Weg über die Ebene

Diese große Graslandschaft liegt im Herzen des östlichen Teiles Celcias. Bei einem Unwetter verwandelt sich diese schöne Ebene in ein sehr gefährliches Gebiet, da es kaum Schutz bietet. Der große Fluss Ilfar teilt die Ebene in zwei Hälften.
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Janay
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Janay » Donnerstag 11. Juli 2019, 20:38

Selbst wenn sie gewusst hätte, was genau sie alles in den letzten Tagen durchgemacht hätte, wäre sie nicht länger liegen geblieben. Sie hatte noch nie sonderlich viel Geduld besessen, weder mit sich, noch mit anderen, und ein Abwarten wäre für sie ohnehin nicht infrage gekommen. Sogar dann nicht, wenn der Hunger sie nicht von ihrem Lager geholt hatte. Auch andere Bedürfnisse würden sich bald schon melden, schließlich hatte sie viele Stunden lang geschlafen.
Außerdem bedeutete für sie das Wachsen in ihrem Bauch noch lange nicht, dass sie wie ein rohes Ei behandelt werden müsste. Da war es nur gut, dass er seine Gedanken für sich behielt und ihren Unmut nicht damit herauf beschwor. Die junge Frau war bereits aufgewühlt genug, weil er sie schon wieder einfach so hatte zurücklassen wollen. Eigentlich wollte sie das für sich behalten, aber es war wie eine Welle, die sie mit sich zu reißen drohte, sodass die Worte ausgesprochen waren, ehe sie sich diese hatte überlegen können.
Seine Reaktion entlockte ihr ein leises, beleidigtes Schnauben und hätte sie das Fell nicht halten müssen, hätte sie bestimmt die Arme vor der Brust verschränkt. Trotzdem war ihr Blick deutlich, dass ihr nicht gefiel, was hier vor sich ging. Nur flüchtig nickte sie dem Leoniden zu, der sich einmischte, indem er sich vorstellte.
Doch noch war sie mit Kazel nicht fertig, weswegen sie sich erneut in ihrer Muttersprache an ihn wandte. Das war eine Sache zwischen ihnen beiden, wie sie fand, da war es ihr nur recht, wenn dem nicht alle Anwesenden folgen könnten. Fand sie zumindest.
"Ich habe Hunger und nein, mir tut nichts weh. Sollte es? Was ist hier überhaupt los?", verlangte sie zu wissen und sah Kazel fordernd an. Er sollte sich besser in keine Ausflüchte oder Schwindeleien verstricken, wenn er sie nicht noch wütender machen wollte!
Ehe er allerdings dazu kam, ihr auch nur im Ansatz ausreichende Antworten zu geben, tauchte der Ork auf und bot ihr zu essen an. Zuerst war sie skeptisch, wenngleich es die Worte des Mischlings nicht bedurft hätte, um ihren Appetit zu wecken. Dieser war längst da und sorgte dafür, dass sie sich nahm, was sie bekommen konnte, um sich damit hinzusetzen und kräftig in sich hinein zu schaufeln.
Ihr Hunger war wirklich groß und vermutlich würde sie mehr als eine Schale verdrücken, wenn man sie ließe. Zu viel auf einmal wäre schließlich auch nicht gut, weil ihr Körper sich erst wieder an die feste Nahrung und die notwendigen Mengen gewöhnen müsste, doch vernünftig wäre sie in der Hinsicht wohl kaum.
Dabei behielt sie ihre Umgebung im Auge und bemerkte Kazel nicht nur, da er sich neben sie setzte, sondern weil er ihr auch zeigte, wo es mehr von dem Gericht gab, das tatsächlich nicht so schlecht schmeckte. Anders, als sie es gewohnt war, aber so, dass sie sich daran wirklich würde satt essen wollen.
Kauend hörte sie seine Worte und überlegte einen Moment lang, ob sie demonstrativ in Lerium etwas erwidern sollte, jedoch ließ sie es sein. Sie hatte jetzt keine Lust auf solche Kindereien, das würde sie nur von dem eigentlichen Thema ablenken. "Du musst gar nichts. Was geht dich das Ganze überhaupt an?", grummelte sie mit vollem Mund zurück und warf einen Blick über die Schulter zu dem Leoniden.
Dann winkte sie mit dem Löffel in der Hand ab und schaufelte den nächsten Bissen rein. "Und wer sagt dir, dass ich das überhaupt will? Vielleicht will ich auch irgendwo anders hin, weit weg von einem wie... wie..." Ihr fiel kein wirklich passendes Wort ein, sodass sie einen bezeichnenden Blick in die Runde war. "Wie diesem hier. Wie wär's, wenn du mich vorher mal fragst, bevor du so etwas bestimmst?"
Wieso klang sie schon wieder so vorwurfsvoll und gekränkt, als wäre er ihr Partner und würde sie sitzen lassen? Nur, weil sie schwanger war, bedeutete das nicht, dass sie ihre Eigenständigkeit aufgegeben hatte! Oder er ihr mehr bedeutete als all die Männer, die sie für ihre Dienste bezahlt hatten! Redete sie sich ein... oder versuchte es wenigstens.
In diesem äußerst schlecht gewählten Moment mischte sich der Leonide ein und bekam von ihr einen vernichtenden Blick zugeworfen. "Ich mag schwanger sein, aber ich bin nicht invalid oder todkrank!", fauchte sie, einer Katze nicht unähnlich. Würde wohl nicht mehr viel fehlen und sie hätte ihre Krallen gezeigt.
Kazel verhinderte Schlimmeres und sorgte mit seiner Frage hingegen dafür, dass sie plötzlich das dringende Bedürfnis hatte, ihre fast schon leere Schale anzustarren. Wodurch ihr die eigentlich komisch anmutende Begegnung zwischen dem Ork und dem Leoniden entging, die sie vermutlich zum Schmunzeln, wenn nicht gar zu einem schadenfrohen Kichern gebracht hätte.
Den zarten Hauch von Rosé in ihren Wangen indes konnte sie zu ihrem eigenen Glück nicht sehen, denn das hätte sie womöglich noch ernstlich verlegen machen können. Ja, warum war sie ihm noch einmal gefolgt? Ach ja, richtig, weil sie nicht zulassen wollte, dass jemand anderes als sie persönlich ihm die Ohren lang zog. Nur... das konnte sie ihm doch nicht sagen! Nun ja, eigentlich schon, aber nicht, ohne mehr von sich preiszugeben, als sie tun wollte.
Schließlich zuckte sie mit den Schultern und wollte darauf lieber keine Antwort geben, was sie damit kaschierte, dass sie demonstrativ noch einen Löffel voll in den Mund schob. Betont laut kauend und kaum verständlich warf sie den Ball zu ihm zurück:"Also, was ist hier los?!"
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 15. Juli 2019, 12:05

Kazel hätte seinen Ork wohl noch einmal loben müssen, wäre ihm aufgefallen, dass dieser Rhudos' weitere Einmischung in das Gespräch bremste. Der Leonidenprinz wurde abgelenkt und zwar auf eine fast schon kindische Weise. Putzig, wie die zwei nun stets um das Feuer herum rückten. Kazel hatte nur leider keine Augen dafür. Er war nach wie vor in das Gespräch mit Janay vertieft, so dass er von den Albernheiten um ihn herum nur zweitrangig etwas mitbekam. Seine Ohren zuckten zwar, aber da er keinen alarmierten Klang vernahm, ging er nun nicht von unmittelbarer Gefahr aus. Prinz Rhudos und der namenlose Ork waren beschäftigt. Sie würden eine Weile auch ohne den Sturmadler zurechtkommen. Er war ja hier, aber Janay ... war ebenfalls hier. Und sie war schon von Beginn an, seit ihrem ersten Aufeinandertreffen, ein Magnet zum Elfen gewesen, nach dem er sich stets ausrichtete. Umso ungewohnter musste für sie nun seine Entscheidung sein, ohne sie weiterziehen zu wollen. Auf ihre bislang unbeantwortete Frage, ob ihr denn etwas wehtun sollte und was überhaupt geschehen sei, ging Kazel allerdings bewusst nicht ein. Er spürte, dass Janay zornig war und mutmaßte bereits jetzt, dass der Grund sein indirekter Verrat gewesen war. Immerhin hatte er nicht verhndert, dass sie von Pfeilen durchbohrt wurde. Er hatte sie sterben lassen. Da wog wohl nicht gleichermaßen schwer, dass er sie auch mit Gevatters Hilfe zurückgeholt hatte. Nein, es war aus seiner Sicht besser, darüber zu schweigen, so lange es ging. Stattdessen beobachtete Kazel sie beim Essen, bis ihr Gespräch in die nächste Runde ging und er ihr Antworten schuldig wurde, gleichermaßen wie sie ihm.
"Es geht mit etwas an, Janay, auch wenn es mir nicht gefällt. Aber ich bin der Bruderschaft des Lichts beigetreten und diese kämpfen für ein Celcia, das nicht von ... meinesgleichen unterdrückt wird. Was immer du willst, du wirst es nicht finden, wenn die dunklen Völker überall die Macht an sich gerissen haben. Glaubst du, dann geht es friedlich weiter? Warst du schon einmal in Morgeria?!" Er holte tief Luft, um sich nicht zu sehr in das Thema hinein zu steigern. Er wollte Janay gegenüber nicht laut oder ausfallend werden. Sie ist schwanger, ich muss mit ihr fortan vorsichtiger umgehen. Kazel kannte sich mit dem Vaterwerden ebenso wenig aus wie mit einer Schwangerschaft. Er behandelte Janay nicht wie ein rohes Ei. Es war eine Steigerung davon. Ein rohes Ei, dessen Schale aus hauchdünnem Glas oder Papier bestand. Jede noch so kleine Erschütterung könnte es zerstören. Und Kazel hatte sie bereits einmal über die Grenze des Lebens gebracht. Er sorgte sich - um sie und um das Kind.
Die schwache Rötung ihrer Wangen ließ in Kazel den Mut heran reifen für sein Geständnis: "Ich war schon immer allein. Vermutlich fällt es mir deshalb schwer, nach anderen Meinungen zu fragen, wenn ich Entscheidungen treffe, aber ... mir gefiel der Gedanke, nicht länger allein sein zu müssen, wenn das hier durchgestanden ist. Mir gefällt der Gedanke, eine Familie zu haben und einen Platz, wo ich hingehöre. Mir gefällt es, dass du Kern dieser Gedanken bist. Ich möchte das nicht verlieren und deshalb kann ich nicht andere ihr Leben riskieren lassen und mich zurückziehen. Es ist mein Volk, das dieses Chaos veranstaltet ... und wieder droht, mir zu nehmen, was mir Halt gibt. Ich werde darum kämpfen. Weil..." Seine Augen wanderten zu Janay herüber. Jetzt war er so weit gekommen mit seinen Worten und schaffte es dennoch nicht, die letzten davon auch noch hervor zu bringen. Plötzlich fühlte sich seine Kehle so trocken an, fast zugeschnürt. Das Atmen fiel schwer. Er knetete die Hände ineinander, spürte, dass sie sich schwitzig anfühlten.
"Ich habe hier alle umgebracht, die dir hätten schaden können, Janay. Alle. Juduka auch." Er widerstand dem Drang, nach ihrer Leiche Ausschau zu halten. Sicherlich lag sie nicht mehr direkt im Lager herum. Sicherlich hatte sein Ork die Spuren dessen, zu dem Raxtian Taudenstod ihn gemacht hatte, beseitigt. Mordwerkzeug. Kazel befeuchtete seine Lippen mit der Zungenspitze. "Alle, die noch übrig sind, wollen dir und mir nicht schaden ... jedenfalls gehe ich aktuell davon aus."
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Janay » Montag 15. Juli 2019, 15:44

