Zweisame Wanderschaft

Dieser wunderschöne Wald liegt im Nordosten, abgegrenzt durch den Fluss Iridul. Das Elfendorf Eldar ist in ihm verborgen, sowie der Sternensee – ein magischer See, dessen Geheimnis gut von den Elfen bewahrt wird.
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Die Bruderschaft aus Pelgar hat im Eldoras ein verstecktes Lager aufgebaut, in dem sie auch erste Flüchtlinge aus der Hauptstadt aufgenommen haben.

Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Ingmar Blutnase » Samstag 11. August 2012, 16:33

Ingmar wirkte wie versteinert, er hatte die Kontrolle über sich bis jetzt erhalten können, um seiner Begleiter willen. Denn bevor er sich seiner Wildheit hingeben mochte, war es wichtiger, seine Mannen zu schützen und diese ausschwärmen zu lassen wäre, wie sie selbst zum Hackblock zu kommandieren, nein, das konnte er nicht zulassen. Sie standen dicht beieinander, Ingmar hatte seinen Schild erhoben, die Axt in Bereitschaft dahinter, während es in ihm kochte.
Abermals erhob sich eisiger Nebel, die Worte des Vampirs waren kalt und kriechend, wie das Unbehagen, das wenig später um ihre Beine strich. Angesichts der Kühle, die ihre Glieder umspielte, stellten sich Ingmars borstige Haare ab, es machte ihn unruhig, wusste er doch, dass es die Hände dieses Parasiten sein mochten, die ihre Körper umspielten. Von allen merkte Ingmar Caroline am ehesten an, wie ihr dieses Prozedere zu schaffen machte. Nicht nur, dass ihr schweres Schlucken zumindest für ihn gut zu hören war und sich sich an seine Schulter klammerte, als Transyl sich daran versuchte, sie mit Illusionen weich zu klopfen, nein, irgendetwas sagte ihm, was der Vampir ihr in diesem Moment vorsetzte. Oder war dies nur ein weiter, raffinierter Trick des Blutsaugers? Die Mienen, die man sah, die Kälte, die sie umgab und das gequälte Murren, dass man sich einbilden mochte, zeugten wirklich von grausamer Raffinesse und Bromir war allgegenwärtig, doch wie konnte das sein?
Kannte der Nachtschleicher Carolines Vater? Konnte er Gedanken lesen? Ingmar war sich nicht sicher, machten die vielen Risse, die sich an seiner Hülle bildeten ihm das Denken schwer. Das alles hier war unglaublich viel, die tief sitzende Furcht vor magischem Machwerk trug auch nur dazu bei, dass Ingmar immer mehr hin und her gerissen wurde.

Adlers Flüstern wurde unterdrückt, als Ingmar im Begriff war, den Fratzen langsam zu verfallen, er spürte wie etwas in ihm aufquoll, etwas kaltes, gnadenlos hungriges, das alles verzehrte, was sich in einem Lebewesen zu regen vermochte. Die Gesichter seiner engsten Freunde, ihre verbogenen, misshandelten Gesichter und Glieder, fast mochte man glauben, dass sie ihre Arme nach ihm ausstrecken und ihn zu sich ziehen wollten. Man konnte von Ingmar nicht erwarten, diesem Schauerkabinett 100% zu widerstehen, hierzu wäre ein Gott nötig gewesen.
Dennoch schaffte es Ingmar irgendwie, sich gegen die Flut aus Bedauern und schlechtem gewissen entgegen zu stemmen und spätestens, als er fühlte, wie Transyl sie alle angriff, war es damit vorbei. Denn die Schläge auf seine Brust, aber speziell der Schmerz in seinem Bein, der für einen Moment aufflammte, aber auch der Aufschrei Carolines wirkten fast wie ein Eimer kaltes Wasser und riss den Hauptmann aus der manipulativen Hexerei, gegen die er sich zuvor hatte wehren müssen.

Die Anmerkung des Rückenstechers kam fast schon unnötig-spät, Ingmar war keine Maschine und ein Tier, dem man anregende Kommandos zu geben brauchte, denn aus dem kalten Nebel Transyls formte sich nicht nur er selbst, sondern auch zwergischer Zorn. Grummps und Ingmars Blicke trafen sich, das Tier erkannte, was in seinem besten Freund vor sich ging, wie seine Tobsucht all die Schuld und Verantwortung zu verzehren drohten, wie ein Waldbrand ganze Landstriche vertilgte.
Schnaufend fuhr Ingmar herum, als er Transyls Stimme vernahm. "Meine Leute brauchen nicht gerettet zu werden. Nicht vor unwürdigem, Kinder-fressendem, stinkendem, arrogantem, widerlichem Berg Dreck wie dir!" Ingmars Stimme wurde immer lauter, seine Haut erbebte, Carolines Hand musste längst von seiner bebenden Schulter abgeglitten sein. Immer mehr der Bestie schien aus dem Schlund es Halbzwerges hervorzubrechen. "Du beleidigst die Götter, ich werde diese Schmach tilgen und niemand sonst... Und nicht einmal ein Hauch von deiner Eitelkeit wird übrig bleiben." Der Hauptmann löste sich von seinen Gefährten, Grummp blieb zurück, er musste wissen, dass sein Herr es verlangte. Der Stahl Thorghars schimmerte blutdürstig im Schein des Feuers, die Rötung des Zwergengesichtes verschwand im Schein der Flammen. Zwei langsame, stapfende Schritte ging er vor, die Augen aufgerissen, die Zähne gebleckt, knurrend, schnaubend, mehr Tier, als Zerg, mehr Monster als Mensch. Ohne weitere Vorwarnung stürmte Ingmar mit erhobener Waffe los, hielt den Schild wie einen Rammbock vor sich, es waren nur wenige Schritte, die zu Ansturm und Sprung da waren, doch sie sollten reichen. "THORGHAR!" Er würde versuchen, Transyl einfach umzuwerfen und eines seiner Glieder unbrauchbar zu machen, sowohl mit der Axt, als auch dem Schild.
Das, was er Transyl zuvor angetan haben mochte sollte wie Streichler erscheinen, denn jetzt war es etwas persönliches und der Zwerg längst nicht mehr an Unschädlich-Machung interessiert. Was er anstrebte, war reine Zerstörung.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Erzähler » Freitag 17. August 2012, 01:19

Wie lange konnte man einen Zwerg ärgern? So lange bis er dich totschlägt!
Das war ein Ausspruch den Adler eins über Zwerge gehört hatte. Und wenn man den ehemaligen Räuberhauptmann sah, so zeigte er dieses Bild nur zu deutlich. Noch die meiste Zeit mit seiner inneren Wut zu kämpfen, war das Fass nun schlussendlich übergelaufen. Was der Auslöser war, nun, dass konnte der Rückenstecher nicht sagen. Nicht mal zehn Minuten war es her, da hatte Ingmar noch selber befohlen, dass man zusammenblieb. Aber der Vampir war listig.
Vielleicht auch zu listig. Er hatte mit Magie versucht alle zu verwirren. Illusionen, die einfach wie echt waren. Man war der Meinung gewesen, tote und geliebte Personen wären wieder unter einem. Riefen einem zu und versuchten die drei Personen zu sich zu holen. Caroline war am stärksten empfänglich gewesen. Sie hatte ihren Vater gesehen, hatte suchend nach der der Schulter von Ingmar gegriffen. Das Schnauben des Keilers und der folgende Angriff des Vampirs brachte alle wieder in die Realität.
Schmerz war dabei ein guter Helfer. Und so wurde es persönlich für Ingmar Blutnase, ehemaliger Räuberhauptmann und Halbzwerg, persönlich. Vielleicht war es auch die innere Erkenntnis, dass Transyl tatsächlich seine Räuberbande begegnet war.
Die Wucht jedenfalls mit der der Halbzwerg lospreschte war mehr als enorm. Die Wut und der Zorn hallten an den Wänden des Gebirges nach. Transyl stand fast schon zu selbstgefällig, doch er verschätzte sich. Zwar konnte er dem größten Teil der Wucht entweichen, aber das Schild traf den Vampir doch. Ein Knacken war sogar deutlich zu hören. Noch bevor sich dieser wieder in Nebel auflöste, wurde der Vampir von den Füßen gehebelt und schlug gegen einen der Felsenwände.
„Achtung“ brüllte Adler, jetzt war es an ihm Caroline fest zu halten.
„lass mich los…wir können helfen“schrie sie. Deutlich war noch die Angst in ihr. Die Angst auch den Mann noch zu verlieren, welchen sie gerade wieder gefunden hatte.
Der Keiler sprang vor die Frau, trieb sie mit Schnauben und Scharren etwas zurück. Jetzt sollte keiner in Ingmars Nähe geraten.
„er ist in Kampfrausch , Mädchen…du bringt dich selber in Gefahr“ versuchte Adler die Frau mit Rütteln in den Schädel zu hammern.
Transyl fauchte und fletschte die Zähne. Jetzt war alles an dunkelelfischer Schönheit abhandengekommen. Der eine Arm hing wie noch vor kurzen bei Adler nutzlos rum, er griff sich selber an die Schulter, renkte es ohne Aufschrei ein. Den Blick nicht vom Zwerg gewendet und tänzelte um ihn rum. Dann täuschte er einen Seitenangriff an und schlug frontal zu. Seine Krallen schlugen durch das Schild, hielten es fest und zerrten es von dem Zwerg weg.
Blutdurst sah man in dessen Augen. Hier hatten sich zwei Bestien gefunden.
Die andere Hand grub sich in den Unterarm des Zwerges. Selbst durch Rüstung konnte Ingmar die scharfen und langen Krallen spüren.
„du glaubst doch nicht ehrlich, dass du mich besiegen kannst….Narr“ zischte er.
Seine Augen sahen den Zwerg an und Ingmar konnte die alte Magie fühlen, welche durch die Adern des Untoten floss. Hypnotisch und manipulierend.

„Du bekämpft die Falschen, Ingmar!... Der Vampir ist da! Werde wach!...Die Kleine braucht dich!“ Ingmar sah in Adlers Augen, die ihn anstarrten. Die Stimme ernsthaft und auch schmerzverzerrt.
Der Keiler schnaufte bedrohlich in eine Richtung, wo sich Transyl gerade an Carolines Hals zu schaffen machte. Jetzt könnte er angreifen- oder auch nicht? Für so was musste er immerhin Gestalt annehmen.
Hatte Ingmar einen Aussetzer?
Fehlte dem Zwerg etwas an Erinnerung?
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Ingmar Blutnase » Dienstag 28. August 2012, 15:44

Das Verhalten des Zwerges, der nun mehr Bestie, denn alles andere war, schien widersprüchlich, ergab dennoch einen Sinn. Sie alle sollten zusammen bleiben, damit Transyl sie nicht einzeln zerfetzen konnte und vor allem der Hauptmann freie Bahn hatte, denn die Gefahr, dass sein Zorn Kollateralschäden verursachen würde war eine offene Tatsache.
Ingmars Erstschlag hatte gesessen, nicht so sehr wie erhofft, dennoch genug um den Feigling von den Füßen zu reißen und seine grazile Gestalt etwas aus der Form zu bringen. Da hatte sich jemand in Ingmar getäuscht und dafür bezahlt, wenn auch mit weniger Blut, als der Zwerg gehofft hatte, dennoch hatte es etwas beflügelndes, denn ach so mächtigen Vampir stürzen zu sehen. Katzenhaftes Fauchen und Zähnefletschend traf auf das Brüllen eines wütenden Bären oder Ebers, sie beide hatten nicht mehr viel mit komunikationsfähigen Lebewesen zutun, dies war ein Kampf unter Bestien. Beide stark, beide wendig, beide gerissen und beide blutrünstig, wie es die Natur erwartete. Während Transyl sich noch den Arm einrenkte, drang ein verächtliches Schnauben aus Ingmars Lungen, ein herausforderndes Grunzen, wo er doch eigentlich an seinen Kontrahenten drangeblieben wäre um ihm den Schädel einer Wahlnuss gleich aufzuknacken.
Der Vampir strich um Ingmar herum, dieser tat gut daran, ihn nicht aus den Augen zu verlieren und zu versuchen, seine Angriffe vorauszusehen, oder wenigstens abzuschätzen, doch diesmal war er damit an der Reihe, sich zu vertun, denn nur eine Finte später hatte er seinen Schild eingebüßt. Die Krallen des Elfen fraßen sich in das Holz und rissen es Ingmar vom Leibe und füllte essen Lungen neuerlich mit Sturm.
Schließlich war es soweit, die Kraftreserven beider rangen miteinander. Transyl tat alles daran, Ingmar unter Kontrolle zu bekommen, während selbiger zog, zerrte und stemmte, auf dass er frei käme. Die giftigen Worte des Nachtjägers prallten dabei an ihm ab, als spräche er eine völlig fremde Sprache, kein Wort ließ die benommene Wut an Ingmars Ohr dringen, oder seinen Verstand deren Bedeutung begreifen.
Das Paradoxe war bloß, dass es Transyl trotz Ingmars instinktiver Mauerei schaffte, sich einen Weg in dessen Kopf zu bahnen und seinen (jetzt) primitiven Verstand zu manipulieren.

