Nördliche Stille Ebene

Diese große Graslandschaft liegt im Herzen des östlichen Teiles Celcias. Bei einem Unwetter verwandelt sich diese schöne Ebene in ein sehr gefährliches Gebiet, da es kaum Schutz bietet. Der große Fluss Ilfar teilt die Ebene in zwei Hälften.
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Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Igrast » Freitag 8. Juni 2012, 00:36

[Einstiegspost]

Langsam, aber zielsicher, schritt die große Trollin Igrast in Richtung Hafenstadt Andunie. Um sich nicht in der Stillen Ebene, einer schier unendlichen Graslandschaft, zu verlaufen, folgte sie dem Fluss Iridul. Aus vorherigen Besuchen wusste sie, dass sich an seiner Mündung die Bucht Kad Harat befand, von der aus es nur noch ein Katzensprung zur Stadt war.

Hier am Fluss fand sie von zu Zeit zu Zeit einen knorrigen Baum, unter dem sie lagern konnte, und musste sich nicht um Wasservorräte sorgen.

Während sie ging, wanderten ihre Gedanken in die Vergangenheit. Vor sieben Tagen war eine abgerissen aussehende Familie im Wald Eldoras aufgetaucht. Angeblich waren sie aus Andunie vor einigen Orks und Dunkelelfen geflohen. Was genau passiert war, hatte Igrast aus dem hektischen Gestammel nicht entnehmen können, denn ehe sie sich versah, waren die Menschen weitergeeilt, wobei sie ihr noch ängstlich nachgesehen hatten. Verblüfft hatte Igrast ihnen hinterhergeschaut und als sie die Hand gehoben hatte, um sich nachdenklich am Kopf zu kratzen, waren die Fliehenden losgerannt, wie von der Tarantel gestochen.

Sie war merkwürdiges Verhalten ihr gegenüber gewöhnt. Es war eher das Gesagte, was sie nachdenklich stimmte.

„Etwas passiert in Andunie … Neue Wesen, ich nicht kennen …“, murmelte Igrast gedankenverloren vor sich hin. Neugierig, wie sie war, musste sie sich selbst einen Überblick darüber verschaffen, was in ihrer Lieblingsstadt passiert war. Zudem liebte sie es, unbekannte Kreaturen zu sehen, um mehr über die Welt zu erfahren. Sie konnte es schon kaum erwarten, die Tore Andunies in der Ferne zu sehen, doch zuerst musste sie die Bucht erreichen. Dabei ließ sie sich von den Windböen, die ihr Fell durchstoben, nicht ablenken. Mutig schritt sie in eine ungewisse Zukunft. Zu ihrer Rechten lag die weite Graslandschaft und links brauste unaufhörlich der Fluss in Richtung Ziel.

Sie wusste nicht, wie lange sie bereits auf diese Weise gewandert war, als sich plötzlich ein leises Fiepsen aus ihrem Bündel meldete: „Noch weit?“ Daraufhin blieb Igrast stehen und schaute die Wühlmaus Rolli an, die sich gerade auf ihrer Schultur positionierte und in der Luft umherschnupperte. Ihr Begleiter war mindestens genauso neugierig wie sie. Ein bisschen bewunderte Igrast Rolli für ihren Mut, als klitzekleines Geschöpf mit einem Troll umherzureisen. Zumal gerade Wühlmäuse gern den Kopf in die Erde stecken und es nicht in ihrer Natur liegt, auf dreieinhalb Meter hohen Trollen rumzuklettern. „Morgen in Kad Harat“, erklärte sie ihrer tierischen Freundin. Während sie sprach, begann ihr Magen laut zu knurren. Wann hatte sie zuletzt gegessen? „Hungrig …“, teilte sie der Pelzkugel mit.

Wo konnte sie in dieser Landschaft etwas zu essen finden?

Ihre Augen wanderten zum Fluss. Es war ihr zuwider ins Wasser zu steigen, obwohl sie wusste, dass im Fluss Forellen lebten. Schon beim Gedanken an das kühle Nass wurde ihr schlecht. Sie musste sich jedoch was zum Essen besorgen, bevor die Dunkelheit hereinbrach. Aas war in der weiten Landschaft auf die Schnelle auch nicht zu finden. Mürrisch sah sie sich um. „Hier ich keine Taverne sehen! Und Fische nicht fliegen!“ Ihre Begleiterin schaute verwundert hoch. Manchmal wusste man nicht so genau, was Igrast meinte, aber Rolli hatte sich angewöhnt, keine Fragen zu stellen. Die Antworten darauf waren meist noch verwirrender.

Seufzend begann Igrast neben einem einzeln stehenden Baum zu graben, um sich währenddessen ein paar dicke Käferlarven und Wurzeln einzuverleiben. Dabei verschlang sie auch jede Menge Erde, was dem Genuss scheinbar keinen Abbruch tat. Nachdem die Trollin und ihre Wühlmaus, die ihren Magen mit schmackhaften Gräsern gefüllt hatte, gesättigt waren, wurde es langsam dunkel und Igrast legte sich grunzend in die entstandene Grube. Sie schlief sofort ein und träumte von bunten Fischen.

Kleine Forellen und Lachse in seltsamen Farben schwirrten um ihren Kopf, flogen Loopings und landeten schließlich in ihrem Schlund.

Sie schmatzte zufrieden im Schlaf.

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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Sonntag 17. Juni 2012, 01:58

Wohin sie wollte wusste sie, ob dieser Ort noch stand war eine andere Frage. Die Nacht war angebrochen. Leichter Nebel hüllte die Gegend ein und kein Stern zeigte sich heute.
So hatte sich die Trollin in ihre Grube begeben. Dort war es gemütlich, es roch nach Erde und war trocken. Der Geruch von alten Wurzeln und Kleintier lag darin.
Also perfekt, für ein Schläfchen einer Riesentrollin.
Und der Traum war nicht zu verachten. Die Forellen waren nur so begierig in ihren geöffneten Mund zu fliegen. Sie schmeckte förmlich den Fisch…oder schmeckte es doch nach den süßlichen Aroma von Aas?
Tatsächlich schien der Geruch stärker zu werden. So wie die Finsternis, welche sich näherte. Wolken schoben sich vor dem Himmel, sperrten das Licht von Mond und Sterne weg. Man hatte eher das Gefühl, sie versteckten sich davor was sie diese Nacht sahen.
Ein großer Kutschwagen löste sich aus den Schatten. Es war als wäre die Kutsche aus dem nichts gekommen. Schwarz und bedrohlich knarrten die Räder auf dem Steinboden. Kleines Geröll sprang bei Seite.
Ein Stöhnen und Ächzen, so schien die schwarze Kutsche schwer beladen zu sein.
Rolli hüpfte zu Igrast ans Ohr, versuchte ihre Freundin zu wecken.
„Werde wach…Gefahr!“ piepste sie laut.
Der Wagen kam zum Halten. Zwei große Tiere zogen die Kutsche. Mächtige dunkle Kaltblüter, die Hufe, wie Essteller hatten.
Sie schnaubten und stanken nach Tod und Verwesung. Ihre Augen leuchteten und sie scharrten mit den Hufen, als der Kutscher die Zügel zum Halten angezogen hatte.
„Haaalt“ Keuchte eine tiefe und raue Stimme. Vom Kutschbock stieg eine Person ab. Jedenfalls glaubte man es zuerst. Die Gestalt lief gebückt und war mit einen raschen Schritt zum hinteren Ende der Kutsche geeilt. Er trug einen langen Umhang, der schon seine besten Zeiten lange hinter sich hatte.
Das Gesicht verschwand im Dunkel der Kapuze.
Dies war jetzt seine Aufgabe. Nicht das die andere je besser war. Er war schon immer der Dreckwegräumer gewesen. Machte Arbeiten, wo sich die meisten zu fein waren. Er war zwar ein Dunkelelf, doch würde man ihn auf keinen Fall als einen Schönen oder ansprechenden Elfen ansehen- noch nicht mal bei seinem Volk. Seine Mutter wurde nicht umsonst beschuldigt, sich mit einem Troll eingelassen zu haben. Seine Nase war eingedrückt und ähnelte einem Schwein und seine Figur war irgendwie verdreht. Seine Augen das feurige und arglistige Rot. Er konnte schon dankbar sein, dass er nicht das Übergewicht eines Orks oder Troll hatte. Doch war er auch so mit seiner fast 2,20 Größe beachtlich und so leicht legte sich mit ihm keiner an. Was wohl auch an dem Gestank lag, der seine Aufgabe mitbrachte. Sein dunkles Haar war zu einem strengen Zopf nach hinten gebunden, es war strähnig und könnte eine Wäsche vertragen- doch wofür?.
Nicht jeder konnte es ertragen, den Unrat von Mensch und Tier zu entsorgen. Und dies war nicht mal das Übliche an Unrat…Nein, hier handelte es sich um Tote.
Menschen, Elfen und Vieh was bei der Eroberung seines Volkes im Wege stand. Genau hier würde ein neuer Berg aus Leichen entstehen, als Mahnmal für alle anderen. Er lachte bösartig vor sich hin.
„Und weg damit“ krächzte seine Stimme unangenehm in den Ohren. Er griff sich eine der Leichen- ein alter Mann und zerrte die verwesende Gestalt auf den Boden. Die Erde erzitterte leicht.
Nicht weit, wo Igrast sich ihre Grube gebuddelt hatte.