Auch die junge Frau hatte keinen Blick für das Schauspiel, das sich direkt in ihrer Umgebung abspielte. Einerseits, weil sie sich auf ihre Mahlzeit konzentrierte, da ihr Körper eindeutig nach Nahrung verlangte. Und andererseits wegen Kazel... na ja, eher wegen den Gefühlen, die in ihr rumorten und von denen sie nur einen Bruchteil gewillt war zu akzeptieren. Von wahrnehmen und begreifen ganz zu schweigen!
Außerdem war sie keine Kriegerin, die ständig auf eine Gefahr lauerte, um in keinen Hinterhalt zu geraten und gleichzeitig den besten Zeitpunkt zum Angriff wählen zu können. Sie besaß eine andere Art von Aufmerksamkeit, die ihr die Straße beigebracht hatte, seit sie von daheim weggelaufen war und sich als Prostituierte verdingt hatte. Auch sie war nicht völlig abwesend von der Realität, nur weil sie sich auf etwas anderes konzentrierte.
Doch so stark auf dem Sprung wie er war sie bei weitem nicht. Zumindest nicht, wenn sie wach war und sich in einer Umgebung befand, in der sie vermutlich kaum einer Gefahr ausgesetzt wäre. Wie anders waren die Straßen einer Stadt, ganz gleich, ob Morgeria, Pelgar oder Jorsa, in denen sie sich niemals derart unbedarft bewegt hätte! Aber diese Orte waren fern, wie sie glaubte, da sie nicht genau wusste, wo sie sich überhaupt befanden in diesem Dickicht von Bäumen.
Und dann fuhr er fort, gab ihr eine Erwiderung, die ihr überhaupt nicht passte. Anfangs noch kauend verdrehte sie die Augen bei der Erwähnung dieser sogenannten Bruderschaft. Sie hielt wenig von solchen verschworenen Organisationen, erst recht, wenn diese etwas mit Pelgar zu tun hatten, an das sie keinerlei guten Erinnerungen besaß.
Dann jedoch brachte er sie wirklich in Rage. Mitten in der Bewegung, mit der sie den letzten gefüllten Löffel ihrer Portion zum Mund führen wollte, hielt sie inne. Fest presste sie die Lippen aufeinander, im Zorn darüber, dass er nicht einmal mehr zu wissen schien, warum sie sich so problemlos in derselben Muttersprache unterhalten konnten.
Dass sie ebenfalls eine Dunkelelfe war, wenngleich bei weitem nicht derart hintertrieben und bösartig wie der Großteil ihres Volkes. Allerdings sagte sie nichts dazu, war im ersten Moment nicht wirklich fähig, die richtigen Worte zu finden, um zum Ausdruck zu bringen, wie sehr sie seine Worte ärgerten. Nicht, dass es immer schön in ihrem Elternhaus gewesen war, eher fast nie, oder sie eine besonders tolle Familie gehabt hätte. Doch sie hatte eine Schwester gehabt, die sie geliebt hatte und die es ihr ermöglicht hatte, nicht ganz so verkorkst aufzuwachsen wie die meisten dort.
Gewiss wäre Janay keine der ersten, um ihre ehemalige Heimat in rosigen Farben anzupreisen. Und wenn sie ehrlich war, konnte sie durchaus Angst vor Dunkelelfen hegen, wie sie vor allem in Kosral verspürt hatte, als sie dort auf ihren Onkel getroffen war und der sie in seinem Bett hätte haben wollen.
Ihresgleichen konnte durchaus brutal sein und war es auch oft mit sadistischer Freude, aber nicht alle waren so und schon gar nicht wollte sie, dass er so darüber sprach, als gehöre sie nicht dazu. Als wäre sie eine Aussätzige oder etwas anderes, das nicht zu ihrem Volk zu zählen war. Das hatte sie aufgrund ihrer Hautfarbe schließlich oft genug zu hören bekommen als Kind und war mehrmals deswegen außen vor gelassen oder sogar beleidigt worden.
Anstatt den Mischling somit für seinen Heldeneifer zu loben... oder damit aufzuziehen und so etwas wie ein bisschen Stolz für seine Ziele mitzuempfinden, war sie gekränkt und wütend auf ihn. Da half auch nicht die feine Röte in ihren Wangen und die Verlegenheit, die diese Empfindungen kurzfristig überdeckte.
Anscheinend merkte er es nicht, denn er sprach weiter und brachte damit das Fass endgültig zum Überlaufen. Abrupt warf sie den Löffel wuchtig in die Schale zurück, dass das Essen davon nur so wegspritzte und war kurz davor, die Schale als Ganzes ins Feuer zu pfeffern. Mit heftig funkelnden Augen sah sie ihn zornig an.
"Wenn du ach so große Ziele hast im Kampf gegen deinesgleichen... warum redest du dann überhaupt noch mit mir?", fauchte sie und ließ das Geschirr kurzerhand fallen, weil sie nicht mehr daran dachte. Stattdessen ballte sie beide Hände zu Fäusten, bohrte sich die kurzen, abgebrochenen Fingernägel in die Handballen.
"Falls es dir entgangen ist, oh großer Krieger der Bruderschaft des Lichts,..." Beißender Spott kam ihr über die Lippen und sie achtete nicht länger darauf, ob sie ihn ihrerseits damit verletzte oder nicht. Sie war viel zu aufgewühlt dafür. Mit einer raschen Geste ihrer rechten Hand strich sie ihre kurzen Haare hinter ihr Spitzohr. "... ich gehöre auch zu denen! Ich gehöre zu denen, die in Morgeria geboren werden und dort aufwachsen. Die zu Krieg, Hass und Mord erzogen werden, die andere versklaven und sich für etwas Besseres halten." Ihre Stimme begann leicht zu zittern und sie spürte, wie ihr die Tränen zu kommen drohten, weil sich der anfängliche Zorn Luft gemacht hatte und die Kränkung stärker wurde.
Wütend über diese Gefühlsregung schlug sie mit der rechten Faust gegen den Baumstamm, auf dem sie saß. Währenddessen drang sein Geständnis an ihr Ohr und sorgte dafür, dass sie sich kerzengerade aufrichtete. Ihre Augen verengten sich und sie zog unwillkürlich mit der linken Hand das Fell etwas enger um sich.
"Warum sagst du mir das? Bin ich etwa die nächste, weil ich zu... deinesgleichen zähle?", fragte sie flüsternd und weiterhin in ihrer Muttersprache, weil ihre Gefühle generell viel zu durcheinander waren. "Und wer sagt dir überhaupt, dass wir alle schlecht sind? Dass es nicht auch unter uns solche und solche gibt? Vielleicht gibt es auch unter uns welche, die mehr wollen als den Tod zu verbreiten?!", fügte sie noch hinzu. Wobei sie in diesem Fall ihr Volk nicht verteidigen wollte, sondern lediglich erneut an ihre Schwester denken musste, die bei weitem nicht dem landläufigen Klischee entsprochen hatte.
Langsam reichte es ihr und der Gedanke an Flucht begann in ihr aufzukeimen. Schließlich war ihr erster, großer Hunger besänftigt und wenn er schon so dachte, hatte es sowieso keinen wirklichen Sinn mehr, weiter mit ihm zu reden.
Was also hielt sie noch an ihrem Sitzplatz, anstatt einfach aufzustehen und wegzulaufen? Oder zumindest ins Zelt, ins Warme...
Da war jedoch noch sein Nachsatz, der ihr beinahe die gesamte Kraft genommen hatte, die sie noch aufrecht gehalten hatte. Ihr Blick wanderte zum Feuer hin, das ihr keine Wärme mehr zu spenden können schien. "Soll ich mich jetzt darüber glücklich schätzen...? Oder erinnert ihr euch zu bald daran, dass ich zu denen gehöre?", bemerkte sie mit leiser, abfälliger Stimme und schüttelte den Kopf.
Warum nur hatte sie sich die Mühe gemacht, ihm helfen und ihn warnen zu wollen nach der Vision von Talimée? Er würde sie ja doch nur im Stich lassen...
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 17. Juli 2019, 12:17

Es heißt, dass Zuneigung nicht ohne ein Accessoire daherkommt. Eines, das alles im besseren Licht erscheinen lässt, aber auch blind für andere Farben der Welt macht. Denn wenn man durch rosarotes Glas schaut, gibt es keine Schattenseiten. Kazel glaubte, diesen Zustand längst überschritten und die Brille abgenommen zu haben. Vielleicht saß sie auch nie auf seiner Nase, außer im Moment, in dem er sich hatte von Janay betören lassen. Jener zweisame Moment, der nun für das wachsende Leben unter ihrem Herzen verantwortlich war.
Woran der Mischling aber schon längst nicht mehr glaubte, war, dass er diese Romantikerbrille noch immer trug. Darüber sollten Janay und er doch längst hinweg sein. Und doch fühlte er sich bei ihren Reaktionen, als nähme er etwas von den Augen, das ihn hatte blind sein lassen. Er runzelte leicht die Stirn, als sie die Augen verdrehte. Und seine Augen weiteten sich für einen Wimpernschlag, als sie auf seine Worte reagierte. Mit Wut hatte er nicht gerechnet und irgendwo in seinem tiefsten Inneren hörte er Glas splittern. Brillengläser?
Wo Janay ihre Faust ballte und gegen den Stamm schlug, auf dem sie gemeinsam saßen, da drückte Kazel die eigene Faust nur dicht an den Leib und umschlang sie anschließend mit dem linken Arm, damit sie vor Blicken verborgen blieb. Er starrte auf den Holzlöffel, der im Feuer langsam schwarze Ränder bekam.
"Die ...", begann er schließlich. Seine Zunge fühlte sich schwer, geradezu befremdlich in seinem Mund an. "Das sind jene, die einen Krieg anzetteln, weil sie aus purer Machtgier den Hals nicht voll bekommen. Oder es sind jene wie Saraembor aus diesem Lager, die sich an der Angst anderer ergötzen. Blutdürstige Faldorjünger, die nicht darüber nachdenken, was sie eigentlich tun. Sie foltern und morden. Sie versklaven andere Völker, die mit ihnen in einer Stadt zusammen leben ... oder dies wollten. Sie verpassen ihnen Maulsperren, nur um sie leiden zu sehen." Kazels Blick huschte nun unwillkürlich über das Feuer hinweg auf der Suche nach dem Ork. Er schluckte leer. Die nächsten Worte kamen ihm nur unter Stocken über die Lippen. "Die ... welche ihre eigenen Kinder in Verliese sperren und für ihr Aussehen, ihr Denken ... ihre Andersartigkeit abstrafen. Die ... züchten und erziehen sich Kinder heran, welche nicht minder skrupellos und blutrünstig werden wie sie selbst. Sie ... schaffen keine Familien, sondern ... Werkzeuge."
Mit einem tiefen Seufzen lehnte der Mischlingself sich zurück, straffte seine Haltung und nahm den Schwung mit aufzustehen. Er drehte sich zu Janay um, beide Hände erneut zu Fäusten geballt, damit sie nicht zitterten. Und damit er ihr die Adlerkrallen zeigen konnte. "Jene ihres Volkes, die anders sind und sich widersetzen, verfolgen sie ... fangen und verändern sie. Sie sorgen dafür, dass sie zu Werkzeugen werden ... und töten. Siehst du die hier? Oder meine Krallenfüße? Die spitzen Zähne, die sie mir verpasst haben?" Er schauderte. "Die haben mich schon lange, bevor ich so aussah, zu einem der ihren gemacht, indem ich für sie den einzigen ermorden musste, der anders war."
Dann brach es aus Kazel heraus. Auch auf seiner Seite drangen Emotionen an die Oberfläche, aber er ließ nicht zu, dass sie ihn überwältigten. Dieses Mal nicht. Lediglich als wilder Sturm, der das Blau seiner Augen zu verwirbeln wusste, zeigte es sich. Er nahm weder eine bedrohliche Haltung ein, noch erhob er die Stimme gegen Janay. Im Gegenteil, alles andere von den Augen abgesehen wirkte furchtbar kraftlos und müde. "Ich bin ein verdammter Teil dieses Volkes, auch wenn ich immer wieder dagegen anzukämpfen versuche. Aber solange ich kämpfe, kann ich mir wenigstens gelegentlich vorgaukeln, doch ein bisschen anders zu sein." Er hob den Kopf, um seinen Blick auf Janay zu fokussieren. Es war schwer. Irgendwie verschwamm ihm trotz der Adleraugen die Sicht. "Ich hab dich nie als eine von denen gesehen und das ist das ... Bezaubernde an dir." Noch einmal atmete Kazel tief durch, bemerkte gar nicht, dass er ins Celcianische wechselte. "Ich glaube, ich habe genug gesagt." Genug der bewundernden Worte. Du bist nicht wie sie. Du hast dich von deinem Blut nicht lossagen können. Zumal ihm nichts weiter einfiel, was er sagen konnte. Möglicherweise wäre es besser gewesen, überhaupt nichts zu sagen. Vielleicht hätte Kazel in der Stillen Ebene für sich bleiben sollen und naiv vor sich hin leben, bis die Vergangenheit ihn eingeholt und als Vormarsch der dunklen Armee einfach überrannt hätte. Vielleicht hätte er aufgeben und sich wirklich in Raxtians Hände begeben sollen, als das Werkzeug, das er war. Auch für den Gevatter war er im Grunde doch nicht mehr. Jemand, der ihm die verlorene Zeit - die verlorenen Seelen - einfuhr.
Einen letzten Kampf würde er wagen. Damit es nicht noch mehr wie ihn gäbe. Damit jene, die sich aus den Fängen erfolgreich hatten befreien können - Jene wie du, Janay. - ihre Kinder aufziehen konnten zu allem, außer zu einem Mordinstrument. Es war wohl an der Zeit, den Befürchtungen Janays unwissentlich zu folgen und aufzubrechen - allein. Das konnte er am besten.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Janay » Montag 22. Juli 2019, 22:54

Was fühlte sie eigentlich für diesen Mischling? Die junge Frau wusste es nicht und wollte sich auch gar nicht recht damit beschäftigen. Bislang hatte ihr so etwas nie gut getan und im Moment war obendrein nicht die richtige Zeit dafür. Er war ihr nicht gleichgültig, soviel stand fest, schon gar nicht, wenn er sie einfach alleine ließ.
Doch so wie er sprach, schürte er die Wut in ihr, weil sie sich ausgeschlossen fühlte von ihrer eigenen Rasse. Oft genug war sie wegen ihrer Hautfarbe für nicht reinrassig gehalten und entsprechend verspottet worden, manchmal sogar regelrecht beleidigt. Da reagierte sie auf solche Aussagen schlichtweg empfindlich.
Und da sie ihre Umgebung mehr oder weniger vergessen hatte, vor allem, dass sie beide eigentlich nicht allein waren, hielt sie sich auch nicht zurück. Hier saß kein Kunde von ihr, dem sie Honig ums Maul schmieren und schön tun musste, damit er sie auch ordentlich bezahlen würde ohne großes Feilschen. Nein, sie sprach mit Kazel, der sie schon einmal allein gelassen hatte und so aussah, als hätte er das in den nächsten Minuten wieder vor. Hätte es auch tatsächlich getan, wäre sie nicht rechtzeitig aufgewacht.
Zornig war sie und das machte sie auch mehr als deutlich. Bei seiner Antwort musste sie unwillkürlich an jenen Dunkelelfen denken, der das Kommando in den Ruinen Kosrals hatte, jener Mann, den sie früher als Onkel angesehen und der sie ausnahmsweise nicht so behandelt hatte, als wäre sie anders. Besser gesagt, es nicht derart deutlich gemacht hatte.
Vielleicht, weil er schon immer ein Auge auf sie geworfen hatte, aber noch nicht hatte tun können, wonach ihm beliebte. Oder aus irgendeinem anderen Grund... Bei ihrem Wiedersehen hatte er ihr allerdings gehörige Angst eingejagt, sodass sie das erste Mal in ihrem Leben froh gewesen war, nicht mit einem Mann ins Bett steigen zu müssen.
Und sie konnte sich nur zu gut vorstellen, dass er zu denjenigen gehörte, die ihr Gegenüber gerade beschrieb. Selbst, wenn sie ihn nicht wieder getroffen hätte, hätte sie diese Worte nicht einfach so abtun können. Ihre Familie hatte nie zu den Kriegern gehört und viel eher vom Handel gelebt, dennoch war sie nicht dumm und blind gewesen. Ganz zu schweigen von dem unterkühlten Verhalten ihrer Eltern, mit dem sie ihr stets begegnet waren.
Es gab vieles, dessen Details sie nicht kannte und auch nie gesehen hatte, worüber sie durchaus froh war. Das bedeutete indes nicht, dass sie davon nichts wusste. Ja, die Dunkelelfen, zu denen sie beide zählten, waren grausam und der Großteil sehr sadistisch veranlagt. Andauernder Friede war nicht das ihre und die meisten hielten sich für etwas Besseres als alle anderen.
Trotzdem hieß das noch lange nicht, dass alle so waren... oder dass diejenigen, die sich nicht genau so verhielten, nicht zu ihnen zu zählen waren. Oder dass es nicht noch andere gab, denen man das nicht sofort zutraute.
Janay überlegte noch, was sie ihm darauf erwidern sollte, als Kazel fortfuhr und zu seiner persönlichen Note kam. Sie beobachtete seine Bewegungen und blieb bei den Krallen hängen, die aus seinen Händen ragten. Kurz musste sie schlucken, ehe sie sich wieder gefasst hatte, weil ihr dieser Anblick durchaus nicht ganz geheuer war. Obwohl sie die Krallen nicht berührt hatte, vermutete sie, dass sie äußerst scharf waren.
Schließlich machte er eine kurze Pause, in der auch sie wieder sprechen konnte. Eine Chance, die sie ergriff. Ihr Blick wanderte in die Höhe und suchte den seinen, wobei sie hoffte, dass sie ruhig und gefasst genug wirkte, um sich ihre eigenen Empfindungen nicht anmerken zu lassen. "Und du meinst, es sind nur die Dunkelelfen... deine und meine Rasse, die so sind? Die manipulieren, foltern, töten, beherrschen wollen? Die allein das Böse sind und Krieg wollen?", fragte sie langsam und ein wenig gedehnt, um nicht zu viel zu sagen oder die falschen Worte zu wählen.
Die junge Frau stritt nichts von dem ab, was er beschrieben hatte, und würde es auch nicht, weil sie wusste, dass es sonst nichts weiter als eine Lüge wäre. Jedoch wollte sie es auch nicht so stehen lassen, als gäbe es sonst niemanden in Celcia, der nicht ebenfalls einem klischeehaften Dunkelelfen alle Ehre machen würde, ganz gleich, zu welchem Volk er zählen würde. Nun ja, die verschiedenen Naturelfen vielleicht nicht, aber besonders die Menschen, die konnten so etwas genauso. Manchmal sogar besser...
Da sie ihm noch immer in die Augen sah, bemerkte sie die Änderung darin, der Sturm, der in ihm heraufzuziehen schien. Ein Ausdruck, der ihr Herz unwillkürlich schneller schlagen ließ, ohne, dass sie es sich erklären konnte. Trotzdem bemühte sie sich, ruhig sitzen zu bleiben und sich zu beherrschen.
Bei seinen Worten hob sich ihre Augenbraue wie von selbst und langsam, wie in Zeitlupe schüttelte sie den Kopf. "Warum kämpfst du, um dich selbst zu belügen?", hielt sie dagegen und erhob sich nun ebenfalls.
Etwas, was ihr ihre Schwester immer wieder gesagt hatte und das sie nie ganz verstanden hatte, kam ihr in den Sinn. Die Ältere hatte es einmal in einem Buch gefunden, das sie heimlich gelesen hatte, und sie hatten viele, lange Nächte darüber diskutiert, was das bedeuten mochte. Nun erschien es ihr irgendwie... angebracht, also sprach sie es auch aus:"Akzeptiere, was du bist, dann kannst du sein, wer du bist."
Janay zuckte mit den Schultern und merkte, wie ein bitteres Lachen in ihre Kehle steigen wollte. Es war beinahe schon süß, wie er ihr schmeicheln wollte und unter anderen Umständen, hätte sie es weder hinterfragt, noch zum Anlass genommen, den Kopf zu schütteln.
Nie hatte sie sich für die Wahl ihres Berufes geschämt, ganz gleich, was einige Neider oder sogenannte anständige Weiber behauptet hatten bei ihren Anfeindungen. Dennoch war sie sich darüber bewusst, dass sie freiwillig und für Geld Dinge getan hatte, die in den Augen vieler abstoßend und schändlich waren. Weswegen sie wahrscheinlich auch noch nicht bereit war, dem Mischling davon zu erzählen.
"Dafür, dass du ständig vom Töten sprichst, siehst du vieles viel zu... verträumt.", meinte sie und seufzte leise. Allmählich gingen auch ihr die Gründe aus, sich mit ihm zu unterhalten.
Außerdem war ihr Magen ein wenig gefüllt, ihr Körper ausgeruht und ein anderes Bedürfnis meldete sich. Also begann sie sich nach einem Weg von der Lichtung weg ins Unterholz umzusehen, wo sie sich vor den Blicken der Anwesenden geschützt erleichtern könnte.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Erzähler » Dienstag 23. Juli 2019, 08:48

