Im Schutz des Waldes

Dieser wunderschöne Wald liegt im Nordosten, abgegrenzt durch den Fluss Iridul. Das Elfendorf Eldar ist in ihm verborgen, sowie der Sternensee – ein magischer See, dessen Geheimnis gut von den Elfen bewahrt wird.
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Die Bruderschaft aus Pelgar hat im Eldoras ein verstecktes Lager aufgebaut, in dem sie auch erste Flüchtlinge aus der Hauptstadt aufgenommen haben.
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Kazel Tenebrée
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Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 28. Januar 2011, 18:43

Kazel und Janay kommen von Hinter feindlichen Linien

Kazel blickte sich um. Durch die Stille Ebene hatte er die Gruppe sehr gut hindurch führen können. Dies würde wohl sogar Sintus aufgefallen sein. Immerhin hatte der Mischling zwei Jahre auf der Ebene verbracht, sich Tag für Tag durchgeschlagen und Nacht für Nacht unter dem freien Sternenhimmel verbracht. Er kannte die Gegend, hätte sie blind durchqueren können! Daher wusste er auch, dass sie dort wenige Chancen hatten, einen Unterschlupf zu finden. Es gab nur sehr wenige Höhlen, in die sie hineingepasst hätten – zudem auch nur sie, nicht die Pferde. Dazu hätte es einer Bären- oder Drachenhöhle bedurft. In der Stillen Ebene fand sich höchstens und mit viel Glück ein Fuchsbau.
Jetzt jedoch hatte die Gruppe den Wald Eldoras betreten. Hier war Kazel nie zuvor gewesen und trotz des waldelfischen Teilblutes in seinen Adern war er kein ausgebildeter Waldläufer. Er blickte sich daher nun eher ziellos nach einer Höhle um, wurde langsamer.
Das lag vielleicht auch daran, dass er nachdachte. Der Stab in seiner linken Hand, an dessen Arm noch immer der Schildgriff des Gevatters befestigt war – das Schild sah man nicht, es manifestierte sich ja nur, wenn untote Magie darauf schlug. In Kazels Rechter ruhte das Schwert. Genauer gesagt, der Griff. Auch hier zeigte sich die Macht des scheinbar kaputten Gegenstandes erst bei passendem Gebrauch.
Kazel achtete nicht auf seine Waffen oder den Schutz. Er ließ beides jedoch ebenso wenig einfach liegen. Xenia hatte ihm die Dinge gegeben. Xenia war seine Kampfpartnerin, seine Mentorin. Sie nennt mich immer noch Sturmadler. Ein Lächeln huschte über seine Züge. Warum nur? Sein Blick glitt kurz zu dem Stab herüber. Er sollte nicht damit herum fuchteln, was er tatsächlich vermied, aber immer wieder warf er seiner Seele flüchtige Blicke zu. Er dachte wieder und er dachte viel.

Zuerst an die Worte der Vettel. Hofdame war sie, jetzt Kräuterkundige. Hofdame! Eine so hässliche Frau. Was war mit ihr wohl geschehen, dass sie so geworden war? Eines stand jedenfalls fest. Mit diesem Gesicht hätte kein halbwegs Adeliger sie zur Hofdame gemacht. Pelgarer waren zu oberflächlich, um in dieser Richtung tolerant zu sein.
Kazel warf einen Blick nach hinten, zu Sintus. Ja, oberflächlich! Der Paladin hatte ihn eben als Haustier bezeichnet. Ein Wunder, dass er diesen gehobenen Status mit Kazel verglich. Vorher war er für Sintus doch nicht mehr gewesen als Dreck unter dessen Stiefelsohle!
Der Mischling stapfte weiter. Er konzentrierte seine wachsenden Gedanken wieder auf das, was Hofdame Vettel gesagt hatte. Was er von den neuen Flüchtlingen hielt? Nichts, hatte er ihr knapp geantwortet. Was sollte er schon von ihnen halten? Er machte sich darüber keinen Gedanken – bisher nicht. Jetzt schon.
Es sind Elfen. Waldelfen. Sie dürften sich hier doch auskennen. Ob sie meinen Vater kannten? Ich habe nie versucht, mehr über seine Herkunft bei anderen Elfen zu erfragen. Er blinzelte. Worte aus seinem Innern drangen zu ihm durch. Es ist nicht meine Schuld. Sie fühlten sich … beruhigend an. Vielleicht war das ein Überbleibsel Landrias. Ihr Vermächtnis, damit Kazel sein Leben gestärkt weiterleben konnte. Hatte sie seine Psyche nicht damals im Gebirge gestärkt, um seine Zweifel zu vertreiben? Er wusste nicht, wie viel sie wirklich bei ihm bewirkt hatte. Es war auch nicht wichtig. Sie war tot. Das ist meine Schuld. Ich habe sie bewusst umgebracht. Ich sollte den Feind ausschalten und ich habe mich für sie entschieden. Er schauderte. Das war nicht gut. Wieder schaute Kazel auf den Stab herab, anstatt nach einer Höhle zu gucken. Vielleicht sollte er doch nicht allzu viel grübeln.

Erneut jedoch setzte sein Denkapparat ein. Er dachte über die letzte Entscheidung nach, die er getroffen hatte. Dazu waren Sintus' entschlossene Worte nicht einmal nötig gewesen. Noch ehe der Paladin sie ausgesprochen hatte, war Kazel mit Juduka auf den Armen auf ihn zugegangen.
"Halt sie, wenn sie vor dir auf dem Pferd sitzt. Du bist der einzige, der es tun kann." Das waren die Worte des Mischlings gewesen. Mit diesen Worten hatte er Juduka und somit das Schicksal der Nachtelfe an Sintus überreicht. Hoffentlich war es kein Fehler. Ich hätte ihm den Stab geben sollen. Dann könnte ich jetzt seine Gedanken hören. Dann wüsste ich, ob er sie noch immer vergewaltigen will, nur weil sie anders ist.

Vielleicht hätte Kazel auch einfach nur einmal Talimée fragen sollen. Die besaß doch hellseherische Fähigkeiten. Jedenfalls gestand sie dies dem Paladin, als er sich nach Talenten der beiden Elfen erkundigte.
Sie sah in ihm längst eine Autoritätsperson. Nun, wahrscheinlich hätte sie sogar Kazel mit "Herr" angesprochen, denn Talimées Dasein als Sklavin der Dunkelelfen hatte sie binnen kürzester Zeit sehr schnell und sehr stark geprägt. Sie stellte sich auf die unterste Stufe, was einen unausgesprochenen Rang eines jeden Anwesenden betraf – auf dieser Stufe befand sich allerdings vielleicht auch dieser Sturmadler.
"Ich stamme aus dem Elfendorf Neryan, Herr", begann Talimée Sintus' Fragen zu beantworten. "Ich bin gelernte Floristin, aber ich besitze auch hellseherische Fähigkeiten. Sie funktionieren nur nicht immer." Die Elfe hatte etwas in Sintus' Augen auffunkeln sehen. Vielleicht Hoffnung? Bedauernd schüttelte sie den Kopf, ehe er fragen konnte. "Nein, Herr, es tut mir leid. Ich werde nicht voraussagen können, ob und wie die Dunkelelfen zu schlagen sind. Ob diese Seite siegen wird. Meine Gabe wird nicht bewusst von mir heraufbeschworen. Ich bin nur das Mittel. Wenn es geschieht, wird es geschehen." Sie legte eine Pause ein. "Ich kann ein wenig mit dem Bogen umgehen, Herr", fügte sie letztendlich noch an.
Dann schmiegte sie sich zögernd von hinten an Janay heran. Sie strich über deren Schultern, massierte sie leicht, auch am Rücken. Ihre Herrin sollte die Schmerzen vergessen und Talimée würde alles tun, damit es ihr das Reiten angenehmer von der Hand ging.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Samstag 29. Januar 2011, 00:12

Janays Augen hatten sich wieder auf Sintus gerichtet und sie beobachtete seine Regungen, während sie ihre eigenen versuchte zu unterdrücken. Ihr war klar, wie dünn das Eis war, auf dem sie und Talimée wegen deren Wahrheitsstreben befanden, deswegen wollte sie das Risiko soweit vermindern, wie es ihr möglich war. Was bedeutete, dass sie sich nicht anmerken lassen wollte, was in ihr vorging. Dass sie sich unbehaglich fühlte und eben das Wissen deutlich in ihrem Bewusstsein herum spukte, dass sie dem Tode geweiht wäre, wenn ihre wahre Identität heraus käme. Da würde ihr bestimmt niemand mehr glauben, dass sie nicht spionieren, sondern nur davon laufen wollte.
So zwang sie sich dazu, ihre Augenbraue nicht anzuheben, als er auflachte. Nun ja, sie würde es nicht so sehr darauf beziehen, dass hier sich niemand unauffällig bewegen könnte. Sondern sie machte sich eher Gedanken darum, was sie in solch einer Truppe heraus finden sollte, wenn sie es ernsthaft versuchen würde. Es war ein solch trauriges Häuflein, das abgetrennt wurde vom Rest dieser sogenannten Bruderschaft, dass hier kaum eine brauchbare Information auszukundschaften wäre. Sie war weiterhin der Meinung, dass der Anführer einen Fehler begangen hatte, als er sie beide gerade zu diesen Personen geschickt hatte. Andererseits wäre es für sie eventuell auf diese Art leichter, später zu fliehen und sich abzusetzen.
Trotzdem fand die junge Frau es klüger, dazu nichts zu sagen.
Auch direkt daraufhin presste sie die Zähne zusammen, um ja nichts zu erwidern.
Was hieß hier, ihr Volk hätte sich wie Fliegen vermehrt? So etwas hätten sie gar nicht nötig! Höchstwahrscheinlich war dieser Krieg, zu dem sich die Belagerungen entwickelt hatten, schon von langer Hand geplant worden. Dazu würde passen, dass sie ausreichend Zeit gehabt hätten, viele Soldaten zu sammeln und das nicht nur aus ihrer Rasse. Schließlich hatte sie auch Orks in Kosral gesehen und Verbündete gäbe es garantiert auch noch. Sie könnte sich durchaus ebenfalls vorstellen, dass sie all ihre Pläne lange genug geheim gehalten hätten, um unvorhergesehen angreifen zu können. Da waren die Kontrahenten bestimmt nicht darauf vorbereitet gewesen und schon gar nicht gesammelt. Kein Wunder also, wenn sie unterlagen.
Janay musste sich eingestehen, dass sie nicht einmal wirkliches Mitleid mit den Angegriffenen empfand. Dazu war sie zu wenig an einem Ort heimisch oder einem Volk verhaftet. Sie befürchtete lediglich die Ausbreitung, sodass sie nirgends mehr sicher war, noch weniger, als es bisher war.
Auf seine weiteren Ausführungen reagierte sie mit einem zaghaften Schulterzucken. "Der Wald ist groß. Es gibt bestimmt Wege, die man nehmen könnte, ohne der Dunklen Armee in die Hände zu fallen.", erwiderte sie trocken und aus Erfahrung. Immerhin war sie weit gekommen, ohne auf ihresgleichen zu stoßen. Es käme einfach auf die Größe der Gruppe an, um aufzufallen oder verborgen bleiben zu können.
Ein leises Seufzen kam ihr bei seiner Frage über die Lippen. "Richtig, dorthin wollten sie uns bringen, vermutlich in ihr Lager. Nur heißt das nicht zwangsläufig, dass auch wir zu diesem Ort wollten.", bemerkte sie noch einmal nachdrücklich.
Anscheinend beschäftigten sich seine Gedanken viel zu stark mit Pelgar, um diesen logischen Schluss ziehen zu können. Denn sie würde diese Stadt freiwillig bestimmt nicht erwähnen, wenn es nicht nötig wäre... oder ein Geschäft sie dorthin geführt hätte. Sonst mied sie die Hauptstadt und nun aus einem weiteren Grund, da sie nicht glaubte, dass die Verteidigung noch lange aufrecht zu erhalten war.
Ihre nächste Bemerkung richtete sie an Xenia und bekam deswegen, unvorsichtigerweise, die Reaktion des Ritters nicht mit. Dafür sah sie diese umso deutlicher, als sie ihn danach auf den Umstand der bisherigen Hilfe aufmerksam machte und das Gefühl hatte, sich nun seinen Ärger zu zuziehen. Nun ja, auch wenn sie hier war, um angeblich Informationen aus ihm heraus zu kitzeln, hieß das noch lange nicht, dass sie das zarte Lämmlein spielte. Noch dazu, wo sie eine höhergestellte Person darstellen sollte und diese hielt gewöhnlich mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg.
Ihre Augenbraue hob sich und schließlich seufzte sie sogar erneut, diesmal vernehmlicher. "Wenn Ihr uns mitnehmt, werden wir alle miteinander auszukommen haben, das ist mir klar. Aber erwartet nicht von mir, dass ich Anweisungen einfach hinnehme und nicht hinterfrage, wenn sie mir... suspekt erscheinen. Verantwortung hin oder her, wenn Ihr damit anfängt, unlogisch zu werden, muss es jemanden geben, der Euch darauf hinweist.", stellte sie mit erstaunlich ruhiger Stimme klar, obwohl ihr Herz regelrecht in ihrer Brust hämmerte.
Das Eis unter ihren Füßen wurde gerade merklich dünner, begriff sie. Trotzdem würde sie das nicht zurück halten, sonst würde es irgendwann zu einem noch ungünstigeren Zeitpunkt aus ihr hervor brechen. Was vermutlich noch schlechter für ihr Ansehen in seinen Augen war als jetzt.
Seine nun düstere Stimmung verschreckte sie nicht unbedingt, machte sie allerdings vorsichtiger.
Sie war alles andere als begeistert davon, dass sie wieder auf eines der Biester klettern sollte, doch wäre es eindeutig besser als zu laufen mit diesen Schmerzen im gesamten Körper.
Mit Mühe und leisem, gequältem Stöhnen rappelte sie sich auf die Füße und wartete kurz, bis sie wieder entspannt genug war, um überhaupt Luft holen zu können.
Danach ging es weiter, einen Schritt nach dem anderen, bis sie Talimée erreicht hatte.
Ein leidendes Grinsen huschte über ihre Lippen. "Immerhin... es hätte schlimmer kommen können.", wisperte sie ihr zu und es sollte beruhigend klingen.
Während ihre Dienerin das Tier am Zügel hielt, trat sie zum Sattel, raffte ihren Rock und schob mit einiger Mühe den Fuß in den Steigbügel. Es dauerte schiere Ewigkeiten, wenngleich es lediglich wenige Sekunden waren, bis sie es schaffte, sich in den Sattel zu schwingen.
Danach nahm sie die Zügel auf und nickte der anderen zu, dass sie nun folgen konnte. Zumindest hatten sie beide das etwas ruhigere Tier bekommen, während sie dem anderen Pferd einen weiteren bösen Blick zuwarf. Ihr Schädel schien zerspringen zu wollen und sie hatte das Gefühl, als würde jemand ihren gesamten Rücken zu zerreißen versuchen. Es war furchtbar!
Sie wollte die Augen schließen, jedoch war ihr das zu gefährlich. Sie traute dem Gaul genauso wenig wie dem anderen und somit konzentrierte sie sich darauf, ihn unter ihrer Führung zu behalten, was ein bisschen half.
Kaum war Talimée hinter ihr, gab sie dem Tier zu verstehen mit einem Schenkeldruck, dass es sich ebenfalls in Bewegung setzen sollte. Jeder Schritt tat ihr höllisch weh, aber sie biss die Zähne zusammen. Jammern würde jetzt kaum etwas bringen und das hier war trotz allem besser, als selbst gehen zu müssen.
Sie konzentrierte sich auf die Bewegungen des Pferdes und sah etwas irritiert auf, als Sintus wieder bei ihr war und sie ansprach. Am liebsten hätte sie ihre Lippen aufeinander gepresst, denn sie hatte befürchtet, dass diese Fragen kommen würden.
Was konnte sie denn brauchbares? Männer verführen, allerdings würde ihm das kaum als Antwort gefallen.
Also ließ sie die Worte ein wenig wirken, bevor sie nickte und dankbar den Dolch annahm. "Danke.", sprach sie sogar aus und meinte es tatsächlich ernst. Denn Véllin hatte natürlich alles von ihrer wenigen Habe behalten. "Ich kann mit so einem Ding ein bisschen umgehen und mich verteidigen.", sprach sie schlussendlich und sah ihn ernst an. "Außerdem kann ich mich anschleichen und gut klettern, wenn... nun ja, ich nicht gerade lädiert bin." Wieder traf den anderen Gaul ein kurzer, böser Blick.
Danach unterdrückte sie ein Seufzen und zuckte ansatzweise mit den Schultern. "An sich stammt meine Familie aus dem Wald Neryan und Kosral, solang es die Stadt eben gab. Ich selbst habe in Zyranus eine Heimat gefunden und war dabei, mir dort meine Existenz aufzubauen, nachdem mein Verlobter lieber irgendeine Magd geschwängert hat, anstatt darauf zu warten, bis er das mit mir tun kann.", log sie glattzüngig und ohne die geringsten Probleme. Das alles hatte sie sich schon beizeiten überlegt, um jetzt glaubhaft wirken zu können.
Daraufhin schwieg sie, um auch die andere antworten zu lassen. Mit leiser Neugier und ebensolcher Sorge lauschte sie ihren Worte.
Leicht schluckte sie, als sie eine Neuigkeit vernahm. Das hatte ihr Talimée aber nicht erzählt! Mit dem Bogen... nun ja, wenn sie Pfeile dazu hätten, kämen sie so vielleicht wenigstens zu etwas Essbarem. Was auch seinen Vorteil hätte!
Ihre Gedanken allerdings wurden plötzlich abgelenkt. Sie stöhnte leise auf und machte instinktiv den Rücken ein bisschen runder, um ihr so entgegen kommen zu können.
"Oh, Talimée, du bist ein Segen!", kam es ihr gehaucht über die Lippen, ohne, dass sie darüber nachdachte oder sich zurück hielt.
Auf die Idee wäre sie gar nicht gekommen und sie war gerade ehrlich dankbar über den Einfall der anderen. Denn die Hände schafften es, zumindest die ein oder andere Verspannung in ihren Rückenmuskeln zu lösen und somit die Schmerzen ein wenig zu lindern.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Montag 31. Januar 2011, 00:24

Sintus hielt Juduka fest im Griff. Sie selbst war an dessen Brust gelehnt und schien zu schlafen. Vermutlich war dies das beste was sie im Moment tun konnte. Schlafen und den Schmerz vergessen der durch ihre Schulter zuckte. Die Zeit würde es schon richten. Auch Xenia ruhte doch Kazel mochte wohl bezweifeln dass sie schlief. Eine Ritterin wie sie war wohl immer auf der Hut, besonders wenn es durch ungesichertes Gelände ging und im Moment war es ja leider so, dass man das ganze östliche Celcia als unsicher bezeichnen musste. Sintus blickte immer wieder zu dem Mischling hin welcher die Gruppe anführte und mit einigen Metern Abstand vorauseilte. Immerhin, als Kundschafter taugte Kazel. Bisher waren die Pfade welche er gewählt hatte für die Pferde problemlos und sicher begehbar gewesen und auch feinden waren sie nicht begegnet. Höhlen jedoch waren noch keine in Sicht was Sintus Laune wieder etwas senkte. Er war hungrig. Heute würde er sich mindestens einen Hasen – besser noch ein Reh oder Hirsch oder eine Wildsau schiessen.
Zermürbt musste er nur einen Gedanken später feststellen dass er ja gar keinen Bogen dabei hatte. „Verflucht!“ Knurrte er und versuchte sich mit einem lockeren Gespräch mit den jungen Frauen abzulenken. Erst antwortete ihm die Glatzköpfige. "Ich stamme aus dem Elfendorf Neryan, Herr" „Mhm… das kenne ich nicht.“ Brummte Sintus schulterzuckend. Als ehrenwerter Paladin war er sicherlich weit mehr in der Welt herumgereist als jeder durchschnittliche Soldat Pelgars doch in diese Ecke der Welt hatte es ihn noch nicht verschlagen.
"Ich bin gelernte Floristin,“ „Aha…“ Entgegnete er knapp. Offenbar schien er von dieser Profession nicht gerade begeistert zu sein. Freilich in Friedenszeiten hätte er sich vielleicht auf eine Floristin eingelassen jetzt im Moment übte sie aber aus seiner Sicht nur eine Profession aus die in ihrer Situation in keinster Weise von nutzen war. Hoffentlich war sie wenigstens eine anständige Frau und konnte kochen. Nicht dass Sintus es nicht konnte – jeder Ritter zur Felde lernte dies früher oder später, doch er war prinzipiell nur imstande kraftreiche Mahlzeiten zuzubereiten und nicht unbedingt Gaumenfreuden.

“ aber ich besitze auch hellseherische Fähigkeiten. Sie funktionieren nur nicht immer." Die liess ihn nun doch aufhorchen. „Hellseherisch?“ Er wollte eine Frage ansetzen doch Talimée kam ihm zuvor. Dies jedoch nicht aufgrund ihrer Gabe sondern wohl eher weil sie die Reaktion auf diese information bereits mehrfach erlebt hatte.
"Nein, Herr, es tut mir leid. Ich werde nicht voraussagen können, ob und wie die Dunkelelfen zu schlagen sind.“ Sintus stierte betrübt nach vorn. Was war denn dies für eine bescheuerte Gabe wenn sie nicht wichtige Dinge voraussehen konnte. Grimmig hielt er sein Pferd an etwas langsamer zu gehen da das Gelände immer unwegsamer wurde.
“Ob diese Seite siegen wird. Meine Gabe wird nicht bewusst von mir heraufbeschworen. Ich bin nur das Mittel. Wenn es geschieht, wird es geschehen." „Und an was erkennt man das? Ich meine dass ihr etwas seht?“ Fragte er ehrlich Interessiert. „Ich wünsche über jegliche Vision informiert zu werden.“ Forderte er schliesslich. „Zu unser aller Sicherheit. Besonders wenn es Visionen sind welche unsere Gruppe betrifft. Oder die Dunkelelfen. Nein…einfach alle.“ Sintus konnte nicht ahnen in welches Wespennest er da gerade vordrang.
"Ich kann ein wenig mit dem Bogen umgehen, Herr" Sintus lächelte. „Ausgezeichnet. Dies ist eine gute Nachricht Fräulein.“ Antwortete er. Anscheinend schien sich der Paladin allmählich zu entspannen. Der Stress der letzten Stunden hatte durchaus seine Spuren hinterlassen doch nun fühlte er sich langsam wieder etwas sicherer in seiner Haut. „Leider habe ich keinen Bogen für euch. Was sehr bedauerlich ist… denn es erschwert uns die Jagd.“ Er blickte nach vorn zu Kazel. „Schon eine Höhle in Sicht?“ Nein. Keine Höhle. Er musterte die Dienerin während diese damit begann ihre „Herrin“ zu massieren. Er seufzte. So eine Massage hätte er jetzt auch gebrauchen können…
Er begann sich mit Janay, die zweite im Bunde zu unterhalten. Die schien etwas schwieriger zu sein als die Dienerin. Den sie gab nicht so bereitwillig Antwort und zudem hatte sie auch ein etwas herrischeres Auftreten als ihre Dienerin. Sicherlich entsprach dies natürlich auch ihrem Verhältnis. Doch Sintus sah sich dennoch genötigt die Fronten zu klären und geriet dabei sogleich in einen Gegenangriff.