Dem Halbzwerg wurde spürbar unwohl, wo er doch sonst Schmerz unterdrückte. Nein, das hier war etwas anderes und fühlte sich an, als würde ein fauliger Wind durch seine Eingeweide streichen. Ein innerer Schauer durchfuhr den Halbzwerg jäh und schien ihn aus irgendetwas erwachen zu lassen, doch konnte das sein? Die Augen des Hauptmannes erblickten Adler, schmerzverzerrt zu ihm sprechend, was war hier geschehen?
Ingmars Verstand war nicht in der Lage, das Geschehen zu verarbeiten, sein primitives Denkmuster schien sich gegen irgendetwas zu wehren, dass ihn hier her, in diese Situation gebracht haben musste. Als einziges Signal verstand Ingmar Grummphs Schnaufen und fuhr herum.
Seine Augen erblickten Transyl, welcher sich an Caroline zu schaffen machte, ein Tuch, wie es roter nicht sein konnte. Erst jetzt ließ Ingmar von Adler ab, er musste manipuliert worden sein, sein Unterbewusstsein raste, sein Oberbewusstsein brüllte so laut, dass kein klares denken möglich war, das Tier in ihm jedoch trieb ihn voran, voran, um seine Findeltochter zu retten, koste es, was es wolle. "Habe ich dir nicht gesagt, dass du auf sie aufpassen sollst?!" Ingmars Stimme klang rasend, laut und harsch, schien kurz davor zu stehen, sich zu überschlagen, wie er sich selbst grade überholte und lospreschte. Mit mörderischer Wut stürzte sich Ingmar dem vermeintlichen Vampir entgegen um ihn zu fassen zu kriegen und von Caroline fort zu schaffen.

Völlig egal, welchen Ausgang dieser Kampf nehmen würde, sobald sich sein Verstand wieder klärte, so dies geschehen würde, würde Ingmar wohl feststellen müssen, dass er ein größerer Schwachpunkt für sie alle darstellte, als gedacht. Denn so oder so hatte Transyl es Geschäft, ihn zu übertölpeln, blieb nur zu hoffen, dass das brüllende, schnaubende Wesen, dass Ingmar darstellte nicht gradezu auf bestem Wege war alles zu zerstören, das ihm in diesem Moment etwas bedeutete.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Erzähler » Dienstag 4. September 2012, 15:04

Ein Grinsen was mehr und mehr einer grausigen Maske des Wahnsinns eines Monsters gewichen.
Ja, genau so hatte er es sich gedacht. Warum selber arbeiten, wenn es doch andere taten. Transyl hatte sich, dass musste er sich eingestehen, zwar kurzweilig überschätzt, die Wunden die der Halbzwerg gerissen hatte, waren nicht zu verachten, doch er hatte andere Mittel. Und eins dieser Mittel hatte er jetzt angewandt. Er musste theoretisch nur abwarten, dass sich alles von selber erledigte.
Das Monster, welches der Räuberhauptmann jetzt war, war nicht einfach zu bearbeiten gewesen und es hatte ihm viel Kraft gekostet, doch jetzt konnte er eigentlich sich hinsetzen und abwarten. Jedenfalls in der Theorie von Transyl.

Aus den Augen des Ebers Grummp war es ein völlig anderes Bild. Da war sein Herr und kämpfte gegen etwas, was nach Tod und Unheil roch. Der Keiler hatte von selber ebenso wie der Falke dieses Monster gerochen, dass einem Raubtier gleich und auch diese Gefahr ausstrahlte, aber irgendwie doch kein echtes Tier war. Den Befehl auf die Frau und den anderen zu achten, war von Ingmar eindeutig gewesen und deswegen war der Eber auch ziemlich nervös und irritiert als er Wut abbekam, die nicht richtig angebracht war. Er passte doch auf die beiden anderen auf! Unsicher trat der Eber zurück, schnaubte und blickte zu den beiden dann zu seinem Herrn.
Ingmar stürmte los.

Adler und auch Caroline blickten sich nur kurz an. Noch zuvor hatte der Rückenstecher die Frau festgehalten, jetzt stieß er sie weit von sich, so dass sie vor die Füße des Ebers stolperte. Erschrocken sah sie wie ihr Ziehonkel in Wahn auf sie losgeprescht kam. Der Eber war sofort bei der Frau ebenso wie der Falke. Die Tiere versuchten sich schützend um Caroline zu aufzustellen.
„INGMAR, NEIN!!!“ Brüllte sie laut.
Adler konnte gerade noch seinen Langdolch ziehen.
Die Wucht der Streitaxt des Halbzwerges konnte er so abblocken, indem er einen Unterarm hochriss und mit diesem sich schützte. Seinen Dolch so haltend, dass die Klinge flach seinen Unterarm anlag, war es nur die Klinge, die ein Abhacken seines Armes durch die Axt verhinderte. Er versuchte noch richtigen Stand zu habend, doch die Kraft der brüllenden Bestie traf ihn und riss ihn mehrere Schritte nach hinten und dann zu Boden. Er hörte sein Handgelenk leicht knacken, doch besser dies als das sein ganzer Arm weg war.
„verflucht Ingmar…wird wach…ich bins..Adler… ist dein Verstand vollkommen verblödet“ schnaufte er durch zusammengebissenen Zähne.
„Ein Zauber… INGMARRR“
Adler war ein guter Nahkämpfer, aber er wäre nie so dumm gewesen, sich mit dem Zwerg anzulegen, wenn dieser in einen seiner Berserkeranfälle verfiel.
Ihn aus der Entfernung zu erledigen, das war eine Sache, aber so. Er wollte den Zwerg nicht töten, aber sein Leben war ihm doch kostbarer.
Sein Rücken donnerte hart auf, presste die Luft aus seinen Lungen, kaltes Wasser platschte hoch. Ingmar hatte Adler in den kleinen Bach gestoßen. In dem Versuch sich zu retten, griff Adler in den Matsch neben sich, warf es dem Zwerg entgegen. Nur die Hoffnung ihn vielleicht blenden zu können. Wenn man sich auf die Ohren verlassen musste, vielleicht brachte dies Besinnung in den Berserker. Gleichzeitig schlug er mit dem Knauf seines Dolches zu. Aber seine Schläge hatten nicht die Kraft, seine Schulter schmerzte noch immer und jetzt kam noch das Stechen seines Handgelenkes dazu. Versuchte seine Schläge so folgen zu lassen, dass der Halbzwerg diese nicht erahnen und sehen konnte. Denn egal wie kampferprobt der Rückenstecher war, die Kraft des Halbzwerges besaß er nicht.

Und zu allem Überfluss hörte man das Lachen des Vampirs und das Aufheulen eines Keiler mit dem schrillen Schrei eines Falken. Caroline selber schrie kurz auf.
„ ich werde sie mitnehmen, kommt nach Morgeria, wenn du sie zurück willst…da können wir verhandeln. Fragt nach Transyl von Wahnien“
„verfluchter Zwerg!, werde wach!!!!“ Rief Adler unter Keuchen und Schmerzen, die Wucht der Schläge war enorm. Würde dies länger gehen, würde vermutlich Adler durch seinen Freund umkommen.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Ingmar Blutnase » Mittwoch 12. September 2012, 19:47

Da war er, der Vampir alias Adler, kaum jemand hatte seit Jahren so viel Hass entflammt wie er. Ingmar wollte diese Ausgeburt der Finsternis auslöschen, zwischen seinen Händen zermahlen wie ein Korn zwischen zwei Felsbrocken. Dass er manipuliert wurde, kam Ingmar dabei nicht in den Sinn, seine Instinkte waren blind für die Realität und für das, was er da grade tat. Es gab nur eins, den Wahn, dieses Wesen vor sich zu zerstören und sollte das Ringen die ganze Nacht dauern, so würde das eben so sein. Das einzige, was zählte war der Sieg.
Tatsächlich gab es, vermutlich etwas böswillige, Theorie, das Wesen er zwergischen Berserker betreffend, nach welchen Zwerge irgendwie mit Trollen per Orks verwandt sein mochten. So hanebüchen diese Theorien sein mochten, im Moment, schienen sie gar nicht so weit hergeholt, auch wenn Ingmar den orkischen Verstand an Primitivität zu übertrumpfen drohte, ein Wunder, dass der Halbzwerg noch zu sprechen im Stande war.
Plötzlich platschte es, der achtschwärme stürzte in die 'Fluten' des nahen Gebirgsbaches, grade als Ingmar ihm eigentlich einen schweren Streich zufügen wollte. Ein wenig irritiert blickte er Adler an, hielt sich brüllend das Auge, als eine Ladung Schlamm ihn ins Gesicht traf und dabei sein heiles Auge verunreinigte. "Du verdammter, feiger Bastard! Ich bring' deine ganze, verdammte Sippe um!" Das vermochte sein Rausch nicht zu überdecken, zu lästig und schmerzhaft war es, feines Sedimentkörnchen an seiner Netzhaut zu spüren. Ziellos fuchtelte Ingmar mit einem Arm herum, versuchte Adler zu fassen zu kriegen, währen er sich mit der anderen den Schlamm aus dem Gesicht zu wühlen versuchte. Seine Axt lag anbei auf dem Boden, ebenso wie Ingmars Schild, der ihm zuvor vom echten Transyl entrissen worden war.
Indessen spürte er, wie Adler ihn mit dem Knauf seines Dolches attackierte, wenn auch die Schmerzen in seinem Auge stark überwiegten. Zu empfindlich war sein Organ, als dass es anders sein konnte. Irgendwann reichte es Ingmar und er versuchte, Adler zu fassen zu bekommen, drosch dabei mehrmals mehr oder minder ziellos auf ihn ein, wo er ihn treffen konnte. Es dauerte ein paar Augenblicke, bis Ingmar plötzlich an Adlers Kleidung Halt fand und im Begriff war, den Menschen von sich zu stoßen. Sei es nun den Hang hinunter oder gegen die Felswand, die Chance stand so oder so 50/50, dass er sich seinen Kontrahenten vom Hals schaffen würde. Da erschallte die Stimme des Vampires, gefühlte Meilen entfernt. Doch die Stimme war nicht vor ihm, sie lag in seinem Rücken, was war hier los?! Ingmars Verstand ließ ihn herumfahren, auch wenn sein Blick immer noch alles, aber nicht sehend war, dennoch war er weit davon entfernt, zu erwachen, sein Wahnsinn lenkte sich lediglich in eine andere Richtung. "Was?!" Adlers Rufe stürzten den Primitivling erneut in Verwirrung, drang sein Unterbewusstsein bald wieder an die Oberfläche? Trotz allem hatte Ingmar immer noch den Rückenstecher beim Schlafittchen, welcher sich trotz seiner Schmerzen immer noch wie ein Löwe wehrte. Ob seiner Zweifel verfiel der Halbzwerg langsam in Panik, die Schläge des Menschen würden für ihn immer spürbarer, als würde Adler ihn mit dem Knauf weichklopfen. "Ich werde dich zerquetschen, wer immer du auch bist!"
Ein letztes Mal ging Ingmar Adler mit brutaler Kraft an, denn nun stemmten sich seine Arme wirklich gegen den Körper des Menschen, um diesen an sich vorbei, irgend wo hin zu schleudern. Ohne Ingmars Wissen, würde dies allerdings nicht bedeuten, dass Adler in den Tod zu stürzen drohte. Zwar schaffte es der Zwerg, den geschwächten Rückenstecher umzureißen, der Schwung seines Schleudergriffes, wirkte allerdings nun auf Ingmar selbst und ließ diesen bei unsicherem Stand selbst straucheln und schließlich stürzen. Steine lagen in seinem Weg und ließen Ingmar hart mit dem Kopf aufschlagen, ihm wurde schwarz vor Augen. Welch Ironie, dass ein vergleichsweise kleiner Stein es schaffte, ein Biest wie ihn zu stoppen, denn das hatte er tatsächlich vermochte. Ingmar rührte sich nicht mehr.

