir nicht leicht darüber zu sprechen, aber… aber ihr solltet verstehen warum ich tat was ich bisher tat und warum ich anfangs log. Ich hatte einfach Angst dorthin zurück zu müssen, wo nichts als Hass und Pein auf mich wartet.“
Inzwischen liefen einige Tränen über ihr Gesicht und ihre Stimme zitterte.
„Es tut mir wirklich leid… das… das ich gelogen habe, das ich den Tieren Angst gemacht habe und das ich anderen Schwierigkeiten bereite.“
Pedro und Violetta warfen sich einen irritierten Blick zu, aber hörten weiter schweigend und aufmerksam zu.
„Aber nun habe ich mich dazu entschieden alles hinter mir zu lassen. Ich will wirklich nicht mehr die Person sein die ich war, nur dank euch kam ich überhaupt so weit, natürlich auch wegen dem Fremden der mich her brachte und der Ruhe in der ich endlich meine Gedanken ordnen konnte.“
Ihre Stimme war nun recht weinerlich die Gefühle brachen nun wieder hervor, doch achtete sie darauf das sie nichts ausstrahlte. Doch hatte sie Kontrolle über ihre Gefühle? Eher nicht. Sie schniefte ein paar Mal und wischte sich die Tränen weg, es gefiel ihr gar nicht ihre Gefühle so offen zu zeigen doch konnte sie sich kaum zurückhalten, so wie sie nicht wirklich stehen konnte dabei.
Sie sank also langsam auf ihre Knie. Sie war innerlich fast zerbrochen weil das Chaos ihrer Gefühle sie festhielt, zuvor hatte sie dies nicht bemerkt aber nun, kam es endlich zum Vorschein und erleichterte sie ein wenig. Dennoch blieb ihr Schlechtes Gewissen den Tieren gegenüber und sie hoffte das Phaun ihr vergab. Sie würde es in Zukunft besser machen, das schwor sie sich.
Es war ein merkwürdiges Gefühl. Sie hatte alles offen gelegt und ihre Tränen waren echt. Pedro und Violetta sahen sie zwei oder drei Sekunden lang still an. In diesen Sekunden schien auch die Welt um sie herum still geworden zu sein und nicht mal der Rabe im Geäst oder der Käfer im Gras gaben einen Laut von sich. Doch dann schüttelte Violetta den Kopf, wie um sich aus ihrer Verwirrung zu befreien und kam zu ihr. Sie nahm sie bei den Schultern und stellt sie auf ihre Beine.
„Tz, sitz da nicht am Boden, Kind! Du erkältest dich noch! Komm, ich geb dir erst mal Kleidung von mir. Kann ja nicht angehen, dass du die ganze Zeit in meinem Nachthemd herum läufst. Die Sachen, die du anhattest, die müssen noch gestopft werden. Kannst du nähen?“
Sophia nickte mechanisch.
„Gut, gut! Dann lass uns schauen, was wir retten können.“
Sie lächelte, streichelte ihr kurz eine Träne von der Wange und ging in die windschiefe Hütte um ihren Nähkorb zu holen. Sophias Geständnis wurde ohne weitere Worte angenommen und sie wurde einfach in das einfache aber friedliche Leben hier am Waldrand mit aufgenommen. Das hier kam einem Familienleben näher, als an alles was sie bisher erlebt hatte. Ihr war verziehen und es gab auch nichts mehr darüber zu sagen, deshalb machte man einfach mit dem Alltag weiter.

Der Tag ging so schnell vorüber, dass Sophia garnicht merkte, wie müde sie eigentlich war. Irgendwann musste sie über ihrer Arbeit kurz eingenickt sein, denn plötzlich wache sie gerade so halb aus ihrem Schlummer auf und befand sich in Pedros Armen, der sie gerade hinein trug. Er legte sie auf die Pritsche und deckte sie zu. Seine Mutter stand hinter ihm und lächelte wissend über die liebevolle Geste ihres Sohnes. Dann verließen wieder beide die Hütte und Sophia schlief sofort wieder ein.

