Willkommen in Grandea

Prunkvoll mit goldenen Kuppeln, gebaut aus hellem Stein, erstrahlt er schon von weitem. Auch ist hier der Sitz des gefürchteten Königs. Die Stadt besteht sozusagen aus zwei Ringen, dem "Adelsring" und dem "Volksring".
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Willkommen in Grandea

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 12. Januar 2012, 13:57

Tahmo kommt von Die Himmelsstadt Hymlia ‹ Marktplatz Hymlias -> Letzte Vorbereitungen

Wenn sie nicht gewusst hätte, wie erschöpft Tahmo gewesen war, Lua hätte ihn dafür getadelt, dass er hinter ihrem Rücken einfach so einschlief. Einen Flug über Celcia, noch dazu auf einem mit magischen Schwingen versehenen Pferd ließ man sich nicht entgehen. Aber Tahmo hatte sich vollkommen verausgabt, vor allem psychisch. Die Windsbraut steckte noch in seinem Körper, irgendwo tief vergraben. Bisher hatte sie sich nicht mehr gezeigt, aber Tahmo hatte auch darauf verzichtet, Magie zu wirken. Würde sie nur dann mächtig genug sein, durch ihn zu handeln? Oder konnte sie auch agieren, wenn er sich gegen die Zauberei stellte? Bekam sie von ihren Plänen mit?
Hymlia lag schon weit hinter ihnen. Lua hatte gesehen, wie sie den Urwald Kapayu überflogen hatten. Eine gewaltige grüne Masse, die sich wie ein breiter Wurm in das Bild Celcias legte. Eine grüne Faldorhölle voller Gefahren und doch barg dieser Dschungel auch wundervolle Pflanzen, Tiere und andere Phänomene, die sich die Luftmagierin nicht einmal erträumte. Keines davon sollte sie vorerst wiedersehen, denn der Kapayu war nicht das Ziel. Ikarus leitete die Pferde, ritt selbst auf seinem Pegasus voran und warf hin und wieder seinen Zauber aus, damit die Schwingen seiner Begleiter nicht versagten. Bei Faro war das kein Leichtes, denn das Pony amüsierte sich in der Luft geradezu königlich. Es flog Schleifen, zeigte Loopings und gewagte Schrauben, während es im Sturzflug Richtung Celcia donnerte, nur um im letzten Moment wieder nach oben zu streben. Einige Bauern am Boden reckten erschrocken die Hälse, streckten die Finger gen Himmel aus und riefen etwas von einem geflügelten, dicken Pferd, das kam, um ihre Ernte zu reißen.
Aber nicht nur die Bauern hatten das fliegende Gespann bemerkt.

Schon lange vor ihrer Ankunft waren sie von den Spähern des Königs entdeckt worden. Wachen auf den Türmen, die in die Mauer eingelassen waren, welche Grandea umgab, hatten die fliegenden Pferde gesehen. Hörner waren gestoßen, Kuriere ausgesandt worden und auch die dunklen Besucher des Königreichs hatten ihre Aufmerksamkeit auf den Himmel gelenkt. Mit der Behauptung, Grandea würde von Schlachtrössern der Lüfte angegriffen war man in die Audienz des Königs hinein geplatzt. Dieser hatte sofort reagiert. Grandessa besaß nicht die besten Schützen Celcias, ihrer aber viele. Außerdem gab es ja noch die verbliebenen Armeetruppen der Dunkelelfen.
Einheiten beider Gruppierungen erwarteten den fliegenden Feind mit Armbrüsten und Bögen, die Pfeilspitzen zu den Wolken gerichtet.

Ikarus sah sie nicht. Er hatte den Blick nur kurze Zeit vom Boden abgewandt, vertraute auf seinen Pegasus, dass dieser schon sicher landen würde. Er ließ sich von Tahmo etwas aus den Provianttaschen reichen, nachdem der Blondschopf sich erkundigt hatte, ob sie hungrig waren. Auch Lua knabberte an einer Tomate, in der anderen Hand ein belegtes Brot. Niemand richtete derzeit den Blick nach unten. Niemand bis auf Faro.
"Faro, was hast du denn? Noch aufgeregter als sonst?" Lua lachte, spürte nicht den Hauch von Gefahr und dies war ein Fehler.
"Ich glaube, er ... AHHHRRRGGGHHH!" Ikarus riss es vom Rücken seines Pferdes. Er hatte sich zu einer Halbkugel gekrümmt, einen Pfeil in der Schulter, einen zweiten im Oberschenkel. Außerdem stürzte er gerade ab. Der Boden war noch gute 20 Meter unter ihnen. Der Aufprall würde tödlich enden.
Lua reagierte schnell. Sie wusste nicht, wie sie diesen Zauber plötzlich wirkte. Sie hatte ihn so nie gelernt, aber Ikarus' Magie bezüglich der magischen Flügel hatte sie beobachtet und ihn in einem ruhigen Moment auch darüber ausgefragt. Sie konzentrierte sich jetzt nur auf den Hymlianer. Sie bewegte ihre Finger, dass ihr Schweiß auf die Stirn trat. "Bring Nachtwind und Faro herunter", riet sie Tahmo noch, dann schloss sie sich in ihrer eigenen kleinen Welt ein. In dieser existierten nur sie, Ikarus und der harte Boden, vor dem sie ihn bewahren wollte. Ihre Magie wirkte. Ikarus wuchsen mit einem Mal Schwingen, ähnlich denen, die bei Faro und Nachtwind gewachsen waren. Nur die des Hymlianers flatterten wie lange Bahnen feinstem Stoff hinter ihm her. Sie waren halb durchsichtig, was seinem gesamten Fall etwas Mystisches verpasste. Er wurde gebremst, segelte jetzt mehr wie ein Blatt im Wind gen Boden. Doch dadurch war die Gefahr noch nicht gebannt.
Weitere Pfeile flogen, drohten, Lua und Tahmo oder eines der Pferde zu treffen. Und da meldete sich die Windsbraut wieder:
"Windkind. Tahmo. Luftmagier.
Du weißt, dass du zaubern musst.
Setze Magie ein, rette die, die du liebst.
Vernichte die, die dich zerstören wollen.
Lass mich dir helfen.
Du weißt, wir könnten sie alle zerschlagen.
Lass es zu, Windkind.
Jetzt!"
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Re: Willkommen in Grandea