Finsternis umspühlte den Geist Ingmars, als dieser die Augen aufschlug und sich allein auf einem Berggipfel wiederfand. Knietief stand er im Schnee und ein eisiger Wind blies ihm entgegen. "Da bist du endlich." Der Halbzwerg traute seinen Augen nicht, der Wind selbst schien zu ihm zu sprechen, oder war es Einbildung? Dies war ein Traum, die Einbildung war jetzt Realität. So kalt wie die Luft an seiner Haut.
"Wer bist du?! Was mache ich hier?!" Ingmar versuchte, denjenigen auszumachen, dessen Stimme er vernahm. Plötzlich erschien ein Wesen ihm Schneegestöber, mit rotem Pelz und riesigem Körper. Ein Bär, ein Wolf, ein Keiler? Irgendwie war dieses Wesen etwas von allem, die Stimme tief und dominant. "Du bist hier, weil dein Körper versagt hat; Weil du versagt hast. Du bist zu schwach um deinen Zorn zu beherrschen, zu schwach, um dich einfachster Verschleierung zu erwehren. Du bist ein alter Mann und dumm wie ein kleines Kind!" Das Wesen bäumte sich vor ihm auf. "Was meinst du mit alt?! Ich bin nicht alt! Ich bin ein Zwerg!" "Bist du da sicher?" Der skeptische Blick des Tieres ließ Ingmar erschauern und an sich herunter blicken. War er gewachsen? Der Boden wirkte weit entfernt und sein Bart war weiß wie der Schnee geworden.
"Was ist hier los?!" "Nichts als die Wahrheit, alter Mann." Das Wesen sah ihn an und schnaubte verächtlich. "Du musst noch so vieles lernen, wenn du ein wahrer Krieger sein willst. Zu wahrer Macht gehört viel mehr, als du dir vorstellen kannst. Es wird Zeit, dass du dich deiner Prüfung stellst, Ingmar. Sie wird dich zum Pfand der Macht leiten, dem Pfad wahrer Macht. Vielleicht bist du ja doch würdig, mir zu folgen. Irgendwann." Ingmars Blick verschwamm, der Wind hatte sich gedreht, fernab hörte er Trommeln im Sturm, vernahm eine Stimme die zu ihm sprach. Seine Glieder erschwerten, ehe er Wind ihn wie eine Schneeflocke von der Bergspitze stieß und davontrug.

Ein plötzlich Funke durchfuhr Ingmars Körper, sein Körper zuckte zusammen, schwer atmend riss er sein Auge auf und sah sich um. Sein Herz hämmerte in der Brust, noch während er erkannte, wo er angekommen war.

[Ich hoffe, dass der Post genehm ist. :drop: Mir schien diese Variante als die logischste, eben da ein plötzliches 'Erwachen' Ingmars notwendig war und mir dies als eleganteste und prägendste Möglichkeit erschien, Mr. Blutrausch zu stoppen.]
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Erzähler » Dienstag 18. September 2012, 10:45

Adler hatte ernsthaft Schwierigkeiten sich den wild gewordenen Zwerg von Leibe zu halten. Diese rohe Kraft und Gewalt war er nicht gewachsen. Zich mal, während des Handgemenge war er in Versuchung gekommen die Klinge doch selber zu nutzen, anstatt nur den Griff.
Es war alles ordentlich nach hinten losgegangen. Der Vampir hatte einen Zauber auf dem ehemaligen Räuberhauptmann gelegt und dieser konnte ihn nicht brechen. Selbst als beide in den Bach gestürzt waren, schien das die Wut nur noch mehr angefacht zu werden. Als Ingmar dann Adler irgendwie gegriffen hatte, sah sich der Rückenstecher schon auf der Toteninsel. Aber Glück war ihm holt! Der Keiler reagierte und stieß seinen Herrn an und dieser rutschte dann mit den Füßen weg und landete auf den Kopf. Endlich war Ruhe.

Es waren jetzt einige Stunden vergangen, dass es bei der Höhle zum Kampf gekommen war. Die Morgendämmerung setzte ein und die ersten Strahlen der Sonne erhellten den Eingang zur Höhle. Der Keiler und auch der Falke waren nicht unweit von dem Halbzwerg entfernt.
Adler hockte in der Nähe bei einem Feuer, war dabei sich sein Handgelenk zu schienen. Eindeutig besser hatte er schon ausgesehen. Sein Gesicht war geschwollen, der Kiefer blau. Er atmete flach um nicht unnötig zu viel auf seinen doch recht blau geprügelten Brustkorb an Bewegung zu legen.
Nach dem Ingmar gefallen, war ihm Adler kurz darauf gefolgt. Zwar nicht bewusst los, aber erschöpft. Der Vampir war entkommen, hatte sich jedoch nicht nehmen lassen die Situation auszunutzen.
Adler hatte einen weiteren Biss abbekommen, er war zu erschöpft um ernsthaft Gegenwehr bieten zu können. Der Vampir hatte eine Freude daran, dass er den Schwachpunkt des Halbzwerges mit sich führte. Adler redete sich ein, dass er sich um Carolines Willen nicht gewehrt hatte, ließ den Vampir trinken, obwohl er sich dabei schäbiger vor kam als so manches freie Weib.
Aber der Vampir tötete ihn nicht, stärkte sich nur an Adler.
Eine Rucken ging durch den Körper des Räuber. Adler horchte auf.
„will man dich also doch noch nicht im Harax , was?“ Stieß er bitter hervor. Kurz nachdem Adler wieder bei Kräften war, hatte er den Halbzwerg zum Feuer gezogen. Zwar hätte er ihn lieber seine Wut rausgelassen, doch was würde das bringen. Nichts. Er griff zu seiner Wasserflasche und reichte sie Ingmar.
„komm vorsichtig hoch…hast eine ordentliche Beule am Kopf. Du bist echt eine Wildsau, wenn du durchdrehst“ eine Mischung aus Respekt und auch Wut schwang mit.
„Der Vampir hat dich reingelegt!... und er hat Caroline!“ ein leichtes Seufzen.
Der Falke gab ebenfalls ein Quietschen von sich. Mitgefühl für ihren Herrn.
Grummph schnaubte und scharrte neben Ingmar um diesen ebenfalls zum Aufstehen zu animieren.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Ingmar Blutnase » Donnerstag 4. Oktober 2012, 20:59

Stundenlang hatte sich der Körper Ingmars nicht bemerkbar gemacht, bis er innerhalb eines Augenblickes aus der Totenstarre zu erwachen schien. Es fühlte sich an, als würde er innerlich verglühen, seine Muskeln und alles an ihm schmerzte irgendwie, dabei war das bloß sein eigenes Blut, dass durch das plötzliche erwachen, ruckartig schneller durch seine Adern rauschte und die fast eingeschlafenen Muskeln wieder anheizte. Sein Schädel allerdings schmerzte aus einem anderen Grund und einem guten, denn der Stein, dem Ingmar seine Beule zu verdanken hatte, hatte Adler das Leben gerettet.

"Will man dich also doch noch nicht im Harax, was?" Ingmar schielte zu Adler hinüber, dieser saß am Feuer und sah ziemlich mitgenommen aus, seine Stimme war so tadelnd und ernst wie sein Gesichtsausdruck. Völlig verständlich, angesichts dessen, was ihnen widerfahren war, woran Ingmar allerdings keine Erinnerung hatte, nur an Hand seines Traumes und der jetzigen Situation einen Reim zu machen wagte. Nein, wem machte der Räuber etwas vor, er hatte es doch miterlebt, irgendwie, es hatte keinen Sinn sich hinter Beschönigungen zu verkriechen.
Als Ingmar sich aufzuraffen versuchte und dem Arm nach Adlers Wasserflasche ausstreckte, bemerkte der Halbzwerg erst, dass seine Finger zittrig waren, als wäre er ein schwächlicher Greis. "Scheint so." Ächzend rappelte sich der geschundene Halbzwerg auf, wagte es allerdings nicht, sich aufzustellen, auch wenn Grummph das wohl gern gehabt hätte. Treu stand der Eber neben seinem Herrn und sah ihn erwartungsvoll, oder vielleicht eher besorgt an, Nicht-Waldbewohnern fiel es schon immer schwer, tierische Emotionen an den Augen zu erkennen. Was zählte war ohnehin, dass das große Tier, ebenso wie Adler, trotz allem noch da war. Es wunderte Ingmar fast schon etwas, dass Adler sich so um den Zwerg gesorgt hatte, zumindest nachdem er den Menschen fast totgeprügelt hatte. Er hätte es ihm nicht mal übel genommen, wenn Adler verschwunden wäre, es wäre verständlich gewesen. Dass der Rückenstecher dennoch hier war sprach schlicht dafür, dass er eben doch nicht so abgebrüht war, wie man es ihm nachsagte, ebenso wie Ingmar kein kinderfressendes Ungeheuer war, viel zu schnell vergaß man, dass kaum jemand so ist, wie man über ihn hört.