OT: sorry für das lange warten... :o
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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Igrast » Sonntag 17. Juni 2012, 18:00

Die Kombination aus der gemütlichen Lagerstätte und dem Gedanken an leckeren Fisch hatten Igrast einen wundervollen Traum geschenkt. Allmählich veränderte sich das Aroma der Fische in einen Aasgeruch. Sie war erstaunt. Diese Fische waren quicklebendig, doch es roch nach Verwesung. Wie konnte das sein? Sie war verwundert. Der Geruch wurde immer stärker, die Farben ihres bunten Traumes verblassten, ein Knarzen ertönte, dann das laute Piepen ihrer Freundin! Igrast schlug die Augen auf, genervt von dem Weckruf. Sie wollte sich schon schnaubend umdrehen, um sich wieder im Traum zu verlieren, da erkannte sie den Sinn der gerufenen Worte und war mit einem Male hellwach. Gefahr?

Es war ihr bereits häufig passiert, dass sich ihr jemand beim Schlafen genähert und sie nicht gesehen hatte. Die Erfahrung hatte sie gelehrt, dass es am besten war, sich still zu verhalten und zu beobachten. Doch sie konnte in dieser vermaledeiten Dunkelheit kaum etwas erkennen! Wütend unterdrückte die Trollin einen Fluch und versuchte sich möglichst lautlos aufzusetzen. Das Knarzen kam derweil näher. Plötzlich rief jemand etwas. Sie verstand die Sprache jedoch nicht und konnte sie auch keinem Volk zuordnen. Es schien sich um eine männliche Person zu handeln. Ein Pferdeschnauben hallte durch die Nacht und tatsächlich konnte sie in nicht weiter Entfernung die Silhouetten von Pferden mit einer Kutsche sehen. Das wäre nichts Besonderes, wenn die Augen der Pferde nicht glühen würden. Gebannt starrte sie auf die großen Ungetümer. Im Verhältnis zu ihr selbst waren sie natürlich nicht groß, doch sie war es gewohnt, dass Pferde anders aussahen als diese Wesen hier. Pferde halt … Sie beschloss, geduckt zu verharren, denn die Situation war ihr suspekt.

Es roch nach Aas und Menschenleichen, was für einen Riesentroll kein unangenehmer Geruch war. Igrast musste an ihre letzte Mahlzeit denken, die sie zwar gesättigt hatte, doch trotzdem lief ihr nun das Wasser im Munde zusammen.

Rolli zupfte sie erneut am Ohr, als eine Gestalt mit langem Umhang gebückt um die Kutsche lief. Das Gesicht war nicht erkennbar. Er lachte leise und schmiss eine Leiche auf den Boden, beinahe direkt neben sie. Seinen krächzenden Worten entnahm Igrast, dass er sich der Leiche entledigen wollte. Mühsam ratterte ihr Gehirn … Wollte er den Leichnam etwa hier vergraben? Sie wusste, dass andere Völker die Sitte hatten, ihre Verstorbenen in die Erde zu stecken. Tja, Verschwendung! Dem Geruch nach zu urteilen, lagen auf dem Wagen noch mehr tote Körper. Wenn dem so wäre, so brauchte sie nur abzuwarten, bis er sein Werk vollendet hatte und konnte sich danach über die Mahlzeit hermachen, indem sie den Boden durchgrub. In Gedanken rieb sie sich die Hände. Oh, welch glückliche Fügung! Wann bekam man schon so viel relativ frisches Aas auf einem Servierteller kredenzt?

Trotzdem war sie verwundert, was die verhüllte Gestalt hier mitten in der Nacht in der Stillen Ebene tat. Dann kam ihr ein anderer Gedanke. Möglicherweise hatten die vielen Leichen etwas mit Andunie zu tun. Konnte das sein? Angeblich haben sich dort neue Völker angesiedelt, was auch erklären würde, weshalb sie seine Sprache, in der er zuerst gerufen hatte, nicht verstand. Auch kam ihr der Tote auf dem Boden seltsam bekannt vor. Natürlich konnte sie sich irren, doch sie meinte, ihn früher schon mal in der Stadt gesehen zu haben.

Nun lag es in ihrer Natur, sehr neugierig zu sein. Möglicherweise war es klug zu wissen, was in der Stadt vor sich ging, bevor sie dort eintraf. Mutig und abenteuerlustig, wie sie nun einmal war, griff sie nach ihrer Keule und richtete sich zu ihrer vollen Größe auf. Es staubte beachtlich, als die Erde an ihren Zotteln herabfiel. Als der Staub sich legte, musste sich dem Betrachter ein groteskes Bild ergeben: Ein furchteinflößender Riesentroll mit farbigen Nägeln, Muschelschmuck und einem kleinen Nagetier auf der Schulter, welches sehr ängstlich dreinschaute. Ihre Waffe hielt sie zunächst einmal gesenkt, war jedoch bereit, diese anzuwenden, falls es nötig sein sollte. Wenn sie ihre Informationen nicht bekam, konnte sie verdammt unangenehm werden. Ihre Fratze verzerrte sich zu einem breiten Grinsen. Erst einmal würde sie es auf die freundliche Art probieren.

„Heee! Keine Fische in Ebene?“, faselte sie in die Richtung des Unbekannten. „Gute Nacht für Schläfchen, auch gut für Spaziergang, huahua …“ Über diesen gekonnten Gesprächseinstieg musste sie kurz lachen, fasste sich jedoch wieder. „Was du sein?“, formulierte sie schließlich die Frage, die sie sich schon die ganze Zeit gestellt hatte, und starrte die Gestalt geduldig an.

