Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Sie steht direkt am Strand. Hier wird die Wassermagie gelehrt, aber das ist offensichtlich. Das Wasser fließt nämlich aus Fenstern und über Zinnen, wie kleine Wasserfälle, bildet einen Graben um sie und strömt schließlich ins Meer hinein.
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Das dunkle Volk
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Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Sonntag 8. Mai 2011, 00:38

Azura kommt von Entführt


Vermutlich wäre sie längst tot. Unabhängig davon, ob die seltsame, Rubine liebende Hexe von einer Dunkelelfe in ihr etwas gefunden hatte oder nicht. Ihr Verhalten hätte sie keine zehn Minuten in der Gewalt dieses brutalen Volkes überleben lassen. Aber eben, weil es da etwas gab - etwas, das mit ihrer Wassermagie zu tun haben musste - durfte Azura weiter atmen. Ihr allgemeiner Zustand besserte sich dadurch allerdings noch lange nicht. So ging Corax mit ihr nicht gerade zimperlich um. Er zerrte sie nun mit sich. Da hatte man ihn vorher richtig umgänglich nennen können, allein aus dem Grund, weil er einmal auf ihre Forderung hin stehen geblieben war und sie angehört hatte. Diese Spielchen hatten geendet, als sie sich weiterhin sträubte und es auch noch wagte, das Kinn vorzurecken. Als hätte menschlicher Abschaum hier auch nicht ein Fünkchen mitzureden. Er war ihr entgegen gekommen. Wenn sie dieses Geschenk nicht annahm, würde er eben den anderen Weg einschlagen. Für ihn machte es letztendlich keinen großen Unterschied, es kostete ihn kaum Kraft, dieses Menschenweib mit sich zu schleifen.
Wenn sie weiterhin zeterte, würde es eben noch eine Backpfeife setzen. Er hatte die Wirkung dieser Methode durchaus bemerkt, warum es also nicht wiederholen? Der Schock hatte ihr ja geradezu im Gesicht gestanden. Wahrscheinlich war sie mehr darüber überrascht, dass man sie überhaupt geschlagen hatte als von dem Schlag selbst. Corax genoss es, ihr derartiges Entsetzen zu bereiten. Nach außen hin zeigte er es aber nicht. Es war eine innere Befriedigung, ganz persönlich und nur für ihn allein bestimmt. Er amüsierte sich dennoch darüber, das Gör an seiner Kette musste nichts davon erfahren. Sie konnte es sich vermutlich denken, aber was kümmerte es ihn schon, was diese Menschenbrut dachte? Noch hatte der Soldat seinerseits nicht bemerkt, dass Azura keine reinblütige Vertreterin des menschlichen Volkes war. Vermutlich würde es die Verachtung von Seiten Coraxes aber nur schüren, wenn er herausfand, dass in ihr auch noch elfisches Blut floss. Von Elfen, die nicht den Dunklen angehörten.

Er hatte sie den ganzen Weg zurück durch die Tore der Stadt, die Straßen hinunter bis an den Hafen geführt. Und er hatte geschwiegen, war auf keines ihrer Worte eingegangen. Er beantwortete ihr keine Fragen, wenn sie sie stellte. Er reagierte nicht mehr auf ihre Forderungen. Das einzige, was die Adelstochter feststellen durfte, war sein Gang, der sich mit jedem weiteren gekeiften Wort verschärfte, bis er schließlich in einen Armeemarsch verfiel, welche für ein ungewohntes Bein irgendwann Wadenkrämpfe bedeuten konnte.
Nach dieser Hetzjag hielt er endlich nahe der Docks an. An diesem Teil Andunies, in dessen Nähe sich auch ein Ende der Stadtmauer erstreckte, befand sich neben einem weiten Sandstrand ein gewaltiger Bau, für den die Handelsstadt vermutlich nahezu so berühmt war wie für ihren Apfelwein. "Wir sind da, Hure", richtete Corax endlich wieder das Wort an sie. "Eure Akademie für Wassermagische." Ja, das war sie, ein großes und stolzes Gebäude. Dutzende Türme und Zinnen reckten sich in den Himmel. Aus gotischen Fenstern floss Wasser in langen, plätschernden Sturzbächen herab. Es schlängelte sich seinen Weg durch den Stein selbst, wurde von Wasserspeiern in hohem Bogen von den Bauen gespuckt oder ergoss sich in sprudelnden Brunnen, wo jeder Tropfen einem Diamanten gleich glitzerte. Die gesamte Akademie umgab ein Wassergaben und Zugang bekam man nur über die steinerne Brücke, die in ihrem Mittelstück des Geländers Statuen von Ventha beherbergte. Diese hielten Amphoren, aus denen sich ebenfalls Wasser in den Graben ergoss. Kois und andere Zierfische tummelten sich darin, bildeten einen schillernden Farbreigen unter der Wasseroberfläche. Das gewaltige Eingangsportal wurde von zwei Delfinen zu beiden Seiten eingerahmt. Die Spitzen ihrer Schnauzen berührten sich direkt über der Pforte zu einem verspielten Nasenkuss. Sie standen auf ihren Flossen, welche wie die Sockel von Säulen den Eingang säumten. Derzeit stand das Portal offen und die eigentliche Pracht wurde nur von der Tatsache überschattet, dass es nicht Magier waren, die sich hier tummelten. Das hieß, man konnte schon einige von ihnen sehen. Orks schubsten sie voran, hielten schwere Eisenketten, an denen sie sich wie Perlen aufreihten. Ihre Gelenke waren in magische Fesselungen gelegt, die jegliche Zauberei verhinderten. Es war ein Anblick voll Schrecken.
Dunkelelfen standen in der Nähe. Sie unterhielten sich, besprachen die gegenwärtige Sachlage und diskutierten über irgendeinen Handel, den sie wohl abgeschlossen hatten. Einige lobten Manthala, dass sie ihr glückliches Händchen über ihre Kinder ausgestreckt hatte. Eines jedoch stand fest, ohne dass man auch nur einem Wort des dunklen Volkes lauschen musste: Die Magierakademie war wie Andunie selbst schon zuvor von den Dunkelelfen eingenommen worden.

"Corax Rabenschrei, seid Ihr das?" Ein fremder Dunkelelf, mittelschwer gerüstet und das Schwert noch blutig, trat an den Angesprochenen heran. Er musterte kurz die kleine Kette, die den Soldaten an Azura band - oder umgekehrt, wie man es nahm. Dann blickte er der Adligen direkt in die Augen. "Hat dir deine Herrin ein Haustier erlaubt?" Corax reagierte nicht auf den Spott. Wie schon bei Azura war er die unnahbare Ruhe selbst. Er antwortete wiederholt auf Celcianisch. Das hatte vor allem den Grund, seine Gefangene endlich etwas mehr aufzuklären. So musste er sich später nicht wiederholen.
"Sie ist neuer Besitz meiner Herrin. Ich soll die Akademie nach nützlichen Büchern und Gegenständen durchsuchen, die in ihre Ausbildung fließen und diese erleichtern können. Ich sehe, die Akademie ist bereits unter unserer Kontrolle. Kann ich mich umsehen?"
"Natürlich - celcianisch sprechender Abschaum. Denk daran, dass deine Herrin einen Preis für all das zu zahlen hat, was du von dort drinnen mitnehmen wirst."
"Sie wird dem neuen Stadtherrn das Geld direkt zukommen lassen."
Corax neigte leicht den Kopf, die Faust auf die Brust pressend. Ein Soldatengruß und ein Zeichen von Untergebenheit. Offenbar stand er nicht so hoch wie der fremde Dunkelelf in der militärischen Rangordnung. "Setz dich in Bewegung, Gör!", forderte er Azura mit einem Ruck an der Kette auf und steuerte auf das offene Portal zu. Noch immer war nicht vollkommen klar, wie denn nun ihr Schicksal aussah. Ausbildung? Besitz seiner Herrin? Was hatte diese Hexe mit ihr vor?
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Samstag 14. Mai 2011, 17:39

Dass die junge Frau unendlich viel Glück bisher gehabt hatte, ahnte sie nicht. Ihr war nicht einmal bewusst, in welch großer Gefahr sie sich überhaupt befand, und selbst wenn es ihr klar geworden wäre, hätte es an ihrem Verhalten vermutlich nicht viel geändert. Im Gegenteil, dann hätte sie höchstwahrscheinlich aus Furcht genauso reagiert, nach dem einfachen Motto, die Flucht nach vorne antreten.
Sie war nun einmal viel zu behütet aufgewachsen, wobei die drei Jahre davor nicht zählen, weil sie nicht ihrer erreichbaren Erinnerung waren, als dass sie ein Gespür für Unheil gehabt hätte und sich entsprechend hätte benehmen können. So war es wirklich ein Wunder, dass sie überhaupt noch so unversehrt war wie im Moment, oder irgendeine Gottheit hielt ihre schützende Hand über sie. Wie auch immer es war, vielleicht auch lediglich Zufall, es war und blieb ihrer Erkenntnis vorenthalten und somit hatte sie auch nicht die Spur einer Chance, ihr Verhalten eventuell zu überdenken.
Stattdessen blieb sie bockig und überheblich, ganz so, als wäre sie nicht an diesem schmutzigen, lauten Ort, sondern in ihrem behüteten Zuhause, und als spräche sie nicht zu einem Feind, sondern zu einem unfähigen Diener. Vor allem seine Ohrfeige hatte in ihr erst recht den, in ihren Augen gerechten, Zorn erneut aufsteigen lassen, der jede andere Wendung in ihrem Gebaren erfolgreich hinderte.
Sie stieß einen leisen Schrei der Überraschung aus, als er grob dafür sorgte, dass sie sich bewegen musste. Hätte sie nicht von einem Moment zum anderen darum zu kämpfen gehabt, das Gleichgewicht zu behalten und besonders ihr Kleid nicht noch mehr zu ruinieren, hätte sie ihn gewiss wieder beschimpft. So jedoch hatte sie alle Hände voll zu tun, nicht auch noch die Schmach erleben zu müssen, indem sie sich nicht länger auf den Beinen halten könnte.
Hinzu kam, dass sie sich ausmalen konnte, wie sehr solch ein Widerling ihre derzeitige Lage genießen müsste. Nicht nur, dass er sie ungestraft hatte schlagen können, sondern dass er jetzt auch noch so mit ihr umspringen konnte. All das nährte ihren Zorn lediglich noch weiter, sodass, wahrscheinlich sogar zu ihrem eigenen Vorteil, die Furcht gar keine Möglichkeit hatte, in ihr Bewusstsein zu dringen.
Stattdessen knirschte sie mit den Zähnen, als sie es endlich geschafft hatte, eine Geschwindigkeit zu finden, um ihm mit relativ sicherem Tritt folgen zu können, ohne Angst vor dem nächsten Zentimeter haben zu müssen. Und vermutlich hätte sie sogar schon wieder Luft holen können, um los zu zetern, hätte sie nicht erkannt, wohin er sie schleifte.
Wieso ging es denn jetzt zurück in die Stadt?
Verblüfft schwieg sie und sah sich skeptisch um, denn diesen Weg war sie zu ihrem Leidwesen vor kurzem erst in die andere Richtung getragen worden. Sie begriff nicht, warum es jetzt zurück gehen sollte.
Wollte er sie vielleicht lediglich zu ihrem Anwesen bringen, sich eventuell sogar, wenn er klug genug dafür wäre, sich bei ihr entschuldigen und sie würde nicht weiter behelligt werden? Das würde die junge Frau mehr als begrüßen und doch war sie nicht derart verblendet, dass sie dies tatsächlich für möglich gehalten hätte.
Es musste also wo anders hingehen... aber wohin? Und warum?
Die Straßen wirkten seltsam leer und das war der erste Umstand, der einen Vorteil für sie barg. Dadurch begann ihr Herz nicht ganz so heftig zu rasen, weil sich ihr Trauma melden wollte. Zwar war sie gefesselt und in einer für sie mehr als peinlichen Lage, jedoch wurde sie wenigstens nicht von der schmutzigen Unterschicht belästigt. Dass sie selbst aus dieser Klasse der Gesellschaft stammte, hatte sie sehr erfolgreich schon vor langer Zeit verdrängt.
Da sie diese Stadt nicht sonderlich gut kannte, konnte sie auch nicht erahnen, wohin der Weg sie führte, bis sie am Ziel angelangt waren. Ihr Blick wollte schon die Umgebung nach irgendetwas Bekanntem absuchen, als sie seine wenigen Worte vernahm.
Ihr Atem ging ohnehin noch schneller und sogar den ein oder anderen Stern hatte sie erblickt, weil das Korsett sie zu stark einschnürte für diesen Gewaltmarsch, allerdings konnte das sie trotzdem nicht an ihrer Reaktion hindern. Die Bezeichnung war unangebracht und entsprechend finster funkelte sie den ungehobelten Kerl an. Ein Ausdruck, den die Dienerschaft immer beeindruckt und verschreckt hatte, doch ob diese Wirkung ihr auch hier gelingen würde, war natürlich fraglich.
Als sie erkennen musste, dass es ihn wirklich nicht rührte, hätte sie beinahe mit dem Fuß aufgestampft wie ein kleines Kind. Stattdessen zischte sie etwas, wobei sie ausnahmsweise instinktiv klug genug war, es nicht im allgemeinem Celcianisch zu tun. "Elendes, verblödetes Arschloch!" Ein sehr unfeiner Ausdruck für eine Dame ihres Alters und Standes und dennoch schämte sie sich dessen nicht. Es war eines der seltenen Relikte aus ihrer frühesten Kindheit, denn wenn sie wirklich bis aufs Blut gereizt war, brachen solche Schimpfwörter schon einmal aus ihr hervor, als wäre sie weiterhin in der Gosse und auf dem Markt aufgewachsen.
Dass er sie darauf aufmerksam machte, wo sie hier waren, nahm sie ihm ebenfalls übel. Nicht, dass es ihrem Gedächtnis nicht besser auf die Sprünge geholfen hatte, denn sie war selten an diesem Ort gewesen, aber die Art, wie er es tat, gefiel ihr noch weniger. So, als wäre es eine Gnade seinerseits, dass er das Wort überhaupt an sie richtete. Eine weitere, bodenlose Frechheit von ihm!
In ihrer Stimmung hatte sie keinen Sinn für die Schönheit des Gebäudes und schon gar nicht würde sie ihn merken lassen, dass es sie beeindrucken könnte. Auch der Anblick durch das Portal erweckte nicht ihre Angst. Sie hatte nichts mit diesen Personen zu schaffen, sodass sie auch kein Mitleid für sie empfand. Trotzdem beunruhigte es sie etwas, weil ihr allmählich dämmerte, dass dieser Überfall doch nicht so beschränkt und harmlos gewesen war, wie sie bisher geglaubt hatte.
Dann trat auch noch einer dieser dunklen Soldaten auf sie zu und wagte es, sie zu mustern, als wäre sie nichts weiter als eine Ware. Trotzig reckte sie wieder ihr Kinn und erwiderte seinen Blick erstaunlich furchtlos, würde es bestimmt nicht dazu kommen lassen, dass er dieses stumme Duell gewinnen würde. Auch wenn sie nichts von seinen Worten verstand, ärgerte sie sich schon wieder maßlos.
Ein leises, unwilliges Knurren entrang sich ihrer Kehle, als dieser dumme Folterknecht so antwortete, dass sie es auch verstehen konnte.
"Ich bin niemandes Besitz!", fauchte sie angriffslustig und um ihre Worte noch zu unterstreichen, zerrte sie flüchtig an der Kette. Natürlich ohne Erfolg oder ihn vermutlich auch nur irgendwie beeindrucken zu können, aber dennoch so, dass die Glieder klirrten.
Die Erwiderung kam fast schon prompt, denn kaum war das Gespräch zu Ende, zerrte er wieder an der verfluchten Kette, sodass sie sich bewegen musste, wollte sie nicht hinfallen.
"Ich bin kein Gör!", protestierte sie trotzdem und ungeachtet dessen, dass sie damit wohl alle in Hörweite nur amüsieren würde. Es war ihr egal, dieser Kerl sollte endlich begreifen, dass er nicht so mit ihr umgehen durfte!
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Mittwoch 18. Mai 2011, 08:29

Er verstand kein Garmisch, wie die meisten Dunkelelfen und es sollte offenbar Azuras Glück sein. Wer wusste schon, wie ein Mann wie Corax reagiert hätte, wenn man ihn als Arschloch bezeichnete. Den Tonfall aber konnte er doch recht gut interpretieren. Sie musste geflucht oder gezetert, ihn vielleicht sogar beschimpft haben. Er ließ sich nichts anmerken. Dieser Kerl war wie eine Mauer und reagierte auch so auf wüste Beleidigungen. Er antwortete mit nur einem einzigen Satz: "Spar deine Puste, Gör!" Damit sollte er sogar Recht behalten, denn das Tempo, welches er vorlegte, würde Azura bald in den Beinen spüren. Vielleicht nicht heute, aber - sofern das Schicksal es zuließ und sie überleben ließ - in den nächsten Tagen.
Die Situation spitzte sich nämlich mit jeder weiteren Minute, die verging, mehr und mehr zu. Azura hielt allerdings an ihrem Standpunkt fest, sich von diesen ungehobelten Klötzen nicht unterkriegen zu lassen. Dass sie das Kinn vorreckte und noch immer bissige Antworten gab, ließ den fremden Dunkelelfen spöttelnd in Corax' Richtung blicken. "Du hast die kleine Schlampe offenbar nicht ganz unter Kontrolle." Corax schnaubte nur. Darauf musste er nicht antworten. So zerrte er lediglich an der Kette, um der Adligen etwas zu demonstrieren. "Das hier zeichnet dich als Besitz aus. Du bist das Eigentum meiner Herrin und wenn sie deiner überdrüssig wird, darf ich dir die Kehle aufschlitzen. Also benimm dich." Noch immer sprach er ohne jeglichen Zorn in der Stimme. Da übertrumpfte er sogar diesen Vorgesetzten, der ließ sich nur allzu oft von seiner Wut leiten. Corax zog an ihm vorbei. Sie hatten sich nichts mehr zu sagen und er eine Aufgabe zu erledigen. Mit Azura weiterhin im Schlepptau betrat er die Akademie der andunischen Wassermagier. Natürlich schimpfte die Frau an seiner Seite weiterhin. Corax ignorierte es. Es war das Beste, das er tun konnte. Die umstehenden Dunkelelfen glucksten und tuschelten in ihrer Sprache. Einer machte gar eine rüde Geste, die eindeutig zeigte, wie er das menschliche Weib zum Schweigen bringen würde. Hoffentlich kam Corax nicht auf diese Idee.