Das Wummern des Herzschlages in seinen Ohren klang langsam ab, während Adler davon sprach, dass der Vampir sich Bromirs Tochter zu eigen gemacht hatte. Übelkeit breitete sich in seinem Magen aus, Ingmar holte tief Luft und gab sich Mühe, sich nicht auf der Stelle zu entladen.
"… Dann muss ich sie zurückholen. Das hätte nicht geschehen dürfen." Er erwartete gar nicht, dass der Mensch ihn begleitete. Das war Ingmars Art, mit überfordernden Situationen umzugehen, die Flucht nach vorne, nachdem sein Magen aufgehört hatte, sich um sich selbst zu drehen versteht sich. "Freut mich, dass ihr Leute noch in einem Stück seid." Dabei schielte Ingmar erneut den Keiler neben sich an und legte seine Hand auf dessen 'Stirn'. Nun suchte er nach Adler Begleiterin, deren Anteilnahme an Adlers Verfassung er zumindest als Laut wahrgenommen hatte. Nachdenklich betrachtete er das Tier, fühlte Grummphs harte Borsten an seiner Haut, bevor er sich wieder von seinem Gefährten löste und das Wort an den Menschen richtete. "Eine Ahnung, wohin die Made sich verkrochen haben könnte?"
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Erzähler » Sonntag 7. Oktober 2012, 20:50

Adler beäugte wie sich Ingmar zwar langsam, aber doch mehr und mehr aufraffte. Was hatte ihn eigentlich gewogen hier zu bleiben? Er konnte es selber nicht sagen. Er griff mit seiner gesunden Hand nach dem Unterarm des Halbzwerges und half diesen wieder auf die Beine, dann drückte er ihn die Wasserflasche entgegen.
„ist aber geschehen…wir hatten nicht den Anflug einer Chance. Der Dreckssack hat uns ausgetrickst und uns gegeneinander kämpfen lassen. „ brummte er mürrisch.
Er rieb sich den Hals, der ebenso wie jetzt viele Stellen an seinem Körper verbunden war.
„dann als wir außer Gefecht waren hat er sich die Kleine geholt!“ Er stockte und sah in das zwar erschöpfte aber entschlossene Gesicht von Ingmar. Fast schon resignierend schüttelte er den Kopf.
„Du bist verrückt“
Adler lachte hart auf, wurde aber sofort von einem Husten übermannt und zischte dann nur einen Fluch nach den anderen los. Seine Hand drückte er gegen seinen Brustkorb.
„Verdammter Mist!...in einem Stück ist gut! Die Beiden hier waren so schlau sich nur bedacht einzumischen.
Übrigens hast du es deinem Keiler zu verdanken, dass dein Schädel so brummt …und ich wohl auch mein Leben. Er hatte dir im rechten Moment einen Schups gegeben… gegen Untotes kämpfen Tiere wohl nicht“ Es war bitter seine Bemerkung.
Grummph drückte sich indes an seinen Herrn und zeigte, dass er sich gesorgt hatte. Dann stupste er den Halbzwerg an, was ein Zeichen war, dass er etwas besonders Fressen wollte.
Ebenso wie Drael bei ihrem Herrn saß und gerade etwas Fleisch vertilgte. Adler schob Ingmar etwas zu essen rüber und erhob sich dann.

„Iss! Ich begleite dich! Jetzt ist es nämlich persönlich!...nach Morgeria, die Heimat der Dunkelelfen dorthin sollen wir kommen. Ich kenne den Weg! Heißes Pflaster und sehr gefährlich…also ein Klacks für Dickschädel wie dich! Kannst gerne da etwas rum wüten“
Adler versuchte seinen alten Humor zu finden, aber er sah mies aus. Doch er würde sich nicht abbringen lassen. Noch während Ingmar brauchte um sich zu erholen, kramte der Mensch alles zusammen. Ihm war unwohl, aber die Schmach würde er nicht auf sich sitzen lassen. Seine Hand strich wieder über den Hals und ballte sich dann zur Faust.
„Wir benötigen Informationen, was Vampire betrifft!?...Pelgar ist nicht geeignet dafür. Ein Tempel wäre gut…hmm, ich denke … ich kenne jemand, der uns helfen kann. Nur musst du die Person fragen, sie ist nicht gut auf mich zu sprechen“ Nicht gut auf ihn zu sprechen, bedeutet so viel wie, sie sah Adler lieber tot.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Ingmar Blutnase » Donnerstag 18. Oktober 2012, 15:40

Ingmars Beule schmerzte wirklich nicht schlecht, völlig verdient, da sah er selbst genau so, wie es Adler wohlmöglich tat, angesichts dessen Zustand, der nun doch etwas kritischer zu sein schien, als erst gedacht. Wem war es zu verübeln, sie alle waren mitgenommen und Adler hatte viel mehr einstecken müssen als Ingmar, welchem ja "nur" ein paar Prellungen und eine dicke Beule geblieben waren, wenn man vom Verlast Carolines absah. Ingmar hielt sich kurz die Stirn, schien nachzudenken, bis er schließlich von einer Schweineschnautze angestubst wurde. Der, der sie alle irgendwie gerettet hatte, sah den Halbzwerg mit seinen treuen Augen an, wie es ein echter Gefährte tat, wenn er sich gesorgt hatte.
Ein kleines Grinsen verzog Ingmars Gesicht und ließ ihn Grummphs Nacken kraulen.
Adler raffte sich auf und umschrieb, was ihnen bevorstehen würde und dass er Ingmar begleiten wollte, womit er Halbzwerg nicht hatte rechnen wollen. Währenddessen erhoben auch Ingmar sich, nahm dabei sein Essen mit sich, stapfte nach einer kurzen Fassungssuche zu seinen Gütern, die abgeladen innerhalb ihres Lagers ruhten. Da war ein Sack, oder eher ein Beutel, in dem sich etwas befand, auf dass der Keiler ganz besonders scharf war, die Eile, mit der er sich beim Aufstöbern darüber hergemacht hatte, dürfte das mehr als bewiese haben. Inzwischen war das Material von den zugefügten Schnecken schon etwas speckig geworden, Ingmar würde diesen Sack niemals wieder verwenden können, so viel war klar, dennoch unwichtig. Nun hatte Priorität, dass ein hungriger Lebensretter eine Belohnung bekam. Schließlich musste sich vorbildliches Verhalten auch irgendwie auszahlen, zumindest sah Ingmar das so und hatte oft genug Recht damit gehabt.
Mit dem Beutel in Händen ging er zurück zu dem Keiler, ohne natürlich Adlers Worte zu ignorieren, was man ihm auch ansah. "Dann wären wir sie uns zurückholen und zwar mit Gewalt und etwas gesunder Arglist." Bei Grummph angekommen, öffnete Ingmar den Sack, in dem sich Trüffel und knackige Schnecken befanden und leerte diesen vor dem erwartungsvoll schauenden Tier aus. Es war vermutlich besser, wenn sie dieses Zeug nicht länger als nötig mit sich herumschleppten. Kaum hatte Grummph zu fressen begonnen, kraulte Ingmar dem Tier noch etwas den Nacken. Er wusste, dass Grummph das gern hatte und er hatte es verrinnt, gut behandelt zu werden. Viele Tierhalter vergaßen solche Inge, Ingmar nicht.

Derweil setzte Adler seine Gedanken verbal fort und erwähnte Pelgar, sowie einen Tempel und eine Person, mit der es offensichtlich Ärger in der Vergangenheit gegeben hatte. Mit etwas zusammengeschobenen Augenbrauen blickte Ingmar den Rückenstecher an. "Sie?" Dass der Mensch bei Gelegenheit nichts anbrennen ließ war nichts Neues, dennoch irritierte es Ingmar selbst immer wieder ein wenig, wenn man solche Dinge ihm gegenüber äußerte. Das mochte daran liegen, dass er selbst eher selten in solche Situationen geriet, auch wenn das nichts mit übermäßiger Tugendhaftigkeit zutun hatte, Ingmar schätzte ein gutes Tächtelmächtel wie jeder andere Schrie auch.
Er wandte sich dem Rückenstecher nun richtig zu und kratzte sich am Kopf. "Bist du dir sicher, dass das eine gute Idee ist? In der Vergangenheit hätte ich etwas... Sagen wir Ärger mit Pfaffen und Priestern." Dabei schielte er etwas sorgenvoll gen seiner kleinen Schatztruhe, dessen Füllung anteilig aus Spendengeldern einiger Tempel stammte. Was Adler an Frauenproblemen hatte, hatte Ingmar bei allen anderen, die nicht selbst Dreck am Stecken, oder den Wunsch hatten, sein Geld durch Dienste zu bekommen. "Woran hattest du denn präzise gedacht? Versuchen kostet ja nichts, zumal es hier um etwas geht." Es war schon etwas erstaunlich, dass Ingmar ernsthaft darüber nachdachte, seine Vermeidungstaktik einmal zu umgehen, wohlmöglich motiviert durch den Gedanken, etwas zu verlieren zu haben.
Währenddessen stapfte er schon wieder zurück zu seinem Essen, nachdem er den Futtersack in eines der Gebüsche geworfen und seine unbesudelten Hände an seiner Kleidung abgeklopft hatte. Es war wirklich an der Zeit, etwas zu sich zu nehmen und wider zu Kräften zu kommen, außerdem hatte Ingmar das Bedürfnis, sich etwas aufzuwärmen, von innen, versteht sich. So zückte er einen Trinkschlauch und Trank daraus, als er sich ein Stück Brot in den Mund gestopft hatte. Nachdenklich dreinblickend zerkaute er das Gemisch und schlang es herunter, bevor er Adler den inzwischen wieder verschlossenen Schlauch in die Hand drückte. "Hier, das hilft nicht nur bei Herzschmerz."
Adlers Versuch, ein wenig zu scherzen war natürlich nicht unbemerkt geblieben und der Zwerg wollte nun daran anknüpfen, während er sich nun ächzend streckte und für die Zukunft auf das Beste hoffen wollte. Nicht nur das Erlebte und die Zukunft saßen ihm in den Knochen, sondern auch das, was er in seinem Traum gesehen hatte...
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Erzähler » Samstag 20. Oktober 2012, 13:35

Adler beobachte wie Ingmar sich aufrappelte. Täuschte es, oder wirkte der Halbzwerg von der Bewegung gerade wie ein alter Mann. Natürlich war Ingmar angeschlagen, aber trotzdem sahen die Bewegungen anders aus.
Der große Keiler indes forderte seine Belohnung, weil er ja immerhin geholfen hatte. Nicht das das Tier richtig den ernst der Situation erkannt hatte, aber es hatte gewusst, dass es etwas tun musste. Es kannte seinen Herrn immerhin sehr gut und Schweine sowie Wildschweine waren tatsächlich intelligenter als man annahm.
So grunzte der große Keiler laut auf und hätte Ingmar fast den Beutel entrissen. Gierig schob es seine Schnauze in das Gemisch aus Trüffel und Schnecken. Schmatzend wurde es verdrückt.
Selbst der Beutel, den Ingmar irgendwo verstaute, wurde ordentlich inspiziert, es hätte da ja noch etwas drinstecken bleiben können.
Adler schaute zu, wie liebevoll der Halbzwerg mit dem Keiler umging. Eigentlich nicht anders als Er mit seinen Falken.
Vielleicht war das bei Wesen so, die eigentlich sonst keinen hatten.
„Mit Arglist ist gut, die werden wir garantiert brauchen“ Adler selber hatte alles inzwischen, außer etwas zu essen in seinem Rücksack verstaut. Das würde echt heftig werdenden zu tragen. Er sah zu den Keiler und den Sachen von Ingmar, während er in einem Apfel biss.
„kann er auch meine Sachen tragen?“
gewöhnlich drängte sich Adler nicht auf, doch wenn sie vorwärtskommen wollten, war es besser.