Beitrag von Tahmo » Sonntag 22. Januar 2012, 23:07

Es ging so unglaublich schnell.
Gerade noch hatte Tahmo, aus seinem kurzen Nickerchen erwacht, die Landschaft unter seinen Füßen bewundert während er genüsslich an etwas Brot aus der Provianttasche knabberte.
Faro hatte es als erster bemerkt, doch da war es schon zu spät.
Ein kurzes, hohes Sirren in der Luft dicht gefolgt von einem dumpfen Geräusch sowie einem schmerzerfüllten Schrei.
Von zwei Pfeilen getroffen sank Ikarus nach vorne aus dem Sattel und mit fassungslosen Blick musste Tahmo mit ansehen wie der Hymlianer fast in Zeitlupe abstürzte... Dann ging alles furchbar schnell. Tahmo war zuerst wie versteinert, ehe ein weiterer Pfeil äußerst knapp an seinem Ohr vorbei zischte und ihn aus seiner Schockstarre erweckte. Luas Worte überschlugen sich, sie drückte Tahmo Nachtwinds Zügel in die Hände, welcher erst an der schlanken Magierin vorbei greifen musste um sie zu greifen. Weitere Pfeile flogen an ihnen vorbei, aus den Augenwinkeln sah er wie Faro langsam gen Erdboden flog... dorthin wo auch Ikarus stürzte. Bisher war sein Freund noch nicht getroffen worden, oder zumindest konnte Tahmo nirgends einen Pfeilschaft erkennen.
Luas Anweisung folge leistend brachte auch er Nachtwind so schnell wie möglich tiefer um nicht länger eine große, fliegende Zielscheibe zu bieten. Seine Nackenhaare stellten sich auf, er fühlte wie Lua einen Zauber wirkte und stellte mit erstauntem Keuchen fest das Ikarus nun Schwingen wuchsen und er sanft wie ein Blatt zu Boden segelte. Ein erneuter Pfeil bohrte sich dumpf in eine der Satteltaschen. Tahmo schluckte, das Adrenalin rauschte in seinen Ohren... Der Abstand zum Boden verringerte sich... er betete leise zu den Göttern das sie dies hier unverletzt überleben würden... Als sich eine andere, bei weitem nicht göttliche, Stimme in seinem Kopf meldete.
"Windkind. Tahmo. Luftmagier.
Du weißt, dass du zaubern musst.
Setze Magie ein, rette die, die du liebst.
Vernichte die, die dich zerstören wollen.
Lass mich dir helfen.
Du weißt, wir könnten sie alle zerschlagen.
Lass es zu, Windkind.
Jetzt!"
Tahmo blieb die Luft im Hals stecken. Erneut erschien die Welt um ihn herum wie in Zeitlupe während die Worte klar und deutlich in seinem Kopf wiederhallten. Kurz meinte er sogar den Schemen eines Gesichtes vor seinen Augen erkennen zu können... Die Worte umschmeichelten ihn, mehr denn je... Tahmo schluckte, er war versucht diesem Angebot folge zu leisten... Warum auch nicht? Sollten diese Bogenschützen ruhig seine Wut darüber erfahren das sie Ikarus verletzt hatten! Er würde wie ein zornige Orkan auf sie hinab brausen, wie Spielzeug durch die Luft werfen und jeden einzelnen von ihnen...
Tahmo erschrack als er sich seiner Gedanken bewusst wurde. Eiskalt lief es ihm den Rücken hinab und er schüttelte hartnäckig den Kopf. „Nein....NEIN!“ Hart biss er die Zähne aufeinander und versuchte sich darauf zu konzentrieren Nachtwind sicher nach unten zu bringen. Er durfte den Einflüsterungen dieses Dämons nicht nachgeben, egal wie verzwickt die Lage auch war... Noch gab es die Möglichkeit das sie sicher landen würden. „Oh Ventha... bitte hilf uns“ Murmelte er ein erneutes Stossgebet....

