Sarin Kasani

Hier findet ihr alle Bewohner, welche der Rasse Nachtelfen angehören
Antworten
Benutzeravatar
Sarin Kasani
Spieler-Charakter
Spieler-Charakter
Beiträge: 14
Registriert: Mittwoch 28. August 2019, 13:54
Moderator des Spielers: Kazel
Aufenthaltsort: Stadt der Nachtelfen
Steckbrief: Zum Steckbrief
Rasse: Nachtelfe
Sprachen: Herendia
Melongiar
Beruf: Runen-Schneiderin
Fähigkeiten: Runenmagie (gut)
Schneidern
Etikette
Lebensenergie:

Geld: 0D, 0L, 100F
Ausrüstung: - elegante, schlichte Gewandung
- Tasche mit Utensilien zum Schneidern
- kleiner Dolch
Zum Vorzeigen: [br][/br]

Sarin Kasani

Beitrag von Sarin Kasani » Freitag 27. September 2019, 10:14

Sarins Steckbrief
Marukas Zweitcharakter
Name:
Sarin Kasani

Rasse:
Nachtelfe

Alter:
88 Jahre

Geschlecht:
weiblich

Beruf:
Schneiderin

Heimat:
Reich der Nachtelfen

Gesinnung:
Neutral guter Charakter

Magie:
Runenmagie: gut (2 Runen kombinieren, mit viel Zeit und Vorbereitung auch 3 Runen miteinander verbinden)

Sprache:
Herendia, Melongiar

Religion/Glaube:
Manthala

Aussehen:
Bild
(Sarin im Hochzeitskleid - Nahansicht)
Mit ihren 1,60m und 48kg ist ihr schmaler Körperbau eben typisch für eine Nachtelfe, wenngleich auch recht klein unter ihresgleichen. Ihre graue Haut schimmert zart purpurn, wenn das Mondlicht sie berührt. Nachtelfen besitzen außer auf dem Kopf keinerlei Körperbehaarung, dafür schimmert ihre Haut wie glattes Porzellan und besitzt eine Makellosigkeit, die einmalig unter den Rassen Celcias ist. Sarins langes silbernes Haar trägt sie meist sittsam in einem Knoten am Hinterkopf zusammen gesteckt. Die purpurne Iriden ihrer Augen werden umrahmt vom Silberkranz langer Wimpern. Nachtelfenaugen sind wie jene der Katzen aufgebaut, also auch leicht schräg stehend. Auf diese Weise können sie im Dunkeln auch besser sehen als andere Rassen, da ihre dann geweiteten Pupillen das wenige Mondlicht besser einfangen und widerspiegeln. Ihre Nase ist klein und gerade, das Gesicht ebenmäßig und symmetrisch, die Lippen weich und voll. Sarins Bewegungen sind, ihrem Geburtsstand entsprechend, immer der Situation angepasst, anmutig und und fließend wie Seide. Durch ihre behütete Kindheit hat sie keinerlei Narben vorzuweisen. Einzig ihre Hände haben von der Arbeit spezifische Verhärtungen und im Gegensatz zu manch anderer Frau trägt sie ihre Nägel kurz und gepflegt. Durch ihren Beruf ist ihre Kleidung immer makellos und sehr gepflegt. Wo sie bei ihren Kunden auf jeden Wunsch eingeht, da bevorzugt sie bei sich selbst lange fließende Linien und schlichte Eleganz. Wenn, dann sind es immer nur kleine Akzente, wie z.B. die Stickereien ihrer Runen, die sie so ins Bild einbindet, dass sie erst auf den zweiten Blick hervor treten. Im direkten Vergleich achtet sie aber immer darauf, ihre Kunden nicht zu übertreffen und hält sich so dezent im Hintergrund. Einzig, als IHR TAG gekommen war, trumpfte sie auf, was ihr Hochzeitskleid zu etwas ganz Besonderem machte. Im Alltag trägt sie gern lange fließende Gewänder mit wenig Zierrat.

