Südliche Stille Ebene

Diese große Graslandschaft liegt im Herzen des östlichen Teiles Celcias. Bei einem Unwetter verwandelt sich diese schöne Ebene in ein sehr gefährliches Gebiet, da es kaum Schutz bietet. Der große Fluss Ilfar teilt die Ebene in zwei Hälften.
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Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Sonntag 18. November 2012, 18:45

Die Schlinge zieht sich zu

(Marga kommt von: Der Urwald Kapayu – Die Küstenstraße.)

Gemütliche Gespräche waren nun nicht mehr möglich, auch Vokabeln lernen sollte sie jetzt lieber nicht mehr. Zu viele Augen und Ohren waren auf sie gerichtet, was Orok mit einer Mischung aus Sorge, aber auch Stolz bemerkte. Sobald die Sonne aufgegangen war, wurde der Trupp noch eine Gangart schneller und der Gefängniswagen rumpelte flott über den teils sehr aufgeweichten Untergrund. Eine Taktik die sich als ziemlich schlau heraus stellte, denn fuhr man hier zu langsam, so würden die schweren Gefährte in den Boden einsinken und sich dem schmalen Rädern einfach eingraben. Zu ihrer Rechten fielen die Klippen steil ab und zu ihrer Linken säumte noch eine Stunden lang der Urwald ihren Weg. Dann begann sich alles auf einmal sehr schnell zu ändern.
Das dichte Unterholz mit Lianen und fleischigen Blättern machte zarteren Gewächsen platz. Dass kaum ein Tier sich in die Nähe des Trupps wagte, war auch nicht verwunderlich, so roch man doch den Konvoi schon Meilen gegen den Wind der sich gedreht hatte und nun von hinten kam. Auch Marga musste sich noch an das Aroma von Moschus, nassem Wolf und schlich und einfach Dreck gewöhnen. Noch etwas änderte sich. Nicht nur, dass die Sichtweite in die Wälder größer wurde, sie schienen sich etwas bergab zu bewegen und die Klippen wurden deutlich zerklüfteter. Leichter Regen setzte wieder ein. Dann öffnete sich mit einem Mal das weite Land vor ihnen. Der Wald endete fast so abrupt, dass man meinen könnte, die Götter hätten eine Linie in die Landschaft gemalt. Der Weg wurde breiter und sandiger und somit auch schlammiger, denn auch hier musste es vor kurzem noch geregnet haben. Die Orkkutscher trieben die Wargs zu äußerster Geschwindigkeit an, doch es geschah trotzdem genau das, was zu befürchten gewesen war. Einer der schwereren Wagen die die Rüstungen transportierten, geriet auf dem viel zu weichen Untergrund ins schlingern und verlor dadurch an Fahrt, wodurch der ganze Konvoi ins Stocken geriet. Er schaffte es gerade noch so aus dem Schlamm heraus, doch der zweite geriet fast zwangsläufig an der selben Stelle ins Schlingern und blieb dann stecken. Der dritte Wagen wurde wenigstens noch gerade so etwas zur Seite gelenkt, dass er nicht auch in diesen Sumpf geriet und Marga und Orok standen am Schluss noch auf halbwegs festem Boden. Von vorne wurden Befehle gebrüllt und schnell wurden dicke Taue von den Gefährten geholt, die an die zusätzlichen Reittiere mitsamt ihren Reitern gebunden worden und so die Wagen aus dem Dreck ziehen sollten. Orok schnaufte leise, denn jetzt hieß es erst einmal warten. Marga sah sich um.
Weite Hügel waren in der Ferne zu erkennen. Dichtes Gras und kleine Büsche wiegten sich wie Wellen im Wind. Der Regen malte Schatten auf das Land und in den Pfützen der aufgeworfenen Erde, spiegelte sich der graue Himmel. Wieso war die Erde hier eigentlich aufgeworfen? Marga hatte lange genug auf den Feldern wie ein Pferd gearbeitet, um die Spuren zu erkennen, die ein Pflug hinterließ, auch wenn das Wasser ein paar fingerbreit darüber stand. Warum hatte hier jemand mitten auf der Straße …???... Falle!
Ihr Blick wanderte zur Küstenlinie auf ihrer rechten Seite, ruckte mal hier mal da hin und gerade als Orok sie fragen wollte was los sei, sah Marga ein winziges Glitzern zwischen den Felsspalten zu ihrer Rechten. Eine Pfeilspitze! Sie brauchten Deckung!
Noch bevor sie die Anderen warnen konnte, oder wollte, hörte sie auch schon das leise *Pack*, als der erste Pfeil in den Hals eines Reiters nur wenige Meter vor ihr durchschlug. Er saß noch einen Moment steif im Sattel und rutsche dann zur Seite um mit einem dumpfen Klatschen im Schlamm aufzuschlagen. Der Reiter vor ihm drehte sich verdutzt um und hatte schon einen Pfeil in seiner Schulter zu stecken. Er schrie mit vom Schmerz gepresster Stimme:
„HINTERHALT!“
und wurde von noch zwei Pfeilen getroffen. Die Muskelmassen der Orks hielten eine Menge aus, aber auch sie hatten ihre Schwachstellen. Eine wurde gerade mit einem Pfeil versehen und Marga sah wie er vornüber von seinem Warg rutschte, mit einem Pfeil im Auge.
Sofort geriet alles in Bewegung. Marga wurde gepackt und vom Kutschbock gerissen. Unsanft landete sie im Matsch und sah in das angespannte Gesicht Oroks neben sich. Durch das leise Rauschen des Regens hörte man das Surren der Pfeile nicht mal, was es um so gruseliger machte. Die Orks lenkten nun ihre Reittiere hinter die Wagen, aber es fielen noch einige. Erste Schmerzensschreie hallten durch den Regen und Wortfetzen auf Krz'ner die die Orks koordinierten, doch schon die Anzahl der Geschosse, die auf sie nieder gingen, verriet, dass sie höchstwahrscheinlich in der Unterzahl waren. Dann begann das Grauen, denn nach der ersten unauffälligen Welle des Überraschungsangriffs, folgten zusätzlich brennende Pfeile, die sehr gezielt auf die vier Wagen geschossen wurden. Es würde dauern, da alles feucht war, aber es war klar, dass hier die Waffenlieferung verhindert werden sollte. Marga war von Orok unter den Wagen geschoben worden, da sie da am besten Deckung hatte, aber auch gut sehen konnte. Zwischen den Felsspalten der Küstenlinie tauchte immer mehr Köpfe auf und sie wirkten auf die Entfernung und verschwommenen durch den Regen wie ...Elfen!
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Donnerstag 22. November 2012, 21:41

Die Schülerin betrieb absolut keine Konversation mit den Orks. Aber sie fühlte Blicke. Viele abweisende, aber auch einige lustvolle. Und manchmal ein bisschen von beiden. Verrückte Männerwelt. Aber sie war eben nicht nur eine Exotin, sondern auch die einzige Frau, weit und breit. Na gut, da gab es noch Laiya, aber die war hinter Gittern und stand vermutlich unter Schutz der Dunkelelfen. Dieser Schutz wurde nicht aus Güte gewährt, sondern weil der Anführer nicht zum Teilen gewillt war. Es schüttelte sie bei dem Gedanken.

Ein Sauwetter, aber es gab trotzdem Patrouillen im Lager. Wie sollte sie eine Flucht organisieren, wenn das Wetter erst besser wurde? Das einzige, was sie tun konnte, war die Augen offen zu behalten und draußen Ausschau zu halten. Mehr als grimmige Blicke konnte sie nicht einsetzen, um die Orks weg zu scheuchen, welche zu nahe kamen.
Und eines der Frontschweine schien das nicht zu verstehen. Stattdessen versuchte er, sie mit einem lüsternen Grinsen, das er vermutlich für charmant hielt, rauszulocken. Hielt er Marga etwa für eine Betthüpferin? Also wirklich!
Der Ork näherte sich bewusst dem Wagen, zeigte unverschämte Neugierde und kletterte behutsam nach oben, um dann schlagartig drauf rumzutollen. Arme Elfen, die das unter ihm aushalten mussten. Marga wurde zornig, sie wollte am liebsten einen Stein nehmen und ihn dem Kerl in die Fresse werfen, damit runter fiel und sich den Hals brach. Aber wenn sie erst einmal raus ging, dann hatte der Kerl doch gewonnen und würde nur noch frecher werden. Also blieb Marga nichts übrig, als die Zähne zusammen zu beißen und die Hände zu Fäusten zu ballen, bis das große Kind genug hatte. Das dauerte zum Glück nicht lange.
Sie drehte sich zu Orok hin. Von allen Orks, die sie kannte war er der beste. Verlässlich, ehrlich, behutsam. Sie konnte sich glücklich schätzen. Aber als sie wieder an die Keule dachte, hatte sie das Gefühl, dass das alles zu schnell ging. Sie hatte soviel auf ihren Schultern, das Leben ihrer Begleiter, ihr eigenes Leben, ihre Magie, kommende Mahlzeiten, das übliche eben. Aber Heiraten würde zu Kindern führen und weiteren Verantwortungen.
Und auch ihr Selbstverständnis war vielleicht etwas gestört. Sie kam sich häufig als ein paar Hände vor, die einen Körper hinter sich her zogen, anstatt wie eine lebende Frau mit Bedürfnissen. Und sie war auch nicht die beste Partnerin: Sie hatte ihn belogen und sie vertraute ihm nicht an, wie sie es mit dem Schamanen hielt.

Die nächste grässliche Begegnung folgte später in der Nacht. Einer der Dunkelelfen musterte zuerst den Wagen und dann ein Vielfaches länger die Halborkin. Sein Schritt war sicher, seine Bewegungen waren wie die einer Raubkatze. Sie wagte es nicht, dem Blick stand zu halten, obwohl sie die Sturheit für so etwas hatte. Sie musste duckmäuserisch sein, den Blick senken und hoffen, dass es vorüber ging. Sie durfte keinen Verdacht aufkommen lassen, bis der richtige Moment kam. Sie war im Moment die Trägerin des Schlüssels, sie würde sich um das Essen und den Notdurfteimer der Gefangenen kümmern und konnte somit ganz kurz Worte mit ihnen wechseln. Es war wichtig, dass niemand sie von dieser Position enthob.
Er sagte irgendetwas in seiner eigenen Sprache, das nicht besonders nett klang, aber wenigstens ging er weg. Auf dem Rücken trug er gleich zwei Schwerter. Das machte ihn doppelt gefährlich. Der Mann war vermutlich im Nahkampf tödlicher als ein Ork. Sie durfte ihm nicht in die Quere kommen. Es war schrecklich, am unteren Ende der Nahrungskette zu stehen. Eines Tages aber würde sie solche Gecken allein durchs Anschauen einfrieren können. Sie musste nur bis dahin überleben.

Die Nacht schritt fort. Marga hatte Probleme damit, die Augen offen zu halten. Sie konnte schwer abschätzen, wie viel Zeit vergangen war. Hatte sie schon ihr Soll geschafft und mehr als die halbe Nach aufgepasst? Oder würde sie Orok mit ihrer Schläfrigkeit zur Last fallen? Dennoch: Was nutzte ihre Aufpasserei, wenn sie dabei jeden Moment einnicken konnte!
Sie drehte sich zu ihrem Freud. „Orok aufwachen. Mich schon sehr müde.“ Er schlief fest wie ein Stein. Sie berührte ihn sanft an der Schulter, tippte ihn mit dem Finger und als auch das nicht half, stieß sie ihm ihren Ellenbogen in den Rücken. Anscheinend war die orkische Rasse mit einer sehr dicken, unempflindlichen Haut versehen. Aber im Moment interessierte sie sich nicht für Anatomie, sondern für einen warmen Schlafplatz.
Orok sagte einige schmeichelnde Worte und Marga wurde rot und murmelte bloß verlegen: „Danke.“ Es wurde offensichtlich, dass der Krieger das Mannesfeuer in sich trug. Marga wendete sich entschuldigend ab. Sie war noch nicht bereit. Aber eines war sicher: Von allen Männern Celcias hatte dieser hier das Vorrecht auf ihren Schoß.
Die Schülerin legte sich nieder und schlagartig war Aufbruchszeit. Sie riss die Augen auf. „Wie, wo, was? Schon weiter?“ Sie schälte sich widerwillig aus der Decke und rieb sich die Augen. Es war doch immer noch dunkel!
Trotzdem tat sich mechanisch alles, was nötig war. Sie nahm den Streifen Fleisch. Kauen und schlucken, kauen und schlucken, Wasser trinken hatte Zeit, das konnte sie auch auf dem Wagen. Weil Marga Expertin im Wäsche falten war, rollte sie die Decke schnell und platzsparend zusammen und die Abdeckung vom Zelt faltete sie wie ein großes Betttuch.
„Mich sein Frühaufsteherin, aber das sein nur gut, wenn früh einschlafen.“, erklärte sie, während sie alles auf den Wagen verfrachtete. Orok hatte alle festen Bestandteile des Zeltes eingesammelt und kümmerte sich jetzt darum, dass die Wargs eingespannt und willig zur Weiterfahrt waren.
Und trotz der großen Eile waren sie die letzten. Sie rumpelten hinterher und schlossen erst einige Minuten später auf. Auf der halb befestigten Straße legten sie bereits vor Sonnenaufgang eine bedeutsame Strecke zurück und es ging immer weiter. Marga fühlte sich nicht gut. Sie war noch müde, außerdem hatte sie nicht nach den Elfen geschaut, Ragna nicht mit Streicheleinheiten versorgt und die Sache mit dem grünen Glatzkopf war immer noch nicht geklärt. Wenigstens das konnte sie jetzt tun. Sie hielt Ausschau, auf welchem Wagen er hockte oder ob er unter den Wargreitern war und wies unauffällig mit dem Kopf in dessen Richtung. „Haarloser Grüner. Der steigen gestern auf unseren Wagen, springen darauf herum. 'Nicht auffallen', denk dran, hast du selbst gesagt.“

Es hatte in den letzten Tagen zuviel geregnet und der Weg war aufgeweicht. Aber die kräftigen Wargs und gnadenlosen Kutscher erreichten eine gute Geschwindigkeit. Der Wagen mit den Gefangenen rollte in den dreifach fest gepressten Spurrinnen hinterher. Der Urwald zur Linken wurde immer lichter und wich niedrigeren Bäumen und freien Gelände. Wenn Marga richtig verstanden hatte, dann kam jetzt die stille Ebene. Hatte jemand schon etwas von einer lauten Ebene gehört?
Die Halborkin konnte nicht anders, als zeitweise die Augen zu schließen und sich etwas auszuruhen, während ein Nieselregen ihr Gesicht befeuchtete. Es hielten doch sowieso so viele Augenpaare Ausschau, was konnte da passieren. Aus dem Halbschlaf erwachte sie aber, als sie Fluchen und knallende Peitschen hörte. Sie schaute mit blinzelnden Augen nach vorne und nach hinten. Sie waren viel weiter gekommen, als gedacht. Vom Urwald war keine Sicht mehr. Ein Karren war an der Weiterfahrt gehindert. Die Ursache war eine Bodenvertiefung. Marga stellte zwar fest, dass an der Sache etwas faul war, denn kein Bauer würde die Kraft seiner Ochsen verschwenden, um eine Rille quer über die Straße zu ziehen. Aber ihre Alarmglocken läuteten erst, als das Chaos ausbrach.

Pfeile! Der Tod kam vom Himmel. Das Surren hörte man beim Regen nicht und man sah die Pfeile erst, wenn sie in jemandens Leib steckten. Der ganze Wagen wackelte und die Ausrüstung klapperte, als Orok in seiner schweren Rüstung Marga packte und zu ihrer eigenen Sicherheit runter stieß. Sie landete im Dreck, aber wenigstens auf der Seite, die den Schützen abgewandt waren. Stimmte das aber auch? Während sie sich in die Hocke ging ließ sie die Augen scharf über die Gegend vor ihr gleiten. Sie konnte keine Bogenschützen sehen, aber das hieß nicht, dass da nicht trotzdem welche waren. Angst machte sich in ihr breit, dass auch sie einen Pfeil in den Hals oder in den Kopf bekam. Sie brauchte einen Kopfschutz. Das war oberste Priorität. Sie schaute sich verzweifelt um.
Wenn es um Leben und Tod ging, durfte man nicht wählerisch sein und die Lösung für ihr Problem war vom Wagen herunter gekullert. Dies war eindeutig nicht der Stoff für eine Heldensage. Was sie nämlich gefunden hatte, war der Käfig der Taube. Sie öffnete die Tür, welche nicht wieder abgeschlossen worden war und stülpte sich das nach Taubendreck und Federn riechende Gestell über den Kopf, sodass die Bodenplatte an ihrem Hinterkopf anlag. Es war eng, klemmte ihre Ohren ein und ihre Nase fest, aber es war beinahe so etwas wie ein Helm und sie konnte problemlos nach vorne, rechts und links schauen. Ihre Tasche hielt sie wie einen Schutzschild vor sich, bevor sie weiter unter den Wagen krabbelte.

„Ragna! Hierher, unter Wagen, flott!“, rief Marga ihrem Tier zu. Der Strick, an dem sie befestigt war, war hoffentlich lang genug dafür.
Von ihrer Position aus konnte sie nur zwei Dinge sehen: Die Füße derjenigen, die noch auf Beinen waren und die Unglücklichen, die das nicht mehr von sich sagen konnten.
Sollte sie hoffen, dass es die Dunkelelfen und die groben Orks erwischte? Aber Orok war gezwungen mitzukämpfen und deshalb sollte sie doch auf seiner Seite sein. Kam es überhaupt zu einem Kampf? Bisher hatten alle nur Deckung gesucht. Sollte man weiter hier ausharren? Auf die Schützen zureiten? Mit den wenigen, eigenen Bögen zurückschießen?
Nein, sie konnte sich diese Gedanken jetzt nicht auf die Schultern nehmen. Das war die Aufgabe der Dunkelelfen, die zeigen konnten, ob sie so schlau waren, wie sie taten. Nein, sie hielt sich hier unten bedeckt und versuchte, zu beobachten, während sie auf dem Bauch im Schlamm lag.
Noch überraschender als die ersten Pfeile war, das was jetzt kam. „Zauberei...“, flüsterte Marga, als sie die brennenden Pfeile sah. Da konnte etwas nicht mit rechten Dingen vorgehen. Es regnete doch! Regen löschte Feuer. Wie konnte das sein?
Sie sah, wie die Wagen von den Brandpfeilen gespickt wurden, die Marga nicht kannte. Das Feuer setzte nicht sofort über, aber es erlosch auch nicht, wie man meinen konnte. Und mit Entsetzen musste sie feststellen, dass auch der Gefängniswagen unter Beschuss stand. Sollten der Wagen Feuer fangen... Nein daran durfte sie nicht denken. Würden die Dunkelelfen es zulassen, dass sie in der jetzigen Situation die Gefangenen freiließ? Eher würden die zuschauen, wie die beiden Elfen verbrannten – im Moment dachte sie ja nicht an die Falltür im Boden. Marga schluckte. Was waren ihre Alternativen?
Sie blickte auf ihre dreckigen Hände. Feuchter, kalter Schlamm, davon gab es genug. Damit konnte man die Flammen der Pfeile ersticken. Aber sie konnte nicht einfach dorthin kriechen, aufstehen und mit Matschklumpen das Feuer löschen. Vielleicht warteten die fremden Bogenschützen genau darauf und hielten normale Pfeile für jeden bereit, der den Mut besaß, etwas gegen das Feuer zu unternehmen.

Sie musste warten: Auf eine Feuerpause, vielleicht einen Angriff der Orks, der die Bogenschützen ablenkte. Sollte so ein Moment kommen, so war sie bereit, so schnell wie möglich unter dem Wagen hervorzurollen, aufzuspringen und sich um die feststeckenden Brandpfeile zu kümmern. Und danach sofort wieder zurück unter den Wagen, sie war ja nicht blöd.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Samstag 24. November 2012, 12:11