"Wenn Ihr uns mitnehmt, werden wir alle miteinander auszukommen haben, das ist mir klar. Aber erwartet nicht von mir, dass ich Anweisungen einfach hinnehme und nicht hinterfrage, wenn sie mir... suspekt erscheinen. Verantwortung hin oder her, wenn Ihr damit anfängt, unlogisch zu werden, muss es jemanden geben, der Euch darauf hinweist." „Dann will ich mal hoffen dass euch nicht all zu viel suspekt vorkommt!“ Brummte er nun wieder deutlich unterkühlt in der Stimmung. Sintus war es sich nicht gewohnt seine Befehle rechtfertigen zu müssen. Dennoch reichte er ihr schliesslich den Dolch. Er musterte ihre „reitkünste“. „Seid ihr sicher dass ihr euch nicht gravierender Verletzt habt?“ Fragte er um den Ton wohl wieder etwas freundschaftlicher zu Gestalten. Dieser Kerl schien kein einfacher Charakter zu sein aber auch nicht unbedingt gerade einen durch und durch schlechter.

. "Ich kann mit so einem Ding ein bisschen umgehen und mich verteidigen." „Sehr gut. Das ist ja schon mal was!“ Auch das Klettern und die Versteckkünste fanden bei Sintus Anerkennung. Sicherlich es haute ihn nicht gerade vor Begeisterung aus dem Sattel aber die gesammelten Fähigkeiten waren bisher besser als jene der meisten Zivilisten – besonders von Elfen. Normalerweise konnten die doch ohnehin nur Blumen küssen. Er folgte ihrem bösem Blick welche sie dem Pferd zuwarf und er tätschelte lächelnd das beschuldigte Tier. „Seid nachsichtig. Ein Pferd besitzt Charakter. Ist eine eigene Persönlichkeit. Ihr harmoniert sicherlich auch nicht gleich mit jedem der euch zwangsläufig zugeteilt wird. So geht es auch den Pferden. Ihr solltet euch vielleicht später etwas Zeit nehmen und euch mit ihm anfreunden. Sucht euch doch einen Namen für ihn aus.“ Riet er. Sie plauderten weiter.
"An sich stammt meine Familie aus dem Wald Neryan und Kosral, solang es die Stadt eben gab. Ich selbst habe in Zyranus eine Heimat gefunden und war dabei, mir dort meine Existenz aufzubauen, nachdem mein Verlobter lieber irgendeine Magd geschwängert hat, anstatt darauf zu warten, bis er das mit mir tun kann.", Jetzt belegte Sintus sie mit einem Blick den sie wohl zu gut kannte. Er zog sie für einen Moment aus und dachte wohl gerade auch ans Schwängern. Doch Sintus verwarf den Gedanken offenbar schnell wieder und konzentrierte sich aufs hier und jetzt.
Es dauerte noch einige Stunden bis sie endlich eine Höhle fanden. Die Nacht war schon weit vorangeschritten. Doch die Höhle erschien ideal. Sie lag direkt an einem kleinen Bach der frisches Quellwasser führte. Ausserdem war sie gut durch die Bäume und das Moos welches über den Stein gewachsen war getarnt und hoch sowie gross genug um selbst die Pferde darin unterstellen zu können. Es war Kazel gewesen der die Höhle entdeckt hatte denn mit seinen Augen sah er in der Nacht weit besser als es Sintus oder die anderen beiden wohl je gekonnt hätten. Dafür erhielt er sogar Lob vom Chef persönlich. „Gut gemacht.“ Er stieg vom Sattel. So leichtfüssig wie sonst ging dies bei ihm auch nicht mehr vonstatten. Die Plattenrüstung die er trug wog schwer und die Kämpfe die er ausgefochten hatte waren hart gewesen.

Das Mondlicht erhellte den kleinen Platz vor der Höhle und liess den Bach leicht glitzern. Ansonsten befand sich der umliegende Wald inzwischen in tiefen Schatten. Sintus trug stets Feuersteine mit sich und entzündete einen Ast welchen er mit einem Stück der Kleidung der Vettel umwickelt hatte. Sie hatte dies ohne zu murren akzeptiert. Schliesslich trug sie mehrere Lagen zerschlissener Gewänder. Die Vettel und Kazel suchten Feuerholz und nach nur wenigen Minuten brannte ein wärmendes Lagerfeuer in der Mitte der Höhle welche hoch genug war dass sich nicht der ganze Qualm an Ort und Stelle sammelte. Der Nachteil dieser Grösse war, dass es im Innern reichlich zog und ziemlich kalt war so dass sich alle dicht ums Feuer scharten. Sintus hatte die Pferde zum Bach geführt und sie getränkt. Sowie abgesattelt. Die Vettel hatte den Ritter davon überzeugen können ihr seinen Topfhelm zu überlassen. Deren Sehschlitze sie mit Matsch und Kräutern blockiert hatte und sich schliesslich daran gemacht hatte ihn mit Wasser aus dem Bach zu füllen. Sie kam gerade eben damit zurück. Stellte ihn in die Glut des Feuers welche sie mit dem einen Schwert des Toten zu sich gezogen hatte nachdem sie neue Holzscheite aufgelegt hatte. Sie warf einige Kräuter hinein. „Ich brau uns ein Nahrhaftes Süppchen.“ Versprach sie.

Xenia und Juduka lagen beide in der Nähe des Feuers am Boden. Xenia war noch immer in die Transportvorrichtung gebettet die ihr als einfache Pritsche diente. Juduka hatte den selben Komfort wie alle anderen auch – Steinboden. Nein, nicht gänzlich. Die Vettel hatte eine weitere Stofflage geopfert um ihr wenigstens eine Isolierung zu bieten damit sie nicht auf dem nackten Stein schlafen musste. Sowas würde sie nur auskühlen – hatte sie gemeint.
Schliesslich gesellte sich der Paladin auch wieder zum Feuer. Er begann seine Rüstung auszuziehen. Darunter trug er einen einfachen Waffenrock. Jetzt konnte man sehen dass dieser Kerl tatsächlich eine Kampfmaschine sein musste den unter dem Waffenrock zeichneten sich seine Muskeln ab. Ausserdem besass er äusserst kräftige Oberarme. Er streckte seinen Rücken durch und rieb sich selbst den Nacken.
Neben dem Feuer gab es noch eine zweite Lichtquelle… Kazels Stab. Xenia erkannte ihn aus dem Augenwinkel heraus. "Kazel... der...Stab..er..existiert immer noch?" Hauchte sie ihm entgegen. Sie schien erschöpft zu sein. Sintus blickte auf. "Wehe du beginnst wieder damit ihn rumzuschwenken!* Mahnte er bereits vorsorglich. "Sei nicht so nervös grosser Krieger nääh... das ist seine Seele...näh... er sollte sich damit befassen." Sie guckte zu den beiden Neulingen hin die vermutlich keine Ahnung hatten wovon die Gruppe gerade sprach. "Eine lange Geschichte...die damit endet dass seine Seele in diesem Stab festsitzt..." Fasste die Vettel freundlicherweise kurz zusammen.

"Seine Seele? Pha!" Knurrte Sintus. "Zerbrich ihn doch einfach..." Brummte er. "Dieses Licht schein ja eh zu dir zu wollen und nur durch das Glas daran gehindert zu werden." Meinte er schulterzuckend und schielte in die Suppe.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 31. Januar 2011, 22:00

Das Feuer flackerte. Flammenzungen leckten über das Holz, welches Kazel und die noch immer namenlose Vettel – schließlich fragte niemand danach – gesammelt hatten. Langsam füllte sich die Höhle mit etwas Wärme. Der Rauch konnte über den Eingang abziehen und nur dort, wo man den Blick auf den inzwischen dunkel daliegenden Wald hatte, war es kühl. Trotzdem krochen klamme Temperaturen über den kalten Boden in die Glieder der Gruppenmitglieder. Man scharte sich um das Feuer herum.
Kazel ließ seinen Blick schweifen. Sie alle sahen erschöpft aus, ausgelaugt. Hin und wieder hörte man einen Magen knurren. Sie mussten alle hungrig sein. Er selbst überlegte, wann er das letzte Mal Nahrung zu sich genommen hatte. Er konnte sich genauso wenig daran erinnern wie auch an den Geschmack seiner letzten Mahlzeit. Nur dass er sehr durstig gewesen war, hatte er erkannt, als sich die Gruppe fast schon gemeinsam über den Bach gebeugt und getrunken hatte. Jetzt köchelte ein Teil des klaren Wassers in Sintus' Helm, der als Kochtopf zweckentfremdet wurde. Die Vettel versprach eine gute Suppe, welche alle mit neuer Kraft ausstatten sollte.

"Dass sie uns gut tun wird, weiß ich auch, ohne hell zu sehen." Es war der erste kleine Scherz, den Talimée machte, seit sie in Kosral auf Janay getroffen war. Innerhalb dieser seltsamen Gruppierung aber, fernab jeglicher Dunkelelfen, die ihr zu Leibe rücken wollten, taute sie langsam auf. Sie erinnerte sich auch, dass Sintus nach ihrer Gabe gefragt hatte. Sie wollte ihm Antwort geben. "Wenn ich Personen oder Dinge berühre, geschieht es manchmal", begann sie ihre Ausführungen. "Mir verschwimmt dann die Sicht, dafür habe ich einen Blick für andere Bilder. Szenen, die sich noch nicht ereignet haben, aber passieren könnten. Vielleicht … sehe ich Gutes kommen, wenn ich Eure Hand kurz halte, Herr." Bei Janay hatte sie schließlich auch etwas gesehen und wenn es nur das Bild der Stillen Ebene, sowie anschließend die Augen des Mannes waren, den der Paladin vor kurzem so bitter als Haustier der Gruppe betitelt hatte.

Jener junge Mann hockte nahe genug am Feuer, dass es ihm ebenfalls Wärme spendete, aber noch hinter den anderen. So war er im Halbdunkel verborgen und das Licht seines Stabes erhellte sein Gesicht mehr als der Feuerschein. Kazel saß in Judukas Nähe. Aus irgendeinem Grund ließ er sie kaum aus den Augen. Wenn er von ihr fort schaute, musterte er den Paladin. Am liebsten hätte er seinen Stab an Sintus weitergereicht, aber der würde ihn nicht annehmen. Der Stab macht ihn nervös … weil er weiß, dass ich seine Gedanken dann höre? Sein Blick wanderte zwischen Sintus und der Elfe – dieser Talimée – hin und her. Sie mied den Blick zu Kazel, seit er sie beiseite gescheucht hatte. Aber sie guckte immer wieder flüchtig ihre Herrin an, wenn sich ihre goldenen und seine tintenblauen Augen doch einmal trafen.
"Herr, wenn Ihr das wünscht, dann werde ich Euch von den kommenden Visionen berichten." Talimée neigte demütig den Kopf. Dann aber lehnte sie sich näher an Janay heran. Sie massierte noch immer deren Schultern und Rücken, weil sie bemerkt hatte, wie gut es ihrer Herrin tat. Jetzt aber wisperte sie ihr leise ins Ohr: "Ich werde nichts über die vergangene Vision erzählen, solange er nicht fragt." Und da Sintus von diesem vergangenen Bild nichts wusste, würde er vermutlich nicht einmal danach fragen. Dabei hätte es den Rittersmann möglicherweise interessiert, dass Talimée eine Verbindung zwischen Janay und Kazel gesehen hatte – auch wenn sie diese ebenfalls nicht genau deuten konnte. Den Stab hatte sie nicht gesehen.

Dafür aber Xenia, die nun erneut eine Bemerkung dazu abgab. Kazel wandte sich zu ihr um, nickte. Seine Hand umfasste den Griff des Stabes fester. Er drückte ihn enger an sich. "Ja", antwortete er sehr leise. "Er ist noch da."
"Wehe, du beginnst wieder damit, ihn rumzuschwenken!" Während die Vettel den Paladin rügte, zog sich Kazel ein Stück weiter vom Feuer zurück. Er würde den Stab nicht schwenken und er würde ihn nicht an Xenia reichen, falls sie sich das erhoffte. Ihr zu Füßen hatte er nur die Griffe von Schwert und Schild abgelegt. Kazel musterte beides. Solange keine Untoten in der Höhle auftauchten, wären Waffe und Schutz nutzlos. Er brauchte sie im Moment nicht.

"Seine Seele? Pha! Zerbrich ihn doch einfach..." Der Mischling schaute auf. Das war das Klügste oder Dümmste, was Sintus ihm bisher geraten hatte. Entweder hatte der Bruder des Lichts Recht und sein kleiner Lichtpunkt von Seele würde zu ihm zurückkehren, sobald er aus der Kugel heraus konnte ... oder ... Was dann? Würde die Seele verschwinden, sich auflösen? Kazel musterte sie. Er wollte nicht, dass sie ging und doch wollte er sie ebenso wenig ganz in sich aufnehmen. Seinen kleinen Makel. Meine Seele. Das Bedürfnis, sie zu behalten, war größer, trotzdem zögerte er. Er hob den Kopf, schaute die Vettel an. Sie schien mit Suppekochen beschäftigt oder wollte ihn im Moment nicht bemerken. Wie sollte er sie auf sich aufmerksam machen? Er kannte ihren Namen nicht.
"Hofdame Kräuterfrau", rief er nach ihr. Sein Blick war fragend. Sie hatte sich doch bisher sehr gut mit dem Seelenstab ausgekannt. Sie schien alles zu wissen - woher auch immer. Was sollte er tun? Irgendwie wusste Kazel, dass er von dem Weib keine Antwort bekommen würde. Diese Entscheidung musste er selbst treffen. Er stand auf, hielt den Stab vor sich, betrachtete ihn lange. "Im schlimmsten Fall bleibt es so wie es jetzt ist. Ich komme zurecht." Mit diesen Worten suchte er sich einen möglichst scharfkantigen Vorsprung der Höhlenwand und donnerte die Kugel des Stabes dagegen, in der Hoffnung, dass das Material zersprang.
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Ausrüstung: die Kleidung an ihrem Leib, einen Dolch
Tierische Begleiter: keine

Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Dienstag 1. Februar 2011, 21:17

Als der Ritter offen, wenngleich etwas brummig und gleichgültig zugab, dass er das Elfendorf nicht kannte, musste sie sich ein wenig auf die Zunge beißen, um keine Bemerkung ihrer Ansicht darüber darzulegen. Es verwunderte sie nicht, dass er entweder viel zu ungebildet oder zu ignorant... oder vielleicht sogar beides wäre, um sich um einen Ort zu scheren, der mit Pelgar überhaupt nichts zu tun hatte.
Gut, sie selbst kannte auch nicht viel darüber, konnte eher schätzen, denn festlegen, wo in etwa sich diese Siedlung befand, aber immerhin hatte sie damals in Morgeria und auch danach ab und zu davon gehört. Das war wohl wirklich weitaus mehr, als sie Sintus zuschreiben konnte.
Ihr Biss wurde eine Spur fester, als merkte, dass ihr Mundwinkel sich zu einem spöttischen Grinsen verziehen wollte. So jedoch zuckte er lediglich, als würde ihr Körper ihr wieder Schmerzen bereiten.
Kurz darauf hatte sie große Mühen, nicht leise vor sich hin zu kichern und ihm amüsierte Blicke zu zuwerfen. Man hörte ihm deutlich an, wie wenig begeistert er davon war, eine Floristin in der Gruppe zu haben, und wie viel weniger er damit anzufangen wusste. Die alte Kräuterfrau, der sie bisher kaum Beachtung geschenkt hatte, würde darüber bestimmt viel stärker erfreut sein können.
Daraufhin allerdings kam das Thema auf einen heikleren Punkt zu sprechen und diesmal konnte sie sich nicht länger beherrschen. Ihre Augenbraue hob sich an und sie blickte wieder direkt zu dem Ritter hin. "Ach, seit wann interessiert sich ein Ritter womöglich dafür, dass eine Vision offenbart, ob ein Vöglein am nächsten Tag zwitschern wird oder nicht?", fragte sie und konnte den leisen, spöttischen Unterton einfach nicht verhindern.
Sie wusste, wie unklug es war, ihn so anzusprechen, doch sie hatte auch ein bisschen etwas zu verlieren dabei. Nicht, dass sie ernsthaft daran glaubte, dieser... Sturmadler wäre tatsächlich jemand, der Einfluss auf ihr Leben haben könnte, aber sie wollte verhindern, dass Talimée wirklich alles ausplaudern würde, was noch kommen würde. Ihr gegenüber würde es nichts machen, ihr alles zu sagen, denn die andere war ihr zu weitaus mehr verpflichtet als gegenüber Sintus. Somit hoffte sie, mit ein bisschen Frechheit soweit zu kommen, dass der Ritter, brummig oder nicht, einschränken würde, dass nur die ernsthaft wichtigen Visionen zur Sprache kommen sollten.
Und keine Minute später hatte sie schon wieder etwas gefunden, wozu sie ihren Senf geben konnte. "Einen Bogen kann man sich erschaffen, nicht? Gerade Ihr als Ritter habt bestimmt ausreichend Wissen dafür." Immerhin ihre Stimme klang beschwichtigend und da sie eben trotz allem auf ihn angewiesen war, würde es nicht schaden, ihm ein wenig Honig ums Maul zu schmieren.
Noch dazu, wo sie ernsthaft daran glaubte, dass mit Hilfe von dem geeigneten Holz und einigem Pferdehaar ein Bogen zu basteln wäre. Für die Jagd sowie zur Sicherheit wäre so etwas vielleicht sogar lebensrettend. Vorerst wollte die junge Frau schließlich davon ausgehen, dass Talimée ihr nicht in den Rücken fallen würde.
Dass sie sich anders verhielt, hätte sie unbesehen unterstrichen. Es lag nicht daran, dass sie die Rolle der Unterwürfigen nicht mimen könnte, sie würde ihr nicht sonderlich liegen, allerdings in der Not würde ihr selbst das gelingen. Jedoch hatte sie einerseits eine Abneigung gegen Pelgarer, die Sintus' Auftritt bisher nicht gemildert hatte, und sie mochte diesen Auftrag absolut nicht. Andererseits hatte sie obendrein die Rolle einer Herrin zu spielen. Diese kannten es gewöhnlich nur so, dass sie ihre Stellung heraus kehrten, so oft sie konnten. Weswegen sollte sie da nicht dieses Klischee erfüllen?
Was sie auch ausgiebig tat und ihm ein nachsichtiges Lächeln schenkte bei seiner Erwiderung. "Nun, ich denke, solange Ihr meine Fragen duldet und mit Antworten würdigt, sollten wir gut miteinander auskommen." In ihren Mundwinkel schlich sich ein Hauch von jenem geheimnisvollen, verführerischen Zug, mit dem sie sonst ihre Kunden um den Finger zu wickeln verstand.
Auf seine folgende Frage hin seufzte leise und deutete ein Abwinken an. "Es schmerzt fürchterlich und ich fürchte, morgen Früh wird es umso schlimmer sein. Aber ich kann noch alles bewegen, somit glaube ich nicht, dass etwas Gröberes passiert ist.", erwiderte sie und hoffte, dass sie auch wirklich recht behalten sollte.
Einen Bruch oder etwas schlimmeres konnte sie definitiv nicht gebrauchen!
Selbstverständlich hätte sie weitaus mehr Fähigkeiten aus dem Hut zaubern können, die ihn erfreut hätten. Doch auf der einen Seite konnte sie tatsächlich nichts anderes, außer auch noch Männer um den Verstand bringen, und auf der anderen wäre es unwahrscheinlich gewesen, wenn eine hohe Dame zu viel kämpfen konnte. Und eine Magieart beherrschte sie ebenfalls nicht, wusste nicht einmal, ob sie überhaupt dazu fähig wäre.
Plötzlich ging eine Veränderung in ihm vor und sie quittierte es mit einem leisen, abfälligen Schnauben. Sie hatte nichts für Pferde übrig und schon gar nicht für welche, die sie abwarfen. Gut, sie hatte ihm ordentlich die Sporen gegeben, allerdings nahm sie es ihm übel, dass der andere Gaul Talimée auf seinem Rücken gelassen hatte.
"Wie auch immer, Ihr habt mehr Erfahrung in der Hinsicht.", gab sie knapp angebunden zurück und wollte sich lieber jede weitere Bemerkung zu diesem Thema verbeißen. Sonst könnte sie es noch mehr bereuen als bisher.
Direkt daraufhin erzählte sie weiter ihre Lügen und beobachtete ihn dabei aufmerksam. Als sie merkte, wie sein Blick sich erneut änderte, so kurz es auch war, lachte sie leise in sich hinein. Vielleicht würde es nicht unmöglich werden...
Wie zufällig seufzte sie leise und hob ihre freie Hand, um sich flüchtig in den Nacken zu greifen, als wolle sie sich dort selbst zusätzlich noch massieren. Dabei strichen ihre Finger scheinbar unbewusst etwas über ihren Ausschnitt und würden seine Augen erst recht auf ihren Körper lenken.
Danach schlief das Gespräch ein wenig ein und der Weg führte sie tiefer in den Wald hinein. Jeder Schritt des Tiers pflanzte sich bis in ihre Haarspitzen fort und schlussendlich war sie froh, als sie scheinbar am Ziel angelangt waren.
Jetzt stellte sich nur noch die Frage, wie sollte sie halbwegs elegant wieder hinunter kommen? Es war noch kälter geworden, die Müdigkeit plagte sie und ihr Bauch hatte längst aufgegeben, fordernd zu knurren. Am liebsten wollte sie sich nur noch hinlegen, in eine warme Decke kuscheln und eine Woche oder mehr schlafen. Ihre Augen brannten und selbst das Blinzeln konnte dagegen keine Abhilfe mehr schaffen.
Da der Mond am Himmel ausreichend Licht spendete, wartete sie, bis Talimée hinter ihr vom Pferd gerutscht war.
Dann sah sie bittend zu ihr und streckte die Arme nach ihr aus, mit dem stummen Ausdruck, ihr zu helfen, damit sie wenigstens ein bisschen was von ihrer Würde behalten konnte, nachdem sie schon beim Beginn der Begegnung mit der Gruppe es geschafft hatte, zu Boden zu purzeln.
Als das geschafft war und sie obendrein auch noch beobachten konnte, dass sich bereits um ein wärmendes, Licht spendendes Feuer gekümmert wurde, taumelte sie in die Höhle hinein und sackte bald zu Boden. Sie war erschöpft und ihr tat alles weh, sie wollte nur noch schlafen.
Fast hätte sie sogar sich einfach hingelegt und darauf vertraut, dass schon alles sich erledigen würde. Bis die Flammen prasselten, fror sie entsetzlich, aber kurz darauf konnte sie es so gut wie vergessen und sich an dem großen Feuer erfreuen.
Wie sie es geschafft hatten, die beiden Decken zu behalten, wusste sie nicht, jedoch war sie mehr als froh drüber. So wickelte sie sich in ihre ein und zog die Beine an. Janay sah so aus, als würde sie notfalls auch im Sitzen schlafen.
Zwar hätte sie wirklich nichts gegen etwas von einer Suppe gehabt, egal, wie grauslich sie schmecken würde, allerdings zweifelte sie erheblich daran, dass sie das noch erleben würde, bevor ihr die Augen zufielen. Mit jeder Sekunde kam es ihr mühsamer vor.
Nicht einmal der ansehnliche Körper des Ritters, den er nun präsentierte, konnte sie noch groß ablenken. Die Worte, die in ihrer Nähe gesprochen wurden, klangen schwammig und der Sinn entglitt ihr immer rascher, ohne ihren Verstand erreichen zu können. Auch wer in ihrer direkten Nähe saß, war ihr gleichgültig, denn ihre brennenden Augen starrten so oder so lediglich in die Flammen.
Es war alles so sinnlos... egal... völlig egal. Lediglich eines schien noch von Bedeutung zu sein, nämlich, dass ihre Lider schwerer wurden und sie eigentlich nichts aufhielt, nicht einzuschlafen.
Kurz zuckte sie leicht zusammen und riss die Augen noch einmal auf, jedoch von was Talimée ihr da etwas zu zuflüstern wollte, das begriff sie nicht mehr.
Mehr mechanisch und kaum verständlich murmelte sie ihre Zustimmung, während sie ihren inneren Kampf sichtlich verlor. Sogar die massierenden Finger an ihren Schultern nahm sie schon gar nicht mehr wahr, als wäre es etwas vollkommen natürliches.
Gerade fielen ihr die Lider komplett zu und sie drohte, umzukippen, als es ein platzendes Geräusch gab und sie heftig zusammen fuhr.
Verwirrt und mit geröteten Augen drehte sie hastig ihren Kopf. "Was...? Was ist...? Ist was passiert?", stammelte sie.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Dienstag 1. Februar 2011, 23:48