Persönlichkeit:
Viele Nachtelfen sind in ihrer Grundeinstellung den andern Völkern gegenüber erst einmal vorurteilsfrei, denn Kontakt zur Oberwelt gibt es nicht wirklich viel. Man handelt mit den Menschen im nahen Kloster und einigen wenigen ist auch schon mal ein Zwerg oder Troll begegnet, der unter den Drachenbergen lebt. Auch wenn sie in ihren Urahnen vielleicht mit den heutigen Dunkelelfen verwandt gewesen sein mochten, so haben sich die Nachtelfen sehr viel sozialer entwickelt. So auch Sarin.
In ihren ganz persönlichen Ansichten mag sie mit dem autarken Leben ihres Volkes weitestgehend konform gehen. Nur manchmal kratzt die Neugierde an der gesitteten Oberfläche und will die Welt besuchen, bereisen und erfahren. Besonders groß wird dieses Verlangen, wenn sie den Geschichten ihrer Kunden lauscht und Manthala sie dann von fernen Orten träumen lässt.
Sarin ist genügsam, still und zurückhaltend. So wirkt sie auf den ersten Blick und dieser Eindruck hält auch lange an. Genügsam ist sie wirklich, denn ihr Rang würde ihr viel mehr zugestehen, als was sie für ihr Leben will. Auch ist sie niemand, der sich laut und gerne streitet und so geht sie eher still durchs Leben, als das sie ausfallend in einem Streit werden würde. Zurückhaltend ist sie teils durch ihre Vorgeschichte geworden. Ihrer verbleibenden Familie gegenüber ist sie stets eine brave Nichte.
Für ihr professionelles Auftreten trägt sie immer ein sanftes Lächeln auf ihren Lippen, was ihre Kunden durchaus als angenehm zu schätzen wissen. Sie hat eine angepasste und umgängliche Art, die teils etwas unterwürfig wirken kann, da sie ungern im Mittelpunkt all zu großer Aufmerksamkeit steht. Gern bleibt sie im Hintergrund. Sie hört viele Geheimnisse in ihrem Beruf, aber ist durch und durch loyal und verschwiegen (unbestechlich!).
Da sie kein junges unerfahrenes Mädchen mehr ist, auch im allgemeinen als Schönheit von schlichter Eleganz angesehen werden kann, ist es ein wenig verwunderlich, dass sie nur sehr oberflächliche bis keine Erfahrungen mit Männern hat. Es geht diesbezüglich ein Gerücht um, dass sie, oder ihr Hochzeitskleid verflucht seien und jeden Mann ins Unglück stürzen, der nicht ihre wahre Liebe erwirbt. Bisher hat dies wohl die meisten Freier abgeschreckt. Die Geschichten erzählen, sie soll sogar deswegen vor dem Altar stehen gelassen worden sein.
Da ihr Volk eher fern anderer Rassen lebt, ist auch sie eher weltfremd. Theoretische Kenntnisse der Welt sind durch ihren hohen Geburtsstand und durch ihre umfassende Ausbildung vorhanden, aber sollte ihr einmal ein anderer Bewohner der praktischen Welt dort oben begegnen, würde sie doch einiges in Erstaunen versetzen.
Ihre Begeisterungsfähigkeit hat sie bisher voll auf ihren Beruf fokussiert und der Verknüpfung mit der Magie der Runen, was sie auch zu einer befähigten Handwerkerin dieser Künste gemacht hat. Das alles trägt sie nach außen hin, doch tief in ihrem Innern verborgen, ist sie doch noch ein bisschen romantisch veranlagt und träumt von der großen Liebe.

Stärken:
Sie ist mit Leib und Seele Schneiderin (mit Meisterbrief) und geht in ihrem Beruf auf. Sarin ist eine hoch anerkannte Schneiderin, die ihr Handwerk mehr als versteht. Sie webt, stickt, näht, häkelt, strickt Gewandungen von höchster Qualität und verziert sie auf Wunsch auch mit Runenmagie (Stufe: gut). Sie ist in der Lage, zwei Runen in dieser Kunst zu verbinden, mit etwas Vorbereitung und Zeit sogar drei. Nichts hat sie bisher mehr begeistert, nichts mehr inspiriert. Das Gefühl von feinster Seide, weicher Baumwolle, hartem Flachsgarn, kuscheligem Samt zwischen den kreativen Fingern, bis hin zu grobem Sisal und selbst Leder, gibt ihr etwas zurück, was ihr sonst in ihrem Leben fehlt: Das sanfte Streicheln, oder das raue Reiben bereiten ihr ein fast sinnliches Vergnügen. Die Materialien zu formen und mit ihrer Kunst, mit Magie zu versehen ist für sie das, was Selbstverwirklichung am nächsten kommt. Wenn die Kunden IHR Werk in den Händen halten, oder auf der Haut fühlen, ist für sie nichts schöner als das Lächeln, was sie tragen. Das macht sie glücklich. Eine weitere kleine Stärke ist ihr rudimentärer Umgang mit dem Dolch, den sie von ihrer „alten Freundin“ ans Herz gelegt bekommen hatte.

Schwächen:
Die allen Nachtelfen zu eigene Schwäche vor Sonnenstrahlen sei hier nur kurz erwähnt, wenngleich sie doch ihr Leben einschneidend bestimmt.
Sarins persönliche Schwäche bezieht sich eher auf einen Bereich des Lebens, der nicht ganz so offensichtlich ist. Sarin hat eine ausgeprägte Angst vor Faltern, Motten, ja sogar Schmetterlinge oder Feen könnten sie in Angst versetzen, oder es kippt und sie geht aufs äußerste aggressiv gegen den Auslöser vor. Ein vergleichsweise kleines Erlebnis ihrer Kindheit hat sich da in ihrer Seele verwurzelt und ist mit den Jahren und auch teils durch ihren Beruf, zu einer rechten Phobie herangewachsen. Sogar das Geräusch eines schlagenden Fächers macht sie nervös, oder mehr noch, das von leise flatternden Flügeln kann sie erstarren lassen und sorgt dafür, dass sie z.B. den Raum für Stunden putzt, um eine Ausbreitung der verhassten Tiere zu vermeiden. Nichts ist schlimmer als Mottenfraß!
Sarin ist zuweilen sehr naiv, besonders wenn es um die Wahrnehmung ihrer eigenen Person im Kontext zu ihrer Umwelt geht. Sie übersieht oft, wenn ihr jemand etwas Böses will.
Des weiteren sei erwähnt, dass sie als verflucht gilt, was sich Zeit ihres Lebens negativ auf ihr soziales Leben auswirkte.

Lebensgeschichte:
Sarin wurde an einem 17ten der dunklen Tage geboren. Hoch oben in der Oberwelt versteckten sich die Sterne in dieser langen Nacht hinter dichten Wolken und Manthalas Mond war nur eine vage Ahnung am Himmel. Vielleicht war dies schon damals ein Zeichen, dass die Verbindung zur dunklen Göttin nicht sehr stark werden würde... gesprochen hat sie bisher nie zu ihr.
Das sie die einzige Tochter von Wengo Kasani und seiner Frau Ilana bleiben würde, wusste damals noch niemand. Die beiden Eltern sollten nicht lange genug leben, um weitere Nachkommen zu zeugen.