Der Morgen hatte zu hastig begonnen.
„Mich sein Frühaufsteherin, aber das sein nur gut, wenn früh einschlafen.“
Marga war noch müde und die Nacht war viel zu kurz gewesen, so blieb beim eiligen Aufbruch auch kaum Zeit sich um ihre Freunde und Ragna zu kümmern. Wenigstens konnte sie Orok von dem Vorfall mit dem Ork in der Nacht berichten. Von der gesteigerten Aufmerksamkeit des Dunkelelfen, erwähnte sie jedoch erst einmal nichts.
„Haarloser Grüner. Der steigen gestern auf unseren Wagen, springen darauf herum. 'Nicht auffallen', denk dran, hast du selbst gesagt.“
Orok starrte sie an und die Adern an seinen Schläfen pulsierten. Er flüsterte nur leise:
„Er dich provozieren wollen!“
Es kostete ihn einiges an Anstrengung sich zu beherrschen.
„Du müssen aufpassen und niemals hier Keule ablegen, sonst er sich nehmen, was haben wollen.“
Marga fand den Grünen unter den Wargreitern ziemlich weit vorne im Trupp. Das Fell seines Tiers war am Hals fast so grün gefärbt wie die Haut seines Reiters und es war ein wahres Monstrum. Ranathor wirkte gegen diesen Riesen schlank und sehnig, obwohl er schon eines der größten Tiere war die Marga je gesehen hatte. Doch diese Bestie, die anscheinend so etwas wie Moos angesetzt hatte, war so bullig wie ein ausgewachsener Stier. Einige Narben zeigten, dass dieses Tier schon einige Kämpfe überstanden hatte und sein grüner Reiter wirkte jetzt bei Tageslicht ebenfalls nicht minder erfahren. Eine gewaltige mit Bändern in den Stammesfarben verzierte Kriegsaxt, eben so eine wie Orok sein eigen nannte, hing über seinem Rücken und zeichnete ihn mindestens als höheren „Offizier“ in der Rangfolge der Orks aus. Orok nahm ihn eine Weile ins Visier, aber hielt sich zurück, wenn sich ihre Blicke kreuzten. Nur Marga bemerkte, die nah neben ihm saß, bemerkte, dass er jedes Mal dem Kerl wohl am liebsten an die Kehle gesprungen wäre. Oroks Fingernägel bohrten sich immer tiefer in das Holz des Kutschbocks und hinterließen deutliche Spuren. Doch allein die Anwesenheit der Dunkelelfen bewirkte, dass keiner der Kämpfer auch nur zuckte. Orok war schlau genug, die Übermacht im Rücken des Grünen zu wissen und der Grüne war nicht dumm genug, um sich den eiligen Plänen der Elfen in den Weg zu stellen. Vorerst geschah nichts und die Reise ging mit steigender Geschwindigkeit weiter. Marga döste und erst als der Konvoi ins Stocken geriet wachte sie so richtig auf. Dann ging plötzlich alles so schnell und sie handelte geistesgegenwärtig, als die Pfeile nieder prasselten. Der Tauben-Käfig war zwar nicht perfekt, doch schützte die dicke Bodenplatte wenigstens ihren Hinterkopf und Nacken. Die Stangen drückten an ihren Ohren und an der Nase, aber es war besser als gar nichts. Als der Pfeilhagel losgebrochen war, hatte sie nur noch schnell nach ihrem Wargweibchen rufen können. Das Tier war klein genug um tatsächlich unter den Wagen zu passen, aber wie viele der anderen Wargs war sie abgelenkt und die knurrenden halb kläffenden Drohlaute stachelten sie an, blind anzugreifen. Eben zerrte sie noch an ihrer Kette, wollte zu den Angreifern rennen und kämpfen, da erklang Margas scharfe Stimme:
„Ragna! Hierher, unter Wagen, flott!“
Ragna zuckte und folgte ihrem Befehl winselnd und knurrend gleichzeitig. Viele der angebundenen Reittieren hatten schon einiges an Geschossen abbekommen, aber sie fielen nicht gleich. Wargs waren zähe Tiere mit dicken Muskelsträngen und der Schmerz machte sie nur um so wilder, solange sie nicht unter der Kontrolle ihres Reiters standen. Überall war drohendes Knurren zu hören und orkische Befehle bellten durch den Regen. Marga erzitterte, als der Beschuss plötzlich Flammen mit sich brachte. Magie, war ihr erster Gedanke. Orok hatte sie unter den Wagen geschoben und sie sorgte sich jede Sekunde mehr um ihre Freunde. Sollten der Wagen Feuer fangen... Nein, daran durfte sie nicht denken. Würden die Dunkelelfen es zulassen, dass sie in der jetzigen Situation die Gefangenen frei ließ? Eher würden die zuschauen, wie die beiden Elfen verbrannten – im Moment dachte sie ja nicht an die Falltür im Boden. Marga schluckte. Was waren ihre Alternativen?
Ein Feuerpfeil schlug mit einem scharfen Geräusch in die Speiche eines der Räder hinter dem sie lag ein. Nur ein paar Zentimeter weiter links und der niedrig geschossene Pfeil hätte sie getroffen. Ihr Herz raste und sie starrte das brennende Geschoss an. Kurz hinter der scharfen, metallenen Spitze war der Schaft mit etwas umwickelt worden, was selbst im Regen brannte und vereinzelt winzige bläuliche Funken sprühte. Ein Tropfen dieser Masse löste sich und fiel zu Boden. Wie in Zeitlupe ihres Adrenalins sah Marga dem leuchtenden Tropfen hinterher, der die Wasseroberfläche durchschlug, weiter glühte und erst im Schlamm erstickte. Schlamm! Das war die Lösung! Sie musste nur auf eine taktische Pause, einen Angriff der Orks oder einfach einen günstigen Moment warten, um das Feuer am Wagen löschen zu können.
Unweit ihrer Position klatschte ein weiterer Ork leblos in den Matsch und sein schmerzverzerrtes Gesicht versank mit weit aufgerissenen Augen zur Hälfte. Das eine weit geöffnete Auge starrte in ihre Richtung und sah durch sie hindurch. Ein brennender Pfeil steckte in seinem Ohr. Genau in diesem Moment bellte erneut ein Befehl durch den Regen und Orok machte sich daran unter dem Wagen hervor zu kriechen, doch bemühte sich dabei in Deckung zu bleiben. War er wahnsinnig? Von den Worten die gebrüllt wurden, verstand Marga nur: *Brabbel*… Elfen … *Brabbel* … vierblabla ... und ... Reiter!, was so ähnlich klang wie Reiten. Der Rest ging im allgemeinen Lärm unter und einen Sinn konnte sie ohnehin den Worten nicht entnehmen. Doch es kam Bewegung in die Umgebung. Kontrolliert wurden die Orks zum Kampf gerufen und Orok's energischer Gesichtsausdruck gebot ihr hier zu bleiben. Doch er würde seine Befehle ausführen, auch wenn es grade nicht gut aussah für sie, dass sah man ihm an. Er raunte Marga zu:
„Nicht sorgen! Wenn Pfeile Ende, du Freunde befreien und weglaufen! Verstecken! Wenn Elfen siegen, du sicher, wenn Orks siegen du sicher. Du müssen nur überleben! … nur überleben und zu mir zurück kommen!“
Sein Blick ließ keine Diskussion zu. Selbst wenn sie ihn festhalten wollte, so entzog er sich einfach. Er war zu stark. Marga blieb nichts anderes übrig als seine Füße zu beobachten, wie sie in Richtung der Deichsel des Gefängniswagens gingen und sich dort zu schaffen machten. Wollte er die Wargs los machen? Viele von den Tieren waren sicher schon verletzt und wild vor Wut. Sobald sie los sein würden … In Margas Kopf formte sich ein Bild. Wargs die verbunden mit ihren Geschirren und Ketten in die angreifenden Elfen sprangen. Das würde zu mindestens für Ablenkung sorgen, damit die Reiter eine Chance hatten in den Nahkampf zu gehen, ohne unterwegs schon erschossen zu werden. Die Aufhängung der Zugtiere klatschte in den Matsch und die Ketten rasselten gelöst durch ihre Führungsösen. Ein paar hohe Pfiffe ertönten. Schnell hatten sie begriffen, dass sie frei waren und rasten auf die Klippen zu. Auch an den anderen Wagen lösten sich die Zugtiere und sprinteten auf die Bogenschützen zu. Schon jetzt bemerkte Marga das der Pfeilhagel Lücken bekam und die Angreifer umdisponierten. Dann brach das Chaos los! Sie hörte einen seltsamen Laut, der klang wie aus einem Horn geblasen, nur sehr hoch. In die Küstenlinie kam Bewegung und im Grau des Regens konnte sie erste Schemen von Reitern ausmachen die anscheinend hinter den Klippen auf ihr Signal gewartete hatten und sich jetzt schnell von hinten näherten. Überall waren Beine von Wargs zu sehen, doch da war noch mehr, denn sie hörte das Klatschen von Hufen im Matsch. Es waren einfach zu viele! Aus ihrer Deckung heraus konnte sie kaum etwas erkennen, aber die Geräusche und Schreie die sie vernahm, machte deutlich, dass der Kampf nun voll im Gange war.
Marga sah zwar nicht viel, aber das was sie interessierte, geschah auch sehr nah. Es roch nach Rauch. Die Speiche mit dem Pfeil hatte bereits Feuer gefangen und die Flammen breiteten sich schon über das ganze rechte vordere Rad aus. Irgendwo schräg hinter ihr, in der nähe der Tür, musste der Wagen auch noch brennen und über ihr gab es scharrende Geräusche. Anscheinend versuchte Belenus die losen Bretter der Bodenplatte zu lösen. Husten war zu hören und sie hörte leise Stimmen durch das Kampfgetümmel. Immer noch schlugen vereinzelte Pfeile ein, aber insgesamt änderte sich die Schlacht jetzt eher in einen Nahkampf.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 27. November 2012, 15:02

[Juno und Eilmana Silva kommen von:Der östliche Teil Celcias ‹ Der Wald Neldoreth ‹ Unter den Blättern des Nedloreth]

Der Gefangenenwagen

Das Eilmana etwas Abstand von den beiden Personen brauchte, die sie überhaupt nicht kannte, war durchaus verständlich. Doch ihr voreiliges Belasten des Köpers ließ den Gnom nur mit den Kopf schütteln: „Kindchen, ich kann verstehen, dass du Angst hast, aber schone dich bitte!“ Die Elfe kam der Aufforderung, auch ohne zu murren, nach und lehnte sich gegen die Wagenwand. Erst als sie sich wieder beruhigt hatte, ergriff der alte, blinde Gregor das Wort: „Du befindest dich in Gefangenschaft. Ein Nahrungstransport der Dunkelelfen hat dich und deine Begleiter gefangen genommen, sofern sie noch leben!“ Er blickte kurz zu Juno, ob sie noch mehr wusste. Als sie von den zwei Wesen berichtete, die sie gesehen hatte, sprach der alte, erfahrene Heiler wieder mit Eilmana: „Anscheinend waren dies wohl eure Begleiter. Ich denke es wird nicht lange dauern und Lukra wird mir auftragen mich um die Beiden zu kümmern. Sollte ich dann wieder bei euch sein, werde ich euch, werte…“, Gregor überlegte kurz und schlug sich mit der Hand an die Stirn. „Ach verzeiht wir haben uns gar nicht vorgestellt.“, dabei schenkte er der Malerin ein herzliches Lächeln. „Mein Name ist Gregor, einfach nur Gregor, und dieses bezaubernde Geschöpf ist Juno.“, dabei deutete er in die Richtung der Fuchshybridin. „Es freut uns euch kennen zu lernen, obwohl ich mir bessere Bedingungen dafür vorstellen könnte. Dürften wir euren Namen erfahren?“
Nachdem auch die Malerin sich vorgestellt hatte, blickte der Blinde wieder zu Juno.
„Kleines, sei so gut und kümmere dich um unseren Gast. Ich fühle mich nicht so besonders!“
Das brauchte man Juno nicht zweimal zu sagen, sie bombardierte auch sogleich ihre neue Gesellschaft mit Fragen. Der alte Gnom lächelte die Beiden noch einmal an und legte sich wieder hin. Heute war wieder so ein Tag, der ihm sein Alter spüren ließ. Wahrscheinlich würde es bald regnen, ging es den Gnom durch den Kopf.


Außerhalb des Wagens

Lukras Laune besserte sich je mehr sie den Wald verließen. Auch wenn man ihm äußerlich nicht ansah, dass er positiv gestimmt war. Der Offizier saß auf einem schwarzen Hengst und führte den Trupp an der Spitze an. Die Wagen fuhren, dicht an dicht gedrängt, den schmalen Weg durch den Wald hindurch. Eilmana, Juno und der Gnom wurden ordentlich durchgeschüttelt, da der Konvoi einem sehr holprigen Trampelpfad durch den Wald folgte. Doch sollten sie endlich ohne Probleme den Wald Neldoreth verlassen können. Je weiter sie fuhren, umso mehr lichtete sich der Wald. Bis jetzt war das Wetter angenehm, doch der Geruch der in der Luft lag, kündigte einen baldigen Regenschauer an.
Es war fast so, als hätte der Wald und die Ebene ein stilles Abkommen unterzeichnet, wo ihre Grenzen lagen. Der Wald Neldoreth endete abrupt und die stille Ebene begann. Jetzt standen keine Bäume mehr dicht an dich. Denn hier regierte die Ebene! Die einzigen hohen Auswüchse waren vereinzelte Sträucher auf Kniehöhe, der Rest wurde von einer grünen Graslandschaft in Besitz genommen.
Endlich konnte der Konvoi Fahrt aufnehmen um die verlorene Zeit wieder einzuholen. Die Pferde begannen mit ihrem Galopp und die Ebene zog rasend an ihnen vorbei. Sollten Juno oder Eilmana nach draußen blicken, so würde sie nur die weiten Ebenen erkennen und die Dunkelelfen auf ihren ebenfalls dunklen Reittieren. Dabei zog die Truppe eine riesige Staubwolke hinter sich her, die man noch meilenweit erkennen konnte.
Lange Zeit passierte nichts und die Gefangenen konnten sich nur untereinander austauschen, denn was man Draußen sah, war eigentlich langweilig. Irgendwann hatte es leicht zu nieseln angefangen und die zarte Tropfgeräusche konnte man im Inneren des Gefangenenwagen hören. Das monotone Hufgeklappere, gepaart mit den Geräuschen der Wagen, führte dazu, dass Juno und Eilmana einnickten.
Der Konvoi konnte immer weiter durch die Ebene brechen und langsam schlich sich der Geruch des Meeres hinzu. Am Horizont konnte man schon einige Möwen erkennen. Die Truppe von Lukra erblickte einige Spuren, die von einer größeren Truppe zeugten. Der Offizier hatte so eine Vorahnung wohin diese Personen gegangen waren.
„Männer stellt euch auf einen Kampf ein!“, brüllte er nach hinten und die Information wurde an jeden weiter gerufen.
Der Lärm sorgte dafür, dass auch die Gefangenen im Wagen wach wurden. Von Weitem sahen sie schon Rauchwolken aufsteigen.

Bei Marga

Zum Glück lag Marga einigermaßen sicher unter dem Wagen, denn Draußen ging der Tod umher und bei der Suche nach neuen Seelen war er nicht zimperlich. Orok befreite die Wargs und hatte dabei einen kleinen Einfall: Er ließ einige der Reittiere zusammengebunden. Die Kette war so groß, dass sich die Tiere 10 Schritte von einander entfernen konnten. Er blaffte kurz ein paar Befehle und die gut dressierten Wargs kamen der Aufforderung nur zu gerne nach. Sie wollten sich bei den Bogenschützen revanchieren. Die Kämpfer des Waffentransports hielten sich noch hinter den Wagen versteckt, noch war es nicht Zeit für einen Angriff.
Wie ein Bienenschwarm, der sich aus dem Stock erhebt, verteilten sich die Wargpaare.
Ihr Ziel war klar: die Bogenschützen. Diese standen in einiger Entfernung vom Konvoi und ließen einen Pfeilhagel dem Nächsten folgen. Vor ihren Füßen lagen Ersatzköcher, die bis zum Bersten mit Pfeilen bestückt waren. Die Gegner von Marga, Orok und Co. waren eindeutig Waldelfen. Anscheinend wollten sie den Transport der Waffen verhindern. Wer konnte es ihnen verübeln. Die Bogenschützen waren aus ihren Verstecken gekrochen als sie den Transport festgesetzt hatten. Nur sollte dieser Schachzug ihr Untergang sein. Die Wargs näherten sich mit rasender Geschwindigkeit. Die Schützen würden es nicht mehr schaffen in die Sicherheit der Felsformation zu entkommen. Ein Elf in einer leichten, waldgrünen Lederrüstung stieß in ein Horn.
Wie aus dem Nichts schälten sich 30 berittene Waldelfen aus dem natürlichen Versteck und ritten mit Lanzen und Schwert bewaffnet den Reittieren der Orks entgegen. Die Bogenschützen versuchten ihre Verstärkung so gut es ging zu unterstützen und feuerte jetzt eine Salve nach der anderen auf die herannahenden Wargs. Diese waren im Rausch, einige der Tiere waren mit Pfeilen gespickt, wie ein Igel Stacheln hatte. Doch bremste das ihren Blutdurst nicht im Geringsten. Fünfzehn der Reiter probierten die Wargs aufzuhalten, der Rest ritt auf den Konvoi zu. Die Orks und die Dunkelelfen bemerkten den zurückgehenden Pfeilhagel und nutzten den Moment, sich ihren Feinden im Nahkampf zu stellen.
Als erstes kollidierten die Wargs mit den Reitern. Die Reittiere der Orks dachten noch nicht mal ans Anhalten und brachen förmlich durch die Formation der Reiter, dabei zerriss die Kette, die zwischen ihnen gespannt war, einigen Pferden die Kniegelenke und ihr Reiter stürzten mitsamt Pferd zu Boden. Andere Wargs sprangen ihre Gegner an und gruben ihre, vom Geifer triefenden, Zähne in die weichen Leiber. Kaum ein Reiter hatte eine Chance, doch zwei der Reittiere der Orks gingen zu Grunde. Von den mutigen Reitern überlebten fünf Mann, doch sämtliche Pferde lagen tot am Boden. Die andere Truppe der Kavallerie hielt weiterhin auf die sich zu Fuß nähernden Orks zu. Orok gehörte zu den ersten die an vorderster Front liefen. Seine Axt in der Hand, hielt er auf den nächstbesten Reiter zu.
Die Wargs hatten die Bogenschützen erreicht und zogen ihre Schneise der Zerstörung durch deren Reihen. Die Waldelfen wurden regelrecht zerfetzt durch die Kette. Beine flogen durch die Gegend. Oberkörper wurden von ihren Unterleibern getrennt und rote Blutfontänen gaben dem Untergrund einen neuen Anstrich.
Orok holte mit seiner Axt aus und zertrümmerte dem erstbesten Pferde die Vorderläufe. Das Pferd überschlug sich und krachte mit dem Kopf zuerst auf den Boden. Viele seiner Kameraden probierten dasselbe, wurden aber einfach niedergetrampelt. Bei den Wargs sah es mittlerweile auch nicht mehr so gut aus. Einige Bogenschützen konnten sich in dem Durcheinander auf Felsen retten und erschossen ein Tier nach dem anderen. Von Nahem waren ihre Pfeile noch tödlicher.
Früher oder später würden die Reittiere der Orks unterliegen und dann konnten die Bogenschützen ihren reitenden Kameraden helfen. Alles in allem sah es für die Kämpfenden des dunklen Volks nicht gut aus.

Gefangenentransport

Lukra und seine Männer näherten sich immer mehr den Kampfgeschehen. Vor ihnen befand sich der stehende Waffentransport in einer Reihe. Einige Wagen hatten Feuer gefangen und diese waren kurz davor in Flammen aufzugehen. Der Offizier bellte einige Befehle und die berittene Truppe entfernte sich rasant vom Konvoi dem Schlachtfeld entgegen. Die Kutscher der Wagen stellten ihre Gefährte direkt neben den Waffentransport, mit einem gewissen Abstand, damit das Feuer nicht auf die nun gegenüberstehenden Fahrzeuge übergreifen konnte. Eilmana und Juno konnten von ihrem Gefängniswagen aus einem anderen Gefangenenwagen erblicken. In diesem befanden sich zwei Elfen, wie unschwer zu erkennen war. Nur hatten die beiden nicht viel Glück, denn ihr Gefängnis wurde immer mehr von den Flammen eingehüllt. Zum Leidwesen der Elfen konnten die Fuchshybridin und die Malerin ihnen absolut nicht helfen. Sie waren ja selbst gefangen und konnten ihrem Peiniger nicht entkommen.
Der Gnom, der mittlerweile aufgewacht war, lauschte angestrengt den Kampfgeräuschen.
„Heute werden viele Sterben!“, sagte er mehr zu sich selbst, als zu seinen Begleitern.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Mittwoch 28. November 2012, 19:46

Voller Entsetzen musste Marga feststellen, dass das Feuer auf den Wagen übergriff. Sie konnte noch nichts tun, denn weiter prasselten Pfeile nieder. Damit würde aber gleich Schluss sein. Die Wargs wurden losgelassen. Bisher hatte Marga sehr oft an die Nachteile dieser Tiere gedacht. Im Gegensatz zu Pferden fraßen sie kein Grünzeug, sondern Fleisch, und sie waren keine Reittiere, die man nach Belieben wechseln konnte.
Aber heute erlebte die Halborkin die Gewalt, die von diesen Monstern ausging. Ein Pferd ohne Reiter war auf dem Schlachtfeld nutzlos. Ein Warg ohne Reiter? Da ging die Schlacht erst richtig los.

Trotz ihrer ungeheuren Anspannung beobachtete sie das Geschehen ruhig. Sie musste erkennen, wann die Bogenschützen mit ihrer Salven aufhörten. Vorerst erreichten die Tiere aber die Bogenschützen nicht: Reiter griffen ein und beschützten die Fernkämpfer. Dieser Hinterhalt war gut organisiert. Die Schützen setzten ihre Pfeile gegen die nahen Wargs ein, sodass vorerst Ruhe herrschte. Sollten sie die Wargs aber besiegen, war mit weiteren Pfeilen zu rechnen.

Marga nutzte den Augenblick, um zum Rand des Wagens zu kriechen. Dort erst erkannte sie das ganze Ausmaß des Schadens: Der Wagen brannte fast schon lichterloh. Das konnte sie nicht einfach schnell löschen, bis dahin war ihre Meisterin und Belenus gegart. Sie bekam es mit der Angst zu tun. Ihre Finger griffen zum Schlüssel, aber dann sah sie, dass die Tür auch von den Flammen eingehüllt war. Gab es denn keinen Fluchtweg für die Elfen?
Erst dann erinnerte sie sich an die erwähnten losen Bretter. Schnell rollte sie zurück unter den Wagen. Wo waren die Bretter genau? Belenus musste sich gerade daran zu schaffen machen. Sie horchte aufmerksam, aber das Brüllen sterbender Pferde übertönte alle Geräusche aus dem Inneren.

Dann legte sie die Hand auf das Brett über ihr. Vermutlich war Belenus verzweifelt dabei, aber schaffte es nicht allein, das Holz anzuheben, wahrscheinlich klemmte etwas. Beim ersten Brett spürte sie mit ihrer aufgelegten Hand nichts, beim zweiten auch nicht. Aber als sie das nächste Brett fasste, meinte sie, hastiges Rütteln daran zu spüren.
Es war keine Zeit mehr zu verlieren. Bald würde das brennende Rad nachgeben und dann könnte Marga bereits unter einem brennenden Schutthaufen begraben werden.
Sie kniete sich direkt unter das Brett, vergrub ihre Hände so tief im Matsch, bis sie den Widerstand festen Bodens ertastete. Darauf stützte sie sich und schnellte mit den Oberkörper hoch. Mit ihren breiten Schulterblättern rammte sie, gnadenlos und ohne auf ihre eigene Unversehrtheit zu achten, die Bodenplatte von unten.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 29. November 2012, 09:30

Margas Bewunderung für die riesenhaften Wölfe, ihre Stärke und ihre Einsatzfähigkeiten im Kampf wuchsen immer mehr. Auch die Idee mit den Ketten erwies sich als grausam effektiv. Schnell rannen blutige Flüsse durch die tiefen Furchen im unebenen Matsch bis zu Marga. Das Chaos brach los, doch auch die Elfen waren gut vorbereitet. Der Reitertrupp nahm dem ersten Angriff schnell die Wucht, so dass sich die Bogenschützen auf höhere Positionen zurück ziehen konnten. Marga nutzte den Augenblick, um zum Rand des Wagens zu kriechen. Dort erst erkannte sie das ganze Ausmaß des Schadens: Der Wagen brannte fast schon lichterloh. Besonders das eine Rad und die darüber liegenden Planken machten ihr große Sorgen. Sie ahnte, dass das nicht mehr lange halten würde. Wollte sie nicht unter dem Wagen begraben werden, musste sie schnell handeln, aber ohne ihre Freunde würde sie nicht gehen! Eilig suchte sie nach den losen Brettern, aber durch die Wechselwirkung von Feuchtigkeit und Hitze, hatte sich der Boden schon verzogen. Langsam wurde es eng und sie zwang sich zur Ruhe. Vorsichtig tastete sie nach den Erschütterungen von oben und fand endlich die Stelle, die Belenus von oben bereits malträtierte. Die Vibrationen verrieten es. Sie kniete sich direkt unter das Brett, vergrub ihre Hände so tief im Matsch, bis sie den Widerstand festen Bodens ertastete. Darauf stützte sie sich und schnellte mit den Oberkörper hoch.
Ein krachendes Geräusch von hölzernen Splittern, drang durch das Geschrei der sterbenden Tiere um sie herum an ihr Ohr. Ihre Schultern brannten, aber es blieb keine Zeit für Schmerzensschreie. Marga stand halb im Wagen und eine dicke beißende Rauchwolke umgab sie sofort. Der Ruck von unten hatte anscheinend dem brennenden Rad den Rest gegeben, denn plötzlich kippte der Wagen und neigte sich schräg zur Seite. Er hatte nur noch drei Räder und eines schwebte jetzt in der Luft. Es wurde Zeit, dass sie hier weg kamen. Um den Rumpf der Halborkin ragten die scharfen Splitter aus dem aufgebrochenen Boden und Belenus saß etwas verdutzt aussehend vor Laiya in der tiefen Ecke des Wagens und war mit Holzteilen gesprenkelt. Ein Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus, als er sah, wer da durch den Boden gekommen war und er hustete einen Dank. Sofort robbte er das kurze Stück heran und schob die Eiselfe an sich vorbei, die ebenfalls heftig hustete. Marga war nicht so anfällig für den beißenden Rauch, aber er kratzte schon ein wenig im Hals. Endlich konnte sie ihre Freunde aus der tödlichen Falle befreien!
Marga machte schnell Platz, damit Laiya sich durch das Loch im Boden befreien konnte, dann folgte Belenus. Gemeinsam krochen sie unter den Wagen.
Dann krachte es erneut und für einen Augenblick, dachte Marga, sie würden doch noch bei lebendigen Leibe verbrennen. Ein Teil des Dachs war über ihnen herunter gestürzt und ein wahrer Funkenregen ergoss sich über ihnen im Wagen, drang durch das Loch und brannte kleine Löcher in Kleidungsstücke und Haut. Laiya wimmerte mit zusammengebissenen Zähen. Sie vertrug Hitze sowieso nicht gut und Feuer eben halt noch schlechter. Belenus klopfte auf ihrem Körper zwei glimmende Stellen aus und sie robbten zur anderen Seite des Wagens, dorthin wo sie noch in seinem Schatten wären. Marga half ihren Freunden und kaum hatten sie sich erhoben, da donnerten auch schon die Hufe der Angreifer heran. Sie fanden sich zwischen drei Gefängniswagen wieder die recht gute Deckung boten. Der eine brannte inzwischen lichterloh, ein anderer Stand recht nah und ein weiterer ein kleines Stück davor. Gemeinsam bildeten sie ein schiefes Dreieck. Margas Blicke rasten umher, denn irgendetwas hatte sich verändert. Da waren auf einmal viel mehr Pferde und jede Sekunde wurden es noch immer mehr. Die Rüstungen die an den Wagen vorbei preschten waren geschwärzt und die Reiter wirkten finster. Es waren Dunkelelfen! Marga wusste nicht woher sie gekommen waren, aber ihre schlechte Lage schien sich plötzlich zu wenden. In all dem Chaos beachtete man sie nicht. Die Orks waren den Angreifern entgegen gestürmt als der Pfeilhagel weniger geworden war, deshalb sah sie nirgends etwas von Orok. Die beste Deckung war zwischen den beiden anderen Wagen, denn der brennende strahlte eine unerträgliche Hitze aus. Dann krachte es erneut und das zweite Rad verlor seine Stabilität. Der ganze Wagen machte einen Ruck zur Seite und beim Aufschlagen in den Matsch, brach der Rest des brennenden Dachs ein. Überall flogen plötzlich glühende Splitter umher, gepaart mit Matsch vom Aufprall. Marga und ihre Freunde warfen sich noch rechtzeitig in den Dreck. Funken prasselten erneut auf sie nieder. Alles was auf dem Wagen gewesen war, war verloren, aber das war noch das geringste Problem. Durch den Einbruch, bot er mit einem Schlag keine Deckung mehr. Marga kam gerade hoch und zog Laiya mit auf die Beine, damit sie hinter den anderen Wagen kommen würden. Ihr Blick wanderte kurz in Richtung der Gefahr hinter ihnen und sie sah glitzernde Punkte im dichten Rauch. Belenus war auch aufgesprungen, schob seine Frau vor sich und schützte somit seinem Rücken. Er sah in ihre Richtung.
Dann zuckte er.
Marga wurde kalt.
Das Glitzern waren Pfeile. Belenus Blick wurde leer, aber er schob noch Laiya weiter nach vorne. Seine Lippen formten Worte, doch heraus kam nur ein Schwall hellen Blutes. Alles ging so schnell. Es hatten nur noch wenige Meter gefehlt und sie wären in Deckung gewesen. Marga hielt schon die geschwächte Laiya im Arm und griff nach seiner Hand. In Panik wuchs sie über sich hinaus und zerrte beide mit sich. Kaum waren sie hinter dem Wagen, brach Belenus in den Knien zusammen. Seine Hand an der Schulter seiner Frau rutsche schlaff über ihren Rücken. Sie drehte sich zu ihm um und Laiyas Blick folgte der Bewegung. Ein Zittern ging durch die zarte Elfe und Marga wurde noch kälter. Die weiße Haut der Eiselfe wurde von einer Schichte Raureif überzogen und Marga wurde das unbestimmte Gefühl nicht los, dass Laiya gerade die Kontrolle über ihre Magie verlor … Was nicht ganz ungefährlich war. Sie sank zu Belenus auf die Knie. Ihre Hände streichelten sein Gesicht und ließen es zu Eis erstarren. Er sah sie an, doch sein letzter Atemzug war schon getan. Es lag viel Liebe in diesem Blick und Laiya presste ihn an ihre Brust. Der Körper in ihren Armen erstarrte und glitzerte wie aus tausend Diamanten. Der Schmerz in Laiyas Gesicht, ließ ihre Tränen gefrieren. Ein einzelner Schmerzensschrei erhob sich hoch über den Kampflärm, schwebte mit der vergehenden Seele einer einstigen Liebe davon, wurde höher und höher. Schmerz verwandelte sich in endloses Leid und Zerstörung und zerriss den Leib in ihren Armen. Eis verwandelte sich in Kristall, zerbarst zu Staub und Diamanten, verlor seine Integrität und wurde zu feinstem Schnee, der ziellos dem Wind folgte. Laiya saß in einer kristallinen Wolke die sich langsam auflöste. Kein Regentropfen berührte sie. In einer Aura von gut zwei Metern um sie herum gefror alles. Marga hatte sich instinktiv etwas entfernen können, doch hatte einige Brand- wie auch Frostwunden abbekommen.