"Dass sie uns gut tun wird, weiß ich auch, ohne hell zu sehen." Die Vettel kicherte hexengleich und gab noch weitere Zutaten in die Brühe. „Ohh… Kindchen sie wird auch gut Schmecken nääh häh? Ich habe Kräuter und Pilze gesammelt nur die feinsten kommen in den Topf.“ „Helm.“ Korrigierte Sintus düster ihm passte es nicht dass sein Helm zweckentfremdet wurde doch er sah ein dass sie im Moment keine Alternative dazu hatten. Das Wasser im Helm begann zu brodeln. Lange würde es nicht mehr dauern bis das Süppchen angerichtet war. So ein Helm genau einen Kopf voll Suppe her. Aufgeteilt durch sechs Personen blieb da nicht viel pro Person übrig. „Ich werde zwei Helme… kochen wenn nötig.“ Beschwichtigte die Vettel sich selbst und zuckte mit der Schulter. Immer wieder rührte sie mit einem Stecken im Helm herum welchen sie zuvor vor der Höhle gefunden hatte. Allmählich roch es befremdlich und doch nicht unangenehm nach der Kräutersuppe.

Sintus unterhielt sich währenddessen mit Talimèe über ihre Fähigkeiten. Er war ihr noch eine Antwort schuldig ob sie seine Hände berühren durfte. „Ich…bin mir nicht sicher. Was wenn du nichts Gutes siehst? Ich bin ein Soldat… es könnte mir vorbestimmt sein im Krieg zu fallen. Vielleicht früher als mir lieb ist. Viele meiner Brüder sind in den letzten Tagen gefallen… ich habe so viele Menschen sterben sehen…“ Er seufzte und blickte nachdenklich ins Feuer. „Zu viele sind diesen verfluchten Bastarden zum Opfer gefallen.“ Er schielte verbissen zu Juduka hinüber welche zusammengerollt neben Xenia lag und sich nicht rührte.
"Herr, wenn Ihr das wünscht, dann werde ich Euch von den kommenden Visionen berichten." Er nickte. „Tu das.“ Meinte er knapp und blickte zu Janay herüber. Die schien ziemlich müde zu sein. Aus dieser Frau wurde der Paladin noch nicht so richtig schlau. Sie besass den Körper einer Fee und das Mundwerk eines Goblins. Er erinnerte sich an die Szene vorhin im Wald zurück wo Janay ihn darauf hingewiesen hatte dass man einen Bogen ja auch selber herstellen konnte. „Sicherlich…doch mit welchen Pfeilen soll ich ihn bestücken und mit welcher Sehne soll ich ihn spannen?“ Hatte er dort säuerlich geantwortet. Was bildete sich diese Frau eigentlich ein? Er wusste gut genug wie man hier in der Wildnis überleben konnte. Nur um ihr zu beweisen dass er in der Lage war einen Bogen herzustellen hatte er sich vor der Ankunft in der Höhle ein paar Hölzer ausgesucht und war nun daran mit dem Kräutermesser der Vettel den Bogen zu Schnitzen… als Sehne kam ihm momentan nur etwas in den Sinn denn er wollte keinen Teil seiner Rüstung opfern um das Leder weich zu schlagen und es als solches zu missbrauchen. Nein… Sintus dachte an Haare. Reichlich Haare… und er wusste wer davon besass ohne dass sie von Nutzen war. Düster blickte er zu Juduka hin.

Doch nicht nur Kazel schien ein Auge auf Sintus geworfen zu haben sondern auch die Vettel. „Hier..:“ Sie streckte ihm eine lange Wurzel entgegen. „So stabil wie eine echte Tiersehne sag ich dir. Aber ich wusste ja nicht dass du dir einen Bogen bauen möchtest darum habe ich mir vorhin nicht die Mühe gemacht die Wurzel dieses Kraut ganz auszugraben. Aber ich weise dich darauf hin wenn ich das nächste Mal eine Finde. „Gut. Brummte Sintus nur. „Aber ich will mein Fleisch. Gib mir die Wurzel.“ Brummte er und nahm sie entgegen. Sintus machte sich daran eine Steinschleuder zu basteln. Offenbar hatte Janay mit ihrer Bemerkung einen wahren Waffenherstellungseifer in Sintus entfacht. Immer wieder musterte er alle Anwesenden. „Soo… gleich haben wirs…“ Meinte die Vettel zufrieden. „Und nachher stelle ich eine Schmerzpaste für euch Patienten her… auch für euch Janay…“ Offenbar hatte die Vettel ihren Namen bereits aufgeschnappt. „Wir haben uns einander noch gar nicht bekannt gemacht. Ich bin Annabelle Rosenheim.“ Sie streckte Janay ihre knorrige Hand entgegen und auch Talimée wurde per Handschlag begrüsst. Nun war zumindest die Identität der Vettel geklärt auch wenn der Name nicht unbedingt zu ihrem Erscheinungsbild passen wollte. Hexen hatten Kunigunde, Grunhild . Pheobe, Piper, Prue oder ähnlich zu heissen aber wohl kaum Annabelle.
Dieser Name passte tatsächlich wieder besser zu einer Hofdame. Doch Janay Autrag war nicht herauszufinden wer die Hexe wirklich war sondern sie war von der Dunklen Seite angeheuert worden um Informationen bezüglich der Bruderschaft zu erhalten. Zwei Ritter hatte sie nun bei sich und dies war weit mehr als sie sich selbst eingestehen wollte. Sicherlich waren die beiden im Moment von ihrem Mutterhaus abgetrennt worden und befanden sich auf der Flucht doch genau dies eröffnete Janay doch die Möglichkeit sich deren Vertrauen zu erschleichen.

Dem Ritter hatte wohl die kurze Betonung von Janays Ausschnitt Eindruck gemacht er sah nämlich im Verlauf des Abends immer mal wieder verstohlen dort hin obwohl er sich dabei vergleichsweise sehr geschickt Anstellte blieb es Janay nicht verborgen. Wer konnte schon wissen wie lange dieser Kerl kein Mädchen mehr hatte. Sicherlich galten bei der Bruderschaft die Werte der Tugend, der Ehrenhaftigkeit und Vorbildlichkeit doch in einer noch so glänzenden Rüstung steckte lediglich ein Dreibein. So würde es vermutlich eine Amazone formulieren. Immerhin, sollte sich Janay Zwecks Informationsbeschaffung dazu hinreissen lassen jene im Nahkampf zu erwerben hatte sie dabei einen weit angenehmeren Partner als den Baron. Zumindest schon was das Äussere anbelangte.
Der Ritter war sich vermutlich nicht bewusst gewesen was er mit seiner eher lapidar dahingesagten Äusserung bewirken würde. Denn Kazel überlegte sich ernsthaft den Stab zu zerschmettern. Für einige Minuten herrschte ein friedliches Beisammensein. Xenia war eingeschlafen und auch Juduka schien für den ersten Moment versorgt zu sein. Annabelle war mit ihrer Suppe beschäftigt, Sintus verdrückte sich während der weiter an seiner Steinschleuder herumknobelte ein Gähnen und Talimèe hing ebenfalls ihren eigenen Gedanken nach. Bei so wenigen Reizen war es kein Wunder dass Janay alsbald die Augen zufielen…
Wäre da nicht der Mischling gewesen welcher plötzlich sein Wort erhob wo er sich bisher eher still und schweigend gehalten hatte. "Hofdame Kräuterfrau" Die Vettel lächelte. „Annabelle..“ Meinte sie knapp. Kazel hatte ihre kleine Unterhaltung und Vorstellung mit Janay und Talimée offenbar nicht mitgekriegt. „Was kann ich für dich tun? Es dauert nicht mehr lange… und wir haben alle Hunger du brauchst nicht zu stürmen…“ Doch es ging nicht um das Essen. Auch Sintus und Talimée blickten auf. Sintus knurrte. Was hatte dieser sonderbare Kerl nun schonwieder vor?! Sicherlich nichts Gutes.

Annabelle konnte nur noch ihre freie Hand ausstecken zu einem „Warte“ doch da war es schon zu spät. Kazel holte aus und schmetterte den Stab gegen einen scharfkantigen Stein. Das Klirren des zersplitternden Glases widerhallte in der Höhle und dann schien die Zeit sich für Kazel plötzlich zu verlangsamen. Er sah in Zeitlupe wie das Glas zersprang, wie Teilchen für Teilchen funkelnd in die Luft geschleudert wurde und wie der Inhalt des Stabes erschüttert wurde. Es drehte ihm beinahe den Magen um als das Seelchen gegen den Stein knallte – ohne dass es ihn Physisch berührte stattdessen teilte sich die wabbernde Masse einfach und schlitterte in zwei Hälften an der Kante des Steines vorbei. Am Ende angelangt einte sich die Seele wieder. Plötzlich erschien Kazel alles unglaublich beschleunigt und auch die anderen Teilten diese Empfindung. Die Aktion war so laut gewesen dass es selbst Xenia und Juduka sowie Janay aus dem Schlaf gerissen hatte. Erschreckt und Fassungslos sowie Verwirrt konnten alle Anwesenden nur noch mit ansehen wie die Seelenkugel durch die Höhle flog. Sie raste mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit auf Sintus zu der Abwehrend seinen Schild hochriss, doch das Seelchen drang einfach hindurch ohne sich durch das massive Metall beeindrucken zu lassen. Es visierte genau Sintus Augen an… und prallte wuchtig daran ab. „AUUUUURHRHRH!“ Krächzte Sintus und hielt sich die Augen zu. Offenbar besass das Seelchen doch mehr Masse als erwartet. „VERFLUCHT KAZEL!“ Brüllte er ihm entgegen und hielt sich noch immer die Augen. Das Seelchen war in seinem Flug etwas irritiert, richtete sich dann aber neu auf Annabelle aus, auch dort geschah das Gleiche Phänomen wieder prallte es an den Augen der Vettel ab, auch diese riss ihre Hände hoch und hielt sich die Augäpfel. „Auaarhrh..“ Krächzte sie und es war ein Glück dass sie den Helm nicht umstiess. Wie auf einem Billardtisch wo die Seele die weisse Kugel repräsentierte spickte sie von einem zum anderen. Als nächstes war Janay das Ziel der Heimatlosen Seele doch auch dieser Körper war bereits besetzt. Janay sah als sie ihre Augen öffnete nur noch das gleissende blaue Licht auf sich zurasen und im nächsten Moment durchzuckte sie einen derart grellen Blitz dass es Schmerzte. Ausserdem erschütterte es ihre Gefühle für einen Moment und all ihre Erinnerungen schienen für einen kleinen Augenblick um fremde Addiert worden zu sein. Doch dieses Gefühl währte so kurz dass sie sich an keine Einzelheiten würde erinnern können ausser eine einzige Sache… ein unglaubliches Gefühl der Schuld welches ihr Herz für einen kurzen Moment zusammenkrampfen liess.
Die Kugel flog direkt auf Talimée auch ihre Augen wurden gestreift doch ihr Geist war weit offener für die Anwesenheit fremder Mächte oder Energien als jeder andere Körper hier im Raum. So erlebte sie für einen kurzen Moment eine eigenartige Vision. Abermals sah sie die Augen des Mischlings vor sich, dann sah sie ihn ganz. Er blickte zu Janay hin und lächelte… Doch hinter ihm tauchten rotglühende Augen auf, und eine düstere Hand welche eine sonderbare Form der Magie entbrannte und Kazel die Seele – welche die Gestalt eben jener Kugel hatte die soeben an ihr vorbeigeflitz war – entriss und verschlang.

Juduka und Xenia hielten die Augen geschlossen als die Kugel auf sie zugerast kam und prompt wurden sie von der Seele ignoriert. Kazel beobachtete sie sehr genau und schon kam sie auch auf ihn zugeflogen. Diesmal jedoch drang sie durch die Augen hindurch und blieb für einen Moment als flackerndes Licht in den Pupillen ruhen ehe sich die Energie in Kazels gesamten Körper ausbreitete. Er konnte nicht genau sagen wo sich der Sitz seiner Seele befand. Sie schien kein spezifischer Hort zu haben. Doch um sein Herz wurde es auf einmal warm. Für einen Moment war die Rückkehr der Seele äusserst friedlich doch dann prassten innerhalb weniger Sekunden all jene Emotionen auf ihn herab welche er in den Stunden welche er ohne Seelen verbracht hatte nicht erlebt hatte. Das Seelchen war immer bei ihm gewesen und hatte alles Miterlebt. Der Ansturm der Gefühle – ob grosse oder unbedeutende waren völlig überfordernd für Kazel. Es riss ihn von den Beinen und er erlitt einen sonderbaren Anfall. Denn für die nächsten Minuten war jeglicher Filter der Emotionen schlicht ausgeschaltet. Gefühle die er Unterdrück hatte, Bemerkungen die er sich verkniffen hatte all jene Dinge welche normalerweise durch das Bewusstsein gehemmt wurden sprudelten nun einfach aus ihm heraus. Ebenso wie Gelächter und Tränen, Triebe und Gelüste, jegliche Emotion. Sei es Freude, Trauer, Zorn, Ekel, Angst oder Lust sprudelte ungehindert aus Kazel heraus.

Sintus reagierte als erster. Er erhob sich und griff zu seinem Schwert. „Der verliert den Verstand! Haltet Abstand!“ Er blintzelte noch immer stark, offenbar schmerzten die Augen noch immer.


[@ Kazel: Du kannst dir bei der Ausgestaltung deines "Anfalls" freien Lauf lassen und ihn so beschreiben wie du möchtest :)]
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 3. Februar 2011, 22:05

Talimée löste ihre Finger sanft von Janays Rücken. Ihre Herrin war so müde, dass sie unter ihrer Massage beinahe schon weg dämmerte. Gut, sie sollte sich ausruhen. "Legt Euch nur, Herrin, ich werde Euch wecken, falls wir in Gefahr sind." Ein kurzer Blick nach draußen ließ allerdings darauf schließen, dass die kleine Gruppe vorerst sicher war. Die Nacht war friedlich. Talimée schnupperte. Der Duft von Annabelles Suppe schwebte knapp über der Höhlendecke. Er sorgte dafür, dass sich der Magen der Elfe zusammenzog. Sie konnte es kaum erwarten, davon zu kosten - wenn man sie denn ließ. Aber Talimée gewann bereits Vertrauen in die anderen. Diese behandelten sie nicht so wie die kosral'schen Dunkelelfen und allein dafür war sie dankbar. Und nicht einmal ihre Fähigkeiten wollten sie ausbeuten. Sintus hatte es jedenfalls abgelehnt, sich die Zukunft vorhersehen zu lassen.
Den Dunkelelfen gegenüber hatte sie niemals ihre Gabe erwähnen müssen. Vermutlich hätten diese sie mit Folter gezwungen, bis sie irgendetwas sah. Müde blinzelte die Elfe. Der Paladin schnitzte an einem Bogen und einer Schleuder. Die gleichmäßigen Bewegungen des Messers, wenn es über die Wurzel strich, machten sie schläfrig. Ihr Kopf wollte gerade an Janays Schulter sinken, als ...

"Warte." Annabelles Bitte ging im Klirren der Kugel unter. Sie zersprang in Myriaden kleinster Splitter, die wie ein Kristallregen in alle Richtungen flog. Und noch etwas schoss aus dem einstigen Ende des Stabes: ein kleines Licht, anfangs rubinrot, färbte es sich während seiner schwirrenden Bewegungen in ein angenehmes Blau. Doch es schien ziellos, desorientiert. Einen Moment jagte es suchend durch die Höhle, peilte jeden einzelnen der Gruppe an und donnerte gegen deren Stirn - genau zwischen die Augen. Es fand keinen Zugang.
Talimée keuchte auf, als es versuchte, durch ihre Augen ins Innere zu dringen. Auch hier blieb das Seelenlicht erfolglos, aber die Elfe hatte etwas gesehen. Schockiert über die düstere Hand und die roten Augen, welche sich hinter dem Bild des Mischlings aufbauten, taumelte sie zurück. Sie kroch nach hinten, vom Feuer weg, die Augen noch immer weit aufgerissen. Jetzt schützte sie ihre Herrin nicht, ihr Blick war starr vor Schreck und für einen kurzen Moment milchig weiß. Doch das Glimmen ihrer visionären Augen ließ nach, je weiter sich die Seele von ihr entfernte.

Das kleine Licht schwirrte noch immer durch die Höhle, hatte den meisten inzwischen wohl herbe Schmerzen bereitet, aber noch immer nicht ihren Besitzer gefunden. "Ich bin hier ... zu mir." Kazels Worte erfüllten nur leise den Raum. Er verfolgte jede Bewegung der kleinen Seele. Etwas in ihm wollte das Leuchten nicht aus den Augen verlieren. Es war wichtig, es gehörte doch zu ihm. Er erkannte es, als das Licht auf ihn zu hielt.
Es durchzuckte Kazel, ließ ihn taumeln, als das Seelenlicht in seine Augen drang. Sanft leuchtete es nach, hinterließ einen Schimmer Lebendigkeit in seinem tintenblauen, bis dahin so trostlos kalten Blick. Jetzt glühte dieser Blick, erwachte zu neuem Leben. Ebenso wie all die Emotionen, die so lange Zeit gefehlt hatten. Sie verlangten danach gehört und ausgelebt zu werden. Sie holten sich ihre Zeit zurück, leider alle fast gleichzeitig.

"Rrrhhhyyaaaaarrrrghhhhh!" Der Schrei hallte von den Felsen wider. Dann riss es Kazel von den Beinen, dass es ihn gegen die hintere Wand schleuderte. Mit einem dumpfen Schlag prallte er davon ab und donnerte auf den harten Erdboden. Sofort begann sich Kazel zu winden, verkrampfte und krümmte sich. Seine Finger kratzten über den Stein. Sein Körper streckte sich, zog sich wieder zusammen und jeder Muskel begann zu zittern. Er schrie, die Augen weit aufgerissen, den Blick aber in weite Ferne gerichtet. Jetzt lebte er die letzten Stunden seit seines Seelenverlustes noch einmal aus - Erinnerungen, geschaffen aus purer Emotion.

Das erste, was er instinktiv spürte, waren Unglaube und Enttäuschung. "Nein", keuchte Kazel. "NEIN! Du hast mich benutzt?! DU?! WARUM DU?!" Tränen drängten sich aus den Augenwinkeln. In Strömen rannen sie sein Gesicht herunter. Dieses eine Gefühl war bereits zu viel für ihn. Er hatte herausgefunden, dass Landria ihn manipuliert hatte. Sie hatte ihm den Befehl gegeben, die Frau, die er abgöttisch liebte, in den Tod zu stürzen. Ausgerechnet sie, die ihn daraufhin seelisch aufgefangen und ihm beigestanden hatte. Es hätte emotional nicht schlimmer für ihn sein können.
Doch das war erst der Anfang. Wütend packt Kazel einen Stein, warf ihn blind von sich. Er knurrte wie ein Fleich zerreißender Wolf. Er strampelte mit den Beinen, als wollte er wieder auf die Füße kommen uns aus der Höhle stürmen. Es misslang, was ihn von Hass getrieben aufbrüllen ließ. "LANDRIA, DU ELENDES STÜCK! ICH HAB SIE GELIEBT!!!" Im nächsten Moment verfiel er in einen Heulkrampf. Panisch flackerten seine Augen hin und her, Speichel troff ihm aus dem Mundwinkel und er riss die Hände vor sein Gesicht. Der Körper krümmte sich zu einer Kugel zusammen. Die Schultern bebten unter seinem Geschluchze. "Ich bin schuld! Ich hab sie umgebracht! Ich hab Landria ermordet, bei den Göttern!!! Ich ... ich hab ... die Bruderschaft verraten! Ahaaaahhhhrrrrrr!" In blinder Verzweiflung rollte sich Kazel am Boden herum. Er wirbelte Staub auf, doch konnte nichts seinen Anfall aufhalten. "Ich wollte das nicht, ich konnte nicht anders. Weist mich nicht ab, ich hab nur euch! Xeniaaaaaaaaaa!" Ihr Name wandelte sich in ein gequältes Heulen, durchtränkt von Reue und Scham.
Dann schien es, als würde er sich endlich beruhigen. Kazels Muskeln erschlafften, er blieb keuchend am Boden liegen. Seine Hand streckte sich zur Bahre aus, wo Xenia lag. Er krächzte: "Du warst immer aufrichtig zu mir. Danke. Danke, danke, danke ... ich hatte nie ... ich brauch dich." Und plötzlich schrie er aus Leibeskräften. Er schrie und schrie, wollte sich nicht mehr einkriegen. Kazel bäumte sich auf, starrte ins Nichts, in seinen Augen brannte nackte Angst. "XENIAAAAA!", schrie er, als wäre sie seinen Fingern entglitten und in eine tiefe Schlucht gestürzt. "Stirb nicht, STIRB NICHT!!!" Er senkte den Kopf, hustete, als er den Staub einatmete. "Echzechiel ... sie alle ... brauchen dich. Sintus auch. Er hat seinen Bruder verloren. Oh, Lysanthor, er hat ihn verloren!"
Kazel sackte zusammen, weinte. Er weinte um Sintus' Verlust. Und er weinte weiter, dieses Mal um Juduka. Sie war auch nur ein Werkzeug des Wegbereiters der Toten gewesen. Sie tat ihm leid, weil sie ihren Körper quälen musste, um auf seinen Befehl hin zu heilen. So unendlich leid. "Halt die Klappe, Sintus!" Offenbar empfand auch seine Seele in jenem Moment diesen Reiz, den Paladin zur Ruhe zu rufen, als sein Körper und auch Xenia genau jene Worte Sintus an den Kopf geworfen hatten.