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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 20. Juni 2012, 23:58

Gerade die erste der Leichen auf den Boden gedonnert, da schien der Boden selbst zu Leben anzufangen. Irritiert sah er sich um. Was war das? Er brauchte einen Moment um den Auslöser zu finden.
Er war nicht abergläubisch und bestimmt kein Angsthase, doch selbst ihn, mit den wohlklingenden Namen Myrrosz W`Gnaskoron wurden die Knie etwas weich.
War das die Rache der anderen Götter? Er trat ein paar Schritte zurück, als die Erde sich aufzutürmen begann. Blickte auf als das Wesen höher und höher wuchs. Die Dunkelheit ließ einen noch mächtigeren Eindruck bewirken.
Die Pferde an der Kutsche schnaubten nur einmal und waren dann wieder still. Sie waren gut trainiert und würden nie ohne ihren Herrn weiterziehen. Mit einer Hand schob er seine Kapuze nach hinten und blickte zu der Trollin auf. Seine Augen wanderten über die Gestalt.
Was bei Faldor?
Es dauerte etwas bis er erkennen konnte, dass es sich hier wohl um einen Riesentroll handelte. Natürlich das dies eine Frau auch noch sein sollte, konnte er wahrlich schwer einschätzen. Seine freie Hand war zu seinem Kurzschwert geglitten, jedoch lag sie nur kurz darauf. Er mochte keine Schönheit sein, aber er war intelligent genug, dass er nicht sich mit einem Troll anlegte. Und seine Waffe wirkte dagegen wie ein Spielzeug.
Die Worte dagegen, welche die Trollin sagte, ergaben für ihn anfangs gar keinen Sinn.
Fische in der Ebene?..was soll das denn sein?
„Ja, eine gute Nacht zum Arbeiten..“ rief er ihr entgegen, von Angst keine Spur in seiner Stimme. Er musste zugeben, dass es schon länger her war, dass er geschrienen hatte. Meist wollte keiner mit ihm sprechen und rufen tat er ebenfalls meist nicht. Das gab seiner Stimmer einen noch raueren Ton.
„Ein Dunkelelf!...Mein Name ist Myrrosz W`Gnaskoron…ich bin keine Gefahr…mache nur meine Arbeit“ Was ja auch stimmte.
Und vielleicht konnte er ja diesen Troll für die Arbeit gewinnen. Wenn er auch nicht wusste wie.
„Was willst du von mir“
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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Igrast » Samstag 7. Juli 2012, 00:26

Den wachen Augen der Trollin entging nicht, dass die Gestalt zunächst zurückwich und nach seiner Waffe tastete. Er schien es sich jedoch anders zu überlegen, sodass Igrast sich nun etwas entspannte. Vielleicht konnte sie von ihm erfahren, was in ihrem Reiseziel vor sich ging. Außerdem war sie gespannt, was er hier mitten in der Nacht mit einem Wagen voller Leichen zu suchen hatte, selbst wenn seine Tätigkeit nichts mit Andunie zu tun haben sollte.

Unwillkürlich zuckten ihre Augenbrauen, als sie seine krächzende Stimme vernahm, die doch arg verrostet klang. Ob diese Dunkelelfen wohl alle so sprachen? Igrast hatte von diesem Volk gehört. Sie kramte in ihrem Gedächtnis. Die Elfenvölker bezeichneten sie gern als verlogen und Menschen schienen Angst vor ihnen zu haben. Die Trollin sollte erstmal auf der Hut sein.

Nun, was wollte sie von ihm? In erster Linie Informationen und gegen einen Imbiss hatte sie auch nichts einzuwenden. Unbewusst begann sie zu sabbern und ihre Augen nahmen einen gierigen Blick an. Gerade so konnte sie sich noch beherrschen. Sie seufzte geräuschvoll. Ihre Neugierde war stärker. Mal sehen, was sie aus dem Wesen herauspressen konnte.

„Du wissen, was in Andunie passiert?“, stellte sie ihre Frage. „Ich auf Weg in die Stadt. Unterwegs panische Menschen getroffen.“ Erwartungsvoll schaute sie in seine Richtung. Sie versuchte freundlich auszusehen und zog ihre Mundwinkel nach oben, sodass sich ihr fratzenähnliches Gesicht verzog. „Warum du vergraben?“ Sie zeigte auf das Arbeitsmaterial des Dunkelelfen und blickte ihn erwartungsvoll an. „Vielleicht wir bei einem Happen plaudern? Mein Name Igrast Krak, die Wandelerde.“ Sie lachte dröhnend. Die Erde schien dabei zu beben und wieder rieselte Staub von ihrem Körper - scheinbar um den Sinn ihrer Worte zu bekräftigen.

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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 11. Juli 2012, 09:06

Myrrosz war wirklich mehr als erstaunt, gerade hier einen Troll zubegegnen. Aber wieso eigentlich nicht. Er blickte kurz auf die Keule, die diese Gestalt bei sich hatte. Doch sie war nicht zum Angriff gehoben, sankt sogar wieder nachdem er sich entschlossen hatte, seine Waffe ebenfalls nicht zu ziehen.

Fieberhaft versuchte er sich etwas nützliches aus dieser seltenen Begebenheit raus zu holen. Es kam nicht oft vor, eigentlich sogar noch nie, dass er bei seiner Arbeit unterbrochen wurde.
Und was wusste er über Trolle.
Sie sollten ziemlich dumm sein und es gab wohl angeblich keine Frauen. Sie entstanden einfach aus Unrat. Doch irgendwie klang die Stimme nicht so dunkel, wie er es von so einem großen Wesen erwartet hatte. Vielleicht konnte er ja mal fragen.

Die Stimme des Elfen fühlte sich nach dem Raufrufen, noch kratziger an. Er hustete auf und griff zu seinen Wasserschlauch. Oder Alkoholschlauch, wäre wohl passender. Ein selbstgepunschtes Zeug, das übel nach Pilze und Morast stank, jedoch tatsächlich trinkbar war.
Er selber bezeichnete es als Pilzschnaps.
Vielleicht war es tatsächlich dieses zeug, dass er vieles schon nicht mehr wahrnahm.

Das geräuschvolle Seufzen erinnerte ihn, an das Geräusch, wenn sein Wagen in Schlamm fest saß. Ein ekelerregender Ton, jedenfalls nur für die, die sich abschrecken ließen und zu fein waren.

