Weg über die Ebene

Diese große Graslandschaft liegt im Herzen des östlichen Teiles Celcias. Bei einem Unwetter verwandelt sich diese schöne Ebene in ein sehr gefährliches Gebiet, da es kaum Schutz bietet. Der große Fluss Ilfar teilt die Ebene in zwei Hälften.
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Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Sonntag 16. Dezember 2012, 23:29

[Einstiegspost]

Nachdenklich lag Solas irgendwo in der stillen Ebene auf dem Boden und sah abwesend in den Himmel. Es war anders als sonst. Kein Rauschen, durch den erst einen halben Tagesmarsch weit entfernten Wald oder das vor 3 Stunden überquerte Gewässer, durchbrach die erdrückende Ruhe ihrer Einsamkeit. Und nirgends erklang ein Wiederschall als Antwort auf das fröhlich gezwitscherte Lied eines kleinen Vogels. Alles schien wie erstarrt und es hätte beinahe leblos gewirkt, wäre da nicht der Wind, welcher das Gras in langsamen, andächtigen Wellen wogte. Und die dicken Wolken, welche schweigend über den Himmel zogen und Schatten wie fallende Blätter auf das Gras der Stillen Ebene warfen, um sich bald darauf, irgendwo in der Ferne, hinter den Bergen zu verlieren.
Die junge Elfe richtete sich langsam auf und bettete ihr Kinn auf die angezogenen Beine, während sie darüber nachdachte, dass sie mit dem heutigen Tag ihren Vater, ihr Dorf und die wohlbekannte Heimat verlassen hatte, um eine ihr fremde Umgebung zu suchen. Mit einem Hauch von Verwunderung und Angst, jedoch vermischt mit einem mutwilligen Blitzen, in den Augen blickte die zierliche Gestalt umher, so als wäre sie überrascht sich nun auf dieser Ebene wiederzufinden.
Der Wind spielte keck mit den Strähnen ihres Haares und andächtig lauschte Solas auf die wechselnden Melodien dieses kurzweiligen Begleiters. Es schien ihr, als wenn ihr die Brisen in unverständlichen Worten tausend Dinge sagen würden, die von großer Wichtigkeit für sie sein könnten und so betrübte es sie bitterlich, dass sie ihr Reden nicht verstehen konnte.
Während sie solch trübe Gedanken quälten, war die Sonne tiefer gesunken und breite Schatten fielen auf die unendlich wirkende Ebene. Eine kühlende Dämmerung schlich über den Boden hinweg und bald waren nur noch die bekannten Baumwipfel in der Ferne vom warmen Schein der Abendsonne vergoldet.
Solas Gemüt wurde immer trüber. Sie mochte weder umkehren, zu all dem Vertrauten, was sie hinter sich gelassen hatte, noch wollte sie bleiben wo sie war. Ruhelos blickten die Augen der Elfe in die dunkler werdende Nacht und offenbarten die Einsamkeit und Sehnsucht des jungen Mädchens.
Es wurde immer finsterer und der Wind schnitt immer kälter durch die Finsternis der herein gebrochenen Nacht.
Die noch immer trübsinnige Gestalt bekam davon nicht viel mit und wickelte sich einfach etwas fester in den Mantel ihres Vaters. Der Wind nahm den daran haftenden, geliebten Geruch auf und trieb ihn in die Nase der Elfe. Der Drang, die mühsam zurückgehaltenen Tränen zu befreien, war übermächtig und so gab Solas schließlich einfach nach. Die Tränen rannen über ihre Wangen und benetzten den Mantel, bevor der Wind sie trocknete und es beinahe so wirkte, als hätte es sie nie gegeben. Unentschlossen rupfte die junge Elfe ein paar Grashalme aus der Erde und hätte sich nicht darum gekümmert, dass ihr leises Schniefen in der Ebene noch weit hin vernehmbar war, hätte Teku nicht einen Warnton von sich gegeben und sie so daran erinnert, dass manch furchterregende Gestalt in der Ebene ihr Unwesen trieb. So jedoch unterdrückte sie jeden hervorbrechen wollenden Laut und weinte still vor sich hin. Sie war unentschlossen, was sie nun tun sollte.
Wie ein Vogel, der in einem Netz gefangen ist und sich vergeblich sträubt, so verstrickt war die Seele Solas´ in unterschiedlichste Vorstellungen und Wünsche.
Sie wünschte sich die beruhigende Stimme ihres Vaters in ihr Ohr, welche ihr versicherte, das alles gut werden würde. Sie schloss die Augen und spürte seine Hand liebevoll über ihr Haar streichen. In ihren Gedanken hörte sie ihn ermutigend flüstern: „ Es kann nicht fehlen, wer nur zu suchen versteht. Folge deinem Herzen mein Augenstern. Wir beide werden uns wiedersehen. Zwei Hälften, ein Ganzes.“ Während der Mond hinter den Wolken hervorbrach und die Ebene in silbriges Licht hüllte, hielt das einsame Mädchen die Augen fest geschlossen und suchte in der Vorstellung von manch bekannter Geste ihren Trost. Ein flüchtiges Lächeln, ein Kuss auf die Stirn, das Gefühl von Händen, welche ihre Haare zu einem Zopf flechten. Lange saß die junge Elfe so da und mit der Zeit verschwand der trübsinnige Ausdruck von ihrem Gesicht und machte einer gespannten Vorfreude platz.
Langsam öffnete Solas ihre Augen und sah mit einer freudigen Ungewissheit in die Nacht vor sich. Sie rappelte sich auf und sah sich nach Teku um. Mit einem Mal wirkte es so, als ob die Stunden der Ungewissheit und der quälerischen Trübseligkeit nicht existiert hätten und mit beflügelten Schritten setzte sie ihren Weg über die Ebene fort. Plötzlich wirkte das Jetzt selten klar und alles schien ihr den Weg in die Zukunft weisen zu wollen. Die Sterne winkten sie weiter, der Mond wies mit einer hellen Straße voran, lichte Wolken zogen hinauf und der Wind sprach ihr neuen Mut zu.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Erzähler » Freitag 21. Dezember 2012, 07:44

Eine Bogenschützin wie Solas musste sich nun wirklich nicht in der Stillen Ebene vor irgendwas fürchten. Mit ihren treuen Begleiter Teku würde sie Gefahren schon früh genug bemerken und konnte sie gegebenenfalls mit ihren Bogen zur strecke bringen. Der Mond schien ihr diese Nacht freundlich gesonnen zu sein und leuchtete der Frau den Weg. Solas lief über einen Trampelpfad den wohl schon einige Wanderer genommen hatten. Das einzige was man in der Sillen Ebene hörte war das zirpen von Grillen und Teku der ab und an ein Liedchen für seine Freundin zwitscherte. Während er um sie herum flog oder sich kurz auf ihren Kopf ausruhte. Je nachdem worauf er gerade Lust hatte. Die Elfe nahm dies gerne hin, war er doch ihr bester Freund. Der Wind spielte mit ihren Haar und trug den Geruch von Schnee mit sich. Irgendwo in der Ebene musste es wohl geschneit haben. Ein Fuß vor den anderen setzen konnte Solas endlich eine Abwechslung in der Tristlosen Umgebung erblicken. Ein einzelnes Lager-Feuer brannte in der Nacht und war schon von weiten zu erkennen. Solas näherte sich vorsichtig der wärme Quelle, die so einladenden vor sich hin brannte. Viele Möglichkeiten um sich zu Verstecken hatte sie nicht, doch wenn sie sich von dem Licht des Mondes fernhielt, war sie in der Dunkelheit nicht mehr zu erkennen. Mit diesem Schutz näherte sie sich vorsichtig dem Feuer und konnte nach einiger Zeit erkennen wer sich dort aufhielt.

Zwei schwarze zottelige Ponys stand in der nähe des Lagers. Ein kleiner Wagen der mit einer Plane abgedeckt war stand nicht weit entfernt von den beiden Tieren. Eine einzelne Person saß vor dem Feuer und grillte etwas in den Flammen. Die Person selbst hielt einen Stock ins Feuer, an den etwas hing. Der Wind war auf Solas Seite und brachte den Geruch des Essens mit sich. Es roch nach einen sehr würzigen Käse und gebratenen Fleisch. Angetrieben von ihrer Neugierde kroch sie jetzt über das Gras und kam den Feuer immer näher. Jetzt konnte sie auch die Person erkennen, die dort am Feuer saß. Es handelte sich eindeutig um einen Zwerg. Sein langer blonder Bart hing ihn bis zum Bauchnabel. Er hatte eine Glatze die anscheinend frisch poliert war und das Licht des Mondes spiegelte. Der Geruch von diesem stinkenden Käse wurde immer stärker und trieb der Elfe Tränen in die Augen. Dieser Zwerg trug für sein Volk üblich eine schwere Plattenrüstung, sein gewaltiger Hammer lag direkt neben ihn. Das Schild des Unterirdischen lag in der Glut und köchelte etwas, es sah aus wie ein Kaninchen. Es war schon seltsam das jemand sein Schild zum Kochen benutzte, aber die Zwerge stellten Waffen und Rüstungen her die überall in Celcia einen sehr guten Ruf genossen. Vielleicht machte das Feuer dem Schild nichts aus. Beim näheren betrachten konnte die Bogenschützin auch erkennen das irgendwelche Symbole auf dem Schild leuchteten. Es handelte sich wahrscheinlich um Runen, Zwerge waren ja bekannt dafür dass sie diese benutzten. Doch Solas wusste auch das Zwerge und Elfen so ihr Vorurteile übereinander hatten. Sollte sie sich bemerkbar machen oder sich lieber wieder heimlich entfernen? Doch musste sie diese
Gedanken nicht weiter spinnen. Der Zwerg drehte sich nicht einmal um und sprach wie es schien mit den Flammen. „Ich habe dich schon vor langer Zeit gesehen! Wenn du willst kannst du an mein Feuer
kommen, aber glaube nicht das du mich bestehlen kannst!“ Der unbekannte nahm den Stock aus der Flamme und stopfte den sich blasen werfenden widerlich riechenden Käse in den Mund.
„Na komm schon, ich beiße nicht!“
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Sonntag 23. Dezember 2012, 14:45

Von jeglicher Trübsinnigkeit befreit folgte Solas leichtfüßig einem kleinen Trampelpfad, welcher durch die unterschiedlichsten Gestalten und Geschichten in der Ebene einen Platz gefunden hatte. Teku zwitschert fröhlich ein Lied und die Elfe genoss das Gefühl der Freiheit mit vollen Zügen. Das es noch immer recht kalt war, bemerkte sie allerdings erst, als sie das warm flackernde Feuer in der Dunkelheit bemerkte. Getrieben durch ihre kalten Gliedmaßen, welche sich beim Anblick des Feuers unangenehm bemerkbar machten, näherte sie sich mit vorsichtigen Schritten der fröhlich lodernden Wärmequelle. Durch ihren Bogen in der Hand und einen Pfeil auf der Sehne für den Notfall gerüstet, schlich sie sich immer näher heran. Als die junge Frau nahe genug war, um zu erkennen, dass ein Zwerg vor dem Feuer saß und ihre feine Nase ihr mitteilte, dass dieser grade ein recht durchdringend riechendes Mahl zu sich nahm, blieb sie abrupt stehen. Ein Zwerg mitten in der Schönheit der Natur? Umgeben von Pflanzen und Leben, anstatt von kaltem Stein? Verwundert betrachtete die Elfe den Unterirdischen noch ein paar Augenblicke länger und focht innerlich mit den ihr altbekannten Vorstellungen von diesen Wesen, die toten Stein der Natur vorzogen. Wer sagt mir denn, dass er die Dinge nicht lieber Tod sieht? Ich habe einmal gehört, die Haut eines Toten gleicht einer steinernen Maske. Und Zwerge mögen Steine. Ob sie dann wohl auch Tote mögen?
Irritiert über diese seltsamen Gedanken lachte Solas lautlos in sich hinein und wandte sich wieder dem Wesen am Feuer zu. Was für dumme Gedanken. So wie der Käse dort stinkt, mag dieser Zwerg lebendiges. Ein Wunder, dass der Käse noch nicht vor ihm davon gelaufen ist oder der Zwerg vor dem Käse. Verständlich wäre es ja. Abgelenkt vom Gestank des Käses wirbelten die seltsamsten Gedanken durch den Kopf der Bogenschützin. Erst als eine frische Brise zumindest vorübergehend den Geruch vertrieb, bildeten sich wieder halbwegs vernünftige Gedankengänge. Ich sollte besser vorsichtig sein. Zwerge mögen uns Elfen nicht. Gut, die meisten Elfen mögen Zwerge nun auch nicht besonders gerne. Vielleicht sollte ich mich besser auf einen leisen und unauffälligen Rückzug konzentrieren, als auf diesen widerwärtig riechenden Käse. Aber wie lecker das Fleisch aussieht, was dort in seinem Schild köchelt. Ein leckeres, saftiges Stück Fleisch wäre jetzt perfekt und wer weiß, vielleicht ist er ein angenehmer Gesell.
Als die Worte des Unterirdischen ihre Gedanken abrupt unterbrachen, richtete sich Solas zu ihrer vollen Größe auf und blickte den Zwerg abwägen an. Durch die Einladung zum Feuer, dessen wohltuende Wärme sie sogar von ihrem Standpunkt aus bereits erahnen konnte, aus dem Konzept gebracht, wagte sie sich bis in dem Lichtschein des Feuers vor. Ihre Gliedmaßen erwärmten sich bereits, als ihr auffiel, dass sie den Zwerg lange Zeit nur schweigend angestarrt hatte und nur langsam sickerten seine letzten Worte in ihr Bewusstsein. Den Bogen noch immer Griffbereit neben sich legend setzte sie sich langsam und vorsichtig dem Unterirdischen gegenüber und lachte leise in sich hinein.
„ Ich denke, ihr braucht euch bei mir und auch sonst recht wenig Gedanken zu machen, dass euch jemand bestehlen könnte. Wenn eure beeindruckende Gestalt und dieser bedrohliche Hammer dort nicht jeden Dieb verschrecken sollte, dann würde das spätestens der Käse übernehmen, den ihr gerade genossen habt. Mal ehrlich dieser Gestank würde einer Horde Orks die Tränen in die Augen treiben.“
Erschreckt schlug Solas die Hand vor den Mund, als sie realisierte, das sie soeben die Essgewohnheiten desjenigen beleidigt hatte, welcher ihr einen Platz an seinem wohltuenden Feuer zugesprochen hatte. Keine besonders schlaue Idee, den Gastgeber zu beleidigen. Und das auch noch nachdem er versprochen hatte, nicht zu beißen. Nervös beobachtete die Elfe ihr Gegenüber, um seine Reaktionen rechtzeitig erfassen und wenn nötig handeln zu können.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Gestalt » Dienstag 8. Januar 2013, 13:21