Während die beiden „Misch-teils-dunkel-Elfen“ miteinander sprachen, entfernte sich Rhudos von dem Lagerplatz. Der Ork und er hatten eine Weile das „Hierher-Rück-Spiel“ gespielt und hatte sich wohl irgendwie darauf verständigt, dass es besser für sie beide war, sich aus dem Weg zu gehen. Freunde würden diese beiden auf jeden Fall nicht werden! Dafür hatten beide eine jeweils viel zu feine Nase, die den Anderen sprichwörtlich nicht riechen konnte. Der Leonid empfand den Geruch nach Warg unerträglich, der dem Ork anhaftete, was er auch einmal leise murmelnd und mit einer ganzen Reihe unflätiger Wörter von sich gab, als der Andere gerade ein Stück weg am Waldrand Reisig sammelte. So hielten sie sich gerade an unterschiedlichen Enden der Lichtung auf, als Janay beschloss sich ein stilles Örtchen zu suchen.
Als Rhudos bemerkte, dass Kazel nun einen Moment alleine war, ging er zu ihm und fragte:
„Wenn wir zu lange warten werden die Elfen sicher weiter ziehen. Sie sahen nicht gefährlich aus. Soll ich vielleicht schon vor gehen und sie in ein Gespräch verwickeln?“

Während Janay ihre Notdurft verrichtete und dann zwischen den Bäumen umher lief, fiel ihr Blick auch auf frisch umgewälzte Erde. Hier war vor noch gar nicht langer Zeit etwas...oder jemand begraben worden. Auf dem so angehäuftem Hügel lag ein Stück Holz, in das jemand etwas eingeritzt hatte. Es waren zwei Zeichen. Das eine war ein einfacher langer Strich und das Andere zeigte ein Strich mit einem eckigen Bauch dran. Als sie die Zeichen einen Moment lang betrachtete, begann ein Teil ihrer noch jung zusammen gefügten Seele zu verstehen, was das hier für eine Bedeutung hatte. Ihre kürzlichen Erfahrungen in der Geisterebene gaben ihr hier ein rudimentäres Gefühl für die Bedeutung. Auch wenn sie die Runen nicht lesen konnte, so verstand sie rein intuitiv die Wirkung. Hier sorgte jemand dafür, dass die hier begrabenen Körper Ruhe fanden und den Torweg ins Reich der Toten beschreiten konnten. Es war ein alter Brauch, der unter Orks doch recht verbreitet war. Die Grünhäute fürchteten sich vor fast jeder Art von Magie, außer eben der der Runen und auch ihre Schamanen waren eine Ausnahme. Hier wollte jemand nicht, dass womöglich die Körper wieder auferstanden oder Geister keine Ruhe fanden. Wenn sie den Stein ganz genau betrachtete, fiel ihr vielleicht noch an der Strichstärke und dem Verlauf auf, dass die beiden Zeichen jeweils vier mal tief eingeritzt worden waren.

Als sie dann zum Lager zurück kehrte, sah sie Kazel und den Leonidenkrieger zusammen stehen. Der Prinz nickte ihr zu und versuchte sich an einem freundlichen Lächeln, was in seinem Raubkatzengesicht schon ein bisschen lustig wirkte. Die spitzen Eckzähne ragte etwas unter den oberen Lefzen hervor und die Schnurrhaare richteten sich unwillkürlich nach oben auf. Er stellte ich etwas gerader hin und meinte:
„Ich hatte vor eurem Erwachen gerade von einer kleinen Gruppe Elfen erzählt, die ich auf meinem Weg hier her gesehen hatte und nun gefragt, ob ich diese vielleicht noch einholen soll, bevor sie weiter ziehen. Der Grundgedanke war, sie zu fragen, ob sie einen Heilkundigen dabei haben, der euch helfen kann, ganz zu genesen... Aber eigentlich sehr ihr schon wieder ganz gut aus. Also, ähm, ich meinte nicht, dass ihr vorher schlecht ausgesehen habt. Ich meinte wegen der Krankheit... und...und dem Kind...“
Er merkte, dass er zu brabbeln begonnen hatte, sah kurz zu Boden und hob dann erneut an:
„Vielleicht wollt ihr ja wissen, wie es eurem Kind geht... also wenn ein Heiler dabei ist...“
Jetzt schwieg er doch lieber wieder und scharrte etwas nervös mit dem Fuß im Schneematsch. Die gereizte Stimmung zwischen den beiden war für Hybriden vielleicht noch etwas stärker wahrzunehmen und belastender, als für andere Rassen, also machte er wieder ein paar kleine Schritte nach hinten, bereit sich wieder zu entfernen, falls die beiden noch Raum für sich brauchten.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 23. Juli 2019, 13:15

Kazel hätte es getan. Er hätte Janay mit Prinz Rhudos zurückgelassen und wäre weitergezogen oder eher: der Truppe nachgereist, der er sich zwangsweise angeschlossen hatte. Immerhin war es damals auch Wunsch des Leonidenkönigs gewesen, dass er seinen Kriegern zum einen beistand, weil er im Gegenzug Janay und Juduka bei sich aufnehmen würde. Zum anderen sollte Kazel sich beweisen und genau das tun, was Janay an seinen Worten anprangerte: er sollte durch seine Unterstützung im Kampf beweisen, dass er eben nicht mit den übrigen Dunkelelfen in eine Schublade gesteckt werden konnte. Nun schien es, dass man ihn bewegen wollte, diesen Beweis nicht zu erbringen. Wenn er sich jetzt wieder drückte, wären die Vermutungen von Rhudos' Vater bestätigt und das nicht nur für ein ganzes Leonidenvolk. Aber auf diese Argumentation ging Kazel gar nicht mehr ein, sie war ihm ohnehin entfallen. Seine Beweggründe hatten sich verändert - Janay und dem Kind zuliebe. Ihr schien das allerdings nicht zu passen und so verlor der Mischlingself nachhaltig den Mut. Er bemühte sich, stieß auf Gegenwind und spürte die unterschwelligen Schwingungen erneut, dass sein Gegenüber dagegen war, dass er sich für sie und ein ganzes Celcia in den Krieg stürzte. Dass er sich selbst auf diese Weise verdeutlichte, doch anders zu sein! War es denn wirklich ein Selbstbetrug, wie Janay es ausführte? Akzeptierte er nicht bereits, was er war und zeigte nun, wer er war, indem er sich nicht von seiner Herkunft und seinem Blut in ein Klischee pressen ließ, das sein übriges Volk mit dem Eroberungszug nun bestätigte? Er lauschte ihren Worten, sagte aber nichts mehr dazu. Janay zog es ohnehin in die Sträucher. Etwas verlegen drehte Kazel den Kopf fort, auch wenn er wusste, dass sie sich nicht nur bis zum Rand der Lichtung begab und sich in Sichtweite erleichterte. Stattdessen blickte er nun auf seine beiden Hände herab. Wenn er keine Fäuste ballte, konnte man die Adlerkrallen nicht sehen und nur mit scharfem Auge wirklich die Stellen auf dem Handrücken finden, wo die Hautlappen sich darüber legten. Versuchsweise ballte Kazel beide Fäuste und ließ die Krallen immer wieder erscheinen. "Ein Träumer ... ein Werkzeug..." Er seufzte.
Rhudos riss ihn aus seinen Gedankengängen, als er sich dazu gesellte. Es herrschte eine seltsam betretene Stimmung. Kazel seinerseits wusste nicht weiter. Er hatte Janay nun alles - nahezu alles - gesagt. Was darüber hinausc geht, stößt bei ihr auf taube Spitzohren. Das kann ich mir sparen. Seine Brust schmerzte, als das Herz einen Takt schwerer schlug. Wie dankbar war er doch dem jungen Leoniden, dass dieser ihn erneut mit den anderen Elfen ablenkte.
"Nun, ich ...", begann Kazel, doch im gleichen Moment bremste er sich. Rhudos erwartete Befehle - von ihm. Wer war er, diese zu geben? Sein Blick schweifte umher. Der Ork sammelte irgendetwas in der Nähe. Kazels Ohren vernahmen das seichte Grummeln und Knurren der Warge, nun, da er wusste, dass sie in der Nähe waren. Seit er sich ins Leben anderer eingemischt hatte, war vieles schief gelaufen. Sehr vieles. Nicht alles davon konnte er sich selbst zu schreiben, aber doch genug. Er hatte viele Leben genommen. Und von ganz Anderem geträumt ... Ihm schwand weiter der Mut. Es wäre von Anfang an besser gewesen, er hätte sich nicht seinen Sehnsüchten hingegeben, wäre nie aus der Stillen Ebene in eine Stadt gegangen. Sein Mut verabschiedete sich nun endgültig. Zurück blieb Entschlossenheit, so bizarr es sich auch anfühlte. Kazel war entschlossen, wenigstens seine Pflichten zu erfüllen. Er würde den Leonidentrupp suchen und ihnen mitteilen, dass er den Weg weiter allein bestritt. Das wäre anschließend auch der Plan. Allein, ein Leben in Einsamkeit, aber nicht ausgeschlossen von der Welt. Der Gevatter wartete ebenfalls auf die Erfüllung seiner Aufgabe. Vermutlich war das sein Schicksal und zudem eines, das er sowohl als Träumer als auch als Werkzeug begehen konnte. Ohne andere einzubeziehen und Wut, Sorge oder Enttäuschung auf sie zu laden. Oder ... den Tod. Ein Schauer überkam ihn. Er schwieg, als Janay sich wieder zu ihm gesellte und Rhudos sie ebenfalls auf die Elfen ansprach. Kazels aufgewühltem Sturmblick wohnte eine abwartende Note inne. Er verschränkte die Arme. Seine Pläne stießen übel auf, also würde er schauen, was die anderen zu bieten hatten und dann handeln. Bevor er sie alle verließ.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Janay » Freitag 9. August 2019, 20:29