Die Insassen des Wagens hatten nun eine vereiste Seite. Es war das Brummen eines Bären aus dem Innern zu hören und auch hier nutzten die Gefangenen die Gunst der Stunde. Marga musste schon wieder sich vor Laiya werfen, da der Wagen neben ihr erst wackelte, als holte jemand schweres einen kurzen Anlauf und dann splitterten schon die vereisten Holzplanken. Eine … „Bärenfrau“, halb Mensch, halb Bär, krachte durch die Wand und rollte im Matsch aus. Hinter ihr tauchte ein Elf auf, der irgendetwas merkwürdiges hinter sich hatte.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Juno » Samstag 1. Dezember 2012, 09:51

Während sich Gregor fürsorglich und geduldig um die frisch erwachte, scheinbar leicht orientierungslose Elfe kümmerte. Und dabei versuchte mit seinen Worten beruhigend auf sie einzuwirken. Um sie von ihrer derzeitigen Situation aufzuklären. Stand Juno nur ein paar Schritte entfernt am kleinen Fenster. Und streichelte sanft das Eichhörnchen auf ihrem Arm. Dabei betrachtete sie die ihr noch unbekannte Elfe stillschweigend und aufmerksam.Als nach einer anfänglich kurzen Aufklärung der Gnom seinen Blick zu Juno wandte. Nickte diese leicht bestätigend und fügte hinzu.
" Ja sie Leben...Sie wurden gemeinsam in einen der anderen Wagen gesperrt....doch es schien ihnen gut zu gehen."
" Ich sah eine ältere Frau die zugleich optische Züge es Bären trug....Sowie einen jungen Elfen mit einem merkwürdig aussehenden Insektenschwanz."
Gregor signalisierte mit einer Kopfbewegung seinen Dank für Junos Aussage und wandte sich dann wieder seinem neuen Schützling zu. Die Fuchshybridin währenddessen, wandte den Blick ab und schaute Gedankenverloren aus dem Fenster. Als Gregor sich vorstellte und Juno mit einbezog. Schaute diese kurz zu beiden herüber und winkt der blonden Elfe leicht begrüßend zu. Dabei zierte ihre Lippen ein angenehm erfreutes Lächeln. Junos Blickkontakt blieb nun auf Gregor und Eilmana liegen, als der alte Heiler erneut eine bitte an sie richtete.
„Kleines, sei so gut und kümmere dich um unseren Gast. Ich fühle mich nicht so besonders!“
Erneut nickte Juno ihrem alten Freund zu und trat dann wenige Schritte an die Elfe heran. Ging vor ihr in die Knie und schaute ihr ins Antlitz.
" Hallo!...hab keine Angst vor uns wir tun dir nicht´s?"
"Ich bin Juno und das ist Wotan" aber wie es scheint kennt ihr euch bereits."" Juno hob den kleinen plüschigen Krieger direkt vor Eilmanas Gesicht. Dieser begrüßte sie mit einem für Eichhörnchen ungewöhnlichen Handkuss und einem verschmitzten zwinkern.
Ab jetzt konnte Juno ihre unbändige Natur nicht weiter unterdrücken und sie begann mit aufgeregt neugieriger Stimme die junge Elfe mit ihren Fragen zu Bombardieren.
" Du bist auch eine Elfe oder?...aber du siehst so anders aus als die Elfen die ich bisher gesehen habe?"
"Woher kommst du?"
"Was fürt dich in den Neldorethwald?"
"Warum sehen deine Freunde so sonderbar aus?"
"Und wie kam es dazu das ihr Gefangengenommen wurdet?"
"W...Wie." Die Fuchshybridin unterbrach in ihrem Wortschwall als sich mit einem kräftigen Ruck der Wagen in Bewegung setzte.
Dabei verlor sie kurz das Gleichgewicht und viel ihrer neuen Bekanntschaft direkt entgegen.
" Ohh entschuldige... ich wollte dir nicht zu nahe treten."
Juno entfernte sich ein Stück nach diesem peinlichen Maleur und setzte sich vor Eilmana auf ihren Popo.
Die beiden unterhielten sich ein Weilchen miteinander, während sie durch das häuprige Fahrverhalten des Gefängniswagens ordentlich durchgeschüttelt wurden. Als nach einer gewissen Zeit auch Junos Geist von der Müdigkeit überwältigt wurde und sie in einen tiefen langen Schlaf übertrat.
...................................
„Männer stellt euch auf einen Kampf ein!“
Diese Worte ließen die Fuchshybridin schlagartig hochschrecken und sich verwirrend umschauen.
Was ist nur los?
Juno erhob sich und ging ans Fenster, wo sie sich erstmal in der für sie überschaubaren Umgebung umsah. Dabei drehte sie ihre Ohren in alle Richtungen um mehr von der ungewöhnlichen Geräuschquelle aufnehmen zu können.
Während der hastigen Fahrt konnte Juno noch einen Augenblicklang die Weiten der Stillen Ebene betrachten, bevor ihr Wagen mit einem mal zwischen dem der Gefangenen Begleiter Eilmans und eines bereits stark brennenden Gefängniswagen hielt. Aus sicherer Entfernung vor der jedoch spürbaren Hitze der Flammen, beobachtete sie das sich vor ihren Augen bietende Schauspiel. So erblickte sie eine seltsame Frau die scheinbar wagemutig unter den Brennen Wagen Kroch um die Insassen welche nur durch die starke Rauchentwicklung schemenhaft zu erkennen waren zu befreien.
Eilig wandte sie sich an Eilmana und Gregor.
"Schaut..schnell da sind weitere Gefangene...sie brechen aus."
Ein laut krachendes Geräusch lies Junos Augen wieder auf die Geschehnisse richten.
So bemerkte sie eine plötzlich auftretende Kälte die sich mit der Hitze des bereits in sich zusammengebrochenen Gefängniswagens paarte und ihr ein seltsames Kribbeln auf der Haut bescherte. Ein weiteres lautes Geräusch war zu hören und nun erblickte Juno wie die alte Bärendame sich ihren Weg aus der Gefangenschaft bahnte.
Zwischen den Geräuschen des Kampfes um Juno herum ergriff sie ihre Chance und machte sich für die Bärendame und die anderen Gefangenen bemerkbar.
"Hey..!! Hallo...!! Bitte befreit uns..Hallo!

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Donnerstag 6. Dezember 2012, 21:02

Noch im Wagen:
Eilmana sah Juno und den alten an und lauschte deren Äußerungen. Als der Gnom Juno auftrug, sich um Eilmana zu kümmern, ging ihr Blick zu Juno, und sie antwortet Gregor. „Ich benötige keine Hilfe. Meine Wunden werden von alleine heilen, ich bin Lichtmagierin und meine magischen Kräfte sind bald wieder stark genug damit ich mich heilen kann.“.

Zur Zeit gab es nichts, was in Eilmana besonders starke Gefühle hervorgerufen hätte, wodurch ihre Kräfte einen intensiven Schub hätten haben können, aber vielleicht lässt das ja nicht mehr lange auf sich warten.
Sie folgte Juno mit ihrem Blick, als diese sich vor ihr hinhockte und ihr Blick ging direkt in Junos Augen, wobei Eilmanas Augen lila funkelten. Als sie Votan vor ihr Gesicht hielt, lächelte Eilmana zum ersten Mal in diesem Wagen und ihr Lächeln war wirklich herzerwärmend. „Danke dir Voten, du hast Naif gerettet und mir sehr geholfen du bist wirklich ein Held.“ Bei diesen Worten krähte Naif auf, war er doch eben so mutig gewesen und diese Geste verstand Eilmana auch. Sie schaute Naif an und strich ihm über den Kopf. „ich weiß Naif, du warst auch sehr mutig und bist ein Held. Ihr seid beide meine Helden.“
Nun lächelte sie Juno an: „ Ich bin beruhigt, dass Nevox und Brunhilde leben, aber wo wird uns diese Situation wohl noch hinführen..?“ Ihr Blick wurde nachdenklich und ging zu den Gitterstäbenm, hinter denen sie den verhangenen Himmel erblickte. Sie dachte an die Geschehnisse der Vergangenheit, die gar nicht solang zurück lagen und doch kamen sie ihr schon vor wie ein Traum. Nie hätte die Junge Elfe erwartet das ihre Reise einen solchen Verlauf nehmen würde.
Ihre Gedanken wurde jedoch von den ungeduldigen Fragen der Fuchshybriden unterbrochen. Eilmana sah Juno mit großen jedoch skeptischen Augen an.
Als das junge Fuchsmädchen alle Fragen gestellt hatte, begann Eilmana mit ihrer Antwort.
„Ich bin eine Shyaner, Elfe und komme aus Shyana Nelle, welches tief im Urwald Kapayu liegt. Vielleicht weist du ja, dass der Kapayu an den Neldoreth angrenzt? Ich bin auf Reisen, auch wenn diese Reise erst vor 3 Tagen begann.“ Wieder sah sie aus dem Fenster und machte dabei einen mehr als verletzlichen Eindruck. „Ganz zu Beginn meiner Reise bin ich einem Dunkelelf begegnet. Leider zog gerade ein heftiges Unwetter auf und ich wusste nicht so recht, wo ich Schutz suchen sollte. Außerdem war der Elf sehr nett und sein Kater war auch sehr liebenswürdig. So bin ich mit ihm mit gegangen. In seiner Hütte zeigte er allerdings sein wahres Gesicht und ich war schockiert über das, was er vorhatte. Doch bevor er mir etwas antun konnte kam die nette Bärendame stieß die Türe auf und half mir. Zern, der Dunkelelf lag zu diesem Zeitpunkt bewusstlos am Boden, allerdings weiß ich nicht mehr, wie das passierte. Kurz nach Brunhilde, der Bärendame, kam der Elf, Nevox dazu. Er verarztete mich und half auch Zern und Naif.“ Bei dem Gedanken an Nevoxs Hilfe wurde Eilmana etwas rot und ein Lächeln huschte ihr übers Gesicht. Doch dieses Lächeln verschwand sogleich wieder, als die Gedanken an folgendes kamen. „Leider kam dann Votan und mit ihm die Dunkelelfen, das wusste er natürlich nicht, aber sie töteten den Dunkelelf mit einem Gezieltem Pfeilschuss durch den Hals. Ich versuchte mich zu wehren aber ich konnte nichts ausrichten und wurde bewusstlos. Anschließend bin ich in diesem Wagen aufgewacht.“


Nachdem Gespräch sah sie Juno an wie diese einschlief und schaute gedankenversunken aus dem Fenster. In der Zwischenzeit haben sich ihre magischen Kräfte wieder regeneriert und sie begann mit Hilfe ihrer Lichtmagie ihre Wunden zu heilen und Naif etwas neue Kraft zu spenden, um auch ihn wieder gesund zu machen. Ihre Wunden begannen etwas zu leuchten unter den Verbänden und der Heilungsprozess ging recht schnell von Statten. Doch schon kurze Zeit später wurde sie von ungewöhnlichen Geräuschen abgelenkt. Sie hörte entfernte schreie und ein feiner Geruch von Rauch stieg ihr in die Nase. Kurz darauf erwachte auch Juno und die Geräusche wurden lauter.
„Wir scheinen auf diese Geräuschquelle zuzufahren…?!“ Sie sah Juno an.
„Juno als Fuchshalbmensch müsstest du doch eine sehr gute Nase und Ohren haben? Kannst du irgendwas hören oder differenziertes riechen?. „
Zwar waren ihre Ohren und Nase auch nicht schlecht als Elfe, aber ein Tiermensch hat meist bessere Sinne noch als Elfen. Einen Moment lang überlegte sie auch Naif rauszuschicken um ihn nachsehen zu lassen was dort los ist, aber diesen Gedanken verwarf sie wieder schnell als sie immer mehr Geschrei und Kampfgetöse vernahm.

Eilmana ging zu Juno ans Fenster und sah ebenfalls das spektakuläre Schauspiel, bei dem diese ominöse Frau andere zu befreien schien. Als die Kälte plötzlich aufzog und EIlmana das leicht bläuliche Leuchten sah, wusste sie gleich, dass das nur eine Eiselfe sein kann. Schließlich hatte sie auch über diese Gattung der Elfen vieles gelesen. Doch bevor sie etwas sagen konnte, sah sie Brunhile, wie sie aus dem Matsch aufstand und Nevox der aus dem Wagen gekrochen kam.
„NEVOOOX…..HILFEEE…ich bin'ss Eilmana! Hol uns hier raus….“
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Samstag 8. Dezember 2012, 23:48

Die Schlacht tobte.
Und wie sie tobte, Existenzen wurden unwiderruflich ausgelöscht. Blut floss über den matschigen Boden, Gliedmaßen lagen entfernt von ihren Körpern. Der Schrei der Schmerzen bildete eine Symphonie der Trauer und der Himmel weinte um die gestorbenen Seelen. All dieses Leid brachte Lukra erst so richtig auf Hochtouren. Er liebte es, wenn seine Gegner unter größten Schmerzen die Welt verließen. Er befand sich mitten im Schlachtgetümmel und hieb mit seinem Zweihänder nach jedem Waldelf, den er sehen konnte. Seine Haut war von Bluttropfen übersät. Er lächelte. Und wie er dies tat. Würde Juno den Dunkelelf sehen, könnte sie bestimmt schwer glauben, dass dies der gleiche Elf war, der vor einigen Stunden im Wald gewesen war. Die Schlacht entwickelte sich immer mehr zu Gunsten des Dunklen Volkes. Der Teil der Überfalltruppe, die sich im Nahkampf befand, konnte sich nicht mehr lange gegen die Orks und Lukra behaupten. Die Bogenschützen, die sich in der Felsformation versteckten und von dort ihre tödlichen Pfeile abschossen, bekamen langsam immer mehr Schwierigkeiten. Die Wargs hätten sie besiegen können, aber als die berittenen Bogenschützen der Dunkelelfen sich den Reittieren der Orks anschlossen wurde der Spieß umgedreht.
Entfernt von dem ganzen Kampftrubel befanden sich Juno und Eilmana. Sie konnten von ihrem Gefängnis aus sehen, wie Marga die beiden Elfen befreite, wie Belenus tödlich von einem Pfeil getroffen wurde und sich dann in eine Eiswolke, durch die Trauer seiner Frau, auflöste. Brunhilde nutzte die vereiste Wand ihres Gefängnisses gleich um auszubrechen und Nevox folgte der massigen Bärenfrau. Für Marga mussten die Beiden wie eine Laune der Natur aussehen. Die Bärenhybridin hatte nur noch ein menschliches Gesicht sowie einen menschlichen Oberkörper, ihre Bärenohren zuckten wild umher. Der Elf hatte einen Skorpionschwanz und sein komplettes Rückgrat war von Chitin umgeben. So recht wusste keiner der Beiden was sie tun wollten, außer zu fliehen. Mehr als beiläufig blickten sie Marga und die Eiselfe an, als der Schrei von Eilmana und Juno sie herumfahren ließ. Sofort rannten die beiden Hybriden den Gefangenen entgegen. Als ein Dunkelelf direkt vor dem Fenster von Juno und Eilmana erschien. Seine lila Augen blickten die Beiden finster an: „Ich werde viel Spaß mit euren Freunden haben!“ Mit einem makaberen Grinsen drehte er sich zu Nevox und Brunhilde. Marga konnte bei dem Elfen einen Bogen erkennen. Er musste anscheinend derjenige gewesen sein, der den tödlichen Pfeil auf Belenus abgefeuert hatte. Die Bärenfrau überholte Nevox und stieß ihn dabei zur Seite, sodass er der Länge nach in den Dreck fiel. Sie rief ihm noch zu: „Lauf Junge, ich komme mit den Beiden nach!“ Er zögerte, sollte er wirklich gehen? Brunhilde hatte den Dunkelelfen erreicht und holte mit ihrer riesigen Pranke aus. Ralandir wich gekonnt mit einem Rückwärtssalto aus und zog noch im Sprung seine verdunkelte Klinge, den Bogen schleuderte er mit seiner anderen Hand ein paar Meter weg. Grazil landete er auf dem rutschigen Boden, so als ob dieser nicht aus Eis und Schnee bestand sondern eher einer grünen Wiese glich. Die alte Frau war vielleicht keine Kämpferin, aber bei solch einem Körper wie den ihren musste man das auch nicht sein. Sollte auch nur ein Hieb den Elfen treffen, würde er davon geschleudert werden. Junos Peiniger wich, fast gelangweilt, den Angriffen der Bärenfrau aus. Nevox befand sich schon wieder auf den Beinen. Er konnte Brunhilde nicht helfen, wie auch? Der Medicus hatte noch nicht einmal eine Waffe! Er blickte entschuldigend zu Eilmana und formte mit seinen Lippen: „Ich komme wieder!“ Dann rannte er davon. Marga konnte Tränen in seinen Augen erkennen als er in dem brennenden Wagenchaos verschwand. Brunhilde wurde mit der Zeit immer langsamer, sie war auch einfach zu alt für so etwas. Ralandir nervte der Kampf mittlerweile. Als die Bärenfrau ein weiteres Mal nach ihm schlug, machte er eine Seitwärtsdrehung und hackte ihr dabei die linke Pranke ab. Mit einem lauten, schmatzenden Geräusch schlug sie in den aufgeweichten Boden. Die alte Dame schrie vor Schmerzen und Blut schoss förmlich aus der Wunde. Der Dunkelelf machte kurzen Prozess und rammte seine Klinge in den Kopf der Hybridin. Brunhilde sah nur noch das Schwert auf sie zurasen, danach wurde alles Schwarz und ihr Körper schlug auf den Boden, wie ein nasser Sack! Ralandir zog seine Waffe aus dem erschlafften Körper.
Durch das Feuer, was um sich griff, funkelte sein Blick und dieser haftete sich auf die Eiselfe. Das Marga sich neben dieser befand interessiert ihn nicht. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht ging er auf sie zu. Blut tropfte von der Klinge, vermischte sich mit dem dunklen Braun der Erde und gab ihr eine neue Farbnuance.

Juno und Eilmana mussten hilflos zuschauen, wie die Bärenfrau getötet wurde. Als würde der Himmel ihr helfen wollen sie hinaufzuziehen, brach das Wolkendach auf und gab der Sonne die Möglichkeit einen kurzen Lichtschein auf den toten Körper von Brunhilde zu werfen. Juno wurde von diesem Wetterphänomen sofort an die Götter erinnert. Wollten sie ihr ein Zeichen geben? Genau als sie sich dies fragte, wurde sie von einer Lichtreflektion geblendet. Das Wolkenloch schloss sich nach kurzer Zeit wieder und es wurde wieder dunkler. Juno konnte jetzt wieder alles sehen und erblickte den Verursacher der Reflektion. Eine Elster überflog den Konvoi, irgendetwas hielt sie in ihrer Kralle. So wie die Fuchshybrindin diese Vogelart kannte, war es bestimmt etwas Glitzerndes und genau das wurde ihr Verhängnis. Ein Pfeil traf das Tier in der Luft und die Elster fiel reglos zu Boden. Der glitzernde Gegenstand raste dem Boden schneller entgegen und schlug auf die Überreste des Gefangenenwagens von Belenus und seiner Frau auf. Juno und Eilmana konnten noch erkennen, dass der Gegenstand ein Handspiegel war, der jetzt in tausend Teile zersprang und, wie es der Zufall so will, flog eine handgroße Scherbe direkt auf die Beiden zu. Juno stieß Eilmana geistesgegenwärtig beiseite, damit die Scherbe sie nicht traf. Dafür wurde die Füchsin erwischt, die Klinge verfehlte um Haaresbreite das Auge von Juno und schnitt zum Glück nur kurz Junos linken Wangenknochen. Es war kein tiefer Schnitt, eher ein Kratzer. Trotzdem brannte die Wunde schmerzlich. Die Scherbe landete auf dem Fellhaufen kurz vor Gregor. Dieser erschrak und zuckte zusammen. Seine Hand griff an sein Herz und sein ganzer Körper verkrampfte sich. Der alte Gnom schnappte nach Luft, wie ein Ertrinkender. Er brauchte eine Weile bis er sich wieder beruhigt hatte. Dann deutete er auf die Scherbe die neben ihm lag: „Spürt ihr das auch… dieses Ding strahlt eine Kraft aus, die ich noch nie in meinem Leben gespürt habe.“ Erst jetzt richtete sich die Aufmerksamkeit der beiden Damen auf die Scherbe:

Eine blonde Frau war zu erkennen, sie stand neben einem Zwerg und vielen, weiteren Männern. Man konnte klar erkennen, dass sich diese Personen auf einem Schiff befanden. Ein Mann, der umgeben von einem Zwerg, einem muskelbepackten Riesen und einer sehr offenherzigen Frau stand, sprach zu der blonden Frau. Seine eisblauen Augen funkelten bedrohlich und kurz bevor das Bild auf der Scherbe verschwand, blickten diese Augen Juno und Eilmana an. Ein Schauer überkam die Beiden.
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Juno wurde gewichtelt: Magische Spiegelscherbe die Fremde Orte und Personen zeigt (was sie zeigt ist Mod Entscheidung)
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Dienstag 11. Dezember 2012, 19:10

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Margas beherztes Eingreifen sprengte die Holzplanke aus ihrer verklemmten Lage. Sie selbst war einige Augenblicke lang verwirrt, weil die Wucht auch ihren Hinterkopf traf und sie sich erst in dem verrauchten Innenraum orientieren musste. Dann lächelte sie schwach und glitt zurück zum Boden, um den Durchgang für die Elfen frei zu machen. Es war höchste Zeit, von dieser Todesfalle zu entkommen und keinen Moment zu spät krochen sie hervor, denn das brennende Holz krachte sogleich in sich zusammen, wobei ein grässlicher, rauchiger Hitzeschwall die drei Gefährten traf.
Ihre Nackenhaare wurden versengt, Funken regneten auf ihre Kleidung, heiße Holzsplitter verpassten ihr schmerzhafte Brandnarben, der Stoff ihrer Tasche fing an zu glimmen – sie hatte das Ding die ganze Zeit mitgeschleppt. Jetzt schleuderte sie die Tasche in eine Pfütze Regenwasser und fing an, mit ihren Fingern alle Feuerchen zu löschen. Weil sie und die beiden Elfen durch den Morast gekrochen waren, waren alle Hände schmutzig und schmierig, was in dieser Lage ein großer Vorteil war, weil man durchs Handauflegen Flammen ersticken und Brandblasen abkühlen konnte.