Sophia lief langsam durch einen dichten grünen Wald. Die Blätter waren von einer so intensiven Farbe, dass sie schon fast von innen zu leuchten schienen. Das Unterholz war dicht und wild und überall summte und brummte das Leben. Sie trat an einen kleinen Teich über dem das Blätterdach trotzdem noch geschlossen lag und sanfte lauschige Stille schenkte. An einem Ufer stand ein reinweißes Einhorn, am anderen ein weißer Hirsch. Beide tranken aus dem selben Teich und hoben ihren Blick zu ihr, als ihre Füße das Ufer berührten. Sie sahen sie an, drehten sich ab und gingen davon, doch langsam, so das Sophia einem folgen konnte. Nur der Hirsch warf einen flüchtigen Blick über seine Schulter zu ihr zurück. Doch als sie den ersten Schritt machen wollte, da hielt sie etwas an der Schulter fest.
„Sophia...“


„Sophia...!“
Violettas Stimme klang drängend und holte die junge Frau zurück in die Wirklichkeit. Die ältere Frau rüttelte sie noch einmal leicht an ihrer Schulter und sprach leise:
„Zieh dich an. Dein edler Spender ist da. Er ist früh dran... Ich hab keinen Spiegel, aber hier...“
Sie zeigte auf eine Schale Wasser in der Sophia sich ein bisschen spiegeln und schnell frisch machen konnte. Ein einfacher Holzkamm lag auch bereit. Ihre gewaschene und gestopfte Kleidung vom Vortag lag auch bereit. Trotzdem hallte der Traum noch in ihr nach.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Sophia » Dienstag 19. Mai 2020, 10:55

Sophia lief langsam durch einen dichten grünen Wald. Die Blätter waren von einer so intensiven Farbe, dass sie schon fast von innen zu leuchten schienen. Das Unterholz war dicht und wild und überall summte und brummte das Leben. Sie trat an einen kleinen Teich über dem das Blätterdach trotzdem noch geschlossen lag und sanfte lauschige Stille schenkte. An einem Ufer stand ein rein weißes Einhorn, am anderen einem weißen Hirsch. Beide tranken aus demselben Teich und hoben ihren Blick zu ihr, als ihre Füße das Ufer berührten. Sie sahen sie an, drehten sich ab und gingen davon, doch langsam, so das Sophia einem folgen konnte. Nur der Hirsch warf einen flüchtigen Blick über seine Schulter zu ihr zurück. Doch als sie den ersten Schritt machen wollte, da hielt sie etwas an der Schulter fest.
„Sophia...“

„Sophia...!“
Violettas Stimme klang drängend und holte die junge Frau zurück in die Wirklichkeit. Die ältere Frau rüttelte sie noch einmal leicht an ihrer Schulter und sprach leise:
„Zieh dich an. Dein edler Spender ist da. Er ist früh dran... Ich hab keinen Spiegel, aber hier...“
Sie zeigte auf eine Schale Wasser in der Sophia sich ein bisschen spiegeln und schnell frisch machen konnte. Ein einfacher Holzkamm lag auch bereit. Ihre gewaschene und gestopfte Kleidung vom Vortag lag auch bereit. Trotzdem hallte der Traum noch in ihr nach.

Sophia blinzelte immer noch ein wenig verschlafen, doch tat sie was Violetta gesagt hatte. Geistesabwesend griff sie nach der Kleidung in Gedanken war sie jedoch bei diesem Traum. Er war wunderschön gewesen, dieser Wald, so Magisch, die beiden Tiere so sanft und strahlend weiß, dennoch so Kraftvoll.
Sophia konnte eine gewisse Wildheit im Nachklang spüren doch verblasste der Traum zunehmend und um so mehr sie versuchte die Bilder festzuhalten umso schneller entrannen sie ihr.
An die Handlung erinnerte sie sich noch, aber die Details waren weg und sie zog eine verstimmte Mine ehe sie sich dem Widmete was sie hier tat.
Die Hose hatte sie falschrum angezogen und sie schüttelte belustigten Kopf, verdrehte die Augen und zog sie Rasch richtigherum an.
Dann Legte sie das Nachthemd auf das Bett und zog auch ihr Hemd wieder an ehe sie sich über die Schale beugte und versuchte ihre Haare zu Bändigen.
Ihre Wilden Roten locken vielen wie sie wollten und es erwies sich als schwierig sie einigermaßen unter Kontrolle zu kriegen.