„ja eine sie- die werte Ki'anthandria“ knurrte Adler nun doch, als es auf die bekannte Person kam.
"Bist du dir sicher, dass das eine gute Idee ist? In der Vergangenheit hätte ich etwas... Sagen wir Ärger mit Pfaffen und Priestern."
„Und ich habe nie gesagt das wir direkt einen Tempel aufsuchen, also brauchst du dir deswegen keine Sorgen machen. Wir wären total belämmert, wenn wir in unserer Verfassung in den Tempel von pelgar gehen würden, mal nebenbei dass dieser sowieso geschändet wurde. Das Wissen wurde verbrannt.....Und SIE wird dir nichts tun, egal welchen Mist du angestellt hast...nur was mich betrifft“ Er verdrehte die Augen und pfiff leise durch zusammengepresste Zähne.
„Zur Erklärung: Wir hatten was, ich bin abgezogen und sie kam nicht damit klar, dass ich gegangen war... hat mir sogar Kopfgeldjäger auf den Hals gehetzt, die mich anfangs noch fangen, später töten sollten...Total durchgeknallt. Doch sie ist eine Expertin was dunkle Mächte und Untotes betrifft. Ist ne, Dunkelelfe“ Er drehte sich weg, konnte sich das Gesicht des Halbzwerges nur zu gut vorstellen. Adler war bekannt wie ein bunter Hund, wenn man die richtigen Kreise kannte.
„ich bin dafür, dass wir sie befragen..oder Du sie befragst. Ich komme nur mit rein, wenn es sein muß. Sie kann uns bestimmt helfen- immerhin ist dieser Blutsauger auch ein Dunkelelf gewesen- jedenfalls sah er danach aus.“

Adler nahm mit einem dankbaren Nicken den Wasserschlauch, entkorkte ihn und nahm einen kräftigen Schluck.
„Das ist echt gut!“ und grinste den Halbzwerg an.
„Die Frage ist nur, ob wir es schaffen heute schon da anzukommen, wo sie gewöhnlich lebt. Sie lebt in der toten Ebene an den Ausläufern der Stadt Morgeria- dadurch würde sie sich anbieten....hmm, ich könnte ein Pferd gebrauchen. Du nimmst vermutlich den Keiler, oder?“
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Ingmar Blutnase » Donnerstag 25. Oktober 2012, 20:34

Noch bevor der Halbzwerg Adlers Anfrage vernahm, hatte er begonnen, sich zumindest schon einmal ein Bild davon zu machen, wo was zu liegen gekommen war. Gummph war inzwischen dabei, seinen Lohn gierig zu vertilgen, das Tier hatte wirklich kein Gespür dafür, solche Dinge auszukosten, doch das war vermutlich auch ganz gut so. Währenddessen schlüsselte Adler das Geheimnis um die aufzusuchende Priesterin auf, nichts untypisches für ihn, sich auf diese Weise Feinde zu machen. Die Informationen über den Tempel von Pelgar waren allerdings neu für Ingmar, hatte er doch leiblich von der Schlacht gehört, jedoch keine richtigen Berichte quasi von er Front erhalten, auch wenn ihm das nur ein verächtliches Schnauben entlockte. Dass sich der Mensch abgewandt hatte war vermutlich ganz vernünftig, auch wenn Ingmar nur genervt die Augen verdrehte und sich weiter daran machte, ihre Abreise vorzubereiten. Es war erstaunlich, wie dieser einzelne Kerl, scheinbar von betrogenen Weibsbilder gehetzt, trotz allem noch, mehr oder minder, in einem Stück war. Manch ein Weiberheld konnte sich da noch was von abschauen, so dachte Ingmar. Allerdings würde er so etwas nie sagen, Adler war diesbezüglich schon ambitioniert genug, da brauchte er nicht auch noch Bestätigung in seinem Tun.

Das passt ja großartig, wir ziehen nach Morgeria um eine Elfe aufzusuchen, die uns gegen einen anderen Elfen unterstützen soll. Das ist ja als ob man... Dass es immer Elfen sein müssen. Auch wenn der Plan Gestalt annahm und sich in der Priesterin vielleicht sogar ein Chance barg das alles zu überstehen, passte es Ingmar überhaupt nicht, sich von dieser Seite Unterstützung zu holen, auch wenn das kindisch war. Doch er würde seinen Stolz herunterschlucken und der Priesterin, die ja noch nichts von ihrem zweifelhaften Glück wusste, eine Chance geben. Dem entsprechend ließ sich der Räuber auch nichts anmerken, als er seinen Kram zusammensuchte.
Schließlich erkundigte Adler sich nach Grummphs Tragkraft, wodurch er schon nachdenkliche Ingmar kurz von seinen Überlegungen abgebracht wurde. "Hm? Ja, sicher. Ich habe eh überlegt, ein paar Dinge hier zu lassen, sofern du dabei meiner Meinung bist." Dabei deutete er auf die verstärkte Holzkiste, die sie abgeladen hatten und welche ein stabiles Schloss zierte. "Das hatte ich mitgenommen um es in der Heimat durchzubringen, falls nötig ein paar Leute zu bestechen, man kann ja nie wissen. Aber wenn wir nun zu den Elfen gehen" - dabei schüttelte sich Ingmar innerlich - "Dann sollten wir keine Schätze mit uns herumschleppen, hm?" Es würde dem Tier gut tun, wenigstens etwas an Altlast zu verlieren, bevor es quasi im Ritt weiterginge. "Wir vergraben die Kiste, markieren uns diesen Ort auf meiner Karte und holen uns das Gold auf dem Rückweg, wie klingt das für dich? Wir bringen uns dann zusammen mit der kleinen in der alten Heimat in Sicherheit und zechen die Nacht durch, bevor wir im Schoß der steinernen Stadt zur Ruhe kommen." Ein bisschen gesunder Euphemismus war das, was der Zwerg grade brauchte. Nichts nur, um seine Eigenmoral etwas zu pushen, sondern um sich auch von seinem Gold zu trennen, denn von den vielen Zwergenklischees erfüllte Ingmar mit Sicherheit das der Geldgeilheit.

"Wo gedenkst du denn ein Pferd aufzutreiben? Schnitzen können wir uns keines und bis zu den nächsten Ställen ist es schon ein Stück, zumindest soweit ich w..." Plötzlich stoppte Ingmar im Satz, denn ihm fiel etwas ein. "Waren da nicht bei dieser Kutsche ein paar Pferde zugegen? Vielleicht können wir sie uns nehmen, sofern diese Heinis noch nicht weitergekommen sind." Ein wölfisches Glitzern lag in Ingmar Blick, auch wenn er sonst ziemlich vernünftig wirkte. "Zumindest nachzusehen kostet nichts, oder?" Dabei sah er den Menschen abwartend an, vielleicht bot sich ihnen hier ja eine echte Chance, noch etwas Boden gut zu machen.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Erzähler » Donnerstag 8. November 2012, 02:42

„Gut, dann kann ich etwas von meinen Sachen auf dem Eber packen… keine Sorge nicht viel.“ Zu dem Vorschlag des Zwerges nickte er und sein Grinsen wurde breiter auf die Aussicht, eine Nacht durchzuzechen, wenn dies überstanden war. In dieser Sache stand er Ingmar in nichts nach.
„machen wir…schaffst du es mit der Kiste alleine?... ich beginne mich nach einer geeigneten stelle umzuschauen. Gesagt getan und Adler fand auch in der Nähe etwas. Bei einem Baum, der durch einen Sturm umgestürzt war. In der Nähe des Wurzelwerkes könnte man die Sachen insbesondere die Kiste gut verbergen.
Mit ziemlichen Ächzen und Keuchen bereitet Adler ein Loch vor. Er hatte es gerade geschafft, da musste er sich halt an einem Baum suchen. Mit dem Handrücken wischte er den Schweiß von seiner Stirn und atmete tief durch.
Das Tragen musste Ingmar übernehmen.
„Das ist mir klar, dass Pferde nicht auf Bäumen wachsen“ Knirschte er und strich sich über seinen Hals. Aber der Vorschlag von Ingmar wurde mit einem diebischen Grinsen angenommen. Natürlich war er bei so einer Sache dabei und egal wie schlecht es ihm ging, dass war der beste Vorschlag überhaupt.
Es dauerte nicht lange und sie hatten alles verstaut und umgeräumt. Drael hatte sich auf einer der Taschen niedergelassen, die Grummph trug. Der Vogel putzte sein Gefieder und schien mit dem Keiler jetzt schon befreundet zu sein. Aber das Bild war nicht anders, als der Mensch und der Halbzwerg.
Es dauerte nicht lange, da waren sie auch wieder auf dem Platz, wo die Kutsche war. Tatsächlich war, weit und breit war sie nicht zu sehen. Das Feld war leer. Adler ließ Drael eine Kontrollrunde fliegen. Das Tier kam mit einem schrillen Pfiff zurück.
„Alles sauber!“ übersetzte Adler den Ton seines Tieres. Er streckte den Arm aus, ließ das Tier auf diesen landen. Ader blickte nochmals rüber, seine Augen verengten sich zu schlitzen. „seltsam…“ murmelte er und deutet Ingmar an, dass er ihn folgen sollte.
Dort, wo die Kutsche gewesen war, konnte man deutlich den tiefen Abdruck der Räder sehen. Diese kamen aus einer Richtung und fuhren in die gleiche Richtung zurück.Adler ging in die Hocke, fuhr mit den Fingern den Abdruck nach und folgte der Fahrtrichtung mit dem Kopf.
„Warum fährt hier eine Kutsche rein und macht dann kehrt?“ Fragend blickte er dem Halbzwerg. Was hatte das zu bedeuten. Ein Funkeln war plötzlich am Boden zu sehen, Adler beugte sich runter und hob es auf.
Es war eine Haarbrosche. Nicht irgendeine, sondern eindeutig Zwergenhandwerk. Etwas was die Frauen der Zwergenstadt Nogrot trugen. Genauso eine, wie Ingmar einst Bromir für dessen Tochter mitgegeben hatte. Hatte sie eine Spur gelegt? Hatte der Vampir die Kutsche übernommen, aber wo waren dann die Leute.
„hier…ist das für eine Frau?...was denkst du?“
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Ingmar Blutnase » Freitag 30. November 2012, 17:30

Gesagt, getan. Man war sich einig und packte alle Güter zusammen, ein Versteck für den Räuberschatz war dazu noch schnell gefunden, was Ingmar wenig überraschte. Wenn es etwas gab, dass der Mensch beherrschte, dann war es das Handwerk Dinge, Orte und Personen gleichermaflen schnell und gründlich aufzustöbern und auf Verstecke, die Adler empfahl, konnte man sich ebenfalls verlassen. Da fiel es doch leicht, das sauer erraubte Gold zurückzulassen, als das Versteck gefüllt, getarnt und markiert war. Dass Ingmar diesen Part zum Löwenanteil ¸bernahm, machte dem Halbzwerg nichts aus, die blauen Flecken auf Adlers Fleisch waren das beste Indiz dafür, dass ein wenig Graben, Schleppen und Heben keine große Schwierigkeit für den bärenstarken Räuber darstellten.
"Das sollte ausreichen." Schnaufte der Zwerg, ehe er seiner Barschaft den Rücken kehrte und er dem bereits bepackten Grummph die Borsten kraulte. Kurz darauf waren sie schon auf dem Weg, beide eifrig, sich ein paar Pferde unter den Nagel zu reiflen und dem untoten Dunkelelfen hinterher zu jagen, diesen schliefllich zur Strecke zu bringen und ihm, was noch wichtiger war, Bromirs Tochter zu entreiflen.