Kazel krampfte ein letztes Mal. Schaum trat aus seinem Mund aus, als er sich ächzend und stöhnend am Boden wand. Er wurde ruhiger, obwohl sein Atem keuchend und stoßweise kam und seine Muskeln noch immer leicht zuckten. Röte schoss ihm ins Gesicht, aber endlich fand er einen Bezugspunkt zur Realität. Er schaute Janay unverblümt an. Seine Wangen glühten. "Verzeiht ... ich war grob ... zu einer Schönheit wie ... Euch ..." Unter weiterem Husten krümmte er sich zusammen und blieb schließlich hechelnd liegen.
Die Zusammenkunft mit seiner Seele, die Rückkehr all dessen, was ihn ausmachte und sein Leben lang erfüllte, hatte ihn eine Menge Kraft gekostet. Jetzt wollte er nur noch liegen bleiben. Liegen und ausruhen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Freitag 4. Februar 2011, 15:36

Obwohl Janays Nase die Gerüche all der Kräuter und Pilze nicht gewöhnt war, schien sie dennoch zu erkennen, dass es etwas Essbares war, das seinen Duft in der Höhle verbreitete. Und darauf reagierte trotz aller Müdigkeit ihr Magen, indem er hörbar knurrte und sich gleichzeitig schmerzhaft zusammen zog. Doch sie war viel zu müde, um das noch wahrnehmen und von der restlichen Pein ihres Körpers unterscheiden zu können. Obendrein war sie es gewöhnt, das ein oder andere Mal auch hungrig schlafen zu gehen, wenn der nächste Tag besseres versprach.
Immerhin, schlimmer könnte es eigentlich nicht mehr werden... Auch wenn sie so etwas lieber nicht denken sollte, weil sie das Unglück damit nur noch mehr herauf beschwor.
Wieso sie es hörte, was Sintus zum Thema Bogen herstellen zu sagen hatte, wusste sie nicht. Noch weniger war ihr klar, wie sie es hinbekam, darauf zu antworten. Gut, sie war vielleicht nicht ganz so verständlich wie sonst, schon gar nicht so schlagfertig wie gewöhnlich, aber zumindest schaffte sie es irgendwie. "Pfeile... schnitzen, Sehne... Rosshaar.", schlug sie murmelnd vor, da sie sich einbildete, einmal gehört zu haben, dass das Haar vom Schweif verwendet wurde dazu.
Davon hatten sie im Moment ja schließlich auch genug und die Gäule hätten das zu verkraften, Punkt.
Wenn sie nur nicht so müde gewesen wäre...
Dass seinen Worten tatsächlich jene Taten folgten, die sie gehofft hatte herauf zu beschwören, nahm sie hingegen nicht mehr wahr. Ihre Lider waren viel zu schwer dafür und ihre Augen brannten, sodass sie diese lieber geschlossen hielt, anstatt in die Runde zu blicken.
Was darauf folgte, die Begrüßung der alten Frau und deren Beteuerung, eine schmerzlindernde Salbe zu machen, nahm sie gar nicht mehr bewusst wahr. Ihr Körper reagierte zwar automatisch und ergriff flüchtig die Hand von dieser Person, jedoch zu einem festeren Druck reichte es nicht länger.
Mit dem Instinkt einer Frau, die in ihrem Metier tätig war, registrierte ihr Leib von allein, dass ein Mann ihr immer wieder seine Aufmerksamkeit schenkte. Da konnte sie noch so nahe am Einschlafen sein, bewegte sie ihre Schultern instinktiv ganz leicht kreisend, was in ihrer eingeschränkten Freiheit trotzdem dazu führte, dass ihr Oberkörper besser zur Geltung kam.
Allerdings für diese Nacht wäre sie nicht fähig, diesen Kerl zu verführen und zufrieden zu stellen, obwohl er es vermutlich sehr nötig hatte. Stattdessen baute sie darauf, halbwegs schlafen zu können und eine Gelegenheit am nächsten Tag zu erhaschen. Wenngleich er nicht gerade der Typ Mann war, den sie bevorzugte, und obendrein ein stolzer Pelgarer, für ihre Zwecke sollte er dienlich genug sein. Informationen wollte sie sich bei ihm verschaffen, doch weniger diejenigen, die Véllin haben wollen würde, sondern vielmehr, wie sie zu Proviant und sicheren Wegen in den Westen gelangte.
Daran aber dachte sie jetzt nicht, sondern drohte ernsthaft, im Sitzen einzuschlafen. Wenn da nicht plötzlich der Krach gewesen wäre, der sie aufschreckte und mehr als verwirrt zurück ließ, weil sie instinktiv eine Gefahr witterte.
Sie sah nicht, was der Ursprung für den Lärm war, wenngleich sie sich umzusehen versuchte. Nur leider brannten ihre Augen viel zu stark und war ihr Blick ein wenig verschwommen vor Müdigkeit, als dass sie etwas hätte sofort erkennen können.
Ihr Herz schien stillzustehen vor Schreck, als etwas auf den Ritter zuraste und ihn anscheinend auch verletzte, wenn sie von seinem Schrei ausging.
Es raste in seiner erhöhten Geschwindigkeit weiter, als das Ding zu der Alten raste, und bevor sie begriff, wie ihr geschah, wurde sie auserwählt.
Ein erstickter Laut entrang sich ihrer Kehle und durch den Zusammenprall verlor sie endgültig ihr Gleichgewicht. Sie kippte wie ein gefällter Baum nach hinten, landete unsanft auf ihrem gepeinigten Rücken, kniff die Augen zusammen und presste die Finger dagegen, da es einfach nur schmerzte. Es war anders und viel intensiver als die restliche Qual in ihrem Leib, sodass sie leise wimmerte.
Die zahlreichen Gefühle, die auf sie einzuströmen drohten, nahm sie leise wahr und trotzdem war es viel zu rasch wieder vorbei, als dass sie es hätte begreifen können.
Was danach geschah, bekam sie indes überhaupt nicht mit. Die junge Frau war viel zu stark mit sich selbst beschäftigt und damit, dass sie nicht mehr nur gleißende Helligkeit und Sterne darin aufblitzen sah.
Wobei sie wenigstens recht bald soviel von ihrer Fassung zurück erlangte, dass sie Schmerzensschreie und ihre eigene aufkeimende Wut wahrnehmen konnte, die hoffentlich diesem Kazel gehörten. Denn diesen hielt sie für den Schuldigen, ohne recht zu begreifen, woher ihr Verdacht kam. Und somit hatte er es verdient zu leiden, er hatte ihr gerade weitere Schmerzen zugefügt! Erst die unsanfte Behandlung nach dem Sturz und jetzt hatte er nichts besseres zu tun, als sie zeitweilig blind zu machen!
Gleichzeitig machte sein Gebahren ihr Angst, da sie es hauptsächlich nur hörte, während sich die gleißende Helligkeit Zeit ließ, um endlich schwächer zu werden.
Als dieser Kerl nur noch schluchzte und allmählich ruhiger zu werden schien, wagte sie es, ihre Hände runter zu nehmen und sich in eine sitzende Position aufzurappeln.
Erst danach traute sie sich, langsam und blinzelnd ihre Lider anzuheben. Noch immer sah sie vor allem gleißendes Licht, jedoch allmählich begannen sich auch wieder Umrisse der wirklichen Umgebung heraus zu schälen, sodass sie Schemen erkennen konnte.
Was hatte dieser Typ ihr nur angetan?!
Sie spürte seinen Blick mehr, als dass sie ihn tatsächlich sehen konnte, drehte allerdings ihren Kopf zu ihm, als er sie direkt ansprach. "Grob?!", keuchte sie und hatte einen leise krächzenden Unterton, weil ihre Kehle wie zugeschnürt wirkte. "Grob ist noch gar kein Ausdruck! Das wirst du mir büßen!", fauchte sie und zwang sich auf die Beine.
Sie musste hier raus, da war ihr die Kälte der Nacht egal und auch, dass sie kaum etwas wahrnehmen konnte. Instinktiv zog sie es zu dem nahe gelegenen Gewässer, weil sie hoffte, mit kühlem Nass ihren Augen etwas gutes tun zu können. Wegen Schwäche und Müdigkeit schwankte sie leicht und war bei weitem nicht so selbstsicher sowie elegant wie sonst, doch irgendwie schaffte sie es.
Eigentlich wollte sie sich in das Gras vor dem Bach knien und in Ruhe Wasser schöpfen, was ihr aber nicht gelang. Stattdessen sackte sie regelrecht auf die Knie und musste sich erst einmal mit den Armen abstützen, bis sich das Zittern langsam wieder legte. Auch hielt sie instinktiv ihre Augen wieder geschlossen. Tief versuchte sie durchzuatmen und besonders nicht zu fluchen, denn das wäre vermutlich in Lerium geschehen. Das würde sie zu leicht verraten.
Es schien Ewigkeiten zu dauern, bis sie sich soweit unter Kontrolle hatte, dass sie ihre Hände vom Boden lösen und damit beginnen konnte, das kühle Nass zu schöpfen. Es fühlte sich eisig an, sodass sie erschauerte, noch dazu, wo sie jetzt deutlich merkte, dass sie geschwitzt hatte. Lange würde sie sich hier draußen nicht so aufhalten können, ohne sich eine ernsthafte Krankheit zu holen, wenn nicht schlimmeres.
Allerdings hatte sie das ohnehin nicht vor, sondern hob das geschöpfte Wasser und stöhnte leise auf, als sie damit ihre Augen kühlte und den Schmerz minimal linderte. Ja, das war eine gute Idee gewesen, eindeutig!
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Streiter des Guten » Samstag 5. Februar 2011, 23:39

Der Paladin sass ruhig am Feuer und schnitzte an seinen Waffen herum. Für die Schleuder reichte die Wurzel welche Annabelle ihm als Muster übriggelassen hatte., für den Bogen würde dies schwieriger werden. "Pfeile... schnitzen, Sehne... Rosshaar." Er blickte zu ihr hin. „Ihr mögt Pferde wirklich nicht…. Nicht wahr? Ihr wollt dass ich den lebenden Tiere ihren Schweif abschneide?“
„WWIEHEHRHR!“ Beschwerte sich betreffender Gaul als hätte er alles verstanden. Er tapste zu Janay hin und begann an ihren Haaren rumzuknabbern. Das hatte sie nun wohl davon. Zum ersten Mal sah die Gruppe den Paladin lachen. Dies verjüngte ihn gleich um einige Jahre. „Na komm grosser lass die Dame in Ruhe sonst geh ich dir wirklich an den Schweif haha.“

„Pffrrr?“ Das Pferd trollte sich. Er lächelte Janay entgegen. „Die sind wie Männer… die brauchen nur die richtige Erziehung.“ Raunte er ihr entgegen. Oh ihre Reize hatten ihre Wirkung definitiv nicht verfehlt. Eigentlich hätte es ein gemütlicher Abend werden können… eigentlich. Doch dann zerdepperte Kazel seinen Seelenstab. Sie alle wurden von der Wucht des Seelchens getroffen. Die Begegnung war ziemlich schmerzhaft und brannte noch nach. Der Paladin war einige Schritte zurückgewichen während Annabelle sich niedergekauert hatte und sich mit beiden Händen die Augen zuhielt. „Zapperlott…da.s..tut…vielleicht wehh…meine…Güte…“ Knurrte die Hexe vor sich hin während sie sich hartnäckig die Augen rieb. Die Seherin hatte es noch schlimmer erwischt als die Beiden und auch Janay war nicht verschont geblieben. Sie reagierte verständlicherweise empört auf den Vorfall und gelobte Rache. Doch mit dem Eindringen der Seele in Kazels Leib war die Sache noch lange nicht ausgestanden.
Sintus und die alte Vettel tauschten verwirrte blicke aus. Sogar Juduka und Xenia regten sich bei diesem Tumult der die nächtliche Ruhe plötzlich zerriss. „WAS REDEST DU DA FÜR BLÖDSINN!“ Keifte Sintus ihm entgegen und hob bereits sein Schwert um ihm eins mit dem Knauf überzubraten. Doch Annabelle hielt den Paladin zurück. „Nein…lasst ihn.“ Sagte sie knapp. Sintus musterte Kazel misstrauisch. Dieser war gerade damit beschäftigt Steine in der Höhle herum zu schmeissen so dass der Paladin vorsorglich schon mal seinen Schild bereithielt.

"LANDRIA, DU ELENDES STÜCK! ICH HAB SIE GELIEBT!!!" „JETZT BELEIDIGT ER AUCH SCHON DIE TOTEN!“ Ereiferte sich Sintus abermals. „Es reicht wenn hier einer herumbrüllt grosser Mann!“ Knurrte Annabelle ihm entgegen. Keine Frage diese Frau hatte ordentlich schneid. Auch wenn sie von der Grösse her nicht einmal bis zu der Brust des Ritters reichte. Doch sie schien den Mann überzeugen zu können zumindest gab er ruhe. Doch sein Schwert behielt er gezogen, zum Angriff bereit . Keiner zweifelte wohl daran dass er den „rettenden Stich“ ausführen würde wenn er keinen anderen Weg mehr sah.
"Ich bin schuld! Ich hab sie umgebracht! Ich hab Landria ermordet, bei den Göttern!!! Ich ... ich hab ... die Bruderschaft verraten! Ahaaaahhhhrrrrrr!" „Ja dafür wirst du dich auch noch vor dem Kriegstribunal verantworten! HÖRST DU?!“ Nein er hörte nicht. Kazel hatte im Moment viel gegenwärtigere Probleme als ein mögliches Gerichtsverfahren. Vor welches Gericht wollte Sintus ihn überhaupt stellen? Jenes welches bereits am Richtberg Pelgars aufgeknüpft wurde? Viele Adelige der Stadt wandelten jetzt als Untote durch die Strasse, einige unseligen die nicht einmal als Zombies getaugt hatten weil sie zu Fett oder zu ungelenkig gewesen waren hatte man sprichwörtlich den Boden unter den Füssen weggezogen. Die Zustände in Pelgar waren grauenhaft und die Gruppe in welche Janay und Talimée gestossen waren kamen von jenem Ort. Auch sie trugen Szenen in ihrem Gedächtnis welche sich immer tiefer in ihren Geist und ihre Seele hineinfrassen.
"Ich wollte das nicht, ich konnte nicht anders. Weist mich nicht ab, ich hab nur euch! Xeniaaaaaaaaaa! „Der Faselt doch nur noch irgend einen Scheiss!“ Fluchte Sintus. „Shhtht…Partner..ich..bin doch hier…“ Hauchte Xenia leise. Um laut und klar zu sprechen fehlte ihr im Moment noch die Kraft. Aber sie war hier, sie atmete, sie sprach, sie bewegte sich, sie lebte! Xenia lebte!

"Du warst immer aufrichtig zu mir. Danke. Danke, danke, danke ... ich hatte nie ... ich brauch dich." „Ist…ja..gut Kazel..ich bin ja hier…jetzt atme tief durch ja?“ Xenia versuchte beruhigend auf den Wahnsinnigen einzuwirken und erwirkte damit einen gleissenden Schrei welcher ihren Kopf beinahe zum bersten brachte.
"XENIAAAAA!", „jaa…ich..bin..hier…kazel..a..aber..bitte…sei..leiser!“ Krächzte sie. Sintus blickte zu Annabelle als wollte er sich die Erlaubniseinholen den Kerl endlich niederzukloppen doch diese schüttelte vehement den Kopf. Schnaubend hielt er sich deshalb zurück und blickte düster auf Kazel nieder. Er verspürte nicht den Drang zu ihm hin zu rennen und ihm zu helfen. Seiner Meinung nach war ihm im Moment ohnehin nicht zu helfen.
Annabelle besass tatsächlich den Nerv bei all dem Geschrei noch nach der Suppe zu sehen. Die Arme Talimèe ging bei dem ganzen Rummel völlig vergessen. Sie hatte sich inzwischen tief in die Höhle zurückgezogen und presste sich mit dem Rücken gegen die kalte Wand.
"Stirb nicht, STIRB NICHT!!!" „Kauel… ich habe ernsthaft nicht vor zu sterben ja?“ Xenia rieb sich die Schläfen. Neben ihr ächzte Juduka.
"Echzechiel ... sie alle ... brauchen dich. Sintus auch. Er hat seinen Bruder verloren. Oh, Lysanthor, er hat ihn verloren!" Sintus riss seine Augen auf. „Sei still Kazel… sei einfach still!“ Er schien es nicht zu mögen ausgerechnet von ihm auf seine schmerzlichen Punkte angesprochen zu werden.
"Halt die Klappe, Sintus!" „Na vielen Dank auch!“ Knurrte er und trieb seine Faust in die nächstbeste Wand um seine Wut abzulassen. Wand und Faust blieben glücklicherweise unversehrt. Immerhin endlich schien Kazel sich ausgetobt zu haben und allmählich ruhiger zu werden.


Die Pferde reagierten ebenfalls empfindlich auf Kazels gebaren. Janay bemerkte bei dem ganzen Krach nicht dass das eine reuige Pferd sich mit ihr hinausgestohlen hatte.
"Verzeiht ... ich war grob ... zu einer Schönheit wie ... Euch ..." „Du wirst dich ihr nicht näher Kazel hast du mich verstanden oder du kriegst es mit mir zu tun!“ Brachte sich Sintus ritterlich ein. Janay fand ihren eigenen Umgang mit dem was Vorgefallen war. Sie zog es vor Kazel verbal noch einen Hieb zu verpassen und hinaus zu gehen. Sie kniete sich an den Bach und schöpfte frisches Wasser. Für einen Moment starrte sie ihre Hände an… und da geschah es.
Schlabbrig strichen Pferdelippen über ihre Handflächen und schlürften ihr das Wasser weg. Das „reuige Pferd“ war ihr offenbar unbemerkt nach draussen gefolgt und leistete ihr nun Gesellschaft. Es schmatzte als es den Kopf hob und das Wasser herunterschluckte ehe es wieder den Kopf senkte und diesmal direkt vom Bach soff. Schliesslich guckte es auf und blickte zu Janay hin. Die Augen des Pferdes waren so gross wie Knöpfe und schwarz wie die Nacht. Einzig durch das Mondlicht erhellt wirkte die Gestalt des Pferdes beinahe schon geisterhaft.
„Brrhrhr!“ Meinte das Pferd nur und begann wieder damit an Janays Haaren herum zu knabbern. Einige Zeit später gesellte sich auch Talimèe zu ihr…


In der Höhle
Nach einer Weile. Kazel wusste wohl nicht wie viel Zeit inzwischen vergangen war wurde er leicht an der Schulter angetippt. Annabelle kauerte bei ihm und guckte ihn ernst an. Die Stirn gerunzelt. „Bist…du jetzt wieder normal?“ Fragte sie.

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Kazel Tenebrée
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 7. Februar 2011, 19:07

Talimée hockte ängstlich in der Ecke und starrte zu der Szene herüber, die sich ihr bot. Ihr war noch immer ganz schwindlig. Diese Bilder hatten sich als überaus heftige Vision entpuppt oder was hatte sie da gesehen? Sie wusste es nicht, aber es machte ihr angst. Hastig blinzelte sie, versuchte so, ihre wirren Gedanken zu ordnen. Dann betrachtete sie die Frau, welche den Paladin daran hinderte auf den scheinbar wahnsinnig gewordenen Dunkelhaarigen loszugehen. Diese Annabelle besaß ordentlich Mut, sich als hässliche Vettel, die sie war, einem echten Ritter entgegen zu stellen. Ob sie in ihrer Heimat viel Einfluss besaß?
Bei den neldorethischen Elfen kam es nicht auf äußere Schönheit an, um Einfluss zu haben – wobei Elfen im Allgemeinen selten Probleme mit ihrem Äußeren besaßen. Hier wurde auf die Worte geachtet und Weisheit besaß Einfluss. In Talimées Augen war diese Annebelle weise oder aber frech genug, Weisheit mit Finesse vorzutäuschen. Sie kannte die Dame nicht, aber ihre Achtung vor dieser Menschenfrau wuchs. Was sie doch alles für Leute kennen lernte! Mit sinkender Angst ob ihrer Vision und aufkommender Neugier beobachtete sie das weitere Geschehen.

Kazel beruhigte sich aber endlich langsam. Mit wachsender Erschöpfung sank auch sein Schreipotenzial. Er war ausgelaugt. Die Seele verlangte ihren Tribut und der war bei all den Emotionen sehr hoch. Er hörte die Worte der anderen wie durch eine dicke Wand: dumpf und verschwommen. Sie kamen nicht wirklich bei ihm an. Er vernahm sie, aber sein Verstand vermochte kaum mehr, das Gesagte zu verarbeiten. Er wusste lediglich, dass er verdammt viel Ärger am Hals hatte – vielleicht sogar Sintus' Klinge. Der Paladin war ganz und gar nicht begeistert. Wütend herrschte er den Mischling an, kein weiteres Wort über seinen gefallenen Bruder zu verlieren. Der Schmerz war einfach noch zu groß. Kazel hob die Lider, suchte nach Sintus' Gesicht. Wie viel Trauer steckte hinter dieser Maske auch Rechenschaft, welche bereits ob der Rache an den Dunkelelfen brüchig geworden war?
Kazel konnte den Rachedurst nachfühlen. Er und Sintus mochten sich leiden können wie Feuer und Wasser, aber irgendwo verstand er die Reaktionen des Paladins doch nur allzu gut. War er nicht selbst jahrelang in verbittertem Hass auf jeden Dunkelelfen losgegangen, den er sah, weil sie ihn an den Mord an seinem Vater erinnerten? An die makabre Aufgabe, die ihm damals gestellt worden war?