Es fielen ihr einige Veränderungen auf: Es waren zwei weitere Gefängniswagen vor Ort und da waren, wenn sie richtig sah, berittene Dunkelelfen – aber auf Pferden, nicht auf Wargen! Und es waren mehr als nur die drei bisherigen. Sie schlussfolgerte nach einigen Momenten, dass ein anderer Konvoi aufgetaucht war. Das bedeutete Ärger, sie mussten endlich fort von hier. Aber plötzlich erkannte sie ein weiteres, dringlicheres Problem. Pfeile am Himmel, nicht schon wieder!
„Schnellig!“, kreischte sie verängstigt. Laiya war von der Hitze überwältigt, also mussten sie und Belenus die Elfin in Deckung bringen. Hinter den intakten Wagen. Sie zog Laiya und Belenus schob sie von hinten, wobei er ihren zerbrechlichen Körper mit dem seinen schützte. Marga hatte geglaubt, dass sie alle schon in Deckung waren, als es Belenus doch erwischte. Die Halborkin traute ihren Augen nicht. Da ragte ein dunkler Schaft aus dem Rücken des Waldelfen. Sie konnte nichts anderes tun, als ihn am Kragen zu packen und zusammen mit Laiya – als Gewicht, nicht als Helferin leider - weiter hinter den Wagen zu schleifen.

War Belenus tot? Sie war keine Heilerin, aber sie befürchtete, dass er es bereits war oder gleich sein würde. Das konnte nicht sein. Der Elf war der netteste und freundlichste des Trios. Warum hatte es ihn getroffen? Das war einfach unbegreiflich. Erst jetzt warf sie einen Blick auf Laiya, die jetzt Witwe war. Margas Augen weiteten sich. Um Laiya breitete sich eine Aura aus, die ihr überhaupt nicht behagte. Sie war eindeutig nicht sie selbst. Die Eiselfe berührte Belenus, welcher schlagartig zu kristallinen Eis gefror.
Marga war nicht gerade neugierig, was da passierte, sondern sie sprang sofort weg, weil sie ein Gefühl hatte, das sich da etwas übles zusammenbraute. Hätte sie weiter gezögert, während ihre Schuhe im feuchten Boden festgefroren und sie hätte das Gleiche Schicksal wie Belenus Überreste ereilt. Trotzdem zitterte sie, als wäre sie nackt in Eiswasser getaucht worden. Sie brachte so viel Abstand wie möglich zwischen sich und Laiya, ohne die Deckung zu verlassen, setzte sich auf den Boden und riss die Schuhe von den Füßen, bevor sie anfing, erst ihre Zehen zu kneten und dann ihre Ohren. Sie hatte richtig vermutet: Das würde Frostbeulen geben. Aber wenn man die Gliedmaßen massierte, sodass wieder ordentlich Blut durchging, würde das besser gehen. Orlo hatte ihr das in einem besonders kalten Winter beigebracht.

Sie beobachtete wie zwei Gefangene ausbrachen. Sonderbare Gestalten, die hätten glatt auf einen Jahrmarkt gehört. Eine alte Frau, deren Gliedmaßen in Bärentatzen endeten und ein Junge, der sich die Kehrseite eines Krabbeltieres geliehen hatte.
Aber sie erkannte, dass keiner der beiden ihr etwas böses wollte. Und an Laiya würden die Tiermenschen sowieso nicht herankommen. Marga hörte die Insassen des anderen Wagens um Hilfe rufen. Die beiden seltsamen Leute machten sich auf, jene zu befreien. Ein Glück, denn dann musste sie es nicht selbst machen und konnte sich wieder ihren Zehen widmen. Sie beobachtete aber trotzdem, was folgte, während sie weiter ihre Gliedmaßen massierte.

Ein Dunkelelf war aufgetaucht! Das Schwein scherte sich offenbar keinen Deut um das Wohl seiner Kameraden und Untergebenen, sondern wollte sich an die Gefangenen ranmachen. Er trug einen Bogen. Irgendetwas klingelte in Margas Unterbewusstsein. Sie schaute sich um. Die Pfeile, die von den fremden Schützen aus dem Hinterhalt abgefeuert wurden, waren ausnahmslos aus hellen Holz. Aber aus Belenus vereisten Rücken ragte ein dunkler Pfeil. Sie brauchte nicht lange, um zu verstehen, was hier passiert war. Schnell zog sie ihre Schuhe wieder an. Währenddessen kämpfte der Dunkelelf mit der Bärenfrau und der Insektenjunge rannte weg.

Der Dunkelelf war ein schlimmer Finger. Ein grausamer Mörder und ein geschickter Kämpfer. Sie musste mit ansehen, wie er jeden Hieb der Bärendame auswich und sie am Ende trotz ihres robusten Körperbaus niedergestreckte. Und Marga erkannte, dass er sein nächstes Opfer ausgesucht hatte. Eine trauernde Eiselfe, die nichts von ihrer Umgebung mitbekam. Vermutlich dachte er gerade darüber nach, wie er ihr Licht ausblasen konnte, ohne selbst zu erfrieren. Aber er hatte ja einen Bogen.
Panisch schaute die Halborkin sich um. Niemand konnte ihr helfen, Orok focht seine eigene Schlacht irgendwo weit weg, Ragna hatte sie verlassen. Belenus war tot und Laiya in ihrem jetzigen Zustand nutzlos. Sie hatte doch nicht das Zeug, es mit einem solchen Krieger aufzunehmen...
Sie trat zur Seite. Sie konnte es wie der Insektenjunge machen. Einfach schauen, wie weit ihrer Beine sie trugen. Und sie ging auch einige Schritte. Der Dunkelelf hatte es nämlich vorerst nicht auf die verdreckte Halborkin abgesehen. Sie musste es nur außer Reichweite seines Bogens schaffen. Aber sie hielt inne. Das passte alles nicht.
Da war ein Mann, der nahm sich, was er wollte, weil er es konnte. Und er hatte Erfolg damit. Zwei Leichen zeugten bereits davon, dass alles nach seinem Willen ging. Wie lange würde es dauern, bis sich die Zahl verdoppelte? Und sie erkannte im Dunkelelfen etwas, wovon sie einiges verstand: Unkraut. Die Welt war ein Garten und dieser Schmarotzer hatte dafür gesorgt, dass bereits zwei Pflanzen eingegangen waren. Sie blickte auf ihre Hände: Wie oft hatte sie in ihrem Leben bereits Unkraut gejätet?

Der Lärm der Schlacht war ihr zu Nutzen, denn er übertönte ihre Schritte. Der Rauch und das helle Feuer schränkten den Sichtbereich des Dunkelelfen, der sowieso einen Tunnelblick auf die Eiselfe hatte, zusätzlich ein. Hätte er sich umgedreht, wäre Marga vermutlich tot. Aber sie hatte Glück, so unendlich viel Glück, dass sie es schaffte, sich von hinten an ihn heran zu schleichen. Marga hatte aus dem Versagen der alten Frau gelernt, dem Kerl keinen Spielraum für irgendwelche Faxen zu lassen. Sie schlang dem Mann ihre kräftigen Arme um den Leib, wobei sie seine Arme zusammenpresste, damit er seine Klinge nicht nach hinten stoßen konnte.
„Du bringen Leute um, zu Spaß?“, knurrte Marga. Sie hatte selbst keine Waffe gezückt, sondern setzte alles darauf, dass ihr Griff zu fest war, als dass dieser Wurm sich herauswinden konnte. „€žDu haben die Bärfrau tot gemacht. Die mir aber egal. Du haben Belenus abgeschossen. Das nicht egal. Gar nicht.“€œ
Sie drückte Ralandir nach vorne. Sie zwang ihn, Schritt für Schritt mitzugehen.
„€žIch dir heute einen großen Gefallen tun. Du sehen die Eiselfe? Du wollen die auch tot machen. Du glauben, das sein interessant, sie jetzt mordigen, heh?“€œ
Sie hatte ihn vorwärts zu Laiya gedrängt, jeden Schritt mit Gewalt erzwungen, ihn jeden Zoll durch reine Muskelkraft nach vorne gedrückt. Es wurde kühler. Je näher sie der Eiselfe kamen, desto kälter war die Luft.
„Aber du machen immer das gleiche. Du bringen immer ANDERE Leute um. Heute du werden etwas sehen, da du machen kein so ödes Gesicht wie bei Bärin. Du erleben eigenen Tod.“€œ
Sie war so nahe, dass sie nicht mehr weitersprechen konnte, weil ihre Zähne so klapperten. Aber ihr Körper zitterte nicht, als sie den Dunkelelfen los lieߟ und ihm einen kräftigen Tritt in den Hintern verpasste, der ihn direkt zu Füßen der Eiselfe schleuderte, wo seine Haut mit seiner Rüstung verfror, seine Gelenke unbeweglich wurden und sein Körper wie der von Belenus endete, nur dass er im Gegensatz zum Waldelfen alles lebendig und bei klaren Verstand durchlebte.

Marga ging wieder einige Schritte zurück. „€žLaiya! Das waren Mörder, du jetzt gefällig aufhören. Wir müssen hier weg. Wenn ich gleich wiederkomme, du sein bereit. Nix Widerrede!“œ Sie selbst hatte noch eine Kleinigkeit zu erledigen. Sie konnte unmöglich einen weiteren Dunkelelfen töten. Aber sie konnte ihnen wenigstens ihre Spielzeuge wegnehmen. Sie schnappte sich die Axt eines von Pfeilen gespickten Orkes und ging auf den dritten Gefängniswagen zu. Mehr fliehende Gefangene bedeuteten mehr Chaos und bessere Chancen zu entkommen. Mal sehen wie oft sie mit der Axt ausholen brauchte, um die Tür zu zerspalten.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Dienstag 11. Dezember 2012, 21:28

Die kleinen Brandblasen auf ihrem Nacken würden schnell verheilen. Marga spürte sie unter dem Einfluss des Adrenalins sogar nur leicht. Es war mehr das kurze, zeckende Zischen, dass ihr sagte, dass sie ein paar kleine Verletzungen abbekam.
Später, viel später wenn ihr Herz Zeit haben würde sich zu beruhigen, dann könnte der Schmerz kommen, doch jetzt gerade war es Feuer, Eis und Trauer, die sie gefangen hielten. Belenus war tödlich getroffen worden und sie hielt sich von Laiya so weit wie möglich entfernt wie es eben ging, ohne den Schutz der Deckung zu verlassen. Ihre Füße und Ohren waren so kalt, dass sie sie kaum noch spürte und Marga brauchte beides noch, also massierte sie sie hektisch, eng an den aufgebrochenen Wagen gedrückt. Ragna war natürlich nicht bei ihr geblieben, als der Wagen Feuer gefangen hatte. Selbst so mutige Tiere wie die Wargs wollten nicht bei lebendigen Leibe verbrennen und so war sie davon gerannt. Orok war nirgends zu entdecken und so war Marga allein mit ihrer Meisterin. Allein mit ihr und tausend kleinen glitzernden Belenus-Stücken. Laiya hatte sich noch nicht wieder unter Kontrolle, was man deutlich an dem Eis um sie herum sah. Zum Glück hatten sie im Kampfgetümmel eine einigermaßen gute Position gefunden. Durch den Regen und den Rauch konnte man die Wagen nicht gut von außen sehen, was zusätzlich noch einen gewissen Schutz aus machte, doch einer hatte es wohl auf die Gefangenen abgesehen. Seine Motivation war wohl reine Mordlust und Belenus war nur sein erstes Opfer gewesen. Ralandir, der Dunkelelf mit den violetten Augen hatte eine neues Ziel gefunden. Sein Name war jedoch nur Juno bekannt, da sie schon am längsten in Gefangenschaft weilte.
Die Bärenhybridin rief Nevox noch zu:
„Lauf Junge, ich komme mit den Beiden nach!“
Er zögerte, sah sich noch einmal um, doch rannte dann los. Brunhilde hatte den Dunkelelfen erreicht und holte mit ihrer riesigen Pranke aus. Zwischen ihr und Ralandir entbrannte ein ungleicher Kampf. Ungleich, weil die Bärenfrau kaum etwas gegen die Schnelligkeit des Dunkelelfen entgegen zu setzen hatte. Er schien nur mit ihr zu spielen und grinste als erst die Pranke in den Schlamm fiel und dann seine Klinge in den menschlichen Schädel eindrang. Dann fiel sein von der Feuersbrunst funkelnder Blick auf die Eiselfe und sein Gesichtsausdruck ließ jeden Betrachter keinen Zweifel an seinen Motiven. Das Marga sich neben dieser befand interessiert ihn nicht. Grinsend ging er auf sie zu. Blut tropfte von der Klinge, vermischte sich mit dem dunklen Braun der Erde und gab ihr eine neue Farbnuance. Er bemerkt noch nicht einmal, wie Magra sich langsam zur Seite rollte und somit aus seinem Sichtfeld verschwand. Seine Augen wanderten über den Ring aus kritaliner weißer Pracht, die die Eiselfe umgab. Er war zu klug, um sich der Magierin zu nähern, die immernoch reglos mit nun leeren Armen da saß und Diamanten von ihren Wangen perlten. Laiyas Haut schimmerte in feinstem Perlmut und war von einer dünnen Schicht Raureifs überzogen, als der Dunkelelf sein Schwert weg streckte um seinen Bogen erneut zu spannen. Breitbeinig stand er da, hatte gerade einen neuen Pfeil aus seinem Köcher gezogen, als Marga sich von hinten näherte. Seine kalten Augen ruckten zu ihr herum, zumindestens wollte er das, doch da hatten die starken Arme der Halborkin ihn schon umfangen. Margas Arme waren es gewöhnt schwere Säcke zu tragen, unhandliche Dinge im Zaum zu halten und genauso behandelte sie den Dunkelelfen, der sich plötzlich in ihrer innigen Umarmung befand. Er war die Wurzel des Übels die herausgerissen werden musste! Der Elf war ihr in seiner Größe ebenbürtig, doch fehlte ihm die Muskelmasse um sich sofort zu befreien.
„Du bringen Leute um, zu Spaß?“
Margas stimme klang gepresst von der Anstrengung, denn der Dunkelelf wehrte sich nach Leibeskräften, doch sie hatte ihn fest gepackt und leicht angehoben, so dass seine Füße nur selten über den Matsch rutschten und einfach keinen Halt fanden.
„€žDu haben die Bärfrau tot gemacht. Die mir aber egal. Du haben Belenus abgeschossen. Das nicht egal. Gar nicht.“€œ
Der Mistkerl trat kräftig gegen ihr Schienbein und wäre sie ein Mensch gewesen, hätte er ihr sicher damit das Bein gebrochen, doch so schrammte sein Stiefel nur sehr schmerzhaft durch Rock, über die darunter liegende dicke Hose und verursachte nur erneute Schürfwunden. Sie biss kurz die Zähne zusammen und raunte unbeeindruckt in sein nahes Ohr:
„€žIch dir heute einen großen Gefallen tun. Du sehen die Eiselfe? Du wollen die auch tot machen. Du glauben, das sein interessant, sie jetzt mordigen, heh?“€œ
Ralandir schnaufte vor Anstrengung, aber bekam seine Arme einfach nicht frei. Er schrie seine Wut heraus. Das Wort was er schrie verstand Marga nicht. Es war die dunkle Sprache.
„Aber du machen immer das gleiche. Du bringen immer ANDERE Leute um. Heute du werden etwas sehen, da du machen kein so ödes Gesicht wie bei Bärin. Du erleben eigenen Tod.“€œ
Der Plan war zu einfach gewesen um fehl zu gehen. Einfach, aber effektiv! Der Dunkelelf hatte seine eigene Kampfstärke überschätzt, war zu arrogant gewesen, Marga als mögliche Gefahr wahrzunehmen, da sie ja schon im weglaufen begriffen war. Er war zu nah an die Gefahr getreten, weil er das Prickeln so sehr liebte und hatte sich überrumpeln lassen von … einer Halborkin die noch nicht mal richtig sprechen konnte! Marga spürte die eisige Kälte an ihren Armen und an ihren Füßen. Besonders die Füße schmerzten mit jedem Schritt! Sie hatte die Schuhe ausgezogen und lief nun über die ersten Ausläufer des Eises. Ihre dicken verhornten Fußsohlen klebten mit jedem Schritt mehr am Untergrund und hinterließen Hautschicht um Hautschicht ihre Spur. Als Marga fühlte, dass sie bald nicht mehr ihre Arme öffnen konnte, ließ sie Ralandir plötzlich los und stieß ihn heftig nach vorne. Kaum hatten seine Stiefel den Boden berührt, waren klebten sie fest und er stolperte forsch angetrieben nach vorne, fiel und krachte der Länge nach mit seiner schwarzen Rüstung zu Laiyas Füßen hin. Die Eiselfe öffnete die schneeweißen Augen einen Spalt breit, die so blind vor Magie waren, das selbst die Pupille von Eis erfüllt keinen farblichen Unterschied machte.
Der ungläubige und wütende Blick Ralandirs verwandelte sich in seine schmerzverzerrte Fratze, als er zu ihr aufsehen wollte und sein Körper binnen Sekunden von der eisigen Magie durchdrungen wurde. Sein Mund öffnete sich als wollte der Schmerz entweichen, doch kein Ton erklomm die eisige Kehle.
Marga ging wieder einige Schritte zurück.
„€žLaiya! Das waren Mörder, du jetzt gefällig aufhören. Wir müssen hier weg. Wenn ich gleich wiederkomme, du sein bereit. Nix Widerrede!“œ
Die dunkle Haut des Elfen bekam hellte Sprünge und Risse. Laiya hob langsam die Hand und berührte das erstarrte Antlitz zwischen den Augen. Ein leises Knirschen erklang durch das Rauschen des Regens der sich in ihrer Umgebung in Eiskristalle verwandelte und ein gedämpftes *Tonk* begleitete den Kopf des Elfen wie er vom Rumpf getrennt über das Eis rollte.
Marga hatte noch eine Kleinigkeit zu erledigen. Sie konnte unmöglich einen weiteren dieser kampferprobten Dunkelelfen töten, das wusste sie. Noch einmal würde ihr das Glück sicher nicht einen solchen Moment schenken. Aber sie konnte ihnen wenigstens ihre Spielzeuge wegnehmen. Sie schnappte sich die Axt eines von Pfeilen gespickten Orks und ging auf den dritten Gefängniswagen zu. Mehr fliehende Gefangene bedeuteten mehr Chaos und bessere Chancen zu entkommen. Die Axt wog ungewohnt schwer in ihrer Hand und sie holte weit aus um die Klinge auf die Tür nieder fahren zu lassen. Der erste Schlag saß und der Krach ließ die Insassen des Wagens zusammen fahren, die sich um einen glitzernden Gegenstand versammelt hatten, der Juno an der Wange verletzt hatte.
Marga wollte gerade erneut ausholen, da sah sie aus dem Augenwinkel eine Bewegung im Grau der Umgebung schnell näher kommen. Erst war es nur ein Reiter, dann folgte ein zweiter und plötzlich waren es fünf. Schussbereite Bögen und bluthungrige Augen suchten eine Gelegenheit, die sie ihnen sicher nicht bieten wollte. Laiya war noch nicht in ihrer Sichtlinie, aber Marga sah wie sie sich gerade langsam erhob und den Kopf schüttelte, als versuchte sie einen klaren Gedanken zu fassen. Margas Gedankengänge rasten und versuchten die Situation zu erfassen.
Erwischte man sie dabei, wie sie die Gefangenen befreite, würde sie selbst sterben, oder mindestens selbst zur Gefangenen werden. So oder so sprach diese Option gegen eine Zukunft an Oros Seite. Das sie den Dunkelelfen getötet hatte, konnten nur die Insassen der Gefängniswagen bezeugen. Aber Laiya würden sie … Laiya! Die Eiselfe stand reglos vor der Leiche des vereisten Dunkelelfen und war so schuldig wie man nur sein konnte! Margas Blick ruckte zu den sich nähernden Reitern, die nun ihre Pferde zügelten. Da sah sie ihn! Ein Schauer jagte unwillkürlich über ihren Rücken. Wie von den Toten auferstanden saß er stolz und hoch konzentriert auf seinem Ross und hielt Ausschau. Ralandir? Aber er lag doch dort drüben?! Marga sah zu Laiya die blinzelnd in ihre Richtung sah. Sie wirkte wieder munter, auch wenn immernoch tränen ihre Wangen benetzten und Marga wusste, dass es für sie nur noch zwei Optionen gab.
Entweder sie gebot ihrer Meisterin JETZT allein zu fliehen, würde die Maskerade fortführen um die anderen unschuldigen Seelen später retten und bei Orok bleiben, oder sie floh jetzt und hier mit Laiya, fort von allem was die Dunkelelfen an Schmerz und Leid in den Krieg brachten. Marga war das Mittelglied wischen der Dunkelheit und dem Licht. Sie wandelte auf grauen Pfaden in der Gestalt beider Seiten, doch was sich in ihrem Herzen tat, wusste nur sie. Die Schlinge um ihren Hals zog sich zu. Sie musste sich schnell entscheiden, was sie tat. Die Reiter waren nur noch wenige Augenblicke entfernt und suchten sicher schon nach ihrem … Bruder. Ja! Die beiden mussten Brüder sein! Zwillingsbrüder! Marga brauchte nur in seine Richtung zu sehen um eine düstere Ahnung zu bekommen, dass er sie nicht am Leben lassen würde, wenn er herausbekommen sollte, was sie und Laiya getan hatten! Laiya musste verschwinden, ob nun mit ihr oder ohne sie! Bessere Chancen hatte sie, wenn Marga ihr ein wenig Zeit verschaffen würde in dem sie ein Ablenkungsmanöver als treue „Orkin“ starrten würde, aber vielleicht schafften sie es auch gemeinsam noch zu entkommen. Jetzt da Belenus tot war, gab es eigentlich auch keinen Grund mehr nach Norden zu reisen, … oder? Die Zeit rann ihr durch die Hände, wie der Regen durch ihr nasses Haar.

Nevox hatte ungesehen im Regen, immer wieder geduckt sich in den Schlamm werfend schon ein gewaltiges Stück bis zum Wald geschafft, als er den Schrei des Dunkelelfen hinter sich hörte. Es klang wie ein Name, aber der Ton, die alarmierende Frequenz in der Stimme ließ ihn schneller laufen, vorbei an den entfernten Schatten im Regen, hin zu den hoch aufragenden Bäumen die Schutz versprachen. Ein weiterer riesiger Schatten sprang an ihm vorbei und wirkte wie eines dieser Monster, auf denen die Orks ritten. Er lief so schnell er konnte. Der Schmerz, dass er sie zurück gelassen hatte, brannte und riss einen tiefen Krater in seine Seele. Sein Versprechen, seine Worte, dass er wieder kommen würde, dass sie sich wiedersehen würden … Würde er es halten können?