Die junge Frau hatte mit Krieg nichts am Hut, auch wenn sie in einem militärischen Tross durchaus lukrativ Geschäfte hätte machen können. Allerdings war ihr all dieses unnötige Blutvergießen, die Gewalt und Verrohung der Männer zuwider. Und dabei dachte sie noch nicht einmal an die Methoden ihres eigenen Volkes. So verstand sie auch nicht, warum Kazel meinte, unbedingt mitmachen zu wollen.
Überhaupt begriff sie ihn nicht wirklich und wusste nicht so recht, was sie mit ihm anfangen sollte. Ja, sie hatte ihn verführt und trotzdem hatte er sie verraten. Er hatte sie geschwängert und dennoch wollte er sie zurücklassen. Gleichzeitig behandelte er sie irgendwie... zuvorkommend? Nein, das war nicht das richtige Wort, jedoch wollte ihr nichts anderes dafür einfallen.
Wie auch immer, einerseits war es ihr nur recht, wenn sie ihn nicht mehr sehen musste, weil er etwas an sich hatte, das sie reizbar und für sich selbst unberechnbar machte. Aber andererseits mochte sie ihn und hatte durchaus Interesse an seiner Nähe. Auch wenn das nun warten musste, denn ihr Körper meldete sich und zwang sie dazu, sich ins Unterholz zu verziehen.
Es tat gut, sich zu erleichtern, das hatte sie scheinbar wirklich schon viel zu lange zurück gehalten. Doch ganz so eilig, wieder auf die Lichtung zu gehen, hatte sie es dann trotz allem nicht. Warum sie sich noch ein wenig im Unterholz aufhielt, wusste sie zwar nicht zu sagen, dennoch tat sie es. Dabei machte sie eine Entdeckung, die sie unwillkürlich schlucken ließ. Dieser Anblick war ihr nicht ganz geheuer und zugleich wollte sie ihn sich etwas näher ansehen.
Also ging sie darauf zu und sank in die Hocke, um sich den kleinen Stock näher anzusehen. Was genau das sein sollte, konnte sie nicht verstehen, da sie sich selbst nie mit solcherlei Ritualen oder gar Magie beschäftigt hatte. Trotzdem spürte sie, dass es sich hier um Gräber handelte und es wichtig war, alles so zu belassen, wie es die Person hergerichtet hatte.
Als wäre das Ganze brennheiß, zog sie hastig ihre Hand zurück, um ja nicht versehentlich noch etwas zu berühren. Langsam streckte sie ihre Beine wieder durch und erhob sich. Wer waren die Toten, die hier vergraben worden waren? Kannte sie die? Und wenn ja, was hatte das alles zu bedeuten? Ihr Kopf drehte sich in die Richtung der Lichtung und sie beschloss, den Mischling direkt darauf anzusprechen.
Er würde ihr Antworten geben... hoffte sie, denn sie wollte die Wahrheit wissen. Schlichtweg, um zu erfahren, ob sie sich sonst noch in Acht nehmen müsste an diesem Ort, solange sie keinen Ausweg gefunden hatte.
Entschlossen legte sie den Weg schneller zurück, als sie ihn genommen hatte, und bemerkte, wie Kazel schon wieder mit diesem seltsamen Mischwesen Geheimnisse auszutauschen schien. Lautlos seufzte sie und zögerte einen Moment lang, auf die Beiden hinzu zutreten. Dann allerdings gab sie sich einen innerlichen Ruck und schenkte dem Leoniden fast schon etwas wie ein verspätetes, grüßendes Nicken, während er sie ansprach.
Ihre Augenbraue hob sich wie von selbst und unbewusst zog sie das wärmende Fell enger um die Schultern, als fühlte sie einen eisigen Hauch an ihrer Haut, der sie frösteln ließ. "Krankheit?", hakte sie skeptisch nach, denn eigentlich fühlte sie sich relativ... normal, gesund.
Hatte der Mischling vorhin deswegen so seltsam auf ihr Auftauchen reagiert, so besorgt? Nicht nur wegen ihrer Schwangerschaft, deren Urheber er war?
Ihr Blick wanderte zwischen den Zweien hin und her, bis er auf Kazel haften blieb. "Von welcher Krankheit ist hier die Rede?", hakte sie, mit ein wenig Schärfe in der Stimme wegen ihrer aufsteigenden Unsicherheit, nach.
Daraufhin deutete sie hinter sich, woher sie aus dem Wald gekommen war, weil ihr wieder eingefallen war, was sie eigentlich hatte fragen wollen. "Und wer ist dort begraben? Sagt nicht, ihr wisst das nicht, die Erde ist noch dunkel und nicht zugeschneit, also ziemlich frisch. Was ist hier los?!", verlangte sie zu wissen und würde sich nicht mit irgendwelchen Ausreden abspeisen lassen.
Sie wollte die Wahrheit und hoffte, dass ihre Gegenüber es gar nicht erst versuchen würden, sie anzulügen. Um sie zu schonen oder weil sie eine Frau war oder weil sie glaubten, sie würde es nicht verkraften können. Der Grund wäre egal, sie würde es so oder so nicht akzeptieren! Dabei beachtete sie das unruhige Gezappel und den kleinen Rückzug des Leoniden nicht, brachte es schon gar nicht mit der Stimmung zwischen Kazel und ihr in Verbindung. Und selbst wenn, hätte sie sich wohl kaum verstellt, um es ihm angenehmer zu machen.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 10. August 2019, 16:51

Ärger wuchs in Kazels Innerem, aber er ließ ihn nicht deutlich sichtbar an die Oberfläche dringen. Mehr als ein etwas festerer Griff um die eigenen Arme, während er sie verschränkt hielt, oder der wachsende Sturm in seinen Augen blieb den Anwesenden nicht offenbart. Er hielt sich im Zaum. Trotzdem ärgerte es ihn, dass Rhudos zum einen etwas zurückwich und dass weder er noch Janay zum anderen nun das Zepter in die Hände nahmen. Sie traten alle auf der Stelle. Da maßregelte man ihn schon fast, weil er Entscheidungen traf und seien sie nur für ihn allein, um aus den Leben der anderen zu verschwinden und diese nicht länger zu bedrängen. Aber wenn der Mischling die Lippen geschlossen hielt, trat niemand nach vorn, um die unliebsame Rolle des Anführers zu übernehmen. Sie passte ihm selbst auch nicht. Er war niemand, der anderen den Weg wies. Seine eigenen Pfade waren für ihn doch schon wie in Nebel getaucht und zugleich nur als schmales Drahtseil vorhanden, das über einen endlosen Abgrund gespannt worden war. Ein falscher Schritt und es wäre aus. Doch lag er in Beziehung zu dieser Metapher dann wirklich so falsch mit seinen Entscheidungen? Noch war er nicht gestürzt - glaubte er. Denn dass auch Kazel einmal tot gewesen war, hatte sich in seinen Erinnerungen ebenfalls verflüchtigt, wie es bei Janay nun der Fall zu sein schien.
Er musterte sie. Bisher hatte Kazel ihr die Umstände nicht vorenthalten, um sie oder das Kind zu schonen. Er wollte sie auch nicht belügen. Was ihn zögern ließ, war die Ungewissheit, ob es richtig war, jemandem mitzuteilen, dass er zunächst gestorben und dann von den Toten zurückgekehrt war. Würde er selbst es wissen wollen?
Mit einem tiefen Seufzen löste er die nach außen hin ablehnend wirkende Haltung der Arme auf. Nun hingen sie nutzlos und schlaff zu beiden Seiten seines Rumpfes. Auch die Schultern waren etwas gesenkt. Wieder ergab er sich in sein Schicksal, weil er ein um das andere Mal einsehen muss, dass offenbar jegliche Rebellion - jeglicher Kampf - unerwünscht war. Wieviel Entscheidungs- und Handlungsfreiheit besaß der Mischling letztendlich wirklich?
"Keine Krankheit, schätze ich", begann er wiederholt auf Celcianisch, um Rhudos ein indirektes Signal zu geben, was nun Thema seiner erneuten Debatte mit Janay sein sollte. Denn erst anschließend wechselte er ins Lerium. "Wie sage ich dir das jetzt am besten? Du kannst die Antworten direkt haben, offen vorgetragen. Aber dann beschwere dich nicht, wenn sie dich schockieren könnten oder ich könnte versuchen... in Ordnung, schon gut! Ich sage es dir einfach. Es ist die Wahrheit, so seltsam es auch klingen mag." Er wandte den Kopf herum, irgendwo dorthin zum Rand der Lichtung, wo die Elfe für ihre Notdurft eben noch verschwunden war.
"Von Gräbern weiß ich nichts, aber vermutlich hat der Ork die ehemaligen Besitzer des Lagers dort begraben. Ich kann ihre Leichen nämlich nicht mehr sehen." Das stimmte. Sie waren fort, sie alle. Saerembor mit seinem langen, seidigen Haar, das zuletzt so blutbefleckt war wie der Schnee. Dorun und sein Sohn, von dem Kazel sich wenigstens für kurze Zeit erhofft hatte, ihn am Leben lassen zu können. "Sie sind tot. Alle. Es droht keine Gefahr mehr. Allerdings war ich vorab nicht schnell genug gewesen. ihr Schütze ...", Kazel befeuchtet seine Unterlippe, "hat dich mit mehreren Pfeilen durchbohrt, Janay. Du ... bist gestorben."
Diese Information ließ er nun erst einmal sacken, war er doch selbst auf die Reaktion seines Gegenüber gespannt. Der Sturm in seinem Blick wollte sich nicht legen, aber der Ärger hatte sich etwas zurückgezogen. Kazel baute mentale Kräfte für Janays Reaktion auf. Er spannte seinen Körper gar etwas an, denn er rechnete nun weniger mit wütendem Gebaren, als wielmehr mit einer schallenden Ohrfeige. Immerhin hatte er auch hier wieder die Entscheidung getroffen, sich erst um ihren verwundeten Körper zu kümmern, nachdem die Gefahr gebannt war. Nachdem alles Leben von der Lichtung getilgt war, einschließlich ihrem eigenen. Hasst du mich nun dafür? Noch .. mehr? Seine Augen verengten sich etwas.
"Ich kann dir selbst nicht genau erklären, wie es dazu kam, aber ... ich diene irgendwie dem Gevatter. Einem Sensenmann, der die Toten einsammelt und Zeit manipulieren kann. Ich stehe in seinen Diensten - ja, das klingt seltsam. Ich kann es nicht ändern! Jedenfalls gestattete er mir den Wunsch, dich und das Kind ins Leben zurückzuholen. Ich ... glaube nicht, dass du irgendwie untot bist. Du hegst doch nicht den Wunsch, einem von uns das Mark aus den Knochen zu saugen, oder?" Das konnte nicht sein! Immerhin hatte Kazel einen Tag seines Lebens geopfert, um Janay das ihre zurückzuschenken. Das erwähnte er nicht. Es war nicht wichtig und irgendwie wollte er bei ihr nicht den Eindruck erwecken, dass sie in seiner Schuld stand. Das tat sie nicht. Auch hier war es seine Entscheidung, sein "freier" Wille gewesen, sie am Leben zu wissen. Er hatte das nicht für eine Gegenleistung getan.
"Ich habe die seidenen Stränge deiner Seele eingesammelt und wie ein Schneider zusammengenäht. Fetzen um Fetzen, bis du wieder vollständig warst. Jedenfalls hoffe ich, dass ich nichts vergessen habe. Nun weißt du, was geschehen ist und warum ich es für besser halte, dich an einem sicheren, ruhigen Ort zu wissen. Es geht nicht nur das Leben, das in deinem Bauch heran wächst." Ein Kloß machte sich in Kazels Hals breit, den er nicht wirklich herunterschlucken konnte. Er saß irgendwie mitten in seinem Hals fest und erschwerte ihm das Atmen. Vielleicht klang seine Stimme deshalb plötzlich so rau, als er sich die weiteren Worte abrang. Worte, bei denen er Janay nicht in die Augen sehen konnte und er sich deshalb abwandte.
"Du hast doch vor, es zu bekommen, oder? Und du wirst für es sorgen? Ich verstehe, wenn du mich nicht daran teilhaben lassen willst und ich werde mich dir nicht aufdrängen." Niemandem mehr. Gehe deine Schritte allein ... oder nimm wenigstens mit, was du ihr angetan hast. "A-aber ... falls du's nicht willst ... trägst du es dann trotzdem aus und bringst es zur Welt? Ich würde es holen kommen, Und es mitnehmen, aufziehen, hoffentlich in einer friedlicheren Umgebung. Das ... bekäm ich schon irgendwie hin." Dass er in diesem Fall mindestens noch eine Amme bräuchte, die das junge Leben stillen müsste, kam Kazel nicht in den Sinn. Er war ein junger Elf, vollkommen unerfahren in jeglichen Familienangelegenheiten und erst Recht, was es hieß, ein Elternteil zu sein. Aber vielleicht will sie es gar nicht haben. Ist sie mir deshalb nachgereist? Um mir mitzuteilen, dass sie den Bastard in ihrem Bauch loswerden will? Ein eiskalter Schauer jagte Kazel über den Rücken und er spürte ihn selbst durch das dort befindliche Narbengewitter hindurch, dass es ihn fröstelte.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Janay » Samstag 10. August 2019, 22:21

Auch wenn sie in vielen Dingen keine typische Vertreterin ihrer Rasse war, in anderen traf dies durchaus zu. So auch in der Hinsicht, dass Janay zuerst an sich dachte und erst in zweiter Linie an andere. Früher, als sie noch in Morgeria gelebt hatte, hatte ihre Schwester so ziemlich auf gleicher Ebene gestanden wie sie selbst. Doch seit ihrem Weggang und ihrem Auf-sich-gestellt-sein kam für sie definitiv erst einmal sie, bevor sie sich Gedanken darum machte, was andere bewegen könnte.
So hatte sie auch kaum einen Blick dafür, dass Kazels Augen stürmischer erschienen als zuvor, oder hätte sich gar gefragt, warum das so sein könnte. Nein, sie wollte Antworten auf ihre Fragen und dann könnte sie sich, sofern es sich ergeben würde, um anderes kümmern. Auch um die Möglichkeit, auf diese fremden Elfen zu stoßen, die der Leonid erwähnt hatte.
Doch anfangs bekam sie nicht sofort etwas zu hören, sondern wurde von dem Mischling gemustert. Auf eine Art und Weise, die sie unwillkürlich schlucken ließ.
Wieso beschlich sie mit einem Mal das Gefühl, dass sie die Antwort vielleicht doch nicht erfahren wollte? Dass die junge Frau besser damit beraten wäre, es gut sein zu lassen und sich gleich dem Thema ihrer nächsten Wege zu widmen? Zugleich wollte sie auch keinen Rückzieher machen und schon auch erfahren, was hier los war. Also atmete sie langsam aus und wieder ein, während sie sich um eine aufrechte Haltung bemühte. Ebenso wie darum, seinem Blick nicht auszuweichen oder einen Schritt zurück zu machen.
Dann seufzte er und löste seine Arme, wirkte plötzlich irgendwie... müde? Erschöpft? Sie wusste es nicht so recht zu sagen, aber bevor sie darüber genauer nachdenken konnte, begann er damit, ihr eine Erwiderung zu geben.
Bei den ersten Worten hob sich ihre Augenbraue erneut wie von selbst. Sie wollte bereits etwas sagen und nachbohren in ihrer aufkeimenden Beunruhigung, die jegliche Geduld noch schwerer machte als sonst. Allerdings kam ihr Kazel zuvor, indem er fortfuhr und das in ihrer beider Muttersprache.
Wobei er mit der Wortwahl dafür sorgte, dass sie empört reagierte und das Bedürfnis hatte, sich zu verteidigen. Auch, wenn sie zu nichts weiter als einem beleidigten Schnauben kam und die Arme vor der Brust verschränken konnte. Als ob sie so ein zartes Persönchen wäre, der man nichts über Leichen erzählen könnte! Wenngleich sie bei weitem noch nicht ahnte, dass sie selbst schon dazu gezählt hatte.
Das sollte allzubald folgen und ihr ein ungläubiges Keuchen entlocken. Ihre Arme sanken herab und ihre Augen weiteten sich. "Was?", hauchte sie und schüttelte den Kopf. "Das... das kann nicht sein! Ich... ich..." Verwirrt schüttelte sie erneut den Kopf und öffnete das schützende, wärmende Fell, um an sich herab sehen zu können.
Nein, da war nichts... soweit sie es erkennen konnte, keine Wunde, kein Blut... nichts, das darauf schließen lassen würde, dass sie auch nur irgendein Pfeil getroffen hätte. Aber... warum sollte der Mischling sie in der Hinsicht anlügen? Und wieso klang seine Stimme für sie nicht falsch, dass sie ihm irgendwie... glauben musste?
Hastig und mit leicht zittrigen Fingern schloss sie das Fell wieder enger um sich, um ein weiteres Mal Kazel anzusehen. "Wie kann das sein? Ich fühle mich nicht... nicht..." Das letzte Wort, tot, wollte ihr einfach nicht über die Lippen kommen.
Stattdessen fuhr er fort und brachte ein wenig mehr Leben in ihre Verwirrung, auch wenn sie bezweifelte, dass dies gewollt war. Einen Moment lang verdüsterte sich ihre Mimik und sie konnte sich eine kleine Zurechtweisung nicht verkneifen. "Findest du das etwa witzig?", hakte sie angriffslustig nach, denn gerade seine Frage hatte für sie ganz nach einem schlechten Scherz geklungen.
Sie ahnte ja nicht, was eigentlich dahinter steckte, ebenso wenig wie das Opfer, das er dafür bereitwillig gebracht hatte. Und selbst wenn er es ihr verraten hätte... ob sie sich in seiner Schuld gesehen hätte, hätte sie nicht zu sagen gewusst. Jedoch wäre es ihr definitiv unangenehm gewesen. Denn sie mochte keinerlei Abhängigkeiten oder Hilfeleistungen, war es inzwischen gewohnt, ihren Weg alleine zu meistern. Da waren sie sich also nicht ganz unähnlich die Beiden. Vielleicht war es deswegen zwischen ihnen gerade etwas... kompliziert.
Trotzdem machte er es ihr nicht leichter, als er weiter sprach, das Ganze zu begreifen. Janay musste schlucken und spürte, wie sich ihre Wangen rot färbten, als ihr aufging, was er da erzählte für sie getan zu haben. Das war doch übertrieben... das hatte er nicht... oder doch?
Die Verwirrung in ihrem Inneren wuchs und sie wusste nicht, ob sie gerade Dankbarkeit empfinden oder mit ihm schimpfen sollte, weil er ihr mit solchen Schauergeschichten Angst einjagen konnte. Allmählich wäre ihr eine simple Krankheit lieber gewesen, die zwar hätte schwer sein können, aber bei weitem realistischer als diese Möglichkeit, gestorben zu sein.
Bis er ihre Gedanken in eine völlig andere Richtung lenkte. Nicht unbedingt in eine schöne, jedoch wenigstens in eine, mit der sie umgehen konnte... irgendwie eben, glaubte sie. Ihre freie Hand, die das Fell nicht zusammen hielt, ballte sich schlagartig zur Faust und ihre Miene wurde dunkel. "Für wen hältst du mich eigentlich?!", fauchte sie. "Nur, weil ich zum Dunklen Volk gehöre, bin ich weder eine Mörderin, noch gefühllos!"
Daraufhin trat sie dicht zu ihm hin und würde er ihr nicht ausweichen, würde sie ihn am Halsausschnitt seiner Rüstung packen, zu sich ziehen und ihn, wenngleich etwas grob, auf den Mund küssen. Warum, das könnte sie selbst nicht beantworten, dazu war sie viel zu durcheinander. Infrage kämen Dankbarkeit, ihre uneingestandenen Gefühle, die gesamte Situation... oder der schlichte Umstand, dass er endlich aufhören sollte, solches Zeug zu reden und ihr Angst einzujagen. Ganz gleich, ob sie es hatte hören wollen oder nicht!
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Erzähler » Samstag 17. August 2019, 12:36