Der Zwerg beobachtete mit Argusaugen wie sich Solas zu ihm ans Feuer setzte. Hier trafen sich gerade zwei Lebewesen die nicht unterschiedlicher sein konnten. Die eine Partei schön, elegant, filigran, flink und Leichtfüßig, die andere Seite untersetzt, grob, ruppig und dickköpfig. Aber anscheinend störten diese klaffenden Unterschiede die Beiden weniger. Solas plapperte auch gleich munter los und schmierte den Zwerg erst Honig um den Bart, um ihn dann im Anschluss ungewollt zu Beleidigen. Dieser Blickte sie ein paar Sekunden finster an und kaute auf den erwähnten Käse herum. Man konnte die Anspannung schon fast spüren oder vielleicht sogar riechen?
Allen Anschein zum Trotz entsprang ein Funken in den Augen des Zwerges und wie aus dem nichts begann er Laut zu lachen. Dabei flogen einzelne Käsestücke aus seinen Mund in den langen Bart und auf den Boden. Teku erschrak dabei und flog aufgeregt in die Höhe und begann mit seinen Schnabel zu klackern.
Es dauerte eine Weile bis dieser Gesell sich wieder beruhigen konnten und dies schaffte er auch nur mit einen kräftigen schluck aus seinen Trinkschlauch. Die Nase der Elfe reagierte sofort und versuchte sich im Duft des Getränkes zu retten, vor den alles vernichtenden stinke Käse. Es roch nach Malz und gleichzeitig nach etwas süßen wie Honig, jedenfalls angenehmer als der andere Duft.
Der Zwerg rülpste kurz und wischte sich mit den Handrücken über den Mund. Dem Käse im Bart hatte er wohl vergessen!
„Für ein Spitzohr bist du aber ziemlich mutig! Ich kenne nicht viele von euch die sich trauen würden eine Leibspeise unseres Volkes zu verunglimpfen. Währendessen ein Zwerg mit einen Streithammer in schlagweite sitzt!“
Um diese drohenden Worte die schärfe zu nehmen, zwinkerte er ihr zu.
„Keine Sorge Kind, der alte Bendal Hammerschlag ist eigentlich ein ganz angenehmer Zwerg!“ Er schenkte ihr ein warmes lächeln, bevor er weiter sprach.
„Sag was machst du hier ganz alleine? Du hast dich doch hoffentlich nicht verlaufen? Ich bin schon lange keinen mehr von euch begegnet. Naja zumindest keinen netten Elf, eure dunkle Verwandtschaft trifft man zurzeit überall an!“
Bendal nickt mit seinen Kopf zu seinen Karren, die Bogenschützin musste erst dreimal hinsehen um zu verstehen was er meinte. Doch dann sah sie die Kette, die an seinen Wagen festgenagelt war. Mehrer Dunkelelfenohren hingen an dieser und gaben einen gleich zu verstehen das Bendal wohl einen Dunkelelfen an seinen Feuer nicht dulden würde, jedenfalls nicht lebend. Solas blick glitt auf das Fleisch in der Schild-Pfanne. In ihrem Unterbewusstsein entstand das Bild das der Zwerg hier vielleicht gerade Dunkelelfenfleisch kochte. Bendal konnte wohl Gedanken lesen als er zu ihr meinte: „Keine Sorge, das Fleisch besteht nur aus Kaninchen!“
Diesmal nickte er in Richtung eines kleinen Hocker der in der nähe des Wagens stand. Darüber lagen zwei braune Kaninchenfelle die so aussahen als währen sie gerade frisch von ihren Besitzer abgezogen worden.
„Ach wo bleiben denn meine Manieren!“ Der kleine Mann schlug sich gegen die Stirn und erhob sich. Die Elfe war erstaunt wie wenig seine Rüstung klapperte bei all den Metallplatten.
„Du hast doch bestimmt Hunger! Ich denke mal vom Käse willst du nichts haben oder?“
Er grinste wieder und ging schnell zu seinen Wagen und kroch unter die Plane. Es klimperte und schepperte so laut das jetzt wahrscheinlich die ganze Stille Ebene wach war.
Manchmal konnte Solas ein: „Au“ oder „Uhh“ hören. Manchmal auch ein: „Was ist denn das?“ oder ein „Igitt wie lange liegt das denn hier schon?!“
Es verwunderte sie schon sehr, dass jemand der mit sich selbst sprach, nicht in seiner Muttersprache redete. Nach einer gefühlten Ewigkeit und einigen Wörtern die Mann lieber nicht in der nähe von Kindern aussprach kam der Zwerg wieder zum Vorschein.
Die Käsereste hingen jetzt nicht mehr in seinen Bart, dafür sah dieser aber ganz schön zerzaust aus. In der einen Hand hielt er einen Suppen Teller mit Holzlöffel, in der Anderen ein Stück Brot. Beides gab er der Elfe wortlos und ging zu seinem Schild, indem die Kaninchensuppe kochte. Er rührte die Flüssigkeit mit einer Kelle um und wendete sich wieder an Solas.
„Du magst doch Fleisch oder?“
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Donnerstag 10. Januar 2013, 01:14

Solas Herz hatte sich noch immer nicht von dem Schock des plötzlich loslachenden Zwerges erholt und ihre Nase reagierte erneut äußerst empfindlich auf den, nun im Bart gastierenden, Käse, als sich der Zwerg langsam beruhigte und zu ihrer Freude dem Gestank einen ähnlich heftigen, wenn auch deutlich angenehmeren Geruch entgegensetzte. Ob dass das berühmte Zwergenbier ist? Während sie noch über diese Frage nachdachte und vehement versuchte den anscheinend im Bart vergessenen Käse zu ignorieren, hätte sie beinahe verpasst wie der Zwerg das Gespräch fortsetzte. „Für ein Spitzohr bist du aber ziemlich mutig! Ich kenne nicht viele von euch die sich trauen würden eine Leibspeise unseres Volkes zu verunglimpfen. Währenddessen ein Zwerg mit einen Streithammer in schlag weite sitzt!“ Durch das Zwinkern von der rein scherzhaft gemeinten Bedeutung der Worte überzeugt, lächelte Solas leicht und freute sich innerlich, dass dieser Zwerg sie für mutig und nicht für dumm hielt. Sie selbst war sich in diesem Punkt nämlich nicht so sicher.
Den Namen registrierend blickte die Elfe ihr gegenüber an und als ihr Bendal sein warmes Lächeln schenkte, konnte sie nicht anders und lächelte spontan ebenso warm zurück. Was für ein Glück, dass ich an dieses Feuer gelangt bin. Bei der Frage, ob sie sich verlaufen hätte breitete sich ihr lächeln übers ganze Gesicht aus, hatte der Zwerg mit dieser Frage genau die Sorgen getroffen, denen sich Solas innerlich seit ihrem Aufbruch stellen musste. Gerade wollte sie ihm antworten, dass sie das selbst nicht so genau wüsste, als der Zwerg schon munter weiter plapperte und sie auf die Dunkelelfen Ohren an seinem Wagen hinwies. Erschreckt klappte Solas den Mund wieder zu und auch das Knurren ihres Magens hörte abrupt auf. Zum Glück beruhigte Bendal sie gleich wieder, sonst hätte Solas Mittagessen wohl bald erneut die Welt erblicken können. Doch beruhigt wie sie war, setzte sofort ihr Hunger Gefühl wieder ein und ihr Magen knurrte vernehmlich.
Grinsend blickte sie den Zwerg an, als er sie mit dem Käse aufzog und folgte ihm dann mit den Augen, als er begann in seinem Wagen nach etwas zu suchen. Als jedoch mehrfach ein lautes scheppern erklang, blickte die junge Elfe sich vorsichtig um, war die Stille Ebene doch dafür bekannt, dass man jedes noch so leise Geräusch aus weiter Ferne vernehmen kann. Ihre Augen schweiften über den Horizont und blieben einen kurzen Moment an einer , einer Rauchsäule ähnlichen, Wolke in der ferne hängen. Komisch. So ganz anders, als all die anderen Wolken. Was mag das bedeuten? Solas wurde jedoch von dieser seltsamen Erscheinung abgelenkt, als sie ein lautes Fluchen aus dem Wagen vernahm. Zuerst kicherte sie leise in sich hinein, verstummte jedoch, als sie bemerkte, warum sie den Fluch hatte verstehen können. Welch ein seltsamer Zwerg. Warum flucht er auf Celcianisch und nicht auf seiner Muttersprache?
Als Bendal wieder aus dem Wagen kletterte erfreute sich Solas Nase an seinem nun Käse freien Bart und ihre Augen sowie ihr Magen an den Gegenständen in seinen Händen.Erfreut nahm sie das Brot, die Schüssel und den Löffel entgegen und blickte ihn nach seiner Frage belustigt an: „ Wie freundlich das du fragst, werter Bendal Hammerschlag, wendeten sich meine Verwandten doch nicht selten von dieser Köstlichkeit ab. Ich jedoch, bin eine Elfe aus dem Wald Eldoras, wo wir dem von den Göttern gegebenen Gesetzen folgen und so akzeptieren, das es nun einmal Jäger gibt und gejagte. Einzig das Töten aus reiner Lust am Töten, ohne einen Grund also, verabscheuen wir zutiefst. Mein Vater sagte immer...“ betrübt unterbrach die Elfe ihren Redefluss und für einen kurzen Moment blitzte die sonst so geschickt überspielte Einsamkeit in ihren grünen Augen auf. Beinahe sofort hatte sie sich jedoch wieder im Griff und blickte dem Zwerg offen in die Augen. „ Was bin ich nur für eine Elfe. Setze mich an dein Feuer, beleidige deine Leibspeise ( auch wenn der Geruch einfach zu stark ist, um ihn meiner Meinung nach zu ignorieren, hätte meine Erziehung mich doch eigentlich an dieser und der vorigen Bemerkung hindern sollen), kriege von euch etwas zu essen und all das, ohne auch nur meinen Namen zu verraten.“ Eine leichte röte schlich sich auf die Wangen der jungen Elfe und als folge der genossenen Erziehung, durch die zumeist erhaben wirkenden Elfen ihres Dorfes, verfiel sie in diesen einen bestimmten Tonfall, der keine andere Betitlung zulässt als elfisch. Sprach sie eben noch vollkommen normal, nahm ihre Stimme nun einen melodiösen Singsang an und verwebte die einfachen Worte so geschickt wie eine Spinne die Fäden für ihr Netz. Möglich, dass dieses verhalten den Zwerg belustigte, jedoch tat die Elfe es aus reinem Instinkt. „ Ich bin Solas Soul, Elfe aus dem Wald Eldoras, aufgewachsen in Eldar. Mein geflügelter Begleiter dort heißt Teku. Wir haben uns nicht verirrt, zumindest, wenn du mit verirrt meinst, dass wir uns an diesem Flecken Erde befinden. Meinst du jedoch damit, ob wir uns verirrt haben, im Sinne von der existenziellen Frage des Seins und des Befindens, so kann ich dir keine klare Antwort auf deine Frage geben.“ Was sage ich denn da? Beschämt und irgendwie verwirrt durch ihre eigenen Worte setzte sich das Mädchen zurück auf seinen Platz am Feuer und blickte schweigend in die Flammen. Was wollte ich denn damit sagen? Leise seufzend blickte die Elfe nach einer Weile erneut zu Bendal und murmelte entschuldigend: „ Entschuldige vielmals. Ich weiß selbst nicht, was ich damit sagen wollte.“
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 10. Januar 2013, 13:49

Bendal blickte ihr mit hochgezogener Augenbraue hinterher. Sie nahm wortlos ihre Suppe zu sich und schien in Gedanken. Der alte Zwerg wollte Solas dabei nicht stören und ging wieder zu der Stelle wo er vorher gesessen hatte. Tätschelte kurz seinen Hammer und zog aus einen Beutel eine kleine Pfeife hervor. Geschick schlug er zwei Feuersteine zusammen und der Funken ging in die Pfeife über. Lange Zeit hörte man nur das knistern des Lagerfeuers, als Solas die Stille durchbrach. Sie entschuldigte sich für ihre verwirrende Antwort, Bendal lächelte und schüttelte den Kopf.
„Wofür willst du dich entschuldigen? Du hast mich weder beleidigt noch etwas aus meinen Besitzt beschädigt. Ich reise schon lange durch Celcia und habe mit vielen Leuten gesprochen. Ich kenne diesen Blick denn du hast.“
Er zog ein paar mal an seiner Pfeife und formte Ringe mit dem Rauch. Irgendwie hatte alles was Zwerge besaßen einen starken Geruch. Es roch durch den rauch der Pfeife irgendwie nach Zimt und Vanille. Nach einer kurzen Zeit des Schweigens erhob Hammerschlag das Wort.
„Vor langer Zeit hatte ich diesen Blick auch. Ich suchte etwas das ich seit meiner Geburt vermisste und als ich mich auf die Suche danach begab schmerzte mich die Erinnerung an das was ich zurück ließ.“ Bendal nahm wieder seinen Trinkschlauch zur Hand und trank einen kräftigen Schluck. „Das Leben wirft einen manchmal Felsen in den Weg, aber jeder dieser Felsen macht dich stärker und macht dich zu dem was du sein sollst. Sie mich an! Du fragst dich doch sicher auch warum ich so geworden bin. Ein Zwerg der Celcianisch spricht ohne Akzent. Der sogar in der Handelssprache Flucht aber trotzdem aussieht wie ein Kind der Schmiede.“
Der Zwerg warf ihr den Trinkschlauch entgegen. Worauf Teku kurz in die Höhe flog, als Solas den Schlauch fing setzte er sich wieder auf ihren Kopf.
„Trink ein Schluck, das Vertreibt deine Sorge. Ich habe das Bier selbst gebraut. Nach einen geheimen Rezept das nur ich kenne. Du kannst dich also geehrt fühlen Solas! Aber Erzähle niemand das du mit einen Zwerg Bier getrunken hast, das würde eh keiner Glauben.“
Wieder einmal begann er heiter zu lachen und schlug sich mit der freien Hand auf den Oberschenkel. Als er bemerkte wie die Elfe das Gesicht verzog als sie einen schluck vom Bier nahm, viel Bendal vor lachen um.
Dieser Zwerg war wirklich ein Munterer Gesell und schien sich nicht im Geringsten darum zu sorgen dass sie jemand hören könnte.
Es dauerte wieder eine Weile bis der Zwerg sich erhob und mit einen breiten Grinsen zu seiner neuen Bekanntschaft blickte.
„Du bist wirklich Mutig! Das du freiwillig einen Schluck kostest ohne dazu gezwungen zu werden. Ich bin schon einigen Elfen begegnet, habe aber noch keinen überreden können sich einen Schluck zu genehmigen. Nicht schlecht, wirklich nicht schlecht. Aber genug davon!
Wenn ich fragen darf wohin soll dich denn deine Reise führen? Vielleicht haben wir den gleichen weg, ich jedenfalls würde mich über ein wenig Gesellschaft freuen. Die Ponys sind meist nicht so gesprächig.“
Bendal zündete sich wieder seine Pfeife an, denn diese war bei seiner Lachattacke ausgegangen.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Montag 21. Januar 2013, 22:09

„Das Leben wirft einen manchmal Felsen in den Weg, aber jeder dieser Felsen macht dich stärker und macht dich zu dem was du sein sollst.“ Eine schöne Vorstellung, die Bendal mit seinen Worten ausdrückte, fand Solas. Gefangen in dieser Vorstellung fing sie den Trinkschlauch reflexartig auf und strich Teku beruhigend über den Kopf. Zwergenbier? Es soll ja recht kräftig sein, aber...wenn ich nicht trinke bin ich unhöflich. Gedacht, getan und schon hatte die Elfe den Trinkschlauch an den Mund gehoben und einen kräftigen Schluck genommen. Phaun ist das stark.
Mit Tränen in den Augen blickte sie Bendal an, der wieder einmal in einem vergnügten Heiterkeit Ausbruch feststeckte. Solas selbst war nicht nach Lachen zumute. Das Bier brannte sich einen Weg in ihren Magen und doch spürte sie langsam, wie ihre trübe Stimmung verflog.
Ein breites Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht, als der Zwerg erneut ihren Mut anpries. Wohl eher eine gehörige Prise Naivität. Kopfschüttelnd ignorierte sie den Nebel der sich langsam um ihren Verstand legte und konzentrierte sich wieder auf ihren neuen Freund. „ Meine Ziele liegen mir nicht immer klar vor Augen, aber ich weiß, dass meine erste Etappe der Wald Sarius sein wird. Meine Mutter kam von dort und ich brauche ein paar Antworten. Es wäre wirklich erfreulich, würden unsere Wege in die selbe Richtung führen. Teku ist zwar eine angenehme Gesellschaft, aber es tut gut sich auch mal richtig zu Unterhalten.“ All ihren Mut zusammen nehmen fügte sie die Frage, die ihr auf der Zunge brannte direkt hinzu. „ Warum nun beherrscht du die gewöhnliche Zunge so geschickt und ohne Akzent wie kein anderes Kind der Schmiede. Was führte dich auf Wanderschaft und wie lange bist du schon unterwegs?“ Neugierig wartete die Elfe auf die Antwort des Zwergs.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 23. Januar 2013, 11:07