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Re: Willkommen in Grandea

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 26. Januar 2012, 22:55

Weitere Pfeile schossen an Tahmo vorbei. Zum Glück verfehlten sie ihn, auch wenn es knapp war. Ob die Windsbraut etwas damit zu tun hatte oder schritt Ventha ein, an die der Blondschopf bereits ein Gebet nach dem anderen schickte? Faro wich dem Pfeilhagel überraschend gut aus. In der Luft schien er sich wesentlich flinker und eleganter bewegen zu können als am Boden. Es war wie bei den Lebewesen der kalten Eisgebiete Celcias. Dicke Seerobben wälzten sich träge am Land und auf Eisschollen, doch wenn sie erst einmal im richtigen Element - im Wasser - waren, wirkte jede noch so kleine Bewegung geradezu grazil. Dort kamen sie voran, ohne sich groß anstrengen zu müssen. Doch das Pony musste landen, ebenso Nachtwind. Jetzt, da Ikarus getroffen und offensichtlich bewusstlos war, wurde auch sein Schwingenzauber nicht mehr nachgewirkt. Die magischen Flügel der Tiere ließen bereits Federn.
"Wir müssen landen, Tahmo! Beeil dich!" Lua konnte ihm immer noch nicht unterstützend unter die Arme greifen. Der Hymlianer hatte den Boden noch nicht erreichen. Sanft musste sie ihn an den Pfeilen vorbei und nach unten dirigieren. Dabei saß Luas Konzentration voll und ganz auf dem Zauber, den sie wirkte. Allerdings musste sie gleichzeitig auch darauf achten, nicht von einem Pfeil getroffen zu werden. Die Stimmen am Boden wurden lauter, die Soldaten waren jetzt viel deutlicher zu erkennen.
"Holt herunter, was immer da fliegt!", brüllte einer von ihnen. Er trug einen goldenen Helm mit violettem Federbusch und einen Umhang ähnlicher Farbe. Er musste der Hauptmann oder zumindest Truppenführer des ganzen sein. Die übrigen Soldaten gehorchten ihm. Erneut wurden Pfeile aufgesetzt und Bögen gespannt. Ikarus landete endlich, seinen Pegasus hatte es leider erwischt. Mit ausgebreiteten Schwingen lag er am Boden, das weiße Fell vom eigenen Blut befleckt. Er war tot.
Tahmo konnte sich um all das kaum kümmern. Er kämpfte mit dem Dämon in sich. Er musste gegen den Drang ankommen, seine Magie einzusetzen, ansonsten käme es vermutlich zu einem richtigen Blutbad. Doch die Windsbraut gab nicht so schnell auf. Sie säuselte weiter ihre Worte in seinen Geist, lockte und verführte ihn mit unbarmherziger Entschlossenheit.
Windkind. Tahmo. Luftmagier.
Das willst du doch nicht wirklich zulassen?
Du willst sie alle sterben lassen, weil du meine Macht scheust?
Ich kann dir so nützlich sein. Du kannst mit so nützlich sein.
Helfen wir einander und töten nur die, die uns im Wege stehen.
Was ist schon ein Leben, das du nicht kennst, wenn du eines retten kannst, das du liebst?
Windkind. Setze frei, wozu du fähig bist.
Es wird gigantisch werden.
Ich verspreche es.
Ihre Fänge legten sich um ihn wie der Körper jener Schlange, den sie offenbar darstellte. Tahmo hatte das Bild ja in dem Buch gesehen, das er mit sich führte. Sie wickelte ihn mit Worten ein, schlang jene Bande enger, dass ihm die Luft zum Atmen hätte knapp werden können. Doch stattdessen würgte sie an seiner Entscheidungsgewalt. Hätte die Windsbraut ihn erneut zum Zaubern animieren können? Die Antwort würde ewig unbekannt bleiben, denn etwas sorgte dafür, dass Tahmos Aufmerksamkeit auf die reale Welt zurückgesetzt wurde. Lua schrie auf. Es klang furchtbar, sie hatte eindeutig Schmerzen. Ein Pfeil ragte mit dem gesamten Schaft aus ihrer Schulter heraus. Sie starrte darauf, Tränen der Pein in den Augen. Sie wagte nicht, ihn zu berühren, aber Blut quoll bereits aus der Wunde. Zu allem Überfluss schwanden auch noch die Flügel der beiden Pferde endgültig. Glücklicherweise hatte Faro schon zur Landung angesetzt. Er fiel nicht einmal hin, als seine Hufe auf den Boden knallten und ein donnerndes Geräusch gen Himmel schickten. Sofort eilten drei Soldaten in seine Richtung, um ihn einzufangen. Einer von ihnen schwang ein Seil.
Aber Tahmo konnte sich jetzt nicht um seinen tierischen Freund kümmern. Nachtwind kam ins Straucheln. Er fiel deutlich tiefer als das Pony. Die Landung entpuppte sich als unangenehm und schmerzhaft. Nachtwind wieherte, knickte seitlich ein und warf so sowohl Lua, Tahmo als auch einen Teil ihrer Ausrüstung ab. Das Pfer raffte sich jedoch schnell wieder auf. Leider waren es Soldaten, die Nachtwind an den Zügeln packten und von seinen Reitern weg zerrten.
Lua krümmte sich am Boden zusammen. Sie hielt ihre Schulter. Der Pfeilschaft war abgebrochen. Die Spitze würde heraus opertiert werden müssen. So einfach ließ sie sich jetzt nicht entfernen. Seine Freundin hatte schreckliche Schmerzen. Wie sah es mit Ikarus aus? Hatte er landen können? War er weitgehend in Ordnung?
Weitere Soldaten umringten jetzt Tahmo und Lua. Gespannte Bögen sowie wenige Schwertspitzen, vor allem aber Äxte wurden auf ihn gerichtet. Die Einheiten verbargen sich hinter Schilden. Der Mann mit dem Federbuschhelm trat zwischen ihnen hindurch. Er blickte streng auf die ungebetenen Gäste herab. Sein schwarzer Vollbart war so buschig wie seine Brauen, unter denen klare Augen die Fremden musterten. "Wer seid ihr? Warum attackiert ihr Grandea aus der Luft? Antwortet! Sofort!", blaffte er ihnen entgegen.
Lua konnte nicht antworten. Der Schmerz nahm sie voll und ganz ein. Ächzend wälzte sie sich hin und her, noch immer Tränen in den Augen.
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Re: Willkommen in Grandea