Juno, Eilmana und der blinde Gnom hatte jeder auf ihre Weise erst dem Ausbruch der beiden Elfen mit Hilfe der stämmigen Frau, einer Halborkin, beigewohnt. Das Blut der Bärendame rann noch durch den Schlamm und vermischte sich mit den Tränen der Eiselfe, die um ihren Gatten weinte. Der Skorpionhybrid war im grau der Umgebung verschwunden. Panik, gefolgt von angestrengtem Grübeln schlich sich in das Antlitz der Halborkin, die so nah an den Gittern befand, das man sich noch schnell ein paar Worte zu raunen konnte, bevor der Reitertrupp sie bemerken würde. Wenigstens kamen sie aus einer Richtung, die günstig war um noch eine Flucht zu ermöglichen, wenigstens für jene die schon außerhalb ihrer Gefängnisse waren und im Regen verschwinden konnten. Würde auch die Halborkin Juno und Eilmana zurück lassen?
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Juno » Dienstag 18. Dezember 2012, 20:07

Einige Zeit vor den Tragödien auf dem Schlachtfeld / Im Gefangenen Wagen bei Eilmana Gregor und Juno

Gerade in dem Moment als Juno der von Gregor aufgetragenen Bitte nachkommen wollte. Und sich der noch befremdeten Shyanaelfe näherte. Löste diese ihre Lippen und entgegnete dem alten Heiler mit engelsgleicher sanfter Stimme.
„Ich benötige keine Hilfe. Meine Wunden werden von alleine heilen, ich bin Lichtmagierin und meine magischen Kräfte sind bald wieder stark genug damit ich mich heilen kann.“.
Als die Fuchshybridin die Worte der Elfe vernahm, weiteten sich interessiert die Augen des jungen rothaarigen Waldgeschöpfs.
In einem Anflug von Eifer ergriff Juno die Hände der Elfe und hielt diese mit ihren eigenen fest umschlossen zwischen den beiden Körpern. Dabei fixierten die interessiert blickenden Augen in die Eilmanas.
" Wow...!! Du bist also eine richtige Zauberin?." "Ich dachte die gibt es nur im Märchen."
Ich hätte nie gedacht jemals einer zaubernder Elfe zu begegnen. schloss Juno ihren anfänglich ausgesprochenen Dialog im Geiste ab. Zugerne hätte sie sich direkt etwas von der Magie zeigen lassen. Doch hielt sich die Hybridin in ihrer inneren Ungeduld und Neugier in Zaum. Denn sie wollte es tunlichst vermeiden, diesen besonderen Moment mit falschem Verhalten zu zerstören. Sie würde zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt noch die Chance ergreifen, ein Zauberkunststück zu erfahren. In diesem Moment jedoch war es sicher schlauer ihrer neuen weiblichen Bekanntschaft Ruhe nach den Strapazen zu gönnen. Jedoch nicht ohne sich zumindest ein paar ihrer drängenden Fragen zu äußern. Woraufhin sie aufmerksam mit ihrem Eichhörnchen in ihren Händen vor Eilmana kniete und ihren Erzählungen lauschte. Dabei stellte sich schon im Ansatz heraus wie ähnlich sich die beiden jungen Frauen waren. Denn beide verschlug es aus Neugier, Interesse und Wissen in die große weite Welt. Und auf eine individuell prägende, bewusstseinsverändernde Reise.
Die Geschichte Eilmanas stimmte Juno abwechselnd fröhlich und traurig. Nachdem Eilmana am Ende ihrer Erzählung angekommen war, stellten sie sich gegenseitig ihre tierischen Begleiter vor.Streichelten sie und lobten ihren Heldenmut in dieser schweren Zeit. Sowohl die Shyanaelfe als auch die Fuchshybridin waren erleichtert darüber das ihren Freunden nichts geschehen war, und diese unversehrt zurückkamen. Juno begann nun ihrerseits die Umstände ihrer Reise und dessen Gründe zu erzählen. Wodurch beide Mädchen für sich herausfanden das sie obwohl sie so unterschiedlich waren, sich doch wie Schwestern im Geiste ähnelten.

Zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Schlachtfeld der Stillen Ebene

Eine gewaltige Schlacht war ausgebrochen, in der sich sowohl Dunkelelfen wie auch Waldelfen nicht´s schenkten. Die beiden gegnerischen Fronten Kämpften wie im Wahn um jeden Vorteil in der Schlacht. Doch das Schicksal hielt die Fäden in der Hand und behielt jedes Recht des Siegreichen Vorteils in der Hand.
In jenen Momenten in der die Dunkle Brut abgelenkt zu sein schien. Nutzen die Gefangenen zum Ausbruch. Sowohl Margas treue Gefährten, als auch Eilmanas sonderbar wirkende Begleiter. Nutzten die Gelegenheit und entflohen ihren Gefängnissen. Juno und Eilmana blieb dies nicht verborgen. Und so riefen beide Hilfesuchend nach jenen, die ihnen die Freiheit geben würden. So begaben sich die alte Bärenhybridin und Nevox in die Richtung der auf sich aufmerksam machenden Gefangenen. Gerade als in Juno sich schon als freies Mädchen sah. Erschienen vor ihrem kleinen Fenster jene Lilafarbenen bösen Augen, die sowohl in der Wirklichkeit, als auch im Traum die schlimmste Pein verursachten. Es war Ralandir der mit seinem überheblichen und zugleich einschüchternden Verhalten die kurze Chance auf Freiheit zunichte machte. Dieser schaute Juno eindringlich und mit einem hinterhältigen Lächeln auf den Lippen in die Augen. Dann wandte er sich der alten Bärin zu und lieferte sich einen aus Hohn und Spott inszenierten Kampf mit der alten Bärin. Welche letztendlich erbarmungslos verstümmelt und zu guter letzt vor den Augen ihrer jungen gefangenen Schützlinge hingerichtet wurde. Als Ralandir in seinem viel zu leichten Sieg Blutgeleckt hatte. Sollte die Eiselfin und treue Gefährtin Margas die nächste sein die seinem peinenden und brutalen Spielen beiwohnen sollte. Doch machte dieser seine Rechnung nicht mit Marga die ihm scheinbar mühelos mit ihren kräftigen Armen heimtückisch Gefangen nahm. Und ihn unter belehrenden Worten einen eisigen Tod in der Trauerebenen der Eiselfe schenkte. Als Ralandir mit schmerzverzehrtem Gesicht zu Eis erstarrte. Dies war ein Moment der zumindest für Juno ein befreiender hätte sein sollen. Doch in ihrem inneren regte sich nicht´s. Sie verspürte weder Freude noch Mitleid.Hatten die Dunkelelfen ihrer sonst so unschuldigen fröhlichen Seele schon so sehr geschadet? Juno hatte nicht viel Zeit darüber nachzudenken. Als sie eine Elster am Himmel erblickte die ein grell blendes Ding mit sich trug. Einen kleinen Spiegel wie sich bei genauerer Betrachtung herausstellen sollte. Doch in dieser Gegend war kein Platz für Leben. Hier herrschte nur der Tod. und so kam es wie es kommen musste. Der Vogel wurde von einem tödlichen Pfeil erwischt und stürzte bewegungslos in die Tiefe. Der Spiegel zerbach bei seinem aufprall in tausend Scherben. Wovon eine wie ein spitzes Geschoss auf Eilmana zugeflogen kam. Reflexartig stieß Juno ihre neu Freundin beiseite und wurde selber leicht von der Scherbe an der Wange verletzt. Nach ein paar Augenblicken der Orientierungslossigkeit. trat Juno an den Glassplitter heran. Und sah in diesem Bilder einer unbekannten blonden Frau auf einem Schiff. War die Scherbe vieleicht verzaubert, oder spielten Ihre Augen ihr einen Streich? Wer war diese Frau. Juno hob die Scherbe auf und verlor sich mit ihrem Blick in dessen Wundersamer Schönheit. Wodurch sie eine Zeitlang wie in Trance abgelenkt für die Geschehnisse um sich herum war.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Donnerstag 20. Dezember 2012, 23:51

((Dieser Post ist mit den Mods abgesprochen und in einverständniss verfasst))

Noch vor der Schlacht im Gefangenenwagen.

Die kleine Unterhaltung mit Juno erheiterte Eilmana nur bedingt, waren die Ereignisse doch zu trübsinnig, als dass sie sich hätte wirklich freuen können. So naiv und unwissend Eilamna auch für eine Elfe sein mochte, sie hatte Juno viele Jahre der Erfahrung voraus und war ein sehr nachdenkliches Geschöpf. Über Junos Aufregung eine wahre Magierin getroffen zu haben, konnte die Junge Elfe nur schmunzeln, war es ihr doch zu gewöhnlich mit Magie umzugehen. So verging die Zeit schnell und schon bald waren sie am Schlachtfeld.

Vor dem Schlachtfeld:
Eilmana sah aus dem vergitterten Fenster und ihr Blick entgleiste ihr völlig. Ihre lilafarbenen Augen wurden immer heller, bis sie völlig weiß waren. Sie sah mit an, wie Brunhilde von dem Elf, der die selbe Augenfarbe wie sie hatte, umgebracht wurde. Das Blut floss über den Boden und vermischte sich mit der Erde. Sie sah Nevox wie er ihr zurief und floh. Sie verstand seine Worte und dennoch brach es ihr für den Moment das Herz, als er sie dort allein lies. Im Nächsten Augenblick sah sie, wie der Elf von Marga in den Eiskegel gestoßen wurde und starb. Doch als Marga vor der Türe ihres Gefängnisses stand, war es schon fast zu spät. Der Anblick des zu Boden fallenden Vogels, die tote Brunhilde und die Todesschreie die sie vernahm, ließen eine gewaltige Trauer und Wut in Eilmana aufkochen. Auch als Juno sie zur Seite stoß und die Scherbe ansah, zeigte Eilmana keinerlei Regung darüber. Bruchteile von Sekunden vergingen und Eilmana begann zu leuchten.
Sie stieß eine geballte Lichtkugel aus. Das Tor ihres Verlieses fiel nach vorne so das Marga dieses direkt auf dem Rücken fiel. Die Druckwelle die dieser Magiestoß ausströmte, war bei weitem nicht so stark, wie die letzten die Eilmana ausstieg, da ihre Kräfte noch nicht vollständige genesen waren. Dennoch war sie gewaltig genug um Gregor und Juno an die Wände ihres Gefängnisses zu drücken und blaue Flecken auf deren Haut zu hinterlassen. Die Lichtkugel war so hell das sie die Dunkelelfen, die gerade im Anmarsch waren blendete und dank der Druckwelle gingen ihnen auch die Pferde durch so das die meisten von ihren Reittieren abgeworfen wurden und sich im Matsch liegend die Augen zu hielten.
Eilmana hingegen sackte zusammen und viel der Länge nach aus dem Wagen. Sie knallte zuerst auf die Türe unter der Marga noch halb stand und rollte dann in den blutigen Matsch. Wenige Sekunden später kam sie aber schon wieder zu Bewusstsein und versuchte sich aufzurichten. Die Schmerzen ihres Körpers durch den Aufprall und die dröhnenden Kopfschmerzen machten ihr dies aber nicht besonders leicht.
Zuletzt geändert von Eilmana Silva am Sonntag 23. Dezember 2012, 14:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Freitag 21. Dezember 2012, 11:28

Auf dem Schlachtfeld

Tharan saß gerade auf seinem Pferd und schlug einen Waldelfen den Kopf von hinten ab, der gerade dabei war einen Warg mit seinen Pfeilen nieder zu strecken. Genau in den Moment wo eine Blutfontäne aus den Kopflosenkörper schoss, durchzog den Zwillingsbruder von Ralandir ein stechender schmerz. Die beiden waren seit ihrer Geburt unzertrennlich und sie wussten wenn es den anderen schlecht ging, auch ohne ihn zu sehen. Sie waren Körperlich und Seelisch miteinander Verbunden, so wie damals schon im Mutterleib. Irgendetwas stimmte nicht! Die Bogenschützen waren so gut wie ausgelöscht. Tharan rief vier andere Elfen zu sich und ritt mit ihnen wieder zurück zu den gefangenen Wagen, er hatte ein ungutes Gefühl.

Bei den Gefangenen

Juno und der alte Gregor wurden von der schieren Kraft von Eilmana einfach überrascht. Auch Naif und Wotan wurden von der Energie erfasst und klatschten gegen die Wand.
Für den Gnom war der Aufschlag einfach zu viel, er verlor das Bewusstsein und sackte in sich zusammen. Juno schlug genauso hart mit dem Hinterkopf gegen die Wand und sie konnte spüren dass sie dort bald eine große Beule bekommen würde. Zum Glück wie sie, schickte der schlag die Füchsin nicht zu Boden, wie eben gerade den Heiler.
Wotan war noch sichtlich verwirrt und schüttelte seinen kleinen Kopf, Naif krähte kläglich.
Seine ohnehin schon verletzen Flügel waren durch den Aufprall gebrochen worden. So schnell würde er nicht mehr fliegen können. Aber er war seine Freundin nicht böse, kannte er doch zu gut ihre Kraftausbrüche. Er blieb einfach dort liegen wo er hingeschleudert wurde. Helfen konnte er eh nicht mehr.
Die Lichtmagierin schoss es durch die aufgesprengte Tür, sie schlug kurz auf diese auf und rollte dann mit den Gesicht voran in den Schlamm.

Marga die sich mit der Axt in der Hand vor den Wagen befand, wurde direkt von dem Geschoss erfasst und ging zu Boden. Ihr Alibi war somit perfekt, auf die Reiter und Tharan die sie gerade erreicht hatten wirkte es als wollte sie die Gefangenen Bewachen. Das die Elfe im inneren solch eine Kraft hatte kam unvorbereitet auf die Dunkelelfen zu. Die vier anderen Reiter gingen durch das aufbäumen ihrer Pferde zu Boden. Diese Lichtkugel hatte diese sonst so verlässlichen Pferde erschreckt und sie gingen durch. Die Elfen vielen der reihe nach in den Dreck. Nur Tharan nicht, er bekam sein Pferd schnell wieder in den griff und saß fest im Sattel. Zuerst betrachtete er die gefangene Elfe die sich langsam wieder erhob. Dann Marga die von der Tür erschlagen wurde. Danach drifte sein Blick zu der Eiselfe und den zerstörten Körper von Ralandir. Der vereiste Kopf seines Zwillingsbruders blicke ihn anklagend an.

Jetzt passierte etwas mit ihm was auch Juno noch nicht kannte. Die Augen des Elfen die sonst schwarz wie Onyx waren verfärbten sich rot und in seinem ganzen Gesicht konnte man unbändige Wut und Hass erkennen.

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Er stieg von seinem Pferd ab und dieses suchte sofort das weite. Es konnte den Zorn seines Herren spüren und wollte einfach nur verschwinden.
Kleine Funken stiegen von seiner geschwärzten Rüstung auf. Die am Boden liegenden Dunkelelfen wussten auch gleich, dass die ganze Geschichte jetzt Brenzlig wurde. Sie zogen ihre verdunkelten Klingen und umzingelten die Tür unter der Marga lag. Nicht etwa um diese zu Töten nein sie wollten Eilmana wieder festnehmen. Nicht auszumalen was ihr Offizier Lukra mit ihnen anstellen würde sollten sie entkommen, sowie Juno und Gregor.

Mit eine Beiläufigen Handbewegung absorbierte Tharan sämtliches Feuer was hier ausgebrochen war. Die Flammen flogen förmlich zu ihm und verschwanden in seinen Körper. Von den Dunkelelfen ging eine Hitze aus die einen die Haare im Umkreis von fünf Metern versenkte. Jetzt erst erwachte Laiya und erhob sich aus ihrer sitzende Position. Sie wirkte wie der krasse Gegenpart von Tharan. Von ihr ging eine unglaubliche Kälte aus die einen das Blut in den Adern gefror. Jeder Schritt den sie in Richtung des Dunkelelfen machte sorgte dafür dass der Boden gefror. Der Feuermagier, daran war jetzt kein Zweifel mehr, Schlug mit einer Handbewegung einen Feuerring um den Wagen von Juno und Co.
Auch Marga und Eilmana sowie die vier Dunkelelfen waren von der Feuerwand eingesperrt worden. Die Hitze die hier herrschte war kaum zu ertragen.
Die Eismagierin konterte und machte eine ähnliche Handbewegung und die drei Meter hohen Flammen gefroren auf der Stelle. Das alles spielte sich so schnell ab das Marga, die Dunkelelfen, Eilmana, sowie Juno Gregor und die beiden Tieren gar keine Möglichkeit hatten zu fliehen.
Zwar war die Hitze jetzt weg, dafür war es eisig Kalt und keine der hier Anwesenden konnte das eisige Gefängnis weder zerstören, noch darüber hinweg klettern.

Verzerrt konnte man durch das Eis erkennen wie die beiden Magier aufeinander zu gingen. Jeder umgeben von seinem Element. Alles deutete darauf hin, dass hier gleich ein Kräftemessen auf Leben und Tot beginnen würde. Doch Eilmana vor allen, hatte gerade andere Sorgen. Die vier Dunkelelfen wirkten alles andere als Nett! Instinktiv ging die Lichtmagierin ein paar Schritte nach hinten und wurde von der Eiswand gestoppt. Zwei der Krieger schlossen zu ihr auf und befanden sich nur einige Schritte mit erhobenem Schwert von ihr entfernt.
Ein anderer machte sich gerade daran Marga unter der Tür zu befreien. Er war der Meinung sie gehörte zu den Orks und eine weitere Klinge konnte gegen die Elfin nicht schaden.

Der letzte von ihnen befand sich bei Juno und Gregor und passte auf das sie sich nicht in den Kampf mit einmischten und schön brav im Wagen sitzen blieben.

Bei Tharan und Laiya

Sie waren vielleicht noch 10 Schritte von einander entfernt. Als die Show begann.
Die Eiselfe begann den Tanz und schoss mit beiden Armen von sich gestreckt, mehrere Tausend Eisnadeln ab. Würde Tharan von ihnen getroffen werden, könnte er höchstens noch als Sieb herhalten. Er konterte die mächtige Attacke mit einen Rückwärtssalto und zog im überschlag einen Flammensäule in die Höhe, die ihn vor den kühlen Projektilen schützte.
Sich hinter seinen Feuerschild hörte er wie die Nadeln verdampften. Schnell bereitete er einen weiteren Zauber vor. Seine Hände begannen einen imaginären Schneeball zu formen. Zumindest wirkte es für einen kurzen Moment so, bis ein Feuerball in seiner Hand entstand.
Laiya war in der Zwischenzeit auch nicht untätig, sie murmelte ein paar Worte und rannte dann los und setzte zum Sprung an. Wie aus dem nichts formte sich eine Eisstraße auf die sie aufsprang und an der Feuersäule vorbei glitt. Als sie an dieser vorbei rutschte schoss sie einen Eisstrahl auf Tharan, diese warf zur Erwiderung seinen Feuerball entgegen. Dadurch wurde der Eisstrahl abgelenkt und traf die Flammensäule, die sofort erstarrte. Der Dunkelelf selbst brachte sich mit einem beherzten Sprung in Deckung. Die Eismagierin kam nun auch zum stehen. Auf ihren Gesicht bildete sich ein leichter Schweißfilm. Der Kampfkostete sie einiges an Kraft und ewig konnte sie diesen nicht aufrecht erhalten. Den Feuermagier erging es nicht anders, auch er spürte die Anstrengung die dieses Scharmützel auf sich zog. Beide Kontrahenten standen einige Meter von einander entfernt und blickten sich an. Jeder bereit sich vor den nächsten Angriff des jeweils anderen zu schützen.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Samstag 22. Dezember 2012, 16:04

Als die Halborkin zur Axt lief und sie aufhob, merkte sie erst, wie viele Stellen ihres Körpers verschrammt, verbrannt und von Frost erwischt worden waren. Dass die höllischen Schmerzen bis jetzt unterdrückt worden waren, lag an der Aufregung und den körperlichen Anstrengungen. Es war fast schon eine Erleichterung, mit der schweren Axt auf die Tür einzuhauen. Das ungewohnte Gewicht und der weitreichende Schwung fühlte sich irgendwie gut an und die Schmerzen zogen sich vorerst erneut zurück. Das hatte wohl irgendetwas mit dem orkischen Blut zu tun.

Die Hufgeräusche der nahenden Reitern wurden vom weichen Boden geschluckt, aber zum Glück nahm Marga aus den Augenwinkeln die Bewegungen wahr. Sie drehte sich um und als sie die dunklen Farben sah, wusste sie, dass es sich um Dunkelelfen aus dem anderen Konvoi handelte. Sie ließ die Axt sinken, denn wenn jemand erkannte, was sie tat, war sie dem Tode geweiht. Ihre Augen und Gedanken wirbelten wild umher. Laiya retten, die Gefangenen befreien, weglaufen, kämpfen? Sie wusste nicht weiter und konnte sich nicht konzentrieren.
Einer der Dunkelelfen kam ihr bekannt vor... Nein! Konnten Tote auferstehen? Sie hatte ihn doch vorhin getötet. „Geist.“, quiekte die Halborkin verängstigt. Der Dunkelelf würde seinen ersten Tod rächen.

Dann gab es einen Schlag und sie fand sich auf dem Boden wider, begraben unter dem Holz der Tür, welche sie gerade noch zerschlagen wollte. Der Käfig, den sie auf dem Kopf getragen hatte, ging dabei entzwei, wobei er wenigstens die Wucht minderte, die sonst Margas Kopf noch schlimmer erwischt hätte.
Sie wusste nicht mehr, wo oben und unten war, alles drehte sich um sie herum. Sie hörte Schritte, sie fühlte erst heiße, dann kalte Luft. Hitze und Kälte, von beiden hatte sie heute schon zu viel abbekommen. Sie schloss die Augen. Was passierte um sie herum? Sie wusste es nicht.

Erst etwas später kam das gräuliche Tageslicht zu ihr. Jemand hob das Holz hoch und Marga nutzte die Hilfe, um etwas unbeholfen hervorzukrabbeln. Sie blickte nach oben: Ihr Helfer war ein Dunkelelf. Er gab ihr die Hand und sie ergriff diese und ließ sich hochziehen. Es hatte doch etwas gutes, dass ihre orkische Herkunft so offensichtlich war. Denn man behandelte sie nicht wie eine Feindin, wie sie befürchtet hatte, sondern als Verbündete.
„Danke, Herr.“, sagte sie demütig. Sie ergriff die Axt vom Boden, aber das einzige, was sie damit machen konnte war, sich auf den Stiel zu stützen. Zu mehr reichte ihr Kraft nicht. Sie schaute sich die Lage an. Um sie herum war ein Kranz aus Eis. Er war zu dick, um ihm mit Waffengewalt zu zerschlagen und zu hoch, um darüber zu klettern. Vielleicht konnte man aber mit einer Räuberleiter jemanden auf die andere Seite helfen.
Durch das Eis sah sie ein magisches Duell gewaltigen Ausmaßes. Ihre Meisterin gegen den wiederauferstandenen, dunkelelfischen Feuerteufel. Sie konnte nicht eingreifen, das Eis war im Moment unüberwindbar. Sie fühlte sich schuldig und hilflos. Hätte sie den Dunkelelfen gründlicher umgebracht, wäre er dann vielleicht nicht wiedergekommen? Aber sie hatte Laiya heute schon zweimal das Leben gerettet. Mehr konnte sie nicht tun. Und überhaupt, sie fühlte sich ausgelaugt und kaputt. Insgesamt tummelten sich hier vier Dunkelelfen und zwei von ihnen drängten ein gefangenes Elfenmädchen in die Ecke. Vermutlich war sie für die kaputte Tür verantwortlich.
Gab es irgendeine Weise, wie sie ihr beistehen konnte? Marga bezweifelte es. Würde etwas Unrechtes geschehen? Es lag nicht in der Hand der Halborkin. Das einzige, was sie gerade zustande brachte, war, sich auf den Axtstiel zu stützen und erschöpft zu schnaufen. Sie warf einen Seitenblick in den Gefängniswagen. Ein ohnmächtiges Heinzelmännchen und ein Kind mit Fuchsohren. Als sie sich die dünnen Ärmchen des Mädchens ansah, bezweifelte, dass man sie fürs Holzhacken oder Bodenschrubben verschleppte. Marga befürchtete, dass das Kind für etwas anderes herhalten musste. Sie musste einen Weg finden, ihr das zu ersparen – auf die eine oder andere Weise. Aber im Augenblick fehlte ihr die Geistesschärfe und die Kraft, etwas zu unternehmen. Sie musste im Hintergrund bleiben und warten.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Samstag 22. Dezember 2012, 21:52

So viel Blut!
So viel Blut war geflossen und wie fiel mehr würde noch fließen?!
Purpurne Flüsse rannen durch das braun-graue aufgewühlte Erdreich auf dem Schauplatz und färbten ihn in Traurigkeit, Wut und Hass.