„Andunie?“ er hustet , nahm seinen Wasserschlauch und genehmigte sich einen großen Schluck.
Die Flüssigkeit floss seine Kehle runter und er konnte fast augenblicklich eine Besserung in seinen Stimmbändern spüren.
„Menschen laufen doch vor allen weg... Die Stadt wurde übernommen“ ob er sagen sollte, dass es auch sein Volk war. Vorsicht war erst mal angebracht.
Zwar sollte Trolle dumm sein, dass hieß jedoch nicht, dass sie für den Sache Faldors kämpfen würde. Nicht das er es tat. Für ihn hieß es ja auch nur, nur der Arbeitsort änderte sich.
Aber wenn er sich gut mit den Troll stellte, vielleicht konnte ihn das etwas zusätzliches Geld in die Kasse bringen. Der Troll sah kräftig aus.
fressen Trolle nicht Aas?
„Das wollte ich hier abladen... Interesse an dem Fleisch?“
Der Dunkelelf sah kurz zu seinem Wagen hoch. Ob jetzt die Leichen vor der Stadt lagen, oder sich die Troll gleich bediente... Und sagte der Troll nicht gerade, die Wandelerde.
„...eine weibliche Trollin?“ er stieß einen überraschten Laut aus. Musterte sie genauer, so gut es bei der Dunkelheit ging.
Die Kette ließ tatsächlich auf etwas weibliches deuten, die bemalten Nägel konnte er nicht erkennen.
„...kannst helfen, dann darfst du dich bedienen“
Immerhin konnte es dem Dunkelelfen mehr als egal sein, was mit den Leichen geschah. Kannibalismus war es nur, wenn man sein eigenes Volk fraß und Fleisch war Fleisch, oder nicht? Das sie ihm anbot sich zusammen zu setzen, behagte dem Elfen jedoch nicht wirklich. Sein benehmen ließ mehr als zu Wünschen übrig und außerdem kannte er sich beim besten Willen nicht erinnern, wann dies jemand freiwillig gemacht hatte.
Aber es schadetet bestimmt nicht.
„In Ordnung, reden wir bei einer Rast... aber erst nach getaner Arbeit“
brummte der skurrile Elf Igrast entgegen.
Damit humpelte er zu seinen Wagen und griff sich die nächste Leiche, die er runter zerrte und auf den Boden warf. Kurz warf er einen Blick zu der großen Gestalt rüber, winkte sie zu sich.
„jetzt hilf!“
Eine weitere Aufforderung würde er nicht aussprechen, immerhin hatte er Arbeit zu erledigen. Und selbst wenn er nicht viele Wertvorstellungen hatte, so erledigte er seine aufgetragenen Arbeiten sorgfältig und gründlich.

Rolli krabbelte auf die Schulter von Igrast und fiepte kurz, strich sich mit einer Pfote über die Ohren. Ihre Nase schnupperte aufgeregt und sie beobachtete den fremden Dunkelelfen an, bevor sie sich ihrer Freundin zu wandte.
„Feind oder nicht?... ich ihn mögen“
Vielleicht spürte die Maus instinktiv, dass der große mißgestaltete Dunkelelf sich nicht die mühe machte, sich mit der Tötung von Mäusen und anderen Kleintieren abgab. Er war der Abfallbeseitiger, mehr nicht.
Kein Spezialist in der Vertreibung von Mäusen. An der Kleidung des Dunkelelfen hing ein ähnlicher Geruch wie bei der Trollin.
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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Igrast » Donnerstag 12. Juli 2012, 10:48

Neugierig betrachtete sie den Dunkelelfen, wie er einen Schluck aus seinem Wasserschlauch nahm. Ihre trainierte Nase erkannte sofort den Geruch von Pilzen, was die Trollin sehr überraschte, denn sie hatte noch nie jemanden Pilze trinken sehen, wenn man sie doch einfach essen konnte. Manche Sitten verwunderten sie zutiefst. So auch die Sitte, Leichen zu vergraben. Sie wusste nicht, was Myrrosz mit den leblosen Körpern vorhatte. Inzwischen hatte sie den Eindruck, er wollte sie einfach nur ohne Begräbnis loswerden. Da kam sie vielleicht genau richtig. Ihr Grinsen war wie festgetackert, denn das Schicksal meinte es diese Nacht gut mit ihr.

Sein Erstaunen über ihr Geschlecht nahm sie wahr und zuckte ratlos mit den Schultern. Igrast war es mittlerweile gewohnt, dass man sie nicht als Frau erkannte. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchte sie dem entgegenzuwirken, doch als Riesentrollin konnte man nicht viel aus seiner natürlichen Schönheit herausholen.

Sie wollte seiner Aufforderung Folge leisten, da fiepste Rolli, dass sie den Dunkelelfen mochte. Igrast wunderte sich ein wenig über das schnelle Urteil ihrer Begleiterin, wusste aber dass diese nach ihrer Nase entschied. Meistens war darauf Verlass. Für den Moment war sie allerdings so abgelenkt von dem Verwesungsgeruch der Leichen, dass sie nicht weiter darüber nachdachte. Mit jeder verstrichenen Sekunde wurde sie ungeduldiger. Sie wollte fressen und so viel wissen!

Ohne eine weitere Antwort zu geben, stapfte sie auf ihren Gesprächspartner zu, griff mühelos nach seiner Ladung und warf erstmal alles auf den Boden, so wie er es ihr vorgemacht hatte. Dabei ging sie hastig zu Werke, bevor Myrrosz es sich anders überlegen konnte. Sie hatte zwar inzwischen den Eindruck, dass es ihm nicht viel ausmachte, dass sie sich über die leblosen Körper hermachte, aber man wusste ja nie …

Mit wachen Augen inspizierte sie das auf dem Boden ausgebreitete Festmahl und pickte sich die schmackhaftesten Teile aus. Den ganzen Haufen würde sie unmöglich schaffen, auch wenn ihr Magen einiges an Volumen aufnehmen konnte. Sabbernd riss sie einige Gließmaßen ab und machte sich schmatzend darüber her. "Mjammjamm ... Köstlich ... Hmmm ...", tönte es aus ihrer Schnauze. Fleischfetzen hingen aus ihrem Maul, als sie sich zu Myrrosz umdrehte, ihm einige Schenkel zuwarf und schließlich gebückt weiterfraß, ohne abzuwarten, ob er ihr Geschenk auffing.

Nachdem sie ihr Mahl beendet hatte, rülpste sie röhrend und wandte sich wieder dem Dunkelelfen zu. Was hatte er über Andunie gesagt? Die Stadt wurde übernommen? Was hatte das wohl für Folgen für sie?

„Wer Andunie übernommen? Die Stadt gut für Troll oder lieber wegbleiben?“ Sie überlegte, was sie noch wissen wollte. „Woher die Leichen?“
Igrast rieb sich ihren vollen Bauch setzte sich auf den Boden. Sitzend war sie kleiner als der Dunkelelf und konnte sein Gesicht besser sehen. Fasziniert betrachtete sie die roten Augen und die schweinsähnliche Nase. So ein Wesen hatte sie noch nie gesehen.

„Erzähl von Dunkelelfen!“, forderte sie ihn auf. Nachdem sie Myrrosz bei seiner Arbeit geholfen hatte, erwartete sie, dass er sich gesprächig zeigte.

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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Montag 16. Juli 2012, 02:51