Beitrag von Tahmo » Montag 30. Januar 2012, 21:54

Die Situation wurde von Minute zu Minute brenzliger. Lua versuchte weiterhin den verletzten Ikarus so sanft wie möglich landen zu lassen, während die Pfeile immer dichter an ihnen vorbei sirrten und Tahmo damit beschäftigt war gleich an zwei Fronten zu kämpfen. Verbissen krallten sich seine Hände um die Zügel, instinktiv versuchte er in einem Zickzackflug den todbringenden Geschoßen auszuweichen und gleichzeitig einen einigermaßen sicheren Landeplatz in Ikarus Nähe auszumachen... während seine Sinne durch den Dämon halb getrübt waren. Die Befehle der Soldaten sowie die Worte die Lua ihm zurief nahm er nur wie störendes Poltern irgendwo am Rande seines Bewusstseins war. Er drückte seine Stirn an den Rücken der Magierin, kniff die Augen zu und fokussierte seine Gedanken verbissen auf das hier und jetzt...
Er durfte den verlockenden Worten des Dämons nicht erliegen... er konnte es deutlich fühlen wie sich ihr Schlangenartiger Leib um seinen Oberkörper und um seinen Geist wand. Ihm die Luft aus den Lungen pressen wollte und gleichzeitig jeden klaren Gedanken zerdrückte. Selbst mit geschlossenen Augen konnte er die frauenartige Fratze klar vor sich sehen die, mal süßlich lächelnd und mal giftig spuckend mit ihm sprach. Wogen des Zorns und der Wut... die sicherlich nicht seine eigenen sondern die des Dämons waren durchwallten hier und dort seine Adern. Gefolgt von plötzlicher Trauer über den Verlust seiner Freunde und die unbändige Freude daran mit dem Wind zu spielen... Die Windsbraut spielte mit ihm, mit seinen Gefühlen. Gaukelte ihm emotionen vor die nicht die seinigen waren. Bilder von seinen toten Freunden zuckten durch seinen Geist, gefolgt von den Worten das er dies verhindern könne wenn er sie denn nur handeln lies....

Beinahe wäre Tahmo soweit gewesen... fast hätte sie ihn soweit gehabt... Durch da durchfuhr ein von Schmerz gellender Schrei die Luft, welchen Tahmo sogar aus dem Tode wieder hätte erwachen lassen.
„Lua!“ Tahmo riss die Augen auf. Der Schrei spülte die Windsbraut wie ein kalter Bach erst einmal aus seinen Gedanken und lies ihn wieder ins hier und jetzt kommen. Entsetzt starrte er auf den Pfeilschaft welcher schräg aus Luas Schulter ragte. Schnell nahm der Stoff ihrer Robe einen dunklen, blutgetränkten Farbton an während Tahmo hastig mit einer Hand den Zügel los lies um instinktiv auf die blutende Wunde zu drücken....