Auch neue Bekanntschaften meinten es nicht gut mit dem Mischling. Er kannte die fremde Elfe, welche durchaus ihre Attraktivität besaß, noch gar nicht und schon hatte er bei ihr verspielt. Sie wollte ihn büßen lassen. Wie viele würden aufgrund seiner Taten danach verlangen? Es schnürte ihm die Kehle zu.
"Du wirst dich ihr nicht nähern, Kazel, hast du mich verstanden, oder du kriegst es mit mir zu tun!" Er nickte langsam. So langsam, dass man es nicht bemerkte. Sein Kopf schabte ein wenig über den Boden. Ein paar winzige Steinchen, nicht größer als Krümel, blieben an seiner tränennassen Wange haften.
In diesen Moment berührte ihn etwas an der Schulter. Eine warme Hand. Manthala!, schickte er den Namen der Göttin als geistiges Stoßgebet hinaus. Es war so schön, so angenehm warm. Er glaubte für einen Moment, niemals etwas Schöneres gefühlt zu haben als diese hauchdünne Berührung. Selbst, wenn sie von einer Vettel wie Annabelle kam. "Bist … du jetzt wieder normal?"
"Normal", wiederholte er schlapp. Innerlich schnaubte und lachte Kazel. Normal, er?! Wann war er das jemals gewesen? Er, der kleine falsche Dunkelelf, der nicht zum Rest passte mit seinem verwaschenen Blut. Er, der mutmaßliche Dieb, dem man kein Wort Glauben in Pelgar geschenkt hatte. Er, der Wahnsinnige aus dem schauderhaften Burgstein. Jetzt schauderte auch Kazel. Daran wollte er sich nicht erinnern. Nein, er war wieder normal. "So … normal wie … ich sein … kann", gab er müde zurück. Dann schluckte er trocken. "W-Wasser", bat er. Selbst aufstehen und es holen wollte er nicht, konnte er nicht. Jeder Knochen schmerzte, selbst jetzt im Liegen. Kazel wünschte etwas, um seine trockene Kehle durchzuspülen und dann wollte er nur noch die Augen schließen. Schlafen, lange schlafen.

Talimée, die seine Worte nur deshalb gehört hatte, weil ihre Neugier sie von der Höhlenwand und zurück zur Gruppe gelockt hatte, gab Annabelle einen Hinweis, Wasser zu holen. Sie schaute zu Sintus' Helm. Darin köchelte weiter die Suppe vor sich hin. Den konnte sie nun nicht verwenden. "Ich finde schon einen passenden Behälter", sagte sie und ging hinaus.
Es war nicht nur ihre Hilfsbereitschaft, die sie nach draußen trieb. Auch sie sehnte sich nach frischer Luft, vor allem aber hatte sie nun auch bemerkt, dass sich Janay nicht mehr in der Höhle befand. Sie entdeckte ihre Herrin am Bach. Ihr ruppiges Pferd stand bei ihr. Die beiden versöhnten sich?
Ehe Talimée sich näherte, suchte sie im Schein des Mondes nach einem großen Blatt. Einem Ahornbaum zum Dank fand sie ein schönes, fast sternförmiges Exemplar. Dieses nahm sie mit zum Wasser, füllte das Blatt mit ein paar Schlucken Wasser.
"Große, rote Augen und eine Klauenhand haben ihm ein rotes Licht gestohlen – oder werden es noch tun? Ich weiß nicht, Herrin, aber ich habe etwas gesehen. Es war unheimlich." Sie kauerte sich zu Janay, dankbar für ihre Anwesenheit. Nach einer Weile sprach sie: "Kommt wieder in die Höhle, Herrin. Es ist kalt und Ihr seid müde. Ich glaube, dieser Sturmadler Kazel hat sich wieder beruhigt."
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Montag 7. Februar 2011, 23:00

Wäre Janay nicht derart geschlaucht und erschöpft gewesen, hätte sie vermutlich entnervt die Augen verdreht. Bei Manthala, stellte sich dieser Ritter umständlich und weinerlich an! Sie hatte nichts davon gesagt, dass er den Schweif abschneiden sollte. Einige Haare auszupfen, das wäre auch schon alles. Ganz davon zu schweigen, dass nach einem kleinen Stumpf es wirklich nur noch Haare waren, die da herab hingen. Es würde dem Vieh also nicht einmal weh tun. Aber nein, er musste schon wieder Dinge da hinein interpretieren, die sie gar nicht so gemeint hatte.
Doch sie war einfach zu müde, um ihm ernsthaft noch zuhören zu können und zu wollen, oder sich darum zu bemühen, es richtig zu stellen.
Sie hatte nicht mal mehr wirklich die Kraft, dem verfluchten Gaul auszuweichen oder ihm einen harten Schlag zu verpassen. Selbst ein böser Blick fiel ihr schwer, da sie erst einmal ihre Zeit brauchte, um überhaupt zu begreifen, was da los war.
So seufzte sie schließlich nur auf Sintus' Worte, die sie so gut wie gar nicht begreifen konnte. Ihr Geist arbeitete ebenfalls immer langsamer. Sonst hätte sie eindeutig eine treffende Erwiderung auf der Zunge gehabt.
Allerdings musste Kazel erst seinen Stab zerschlagen, um sie zeitweise ein wenig aufzurütteln, wobei der neue Schmerz durch den Zusammenprall mit dem Licht ebenfalls dazu beitrug, sie aus den Klauen der Müdigkeit zu reißen.
Was danach alles um sie herum geschah, war ihr mehr oder weniger völlig gleichgültig. Sie war viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und schaffte es mit einiger Mühe, hinaus zu wanken und sich die Augen zu kühlen.
Zwar begann sie nach wenigen Sekunden bereits vor Kälte leicht zu zittern, jedoch wollte sie diese wohltuende Geste unbedingt ausführen, da sie nicht wusste, wie sie den Schmerz sonst überwinden sollte.
Das Pferd, das ihr gefolgt war, hatte sie bisher nicht bemerkt und wäre es nach ihr gegangen, hätte das auch noch lange andauern können. Nur leider war es ihr nicht vergönnt, denn kaum hatte sie ausreichend Wasser geschöpft, das nicht gleich wieder zwischen ihren Händen hindurch rann, da erschien eine große Zunge.
Einen Atemzug lang hielt sie still, bevor sie mit einem leisen Fluch auf den Lippen zurück schreckte. Viel sehen konnte sie nicht, aber das Gefühl hatte ihr schon einiges verraten und der Schemen von Hufen tat sein Übriges dazu, das Wesen als Pferd zu identifizieren. Es schien absolut kein schlechtes Gewissen zu verspüren, dass es schon wieder ihre Pläne durchkreuzt hatte.
Die junge Frau schnaubte leise und vergaß vorerst die Kälte um sich herum. "Du bist ein verfluchtes Biest, doch befürchte ich, das weißt du längst und scherst dich nicht drum.", murrte sie und rückte ein Stück zur Seite, bevor sie erneut Wasser schöpfte.
Diesmal konnte sie sich ihre Augen kühlen und keuchte vor Erleichterung auf. Das Tier versuchte sie zu ignorieren und selbst auf das Schnauben achtete sie nicht. Wäre da nicht ein Ziehen an ihren Haaren gewesen.
Ihre Hände sanken herab, sie ließ die Augen geschlossen und unterdrückte einen Fluch auf Lerium. "Vieh, wenn du das nicht sofort unterlässt...", grollte sie und krallte die Finger in die kalte, leicht gefrorene Erde, um sich zu beherrschen.
Sie wollte nicht Gefahr laufen, vor Schreck über einen Schlag niedergetrampelt zu werden. Dass es auch ein Zeichen der Zuneigung sein könnte, kam ihr nicht in den Sinn, dazu war ihre Grundstimmung bereits zu negativ.
Als sie neben sich eine bekannte Stimme hörte, seufzte sie leise und versuchte blinzelnd, endlich wieder deutlicher sehen zu können. Es klappte noch nicht so wirklich, jedoch immerhin ließ der Schmerz langsam nach.
Eher unbewusst stemmte sie ihre Hand gegen den Hals des Pferdes, ohne hinzusehen, sondern hatte den Kopf zu Talimée gedreht.
Sie deutete ein Nicken sowie zur selben Zeit ein Schulterzucken an, dann drehte sie ihr Gesicht erneut zu dem Wasser.
Noch einmal schöpfte sie etwas davon und trank diesmal ein wenig.
Ihre Arme sanken herab und sie richtete sich so auf, dass sie gerade kniete.
Die brennenden Augen blickten geradeaus in die Dunkelheit des Waldes. "Ich habe es satt... ich habe es so satt...", wisperte sie, wie als Antwort auf die Aufforderung, sich in die Wärme zu begeben.
Ein weiteres Seufzen entrang sich ihrer Kehle. "Überall, wo ich hingehe, krieg ich Ärger... ich will nicht mehr! Ich will endlich mal an einen Ort gelangen, wo ich bleiben kann und das in einem Stück."
Ihr Kopf senkte sich ein wenig nach vorne. "Nur so etwas gibt es wohl nicht für mich.", murmelte sie abschließend und schnaubte leise vor Unmut über sich selbst.
Mit einem Ruck sah sie Talimée wieder an und grinste schief. "Vergiss, was ich gesagt hab. Ich bin eindeutig müde.", versuchte sie sich rasch rauszureden für ihren sentimentalen Ausbruch, der ihr auch sofort peinlich war.
Was war in sie gefahren? Ach ja, richtig, sie hatte Schmerzen, war müde und hungrig und sollte ihr Leben aufs Spiel setzen für jemanden, der so nur in ihren Mädchenträumen existiert und sich als Monstrum entpuppt hatte.
Über sich schüttelte sie mürrisch den Kopf und wollte sich in die Höhe aufrappeln, um zurück in die Höhle zu wanken, da gerade Schritte noch immer nicht möglich waren vor Schwäche.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Freitag 11. Februar 2011, 19:36

Xenia legte sich ächzend zurück als sie sah dass sich Kazel offenbar wieder beruhigte. Neben ihr keuchte Juduka, sie schien starke Schmerzen zu haben, doch Annabelle konnte ja nicht übeall gleichzeitig sein. Zumal ihre Heilerfähigkeiten auf die allgemeine Kräuterkunde beschränkt war. Sie blickte nur kurz zu der Nachtelfe hinüber ehe sie ihre Aufmerksamkeit wieder Kazel zuwendete welcher sich inzwischen zusammengerollt hatte. "Normal" Antwortete dieser knapp. "So … normal wie … ich sein … kann" Annabelle legte ihren Kopf schief. Ein verschmitztes Lächeln umspielte ihre Lippen, sie nickte freundlich und klopfte dem Mischling auf die Schultern. „Das soll mir reichen.“ Meinte sie nur. Kazel bat um Wasser.
Sintus hockte schnaubend hinter dem Feuer. Das Licht der Flammen zeichnete tiefe Schatten in Sintus Gesicht. Er musterte Kazel mürrisch. Diese Aktion vorhin hatte ihm offensichtlich nicht gefallen. Er bemerkte wie die Hellseherin zu seinem Helm schielte. „Ich leider keinen zweiten dabei.“ Brummte er nur und erhob sich. Er trat zu Xenia und kauerte sich zu ihr hin. Die beiden unterhielten sich leise.

"Ich finde schon einen passenden Behälter" Sintus guckte nur kurz auf und nickte ihr zu. „Und hol die andere wieder rein. Ehe sie noch im Wald verloren geht.“ Für einmal war Annabelle gleicher Meinung wie Sintus. „Ja… die Suppe ist gleich fertig. Etwas warmes im Magen wird uns allen gut tun.“ Sie schaute wieder zu Kazel. Musterte eindringlich seine tintenfarbenen Augen. „Fühlst du dich…na ja… wieder beseelt?“ Wollte sie wissen. „Du musst auch was Essen KAzel. Komm… rutsch dich hier näher ans Feuer. Du musst wieder zu Kräften kommen… du bist doch neben Sintus der Einzige der im Moment kämpfen kann. Na los… „ sie griff ihm unter die Arme und versuchte ihm aufzuhelfen. « Du kannst als erster von meiner Suppe kosten und mir sagen ob sie schmeckt. Was hältst du davon mhm?“
Sintus half inzwischen Xenia dabei sich etwas aufzusetzen. Die Kriegerin sah bereits besser aus. Sie blickte zu Juduka hinüber und seufzte. „Sie ist die einzige Heilerin Sintus. Du musst sie besser behandeln!“ Dieser Knurrte nur. „Wie du meinst.“ Beugte er sich schliesslich. Xenia war ihm überstellt er hatte zu gehorchen und die Disziplin welche er den Bräuche und Hierarchien der Bruderschaft entgegenbrachte schien stärker in seiner Persönlichkeit verankert zu sein als seine Laune. Xenia winkte Kazel entgegen. „Na komm auch ans Feuer.“ Lud sie ihn ein. Sie sah besser aus, nicht mehr so blass. Das kämpferische Leuchten in ihren Augen war zurückgekehrt. Bald würde si wohl genesen sein. Juduka hatte ganze Arbeit geleistet aber dafür selbst teuer bezahlt.

Vor der Höhle hatte Janay ganz andere Probleme. Ihres bestand in einem Treuherzigen grossen Schlachtross welches ihre Haare zum fressen gern hatte. Es schnaubte nur als es verärgert entdeckte. Dann begann es abermals damit an ihren Haaren herum zu knabbern.
"Du bist ein verfluchtes Biest, doch befürchte ich, das weißt du längst und scherst dich nicht drum." Das Pferd hielt für einen Moment inne mit Kauen, so dass ihr Speichel in die Haare lief. Offenbar überlegte das Tier. „Brrrr!“ Meinte es nur und kaute dann weiter.
"Vieh, wenn du das nicht sofort unterlässt..." „Das Pferd wieherte und stampfte mit den Hufen auf. Dann trat es an den Fluss heran und soff weiter Wasser. So hatte sie wenigstens ein bisschen Ruhe von dem Tier.

Talimée gesellte sich zu ihrer Herrin hinaus in die Dunkelheit. Sie sprach die Vision an die sie gesehen hatte. Janay drehte sich zu ihr um und stützte sich dabei beim Pferd ab. Dieses wieherte Freudig und begann damit Janays Ohr zu beschnuppern. Abermals jedoch empfand es ihre Haare als attraktiver und begann wieder daran rum zu kauen. Als die Hellseherin sich neben Janay hinsetzte entfernte sich das Maul des Pferdes. Es drehte den Kopf und beschnupperte nun Talimée. Der Hengst schnaubte ihr so gegen en Hinterkopf dass sein Atem warm über ihren Schädel strich.

Nach einer Weile forderte die Seherin Janay auf ihr doch wieder in die Höhle hinein zu folgen. Doch dafür hatte Janay wohl auch wenig übrig. Da drinnen hockten schliesslich auch nur ihr völlig fremde Personen, wobei der eine offenbar Verrückt war, der andere ein grimmiger Paladin, dann noch eine Hexe die Kräutersuppen produzierte und schliesslich noch zwei Verwundete. Einladend wirkte die Gruppe so sicherlich nicht, aber vielleicht konnte sie ja die Aussicht auf ein warmes Lagerfeuer anlocken.
"Ich habe es satt... ich habe es so satt..."[/b] „Brrr?“ Der Hengst durchsuchte mit seinen Lippen Talimées Schädel doch da gab es für ihn nicht sonderlich viel zu zupfen so dass er seinen Kopf wieder Janay zuwandte.

"Überall, wo ich hingehe, krieg ich Ärger... ich will nicht mehr! Ich will endlich mal an einen Ort gelangen, wo ich bleiben kann und das in einem Stück." Der Hengst hielt inne, legte den Kopf schräg und musterte Janay mit seinen dicken schwarzen Knopfaugen die in regelmässigen Abständen blinzelten.
"Nur so etwas gibt es wohl nicht für mich." Das Pferd stampfte auf der Stelle auf. Doch dann entfernte es sich von den beiden und Marschierte wieder in die warme Höhle zu seinem Artgenossen.

Talimée blickte ihr entgegen. "Herrin" Hauchte sie, strich eine Strähne zurück und legte ihre Wange an ihre.
Für eine Weile sassen die beiden Frauen noch beisammen und schauten Schweigend in den Fluss. Dann jedoch fröstelte es doch zu sehr so dass sie sich dazu aufrafften in die Höhle zurück zu gehen.
„Ihr kommt gerade Recht! Wir wollen den Helm herumgeben!“ Empfing sie Annabelle deutlich ausgelassener als vorhin. „Setzt euch zum Feuer. Kazel wird mein Süppchen probieren und wenn er genug hat gibt er den Helm an den nächsten weiter. Niemand von euch hat irgend eine Ansteckende Krankheit näää?“ Sie nahm den Helm von der Glut und reichte ihn Kazel. „Pass auf das du dich nicht verbrühst er ist unten ziemlich heiss. Aber an den oberen Seiten kannst du ihn gut halten.“ Erwartungsvoll blickte sie ihn an.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 12. Februar 2011, 08:50

Es würde wohl kein Wasser geben. Sie besaßen nur einen Helm, nämlich den von Sintus. Kazel schluckte leer, versuchte, Speichel in seinem Mund zu sammeln, aber da herrschte eine trockene Dürre. Er unterdrückte ein Husten. Suppe war auch flüssig, vielleicht konnte er gleich davon einen Schluck nehmen. Vorfreude wuchs in ihm, dass ihm noch wärmer ums Herz wurde. Obwohl er erschöpft war und Sintus ihm ob seiner Taten mit schwerer Strafe gedroht hatte - und Grunde hing sein Hals doch bereits in einer neuen Schlinge - fühlte sich Kazel sehr wohl. Er mochte erschöpft sein, körperlich wie geistig etwas angeschlagen, aber er musste zugeben, dass Glückseligkeit ihn beflügelte. Ja, er war glücklich.
Annabelle schien es ihm anzusehen. Sie fragte, ob er sich denn wieder beseelt fühlte. Endlich rappelte er sich weitestgehend auf. "Ich ... denke schon. Ja." Das letzte Wort galt sowohl als Antwort auf diese Frage wie auch auf ihre Aufforderung, etwas zu essen. Kazel ließ sich aufhelfen, lehnte sich dabei mit dem Kopf gegen den Körper der hässlichen Kräuterfrau. Nähe tat ungemein gut! Er seufzte dankbar für sein wiedergewonnenes Seelenheil gegen ihre Kleidung. "Danke ... du hast mich sehr unterstützt - Annabelle Rosenheim?" Er fragte sich, ob das tatsächlich ihr richtiger Name war. "Und ... auch dir muss ich danken, Sintus", erhob er erneut seine Stimme. Sie war nur ein Krächzen, erreichte dennoch den Paladin, welcher gerade leise mit Xenia sprach. "Ich wusste, die Bruderschaft lässt mich nicht im Stich." Kazel schenkte ihm einen dankbaren Blick, obwohl sie sich beide bisher nicht gerade hatten leiden können. Eine derart freundliche Geste würde er von Sintus nicht erwarten brauchen.

Mit Annabelles Hilfe ließ sich Kazel langsam am Feuer nieder. Die knisternden Flammen gaben seinem Teint einen rotgoldenen Schein. Sie wärmten seine Glieder. Für einen Moment schloss er die Augen, um nur diese eine Sinneswahrnehmung in sich aufzunehmen. Er genoss jeden noch so kleinen Funken Gefühl, den er einheimsen konnte. Manche Güter empfand man eben erst dann als überaus kostbar, wenn sie zeitweise verloren gingen. Nun saß er zwischen der Vettel und Xenia. Sie sah auch schon wieder besser aus. Kazels Blick musterte sie kurz. Was hätte er künftig nur ohne sie getan? Ein Lächeln huschte über seine Züge.
Schade, dass es Juduka noch immer so schlecht ging. Sie musste genesen! "Annabelle, du kriegst Juduka doch wieder gesund, nicht wahr?", erkundigte er sich, während sie alle darauf warteten, dass die Suppe endlich fertig wurde.