Bisher nicht. Er hatte weitaus Wichtigeres zu tun, als Azura mit Gewalt und Misshandlung eine Lektion zu erteilen. Außerdem wünschte seine Herrin nicht allzu große Blessuren. Das Mädchen musste physisch wie psychisch einigermaßen unversehrt bleiben. Sie sollte schließlich noch die Aufgaben meistern, die ihr bald auferlegt würden.
Der Weg setzte sich durch Korridore fort. Sie waren nun wie ausgestorben. Wo sonst junge Eleven gegen die Wände gelehnt standen und sich unterhielten oder wo Dozenten in eifrigem Disput miteinander die neusten Zaubertechniken diskutierten, während sie zum nächsten Vorlesungsraum unterwegs waren, da fand sich jetzt nur bedrückende Leere. Hin und wieder kam man an Mobiliar vorbei, das dem Angriff des dunklen Volkes nicht standgehalten hatte. Zerbrochene Vasen, umgestürzte Regale oder Stühle. Aber auch Leichen zierten diesen Weg. Ihr Blut wurde vom langen Läufer aufgesogen, der durch den gesamten Gang führte. Corax schritt einfach darüber hinweg. Er schenkte den Toten keine Beachtung. Sein Blick schweifte nach links und rechts ab, jedes Mal, wenn sie an einer Tür vorbei kamen. Die Geschlossenen stieß er vehement auf, spähte in jeden einzelnen Raum. Hier fanden sich allerdings nur ein paar Vorlesungsräume und vereinzelte Mehrfachzimmer junger Magie-Schüler. Knurrend schritt der Dunkelelf weiter.
Endlich, nachdem das Ende des Ganges in Form einer gewaltigen Steintreppe in den nächsten Stock schon in Sicht kam, fand der Soldat, wonach er suchte. Ein offener Durchgang führte in eine Bibliothek. Die Decke reichte sehr hoch und jedes Regal führte direkt bis darunter. Meterlange Leitern lehnten an den vollgestopften Regalen. Schriftrollen, gestapelte Pergamente und dicke alte Wälzer reihten sich aneinander. Sie quollen förmlich aus den Regalen heraus, teilweise lagen sie sogar am Boden verstreut. An langen Tischen zwischen diesem Wald aus purem Wissen standen schwere Eichentische und Stühle. Kerzenleuchter sorgten für das nötige Licht, auch wenn einige im Ansturm der Akademie umgestoßen worden waren. Überraschend, dass kein Feuer ausgebrochen war. Auf den Tischen verteilten sich leere Pergamentblätter, Tintenfässchen und Schalen mit Wasser, mit denen die jungen Eleven ihre Gabe studierten. Corax nickte. Hier konnte er beginnen. Sofort trat er an eines der Regale heran. "Bei Faldors finsteren Schwingen!" Die meisten Bände waren in reinem Garmisch verfasst, es gab sogar vereinzelte Exemplare in Melongiar. Sie mussten Leihgaben aus Zyranus sein. In Celcianisch waren hier allerdings nur allgemeine Werke zur Theorie der Magie zu finden. Schriftstücke, die in nichtmagischen Händen keinen Schaden anrichten konnten. Corax packte Azura am Arm. "Du wirst jetzt die Regale absuchen, Buch für Buch. Finde Grundlagen und Lehrbücher, die Wassermagie zu beherrschen. Ich rate dir, mich nicht zu hintergehen", warnte er mit funkelnden roten Augen.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Sonntag 12. Juni 2011, 22:28

Dass ihr trotz allem das Glück einstweilen noch hold war, bemerkte die junge Frau nicht. Sie hätte es viel schlimmer treffen und geschändet oder sogar nicht mehr am Leben sein können. Stattdessen war ihr vorerst nichts weiter zugestoßen, als dass man sie in Ketten gelegt und zur Wasserakademie geschleppt hatte. Nun ja, von ihrer Warte aus war dies schon eine ausreichend große Katastrophe und trotzdem lernte sie nicht daraus.
Sie zeterte weiter, sobald sie die Gelegenheit dazu erhielt, und demonstrierte, wie unwillig sie war, ihm auch nur einen Schritt entgegen zu kommen. Es hätte ihr die ein oder andere Erleichterung verschafft, vermutlich wäre sie sogar mit Namen angesprochen worden, und dennoch wollte sie es einfach nicht einsehen. Es war so fern von ihrer eigenen Welt, in welcher sie aufgewachsen war, als dass sie sich hätte anpassen und ruhiger sein können.
Aller größten Voraussicht nach kam es ohnehin einem Wunder gleich, dass sie außer einer Ohrfeige und einiger Worte bisher keine Reaktion provoziert hatte mit ihrem Verhalten. Dadurch allerdings riss sie sich erst recht nicht zusammen, sondern machte einfach auf die gleiche Art weiter wie bisher.
Irgendwann würde es ihm zu viel werden und vielleicht sogar so sehr, dass er genug hatte, sie befreien und wegschicken würde. Eine unrealistische Vorstellung und gleichzeitig diejenige, die ihr durch den Kopf spukte.
Seine Bemerkung, die in gewisser Weise eigentlich hilfreich war, erzürnte sie nur noch stärker, sodass sie erst recht nicht gewillt war, von sich aus einzulenken. Dass sie eine kleine Zeitspanne über ruhig war, lag allein an dem Tempo, das er vorgab und dem sie zu ihrem Leidwesen folgen musste.
Als sie am Ziel angekommen waren, konnte sie ihren Mund nicht länger halten und zeterte aufs Neue los. Dass sie ihren Sklaventreiber dadurch zum Gespött machte, war ihr nicht bewusst und wenn, dann wäre es ihr wahrscheinlich nur recht gewesen, da er derzeit ihr Feindbild Nummer eins war.
Und dann ging es auch schon weiter, egal, wie sehr sich dagegen sträuben wollte. Ihr Blick schien regelrecht töten zu wollen, als er mit seiner ruhigen Stimme zu drohen versuchte.
Sie nahm es nicht so ernst, weil sie noch immer fest daran glaubte, dass allein ihr Name sie vor jeglichen weiteren Schrecken bewahren würde. "Niemand wird mich anrühren, da werdet ihr nicht wagen!", protestierte sie fauchend, einer Wildkatze nicht unähnlich, so wie man es sich für gewöhnlich vorstellte.
Mit einem Ruck zog sie ihrerseits an der Kette, ohne jedoch das erreichen zu können, was sie damit hätte gewinnen wollen. Nämlich ihren Willen, dass sie nicht länger voran gehen wollte. In ihren Waden pochte es und ihre Füße begannen allmählich zu brennen.
Leise zischend fluchte sie wieder, als sie gezwungen war, trotz allem weiter zu gehen und zwar dorthin, wo er hin wollte. Sie verfiel wieder in ihre Muttersprache Garmisch und schimpfte murmelnd mit ihm, doch er ignorierte sie. Ein Umstand, der sie noch stärker reizte, als wenn er sie beachtet hätte, ganz gleich, in welcher Art und Weise.
Im Augenwinkel bemerkte sie dabei eine Bewegung und sah zu dem Soldaten, der eine unmissverständliche Geste machte. Sie lief rot an vor Zorn und spuckte verächtlich in dessen Richtung, bevor sie weiter gezerrt wurde.
Es ging in das Gebäude hinein und nun waren sie mehr oder weniger unter sich. Zum ersten Mal wurde ihr ein wenig unwohl zumute, sodass ihr ein feiner Schauer über den Rücken rieselte. Der Dunkelelf draußen hatte sie auf einen Gedanken gebracht, der ihr bisher nicht gekommen war, und der ihr nun Angst einzujagen drohte.
Azura wurde ruhiger, ihre Knie weicher und ihr Herz schlug schneller. Wenn er über sie herfallen würde, würde sie niemand schreien hören, weil keiner in der Nähe wäre... und helfen würde ihr gewiss an diesem Ort auch niemand.
Ihr Blick glitt unruhig von einer Seite zur anderen, die Zerstörung tat selbst ihr in der Seele weh, obwohl sie sonst mit der Akademie nichts zu tun gehabt hatte. Und die Leichen verursachten ihr Übelkeit, da sie erst jetzt diese so richtig wahrnehmen konnte.
Die junge Frau wurde blass und musste mehrmals schlucken, um den sauren Geschmack zu unterdrücken, der ihre Kehle hochsteigen wollte. Mehrmals musste sie sogar bei den schlimmeren Verletzungen würgen und beeilte sich nun von sich aus, um ihm hinterher zu kommen, nur ja weg von diesem furchterregenden Gang.
Und dann schienen sie endlich soweit zu sein, verließen den Ort dieses Grauens und traten in ein anderes Chaos. Diese Bibliothek war zwar groß und bestimmt mit interessanter Lektüre gefüllt, jedoch alles andere als anregend für jemanden wie sie. Azura machte sich nichts aus Büchern oder Schriftrollen, das langweilte sie gewöhnlich nur. Dennoch fand sie es bedauerlich, wie schäbig diese Typen mit dem Wissensschatz umgegangen waren.
Ihr Blick glitt angeödet durch den Raum und sie musste noch gegen die Bilder der Leichen ankämpfen, als dass sie sich den Regalen hätte zuwenden wollen.
Ein abrupter Ruck an der Kette zwang sie zur Aufmerksamkeit und finster starrte sie den Soldaten an, ohne sich um seine roten Augen zu kümmern. "Wozu?", fragte sie leise und trotzdem giftig, denn sie war erst recht nicht gewillt, ihm zu gehorchen.
Die Toten draußen mochten ihr Angst einjagen und Übelkeit verursachen, aber klüger und vorsichtiger ließen sie die junge Frau nicht werden. Nicht mehr lange und sie hätte es vermutlich geschafft, ihn endgültig zu provozieren und zu einem weiteren Gegenschalg zu treiben.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 14. Juni 2011, 22:01

Es schien zu helfen, dass er sie ignorierte. Vermutlich war sie bereits erschöpft. Ja, Gewaltmärsche konnten ziemlich auslaugen. Corax war es zufrieden. Das Zetern seiner Gefangenen hatte begonnen, an seinen Nerven zu zehren. Er riss sich gewaltig zusammen, obwohl ihm bereits der Sinn danach stand, dieser Frau den schlanken Hals umzudrehen. Leider war es ihm verboten. Seine Herrin brauchte dieses Weib, sofern ihre Pläne Erfolg hatten. Doch dazu musste er zunächst Informationen sammeln. Das Gör besaß Potenzial, wie er selbst bei der Demonstration der Wassermagie gesehen hatte. Er selbst beherrschte weder diese Form noch irgendeine andere Magie-Art. Er vertraute Zauberei auch nicht sonderlich. Das war etwas für seine Herrin, nicht für ihn. Er war Soldat, Kämpfer und Mörder. Das konnte er und beherrschte es wie kein zweiter. Sein Leben hatte aus diesen Lektionen, gepaart mit dem nötigen Maß an Disziplin bestanden. Ein Glück für Azura, denn es verhinderte, dass er gewalttätig vorging, um sie zum Schweigen zu bringen. Er versuchte es weiterhin mit Ignoranz.
Jetzt jedoch konnte nicht einmal mehr Corax Rabenschrei an sich halten. Die Zauberbücher in den Regalen waren alle in fremder Sprache geschrieben. Er las die Worte, verstand die Lettern, aber den Sinn dahinter begriff er nicht. Was sollte "Wassermagie, ein allgemeiner Führer" überhaupt heißen? Noch schlimmer waren jene Bände, die allein den Kundigen der Magiersprache vorbehalten waren. Melongiar zeichnete sich durch Schnörkel und Formeln aus. Man schrieb in Formeln! Was waren diese Magier - Mathematiker? Corax schüttelte den Kopf und warf ein Buch wütend in einen Stapel anderer Wälzer hinein. Wer brauchte derartige Schreibweisen schon?!

Nein, ihm war die Lust daran vergangen, in diesen Regalen zu stöbern. Er konnte die Buchtitel ohnehin nicht lesen. Sollte seine Gefangene es übernehmen. Doch sie sah keinen Sinn darin, zudem hatte seine Ignoranz wohl doch nichts gefruchtet. Das Gör war frech wie eh und je. Der Dunkelelf holte aus. Es setzte eine weitere Ohrfeige, wie er sie ihr schon einmal angetan hatte. In seinen Augen glühte es. "Miststück, du hast meine Befehle nicht zu hinterfragen." Sie konnte spüren, dass er inzwischen nicht mehr ganz so ruhig war wie zuvor. Die Tatsache, dass ihm seine Ausbildung zum Kämpfer bei fremdsprachigen Büchern nicht weiterhalf, zehrte am Ego des Elfen. Er war es gewohnt, überlegen zu sein. Dass er jetzt an gebundenem Papier scheiterte, frustrierte ihn und schürte seinen Zorn. Mehr als es Azura hätte tun können.
"Schau dich um. Such nach etwas über Wassermagie. Einführende Literatur. Der Befehl wird nicht erneut hinterfragt, sonst wirst du mit schlimmeren Konsequenzen rechnen müssen als einer Tracht Prügel." Um ihr die Deutlichkeit seine Drohung zu demonstrieren, langte Corax ohne Vorwarnung zwischen Azuras Beine. Nur kurz, aber es sollte ausreichen, ihr einiges klar werden zu lassen. Sie hatte hier keine Privilegien. Man würde sie nicht aufgrund eines Adelstitels freilassen. Sie war eine Gefangene und wenn sie nicht spurte, würde dieser Mann ihr schreckliche Dinge antun. Er würde sie nicht töten, denn ein Ende aus den angedrohten Qualen wäre eine Erlösung und somit keine Option für ein Mitglied des dunklen Volkes.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Mittwoch 29. Juni 2011, 14:18