Eine Gefühls-Symphonie aus Wut, Angst, Verwirrung, uneingestandener Zuneigung und Liebe klang durch den Wald als die beiden Spitzohrigen hart aufeinander trafen. Hart war auch der Kuss und wie in einem guten Musikstück schien die Diskussion ihr Crescendo zu erreichen. Violine und Cello trafen aufeinander, umgarnten sich im Zenit der Klänge und lieferten sich ein emotionales Duell.
Sie waren zwei Wesen, so unterschiedlich und doch in vielen Dingen sich sehr ähnlich. Doch kannten sie einander? Sie hatten schon viel miteinander erlebt, doch war die Situation in der sie sich befanden neu und vielleicht auch befremdlich. Es fiel dem jeweils Anderen schwer sich einzufühlen.
Da war Janay, eine selbstbewusste, selbständige, selbstbestimmte Frau, die nun schwanger war.
Da war Kazel, ein Überlebenskünstler, Einzelgänger, der diese Welt zu einem sicheren Ort machen wollte.
Beide hatten ihre Ziele und Motive warum sie das jeweilige wollten und es war schwer die jeweils andere Seite zu verstehen, sie anzunehmen und vielleicht auch zu akzeptieren. Und dann prallten die Gefühle aufeinander wie Paukenschläge. Viel hatte sich angestaut. Sorge, Angst um den Anderen ... und mehr.
Hatten sie eigentlich je über ihre Verbindung gesprochen? Wie lange war es her, dass sie sich geküsst hatten? Wie lange lag es zurück, dass sie sich geliebt hatten? Zeit war ein so fragiles Element, sie verging schnell in den Armen einer schönen Frau und zog sich ins unendliche, wenn man sich nach ihrer Wärme sehnte.

Unweit der beiden stand ein Leonidenkrieger, ein junger Mann, ein Prinz seines Volkes und beobachtete das ganze aus dem Augenwinkel. Als Janay Kazel am Kragen packte und an sich zog, zuckten kurz seine Muskeln, als befürchtete er einen Angriff, aber dann entspannte er sich wieder. Ein breites Grinsen streckte seine Barthaare und ein kleines Schnurren erklang in seiner Brust. Lächelnd wandte er sich ab und entfernte sich von der Lichtung um seine Patrouillie zu machen.
Auch der namenlose Ork hatte das Treiben der beiden mit angesehen und starrte einen Moment lang das Paar mit großen Augen an. Da sein Herr aber alles unter Kontrolle zu haben schien, widmete er sich wieder dem Lager und den kleinen Dingen, die es hier zu tun gab.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 19. August 2019, 12:15

Hätte Kazel Einblick in Janays Gedankengänge bekommen, wäre sein Ärger wohl erneut geschürt worden. Wie konnte sie sich auch nur in einem Aspekt mit jenen der dunklen Völker vergleichen, die er sein Leben lang hatte ertragen müssen, bis ihm die Flucht aus Morgeria gelungen war? Janay glich keinem davon, nicht einmal ansatzweise! Dass sie zunächst an sich dachte, wäre selbst in Kazels Augen eine Natürlichkeit gewesen, die er hätte verzeihen können. Er hatte doch innerhalb von Pelgar unter Xenia und den übrigen der Bruderschaft des Lichts erst mit dem Lernprozess begonnen, anderen zu vertrauen. Für ihn war es normal, zunächst an das eigene Überleben zu denken. Vielleicht hatte er sich auch deshalb entschieden, erst die Gefahr durch die dunkelelfischen Jäger zu beseitigen, bevor er sich Janay gewidmet hatte. Er konnte es nicht sagen, denn er wusste nicht, was in ihrem Kopf vor sich ging.
Selbst jetzt, nachdem er ihr wirklich alles offenbart hatte, was sein durchwühlter Kopf noch zuließ, wusste er sie nicht einzuschätzen. Wie wachsam er sie beobachtete, um eine Reaktion im Vornherein zu erhaschen! Und dennoch überrumpelte sie ihn letztendlich damit. Nicht mit den wütenden Worten, welche sie ihm entgegenwarf. Das war es, was er an seiner mentalen Mauer abprallen ließ. Er durfte sich dadurch nicht mehr verunsichern lassen. Es förderte doch nur seinen Entschluss, dass er in ihrem Leben besser nichts mehr zu schaffen hatte. Kazels Wille war nun vollkommen auf Rückzug gepolt. Das beherrschte er und fühlte auch, dass er die Kontrolle darüber hätte. Nur zu, schrei mich an. Ich bin bald weg, huschten die Gedanken durch seinen Geist, bis es passierte. Bis der Moment geschah, in dem Janay ihn nicht mit ihren Worten, sondern mit einer vollkommen unvorhersehbaren Geste aus der Fassung brachte. Weich ... süß ...
Obgleich der Kuss grob war, so galt es als dermaßen zärtliche Geste, dass dem Mischling kein anderer Gedanke mehr kam. All die wirren Bauten, die sich in seinem Geist zu einer Stadt getürmt hatten, dunkel wie Morgeria, fielen nun in sich zusammen. Aus den Trümmern wuchsen die beiden Worte hervor. Grüne, schlanke Halme mit winziger Knospe, welche sich langsam öffnete, nur um ihn mit ihrer Schönheit, ihrem Duft und dem verheißungsvollen Nektar zu locken, den sie ihm nun anbot. Samtweiche Blütenlippen mit süßen Nektarperlen darauf. Seine Knie wurden weich wie die Arme, welche eigentlich das Schwert an seiner Hüfte schwingen oder wenigstens die Wurfdolche schleudern sollten, um sich zu verteidigen. Nutzlose, dumme Arme! Da hingen sie schlaff an ihm herunter und seine Beine drohten, zu Nachahmern des Spieles zu werden.
Nichts konnte den männlichen Körper so manipulativ und puppenspielerisch führen wie eine Frau. Nichts vermochte, einen Mann zu zähmen wie derart sanfte Lippen. Kazel verlor sich in ihrem Kuss. Butterweich war er, ließ es geschehen und brachte letztendlich nach einer gefühlten Ewigkeit nur zustanden, die unerwartete Geste zu erwidern. Er ging weniger forsch vor als Janay, versuchte sogar dabei die gespitzten Eckzähne so wenig wie möglich mit ihren Lippen in Berührung zu bringen. Sie war Falknern und Sturmbändigerin und der Mischling ihr schlagartig vollkommen verfallen.
Nur nach und nach gewann er die Oberhand in seinem eigenen Körper wieder. Er hob die Hände, legte sie erst sanft an Janays Hüften und umschlang ihren Leib dann gänzlich, um sie dicht an sich zu ziehen. Während er den Kuss aufrecht hielt, wanderte seine Rechte ihren Rücken empor, am Nacken entlang und in ihre Haare hinein, bis Kazel den Hinterkopf hielt. So versuchte er anschließend, den Kuss zu lösen und ihren Kopf neben seinen zu führen. Seine Stimme war nur ein Wispern, aber ganz nah an ihrem Ohr: "Und ich dachte, du magst mich nicht, weil ich dir ein Kind in den Bauch gepflanzt habe. Bist du mir deshalb nachgereist? Willst du deshalb nicht, dass ich weiterziehe? Weil ...?"
So wie Janay es bisher nicht hatte aussprechen könnten, schaffte Kazel es nicht, die Frage nach ihrer Zuneigung laut über die Lippen zu bringen. Jene Lippen, die jetzt nach ihren schmeckten, als er mit der Zungenspitze flüchtig darüber fuhr. Er drückt Janay an sich, hielt sie und hoffte, sie würde ihm antworten. Er hoffte auf jegliche Antwort, die jenseits eines Neins war.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Janay » Samstag 7. September 2019, 08:35

Auf der einen Seite wusste sie von den negativen Verhaltensweisen ihresgleichen, verabscheute sie und hatte teilweise sogar Angst davor. Auf der anderen jedoch gehörte sie selbst zu den Dunkelelfen, war bei ihnen aufgewachsen und verleugnete ihre Herkunft nicht. Sie hatte schlichtweg gelernt, ihre dunklen Züge zu verstecken, solange sie dies musste. Hier allerdings befand sie sich in Kazels Gesellschaft und war von all den Ereignissen viel zu mitgenommen, als dass sie sich hätte verstellen können. Ganz zu schweigen von wollen...
Außerdem hatte sie auch genügend Menschen kennengelernt in ihrer Zeit in Pelgar und Jorsa, die sie als mindestens ebenso grausam und verdorben einschätzen würde, sodass sie erkannt hatte, dass das Privileg der Bösartigkeit nicht ausschließlich ihrer Rasse zustand. Umso mehr beschäftigte sie das, was er ihr erzählte, vor allem der Umstand, dass sie tot gewesen sein sollte.
Das konnte nicht sein, sie fühlte sich mehr als lebendig und verspürte auch keine Schmerzen, die auch nur im Geringsten darauf hingedeutet hätten, dass er die Wahrheit sprach. Dennoch jagte ihr die Vorstellung Angst ein, die sie mit ihrer Wut zu überspielen versuchte. Die er geschickt nährte, ganz besonders mit seiner letzten Frage an sie. Das brachte das Fass im Endeffekt zum Überlaufen, obwohl sie sich selbst ihre Reaktion darauf nicht erklären konnte.
Wahrscheinlich war es auch nur eine Flucht in bekanntes Metier, um ihn erst einmal zum Schweigen zu bringen. Was auch immer ihr tatsächlicher Beweggrund war, sie hatte definitiv Erfolg damit. Er stieß sie nicht weg und wich auch nicht aus, sodass ihrer beider Lippen aufeinander trafen. Ihr Kuss war nicht zärtlich oder besonders liebevoll, eher grob und fast schon plump, aber das nahm sie gar nicht wahr. In ihrer momentanen Verfassung hätte sie das auch nicht ändern können, noch wollen.
In der Hinsicht war sie auch nicht sonderlich geübt, in ihrem Beruf galten andere Dinge und küssen war vielmehr die Ausnahme. Bei einigen Kunden hätte sie das auch gar nicht über sich gebracht, während der andere Kontakt für sie kaum Probleme oder Hürden dargestellt hatte. Der Mischling hingegen war für sie mehr... viel mehr, als es hätte sein sollen, das war ihr klar. Nur... ändern konnte sie es derzeit nicht.
Er erwiderte den Kuss anfangs auch nicht, schien ihn lediglich zu dulden. Oder war zu überrumpelt, um reagieren zu können. Auf jeden Fall beschlich sie das Gefühl, dass sie sich wieder zurück ziehen sollte.
Sie wollte es gerade tun, als er damit begann, seine Lippen zu bewegen und die ihren auf seine Art zu liebkosen. Ein wohliger Schauer rieselte ihren Rücken herab und gegen ihr Vorhaben merkte sie, wie auch sie weicher wurde. Erst recht, als seine Arme sich um sie legten und eine Hand ihr Rückgrat hinauf wanderte. Janay fühlte, wie ihr die Knie ebenfalls weich wurden und obwohl sie besser die Felldecke festgehalten hätte, um sie und ihren wärmenden Schutz nicht zu verlieren, legte sie ihre beiden Hände flach auf seinen Brustkorb.
Als er nun von sich aus den Kuss beendete und sie mit sanften Druck in den Nacken bewegte, ließ sie es widerstandslos geschehen. Ein wenig außer Atem war sie ihm ganz nah und konnte seinen Geruch tief in sich einsaugen. Normalerweise hätte sie sich nicht derart führen lassen, sondern hätte die Initiative ergriffen und den männlichen Körper so lange gestreichelt, bis sie alles bekommen hätte, was sie wollte. Im Rahmen des Möglichen natürlich, den Fehler, mehr zu begehren, als die Gesellschaft ihr zugestehen wollte, hatte sie nur einmal gemacht.
Dieses Mal allerdings spielte ihr Herz mit und das sorgte dafür, dass sie vergaß, einen kühlen Kopf zu bewahren. Das war auch der Grund dafür, warum sie zuerst nur erschauerte bei seiner Stimme, die so dicht an ihrem Ohr erklang und von seinem warmen Atem begleitet wurde. Es dauerte, bis sie den Sinn der Worte entschlüsseln konnte und noch etwas mehr, bis das zu ihrem Bewusstsein durchgedrungen war.
Unwillkürlich krümmten sich ihre Finger ein wenig, als wolle sie sich in seinen Oberkörper festkrallen, damit er nicht wieder weglaufen konnte. "Wenn dir hier jemand die Ohren lang zieht, dann bin ich das und sonst niemand.", nuschelte sie und spürte ein verräterisches Brennen in ihren Wangen.
Um diese aufgestiegene Röte zu verbergen, vergrub sie ihr Gesicht in seiner Halsbeuge und baute darauf, dass er sie nicht sofort von sich stoßen würde, ehe sie sich nicht wieder beruhigt hätte. Warum auch hatte sie die Wahrheit gesagt und keine geschickte Ausrede gesucht? Die junge Frau wusste es nicht und konnte das Gesagte auch nicht ungeschehen machen. Ihr blieb nur zu hoffen, dass die Reaktion nicht zu heftig ausfallen würde und ihr die Chance gäbe, sich zu fassen.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 16. September 2019, 09:17