Der Dunkelelfe staunte nicht schlecht, als er von der Riesentrollin fast weggedrückt wurde und sie den Karren ohne Probleme alleine entleerte. Erstaunt kratzte er sich am Kopf.
Man hätte ja glauben können, sie hatte Angst er würde ihr alles wieder wegnehmen. Er schüttelte nur den Kopf. Trat zu einem der großen Pferde und strich dem Tier über die Nüstern. Dieses schnaubte nur aus.
Dann konnte er sie beobachten, wie sie sich über die Leichen beugte und diese zum Teil sehr gewählt auseinander riss. Also hatte sich die Geschichte um die fleischfressenden Trolle bestätigt, aber es kümmerte den Dunkelelfen wenig. Weswegen sollte es auch. Wer tot war, merkte sowieso nicht, was mit dem Körper geschah. Und ob dieser nun im Magen eines Trolls verdaut wurde oder verweste und in den Magen von wilden Tieren landete, war vollkommen gleich.
Er holte vom Kutschbock ein altes zerfranstes Schafsfell und setzte sich etwas abseits dieses abartigen Mahls auf den Boden. Es plumpste neben ihn und er konnte den Schenkel irgendeines Menschen sehen. Doch selbst wenn der Dunkelelf kaum etwas mit den üblichen Dunkelelfen Manieren gemeinsam hatte, so war selbst ihm bei den Geräuschen, welche die Trollin machte, der Appetit vergangen. Und roh würde er das Fleisch auch nicht runter kriegen.
So ließ er den Schenkel auf der anderen Seite der Straße verschwinden, als sie ihn den Rücken zuwandte.
Irgendwann gab Igrast ein lautes und ekelerregendes Rülpsen, das die großen Pferde aufschnaufen ließ, von sich. Eine Gestankwolke breitete sich aus und Myrrosz wedelte sie kurz mit der Hand weg. Ließ die Trollin dann neben sich setzen. Er musterte sie nochmals und nach einiger Überlegung reichte er ihr sein Getränk rüber.
Sie war neugierig, dass konnte er merken. Und warum sollte er nicht erzählen, was in Andunie los war.
Er räusperte sich und befeuchte seine Lippen, bevor er zu sprechen begann.
„Andunie wurde vom Dunklen Herr übernommen. Mein Volk und andere die sich an höherer Stelle sehen. Die Leichen, tja, das waren Leute die im Wege standen. Vielleicht auch Krieger oder anderes. Aber es kümmert mich nicht.“
Er sah zu den doch ziemlich geschrumpften Berg an Leichen.
„Trolle haben nichts zu befürchten, wenn sie keinen helfen wollen, sind sie willkommen…Arbeit wirst du leicht finden, immerhin bist du stark“
Er nahm wieder etwas von seinem seltsamen Getränk und kramte in einer Seitentasche rum. Eine kleine Dose holte er hervor, öffnete sie und holte sich eine ordentliche Prise hervor. Ein Rauschmittel, was sich beim langen kauen entfaltete. Es roch nach giftigen Beeren und Kräutern.
„Von Dunkelelfen?“ Er lachte heißer auf.
„Ein Volk was arrogant und mächtig ist. Grausam und unbarmherzig. Man fügt sich oder man wird Faldor…das ist ein Gott, geopfert. …Aber ich mache nur meine Arbeit. Sollen sich doch die Reichen und Schönen eine Stadt nach der anderen holen. Hattest Freunde in der Stadt?“
Er sah zu Rolli hin und seine Züge wurden etwas sanfter. Er griff in seine Tasche und holte ein Stücken Brot hervor.
„keine Sorge nicht vergiftet“ sprach er besänftigend zu der Trollin und der Maus. Diese ließ sich das Fressen nicht zweimal vorhalten.
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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Igrast » Dienstag 17. Juli 2012, 14:04

Getrieben von ihrer Gier, hatte Igrast nicht gemerkt, dass der Dunkelelf sich nicht an dem Mahl beteiligt hatte. Satt und zufrieden saß sie auf dem Boden. Ihr Magen rumorte etwas, denn beim hastigen Herunterschlingen hatte sie sich nicht viel Mühe mit dem Kauen gegeben.

Sie sah die Flasche mit dem Pilzgebräu skeptisch an. Pilze als Flüssigkeit? Sie wusste nicht recht, was sie davon halten sollte. Andererseits war sie neugierig auf das Getränk und schnupperte interessiert daran. Ihre riesigen Nasenflügel bebten dabei. Neben dem Pilzgeruch erkannte sie eine alkoholische Schärfe. Vielleicht war das Gesöff geeignet, um ihren Magen nach dem Essen zu beruhigen?

Igrast fackelte nicht lange, sondern kippte sich einen großzügigen Schluck in den Mund. Das Teufelszeug brannte selbst bei einem Troll wie Feuer, doch sie schluckte tapfer und verspürte im Nachklang eine angenehme Wärme. „Gar nicht schlecht!“, rief sie beeindruckt, als sich das Pilzaroma in ihrem Mund ausbreitete. „Pilze besser, aber nicht immer in Nähe zu finden“, erklärte sie ihm und gab ihm, natürlich nicht ohne sich vorher noch einen Schluck zu genehmigen, den Wasserschlauch zurück.

„Wie gemacht wird Trank?“, fragte sie. Die Riesentrollin kannte sich mit Kräutermischungen aus - Über Pilzschnäpse wusste sie noch nichts. Vielleicht würde der Dunkelelf ihr die Rezeptur verraten.

Nachdem sie seine Worte vernommen hatte, verstand sie, dass einiges in Andunie passiert sein musste. Wahrscheinlich war nicht mehr viel von dem geschäftigen Treiben der Menschen und den bunten Märkten übrig geblieben, wenn ein grausames Volk die Stadt eingenommen hatte. Wehmütig dachte sie an die Zeit, die sie dort verbracht hatte. Im Hafenviertel hatte sie manchmal Fische stibitzt und war ein wenig herumgelungert. Die meisten Bewohner waren ihr auf den Gassen ausgewichen, überwältigt von ihrem Gestank, doch manche Andunier sind freundlich zu ihr gewesen und haben ihr Arbeit angeboten. Trotzdem kann sie nicht sagen, dort Freunde gefunden zu haben.

Sie hatte gute Bekanntschaften geschlossen, doch um jemanden einen Freund nennen zu können, musste man sich auf ihn verlassen können. Sie kannte nur ein Wesen, dem sie uneingeschränkt vertrauen konnte, und das war ein kleines Nagetier. Igrast blickte auf Rolli, die zufrieden an dem Brot rumknusperte.

„Ihr Name: Rolli.“ Wie zur Bestätigung quiekte das Tier kurz auf und machte sich dann weiter über das Brot her. Was seine Verfressenheit anging, war es der Trollin sehr ähnlich.

„Nein, keine Freunde dort“, sagte sie nach einigem Überlegen. „Du Recht haben. Menschen vor allem weglaufen. Auch vor Troll.“ Sie seufzte und schaute in das Dunkel der Nacht. Vielleicht waren die Veränderungen in der Stadt für sie von Vorteil. Das konnte sie wohl erst herausfinden, wenn sie sich die Stadt ansah. Zumindest drohte ihr dort keine Gefahr, wenn sie Myrroszs Worten trauen konnte. Aber warum sollte er sie belügen? Allmählich wuchs ihr Vertrauen in den abgewrackten Dunkelelfen. Wann hatte ihr zuletzt jemand etwas von seinem Getränk abgegeben?

Sie reichte ihm ihre Kürbisflasche, die mit Wasser aus dem Fluss gefüllt war.

Igrast dachte über die Dunkelelfen nach. Sie dienten also einem erbarmungslosen Gott. Scheinbar war Myrrosz nur ein Rädchen im Getriebe und hatte keine andere Wahl als sich zu fügen. Ob er wohl über den Urgeist Bescheid wusste, der alles zusammenhielt? Es war nicht nötig für einen anderen Gott zu sterben.

„Ich Faldor nicht kennen. Troll an Urgeist in Erde glauben“, erklärte sie ihm mit ruhigen Worten. „Seltsam euer Gott. Ich Andunie und Dunkelelfen sehen wollen. Du auf dem Weg dorthin?“ Vielleicht war es nicht schlecht, einen Begleiter zu haben.