Der Familienstambaum

- Wengo Kasani - Vater – verstorben, Nachtfürst
- Ilana Kasani - Mutter – verstorben, Manthala-Priesterin
- Jafar Kasani - Bruder väterlicherseits, jetziger Nachtfürst der Familie, Vormund und Onkel, verheiratet mit
- Neefri Kasani - Ehefrau von Jafar und Mutter von
- Lutmaan Kasani – Sarins Cousin und
- Lucil Kasani – Sarin Cousine
- keine lebendigen Großeltern
Schriftrolle Fuss
Die Taufe Manthalas / eine glückliche Kindheit
Als Sarin sechs Jahre alt war, ließen sie ihre Eltern im Namen Manthalas taufen. Vielleicht hofften sie, dass die dunkle Göttin ihr zukünftig beistehen würde, um ihren Weg zu bescheinen. An die Zeit davor hat sie nur wenige Erinnerungen, aber die, die sie hat, sind glücklich.
(eine Erinnerung:)
„Ich liebe dich, mein Göttergeschenk!“
„Ich dich auch. Sag mal, wo steckt denn unser Kind?“

Ilana zeigte schmunzelnd mit dem Finger auf die massive Tischplatte. Das super gute Versteck unter dem Tisch war Sarin als erstes eingefallen und hatte sie bisher immer erfolgreich vor allen Versuchen ihrer Eltern, sie zu finden, geschützt!
„Ich weiß es nicht. Sollten wir sie suchen? Gleich kommen die Gäste und soweit ich weiß bringt Neefri Süßkartoffelkuchen mit. Wenn wir sie bis dahin nicht gefunden haben, dann wird sie nichts mehr abbekommen. Ich hab sooo einen großen Hunger...“
„NEIN Papaaa! Ich will auch Kuchen!“

Für Kuchen gab man schließlich auch das beste Versteck der Welt auf!

Die Taufe leitete letztendlich eine Zeit des Lernens ein. An das Ereignis selbst konnte sie sich später kaum erinnern, aber wann immer sie dran dachte, sah sie das glückliche Gesicht ihrer Mutter vor sich. Ilana war so stolz auf ihr kleines Mädchen gewesen, dass sich ein paar richtig schwere Sätze hatte merken müssen und sie auch fast richtig ausgesprochen hatte. Ihre Mama war schließlich die Priesterin ihres Tempels gewesen und hatte deswegen kaum Zeit für sie. Von da an hatte sie immer öfter irgendwelche Sätze lernen müssen, was Mama zwar glücklich machte, aber ihr doch recht schwer fiel. Sarin spielte lieber mit Dingen die sie anfassen konnte. Sie malte auch viel und bastelte Kleidungsstücke aus allem möglichen für ihre Amme Romana. Mit Romana vertrieb sie sich auch die meiste Zeit der langen Nächte, in denen ihr Vater im Palast mit den anderen Nachtfürsten redete. Und es gab immer viel zu reden!

Die Akademie / Novizenzeit / Trauerzeit
Sarin hätte von ihrer Abstammung her, als Kind von einer angesehenen Manthala-Priesterin und eines Nachtfürsten, es sicher weit bringen können. Doch fühlte sie sich nie dazu berufen, ihrem Stand entsprechend aufzusteigen. Die Weihe zu einer Manthala-Novizin hatte sie mit mehr Fleiß als Leidenschaft hinter sich gebracht. Vielleicht war es auch eine Art verfrühte Rebellion, aber sie absolvierte in ihren jungen Jahren nur die Grundausbildung. Und dann kam der Tag, der für sie alles veränderte:
(Erinnerungen:)
„Onkel Jafar, schau mal. Ich habe meine Robe etwas verändert. Meinst du, Mama gefällt es?“
Onkel Jafar besah sich abwesend das Kleidungsstück, in dem sich Sarin vor ihm munter drehte. Das junge Mädchen war wie blühendes Leben und der Anblick passte so überhaupt nicht zu der Nachricht, die er zu überbringen hatte.
„Sarin, bitte setz dich zu mir. Wir müssen über etwas sprechen...“

In jener Nacht, in der sie vom Tod ihrer Eltern erfuhr, lag Sarin, das kleine Mädchen, lange in der Dunkelheit wach. In ihrem jungen Geist verschwammen die Erklärungen des Onkels, was genau passiert war. Er hatte etwas von einem tragischem Vorfall geredet, dass das Schicksal grausam zu Liebenden sei. Sie erinnerte sich nur an Bruchstücke und dass ihre Mutter ihren Vater zum Jahrestag ihres Kennenlernens von der Versammlung der Nachtfürsten abgeholt hatte. Sie hatte wie jedes Jahr ein Picknick in einer etwas entfernten Pilzhöhle geplant, dem Ort, an dem sie ihren ersten Kuss getauscht hatten... Ihre Eltern waren dort überfallen und getötet worden. Die Täter waren entkommen.Wie sollte ein Kind so etwas verarbeiten? Sie hatte jedes noch so kleine Licht um sich gelöscht und wollte nichts mehr sehen. Der Schlaf hielt sich von ihr fern und nur ein leises Flattern von Flügeln näherte sich in der Finsternis. Taumelnd flatterte es über ihre Decke und schien nicht zu wissen wohin; genauso wie das einsame Kind. Das leise Geräusch dröhnte in Sarins Ohren, und mit jedem fahrigen Auffliegen kam es näher. Nicht anderes erfüllte den trauernden Geist des Kindes, das von Trauer und Angst erfüllt steif da lag und mit geöffnetem Mund schnell und flach atmete. Die Motte verirrte sich in ihren Mund und vor Schreck atmete Sarin heftig ein. Das Tier geriet in ihre Luftröhre und drohte sie zu ersticken. Die dünnen Flügel klebten an ihrem Gaumen und ließen sich nicht abhusten. Vor Angst griff sich das Kind in den Hals. Würgend und hustend, fiel Sarin aus ihrem Bett und übergab sich. Erst dann konnte sie weiter atmen, ...weiter leben... allein.