Als Solas sagte das ihr Ziel der Wald Sarius sei, grinste Bendal von einen Ohr zum Anderen. Doch als sie ihn fragte warum er unterwegs war und wieso er so sprach wie er sprach, sah man einen kleinen funken Traurigkeit in seinen Blick. Hatte die Elfe sich vielleicht zu weit aus dem Fenster gelehnt und den Zwerg mit dieser Persönlichen frage einfach überrollt? Es hatte für einige zähe Sekunden den Anschein, den der so heitere Gesell sagte nichts und zog Gedankenversunken an seiner Pfeife. So schnell diese bedrückte Stimmung aufgetaucht war, so schnell verschwand sie auch wieder. Die Augen des kleinen Mannes funkelten wieder fröhlich, als er den Rauch aus seiner Lunge entweichen lies und danach antwortete. „Ich selbst bin auch auf den Weg zum Wald Sarius, besser gesagt führt mich mein Weg zum Dorf der Waldmenschen. Da haben uns wohl die Götter zusammen geführt.“ Bei diesem Spruch zwinkerte er ihr zu. Die beiden wussten ja dass sie an eine unterschiedliche Gottheit glaubten. „Ich bin ein fahrender Schmied und bin jetzt seit 50 Jahren unterwegs. Es gibt halt viele Dörfer die keinen eigenen Schmied haben oder der Aktuelle ist erkrankt. Manchmal treffe ich auch Reisende die meine Hilfe benötigen, es ist ein schöner Beruf und man kommt herum. Warum ich so rede wolltest du ja auch noch wissen!“
Er zog noch einmal kurz an seiner Pfeife bevor er weiter sprach. „Es liegt wohl daran das ich Rugtaner bin und in einer Schenke aufwuchs, die zum Großteil von Menschen besucht wurde. Ich beherrsche zwar die Sprache meines Volkes, aber ich musste sie eigentlich so gut wie nie anwenden! Außerdem….“
Bendal verstummte kurzzeitig und lauschte in die Nacht hinein. Seine breiten Nasenflügel hoben und senkten sich und seine Hand wanderte an den Griff seines Hammers.
Solas und Tekus Alarmglocken läuteten als sie das Verhalten des bis vor kurzen gut gelaunten Zwerges bemerkten. Aber so sehr sich die junge Elfe anstrengte, sie konnte nichts hören, geschweige denn sehen.
Als sie ihren Gastgeber schon fragen wollte was er hörte, wendete dieser sich an sie.
„Los Kind, steh schnell auf und folge mir!“ Solas war viel zu überrascht über den Plötzlichen Situationswechsel um noch zu fragen warum sie das tun sollte, sie tat es einfach. Der Zwerg lief eilig mit seinen kleinen wuchtigen Beinen zu seinen Wagen und hob die Plane an. Die Reisende hatte schon so einen Verdacht was er gleich von ihr verlangen würde.
„Steig schon ein und versteck dich zwischen meinen Sachen, es sind eindeutig Dunkelelfen auf den Weg hierher und glaub mir die mögen dich… bestimmt nicht.“ Die art wie er dies alles sagte überzeugte Solas in den Wagen zu klettern, obwohl ihre Nase rebellierte. Schließlich lagen irgendwo in dem Chaos die Überreste des Käses und wer weiß was noch.
Was die Elfe hier alles liegen sah war kaum zu beschreiben, von Unterwäsche, Kettenhemd, Zange und Beutel voll mit Proviant, war alles Vertreten. Auch merkwürdige Geräte die der Zwerg wohl zum Schmieden benutzte.
Teku sah es nicht ein sich im Wagen zu verstecken und flog auf die Schulter des Zwerges. Allein dies war schon ein enormes Zeichen das sie den Zwerg bedingungslos trauen konnte und als Solas im wahrsten sinn des Wortes ins Gerümpel eintauchte, zog Bendal die Plane zurück und verschnürte sie.

Die Bogenschützin war jetzt umgeben von tiefster Dunkelheit und den Hab und Gut des Schmiedes. Sie konnte ein kleinen roten Lichtschein sehen, der aus den hinteren teil des Wagen kam. Vorsichtig schob sie sich auf den Bauch robbend immer weiter vor. Eine Unterhose des Zwerges verfing sich an ihren Ohren. Eilig entfernte sie diese und probierte zeitgleich, sie so wenig wie möglich zu berühren. Wenn die Götter gnädig waren, war dies noch eine frische, Bendal würde sie zutrauen seine Dreckwäsche einfach in den Wagen zu schmeißen.
Bei all diesen Chaos was sie fast verschluckte. Trotz dieser widerlichen Begegnung, wühlte sich die Elfe weiter vor. Es dauerte auch nicht lange und sie erreichte endlich die Lichtquelle. Es war ein kleines Loch im Wagen, durch das man perfekt mit einen Auge hindurch schauen konnte. Sie sah das Lagerfeuer an dem sie noch vor einigen Sekunden gesessen hatte. Doch von Bendal Hammerschlag fehlte jeder Spur. Sie hörte wie die Pferde kurz schnauften und sich ihren Wagen näherten, kurz darauf wackelte diese kurz und dann erschien der Schmied wieder.

Er stand direkt vor den Lagerfeuer, die Beine ein stück auseinander gespreizt, so das er einen festen Stand hatte, das Schild was noch vor kurzen zum Suppenkochen herhalten musste auf den Rücken befestigt. Seine beiden Hände ruhten auf den Griff seiner gewaltigen Axt… Moment mal! Hatte er nicht einen Streithammer gehabt?
Plötzlich viel ihr ein weitverbreitetes Sprichwort ein. „Es gibt keinen Zwerg der nicht mindestens genau so viele Waffen bei sich trägt, wie er Gliedmaßen besitzt“
Dieser Spruch war also wohl nicht nur so eine Floskel. Aber warum hatte er die Axt genommen, sein Hammer war doch genauso abschreckend!
Fernab dieser Überlegung, stand Bendal Hammerschlag unverrückbar vor dem Feuer, der Wind fuhr in seinen Bart und spielte kurz mit diesen. Doch minderte dies nicht seine Präsenz, jedem Banditen müsste klar werden, dass man mit ihm kein leichtes Spiel hatte. Nur waren Dunkelelfen keine gewöhnlichen Banditen und es dauerte auch nicht lange und Solas hörte das Getrampel von Hufen immer näher kommen. Der Zwerg indes stand Massiv wie der Stein aus dem dieses Volk geschlagen wurde.

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Sie konnte hören wie die Pferde (das es mehrere waren darin bestand kein Zweifel) anhielten und wie die Reiter abstiegen. Solas musterte den Blick ihrer neuen Bekanntschaft und dieser sah alles andere als freundlich aus. Erst jetzt viel ihr auf, das von Teku jede Spur fehlte. Doch dieser würde schon irgendwo sein!
Sie hörte wie jemand dem Zwerg ansprach und so düster wie diese Sprache sich anhörte, musste Bendal wohl recht gehabt haben, mit den Dunkelelfen. Anscheinend hatten sie noch nicht die Ohren gesehen, denn sonst würden sie bestimmt nicht mit dem Zwerg reden wollen. Zum großen Erstaunen von Solas, sprach der Zwerg auch die Sprache des Dunklen Volks, damit hatte sie nicht gerechnet. Genauso wenig wie das Hammerschlag auf einmal nach vorne Sprang und mit seiner Axt ausholte und noch weniger das sich ihr Wagen in Bewegung setzte und das ziemlich schnell. Der Kampflärm war noch zu hören, aber die Bogenschützin konnte nichts mehr sehen, der Wagen bewegte sich zu schnell und die Umgebung huschte an ihr vorbei.
Jetzt war nicht mehr die Zeit um aus dem kleinen Loch zu Blicken, sondern um zu handeln. Sie musste sich befreien, aber dies sollte nicht so einfach werden. Denn als der Wagen sich ruckartig in Bewegung gesetzt hatte, kam auch die Ladung in Bewegung. So kam es das die Einzige die dem Zwerg helfen konnte, von dem Hab und Gut des kleinen Mannes festgesetzt wurde.
Im Wagen wurde es immer holpriger und Solas hatte auch das Gefühl das sie Bergab fuhr.
Durch das Geholpere löste sich das Gewicht auf ihren Rücken und so konnte sie endlich probieren sich zu erheben. Als sie das aufgeregte Gezwitscher ihres geflügelten Freundes hörte. Der allem Anschein nach die Plane angriff.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Samstag 26. Januar 2013, 17:57

Fasziniert lauschte Solas der Geschichte des Schmiedes und freute sich mit ihm über das gemeinsame Reiseziel. Gerade wollte sie den Zwerg fragen, ob er denn auch die geheimnisumwitterten Tha'Roon kennengelernt hätte, als Bendal ihr plötzlich befahl in den Wagen zu klettern. Überrascht tat die Elfe was er verlangte und ignorierte ihre protestierende Nase. Überrascht und gerührt beobachtete sie noch wie Teku auf die Schulter ihres neuen Freundes flog und war im nächsten Moment umhüllt von Dunkelheit.
Als sie das kleine Licht in der hinteren Ecke des Wagens sah, bewegte sie sich vorsichtig vorwärts, angestrengt darum bemüht kein einziges Geräusch zu verursachen. Entsetzt verharrte sie still, als sie spürte wie sich etwas an ihrem Ohr verfing. Bei Phaun, was ist das? Mit spitzen Fingern klaubte die Elfe das Kleidungsstück von ihrem Ohr und hoffte dabei inständig, dass Bendal trotz des hier herrschenden Chaos seine Dreckwäsche separat aufbewahrte. Vorsichtig wühlte sich Solas weiter vor und späte neugierig durch das kleine Guckloch. Wo ist Bendal nur? In dem Moment vernahmen die guten Ohren der Elfe das Schnauben der kleinen Ponys die sich dem Wagen näherten und nach einem kurzen Rumpeln erschien Bendal wieder neben dem Feuer in der Mitte des Lagers. Die doch etwas verängstigte Elfe bewunderte den Schmied für seinen unverrückbar wirkenden Stand. Der Rugtaner stand neben dem Feuer und strahlte eine Kraft aus, die die Elfe an die seltenen Felsbrocken im Eldoras erinnerte. Unverrückbar und ungebrochen. Die Dunkelelfen haben keine Ahnung mit wem sie sich anlegen. Dachte die junge Bogenschützin lächelnd.
Lange lächelte Solas jedoch nicht, denn schon vernahm sie, wie sich mehrere Pferde dem Lagerfeuer näherten. Bedals Blick wurde eisig und als die Elfe die dunkle Sprache der neuen Ankömmlinge vernahm, lief es ihr kalt den Rücken runter. Überraschenderweise beherrscht der Zwerg die kalte Sprache ebenfalls. Lange konnte sich die junge Elfe jedoch keine Gedanke darüber machen, da der Schmied wohl entschieden hatte, das Gespräch nicht lange aufrecht zu erhalten und auf die Dunkelelfen zustürzte, seine Axt bereit um zuzuschlagen und ein weiteres Paar Ohren seiner jetzigen Sammlung hinzuzufügen. Ob ihm dies gelang konnte Solas jedoch nicht mehr erkennen, da sich der Wagen plötzlich in Bewegung setzte und die Elfe durch den Ruck unter allerlei Gerümpel begraben wurde. Verzweifelt versuchte sie sich zu befreien, doch der Druck auf ihrem Rücken wurde nicht weniger. Ganz egal wie sehr sie auch versuchte sich aufzurichten, die Elfe kam weder vor noch zurück. Durch das Guckloch konnte sie auch nichts erkennen, außer dass sie sich immer weiter vom Lagerfeuer entfernten.
Der Kampflärm war noch zu hören, aber das bedeutete hier in der Stillen Ebene nicht unbedingt viel. Auf einmal wurde es immer holpriger und Solas hatte das Gefühl, als führen sie einen Hügel hinunter. Durch das Geschüttel konnte sie sich endlich aus dem Hab und Gut des Schmieds befreien. Geduckt hockte sie unter der Plane und versuchte sich zu orientieren. Wo ist der Ausgang? In der Dunkelheit konnte Solas nichts erkennen, doch als sie Teku hörte, der allem Anschein nach auf die Plane einhackte, kam der Elfe eine Idee. Während sie versuchte, sich trotz der holprigen Fahrt auf den Beinen zu halten, holte sie ihren Dolch hervor und zerschnitt die Plane des Zwerges in der Mitte. Ihren Bogen in der einen Hand und den Dolch in der anderen, richtete sich Solas auf und blickte sich erst einmal um. Wie es aussah hatten sich die Ponys durch den Kampflärm erschreckt und waren durchgegangen. Definitiv keine Schlachtrösser. Dachte sich die Elfe und kämpfte sich durch das Gerümpel nach vorne durch. Sie beruhigte die Pferde und nachdem diese endlich stehen geblieben waren, sprang die Bogenschützin geschickt vom Wagen. Hoffentlich drehen sie nicht noch einmal durch, sonst verliert Bendal noch all seine Sachen. Solas wollte schon loslaufen, um ihrem neuen Freund zu Hilfe zu eilen, als ihr einfiel, dass sie noch immer den schweren Kaputzenmantel ihres Vaters trug, welcher sie beim Bogenschießen nur behindern würde. Seufzend beeilte sie sich den Mantel abzulegen und warf ihn achtlos zu Bendals Sachen auf den Wagen.
Teku zwitscherte aufgeregt und flog vor Solas her, die bereits einen Pfeil aus ihrem Köcher gezogen hatte und ihm schussbereit folgte. Dank ihrer hervorragenden Ausdauer und Schnelligkeit erreichte sie schon bald den Anfang des Abhangs, den sie zuvor mit dem Wagen hinunter gefahren war. Vorsichtig und mit gespannter Sehne späte die Bogenschützin hinüber zum Feuer, von wo aus noch immer Kampflärm zu vernehmen war. Ihr Herz zog sich vor Schreck zusammen, als sie den Rugtaner in einen Kampf mit drei Dunkelelfen verwickelt sah. Wie ein Rudel von bissigen Raubkatzen hatten sie sich um den Zwerg geschart und griffen ihn alle zugleich an. Ihr schwarzes Haar schimmerte bedrohlich in Licht des Feuers und ihre Rüstungen schepperten auf eine beängstigende Art und Weise. Die Augen blitzten kalt und gehässig klangen die Worte, die sie sich in ihrer dunklen Sprache zuriefen. Bendal wirkte zwar noch nicht verletzt, allerdings konnte die Bogenschützin ihn nur schlecht durch die schnell hin und her wirbelnden Waffen der Dunkelelfen erkennen. Götter steht mir bei. Dachte die junge Elfe verzweifelt und richtete sich dann lautlos auf. Zum Glück waren die Dunkelelfen noch zu sehr mit dem Zwerg beschäftigt und würden sie vielleicht nicht direkt entdecken. Vollkommen lautlos zielte sie mit ihrem Bogen und zog die Sehne ebenso lautlos zurück. Geübt zielte die Waldläuferin auf den Hals des Dunkelelfen, der mit dem Rücken zu ihr stand, da dieser weder durch einen Helm noch durch die Rüstung geschützt wurde. Die im Kampf unerfahrene Elfe holte noch einmal tief Luft und ließ den Pfeil los. Ohne zu Zögern warf sie sich zurück, ließ sich ein Stück den Abhang hinunter rollen und lief dann schnell ein ganzen Stück nach links. In der Hoffnung ihre Gegner zumindest ein bisschen verwirrt zu haben, schlich sie sich erneut hoch und blickte, ihren gespannten Bogen schussbereit vor sich, wieder auf das Lager.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 30. Januar 2013, 13:26

Bendal kannte seine Ponys, es war natürlich alles von ihm geplant gewesen, das diese zusammen mit Solas das weite suchten. Er wollte nicht, dass die junge Elfe in die Hände der Dunkelelfen fiel. Der Krieger konnte sich schon denken was diese dann mit ihr angestellt hätten und schon allein diese Gedanken brachten sein Kriegerblut zum Kochen und schließlich auch zum überschwappen.
Mit einem beherzten Sprung hatte er seine Gegner überrumpelt. Der Elf der ihm direkt gegenüber stand, konnte gerade noch nach hinten springen und sich aus der Schlagweite des Zwerges retten.
Die anderen Beiden verteilten sich und umzingelten so den kleinen Krieger. Diesen jedoch, kümmerte dies weniger. Er war schon in schlimmere Situationen geraten und hatte überlebt. Sollte er hier sterben hatte er wenigstens ein Leben gerettet!