Eine andere Frau, eine einzige war Kazel in seinem Leben so nahe gewesen, bevor er Janay kennengelernt hatte. Eine Frau, die sein dunkelelfisches Blut nicht wie ein Stigma behandelt hatte, sondern sich einzig und allein von ihrem Herzen leiten ließ. Shantih war liebevoll gewesen, schön und sie hatte in brenzligen Momenten stets den kühlen Kopf behalten, den der Mischling erst noch richtig entwickeln musste. Inzwischen rannte er nicht mehr vollkommen blindlings in sein Unglück, aber es gab immer noch genug Fettnäpfchen, in die Kazel hinein tappen konnte. Shantih hatte ihn eine Zeit lang davor bewahrt. Sie hatte seine Unvollkommenheit ausgeglichen, seine Herkunft nicht zum Mittelpunkt gemacht - nicht einmal, wenn er es getan hatte! - und sie hatte ihm Zärtlichkeiten gezeigt, von denen Kazel lange nicht einmal den Hauch einer Ahnung besessen hatte.
Und dann hatte er sie umgebracht. Auch wenn es mehr ein Unfall gewesen war, als Shantih sich erschreckt hatte und aus dem Fenster der Anstalt in Pelgar gefallen war, so stand ihr Name auf Kazels imaginärer Liste der Verluste durch seine Hand. Er verbuchte sie wirklich als Verlust, nicht so wie Juduka. Nicht so wie Raxtian Tausendtod, sollte er ihm jemals wieder begegnen.
Shantih hatte ihm die Liebe beigebracht. Sie hatte ihm gezeigt, dass auch er als Mischling ein Recht darauf hatte, emotional zu sein. Dank ihr hatte er angefangen zu lächeln ... und Dank Janay setzte er diese Momente nun fort. So grob ihr Kuss auch gewesen war, für Kazel war es nur das: ein Kuss. Er musste die Feinheiten erst noch lernen, wie bei allem, das Teil einer Beziehung war. Aber es tat ihm gut. Seine Mundwinkel kräuselten sich empor, bis er erneut lächelte. Und seine Augen funkelten mit der Leichtigkeit von winzigen Schaumkronen auf Meereswellen. Und wo Janays Wangen eine seichte Röte annahmen, da wanderte das Blut bis in jene Spitzohren, die sie im Fall der Fälle lang ziehen wollte, nur sie allein. Kazel schmiegte seinen Kopf gegen ihren. Wange an Wange konnte er die Hitze der Schamesröte in ihrer spüren und auch wie sie auf ihn selbst überging.
"Die sind doch schon lang genug ... irgendwann werden sie mir auf dem Boden hinterherschleifen." Ein Scherz mit einer Spur Wahrheit und somit wandelten sich die Worte auch in eine kleine Warnung. Er würde Fehler begehen. Er würde noch in viele Fettnäpfchen treten und gewiss käme Janay dabei nicht heil davon. Wenn sie bereit war, dies zu akzeptieren, vielleicht den Weg sogar mit ihm auf gleicher Höhe zu beschreiten, dann konnten beide wohl nicht länger unterdrücken, wie sehr sie füreinander empfanden. Auch wenn Kazel der Frau in seinen Armen vielleicht ausnahmsweise einen Schritt voraus war. Er konnte ihr immerhin schon offen Komplimente machen und halbwegs aussprechen, was in ihm vorging. Aber er wusste auch, ihre Nuschelei zu deuten.
Sanft drückte Kazel sie an sich. Janay durfte ihr Gesicht so lange an seinem Hals verbergen, wie sie wollte. Er stand still, genoss diese unsagbar beruhigende Wärme, ihren Duft und ihren weichen Körper, der so dicht an seinem lehnte. Wieviel Zeit verging, in der sie beide so mitten auf der Lichtung verweilten, war ihm nicht bewusst. Er hatte seine Umgebung auf eine gefährliche Weise ausgeblendet. Jetzt könnte jeder ihn überrumpeln und sicher auch überwältigen. Für ihn gab es gerade nur den Moment, Janay und seine Nähe zu ihr.
Aber Momente besaßen ihren Namen nicht, weil sie ewig anhielten. Irgendwann erreichte die Zeit einen neuen Moment. Einen, in dem Kazel tief durchatmete und sich langsam, vorsichtig von Janay zu lösen versuchte. "Es hilft wohl nichts. Du würdest mir weiterhin folgen, oder? Also gut. Dann sollten wir uns überlegen, was wir nun tun." Sein Blick löste sich aus ihrer Zweisamkeit, richtete sich auf den Wald und die Umgebung. Instinktiv suchte er nach Anzeichen für den Ork oder Rhudos. Instinktiv spitzte er seine Ohren, um die Klänge erneut aufzunehmen und sie zu filtern. Waren die Warge noch zu hören?
"Auch wenn wir beide uns gesund fühlen", Kazel belastete zeitgleich das Bein, das er mit einem Teil seiner Lebenszeit ebenfalls geheilt hatte, "wir sollten uns diesen Elfen nähern. Falls es Verbündete sind, helfen sie uns vielleicht. Falls nicht, sollten wir ihnen keine Gelegenheit geben, uns zu attackieren."
Wie es danach weiterging, das konnten sie in einem der vielen Momente entscheiden, die folgen würden.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Janay » Samstag 28. September 2019, 08:53

Auch die junge Frau hatte wenig Erfahrung mit der richtigen Liebe. Sie hatte den Fehler begangen, ihr Herz einmal in ihrem Leben bislang zu öffnen und jemandem zu schenken. Er war ein Mensch gewesen, ein Pelgarer, und einer ihrer Freier. Doch niemand, der nur ein- oder zweimal ihre Dienste in Anspruch genommen hatte, sondern jemand, der öfter zu ihr kam. Auch, um mit ihr zu reden, mit ihr herum zu albern und sie zum Lachen ebenso wie zum Träumen zu bringen.
Solange, bis sie schwanger geworden war und den Fehler gemacht hatte, es ihm zu sagen. In dem Moment hatte er ihr sein wahres Gesicht gezeigt und dafür gesorgt, dass all ihre Vorstellungen wie Seifenblasen zerplatzt waren, ganz besonders derjenige eines Kindes, das sie verloren hatte.
Seitdem hatte sie sich davor gehütet, jemanden an sich heran zu lassen. Bis Kazel gekommen war... Auch er hatte sie bereits enttäuscht, indem er ihre Herkunft verraten hatte. Und dennoch hing sie noch immer an ihm, war sie ihm gefolgt und wollte nicht, dass er sich zu sehr in Gefahr brachte.
Gleichzeitig wusste sie kaum etwas von ihm und schon gar nichts von ihrer Vorgängerin, die mehr oder weniger das Gegenteil von ihr gewesen war. Doch selbst wenn sie etwas geahnt hätte, hätte sie sich wenig darum gekümmert, denn sie verglich sich selten mit anderen. Im Moment war dieses Thema ohnehin nichts, worüber sie sich Gedanken machen würde.
Stattdessen standen sie beide hier, stritten und küssten sich schließlich. Es war kein besonders sanfter oder feinfühliger Kuss, kein Ausdruck großer Gefühle oder unterdrückter Leidenschaft, sondern vielmehr der letzte Versuch, ihn zum Schweigen zu bringen. Zumindest für eine kleine Weile... Immerhin, der Mischling war auch nicht viel erfahrener als sie, sodass sie wohl beide miteinander üben könnten. Sofern es sich ergeben würden und sie lange genug beisammen wären.
Als es vorbei war, lehnte sie sich an ihn und hatte tatsächlich das Bedürfnis, sich an ihn zu kuscheln und von ihm halten zu lassen. Janay schloss die Augen und wagte es, den Moment zu genießen. Bis sie wieder miteinander zu reden hatten. Nur, dass sie diesmal das Ganze nicht mit einem Mund zu unterbinden versuchte, weil sie es noch nicht wollte.
Seine Reaktion entlockte ihr viel eher ein belustigtes Schnauben, ohne ihre Haltung zu ändern. "Dann wird einer von uns lernen müssen, Zöpfe zu machen.", nuschelte sie an seiner Halsbeuge und hätte nichts dagegen gehabt, sich mit ihm ins Zelt zurück zu ziehen und in dieser Position noch ein wenig Schlaf nachzuholen.
Dass er sie hingegen auf diese Weise vor seinen künftigen Fehlern warnen wollte, begriff sie nicht oder wollte es nicht so recht. Sie dachte sowieso nicht so weit im Voraus, sondern hatte gelernt, in der Gegenwart zu leben. Außerdem würde sie, hätte sie sich mit ihrer gemeinsamen Zukunft beschäftigt, vermutlich annehmen, dass sie Kazel ohnehin derart lenken und umformen würde, dass er keine Fehler mehr nach ihrer Ansicht begehen würde.
Denn, was eine richtige Beziehung, ein Miteinander als Paar, tatsächlich bedeutete, wusste sie nicht. Sie hatte noch nie so etwas erlebt und auch ihre Eltern waren kein entsprechendes Vorbild gewesen, dem sie hätte nacheifern wollen. In der Hinsicht hätte ebenfalls sie noch sehr viel zu lernen.
Auch die junge Frau verlor ihr Zeitgefühl in seinen Armen und stand kurz davor, ihm den Standortwechsel ins Zelt hin vorzuschlagen, weil ihr allmählich die Beine müde wurden, als er von sich aus erneut das Wort ergriff. Seine Feststellung entlockte ihr ein kleines, träges, zufriedenes Grinsen. "Scheint wohl so.", brummelte sie ein wenig amüsiert und war noch nicht gewillt, sich wieder der Wirklichkeit zu stellen.
Er hingegen bewegte sich, sodass sie sich erst recht an ihm festhielt und nicht weg wollte. Lediglich ihre Augen öffnete sie und seufzte innerlich, weil sie spürte, dass sie sich nur zu bald würde lösen müssen. Seine Worte gefielen ihr nicht. Es bescherte ihr kein gutes Gefühl, sich anderen Elfen zu nähern oder gar sich deren Schutz anzuvertrauen.
Unwillkürlich fröstelte sie ein wenig, weil sie sich nicht mehr so eng an ihn schmiegen konnte und das schützende Fell leicht verrutscht war, während er sich umsah, was sie auf eine Idee brachte. "Wir könnten auch einfach nach Süden gehen, wo es wärmer ist und die Elfen und ihre Probleme in Ruhe lassen.", murmelte sie noch etwas träge und meinte es gleichzeitig trotzdem ernst mit ihrem Vorschlag.
Zwar würde sie auf jeden Fall Jorsa meiden und hatte auch kein Verlangen, dorthin zurück zu kehren, allerdings gab es im Süden noch viele andere Orte, an denen sie es sich gemütlich machen könnten. Und an denen sie noch Kunden finden und Geld verdienen würde, bis ihre Schwangerschaft zu offensichtlich werden würde.
Hatte Kazel eigentlich einen Beruf? Die Frage wäre auch, wie und wann sie ihm ihre Arbeit erklären würde... und ob... Nicht, dass sie sich dessen schämte, nur irgendwie... wollte sie sich seinen Blick, sobald er die Wahrheit erfahren würde, lieber nicht ausmalen. Von seiner sonstigen Reaktion ganz zu schweigen!
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Erzähler » Dienstag 1. Oktober 2019, 17:50

"Es hilft wohl nichts. Du würdest mir weiterhin folgen, oder? Also gut. Dann sollten wir uns überlegen, was wir nun tun."
Kazels Blick löste sich aus ihrer Zweisamkeit, richtete sich auf den Wald und die Umgebung. Instinktiv suchte er nach Anzeichen für den Ork oder Rhudos. Er spitzte seine Ohren, um die Klänge erneut aufzunehmen und sie zu filtern. Die Warge waren noch leise zu hören.
"Auch wenn wir beide uns gesund fühlen"
, Kazel belastete zeitgleich das Bein, das er mit einem Teil seiner Lebenszeit ebenfalls geheilt hatte,
"wir sollten uns diesen Elfen nähern. Falls es Verbündete sind, helfen sie uns vielleicht. Falls nicht, sollten wir ihnen keine Gelegenheit geben, uns zu attackieren."
Wie es danach weiterging, das konnten sie in einem der vielen Momente entscheiden, die folgen würden.

Janay bewegte sich, sodass sie sich erst recht an ihm festhielt und nicht weg wollte. Lediglich ihre Augen öffnete sie und seufzte innerlich, weil sie spürte, dass sie sich nur zu bald würde lösen müssen. Seine Worte gefielen ihr nicht. Es bescherte ihr kein gutes Gefühl, sich anderen Elfen zu nähern oder gar sich deren Schutz anzuvertrauen. Unwillkürlich fröstelte sie ein wenig, weil sie sich nicht mehr so eng an ihn schmiegen konnte und das schützende Fell leicht verrutscht war, während er sich umsah, was sie auf eine Idee brachte.
"Wir könnten auch einfach nach Süden gehen, wo es wärmer ist und die Elfen und ihre Probleme in Ruhe lassen."
, murmelte sie noch etwas träge und meinte es gleichzeitig trotzdem ernst mit ihrem Vorschlag,

...doch Kazel schüttelte nur leicht den Kopf. Im Süden gab es nichts, was ihn interessierte. Der Feind war im Norden und die Leoniden waren auch gen Norden gezogen. Das allein trieb ihn dort hin. Dann war da aber auch noch der Pakt mit dem Gevatter, den es zu erfüllen gab. 100 Selen, die dem Tod gestohlen worden waren... von Kazels Erzfeind: Raxtian Tausendtod. Und mit dem hatte er ja vielleicht auch noch „privat“ eine Rechnung offen.
Solange diese Bedrohungen so real und gar nicht so weit entfernt existierten, wie sollte man da ein Kind aufziehen? Janays Bauch war noch flach. Er hatte noch Zeit. Er wollte die Welt für ihr beider Kind ein bisschen sicherer machen. Und Janay? Sie würde ihm wohl so oder so folgen, wie sich gezeigt hatte, also war es sicher besser sie nah bei sich zu wissen. Selbst als Geist war ihre Verbindung stark gewesen. Vielleicht war es wirklich besser, sie in seiner Nähe zu haben. So konnten sie sich vielleicht auch noch besser kennen lernen, denn was wussten sie denn voneinander?