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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Montag 23. Juli 2012, 09:03

Er beobachtete wie sie sich einen Zug des Getränks genehmigte. Sie verzog zwar auch kurz das Gesicht bezüglich der der Schärfe, aber es schien ihr zu munden. Beeindruckt nickte er ihr zu und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Nicht schlecht, da hast du recht“

Erst nach einem weiteren Schluck gab sie ihn seine Flasche wieder zurück. Er verkorkte sie und verstaute sie dann wieder .
„Wie es gemacht wird...lange Prozedur, dauert eine halbe Ewigkeit, aber deswegen ist das Pilzaroma besonders gut....Es ersetzt keine richtigen Pilze, aber mir ist es so lieber...“ Er lachte auf.
Ein seltsames Lachen, und viel zu selten von jemanden zu hören. Es hörte sich für die meisten beängstigend an, ob es Igrast auch so empfand?

Das Brot wurde gerne von der Maus aus den Fingern des Dunkelelfen genommen. Mit einem Finger strich er sanft über den Rücken der Maus.
„Rolli ist ein guter Name“ sagte er nur und sah dann wieder die Trollin an.
Was man doch des Nachts so alles traf, vermutlich würde er morgen wieder annehmen, der Pilzschnaps wäre ihn zu Kopf gestiegen oder aber er hatte zu viele Drogen genommen. Wieder kam ein bitteres Lachen- oder Glucksen über ihn.
Aber es war eine Abwechslung und es war irgendwie...er wusste kein Begriff dafür.

Er ergriff die Kürbisflasche und nahm mit einem Nicken auch dort von einen großzügigen Schluck. Das Wasser war ein besseres Getränk als sein Schnaps und löschte den Durst, der durch die Drogen entstanden war.
Es kümmerte ihn wenig, woher sie es hatte, so nahm er gewöhnlich das an, was man ihn bot. Er mochte zwar kein Leichenfleisch essen, aber sonst war ihm alles recht egal.
Myrrosz war hart in nehmen und auch wenn man ihn damals nicht mehr als einen Tag gegeben hatte, so hatte er inzwischen auch seine 100 erreicht.
Zwar schmerzte ihn jeden Tag mehr seine Gelenke, doch er war robust und zäh.
„Glaub mir, nicht nur vor Trollen wird weggelaufen...selbst in meinen Volk läuft man vor mir weg...Und Freunde, du hast deine Maus!...sie ist das Beste was dir passieren kann“
Es hatte eine ziemliche Kälte in den Worten und eine Spur von Einsamkeit.
Nur seine Pferde und das Ungeziefer, was sich in seiner Nähe meist aufhielt, war das was er hatte.
Gewöhnlich sprach er auch nicht so viel.
Aber irgendwas bewegte selbst Myrrosz mit ihr zu reden.
Vielleicht weil sie das Gespräch mit ihm gesucht hatte? Er strich sich durch seine Haare.

„mein Gott ist Faldor bestimmt nicht“ er spuckte es förmlich aus.
„Urgeist?...also kenne ich nicht und willst du mir sagen, dass dieser Gott barmherziger ist? Die Götter interessieren sich eigentlich nicht was wir machen, ich lebe auch ohne dessen zutun.“
Er atmete durch. Sah sie einen Moment an und schüttelte dann den Kopf.
Ich rede zu viel!
„ du willst die Dunkelelfen sehen? Andunie, ja da will ich wieder hin. Komm mit, aber pass auf Rolli auf. Dich mögen sie vielleicht dulden, aber deine Maus nicht...gilt als Ungeziefer dort“ er schüttelte selber sein Haupt.
Als Ungeziefer wurde auch er gesehen.
Etwas mühselig erhob er sich und wies zu seinen Wagen.
„Der Wagen hält dich, setz dich hinten drauf“ brummte er.
Es klag mürrischer als er wollte und so versuchte er ein freundlicheres und willkommeneres Lächeln. Er würde Muskelkater im Gesicht bekommen, so viel wie er heute Nacht Mimik zeigte und geredet hatte.
„Geht schneller...erzähl mir über den Urgeist“
Zwar würde der Karren etwas knarren, doch er hielt die Trollin. So würden sie schnell voran kommen und bald in der Stadt sein.
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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Igrast » Dienstag 31. Juli 2012, 19:49

Igrast hatte inzwischen ein positives Bild von dem Dunkelelfen gewonnen – Schließlich wurde sie gefüttert und getränkt. Sie fand seine Gesellschaft nicht unangenehm und jetzt bot sich ihr sogar eine Mitfahrgelegenheit. Zwar wäre sie lieber zu Fuß gegangen, denn alles was schaukelte und sie von der Erde trennte, war ihr etwas ungeheuer. Aber sie sah ein, dass sie mit dem Karren schnell in der Stadt sein würde.

In einer verkrampften Haltung setzte sie sich hinten auf die Ladefläche, die unter ihrem Gewicht ächzte. Erst schloss sie die Augen, denn sie war der Meinung, das Holz müsste jeden Moment bersten. Missgeschicke mit zersplitterten Stühlen oder Leitern passierten ihr häufig. Woran das wohl liegen mochte?

Als der Fahrtwind um ihre Nase pfiff, öffnete sie die Augen wieder und betrachtete die nächtliche Landschaft. Doch es gab nicht viel zu sehen, denn es war noch immer dunkel. Außerdem war die Stille Ebene einfach nur … leer. Was für ein Zufall, dass sie in diesem Nichts auf Myrrosz gestoßen war. Es gab hier wirklich nicht mehr als ein paar dürre Sträucher und vereinzelte Bäume in einer unendlich scheinenden Graslandschaft. Ohne den Fluss konnte man sich hier leicht verirren. Selten traf man hier jemanden. EIn Orte wirkte wie jeder andere.

Vorsichtig sortierte sie sich und nahm eine angenehme Sitzposition ein. So konnte sie besser sprechen.
Was sollte sie ihm über den Urgeist erzählen?

„Urgeist Erde schützen und zusammenhalten“, erklärte sie vorsichtig. Eine Wärme klang in ihrer Stimme mit. Konnte der Dunkelelf das wahrnehmen? „Ihm nicht egal, wer darauf. Alles der Erde entwachsen. Ohne Urgeist gar nichts.“ Nachdenklich sah sie nach vorn und schwieg eine Weile. „Nichtmal ein Furz oder eine Maus ohne Urgeist.“

Dann erinnerte sie sich an seine Warnung, die Maus zu verstecken. Vorsorglich steckte sie Rolli in das dichte Fell an ihrem Hals, wo die Maus nahezu unsichtbar war und mit ihrer Fellfarbe verschmolz. Dort würde sie unentdeckt bleiben. Und wenn nicht … Igrast würde sie mit dem Leben beschützen, wenn es sein musste. „Da du schlafen“, fiepte die Riesentrollin. „Schlaaaaaf ein, schlaaaaf ein, wie ein Eichhörnchen.“ Die Stimme schien nicht von Igrast zu kommen, so unnatürlich hoch war diese Sprache. Eine Weile sang sie noch vor sich hin. "... wie ein Wööööölkchen." Es war ein unglaublich kitschiges Lied, welches sie sich selbst erdacht hatte. Das Lied verfehlte jedoch seine Wirkung nicht. Nach einiger Zeit hörte Igrast, dass die Atemzüge der Wühlmaus tiefer und und langsamer wurden. Sie war in ihrem ungewöhnlichen Nest eingeschlafen.

„Faldor und Dunkelelfen ziemlich einfältig sein, wenn Rolli hassen“, meinte sie plötzlich. „Warum du anders?“ Sie betrachtete ihn von hinten. Sein Volk mied ihn, aber welche Rolle spielte er? Wie immer, war die Trollin unglaublich neugierig.