Fernab all dieses Übels, donnerte Solas gefangen im Wagen einen Abhang hinab, die Ponys dachten noch nicht einmal daran langsamer zu werden, geschweige denn anzuhalten.
Teku hatte sich kurz vor den Kampf in die Lüfte erhoben und als er sah wie der Wagen fort fuhr, sich sofort an die Verfolgung gemacht. Im Sturzflug stürzte er der Plane entgegen und als er diese erreichte, hackte er wie ein Wahnsinniger auf sie ein.
Solas die auf ihren Freund aufmerksam geworden war, zerschnitt einfach das Eigentum des Zwerges, kämpfte sich nach vorne zum Kutschblock und brachte die beiden Tiere mit Hilfe der Zügel zum stehen.

Als dies geschafft war, sprang sie vom Wagen und machte sich auf den Weg den Abhang hinauf zu rennen.
Um sie herum konnte man noch das gleiche Bild betrachten, eine weite Ebene in der nichts weiter wuchs außer Gras und ein paar Büsche. Jedenfalls war es das was sie sah, denn es herrschte noch tiefste Nacht. Die Steigung war an sich nicht gerade dramatisch hoch, doch die Ponys hatten eine ordentliche Strecke zurück gelegt. So kam es irgendwann dazu, dass die Waden der Elfe langsam zu protestieren begannen. Den Protest ignorierend konnte sie irgendwann das Feuer des Zwerges entdecken. Wäre es Tag gewesen, hätten die Dunkelelfen sie sofort gesehen. Denn wo sollte man sich hier verstecken? Doch durch die schwärze der Nacht war sie gut getarnt und das Feuer sorgte ebenfalls dafür, dass die Dunkelelfen sie nicht gleich bemerkten.

Doch auch wenn sie die geschickte Bogenschützin entdeckt hätten, wären sie nicht in der Lage gewesen irgendwas gegen sie zu Unternehmen. Bendal griff mal hier mal dort an und suchte jede Sekunde nach einer Lücke in der Verteidigung seiner Kontrahenten. Mit seiner gewaltigen Axt in der Rechten und seinen Rundschild in der Linken, war er ein tödlicher Gegner, den man keine Sekunde aus den Augen lassen konnte. Somit konnte sich Solas geschickt in Schussposition bringen und ihren tödlichen Pfeil auf die Reise schicken.

Der Dunkelhäutige der mit den Rücken zu ihr Stand, hatte dem tödlichen Geschoss nichts entgegen zu setzen. Er wollte gerade zum Schlag ausholen als die Pfeilspitze in seinen Hals eindrang. Seine schwarzen Augen weiteten sich vor entsetzen, als er die Pfeilspitze aus seiner Kehle herausragen sah. Dies sollte auch das letzte sein was er jemals in seinen Leben gesehen hatte. Wie ein nasser Sack schlug er auf den Boden auf, zum entsetzen seiner Begleiter. Der Krieger nutzt auch gleich den Moment und schlug in einen Weiten bogen den Elf zu seiner linken die Axt in die Seite. Dieser hatte nur für den Bruchteil einer Sekunde zu seinen Kamerad geblickt, doch genau das hatte den visierten Kämpfer namens Bendal Hammerschlag gereicht, um einen tödlichen Treffer zu landen.
Mit einen dumpfen schmatzen durchdrang das scharfe Axtblatt die Rüstung und drang ins Fleisch des Elfens.

Solas hatte sich eine neue Position gesucht, damit die Elfen sie nicht gleich entdeckten. Aber ihre berechtigte Vorsicht war in dieser Situation unnütz. Als sie wieder hervorkam, waren zwei der drei Elfen tot. Sie konnte nicht sehen ob ihr Pfeil getroffen hatte, aber es war ihr auch egal. Schließlich gab es jetzt nur noch einen Dunkelelfen. Doch dann kam ihr der Gedanke, dass sie eventuell ein Leben ausgelöscht hatte. Das erste mal in ihren Leben. Doch viel Zeit darüber nachzudenken hatte sie nicht mehr, als sich auf einmal eine dunkle Klinge gegen ihre Kehle drückte. Selbst ihr treuer Freund hatte den Fremden nicht bemerkt. Zwitscherte aber jetzt wie empört und griff den Mann der sich hinter seiner Freundin befand an. Der unbekannte Flüsterte trotz der Attacken von Teku der Elfe in ihre spitzen Ohren.

„Versprich mir nicht zu Schreien und ich nehme die Klinge von deinen Hals“ Als Solas langsam nickte verschwand das kalte Metal von ihren ungeschützten Hals. Der Mann mit dem schwarzen Messer war bei diesen Lichtverhältnissen kaum zu erkennen. Aber Teku hatte sich wenigstens beruhigt und war wieder zu seiner Freundin geflattert. Lies aber den Schatten der direkt vor ihnen stand nicht aus den Augen. Das einzige was Solas erkennen konnte, waren seine grünen Augen in denen ein gelblicher Schimmer lag.

Währendessen fällte Bendal auch seinen letzten Gegner. Dieser hatte einen verzweifelten Angriff gegen den Zwerg gewagt und musste jetzt die Konsequenzen tragen. Der Elf hatte zu einen Beinfeger angesetzt und diesen auch platzieren können. Nur hatte der Zwerg einen solch festen stand das man ihn wahrscheinlich nur mit einen Rammbock zum wanken bringen konnte. Der Angriff ging also ins leere, Hammerschlag hatte sein Schild, nachdem sein Bein getroffen wurde, nach unten sausen lassen.
Wenn ein Zwerg etwas in den Boden rammt dann muss alles andere Weichen und das passierte auch mit einem Großteil des Fußes seines Gegners. Das Blut schoss sofort aus der abgetrennten Gliedmaße und der Dunkelelf schrie vor Schmerzen laut auf. Bendal beendete sein Leid mit einem gezielten Hieb.
Die Axt versank tief im Brustkorb und beendete das Leben des Elfen.

Wieder bei Solas, gab der Fremde der jungen Frau zu verstehen, sich zum siegreichen Bendal Hammerschlag zu begeben. Er selbst folgte ihr, aber blieb im Verborgenen.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Samstag 23. Februar 2013, 01:07

Erstaunt betrachtete die Bogenschützin das Bild, dass sich ihen Augen bot. Zwei der drei Angreifer waren tot. Ob nun Bendal beide umgebracht hatte, oder ob ihr eigener Pfeil zu dieser Tatsache beigetragen hatte interessierte die junge Elfe weitaus weniger, als die Frage, ob ihr neuer Freund den Kampf unverletzt überstehen würde. Der Kampf schien unter Kontrolle und Solas fing an, langsam neuen Atem zu schöpfen. Den Göttern sei Dank. Die Legenden lügen nicht, wenn sie von den Kampfkünsten dieser kleinen Wesen sprechen. Beinahe hätte sich ein erleichtertes Lächeln auf ihr Gesicht geschlichen, da fiel Solas jedoch auf was soeben passiert war. Der eine Dunkelelf ist vielleicht wegen meinem Pfeil tot. Ich könnte ihn getötet haben. Eine dumpfe Kälte breitete sich in dem Brustkorb der Waldläuferin aus und raubte ihr kurzfristig den Atem. Sie spürte bereits wie sich der Schock in ihr ausbreitete, als sie durch einen erneuten Blick auf den noch immer kämpfenden Zwerg zu einer Erkenntnis kam. Dieser Elf wollte meinen Freund töten. Er hätte mich getötet. Nur langsam begann Solas Geist sich mit der Tatsache auseinander zu setzen, dass sie vielleicht ein Leben ausgelöscht hatte, als sie plötzlich eine Klinge an ihrem ungeschützten Hals fühlte. Von hinten hatte sich ihr jemand so lautlos genähert, dass nicht einmal Teku ihn hatte bemerken können. Erschrocken erstarrte die Bogenschützin.

„Versprich mir nicht zu Schreien und ich nehme die Klinge von deinen Hals“

Da ihr keine andere Wahl blieb, nickte Solas zustimmend und der Unbekannte entfernte das Messer von ihrem Hals. Um sich selbst und Teku zu beruhigen, strich sie ihrem Freund über das Gefieder und betrachtete den Schatten. Wer oder was ist das? Außer seinen Augen konnte Solas jedoch nichts erkennen und so blickte sie sich hilfesuchend nach Bendal um. Dieser hatte inzwischen den Kampf erfolgreich beendet. Stolz und Freude flackerten in Solas Augen auf und nur zu gerne folgte sie der Aufforderung des Unbekannten sich zu Bendal zu begeben.

„Bendal, geht es euch gut?“, fragte Solas erleichtert, sobald sie wieder in der Nähe des Zwerges war. Es schien nicht so, als ob der Rugtaner eine Wunde vom Kampf davon getragen hätte.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Gestalt » Dienstag 26. Februar 2013, 14:02

Bendal war gerade dabei sich ein paar neuen Trophäen abzuschneiden, als Solas ihn ansprach. Mit einem Ruck trennte er, mit einem Messer, ein weiteres Ohr für seine Sammlung ab. Mit den blutigen Andenken in der Hand ging er freudestrahlend der jungen Elfe entgegen. „Mach dir keine Sorgen, es braucht schon mehr als drei dahergelaufene Schwarzhäute um mich zu verletzen!“
Solas war natürlich klar dass der kleine Mann übertrieb, hätte sie nicht den einen Elfen erschossen wäre Bendal wirklich in arge Bedrängnis gekommen. Sie konnte also zu Recht Stolz auf sich sein, auch wenn sie gerade ein Leben ausgelöscht hatte. Das bestätigte auch der Zwerg noch einmal „Aber ohne deine Hilfe wäre es vielleicht nicht so einfach geworden!“ Dabei deutete er mit seinen kurzen Zeigefinger auf den Elf der durch Solas Pfeil den Tod gefunden hatte.

Die Person oder besser gesagt der Schatten, der die Bogenschützin verfolgte, war so still das selbst die spitzen Ohren der Elfe ihn nicht hören konnten. Wenn sie nicht wüsste dass sie Verfolgt würde, hätte sie schwören können, dass niemand hinter ihr war. Ohne die Bedrohung im Rücken hätte sie sich vielleicht schneller den Kampfplatz genähert. Um sich die besiegten Feinde näher anzuschauen und natürlich auch um nachzusehen ob Bendal wirklich nicht Verletzt war. Aber genau diesen wollte sie nicht gefährden, mit solch einer Aktion.
Er hatte sie schließlich vor den Dunkelelfen bewahrt. Solas probierte ihn so subtil wie möglich darauf aufmerksam zu machen, dass sie Verfolgt wurde.

Es dauerte auch nicht lange und die Augen des kleinen Kriegers verzogen sich zu Schlitzen.
Sie waren jetzt vielleicht noch 20 Schritte (dies bezieht sich auf einen normal großen Menschen) von einander entfernt. Der Krieger stand mit dem Rücken zum Feuer und war somit nicht geblendet und erkannte die Silhouette die sich hinter Solas befand. Das Geräusch knirschenden Leders war zu hören als Hammerschlag seine Axt fester griff. Die Präsenz hinter ihr blieb sofort stehen, das spürte die junge Elfe augenblicklich.
Denn sie hatte die ganze Zeit so eine art Gefühl als würde sie jemand beobachten und dann plötzlich verschwand diese Empfindung. Doch sie drehte sich nicht um, um sich zu vergewissern, sondern ging weiter auf den Zwerg zu und je sicherer sie sich war, dass die mysteriöse Person sie nicht mehr verfolgte, umso mehr beschleunigte sie ihren Gang. Die letzten Meter wäre sie fast gerannt und atmetet erleichtert aus als sie hinter den kleinen Mann stand. Dieser hatte sich beschützend vor sie gestellt, und den Verfolger nicht aus den Augen gelassen.
Auch wenn diese Geste auf den ersten blick lächerlich wirkte, da die Bögenschützin den Zwerg um mehr als nur ein paar Köpfe überragte. Doch der grimmige Ausdruck im Gesicht des Kriegers würde wahrscheinlich sogar einen Warg dazu bringen den Schwanz einzuziehen und das weite zu suchen.

Die Beiden wussten nicht wie lange sie die Umrisse der Person noch betrachtet hatten, aber irgendwann war der Geduldsfaden von Bendal gerissen. „ZEIG DICH ENDLICH!!!“ Ließ er die Person wissen und diese kam der Aufforderung zum Teil auch nach.
Mit jedem Schritt in ihre Nähe, spürte Solas den Druck, des Messers, an ihrer Kehle wieder. Unterbewusst griff sie an die Stelle, wo sich das vor kurzen, noch kalte Metall befand. Obwohl sie wusste das dort keine Klinge war!

Als der oder die Fremde, aus der Dunkelheit ins Licht des Lagerfeuers trat, wurden die Beiden immer noch nicht schlauer aus dieser Person. Wahrscheinlich handelte es sich aufgrund des Körperbaues um einen Menschen, jeden falls sprachen die Proportionen dafür. Ob es sich bei der Person um einen Mann oder eine Frau handelte war wiederum schwer zu erkennen. Der ganze Körper wurde von einem schwarzen Mantel verdeckt und erlaubte keinen Blick auf die Kleidung dahinter. Die Kapuze war natürlich auch aufgesetzt und das Gesicht bis zu den Augen wurde von eine schwarzen Tuch verdeckt.

Bendal lies die Gestallt nicht aus den Augen und wendete sich wieder einmal an den Meuchelmörder (jedenfalls sah er danach aus).
„Meine Mutter hatte immer gesagt, dass man Menschen nicht trauen sollte, die ihre Gesichter verstecken! Ich bin ja der Meinung das sie das nicht tun weil man ihnen nicht vertrauen kann, sondern weil sie so unglaublich Hässlich sind das man schon beim bloßen Anblick sich übergeben muss!“

Ein schütteln durchlief den verhüllten Körper und kurz darauf drang ein durch den Stoff gedämpftes lachendes Geräusch an ihre Ohren. Weder Bendal noch Solas wussten wie sie jetzt reagieren sollte. Aber anscheinend musste der Vermummte die großen imaginären Fragezeichen über ihren Köpfen erkannt haben und erklärte sich.
„Verzeiht! Aber ihr beide gebt echt ein köstliches Bild ab.“ Die Gestallt wedelte verneinend mit den armen.
„Das soll jetzt nicht heißen, dass ich euch essen will, aber ein Zwerg der eine Elfe beschützen will ist doch zu komisch!“
Wieder musste die mysteriöse Person Lachen und Bendal war nun wohl endgültig am Ende seiner Geduld, denn er machte schon Anstalten auf ihn zuzugehen. Doch Solas Hand legte sich beruhigend auf die Schulter des kleinen Mannes. Eigentlich hätte er durch die dicke Rüstung die Berührung nicht spüren dürfen. Aber Zwerge steckten ja laut Volksmund seit ihrer Geburt in einer Rüstung. Vielleicht bemerkte er deswegen diese körperliche Geste. Jedenfalls blieb er stehen und die Person in Schwarz machte eine tiefe Verbeugung.
„Es tut mir Leid falls ich eure Gefühle oder gegen eine eurer Sitten verstoßen habe, aber ich denke sowohl eure Mutter als ihr selbst habt recht, was meine Person betrifft!“

Die vermummte Person näherte sich weiter, als sie sich in Arm-Nähe befand, streckte sie die rechte Hand aus, die natürlich von einem schwarzen Handschuh verdeckt wurde.
Bendal machte Anstalten ihr die Hand zu geben und blickte kurz zu Solas, dann wieder zu dem/der Fremden.
„Ich werde dir nicht die Hand geben, solange du mir nicht dein Gesicht zeigst! Aber! Wir haben andere Sorgen! So wie ich die Dunkelelfen kenne, werden hier bald noch mehr auftauchen und dann sind es nicht nur drei!!!“
Er blickte wieder zu Solas und auch der Blick der unbekannten Person richtete sich nun auf sie, die immer noch die Hand freundschaftlich zu Gruß entgegen streckte.
Schon seltsam wenn man überlegt das Solas von ebengerade dieser Person mit einer Waffe bedroht wurde und jetzt streckte ihr diese Gestallt die Hand zum Gruß entgegen.
Wie Solas wohl darauf reagieren würde? Aber egal wie, sie sollten sich beeilen den Wagen von Bendal wieder zu finden. Denn wer weiß ob hier nicht bald mehr Dunkelelfen auftauchten, um nach ihren Freunden zu schauen.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Donnerstag 28. Februar 2013, 01:36

Ein wirres Gemisch aus Stolz, Abscheu, Besorgnis, Freude, Furcht und Bedrängnis wirbelten durch Solas Seele und verursachten ihr ein heftiges Klopfen hinter den Schläfen. Sie musste sich zwingen dem Drang, sich nach ihrem Verfolger um zu gucken, zu widerstehen und verdrängte so gut es ging die lähmende Furcht aus ihrem Bewusstsein. Jetzt musste die Elfe zuerst an Bendal denken.
„Mach dir keine Sorgen, es braucht schon mehr als drei dahergelaufene Schwarzhäute um mich zu verletzen!“ sagte der Rugtaner mit einem abfälligen Schulterzucken und gab dann jedoch zu: „Aber ohne deine Hilfe wäre es vielleicht nicht so einfach geworden!“
Solchermaßen daran erinnert, dass sie jemanden getötet hatte, auch wenn es ein Dunkelelf gewesen war, fiel ihr Blick wie magisch angezogen auf den Leichnam. Stolz blitzte in den Augen der Bogenschützin, vermischte sich jedoch schnell mit einer ihr selbst nicht zu erklärenden Abscheu vor sich selbst.