Sie war Nervös, Sophia wusste nicht wirklich was sie erwartete, als sie angezogen war und ihre Haare einigermaßen saßen Legte sie ihre Hände in die Schale Wasser schöpfte etwas davon heraus und Wusch sich damit das Gesicht. Das Wasser war Kalt und erfrischend und half ihr dabei sich zu Konzentrieren.
Was würde auf sie zu kommen, was würde der Mann von ihr wollen und am wichtigsten wie ging es jetzt weiter.
Sophia hoffte Antworten auf diese Fragen zu bekommen, außerdem hoffte sie dass es nicht schlimmer wurde, dass sie nicht in eine Falle getappt war. Prompt war ihre Sorge und Nervosität wieder zurück und sie Seufzte. Sie Schlug sich leicht auf ihre Wangen und spritzte sich noch zweimal Wasser ins Gesicht ehe sie tief Durchatmete und aus der Hütte trat.
Sie Sah Pedro, einen Korb mit Pfeilen in der Hand und Violetta am Feuer vor dem Haus und da stand er dann.
Der Mann der ihr das Geld zugeworfen hatte, der Mann der ihr mit seinem Pferd gefolgt war, es stand ebenfalls vor der Hütte, und der Mann der sie hier hergebracht hatte und dadurch Maßgeblich für ihre Genesung verantwortlich war. Sie war ihm Dankbar, jedoch auch in Sorge, ein wenig Misstrauisch und Besorgt.
Sie wusste einfach nicht was sie von ihm Halten sollte, was seine Absichten waren und sie war Vorsichtig. Ihr Misstrauen konnte man erkennen, es stand ihr ins Gesicht geschrieben, auch wenn sie es gar nicht wollte.

Sie machte einen kleinen Knicks und sah den Mann an, der Knicks war einfach in ihr Drin eine Gewöhnung ihres Früheren Lebens, auch wenn sie sich dafür Schalt dies getan zu haben. Es könnte auf ihre Herkunft hindeuten und sie biss sich auf die Unterlippe.
„Guten Morgen, der Herr.“
Sagte sie und versuchte es einfach zu überspielen, mit Höflichkeit und Freundlichkeit, sie schaffte es sogar zu lächeln und wartete nun darauf das er etwas sagte oder Violetta.
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Re: Wohin führt mein Weg?