Im Eisring

Juno hatte noch nie so viel Leid, noch nie so viel Schmerz an einem Ort versammelt gesehen, so dass ihre Sinne sie versuchten zu schützen, sie in eine Art tranceähnlichen Zustand hinab führten, der die Bilder um sie herum weicher erscheinen ließ, ihnen jedoch nicht die Schrecken nahmen. Noch wenige Stunden zuvor war es ihre größte Aufregung gewesen eine echte Magierin kennen zu lernen und nun? Der Strudel der Gewalt hatte sie hinab in seinen dunklen Abgrund gerissen.
Eilmana traf es noch viel schlimmer. Ihre fliederfarbenen sanften Augen verhärteten sich, verloren zunehmend ihre Farbe, bis sie vollkommen weiß waren. Die schmerzerfüllten Schreie, das viele Blut der Freunde, das Gefühl von Verlust, das alles bündelte sich in ihr zu einer gewaltigen Magie-Entladung. Sie hatte keinen Einfluss auf die Gewalt die sich durch sie frei setzte und so kam es wie es kommen musste. Das was sich negativ auf die strukturellen Hüllen ihres Gefängnisses auswirkte, zerschmetterte nicht nur die Tür des Wagens, sondern auch die zu zarten Knochen des Vogels, brachte Blutergüsse und Ohnmacht. Sie selbst wurde aus dem Wagen geschleudert und fand sich als nächstes erst wieder klar aufblickend wieder zurecht, als sie andere Sorgen plagten. Die vier Dunkelelfen, mit denen sie in einem Ring aus Eis eingeschlossen war, wirkten alles andere als nett! Instinktiv ging die Lichtmagierin ein paar Schritte nach hinten und wurde von der Eiswand gestoppt. Zwei der Krieger schlossen zu ihr auf und befanden sich nur einige Schritte mit erhobenem Schwert von ihr entfernt.
Ein weiterer bewachte den Eingang des Gefängniswagens und behielt Juno und den bewusstlosen Heiler im Auge, damit sie keine Dummheiten machten, während ein weiterer der Halborkin unter der Tür heraus half. Betrachtete man die muskulös gebaute Frau, schien es fast, als wäre ihr Arm gewohnt eine Axt zu führen, als würde sie für den Kampf geboren worden zu sein. Das diese Arme eher den Ringkampf mit Mehlsäcken, als mit Menschen und das Führen der Axt mehr zum Holzspalten als für Schädel gewohnt waren, sah man ihr nicht an. Das Feuer der Orkbluts glühte in ihr und vertrieb die Schmerzen. Die einzigste Angst die dieses Blut in ihr kannte, war die Angst vor Geistern und eben einen solchen glaubte sie in leibhaftiger Form durch die Eiswand beobachten zu können. Geistesgegenwärtig der vier Dunkelelfen um sie herum verhielt sie sich demütig:
„Danke, Herr.“
Erst einmal war es besser abzuwarten. Die Herren um sie herum schauten genauso gebannt immer wieder zu dem Schauspiel hinter der Eiswand, wie alle anderen, auch wenn sie versuchten ihre Ablenkung so gering wie möglich zu offenbaren. Trotzdem zuckten ihre Augen in die Richtung des magischen Reißens, als Feuer und Eis aufeinander prallten. Auch diese Männer hatten ihre Anführer selten in solch einer starken Aktion gesehen, selbst wenn sie um ihre Mächte wussten und sie fürchteten. Einzig Marga bemerkte auf der abgewandten Seite des Treibens einen dunklen Schatten hinter der Eiswand und hörte ein leises Scharren und Schnaufen. Die verzerrten Umrisse zeigten einen flach am Boden geduckten .. Warg, oder einen sehr Kleinen der sich unter der Wand durch zu graben versuchte ... Ragna!!! Noch hatte sie sonst niemand entdeckt. Das treue Tier war zurück gekommen und hatte ihre Herrin gewittert und wenn die Barriere zu hoch war um drüber zu springen, zu dick um hindurch zu preschen, so gab es schließlich noch den Weg drunter durch! Es bräuchte nur Zeit …

Bei Tharan und Laiya

Laiya formte ihre Eisnadeln und ließ sie zielsicher auf das Spiegelbild all ihren Leides zufliegen. Dieser Mann hatte das gleiche Gesicht wie jener der ihren Mann getötet hatte! Die Flammensäule die ihn in seinem Ausweichen deckte ließ die sonst tödlichen Geschosse schmelzen und wie Sprühregen seine Haut benetzen, bevor sie vollkommen verdampften. Beide Magier gaben sich nichts! Während er zur Antwort zwischen seinen Händen einen Feuerball formte, flüsterte die Eiselfe die magischen Worte, die sie zu ihm bringen sollten. Sie rannte los und unter ihr glitt ein schimmernder kalter Weg aus dem Boden. Laiya sprang auf und glitt wie auf einer Welle reitend auf ihn zu. Sie hatte die Flammensäule schon fast umrundet als beide gleichzeitig ihre Attacke aufeinander abfeuerten. Beider Geschosse trafen in der Luft aufeinander. Die Macht des Eises wurde abgelenkt und traf die Flammensäule, die sofort erstarrte. Ein wundersames von innen leuchtendes Konstrukt entstand und das leise Knirschen in seinem Innern sprach von Urgewalten. Tharan war abermals ausgewichen und Schweiß stand auf seiner Stirn, Schweiß der durch die Hitze seines Körpers sofort verdampfte und jeder seiner Bewegungen Nebel-gleich folgte. Genauso erging es Laiya. Ihre Anstrengung war ebenfalls ihr in gleicher Form anzusehen, nur, dass ihr Schweiß zu feinsten Kristallen gefror und wie glitzernder Puderschnee hinter ihr her wehte. Der Kampf fand eine kurze Pause des Atemholens in der beide Kontrahenten sich tief in ihre vor Hass glühenden Augen sahen. Feuriges Rot traf auf klirrendes Weiß und der Raum zwischen den Magiern brannte! Der kurze Schlagabtausch der Mächte hatte ihnen schon gezeigt, dass keiner von beiden hier unterlegen war. Was der Dunkelelf an Gewandtheit und körperlichem Geschick noch zusätzlich mit in den Kampf brachte, glich Laiya durch Schnelligkeit und Zielsicherheit aus. Auch wenn sie die kleinere, zierlichere Person war, so hatte ihre Magie einen enormen Vorteil gegen das Feuer ihres Gegners. Eis hatte Substanz und blieb bestehen wo Feuer ohne Nahrung einfach verging. Der Regen half ihr noch zusätzlich. Wäre sie in einer trockenen Ebene mit brennbaren Gräsern, wäre sie eher davon gelaufen, als sich mit einem Feuermagier anzulegen! Das magische Feuer ihres Gegners war jedoch auch allein durch seine Geistesstärke machtvoll und sie würde ihn nicht unterschätzen! Punktuell konnte er viel mehr Schaden als sie anrichten, deshalb huschte ein Plan durch ihre Gedanken. Sie musste seine Kräfte streuen. Sie musste ihn dazu zwingen sich zu verausgaben. Ein kurzer Blick gen Himmel, aus dem es unerschöpflichen Nachschub ihres Teilelementes regnete und ihre Finger spreizten sich unmerklich. Mit jedem kleinen Tropfen kristallisierte sie mehr und verwandelte sich mehr und mehr in eine Statur aus Eis, doch auch überall um sie herum, formten sich insgesamt 10 identische Staturen im Gestöber aus Eis, Regen und Schnee. Tharan war seinerseits jedoch auch nicht untätig und die Finger seine Hände zuckten hinter seinem Rücken. Gleich zwei Feuerbälle gewannen von Sekunde zu Sekunde mehr Kraft und das was am Anfang noch rot glühte wandelte sich schnell in grelles, heiß rotierendes, brennendes, blaues Feuer. Im Gestöber wurde es schwerer sein, sein Ziel auszumachen, deshalb ging er langsam auf den Säulenwald der 11 Staturen zu und behielt jede im Auge. Nur der Wind und das Rauschen der Elemente war noch zu hören, wie es wie verhüllende Schleier durch die Reihen wehte und die Wahrheit verbarg. Die dünne Schneeschicht unter seinen Stiefeln begann zu knirschen um so mehr er sich näherte, was ihn ärgerte. Er sah sich in der Position, belauert zu werden und überall war das Gesicht des Feindes. Reglos, kalt und emotionslos blickten ihn die Eiselfen an, während er zwischen ihnen umher schritt, auf der Suche nach einem verräterischen Zeichen. Er war gerissen und klug genug um ihren Plan zu durchschauen und seine Kräfte nicht sinnlos zu verschleudern. Sie waren beide Meister ihrer Magie, aber auch ihre Kräfte hatten Grenzen. Es galt gut zu taktieren und zu haushalten, doch er brannte darauf seine Macht in einen dieser Leiber fahren zu lassen und ihn gleich einem kristallinen Kelch die Seele zerspringen zu lassen und darauf spekulierte auch Laiya. Sie war kalt und geduldig und genoss es ihn vor sich, neben sich, hinter sich zu wissen. Ihre weißen Augen folgten ihm und sie drehte sich lautlos hinter ihm um. Er machte noch einen Schritt und sie entließ eine der Staturen aus ihrem Bann, was ein Knirschen zur Folge hatte und die Gestalt ihre Form verlor, was aus der Ferne und in dem Gestöber einer Bewegung glich. Tharan reagierte sofort und sein Feuerball ließ die Form im Schneenebel explodieren. Das Krachen war weithin zu hören und glich einem Schrei, als sich die Hitze durch das Eis fraß und es in millionen kleine Teile zerriss. Für die Beobachter im Kreis des Eises konnte es so aussehen, als ob dort dort eine der Figuren starb, oder eben auch die Magierin. Hinter Tharan machte Laiya einen Schritt auf ihren Feind zu und hob langsam ihre zarte weiße Hand von der der Schnee rieselte, gleich tausend kleiner Diamanten. Sie brauchte ihn nur einmal zu berühren! Ihre Finger streckten sich, der Ellenbogen drückte sich durch. Ihre Schulter hob sich ein Stück und ihre gefrorene Kleidung gab ein leises Knirschen von sich.
Tharan wirbelte herum.
Seine Hand drückte sich in ihren Bauch und für einen winzigen Moment sah man die Überraschung in ihren Augen. Dann explodierte das Feuer an ihrem Körper und ihre eisige Berührung streifte seine Wange, bevor beide von der Wucht zurück geworfen wurden, die die Entladungen mit sich brachten. Aus beiden Zauberern wich die Magie und ihre Konzentration. Tharan wurde fast bis zur Grenze des Eiskreises zurück geschleudert und Laiya kam noch deutlich weiter hinten zum liegen und hielt sich den Bauch. Ein roter Blutfaden lief ihr aus dem Mundwinkel und sie spuckte einmal hustend kräftig Blut in den Schnee, der sie umgab.
Ich kann nicht mehr. Marga, es tut mir leid. Pass auf dich auf!
Die Eiselfe wusste, dass sie den Kampf nicht mehr gewinnen konnte. Sie war schwer verletzt und zog einen letzten Funken Magie aus dem nassen Boden.
Als sie sich aufrichtete und sich den Leib haltend abwandte, lag an ihrer Stelle eine perfekte Kopie ihres Körpers, mit Blut auf den Lippen, sich den Bauch haltend und erstarrt zu Eis. Die Eiselfe hatte keine Kraft mehr für einen einzigen Zauber, sie war geschlagen und das wusste sie. Rückzug war das einigst Intelligente was sie jetzt noch tun konnte. Vielleicht konnte sie eine Weile ruhen, vielleicht genesen und später ihrer Schülerin folgen, aber verletzt wie sie jetzt war, würden die Dunkelelfen mit ihr ein leichtes Spiel haben und bei allem was sie über diese wusste, würde sie lieber einsam unter einem Baum sterben, als sich in ihre Hände zu begeben.
Wie konnte ich nur diesem Plan zustimmen? Das war von vornherein reinster Wahnsinn! Was für eine hirnverbrannte Idee, sich einem Ork-Konvoi anzuschließen! Was hab ich nur getan? Belenus … verzeih mir! Belenus, Liebster … !
Laiya tat das Einzige was ihr jetzt noch blieb. Sie lief so schnell ihre Füße sie noch trugen und als es leiser hinter ihr wurde ließ sie sich in einen Graben fallen. In der Weite der stillen Ebene würde man sie auch noch auf große Entfernung sehen, wenn sie über freies Gelände lief, selbst im Regen, also nutzte sie die Deckung eines flachen Wassergrabens. All ihre Magie hatte sie zurück gelassen, so dass es aussehen musste, dass sie dort hinten gestorben wäre, genauso wie ihr Mann zuvor es in ihren Armen getan hatte. Tränen liefen ihr über die Wangen, als sie sich in den Schlamm der natürlichen Rinne drückte und nur noch die Nase aus dem dreckigen Wasser schauen ließ.

Beim Eisring

Der Kampf außerhalb des kalten Gefängnisses nahm sein jähes Ende mit dem Schrei des Eises.
Tharan rappelte sich langsam auf und berührte seine gefrorene Wange. Ein Splitter löste sich und verwundert starrte er auf den kleinen Teil seines Gesichts. Es spürte keinen Schmerz, doch der würde kommen. Bald würde er den Heiler brauchen und … jemanden zum abreagieren! Vor ihm standen immernoch neun Eisskulpturen die kalt in seine Richtung blickten, doch ihre Magie hatten sie verloren und begannen schon zu bröckeln, was nur eins heißen konnte! Siegessicher wollte er laut auflachen, doch befürchtete er dann noch mehr Teile seines Gesichts zu verlieren. Auch der Eisring wirkte nicht mehr ganz so hart wie zuvor, aber es würde dauern ihn zu zerhacken. Auch er war erschöpft, doch einen kleinen Zauber konnte er vielleicht noch erübrigen um seine Gefolgsmänner zu befreien, doch er dachte nicht an sie. Er wollte nur in die toten Augen der Elfe sehen die seinen Bruder ermordet hatte! Er wollte sicher sein, dass sie gelitten hatte! Er schritt fort durch die Skulpturengruppe, riss mal hier einen Arm ab, schlug da einen Kopf vom Rumpf und lachte kalt und unbewegt. Er folgte dem Weg aus Eis und Schnee, der langsam schmolz und die Spuren des Wirkens der Eiselfe verwischte.

Im Eisring

Marga wusste um das Wargweibchen, dass versuchte einen Fluchttunnel zu graben, stützte sich aber angeschlagen auf den Schaft der Axt. Der Kampflärm drang noch immer zu ihnen herüber, so dass das Scharren nicht viel auffallen sollte. Sie wurde am wenigsten beachtet. Eilmana sah sich zwei Dunkelelfenklingen gegenüber in eine Ecke gedrängt und Juno zusammen mit dem bewusstlosen Heiler in den geborstenen Überresten des Wagens bewacht von einem weiteren Dunkelelfen der Gesellschaft von dem bekam, der der Halborkin geholfen hatte. Alle hatten das verzerrte Schauspiel durch die Eiswand verfolgen können.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Juno » Montag 31. Dezember 2012, 17:27

Noch immer von den Visionen aus der mit Magie behafteten Scherbe gebannt. Verlor sich Junos Blick einige Zeit in dem kleinen Konstrukt aus Glas.
Was wollte ihr diese Vision mitteilen? Wer war diese unbekannte blonde Frau auf dem Schiff welche sie erblickte? War dies alles nur ein Sinnbild ihres Verstandes.. oder nicht?
Was sollte sie nun tun?
Bevor sich die junge Waldbewohnerin weiter ihrer Gedanken und Eindrücke bewusst werden konnte. Verspürte sie ein seltsames instinktives Gefühl. Welches aus ihren Augenwinkeln erste Formen annahm und sie in die abscheuliche Relatität ihres Lebens zurückholte. Sie wandte ihren Blick von dem Objekt in ihrer Hand ab und sah zu Eilmana hinüber. So wie diese sich verhielt schien etwas nicht mit rechten Dingen vor sich zu gehen. So begann Juno gerade sich mit sanften Schritten ihrer neuen Freundin zu nähern um sich nach dessen Wohlergehen zu erkundigen. Als sie einen Augenblick später erst von einem gleißend Hellen Licht geblendet wurde welches von der blonden Elfe ausging. Und dann von einer unsichtbaren Druckwelle hart gegen die gegenüberliegenden Wand gepresst wurde. Wobei sie sich hart den Kopf am Holz anstieß. Ein kurzes benebeltes Gefühl der Verwirrung lähmte für kurze Zeit all ihre Sinne. Erst als diese nach und nach wieder aufkeimten und sich das junge Mädchen schüttelte nahm sie das ganze Ausmaß der Welle Wahr. Diese Hatte den Gefangenen nicht nur einen Weg in die Freiheit geebnet, sondern zusätzlich einen Großteil des Gefährts in seine Einzelteile zerrissen. So das Juno nun freie Sicht auf das hatte was um sie herum geschah. Ihre Augen blickten sich um,versuchten sich einen Eindruck der Szenarien zu machen und zugleich Eilmana zu finden. Diese lag in mitten des Ringes welcher im ersten Moment aus einem unerträglich hitzigen Flammeninferno bestand. Und dann von klarem kalten Eis zu einer massiven Ringform gefror. Dann erblickte Juno die Neuankömmlinge der dunklen Horde, welche sogleich begannen der aus dem Ruder gelaufenen Situation Herr zu werden, und die Gefangenen von einer Flucht abzuhalten. Juno blickte jeder der Dunkelelfen an, bevor sie sich erstmal davon überzeugte das es Gregor Wotan und Naif gut ging. Den schwarzen Kolkraben hatte es neben Gregor am schlimmsten erwischt, wurde aber sofort sichtlich von Wotan beschützt und gepflegt. Dann erhob sich Juno wieder und machte ihrerseits Anstalten sich zu Eilmana zu begeben, als sie von einem der Dunkelelfen zurückgedrängt und mit strafenden Blick bei Unsinnigkeiten in ihrem Handel aufgehalten wurde.Abermals schweifte Junos Blick über die einzelnen teilhabenden Fraktionen aus Verbündeten, Schurken und Freunden. Dabei hielt die Hybridin die Scherbe welche ihrer einen Blick in eine mögliche schicksalhafte Zukunft geboten hatte in ihrer Hand. Sie war innerlich hin und hergerissen und der Schlag gegen ihren Kopf tat sein übriges. Der Weg für ihre Freiheit tat sich vor ihren Augen auf wurde aber durch ihre Peinigenden erbarmungslosen Wärter versperrt. Sie musste irgendetwas tun, sie durfte sich diese Chance nicht entgehen lassen. Doch was sollte sie tun, sie hatte doch keinerlei Ahnung davon wie man sich zur Wehr setzte. Ihr Kopf pochte und es schien als würde sich mit jedem Augenblick ihr Bewusstsein verabschieden.Ihre Blick schwankte und begann zu verschwimmen. Sie schaute zu Eilmana und Gregor sowie zu Wotan und Naif hinüber. Dachte an ihr vergangenes Leben und die Freiheit welche sie sich so sehr erfreute. Dann blitzen Bilder der bestialisch mordenden Dunkelelfen auf und führten dazu, das sich ein unkontrollierbarer Wille nach Freiheit im Körper des Mädchens ausbreitete. Ihr Griff festigte sich um den Splitter aus Glas welcher wie ein kleiner Dolch in ihrer Hand lag. Er war so fest das sich die scharfen Kanten in ihr seidig zartes Fleisch schnitt. Und ihr Lebenssaft in kleinen roten Bahnen zu Boden tropfte. Das Gefühl das sich stetig mehr ihrer Sinne bemächtigte. Wurde so stark das dass junge Mädchen ohne über weitere Folgen ihres Handelns nachzudenken. In einem Anflug aus Verzweifelt panischem Wahn und dem Wunsch nach Freiheit lautstark schreiend auf den Rücken des sich ihr am nähesten befindlichen Dunkelelfen sprang, um diesen mit ihrer Scherbe zu überwältigen. Dabei krallte sie sich klammernd mit all ihrer Kraft an dem dunklen Diener fest.
Zuletzt geändert von Juno am Donnerstag 3. Januar 2013, 20:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Dienstag 1. Januar 2013, 18:43

Als Eilmana wieder langsam zu sich kam und sich aufrichtete sah sie wie die Dunkelelfen auf sie zumarschierten. Noch bevor sie reagieren konnte begann der Kampf zwischen Feuer und Eis und sie erschrak sichtlich als sich ein Ring aus Feuer um sie bildete. Doch genauso schnell wie dieser entstand veränderte er sich zu einem massiven Ring aus Eis der schier unüberwindbar schien. Die Dunkelelfen drängende Eilmana immer mehr zurück bis sie an die Wand aus Eis stieß und die Dunkelelfen mit geschockten Blick ansah. Die Gedanken sprudelten in ihr über und sie rang nach einem Ausweg. Es musste doch einen geben, eine Möglichkeit dieser verfluchten Situation zu entfliehen?. Ihr war klar dass die Dunkelelfen sie jetzt nicht töten würden aber wenn sie etwas Falsches tat konnte sie sich selbst dessen nicht sicher sein. Was blieb ihr also für eine Lösung?

Sie vernahm das scharren des Wargs der sich unterdessen versuchte ein Loch unter dem Eis zu graben, ebenso war ihr der Kampf nicht entgangen, genau so wenig wie die Tatsache das die Dunkelelfen diesen Kampf mit kurzen Blicken verfolgten. In den Sekunden wo die Dunkelelfen den Kampf zusahen sah sie die Halborkin an. Eilmanas Lilafarbene Augen funkelten und als ihr Blick den Margas traf war klar das Eilmana wusste das diese Person ihnen gut gesonnen war, dennoch sah auch Eilmana das Marga nicht mehr viel Kraft ihr eigen nannte. Die Dunkelelfen blickten immer wieder zu Eilmana aber die Situation in diesem Ring aus Eis schien ebenso eingefroren wie der Matsch unter ihren Füßen. Wieder in einem unbeobachteten Augenblick nickte sie Marga zu und lächelte kurz. Eilmana wusste zwar noch nicht was geschehen würde aber aus irgendeinem Grund hatte sie ein gutes Gefühl und Eilmanas Gefühle waren in der Regel nicht unbegründet.
Sie Musste an Nevox denken und war sich sicher das dieser fliehen konnte.