Gerade zum rechten Zeitpunkt kehrten dann auch Talimée und die andere Elfe zurück. Wie hatte sie sich vorgestellt? Kazel überlegte. Hatte sie überhaupt einen Namen genannt? Er schaute die Fremde an, senkte dann aber rasch den Kopf. Besser wäre es, er hielt still. Sie hatte ohnehin keinen sonderlich guten Eindruck von ihm gewonnen. Er sah lieber zu, von der Suppe zu kosten. Vorsichtig hielt er den Helm, um nichts zu verschütten. Der Dampf stieg ihm ins Gesicht, sein Aroma betörte. Kazels Magen knurrte, verlangte nach Suppe.
Und plötzlich lachte der Mischling. Xenia erlebte dies wohl auch zum ersten Mal. Vorher war Kazel nicht einmal derart heiter ums Gemüt gewesen. Er lachte über seinen Hunger. Er freute sich! Er hatte Hunger, spürte die Wärme und roch die Suppe mit Verlangen. Wie hatte ihm das alles gefehlt. Etwas zu hastig nahm er einen Schluck, verbrühte sich die Zungenspitze und hustete wieder. Den zweiten Schluck trank er besonnener. "Die schmeckt ... fantastisch!" Er reichte den Helm weiter und konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, wann er das letzte Mal derart Leckeres probiert hatte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Samstag 12. Februar 2011, 18:47

Die junge Frau brummte leise, als sie auf einmal einen neuen "Freund" gefunden hatte. So viel zum Thema, morgerianische Pferde seien nur biestig und gefährlich. Dieses hier hatte sie zwar abgeworfen, schien deswegen aber noch immer ein schlechtes Gewissen und somit einen Narren an ihr gefressen zu haben.
Was sich als lästig heraus stellte, vor allem, da sie auch weiterhin an den Augen bedient war und somit schlecht rechtzeitig ausweichen konnte. Also versuchte sie es mit gebrummten Worten, jedoch irgendwie schien es nicht so recht zu funktionieren.
Bis es wohl genug von ihren Haaren hatte und sich wieder dem Gewässer widmete. Was Janay ausnützte und es dem Tier ein wenig gleich tun wollte.
Wäre ihr Talimée und ihre eigene gefühlsduselige Stimmung nicht dazwischen gekommen. Und schon wieder wurde sie angeknabbert. Sie schnaubte und hatte sich endlich erneut unter Kontrolle, obwohl es seine Zeit dauerte und ihr leider zu viel über die Lippen kam, was sie eigentlich gleich wieder bereute.
Trotzdem schien es ihr die andere nicht zu übel zu nehmen und wenngleich sie es nie zugegeben hätte, es tat ihr ganz gut, dass sie die warme Wange tröstend an der ihren fühlen konnte.
Allerdings auch diese Situation verging und schließlich nickte sie langsam. "Ja, gleich.", seufzte sie.
Sie empfand es als ekelhaft, vollgesabbert zu sein, was sie immer deutlicher spürte, und trotz der Kälte um sie herum, beugte sie sich vor und steckte den Kopf für einen Moment bis zum Grund, was gerade ausreichte, um all ihre Strähnen zu erreichen. Die Luft musste sie anhalten, bevor sie mit einem scharfen Atemzug sich wieder aufrichtete.
Das Wasser rann ihr sofort aus den Strähnen und kalt den Nacken entlang über ihren Rücken weiter, um in dem Stoff zu versickern. Es war ihr egal, sie hatte zumindest da etwas erreichen können, mit dem sie halbwegs zufrieden war.
Danach schüttelte sie den Kopf wie ein Hund, um einige Flüssigkeit los zu werden, bevor sie sich auf die Füße kämpfte. "So, jetzt können wir."
Sie fühlte sich wieder gewappnet, wartete, bis auch Talimée auf den Beinen war, und ging dann mit ihr zurück. Sie wurden auch sofort mehr oder weniger begrüßt und der Magen der jungen Frau knurrte vernehmlich bei der Erwähnung von Essen.
Inzwischen war sie so halbwegs wach, dass sie die schmerzenden Augen offen halten konnte, die Kälte hielt sie zusätzlich noch munter und ihr Blick klärte sich endlich merklich, sodass sie nicht mehr wie eine Blinde herum wankte.
Auch die Einladung, sich wieder zum Feuer zu setzen, würde sie gewiss nicht ausschlagen. Sie wollte sich wieder aufwärmen und trocknen, denn noch immer liefen einzelne Tropfen aus ihren Haaren ihre Haut entlang herab.
Ihre Augenbraue hob sich ein bisschen bei der Erwähnung von einer ansteckenden Krankheit. An sich fühlte sich Janay gesund und sorgte auch soweit für ihren Schutz wie möglich, nur mit Sicherheit konnte sie das nie wissen, bevor nicht irgendetwas ausbrach. Somit zuckte sie lediglich mit den Schultern und fixierte dann Kazel.
Er sollte so viel zu sich nehmen, bis er genug hatte? Wenn er das wagen würde, würde sie ihm noch mehr das Leben zur Hölle machen, als sie es ohnehin schon vorhatte.
Ihre Brauen ruckten beide in die Höhe, als der Kerl auf einmal zu lachen begann.
War er jetzt wirklich verrückt geworden? Was war auf einmal so lustig?
Sie schüttelte langsam und zweifelnd den Kopf über dieses Verhalten und warf Talimée einen skeptischen Blick zu, ob diese das besser deuten konnte als sie. Denn auch wenn sie in Männern meistens lesen konnte wie in einem Buch, war ihr das Verhalten dieses einen Exemplars zu rätselhaft.
Trotzdem rückte sie mit Absicht etwas näher in seine Richtung, da sie großen Hunger hatte, und so nahm sie relativ egoistisch den Helm an sich, anstatt ihn zuerst den beiden Verwundeten zu gönnen.
Sie schloss die Augen, schnupperte einen Moment lang daran und setzte dann das Ding an die Lippen. Behutsam nippte sie daran, um sich nicht zu verbrühen.
Danach schluckte sie, das Knurren ihres Magens wurde noch lauter und am liebsten hätte sie mit Gier den gesamten Helm geleert.
Jedoch riss sie sich notgedrungen zusammen, nippte noch zweimal, sodass sie insgesamt einen guten Schluck zu sich genommen hatte, und reichte ihn dann ihrerseits weiter.
"Danke, das hat gut getan.", murmelte sie leise an die Köchin gewandt und schloss ihre Augen erneut, um das wohlige Gefühl noch länger auskosten zu können, die Wärme ihre Kehle hinab rinnen zu spüren.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 17. Februar 2011, 20:40

Annabelle erhob sich lächelnd. „Na also.“ "Danke ... du hast mich sehr unterstützt - Annabelle Rosenheim?" „Ja… keine Ursache. Schliesslich bin auch ich angewiesen dass die einzigen zwei kampffähigen Männern nicht eingehen.“ Meinte sie nur und wandte sich wieder ihrer Suppe zu.
"Und ... auch dir muss ich danken, Sintus" Sintus hielt in seiner Diskusison mit Xenia inne, er guckte als hörte er schlecht. Er runzelte die Stirn. Offenbar hielt er Kazel immer noch für verrückt, schliesslich laberte er auch seltsam versöhnliche Dinge vor sich her. Fragend schaute er zu Xenia hin welche ihn eindringlich ansah. „Schon gut.“ Brummte Sintus kurz darauf und Xenia nickte zufrieden.
"Ich wusste, die Bruderschaft lässt mich nicht im Stich." „Na ja… die Bruderschaft ist hier im Moment etwas untervertreten, schätze ich. Ich wage nicht für die ganze Bruderschaft zu sprechen!“ Brummte Sintus nur.
Die Zeit strich dahin und schliesslich hatten sich alle beim Lagerfeuer versammelt. Die Pferde waren ruhig und hielten sich still im hinteren Teil der Höhle auf so dass Janays Haare und Kopfhaut sich erholen konnte.

"Annabelle, du kriegst Juduka doch wieder gesund, nicht wahr?" Annabelle hielt mit rühren Inne, zum Leidwesen der anderen der Gruppe die sehnsüchtig auf das Essen warteten. Sie seufzte. „Wie gesagt sie ist die Heilerin, nicht ich. Ich tu was ich eben kann. Wenn die Suppe leer ist werde ich ihr eine Schmerzpaste machen. Alles andere muss ihr Körper selber richten. Du könntest mir Helfen ihr zu helfen indem du dafür sorgst dass sie ein wenig isst.“ Dann wurde es ganz Still ums Feuer. Xenia hockte an die Höhlenwand gelehnt da. Zum ersten Mal konnte sie die beiden Neuankömmlinge sehen. Sie lächelte den beiden freundlich zu. „Ich hab mich euch noch nicht vorgestellt. Ich bin Xenia. Ich… führe diese Gruppe an wenn ich nicht gerade ausgehebelt werde.“ Sie lächelte verschmitzt.
Xenia war eine wahnsinnsfrau. Ihre Grösse liess sich so wie sie nun dahockte nur erahnen. Ihr blondes Haar warf einzelne Strähnen über ihr Gesicht. Auch ohne ihre Rüstung welche man ihr nach ihrer Verwundung abgenommen hatte war zu erkennen dass sie eine Kriegerin war. Ihr Körperbau war muskulös und athletisch ohne die typisch weiblichen Merkmale verloren zu haben. Ihre stahlbrauen Augen funkelten Aufmerksam und liessen die Kraft der Seele welche in diesem Körper innewohnte nur ansatzweise erahnen. Ihr Bauch war notgedrungen verbunden und dort sah man auch dass ein bisschen Blut durchgesickert war. Doch offenbar war es nichts was eine Xenia hätte umbringen können. Nun vielleicht doch, wenn Juduka nicht gewesen wäre.

Diese lag regungslos neben der Kriegerin und schien zu schlafen oder bewusstlos zu sein.
Xenia musterte Janay eingehender, dann Talimée und nickte schliesslich. „Ahhh die Suppe ist fertig!“ Meinte Annabelle und reichte Kazel den Helm für den ersten Schluck.
Alle Blicke waren auf den Mischling gerichtet. Alle warteten auf das Essen und jeder fürchtete wohl nichts mehr zu kriegen wenn er dran war.
"Die schmeckt ... fantastisch!" Annabelle lächelte sichtlich erleichtert. „Sag ich doch… und nahrhaft ist sie auch!“ „Sie enthält kein Fleisch!“ Knurrte Sintus. „Ich gehe nach draussen und schiess uns einen Hasen oder Vogel.“

Annabelle fühlte sich keineswegs beleidigt. Sie nickte nur. „Wir sollten alles an Fleisch essen was wir kriegen können, wer weiss wann wir das nächste Mal einen so guten Lagerplatz finden. Sintus verliess die Höhle ohne von der Suppe gekostet zu haben. Offenbar vertraute er darauf dass Xenia schon auf Kazel aufpassen würde.
"Danke, das hat gut getan." Annabelle nahm den Helm und kostete selbst davon. Sie nickte zufrieden. „Wahrlich.“ Meinte sie und reichte den Helm an Xenia weiter. Auch diese Trank mit gesundem Appetit. „Wer will noch etwas? Es ist genug Helm für alle da… näähääh?“ Es gab noch einmal eine Runde für jeden. „Wer von euch kann Juduka helfen einwenig von der Suppe zu essen? Macht mir den Gefallen so kann ich die Schmerzpaste vorbereiten. Und nein Xenia du darfst nicht! Du schonst dich!“
Xenia nickte nur. „Wie du meinst.“ Es gefiel der sonst so agilen und aktiven Kriegerin ganz und gar nicht jetzt so inaktiv sein zu müssen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 18. Februar 2011, 17:38

Sintus' Worte legten einen Schatten über Kazels gute Laune, obgleich sie der Wahrheit entsprachen. Sintus sprach hier nicht für die gesamte Bruderschaft und viele hatten gesehen, wie die Brüder angegriffen und Landria getötet hatte. Dieses Wissen wog schwer. Er ließ für einen Moment den Kopf hängen. Aber in tiefe Abgründe fiel er vorerst nicht. Kazel würde für diese Tat einstehen. Das war das letzte, das er für Landria tun konnte - und für sich. Er musste alles aufklären, zudem herausfinden, weshalb diese Frau ihn manipuliert hatte. Er nickte dem Paladin zu, wollte sich ein andermal mit den unbeantworteten Fragen und Tatsachen belasten. Lange genug hatte er darunter gelitten, war hin- und hergereicht worden wie ein Stückchen Papier und hatte im Auftrag anderer gehandelt. Jetzt wollte er Abstand nehmen und wenn auch nur für einen Moment. Seine Seele war gerade erst wieder Teil von ihm. Auch das sollte er genießen. In erster Linie mussten sie alle zunächst einmal neue Kräfte tanken und dann überleben, bis sie Unterstützung fanden. Juduka ebenso.

"Natürlich helfe ich." Kazel schaute zu der Nachtelfe herüber. Die Suppe gäbe auch ihr neue Energie. Davon konnte sie vermutlich eine Menge gebrauchen. Dass Annabelle mit dieser Kräuterbrühe wahre Wunder bewirkte, erkannte man bereits am Geschmack. Jeder sollte davon probieren! So wollte Kazel es weiterreichen, an Xenia, doch die Elfe kam ihm zuvor. Wie hieß sie noch gleich? Er hatte es entweder nicht mitbekommen oder sie hatte sich nicht vorgestellt. Irgendwie traute er sich aber auch nicht, sie zu fragen. Ihr Verhalten wirkte einschüchternder als es Xenia je vermocht hätte. Vielleicht, weil Kazel die Söldnerkönigin als Mentorin bewunderte. Das machte weniger Angst.
Er ließ es zu, dass die Elfe von der Suppe trank und den Helm nun ihrerseits weiter reichte. Er machte einmal die Runde, dann musste Annabelle die nächste Fuhre herstellen. Nur Juduka hatte noch nichts abbekommen. Kazel hatte sich nun neben sie gesetzt. Sie war noch immer bewusstlos oder schlief. Das tat ihr zwar gut, aber essen musste sie ebenso.

Sintus entschied sich, jetzt da es Xenia bereits besser ging, auf die Jagd zu gehen. "Wenn es meine Herrin gestattet und Ihr auch, werter Ritter, begleite ich Euch. Es gelingt mir vielleicht auch ohne Bogen ein Tier zu erlegen", bot Talimée an. Sofern Sintus nichts dagegen hatte, würde sie ihn begleiten. Andernfalls wäre es auch nicht schlecht, sich zur Ruhe zu betten. Letzten Endes sollte jedoch Janay entscheiden. Die Neldoreth-Elfe sah sie weiterhin als Herrin an, ungeachtet jeder Tarnung, die die beiden überdeckte.

"Ich helfe Juduka, das sagte ich bereits", erinnerte Kazel Annabelle an sein Angebot. So konnte die Kräuterfrau eine Schmerzpaste zubereiten. Es brauchte allerdings jemanden, der in der Zwischenzeit den Helm hielt. Xenia wollte der Mischling mit dieser Aufgabe nicht betrauen, nachdem er von Annabelle hörte, seine Partnerin solle sich noch schonen. Da blieb sonst niemand mehr übrig, außer ...
"Ich weiß, Ihr haltet mich für einen Klotz, aber würdet Ihr Juduka zuliebe den Helm halten, bis ich sie aufrichten konnte? O-oder umgekehrt", fügte er hastig an Janay gewandt hinzu. Nicht dass sie gleich lauthals tadelte, er könne keine Frau sanft genug anpacken, um seinen Händen die Verletzte anzuvertrauen. Kazel schaute sie beinahe schuldbewusst scheu an, als hätte sie derartige Worte bereits ausgestoßen, und wartete eine Antwort ab.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Samstag 19. Februar 2011, 19:23

Die Schmerzen in ihren Augen ließen immer mehr nach, das kalte Wasser hatte definitiv geholfen genauso wie das schlechte Licht draußen, sodass sie jetzt wieder fast uneingeschränkt sich bewegen und sehen konnte. Hinzu kam, dass sie ein bisschen munterer wieder war und ihr die Lider nicht ganz so vehement zufielen. Und ihr Appetit meldete sich.
Wie die anderen fieberte sie dem Fertigwerden der Suppe entgegen, als ihre Aufmerksamkeit kurz abgelenkt wurde, weil sie und Talimée angesprochen wurden. Sie sah zu Xenia und nickte zu deren Worten.
Ja, das hatten sie schon von Sintus erfahren und es behagte Janay nicht sonderlich, dass eine Frau die Anführerin sein sollte. Nicht, dass sie es nicht guthieß, im Gegenteil, sie fand sowieso naturgemäß, dass ein Großteil ihrer Geschlechtsgenossinnen für so etwas viel besser geeignet waren als Männer. Aber es würde ihre Aufgabe, sich bei einem passenden Moment davon zu stehlen und zuvor die wichtigsten Informationen dafür unauffällig heraus zu kitzeln, erschweren. Dafür müsste sie eine Lösung finden und die hieß vermutlich, Sintus soweit abzuschotten, dass sie ihn besser um den Finger wickeln könnte, ohne, dass die anderen das meiste davon zu hören bekämen.
Um es sich jedoch nicht mit Xenia gleich zu verscherzen, erwiderte sie das Lächeln, wenngleich es um einiges müder ausfiel.
Wahrscheinlich war ihr Handeln danach etwas unklug, allerdings wollte sie den Eindruck erwecken, sie wolle bei der Versorgung der Wunden mithelfen. Deswegen deutete sie auch knapp mit dem Kinn auf Xenias Bauch. "Sieht so aus, als würdest du wieder bluten.", stellte sie fest und sah ihr einen Atemzug lang in die Augen, um zu zeigen, dass sie es nicht böswillig meinte.
Doch dann ging es endlich ans Essen und das wollte sie sich nicht mehr entgehen lassen, wenn sie ohnehin noch munter war. Auch wenn ihr dieser Kazel alles andere als sympathisch war, hatte sie es geschafft, gleich nach ihm die Suppe zu ergattern.
Dass in der Zwischenzeit Sintus für Fleisch sorgen wollte, ließ sie schmunzeln. Also hatte sie trotz seiner Brummigkeit seinen Ehrgeiz soweit geweckt, dass er sich auf die Jagd machen wollte mit einem Bogen. Anders würde er ein Tier nicht schießen können.
Obwohl es vermutlich der falsche Moment war, denn draußen war es dunkel und er würde eine Lichtquelle brauchen. Wäre er ein Nachtelf, könnte er wahrscheinlich auch ohne eine Jagd erfolgreich bestreiten, aber als einfacher Mensch war er recht schutzlos. Jedoch war sie zu sehr damit beschäftigt, sich bei dem Trinken der Suppe nicht zu verbrühen, als dass sie sich hätte die Zeit nehmen wollen, um ihn darauf hin zu weisen, und dann war er auch schon weg. Nun ja, er würde selbst drauf kommen oder ohne Beute zurück kehren, das war sein Problem, denn sie wusste nicht, ob sie noch lange genug wach bleiben könnte, bis es auch Fleisch zu essen gäbe.
Da meldete sich auch Talimée, die ihm helfen wollte. Wobei sie schmunzeln musste, denn voraussichtlich wäre allein sie es, die für einen Erfolg sorgen könnte. So nickte sie der anderen zu.
"Ja, geh ruhig. Aber gib acht, dass du wieder zurück findest." Ihre Worte klangen freundlich und ehrlich, sodass sie ganz zu der Rolle passten und obendrein auch noch Talimée das Gefühl hoffentlich gaben, dass sie tatsächlich verhältnismäßig willkommen zurück kehren könnte. "Wenn es dein Hunger zulässt, folg ihm lieber gleich, sonst trink erst mal.", fügte sie noch hinzu, da das Essen sowieso schon damit begann, die Runde zu machen.
Die Suppe wärmte sie wohlig von innen und sie seufzte entspannt auf, nachdem sie die Köchin ehrlich gelobt hatte. Ja, auch sie, eine Dunkelelfe, konnte Dankbarkeit zeigen, wenn sie wollte.
Danach reichte sie den Helm weiter und versuchte abzuschätzen, ob sich noch ein weiterer Schluck später ergeben würde. Wahrscheinlich nicht, dazu war der Helm als Gefäß zu klein. Allerdings hoffen konnte sie trotzdem und würde sich so lange munter zu halten versuchen.
Und tatsächlich, ihr Wunsch erfüllte sich und sie bekam noch einmal von der Suppe zu trinken, sodass sie sich fast schon satt fühlte, weil ihr Magen in letzter Zeit so oder so viel zu wenig gefüllt worden war. Die junge Frau würde also relativ unbesorgt schlafen können.
Doch daraufhin stellte sich für Janay ein kleines Problem. Einerseits wollte sie den Anschein erwecken, der Gruppe nützlich zu sein, solange, bis sie abhauen könnte. Andererseits kümmerte sie sich ungern um Kranke oder Verletzte, weil sie es nicht gewohnt war und diese Verantwortung nur äußerst ungern tragen wollte. Von sich aus wollte sie sich nicht melden, obwohl es vielleicht besser gewesen wäre, sofern sie dadurch nicht aufdringlich gewirkt hätte.
Also rang sie innerlich mit sich, was sie tun sollte, ob sie es selbst übernehmen oder auf Talimée als ihre Dienerin weisen sollte, um etwas beizusteuern, sobald sie wieder zurück wäre.
Noch bevor sie zu einer Antwort für sich selbst gelangt war, meldete sich bereits Kazel zum zweiten Mal.
Sie warf ihm einen unauffälligen, skeptischen Blick zu. Abgesehen von seinem Toben von vorhin hatte sie bisher nicht das Gefühl gehabt, als wäre er geeignet dazu, so etwas zu übernehmen. Nun ja... wenn sie nach diesem Gesichtspunkt gehen würde, würden ohnehin nur Talimée, die Kräuterhexe und sie selbst übrig bleiben. Also ließ sie diese Überlegung besser und beschäftigte sich weiter damit, ob sie nun mitmachen oder ihre Dienerin schicken sollte.
Die Worte, die schließlich an sie gerichtet wurden, überraschten sie nicht sonderlich, denn derzeit war sie wirklich die Einzige, die noch übrig war. Die beiden Jäger waren noch nicht zurück, Xenia sollte nicht mitmachen und die alte Vettel müsste sich um die Paste kümmern.
Somit erschrak sie nicht, als sich Kazel an sie wandte, sondern sah auf und bei seinem hastigen Zusatz musste sie tatsächlich fein grinsen. In ihren Augen blitzte es amüsiert auf und sie ließ ihn mit Absicht länger zappeln, als es eigentlich nötig gewesen wäre. Denn ihre Entscheidung war bereits gefallen, als er sie gefragt hatte.
"Wenn du kräftig genug bist, ihr Gewicht zu halten...", erwiderte sie absichtlich mit einem offenen Ende, um ihn noch ein wenig mehr leiden zu lassen. Aber auch, weil sie nicht wusste, wie kräftig er wirklich schon war, und ein Körper konnte mit der Zeit erstaunlich schwer werden.
An den Beginn ihrer Bekanntschaft dachte sie ebenfalls, unterließ es jedoch vorerst, darauf wieder hin zu weisen. Sein Blick verriet ihr sowieso schon, dass er es von alleine wusste.
Allerdings glaubte sie daran, dass ihre Hand unter diesen Umständen ruhiger wäre, damit die Verletzte wirklich was zu trinken bekäme und sich nicht nur die Lippen verbrühte. Zwar war die Suppe schon etwas ausgekühlt und auch der Helm nicht mehr ganz so heiß wie zuvor, doch war die Gefahr noch immer gegeben, wenn man unvorsichtig war.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 24. Februar 2011, 18:50

Talimée begleitete den ehrgeizigen Paladin in die düstere Nacht hinaus. Als Elfe, die im Neldoreth beheimatet war, wusste sie zumindest, worauf man in der Nacht achten musste, um nicht von wilden Tieren gefressen zu werden. Sie konnte Sintus also durchaus bei der Jagd unterstützen und sie freute sich darüber, dass sie Janays Erlaubnis erhielt.
Mit einem Lächeln und dem Versprechen, gut auf sich aufzupassen, verschwand sie aus der Höhle. Es wurde erheblich ruhiger. Annabelle kümmerte sich nun um die Zubereitung der Schmerzpaste und die anderen hatten sich im Grunde nichts zu sagen. Kazel hockte allein unter Frauen. Er war der Hahn im Korb.
Vielleicht sah er es gerade deshalb als seine Pflicht an, den Kraftanteil zu übernehmen und die verletzte Juduka zu halten, während Janay ihr die Suppe einflößen sollte. Von der Elfe erntete er jedoch zunächst nichts weiter als Spott. Sein Mund wandelte sich in eine schmale Linie mit trotzig herunter gezogenen Mundwinkeln. Eine derartige Mimik hatte er lange nicht mehr gezeigt. Eigentlich war es doch wundervoll, was die Seele wieder bei ihm bewirkte, selbst wenn er nun diesen gekränkten Blick auflegte. Seine Augen leuchteten tinten- bis meerblau.
"Ich hab sie eine ganze Weile auf dem Rücken durch die Stille Ebene getragen. Es wird schon gehen." Die Frau, die ihm gegenüber saß, wusste ja nicht, dass dies für Kazel durchaus eine Leistung war. Er konnte sich selten großes Gewicht auf den Rücken laden, ohne die schmerzenden Narben zu spüren.
In aufflammendem Willen, seine Kraft zu beweisen, packte er Juduka versehentlich etwas fester als gewollt. Ihre Reaktion darauf ließ ihn zusammenzucken. "Entschuldige", hauchte er ihr zu und fasste nun wesentlich sanfter. Es gelang ihm, Juduka in eine halbwegs sitzende Position aufzurichten, ohne unnötig ihre verletzte Schulter zu belasten. Er lehnte sie einfach gegen seine Brust, so dass sie den Kopf an seiner Schulter abstützen konnte. Seine Hand an ihrer Wange stützte sie zusätzlich.
"Juduka", hauchte er in ihr Ohr, "du musst trinken, hörst du?" Er schaute auf und die andere Elfe direkt an. "Ich … hab Euren Namen nicht mitbekommen." Und wieder an die Nachtelfe gewandt: "Wie auch immer sie heißt, sie wird dir jetzt vorsichtig die Suppe einflößen. Danach kannst du dich weiter ausruhen."
Er hoffte, dass allein der Geruch genügte, um Juduka zum Trinken zu animieren. Sie musste etwas zu sich nehmen, um bei Kräften zu bleiben. Und während Kazel wartete, dass Janay ihren Teil der Arbeit erledigte, wuchs in ihm die Erkenntnis darüber, was er hier eigentlich tat. Er war Juduka furchtbar nahe, konnte ihren Duft wahrnehmen und ihr seidiges Haar an seinem Hals fühlen. Es war weich.
Plötzlich wurde ihm warm. Seine Wangen glühten, er spürte die Röte heiß darin aufsteigen. Beruhige dich, es ist notwendig, dass du sie hältst und du hast keine anzüglichen Hintergedanken. Dann ist es doch in Ordnung. Kazel atmete tief durch. Er erinnerte sich an die Nacht mit Shantih und wie schön eine solche Nähe doch sein konnte. Jetzt, da ihm seine zurückgekehrte Seele Gefühle wieder gestattete, sehnte er sich danach, auch diese Empfindung neu zu erleben. Und schon breitete sich die Schamesröte bis zu seinen Ohrspitzen aus, denn jetzt dachte er anzüglich. Verlegen barg er das Gesicht hinter Judukas weichen Haaren.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Freitag 25. Februar 2011, 11:29