Ich habe getötet.

Wie ein dumpfer Schlag traf diese Erkenntnis die junge Elfe und zerriss ihre so geschickt getragene Maske der Selbstsicherheit. Angst huschte über ihr Gesicht und die Tränen stiegen ihr in die Augen. Gerade als sich die ersten Tränen an ihre Wimpern zu krallen begannen, sah sie das Schwert des Dunkelelfen, welches neben seinem Toten Körper lag. Sie sah wie sich der Schein des Feuers an der scharfen Schneide brach und ihr wurde erneut bewusst, warum sie diesen Pfeil abgeschickt hatte. Warum sie diesen Pfeil hatte abschicken WOLLEN.

Bendal ist unverletzt. Jetzt muss ich nur noch dafür sorgen, dass es auch so bleibt.

Ihre Selbstsicherheit kehrte mit einem Wimpernschlag zurück und nicht einmal Solas selbst hätte sagen können, ob es dieses mal nur eine Maske war.
Langsam näherte Solas sich immer weiter dem Kampfplatz und versuchte dem Zwerg so unauffällig wie möglich auf die ihr folgende Bedrohung aufmerksam zu machen. Fest sah sie ihm in die Augen und legte all ihre Furcht und den gesamten Schrecken in diesen Blick.

In dem Moment wo sie sah, dass ihr Freund den Verfolger entdeckt hatte, holte sie endlich wieder befreiter Luft. Bendal packte seine Axt und augenblicklich spürte die Waldläuferin, wie ihr Verfolger stehen blieb. Sie drehte sich nicht um, um dass zu überprüfen, sondern setzte unbeirrt ihren Weg zu Bendal fort. Mit jedem Schritt fühlte sie, wie ihre Furcht nachließ und ihr mit jedem zurückgelegten Meter wurde sie schneller. Das letzte Stück rannte sie beinahe. Unendlich erleichtert stellte sich Solas hinter ihren mutigen Freund. Innerlich atmete sie erleichtert auf und als sie die noch immer kaum erkennbare Silhouette betrachtete belächelte sie sogar ein klein wenig ihr soeben verspürte Furcht.
Doch obwohl sie sich in der Nähe des Rugtaners sicher fühlte und keinen Zweifel daran hatte, dass Bendal den Fremden besiegen könnte, sollte es tatsächlich zum Kampf kommen, flüsterte ihr Gefühl warnend.

Dieser Fremde ist nicht das was er zu sein scheint.

Die junge Elfe wusste nicht, wie lange sie und der Zwerg den Schatten betrachtet hatten, als Bendal ihn deutlich dazu aufforderte sich endlich zu zeigen. Als der Fremde dieser Aufforderung nachkam und sich dem Feuer und so auch ihnen immer mehr näherte, spürte Solas erneut das kalte, unbarmherzige Metall des Messers an ihrem Hals. Mit einem unterdrückten Schrei fasste sie sich unwillkürlich an den Hals, um nach etwas zu greifen, wovon sie wusste das es nicht da war.

Hier ist kein Messer.

Der Fremde wirkte unbeteiligt und doch aufmerksam, als er endgültig im Schein des Feuers stehen blieb. Noch immer konnte die Elfe irgendetwas entdecken, was ihr einen Hinweis auf seine Identität, seine Abstammung, sein Wesen hätte geben können. Alles an dieser Gestalt war schwarz und auch die Stimmung die sie ausstrahlte war düster. Solche Kleinigkeiten brachten den Zwergen jedoch scheinbar nicht aus der Fassung und so sagte er dem Fremden ungerührt ins Gesicht: „Meine Mutter hatte immer gesagt, dass man Menschen nicht trauen sollte, die ihre Gesichter verstecken! Ich bin ja der Meinung das sie das nicht tun weil man ihnen nicht vertrauen kann, sondern weil sie so unglaublich Hässlich sind das man schon beim bloßen Anblick sich übergeben muss!“
Solas verkrampfte sich zunächst und zuckte dann erschreckt zusammen, als der Fremde auf einmal anfing zu lachen.
Mehr amüsiert als entrüstet über seine Erklärung, hielt die Bogenschützin ihren Freund zurück, als dieser begann auf den Fremden zuzugehen. Erleichtert, dass es nicht einen erneuten Kampf geben würde, blickte sie misstrauisch auf dem Fremden hinab, da seine Verbeugung sie in Anbetracht der voran gegangenen Geschehnisse sowohl verwunderte, wie auch beunruhigte und sie nicht recht wusste, wie sie jetzt reagieren sollte.

Was hat er vor?

Unschlüssig betrachtete sie die dargebotene Hand und bekam nur am Rande mit was der Zwerg sagte. Als er jedoch von weiteren Dunkelelfen sprach, wandte sie sich ihm ruckartig zu und starrte ihn erschrocken, ja beinahe entsetzt an.

„ Was? Es werden noch mehr kommen? Aber...“, sie bemerkte den Blick und die Hand des Fremden, welche sich nun ihr zugewandt hatten. Irritiert blickte sie den Fremden an und zog ungläubig eine einzelne Augenbraue hoch.

Eben ein Messer und jetzt seine Hand. Wie soll ich so jemandem trauen?

Mit einem Blick, in dem ein geübter Beobachter die Angst entdecken könnte wandte sie sich von dem Fremden ab. Gönnte ihm nur ein knappes Nicken. Mt sorge im Blick begann sie mit Bendal zu reden.
„ Wir müssen hier weg!“ Nervös blickte sie sich in der Gegend um. Versuchte die Dunkelheit um des Feuer herum zu durchblicken und horchte auf das leiseste Geräusch.
„ Wir müssen deinen Wagen finden. Und zwar schnell.“ Ohne offensichtlich auf den Fremden zu achten oder auf eine Erwiderung des Zwerges zu warten rannte sie zu der Leiche des von ihr erschossenen Dunkelelfen. Dort blieb sie stehen und blickte in die Richtung, aus der sie den Pfeil abgeschossen hatte. „Wir müssen da lang.“, sagte sie bestimmt in Richtung Bendal und des Fremden und wollte schon losgehen, als ihr noch einmal ihr Pfeil in den Sinn kam. Vorsichtig zerrte sie ihn aus dem Hals des Dunkelelfen heraus und steckte ihn nach kurzem abwischen des Blutes zurück in ihren Köcher.

Ich kann jeden einzelnen meiner Pfeile gebrauchen, wenn uns die Dunkelelfen erwischen.

Entschlossenen Schrittes ging sie in die zuvor bestimmte Richtung und drehte sich am Rande des Feuerscheins noch einmal um. In ihren Augen sah man flackernde Angst und eine neue wilde Entschlossenheit. Sie wartete bis Bendal zu ihr aufgeschlossen hatte und passte sich seinen schritten an. Der Fremde folgte ihnen auf seine komplett lautlose Art. Zweimal sah Solas über ihr Schulter zurück, weil sie angenommen hatte, der Fremde wäre verschwunden. Doch jedes mal erblickte sie ihn direkt hinter sich und Bendal, wie es sicheren Fußes mit ihnen durch die Stille Ebene eilte. Solas vertiefte sich auf dem Weg in die Überlegungen, ob der Fremde nun ihr Feind oder ihr Freund sei.

Vater sagte immer: „ An sich ist nichts weder gut noch böse. Das Denken macht es erst dazu.“ Doch wie soll ich wissen was er denkt?

Versunken wie sie war, vergaß Solas auf den Weg zu Achten und so wären sie und ihre Begleiter wohl kaum beim Wagen angekommen, hätte sich nicht Teku von der Schulter der Bogenschützin in die Luft geschwungen und ihnen den Weg gezeigt. Zutiefst verlegen wandte sie sich den neben ihr laufenden Rugtaner: „ Was tun wir, wenn uns die Dunkelelfen finden?“ Immer wieder blickte die Waldläuferin sich nervös um und horchte, ob sie bereits das Trampeln von sich nähernden Pferdehufen hören konnte. Innerlich zog sich ihr Herz zusammen und langsam begann sie zu zittern. Zum ersten Mal in ihrem Leben, war die Elfe sich selbst wirklich bewusst in welch großer Gefahr sie schwebte und zum ersten Mal hatte ihr Geist Zeit es zu registrieren. Sie hatte Zeit darüber nachzudenken, was bald geschehen könnte.
Ein plötzlicher Schmerz brachte sie dazu mit ihrer Hand auf ihr Herz zu drücken. Es fühlte sich an, als ob sich langsam und unaufhaltsam eine Faust immer fester um ihr Herz schloss. Doch sie wollte die anderen, besonders den Fremden, nicht sehen lassen, was mit ihr los war. Durch lange Übung versteckte sie ihre Sorgen hinter einer Maske der Neugierde und zwang einen Ausdruck der vollkommenen Selbstsicherheit in ihre Augen und ihr Lächeln : „ Wenn wir einmal davon absehen, dass wir von jemandem begleitet werden, wo wir noch nicht einmal wissen wer oder WAS er ist und ich das unbestimmte Gefühl nicht los werde, dass mir jemand fortwährend ein Messer an die Kehle drückt.“, die Waldläuferin warf einen Blick zu der ihnen folgenden Gestalt: „ Finde ich wir hätten es schlechter treffen können. Ich bin froh, das du mich an dein Feuer geladen hast. Und nachdem wir das hier überstanden haben, würde ich gerne noch mehr über den Zwerg erfahren, dessen Trophäensammlung Ehrfurcht einflößend ist.“
In etwa 200 Schritt Entfernung tauchten die Umrisse des Wagens auf und die Gruppe beschleunigte ihre Schritte. Lächelnd meinte die Bogenschützin zum Zwerg: „ Wir kriegen das hin, oder?“ seiner Erwiderung lauschend bleib sie etwa 15 Schritte vor dem Wagen stehen und ließ den Fremden und Bendal voraus laufen.
Unbewusst griff sie sich mit einer Hand erneut an die Kehle, wo sie wieder den Druck eines Messers spürte. Mit der anderen Hand massierte sie ihr Herz.
Tief in ihrem Inneren.
An dem Ort, wo sie ihre Sorgen und seelischen Verletzungen versteckte.
Neben der Lücke die das Unwissen über ihre Mutter verursachte.
Neben der schwarz schwelenden Sehnsucht nach Heimat und Zugehörigkeit.
Und neben dem erstarrten Bildnis eines sorglos herumtollenden Kindes ohne Zweifel und Sehnsüchte gestand sie sich die Wahrheit ein.

Ich habe Angst.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Erzähler » Dienstag 5. März 2013, 14:28

„Höchstwahrscheinlich Solas! Ich würde sagen die drei waren eine eventuelle Vorhut und ihr fernbleiben wird bestimmt nicht lange unbemerkt bleiben.“
„Es waren fünf!“ Lies der Verhüllte die Beiden wissen und senkte dann seine Hand als die Schützin ihn nur zu nickte. Hätte die Elfin hinter die Maske sehen können, wären ihr aufgefallen das dass Gesicht dahinter lächelte. Warum und weshalb wusste nur der Fremde!

Solas nahm klugerweise ihren Pfeil, der immer noch in der Kehle des toten Dunkelelfen steckte, an sich. Dabei blieb es natürlich nicht aus den ermordeten ins Gesicht zu sehen. Seine toten schwarzen Augen die sie anklagend anstarrten würde sie wohl nie wieder in ihren Leben vergessen. Denn den ersten vergaß man nie!
Doch irgendwann konnte sie sich von seinen leblosen Augen losreißen und den Anderen den Weg zeigen.
Wenn man zuvor Solas und den Zwerg betracht hatte, kam man schon schnell auf den Gedanken das dies eine ungewöhnlich Reisegruppe sei. Aber durch die vermummte Gestalt, die den Beiden mit einem Gewissen abstand folgte, kam man noch mehr zu der Überzeugung, dass es solch ein Trio kein zweites Mal gab. Warum ihnen die namenlose Person folgte war nicht klar, aber hätte der Fremde sie angreifen wollen hätte er es schon längst getan. Denn dazu hatte er genug Möglichkeiten gehabt. Also konnte man ihm wohl für den Moment vertrauen.

Die Zeit verging und die drei hatten wortlos ein kleines Stück des Weges hinter sich gelassen. Jeder hing seinen Gedanken nach uns Solas dachte gerade an die Worte ihres Vaters. Dabei bemerkte sie natürlich nicht, dass sie vom Weg abkam, doch dank der Hilfe ihres kleinen Freundes namens Teku, änderte sie schnell wieder die Richtung und schlug den richtigen Weg ein. Denn das gezwitschert des kleinen Vogels war in der, im wahrsten Sinne des Wortes, Stillen Ebene, deutlich zu hören.
Der glatzköpfige Zwerg nahm den Richtungswechsel aufgrund der Unachtsamkeit der jungen Frau mit einen Schulterzucken hin und lauschte den Worten seiner neuen Begleiterin. „Wir werden Kämpfen und Siegen oder bei den Versuch uns zu Verteidigen sterben!“ Er sagte dies so Todernst und mit einem Blick der stur gerade aus gerichtet war, dass man daran nicht zweifeln konnte.
Durch sein Geradeaus starren bekam er von ihrer kurzen Panikattacke nichts mit, erst als sie ihn kurz darauf erneut ansprach, blickte er wieder in ihre Richtung und grinste bei Solas letzten Worten.
„Das werde ich, versprochen! Und du erzählst mir dann etwas über deine Heimat!“
Dabei zwinkerte er ihr zu und warf darauf einen kurzen Blick auf ihren neuen Begleiter, der die Unterhaltung still mitverfolgt hatte. Mit einen Kopfschütteln wendete Bendal Hammerschlag seinen Blick wieder nach vorne und als er den Wagen in der ferne sah beschleunigten seine kleinen Beine ganz von allein.

Als sie das Transportmittel des fahrenden Schmiedes fast erreicht hatten, stellte die Waldläuferin Bendal eine kurze und doch wichtige Frage.
Der Krieger blickte sie ruhig an und umarmte sie dann ohne ein Wort zu sagen. Diese Geste kam so überraschend und unvorhergesehen das die junge Dame, selbst wenn sie es gewollt hätte, keine Möglichkeit hatte etwas dagegen zu unternehmen. Von weiten hätte man denken können Solas wird von einen Kind umarmt, denn mit seinen 1,30 Meter ging er der großen Frau gerade mal bis knapp über den Bauchnabel. „Wir schaffen das!“ Ließ er sie noch wissen, bevor er dann die Arme von ihr nahm und sie noch kurz freundlich anlächelte. Dann ging er ziemlich zackig zu seinen beiden Ponys!
„Hey Friedrich und damit meine ich dich der uns sein Gesicht nicht zeigen will, mach dich mal nützlich und hilf mir mal. Achja und ich nenne dich solange Friedrich wie du mir und der guten Solas deine Gesicht nicht gezeigt hast!“
Der Maskierte zuckte nur mit den Schultern und näherte sich den kleinen Krieger mit dem großen Herz.
Bendal deutete auch gleich, als ihn der neugetaufte Friedrich erreichte, auf die Rechte Seite seines Transportwagens. Die beiden Räder lagen dort tiefer als die Räder auf der linken Seite.
Es war zwar in der Dunkelheit kaum zu erkennen, aber der Wagen hatte sich durch die leichte Schräglage festgesetzt, der Untergrund war hier auch etwas matschig und verschlimmerte somit die Situation. Wahrscheinlich war der Wagen hier tiefer in die Erde gerutscht als Solas ihn verlassen hatte.
Man konnte es einerseits als Segen und andererseits als Fluch betrachten. Denn dadurch dass sich die Räder verkeilt hatten konnten die Pferde nicht noch weiter Reißaus nehmen, aber dafür hatten sie jetzt das Problem den Wagen zu bergen.