Doch soweit kam er nicht mehr. Lua verlor die Kontrolle über ihren Zauber, die Flügel schwanden und sie stürzten ungebremst gen Boden. Wo Faro anscheinend Glück hatte und nicht all zu weit stürzte, traf es Tahmo, Lua und Nachtwind bedeutend schlimmer!Die Welt drehte sich Kopf, Tahmos Herz tat einen entsetzten Hüpfer, das Blut floh aus seinen Armen und Beinen und angsterfüllt riss er seinen Augen weit auf und die Arme schützend hoch, während der grüne Boden unheilvoll auf ihn zuraste und ihn genauso begrüßte. Schreie, ein dumpfer Aufprall. Ein harter Schlag presste Tahmo die Luft aus der Lunge. Er stieß sich zweimal den Kopf, sowie mehrmals andere, empfindlichere Körperteile ehe er um Luft ringend und von Dreck bedeckt liegen blieb. Kurz überkam ihn Dunkelheit... er hörte dumpfe Schritte in der Ferne, in seinem Kopf knisterte und rauschte es... ihm war schlecht und sein Geist kämpfte darum nicht ihn Ohnmacht zu fallen...
letztlich kehrte sein Bewusstsein zurück. Augenblicklich wurde er sich der Situation wieder bewusst, Adrenalin schoß durch seine Adern und lies ihn etwaige Prellugnen, Verletzungen oder Schmerzen durch die Landung erst einmal vergessen. Stöhnend rappelte er sich auf, suchte sicheren Stand auf seinen wackeligen Knien und atmete scharf ein als er die näherkommenden Soldaten um sich herum erblickte. Erschrocken hob er in einer abwehrenden Geste die Hände, taumelte dann jedoch schnell zu der am Boden liegenden Lua. „Lua! Lua bis' du in Ordnung?! Wir müss'n hier weg“ Er ging neben ihr in die Hocke, deutete ihre kauernde Haltung als klares Nein und rappelte sich hastig wieder hoch als die Soldaten einen geschlossenen Kreis um sie bildeten und eine Flucht somit undenkbar war... „Keine Sorge... ich... mach's schon.“ Rief er ihr mit bebender Stimme zu während er sich über sie stellte, einen Fuß vor ihr und einen Fuß hinter ihr um sich somit schützend aufzubauen. Speere wurden gesenkt und scharfe Spitzen zielten auf sie... eine erneute Welle der Wut wallte wie eine kurze Windböe durch Tahmos Geist... Ein äußerst großer und stämmiger Soldat mit einem Federbusch trat zwischen zwei Soldaten hervor und blieb gut drei Schritt von Tahmo stehen.
Fremdartige, unfreundlich klingende Worte wurden Tahmo entgegen geblafft, welcher kein einziges Wort verstand... aber was gab es in dieser Situation auch großartig zu verstehen? Tahmo fühlte sich bedroht, wütend... immer stärker wurde die Wut in ihm... Die Windsbraut lockte ihn nicht mehr mit Worten... musste sie auch nicht mehr. Tahmo war nun plötzlich viel empfänglicher für die Wut die sie ihm lieh... Der Dämon musste nur noch warten bis die Soldaten angriffen, dann würde Tahmo sicherlich seine Magie einsetzen... und dann würde kein Stein mehr auf dem anderen bleiben. Doch noch war es nicht so weit... noch sträubte sich ein Teil von Tahmo dagegen, wollte die sanfte Brise nicht zu einem Orkan werden lassen. „Lasst.... uns.... in....Ruhe“ Antwortete Tahmo langsam mit bebender Stimme und betonte dabei jedes einzelne Wort. „Wir.... tun... euch.... nichts....wir.... sind..... friedlich.“
Tahmo atmete tief durch, „Greift.... ihr.... uns....an....werde...ich...mich....verteidigen.“
Hatte Tahmo seine Arme bisher eher beschwichtigend vor sich gehalten, so hob er sie nun mit geöffneten Handflächen auf Kopfhöhe um seine friedfertigen Absichten zu demonstrieren.
Noch nie zu vor in seinem Leben hatte er sich so sehr im hier und jetzt gefühlt. Das Adrenalin, die Bedrohlichkeit dieser Situation fokussierte seine gesamten Gedanken auf das hier und jetzt. Mit klarem, ernsten Blick starrte er dem Soldaten trotzig entgegen.
Dennoch befand er sich genau an der Grenze zu einem Wutausbruch der kolossale Folgen haben könnte. Er war die Ruhe vor dem Sturm. Die Windsbraut wartete nur noch lauernd darauf das sie jeden Moment die Kontrolle übernehmen konnte... Alles hing also davon ab wie sich der Soldat mit den Federn auf dem Kopf verhalten würde.

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Re: Willkommen in Grandea

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 1. Februar 2012, 23:30

Tahmos Lebensenergie ändert sich auf: Bild
Bitte im Profil aktualisieren.