Talimée gesellte sich zu Sintus der sich noch nicht weit von der Höhle entfernt hatte. Denn er stand am Fluss und sammelte Steine für seine Schleuder auf. Die beiden ergänzten sich gut. Die Hellseherin konnte das Wild orten und Sintus verfügte über die nötige Schlagkraft um es zu erlegen.
In der Höhle versuchte Janay sich gerade im Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zu der Anführerin der Gruppe. Janay konnte wohl besser mit Männer, diese waren ja auch deutlich einfacher um den Finger zu wickeln aber der einzige der dafür anfällig war befand sich nun im Wald und jagte Kaninchen… Moment, ganz richtig war diese Feststellung nicht, da war doch noch dieser seltsame Kerl der gerne herumtobte…

"Sieht so aus, als würdest du wieder bluten." „Mhrm?“ Xenia guckte an sich runter und sie war wenig begeistert als sie den durchgebluteten Verband erblickte. „Ach… Mist.“ Im Gegensatz zu den meisten anderen Soldaten und Rittern spielte sie ihren Zustand nicht unnötig runter. Sie begann damit den Verband abzunehmen was Annabelle dazu veranlasste aufzublicken. „Warte Xenia… ich helfe dir danach. Die Wunde sollte nicht zu lange offenliegen.“ Die Soldatin nickte nur. „Du hast recht, ja.“ Sie seufzte. Diese gezwungene Untätigkeit stand ihr nicht gut zu Gesicht. Sie schnaubte nur. Annabelle lächelte und rührte weiterhin ausdauernd an ihrer Paste herum.
Janay bekam die Gelegenheit sich eingehender mit dem Mischling zu befassen denn sie sollte ihm helfen die schwerverletzte Nachtelfe zu füttern. Diese liess sich ächzend von Kazel in eine sitzende Position ziehen, angenehm war es ihr nicht dies war ihr anzusehen doch ihr fehlte schlicht die kraft um sich zu wehren. „mrhrrm..“ Keuchte sie nur und verzog erst ihr Gesicht als sie die Suppe roch. Am Geruch konnte es nicht liegen sie schmeckte schliesslich vorzüglich, die Abneigung gegen Essen war eher ein besorgniserregendes Symptom. Sie versuchte den Kopf wegzudrehen wurde aber von Kazels Arm daran gehindert.

"Juduka" „Mr.gh…“ Sie stöhnte leise auf und reagierte so auf Kazels Worte. "du musst trinken, hörst du?" „jr.g.nh.“ Keuchte sie nur und begann an der Suppe zu schnuppern und schliesslich auch sehr gemächlich zu trinken, was für die junge Nachtelfe mit ziemlicher Anstrengung verbunden war.
Die Prozedur zog sich und so war es nicht verwunderlich dass jeder seinen eigenen Gedanken nach hin. Kazel stellte soeben fest dass Juduka eine wunderschöne Nachtelfe war. Ihr Haar war weiss und seidig, ihre Körperform wohlgeschwungen, doch waren dies nicht praktisch alle Körper die hier versammelt waren? Nun Annabelles vielleicht nicht aber auch Talimée, Xenia und Janay waren durchaus sehr attraktive Frauen.
Kazels letztes Weiberabenteuer war schliesslich auch schon einige Zeit her und so war es nicht verwunderlich dass mit der Rückkehr der Seele auch wieder jene Bedürfnisse zurückgekehrt waren die einen Mann eben zu einem Mann machten.

Juduka trank eine zufriedenstellende Menge der Suppe und lehnte sich schliesslich erschöpft an Kazel an. Sie legte ihren Kopf an seine Schulter und kuschelte sich zurecht ehe sie ihre Augen schloss und wegschlummerte. „Sieh zu dass du sie nicht weckst wenn du sie wieder ablegst.“ Meinte Annabell welche die drei wohl stets im Auge behalten hatte. „Soo.“ Meinte sie zufrieden und erhob sich. Es knackte in ihren Knochen als sie sich auf Janay zubewegte und ihr den Helm wieder abnahm. Sie ging kurz nach draussen und wusch ihn aus, dann griff sie sich ebenfalls ein grosses Blatt und kam damit wieder in die Höhle. Sie hatte Wasser geschöpft mit dem Helm und goss etwas davon in ihre Kräuterpaste. „Falls ihr trinken wollt.“ Sie hob kurz den Helm und kochte das Wasser ab. Dann knetete sie die Kräutermasse zu einer dicken Paste, strich diese auf ein Blatt und begab sich damit erst zu Xenia. Vorsichtig nahm sie den Verband ab. „Mhrrm.. es heil glaube ich näh, bin ja kein verfluchter Doktor näh?“ „Du hast sehr viel für mich getan Annabelle ich bin dir zu aufrichtigem Dank verpflichtet.“ Meinte Xenia leise. Die Hexe winkte nur ab, verband Xenia neu und strich etwas von der Schmerzpaste auf die Wunde.
„Ihr beide… solltet euch auch ausruhen näh, es war ein langer Tag und morgen wird er wohl nicht kürzer werden näh?“

Sie beugte sich über Juduka und begann vorsichtig die Pfeilwunde zu versorgen. Die Prozedur zog sich doch schliesslich schliefen Xenia und Juduka, die immer noch gegen Kazels Körper gelehnt war, bereits und auch Annabelle rollte sich neben dem Feuer zusammen um zu schlafen. Stille kehrte in die Höhle. Einzig das knistern des Feuers war noch zu hören.

So damit melde ich mich Ferienhalber ab. Ihr habt etwas Zeit euch zu unterhalten. Die drei anderen werden soweit schlafen. Wenn ihr ganz fleissig seit könnt ihr ja irgendwann Talimée und Sintus auftauchen lassen mit einem erlegten Hasen
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Freitag 25. Februar 2011, 18:36

Auch Janay bemerkte mit einem Blick in die Runde und den Gedanken darüber, wer sich denn außer ihr um die Schwerverletzte kümmern könnte, dass es jetzt nur noch einen Mann unter vier Frauen gab. Davon war eine alt und verblüht, um nicht zu sagen, sehr hässlich, zwei waren außer Gefecht gesetzt und die vierte war sie selbst, die keinen Sinn darin gesehen hätte, ausgerechnet diese Person zu verführen.
Wenn jemand etwas wusste und ihr behilflich sein konnte, dann war es Sintus... oder Xenia, wobei sie keinen Sinn für ein Spiel unter Gleichgeschlechtlichen hatte. Gut, für ausreichend Geld wäre sie wahrscheinlich auch dafür zu haben, aber das stand im Moment ja nicht zur Debatte.
Somit war dieser Kazel zwar das einzig männliche Wesen in der Höhle und trotzdem würde es zu keinen anzüglichen Handlungen kommen, davor war er wohl gefeit. Stattdessen also sollte sie sich mit ihm um die am stärksten verletzte Frau kümmern und ihr Suppe einflößen. Nun ja... nicht gerade ihre Lieblingsbeschäftigung!
Dennoch amüsierte sie sich gerade, denn auf ihre Worte hin, die ihn ein wenig herausfordern sollten, reaierte er trotzig, ja, erinnerte sie damit sogar fast an ein Kind, das die gewünschte Süßigkeit nicht bekommen hatte. Während ihre Augen sich mit einem ruhigen Ausdruck auf die seinen richteten und seinen Blick unbewusst zu fesseln versuchten.
Dass er die Verletzte eine Zeit lang getragen hatte, mochte sie nicht ganz so erheblich werten, wie sie es getan hätte, hätte sie von seinen Umständen mehr gewusst. Trotzdem zollte sie ihm einen feinen Respekt, dass er es eine gewisse Spanne lang getan hatte und obendrein wollte sie ihn nicht so stark verstimmen, als dass sie sich einen Kontrahenten dadurch schuf.
Also zauberte sie ein versöhnliches Lächeln auf ihre Lippen und blickte ihm noch immer direkt in seine Augen. "Gerade wenn du sie getragen hast, solltest du deine noch vorhandenen Kräfte nicht überschätzen.", erwiderte sie fast schon freundlich.
Was nicht bedeutete, dass sie ihm verzieh, dass er sie grob angepackt und ihr dann mit dem Zerstören des Stabs Schmerzen bereitet hatte. Jedoch ein bisschen musste sie ihm die Möglichkeit bieten, ihr zu zeigen, dass ihm das ehrlich leid tat. Einerseits müsste sie die Strenge, Unversöhnliche spielen, um ihr klar zu machen, wie sehr er ihr zugesetzt hatte. Andererseits allerdins waren auch leichte Signale notwendig, dass er eine Chance hatte, sie umzustimmen.
Danach beobachtete die junge Frau ihn, wie er die Verletzte so zu sich zog, dass sie mehr oder wenig sitzend in seinen Armen hing.
Sie rückte etwas näher und bemaß die restliche Suppe mit einem nachdenklichen Blick, um einzuschätzen, wie viele Schluck da heraus kommen würden. Diese sollten klein sein, damit die andere sich nicht verschluckte. Nicht so wie Arina...
Dieser Gedanke blitzte so unvorbereitet in ihrem Bewusstsein auf, dass sie leicht erschrocken zusammen zuckte und verwirrt blinzelte.
Es dauerte ein paar Sekunden, bis sie sich wieder gefangen hatte. Dabei bemerkte sie, dass sie von ihm angesehen wurde und er ihr eine indirekte Frage stellte.
Ohne nachzudenken diesmal, denn so völlig war sie noch nicht wieder bei sich, antwortete sie schlicht:"Janay."
Sie deutete ein leichtes Kopfschütteln an und würde ein wenig ärgerlich über sich selbst, sodass sie sich mit einer bewussten kleinen Anstrengung ausschließlich auf das Hier und Jetzt konzentrierte.
Die junge Frau rückte ein Stück näher und beugte sich über die Verletzte. "Ich setz jetzt den Helm an deine Lippen.", erklärte sie leise und warnend, damit die andere nicht erschrak bei der plötzlichen Berührung.
Janay ging erstaunlich behutsam vor, was man ihr gar nicht zugetraut hätte. "Achtung, es kommt ein bisschen Suppe. Mach kleine Schlucke.", riet sie ihr und kippte dann das zweckentfremdete Gefäß ein wenig.
Dennoch war es wohl zu viel oder zu schnell gewesen, denn etwas von der nahrhaften Flüssigkeit lief zum Kinn herab. Rasch zog sie den Helm zurück und schon wieder stiegen Erinnerungen in ihr hoch.
Bilder einer längst vergangenen Zeit, wo sie noch in Morgeria gelebt hatte. Sie war sechs Jahre alt gewesen, Arina sieben. Ihre Schwester hatte sich beim Spielen verletzt und eine entzündete Wunde davon getragen, die ihr schweres Fieber verursacht hatte. Janay war ihr nicht von der Seite gewichen, während ihre Eltern sich kaum darum geschert hatten. Ihr Vater hatte sich geweigert, schon einen Heiler zu konsultieren, solange sie noch nicht in den letzten Atemzügen lag. Während ihre Mutter lieber mit ihren Freundinnen umher gezogen war. Selbst ihr Bruder hatte nichts tun können, weil er einerseits vom gemeinsamen Vater so vereinnahmt wurde damals schon und andererseits weil er keine Ahnung von Krankenpflege hatte. Dennoch hatte das Nesthäkchen der Familie nicht locker gelassen, bis ihre Mutter genervt gemeint hatte, dass eine kräftigende Brühe schon ausreichend wäre. Gemacht hatte sie natürlich keine, aber es war für Janay ein Anhaltspunkt gewesen und über mehrere Dienerinnen beziehungsweise Sklavinnen hatte sie es erreicht, so etwas zustande zu bringen. Mit einer riesigen Schüssel, denn ihre Schwester hatte schon länger nichts mehr zu sich genommen, hatte sie sich in das Zimmer der Kranken geschleppt. Nachdem sie das Geschirr abgestellt hatte, war sie sich sicher gewesen, etwas anderes, kleineres zu brauchen, denn länger hätte sie das Ding nicht halten können. Also hatte sie sich eine kleine Schüssel, eher einen Napf geholt und diesen mit der Brühe gefüllt. Sie hatte mit diesem Arina füttern wollen, was nicht funktioniert hatte, da sie viel zu unruhig gewesen war. Fast den gesamten Inhalt des Napfes hatte sie verschüttet und war beinahe daran verzweifelt. Brütend und mit tränennassen Wangen hatte sie vor sich hin gebrütet, immer den rasselnden Atem der Kranken im Ohr. Bis ihr die rettende Idee genommen war. Erneut hatte sie den Napf gefüllt und diesmal Arina mit dem Löffel gefüttert, was endlich geklappt hatte. Das hatte sie so lange wiederholt, bis ihre Schwester stark genug für andere, festere Nahrung gewesen war. Und tatsächlich hatte sie es mit Janays Hilfe geschafft, wieder gesund zu werden. Darüber war sie glücklich und auf sich stolz gewesen, so sehr sogar, dass sie es ihrem "Onkel" Véllin erzählt hatte. Dieser hatte sie danach nur seltsam angesehen, was sie niemals so wirklich verstanden hatte, selbst Jahre darauf noch nicht. Und so wie er sich in Kosral benommen hatte, wollte sie das lieber auch gar nicht mehr.
Die junge Frau kehrte in die Wirklichkeit zurück und schüttelte leicht den Kopf, wie als könne sie die Bilder der Vergangenheit dadurch abschütteln. Das war aus und vorbei, an so etwas sollte sie nicht denken!
Ein weiteres Mal blinzelte sie und wollte sogar seufzen. Wäre ihr Blick nicht auf Kazel gefallen, der rote Wangen hatte. Ihre Augenbraue hob sich automatisch an und ihr Herz klopfte ein wenig stärker, denn sie befürchtete, dass er etwas bemerkt hatte.
Also bemühte sie sich um Konzentration und rückte wieder dichter zu Juduka. "Achtung.", wisperte sie mit leicht belegter Stimme, setzte den Helm an und diesmal schaffte sie es, nichts von der Suppe zu vereuden.
Was Xenia indes trieb und wie sie auf ihre Worte reagiert hatte, bemerkte die junge Frau nicht mehr. Es geschah schließlich auch viel zu viel innerhalb kürzester Zeit, sie war erschöpft und somit war es besser, wenn sie sich wenigstens auf eine Sache noch fokussieren konnte. Außerdem hätte sie nicht sagen können, wie sie im Moment auf den Anblick einer blutenden Wunde reagiert und wie ihr Magen das verkraftet hätte. Somit war es vermutlich ohnehin so besser, wie es jetzt war.
Wäre da nicht die Erinnerung aufgeflackert, die auch eine gewisse Sehnsucht nach ihrer Schwester mitgebracht hatte...
Um der Verletzten zu helfen, benötigte sie eine gewisse Zeit, in welcher sie sich bemühte, stets behutsam zu Werke zu gehen und nicht noch mehr zu verschütten. Es war nicht so einfach, ihr malträtierter Körper protestierte sogar dagegen. Ihre Arme zitterten ganz leicht, bis sie ihnen eine kurze Pause gönnte. Danach machte sie ihre Aufgabe weiter und konnte sogar relativ zufrieden sein.
Schließlich war der Helm leer und sie nickte Kazel zu als Zeichen, dass sie fertig war und er Juduka wieder hinlegen konnte.
Noch bevor sie sich selbst entschieden hatte, was sie mit dem leeren Gefäß nun tun sollte, kam die alte Vettel schon auf sie zugeschlurft und wirkte sichtlich zufrieden. Die junge Frau wehrte sich nicht dagegen, dass ihr das Ding abgenommen wurde.
Während die Alte sie alleine ließ, atmete Janay auf, da sie sich endlich ein bisschen entspannen könnte, und warf dem anderen einen feinen, schmunzelnden Blick zu, der nicht zeigte, ob sie froh über ihre gemeinsame Arbeit war, oder ob sie ihn wieder ein wenig herausfordern wollte.
Dann sah sie auf, als die Vettel zurück kehrte und nickte nur wortlos zu ihren Worten. Jetzt hatte sie keinen Durst und wenn, dann würde sie wohl eher selbst zu dem Gewässer raus gehen, um sich ein bisschen die Beine dabei vertreten zu können.
So wie sie auch nun wenigstens so viel Bewegung haben wollte, wie sie bekam, als sie zurück zu ihrem vorherigen Platz schlurfte und sich darauf nieder ließ. Sie beugte sich dem Feuer entgegen, um davon Wärme abzubekommen.
Leise seufzte sie und blickte nachdenklich in die Flammen. Die Sehnsucht nach ihrer Schwester wollte sie einfach nicht mehr los lassen und gemeinsam mit der leisen Verzweiflung ob ihrer dauernden Schwierigkeiten in letzter Zeit sich vermischen wollte. Was ihre Stimmung nur noch mehr drückte.
Hätte sie daran geglaubt, dass sie noch beobachtet werden würde, hätte sie das viel stärker zurück zu drängen versucht. So allerdings sah sie lediglich vor sich hin und überließ die Verletzten der alten Vettel.
Wie es Arina jetzt wohl gehen mochte? Ob sie verheiratet war, schon Kinder hatte? Oder hatte sie doch noch den Mut gehabt und sich von ihrem Vater losgesagt? Ob sie sich jemals wieder sehen würden...? Nein, lieber nicht. Ihre Schwester sollte keine Probleme bekommen und Janay wollte nicht erleben müssen, wie die Ältere sie mit Verachtung oder sonst einem anderen Gefühl strafte, weil sie wirklich diesen Weg eingeschlagen hatte, den sie gegangen war.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 26. Februar 2011, 13:46

Kazel sorgte sich nicht um Xenia, nicht in dem Sinne. Sie war stark, sie hatte das Schlimmste überstanden. Die Wunde wäre nicht ihr Untergang. Er vertraute auf ihre Willenskraft wie sonst auf kaum etwas Anderes. Die Kriegerin, welche als Näherin aufgewachsen war, würde weiterhin ihren Weg gehen. Auch wenn es zu ihrem Unwillen derzeit bedeutete, nichts zu tun und zu schlafen. Auch Juduka wurde zunehmend müder. Kazel hätte es nicht für möglich gehalten, aber sie nahm auch an Gewicht zu. Oder ließen lediglich seine Kräfte nach? Ihr Körper drückte schwer gegen seinen. Am liebsten hätte er sie abgelegt, aber noch ließ sie sich füttern.
Er selbst wartete ab, den Kopf gesenkt, die Wangen und Ohrenspitzen rot. Ihr Duft machte ihn benommen. Janay, ja so hatte sie sich ihm vorgestellt, würde sich schon um alles kümmern. Eine Zeit lang hing er seinen Gedanken nach. Sie kreisten um den Geruch der Frau, die an ihn gelehnt saß, um die Zartheit ihrer Haut und die weichen Strähnen ihres Haares. Shantih, dachte der Mischling voller Bedauern. Er saß hier, umringt von drei schönen und eben einer nicht ganz so schönen Frau. Kein Wunder, dass ihn Sehnsucht packte. Er hatte schließlich bereits Blut geleckt.

Annabelle trat plötzlich hinzu, bot ihnen Wasser an. Kazel bettete Juduka zurück auf ihr Lager. Es dauerte nur Sekunden, bis ihre Atmung gleichmäßige Züge annahm. Sie war so erschöpft, dass sie sofort einschlief. Kazel entschied, es ihr bald gleich zu tun. Vorher aber nahm er den Helm entgegen, um sich ein paar Schlucke des kühlen Wassers zu gönnen. "Danke", seufzte er zufrieden. Es schmeckte fantastisch! Noch immer war er versucht, jedes noch so kleine Quäntchen an Gefühl, Emotion und Sinneswahrnehmung wie einen Schatz in sich aufzunehmen. Es erfüllte ihn, wie niemals zuvor.
So aber auch Müdigkeit. Er nickte, als Annabelle vorschlug, Janay und er sollten sich ebenfalls ausruhen. Sintus und diese Talimée befanden sich noch auf der Jagd. Es würde dauern, bis sie zurückkehrten. Kazel wollte eigentlich warten, damit wenigstens einer wach war, um die Flüchtlinge in der Höhle zu schützen. Aber der Tag war anstrengend genug gewesen. Müdigkeit kroch ihm in die Glieder, zusammen mit der Kälte, die vor dem Höhleneingang im dunklen Gewand der Nacht lauerte. Er schob sich näher an das Feuer heran. Dabei fiel der Blick auf seine Füße. Einen Moment betrachtete er die nackten Sohlen. Sie waren von Schmutz verkrustet, zeugten noch von den Überresten der Erinnerungen an die Zeit auf dem Richtberg. Er hatte in einem Käfig gestanden, unter dem ein Feuer entzündet worden war. Die Verbrennungen waren verheilt. Kazel berührte seine Ferse. Anschließend zog er den Saum der schwarzen Robe so weit es ging darüber. Die Seide hielt nicht wirklich warm. Er hätte sich irgendwie Kleidung beschaffen sollen. Zum Glück gab es das Feuer. Er rutschte noch näher heran.