Während ihres Gespräches war einige Zeit vergangen. Nach einer Weile meinte sie, die Mauern Andunies in der Ferne zu sehen. Konnte das schon sein oder phantasierte sie? Neugier und auch Aufregung beschlich sie. Was würde dort passieren? „Was Troll in Andunie noch beachten?“, fragte sie Myrrosz, denn nun war sie nervös geworden. „Wohin du dort gehen?“

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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Montag 6. August 2012, 13:24

Der Dunkelelf setzte seinen Weg fort, er schlug die Zügel und die Pferde begannen sich mit einen Schnauben in Bewegung zu setzten. Sie machten einen kleinen Bogen, der Wagen hinter ihm Knarrte gefährlich. Aber er konnte das Gewicht gut einschätzen und dieser Wagen hatte schon schwere Lasten transportiert.
Das Schaukeln war nicht das Schönste für die Trollin, aber sie erkannte wohl den Nutzen. Über einen Tag hätte sie wohl selber noch gebraucht bis sie tatsächlich im inneren der Stadt angekommen war. Jetzt würde es schneller gehen.
Die Aussicht war eher bescheiden, da der Himmel dunkel war und außer Geräusche von der Kutsche, den Hufen der Pferde und ein Brummen, was selber fast eine Melodie sein konnte, war alles still.
Der Dunkelelf horchte auf, als er Holz knarren hörte und dann die Stimme der Trollin vernahm. Man konnte es zwar nicht sehen, doch Verwunderung machte sich in seinen Gesicht breit. Sie sprach so warm und respektvoll, wie er es nur selten gehört hatte.
Bei den letzten Worten musste er zu lachen anfangen…was jedoch in einem Hustenanfall endete.
„…Arg…also dein Urgeist ist anders… willst du mir sagen, dass es ihm egal ist, wer oder was man ist?“ Wieso fragte er sie das? Vielleicht weil es ihn tatsächlich interessierte.

Myrrosz mochte hässlich wie die Nacht in den meisten Augen sein, aber er war nicht dumm. Dumme sterben schnell, er hatte sich eine Lücke zum Leben gesucht.
Dann jedoch fuhr sein Kopf komplett rum, als sie ihr piepsiges Lied für die kleine Maus anstimmte. Es passte so gar nicht zu den großen Körper und dem Fressverhalten der Trollin. Es klang seltsam bizarr in seinen Ohren, hoch und schrill, doch die Botschaft spürte er fast schon. Nein, auch er war nicht vollkommen abgestumpft gegen anderes. Er versuchte nur nicht Teil von allen zu sein.
Er wurde geschlagen und getreten, doch heimlich lauschte er den Klängen derer die sangen und lachten. Wollte er sich selber damit peinigen, er wusste es nicht.
„recht hast du…sie sind einfältig!“ schnaubte er.
„Warum?“ er zog die Schultern hoch. Ein leises Knacken war zu hören, als er dies machte. Er stieß einen Fluch aus, und rieb sich die Schulter. Tja, das Wetter schien sich wohl zu ändern, dann konnte er die alte Verletzung spüren, die ihn immer wieder quälte.
„… keine Ahnung, ich mag Mäuse eben!...vielleicht weil diese Tiere mich erinnern, wie dämlich die meisten sind…also nicht die Maus! Man kann vieles beim Beobachten solcher Tiere lernen… und ich hatte auch mal eine Maus!“ Er grinste zu ihr rüber.
„Sie hieß Niasell!“ Ja, jetzt kam ihn das Bild er dunklen Maus ins Gedächtnis, aber auch ihr Verlust.
„Sie war eine gute Maus“ Die letzten Worte waren trocken und bitter. Selbst nach so langer Zeit schmerzte es.
Wie man ihn zuschauen ließ, als sie bei lebendigem Leib von anderen Dunkelelfen seziert wurde. Damals konnte er sich nicht wehren, wurde gequält um andere zu amüsieren. Heute würde dies keiner mehr machen. Die Angst, man könnte sich bei ihm Krankheiten oder den Tod holen, hielt die Leute auf Distanz. Er machte seine Arbeit und sie ließen ihn in Ruhe…hatten sogar zum Teil Angst vor ihm.

Die darauffolgende Zeit schwieg er wieder. Er machte sich nur unglücklich, wenn er über so was nachdachte. In den ganzen Jahren hatte nie jemand das Wort länger als nötig an ihn gerichtet. Vermutlich war er einfach von dem langen Tag geschafft, morgen würde alles wie früher sein. Die Trollin würde Andunie betreten und er würde wieder seine Arbeit nachgehen.

Langsam graute der Morgen, die Sicht wurde besser. Die Obstplantagen waren gesäumt mit seltsamen hölzernen Bauten, an denen etwas runterhing.
Der Geruch von verwesendem Fleisch und der morgendliche Lärm von Raben und Krähen. Je näher sie der Stadt kamen, umso mehr konnte man sehen, dass es sich Galgen handelte, die überall aufgestellt waren. Die Leichen der Gehängten baumelten sacht im Wind.
Der Dunkelelf murrte nur leise.
Myrrosz zog seine Kapuze wieder mehr ins Gesicht, er mochte nicht mehr Aufregung als nötig. Und sein Gast würde schon genug Aufsehen erregen.
„ Nichts anstellen solltest du!..also wenn du helfen willst, dann frage immer einen Dunkelelfen oder jemand der stolz erhoben durch die Straßen geht. Nie jemanden, der am Boden liegt oder wimmert… so sollte dir nichts passieren. Die meisten Bewohner werden dort jetzt als Sklaven gehalten. Sie tragen ketten an Händen, hals oder Füße, oder haben einen gesenkten Kopf….Keine Sorge, einen Troll… oder Trollin werden sie bestimmt nichts tun, du bist kräftig…und kannst helfen.“
Er griff wieder zu seiner Flasche und genehmigte sich wieder einen Schluck. Er fühlte sich so seltsam an, so viel zu reden. Obwohl seine Stimme jetzt nicht mehr ganz so verzehrt und krächzend klang. Tief und rau klang sie eher.
„ich werde mich um die nächste Fuhre kümmern. Es sind noch viele Leichen in der Stadt, aber nur ich kümmere mich um den Abtransport… „
Er wies nach vorhin.
„Willkommen in Andunie“ Und ein grausiges Lachen erfolgte.
Noch konnte sie nicht alles erkennen, doch das ehemalige Stadttor hing nur noch in den Angeln. Die Mauer, welche die Stadt umgab, war bis auf ein paar karge Reste komplett zerstört. Die Wachtürme waren von Gestalten mit tiefschwarzen und stachelbewehrten Rüstungen besetzt.
„Wir sind in einer Stunde oder so da“
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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Igrast » Freitag 10. August 2012, 15:07

Dieses Gespräch stimmte die Riesentrollin nachdenklich. Beinahe bedauerte sie das baldige Ende ihrer kurzen Reise. Sicherlich wurde sie häufiger als der Dunkelelf in Gespräche verstrickt, doch das hieß nicht, dass sie diese nicht zu schätzen wusste. Zumal sie jetzt längere Zeit im Wald Eldoras umhergestrichen war, kam ihr jede Gesellschaft recht und wenn man ihr zuhörte und sogar über ihre Witze lachte, na bitte! Die Elfen hatten ihr damals weißmachen wollen, sie sei nicht lustig. Sie setzt wieder ihr fratziges Grinsen auf und lachte tonlos in sich rein.