Solas blieb noch eine Weile ein Stück vom Wagen entfernt stehen und kämpfte mit dem Gefühl der Angst, bis zu dem Moment als die kräftige Stimme des Zwerges sie aus ihrer Starre befreite.
„Hey Kindchen wenn du nicht mit anpackst, sind wir Morgen noch nicht da!“
Als sie dann den Beiden zur Hilfe eilte, zeigte ihr der Zwerg was sie zu tun hatte. Es war eigentlich die einfachste Aufgabe, sie sollte nur die beiden Zügel nehmen und die Pferde zum ziehen Bewegen. Bendal und der Fremde denn er jetzt Friedrich nannte würden dann so gut es ging den Wagen von der Ladefläche aus mit anschieben. Vielleicht bekamen sie ja so den Wagen aus der Senke hinaus.
Gesagt getan, die drei hatten ihre Aufgaben und jeder begab sich an seinen Platz. Solas nahm die Zügel der beiden Ponys in die Hand und Bendal und Friedrich befanden sich hinter den Wagen und waren bereit zum unterstützenden schieben.
Jetzt war aber erstmal die junge Frau an der Reihe. Sie zog kurz an den Zügeln, aber die zwei Vierbeiner Schnaubten nur verächtlich. Sie probierte es energischer und zog heftiger an den Zügeln, aber wieder passierte nichts. Naja fast nichts, das eine der beide Ponys entleerte entspannt seinen Darm und die Pferdeäpfel schlugen Geräuschvoll auf den Boden auf.
Solas konnte vom hinteren Teil des Wagens das leise kichern des Maskierten hören und als sie noch einmal lauschte bemerkte sie wie auch Bendal anfing zu kichern.
Konnte das wirklich sein, lachten die Beiden sie aus? Nur weil diese sturen Ponys ein Verhalten an den Tag legten was man eigentlich nur von Eseln kannte! Nach den klang der beiden Stimmen war es der Fall. Obwohl sie bei Friedrich sich nicht sicher war ob er ein er oder eine sie war. Seine Stimme lag genau dazwischen und machte es schier unmöglich ihn in ein bestimmtes Geschlecht zuzuordnen.
Doch sie hatte jetzt andere Sorgen. sie musste die beiden Ponys zum gehen überzeugen, aber wie sollte sie diese Sturköpfe nur dazubringen?
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Mittwoch 20. März 2013, 14:12

Sture, hohlköpfige Esel. Dachte Solas empört und zog erneut an den Zügeln. Selbstverständlich brachte das rein gar nichts, abgesehen davon, dass die eben benannten Esel ihre sturen Hufe noch tiefer in die Erde stemmten. Ratlos und langsam genervt blickte sie den Pferdchen tief in die Augen.
„Wenn ihr eure fetten, hässlichen Hintern nicht SOFORT bewegt habe ich zwei wundervolle neue Freiwillige für mein Schießtraining gefunden. HABT...IHR...DAS...VERSTANDEN?“
Ungerührt starrten die Ponys zurück und kauten Seelenruhig ihr Gras. Hinten bei Wagen hörte sie noch immer das Kichern ihrer Begleiter. Entnervt und langsam beunruhigt ob der drohenden Gefahr, sprang Solas auf den Kutschbock des Wagens und kramte nach ihrer Tasche. Da drin bewahrte sie noch zwei Äpfel auf. Mit diesen lief sie zurück zu den Ponys und sagte leise:„Wenn ihr euch bewegt, gebe ich euch diese Äpfel.“
Um die Ponys ein zu locken hielt sie die Äpfel nahe an deren Nüstern, doch kaum waren die Äpfel in Reichweite, schnappten sich die Ponys diese und Solas stand wieder mit leeren Händen da.
Fassungslos starrte Solas erst auf ihre Hände und dann auf die Ponys. „ Das kann doch nicht euer Ernst sein.“ Ratlos wollte Solas gerade zu Bendal gehen, als Teku anfing die Ponys zu ärgern.Er flog dicht um ihre Köpfe, pickte sie in den Hals und grub seine Krallen in ihre Hinterteile.
Wie die Ponys darauf wohl reagieren würden?
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Erzähler » Dienstag 26. März 2013, 10:24

Zwergen Ponys waren für ihre Sturheit bekannt und auch berüchtigt. Einige Forscher kamen zur der Überzeugung das Sturheit bei den zwergischen Ponys ein Zuchtkriterium sei. Denn kein Exemplar was begutachtet wurde war weniger stur als ein Esel. Meist waren diese Ponys sogar noch eigensinniger und anscheinend hatte Solas gerade zwei der größten Dickköpfe dieser Rasse vor sich.

Anschreien, bedrohen und bestechen brachte bei diesen Beiden nichts, aber ein kleiner Vogel sollte denn ersehnten antrieb bringen.
Teku umkreiste die beiden Ponys und hackte mal hier mal dort, mit seinen kleinen spitzen Schnabel, in die Haut der Reittiere. Zwar nicht so doll das es blutete aber mit genug Nachdruck das es ordentlich ziepte und brannte.
Die Zwei hatten kaum eine Möglichkeit sich zu wehren und so beschlossen sie das sie jetzt lieber von ihr verschwinden sollten, bevor der Vogel noch eine Stelle erwischte die weitaus mehr wehtun konnte!
Also gingen die kleinen Pferde schlagartig nach vorne und stemmte sich gegen den Wagen.
Die junge Elfe hörte umgehend ein Platschen und dann setzte sich der Wagen von Bendal in Bewegung.
Das Gefährt rumpelte im gemütlichen Tempo an Solas vorbei und Teku (der Pferdeflüsterer) setzte sich auf die Schulter seiner Freundin.
Als der Transportwagen fast an ihr vorbeigefahren war, sah sie den Maskierten gemütlich auf der Ladefläche sitzen, doch von Bendal fehlte jede Spur. Der sogenannte Friedrich bemerkte den fragenden Blick von Solas und deutete mit dem Zeigefinger auf eine vom Matsch umhüllte Gestallt.
Bendal hatte wohl nicht mit einer so plötzlichen Bewegung der beiden Ponys gerechnet und war der länge nach in den Dreck gefallen und dieser klebte nun überall an ihn. Friedrich hingegen hatte noch nicht einmal einen Schlammspritzer abbekommen. Der Zwerg lief ohne ein Wort zu sagen an der Elfe vorbei und nuschelte nur so was wie: „…dämliche Ponys, lassen die sich von einem Vogel in die Flucht schlagen und selbst der Dreck fürchtet sich vor diesen maskierten Spinner und wer bekommst immer alles ab?!!!“
Noch beim hinterherlaufen des Wagens fummelte er sich so gut es ging den Dreck aus den Bart und meckerte weiter in ihn hinein. Als er den Kutschbock erreichte sprang er geschickt auf diesen und setzte sich.
Noch beim umdrehen in Solas Richtung, ergriff er die Zügel.
„Also wenn du mitfahren willst solltest du dich beeilen! Denn wenn die Beiden mal in Bewegung sind halten die nicht mehr so schnell an!!!“
Dem Anschein nach waren wohl die Zügel in seiner Hand, nach dieser Aussage, nur Zierde. Was aber nicht verwunderlich war, wie Solas am eigenen Leib erfahren durfte. Diese Ponys machten was sie wollten und man brauchte einen Engelsgeduld und vorallen sämtliches Glück der Götter, das diese beiden Pferdchen taten was man wollte oder man hatte einen kleinen gefiederten Freund mit einen spitzen Schnabel.

Die Bogenschützin hatte nun die Qual der Wahl zu welchen der Beiden Reisebegleiter sie sich setzen wollte.
Das der oder die Unbekannte den Zwerg und die Elfe begleitete war eine unausgesprochene Tatsache, warum auch immer?!
Also setzte sie sich entweder zu den Maskierten mit den neuen Namen Friedrich. Der sie mit einen Messer bedroht hatte, aber ansonsten ziemlich friedlich Solas und Bendal gegenüber war oder sie nahm neben den tapferen Zwerg auf dem Kutschbock platz. Aber Egal wie sie sich entscheiden würde, sie hatte in jeden fall einen interessanten Gesprächspartner.

Der Wagen trottete, währenddessen sich die Reisenden unterhielten, gemütlich über die Stille Ebene und am Horizont konnte man langsam die aufgehende Sonne erkennen. Von Dunkelelfen blieben sie vorerst verschont, aber wie sagt man so schön: man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!
Denn niemand, mit Ausnahme der Götter, wusste was auf diese Reisegruppe noch alles zukommen konnte.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Mittwoch 24. April 2013, 14:25

Bendals Erscheinung entlockte Solas ein lautes und herzliches Lachen und wenn er nicht so finster geguckt hätte, wären ihr vielleicht sogar ein paar Lachtränen entwischt. So aber kam sie schnell seiner Aufforderung nach und sprang auf den Wagen.
Mit einem Satz landete sie behände neben dem Fremden und betrachtete ihn neugierig von der Seite. Das sie sich neben Friedrich gesetzt hatte, hatte nur einen einfach Grund. Solas war Misstrauisch und wollte diesem seltsamen Unbekannten lieber nicht den Rücken zuwenden.

Viele Fragen brannten ihr auf der Zunge, doch da er keinerlei Anstalten machte ein Gespräch zu beginnen, blieb auch Solas erst einmal stumm und sah sich um.
Die Stille Ebene erstrahlte im Licht der aufgehenden Sonne wie ein Stück frisch poliertes Gold. In einem satten Grün wogte das Gras und kein Laut zerstörte die Stille des Morgens. Klar strahlte der Himmel in einem lebendigen Blau und keine Wolke wagte dieses Blau zu unterbrechen. Am Horizont färbte sich das Blau leicht rötlich und versprach den Beginn eines, zumindest Wettertechnisch, ruhigen und fröhlichen Tages.
Ein Lächeln trat in Solas Augen und in diesem Moment konnte sie sich nicht mal an die Wehmut Erinnern die sie bis jetzt stets daran erinnert hatte, das sie ihr Zuhause Gestern erst verlassen hatte. In diesem Moment fühlte sie sich nicht wie ein Mädchen, dass von zuhause fortgelaufen war um sich selbst zu finden, sondern wie eine Frau die ihren Weg mit sicheren Schritten folgt und aus jedem Stein der ihr auf diesem Weg begegnen sollte ein Haus bauen würde, statt über ihn zu stolpern.

Ohne zu wissen wie lange sie in die Aussucht vertieft gewesen war, wandte sie sich irgendwann wieder dem neben ihr ausharrenden Friedrich zu. Aufmerksam betrachtete sie ihn. Sein langer, dunkler Mantel umhüllte ihn bis zu den Knöcheln und gab keinen Hinweis auf seine wahre Statur. Ihr Blick wanderte weiter bis zu seiner Kapuze.
Obwohl die Sonne die Umgebung erhellte und auf den Weiten der stillen ebene kein Einziger Schatten zu sehen war, blieb doch alles was unter der Kapuze lag im Dunkeln. Kein Lichtstrahl durchdrang die dort herrschende Finsternis oder spiegelte sich zumindest in den Augen des Fremden.
Wie ein großes schwarzes Loch das sprechen kann.
Dachte Solas und wandte sich schnell wieder ab.

Einen Moment lang blickte sie wieder auf die Weiten der Ebene bis sie sich doch ein Herz fasste, sich wieder dem Fremden zu wandte und fragte: „ Wer bist du? Und warum folgst du uns? Was sind deine Absichten? Und wieso zeigst du uns nicht dein Gesicht?“ Auf seine Antworten wartend starrte sie ihn an. Ihren Blick in die Richtung gerichtet, wo sie Aufgrund seiner Größe in dem Schwarzen Loch die Augen vermutete.
Ihr Blick hatte etwas gnadenloses. Innerlich wollte sie ihm klarmachen, das sie es nicht akzeptieren würde, wenn er ihr Ausweichen würde und auch das Funkeln in ihren Blattgrünen Augen besagte, dass sie keineswegs ein kleines wehrloses Mädchen war, dass er oder eben sie mit ausweichenden Antworten abspeisen könnte.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Gestalt » Sonntag 12. Mai 2013, 11:04

Der Tag entfaltete sich über die Stille Ebene wie ein kleines Wunder und die Graslandschaft wachte auf.
Kleine Vögel flogen zwischen den Büschen hin und her, ein paar fleißige Spitzmäuse kamen aus ihren Löchern und begaben sich auf die Suche nach etwas zu fressen. Einige Hasen saßen in weiter Entfernung gemütlich im Gras und ein Falke kreiste am Himmel auf der Suche nach Beute.

Ein Schmetterling flog Solas fast ins Gesicht, aber die junge Elfe war gefangen in ihren Gedanken und bemerkte den kleinen Falter überhaupt nicht. Sonst hätte sie gesehen wie dieses kleine Geschöpf sich auf die Schulter von Friedrich setzte und die Sonnenstrahlen mit seinen Flügeln auffing. Der Schmetterling hatte eine rötlich-gelbe Färbung und mit etwas Fantasie könnte man die Muster auf seinen Flügeln mit einen Herz assoziieren.
Irgendwann machte sich der kleine Gesell dann wieder auf den Weg und verließ die wärmende Schulter des Fremden und flog hinfort.
Mit der Zeit kam auch das Interesse über den Unbekannten an der Seite von Solas zurück und die junge Frau nahm ihn umgehend ins Verhör. Bendal paffte währenddessen gemütlich seine Pfeife und der Geruch von Zimt und Honig mischte sich mit den Duft der umliegenden Natur.

Ein gluckerndes Lach entstand unter der Kapuze von Friedrich.
„Ich habe mich schon gefragt wann du mich mit Fragen über meine Identität löcherst. Für eine Elfe hast du ganz schön lange ausgehalten!“ Es war wieder ein kurzes Lachen zu hören, bevor der Vermummte weitersprach.
„Wie sehr du ihr doch ähnelst!...
…Vielleicht hilft es dir ja wenn ich dir sage das ich von jemand geschickt wurde der dich sehr Liebt und dich vermisst, aber nicht mehr in der Lage ist zu verreisen. Tja und warum ich dir und den Zwerg nicht mein Gesicht zeige hat persönliche Gründe, die dich nicht zu interessieren haben. Das einzige was zählt ist das ich dich gefunden habe und dafür Sorgen werden das du zur Ihr zurück kommst, bevor es zu spät ist!“
Die letzten Worte sagte er mit einer gewissen Sorge.
„Die langlebigen vergessen viel zu schnell wie wichtig Zeit ist!“ Es war schwer zu sagen ob dieser Satz überhaupt an Solas oder an ihn selbst gerichtet war. Aber man konnte die Trauer in seiner Stimme nicht leugnen. Die Beiden Schwiegen sich einen Moment an, bevor der vermeintliche Friedrich wieder das Wort erhob.
„Sag was weißt du über den Wald Sarius? Hat dir dein Vater etwas über deine Erbe erklärt?“
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Samstag 18. Mai 2013, 02:30

„Wie sehr du ihr doch ähnelst!...“

Verblüfft starrte Solas Friedrich an. Seine Stimme war sanft geworden und bevor die erstarrte Elfe wieder alle sinne beisammen hatte, um ihm antworten zu können, sprach er schon weiter. Fassungslos lauschte sie seinen Worten.

„...von jemand geschickt wurde der dich sehr Liebt und dich vermisst...“

„...dafür Sorgen werden das du zur Ihr zurück kommst...“

„Die Langlebigen...“

Mit immer größer werdenden Augen lauschte sie den Worten. Sie vernahm sie zwar klar und deutlich jedoch weigerte sich ihr Gehirn sie zu verarbeiten.
Sie vernahm auch die Trauer in seiner Stimme, jedoch war sie noch viel zu geschockt von seinen Worten, um sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen. Dann, gerade als sie begann alles zu verarbeiten, sprach Friedrich weiter.