Das würde eine Beule und mehrere blaue Flecken geben. Tahmo hatte nicht gerade sanft Bekanntschaft mit grandessarischem Boden gemacht. Außerdem durfte er feststellen, dass dieser zur aktuellen Jahreszeit ungemein hart war. Gras und Dreck wirbelte er mit seinem Sturz dennoch auf. Er hatte Glück, dass Nachtwind sich sofort auf die Seite rollte und unter wackligen Beinen aufstand. Das Pferd hätte ihn ebenso platt rollen können. Wenigstens ein bisschen Glück im Unglück, denn ein Unglück war es wirklich. Lua hatte es erwischt, Ikarus war ebenfalls verletzt und die Soldaten richteten jetzt ihre Waffen neu aus. Der Himmel als Ziel schwand und Tahmo und seine Freunde wurden nun neu angepeilt. Jetzt waren sie auch für die scharfen Klingen erreichbar, die im matten Licht aufblitzten. Die Reflektion genügte, um sich Bahn durch Tahmos vernebelten Geist zu brechen. Der dunkle Schleier des Aufpralls fiel von ihm ab. Das Licht blendete leicht, die verschwommenen Formen nahmen endlich Kontur an.
Als er wieder einigermaßen Herr seiner Sinne war, wandte er sich jener Person zu, die wohl für den gewaltigen Adrenalinschub in seinem Körper verantwortlich war. Die Sorge um Lua Chii ließ den Blondschopf sogar seine schmerzenden Glieder vergessen. Lua hatte es allerdings nicht so leicht. In ihrer Schulter steckte eine Pfeilspitze, aber diese hatte sich beim Aufprall offenkundig etwas verdreht. Das Blut konnte ungehindert aus ihrem Körper laufen. Der obere Teil ihres schönen Mantels war bereits blutbesudelt. Ihr Gesicht war von Pein verzerrt. Sie reagierte kaum auf Tahmos warndende Worte. "Tut ... so ... weh", ächzte sie, nicht imstande, mehr Worte hervor zu bringen. Sie mochte auch ohne Tahmo bereits so manches Abenteuer gemeistert haben, aber in keinem davon war sie mit Pfeil und Bogen attackiert worden. Die Verletzung machte ihr zu schaffen. Sie brauchte einen Heiler, sofort!
Dem Tonfall des grandessarischen Truppenführers nach zu urteilen würde sie diesen nicht erhalten. Tahmo verstand dessen Worte nicht, er beherrschte kein Garmisch, aber ganz sicher hatte der Mann nicht sein Bedauern ausgedrückt. Noch blieb er ruhig stehen, die Hand aber bereits leicht erhoben. Er musste sie nur schnell senken, um jene Geste zu signalisieren, dass geschossen und gestochen werden durfte. Aber noch war es nicht soweit. Der Blondschopf antwortete ihm - auf celcianisch.
"Sieht nicht wie ein Jorsaner aus, Herr. Die Kleidung ist mir vollkommen fremd", meldete sich einer der Soldaten. Er war kaum von den übrigen zu unterscheiden. Lediglich der violette Umhang hob ihn vom übrigen Fußvolk ab. Aber der Mann mit dem Federbusch auf dem Helm schien auf ihn zu hören. Er nickte, musterte erst die am Boden kauernde Lua, dann Tahmo. In dessen Geist tobte die Windsbraut. Immer wieder riet sie ihm zuzuschlagen.
"Tu es, Windkind.
Sie wiegen sich in Sicherheit.
Sie wollen euch quälend langsam umbringen, aber tun werden sie's irgendwann.
Komm ihnen zuvor.
Töte sie, töte sie jetzt!"
Wie sehr sie mit ihren Worten zu Tahmo durchkam, ob es ihr überhaupt gelang, wusste nur der junge Luftmagier ganz allein. Auch Adrenalin rauschte durch seine Adern. Sein Herz mochte ihm wohl bis zum Halse pochen, einer rasend schnell geschlagenen Buschtrommel gleich. Es wäre allein seine Entscheidung, was er aus dieser Situation machte. Er hätte die Macht, ließe er die Windsbraut frei. Im Sarius hatte er es schon einmal getan und die Feinde ausgemerzt. Bedauerlicherweise waren auch einige auf seiner Seite dem tosenden Wind zum Opfer gefallen. Hier würde es wohl nur die Soldaten treffen. Vielleicht auch noch Ikarus, der ganz in der Nähe lag und bereits gefesselt wurde. Möglicherweise noch Nachtwind. Faro befand sich in ausreichender Distanz, aber die Soldaten hatten ihn ebenfalls unter Kontrolle. Das Pony wehrte sich nicht einmal groß. Es war ein friedliches Tier, hoffte auf Futter und Streicheleinheiten. Notfalls würde es ihn höchstens zur Flucht antreiben.
"Gib auf, Bursche. Du hast doch keine Chance, zwei deiner Gefährten sind verletzt", redete der Truppenführer auf Tahmo ein. Noch hatte er keinen Befehl an seine Männer gegeben. "Lass es gut sein, dann verfahren wir gerecht mit dir. Das heißt, sofern du nicht vom Feind geschickt wurdest. Antworte mir also: woher kommst du, Bursche?"
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Re: Willkommen in Grandea

Beitrag von Tahmo » Montag 6. Februar 2012, 21:50

Tahmo konnte Luas schmerzgeplagtes Stöhnen mehr als deutlich hören, fast war es ihm als fühlte er selbst den Schmerz. Er tat sich schwer seinen, im wahrsten Worte, inneren Dämon im Zaum zu halten... hatte er doch noch ein wenig Verbandszeug und Heilkräuter aus dem Fischerdorf in seinem Rucksack... er musste nur alle Soldaten töten und... nein! Das waren die Gedanken des Dämons und nicht seine eigenen. Er wusste nicht wo sein Rucksack war, er wusste nicht wie stark Lua verletzt war und was überhaupt geschehen konnte wenn er dem Dämon die Kontrolle überlies.
Reiß dich zusammen verdammt! Ich muss... ruhig bleiben...ja...genau...noch leben wir ja alle!
Tahmo konzentrierte sich auf die Reue und Scham die er nach der Sache im Sarius empfunden hatte. Er schaffte es somit seine Wut und die Windsbraut einigermaßen unter Kontrolle zu bekommen.
"Gib auf, Bursche. Du hast doch keine Chance, zwei deiner Gefährten sind verletzt. Lass es gut sein, dann verfahren wir gerecht mit dir. Das heißt, sofern du nicht vom Feind geschickt wurdest. Antworte mir also: woher kommst du, Bursche?"
Tahmo blinzelte überrascht. Der fremde Soldat konnte seine Sprache? Das änderte natürlich einiges! Vielleicht konnte er mit ihm verhandeln.... Tahmo atmete tief durch, die Windsbraut fluchte leise und wütend. Sie schien die Kontrolle über den jungen und eigentlich friedliebenden Magier immer mehr zu verlieren.
„Na dann...“ Tahmo blickte den Truppführer direkt an, während er sich ein wenig entspannte – was in diesem Fall jedoch bedeutete das er jegliche elfische Bogensehne an Spannkraft in den Schatten gestellt hätte.
„Wir.... woll'n euch nix tun. Wir komm'n in Fried'n, ja? Wir komm'n aus'm Sarius, sin' da nur knapp paar Orks un' dunklen Elf'n entkomm'n un' sin' nur auf'er Weiterreise. Bitte... ich weis nich' warum du uns angegriff'n has'... aber bitte lass' meine Freunde in Ruh' un' lass' sie verartzt'n eh sie sterbn'!“ Tahmos letzte Worte klangen laut und deutlich verzweifelt. Sein Herz klopfte wild gegen die Brust. Würde der Feldwebel seiner Bitte nicht nachkommen, so musste er wohl seine eigenen Prinzipien verraten und die Macht der Windsbraut nutzen... um darauf zu hoffen danach noch genug Kraft zu haben um Lua sowie Ikarus zu verbinden und schnellst möglichst einen Heiler zu finden.
Aber Lua war ihm solch ein Wagniss wert.