Der Kampf der beiden Magier ging unaufhörlich weiter und Eilmana spürte die Kraft der Eismagie in der Luft. Sie hatte schon einmal einen Eismagier angetroffen in ihrer Heimat. Sie war von der unglaublichen Kraft die diese Magie besaß, fasziniert. Ebenso konnte sie erahnen das die wetterumstände zu Gunsten der Eismagierin lagen. Dank der vorangegangenen Geschehnisse wusste Eilmana das diese Eiselfe nicht zu den Dunkelelfen gehörte und somit konnte dessen Sieg nur zu Ihren Gunsten sein.
Was Eilmana in diesem Moment allerdings noch mehr Kopfzerbrechen verursachte war ihre Überreaktion. Anders als bei den letzten malen war ihre Bewusstlosigkeit nur sehr Kurz und nach und nach kamen ihr Bruchstücke der Situation in den Sinn. Sie Verstand nicht ganz was geschehen war und noch weniger erschloss sich ihr die Antwort darauf weswegen eine Solche Kraft in ihr inne wohnte. All die lehren die sie bei ihrem Meister lernte vielen ihr sichtlich schwer und sie musste sich für jede Magische Übung verdammt ansträngen. Woher nahm sie also diese Kraft? Dabei kam ihr eine Situation von damals in den Sinn. Sie wandte damals einen Heilzauber bei einem Verletzten Tier an. Ihr Meister gebot ihr Anschließend zu Ruhen um die Kräfte zu regenerieren. Doch sie entgegnete ihm keine Ruhe zu brauchen da sie sich völlig bei Kräften fühle. Ihr Meister sah sie nur kurzweilig erstaund an und fuhr fort mit dem Unterricht. Doch warum war er damals so verwundert?. Sollte sie mehr Kraft haben als sie eigentlich nutzt?.
Die Gedanken verwirrten sie zunehmend und sie schüttelte den Kopf. Innerlich überkam sie eine große Sorge um ihre Gefährten. Hoffentlich war ihnen nichts zugestoßen als diese Flut an Magie sie überkam. Doch aus all diesen Gedanken wurde sie schnell rausgerissen als Juno mit völlig wahnsinnigem Blick und der Scherbe in der Hand den Dunkelelf atakierte der vor dem Wagen stand. Eilmana traute ihren Augen nicht als sie den Wahnsinn in Junos Augen sah und war völlig geschockt....
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Mittwoch 9. Januar 2013, 10:05

Im Eisring

Das Tharan gewonnen hatte blieb den Dunkelelfen verborgen. Sie gingen aber eh davon aus dass er Siegte. Dieses Volk war nun einmal arrogant, das würde sich nie ändern.
Die Lichtmagierin gehorchte artig und blieb an der Eiswand stehen. Der Dunkelelf der sich in der nähe von Marga befand, blickte die Frau skeptisch an, als er das Geräusch von grabenden Pfoten hörte. Er sprach sie sofort an. „Sag deinen Warg er soll schneller graben!“
Zu dumm nur das Marga die Sprache ihrer Verwandten noch nicht verstand. Der Dunkelelf blickte die Ork-Menschfrau wütend an, als sie seinen Befehl nicht ausführte. Er wollte gerade etwas erwidern als Juno, wie es schien den Verstand verlor.
Was dachte sie sich denn? Sie waren gefangen in einen Eisring, außerhalb des Ringes befand sich ein Feuermagier und dutzende von Dunkelelfen sowie Orks Die Chance dass sie entkamen war mehr als gering! Trotzdem griff sie den Elf direkt vor ihr an und klammerte sich fest an ihn. Zuerst war dieser von der Attacke etwas überrumpelt. Diese Schnepfe prügel ich grün und blau. Dachte er sich noch, kurz bevor er sah wie sie mit einer Glasscherbe auf ihn einschlagen wollte. Woher sie diese auf einmal hatte war ihn unklar. Schließlich gab es hier nirgends Glasfenster oder Spiegel. Doch die Zeit weiter darüber nachzudenken hatte er nicht mehr. Die Scherbe war schon auf halben weg zu seiner Kehle.
Mit seiner Hand ergriff er das Handgelenk von der Hybridin gerade rechtzeitig, bevor sie ihn ernsthaft verletzte. Doch der kleine Wirbelwind gab noch nicht auf und schlug mit der anderen freien Hand auf den Elfen ein. Dieser begann sich zu schütteln und versuchte sie so abzuwerfen. Der dunkle Krieger an Margas Seite schüttelte nur mit dem Kopf und ging auf das neue Tanzpaar zu. Juno war wie ihn Wahn und schlug auf ihren Peiniger weiter ein. Was war nur in ihren Kopf gefahren. Ihr ganzes Leben lang hatte sie niemanden Gewalt angetan, geschweige denn daran gedacht. Ihre Eltern hatte sie zwar vor den Menschen gewarnt aber nicht vor diesen dunklen Schrecken. Der Dunkelelf mit Juno auf den Rücken drehte sich noch einige male um die eigene Achse, bis er endlich Hilfe bekam. Der Elf der noch vor einigen Sekunden bei Marga stand hatte sich den Beiden genährt. Mit seiner gepanzerten hand packte er ihren Schwanz und zog so heftig daran das sie vor lauter schmerz Schrie und von den Elf abließ. Dabei wurde sie hart zu Boden geschmettert, der Schlamm spritzte in die Höhe und das junge Mädchen war verdreckt wie ein Wildschwein. Gleich darauf folgte ein tritt auf Rippenhöhe, der sie vor Schmerzen zusammen zucken lies. Schuhe mit Stahlspitze bekam man nur ungern in die Rippen gerammt. Der fiese Treter war natürlich derjenige der von ihr fast mit einer Glasscherbe erstochen worden war. Noch einmal würde er sie nicht unterschätzen, er zog sein Schwert und richtete es auf ihre Kehle.
Die Tapfere Juno hielt noch immer die Glasscherbe fest in ihren Hände und das Blut lief eifrig an der Scherbe hinab.
„Lass die Scherbe los oder ich schwöre dir, ich schlag dich halbtot du Missgeburt!“
Die beiden Männer um Eilmana waren kurz von dem Gefecht abgelenkt und vergaßen Komplett das sie eigentlich die Lichtmagierin wieder Fesseln wollten. Zu ihrem Glück war diese aber auch von Junos Tat verwundert und versuchte nicht abzuhauen.
Aber wohin sollte sie auch rennen, noch gab es kein Entkommen aus dem Eisring und außerhalb ihres eisigen Gefängnisses sah es auch nicht besser für die unverwechselbare Gruppe aus.
Der eine der zwei Krieger nahm ein Seil zur Hand, es war klar wozu dieses dienen sollte, der Andere ging mit gezogenen Schwert weiter auf Eilmana zu.
„ Auf die Knie mit dir!“ Lies er sie wissen und kam immer näher.
Marga war im Moment die einzige mit guten Karten und dabei war ihr Blatt auch nicht das Beste. Wenn sie glück hatte war Ragna mit den Tunnel fertig bevor sie wieder ins Interesse eines Dunkelelfen rutschte.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Freitag 11. Januar 2013, 08:56

Der Atem der Halborkin ging auch weiterhin schwer. Auf den Axtstiel gestützt, versuchte sie zu verschnaufen. Sie erblickte ihre Wargin, die sich unter dem Eis durchzubuddeln versuchte. Wenigstens ein Lichtblick. Ragna hatte überlebt.... Hatte Ragna da nicht Blut auf der Schnauze? Ja, aber so wie es aussah, nicht ihr eigenes. Dann war ja gut. Aber es würde noch etwas dauern, bis sie durch kam.

Marga lief einige Schritte, wobei sie die Waffe hinter sich auf dem Boden her schleifen ließ. Sie ging nicht etwa zu den Gefangenen, sondern zum Rand des Eiskreises. Durch den milchigen Schleier beobachtete sie das Gefecht der Magier. Es war klar, wessen Daumen die Halborkin drückte, aber sie durfte es sich nicht anmerken lassen. Mit zusammengepressten Lippen und großen Augen blickte sie auf das Geschehen: Die gewaltigen Angriffe kamen zuerst, dann die List der Eiselfe mit den Statuen – Marga konnte von ihrer Position zwar nicht sehen, wie detailgetreu sie waren, aber es reichte, um den Dunkelelfen in die Irre zu führen.
Und als sie erkannte, wie sich ihre Meisterin von hinten an ihn heranschlich, jubelte sie schon im Inneren: Die Halborkin hatte ihn ja ebenso von hinten überrascht. Es blieb nur zu hoffen, dass das Monster beim zweiten Mal tot blieb.
Aber es kam leider alles anders. Es gab eine Feuersbrunst und Laiya lag danach am Boden. Marga stockte der Atem. Das konnte nicht sein. Nein, nicht ihre Meisterin, das konnte nicht sein. Die Halborkin schaute weiter dorthin. Durch das Eis war die Sicht verschwommen und unklar und selbst der Dunkelelf wurde von Laiyas letzten Zauber getäuscht, Marga erging es da nicht anderes. Sie schluckte bitter, aber sie musste jetzt stark sein und sich keine Trauer anmerken lassen. Jetzt hieß es: Mit den Wölfen heulen! Und keinen Zweifel an ihrer Loyalität lassen.

„Der Feuermann hat gewonnen. Unser Feuermann.“, erklärte sie den Dunkelelfen. Sie hörte einen Befehl in Orksprache, aber sie verstand kein Wort. Wohl aber sah sie, dass er dabei auf Ragna deutete. „Ja, das sein mein Warg. Sie uns hier rausholen“, antwortete sie auf Celcianisch. Im Moment rührte der Feuermagier keinen Finger, um seine Gefährten zu befreien. Dabei hätte er mit etwas Feuer blitzschnell einen Durchgang schmelzen können.

Marga war ebenso von Junos spontanen Angriff überrascht, wie der Dunkelelf, den sie erwischte. Und es machte sie beinahe genauso wütend. Was dachte sich das Gör dabei? Hier waren vier bewaffnete Dunkelelfen und draußen ein todbringender dunkelelfischer Magier. Es gab keine Möglichkeit zu entkommen. Dann sah sie das Blut an ihren Händen und ihren Fuchsschweif, den sie vorher nicht gesehen hatte und der jetzt aufrecht und aufgebauscht stand, als sie am Rücken des Dunkelelfen hing. „Die hat doch nicht die Tollwut?“, wunderte die Halborkin sich. Offensichtlich nicht, aber trotzdem war das Mädchen außer sich. Es dauerte aber nur einige Augenblicke, bis Juno unsanft am Schwanz gezogen wurde. Sie landete am Boden und bekam einen kräftigen Tritt in die Rippen.
Marga befürchtete das Schlimmste, als man der Fuchshybridin ein Schwert vor die Nase hielt. Sie fühlte das Verlangen, einzugreifen, aber sie musste es schlau machen. Und die Halborkin hatte sogleich eine Idee. Es war ihr egal, ob das Mädchen ihr später dafür verzeihen würde.
Sie ließ die Axt liegen und mit der wenigen zurückgewonnenen Kraft drängte sie sich an den beiden Dunkelelfen vorbei: „Mich werden ihr Manieren beibringen!“
Ohne auf irgendwelche Einwände zu achten, griff sie in Junos Locken, riss ihren Kopf hoch und verpasste ihr zwei ordentliche Backpfeifen, auf jede Wange eine. Dann nahm sie ihr die Scherbe weg, warf sie auf den Boden und trat darauf – vielleicht ging das Ding dabei kaputt, vielleicht auch nicht. „So! Du jetzt um Verzeihung bitten den Soldaten, den du angreifen. Du flehen! Und wenn er wollen, dass du küsst seine Stiefel, du das tun, verstanden?“

Die ehemalige Schülerin wusste, dass das zu grob war, aber es war eine Möglichkeit, dem fuchsteufelswilden Mädchen etwas Vernunft einzubläuen und außerdem war das allemal besser als die Klingen oder Tritte der Dunkelelfen. Denn ein paar Ohrfeigen brannten vielleicht eine Stunde oder zwei, aber gebrochenes Knochen waren eine ernste Sache. Ebenso sollten die Ohrfeigen den Dunkelelfen zeigen, dass es nur ein dummes Kind war, an dem es sich zu vergreifen nicht lohnte.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Sonntag 13. Januar 2013, 11:45

Marga und Eilmana hatten diesen kurzen Moment, in dem sie sich in die Augen gesehen hatten und wussten, dass sie auf der gleichen Seite standen. Die Elfe hatte gesehen, dass die Halborkin nicht nur böse war, wenn gleich sie äußerlich schon recht grob und massig wirkte. Draußen vor dem Eisring wurde ein mächtiger Schlagabtausch beendet und als einfühlsames Wesen, konnte sie vielleicht doch eine Spur echter Trauer in den Zügen Margas erahnen, die den Tod der Eiselfe miterleben musste, ohne eingreifen zu können. Wie die beiden zueinander standen war nicht klar, aber das da etwas gewesen sein musste, konnte sie von ihrer Position im Profil der Frau erkennen. Eilmana stand mit dem Rücken an das Eis gepresst, als der Kampf hinter ihr ein jähes Ende fand und brauchte nur zur Seite zu blicken. Die beiden Dunkelelfen die sie in Schach hielten, waren hoch erfreut über den Ausgang, was das dreckige Grinsen auf ihren Gesichtern nur noch deutlich unterstrich. Zum Glück fing sich die Halborkin und konnte sogar ihre Rolle noch mit einem:
„Der Feuermann hat gewonnen. Unser Feuermann.“
noch untermauern. Die Dunkelelfen beachteten sie kaum, was auch gut so war, denn jedes emphatische Wesen hätte Margas schauspielerisches Talent sofort in Frage gestellt. Das Kratzen am Eisring wurde bemerkt und der folgende orkische Befehl klang grob und stumpf in ihren Ohren, als der eine Dunkelelf Marga auf das Tier hinter der Eiswand aufmerksam machte. Wieder musste Marga improvisieren, aber zeigte keine Unsicherheit und so wandte sich die Aufmerksamkeit wieder von ihr und ihrem grabenden Warg ab.
Dann brach plötzlich Chaos los und Eilmana und Marga, sowie drei schwer Bewaffnete konnten sehen, wie die Fuchshybridin einen der Dunkelelfen angriff. Juno hatte das Leid um sich herum vielleicht einfach nicht mehr ertragen können, vielleicht war es auch Wahnsinn, vielleicht Tollwut, auf jeden Fall war es hoffnungslos! Der Griff an ihren Schwanz, der Ruck daran, ging ihr durch die ganze Wirbelsäule und raste hinauf bis in den Kopf. Die feinsten Strukturen ihrer Nerven wurden gezerrt und es fühlte sich für sie an, als würde man ihr Gehirn durch eine viel zu kleine Öffnung aus ihrem Rückrad ziehen wollen. Der Matsch in dem sie landete, federte den Sturz gut ab, doch die verstärkte Stiefelspitze des wütenden Dunkelelfen krachte heftig in ihre Seite.
Auch wenn der Ruck am Schwanz ihr leichte Übelkeit bereitet hatte, so war der Triff nachhaltig gesehen deutlich schlimmer. Das Knirschen ihrer Rippen, die feinen Risse die durch ihre feinen Knochen gingen, raubten ihr den Atem. Von der Schwertspitze an ihrer Kehle sah sie nur tanzende Reflexionen, doch Marga wusste um die Bösartigkeit des dunklen Volkes. Einen von ihnen anzugreifen hatte stets schreckliche Folgen und der Tod, so ahnte sie, wäre in manchen Fällen noch eine der barmherzigen Varianten. Sie musste das, was ihr gerade durch den Kopf ging, unbedingt dem Mädchen ersparen. Sie drängte sich an den beiden Dunkelelfen vorbei. Abermals setzte sie auf ihre graue Rolle zwischen den Reihen der Feinde und zerrte das Mädchen an den Haaren hoch. Zwei Ohrfeigen verletzten vielleicht ihren Stolz, sofern sie diese im Rausch der Schmerzen überhaupt mitbekam, retteten ihr aber das Leben. Die Scherbe wurde aus ihrer Hand befreit und landete auf dem Boden. Eilmana sah den Ausdruck des Dunkelelfen, der eben jenes glitzernde Ding sicher wohl nur zu gerne ihn den Hals der Füchsin gerammt hätte, doch es kam nicht dazu. Die Scherbe unter Margas Fuß knirschte leise, als sie darauf trat, aber der weiche Schlamm gab nach und ließ sie nicht brechen. Verzerrt drangen die Worte der Halborkin an Junos feine Ohren:
„So! Du jetzt um Verzeihung bitten den Soldaten, den du angreifen. Du flehen! Und wenn er wollen, dass du küsst seine Stiefel, du das tun, verstanden?“
Marga brauchte nur über ihre Schulter zu dem Angegriffenen spähen, um zweifelsfrei zu erkennen, das ihr Vorschlag akzeptiert worden war. Die Oberlippe des Kriegers zuckte verächtlich und seine Hände hatten sich noch nicht entspannt. Immer noch hatte er die geschwärzte Klinge in der Hand und zeigte nun damit auf seine schlammige Stiefelspitze. Bevor jedoch jemand reagieren konnte, krachte etwas mit solcher Wucht gegen die Eiswand, dass sogar die Krieger erschrocken zusammen zuckten. Alle Blicke richteten sich auf den gewaltigen Umriss eines Orks der mit seiner Axt eben ein zweites Mal ausholte um den Ring zu sprengen. Noch einmal erklang das fürchterliche Geräusch und eine grollende Stimme rief gegen Regen und Wind und Kampfesslärm an:
„MARGA! DU DA DRINN? MARGA?“
Die Gerufene erkannte sofort die Stimme. Orok! Ein zweiter großer Umriss näherte sich und Ranathor der Warg von Orok bekam einen scharfen Befehl auf Krz'ner:
„GRAB!“
Knurrende und Schnaufende Geräusche, abwechselnd mit Schlägen der Axt des Orks waren nun deutlich zu hören. Immer mehr Risse fraßen sich durch das Eis und erste Bröckchen flogen in alle Richtungen. Vielleicht half der ein oder andere auch von dieser Seite.
Während nun alle Aufmerksamkeit auf die Befreiung aus dem Ring gebündelt war, hockte sich der Dunkelelf kurz vor Juno hin, hob mit einem harten, behandschuhten Finger ihr Kinn und raunte ihr leise zu:
„Du wirst dir noch wünschen, das nicht getan zu haben!“
Gleich darauf erhob er sich wieder und gesellte sich zu den anderen drein. Dann löste sich endlich ein größeres Stück mit lautem Knirschen, so das ein kleineres Wesen, wie Juno, schon gut hindurch passen würde, doch es reichte noch nicht für Marga. Orok hörte nicht auf die beiden Wargs zum Graben anzutreiben und bald brach ein zweites Stück aus der Wand. Endlich war die Mulde groß genug, dass alle sich durch das immer wieder schnell mit Wasser volllaufende Loch befreien könnten. Einer der Dunkelelfen wechselte schnell ein paar Blicke mit seinen Kampfgefährten und man sah kurz zu Juno, dann schob er sich als erster durch die schmale Öffnung. Die anderen drei blieben zurück und trieben die anderen nacheinander hinaus. Juno wurde als erste hindurch geschoben und draußen fest bei den Handgelenken gepackt. Orok zog alle nacheinander aus dem Loch und stellte sie auf ihre Beine und legte ihnen metallene Halsbänder und Ketten an. Er musterte ab und an Marga und kontrollierte für einen Ork sogar recht feinfühlig, ob die Gefangenen auch trotz der schweren Ringe, genug Luft bekamen. Als würde er es selbst noch nicht bemerkt haben, steckten ihm zwei dünne, helle Elfenpfeile dabei von hinten im Rücken. Einer steckte in der Schulter, einer deutlich tiefer seitlich schon fast auf Höhe seines Beckens, jedoch waren sie nicht all zu tief in die dicke Muskulatur eingedrungen. Er hatte Glück gehabt. Drei weitere Schnittverletzungen zeigten, dass er in einen Kampf mit Schwertern verwickelt geworden sein musste. Zwei zogen sich über seine breite Brust und einer über sein Schlüsselbein den Hals hinauf. Trotzdem stand er aufrecht und ignorierte den Schmerz. Dies war eine der überlebenswichtigen Fähigkeiten der Orks, denn würde er nicht stehen, oder sogar jammern, würde ein anderer sein Leben beenden. Als er seine schlammige Marga aus dem Loch gezogen hatte, hielt er einen winzigen Moment länger als nötig ihre Hand und nickte ihr zu, als wollte er sagen, dass sie sich keine Sorgen machen brauchte. Er würde es überleben.
Die Situation außerhalb des Ringes hatte sich nicht sonderlich verbessert. Zwar hatten die Orks ein paar empfindliche Treffer einstecken müssen, aber durch das Auftauchen der Dunkelelfen hatte sich der Kampf schnell gewendet. Einige Verletzte, die noch laufen konnten, kümmerten sich um jene die es wehrt waren gerettet zu werden. Jene die zu schwer verletzt waren, erhielten einen schnellen Tod. Die kampftüchtigen Krieger trieben Wargs und Pferde zusammen und trennten sie vorsorglich von einander. Eine erste Bestandsaufnahme befand, dass sie alle drei Gefängniswagen, viele der Warg's durch den Pfeilangriff und besonders jene verloren hatten, die die Karren gezogen hatten. Von dem ursprünglichen Trupp der Orks mit den drei Dunkelelfen waren eben jene Drei, ungefähr noch 13 Orks und nur noch ein kleiner kläglicher Haufen von 18 Wargs einsatzfähig. Die Überlebenden machten gerade auf schaurige Weise jedem der nicht selbst laufen konnte ein Ende. Der Reitertrupp der Dunkelelfen hatte deutlich weniger Verluste zu melden, dort waren nur 8 Mann gefallen. Im Kampf mit den Waldelfen, waren sie allein durch ihre schweren Rüstungen einfach überlegen gewesen und im Gegensatz zu den Orks, versorgten sie die Wunden und zwei saßen bald oben auf auf den Wagen, vor die nun jene überlebenden Wargs gespannt wurden. Auch Ranathor wurde für diese Aufgabe herangezogen, nur Ragna blieb durch ihren kleineren Wuchs verschont und blieb an Margas Seite. Die Toten wurden liegen gelassen wo sie waren, nur ihrer Waffen beraubt. Überall lagen Leichen oder so schwer Verletzte, dass sie es bald sein würden. Tod tränkte diesen Acker die Spurrinnen der Wagen waren mit dem Blut dieses Tages voll gelaufen.
Durch den Dunst des feinen Regens konnte man in einiger Entfernung eine Gruppe Dunkelelfen zusammen stehen sehen. Sie saßen auf ihren Pferden und einer stand am Boden und sprach etwas zu ihnen hinauf. Es war Tharan der Feuermagier der seinem Herrn Lukra berichtete. Bei ihm war der Diplomat des dunklen Volkes, der hager und dürr auf seinem Warg thronte, als ginge ihn das alles nichts an und rechts und links neben ihm, seine zwei Elite-Kämpfer die einander in ihren Vollrüstungen, wie ein Ei dem anderen glichen. Der Dunkelelf, den Juno angegriffen hatte, näherte sich von hinten und es wurden ein paar Worte gewechselt. Langsam hob sich Lukra's Kopf und sein kalter Blick verhieß nichts Gutes. Ein leichter Druck seiner Schenkel bedeutete seinem Pferd sich in Bewegung zu setzen. Sein Schlachtross schritt vollkommen ruhig zwischen den gigantischen wolfsähnlichen Bestien hindurch und näherte sich der Gruppe der Gefangenen. Tharan, der Magier und Mörder der Eiselfe, sowie der angegriffene Gefolgsmann, folgten ihm in angemessenen Abstand. Als er bei ihnen angekommen war, schnaubte das edle Tier mit weit gebähten Nüstern und der Wahnsinn eines gebrochenen Willens funkelte aus seinen Augen. Lukra saß schwungvoll ab und Tharan ergriff die freien Zügel. Die schweren Stiefel des Anführers der Dunkelelfen klatschten hörbar im Matsch des Schlachtfelds und kamen langsam auf sie zu. Sein Blick musterte jeden einzelnen von ihnen, nur Marga wurde halb hinter Orok verborgen kaum bemerkt. Ein dunkler Schatten folgte ihm gleich einer düsteren Vorahnung, als schritt der Tod selbst hinter ihm her.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Juno » Sonntag 20. Januar 2013, 05:40