Noch war sie nicht zu stark beansprucht, als dass es ihr den Mund verschlossen hätte. Azura war geübt im Zetern, sodass sie dafür einen langen Atem hatte, selbst in einem so engen Korsett wie dem ihrem. Was sie viel mehr zum Verstummen brachte, war allein dem Umstand anzulasten, was sie hier zu sehen bekam. Sie hatte alle Hände voll damit zu tun, ihren Magen unten zu halten und die saure Galle immer wieder hinunter zu schlucken. Deswegen war sie etwas stiller geworden und bemühte sich darum, sich von ihrem Schrecken so wenig wie möglich anmerken zu lassen.
Allmählich stieg selbst auch in ihr das Begreifen auf, dass derzeit etwas gewaltig schief lief. Niemand sollte sie so behandeln und sie gar in Ketten legen dürfen!
Dass sie im Gegenzug ihren unfreiwilligen Begleiter arg strapazierte, vor allem dessen Nerven und Geduldsstränge, kümmerte sie nicht sonderlich. So war sie nun einmal und solange sie nicht fand, dass sie das liebe, brave Adelstöchterchen spielen sollte, würde sie das auch gewiss nicht tun. Genauso wie sie nicht vorhatte, sich zu unterwerfen und grundsätzlich zu gehorchen. Sie war es gewohnt, die Befehle zu erteilen, nicht, dass sie welche befolgen musste. Und schon gar nicht wollte sie sich von Fremden benutzen lassen, so wie diese es sich vorstellten.
Dadurch heuchelte sie auch nichts vor, das sah sie ebenfalls als unter ihrer Würde an, als er sie in den Leichen freien Raum gezerrt hatte und zu einem Regal schleppte. Ihr Blick glitt lediglich flüchtig über die Buchrücken, vieles war in der garmischen Sprache abgefasst, ehe sie sich wieder gelangweilt abwandte.
Dass indes der Soldat innerlich vor Wut zu brodeln begann, weil er diesen Wortlaut nicht entziffern konnte, merkte sie nicht und war auch nicht vorgewarnt. Erst der Laut, als er einen Wälzer zurück zu den anderen warf, machte sie aufmerksam.
Sie sah zu ihm hin und hob auch missbilligend eine Augenbraue. Wenngleich sie nicht viel mit Büchern zu tun hatte, gefiel es ihr überhaupt nicht, sobald jemand fremdes Eigentum derart behandelte. Abgesehen davon, dass er ein wenig wütend wirkte, was sie obendrein nur abfällig ansehen konnte. Obwohl sie sich bei weitem nicht so viel zusammen riss, wie sie es in ihrem Stand sollte, hieß das nicht, dass sie es von anderen nicht dennoch erwartete.
Die junge Frau hatte allerdings nichts gelernt und ließ auch ein erhebliches Maß an Feingefühl für ihre Situation missen, als sie erneut bockig reagierte.
Die Ohrfeige sah sie zwar noch kommen, jedoch ausweichen konnte sie nicht mehr. Lediglich ein bisschen den Kopf zu drehen gelang ihr, sodass die Wucht sie nicht völlig von den Beinen riss. Wieder schossen ihr Tränen des Schmerzes in ihre Augen und den quietschenden Laut konnte sie nicht unterdrücken, aber es brachte sie nicht mehr so sehr zur Räson wie vorhin. Dazu nutzte sich so etwas für jemanden wie Azura zu rasch ab. Dadurch entfachte er nur ihre eigene Wut wieder stärker, anstatt sie zur Vernunft zu bringen.
Doch den größten Fehler machte er damit, dass er seine folgenden Worte mit einer Drohung unterstrich. Er konnte sie zu ihrer inneren Erleichterung nicht ernsthaft dort berühren, wo er hingriff, dazu hatte sie viel zu viele Unterröcke unter ihrem Kleid an. Allerdings war die Stelle eindeutig und auch der Sinn seines Vorhabens.
Ihr Gesicht verfinsterte sich und sie trat kurzerhand aus, gegen sein Schienbein. Gleichzeitig hob sie ihre Hand und konnte ihre Wassermagie erneut unter Beweis stellen. Nichts Großartiges oder Effektives, jedoch Ausdruck genug für ihren Zorn. Die Handfläche zeigte direkt auf sein Gesicht und ein Strahl des Nass' schoss direkt in Richtung seiner Nase und seines Mundes, aus kürzester Entfernung.
"Da hast du deine Einführung! Du kannst mich mal und steck dir deine Wälzer sonst wo hin! Rühr mich noch einmal an und du wirst eine gute Erklärung für die Hexe brauchen, warum ich plötzlich davon überhaupt nichts mehr lesen kann!", keifte sie und meinte ihre Drohung ebenso ernst wie er die seine. Denn auch wenn sie nicht alles hier lesen konnte, war es ihm scheinbar noch weniger möglich und sie war außerdem noch immer der Meinung, dass man ihr keinen ernsthaften Schaden zufügen würde, da sie nun einmal zur Adelselite gehörte.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Donnerstag 30. Juni 2011, 03:19

Selbst der Geduldsfaden eines Soldaten riss irgendwann und jemand hatte den von Corax bereits zum Zerreißen gespannt. Ein anderer schabte mit einem kleinen Messer an dem dürren Strick. Das war Azura. Nicht nur, dass sich die Bücher in dieser von Faldor verdammten Akademie nicht lesen ließen - das taten sie schon, wenn man Garmisch oder Melongiar beherrschte - jetzt glaubte diese Göre doch tatsächlich noch immer, die störrische Schönheit spielen zu können. Es nagte an der Disziplin des Dunkelelfen und er drohte bereits mit härteren Konsequenzen als einem Schlag. Doch nur von Worten ließ sich Azura genauso wenig beeindrucken wie von der zweiten Ohrfeige, die ihr schönes Gesicht traf. Stattdessen setzte sie zum Gegenschlag über. Er wollte, dass sie ihm Bücher über angehende Wassermagie zeigte? Nun, sie entschied sich, ihm diese Kunst anderweitig darzulegen. Schon hob sich ihre Hand und ein Schwall kalten Wassers stob dem Soldaten direkt ins Gesicht. Für einen Moment war er nicht imstande zu atmen, schluckte ungewollt etwas von dem kühlen Nass und hustete, als es ihm aus Mundwinkel und Nasenlöchern lief. Auch tropfte es von seinen Haaren, die jetzt strähnig in die Stirn fielen. Es machte ihn sogleich jünger, wenn er sie nicht zurückgekämmt trug. Er wirkte dann gar nicht mehr so furchtbar düster. Wahrscheinlich hatte er sich deshalb für die andere Frisur entschieden.
Ein wenig nach vorn gekrümmt hustete er auch noch den letzten Rest Wasser aus seiner Lunge. "Kleines Rotzgör, dich schlitze ich vom Scheitel bis zur Lusthöhle einmal auf!" Er schnaubte. Jetzt war der Faden gerissen. Das mochte auch Azura erkennen, denn die Rubine von Augen funkelten ihr düster entgegen. Hass schoss aus ihnen heraus wie eine Salve scharfer Messer. Zum Glück existierte nicht so etwas wie Klingenmagie und zum Glück beherrschte der Dunkelelf sie nicht. Er war drauf und dran, sich erstmals in seinem Leben über einen Befehl hinweg zu setzen. Diese kleinen Zetereien waren erst er Anfang. Corax würde noch eine ganze Weile mit dem Mädchen verbunden sein. Schon jetzt war sie ihm ein Dorn im Auge. Er hasste sie. Er wollte sie loswerden.

Aber er riss sich schwer zusammen. "Wenn du nicht gehorchen willst, wirst du tragen." Schon griff er das erstbeste Buch, das er erreichen konnte aus einem der Regale. Es war ein mittelschwerer Wälzer, der absolut nichts mit Wassermagie zu tun hatte. Vielmehr beschäftigte sich der Band mit Sagen und Legenden über das Meer. Er hatte in dieser Abteilung der akademischen Bibliothek im Grunde nichts zu suchen. Da hatte wohl ein Archivar nicht richtig einsortiert. Corax lud das Buch in Azuras schlanken Händen ab. "Tragen!", schärfte er ihr mit bissiger Stimme ein. Schon folgte das nächste Buch, welches aus dem ersten Band landen sollte. Da Corax die Titel nicht lesen konnte, langte er willkürlich zu. Es würde schon etwas dabei sein, womit seine Herrin Serpentis etwas anfangen könnte. Wohlmöglich brauchten sie nicht einmal Lehrbücher. Das dumme Ding wusste doch mit ihrer Magie umzugehen. Oder nicht?

"Wie gut beherrschst du das Wasser? Vielleicht können wir uns diese lästige Arbeit sparen." Es war das erste Mal, dass er in einen fast freundlichen Plauderton fiel. Das lag aber nicht daran, dass der Dunkelelf wirklich Lust auf ein Schwätzchen hatte. Er wollte diese unliebsame Aufgabe hinter sich bringen und wenn ihm da ein Frage-Antwort-Spiel mit der Gefangenen helfen konnte, war er sogar bereit sich darauf einzulassen. Band drei irgendeines wertlosen Buches suchte sich seinen Weg in Azuras Hände, unabhängig davon, ob sie die beiden ersten Bücher überhaupt noch hielt. Corax würde einfach so weitermachen. Der Tag war noch nicht alt und eine andere Aufgabe hatte er nicht bekommen.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Sonntag 3. Juli 2011, 22:22

Wenn die junge Frau ein Talent war, dann war es dasjenige, in ihrer Ignoranz die Geduld anderer völlig zu zerrütten. Zumindest konnte sie es darauf anlegen, sobald sie es wollte und im Moment war ihr ohnehin alles zuwider. Und da ihr ein gewisser Realitätssinn fehlte, merkte sie auch nicht, wie sie sich selbst nur schadete mit ihrem Gezeter. Spätestens die Leichen im Gang hätten ihr deutlicher vor Augen führen sollen, in welch riskanter Situation sie sich befand.
Doch dann überschritt dieser Soldat eine Grenze, die sie wieder auf Angriff stimmte. Mochte er sie auch anketten und beleidigen wollen, aber zu nahe trat ihr definitiv niemand! Da konnte sie selbst in Todesgefahr rabiat werden und ihm zeigen, dass er sich nicht alles erlauben konnte.
Auch wenn ihre magischen Kräfte sehr ungeübt waren und sie sich damit lediglich für kurze Zeit harmlos verteidigen konnte, waren sie trotz allem ein deutliches Zeichen dafür, wie es in ihr aussah. Und Azura war wirklich wütend! Es war eine bodenlose Frechheit, dass er glaubte, sie auch nur im Ansatz dort berühren zu dürfen, wo es Männer gerne taten.
Das zeigte sie ihm nun auch, indem sie ihm eine kleine Dusche verpasste, direkt ins Gesicht und sogar teilweise so, dass es in seine Öffnungen schoss und ihm womöglich einen Husten bescherte. Zwar war es durchaus erstaunlich, welche Wirkung sein verändertes Aussehen erzielte, jedoch war sie bei weitem nicht in Stimmung dafür, das jetzt zu würdigen oder überhaupt zu beachten. Stattdessen straffte sie ihre Haltung betont wieder und reckte ihr Kinn in die Höhe.
Was er in seiner halb gekrümmten Haltung zu sagen hatte, konnte sie nicht verstehen, obwohl sein Tonfall und sein Blick eindeutig waren. Allerdings ließ sie sich selbst nach den Vorkommnissen nicht einschüchtern. Da mochte er sie noch so hasserfüllt anstarren, ihr kalter Ausdruck in den Augen war nicht minder deutlich. Außerdem hatte sie schon immer einen recht starken Willen gehabt, sodass er sie damit bei weitem nicht dazu bringen konnte, wegzusehen und eine Niederlage einzugestehen.
In einem Punkt wären sie hingegen einer Meinung, denn auch sie wollte nichts lieber, als ihn los zu werden. Nur leider lag es im Moment nicht in ihrer Macht, ganz gleich, wie sehr sie an seiner Geduld nagte.
So war auch schließlich er es, der mehr oder weniger den Rückzug antrat und ihr einen neuen Auftrag zu geben können glaubte.
Zwar war es eine instinktive Reaktion, dass sie den ersten Wälzer tatsächlich hielt, als er ihn einfach in die Hände drückte. Das Buch war dick und schwer, sodass ihr sogar ein leises Ächzen entkam, ehe sie sich beherrschen und verhindern konnte, dass das Werk zu Boden fiel. Ihre Augenbraue hob sich an und sie warf einen Blick auf die verschnörkelte Überschrift in Garmisch.
Doch bevor sie entscheiden konnte, ob sie was zu dem absolut unpassenden Thema sagen sollte oder nicht, kam auch schon der nächste Wälzer. Das Gewicht war absolut grauenhaft! Und es war obendrein zu viel für ihre zarten, ungeübten Arme. Sie begannen bereits zu zittern.
Rasch legte sie die beiden Bücher auf den nahestehenden Tisch, dessen Holz ebenfalls unter der Belastung zu ächzen schien.
Seine Frage brachte sie hingegen ein wenig aus dem Konzept. Nicht wegen der Worte selbst, sondern aufgrund seines Tonfalls. Er klang beinahe... ja, freundlich? Das irritierte sie und ließ sie sogar blinzeln.
Aber da er ihr bereits das nächste Exemplar dieser Bibliothek in die Hände drückte, ohne auf irgendetwas zu achten, verdüsterte sich ihr Gesicht wieder. "Jetzt halt mal die Luft an!", fauchte sie aufbrausend und legte das Buch wuchtig auf die anderen, sodass es leicht staubte. Diese Wälzer waren wohl nicht die begehrtesten.
Sie stemmte die Hände in die Hüfte und schnaufte, da eine Haarsträhne in ihr Gesicht hing. "Was soll ich mit Legenden und anderen Geschichten anfangen, wenn du unbedingt was von der Wassermagie haben willst? Ich habe einen anderen Vorschlag."
Auch sie konnte ein wenig schauspielern, um ihren Willen zu bekommen, wenngleich sie ihre Mimik bei weitem nicht so gut unter Kontrolle hatte, denn ein feines, triumphierendes Grinsen schlich sich in ihren Mundwinkel.
"Ich such diese Einführungssachen oder was auch immer du da unbedingt haben willst, und du bist dafür netter zu mir und trägst die Sachen. Wir wollen ja nicht, dass ich die teuren Wälzer hier vor Schwäche plötzlich fallen lasse, nicht wahr?"
Natürlich würde sie die extra schweren Bücher aussuchen, um ihn leiden zu lassen, aber vielleicht könnte man bei ihr endlich von ein wenig Erkenntnis sprechen, dass sie gewillt wäre, die garmischen Titel zu lesen und die Richtigen auszuwählen.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 5. Juli 2011, 15:14

Der Dunkelelf hatte zu kämpfen. Keine Schlacht, für die er als Soldat ausgebildet worden war. Jedenfalls keine auf einem Feld mit unzähligen Teilnehmern, Waffen und Magie. Wobei Letzteres eben durchaus zum Einsatz gekommen war. Noch immer war Corax Rabenschrei klitschnass. Wasser tropfte ihm von Haar und Kleidung. Er hinterließ bereits erste Pfützen, während er ein Buch nach dem anderen aus den Regalen zog und Azura in die Hände drückte. Zumindest bis es einen dumpfen Knall tat. Er wandte sich um. Die Menschengöre hatte sämtliche Wälzer einfach auf einem der Tische abgeladen und das mit Wucht. Staub wirbelte noch immer auf und einige Blatt Pergament hatte es von der Arbeitsplatte gefegt. Corax' Braue hob sich bis dicht unter die in die Stirn gefallenen Strähnen. Sein Mund wandelte sich zu einer schmalen Linie. Begeisterung sah anders aus. Ob er jetzt wirklich hart durchgreifen würde? Sein letzter Versuch hatte ihn eine ordentliche Portion Wasser verpasst. Vielleicht zog er nun aber seine Klinge und machte dem Ganzen tatsächlich ein Ende. Er trat auf Azura zu, die Augen boshaft funkelnd im Kerzenschein.
"Hast du mir eben befohlen, die Luft anzuhalten?", knurrte er. Fort war die Freundlichkeit, die eben noch in seiner Frage zu ihren Wassermagie-Fähigkeiten gesteckt hatte. Zurückgekehrt war das typisch dunkelelfische Verhalten: verbissene Mimik, Hass im Blick und so voller Gewalt, dass es aus sämtlichen Poren quoll, um die Luft zu verpesten. Doch Azura ließ sich nicht beeindrucken. Doch sie zeterte nicht, sondern machte einen Vorschlag. Corax hörte ihn sich an, wobei er nach und nach die Muskeln entspannte. Ein flüchtiger Blick fiel auf den Stapel Bücher, die er für seine Herrin heraus gesucht hatte. Waren das tatsächlich nur Legenden, billige Märchen? Falls ja, so konnte Serpentis damit nichts anfangen. Wahrscheinlich würde sie fluchen, die Bücher nach ihrem Sklaven werfen und fragen, was sie damit tun sollte. Gutenachtgeschichten vorlesen?! Corax seufzte. So kam er wirklich nicht weiter. Nachdenklich wanderte sein Blick zurück zu der Gefangenen. Er kannte immer noch nicht ihren Namen, doch das interessierte den Elfen wenig. Dass sie grinste, passte ihm nicht. Er setzte eine mürrische Miene auf. Dieses Menschenweib kostete einiges an Nerven, ebenso wie seiner Herrin gefällig zu sein. Viel lieber würde er jetzt in der Schlacht um Pelgar kämpfen, aber das war nicht möglich. Also Augen zu und durch, wies er sich selbstdiszipliniert zurecht.