Der zärtliche Moment drohte zu verwehen wie Nebel im Wind, auch wenn die Wärme sich noch zwischen ihren Körpern hielt. Da sie beide ein gutes Gehör hatten, nahmen sie auch beide hin und wieder das leise Knurren der Warge in einiger Entfernung war. Gerade Janay kannte eine „Stimme“ unter dem Gebrüll besonders gut. Die anderen Tiere stimmten wohl gerade munter ein und der „Gesang“ hallte zwischen den Bäumen hervor, zwischen denen auch gerade der Ork wieder hervor trat. Er trug neues Feuerholz bei sich und musterte kurz seinen Herrn und seine Herrin. Er versuchte sich an einem Lächeln, wobei sein Kiefer wieder einmal nutzlos herunter sackte. Er drehte sofort den Kopf und half mit der Schulter nach dem Mund wieder zu schließen. Dann lud er seine Fracht beim Feuer ab.
Kazel sah sich um. Der Prinz saß auf einem abgeknickten dicken Ast und langweilte sich offensichtlich, da er mit seinen Krallen Zeichen in den Stamm neben ihm ritzte. Bei seinem Anblick wurde Kazel gewiss wieder die Problematik der Situation bewusst.
Rhudos verehrte ihn auf eine etwas merkwürdige Weise und wollte dem Sturmadler gefallen. ER war jung und eigentlich für den Krieg noch nicht gewappnet... zumindest emotional. Körperlich war er durchaus in der Lage einige Dunkelelfen in den Allerwertesten zu treten. Sollte Kazel ihn also zurück nach Hause oder wieder an die Front und zum Trupp der Leoniden schicken? Wollte er ihn begleiten? Ging das mit Janay? Würde sie ihm in den Kampf folgen? ...ziemlich sicher sogar. Sie war ihm ja auch hier her gefolgt.
Dann gab es da noch die Pferde und die Warge. Beides waren gute Reittiere, bloß verstanden sich die Warge mit den Leoniden nicht gut.
Wollte Kazel und Janay also auf Pferden reiten, so konnten sie dem Prinzen folgen.
Wollten sie jedoch die Warge nutzen, so würde ihr Weg ein anderer sein.
Das Fernziel mochte der Kampf gegen die dunklen Armeen sein, doch der Weg dort hin war lang, variabel und verschlungen. Und am Anfang dieses Weges lungerten auch noch ganz in der Nähe ein paar Elfen herum, die sie entweder überraschen konnten, oder wenn sie noch lange warteten, dann vielleicht von IHNEN überrascht wurden.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 3. Oktober 2019, 14:45

Kazel fröstelte. Er war zwar lange nicht so knapp bekleidet wie Janay, die sich größtenteils an der Wärme des umgehängten Fells bedienen konnte. Und wie dier Mischling gleichermaßen an ihrer beider Körperwärme, die ihre enge Umarmung einander spendete. Doch ausgerechnet diese löste er nun auf. Es musste sein. Sie konnten nicht ewig hier stehen. Im Grunde wäre Kazel schon längst ohne alle weitergereist, hätte Janay seine Planung nicht mit einem einzigen Kuss vollkommen über den Haufen geworfen. Der Geschmack ihrer Lippen haftete immer noch an den seinen und er spürte den Nachhall eines Prickelns. Von hinten prickelte es ebenfalls, als ein seichter Wind an seiner Kleidung zupfte.
Kazel unterdrückte den aufkeimenden Kälteschauer, so gut es ging. Er sah sich um. Sie mussten nun wirklich vom Fleck kommen. Nicht mehr ich allein, sondern nun doch alle, war sein erster Gedanke, als seine scharfen Augen den Leonidenprinzen erfassten. Gelangweilt hockte Rhudos auf einem Baumstamm und ritzte mit der Kralle in selbigen. Da erinnerte sich Kazel an den Konflikt zwischen Leonid und Ork, wobei Letzterer vermutlich eher gewillt wäre, Toleranz zu zeigen und Rhudos' Anwesenheit zu akzeptieren. Allein schon, weil er - Kazel, sein neuer Herr - es tat. Der Mischling seufzte tonlos aus. Es würde dauern, dem Ork beizubringen, dass er frei entscheiden könnte. Mittleriweile zweifelte Kazel daran, dass er ihn einfach so ziehen lassen könnte. Der Ork war so lange in Gefangenschaft gewesen, so lange abhängig allein durch seine Maulsperre, dass er nicht verstehen würde. Ihm jetzt die Freiheit zu schenken, indem man ihn einfach irgendwo stehenließ, aussetzte oder gar verjagte, würde wahrscheinlich langfristig zu seinem Tod führen, wenn es niemanden gab, der ihn zunächst mit Befehlen und Führung am Leben hielt. Wenigstens lange genug, bis er erneut ein eigenes Bewusstsein für sich selbst und den Zustand von Freiheit entwickelt hätte. Kazel konnte den Ork nicht einfach zurücklassen.
Er fokussierte seinen Blick erneut auf Rhudos. Der Leonid war dem Trupp nun schon ein zweites Mal entwischt. Er war jung und ungestüm, schlimmer noch als der Sturkopf von Elf, den er so anhimmelte. Seine kämpferischen Fähigkeiten konnten das nicht ausgleichen, wenn er sich stets von seinem bemähnten Hitzkopf leiten ließ. Er war genauso wenig disziplinierter Soldat wie Kazel, aber der Leonidenprinz hatte seinem Volk kein Versprechen gegeben, mit in die Schlacht zu ziehen. Bei ihm hatte abenteuerlustige Rebellion gegenüber dem Willen seines Vaters, des Königs, eine wichtigere Rolle gespielt. Dafür sollte er nicht den Preis zahlen müssen, aber wie konnte Kazel ihm nun klar machen, dass eine Rückkehr nach Lenonia die bessere Entscheidung wäre? Der Vorwand, sich um Janay zu kümmern, fiel schließlich weg. So dicht, wie sie sich gerade an seine Brust und Halsbeuge gedrückt hatte, würde sie nicht mehr zurückbleiben. Kazel sah sie nicht als Ballast an, im Gegenteil. Insgeheim war er um Janays Nähe mehr als dankbar. Sie gab ihm eine innere Wärme, die das Frösteln komplett schwinden ließ ... zusammen mit Planung für sich selbst ... oder dem eigenen Verstand. Sie war Segen und Fluch. Letzteres, weil Kazel sich sorgte. Eine Schwangere im Krieg. Nein, das würde niemals funktionieren.
Er grübelte.
"Du willst nach Süden?", fragte er auf Janays plötzlichen Vorschlag hin nach und schüttelte nur Sekunden später den Kopf. "Das hat doch keinen Sinn. Die dunklen Völker haben Pelgar erober. Sie breiten sich aus. Glaubst du wirklich, sie würden dann vor dem Süden Halt machen? Außerdem..." Außerdem gab es im Süden doch nur das weite Meer und einen Wald, der immer dichter wurde mit fremdartigen Pflanzen und tropischem Klima. Kazel erinnerte sich, dass er in seinen zwei Jahren in der Stillen Ebene sowohl bis an die Küsten nahe Andunies als auch die unsichtbare Grenze zwischen Neldoreth und Kapayu gelangt war. Er war einige Wochen herum gestreunt, ohne das Vorhaben, die Ebene wirklich zu verlassen. Er wollte lediglich die Grenzen seiner selbst auserkorenen "Heimat" kennenlernen. Ohne Schiff würden sie an der Küste das Ende ihrer Reise finden ... und in einen immer dichter werdenden Gestrüppwald wollte er auch nicht hinein. Wer wusste schon, was dort noch lauerte?
"Es wäre keine Lösung auf Dauer. Wir müssen einen anderen Weg finden, Janay. Ich möchte nicht den Rest meines Lebens mit der Ungewissheit verbringen, dass sie mich... oder doch und unser Kind holen kommen könnten." Und so entschied sich Kazel für die Elfen. Das war eine Aufgabe, die sie zunächst erledigen konnten. Langfristige Planung schien niemals zu funktionieren, also hangelte er sich nun an den kleinen Problemen entlang, um Schritt für Schritt die Größeren in Angriff nehmen zu können.
Kazel war nicht so naiv zu glauben, seine kleine Gruppe könnte es mit einem ganzen Volk auf Eroberungszug aufnehmen. Aber er wollte seinen Teil beitragen. Wenn es ihm nur gelang, genug Kräfte zu mobilisieren, die dazu in der Lage wären, würde das reichen. Und er hatte es immerhin schon geschafft, dass die Leonigen ausgezogen waren. Ob sie Pelgar schon erreicht und mögliche Überlebende der Stadt gefunden hatten? Ob sie sich mit der Bruderschaft des Lichts zusammenschlossen, um einen Gegenangriff zu starten, wie es ursprünglich der Plan war? Ob sie überhaupt noch kämpfen wollten, nun, da Kazel sich von ihnen gelöst hatte? Er hatte sich angeschlossen, um zu beweisen, dass er als Mischling nicht so hinterhältig, verräterisch und bösartig war wie die übrigen Dunkelelfen. Im Moment sah es wohl eher danach aus, dass die Leoniden ihn doch in diese Schublade stecken würden. Somit hätten sie keinen Grund mehr, in einen Krieg zu ziehen, der sie nicht betraf. Andererseits hatten sie ihm Rhudos nachgeschickt - angeblich. Wieder fiel sein Blick auf den Leoniden. Dann winkte Kazel ihn heran. "Prinz Rhudos! Ich muss mit Euch sprechen."
Er wartete ab, bis der Leonid seinem Wunsch gefolgt war. Den Ork rief Kazel noch nicht zu sich, um einen neuen Konflikt zu vermeiden. "Wir können nicht gemeinsam weiterreisen. Und Ihr seht vermutlich ein, dass ich einen Orksklaven, der mich nun als Herren ansieht, nicht einfach seinem Schicksal überlassen kann. Ebenso wenig dem Rudel Warge. Wenn wir sie einfach freilassen, werden sie sich ein Territorium suchen und dort wildern. Die Gefahr ist zu groß, um so verantwortungslos zu sein." Er hoffte auf stille Zustimmung des Prinzen, wartete jedoch keine Reaktion desselben ab. Denn noch hatte er nicht geendet. "Und Ihr, Prinz Rhudos, ertragt weder den Geruch der Warge noch der des Orks. Ich bin sicher, Ihr erkennt das Problem hier ... außerdem haben wir Pferde, die Führung brauchen. Und ich brauche nun ... einen Boten." Er bleckte die gespitzten Eckzähne, dass er fast wie ein kleiner Elfenvampir wirkte.
"Einen Prinz zum Boten zu degradieren, ist sicher nicht die beste Wahl, aber ich habe niemanden sonst, dem ich diese Aufgabe anvertrauen kann. Rhudos, würdet Ihr die Pferde zurück in Eure Heimatstadt bringen und dem Leonidenkönig mitteilen, dass Janay und ich versuchen werden, zum Leonidentrupp aufzuschließen. Sollte es uns nicht gelingen, werden wir anderweitig versuchen, gegen das dunkle Volk vorzugehen. Ich weiß noch nicht wie, aber ich werde nicht fliehen und mein Versprechen gegenüber Eurem Volk brechen." Sein Blick wanderte herunter zu Janay. "Lass uns die Zelte abbauen, alles auf Pferde und Warge verteilen und dann nach diesen Elfen sehen. Du kannst dich auch noch etwas ausruhen, der Ork wird mir sicherlich helfen." Er überließ es Janay, ihre eigenen Kräfte einzuschätzen. Wollte sie mithelfen, würde er sie nicht aufhalten.
Aber dass nun Bewegung in die Sache kommen musste, war wichtig. Bei der aktuellen Wetterlage, würden sie sonst nur alle hier festfrieren. Ein neuer Plan war geboren. Rhudos sollte also mit genug Ausrüstung für seine eigene Reise und den Pferden zurück zur Stadt der Leoniden und seinem Vater die Lage schildern. Kazel konnte nur hoffen, dass der König so bedacht war, seinen eigenen Erben dann irgendwie bei sich in Sicherheit zu behalten. Er selbst würde zusammen mit dem Ork und Janay die übrigen Sachen auf die Warge verladen - falls die Tiere es überhaupt mit sich machen ließen - und dann ausspähen, was es mit den Elfen auf sich hatte. Weiter planen funktionierte nicht. Die Elfen waren eine Konstante in diesem Plan, von der alles weitere abhängig sein würde. Und dass Kazel sie nicht im Rücken wissen wollte, ohne ihre Motive herausgefunden zu haben, stand für ihn fest. Elf war nicht gleich Elf. Sie mussten erfahren, ob sie Freunde oder Feinde in der Nähe hatten.
So ging er es an, löste sich nun endgültig von Janay und begann damit, die Lagerstelle aufzuräumen. Den Ork würde er zu Hilfe rufen und ihm Aufgaben erteilen, sobald die beiden anderen sich mit seinem Entschluss angefunden hatten. Für weitere Diskussionen war aus seiner Sicht keine Zeit mehr.
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Beitrag von Janay » Sonntag 6. Oktober 2019, 21:26