Es dauerte nicht lange, da erreichten sie den Ort, von welchem sie erst zurückgeschreckt waren, um ihrem Verfolger zu entgehen, jetzt da sie selbst Verfolger waren und feststellten, dass man mit wehenden Fahnen weitergezogen war. Erst nach Draels kleinem Aufklärungsflug sollten sie feststellen, dass das Objekt ihrer Begierde inzwischen verschwunden war. Ärgerlich, hatten sie die Pferde doch gebrauchen können, um noch etwas besser voran zu kommen. Es hätte einiges einfacher gemacht, davon ab, dass ein kleiner Sieg die Moral der beiden Schurken sicher etwas gebessert hätte. Verärgert knirschte Ingmar mit den Zähnen, trat einen kleinen Stein in die nahen Rabatten, um seinem Frust Luft zu machen. "Elender Mist, verdammter!" So fluchte der Halbzwerg, während Adler schon ob der merkwürdigen Spuren rätselte, die der Wagen hinterlassen hatte.
Dessen Frage zu den Spuren reichte allerdings längst, um Ingmar wieder zum Wesentlichen zurück zu leiten. "Vielleicht haben die ja was verloren, sonderlich intelligent sahen die Burschen nämlich nicht aus. Oder aber, sie haben hier jemanden abgelten und sind danach wieder zurück gefahren, aber was hätte das für einen Sinn? Wir sind hier doch quasi mitten im Nirgendwo..."
Der Nippes, den Adler gefunden hatte machte den Zwerg dann nur noch nachdenklicher, dass er und Adler sich darin nichts mehr nahmen. Die Frage Adlers hätte bei Ingmar sonst für Verwunderung gesorgt, aber vielleicht hatten Menschen auch kein Gespür für den zwergischen Geschmack bei Frauenschmuck, das wollte Ingmar jetzt nicht abwägen. Grübelnd nahm Ingmar das Edelmetall entgegen und strich einen Rest Dreck davon ab, während er es anstarrte. "Ich hab' dieses Ding mal an Bromir verschenkt. Wäre möglich, dass die Kleine sie von ihm bekommen und nun hier zurückgelassen hat." Ingmar sah Adler an, dann schielte er zu den beiden Tieren, die sich wirklich rasch lieb gewonnen hatten, so schien es zumindest. Man sah es ihnen einfach an. Dann besah sich der Halbzwerg wieder die Wagenspuren und den Platz, an dem selbige endeten, bzw. Kehrt gemacht hatten. "Wenn das stimmt, dann könnten wir Glück haben, dass die Wagenspuren uns direkt zu ihr führen!"
Abwartend sah er wie zu Adler herüber, überlegend, ob das hier wieder eine Falle sein mochte. Er hatte Elfen schon immer für Skrupel- und Ehrlos gehalten, traute ihnen - und dem Glatzkopf speziell - alles zu.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Erzähler » Sonntag 9. Dezember 2012, 14:46

Grummph und Drael standen nicht weit von dem Halbzwerg und dem Menschen entfernt. Der Keiler verhielt sich ruhig, schnüffelte jedoch auch hin und wieder am Boden. Der Vogel auf dem Rücken gab immer wieder leise Fieptöne von sich, so als würden sie sich unterhalten. Grummph schnaubte und wühlte durch den Boden. Immer wieder schüttelte er sich jedoch, je näher er den Spuren der Wagenräder kam. Die Tiere hatten bei ihrem kleinen Tanz mit dem Untoten diesen gespürt. Oder aber, ihm passte es nicht, dass er nichts Lohnenswertes zu fressen fand.
Es war frustrierend, dass der Wagen weg war. Selbst der Rückenstecher konnte sich ein frustriertes Knurren nicht verkneifen. Und täte ihm nicht bei jeder Bewegung alles weh, so hätte er ebenfalls an irgendetwas seinen Frust rausgelassen. Denn so, würden sie ewig brauchen um hinter den Blutsauger zu folgen, was mitunter eine lange Zeit der Folter für Caroline heißen würde. Und ein Blick zu dem Räuberhauptmann zeigte nur zu gut, dass der Blutsauger es bereuen würde. Irgendetwas war an dem Blick des Halbzwerges sei er aus der Bewusstlosigkeit wachgeworden war. Nur was, dass vermochte Adler nicht zu sagen.
„man fährt nicht einfach mitten ins nichts um dann so schnell wieder kehrt zu machen. Und um sich mit jemand hier zu treffen, ist mehr als abwegig. Ein Gauner, der nicht total verblödet ist, würde es wagen eine Kutsche zum Treffen zuzulassen. Viel zu gefährlich, dass sich Soldaten darin versteckten… da ist was faul!“ Und das erkannte wohl auch der Halbzwerg.
Ingmar drehte das kleine Schmuckstück in seiner Hand. Adler beobachtete die Züge des Halbzwerges.
„Du hattest Bromir so ein Schmuckstück gegeben?“ erkundigte er sich nochmal. Adler mochte zwar kein Goldschmied sein, aber dass dies eher für eine Frau gedacht war, hätte er schon draufschließen können. Natürlich war es schon zu seltsam, an dass es ein Zufall sein konnte.
Der Halbzwerg musste nicht mal laut aussprechen, der Blick von Adler bestätigte, dass auch dieser den Gedanken hatte.
Er nickte Ingmar zu und stieß einen Pfiff aus. Drael erhob sich sofort und flog in die Richtung, wo die Kutsche hin war.
„Sie wird uns warnen. Komm!“

Adler setzte sich in Bewegung, jetzt hatte man wenigstens ein Ziel vor Augen. Die Kutsche war auf die Wege zwischen den Bäumen angewiesen, Keiler, Mensch und Halbzwerg nicht. Sie könnten vielleicht, wenn die Götter ihnen beistanden, tatsächlich noch sie einholen.
„irgendwie musste der GlatzenElf ja hierher kommen…vielleicht waren die anderen Leute als Nahrung dabei…“ erklärte er zwischen ein paar Atemzügen. Sie waren noch nicht weit gekommen. Der Schmerz war nicht gerade wenig, doch Zähne zusammenbeißen half gewöhnlich. Doch er schwankte. Und wenn Ingmar mal nicht hinsah, dann hielt sich Adler an einem Baumstamm fest. Ihm drehte sich alles!
„verflucht!“ presste er zwischen den Zähnen hindurch raus. Ja, er war stolz, aber nicht dumm.
„Ingmar!... eins muss uns klar sein, wenn es tatsächlich so ist und wir schaffen es, den Wagen einzuholen, wirst du wohl oder übel alleine kämpfen müssen …“ presste er hervor. Man sah es den Rückenstecher an, dass es ihm so gar nicht passte. Er es hasste sich seine Nichtsnutzigkeit eingestehen musste.
„Er hat uns vermutlich absichtlich so zurückgelassen. Er hätte uns Töten können, auch wenn wir jetzt vielleicht das Tageslicht auf unserer Seite haben…“ Adler unterdrückte ein Keuchen.
„Beim Harax…du bist schneller ohne mich“ Adler sah den Halbzwerg ernst ins Gesicht.
„ich bin Ballast… ZISCH AB!“
Er würde es dem Halbzwerg nicht übel nehmen, wenn er alleine lospreschen würde. So etwas war er gewohnt! Adler hätte es selber auch gemacht, vermutlich hatte er sich deswegen nie der Bande von Ingmars Leuten angeschlossen. Alleine musste man auf keinen Rücksicht nehmen.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Ingmar Blutnase » Samstag 29. Dezember 2012, 18:27

Inzwischen lag das Schmuckstück fest in Ingmars prankenhafter Hand begraben und wurde von dieser so fest umklammert, dass man annehmen mochte, dass das weiche Metall darin zerquetscht werden würde. Der Halbzwerg hatte es Bromir vor langer Zeit geschenkt, auf dass er es der Dame seines Herzens überlassen mochte, warum genau er das getan hatte, vermochte der Räuber bis heute nicht so recht zu benennen. Er hatte es einfach getan, ohne groß darüber nachzudenken.
Doch lange über solche Dinge zu sinnieren, war kein Teil der momentanen Agenda, viel wichtiger war es, dass sie die Distanz zwischen sich und dem vermeintlichen Gefährt des Elfen zu verringern, bevor sie dessen Spuren verloren. Das wusste auch Adler, schickte er doch seinen Begleiter voraus, wie er es immer tat, bevor sich der Rückenstecher auf den Weg machte.
Sie machten sich auf, inzwischen hatte sich Ingmar selbst auf den Rücken des Keilers geschwungen, war er es doch gewohnt, grade bei Verfolgungen auf längere Distanz nicht zu laufen. Sein verwundetes Bein bedingte dies schon seit ein paar Jahren und er wusste nur zu gut, wie arm an Vergebung der eigene Körper sein konnte. Ingmar hatte den Verlauf der Straße noch etwa im Kopf behalten können, war er doch ursprünglich aus dieser Richtung gekommen. Sie hatten tatsächlich die Chance, die Flüchtigen über eine lange Gerade durch die Rabatten abzupassen und mit etwas Glück doch noch zu erwischen. Dazu mussten sie sich allerdings ranhalten und ein gewisses Tempo vorlegen. Ein Tempo, dass der verwundete Mensch vermutlich nur schwerlich halten konnte, wie sich ein Weilchen später herausstellen sollte.

Nur ein Stück weit waren sie gekommen, Adler merkte etwas bezüglich der Rolle der Wächter des Wagens an, Ingmar nickte darauf. "Möglich, was sonst sollte er mit zwei solchen Begleitern anfangen. Besonders klug haben sie ja nicht gewirkt."
Zwar dauerte es noch einen Moment, dennoch war schnell offensichtlich, dass Adler im anstehenden Unterfangen nicht grade als hilfreicher Teilnehmer glänzen würde. Es war dem Räuber nicht direkt aufgefallen, er hatte sich bisher immer auf das Urteilsvermögen des Menschen verlassen können, was dessen Fähigkeiten anging. So fiel es ihm nicht sonderlich schwer, dessen Erklärungen nachzuvollziehen und sie nicht in Frage zu stellen.

Er hatte recht, besonders was ihre Situation bei einer tatsächlichen Begegnung anging, Ingmar würde sich der Kreatur alleine stellen müssen, eigentlich wollte der Hauptmann es auch nicht anders. So oder so würde ein verletzter Adler eher ein Risiko darstellen, als alles andere, konnte er doch als Geisel oder Kugelfang enden, also Angriffsfläche bedeuten.
Seine Spekulationen klangen sinnvoll, deckten sich mit den Fakten, sofern man ihre Umstände denn so bezeichnen wollte. Es wäre wenig überraschend gewesen, wenn der Rückenstecher recht behalten würde, so nickte Ingmar auch, als dieser darauf zu bestehen schien, hier zurück zu bleiben. "Dann nimm noch das hier von mir." Mit einem Handgriff löste Ingmar ein Päckchen von Grummphs zahlreichen Gurten und streckte dem Mann ein Päckchen mit Proviant und einen Schlauch mit Wasser entgegen.
"Sieh zu, dass du zu Kräften kommst und so schnell aufholst, wie du kannst. Ihr zwei werdet uns schon finden." Adler hatte Ingmar schon einmal aufgespürt, wenn es etwas gab, dass der Mensch beherrschte, dann war es das und das wusste Ingmar auch. Er war davon überzeugt, dass der schwächelnde Mann nicht auf lange Zeit zurückbleiben würde, wenn er jetzt allein weiterzog, daran bestand überhaupt kein Zweifel. "Ich werde ihn kriegen und danach lassen wir uns alle zusammen volllaufen, während wir in der Schönheit meiner Heimat schwelgen, verstanden?" Ingmar wirkte ernst und gefasst, auch wenn er auf dem Keiler thronte, war er dem Menschen gegenüber nur knapp über Augenhöhe. Das Tier sah Adler ein wenig mitleidig an und stupste ihn mit der Schnauze an, gab dabei ein leises Schnaufen von sich, bevor Ingmar seinen Blick von Adler löste und Grummph dazu anwies, weiter der Fährte zu folgen. "Wir sehen uns auf der anderen Seite, Freund."
Ein morbides Grinsen lag auf dem bärtigen Gesicht, ob dieser Zweideutigkeit. Zuversicht lag in Ingmars Stimme, er war nicht panisch ob Carolines Lage, eher erpicht darauf, etwas an ihr zu ändern und sich dabei nicht aufhalten zu lassen, komme was da wolle. So ließ er den Menschen hinter sich und jagte der vermeintlichen Kutsche des Feindes im Schweinsgalopp und durch Gebüsche und lichten Wald hinterher. Grummph schnaubte, schien die Schaffenswut seines Reiter zu teilen, er lief zügig, dennoch so, dass er das Tempo eine ganze Weile halten konnte, damit sie den Anschluss nicht verloren. Dabei stierte der Reiter fortwährend in die Umgebung, wie ein Räuber, der seine Beute suchte und vor allem damit beschäftigt war, den Weg nicht zu verlieren.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Erzähler » Montag 7. Januar 2013, 18:29

Wie Adler schon erwartet und gehoffte hatte, erkannte der Räuberhauptmann die Gefahr, die der Mensch darstellen konnte. Es war das Beste. Adler griff den Beutel mit dem Proviant und nickte dem Halbzwerg zu, reichte ihm kurz die Hand.
„Tritt ihn ordentlich von mir in den Arsch“ kam das bissige Kommentar des Rückenstechers. Er tätschelte noch den Kopf des Keilers.
„auf der anderen Seite“ grinste er zurück und sah ihnen nach, während sich Halbzwerg und Keiler durch den Wald schlugen. Seufzend glitt er n dem Baum erst mal nieder. Er musste sich erholen und nickte weg. Drael würde über ihm wachen, so wie sie es immer tat. Dann würde er den anderen folgen.