Ein leises Knurren floh aus seiner Kehle. "Wahrscheinlich würdest du die Bände nur zerstören, wenn sie aus deinen Menschengriffeln rutschen." Er nickte. Das war eine gute Ausrede, ihr Angebot anzunehmen. Dunkelelfen gestanden sich ungern ein, auf Vorschläge anderer einzugehen. Die meisten waren zu stolz, auch dieser hier. Aber er kannte wenigstens Hintertürchen. "Such nach allem, was notwendig sein könnte, um dir eine bessere Kontrolle mit der Wassermagie beizubringen. Einführungsbücher, praxisbezogene Aufzeichnungen. Das hier ist eine Akademie, die Jungmagier werden das Zeug wohl auch aus Schriftstücken studieren!" Er bemerkte schon, dass es so nicht funktionierte. Schon wieder wurde er lauter und unfreundlicher. Corax hustete gekünstelt. Dann setzte er wiederholt an, dieses Mal in dem Versuch, besonnener und nicht allzu hartherzig zu klingen: "Lies mir einfach die Buchtitel vor oder reich mir die passenden Bände rüber. Wir sammeln zunächst und später wird meine Herrin schon die richtigen Schriften für dich heraus suchen."
Es ging also weiterhin um sie. Azura sollte doch nicht etwa aus den Büchern lesen? Lernen? Was hatte die mit Edelsteinen behangene Dunkelelfe nur mit ihr vor? Interessierte sie sich für Magie, für Wassermagie? Vielleicht ließ sich mehr heraus finden, ohne sie direkt fragen zu müssen. Ihr Diener und Soldat befand sich ja in unmittelbarer Nähe. Zwangsläufig, denn noch immer war Azura durch die Gelenkskette an ihn gebunden. Er hielt die Arme verschränkt und hatte sein Gewicht auf das rechte Bein verlagert. Er wartete ab, dass Azura etwas sagte oder endlich handelte. Allzu viel Zeit konnten sie sich wohl doch nicht lassen wie anfangs noch behauptet.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Mittwoch 13. Juli 2011, 18:19

Auch Azura sah ihre derzeitige Situation als eine Art Kampf an, den sie ausfechten musste. Sie wollte und würde sich gegenüber diesem vorlauten, unverschämten Soldaten behaupten, der glaubte, sie einfach herum kommandieren und überall berühren zu können. Und bisher konnte sie sich noch aufrecht halten, sackte nicht ein und gab nach. Nein, im Gegenteil, sie war sogar kühn und todesmüde genug, um ihm sogar ihre geringen Wassermagiekünste zu demonstrieren.
Dass er diese Dusche nicht willkommen heißen würde, wollte sie auch hoffen, denn es war eine Warnung für ihn. Allerdings, dass nun sich eine kleine Pfütze rund um ihn bildete, damit hatte sie nicht gerechnet. Denn sie konnte das Wasser nun einmal kaum kontrollieren und schon gar nicht die Menge, sobald sie es aus Wut einsetzte.
Wenigstens schien das ein bisschen ihn zur Räson zu bringen, da er danach nicht weiter auf sie eindrang, sondern eine andere Strategie verfolgte. Nämlich, ihr Buch für Buch in die Hand zu drücken, wobei sie beim zweiten Stück schon aufgab.
Was bildete der sich jetzt nur wieder ein?! Wer war sie denn, ein Packesel? Na, das konnte er aber gewiss vergessen! Entsprechend hörbar platzierte sie die Wälzer auf einen nahestehenden Tisch, der gefährlich unter der Last ächzte.
Um den Staub, den sie dadurch aufgewirbelt hatte, kümmerte sie sich selbstverständlich nicht. Sie war ja schließlich auch kein Dienstmädchen, das sich um so etwas zu sorgen hätte.
Immerhin hatte sie sich dadurch erspart, ihn erst mühselig dazu zu bewegen, sich zu ihr umzudrehen, denn das machte er von ganz allein. Gut, ihre Worte waren trotz allem nicht dazu angetan, seine Freundschaft zu gewinnen, was sie auch gar nicht wollte. Genauso wenig wie seine Begeisterung über das, was sie von ihm haben wollte. Er hätte ihr zu gehorchen, trotz allem war sie dieser Meinung, und somit scherte sie sich nicht darum, was er von ihrer Bemerkung hielt.
Dass sie sich dadurch jedoch nur noch mehr Ärger einhandelte, war ihr mal wieder nicht bewusst. Er könnte endgültig ausrasten und ihr ernsthaft weh tun. Sollte er es machen, würde sie vielleicht endlich aufwachen... oder zumindest ein bisschen anfangen, über ihre neue Situation ernstlich nachzudenken. Doch noch riss ihm der Geduldsfaden nicht vollständig.
Seine Stimme war ein reines Knurren und sollte ihr gewiss Respekt einjagen. Allein, er verfehlte damit seine vermutlich gewünschte Wirkung. Statt eingeschüchtert zu schlucken und kleiner unter seinem Blick zu werden, reckte sie mal wieder sein Kinn provokant hervor, was Antwort genug auf seine eher rhetorisch klingende Frage war.
Dass er seine Freundlichkeit sofort hatte fahren lassen, war für sie nur eine Bestätigung dafür, dass sie nicht echt gewesen war, sodass sie recht daran getan hatte, nicht daran zu glauben.
Immerhin, sie schien Glück zu haben und er ein bisschen Grips in seinem Hirn, denn er sah zu den Büchern. Sie hatte die Wahrheit gesagt, nicht nur etwas, um ihn zu ärgern, von daher tat er gut daran, ihr zu glauben, ohne es zu hinterfragen. So etwas wäre schließlich nur wieder beleidigend für ihren Stand gewesen!
Erstaunlich geduldig ließ sie ihn die Erkenntnis gewinnen, während sie, trotz des Hindernisses der Kette, die Arme vor der Brust verschränkte. Sogar ein Grinsen schlich sich auf ihre Lippen, das sie einfach nicht unterdrücken konnte. Sie fühlte sich ihm überlegen und war nicht gewillt, es ihn aus Rücksichtnahme nicht spüren zu lassen.
Als er sich dazu besann, ihr besser zu antworten, kam nur wieder Unsinn heraus, zumindest am Anfang. Sie stieß einen leisen, empörten Laut aus. "Tz! Als ob ich so plump wäre und Eigentum der Akademie zerstören würde wie andere Trampeltiere hier!", konterte sie herausfordernd.
Denn, dass er es lediglich aus Ausrede vor sich selbst benutzte, um ihr Angebot anzunehmen, auf diese Idee kam sie nicht. Azura hatte sich schließlich auch nie für andere als sich selbst interessiert, sodass sie sich mit der dunkelelfischen Rasse erst recht nicht auskannte.
Dann folgte seine Anweisung, wobei er sich nicht einmal so richtig im Zaum halten konnte. Diese Entgleisung erwiderte sie mit einer zum wiederholten Male missbilligend hochgezogenen Augenbraue.
Schlussendlich aber war er fertig und sie seufzte, verdrehte sogar leicht die Augen darüber, dass er sich nicht entscheiden konnte, was er nun wollte. Ganz zu schweigen davon, dass sie etwas für ihn erledigen sollte. Nun ja, wenn er eben so unfähig war, garmisch nicht lesen zu können. Und bevor er ihr wieder die Leichen zeigte, widmete sie sich lieber diesen Büchern.
So trat sie dichter an das Regal heran, wobei sie nicht zufällig ein wenig an der Kette ruckelte. So kleine Sticheleien konnte sie sich nun mal nicht verkneifen.
Gedanken darüber, warum sie das suchen sollte und was mit ihr später geschehen würde, machte sie sich solange nicht, denn sie war noch immer felsenfest davon überzeugt, rasch ausgelöst zu werden, sobald ihren Eltern bekannt werden würde, was mit ihr passiert war.
"Sofern sie es lesen kann.", murmelte sie etwas verspätet und mit Blicken über die Buchrücken gleitend.
Diese Herrin mochte sie noch weniger, weil sie ihr den Stand als die Ranghöhere streitig zu machen schien. Und wenn dieser Soldat schon so unwissend war, wer sagte ihr, dass das Weibsbild intelligenter und gebildeter war? Als ob solche Leute fähig zu logischem Denken und Lernen wären! In ihr stieg eindeutig die Überheblichkeit wieder herauf, die sie besser nicht verlautbaren ließ, um sich Ärger zu ersparen.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Sonntag 17. Juli 2011, 05:59

Noch immer tropfte es vom Gesicht des Dunkelelfen, inzwischen rührte die Quelle aber nicht mehr nur von Azuras Wassermagie, sondern auch vom Schweiß, der ihm über die Stirn lief. Die schweren Wälzer zu schleppen war keine leichte Aufgabe. Wie gut, dass er sie nicht dem Mädchen anvertraut hatte. Die wäre ja nach zwei Schritten schon zusammengebrochen. Dass es ihm selbst auch nicht sehr leicht fiel, erlaubte sich Corax nicht zu sagen. Er war Soldat und ging mit eiserner Disziplin an seine Pflicht heran - selbst wenn Azura immer wieder aufgehalten wurde, weil er aufgrund seiner angehäuften Last nicht so schnell laufen konnte. Die Kette verband beide weiterhin, das würde vorerst vermutlich auch so bleiben. Offenbar hatte diese alte Dunkelelfin - Serpentis - noch geplante Verwendung für Azura. Das war ihr Glück, ihr einziger Grund, dass man sie nicht umgebracht hatte. Die Mädchen im Zelt, in das man sie vor Stunden bugsiert hatte, fanden einen frühen Tod. Längst waren sie von den goblinischen Sklaven in Massengräber geworfen oder auf stinkende Leichenhaufen geworfen worden, um bis zum Morgengrauen verbrannte Asche zu sein. Azura konnte vermutlich auch von Glück reden, dieses schreckliche Schicksal nicht einmal mit Worten zu kennen oder ihm als Zuschauerin beiwohnen zu müssen. Ihres war da bisher wesentlich einfacher: Bücher über Wassermagie suchen.
Corax legte den nächsten Stapel ab. Sie hatten schon einiges an Aufzeichnungen zusammen. "Die Herrin wird es nicht lesen. Sei nicht albern, Göre! Sie wird einen Blick darauf werfen und dich lesen lassen. Du bist es, die lernen muss." Er war in einen alten, unfreundlichen Trott zurückgefallen. Dieser Hauch an freundlicher Konversation musste ein seltener Lichtblick am Horizont gewesen sein, den Azura so bald nicht wiedersehen sollte. Der Dunkelelf streckte die Glieder. "Genug gesucht. Wir haben wohl, was wir brauchen." Er warf einen kurzen Blick zur Tür. Draußen in den Gängen lagen Dutzende Leichen andunischer Magierlehrlinge und ihrer Meister. Genug, dass in diesen Räumlichkeiten irgendwo Betten frei sein mussten. Serpentis erwartete ihn nicht allzu früh zurück, außerdem wusste sie, wo sie ihren Lakaien hingeschickt hatte. Er mochte ihr ein loyaler Diener sein, nahm sich ab und an aber durchaus einige Freiheiten heraus. So zum Beispiel diese, dass er nicht wieder durch die halbe Stadt bis ins Lager vor Andunie zurück marschieren und dort in einem der Zelte auf einem unbequemen Feldbett schlafen würde. Nicht, wenn er sich hier in der Wasserakademie befand, in der es bequeme Betten gab. Er zerrte an der Kette. "Komm schon, Schluss für heute." Ohne auf Azura weiter zu achten, stolzierte er los. Wieder legte er ein ordentliches Tempo vor - kein Wunder, er war Soldat. Fußvolk, um genau zu sein. Jedenfalls marschierte er wie einer dieser Einheit. Die Korridore lagen schnell hinter ihm, ungeachtet, ob sich die Gefangene gegen seine Kraft stemmte. Er gab nicht nach.
Schließlich erklomm Corax eine breite Steintreppe. Statt eines Geländers, wie man es kannte, bildete eine kleinere Version eines wasserfallartigen Aquäduktes den stützenden Rand. Wasser plätscherte die Rundtreppe herab, bis es unten in einem Brunnen ankam und von dort mittels eines wassermagischen Pumpensystems wieder nach oben befördert wurde. Ein endloser Kreis. Der Dunkelelf interessierte sich keine Minute lang für diese technische Konstruktion. Goblins hätten leuchtende Augen bekommen. Corax hingegen würdigte dem fließenden Geländer keines Blickes. Er lugte in jede offen stehende Tür herein, auf der Suche nach einem Schlafgemach. Endlich wurde er fündig. "Hier herein", dirigierte er Azura, obwohl er doch voraus ging.

Beide betraten einen Raum, der einigen Schülern wohl als Gemeinschaftsschlafzimmer diente. Vier Hochbetten standen sich an Wänden gegenüber. Hier schliefen also für gewöhnlich acht Personen. Jetzt jedoch war der Raum vollkommen leer. Nur die mit allerlei Sammelsurium gefüllten Regale, die vielen Pergamente und aufgeschlagenen Bücher auf den Tischen, sowie der Berg an Kleidung direkt neben einem Abfalleimer und einem ziemlich abgewetzten Sofa kündeten davon, dass hier Leben existierte. Auch in diesem Zimmer war Wasser anwesend, dieses Mal in Form eines kleinen Wandbrunnens, der den Becken der Tempel ähnelten, in denen heiliges Wasser auf die Teilnehmer des Gottesdienstes wartete. Manche glaubten daran, ihre Seelen damit reinigen zu können. Andere wiederum erhofften sich Schutz vor dunklen Mächten. Dieses Wasser konnte unmöglich heilig sein. Es hatte die Akademie nicht vor dem Eindringen des dunklen Volkes bewahrt.
Corax Rabenschrei blickte sich um. Die oberen Etagen der Hochbetten sagten ihm definitiv nicht zu. Es war zu schwierig, sie zu erklimmen, wenn man mit einer Hand an eine Frau gekettet war. Noch dazu eine Menschin, wie er immer noch glaubte. Er suchte sich das Bett, das am ordentlichsten aussah und legte sich einfach hinein. "Gute Nacht", brummte er, während er mitsamt Waffe und Rüstung unter der Decke verschwand. Ihm war vollkommen egal, was Azura nun machen würde. Er konnte eine Mütze voll Schlaf gut gebrauchen.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Mittwoch 10. August 2011, 12:00