Sie wusste nichts davon, welche Aufgaben er noch alles vor sich hatte, selbst gestellt oder von anderen übertragen bekommen. Ja, sie hatte nicht einmal die leiseste Ahnung und wollte sich auch nicht so recht Gedanken darüber machen. Dazu war sie noch viel zu egoistisch und davon überzeugt, dass es besser wäre, ihren Weg zu gehen und ihre Vorschläge anzunehmen.
Außerdem war es ohnehin gerade recht viel, womit sie sich beschäftigen musste, dass sie gar keinen Platz für noch einen weiteren Punkt in ihrer Aufmerksamkeit hatte. Zuerst müssten andere abgeschlossen oder wenigstens beiseite geschoben werden. Oder verdrängt, wie von der Erkenntnis, dass ihr kalt wurde und es im Süden zumindest wärmer wäre. Nicht unbedingt wohnlicher, auf jeden Fall nicht in Jorsa, aber das Wetter würde es erträglicher machen, draußen zu sein.
Doch es schien, als hätte Kazel ebenfalls einen gewissen Sturkopf, denn er lehnte ihren Vorschlag ab, was dazu führte, dass sie unbewusst einen Schmollmund machte. Seine Argumente machten Sinn, das musste sie im Stillen sogar zugeben. Auch wenn das bei weitem nicht bedeutete, dass sie das auch laut aussprechen würde.
Stattdessen zuckte sie mit den Achseln und verkniff sich ein schadenfrohes Grinsen. Pelgar erobert... tja, das geschah dessen hochnäsigen Bewohnern nur Recht! "Na und? Wenn Manthala es nicht will, würden sie uns überall finden, egal, was wir tun. Aber im Süden müssten wir wenigstens nicht so frieren.", begehrte sie auf und zog demonstrativ das Fell mit einem fröstelnden Laut auf den Lippen enger um sich.
Vor dem Weg selbst hätte sie keine Angst, schließlich hatte sie ihn sowohl hin, als auch zurück schon erfolgreich bestritten. Gut, Kosral mit seiner Besatzung musste sie nicht unbedingt erneut besuchen, da wäre ihr ein großer Bogen drum definitiv lieber! Ansonsten jedoch konnte sie einen Wald ebenso gut durchstreifen wie eine baumlose Ebene.
Vermutlich hätte sie ihm noch mehr zu diesem Thema gesagt oder anderweitig versucht, ihn zu ihrem Weg zu überreden, wenn ihre empfindlichen Ohren nicht gezuckt hätten. Sie hatten etwas Bekanntes aufgefangen und versuchten nun, diese Information weiter zu leiten, damit Janay sie einordnen könnte.
Es dauerte ein paar Sekunden, während der Mischling sich dem Leoniden zuwandte. Sie hörte ihm nicht zu, sondern drehte sich in die Richtung, aus der die Laute kamen, die sich verstärkt hatten, als wären mehrere Wesen daran beteiligt. Noch einige Atemzüge, dann konnte sie diesen endlich soweit einen Sinn geben, dass ihr klar wurde, wem sie gehören mussten.
Warge! Nicht nur einer, sondern mehrere, wie es schien. Und wenn sie sich nicht getäuscht hatte, war da auch einer unter ihnen, den sie schon ein wenig näher kannte.
Während ihr Blick nach den Tieren suchte, die sie auf der Lichtung nicht gleich entdecken konnte, sah sie den Ork, der für Feuerholz gesorgt hatte. Da er ihr vorhin schon nichts getan hatte, beachtete sie ihn auch jetzt nicht mehr als flüchtig, in der Annahme, dass er ihr weiterhin nicht gefährlich werden würde. Also überlegte sie, ob sie die Warge suchen sollte, um nachzusehen, ob der eine Bestimmte dabei wäre, als Kazel zu sprechen begann.
Die junge Frau drehte den Kopf und musterte einen Moment lang sein Gesicht, ehe sie sich dazu entschloss, tatsächlich ihrem Vorhaben nachzugehen. Wenngleich langsam genug, als müsste sie angestrengter suchen, als es der Wahrheit entsprach, um seine kleine Rede mitverfolgen zu können. So ganz ging ihr sein Plan noch nicht wirklich auf und sie wusste auch nicht, ob sie damit einverstanden oder dagegen wäre, was er allerdings sagte, machte durchaus Sinn.
Also hielt sie sich vorläufig raus und näherte sich allmählich immer weiter ihrem Ziel, bis sie direkt angesprochen wurde. Janay hielt inne und drehte sich dem Mischling wieder zu. Ihre Augenbraue hob sich leicht an und sie besah sich einen Moment lang das Lager, das sie als solches noch gar nicht wahrgenommen hatte, ehe ihr Blick zu ihm zurück wanderte.
"Brauchen wir denn alles von hier?", fragte sie neutral, da sie nicht so schnell einschätzen konnte, was vor Ort vorhanden war. Natürlich, das Fell würde sie nicht so schnell wieder hergeben und auch ein mitgeführtes Zelt wäre praktisch, um nicht draußen schlafen zu müssen.
Jedoch war ihr nicht klar, welche Ausbeute es sonst noch gab und wie viele Packtiere ihnen zur Verfügung stehen würden. Warge waren zwar kräftig und belastbar, aber nicht unendlich und vor allem nicht immer gewillt. Auf der anderen Seite...
Sie machte eine nachdenkliche Miene. "Hm... Vielleicht wäre es gut, wenn wir wirklich alles mitnehmen, wenn wir können. Was wir nicht brauchen, können wir verkaufen oder gegen Essen und Kleidung tauschen.", bemerkte sie. Zwar mit einem gewissen Sinn fürs Praktische, wenngleich nicht unbedingt passend bei einem Kriegszug. Noch waren die Kämpfe für sie viel zu fern, um sie als Realität anerkennen zu müssen.
Mit ihrer eigenen Erkenntnis zufrieden, nickte sie sich selbst zu. "Ich sehe mal nach den Wargen, wie wir sie nutzen können.", erklärte sie sich, obwohl sie sich insgeheim dachte, dass sie das eigentlich nicht nötig hätte.
Doch ihre Gefühle schienen totz allem schon einen kleinen, positiven Einfluss auf ihr Verhalten zu haben. Oder war es eher die Befürchtung, Kazel könne erneut ohne ihr losziehen wollen und benötigte den Hinweis, dass sie ein Reittier hätte, das schnellere Beine hätte als er? Janay wusste es nicht und wollte nicht wirklich jetzt tiefgründig werden.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Erzähler » Montag 7. Oktober 2019, 19:14

Für Diskussionen war aus Kazels Sicht keine Zeit mehr, doch Janay hatte noch etwas zum Thema „Krieg“ zu sagen:
"Na und? Wenn Manthala es nicht will, würden sie uns überall finden, egal, was wir tun. Aber im Süden müssten wir wenigstens nicht so frieren."
, begehrte sie auf und zog demonstrativ das Fell mit einem fröstelnden Laut auf den Lippen enger um sich. Sicher hatte sie auch damit Recht. Wenn man sein Schicksal in der Hand der Götter sah, dann war sowieso alles vorher bestimmt. Mehr kam also erst einmal nicht zu dem Thema, so dass sich Kazel mit dem Prinzen absprechen konnte:
"Prinz Rhudos! Ich muss mit Euch sprechen."
Janay wandte sich derweil neugierig geworden ab um den Lauten der Warge zu folgen und Kazel wartete ab, bis der Leonid seinem Wunsch gefolgt war und sich ihm näherte. Dann sprach er:
"Wir können nicht gemeinsam weiterreisen. Und Ihr seht vermutlich ein, dass ich einen Orksklaven, der mich nun als Herren ansieht, nicht einfach seinem Schicksal überlassen kann. Ebenso wenig dem Rudel Warge. Wenn wir sie einfach freilassen, werden sie sich ein Territorium suchen und dort wildern. Die Gefahr ist zu groß, um so verantwortungslos zu sein."
Er hoffte auf stille Zustimmung des Prinzen, die er durch einen nachdenklichen Seitenblick in Richtung des Orks, gefolgt von einem kleinen Nicken, erhielt.
"Und Ihr, Prinz Rhudos, ertragt weder den Geruch der Warge noch der des Orks. Ich bin sicher, Ihr erkennt das Problem hier ... außerdem haben wir Pferde, die Führung brauchen. Und ich brauche nun ... einen Boten."
Er bleckte die gespitzten Eckzähne, dass er fast wie ein kleiner Elfenvampir wirkte und auch Rhudos wirkte nur teilweise begeistert.
"Einen Prinz zum Boten zu degradieren, ist sicher nicht die beste Wahl, aber ich habe niemanden sonst, dem ich diese Aufgabe anvertrauen kann. Rhudos, würdet Ihr die Pferde zurück in Eure Heimatstadt bringen und dem Leonidenkönig mitteilen, dass Janay und ich versuchen werden, zum Leonidentrupp aufzuschließen. Sollte es uns nicht gelingen, werden wir anderweitig versuchen, gegen das dunkle Volk vorzugehen. Ich weiß noch nicht wie, aber ich werde nicht fliehen und mein Versprechen gegenüber Eurem Volk brechen."
Sein Blick wanderte hinüber zu Janay, die ein paar Schritt weiter, nahe des Waldrandes stand und zu lauschen schien.
"Lass uns die Zelte abbauen, alles auf Pferde und Warge verteilen und dann nach diesen Elfen sehen. Du kannst dich auch noch etwas ausruhen, der Ork wird mir sicherlich helfen."
Ein neuer Plan war geboren. Rhudos sollte also mit genug Ausrüstung für seine eigene Reise und den Pferden zurück zur Stadt der Leoniden und seinem Vater die Lage schildern. Der Prinz schnaufte einmal missmutig, nickte dann aber zustimmend.
„Kazel Sturmadler, ich werde diesen Botengang übernehmen. Ich weiß sie wichtig Informationen im Krieg sein können...“
, sprach er für sein Alter ausnahmsweise sehr erwachsen.
„Mein Vater hätte seine Truppen nicht ausgeschickt, wenn er nicht davon überzeugt wäre, dass es richtig wäre. Er würde auch nicht schlecht von euch denken, wenn ihr den Trupp nicht erreichen solltet. Er hat gewiss jetzt schon einen großen Vorsprung.“
Vielleicht hatte Rhudos auch selbst einfach keine Lust mehr den anderen nachzujagen und sehnte sich nach einem warmen Plätzchen? Es wirkte ein bisschen so. Der auferlegte „Botengang“ gab ihm auf jeden Fall eine Möglichkeit nach Hause umzukehren, ohne dass er für sich selbst darin so etwas wie Ehrverlust sehen musste. Rhudos war zwar jung, aber er war eben doch ein Prinz. Seine Ehre war ihm wichtig. Also wandte er sich zu den Pferden um und grinste wieder deutlich jünger wirkend.
„Na dann kommt mal, meine Leckerbissen.“
Fraßen Leoniden gerne Pferdefleisch? Rhudos zwinkerte Kazel zu und machte sich daran die Pferde und den Wagen genauer zu untersuchen und bereit für die Reise zu machen. Die Pferde scheuten erst ein bisschen vor dem neuen Geruch, waren aber so geübte Zugtiere, dass auch der Leonid schnell mit ihnen zurecht kam. Dieser Teil des Plans sollte also klappen.
Kazel selbst begann zusammen mit dem Ork und Janay die übrigen Sachen auf die Warge verladen und dann ausspähen, was es mit den Elfen auf sich hatte. Weiter planen funktionierte nicht.
Die Elfen waren eine Konstante in diesem Plan, von der alles weitere abhängig sein würde. Und dass Kazel sie nicht im Rücken wissen wollte, ohne ihre Motive herausgefunden zu haben, stand für ihn fest. Elf war nicht gleich Elf. Sie mussten erfahren, ob sie Freunde oder Feinde in der Nähe hatten. So ging er es an, die Lagerstelle aufzuräumen.
Janay hielt inne, als sie wieder in Kazels Aufmerksamkeitsbereich geriet und drehte sich dem Mischling wieder zu.
"Brauchen wir denn alles von hier?"
, fragte sie neutral, dann machte sie eine nachdenkliche Miene.
"Hm... Vielleicht wäre es gut, wenn wir wirklich alles mitnehmen, wenn wir können. Was wir nicht brauchen, können wir verkaufen oder gegen Essen und Kleidung tauschen."
, bemerkte sie nicht ganz unzweckmäßig. Wer wusste schon, wo es sie hin verschlagen würde.
"Ich sehe mal nach den Wargen, wie wir sie nutzen können."
, erklärte sie sich, dann stapfte sie los, in die Richtung, aus der die Geräusche kamen.

Ein paar Bäume später entdeckte sie den Felsvorsprung unter dem sich gleich fünf Warge tollten und auf einem Haufen zusammen gerollt hatten. Die Felsen bildeten hier für die Tiere eine natürliche Höhle und die vorherigen Besitzer hatten wohl daran gedacht, es ihren Reittieren so gemütlich wie möglich zu machen. Aus der Ferne sah man nur einen grauen Haufen, aber als sie näher kam, hoben sich erst zwei, dann alle Köpfe. Anscheinend fanden selbst diese Tiere kuscheln schön, wenn es kalt war ...zumindest mit Artgenossen. Ein drohendes knurren erklang, gefolgt von einem einzelnen irgendwie „gehusteten“ Schnaufen, dann waren alle Tiere still. Als sie näher kam, sah sie fünf schwarze Nasen in ihre Richtung schnuppern und ein Kopf steckte sich aus dem Knäuel heraus um sich frei zu strampeln und zu ihr zu trotten.
Die Kette, an denen wohl alle Tiere fest gemacht waren, schliff unter dem Bauch hinterher und der Warg verfing sich prompt mit einer Pfote, was ihn nach vorne fallen ließ. Er stolperte, landete mit der Brust und überstrecktem Kopf im Dreck und schnaufte. Ja, das war sein Schnaufen gewesen, was die Anderen zum Schweigen gebracht hatte. Anscheinend hatten sie sich inzwischen mit ihm angefreundet. Wenn gleich sie gewaltige furchterregende Raubtiere sein konnten, so waren sie auch zahm gemacht worden und somit deutlich sozialer auch untereinander, als wilde Warge. Hilfreich war es sicher auch, dass Janays Warg ein Männchen war und anscheinend hoch im Rang untereinander stand. Die weiblichen Tiere hatten sich ihm bestimmt schnell gefügt und der andere Warg, ebenfalls ein großes Männchen, der wirkte noch sehr jung, auch wenn er Terror im körperlichen um nichts nachstand. Vielleicht wusste er einfach noch nicht um seine Kräfte, oder aber gehorchte einfach aus Prinzip. Terror, IHR Warg, erhob sich aus dem Schlamm und trottete munter auf sie zu, bis die Kette ihn zurück hielt. Er hechelte und sabberte freudig auf den Boden. Anscheinend erwartete er eine ebenso freudige Begrüßung.
Sobald diese erfolgt war, konnte sich Janay vorsichtig auch mit den anderen Reitwölfen bekannt machen, auch wenn Terror den jüngeren Warg nicht in ihre Nähe ließ. Er knurrte jedes Mal, wenn er auch nur neugierig in ihre Richtung schnupperte. Da war wohl jemand besitzergreifend!
Sie fand auch das sauber gemachte Gurtzeug und sogar Sättel aus gutem Leder für die drei anderen Tiere. Ihr Warg hatte nichts dergleichen, aber eine Decke (ihr Fell, dass sie um die Schultern trug) würde mit ein paar Gurten sicher auch etwas mehr Komfort bieten. Über einem niedrigen Ast hingen sogar die passenden Satteltaschen. Janay schätzte die Menge, die sie fassen konnten und überlegte sicher auch, wie man das Zelt transportieren könnte. Zusammen gerollt, passte es sicher gut hinten auf einen Warg und würde vielleicht sogar somit eine kleine Rückenstütze abgeben.

Mit diesen Informationen kam sie dann auch wieder zum Lagerfeuer zurück und entdeckte die drei Männer hatten ebenfalls schon fleißig angefangen hatten, alles abzubauen. Rhudos hatte es mit dem Pferdewagen am leichtesten. Er brauchte alles, was Kazel und sie nicht mitnehmen wollten, einfach nur hinten in den Käfig werfen. Bei der Auswahl der Sachen die sie mit den Wargs transportieren wollten, musste darauf geachtet werden, dass sie nicht breiter waren als das jeweilige Tier. Janay konnte nun auch die grobe Menge schätzen und helfen alles zusammen zu packen.

((ooc: Bitte macht mir eine grobe Beschreibung, was ihr mitnehmen wollt. Es gibt alles was man zum Lagern in der Wildnis gebrauchen könnte und zusätzlich die Kleidung der Dunkelelfen und ihre Waffen.))

Es dauerte sicher eine Weile, bis alles fertig gepackt war, aber dann verabschiedete sich der Prinz von Janay und Kazel. Er hatte noch einmal in die grobe Richtung gedeutet, wo er die Elfen zuletzt gesehen hatte, hatte Kazel auch ein paar Landmarken von seinem Weg hier her genannt und somit sollte der Sturmadler sie eigentlich gut finden können, ohne selbst dabei entdeckt zu werden. Dann winkte er noch einmal und setzte sich dann mit den Pferden und dem Gefängniswagen in Bewegung. Nachdem er außer Sichtweite war, konnten dann auch Janay und Kazel, zusammen mit dem Ork aufbrechen, wobei der Ork das größte und etwas bauchige Weibchen ritt.
So machten sie sich auf, die Elfen zu suchen.

(weiter bei: Zeltaufbau am Rande des Neldoreth)
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