Fast vergaß sie, die Frage des Dunkelelfen zu beantworten. Sie konzentrierte sich wieder auf das Gesagte: „Urgeist nichts egal ist, aber er nicht WERTEN, wie wir denken vielleicht …“ Unmöglich schien es ihr im Moment, ihre Gedanken in verständliche Worte zu fassen. Sie hielt ihren Gott oder bessergesagt Geist für gnädig und doch hatte sie das Gefühl, sie müsse ihm huldigen und opfern, um ihn nicht zu verärgern. Sie wusste, dass nicht alle Trolle das so sahen und trotzdem reiste ein jeder von ihnen zum Tempel von Kroar … Doch was geschah, wenn man sich widersetzte? Wer würde einen richten? Der Urgeist persönlich? Vielleicht war dieser Brauch nur ein Überbleibsel einer alten Zeit, als die Trollstadt noch existierte. Wollte sie es darauf ankommen lassen? Noch war nicht die Zeit gekommen, darüber nachzudenken. Das spürte sie. Irgendetwas zog sie nach Andunie. Das war wichtiger. Bisher war sie immer ihren Instinkten gefolgt und lag damit selten falsch.

Myrrosz hatte also auch eine Maus. „Niasell … Wie sie dich gefunden?“ Sie bemerkte die Bitterkeit in seinen Worten, fragte aber nicht nach ihrem Ableben, sondern nach dem Beginn ihrer Freundschaft. Vielleicht besaß sie tatsächlich sowas wie Taktgefühl. „Sicher sie gut war! War Maus!“ Den letzten Satz sagte sie mit solch einer Inbrunst, dass ihre Stimme zu einem lauten Grollen anschwoll. „Edle wie kleine Maus sich auf großes Wesen herablassen, nie anders!“ Sie spürte unter ihrem Fell, wie Rolli sie biss, als würde sie ihr widersprechen wollen, doch sie legte nur die Hand auf ihre Begleiterin und flüsterte „Schlaf …“.

Schlaf … Bei diesem Stichwort kam ihr wieder ihr Traum von letzter Nacht in den Sinn. Wunderbar war es gewesen, sich den Bildern von saftigen Fischen hinzugeben und dieser leckere Geruch … Geruch? Es war doch derselbe Geruch hier? Sie verdrängte den Traum und das Gespräch und alle bisherigen Gedanken und sah sich um. Die Kinnlade fiel ihr herunter. Ein Schwall vergorener Luft, der ihr dabei entwischte, vermischte sich mit dem Gestank der Umgebung.

So viele Galgen hatte sie noch nie auf einen Haufen gesehen. Obwohl sie geahnt hatte, dass die Leichen des Dunkelelfen von irgendwoher kommen mussten, hatte sie das Ausmaß der Eroberung noch nicht richtig realisiert. Fassungslos sowie tonlos sprach sie: „Das keine Fische …“ Sie meinte einige Körper von bekannten Menschen zu erkennen. Wäre sie hungrig gewesen, hätte sie sie trotzdem gegessen, keine Frage. Das Gesehene bereitete ihr aber ein mulmiges Gefühl, weil ein Volk, welches so viele Menschen umbrachte, vielleicht auch sie umbringen würde, wenn es keine Verwendung für sie sah. Myrrosz sprach zwar das Gegenteil, doch er konnte sich irren. Und immer noch wusste sie nicht, wie ihre Stadt aussah.

Sie würde erstmal dem Dunkelelfen folgen, bis sich ihre Wege trennten, dann würde sie sich dort umsehen. Eigentlich wollte sie seine Gesellschaft nicht aufgeben, doch sie sah ein, dass er seinem Tagewerk nachgehen musste und sie wollte nunmal erst die Stadt erkunden und nicht schon wieder in die Stille Ebene rausfahren. Obwohl die Kost auf dem Wagen des Dunkelelfen schon nicht schlecht war…

Es zog Igrast nicht nur wegen den jüngsten Ereignissen nach Andunie – Nein, sie wollte sich wieder unter Leute mischen. Vielleicht würde sie begafft werden, doch das nahm sie in Kauf. Plötzlich grunzte sie auf: „Mhh, sehen, ob Dunkelelfen guten Teufelsschnaps haben wie du. Mhhh, Tavernen noch stehen? Du zeigen?“ Letzteres klang bittend und wieder etwas piepsig. Möglicherweise konnte sie Myrrosz noch zu einem Absacker überreden. Mit großen Augen schaute sie ihn von hinten an.

Als sie Andunie näher kamen, bemerkte sie, dass die Mauern gefallen waren. Die Gestalten auf den Türmen trugen stachelbewehrte Rüstungen. Sie meinte, einige Blicke auf sich zu spüren. Wem dienten diese Gestalten eigentlich? Es musste jemand an der Spitze dessen stehen. „Wer euer Herrscher? Wo ihr herkommen?“, fragte sie Myrrosz leise, obwohl sie noch nicht in Hörweite waren.

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Re: Nördliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 15. August 2012, 17:58

Obwohl die Trollin dies bestimmt nicht beabsichtigt hatte, so ließen die Worte über den Urgeist selbst den Dunkelelfen nachdenklich werden.
„kein werten... früher hätte ich mir so was gewünscht, heute ist es mir egal!“ sprach er nur darauf. Doch tatsächlich bezweifelte Myrrosz, auch wenn es nur ein kleiner Teil war. Wenn man anfing es zu hinterfragen, so konnte es leicht sein, dass man mit anderen Antworten konfrontiert werden würde. Vielleicht das er tatsächlich gefallen an so einem Gott oder Geist finden konnte. Einer der nicht ständig erwartete, dass man ihn Opfer brachte oder huldigte.
Er schüttelte den Kopf, so als könne er damit diese absurden Gedanken vertreiben.

Da war ihm der Themawechsel doch lieber.
„sie war bei mir geblieben, nachdem ich sie gerettet hatte... ja, edle Geschöpfe“ bestätigte er ihre Aussage, und drehte sich dann doch um, als sie wieder mit ihrer Maus sprach. Egal wie grobschlächtig die Trollin auch aussehen mochte, so war ihr liebevoller Umgang das Gegenteil. Der Schein kann trügen, selbst unter Trollen.
Er wandte sich wieder ab, konzentrierte sich auf dem Weg.

Jetzt war es tatsächlich an ihm auf zu lachen. Mochte die Trollin doch tatsächlich sein Gebräu.
„ich bezweifle das sie so einen Schnaps dir bieten können...ist nicht gut genug, für ihre empfindlichen Mägen...“ Nur schwer konnte er sich ein kriegen, was ich dann in einem Hustenanfall rächte. Es dauerte einen Moment, da hatte er sich wieder zusammen gerissen.
Das hast du davon...
„Tavernen...ja, … „ Er blickte sie bei ihrem piepsigen Tonfall an. Es war schon irgendwie süß, wie sie ihn anbettelte noch mit zu kommen. Das war ihm ja vollkommen fremd.
Er wandte sich fast schon übereifrig wieder ab und wedelte mit der Hand rum.
„ist ja gut... ich zeige sie dir, die Arbeit kann warten...läuft ja nicht weg“ darauf könnte er selber lachen. Als wenn Leichen weglaufen würden, jedenfalls nicht diese.

Sie kamen an das Stadttor, fuhren weiter.
„keine Sorge, sie tun dir nichts!“ sprach er fast schon beschwichtigend sanft.
„Sie kommen aus Morgeria...und jeder will von ihnen herrschen...so sind Dunkelelfen ...meist“



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