Natürlich bemühte sich Azura darum, diejenigen Einführungsbücher auszuwählen, wenn sie denn darum schon nicht herum kam, die besonders dick und schwer waren. Diese Art der Rache konnte sie sich wenigstens gönnen, ohne dass er so rasch dahinter kommen würde, da er diese Sprache immerhin nicht lesen konnte. So könnte er wohl auch nicht bemerken, dass sie die dünneren Exemplare schlichtweg ignorierte, um ihm die größere Last aufzuerlegen. Dass sie selbst nicht einmal zwei Stück zusammen hätte tragen können, wurde ihr beim heraus ziehen der Wälzer bereits klar, denn auch sie ächzte manchmal leise und spürte, dass die Anstrengung zu unangenehmen, körperlichen Reaktionen führte.
Ihr Herz pumpte schneller, ihr Atem ging flacher, weil sie schließlich nicht zu tief einatmen konnte durch das Korsett, und in ihrem Rücken bildeten sich Schweißtropfen. Widerlich! Und weit und breit kein wohlduftendes, warmes Badewasser und Dienerinnen, die sie umsorgt hätten. Aber nein, sie musste hier schuften und war an diesen unverschämten Kerl gebunden. So musste sie sich damit vorläufig zufrieden geben, ihn zu quälen und es noch dazu zu verstärken, indem sie sich öfters streckte, um auch höher gestapelte Bücher zu erwischen.
Sie verzichtete darauf, auf eine Leiter zu klettern, die es hier auch gab, weil so etwas erst recht unter ihrer Würde gewesen wäre. Er hätte nicht unter ihre zahlreichen Unterröcke sehen können, allerdings wäre ihr das auch zu riskant gewesen, da sie so etwas stets der Dienerschaft überließ und ungebübt wäre. Somit streckte sie sich zwar, ließ hingegen von den wirklich hohen Wälzern sofort ab, ohne sie überhaupt anzusehen.
Was in dem Zelt nach ihrem Fortschaffen passiert war, kümmerte sie wenig, ja, sie dachte nicht einmal mehr daran. Stattdessen beschäftigten sich ihre Gedanken vornehmlich damit, wann diese dunklen Kerle es endlich begreifen würden, dass sie so nicht zu behandeln war. Sie hatte Anspruch auf Entschädigung und zwar einen großen, den sie auch einfordern würde, sobald sie von dieser Kette befreit wäre! Es war einfach unerhört, wie ihr geschah, nicht nur, dass in ihr Zuhause einfach eingedrungen worden war, nein, sie wurde entführt und musste hier schuften wie eine einfache Dienstmagd, musste sich sogar unverfrorene Dinge anhören über sich. Und das bei ihrem Stand! Das würden diese Leute noch bitter bereuen, dessen war sie sich sicher. Spätestens wenn ihr Stiefvater wieder in der Stadt wäre, würden sie allesamt vor ihm kriechen und betteln um Gnade! Aber die würde es nicht geben, vor allem nicht für diesen Kerl, dem sie die schweren Bücher auflud.
Die Vorstellung, wie er winseln und bitten würde, um nicht so hart bestraft zu werden, zauberte ihr ein feines, selbstzufriedenes Lächeln auf die Lippen und gab ihr Kraft zum Durchhalten.
Hinter sich konnte sie hören, wie er die Bücher ablegte, denn das Tischchen knarzte vernehmlich, das nun unter dem Gewicht leiden musste. Sie wollte trotzdem das nächste Werk schon heraus ziehen, als er sie wieder ansprach... und ein weiteres Mal beleidigte.
Die junge Frau wandte den Kopf und funkelte ihn wütend an. "Hör auf, mich so zu nennen!", fauchte sie und drückte ihm den nächsten Wälzer, den sie nun wirklich von seinem Platz nahm, abrupt in die Hände.
Ihr Kinn hatte sich schon wieder frech nach vorne geschoben.
Sie würde bestimmt nichts davon lesen, das wäre ja noch schöner! Bei seiner nächsten Bemerkung stieß sie ein leises Schnaufen aus und verschränkte die Arme vor der Brust.
Sein Blick hingegen in Richtung Ausgang ließ sie schlucken und ihr Magen krampfte sich wieder leicht zusammen bei der Erinnerung an den Anblick. Der Appetit, der ihr durch die Schufterei gekommen war, verging ihr dadurch wieder.
Sein Zerren sorgte dafür, dass sie sich instinktiv sträuben wollte. Doch er ließ das nicht zu, sondern zwang sie, ihm zu folgen. Sie zog nun ebenfalls an der Kette und versuchte sogar, ihre Fersen in den Boden zu stemmen, als könne sie sich ihm so widersetzen.
Erfolg hatte sie damit keinen und kaum hatte er es geschafft, sie bis zu dem Gang zu schleifen, sodass sie die Leichen wieder sehen musste, beeilte sie sich mit einem Mal, mit ihm Schritt zu halten. Diese toten Körper jagten ihr eine Heidenangst ein und sie würde vermutlich zu schreien beginnen, sollte er mitten unter ihnen stehen bleiben und sich ihr zuwenden. Allerdings tat er das nicht, wofür sie ihm ausnahmsweise mal dankbar war.
Auch sie hatte keinen Blick für den schönen Wasserfall, der zu der Steintreppe gehörte, dazu war sie zu erleichtert, den Leichengängen entkommen zu sein. Ihr Atem ging hastig, viel zu hastig und es blitzten schon leichte Sterne vor ihren Augen auf, die einstweilen noch wieder vergingen, ohne Auswirkungen zu haben. Furcht schnürte ihr die Kehle noch immer zu.
Was wollte er in diesem Zimmer? Würde es trotz allem soweit kommen, dass er ihr körperlich etwas antun würde? Der Anblick der Toten hatte Panik in ihr ausgelöst, die nur langsam abebben könnte, hätte er sie nicht in einen Raum mit Betten geschleift.
Nun begann sie sich wirklich zu wehren, sie zerrte an der Kette wie verrückt, ohne etwas zu erreichen. Ohne es zu bemerken oder gar bewusst zu tun, brachte sie das Wasser des Brunnens, das es hier gab, viel stärker durcheinander, als es für gewöhnlich der Fall sein sollte. Nicht mehr viel und sie hätte vermutlich die Flüssigkeit als Attacke einsetzen können.
Er zog sie weiter, in Richtung der Betten, sodass sie schon Angst bekam, er würde seine Drohung von vorhin wahrmachen und sich weiterhin nicht um ihren Stand scheren. Sie wimmerte sogar leise und drohte eine regelrechte Panikattacke zu bekommen.
Erst, als sein "Gute Nacht" kam, konnte sich Erleichterung in ihrem Bewusstsein breit machen. Was allerdings auch nicht wirklich von Vorteil für sie war, denn ihre Atmung ging viel zu schnell und die Sterne tauchten immer häufiger vor ihren Augen auf. Sie bekam nicht mehr richtig Luft, die Korsage war nun definitiv zu eng für ihren Brustkorb, sodass sie nach Sauerstoff regelrecht japste. So dauerte es lediglich noch Sekunden, bis sie die Augen verdrehte und ohnmächtig zusammen sank.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Freitag 12. August 2011, 10:27

Die Lust dieses Mannes hielt sich offensichtlich in Grenzen oder aber er interessierte sich nicht dafür, Azura ein Leid anzutun, wie es derzeit viele Andunierinnen ertragen mussten. Nicht jeder vom dunklen Volk nahm sich zurück und es gab so viele, die gern die Frauen unter sich schreien hörten, während ihre Männer gezwungen wurden, dem Missbrauch zuzusehen. Es war gnadenlose Folter und dass dies einem Dunkelelfen Spaß bereitete, war allgemein bekannt. Corax aber schien zu erschöpft oder es gab andere Gründe. Jedenfalls würdigte er Azura keines Blickes, sondern legte sich sofort in eines der Betten. Es würde kein Magierlehrling kommen und sich darüber beschweren. Es würde überhaupt niemand kommen. Ihre Leichen zierten die unteren Korridore.

Grinsend schob der Soldat die Decke bis zur Nase hoch. Allzu bequem hatte er es nicht. In Rüstung und mit der Waffe am Gürtel zu schlafen konnte einfach nicht komfortabel sein. Aber er würde derzeit nichts davon ablegen. Es gab zwei Gründe. Zum einen wäre es ziemlich schwierig, weil sein Arm noch immer über das goldene Kettchen mit Azura verbunden war, zum anderen würde er Verteidigung und Waffe nicht aufgeben, wenn sie so dicht bei ihm war. Dunkelelfen besaßen natürliches Misstrauen. Auch wenn das Gör keinen dicken Wälzer tragen konnte, vielleicht war sie geübt darin, ihre Feinde mit der eigenen Klinge zu meucheln. Er riskierte lieber nichts. Solange er gerüstet wäre, könnte sie einen solchen Schritt nicht wagen. Also ignorierte er sie und legte sich schlafen. Sein Arm hing aus dem Bett heraus, doch das ließ sich jetzt nicht ändern. Oder...?

Corax drehte sich und hob den Kopf. Seine rubinroten Augen funkelten aus der Dunkelheit heraus. Sie fixierten Azura. "Komm ins Bett, Göre", forderte er sie auf. Die Decke wurde zurückgeschlagen und er rutschte ein Stück beiseite. Das Bett würde sie beide tragen, es war stabil und breit genug. Offenbar legten Lehrlinge der Wasserakademie darauf wert. Er zog an der Kette. "Mach schon, ich habe keine Lust, meinen Arm die ganze Nacht in der Kälte hängen zu haben!" Seine Stimme nahm einen rauen Unterton an. Wenn Azura nicht parierte, würde er drastischere Maßnahmen ergreifen müssen. Nicht, dass er diese nicht in Erwägung zog, aber er war es gewohnt, dass niedere Wesen wie Gefangene und Sklaven ihm gehorchten. Bei der Adligen traf er zum ersten Mal in seinem Leben auf taube Ohren und das nagte an seinen Nerven.

Dass Corax dieses Mal tatsächlich auf taube Ohren treffen sollte, hatte er nicht erwartet. Azura konnte ihn nämlich nicht mehr hören. Sie war ohnmächtig zusammengesunken. Er ruckte noch mehrere Male an der Kette. Als sich jedoch nichts rührte, die Fessel stattdessen schwerer nach unten zog, schob er den Kopf doch noch ein letztes Mal unter der warmen Decke hervor. Er verdrehte die Augen. "Mach hier keine Szene, Gör!", keifte er. Doch Azura lag tief in ihrer Bewusstlosigkeit. Was nun?
Corax war kein Dunkelelf, der sich von solchen Kleinigkeiten aufhalten ließ. Er stieg kurzerhand aus dem Bett und kniete sich neben die junge Frau. Er fühlte ihren Puls am Hals. Sie war nicht tot, tatsächlich nur bewusstlos. Ein wenig Mund-zu-Mund-Beatmung, Herzmassage und jede Menge Platz, hochgelegte Beine, das konnte helfen. Als Soldat hatte man erste Rettungsmaßnahmen zu kennen, selbst beim dunklen Volk. Er tastete ihren Brustkorb ab - nein, er hatte dabei keinerlei zweideutige Pläne im Sinn. Schon bemerkte er die Ursache für den Ohnmachtsanfall und rümpfte die Nase. Solche Dinger waren ihm bekannt, die morgerianischen Freudenmädchen trugen sie auch gern. "Ein Korsett - ist sie eine Hure?" Er zückte einen verborgenen Dolch. Schon riss die Schnürung, als die Klinge die einzelnen Fädenstränge durchtrennte. Corax packte die Waffe wieder fort und zerrte an der Corsage. Er riss sie entzwei, warf beide Teile achtlos in eine Ecke. Das Gör würde nun leichter atmen können. Dann ging es vielleicht auch ohne weitere Hilfe, die ihm nur den eigenen Ekelgrad erhöht hätte. So hob er die Frau auf, die wirklich nicht sehr schwer war, um sie ins Bett zu bugsieren. Er rückte sie bis an die Wand, legte sich daneben und deckte sich - ja, nur sich - zu. Dann tätschelte er nicht gerade sanft die Wange Azuras. "Komm wieder zu dir, Gör!" Warum mach ich das nur? Still ist sie mir lieber.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Dienstag 30. August 2011, 23:07

Wie viel Glück die junge Frau derzeit hatte, an einen vorerst derart an ihrem Körper desinteressierten Kerl geraten zu sein, ahnte sie nicht. Sie wusste nicht, was in ihrer Heimatstadt überall vorging, und wollte es auch gar nicht erfahren. Sie hatte mit ihrer eigenen Situation schon genug zu tun, denn sie war trotz allem an diesen Mann gekettet.
Ob er überhaupt einen Schlüssel für dieses Ding um ihrer beider Handgelenke hatte? Und wenn ja, wo hätte er ihn versteckt? Könnte sie ihn irgendwann heimlich filzen, um sich zu befreien und weg zu laufen, ehe er oder seine Kumpanen sie wieder einfangen könnten?
Dass sie allerdings besser in seiner Nähe blieb, um vorläufig sicher zu sein, konnte und wollte sie sich nicht ausmalen, denn das würde bedeuten, dass sie sich damit geistig beschäftigen müsste, was die anderen Soldaten alles taten. Doch Azura wollte überhaupt sich nicht vorstellen, was anderen gerade angetan wurde. Und sie als adelige, junge Frau, die obendrein auch noch hübsch war, ohne eingebildet zu klingen, wäre ein begehrtes Opfer. Außerdem konnte sie sich ja kaum wehren, da halfen ihr die kleinen Wasserspiele so gut wie gar nichts, die sie noch dazu nicht oder nur selten kontrollieren konnte.
Trotz seines bisherigen Verhaltens, abgesehen von dem einen Griff zwischen ihre Beine, hatte sie Angst, regelrechte Panik, als er sie durch die Leichen zerrte und schließlich zu einem Schlafzimmer mit mehreren Betten brachte. Die Erleichterung, dass er nur schlafen zu wollen schien, war zwar vorhanden, doch sie trug nicht dazu bei, dass es ihr besser erging. Im Gegenteil, jetzt wurde die Atemnot in dem engen Korsett erst recht gewichtig, denn ihr schwanden bereits die Sinne.
Sie hätte nicht einmal die Möglichkeit zur Zeit, ihm irgendwie gefährlich zu werden dadurch.
Seine Stimme hörte sie nur noch dumpf und wie aus weiter Ferne, den Sinn dahinter begriff sie zum Glück gar nicht mehr, da es sonst ihre Panik weiter geschürt hätte, denn es hätte ihr garantiert entsprechende Bilder suggeriert.
Abgesehen natürlich davon, dass sie es einem Mann gewiss niemals gewährt hätte, mit ihr in einem Bett zu schlafen, solange sie mit diesem nicht verheiratet wäre, ganz egal, ob etwas dabei passieren würde oder nicht. Und mit einem niederen Soldaten gab sie sich für gewöhnlich gar nicht ab, da wäre an so etwas erst recht nicht zu denken!
Jedoch war das längst nicht mehr wichtig, da sie nun endgültig ohnmächtig zusammen sackte. Für sie gingen die Lichter aus und sie war ihm vollkommen wehrlich ausgeliefert, ihr Körper lag in seinen Händen.
Natürlich trug sie ein Korsett, ohne solch ein Mädchen zu sein, denn bei ihnen bedeutete so was eher ein Zeichen von Vornehmheit. Immerhin, mit solch einem Ding konnte sie keine körperliche Arbeit verrichten, dessen Tragen also zeigte, dass sie auf so etwas nicht angewiesen wäre. Außerdem war das dazu gehörige Kleid viel zu aufwendig und die Röcke zu widerspenstig, als dass sie überhaupt schnell damit hätte laufen können, geschweige denn, damit gehen, ohne den Stoff leicht anzuheben, weswegen sie niemals beide Hände frei hätte.
Darunter trug sie ein dünnes Seidenhemdchen und eine dazu passendes Röckchen, das ihr bis zu den Knien reichte. So war sie nicht völlig entblößt, als er durch Zerstörung dafür sorgte, dass ihre Lungen wieder Luft bekamen.
Allerdings half das allein noch nichts, dafür hatte er zu lange gezögert, sodass sie viel zu tief in der Ohnmacht drinnen steckte, darin regelrecht gefangen gehalten wurde. Aus diesem Grunde regte sie sich auch nicht, als er alles andere als sanft gegen ihre Wangen tätschelte, die sowieso noch leicht taub von seinen Ohrfeigen waren. Tja, hätte er darauf verzichtet, um sie so zu schweigen zu bringen, hätte er jetzt weniger Scherereien mit ihr.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Sonntag 4. September 2011, 17:53

Menschen und das dunkle Volk mochten einander nicht, das schien irgendwie schon immer so gewesen zu sein. Man erzählte sich vom jeweils anderen Volk wüste Geschichten und verbreitete Gerüchte. Einiges davon entsprach der Wahrheit, anderes war schlicht und ergreifend an den Haaren herbei gezogen worden. So glaubten viele Menschen zum Beispiel, dass Morgerianer grundsätzlich raubten, vergewaltigten und anschließend - oder währenddessen - töteten. Inwiefern das allgemein auf Dunkelelfen zutraf, soll hier nicht Diskussionsthema sein, aber im Falle von Corax Rabenschrei musste man sich Gedanken machen. Er fiel selbst unter seinesgleichen auf, vielleicht weil er das Soldatenleben ein wenig zu sehr genoss. Schon immer hatte er die Befehle seiner Vorgesetzten bis auf die kleinste Silbe befolgt, ohne eigennützige Hintergedanken zu haben oder diese gar in die Tat umzusetzen. Er war Soldat durch und durch, in jeglicher Hinsicht. Während seine Kameraden in ihrer Freizeit die Kasernen Morgerias verließen, um die Straßen derselben Stadt unsicher zu machen, da war Corax stets in die Übungshallen oder den Trainingshof gegangen, um seine Muskeln weiter zu stählen, seine Reflexe zu verbessern oder die Schwertkunst zu perfektionieren. Er galt als ernst, geradezu verbissen in die ihm zugeteilten Aufgaben. Für Spaß, Freude oder Frauen besaß er kein Auge und so hatte er weder bei den leichten Dunkelelfinnen seiner Heimat lüsterne Gedanken gehegt, noch jetzt bei Azura.