Beitrag von Erzähler » Sonntag 24. Mai 2020, 11:57

Als Sophia fertig war mit frisch machen und aus der Hütte heraus trat, sah sie als erstes Pedro, einen Korb mit Pfeilen in der Hand und dann Violetta am Feuer. Und da stand er da.
Der Mann der ihr das Geld zugeworfen hatte, der Mann der ihr mit seinem Pferd gefolgt war, der Mann der sie hier hergebracht hatte und dadurch Maßgeblich für ihre Genesung verantwortlich war. Sie war ihm dankbar, jedoch auch in Sorge, ein wenig misstrauisch und besorgt.
Sie wusste einfach nicht was sie von ihm Halten sollte, was seine Absichten waren und sie war vorsichtig. Ihr Misstrauen konnte man erkennen, es stand ihr ins Gesicht geschrieben, auch wenn sie es gar nicht wollte.
Für einen Moment trafen sich ihre Blicke, so wie sie es Tage zuvor auf der Straße geschehen war. Stahl graue Augen, aber ein sanfter Blick, voller Mitgefühl und einem freundliches Lächeln sahen ihr entgegen. Sein mittelbraunes Haar, dass davon zeugte, dass er sich viel draußen befand war wieder im Nacken zusammen gebundenen, aber eine der hellen Spitzen war vermutlich beim Ritt hier her heraus gerutscht und hing ihm ins Gesicht. Die Blätter des Waldes warfen tanzende Schatten auf seine gebräunte Haut, die man ein Stück weit unter seinem oben leicht offen stehendem Hemd erkennen konnte. Er trug gutes Leder, war also auch kein armer Schlucker, aber das wusste sie schon. Doch hatte sie bisher nie die Zeit gehabt ihn näher zu begutachten, oder gewollt, doch jetzt ergab sich die Möglichkeit und ihre Neugierde war genügend entfacht, dass ihr dann auch sofort der überaus hoch qualitative Bogen auffiel, der auf seinem Rücken hing. Das dunkle Holz war wie natürlich gewunden und bildete einige interessante Kurven, die sie so noch nie bei dieser Waffe gesehen hatte. Er wirkte gebraucht aber im besten Zustand. Die schimmernde helle Sehne war entspannt und war in einer formschönen Spirale um das obere Ende geschlungen. Doch bevor sie ganz ihre gute Erziehung vergaß und ihn weiter anstarrte, da machte sie einen kleinen Knicks und sah den Mann an. Der Knicks war einfach in ihr drin eine Gewöhnung ihres früheren Lebens, auch wenn sie sich dafür Schalt dies getan zu haben. Es könnte auf ihre Herkunft hindeuten und sie biss sich auf die Unterlippe.
„Guten Morgen, der Herr.“
, sagte sie und versuchte es einfach zu überspielen, mit Höflichkeit und Freundlichkeit, sie schaffte es sogar zu lächeln und wartete nun darauf das er etwas sagte oder Violetta. Beim Blick auf die alte Frau fragte sie sich auch vielleicht, ob sie ihrem Gönner schon von Sophias wahrer Identität erzählt hatte oder nicht. Der Knicks war schon ein Indiz, aber noch bestand die Möglichkeit, dass der Fremde nichts über sie wusste... oder viel mehr als sie vermutete, nur nicht so wie sie dachte. Letzteres schien auch eine Möglichkeit, denn so wie er sie ansah...
Sein stahlgrauer Blick schien in ihre Seele zu durchforsten, wanderte über die Hügel ihrer Erziehung und sprang über die Untiefen ihrer Lügen. Noch nie hatte sie jemand so angesehen! Niemals! So... ernsthaft interessiert an IHR! Und wer war sie schon?! Ihr ganzes Leben war sie Statistin in einem Stück gewesen, in dem andere die Schnüre in der Hand hielten. Und Er? Er sah sie an, SIE!
Der Moment streckte sich und das Schweigen war fast nicht auszuhalten. Gerade als Sophia fast noch mal einen Guten Morgen gewünscht hätte, nur um sicher zu sein, dass er es auch gehört hatte, da nickte er und erwiderte den Gruß.
„Guten Morgen.“
Seine Stimme war warm, leicht rau und er sprach leise, als wolle er sie nicht verschrecken. Leider trat dann erst einmal wieder Schweigen ein, in dem er sie wieder ansah. Nur Violetta schien ein Erbarmen mit ihr zu haben und plapperte plötzlich los.
„Ja, Ja! So ein schöner Morgen! Die Sonne scheint, der Wind schweigt still und die Luft ist milde. Das hätten wir ja nun geklärt.“
Pedro riss etwas verdutzt die Augen auf, als seine Mutter so direkt los legte, aber griff auch nicht ein. Die schon etwas in die Jahre gekommene Frau sprach im Plauderton einfach weiter:
„Wir haben Tee und frisches Brot, wenn ihr möchtet. Wir könnten uns ja erst mal gemütlich zusammen setzen und...“
Ohne den Blick von Sophia zu nehmen antwortete der Fremde:
„Nein... Danke. ...Ich würde gern mit ihr allein sprechen.“
Damit wandte er sich wie selbstverständlich dem kleinen Trampelpfad zu, den Sophia schon kannte.
„Würdest du mich bitte begleiten?“
Er hatte sich schon halb abgewandt, sah sie aber immernoch an und wartete darauf, dass sie ihm folgen würde. Ein bisschen erinnerte sie seine Haltung, so wie er sie über die Schulter hinweg ansah, an den Hirsch aus ihrem Traum. Nein, das war sicher zu weit her geholt. War ihr Traum vielleicht eine Art Vorzeichen gewesen? Manchmal passierten ja solche Sachen. Sollte sie ihm so ganz allein in den Wald folgen, oder doch lieber bei der mütterlichen Violetta bleiben, die gerade ein paar Kräuter vom Trocknen unter der Dachkante ab zupfte und in den Tee gab. Auch ihr Blick war neugierig auf Sophia gerichtet.
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