„Sag was weißt du über den Wald Sarius? Hat dir dein Vater etwas über deine Erbe erklärt?“

Mein Erbe?! Noch immer war Solas leicht geschockt und so arbeitete ihr Gehirn auch weiterhin recht langsam. Genauso langsam kamen ihr ihre Gedanken über die Lippen. „Mein...Erbe...“, ausdruckslos blicke sie in die sonnendurchflutete Stille Ebene und folgte ihren Gedanken.

>>>Ein helles Kinderlachen. Fröhliches Quietschen. „ Ich kriege dich du Wildfang. Denn ich bin groß und bääärenstark!“ Ein tiefes, ruhiges Lachen vermischt sich mit der Stimme eines Kindes: „ Dafür bin ich flink, klein und viiiiiiiiiiel schlauer als du.“ Ein glücklichen Kreischen und ein schadenfrohes Lachen. „ Tja mein Augenstern. Diesmal hat dein alter Herr gewonnen.“ Ein nachdenklicher Blick aus vertrauten Augen. "Du wirst es schnell lernen. Sowas liegt Ihnen im Blut.<<<

Eine kleine Schar Vögel flog unweit des ruckelnden Wagens auf. Die Ponys trotten noch immer stetig vorwärts und Bendal paffte genüsslich und so ruhig wie immer, seine Pfeife.

>>>Stimmen hinter einer massiven Tür. Neugierige Ohren die einem wissbegierigem Charakter Fakten liefern wollten. Hinter der Tür ein ruhiger, resignierter Bariton: „Sie sieht ihr so ähnlich.“ Stille. Schritte. Dann ein besänftigender Alt: „ Ich weiß, so hast du sie immer beschrieben. Grüne Haare, grüne Augen. So als würde man einem Baum...“ „...direkt in die Seele schauen.“, vollendete der Bariton den Satz. „ Was soll ich den machen Elaysa, wenn ich in ihr immer SIE sehen werde? Sie wird etwas über ihr Erbe erfahren wollen. Ich kann sie nicht immer ablenken. Die Zielstrebigkeit hat sie auch von ihr. Was...“ Unruhig Stille. Vertraute Schritte, die aufgeregt hin und her wanderten. „...Was wenn ich verlerne sie zu lieben, nur weil sie mich zu sehr an meinen Schmerz erinnert? Wie kann ich das so sehr lieben, was doch für den schmerzhaftesten Augenblick meines Lebens steht?“
Ruhige Schritte die sich den aufgeregten in den Weg stellen und eine sanfte Stimme: „ Weil du nicht bereust, was den Schmerz verursacht hat. So sehr es dich auch peinigen mag, so hast du doch nie bereut. Du liebst Sie und SIE. Und du liebst nicht etwas, was für den Schmerz steht, sondern den Beweis von der Echtheit und Tiefe eurer Gefühle. Vertrau dir und vertrau ihrem Erbe.“<<<


Ein sehnsuchtsvolles Blitzen in den Augen wandte Solas sich wieder Friedrich zu und meinte leise: „ Nein. Nie.“
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Erzähler » Montag 27. Mai 2013, 09:21

Friedrich nickte als Solas verneinte das sie irgendetwas über ihr Erbe wusste.
„Das habe ich mir schon gedacht. Es ist aber auch nicht verwunderlich, bei den damaligen Geschehnissen!“ Der Maskierte blickte kurz in die Ferne so als ob er nachdenken müsste was er als nächstes sagen soll.
„Ich denke du weißt wer mich geschickt hat um nach dir zu suchen. Ich will auch nicht lange um den heißen Brei reden. Denn ihre Zeit ist bald gekommen und ich soll dich so schnell wie möglich nach Hause bringen. Wir könnten...“
Mit einen ruck kam der Wagen von Bendal zu stehen und kurz darauf begann er zu fluchen wie es nur ein Zwerg konnte. Es war schwer zu verstehen was er alles in seinen Bart brabbelte, aber einige Wortfetzen wie Goblindreck, minderwertiger Stein usw. waren zu hören. Auch andere Wörter die man lieber nicht in der nähe von Kindern sagte oder besser gesagt überhaupt nicht aussprechen sollte. Aber so war nun einmal Bendal.
Durch das plötzliche anhalten des Wagens wurde auch das Interesse von Solas und Friedrich auf das vor ihn liegende geweckt.

Zwei Wargs liefen, zwar noch einige hundert Meter entfernt, auf den Wagen von Solas und den Anderen zu.
„Den werde ich zeigen wo ihr Platz ist!“ Der Zwerg sprang vom Kutschblock und nahm diesmal seinen Streithammer für den bevorstehenden Kampf mit. Das es einen Kampf geben würde stand außer frage, denn wenn man in die Augen von Bendal blickte konnte man förmlich ein Feuer brennen sehen.
Ohne ein weiteres Wort zu sagen rannte er den Monstren entgegen, die von weiten gar nicht so gefährlich aussahen. Friedrich und Solas hatten kaum zeit zu reagieren, denn wenn auch der glatzköpfige Zwerg keine lange Beinen hatte so konnte er doch unglaublich schnell rennen. Er war schon einige Meter vom Wagen entfernt als man die Ausmaße der Wargs richtig erkennen konnte.
Der erste von ihnen sah aus wie ein zu groß geratener Wolf mit zu vielen Muskeln. Sein Kompagnon hingegen war gedrungener vom Körperbau und wirkte dadurch wesentlich breiter als der riesen Wolf. Alles im allen wollte man nicht mit diesen beiden Kuscheln.
Bendal hingegen schon. Zumindest wenn man mit Kuscheln eins über den Schädel braten meint.

Die Zwei Parteien waren nur noch wenige Meter von einander entfernt.
Der Zwerg holte mit seinen Hammer aus und der kräftigere der beiden Wargs setzte zum Sprung an. Sein Gefährte hingegen hielt weiterhin auf Friedrich, Solas und die Ponys zu.
Jetzt war es Zeit zu handeln, einer von den Beiden musste dafür sorgen das die Pferdchen nicht reiß aus nahmen und der Andere musste sich wohl oder übel den zu groß geratenen Wolf stellen. Wer dies wohl sein sollte?
Friedrich handelte als erstes und sprang geschickt von der Ladefläche auf den Kutschblock und nahm die Zügel fest in die Hand. Denn die kleinen Lastentiere begannen schon nervöse mit den Hufen zu scharren. Wer wollte es ihnen auch schon verübeln das sie Angst hatten? Denn 500 Kilo totbringende Masse war auf den direkten Weg zu ihnen. Jetzt lag es wohl an Solas den Kolos zu strecke zu bringen. Wie würde sie es wohl anstellen?

Bendal hatte währenddessen alle Hand damit zu tun nicht von den wilden Warg gefressen zu werden. Er setzte seinen Hammer mit schnellen und vor allen wilden Schwingern ein und hatte bei seinen Feind schon einige Treffer gelandet. Doch sein Kontrahent war noch lange nicht am Ende und begann seine Beute mit gebürtigen abstand zu umkreisen.
Die beiden blickten sich in dieser Zeit ununterbrochen in die Augen und den Warg wie den Zwerg war klar das nur einer diesen Kampf überleben würde.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Montag 17. Juni 2013, 20:01

Langsam aber sicher begann Solas diese Ebene zu verabscheuen. Hinter jeder Erhebung wartete die nächste Gefahr. Gerade noch schien es, als ob sie dem Unbekannten, dem sie mit ihrer Flucht aus ihrer Heimat hinterher gejagt war, etwas näher kommen würde, als auch schon diese zwei Ungetüme am Horizont aufgetaucht waren und das Gespräch von Friedrich und Solas unterbrochen hatten. Erneut blickte die Elfe einer ihr bislang unbekannten Kreatur entgegen, die ihr bis vor kurzem so ereignislosen Leben mit einem Schlag beenden könnte.

Obwohl sie sich selbst nicht als Feigling bezeichnet hätte, beneidete sie doch die Furchtlosigkeit Bendals, mit der er den Kampf zu suchen pflegte. Ihr selbst zitterten die Hände, als sie ein weiteres mal nach ihrem Köcher griff und erneut einen Pfeil auf die Sehne ihres gespannten Bogens legte. Um sich zu beruhigen schloss sie die Augen und atmete tief durch. In Gedanken sah sie den Warg vor sich, der sich ihr, Friedrich und den sowohl sturen, als auch wehrlosen Ponys mit gewaltigen Sätzen näherte. Sie sah wie sich seine gewaltigen Pfoten in den Boden gruben, nur um sich kurz darauf wieder kraftvoll davon abzustoßen und erneut noch vorne zu springen. Sie stellte sich sein gewaltiges Maul vor, blickte von ihrem inneren Auge aus auf seine hochgezogenen Leftzen und so entblößten Zähne.

Das Zittern verließ ihre Hände und mit der ihr eigenen Sicherheit zog sie ihre Sehne nach Hinten. Da der Warg frontal auf den Wagen zu hielt blieben ihr nur wenige Angriffspunkte, die den Warg in seinem vorankommen verlangsamen könnten. Zum einem blieb da der gewaltige Schädel, denn sollte Solas Pfeil dort durchschlagen, würde es den Warg auf der Stelle töten, statt ihn einfach nur zu verlangsamen. Andere Punkte waren die Pfoten, die Beine selbst oder die Brust. Sollte die Elfe tatsächlich schaffen die Brust an der richtigen Stelle zu treffen, könnte auch dies den Warg töten. Allgemein waren diese Schüsse jedoch reichlich kompliziert, da sich der Warg schließlich kontinuierlich vorwärts bewegte. Doch das viel elementarere Problem mit dem die Bogenschützin haderte, waren ihre Pfeilspitzen. So gewaltig wie diese Kreatur war, zweifelte sie daran, dass sie die notwendige Durchschlagskraft erreichen würden. Die verletzlichsten Punkte die sich ihr als Angriffsfläche boten, waren daher die mordlustig blitzenden Augen des Wargs.
Während all dieser Überlegungen, die nicht länger als zwei Sekunden gedauert hatten, hatte die junge Bogenschützin ihre Augen nicht geöffnet, sondern innerlich den Weg des Wargs verfolgt. Blitzschnell entschied sie sich für eine Methode und öffnete ihr grün funkelnden Augen. Mit einem Blick verglich sie den Weg des Wargs mit ihrer Vorstellung, korrigierte ihre Haltung ein wenig und schoss.
Der erste Pfeil visierte das linke Auge des Wargs an. Im direkten Anschluss folgten drei weitere Pfeile, die auf die beiden Pfoten und die Brust zielten. Der fünfte Pfeil lag bereits auf der Sehne, doch bevor sie schoss sah die junge Elfe nach, wo ihre Pfeile landeten. Ob sie die anvisierten Ziele treffen würde? Ob sie zumindest irgendwie treffen würde? Oder würde sie die gewaltige Kreatur komplett verfehlen und so weiterhin seinem mit voller Wucht ausgeführten Angriff ausgesetzt sein?
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Erzähler » Dienstag 18. Juni 2013, 15:21

Solas musste man großen Respekt zollen das sie im Angesicht dieser Bestie nicht der Angst erlag. Sie war schließlich keine abgebrühte Kämpferin die ihr Leben lang Blut vergossen hatte. Doch trotz dieser Tatsache, dass sie begründete Angst hatte, schoss sie ihre Pfeile zielgerichtet ab. Das erste Geschoß traf wie gewollt das Auge des Wargs. Die beiden Pfeile die auf die mächtigen Pranken abgeschossen wurden, gingen daneben. Der Wind hatte bei einer Fernwaffe leider einen Gewissen Einfluss und so landeten die Projektile harmlos auf den Boden. Dafür traf aber der letzte Pfeil und versank in der breiten Brust des Wargs.
Doch wie Solas sich schon richtig Vermutet hatte, richteten ihre Geschosse nicht genug Schaden an. Das Monster war so im Tötungstrieb das es die beiden Verletzungen kaum beachtete und unaufhaltsam auf die Bogenschützin zustürmte.
Die Beiden trennten jetzt nur noch wenige Meter. Der Warg setzte mit weitgeöffnetem Maul zum Sprung an. Solas schoss ihren letzten Pfeil ab. Aus dieser Entfernung musste sie nicht zielen. Denn ihr Gegner war jetzt, aus dieser Entfernung, nicht zu verfehlen. Kaum hatte sie ihr Pfeil abgeschossen setzte sie zu einem Hechtsprung an, um nicht von der Bestie zerquetscht zu werden.

Zu spät!

Zwar hatte der Pfeil getroffen und hatte sich rechts neben den Hals ins Fleisch versenkt aber der Treffer war nicht tief. Der Warg begrub sie förmlich und schnappte mit von Geifer triefendem Maul nach der jungen Frau. Solas war so gut wie tot, sie kam an ihren Dolch nicht ran und als sich das Maul um ihren Kopf schließen wollte, schloss sie die Augen. Es war vorbei!

...........
..........
.........
........
.......
......

Sollte sie nicht Tot sein? Zumindest sah alles danach aus! Aber sie Atmete noch. Jedenfalls so gut es ging. Den schließlich lag ein Warg auf ihr!
Endlich traute sie sich die Augen zu öffnen und was sie sah lies sie fast zusammen zucken. Keine zwei Millimeter vor ihren rechtem Auge befand sich eine Schwertspitze, die Blutgetränkt war.
Mit einem Ruck verschwand die Klinge und das Kinn der Bestie donnerte auf ihre Stirn.

Solas ist Bewusstlos (du kannst hier einen Traum einfügen)
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Als sie wieder aufwachte befand sie sich auf der Ladefläche von Bendals Wagen.
Die Sonne ging schon langsam unter und sie blickte in das vermummte Gesicht von Friedrich.
„Sie ist wach!“ Rief er Bendal entgegen. „Wurde ja auch langsam Zeit!“ Antwortete dieser darauf. Mit einem ruck kam der Wagen zum stehen und der Zwerg kam auf die Ladefläche geklettert. Er hielt Solas eine Kette vors Gesicht an der ein zeigefingerlanger Zahn hing. Die Kette war aus feinsten Silber und sehr Filigran verarbeitet.
„Hier damit kannst du vor deiner spitzohrigen Verwandtschaft ordentlich angeben! Ich wette nicht viele von denen kann behaupten einen Warg getötet zu haben!“
Der gutmütige Zwerg grinste von einen Ohr zum anderen. Erst jetzt viel Solas auf das sein Bart von Blut getränkt war.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Freitag 21. Juni 2013, 19:30

Der erste Pfeil traf, doch danach ging alles schief. Ohne zu zielen schoss Solas ihren fünften Pfeil ab, doch obwohl er traf bewirkte er doch nichts. Mit einem Satz begrub die gewaltige Kreatur den zierlichen Körper der Bogenschützin unter sich.

Angst ist der größte Feind beim Kampf, da sie lähmt und klare Gedanken unmöglich macht. Solas wusste dies, doch als sie unter der vor Wut geifernden Kreatur lag, erlag sie ihr trotzdem. Mit schreckgeweiteten Augen blickte sie in den Rachen des Wargs. Ihr Kopf befahl ihr sich zu wehren, obwohl er wusste das sie keine Möglichkeit dazu hatte. Die Angst kroch innerhalb eine Augenblicks ihre Wirbelsäule hoch und setzte sich in ihrem Herzen fest. Kein Muskel wollte sich rühren und voller Entsetzen dachte Solas nur noch:
So werde ich also sterben.
Mit einem in ihrem Körper nachhallendem grummeln öffnete sich erneut das Maul des Wargs. Ergeben schloss die junge Elfe ihre Augen und schloss gleichzeitig mit ihrem Leben ab. Vor ihrem inneren Auge zogen erneut Szenen ihrer Kindheit vorbei. Das Lächeln ihres Vaters und Elaysas? Ihre Nachmittage auf der Lichtung im Wald. Der Stolz in den klugen Augen ihres Vaters.
Ewigkeiten vergangen und die Bogenschützin meinte, ja wusste sogar, dass sie längst hätte Tod sein müssen. Sollte es wirklich so schnell und schmerzlos abgelaufen sein, dass sie nichts davon mitbekommen hatte? Vorsichtig und auf alles vorbereitet öffnete sie ihre Lieder und erneut fuhr ihr der Schreck tief in die Glieder. Hätte nicht der Warg mit seinem gesamten Gewicht auf ihrer Brust gelegen wäre Solas schreiend zusammen gezuckt. So jedoch fehlte ihr sowohl die Luft für den Schrei, als auch die Bewegungsfreiheit für das zusammen zucken. Hilflos starrte sie auf die blutige Schwertspitze die tief in dem offensichtlich toten Warg steckte. Verwirrt und immer noch zu keinem klaren Gedanken fähig starrt sie die Klinge an und betrachte das rote Blut was, von der Klinge auf ihre Wangen tropfte. Der Kopf der Elfe pochte bereits vom harten Aufprall,als sich der Warg auf sie gestürzt hatte, doch als die Klinge mit einem plötzlichen Ruck zurückgezogen wurde und der Kopf des Wargs auf ihr Stirn donnerte durchfuhr sie ein stechender Schmerz, ihr Sichtfeld begann zu flimmern und als sie einmal stöhnend blinzelte, blickte sie auf einmal in ihre eigenen Augen.