Für ihn war die Menschin lediglich ein Klotz am Bein, sowie ein Auftrag, den er von seiner Herrin zugeteilt bekommen hatte. Er würde diesen wie alle anderen Aufträge ausführen und abwarten, dass man ihn von ihr befreite. Dann würde er sich der nächsten Aufgabe widmen. Corax dachte nicht über Weiteres nach, er nicht. Und so kam es ihm auch nicht in den Sinn, den schlanken Frauenkörper zu sich unter die Decke zu ziehen oder seine Hände "ausrutschen" zu lassen. Er wusste, er würde vielleicht demnächst nicht mehr so bequem schlafen können. Da dachte er lieber praktisch und nutzte die Chance. Dass ihm Azura durch ihre fortwährende Bewusstlosigkeit erneut einen Strich durch die Rechnung machte, kratzte an seinem Nervenkostüm.

Verärgert knurrend richtete er sich auf, als sich auch nach mehrmaligem Tätscheln kein Lebenszeichen von der Frau her rührte. "Du bist lästig", kommentierte er, auch wenn ihm absolut klar war, dass niemand ihn hörte. Er zwickte sie in den Arm. Als auch das nichts half, entschied er, den letzten Weg zu gehen. Sie würde schon irgendwann von allein wieder erwachen. Wichtig war nur, dass sie genug Luft bekam und nicht an ihrer eigenen Zunge erstickte. So legte Corax die Adlige seitlich, den Kopf leicht nach vorn, damit die Zunge stets aus dem Mund heraushängen würde. So konnte sie nicht nach hinten in den Rachen fallen. Er betrachtete sein Werk. Ja, so sollte er sie wieder hinlegen, nachdem ... Corax nahm ihr Gesicht in beide Hände und drückte seine Lippen auf ihren Mund. Es war kein Kuss, das hatte er nicht im Sinn. Er blies ihr Luft in den Rachen, wollte ihre Lungen blähen und zum eigenständigen Atmen animieren. Noch einmal löste er sich, nahm einen tiefen Zug und beatmete sie wiederholt. Was man als dunkelelfischer Soldat nicht alles auf sich nehmen musste!
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Mittwoch 7. September 2011, 14:37

Bisher hatte sich Azura nie für etwas interessiert, das ihre eigene kleine Welt nicht direkt berührt und sie somit zur Aufmerksamkeit gezwungen hatte. Dadurch war sie erstaunlich weltfremd, obwohl ihr Stiefvater sich immer um eine umfangreiche Erziehung bemüht hatte. Er hatte gute Lehrer, mit Erfahrung im Umgang mit schwierigeren Kindern, ohne gleich zu zuschlagen, eingestellt, die auch ihr Bestes gegeben hatten.
Allein, es war am Widerstand der Schülerin gescheitert, ihr mehr als das Nötigste beizubringen. Sie war nicht dumm, aber es hatte sie derart gelangweilt, dass sie meistens gar nicht zugehört hatte. Sobald es jedoch um Dinge wie Mode und Etikette gegangen war oder um Personen, die besonders erfolgreich gewesen waren, war sie hellwach und sehr aufmerksam gewesen, hatte gezeigt, zu was ihr Verstand tatsächlich fähig war. Was ihre Lehrer nur erst recht hatte verzweifeln lassen, da sie dadurch ausmachen konnten, wie groß ihr Versagen zur Begeisterung und Wissensaufnahme in Wirklichkeit gewesen war.
Und auch ihre Eltern hatte es die ein oder andere graue Haarsträhne eingebracht, weil diese natürlich weiter dachten als Azura selbst. Sie malten sich schon aus, was alles negativ in der Zukunft laufen könnte, nur weil das Kind sich gegen den Lernstoff gesträubt und ihre kommende Langeweile so provoziert hatte. Die sie sich bisher schon gern mit Intrigen und Tratschereien vertrieben hatte. So etwas könnte ein böses Ende nehmen.
Womit ihre Eltern jedoch nicht gerechnet hatten, war der Umstand, dass sie von Soldaten aus dem eigenen Heim entführt und an so einen Kerl hier angekettet werden könnte, der sie obendrein gerade halb entkleidete, um ihren Lungen zu ermöglichen, sich zu entfalten und Luft aufzunehmen. Nur so leicht half ihr das nicht, dazu hatte er einfach sich zu viel Zeit gelassen.
Sie bekam überhaupt nichts mit, was er mit ihr anstellte und war ihm völlig hilflos ausgeliefert. Von seinem Tätscheln über das Zwicken bis zu der Seitenlage bemerkte sie absolut nichts. Bis ihre Lungen zwangsweise mit Atemluft gefüllt wurden. Sie hoben sich und sanken wieder zurück nach dem ersten Versuch.
Dann wiederholte er den Vorgang und diesmal fruchtete es. Abrupt wurde sie aus der Dunkelheit und Stille heraus geholt. Ihre Augen schlug sie ohne noch vom Willen gesteuerte Bewegung auf und es dauerte keine Sekunde, bis sie begriff, was hier im Moment geschah. Nicht, dass sie bewusstlos gewesen war, sondern dass sie spüren konnte, dass der Druck ihrer Korsage weg war, nein, der verfluchte Kerl lag auf ihr drauf und küsste sie! Zumindest empfand sie es so und das gefiel ihr gar nicht.
Mit einem Schrei in seinen Mund begann sie sich zu wehren unter ihm, schlug auch mit beiden Händen nach ihm und winkelte das Knie instinktiv so an, dass sie ihn in seine heikelsten Teile treffen konnte. Ob es ihr gelang oder nicht, auf jeden Fall ließ er eine Spur weit von ihr ab.
Und sofort begann sie zu schreien und zu zetern. "Spinnst du?! Was fällt dir ein! Geh sofort runter von mir und nimm deine dreckigen Pfoten von mir! Das ist ja ekelhaft!", schimpfte sie und man merkte, dass sie eindeutig genug Luft bekam, denn sie musste nicht einmal atmen dazwischen.
Gerne hätte sie sich auch bedeckt, wäre er nicht noch auf ihr gelegen, sodass sie da nicht mal heran kam.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Freitag 9. September 2011, 20:04

Corax konzentrierte sich auf seine Aufgabe und die hieß im Moment, Luft zuzuführen. Seine Lippen schlossen sich nahtlos um jene der Adligen. Er schmeckte, dass sie süß waren. Benutzte das Gör ein Lippenbalsam, das mit Geschmacksstoffen getränkt war? Vielleicht süße Kräuter oder Früchte. Vielleicht schmeckte sie aber auch von Natur aus so. Der Dunkelelf dachte nicht darüber nach. Er war diszipliniert, konzentrierte sich. Backen blähen, Luft in ihre Lungen blasen, sich kurz lösen und selbst Atem holen, dann das ganze nochmal von vorn.
Dass er schon beim zweiten Versuch erfolgreich war, hatte nicht einmal er erwartet. Doch schon erkannte er die flüchtige Bewegung eines Wimpernschlags in seinem Sichtfeld. Das Mädchen öffnete die Augen. Corax wollte sich schon zurückziehen, da spürte er den Schall ihres Schreis als tosenden Sturm, der in seinen Rachen fegte. Beinahe verschluckte er sich daran, wich instinktiv zurück. Ihren peitschenden Händen konnte er aber nicht ganz entkommen. Fingernägel kratzten über seine Rüstung, den Stoff seines Hemdes, aber auch über freiliegende Hautpartien. Gerade dort hinterließen sie unangenehme Kratzer - nicht tief genug, um sie überhaupt richtig zu erkennen, aber doch effektiv genug vorhanden, dass sie noch ein paar Tage lang brennen würden. Solche winzigen "Verletzungen" konnten störender sein als eine Fleischwunde. Corax wusste das, er hatte als junger Dunkelelf eine Ratte gehalten. Deren kleine Krallen besaßen dieselbe Fähigkeit. Schon nachdem das Biest ihm das erste - und einzige - Mal solche Kratzer verpasst hatte, war ihm von Corax das Genick gebrochen worden. Würde er auch Azura den Hals umdrehen?
Nein. Durfte er nicht, deshalb tat er es nicht. Bei anderen Gefangenen, die seine Herrin Serpentis nicht hatte gebrauchen können, war er sofort zur Stelle gewesen. Er tötete skrupellos, wenn man es ihm befahl. Ganz der Soldat, so mussten sie funktionieren. Auf eine Furie wie Azura war er jedoch weniger gut vorbereitet. Trotzdem wollte er nicht die Kontrolle verlieren. Und so packte er nach ihren Handgelenken, ehe sie sich noch heftiger wehrte. "Hör auf!", schnauzte er sie in einem Tonfall an, dem ein Faustschlag hätte folgen können.
Er schob sich ein Stück von ihr herunter. Ihm war selbst nicht aufgefallen, wie weit er sich über ihren Körper gebeugt hatte. Nun lag sie frei, konnte offensichtlich endlich besser atmen. Mit Wucht schleuderte er ihre Arme zurück. "Glaub mir, auch für mich war es keine angenehme Sache. Das nächste Mal erstickst du eben." Wenn Serpentis nicht so sehr an diesem Weib interessiert wäre, hätte er sie einfach achtlos neben sich krepieren lassen. Was kümmerte ihn ein Menschenleben? Menschen waren niederwertig. "Lästiges Gör, lass mich endlich schlafen!" Er schob sich so weit von ihr weg, wie es die Handfesselung zuließ. Erneut zog Corax die Decke über sich. Nur noch seine winkende Hand und sein Haupt bis einschließlich zu den Augenbrauen lugten hervor. "Dein Korsett liegt irgendwo am Boden, adliges Luder." Jetzt verkroch sich auf die Hand unter der wärmenden Decke. Corax rollte sich seitlich herum, so dass er mit dem Rücken zu Azura lag. Er würde ihr jetzt nicht mehr helfen, entschied er grimmig. Sollte sie verrecken, wenn sie meinte, so undankbar erscheinen zu müssen. Ha! Sie hätte ihm ihren Körper als Gegenleistung anbieten sollen, das war seine Meinung. Nicht, dass er es mit einer Menschin trieb. Das wäre wahrlich ekelhaft!
Er schloss angewidert die Augen. Sobald er wieder wach war, würde er sich die Lippen waschen und den Rachen ausspülen müssen. Seine Zunge nahm noch den süßen Geschmack ihres Mundes wahr.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Donnerstag 22. September 2011, 15:55

Wäre die Situation und der Charakter der jungen Frau etwas anders, hätte sie womöglich einen Gedanken daran verschwendet, dass er ihr mit seinem Tun lediglich geholfen hatte. Aber so... Nein, so konnte und würde sie sich nur ein weiteres Mal aufregen.
Sie war gepflegt, dazu gehörten selbstverständlich auch ihre Lippen, wobei sie ihren zweitliebsten Geschmack an diesem Vormittag hatte auftragen lassen. Inzwischen war es leicht klebrig geworden, da etwas eingetrocknet, und längst hätte sie den Balsam erneut aufgetragen, wenn sie es gekonnt hätte. Doch im Moment hatte sie wahrlich andere Probleme und obendrein keine Gelegenheit, um an ihre eigenen Sachen zu gelangen, geschweige denn in ihr Zuhause.
Als sie zu sich kam, hatte sie keine Ahnung davon, der wievielte Versuch es bereits war, den er gestartet hatte. Und was auch vollkommen unerheblich, ob es das erste, zweite oder hundertste Mal war, was zählte, war allein, dass er seine Lippen auf die ihren gelegt hatte. Dass er das gewagt hatte! Außerdem hatte er sie halb entblößt, sodass ihr Unterleibchen zu sehen war ohne Probleme. Was für eine Ungehörigkeit!
Ihre Reaktionen waren absolut instinktiv und sie konnte diese nicht steuern in den ersten Momenten. So konnte sie den Schrei nicht unterdrücken, selbst wenn er durch den Umstand gedämpft wurde, dass er seinen Mund noch immer auf ihrem hatte. Ebenso war es mit ihrem Strampeln und Schlagen, damit sie ihn rasch von sich herab bekommen könnte.
Dass und welche Stellen sie dabei traf, bemerkte sie in ihrem Zustand nicht, schon gar nicht, dass sie ihn sogar oberflächlich verletzen konnte. Dafür zuckte durch ihren Finger ein Schmerz, fast im selben Atemzug wie sein Griff sich um ihre Handgelenke schloss und sie zum Stillhalten zwangen.
Auf seine beiden Worte heulte sie auf, denn sie hatte auf diesen Finger gesehen und das Unglück gesehen. "Mein Nagel!", jammerte sie, wollte sich ihm entwinden und ihre Rechte an sich ziehen, um den Schaden genauer in Augenschein zu nehmen.
Wie furchtbar, ein Weltuntergang! Der Nagel ihres Mittelfingers war eingerissen, knapp über dem Nagelbett und weit und breit hatte sie keine Feile zur Hand, um das Malheur wenigstens zu begrenzen.
Abrupt konnte sie ihr Vorhaben wenigstens insofern umsetzen, dass er ihre Arme regelrecht zu ihr zurück schleuderte und sie somit frei beweglich war wieder. Sofort richtete sie sich in eine sitzende Position auf und schniefte, als sie den Schaden nun wirklich in voller Größe sehen konnte. Ihm hörte sie gar nicht mehr zu, regierte auch nicht auf seine Beleidigung und Drohung, sondern spürte Tränen in sich aufsteigen.
Ihr wunderschöner, sorgfältig manikürter Nagel!
Azura hob das gebrochene Ende behutsam an, um zu sehen, wie tief der Riss schon war. Grauenhaft, es hatte fast die halbe Breite erwischt! Sie brauchte unbedingt etwas dagegen.
Erst, als er behauptete, schlafen zu wollen, schenkte sie ihm wieder Beachtung.
Mit zornfunkelndem Blick drehte sie abrupt den Kopf zur Seite und ruckte bestimmt an der Kette. Bevor sie allerdings zu einer Schimpftirade und einer Forderung ansetzen konnte, setzte er auch noch nach, sodass sie wieder nach ihm ausholen wollte.
Jedoch besann sie sich eines besseren in Anbetrach des vorherigen Malheur und hielt lediglich die zerrissenen Enden ihres Kleides mit der linken Hand zusammen. "Halt den Mund und mach dich lieber nützlich! Ich brauche eine kleine Schere und eine Nagelfeile, sofort!", herrschte sie ihn an, wieder ganz die Adelige wie sonst auch.
Von dem, was er sich im Prinzip als Dank erwartete, hatte sie zum Glück nicht die geringste Ahnung, sonst wäre sie vermutlich erneut im symbolischen Sinne an die Decke gegangen. Und vermutlich sogar noch heftiger als bisher, was dieser Kerl gewiss nicht haben wollte.
Auch so schon ignorierte sie seine Haltung und zog mehrmals auffordernd an der Kette. "Ich sagte, sofort!", betonte sie noch einmal mit Nachdruck.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 27. September 2011, 08:58

Vermutlich schmerzten der armen, jungen Adligen so langsam die Finger oder Füße. Sie hatte sich gewehrt, vollkommen instinktiv. Sie hatte nach Corax getreten und geschlagen. Jetzt, da etwas Ruhe auch in sie einkehrte, würde sie sich vielleicht daran erinnern, dass er mit voller Rüstung ins Bett gegangen war. Der Dunkelelf hatte ja nicht einmal sein Schwert abgelegt! Zum Glück trug er keine Vollplatte, das hätte Azuras Fingerknöchel blutig aufspringen lassen und für einige Hautabschürfungen gesorgt. Corax zählte zur leichten Infanterie. Er trug lediglich einen Harnisch aus Leder, an den Schultern gestärkt. Die Hose war zwar ebenfalls ein Lederfabrikat, jedoch wesentlich weicher, so dass er sich bei jedem Schritt nicht selbst verletzte. Außerdem musste er eine gewisse Beweglichkeit beibehalten können. Nur wenn Azura auch die Waffen getroffen hatte, die der Dunkelelf am Körper trug, könnte sie sich teilweise leicht verletzt haben. Die Schwertscheide war reichlich verziert - auch Dunkelelfen waren eitel - und die Stiefelstulpen, in denen sich Corax' Dolch versteckte, besaßen entsprechende Haken, damit die Klinge nicht versehentlich verloren ging. Zudem trug er Unterarmschützer, deren Verschnürung mit metallischen Schnallen gehandhabt wurde, an denen ein Außenstehender durchaus schnell festhängen bleiben konnte. Es gab also einige potenzielle Verletzungsgefahren für jemanden, der nach diesem Morgerianer ausholte. Corax selbst spürte kaum etwas von der wüsten Attacke dieser ungezogenen Göre.
Inzwischen war sie ihm ziemlich lästig geworden und am liebsten hätte er sich ihrer entledigt. Leider folgte er dem Befehl seiner Herrin gehorsam, so dass er seine Bedürfnisse nicht über ihren Willen stellte. Unter keinen Umständen! Das bedeutete jedoch, es weiterhin mit dem grässlichen Weibsbild aushalten zu müssen. Ein schweres Los für einen Soldaten, der nur den Kampf gegen andere Männer gewohnt war. Hier stand ihm eine Herausforderung bevor.