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Re: Willkommen in Grandea

Beitrag von Soldat/in » Sonntag 12. Februar 2012, 02:30

Ob Verbandszeug und Heilkräuter genügen würden? Die Pfeilspitze steckte tief in Luas Schulter. Man würde sie mit speziellem Besteck heraus operieren müssen, das üblicherweise nur ein Heilkundiger - ein Medicus - mit sich führte. Lichtmagie könnte auch helfen. Sie unterstützte den Körper dabei, sich selbst zu helfen und das überraschend rapide. Mithilfe eines Lichtmagiers, der sich auf Heilung spezialisiert hatte, könnte Lua den Schmerz verursachenden Fremdkörper einfach abstoßen. Anschließend könnte der Magier seine Kräfte einsetzen, ihre Wunde zu schließen.
Lua wälzte sich am Boden. Das Blut färbte bereits ihren schönen, gefiederten Mantel rot und auch das Gras unter ihr wurde von ihren Lebenssäften getränkt. Sie brauchte Hilfe - dringend!
Wie stand es zudem mit Ikarus? Der Luftmagierin war es gelungen, ihn sanft zum Boden zu bringen, doch danach hatte man ihn aus den Augen verloren. Schließlich waren Tahmo und Lua dann selbst abgestürzt. Tatsächlich befand sich der Hymlianer aber bereits in der "fürsorglichen Obhut" der Soldaten. Sie hatten ihn schnell überwältigt und mit Stricken gefesselt. In seinem Zustand brauchte man allerdings auch keinen Widerstand zu befürchten. Ikarus war, ähnlich wie Lua, verletzt.

Da Tahmo demnach der einzige Ansprechpartner war, der auch Antworten liefern konnte, wandte sich der Führer dieser grandessarischen Truppe direkt an ihn. Er sprach sogar Celcianisch - nicht verwunderlich. Grandessa war kein ungebildeter, unzivilisierter Ort. Das wäre Tahmo im Dorf der Waldmenschen passiert, in dem er sogar kurze Zeit verbracht hatte, aber nicht hier. Hier konnte man sich verständigen. Das glaubte zumindest der Truppenführer, bis er Tahmos Erklärungen hörte. Er runzelte die Stirn, erhöhte seine Konzentration. Es war schwierig, alle Informationen aus dem Bauerndialekt zu ziehen. Er lauschte aufmerksam.
Als der Fremde geendet hatte, neigte der kommandierende Offizier seinen Kopf zur Seite. Er richtete das Wort an seine Soldaten, welche immer noch einen Kreis um die vom Himmel Geholten bildeten, die Waffen zielsicher auf sie gerichtet. "Das wird wohl kein Jorsaner sein. Nicht einmal die haben ein derartiges Schlappmaul." Seine Männer lachten. Dann hob ihr Anführer die Hand. "Genug!", gab er den Befehl, sich wieder diszipliniert zu benehmen.
Seine strengen Augen fixierten zum wiederholten Mal den Blondschopf. "Soweit ich dein Kauderwelsch verstanden habe, seid ihr vor Dunkelelfen geflohen. Ist meine Annahme also richtig, dass ihr Feinde des dunklen Volkes seid?" Seine Miene blieb ausdruckslos. Wahrscheinlich waren dieser Junge und seine Begleiter einfache Leute, die von den Dunkelelfen versklavt worden und anschließend geflohen waren. Dass sie aber auf fliegenden Pferden über Grandessa kreisten - nun, das war ein Grund anzunehmen, sie wären auch ihnen gegenüber feindlich gesinnt. Noch war der Hauptmann nicht von Tahmos Harmlosigkeit überzeugt. Stille Wasser waren tief. Er musste mehr über ihn heraus finden. Doch dafür blieb zunächst keine Zeit.
"Erkläre mir alles Weitere unterwegs und vor allem: Beantworte meine Fragen. Ihr seid vorläufig verhaftet - natürlich nur aus Untersuchungsgründen. Wenn von euch wirklich keine Gefahr ausgeht, werdet ihr wieder freigelassen." Er wandte sich um, schritt aus dem Kreis seiner Männer wieder heraus. Einigen von ihnen brüllte er Befehle zu: "Soldat Barwick! Eilt los und kündigt unsere Rückkehr an. Sorgt dafür, dass mindestens ein Medicus bereit steht. Soldaten Marven und Marven!" Zwei Männer machten jeweils einen Schritt nach vorn. Nun, da sie sich so vom Rest ihrer Truppe abhoben, erkannte man, dass sie Zwillinge sein mussten. Sie glichen sich wie ein Ei dem anderen. Sie schienen sogar im gleichen Rhythmus zu atmen. Brav und mit zackiger Haltung salutierten sie.
"Ihr beiden findet einen Karren für die Verletzten. Eilt eucht!"
"Jawohl, Herr Hauptmann!"
Schon rannten sie los. Ihr Truppenführer hielt die Befehle bewusst auf Garmisch. Der Junge mit dem blonden, struppigen Haar verstand sie nicht. Ihm schien die Sprache nicht geläufig, warum also alles vor ihm ausplaudern. Es genügte, wenn er das Nötigste wusste. "Ich bin Hartwald Aczek, Hauptmann des dritten Regiments des Fußvolks aus der grandessarischen Armee. Es reicht, wenn du mich mit Hauptmann ansprichst. Und nun, folge mir!"
Der Kreis um Tahmo löste sich auf. Zwei Soldaten kamen näher, um Lua so vorsichtig wie möglich anzuheben. Nachtwind und auch der brave Faro wurden an Seilen herbei geführt, allerdings nicht nahe genug an Tahmo heran, als dass dieser möglicherweise einen gewagten Fluchtplan hätte umsetzen können. Im Innern tobte noch immer die Windsbraut, aber ihre Stimme war glücklicherweise wieder leiser geworden. Sie hatte Tahmos Sträuben bemerkt und zog erste Schlüsse daraus.
"Der Wald Sarius liegt hinter dem Urwald Kapayu, soweit ich mich auskenne", begannt Hauptmann Aczek dann ein Gespräch. Er wollte mehr Informationen haben. "Ich wusste jedoch nicht, dass man dort Pferde besitzt, die fliegen können. Ich zweifle ein wenig an deinen Worten, Junge. Woher kommt ihr wirklich, woher stammen diese Pferde?"
Noch ehe Tahmo antworten konnte, tauchten Marven und Marven mit einem Karren auf, vor den man üblicherweise wohl einen Ochsen oder Esel spannte. Jetzt zogen die Brüder ihn heran und eilten sich, damit man sowohl Lua als auch Ikarus darauf abladen konnte. Letzterer war bewusstlos.
Kurz darauf marschierten sie los, der gewaltigen und ummauerten Stadt entgegen, die in diesem Königreich nur als die Haupstadt Grandea bekannt war.
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Re: Willkommen in Grandea