Nach dem frühen Tod ihrer Eltern gab es dann auch niemanden mehr, der Sarin erreichte. Weder ihre Amme noch ihr Onkel drangen zu ihr durch. Auch der Glaube an Manthala half nicht, den Schmerz zu vertreiben. So war einfach niemand mehr da, der sie dahingehend förderte oder antrieb und so ließ sie die Ausbildung ganz bleiben. Sie brach ihre Priesterausbildung ab und für ihr Leben begann eine sehr rebellische Phase. Eine gewisse Zeit ließ sie sich vollkommen treiben. Nichts interessierte sie mehr. Ihr Onkel beobachtet das ein paar Jahre und sorgte sich.
(Erinnerung:)
„Sarin, so kann das nicht weiter gehen! Ich verstehe ja, dass du trauerst, aber du musst dir etwas anderes anziehen! Die Tochter eines Nachtfürsten darf nicht so herum laufen! Das würde deine Eltern beschämen!“
„Das ist mir egal! Ich will ohnehin nicht wie meine Eltern sein!“

In ihrem jungen Geist hatte sich Wut ausgebreitet, den sie auf ihre toten Eltern projizierte. Warum hatten sie sie auch allein gelassen?! Immer häufiger geriet sie mit ihrem Onkel in Streit, der ihre Vormundschaft übernommen hatte. Aber irgendwann zeigte er Verständnis. Auf seine Art befreite er sie von der Last der Erinnerungen und setzte ein Schriftstück auf, das sie von ihren Pflichten entband. Sie überließ ohne jegliche Gegenwehr und sogar freudig ihren Titel und das Anwesen ihrem Onkel Jafar, dem Bruder ihres Vaters, und wandte sich einem einfacheren Leben zu.

Die Schneiderlehre
Mit 14 Jahren entdeckte Sarin ihre Leidenschaft für die Kunst im allgemeinen und mit 19 begann sie eine Schneider-Lehre.
Eines der wenigen Dinge, die ihr Onkel für sie je getan hatte, sollte nachhaltig ihr Leben verändern. Er setzte sich für sie ein und bezahlte einen großzügigen Betrag, damit Sarin bei dem Besten lernen durfte. Meister Londro war ein Künstler unter seinesgleichen und angesehener Schneider. Er genoss hohes Ansehen in der Gesellschaft. Sein Name war seit über einem Jahrhundert in aller Munde und schon sein Vater und der Vater seines Vaters standen hoch in der Gunst der Reichen und Mächtigen.
Meister Reko Londro wurde für viele Jahre ihr Vorbild und vielleicht auch am ehesten das, was man eine Konstante in ihrem Leben nennen konnte. Durch seine stoische Ruhe und unerschütterliche Konsequenz schaffte er es, Sarins rebellische Ausbrüche in geordnete Bahnen zu lenken und ihre Leidenschaft für die Kreativität zu fördern. Es dauerte seine Zeit, aber unter seiner Anleitung entwickelte sich Sarin zu einer talentierten Schülerin, einer fleißigen Gesellin und viel später half er ihr, sich auf die Prüfung zu ihrer Meisterschaft vorzubereiten.
(Erinnerung:)
„Meister Londro, ich habe den Zuschnitt für das Ballkleid fertig. Soll ich die Dame informieren, dass sie zur Anprobe kommen kann?“
„Hast du das Silbergarn abgeholt?“
„Ja, es liegt alles bereit.“
„Dann lauf zum Hof und ...“

Die kleine Glocke der Eingangstür gab ihren leisen Ton von sich und Meister und Gesellin sahen auf. Der Herr, der eintrat, war hoch gewachsen und strahlte eine Autorität aus, die einschüchternd wirkte. Der Schneider-Meister erhob sich und trat nach vorne in das Geschäft, wo er die Wünsche des Generals, so wie Sarin noch hörte, entgegen nahm. Meister Londros Entwürfe waren beliebt bei Hof und hatten in den letzten Monaten sich wohl vermehrt herum gesprochen. Sarin wollte gerade nach hinten den Laden verlassen, als ihr Meister sie rief.
„Sarin, komm doch bitte mal nach vorne.“
Schnell tat sie wie geheißen und wurde dem General vorgestellt.