Als sie plötzlich wie jemand aufheulte, dem man eine Klinge in den Leib gestoßen hatte, es sich jedoch letztendlich nur um einen abgebrochenen Fingernagel handelte, stieß der Dunkelelf sie von sich. Es zog an der Kette, was ihm ein Knurren entfahren ließ. Diese verdammte Fesselung! Deutlich schlecht gelaunt, wandte er sich von Azura ab. Sollte sie herum jammern, wach bleiben, quängeln ... es war ihm egal. Er würde jetzt schlafen und wenn sie erneut drohte, zu ersticken, dann würde er nicht mehr eingreifen. Die Folgen seines Tuns gingen ihm noch immer auf die Nerven.
Corax verkroch sich wiederholt unter der Decke. Sein Schnauben kündete davon, dass man ihn nun besser in Frieden lassen sollte. Natürlich verstand dies eine Tochter aus adligem Hause genauso wenig wie der Umstand, dass sie es besser nicht hätte wagen sollen, nach einer Schere und Feile zu verlangen. Das Zerren an der Kette und ihre Dreistigkeit brachten bei dem Dunkelelfen das Fass zum Überlaufen. Er ruckte nach oben. Seine Hand war schneller, als der Rest von ihm. Azura schaffte es doch tatsächlich, seine Disziplin in den Hintergrund zu stellen. Leider musste sie dadurch auch mit den Konsequenzen rechnen. Es setzte eine Ohrfeige, deren schallendes Klatschen sich in den Wänden des Schlafraumes festsetzte. Nicht nur ihr Blick war von Zorn erfüllt. Bei einem Dunkelelfen sah es allerdings auf unheimliche Art wesentlich mörderischer aus. "Halt endlich die Klappe!", schnarrte er wütend. "Du wirst hier gar nichts bekommen, verstanden?! Sei froh, dass ich dein minderwertiges Leben überhaupt noch verschone. Dass ich dich weder angefasst noch vergewaltigt habe, bis du kaum mehr stehen kannst! Sei froh, dass ich dich nicht windelweich prügle, zu meinen Kameraden schleife und sie ran lasse. Du verdammtes Miststück solltest jetzt schlafen. Noch einen Mucks und ich ramm dir meinen Dolch da hin, wo deine lysanthorische Sonne niemals scheinen wird!"
Um seine Worte zu unterstreichen, zog nun er seinerseits an der Kette. Er besaß natürlich wesentlich mehr Kraft als Azura, außerdem wollte er ihr beweisen, dass das Machtspielchen auf seiner Seite war. So entschied sich Corax für eine Aktion, die ihr ihre eigene Lage endlich verdeutlichen sollte. Er zückte tatsächlich den Dolch, nicht aber, um sie anzugreifen. Sie sollte in einem Stück bleiben. Seine Herrin brauchte ihr Potenzial. Sie sollte die Wassermagie lernen. Niemand hatte allerdings verlangt, dass sie dabei bekleidet sein musste. Schon schnitt er an ihrem Leibchen, damit sich der Stoff löste und von ihrem Körper fiel. Nackt wäre sie möglicherweise beschämt und würde endlich zurückhaltender sein. Furcht war ein wunderbares Druckmittel.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Freitag 7. Oktober 2011, 22:40

Azura merkte die Schmerzen, die durch ihren Körper rasten, kaum im Moment. Dazu war sie viel zu sehr mit ihrer Empörung und Aufregung über sein Verhalten beschäftigt und kurz darauf auch mit etwas viel, viel Schlimmerem, das sowieso ihre gesamte Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie hatte sich den Nagel eingerissen, ihr geliebter, wunderschöner Körper war verletzt, geschändet! Die künftigen blauen Flecken waren in diesem Verhältnis unerheblich, die nahm sie derzeit auch noch gar nicht wahr, vor allem, da der Großteil davon von den Stoffen verborgen wurde.
Da konnte sie sich allerdings auch nicht darum kümmern, dass er seine Rüstung noch trug und bewaffnet war, es interessierte sie auch nicht. Außerdem war sie auch weiterhin zu sehr von ihrem Standesbewusstsein durchdrungen, als sie ernsthaft daran glauben würde, er würde es wagen, sie zu verletzen. Dass sie sich selbst öfters wehgetan hatte, würde sich später zwar zeigen an den Verfärbungen ihrer Haut, allerdings hatte sie gleichzeitig auch Glück gehabt, weil sie weder an die Schwertscheide, noch an die metallenen Halterungen geraten war. Vielleicht war es einmal passiert und deswegen musste nun ihr Nagel leiden, doch genau ließ sich das im Nachhinein nicht mehr sagen.
Immerhin, ihr war es gelungen, dass sie nirgendwo blutete... bisher zumindest.
Dass sie ihm lästig sein oder gefährlich stark auf die Nerven gehen könnte, daran verschwendete sie keinen Gedanken. Wozu auch? Sie wusste, dass man ihr zu Füßen liegen sollte eigentlich und sie ein Anrecht darauf hatte, in ihrem Zuhause umhegt und umsorgt zu werden. Wieso also waren die Götter derart grausam zu ihr und zwangen sie an diesen Ort, in diese Situation?!
Dass sie hingegen eine Herausforderung war, darauf legte sie es natürlich auch. Es wäre schließlich in ihrer Welt der Elite auch mehr als nötig, um wieder Interesse auf sich ziehen zu können. Und genau so etwas wollte die junge Frau bisher stets.
Dass sie es im Moment lieber hätte sein lassen sollen, war da ein völlig anderer Punkt und ihr durch ihren bisherigen Erfahrungsschatz auch nicht bewusst. So war sie erneut ganz die adelige, halbwüchsige Dame, die keine anderen Sorgen hatte als einen eingerissenen Fingernagel. Dadurch gab sie ihrem Schmerz und ihrem Kummer darüber auch Ausdruck, bis ihr ein Schrei entfuhr, als er sie einfach zurück stieß.
Was ihr nur nicht viel einbrachte durch die zu knappe Kette, die sie leider miteinander verband. Mit dieser Attacke aber brachte er sie noch lange nicht zum Schweigen, denn sie verlangte das, was se glaubte, dass es ihr gutes Recht wäre. Nämlich, dass er wenigstens ihr Utensilien besorgte, damit sie den Schaden, an de natürlich er schuld war, wenigstens beheben könnte.
Sie rechnete fest damit, dass ihrem Befehl auch nachgekommen werden würde, weil sie nicht lernen wollte und obendrein viel zu gefestigt in ihrer verwöhnten Lebensweise war.
Dadurch jedoch konnte sie dem nicht ausweichen, was auf sie zukam. Es ging sowieso alles viel zu schnell für sie. Zwar sah sie die Hand kommen, allerdings begriff sie es nicht rechtzeitig, sodass sie hätte ausweichen können. Stattdessen klatschte es mal wieder und sie wurde mit einem heftigen Ruck zurück in eine liegende Position geschleudert. Ihr entrang sich ein Schrei und sie hielt sich instinktiv die freie Hand mit dem leidenden Finger auf die getroffene Stelle. Tränen schossen ihr in die Augen vor Schrecken und sie war tatsächlich ein paar Sekunden lang ruhig gestellt.
Endlich schaffte er es, vor allem mit seinem Blick, dass sie ein wenig anfing sich darüber bewusst zu werden, dass sie in Schwierigkeiten war. Seine Worte drangen nicht so stark in ihr Denken vor, weil sie noch länger bräuchte, um es verstehen zu können, was er ihr hier tatsächlich androhte... oder ihr vor Augen führen wollte, was ihr bisher erspart worden war.
Viel schwerwiegender war da seine nächste Tat, mit der er sie entblößen wollte. Sie schrie erneut auf und versuchte sofort, die Stofffetzen beisammen zu halten. Gleichzeitig griff sie auch nach der Decke und zog sie dicht bis unter ihr Kinn, um sich zu bedecken.
Doch dafür litt ihre Selbstbeherrschung und er hatte das heraus gefordert, was sie die gesamte Zeit über hatte verhindern können. Teilweise auch, um ihre dezente Schminke nicht zu ruinieren. Aber nun konnte sie nicht mehr anders.
Zuerst lief lediglich eine einzelne Träne ohne begleitende Geräusche über ihre Wange. Dieser folgten allerdings schon ein paar und es wurde immer mehr.
Azura setzte sich auf, achtete darauf, bedeckt zu bleiben, zog die Beine an sich und versuchte, sich so klein wie möglich zu machen. Bereits das erste Schluchzen kam ihr dabei über die Lippen.
Es verstärkte sich noch, als sie ihr Gesicht gegen ihre Knie legte, die Arme um ihre Beine schlang und herzzerreißend zu weinen anfing. Ihr Körper schüttelte sich unter der Heftigkeit dieses Ausbruchs.
Und der Soldat könnte wohl erst wieder nicht schlafen, denn nun zeterte sie zwar nicht, war jedoch auch alles andere als still oder gäbe ihm ausreichend Decke, damit er sich darin einwickeln könnte.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Samstag 8. Oktober 2011, 02:30

Das hatte sich der Dunkelelf bei weitem anders vorgestellt. Anstatt nun eingeschüchtert, scheu und still in einer Ecke zu sitzen, klammerte sich das Gör an der Decke fest. Sie hatte den Stoff weit hochgezogen, um ihre Blöße zu bedecken. War Scham war, wusste sie jedenfalls. Das alles hätte Corax im Grunde nicht einmal groß gestört. Als Soldat war er es gewohnt, auch unter härteren Bedingungen zu schlafen - kein weiches Bett, keine wärmende Decke, immer mit der Gewissheit, jederzeit vom Feind überrascht zu werden. Schluchzen und Wimmern zählte aber nicht dazu, das war auch für ihn neu.
Wenn sie Gefangene machten, wurden diese weit genug von den Lagern jener Soldaten entfernt irgendwo eingepfercht oder gefesselt, dass diese Truppenmitglieder schlafen konnten. Man postierte höchstens einen oder zwei für den Wachdienst und ließ sie in Schichten antreten. Das kostete die Einheit im Gesamtbild weniger Energie, als wenn alle durch die ängstlichen Klagelaute ihrer Opfer am Schlaf gehindert wurden. Aber es kam selten genug vor, dass Dunkelelfen überhaupt Gefangene machten. Hierbei galt Azura schon als Ausnahme. Sie strotzte vor Individualismus, besaß davon gar so viel, dass es erneut an Corax Nervenkostum kratzte. Nein, inzwischen sägte sie daran mit jedem weiteren Schluchzen, das ihre Kehle verließ.
Knurrend steckte er den Dolch weg. Ein Fluch entwich ihm, aber er sprach ihn auf Lerium, weshalb Azura wohl nicht dahinter kommen würde, was er genau gesagt hatte. Da es sich aber nur um ein einziges, noch dazu sehr heftig ausgestoßenes Wort handelte, konnte sie dahinter vielleicht einen Kraftausdruck vermuten - womit sie letztendlich vollkommen richtig läge.

"Du willst es herausfordern? Schön!" Corax hockte sich direkt neben sie. Die Kette ließ nichts Anderes zu. Diese verdammte Fesselung! Er würde sich wohl erstmals in seinem Leben als Diener der dunkelelfischen Zauberin bei selbiger beschweren. Das hier war keine Beaufsichtigung ihres Eigentums mehr, es war eine Tortur. Folter! Schlaf würde er vermutlich nicht mehr bekommen, nicht bei dem Gejaule, das das Menschenmädchen von sich gab. Dann hieß es eben, die Nacht durchmachen. Vielleicht schlief sie irgendwann vor Erschöpfung ein und dann könnte sich Corax auch ein wenig ausruhen.
Er lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand. Seine Rüstung war kalt, auch wenn es sich um Leder handelte. Aber sämtliches Metallzubehör daran strahlte eine frostige Aura aus. So dicht wie er nun neben der nackten Azura saß, würde sie es auch durch den Stoff der Decke spüren. Vor allem aber, weil der Dunkelelf plötzlich danach griff. "Wag es nicht, die voll in Anspruch zu nehmen, kleines Biest", keifte er ihr entgegen. Er zerrte an der Decke, bis ein reißendes Geräusch darauf hinwies, dass das Gewebe gleich nachgab.
Corax erhaschte einen Blick auf nackte Haut. Er musste zugeben, dass die Göre für eine Menschin nicht schlecht aussah. Mehr regte sich bei ihrem Anblick jedoch nicht im Innern des Mannes. Er zeigte absolut kein Interesse für ihre weibliche Schönheit. Da konnte sie von Glück reden. Allerdings behandelte er sie dadurch auch weitaus grober, weil er keine Rücksicht auf die Zartheit einer solchen Person nahm. Mit aller Kraft riss er nun an der Decke und da geschah es. Ratsch! Sie teilte sich in zwei Fetzen, beide viel zu klein, um einen gesamten Körper zu bedecken. Corax schnaubte, rückte sich zur Bettkante vor. Lediglich sein Arm blieb zurück, weil sich das Kettchen erneut als Störfaktor erwies.
"Komm schon", herrschte er Azura an. "Es gibt noch genug Betten und Decken. Du kriegst eine und ich kriege ein. Dann hältst du endlich die Klappe, verstanden." Hätte er sie doch ohnmächtig gelassen, bei Faldor!
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Donnerstag 20. Oktober 2011, 13:06

Azura war alles andere als ein gewöhnliches Mädchen, war sie noch nie gewesen. Es könnte daran liegen, dass sie in ihren ersten Lebensjahren auf der Straße mehr oder weniger gelebt und vor allem überlebt hatte. Es wäre aber auch möglich, dass es nun einmal in ihrem Wesen lag und durch die verwöhnte Lebensweise erst recht zum Tragen gekommen war. Die junge Frau war es gewöhnt, ihren Willen zu bekommen und auch, sich durchzusetzen, wenn es sein musste. Das konnte sie nicht, wäre sie rasch einzuschüchtern.
Trotzdem hieß das nicht, dass sie kalt und aus Stein wäre. Nein, auch sie wusste, wann sie gedemütigt worden war, und reagierte entsprechend ihrem Charakter.
Hastig bemühte sie sich darum, sich zu bedecken, und sann innerlich gleichzeitig schon nach Rache. Das würde dieser Kerl ihr büßen, das stand fest, sie wusste nur noch nicht, wie und wann. Aber sie war niemand, der rasch vergaß oder gar verzieh. Das würde er schon noch kennen lernen, das stand fest.
Doch jetzt bemühte sie sich erst einmal darum, sich nicht begaffen lassen zu müssen. Trotzdem konnte sie es nicht vermeiden, dass ihre Haltung bröckelte und sie die Tränen nicht mehr länger zurück halten konnte. Ja, sie musste sich die Blöße geben und vor ihm weinen, allerdings verspürte sie ebenfalls eine leise Genugtuung, weil sie wusste, dass er dabei erst recht nicht würde schlafen können. Das hatte er nun davon, da war er selbst schuld dran und sie hatte absolut kein Mitleid mit ihm.
Neben sich merkte sie zwar, dass er sich bewegte, und konnte auch hören, dass er alles andere als zufrieden war, jedoch schenkte sie ihm keinen einzigen Blick. Wozu auch? Sie verstand sowieso nicht, was der daher brabbelte und wollte es gar nicht. Wieso also sich die Mühe machen und ihn mit einem Ansehen belohnen? Nein, das hatte er sich bei weitem nicht mehr verdient! Außerdem trauerte sie neben ihrem Kleid natürlich auch noch immer um ihren Nagel.
Erst seine geknurrten Worte und dass er sich ihr näherte, ließen sie ihr Vorhaben vergessen. Verweint und schniefend hob sie ihren Kopf und starrte ihm feindselig entgegen. "Du hast mich heraus gefordert, nicht umgekehrt, du Bastard!", fauchte sie angriffslustig und zog die Decke noch eine Spur enger an sich.
Er strahlte Kälte aus, wegen seiner Mimik ebenso wie seine Kleidung. Und die ihre war zerstört, sodass sie rascher fröstelte. Es bildete sich bereits ein nicht enden wollender Schauer, der ihre Arme und den Oberkörper überzog. Ihre Beine waren davon noch nicht betroffen, denn die vielen Röcke schützten und wärmten noch recht erfolgreich.
Noch immer liefen ihr die Tränen über die schon nassen Wangen, was aber nicht bedeutete, dass sie ihren bösen Blick nicht aufrecht erhalten könnte, den sie ihm ununterbrochen schenkte.
Bis sich ihre Augen leicht weiteten, als er auf einmal nach der Decke griff. Sie schrie auf und hielt ihm automatisch ihre Hand zur Abwehr entgegen, aus der wieder ein Wasserstrahl schoss, seinem Gesicht direkt entgegen.
"Lass los! Hör auf! Du Mistkerl! Ah!", keifte sie und schrie auf, als sie das Reißen hörte. Hastig knüllte sie ihren Teil zusammen, um sich weiterhin völlig bedecken zu können.
Wütend darauf begann sie wieder zu treten und traf sogar ein paar Mal gegen die Rüstung, da er ihr inzwischen den Rücken zuwandte. "Du Idiot! Sieh nur, was du angerichtet hast!", schimpfte sie und trat noch mal nach ihm aus.
Doch danach wurde er wirklich anmaßend. Ihre Augen wurden schmal und sie wischte sich erneut über die Wangen, da durch den Zorn die Tränen endlich ein wenig versiegt waren. "Du wagst es, mir Befehle erteilen zu wollen, du Wicht?!", zischte sie. "Du bist meiner nicht einmal würdig und hast trotzdem die Frechheit, so unverfroren mit mir zu sprechen?!", fuhr sie fort.
Wenn er überheblich und herrisch sein konnte, dann war das Azura schon lange möglich. Dieser Kerl war nichts weiter als ein einfacher Soldat, ein Bauernopfer und eigentlich war es allein schon eine Frechheit, dass sie sich mit ihm abgeben musste.
Trotzdem, mit einem hatte er Recht, was sie mit einem leisen, abfälligen Schnauben annahm. "Ich will eine vollständige, saubere, warme Decke und wage es niemals mehr, sie mir wegnehmen zu wollen! Und frische Kleidung brauche ich auch!" Nein, so leicht würde sie gewiss keine Ruhe geben, das brauchte er gar nicht zu hoffen.
Nur nach einem Bad verlangte sie nicht, das sie jetzt gerne gehabt hätte, in Anbetracht der vermaledeiten Kette, die sie nicht ablegen konnte. Obwohl... sollte sie ihn damit locken, dass sie ihn kurze Zeit in Ruhe ließ, wenn sie von diesem Ding befreite? Das war wahrhaftig eine Überlegung wert!
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Freitag 21. Oktober 2011, 15:34