Juno klammerte sich, einem kleinen Äffchen gleich, am Oberkörper ihres Gegners fest und presste ihre in Lumpen gehüllten sportlich geformten Oberschenkel gegen seine Hüften. Dabei maltretierte sie sein sensiebles Gehör mit spitzen Schreien und versuchte mit ihren kleinen zu Fäusten geballten Händen, schlagend, den Dunkelelfen unter sich niederzuringen. Als die junge Hybridin einen Zeitpunkt für richtig erachtete, holte sie mit ihrer Scherbenbewaffneten Hand aus und lies diese anschließend in Richtung Halsschlagader sausen. Doch bevor ihre Hand das Ziel ihrer Begierde erreichte, wurde diese durch die kräftige große Hand des Dunkelelfen gestoppt. Dieser packte das schmale, zarte Handgelenk des Mädchens und hielt diese in seinem Schraubstockähnlichen schmerzhaften Griff. Juno biss sich mit den Zähnen schmerzunterdrückend auf die Unterlippe. Zu stark war der Rausch der Freiheit in ihr, als das sie sich unter Kontrolle bringen würde. Der Dunkelelf windete, drehte, schüttelte und zog an Ihr, wenn er das Privileg bekam sie ergreifen zu können. Doch der vom Wahnsinn gepackte rothaarige Wirbelwind lies sich nicht abschütteln. Juno bemerkte dabei in ihrem Rausch garnicht was um sie herum geschah. Ihre ganze Aufmerksamkeit galt einzig und allein dem bösen schwarzen Mann. Dabei bemerkte sie nicht wie bereits ein zweiter dunkler Krieger aus den Reihen trat und sich mit sichtlich genervter Mimik näherte. Erst als dieser direkt neben seinem scheinbar überforderten Verbündeten und dessen wilden Anhängsel stand, wandte Juno den Blick hastig zu ihm herum. Und schlug abwehrend mit der noch freien rechten Hand nach dem Neuankömmling. Als sie plötzlich und unvorhergesehen, einen kräftigen Griff spürte und ein zerrender, bewusstseinsverlierender Schmerz ihren Rücken durchzog. Welcher sich vom Schwanzansatz bis hin zum letzten sensieblen Nervenstrangs ihres Gehirns auf äußerst unangenehme Weise durchzog. Es fühlte sich wahrhaftig so an, als wolle ihr jemand die Wirbelsäule aus ihrem zarten Leib reißen. Ein äußerst schmerzhafter Aufschrei entwich der weiblichen Kehle, als diese impulsartig alle Kraft aus den zuvor klammernden Gliedern verlor und von ihrem Opfer abließ. Mit benebelten schwankenden Blick und unerträglich zerrenden Schmerzen. Bemerkte sie nurnoch wie sie scheinbar Zeitlos durch die Luft glitt bevor sie mit einem dumpfen harten Schlag auf das durchweichte Erdreich aufschlug. Wo sie sich ein paarmal beinah Knochenbrechend überschlug und sich dann windend und schluchzend einen Momentlang auf dem matschigen Boden zusammenrollte. Bevor sie wenige Augenblicke darauf versuchte sich mit dem letzten verbleibender kräften, die ihr geblieben waren hochzudrücken, um unter anderem ihre Orientierung wieder zu finden. Doch auch diesem Vorhaben wurde ein jähes Ende gesetzt. Als sich durch den Matsch wartende Schritte eilig näherten und ihr mit harten spitzen Stiefeln einen harten Tritt in den Leib versetzten. Wo sie sich tief in ihre Rippen gruben. Der jungen Gefangenen blieb die Luftweg, wobei sich ihr Verstand in jenem Moment nicht einigen konnte ob sie aufschreien oder nach Luft ringen sollte, als sie der frische neue Schmerz durchfuhr. ARRGGHHH!!!! drang es unterdrückt und hustend aus ihrer Kehle. Dann schnappte sie nach Luft und begann am Boden liegend jämmerlich zu Weinen. Während sich ihre Hände stark zitternd den Weg zu jener Körperstelle ebneten die sie so quälte. Dabei registrierte sie garnicht das sie noch immer die Glasscherbe fest in ihrer blutigen Hand hielt. Erst als sie aus den Augenwinkeln jemanden an sich herantreten sah, dessen Schatten sich wie ein bedrohliches Unwetter über sie zusammenbraute. Vernahm sie eine Stimme dessen Worte Bedrohung und Angst in ihrem inneren auslöste. Sowie eine kalte schwarze Klinge die sich fast schon liebevoll an ihren Hals schmiegte.
„Lass die Scherbe los oder ich schwöre dir, ich schlag dich halbtot du Missgeburt!“
Die Scherbe!! fiel es ihr wieder ein.
Sie hustete und rang weiter nach Luft.
Sie zog die Hand mit jenem Gegegenstand an ihr getrübtes Sichtfeld heran und betrachtete diese einen kurzen momentlang lang mit einem liebevollen Blick. Innerlich hoffend das ihr jenes mysteriöse Ding nocheinmal eine göttliche Botschaft und somit neuen Lebensmut sandte. Unbewusst und kaum bei Sinnen, jedoch aus unerfindlichen Gründen von einem letzten Hauch trotz gepackt, richtete sie ihren Blick zu Boden. Hustete und hauchte leise.
" Ich bin keine Missgeburt..Ich bin ein Kind der Götter"
Ihre animalisch wirkenden Fuchsohren zuckten kurz auf, als sie weitere matschig klingende Schritte registrierte. Juno hatte keine Kraft mehr in ihrem zierlichen kleinen Körper um den Blick aufzurichten und zu schauen wer sich ihr da näherte. Ihr Verstand war zusehenst damit beschäftigt sich gegen die betäubende und stechend plagende Pein der ihren Körper plagte zur Wehr zu setzen.
„Mich werden ihr Manieren beibringen!“ drang es durch eine seltsam klingende Stimme an ihr Ohr
Sie atmete schwer und ungleichmäßig, immer kurz davor das Bewusstsein zu verlieren.. Plötzlich spürte sie wie sich eine große Klammer in ihrer roten Lockenpracht vergrub und ihr Haupt schmerzhaft in die Höhe zog. Juno verzog das Gesicht zu einem Antlitz von Schmerz zusammen und zog die Luft zischend durch die Zähne ein. Erst in dieser Position erblickte sie die Person die sie so grob am Schopf packte. Es war Marga, von der Juno kurz zuvor noch glaubte in ihr würde ein gutes Herz schlagen. Hatte sie sich wirklich so sehr in der Halborkin getäuscht? Diese schien nun ihr wahres Gesicht zu zeigen und mit der dunklen niederträchtigen Brut gemeinsame Sache zu machen. Margas Blick schien den von Juno zu erwiedern als diese ihr erst einmal mit ihren riesigen Händen links und rechts eine kräftige Ohrfeige verpasste und daraufhin mit ermanenden Klang ihrer Stimme das Wort an die junge Gefangene richtete.
„So! Du jetzt um Verzeihung bitten den Soldaten, den du angreifen. Du flehen! Und wenn er wollen, dass du küsst seine Stiefel, du das tun, verstanden?“
Dann packte Marga das Handgelenk der kleinen Füchsin und riss ihr förmlich die Scherbe aus Glas aus der Hand. Diese fiel zu Boden woraufhin Juno mit ansehen musste wie Marga ihr göttliches Geschenk unter ihren großen Füßen zermalmte.
Das Mädchen befand sich währendessen in einem inneren Dilemma. Sollte sie sich wirklich erniedrigen lassen und die schmutzigen Schuhe ihres Feindes Küssen?
Mit trotzigem Blick wandte sie einen Moment ihren Blick von ihren Feinden ab. Erst als Marga auf ihre Weise dem Mädchen den ernst ihrer Vorderung Nachdruck verlieh. Überwand sich die junge Gefangene und begann mit zurückhaltendem angewiedertem Gesichtsausdruck und mit nur sehr störrisch und wiederwilligen Verhalten der Forderung Margas nachzukommen. Doch noch bevor sie ihrem Feind diese Befreidigung gönnen konnte, wurde die Aufmerksamkeit aller Anwesenden im inneren des Eisringes auf ein anderes Geschehnis gelenkt. Denn nun richteten sich fast alle Blicke, mit Ausnahme deren der jungen Hybridin gesamte Aufmerksamkeit richtete sich auf den Ork der mit jedem Schlag die Eiswand mehr und mehr bezwang. Dieser riss ein großes Loch ins Eis und alle , Juno als einer der ersten voran wurden durch das Loch ins Freie gezogen. In einem unaufmerksamen Moment trat nochmals der Dunkelelf an Juno heran mit dem sie sich angelegt hatte und lies sie mit strafenden Worten wissen
„Du wirst dir noch wünschen, das nicht getan zu haben!“
Verachtend sah Juno in seine Augen und wartete nun ab was ihre Tat für Folgen haben würde.

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Eilmana Silva
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Mittwoch 6. Februar 2013, 20:57

Im Augenblick, als Eilmana die Situation völlig aussichtslos empfand, hörte sie den Ork, der nach Marga rief. Eilmana wusste den Namen der Halborkin nicht, aber es genügte ein Blick, um zu wissen dass sie gemeint war. Da Eilmana sich sicher dessen war, dass Marga auf ihrer Seite stand und sie immer noch fest daran glaubte, dass Nevox fliehen konnte begann in ihr wieder Hoffnung aufzukeimen, die sie sich nicht anmerken lies.

Als das Eis brach und einer nach dem anderen hinaus sollte, wurde Eilmana jedoch hektisch. Naif und Wotan waren beide noch im Wagen und dem Anschein ihrer Reglosigkeit nach wohl verletzt. Eilmana bekam Angst und dazu noch große Schuldgefühle das sie dies angerichtet hatte. Sie musste ihre Freude herausholen und heilen, aber wie?

Eilmana schossen tausend Gedanken durch den Kopf. Dann sah sie, wie die Orks ihre schwer verletzten Kameraden umbrachten. Dieses leid konnte sie kaum ertragen aber ihr kam eine Idee auch wenn diese nur sehr wackelig war. Mit den wenigen Worten Celcianisch, die sie dank der vielen Bücher beherrschte, sprach sie den Dunkelelf, der vor Ihr stand an. „Halt... Ich habe noch einen Freund im Wagen, ich kann heilen, ich will ihn heilen und dann helfe ich euch eure Leute zu heilen!“ Sie sah den Dunkelelf mit ihren funkelnden Lilafarbenen Augen tief in die seinen und ihr Blick zeigte dass sie fest entschlossen war.

In ihr gingen jedoch tausend Gedanken durch den blonden, mit Blut und Schlamm verschmierten, Kopf. Würden die Dunkelelfen sich auf einen Solchen Pakt einlassen, könnten Marga und der große Ork ihr helfen, die Dunkelelfen zu überzeugen. Würde ihre Kraft reichen.

Sie spürte, dass ihre Verletzungen nur noch minimal waren und sich ihr Körper langsam erholte. Auch wenn ihre Kräfte nicht vollständig zurück waren so wäre es ihr doch möglich, die schlimmsten Verletzungen zu mildern und denen Kraft zu schenken die es nötig hatten.

Während dieser ganzen Situation in der ihr kleiner, hübscher Kopf einen Gedanken nach dem anderen entwickelte, bemerkte sie erst gar nicht wie der mächtige Dunkelelf auftauchte. Doch noch bevor sie eine Antwort von dem Elf bekam, dem sie ihre Frage gestellt hatte spürte sie die ruhige und beklommene Stimmung, drehte sich um und erschrak. Der Anblick des Elfen versetzte ihr einen Schreck und eine Angst breitete sich in ihren Körper aus, dass sich an ihrem ganzen Körper die Haare aufstellten, jede Faser ihres Körper schien sich vor diesem Geschöpf des Dunkeln zu fürchten…!
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Freitag 8. Februar 2013, 11:31

Dort stand er also, Lukra der Offizier des Konvois der Juno und Eilmana gefangen genommen hatte.
Mit seiner Körpergröße überragte er jeden Dunkelelfen und auch sein Körperbau war wesentlich ausgeprägter als bei den Anderen, die ihren gesamten Körper hinter einer schweren Rüstung verbargen. Auch dies Unterschied ihn deutlich von seinen Artgenossen. Sein Oberkörper lag zum größten Teil frei und man konnte jede einzelne Muskelpartie unter der schwarz-gräulichen Haut erkennen. Nur Armschienen schützten die obere Partie seines Körpers. Der Unterleib hingegen war wie bei allen Dunkelelfen mit Metall und Leder geschützt.
Sein sonst makelloses weißes Haar war mit Blut besprenkelt und auch an seiner Rüstung konnte man den Lebenssaft seiner Feinde entdecken. Die dunkel-braunen Augen musterten jeden einzelnen und jeder versuchte seinen Blick auszuweichen. Lukra war kein Wesen das Mitgefühl oder so etwas wie Erbarmen zeigte. In seinen Blick konnte man nur Stärke, Verachtung und Hass erkennen. In diesen braunen Augen lag keine Freundlichkeit.
Jeden wurde klar das hier ein Anführer stand der Schwäche und Mitgefühl verachtete und bedingungslosen Gehorsam forderte. Von seinen Untergeben, sowie von seinen Gefangnen und genau diese Prinzipien hatten Juno und Eilmana versucht zu brechen. Lukras Augen fixierten Juno und er ging auf sie zu.

Sein Schatten verdeckte die kleine Gefangene, als er vor ihr stand. Ohne ein Wort zu sagen packte seine Hand die Kehle von Juno. Er hob sie ohne ein Zeichen von Anstrengung in die Luft, bis sie auf Augenhöhe mit ihm war. Die Hände der Hybridin klammerten sich an die dunkle Hand des Elfen, der ihren Hals immer weiter zusammendrückte. Er sprach mit dem Fuchsmädchen in so einen gefühlslosen Ton das Eilmana und Marga eine Gänsehaut bekamen. Juno sah nur noch die braunen Augen, die vor Verachtung funkelten, alles andere um diese Augenpaare herum, war verschwommen. Seine tiefe dunkle Stimme peinigte das feine Gehör des Fuchsmädchens. „Du kanntest die Regeln und hast sie trotzdem gebrochen. Stirb nun mit den Gewissen das wir deine pelzige Ratte ebenfalls häuten werden!“
Der Griff um Junos Hals wurde immer fester und das kleine Wesen begann mit den Füßen zu strampeln. Der Druck den Lukra auf ihren Hals ausübte war unerträglich, fast noch schlimmer als die Tatsache dass sie keine Luft mehr bekam. Junos blick verschwamm völlig und sie begann zu Röcheln wie ein Ertrinkender.
Ihre Beine zappelten immer langsamer und auch ihr griff um die Hand von Lukra wurde immer schwächer.

Mit den ersterben des Röcheln hörte auch das Gezappel ihrer Gliedmaßen auf. Den letzten Gedankengang den Juno noch hatte bevor sie die Welt verließ, war die sorge um Wotan. Ganz wie ihr Lukra versprochen hatte.
Der Offizier hielt Juno noch eine Weile leblose in der Luft und warf sie dann wie Abfall beiseite. Ihr Laib klatschte ohne Körperspannung auf den matschigen Boden. Mit dem Gesicht im Dreck vergraben, lag sie reglos da. Arme und Beine schmerzhaft verdreht und der leblose Körper verdreckt vom Schlamm
So sollte also die Reise der kleinen Fuchshybridin enden, die eigentlich nur einmal in ihren Leben Schnee sehen wollte. Die Götter konnten grausam sein!

Juno:Bild

Ohne sich weiter für Juno zu interessieren blickte er die aufgelöste Eilmana an. Diese wäre vielleicht bei einer anderen Person förmlich explodiert und hätte Juno mit allen Mitteln versucht zu helfen. Aber nicht bei Lukra, ihr ganzer Körper erstarrte bei seinen Anblick. Sie konnte noch nicht einmal den kleinen Finger bewegen. Dieser Mann war die Reinkarnation der Ängste von Eilmana. Sie war außerstande irgendwas anderes zu tun, als still stehen zu bleiben

Lukra bewegte sich auf die Elfe zu und blieb dann ganz nah vor Eilmana stehen. Er blickte auf sie hinab, direkt in ihre lila Augen. Seine Hand die Juno erwürgt hatte, griff schon fast zärtlich das Kinn der Malerin und hob es an. Eilmana hatte keine Wahl und musste ihn direkt in die Augen blicken, jedes Mal wenn sie versuchte sein Blick auszuweichen korrigierte er sie über ihr Kinn. Seine braunen Augen durchdrangen die ihren und schnell hatte sie alles um sich herum vergessen. Zwei Gefühle begannen auf einmal einen Kampf in ihren inneren. Wo bis eben nur die Angst herrschte, gesellte sich jetzt Faszination dazu. Lukra war irgendwie anders als seine Verwandten, das sagte ihr eine innere Stimme, er war grausam und verdorben wie kein anderer aber da war etwas in seinen Blick was ihn von den anderen Dunkelelfen unterschied. Konnte es sein das er etwas für sie Empfand außer Verachtung???

Dieser intime Moment der sich für Eilmana wie Stunden angefühlt hatte, dauerte in Wirklichkeit nur wenige Sekunden. Die Finger des Offiziers lösten sich und er wendete den Blick von ihr ab. Der Soldat mit dem die Elfe vorhin ein paar Worte ausgetauscht hatte wendete sich an Lukra. „Diese Schnepfe meint sie kann sich um unsere Verwundeten kümmern!“ Die Augen des Anführers verengten sich zu Schlitzen, als sein Untergebener Eilmana als Schnepfe bezeichnete.
Normalerweise war jeder Dunkelelf dieser Truppe immer darauf bedacht die Körpersprache von Lukra richtig zu deuten. Denn sonst hatte man schnell sein Leben verwirkt. Aber anscheinend war der Soldat durch die vorangegangen Ereignissen noch etwas abgelenkt und bemerkte so nicht die Veränderung des Offiziers.
„Wir könnten uns ja nach ihrer arbeit mit ihr vergnü…..“ Der Mann starb so schnell das er noch nicht mal mitbekam wie es geschah. Sein Gehirn war noch damit beschäftigt die letzten Worte anzuhängen, als die Lichter schlagartig ausgingen.
Mit einer unglaublichen Schnelligkeit und Präzision hatte Lukra seinen Säbel gezogen und in einer fließenden Bewegung den anderen Dunkelelfen enthauptet. Der Schädel rollte direkt vor Eilmanas Füße und blickte sie mit geöffnetem Mund an. Noch bevor der kopflose Körper zu Boden fiel, hatte der Anführer seine Waffe wieder verstaut und ging zu seinem Pferd.

Das Blut des enthaupteten Elfen floss direkt bis zu Margas Füßen und suchte sich dann einen anderen Weg.
Tharan überreichte Lukra die Zügel und dieser nahm auf seinem Streitross platz.
„Nimm die Shyánerin mit und kümmere dich um den Gnom, danach bring sie zu mir!“ Der Feuermagier nickte und erhob das Wort an die Anderen, währenddessen ritt Lukra zu den Dunkelelfen mit den Leibwächtern zurück.
„Du kommst mit mir mit und kümmerst dich um die Verwundeten.“ Damit war Eilmana gemeint, dann blickte er die drei Dunkelelfen an die mit Marga, Eilmana und der verstorbenen Juno gemeinsam gefangen waren.
„Ihr Zeigt den beiden Orks wo sie die Leiche der Füchsin hinbringen sollen.“ Und mit diesen Worten kam Bewegung in die Gruppe, naja es bewegten sich zumindest alle außer Juno. Ihr toter Körper wurde von Orok getragen, der wiederum von Marga begleitet wurde. Die drei Dunkelelfen übernahmen die Führung und brachten sie zu einem Transportwagen der den Kampf überstanden hatte.


Tharan nahm die Kette die um den Hals von Eilmana hing und führte sie zurück zum teilweise zerstörten gefangenen Wagen. Sie gingen aber nicht durch das Loch! Der Elf brannte sich einfach einen Weg durch die Wand. Eilmana die wie ein Hund an der Leine geführt wurde, hatte keine andere Wahl als ihn zu folgen. Sie konnte vielleicht noch einen Blick auf den Körper von Juno werfen, bevor dieser von den breiten Schultern des Orks verdeckt wurde.
Nachdem sie die Eismauer passiert hatten, brachte sie Tharan zum Gefängniswagen und lies die Leine locker
Dort lag an der inneren Wagenwand der bewusstlose Gnom und Neif, von Wotan fehlte jeder Spur.
Hatte das Eichhörnchen etwa gewusst das sein Leben in Gefahr war? Die Elfe zu mindestens konnte den kleinen pelzigen Freund von Juno nirgends entdecken und auch der Feuermagie war Ratlos wo sich das Hörnchen versteckt hatte. Er tat das verschwinden des Nagers mit einen Schulterzucken ab und wendete sich an die Malerin. „Kümmere dich zuerst um den Alten, danach kannst du dich um deine Krähe kümmern und ich warne dich, versuche keine Tricks!“ Seine Augen die jetzt wieder schwarz waren leuchteten kurz rot auf. Die schöne Elfe hatte gesehen wozu dieser Mann im Stande war und dieser war wahrscheinlich auch im geschwächten Zustand wesentlich Mächtiger als sie. Während sie sich um den Gnom kümmerte, ließ sie der Dunkelelf keinen Moment aus den Augen.











Die Magische Scherbe die die verstorbene Juno als ihr Eigentum betrachtet hatte, lag verweist im Dreck des Bodens. Durch den stampfenden Tritt von Marga hatte sie einen Sprung bekommen, war aber ansonsten noch im Takt. Kurz blitze das bild von einen Elfen mit einen Skorpionschwanz auf der mit ein paar anderen Elfen über die Stille Ebene flüchtete. Als der Elf sich den unsichtbaren Verfolger entgegen drehte, brach das bild zusammen. Ein Geschöpf was so sehr mit Matsch verdreckt war das man es kaum vom Boden unterscheiden konnte, näherte sich der Glasscherbe. Kurz blickte sich das kleine Wesen um und nahm die Scherbe vorsichtig in seine Schnauze. Ohne Aufmerksamkeit zu erregen lief es davon. Etwas Schlamm löste sich von seinen Schwanz und man konnte rot-braune Haare erkennen.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Gevatter Tod » Freitag 8. Februar 2013, 17:06

Lukra, mein teuer Diener!
Es war ein lautloser Gedanke, der den Dunkelelfen, wie ein schwarzer Mantel, in die Aura des Todes hüllte. Vielleicht war es eben jene endgültige Kälte, die Eilmana sich so vor ihm fürchten ließ, denn nicht einmal die Götter stellten sich gegen seinen Schiedsspruch. Der Tod kam für sie alle gleich. Die Hand dieses Mannes an ihrem Kinn hatte schon viele Seelen zu ihm gebracht. Sie fühlte sich kalt an, aber noch mehr, dadurch, da sie eben ein Licht aus getan hatte. Die warme braune Farbe seiner Augen konnte nicht über diese Grausamkeit hinweg trösten und für einen Atemzug lang schien der Tod selbst noch seine Hand zu führen, denn das Sterben war noch nicht vorbei. Lukrans unvorsichtiger Untergebener folgte so schnell der kleinen Füchsin, dass der Kiefer seines abgeschlagenen Kopfes noch zuckte, als er schon abgetrennt im Matsch lag. Und doch hatte der Tod etwas faszinierendes. Gebannt sahen die Umstehenden zu, wie Juno ihr Leben aushauchte. Orok hielt Marga halb im Arm, damit sie nichts dummes tun konnte, Eilmana war gebannt durch Lukrans Aufmerksamkeit und auch seine Untergebenen gierten nach dem süßen Moment, in dem der Glanz in Junos Augen sich verlor.

Ihre sterbliche Hülle klatschte in den Schlamm und Lukran gab seine Befehle. Gleich einer schwarzen Nebelwolke lichtete hob sich die Erstarrung auf und Orok tat wie ihm befohlen. Der massige Ork hob den kleinen Leichnam auf, der auf seiner Schulter, wie ein Kind wirkte. Marga konnte von der Seite sehen, wie seine Kiefer sich spannten, doch niemals würde er in Anwesenheit der Dunkelelfen ein Wort darüber verlieren. Er brachte Junos Körper zu einem der intakten Wagen und legte sie dort wischen ein paar Waffenkisten und Fässern mit unbekanntem Inhalt ab. Dann zog er die Plane über ihren Körper und sah Marga kurz an. Man sah im an, dass er nicht glücklich war, doch noch mehr sorgte er sich um seine Verlobte. Nichts war ihm wichtiger!

Kleine flinke Pfoten rasten über den matschigen Untergrund, sprangen über die Furchen, die die Wagen zurück gelassen hatten und entfernten sich eilig von der Gruppe. Das rotbraune verklebte Fell zuckte an den Schulterblättern immer wieder und Bröckchen des Schlamms lösten sich. Wotan hielt die Scherbe fest zwischen seinen Zähen und rannte. Bald hatte er einen kleinen flachen Busch erreicht, in dem er sich verstecken konnte. Seine kleine Lunge pfiff und das Herz raste und trotzdem hoben seine winzigen Pfoten die Scherbe aus seinem Mäulchen, direkt vor seine braunen Knopfaugen. Schwarze Wellen zogen sich über sein Spiegelbild und er schloss die feuchten Augen.


(Juno alleine weiter bei: Kata Mayan – die Todesinsel / An fernen Ufern )

(Postreihenfolge hier: Marga, Erzähler, Eilmana, Dunkles Volk … )
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