Schüchtern und nicht recht sicher, warum sie plötzlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, bekam sie gar nicht recht mit, dass es IHRE Werke waren, die in letzter Zeit Belobigung erhalten hatten und so neue Kunden anlockten. Die zarte Röte ihrer Wangen sollte in den nächsten Wochen ihr ständiger Begleiter sein. Immer häufiger wurde sie zu Adeligen bestellt, die ihre elegante Linienführung schätzten. Durch den Erfolg und den Zuspruch ihres Meisters wuchs sie langsam über sich hinaus und durchbrach gewohnte Strukturen, setzte Zeichen und entwickelte mit der Zeit eine eigene Stil-Linie. Die Zeit war gekommen, ihre Fähigkeiten zu meistern und Sarins Seele gewann an Stärke und Sicherheit. Das schönste Geschenk, das ihre Kunden ihr machen konnten, war das ehrliche Lächeln, das sich auf ihren Gesichtern abzeichnete, wenn sie ihre Kleider das erste Mal anprobierten. Der Stolz auf ihre Werke ließ sie wachsen und hob sie aus ihrer einsamen Dunkelheit. Die Freude, mit ihrem Tun zu begeistern, baute sie auf und ließ sie zu einer selbstsicheren jungen Schneiderin heran wachsen. Auch Meister Londro bemerkte den Wandel, der durch seine Schülerin ging und bald begann er, sie immer eigenständiger arbeiten zu lassen.

Spinnenseide und Magie
Die feinen Stoffe, die Sarin durch ihren Umgang mit dem Hochadel der Nachtelfen in die Hand bekam, die reichten ihr langsam aber nicht mehr. Samt, Satin, feinste Baumwolle aus der stillen Ebene, das wusste sie gut zu verarbeiten, aber etwas fehlte. Etwas Besonders musste her. Immer wieder suchte sie unter den angebotenen Stoffen das Herausragende, die künstlerische Herausforderung und eines Tages fand sie diese auch, wenn auch an einem etwas ungewöhnlichen Ort.
(Erinnerung:)
Sarin schritt in Gedanken versunken durch die Dunkelheit der weitläufigen Höhlensysteme ihrer Heimat. Sie kannte ihre Umgebung gut und achtete nur beiläufig auf den Weg. Der Marktplatz war nicht fern und ihre Schritte führten sie an einer Felsspalte entlang, die zu den Vierteln der ärmeren Bevölkerungsschicht führte. Eine ältere Frau stolperte dort über den ungeschliffenen Untergrund gerade heraus und fiel gegen sie. Sarins Hände fingen sie reflexartig auf und stellten sie wieder auf die Beine. Doch ihre Hände wollten sich von der alten Frau nicht recht lösen.
Was ist das nur für ein Stoff? Wenn auch grob und fehlerhaft gewebt, so fühlt sich das Material doch unglaublich seidig an.
Das Tuch, das die Frau um ihre Schultern trug, war von hellgrauer Farbe, schmutzig, knittrig und hatte sogar ein paar kleine Risse, aber es fühlte sich an wie feinste Rohseide und sogar noch weicher.
„Wo habt ihr dieses Tuch her?“
„Ich hab es nicht gestohlen, wenn ihr das denkt!“

Sarin erkannte erst jetzt so recht die Situation und entschuldigte sich bei der alten Frau. Auch wenn diese weit unter ihrem Stand war, so behandelte sie sie mit Fürsorge und Höflichkeit.

Aus dem zufälligen Zusammentreffen entwickelte sich schnell eine Geschäftsbeziehung, in der Sarin von ihr diesen feinen Faden erstand, um heimlich feinste Seide daraus zu gewinnen. Nach einigen Monaten, in der Vertrauen wachsen konnte, lud die alte Frau, die ihren Namen nicht nennen wollte, Sarin zu sich nach Hause ein... ein Zuhause, dass nicht ungewöhnlicher sein hätte können. Hunderte Spinnen, manche so groß wie eine Hand, lebten und bauten für die Frau ihr Heim. Die Höhle hatte schon etwas gruseliges an sich, aber die Tiere waren zahm und hörten auf ihre Herrin. Sarin wurde an diesem Tag gelehrt, dass Schönheit auch an ungewöhnlichen Orten geboren werden konnte, denn so surreal dieser Platz auch anmuten konnte, so fein und filigran waren doch seine Strukturen, so weich und fest seine Gebilde, so unglaublich seine Kunst. Die Spinnen webten ihre Umwelt aus nicht klebenden Fäden und die Alte verkaufte Sarin die Spindeln. So gewannen beide. Doch die Alte schien noch ein weiteres Geheimnis zu haben, was Sarin aber erst sehr viel später gewahr wurde.

Die Runen beginnen zu sprechen
Auch wenn Sarin dem Adel, den Nachtfürsten, noch immer nah war, quasi ungesehen unter ihnen lebte, so wusste sie, sie würde ihre Leidenschaft, das Handwerk niemals für einen Platz in ihrer Mitte aufgeben. Der Vorteil durch die Spinnenseide brachte sie weiter voran, aber manch einer ihrer Familie, besonders ihre Cousine Lucil, mochte sie für ihren Beruf belächeln und für niedrig halten. Die wenigsten ihrer Kunden wussten überhaupt etwas von ihrer hohen Blutlinie. Sarin zog es vor, als „einfache“ Schneiderin ihr Dasein zu fristen, denn genug Spaß hatte sie, wenn sie dem Tratsch und den Geheimnissen der hoch gestellten Damen und Herren lauschte, die sich von ihr ihre Roben anfertigen ließen und die „kleine Schneiderin“ gar nicht wahrnahmen.