Beitrag von Tahmo » Sonntag 19. Februar 2012, 23:15

Tahmo blieb keine andere Wahl als dem Hauptmann, welcher sich als Hartwald Aczek vorstellte fürs erste zu folgen. Es schien so als wären diese Männer momentan seine einzige Hoffnung darauf das Lua und Ikarus überlebten. Wobei sie ohne diese vermaledeiten Soldaten niemals in eine derartige Situation geraten wären. Blieb nur zu hoffen das nicht alle Grandesser derart schießwütige Grobklotze waren... Zumindest unterdrückte seine tiefgreifende Sorge und Angst um Luas Leben momentan den Dämon in ihm. Auch wenn der Unmut und die Stille Wut über die Soldaten eine große Chance für die Windsbraut darstellte um die Kontrolle zu übernehmen.

Nachdem also die notwendigen Befehle gebrüllt und Lua sowie Ikarus unter Tahmos kritischen, von Sorgen erfüllten Blick auf einen Karren verfrachtet wurden, setzte sich der Troß in Bewegung. Tahmo musste neben dem Hauptmann gehen, während man Faro sowie Nachtwind in einigem Abstand hinter ihm führte. Er fühlte sich wie ein Verbrecher, so als hätte er irgendetwas ausgefressen. Sein Unverständniss gegenüber dem Handeln dieser Männer wuchs nur noch an. Gleichzeitig verdrehte er immer wieder den Kopf in Richtung des Karrens – ein paarmal stolperte er fast über Wurzeln die den Weg kreutzten - und kaute dabei angespannt auf der Unterlippe.
Tahmo überhörte auch zuerst die weiteren Fragen des Hauptmannes, bis dieser sie etwas lauter und energischer stellte.
„Mh? Was?... oh...achso... ja uns're Pferde also...“ Tahmo überlegte einen Moment. Es war sicherlich weiterhin nicht sinnvoll dem Mann von Hymlia zu erzählen. Denn immerhin schienen die Bewohner gerne weiterhin eher im verborgenen Leben zu wollen... Was Tahmo ihnen wirklich nicht verübeln konnte. Also entschied er sich nur einen Teil zu erzählen. Soviel das dieser Hauptmann zufrieden war, aber auch nicht zu viel das er noch neugierig werden würde.
Er seufzte tief, guckte kurz erneut zu Lua als er ein stöhnen hörte und wandte seinen ruhelosen Blick zurück zum Hauptmann. „Wir sin' Luftmagier.... Die Pferde sin' uns're Pferde un' die Flügl' war'n magisch. Un' wo wir herkomm'n hab'ch jah schon gesag'!“ Er schnaubte einmal kräftig aus, ehe der Unmut ein wenig mit ihm durch ging und er sich einen bissigen Kommentar nicht verkneifen konnte: „Schießt ihr eign'tlich immer auf irgn'welche Fremde o'er Unschuldige um'se dann gefangn' zu nehm'n un' auszufrag'n wo'se herkomm'n?“ Tahmo guckte den Hauptmann mit vorwurfs- und Sorgenvoller Mimik an, vernahm erneut ein gequältes Stöhnen vom Wagen und reckte seinen Kopf wieder in Luas Richtung. Auf seiner Stirn bildeten sich tiefe Sorgenfalten und er biß sich erneut hart auf die Unterlippe. „... He, wir woll'n euch echt nicht's böses, klar? Un' ich hoff'ma' ihr uns au' nich'. Also bitte, bitte lass' mich zu mein'n Freundn' auf'n Wag'n!“

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Re: Willkommen in Grandea

Beitrag von Erzähler » Samstag 25. Februar 2012, 22:58

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