Jetzt da sie nicht darauf achten mussten, sich einem Tempo anzupassen, gab es kaum ein Hindernis. Der Keiler preschte im voller tempo durch das Gehölz. Sprang über kleine Büsche, wo man gedacht hätte, dass sie das Tier eher durchdrücken müsste. Sie waren wieder zu zweit unterwegs und der schnelle Galopp ließ einem eicht vergessen, weswegen man unterwegs war. Doch nicht den Halbzwerg. Ihm war die Angelegenheit zu wichtig zu persönlich.
Fast schon glaubte man, es wäre nur noch ein Wimpernschlag und sie hatten den Wald durchquert. Als man in der Ferne den Lärm von einem knarrenden Wagen hörte. Der Wald wurde dort lichter und in der Tat konnte man durch die Äste hindurch eine Kutsche erkennen. Es schien sich um die Kutsche zu handeln, die sie suchten. Die Räder knarrten auf dem kalten Boden. Ein Mann saß oben auf dem Kutschbock, ins Wageninnere konnte man nicht schauen. Doch Ingmar sollte sich eilen, denn so langsam schien es schon wieder dunkel zu werden. Verflucht seihen die Kalten Jahreszeiten, wo viel zu schnell die Nacht wieder einbrach. Man hatte oft das Gefühl, besonders so nah bei den Bergen, dass der Tag gar nicht richtig durchkam.
Gerade hielt die Kutsche an. Der Kutscher, ein recht schmaler kleiner graublonder Kerl, klettere vom Kutschbock und streckte sich ein wenig, bevor er zu ein paar Sträuchern sich begab und sich erleichterte.
Von Caroline hörte Ingmar kein Wort.
Grummph hob seine Schnauze und schnüffelte aufgeregt. Ein leises Grunzen gab er von sich. Bestätigend.
Das Fell des Keilers war leicht gesträubt, was auch deutlich auf eine unnatürliche Präsenz deuten ließ.
Die Tür der Kutsche öffnete sich, drinnen war es stockfinster und der andere Mann torkelte verschlafen hervor. Er war etwas dicklich, oder mal gewesen. Auch sein Haar war einst mal braun und jetzt recht farblos. Seine zerschlissene Kleidung machte den Eindruck eines fahrenden Händlers aus Grandessa. Vermutlich der ehemalige Besitzer der Kutsche.
„wir sind ja noch immer im Wald“ grollte dieser zu dem anderen und kratzte sich ordentlich am hintern.
„joa, sind wir… verdammt groß und habe mich verfahren…“ grummelte der andere. Unsicher wurde zur Kutsche gesehen. Beide sahen mehr als dumm aus und waren unnatürlich blass, fast schon gräulich. Sie sahen ausgezerrt aus und doch konnte man den ängstlichen Blick aus der Ferne sehen. In den Augen spiegelte sich nur blanker Horror. Wenn Ingmar sogar recht überlegte, so sah einer der beiden wie einer der Sträflinge aus, die damals mit in den Kerkerzellen auf ihre Hinrichtung gewartet hatten. Ein kleiner Taschendieb war es gewesen. Vermutlich wäre der Strick ein gnädigeres Schicksal gewesen. Der eine gab dem anderen etwas, es sah entfernt wie Fleisch aus…wenn es auch schon süßlich roch. Gierig wurde es verdrückt.
„Wir sollen Ausschau halten…wegem den anderen“ Knurrte der eine und sah sich um.
Grummph schnaubte leise. Ingmar sollte schnellstmöglich handeln. Noch waren sie gut verborgen.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Ingmar Blutnase » Donnerstag 24. Januar 2013, 22:06

Da waren sie! Nach einer gefühlten Ewigkeit der Hatz hatten Ingmar und Grummph die Kutsche mehr oder minder eingeholt. Wurzeln und Gestrüpp hatten kein echtes Hindernis dargestellt, so dass sie zügig voran gekommen waren. Jetzt standen sie dort, halb in Deckung, und beobachteten das Geschehen vor ihnen. Es musste wirklich die Kutsche sein, die sie zuerst vorgefunden hatten, sie konnte wirklich nicht weit gekommen sein, ein Kunststück, denn so besonders viel Vorsprung hatte sie nun auch nicht erhalten. Ingmar stierte mit bohrenden Blicken hinüber zum Ziel seiner Kampfeslust, seines Zornes und rätselte darüber nach, wie er den beiden blassen Menschen am schnellsten zu Leibe rücken konnte. Sie waren offenkundig die Verbündeten des Elfen, oder seine Untergebenen, so oder so waren sie der Feind und sollten schnellstmöglich beseitigt werden, damit der Blutsauger keine weitere Chance bekäme, den Halbzwerg zu verhexen!

Eile war geboten, so entschied sich der Räuber für eine eher klassische Herangehensweise um diese Widerlinge nieder zu mähen wie trockenes Gras. Eilig stieg Ingmar von Grummph ab und führte ihn etwas beiseite, damit sie noch einen kurzen Moment für Vorkehrungen bekommen sollten. Ingmars Axt war schnell an einer Schnalle am Gurt verstaut, dass er die Hand frei hatte, dennoch schnell nach der Waffe greifen und sie schnellstmöglich schwingen konnte. Dann überzeugte er sich, dass Grummphs mit Dornen bewehrte Kopfplatte sicher an Ort und Stelle saß, die Gurte wurden noch einmal nachgezogen, während er dem treuen Tier durch die Borsten kraulte. "Du weißt was du zu tun hast, alter Freund. Wir werden dem Hexenwerk dort auf der Straße ein für alle mal ein Ende setzen." Der Eber verstand, zumindest konnte er seinem Herrchen ansehen, was der Zwerg vorhatte, spätestens, als die Hellebarde hervorgeholt war, war alles klar. Sie würden es wohl den menschlichen Rittern gleichtun, nur, dass Grummph selbst mehr denn nur ein Schlachtross war, der Keiler wurde durch den Panzer zum lebenden Rammbock und hätte so die Möglichkeit, sich effektiv am Kampf zu beteiligen. Ganz nebenbei sah der stämmige Säuger auch noch wie eine Art kleineres, haariges Nashorn aus, da einer der Dornen auf dem Panzer extra länger war und zum Aufspießen benutzt werden konnte. Es war nicht das erste Mal, dass der Halbzwerg so in die Schlacht zog und hatte damit oft genug gute Ergebnisse beim Feind erzielt, sodass er sich gerne auf diese Taktik verließ.

Noch ein paar Meter näherten sie sich in möglichst guter Deckung, bevor der Halbzwerg auf sein treues Reittier kletterte und sie beide mit nach vorne gerichteter Lanze wie aus dem Nichts aus dem Gebüsch gestürmt kamen. Durch ihre Vorbereitungen und möglichst geschickte Annäherung gab es nun nur noch ein kurzes Stück Strecke zu überbrücken, was den Feind wertvolle Sekunden kosten würde, der Einschlag stand kurz bevor und wurde von Ingmars lauthalsem, bullenhaften Gebrüll begleitet. Er war zu allem bereit und würde sich jetzt nicht mehr aufhalten lassen. Es galt hier Bromirs Tochter zu retten, nach seinem Dafürhalten gab es nun keinen Gedanken, der ihn zum Einhalten bringen könnte, bis der Feind ausgelöscht war und es würde mit Sicherheit keine Gnade geben!
Das erste Ziel würde der größere von beiden sein, die scharfe Spitze der Hellebarde war längst auf seinen Körper gerichtet. Die Taktik war simpel und doch effektiv. Man bereitete sich vor, pirschte sich an den Gegner und überrumpelte ihn mit schierer, roher Kraft, das funktionierte bei Soldaten, Händlern, Söldnern und auch unbewaffneten Geldeintreibern gleichermaßen. Normalerweise würde der Spieß so ausgerichtet, dass er das Ziel möglichst außen traf, es aufschlitzte und wieder nach oben gerissen werden konnte, doch erwarb allein, also musste es anders angestellt werden. Die Spitze wurde mitten auf den Gegner gerichtet um ihn einfach aufzuspießen und ihn so nach Möglichkeit sofort unschädlich zu machen. Da die Waffe dabei gerne im Gegner stecken blieb, würde Ingmar sie einfach loslassen, am Gegner vorbei preschen und seine Axt zücken, um mit dieser dann auf den zweiten Feind loszustürmen und ihn mit voller Wucht niederzustrecken. Danach würde Ingmar nach Möglichkeit abspringen und mit Axt und Schild auf den Restwiderstand losgehen, um den hoffentlich demoralisierten Feind einfach nieder zu Strecken. So zumindest die Theorie...
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Erzähler » Mittwoch 6. Februar 2013, 16:13