Doch ihre geschäftliche und langsam freundschaftlich gewordene Beziehungen zu der alten Frau hielt noch die ein oder andere Überraschung für Sarin parat.
(Erinnerung:)
„Sarin, Kind! Du musst auf dich aufpassen können!“
, sprach die Alte und schüttelte einmal mehr über Sarins Naivität das weißhaarige Haupt. Die junge Frau war nur knapp einem Verfolger entkommen, der sicher keine guten Absichten gehegt hatte.
„In deinem Viertel ist es ruhig und die Straßen von der Stadtwache bewacht, aber wenn du zu mir kommst, da musst du doch aufpassen! Die Männer hier sind anders. Sie nehmen sich zuweilen, was sie wollen. Du bist zu jung und zu hübsch, als dass du unbewaffnet hier unten herum laufen könntest. Du musst wenigstens lernen, wie du sie abschrecken kannst und du brauchst... das hier!“
Sie kramte dabei in einer kleinen Kiste, wobei ihr eine ihrer Spinnen über die Hand lief, und holte einen kleinen Dolch hervor.
„Trag ihn immer bei dir! Man weiß nie, wann man ihn braucht!“

Sarin nahm das Geschenk an diesem Tag dankbar an und die Alte zeigte ihr den rudimentären Gebrauch der kleinen Klinge. Zu mehr taugte Sarin jedoch nicht wirklich, und sie würde wohl auch nie eine geübte Kämpferin werden. Was sie jedoch noch von der Alten lernte, war, dass man in gefährlichen Momenten auch mit Lautstärke etwas erreichen konnte. In fernen Höhlen übten sie das Schreien, das wütende Brüllen und Schimpfen, das einen noch unentschlossenen Gegner auch in die Flucht schlagen konnte. Sicher, wenn jemand der „kleinen Schneiderin" wirklich nach dem Leben trachten würde, dann würde auch das nicht viel helfen.
Mit den Jahren der Zusammenarbeit, in denen die Alte sich immer fern ab der „Zivilisierten“ hielt - ihre Worte – da offenbarte sie Sarin eines Tages ihre wahre Berufung. Als Sarin eines Abend zu ihr kam, um die nächsten Spindeln abzuholen, sah sie, wie die alte Frau an einem Stück Stoff webte, das ein leichtes Glühen verströmte. Sie summte dabei Worte in einer Sprache, die Sarin nicht verstand. Nach einem kleinen Schreck, dass sie entdeckt worden war, erklärte die Alte dann Sarin doch, was sie da tat. Sie wirkte Runenmagie und bannte sie in den Stoff. Der Gesang hatte nichts mit der Magie zu tun, aber die Alte erklärte auch dies: Sie sprach Melongiar. Sarin war selbst wie gebannt und gerade die Möglichkeit, eines mit dem anderen in Verbindung zu bringen, faszinierte sie über alle Maßen. Fortan nahm sie weniger Aufträge bei Hof an und konzentrierte sich für einige Jahre fast ausschließlich auf das Erlernen der Runen und lernte auch nebenbei ein wenig die Sprache ihrer alten Freundin. Sie zog sich zurück, lebte manchmal für Wochen bei der merkwürdigen Alten. Zum Glück sorgte sich ihr Onkel schon lange nicht mehr um ihren Verbleib oder ihr Wohlergehen und ihrem Meister Londro konnte sie glaubhaft versichern, dass es ihr gut ging. Er war der Einzige, zu dem sie in dieser Zeit Kontakt pflegte. Ihr aufgehender Stern am „Modehimmel“ verblasste jedoch schnell und ihre Werke gerieten in Vergessenheit...
Doch nur, um nach Jahren des Lernens und des Übens wie ein Phönix wieder aufzuerstehen!

Nach Jahren des Lernens
Besonders lag Sarin die magische Komponente, die Runenmagie, in die Stoffe einzuweben, sie zu besticken oder in die Muster einflechten zu lassen. 23 Zeichen, die ihren Zauber verströmten. Ihre Stoffe wirkten Magie auf ihre Träger und unterstützten diese im Kampf, beim Handel oder anderen Tätigkeiten. Sarins Name verbreitete sich schnell unter den Höflingen und hohen Würdenträgern. Priester wollten ihre Roben verziert haben, Krieger und Assassinen gaben ihr Aufträge. Sogar der innere Hofstaat wollte wieder ihre Kunst sehen.
Dann kam der Tag, an dem Sarin Kasani zur Herrin der Nachtelfen gerufen wurde.
Was in diesen Tagen geschah, was Méntara Tronás, die Herrscherin der Nachtelfen, in ihr Gewand hatte einweben lassen, dass sei für immer hinter Sarins Lippen verschlossen und auch hier nicht erwähnt.
Doch fortan war bekannt, dass die Stadtherrin ein Kleid von ihr trug, worauf Sarin besonders stolz war und dafür sogar offiziell auf einem der Bankette belobigt wurde. Sie hatte sich inzwischen einen guten Namen mit ihrer Kunst gemacht und war damit auch sehr zufrieden.