Es war nicht Azura, die ihn forderte, sondern seine Herrin Serpentis. Die dunkelelfische Hexe hatte ihn schließlich mit dieser Göre betraut und ihm den Auftrag gegeben, sie im Auge zu behalten. Etwas Anderes blieb Corax auch kaum mehr übrig, zum Schlafen kam er nicht. Da sträubte sich die Adlige zu sehr, obgleich er sie bereits mit ihrer Nacktheit gedemütigt glaubte. Nein, sie war ein bissigeres Biest als er es sich in seinen dunkelsten Alpträumen jemals erträumt hätte. Sie war geradezu giftig. Wenn der Befehl seiner Herrin nicht wäre, der Soldat hätte ihr hier und jetzt den Hals umgedreht. Einmal kräftig drehen, bis das erlösende Knacken ertönte und friedlich hätte er schlafen können.
Doch das Schicksal sah etwas Anderes für ihn vor, was ihm nicht gerade gefiel. Just in dem Moment, als er die Decke mit seinem gewaltigen Ruck zerriss, schoss ihm ein Strahl kalten Wassers mit viel Druck direkt ins Gesicht. Sein Aufschrei ging in einem Gemisch aus Gurgeln und Röcheln unter. Er bekam knapp die Hälfte des Wassers zu schlucken. Der Rest spritzte in alle Richtungen davon und durchnässte nun nicht nur den Dunkelelfen, sondern auch Laken, Decke und Kissen. Lediglich Azura schien wie durch ein Wunder vollkommen verschont geblieben zu sein.
Corax wischte sich über das Gesicht. Er ächzte, rang noch immer nach Luft. Nun schaute er wie ein begossener Pudel aus. Die Strähnen seines kohlrabenschwarzen Haares hingen ihm triefend vor Feuchtigkeit ins Gesicht. Darunter glühten die Augen wie glimmende Kohlen. Messer und Blitze schossen hasserfüllt daraus hervor. Er hätte Azura mit Blicken aufgespießt und durchbohrt, wenn es ihm gelungen wäre. Ein einzelner Wassertropfen suchte sich frech einen Weg an seinem Hals entlang, um unter der Rüstung zu verschwinden. Er zog die Konturen seiner Halsmuskeln nach, brachte sie zum Glänzen, ließ Corax aber auch ob seiner Kälte kurz schaudern. Er fröstelte jetzt.
"Du dreckiges, kleines Miststück!", keifte er sie an. Nun reichte es ihm. Er hob schon die Hand, um sie zu schlagen und es würde nicht bei einer einzelnen Ohrfeige bleiben, das schwor er sich. Doch Azura verhinderte größere Schäden an sich selbst, indem sie ihre Stimme wie eine schneidende Klinge einsetzte.
"Ich angerichtet?!" Corax starrte sie an. Dieses durchtriebene Biest. Er hasste sie inzwischen und wünschte sich nichts sehnlicher als ihr Leben auszuhauchen. Seine Oberarme zuckten, die Hände ballten sich zu Fäusten. Er kämpfte um seine Selbstbeherrschung, schließlich war sie Serpentis' Eigentum, nicht seins. Er durfte nicht alles mit ihr anstellen, was ihm soeben durch den Kopf schoss. "Deiner nicht würdig?! Du bist weniger wert als ein Goblin, Menschengewürm!" Er ahnte ja immer noch nicht, dass sie zumindest eine Halbelfe war. Noch immer war seine Hand erhoben, inzwischen jedoch zur Faust geformt. Wenn er jetzt zuschlug, würde Azura definitiv ein Veilchen davon tragen. Aber nach einem kurzen Moment senkte er sie. Die Vernunft kehrte in seinen Geist zurück, was ihn von vielen seiner Art unterschied. Er sah ein, dass er nicht weiterkam, indem er sie verprügelte. Dann würde sie nur noch mehr wimmern und Serpentis wäre erzürnt, dass er ihr Spielzeug so demoliert hätte.
Vielleicht war es ausnahmsweise einmal besser, klein bei zu geben. "Eine Decke kriegst du. Dass du halb nackt bist, hast du dir selbst zuzuschreiben. Vielleicht komme ich dir aber auch damit entgegen, falls du mich endlich ausruhen lässt. Und jetzt hoch mit dir, Gör! Suchen wir uns ein anderes Bett." Es gab in diesem Gemeinschafts-Schlafraum ja reichlich Auswahl.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Donnerstag 3. November 2011, 13:44

Ihre Eltern, ihre ehemaligen Lehrer und die Dienerschaft würden sofort und ohne zu zögern zugeben, dass Azura anstrengend sein konnte, wenn sie es wollte. Nur ihren sogenannten Freundinnen gegenüber war sie bisher anders gewesen, hatte dort den schönen Schein der standesgemäßen Tochter ihres Stiefvaters gewahrt und ihnen nicht gezeigt, wie sie tatsächlich sein konnte. Teilweise hatte man sie sicherlich zu sehr verwöhnt, als dass sie es hätte lernen können, Rücksicht auf andere zu nehmen, auch wenn es ihr gerade nicht passte. So war ihr Verhalten im Prinzip recht normal diesem Soldaten gegenüber, wenngleich sie sich dadurch nur noch tiefer in dem Ärger verstrickte, dem sie ausgeliefert war.
Wobei sie anscheinend an jemanden geraten war, der entweder in seinen Grundlagen recht geduldig oder nur äußerst folgsam war. Sollte letzteres zutreffen, wäre es natürlich die Frage, ob das an ihm oder der Frau lag, die ihm ihre Befehle erteilte, ergo, wie deren Bestrafung für gewöhnlich aussah. Doch über so etwas machte sich Azura absolut keine Gedanken.
Sie hielt sich sowieso für unverbesserlich, als wäre es immer nur eine Freude, mit ihr zusammen zu sein, und wenn sie sich jemandem gegenüber nicht so freundlich gab, wäre das allein dessen Schuld.
Somit lag auch nichts, was in den letzten Stunden passiert war, angefangen mit der Entführung bis hin zu ihrem zerrissenen Kleid, an ihr persönlich, sondern lediglich an den anderen oder gar den Göttern, die sie nicht davor bewahrt hatten. In Bezug auf ihren eingerissenen Nagel oder den zeitweilig bewussten Provokationen war sie sich selbstverständlich bewusst, dass sie daran ihren Anteil hatte. Schuld war sie allerdings nicht, denn er hatte es heraus gefordert und sie unangemessen behandelt. Dadurch wäre auch das wieder von ihr abgewälzt und ihr Gewissen war rein.
Sie ahnte ja nicht, wie knapp sie einstweilen noch mit dem Leben davon kam, das an einem seidenen Faden durch ihr Verhalten hing. Und selbst wenn... DIe junge Frau war jemand, der seine beste Verteidigung im Angriff sah und klein bei geben würde sie gewiss nicht, egal, ob er körperlich stärker war oder nicht.
Entsprechend wehrte sie sich auch dagegen, dass er ihr die Decke wegnehmen wollte, und konnte sogar ihre Magie einsetzen. Natürlich blieb sie dabei trocken, schließlich war das Wasser ihr Freund. Dass jedoch auch das Bett durchnässt wurde, gefiel ihr ganz und gar nicht und hatte sie auch nicht gewollt. Denn nun war ihr Platz noch mehr eingeschränkt als bisher und das gefiel ihr gar nicht, dachte sie immerhin daran, dass er es auch trocken haben wollen würde. Sie wollte nicht, dass er ihr zu nahe rückte, schon gar nicht, wenn sie halb nackt war!
Dass er keineswegs darüber erfreut wäre, zum zweiten Mal von ihr geduscht zu werden, war ihr indes gleichgültig. Das hatte er sich schließlich selbst zu zuschreiben.
Mutig, fast schon wie mit einer selbstzerstörerischen Veranlagung, erwiderte sie seinen Blick so finster, wie sie es selbst nur konnte. Auch wenn seine Augen ihr Herz vor Angst ein wenig zum schneller Schlagen brachten und ihre Knie weich waren, schaffte sie es, nicht nach unten zu sehen.
Sein Keifen erschreckte sie nicht mehr, sie gab als Kommentar lediglich einen abfälligen Laut von sich.
Erst, als er seine Hand drohend hob, setzte sie zum Angriff an. Etwas anderes blieb ihr nicht übrig, wollte sie sich endlich Respekt bei ihm verschaffen. Zumindest verhinderte sie die nächste Ohrfeige damit, denn er hielt mitten in der Bewegung inne und anstatt sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, ließ er sich auf einen Disput ein.
Sie kämpfte darum, nicht die Hand, inzwischen zur Faust geballt, anzustarren und damit deutlich zu machen, dass sie Angst vor seinem Schlag hatte. Denn damit konnte er sie treffen, vor allem wenn er ihr ins Gesicht schlagen würde. Hätte sie Pech, würde er ihr die Nase brechen oder gar einen Zahn aushauen, etwas, was sie eindeutig nicht zulassen konnte, denn dann wäre sie für ihr Leben gezeichnet! Eine Tragödie für sie, ohne Zweifel.
Also redete sie einfach weiter, obwohl sie sich damit vielleicht nur noch mehr ausliefern würde. Wenigstens ließ er irgendwann seine Hand sinken, während er gleichzeitig zu einer Beleidigung ansetzte. Die der jungen Frau weitaus lieber war als ein Schlag.
Ihr Kinn reckte sich in die Höhe und sie wirkte davon überhaupt nicht getroffen. "Ha! Und trotzdem ist das viel mehr Wert, als ein dreckiger Soldat wie du jemals auch nur erahnen kann!", schoss sie ihren nächsten Giftpfeil zurück. Tja, in solch einem Punkt hätte er sie besser nicht heraus gefordert.
Anscheinend hatte sie damit sogar Erfolg, denn er begann damit, einzulenken. Die versprochene Decke stellte sie vorerst zufrieden, den nächsten Satz quittierte sie mit einem empörten Laut. Zum Schluss aber konnte sie ihren Mund wieder nicht halten, das einfach nicht auf sich sitzen lassen.
"Hör auf, mich dauernd so zu nennen! Ich habe einen Namen und DIener haben mich mit Herrin oder Gnädiges Fräulein anzureden! Hat dir nie jemand so was wie Höflichkeit beigebracht?!", schimpfte sie schon wieder los.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Freitag 4. November 2011, 13:17

Wenn Azura auch sonst nichts gelernt hatte, in einer Sache konnte niemand ihr das Wasser reichen: dem Strapazieren soldatischer Nerven. Corax knirschte bereits mit den Zähnen. Es würde nicht mehr lange dauern, bis er vermutlich endgültig die Beherrschung verlor und das würde dann ganz und gar nicht gut ausgehen. Weder für Azura, noch für ihn selbst, denn dann könnte er sich auf eine gewaltige Strafe seitens seiner Herrin gefasst machen. Im Moment dachte er aber nicht daran. Es war ihm beinahe egal, Hauptsache, das Gör gäbe endlich Frieden.
Leider wurden seine Gebete nicht erhört. Faldor war Sadist und machte sich einen Spaß daraus, auch seine Gläubigen zu quälen. Schadenfreude war etwas so Wundervolles. "Ich bin nicht dein Diener und deinen Namen hast du mir immer noch nicht verraten, Schlampe!", fauchte er wie eine aufgescheuchte Katze. Dabei zerrte der Dunkelelf an der Kette, dass es durch ihr Handgelenk ruckte. Er verließ das Bett, suchte das nächstbeste auf. Es war ebenfalls ein mehrstöckiges Bett. Von oben klaubte er sich eine zweite Decke zusammen, warf sie Azura achtlos zu. Schon wollte er sich wieder zur Ruhe betten. Sie hatte bekommen, was sie verinbart hatten. Jetzt galt Nachtruhe. Corax spürte das Pochen hinter seiner Stirn, außerdem gesellte sich ein von Gereiztheit geweckter Schmerz hinzu. Er hielt sich kurz den Kopf. Dieses Weib machte ihn noch wahnsinnig.
"Wenn du jetzt so freundlich wärst, dich schlafen zu legen, Gör?" Mehr Höflichkeit würde sie aus diesem Kerl wohl nicht heraus kriegen. "Du kannst mich morgen früh weiter nerven - falls ich dir über Nacht nicht den Hals umdrehe." Er hockte sich in voller Montur auf das Bett, warf sich herum und stülpte die Decke über sich. Er zog nicht einmal die Schuhe aus und natürlich blieb er weiterhin bewaffnet. So ganz bequem konnte das auch nicht sein. Gleiches galt im Allgemeinen übrigens auch für die Betten. Dieses Exemplar quietschte und knackte bei jeder Bewegung. Das Holz schien schon morsch zu werden, vermutlich hatte ein gewitzter Eleve im Bett regelmäßig Wassermagie studiert, so dass das Material alles aufgesogen hatte. Vielleicht würde sie der Rahmen nicht einmal mehr tragen. Aber Corax genügte es vollkommen. Er war weitaus schlechtere Bedingungen gewohnt, freute sich endlich auf ein wenig Schlaf und Erholung. In Bezug auf die Erfüllung gewisser Grundbedürfnisse unterschieden sich Dunkelelfen nicht von anderen Völkern.

Von draußen waren Schritte zu hören. Stimmen murmelten, auf Lerium. Es konnte sich also nur um mehr Dunkelelfen handeln. Sie wurden lauter, bis zwei gerüstete Kämpfer an der Tür zum Schlafraum vorbei marschierten. Sie spähten kurz hinein, machten Corax und Azura aus. Einer von beiden blickte etwas länger in den Raum. Dann nickte er, hatte offenbar die Fessel gesehen. Ein Grinsen huschte über sein Gesicht, als er bemerkte, dass man Azura nur einen Teil ihrer Kleidung gelassen hatte. Sein Kumpan machte eine obszöne Geste. Dann unterhielten sie sich wieder und zogen ihrer Wege.
In der Akademie wurde es nun allgemein etwas belebter. Offensichtlich hatte man die verbliebenen Überlebenden nun eingesperrt oder zur Exekution gebracht. Das dunkle Volk machte sich nach und nach hier breit.
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