Der Plan entstand, als Ingmar sich die Situation ins Gedächtnis rief und sein Hauptmanngehirn auf Hochtouren laufen ließ. Sollte alles so verlaufen, so würde er noch vor Sonnenuntergang, wenn er sich auch beeilen musste, denn in Wäldern erlischt das Licht der Sonne schneller durch die Bäume. In der Dunkelheit würde er wohl wieder unterliegen und dieses vermaledeite Untotengezücht würde gestärkt angreifen. Vielleicht würde er verlieren und Caroline dazu. Auf die Hilfe von Adler würde er nicht hoffen können, der Rückenstecher war zu erschöpft und der Halbzwerg hatte ihn deutlich hinter sich gelassen.
Der Keiler schnaubte nervös. Die Hand in seinen Borsten beruhigte ihn und nachdem alle Vorkehrungen getroffen waren, wurde sich in die Schlacht geworfen. Ein Gebrüll, was verzerrte klang durch die Rüstung, erschallte im Wald.
Die beiden Männer, wenn auch ängstlich dreinschauernd fuhren mit dem Kopf hoch. Der größere Mann, wohl der ehemalige Händler, griff zu seinem Schwert, als mit tosenden Lärm, das Unterholz in Bewegung geriet und ein Monster, schlimmer noch als der Vampir hervorpreschte. Der Sperr wie beim Tjosten vor sich, surrte bei jedem Sprung des Keilers als es sich erst durch Luft und dann durch Haut, Blut und Fleisch stach. Der Mann riss die Augen weit auf, hatte nicht mal Zeit einen warnenden Schrei auszustoßen. Aufgespießt wie eine Fliege mit einer Nadel, hing der Mann am Holz. Das Stöhnen und der Aufschrei war zu spät erklungen, schnell war das Leben aus dem Mann gewichen, so als seine Lunge kollabierte und ihn wohl den erlösenden Tod brachte.
Nun gab es noch einen. Dieser konnte noch nicht ganz erfassen, was geschehen war, sah für einen Moment auf die Leiche, welche nicht weit von ihm an einem Baum gepinnt war.
„HERRR!!!!!!!!!!!!“ brüllte er in Richtung Wagen, bevor er sich unter den ersten Schlag Ingmars wegduckte und anstatt des der Halbzwerg die Schulter mit Wucht traf nur den Unterarm erwischte. Ein Aufschrei zeugte von dem Treffer, doch der Mann war nicht so gelähmt wie der andere. Eindeutig jemand, der gewohnt war, mit Schrecken umzugehen und im Notfall auch zu laufen. Was dieser auch tat. Im Zickzack lief der Mann, bückte sich wieselgleich durch Gehölz. Bestimmt zwei Mal, entkam der Wicht den zermalmenden Schlägen des Räuberhauptmannes, bevor der Kerl sich auf das Dach der Kutsche flüchten konnte. Hier war er außerhalb der Reichweite, wenn man nicht die Kutsche zu fall bringen wollte. Grummph donnerte gegen die Kutsche, machte das weg, was Ingmar an Leuten fehlte. Jede Erschütterung ließ den Mann oben verzweifelter am Dach festkrallen. Es war schon erstaunlich, dass dieser überhaupt noch seinen verletzten Arm nutzen konnte, aber im Kampfe gegen den Tod waren ja schon viele seltsame Dinge geschehen.
„Mein Herr wird deine Haut dir von den Knochen ziehen und sich eine neue Hose schneidern….“ Fauchte der schlanke Mann von oberhalb. Er glich eher einem Gargyl oder einem Tier jetzt, so wie er mit einer zur Klauen gekrümmten Hand, nach ihm schlug.
Grummph schnaubte auf. Die Schatten hatten sich merklich verlängert. Die Sonne zog so langsam hinter die Baumkronen und aus der offenen Kutsche, war es, als entspringe dort die tiefste Nacht. Noch immer hatte der Halbzwerg kein Zeichen von Caroline erhalten.
„Ingmarrrrr“ hörte er dann ein Schnurren aus der Kutsche. Die Stimme war weiblich und lockend, sie klang entfernt wie die von Caroline.
Grummph scharrte mit dem Vorderfuß am Boden, versuchte seinen Herrn und Freund aufmerksam zu machen.
Ein Knarzen von Holz war zu hören und ein seltsam bizarres Lachen, gesellte sich zu der befremdlichen Stimme von Caroline.
„heute machen wir fette Beute, nicht wahr?“ Die Stimme klang nach menschlich, wie Bromir selber. Hexenwerk wie so oft.
Der Mann auf dem Dach gluckste vor sich hin, Wahnsinn zeigte sich in dessen Augen. Er wies mit der Finger zu der Wagentür.
„Trau dich, trete in den Wagen, denn er wird nicht auf dich warten… nicht ewig….“ Gelächter!
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Ingmar Blutnase » Sonntag 17. Februar 2013, 13:54

Der Plan des Halbzwerges ging mehr oder minder auf, denn zumindest einer der beiden Bücklinge hatte Ingmars Überfall nichts entgegen zu setzen und war schon aufgespießt, bevor er einen Laut ausstoßen konnte. Jetzt war der andere dran, wieder stürmten Ingmar und Grummph auf die dickliche Kreatur ein, jedoch war dieser Feind flinker und beweglicher. Tatsächlich zürnte der Halbzwerg nicht, als er mit erhobenem Blick vom Rücken des Keilers abstieg, damit dieser sich auf seine eigene Art mit der Kutsche beschäftigen konnte.
"Mein Herr wird deine Haut dir von den Knochen ziehen und sich eine neue Hose schneidern..." Solches Geseier hatte der Räuberhauptmann schon zu Genüge mit anhören müssen, früher hatte ihn solche Impertinenz vielleicht noch beeindruckt, heute jedoch längst nicht mehr. Es ging hier um etwas wichtigeres, als in vielen der früheren Gefechte, begegnete er der rufenden Gestalt mit einem spitzbübischen Grinsen. "Du bist ein Wurm und bellst wie ein Hund, vielleicht sollte ich dich dann auch wie einen Hund niederstrecken und am Spieß braten, auf dass du wenigstens zu ETWAS nutze bist." Man musste Kreaturen wie ihm auf diese Weise begegnen, es war die einzige Sprache, die sie verstanden und auch der einzige Ton, mit dem er solchen Menschen zu begegnen gewillt war. Wie ein hungriger Bär umkreiste der Halbzwerg den Wagen, der wieder und wieder durch Grummphs Angriffe erschüttert wurde. Eins musste man dem Bückling lassen: Er wusste sich trotz seiner Verletzung fest zu klammern. Wieder erschallte dessen Stimme, als sich Hexenwerk innerhalb des Gefährtes ankündigte. Ingmar spürte, ebenso wie Grummph die Kälte, die aus den hölzernen Wänden zu kriechen schien und auch wenn der Halbzwerg bestrebt war, sie zu ignorieren, so vernahm er doch die lockenden Rufe des Vampirs. Auch Ingmar hatte bemerkt, wie rasend schnell sich die Schatten der Bäume wieder verlängert hatten, fast grenzte auch dies an Hexerei. Hexerei, die gegen ihn arbeitete, was dem Räuber mehr als nur missfiel. Dennoch ließ er sich vom irren Gekreisch des Bücklings nur milde beeindrucken, auch wenn dieser scheinbar mehr und mehr zu einer Art Tiermensch zu werden schien. "Hast du Angst, Hund? Hast du Angst, dass dein Meister nicht gewillt sein könnte, eine Kreatur wie dich zu erretten? Bestimmt wird er mir den Befehl geben, dich nieder zu schlachten, sollte er mich überwinden. Bete also, dass du dich täuschst!"

Nun stellte sich allerdings die Frage, wie er dem Inneren der Kutsche zu Leibe rücken sollte. Einfach die Tür auf zu brechen wäre wohl genau das, was der Vampir erwarten würde. Unterdessen hatte Grummph seine eigene Verwunderung abgeworfen und erschütterte das Innere des Wagen erneut mit seinem massigen Leib, da kam dem Halbzwerg eine Idee!
"Ich werde das Heim deines Meisters knacken wie die Schale einer Auster, Hund. Zieh nur zu, vielleicht lernst du noch etwas." Überlegt löste Ingmar den Griff um seinen Schild und ließ diesen dennoch griffbereit zu Boden sinken. Er brauchte hierfür ein wenig mehr Wucht in seinem Schlag, hätte er eine richtige Streitaxt zur Hand, sie wäre wohl eine bessere Wahl hierfür, als Thorghar, doch der Räuber glaubte an die Macht, die man mit diesem Kriegswerkzeug ausüben konnte. So fasste der Halbzwerg den etwas längeren Griff mit beiden Händen und hieb laut brüllend auf den Wagen ein, doch nicht etwa die Außenhülle war sein Ziel, sondern die Speichen des Wagenrades vor ihm, es war an der Zeit, dieses Gefährt wie einen toten Baum zu Fall zu bringen und das spitzohrige Raubtiere im Inneren ein wenig durch zu schütteln. Denn Ingmar war beileibe nicht der Narr, für den der Elf mit dem merkwürdigen Namen ihn halten mochte.
Es gehörte fast zur Routine, die Wagenräder oder Achsen eines Wagens zu zerschlagen, wollte man diesen Aufbrechen, ohne eine etwaige Flucht zu riskieren, falls die Zugpferde durchgingen. Eben jene waren bis jetzt allerdings erstaunlich ruhig geblieben und schienen sich nicht zu rühren, während der Halbzwerg nach und nach die hölzernen Speichen zertrümmerte und der waren ein unheilvolles Knarren und Knirschen von sich gab...
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitragvon Erzähler » Mittwoch 13. März 2013, 16:43

Die Idee den Kutschwagen zu zerstören war so einfach wie genial, denn so hätte erstens der Vampir keine Versteckmöglichkeit mehr und er konnte auch nicht weiter fliehen, wenn er nicht selber laufen würde.
Was die Pferde betraf, so sahen diese Tiere nur zwischenzeitlich sich nach hinten um, als würden sie sich über die Situation amüsieren und abwarten, wann der Aufstand dort beendet war. Doch wer wusste, ob die Tiere nicht selber magisch waren.
Bei genauerem Hinsehen, war man sogar der Meinung, je dunkler es wurde, desto ausgezerrter waren die Rösser. Die Augen waren wie dunkle Höhlen aus dem kein Licht aufblitzte.
Der Keiler rammte die Kutschte von der einen Seite. Wieder und wieder und die Kraft , die diesen Tier beim Aufprall aufbrachte, war vergleichbar mit einer Ramme. Die Kutsche schwankte unter den Aufprall, so dass kurzweilig zwei Räder sogar in der Luft waren. Würde Ingmar jetzt noch die Achsen der Räder zerstören, wäre ein Umkippen nicht weit hergeholt.
Der Lakai oder Bückling Fauchte wie ein Tier und fletschte die Zähne. Seine zu klauen gekrümmten Hände Krallten sich mit einem schabenden Geräusch in das Holz der Decke. Es mochte wirklich täuschen, aber er sah mehr und mehr einen aus Alpträumen entwichen Wesen aus, als nur ein blasser. Mensch. Die Fingernägel schienen sich zu verlängern und sein Gesicht nahm groteske Züge an, schien sich zu einer grausigen Fratze zu verzerren aus dessen Mund sich ein nach Fäulnis stinkender Atem hervorstieß.
„mein Meister weiß, was er an mir hat, Zwerg!...und auch an dem Mädchen“ Er leckte sich mit der viel zu lang aussehenden Zunge über die Lippen.
„Ihr Fleisch wird mir munden, wenn er sie getrunken hat….“
Mit einem Infernalen Krachen brach die Achse und die Kutsche krachte zu Boden. Ein Wiehern von dem Pferden, die sich mit einem Ruck von dem Geschehen gelöst hatten, aber anstatt dass sie wegliefen, sich umdrehten und auf die Kutsche sahen. Im Zeitraffer vergingen sie, wurden ausgezerrter bis sie schlussendlich nur noch haut über Knochen gespannt dastanden und zusammenbrachen. Der Bückling stieß einen ohrenbetäubenden lauten unmenschlichen Schrei aus, der jedoch eher wie ein Tier klang und somit die Dunkelheit in den Wäldern einläutete. Grummph quickte plötzlich auf und machte ein paar Schritte weg.
Hatte Ingmar eigentlich bedacht, dass sich seine Findeltochter auch noch in der Kutsche befunden hatte.
Der Bückling sprang mit einem Satz vom Dach der Kutsche auf Ingmar zu. Er wirkte nicht mehr so gedrungen, sondern bizarr gestreckt. Was war hier los. Mit enormer Kraft, obwohl er so eine starke Verletzung hatte, schlug er nach dem Zwerg. Statt Hände hatte er Pranken.
Schwarzer Dicker Nebel entwich der Kutsche und eine Stimme donnerte durch die Nacht.
„GENUG“ Dann war wie eine Welle die über den Halbzwerg einbrach. Grumph stürmte in Panik davon- er war noch immer ein Tier, der Bückling noch hinter dem Keiler her. Jetzt selber auf allen Vieren.
„ich dachte du würdest nicht so einfältig sein…aber was erwarte ich von einem Zwerg. Nächstes Mal, solltest du deinen Angriff bei Tageslicht durchführen…und nicht wenn meine Macht am stärksten ist. Aber es wird kein nächstes Mal geben.“
Es war komplett schwarz um den Halbzwerg herum, als er eine stechenden Schmerz in seiner Brust spürte. Es hatte sich durch Rüstung und seine Brust gebohrt. Ein Reißen! Egal wie Tapfer er kämpfte, irgendetwas Schlagendes fehlte.
Der Körper gab nach, die Schwärze umfing ihn. Gelächter war zu hören…und eine Umarmung, die friedlicher nicht sein konnte. Der Kampf endete.
Nur dumpf drangen noch Worte an ihn, der Aufschrei einer Frau…jetzt war es egal!


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