„Träume“
Auch wenn Sarin gewiss schon eine eigene Schneiderei hätte haben können und auch eigene Schüler, so arbeitete sie, außer mit ein paar Zulieferanten (wie der Alten) immer noch hauptsächlich allein an ihren Kunstwerken. Sie teilte sich auch weiterhin den Laden mit Meister Londro, der ihr mehr und mehr nicht nur ihr Lehrer, sondern auch ein stiller Freund geworden war. Langsam sahen sie einander auf Augenhöhe, doch Sarin sprach ihn weiterhin immernoch voller Respekt an. Sie verbrachte aber auch viel Zeit im Palast, wo ihr inzwischen ein kleines Ankleidezimmer bereit gestellt worden war. Hier nahm sie bei ihren Kunden Maß, präsentierte Stoffproben, hier nahm sie Aufträge entgegen, lernte neue Kunden kennen und wickelte die Bezahlung ab. Das eigentliche Handwerk fand in Meister Londros Räumen statt.
Im Palast-“Büro“ war es auch, wo sie Dagal Duniel kennen lernte. Er war der Spross einer angesehen Blutlinie und benötigte einen neuen Gehrock, weil er seinen zerrissen hatte. Eigentlich wollte er seinen nur flicken lassen und von Sarins gutem Ruf als Schneiderin hatte er auch noch nichts gehört, da er sich sonst nicht mit „Mode“ beschäftigte. Sie hielt ausschließlich mit ihrer Blutlinie hinterm Berg. Sie war bei Hof einfach nur „Sarin“... und eben nicht Sarin Kasani. Er hielt sie für eine einfache Angestellte und war trotzdem freundlich zu ihr. Dieses Verhalten imponierte Sarin und gut aussehen tat er auch. In den nächsten Tagen und Wochen zerriss er sich regelmäßig seine Kleidung und kam immer wieder. Mal brachte er kleine Süßigkeiten mit, mal spannende Geschichten aus dem Oberreich. Seine Familie ermöglichte es ihrem Sohn schon früh, die Welt besser kennen zu lernen und hatten eigentlich schon eine Frau für ihn ausgesucht, wovon Sarin jedoch nichts wusste. Die zarten Bande zwischen Sarin und Dagal festigten sich trotz allem und von seiner Seite vielleicht auch gerade deswegen recht schnell. Sein ungestümer Geist und seine Leidenschaft lockten Sarin aus ihrem Schneckenhaus hervor und bald wurde aus einer kleinen Schwärmerei Liebe. Da Sarin gut erzogen war und auch sonst eine eher schüchterne junge Elfe, hob sie sich für den Tag ihrer Hochzeit auf, der bald kommen sollte, wenn es nach Dagal ging.
Doch ein Hochzeitskleid zu nähen brauchte Zeit.
Mit viel Liebe zum Detail ging sie ans Werk. Vielleicht war es Schicksal, vielleicht etwas anders, dass ihr erster Entwurf spurlos aus ihrem kleinen „Büro“ im Palast verschwand. Auch die Stoffe, die sie für sich verwenden wollte, waren plötzlich vergriffen. Dabei hatte sie alles so genau geplant und auch mit ihrer Familie besprochen. Ihr Onkel hatte bei der Eröffnung, dass sie heiraten wollte, etwas verschnupft gewirkt, aber auch Nachtelfen konnten mal krank werden. Ihre Cousine war ein paar Tage später bei ihr aufgetaucht und hatte ihr überschwänglich zu dem guten Fang gratuliert. Alle freuten sich für sie. Ihr Meister sprach sogar von ihren Kindern, die er in seinem Laden spielen sehen wollte und ihre „alte“ Freundin webte für sie sogleich den feinsten Stoff, den sie je gesehen hatte. Aber so recht wollte sich das Glück nicht für Sarin einstellen, weshalb sie begann, vorsichtiger zu werden. Sie arbeitete nur noch bei der Alten an ihrem Kleid und auch wenn ihre Familie sie bedrängte, den Schmuck ihrer Mutter mal an ihr vorher zur Anprobe sehen zu wollen, so fand Sarin immer wieder Auswege, ihr Kleid vor ihnen und der Öffentlichkeit zu verbergen.