Und da fiel ihm dieser tiefgründige Blick auf, den Janay in die Flammen richtete. Dennoch schaute sie dem Tanz des Feuers nicht zu, sie wirkte abwesend, als sei sie in Gedanken versunken. Ihre ganze Mimik besaß etwas Trauriges, ebenfalls überschattet von Müdigkeit.
Er wusste, dass seine Wangen sofort wieder glühen würden - die Hitze spürte er bereits - dennoch fragte Kazel aufrichtig interessiert: "Ist alles in Ordnung? Ihr seht traurig aus." Schon wandte er den Blick ab und ebenfalls auf die wärmenden Flammen, als könne jede noch so kleine Reaktion seitens Janay ihn verbrennen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Sonntag 27. Februar 2011, 13:05

Die junge Frau hatte keine Ahnung, was dieser Gruppe überhaupt zugestoßen war, wenngleich sie sich denken konnte, dass es mit der Dunklen Armee zusammenhing. Aber im Prinzip interessierte es sie im Moment auch nicht. Immerhin saßen sie derzeit in einer Höhle, die relative Sicherheit versprach.
Vielleicht würde sie morgen, wenn sie wieder halbwegs klar im Kopf wäre, Sintus danach fragen, um vorbereitet zu sein. Es könnte immer noch etwas passieren, was mit dem Zwischenfall zutun hatte, da wollte sie wenigstens ein bisschen darauf gefasst sein und rechtzeitig reagieren, sofern sie die Möglichkeit dazu hätte.
Wenn Talimée wieder hier war und sie die Chance bekam, kurz ungestört mit ihr zu reden, würde sie die andere danach fragen, ob sie was gehört hatte auf ihrer Jagd. Ob es erfolgreich sein würde? Janay wusste es nicht, sie konnte die Beiden nicht einschätzen, dazu kannte sie diese einfach noch zu wenig. Außerdem konnte sie nicht hellsehen, dafür war ihre Dienerin zuständig.
Also konzentrierte sie sich lieber auf ihre Tätigkeit und schaffte es, die Schwerverletzte zu füttern. Wobei sie hin und wieder zu Kazel schielte und sich in ihrem Inneren über seine Röte amüsierte. Dabei sah er gar nicht so aus, als ob die Frauen ihn ständig meiden würden.
Es passte irgendwie nicht zu ihrem Bild, das sie sich von Männern jeglicher Attraktivitätsstufe gemacht hatte in ihren vier Jahren Berufserfahrung. Ginge es nach ihrer Erfahrung, wäre er zwar nicht übermäßig beliebt, bekäme jedoch trotzdem ausreichend Aufmerksamkeit, um selbstbewusster zu reagieren, wenn er eine verletzte Frau in den Armen hielt. Oder hing das mit den Erlebnissen rund um seinen Stab zusammen? Ja, das war für sie eine stimmigere Erklärung, sodass sie sich nicht länger damit befasste, weil es für sie als beendet galt.
Abgesehen davon hatte sie mit sich selbst genug zu tun. Also ergriff sie die Chance, kehrte zu ihrem vorherigen Sitzplatz zurück, um verhältnismäßig ungestört zu sein, und blickte Gedanken verloren in die Flammen.
Was war nur jetzt wieder mit ihr los? Zuerst ihre sentimentale Stimmung am Gewässer gegenüber von Talimée, die zu ihrer Erleichterung nichts dazu gesagt hatte, und jetzt eine unwillkommene Erinnerung, die ihre Stimmung noch stärker drückte.
Arina... Sie vermisste sie so unendlich! Damals, bis sie sich endgültig getrennt hatten, hatte die junge Frau sich niemals vorstellen können, wie sie ohne ihre große Schwester leben sollte. Und nun hatte sie es schon vier Jahre lang geschafft...
Ob die Ältere irgendwie stolz auf sie sein könnte, wenn sie nicht wusste, worin sie Erfolg gehabt hatte?
Leise seufzte sie und redete sich ein, dass sie im Herzen nichts trennen könnte. Allerdings tröstete es sie im Moment nicht so, wie es sonst häufig der Fall gewesen war, solange sie keine Tätigkeit gehabt hatte, um sich abzulenken.
Sie hatte zum ersten Mal richtiges Heimweh, nicht nach Morgeria, sondern einfach nach ihrer Arina. Wenn sie nur wüsste, wie es ihr ginge, oder ihr eine Möglichkeit einfallen würde, wie sie mit ihrer Schwester in Kontakt treten könnte, ohne sie in Schwierigkeiten zu bringen.
Sie war zu tief in ihre Gedanken versunken, drohte, noch mehr Erinnerungen wieder zu erleben, als dass sie mitbekommen hätte, was um sie herum geschah. Nicht einmal die Stille der Anwesenden bemerkte sie nicht. Bis sie direkt angesprochen wurde.
Leicht fuhr sie hoch und blinzelte ihren Sitznachbarn an.
Er war für sie kein geeignetes Verführungsobjekt mehr, einerseits hatte er in der Gruppe nichts zu sagen und andererseits nahm sie ihm nach einem Tag bereits zu viel übel, als dass sie ihn noch unbedingt um den Finger wickeln wollte. Was in dieser Situation vermutlich gar nicht so schlecht war, denn es täte ihrer Seele bestimmt gut.
So sah sie ihn an und fast war ihr, als schliche sich ein mildes, trauriges Lächeln in ihren Mundwinkel. Er war knallrot im Gesicht, schon wieder, dabei waren seine Worte einfach nur harmlos gewesen, ohne jeglichen Unterton, den eine Person hatte, die aus bestimmten Gründen danach fragte.
Langsam hob sie ihre Schultern an und ließ sie keine zwei Sekunden später nach unten sinken. Ihr Blick richtete sich erneut in die Flammen.
Schweigen senkte sich zwischen sie, ihre Gedanken kehrten zu Arina zurück und es schien eine Ewigkeit zu vergehen, bis sie Luft holte. "Sehnsucht ist schlimm, wenn sie einen befällt. Man wird sie so schnell nicht wieder los.", sprach sie leise und schickte diesen Worten ein Seufzen hinterher.
Ohne wirklich wahr zu nehmen, was sie überhaupt tat, lehnte sie sich zur Seite, bis ihr Kopf auf seiner Schulter ruhte.
Wie ihr Geist sehnte sich auch ihr Körper nach Arina, da sie die Einzige in ihrem Leben war, die sie gewöhnlich in den Arm genommen und so getröstet hatte. Nicht, dass es oft nötig gewesen wäre, aber im Moment vermisste sie das am meisten, jemanden zu haben, zu dem sie laufen konnte, wenn es ihr nicht gut ging.
Ja, sie war einsam, auch wenn es ihr gewöhnlich nichts ausgemacht hatte. Nur in diesen Minuten überrannten sie die betrüblichen Gefühle einfach und sie konnte ihnen nichts entgegen setzen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 28. Februar 2011, 19:31

Kazel senkte den Blick. Janay antwortete ihm nicht. Wahrscheinlich wollte sie ihre Sorgen nicht mit ihm teilen. Er konnte es verstehen. Bisher hatte er sich ihr nicht gerade von seiner besten Seite präsentiert. Nicht, dass er sie näher kennen lernen wollte – es war wahrscheinlich, dass sich ihre Wege alsbald trennten. Aber sie hatte so traurig und allein ausgesehen, eben am Feuer. Kazel kannte das Gefühl, mit seinen Gedanken allein zu sein und Xenia als auch die verstorbene Landria hatten ihm gezeigt, wie gut es tat, sich ab und an zu öffnen. Es kam nur darauf an, wem man sich anvertraute.
Deshalb war der Mischling Janay kein bisschen böse, dass sie außer mit einem Schulterzucken nicht auf ihn reagierte. Sie kannten einander nicht, warum sollte sie ihm vertrauen? Er selbst hatte Jahre lang anderen gegenüber genug Misstrauen gezeigt, um ihr Verhalten nachempfinden zu können. Also versuchte er, die Röte wieder aus seinem Gesicht zu verdrängen. Vielleicht könnte er ein wenig schlafen. Ein Schauer der Müdigkeit lief ihm den Rücken herunter.
Da antwortete Janay doch noch. "Sehnsucht?" Kazel packte Neugier. Wonach sie sich wohl sehnte? Ihm selbst fiel dazu eine ganze Menge ein. An erster Stelle Shantih. Er vermisste sie, seit er wieder hatte klar denken können. Vor allem aber, seit er Juduka im Arm gehalten hatte. Die Wärme eines anderen Körpers und das Wissen, dass jemand einen mochte, ja, danach sehnte er sich sehr stark. Gleich danach kam seltsamerweise der Wunsch, sich mit Sintus irgendwie einig zu werden. Die Aufnahme in die Bruderschaft bedeutete Kazel sehr viel, er wollte sich darin keine Feinde schaffen. Er besaß erstmals in seinem Leben ein Zugehörigkeitsgefühl, seit Echzechiel ihn aus seiner misslichen Lage und zu Xenia als deren neuer Partner verfrachtet hatte. Für ihn war die Bruderschaft irgendwie mit einer Familie zu vergleichen, die er nicht besessen hatte. Er sehnte sich danach, weiterhin Teil dieser Familie zu sein. Und deshalb sollten Sintus und er sich verstehen. Sie mussten keine besten Freunde werden, da blieb Kazel Realist. Aber ein höfliches Miteinander sollte zu schaffen sein. Er glaubte gar, auf dem besten Weg dorthin zu sein, jetzt, da seine Seele zu ihm zurückgekehrt war. Und somit dachte er über die dritte Sehnsucht nach. Sie kam von ihm selbst, aus seinem tiefsten Innern. Er wollte das Leben auskosten, mit allen Sinnen. Seine Emotionen überschlugen sich fast jetzt noch ob jedes geringsten Reizes und es war so intensiv, so … lebendig. Er lechzte geradezu nach mehr davon.

"Ich sehne mich auch danach, mal wieder unter dem Sternenzelt zu schlafen", setzte Kazel zu einem Gespräch an. Vielleicht heiterte das Janay ein bisschen auf. "Jetzt ist es dafür aber offensichtlich zu ka…." Er verstummte. Sie lehnte an seiner Schulter. Er wagte kaum, sich zu rühren, vielleicht erschrak sie dadurch. Oder war sie zusammengebrochen?
"A-alles in Ordnung?" Das hatte er schon einmal gefragt. Wie überfürsorglich, als wollte er seine bisherigen Fehltritte wiedergutmachen. Doch zu weiteren Schritten fehlte ihm der Mut. Janay war immerhin eine Frau, zudem nicht unattraktiv. Kazel mochte von vielen weiblichen Geschöpfen umgeben sein, aber das hieß nicht zwangsläufig, dass er ihnen so nahe kam. Er war schüchtern, von Natur aus, wenn es um Frauen und Nähe ging. Auch die ersten Erfahrungen, die er mit Shantih hatte sammeln dürfen, hatten das noch nicht ändern können. Er tat sich sehr schwer, geradezu unbeholfen ging er vor. Andererseits weckte Janays Kopf an seiner Schulter eine wahre Explosion in seinem Innern. Sie war zart und strahlte eine so angenehme Wärme aus, wie es Feuer nie gelingen würde.
"Schon gut", hauchte er ihr verlegen zu. Seine Wangen wollten scheinbar auch nicht mehr aufhören, zu glühen. "Das liegt vielleicht an der Müdigkeit. Versuch zu schlafen, ich … bleib einfach so sitzen und warte."
Kazel rührte sich auch die ersten zehn Minuten keinen Millimeter. Er schaute mit sinkender Aufmerksamkeit in die Flammen. Deren flackernder Tanz vermochte zu hypnotisieren. Langsam fielen ihm die Augen zu.
Lediglich Janays wohlgeformter Körper besaß weiterhin seinen Reiz. Sie wärmte ihn, es war ein so schönes Gefühl. "Schläfst du schon?" Welch dumme Frage! Sie würde kaum antworten können, wenn es so wäre! Sie sollte liegen, das ist bequemer. Ich bin auch müde. Vorsichtig legte Kazel Janay einen Arm um. Er hatte nicht vor, mit ihr zu kuscheln, sondern sie nur so sanft wir möglich abzulegen. Anschließend würde auch er sich einen Fleck suchen, an dem er schlafen konnte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Montag 28. Februar 2011, 22:16

Wäre die junge Frau in besserer Verfassung gewesen, ohne dem Verlust ihrer Kindheitsschwärmerei für ihren sogenannten Onkel und der ständigen Flucht, der sie im Moment ausgeliefert war, hätte sie sofort bestätigt, dass sie ihre Sorgen nicht mit ihm teilen wollte und würde. Pfff, sie brauchte so jemanden nicht! Und überhaupt, was für Sorgen, wie lächerlich!
Doch sie war nicht auf der Höhe, ihr gesamter Körper schien aus Schmerz zu bestehen, sie war von wenigen Schlucken Suppe gesättigt, so klein war ihr Magen geworden, und sie hatte an ihre Schwester denken müssen. Ihre Nerven waren angespannt und es wäre nach vier Jahren endlich mal an der Zeit, dass ihr jemand Trost spendete.
Nur so kam es zustande, dass sie es nicht bei diesem Schulterzucken beließ, sondern tatsächlich Luft holte und etwas dazu sagte. Zwar war es nicht das, was sie konkret beschäftigte, soweit war sie nun trotz allem noch nicht, aber es war ein Anfang, der für sie schon viel bedeutete.
Es war ihr früher schon schwer gefallen, ihre sämtlichen Gedanken mit jemandem zu teilen, obwohl Arina sehr erfinderisch geworden war, um ihr ihre Sorgen und Nöte zu entlocken. Jedoch war es dennoch selbst für ihre große Schwester schwer gewesen zuweilen und das eine oder andere Geheimnis, das in Janays Brust schlummerte, hatte sie nie erfahren. Es war nicht so, als hätte die Ältere sie ausgelacht, verspottet oder verraten, es war einfach eine Hemmschwelle in ihr gewesen, die sie nicht immer hatte überbrücken können und wollen. Vieles wollte sie mit sich selbst erst einmal ausmachen, bevor sie aus Schwäche sich an jemand zweiten wandte. Obwohl... mit Arina zu reden war eigentlich nie aus Schwäche heraus geschehen und trotzdem hatte die junge Frau oft genug deswegen mit sich gehadert.
Und seit vier Jahren hatte sie wirklich niemanden mehr, wenngleich es beinahe einmal für sie den Eindruck gemacht hatte. Damals, in Pelgar, bei ihrem Kunden, in den sie sich verliebt hatte und von dem sie schwanger geworden war. Allerdings der hatte sie wirklich verraten, sodass sie sich danach nur noch stärker in sich zurück gezogen hatte. Doch nun war diese Situation, in die sie geraten war...
"Ja, Sehnsucht...", wisperte sie und klaubte mit ihren Fingern etwas von dem Staub vom Boden auf, den sie in das Feuer warf. Nicht, weil es für die Flammen etwas gebracht hätte, sondern aus dem einzigen Grund, um ihren Körper ein bisschen zu beschäftigen. "Solche Sehnsucht, die einen überfällt und nicht mehr so leicht aus den Klauen lässt.", fügte sie hinzu, ohne es bewusst zu tun. Es waren ihre Gedanken, die sie kurzerhand laut erwähnte und nicht für sich behielt.
Was sie später noch bereuen könnte, aber derzeit war sie für solche Überlegungen zu niedergeschlagen. Und das eigentlich nur wegen einem einzigen Umstand, nämlich, dass ihr ihre Schwester fehlte, sonst nichts. Alles andere war vergänglich und sie kannte Mittel und Wege, um sich ihre Wünsche zu erfüllen.
Allein dieser eine würde ihr vielleicht für immer verwehrt bleiben, noch dazu, wenn sie Véllins Auftrag nicht ausführte, dann dürfte sie sich sowieso nie mehr in die Nähe Morgerias wagen. Dadurch hätte sie neben ihrem Vater noch einen Dunkelelf, der ihr nach dem Leben trachtete.
Wie viele ihrer Rasse es eigentlich gab? Nur, damit sie sich vorbereitete auf die Anzahl ihrer künftigen Feinde.
Flüchtig zuckten ihre Mundwinkel, ohne, dass der bittere Zug sich ausbilden konnte.
So tief in ihre Gedanken versunken, sank sie gegen ihn und legte ihren Kopf auf seine Schultern.
Seine Worte drangen verspätet durch den Schleier der Erinnerungen und dennoch brachten sie die junge Frau zu einem feinen Schmunzeln. "Sternenzelt... nun ja, so lange es das bleibt und man nicht von einem Schauer oder Schnee überrascht wird... oder anderen Dingen.", murmelte sie mit leisem Amüsement in der Stimme.
Daraufhin jedoch seufzte sie bereits wieder und der Zug verschwand aus ihrem Gesicht. "Wann war je alles in Ordnung? Ich lebe, also wird es weiter gehen, mehr ist nicht nötig.", erwiderte sie und diesmal konnte man die Bitterkeit viel zu deutlich hören. Sie winkte müde ab und schloss gequält die Augen. "Vergiss, was ich gesagt habe, auch ich rede manchmal Unsinn.", versuchte sie das Gesagte so ungeschehen wie möglich zu machen.
Was er auch zu akzeptieren schien, da er ihr vorschlug, sie solle schlafen. Die Müdigkeit steckte ihr auch deutlich genug in den Gliedern.
"Mhm... wäre sicher nicht... so schlecht...", flüsterte sie träge und merkte, wie sie immer weniger von ihren Gedanken bewusst fassen konnte. Sie zogen mit jedem Atemzug stärker an ihr vorbei, ohne, dass sie diese begreifen oder halten konnte.
Janay bemerkte nicht länger, wie rasch die Zeit an ihr vorüber floss.
Auf seine nächste Frage hin brummelte sie zwar etwas, allerdins war es schon längst nicht mehr verständlich.
Was sie tat, begriff sie dadurch schon gar nicht. Stattdessen seufzte sie leise auf, als er den Arm um ihren Körper legte, und schmiegte sich instinktiv an ihn. Es war ein angenehmes Gefühl, das sie schon so lange nicht mehr erlebt hatte. Das letzte Mal, als sie und ihre Schwester sich getrennt hatten, vor vier langen, langen Jahren...
"Arina...", hauchte sie sehnsüchtig. Ihr Atem wurde tiefer und gleichmäßiger, die verkrampften Muskeln lösten sich allmählich, sodass sie in seinen Armen regelrecht weich wurde.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 1. März 2011, 20:05

"In der Zeit der Abendsonne mag ich Schauer. Sie kühlen die Haut und man fühlt sich irgendwie frei. Es ist wie eine Reinigung." Kazel schüttelte den Kopf. Das klang ja furchtbar fromm, so gläubig war er gar nicht! Aber seine Worte entsprachen der Wahrheit. Er genoss die warmen Regenschauer dieser Jahreszeit. Selbst während die Tropfen ihn von Kopf bis Fuß in einen feuchten Schleier hüllten, hatte er sich im Gras niederlegen und schlafen können. Nur wenn es schneite, da suchte selbst er sich Höhlen. Doch was mochte diese Elfe noch meinen, wenn sie von anderen Dingen sprach, die einen überraschen mochten. Dachte sie an Wölfe oder Bären? Die gab es nicht in der Stillen Ebene, in der Kazel so lange Zeit unter dem freien Sternenhimmel verbracht hatte. Wahrscheinlich meinte Janay Gefahren der Wälder. Das konnte der Mischling nur bedingt nachvollziehen.
Vielmehr jedoch verstand er ihre bitteren Worte und gab ihr insgeheim recht. Irgendwie kam nie eine Zeit, in der etwas in Ordnung war. Stets traten neue Ereignisse in das eigene Leben ein, die mehr Probleme mit sich brachten als man im Grunde ertragen konnte. Gern hätte Kazel etwas darauf erwidert. Ihre Gedanken ähnelten sich überraschenderweise sehr stark. Es war beinahe unheimlich, wo Janay ihn doch so wütend angefahren hatte. Er wusste ja, was sie von ihm hielt. Umso verwirrender für Kazel, dass sie an seiner Schulter lehnte und auch noch auf seinen Rat einging, sich schlafen zu legen.
Sang schlang er einen Arm um ihre Hüfte, um sie dazu zu bewegen, dem Rat auch wirklich Folge zu leisten. Doch statt zu Boden zu sinken, kam Janay ihm dadurch nur noch näher. Kazel spürte wie seine Wangen glühten. Zugleich ertappte er sich aber auch dabei, dass seine Finger zart über die Hüfte der Frau strichen.
"Arina…" Er hätte gern erfahren, wer das denn nun schon wieder war. Janay sprach in Rätseln, aber sie war auch furchtbar müde. Deshalb unterdrückte Kazel seine Neugier. Sie sollte schlafen. Noch immer hockten beide da. Der Untergrund wartete, aber der Mischling rührte sich nicht. Er ließ seinen eigenen Vorsatz links liegen, zu angenehm fühlte es sich an, Janay im Arm zu halten. Sie wärmte, zusätzlich zum Feuer.
Kazel ließ sich schließlich auch von Manthalas Armen in Empfang nehmen. Er nickte ein. Sein Kopf sank dabei auf seine Brust, aber sein Arm blieb um Janay geschlungen ruhen. So wusste er nicht wie lange er geschlafen hatte, als der Schrei eines nächtlichen Jägers – ein Kauz oder Uhu – ihn weckte. Ruckartig riss es ihn aus dem Schlaf. Er blickte sich um. Das Feuer drohte zu erlöschen. Zudem fühlten sich seine Glieder steif an.
Kazel brauchte einen Moment, ehe er sich seiner Umgebung vollends wieder bewusst war – vor allem Janays Anwesenheit so dicht neben ihm. Er schluckte. Hatte sie etwa die ganze Zeit über so geschlafen? Vorsichtig löste er nun seinen Arm. Dieses Mal setzte er seine Pläne in die Tat um. Langsam, geradezu behutsam, ließ es Janay zu Boden gleiten. Er selbst erhob sich, streckte sich kurz. Sein Hintern schmerzte ob des langen Sitzens auf dem harten Untergrund. Morgen würde es den Schlafenden ähnlich gehen. Sie sollen dann wenigstens nicht durchgefroren sein. Kazel blickte sich um. Sintus und Talimée schienen noch nicht zurück zu sein. Der Rest erholte sich.
Er trat aus der Höhle. Einige Äste und Laub waren schnell eingesammelt. Schon bald prasselte das Feuer wieder etwas höher. Jetzt würde es vor Sonnenaufgang wahrscheinlich nicht mehr erlöschen. Noch immer müde, aber unfähig sich erneut zur Ruhe zu legen, hockte der Mischling an der Lagerstelle. Schweigend wachte er über die Schlafenden, wobei sein Blick stets zu Janay zurückkehrte. Sie musste einfach sehr müde gewesen sein, dass sie sich an ihn gelehnt – an ihn geschmiegt! – hatte. Ja, er brauchte sich darüber keine weiteren Gedanken machen. Mit trotzigem Blick stocherte er in der Glut. Und warum schaust du dann schon wieder zu ihr hin, du Idiot?! Kurz lachte er auf. Sein Gewissen hatte er wahrlich vermisst.
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