Verwirrt ruhten ihre Wimpern kurz auf ihren Wangen, doch als sie erneut die blitzenden Augen freigaben hatte sich nichts verändert. Runzeln schlichen sich auf Solas Gesicht, als sie ihren Blick endlich von den Augen lösen konnte. Erstaunt und verwirrt sah sie sich um, sah jedoch nichts als die unendlich wirkenden Weiten der Stillen Ebene. Verwundert darüber, wo den die anderen waren wandte sie sich zurück zu den Augen. Seltsamerweise verschwand das Gras der grünen Ebene dort, wo sich die Augen befanden, unter einer spiegelnden Pfütze aus glasklarem Wasser. Nirgends sonst wirkte es so, als ob es gerade geregnet hätte und doch sah die junge Elfe ohne Zweifel die Pfütze mitsamt der Augen. Die Bogenschützin beugte sich über die Pfütze und wunderte sich, warum nur ihre Augen sich darin spiegelten. Je länger sie die Augen betrachtete, desto trauriger kamen sie ihr vor. Es schien sogar, als ob Tränen in ihnen schimmer würden.
Langsam kamen Solas Zweifel, ob es sich wirklich um ihre Augen handelte. Sie streckte die Hand aus, um das Spiegelbild zu verwischen und so nicht länger der inzwischen unendlich wirkenden Trauer in den Augen zu entkommen, doch sobald ihre Hand unter Wasser war, spürte sie wie jemand vorsichtig nach ihren Fingern griff. Die Elfe spürte das Wasser nicht mehr, sondern nahm nur noch den seltsam vertraut wirkenden druck der Hand wahr. Die fremde Hand strich vorsichtig an ihren Fingerkuppen entlang, bevor sie auf ihrem Handrücken verweilte. Urplötzlich durchzuckte Solas von dort ein durchdringender Schmerz, mit einem Schreckensschrei zog sie ihre Hand aus der Pfütze. Durch den Ruck aus dem Gleichgewichte gebracht, taumelte sie zurück konnte sich jedoch nicht mehr halten und fiel. Noch während sie fiel blickte sie auf ihren Handrücken und entdeckte dort ein ihr unbekanntes Symbol. Bevor sie sich jedoch über dessen Bedeutung Gedanken machen konnte, schlug sie auf dem Boden auf und als sie in der nächsten Sekunde wieder die Augen öffnete blickte sie in die tiefschwarze Öffnung von Friedrichs Kapuze.

Verwirrt blickte sich die Elfe um, wobei sie entdeckte, dass sie auf der Ladefläche von Bendals wagen lag. Als Friedrich Bendal zurief, dass sie wieder wach sei, begriff Solas, dass das eben geschehene nur ein Traum gewesen war.
Aber es hat sich so echt angefühlt.
Hektisch tastet sie nach ihrem Handrücken, als Bendal ihr die Kette mit den Wargzahn vor Augen hielt. Verirrt griff Solas mit der einen Hand nach der Kette und betrachtete sie genauer. Da wurde ihr mit einem mal bewusst, was Bendal gesagt hatte. Sie blickte auf und wollte gerade dagegen protestieren, dass sie den Warg getötet haben sollte, als sie das Blut in seinem Bart entdeckte.
" Ihr Götter-" rief sie entsetzt aus, " Bendal! Du blutest!" Vergessen war ihr Protest und ihr Handrücken. Die Frage, ob das Symbol noch immer auf ihrem Handrücken war rückte in den Hintergrund, während sich die Bogenschützin besorgt am ihren Freund wandte.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 3. Juli 2013, 09:27

Friedrich und Bendal zuckten erschrocken zurück als Solas wie von Sinnen ihren Körper in eine aufrechte Sitzposition brachte und sich nach dem befinden des Zwerges erkundigte. Dieser begann väterlich zu Schmunzeln und legte der aufgebrachten Frau beruhigend die Hand auf die Schulter. „Mach dir keine Sorgen wegen dem Blut in meinen Bart. Das ist bei uns Zwergen so ein Tradition!“ Bendal fuhr sich mit seiner freien Hand durch den prächtigen Bart. „Wargblut hat eine besondere Wirkung auf Zwergenhaar. Es macht es weicher und beschleunigt den Wuchs.“
Friedrich schüttelte, als er dies hörte, den Kopf. „Ihr Zwerge seit wirklich ein seltsames Volk!“ Vielleicht hatte Solas noch immer mit dem leichten Schwindelgefühl zu kämpfen, aber man konnte meinen, dass der Vermummte, gerade einen Witz gemacht hatte. Es hatte sich auch so angehört als hätte er gelacht.
„Wir sind seltsam??!!?? Und das aus deinen Mund! Du versteckst dich doch die ganze Zeit in deiner komischen Kutte. Wenn einer seltsam ist dann bist du das wohl!“
Der Kopf von Bendal war so rot wie die untergehende Sonne. Da hatte wohl der Unbekannte eine wunde Stelle bei dem Krieger gefunden. Es war eigentlich ein Wunder das kein Dampf aus den Ohren von Bendal stieg.
„Ich wusste gar nicht dass ihr so empfindlich seid!“ Jetzt konnte man wirklich ein Lachen hören und der Zwerg vergaß sich. Er verpasste Friedrich, mit beiden Händen, einen ordentlichen Stoß gegen den Oberkörper. Der Unbekannte, der mit diesen Wutausbruch nicht gerechnet hatte, flog Kopfüber vom Wagen. Mit einer Rückwärtsrolle bremste er den Sturz ab und kam in einer fließenden Bewegung wieder auf die Füße.
„War das schon alles?“ Fragte er den kochenden Bendal mit einen scherzenden Stimme.
„Ich werde dir deine verdammte Kapuze von deinen Kopf reißen und sie dir in dein vorlautes Maul stopfen!“ Ohne weitere Beschimpfung sprang jetzt der Krieger ebenfalls von der Ladefläche und stürzte sich auf Friedrich. Solas wirkte in diesen Szenario gerade wie bestellt und nicht abgeholt.

Bendal holte mit einen rechten Schwinger aus, der auf höhe der Rippen von Friedrich zielte. Dieser wich dem Schlag aber geschickt aus und verpasste seinem Gegner dabei eine Ohrfeige. Mehr Erniedrigung ging wohl kaum bei einem Krieger. Der Zwerg knirschte vor Frust so laut mit seinen Zähnen, dass es sogar Solas hören konnte. Ein wahrer Hagel von Fausthieben ging jetzt auf den Unbekannten los. Man konnte die Schlagfrequenz kaum mit den Augen mitverfolgen. Das erstaunliche daran war das Friedrich es schaffte jeden dieser von Kraft strotzende Schläge zu blocken. Zwischen den Schlägen schaffte er es sogar noch den Zwerg zu verhöhnen. „Schlagt ihr eigentlich alle so zärtlich eure Gegner?“ Der Provokateur wollte gerade noch eine Spitze zum Besten geben doch da überraschte ihn ein Tritt in die Leistengegend. Der Schmerz musste unerträglich sein, wenn man sich die muskulösen Beine und das gut gepanzerte Schuhwerk des Kriegers anschaute. Friedrich fuhr auch umgehend zusammen und bekam dann noch einen Schlag auf den Hinterkopf, der ihn umgehend zu Boden beförderte. Dort blieb er auch regungslos liegen, nur sein Brustkorb hob und senkte sich noch.

Bendal blickte triumphierend seinen bewusstlosen Widersacher an. „So du Möchtegern Kämpfer jetzt schauen wir mal was du hinter deine Kapuze versteckst. Bestimmt so ne richtig hässliche Visage! Warum sonst trägt der wohl so ne Kutte?!!“
Solas hatte noch nicht mal die Möglichkeit gehabt einen Einwand gegen das Vorhaben des Zwerges hervorzubringen. Vielleicht aber auch wollte sie selber sehen wer sich hinter der Maskerade befand und sagte deswegen nichts.

Der Zwerg versuchte nicht gerade zimperlich die Kapuze vom Kopf von Friedrich zu ziehen. Erst zerrte er mit einer Hand an ihr als dies keinen Erfolg versprach nahm er die zweite Hand zur Hilfe. „Das gibt es doch nicht!“ Der Zwerg fing an zu schnaufen und griff noch fester zu. „Warum...geht...das....nicht...auf....“ RATSCH!
Zwar nicht die feine Art mit der Kleidung eines Fremden umzugehen, aber sie hatte doch den gewünschten Erfolg gebracht.
Bendal hielt den Fetzen der Kapuze in der Hand und als zu Friedrich blickte wollte er seinen Augen nicht glauben.
Es befand sich wirklich unter der Kapuze noch eine Kapuze, doch unterschied diese sich merklich von den Stück Stoff den der Krieger in der Hand hielt.
Kleine Öffnungen waren hier eingefasst worden, damit die spitzen Ohren die mit Ohrringen behangen waren zum Vorschein kommen konnten. Die Öffnung um das Gesicht war mit einer Art Blätterwerk verzieht. Es war schwer zu erkennen, von Solas Position aus, ob es sich hier um echte Blätter handelte oder um eine geschickte Verarbeitung des Stoffes.

Bendal warf den Stofffetzen in seiner Hand weg und hob Friedrich hoch. Er legte ihn dann umgehend, auf die Ladefläche, neben der sitzenden Solas ab. Danach ging er auf den Kutschblock und gab den Ponys das Zeichen zum weiter fahren.

Solas hatte jetzt genug Zeit um das Gesicht des sogenannten Friedrichs genauer zu betrachten.
Die Haut von den Elfen hatte einen dunklen Hauch, der an einen jungen Baum erinnerte. Seine Augenfarbe konnte man als Kirschholzbraun bezeichnen. Über sein Markantes Gesicht verliefen zwei Streifen die mit schwarzer Farbe tätowiert worden waren. Als die junge Frau einen Blick auf den Hals von Friedrich warf erschrak sie innerlich.
War dies nicht das Zeichen was sie in ihren Traum gesehen hatte?
Spitz zulaufen Karos verliefen wie eine Art Kette um seinen Hals.
Je länger sie sein Gesicht betrachtete umso mehr viel ihr auf das seine Gesichtszüge denen glich mit der ihr Vater die Sarischen Elfen beschrieben hatte.
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Re: Weg über die Ebene

Beitrag von Solas Soul » Samstag 3. August 2013, 23:44

Eben noch geschockt von dem Blut auf Bendals Bart wich ihre Bestürzung schon bald einem gewissen Amüsement über das Szenario vor ihren Augen. Das ganze wirkte so absurd, dass die Bogenschützin ein mädchenhaftes Kichern einfach nicht unterdrücken konnte. Vor ihren Augen fingen die beiden deutlichsten Gegensätze die sie kannte eine Prügelei an.
Da war auf der einen Seite die schlanke, verhüllte Gestalt Friedrichs, der sich mit einer unbestreitbaren Eleganz fortzubewegen wusste und niemals die Stimme erhob. Obwohl die Tatsache, dass er einen Witz über Bendal gemacht hatte, Solas so enorm verwirrte und ihre Meinung von der geheimnisvollen Gestalt in den Grundfesten erschütterte, dass sie sich nicht mehr sicher war, ob das was sie über ihn dachte tatsächlich der Wahrheit entsprach. Nicht dass sie erstaunt darüber war, dass jemand einen Witz über Bendal machen würde. Sie selbst hatte in der kurzen Spanne ihrer Bekanntschaft mehr als einmal den Drang einen Witz über diesen liebenswerten Zwerg zu machen, nur schwer unterdrücken können. Jedoch hatte sie niemals damit gerechnet, dass der stille, geheimnisvolle und leicht bedrohlich wirkende Friedrich genügend Humor besitzen würde, um überhaupt zu wissen was ein Witz ist.

Wie falsch sie mit dieser Annahme lag hatte sich ja gezeigt.
Es schien vielmehr so, als ob Bendal derjenige wäre, der nicht genügend Humor besitzen würde. Andererseits sind die Zwerge wohl recht dünnhäutig besonders, wenn es um ihre Bräuche und Traditionen geht, denn aus dem freundlichen und lächelnden Bendal war in einem Sekundenbruchteil ein vor Kränkung rasender und um sich schlagender Energieball geworden.
Über diese unerwartete Wendung überrascht und zugleich belustigt ob dem lächerlichen Bild das der verhüllte Friedrich und der wütende Bendal boten, stand Solas regungslos auf dem Wagen und verfolgte mit ihren Augen den Ablauf des Kampfes. Kein Gedanke drehte sich in diesem Moment um den noch eben erlebten Traum, um das seltsame Zeichen auf ihrem Handrücken oder die Dunkelelfen denen sie schon bald in die Arme laufen könnten. Mitfiebernd zuckte sie bei jedem Schlag den einer der Beiden einstecken musste zusammen und als Friedrich schließlich bewusstlos zu Boden ging, wollte sie schon los rennen um nach ihm zu sehen, als sie begriff was Bendal bezweckte.

Unschlüssig beobachtete sie ihren kleinen Freund bei den Bemühungen die Kapuze von Friedrichs Kopf zu reißen. Sie war hin und her gerissen zwischen dem moralischen Gedanken, dass es Friedrichs Angelegenheit war, warum und wie lange er die Kapuze tragen wollte und dem unbändigen Wunsch endlich mehr über diesen geheimnisvollen Fremden zu erfahren. Bevor sie diesen inneren Konflikt beilegen konnte hatte Bendal es mit einigen Mühen geschafft die Kapuze abzureißen und neugierig betrachtete Solas das offenbarte Gesicht des Bewusstlosen vom Wagen aus.

Sind das Blätter?

Bevor sie den Wagen verlassen konnte um sich Friedrich genauer ansehen zu können verfrachtete Bendal ihn schon stillschweigend nach hinten zu ihr auf die Ladefläche. Er verlor kein Wort über das, was sich ihnen offenbart hatte, stieg auf den Kutschbock und brachte die Ponys dazu erneut ihren eigenwilligen, aber effektiven Trab aufzunehmen.

Stetig zuckelte der Wagen weiter voran, doch Solas bekam nichts von dem mit, was um sie herum passierte. Wie gefesselt betrachtete sie das nun bloßgelegte Gesicht, staunte über die Holzfarbende Haut und die Tätowierungen mit heller Farbe. Staunte über die Ohrringe in den Spitzen Ohren und fasste willkürlich an ihre eigenen.

Er ist ein Elf, so wie ich.

Je länger die junge Elfe seine Züge betrachtete, desto klarer wurde ihr, warum sie ihr beinahe bekannt vorkamen. Es waren die Worte ihres Vaters, die ein weiteres mal in ihren Gedanken aufblitzten. Einer der seltenen Momente in denen sie etwas über ihre Mutter erfahren hatte. Obwohl es nicht direkt um ihre Mutter gegangen war, sondern um ihr Volk.
Den Sarischen Elfen.

Überwältigt von dem Gedanken, das dieser Mann dem selben Volk angehörte wie ihre Mutter wandte sie ihren Blick von seinem Gesicht ab und entdeckte dabei das Zeichen auf seinem Hals.

Was?
Das selbe Zeichen was sie in ihrem Traum auf ihrer Handfläche gesehen hatte, prangte nun deutlich erkennbar auf seinem Hals. Wie eine Kette umschlangen die langgezogenen Karos diesen und mochten jedem der ihre Bedeutung kannte, diese regelrecht ins Gesicht brüllen.
Überrascht und verwirrt setzte Solas sich neben Friedrich auf den Boden des Wagens und starrte gebannt auf seinen Hals.
Was hat das nur zu bedeuten?
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