Eine geplatzte Hochzeit
Der Tag, der der Glücklichste werden sollte, wurde die schlimmste Nacht ihres Lebens!
Dagals Familie hatte es sich nicht nehmen lassen, ihren Einfluss spielen zu lassen und so sollte die Hochzeit im Palast statt finden. Alles war vorbereitet und auch ihr Onkel hatte sich nicht lumpen lassen. Sarins Mitgift war stattlich und so mancher im Palast, der zuvor nur in ihr die arme Schneiderin gesehen hatte, begann spätestens jetzt nachzugrübeln. Es hätte die Hochzeit des Jahrhunderts werden können...
Bild
(Sarins Hochzeitskleid im ganzen)
Sarin schritt in ihrem Kleid den langen Gang entlang und alles schien perfekt.
Dort vorne im Schatten des Altars von Manthala wartete der Mann, den sie glaubte zu lieben. Nicht weit von ihm entfernt stand ihre Cousine Lucil und zerrte an ihrer eigenen Robe, dass ihre Knöchel weiß hervor traten. Ihr Onkel geleitete sie zum Altar und hielt ihren Arm fest umspannt... Doch Sarin sah nur Dagal und sein Lächeln, dass...merkwürdig angespannt wirkte? Vielleicht war es aber nur die Aufregung. Alles war doch perfekt! Sie vermisste ihre Eltern, ihre Mutter, die als Hohepriesterin dies hier noch gekrönt hätte, sie vermisste ihren Vater, seinen fürstlichen Segen ... aber sonst war es perfekt.
Wechselten der Onkel und ihr Bräutigam da bedeutungsschwere Blicke?
Als Dagal ihre Hand ergriff, sprangen die Türen auf und ein Lufthauch ließ alle Kerzen erlöschen. Manthalas Priesterin, die sie trauen sollte, hob mahnend die Hände, dass alle ruhig bleiben sollten, doch dafür war es schon zu spät. Ein solches „Omen“ wie Lucil laut verkündete, durfte nicht übergangen werden. Plötzlich lief aus den Fugen über dem schwarzen Rosenaltar blutrote Flüssigkeit und die Leute begannen, zu schreien. Das alles verstörte Sarin, doch das schlimmste war, dass Dagal ihre Hand los gelassen hatte. Fassungslos sah sie auf ihre Finger, die eben noch seine Wärme gespürt hatten und sahen dann in sein aufgebrachtes Gesicht, das nervös hin und her zuckte.
Dann ging alles ganz schnell. Um sie herum liefen die Leute durcheinander, aber alles was Sarin sah, war Dagal, der den Gang hinunter vor ihr flüchtete.
Sogar ihr Onkel hatte sie los gelassen, aber er stand wenigstens noch in ihrer Nähe, als sie ohnmächtig wurde.
...
Den nächsten wachen Augenblick erlebte Sarins seither immer wieder als Albtraum.
Immer wieder erwachte sie wimmernd, nach der Hand ihres Liebsten suchend und fand sich dann allein in ihrem Zimmer wieder, das sie als Kind bewohnt hatte. Ihr Onkel öffnete die Tür, gefolgt von seinen Kindern. Gemeinsam erklärten sie ihr, was geschehen war und dass Manthala ihren Segen für diese Verbindung unwiderruflich verweigert hatte. Bei genauerem Nachfragen, was geschehen sei, berichteten sie, dass sie ohnmächtig in sich zusammen gesungen sei und in das Blut der Göttin gefallen war. Was dann alle für einen Fluch hielten, war der Fakt, dass das Kleid nicht einen Tropfen in sich aufnahm und sie wie ein weißes Rosenblatt in einem purpurnen See gelegen hätte.
Sarin stand vollkommen neben sich und ihre fahrige Erklärung, dass der neuartige Stoff ihres Hochzeitskleides schmutzabweisend war, das wollte niemand hören. Alle sprachen davon, dass ihr Kleid verflucht sei und nur die wahre Liebe diesen Bann brechen könne. Lucil vertrat diese Meinung vehement und erzählte ihr, dass Dagal noch in der gleichen Nacht das Reich verlassen hätte. Mit wahrer Liebe konnte es bei ihm also nicht weit her sein.
Seither glaubt jeder, der dabei war, oder jeder der von der Geschichte hörte, dass Sarin, bzw. ihr Brautkleid verflucht seien.
((ooc: Hintergrund: Onkel Jafar und Lucil könnten auch den Fluch inszeniert haben - Sie selbst hatte ja alles aufgegeben, aber ein Ehemann bedeutet Kinder und ein Kind könnte das Erbe ihrer Eltern beanspruchen. Außerdem war Dagal eigentlich Lucil versprochen gewesen, bevor Sarin dazwischen geriet. Dagal selbst war ein abergläubischer Feigling, der sofort die Flucht ergriff. Ob der Onkel etwas mit dem Tod der Eltern zu tun hatte, ist offen.))

Die Gegenwart
Viel Zeit ist vergangen. Seit das Gerede um ihre Person leiser geworden ist, ist sie auch wieder bei Hof gern gesehen, auch wenn die Männer sich von ihr fern halten. Getuschelt mag immer noch werden, doch so langsam gerät auch diese Geschichte in Vergessenheit. Es sind inzwischen 10 Jahre ins Land gezogen und Sarin hat gerade ihren 88zigsten Jahreszyklus begonnen. Der Hof erfreut sich wieder ihrer Dienste und sie hält sich stets höflich im Hintergrund. Eigentlich ist sie ganz glücklich. Sie geht ihrem Beruf nach und liebt die Magie.
Nur die hellen Nächte lassen sie träumen und sehnen.
Doch auch das Reich der Nachtelfen befindet sich im Wandel. Gerüchte machen im Palast die Runde. Ein Abgesandter der dunklen Völker wurde angekündigt und die Spekulationen kursieren. Bisher ist offen, ob dies eine Veränderung im Leben des neutralen Volkes unter der Erde bedeuten wird. Es wird von Krieg geflüstert und die Neugierde auf die Oberwelt ist angefacht.

Datenübersicht:

An einem 17. der dunklen Tage geboren.
6J. Eintritt in den Messdiener-Dienst
10J. Tod der Eltern/Trauerphase
14J. künstlerische Ambitionen/ Rebellische Phase
19J. Schneider-Lehre
22J. Gesellenbrief
30J. Meisterbrief
33J. Runenmagie-Studium begonnen
44J. Hohzeits-Fiasko/Fluch
88J. Die Gegenwart

Inventar:
  • - elegante, schlichte Gewandung
  • - Tasche mit Utensilien zum Schneidern
  • - kleiner Dolch
Tierische Begleiter:
- Eine der erstaunlich intelligenten Spinnen in der Höhle ihrer „alten“ Freundin mag Sarin besonders. Wann immer sie bei ihr ist, kommt das kleine Krabbeltier an, um mit ihr zu kuscheln. Ich weiches schwarzes Fell drückt sie dann an ihre Finger und versucht dann, ein oder zwei Finger von ihr einzuspinnen. Doch um ihr Geheimnis zu wahren, nimmt sie das kleine Tier, das sie heimlich „Tekla“ getauft hat, jedoch nie mit in die Stadt. Wer weiß, wenn Sarin eines Tages ihre Heimat verlassen sollte, ob sie dann das kleine Tier begleiten würde?

Einstiegspost:
Reich der Nachtelfen.
Sarin's Schneiderstube im Anwesen der Stadtherrin
Bild

Antworten

Zurück zu „Nachtelfen“