Die Sippe der Rot-Mähnen

Das Wohnviertel besteht hauptsächlich aus großen Gebäuden aus Holz und Steinen. Die Leoniden leben in Rudeln, deswegen so große Gebäude. Meist sind sie verziert mit den Häuten ihrer Beute und dem Zeichen des Rudels, welches in dem Gebäude haust.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Donnerstag 16. Mai 2013, 10:34

Es war für die junge Frau alles andere als leicht, diesen Weg zu gehen… oder vielmehr zu humpeln. Ihr Bein schmerzte und die Belastung strengte sie an. Doch sie konnte Kazel nicht einfach so ziehen lassen, nicht zulassen, dass er sie hier allein ließ und sich nicht ihren Worten stellte.
Auch wenn sie womöglich nur Vorwürfe für ihn hätte, vor allem, weil er sie geschwängert hatte und gerade dieser Punkt ungerecht wäre, würde ihr das Herz bluten, sollte er diese Siedlung verlassen. Besonders, da sie sich dann große Sorgen machen würde, ohne es sich natürlich eingestehen zu wollen.
Deswegen musste sie ihm erst einmal den Kopf waschen und ihn zurecht stutzen, damit er von dieser Wahnsinnsidee wieder ablassen würde. Natürlich stand ihm die Rüstung, das war keine Frage. Er war zwar ein kleiner Vertreter ihrer Rasse, dennoch war er attraktiv und diese Aufmachung ließ ihn männlicher wirken als die Fetzen, die er bei ihrem Kennenlernen getragen hatte. Was nicht bedeutete, dass es ihr gefiel, ihn darin zu sehen oder wie er daran herum zupfte.
Gern hätte sie ihn davon befreit gesehen und wenn sie es persönlich tun müsste! Wobei die Dinge, die sie mit einem nackten Mann anstellen könnte, in diesem Fall eher zweitrangig wären. Obwohl… zu diesem Mittel würde sie auch greifen, sollte es nötig sein, um ihn hier zu behalten. Mehr als schwanger konnte sie nun auch nicht mehr werden…
Endlich hatte sie ihn erreicht und baute sich vor ihm auf, zwar kleiner als er, doch mit einem derart vorwurfsvollen Blick, dass deutlich wurde, dass sie sich von einer Körpergröße oder Rüstung nicht einschüchtern lassen würde.
Als er sie entdeckte, was erstaunlicherweise ein paar Atemzüge lang dauerte, begann er zu lächeln. Er schien sich darüber zu freuen, sie zu sehen, und er machte mit seiner Bemerkung auch gleich deutlich, warum.
Doch sie schüttelte sofort und entschieden den Kopf. „Nein, ich bin gekommen, um dir zu sagen, wie wahnsinnig das ist! Das kann nicht dein Ernst sein, dass du da mit machen willst!“, warf sie ihm leise zischend vor und verfiel instinktiv in ihrer beider Muttersprache.
Nicht so sehr, weil sie deutlich machen wollte, welches Blut auch sie beide in sich trugen, sondern schlichtweg, damit es weniger Zuhörer geben würde, die sie auch verstehen könnten. Ein wenig Privatsphäre wollte sie in dem Punkt schon haben.
Kazel allerdings schien fest entschlossen, tatsächlich in den Kampf zu ziehen. Was dafür sorgte, dass sich schon jetzt ein Klumpen in ihrem Magen zu bilden begann, der mehr als schwer darin zu liegen schien.
Ein weiteres Mal schüttelte sie den Kopf, während sie feststellen musste, dass ihre Kehle eng geworden war. Auch brannten ihre Augen verräterisch und das gefiel ihr absolut nicht. „Das geht nicht. Das kannst du einfach nicht tun!“
Fest presste sie die Lippen aufeinander, kaum, dass die Worte heraus waren, denn auch ihre Stimme klang bereits ein bisschen weinerlich. Verdammt, sie musste sich beherrschen!
Für einen Moment lang wandte sie den Blick von ihm ab und kämpfte um Haltung, die Hände zu Fäusten geballt. Am liebsten hätte sie ihm vorgeworfen, dass er das nicht tun könne, weil er sie nicht allein lassen könne. Aber das brachte sie nicht über die Lippen, das verbot ihr der eigene Stolz.
Wenngleich genau diese unausgesprochenen Worte deutlich in ihrem Augen zu lesen waren, als sie es schaffte und Kazel wieder ansah. „Es geht einfach nicht.“, wiederholte sie noch einmal, wenn auch diesmal so leise, dass sie nicht wusste, ob er sie überhaupt hatte verstehen können.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 25. Mai 2013, 19:09

Das Lächeln schwand, als Janay sich vor ihm aufbaute und ihn regelrecht anfuhr. Vor allem, dass sie plötzlich Lerium sprach, sorgte dafür, dass sich Kazels Brust etwas zusammenzog. Sie war nicht hier, um sich zu verabschieden, sie hielt ihm hier eine Standpauke. Er nickte, antwortete gleichermaßen in ihrer gemeinsamen Muttersprache: "Es ist mein Ernst, Janay und Teil der Abmachung, die euch alle hier von den Leoniden vor dem Krieg da draußen beschützt." Seine Stimme war ruhig, aber begeistert klang er selbst nicht darüber, was er sagte. "Es ist meine Pflicht, ich werde mich davor nicht drücken. Ich gehöre der Bruderschaft des Lichts an." Dass selbst dies nicht richtig stimmte, verleugnete er vor sich selbst. Er konnte kaum deren Bruder sein, erst recht nicht, nachdem er Landria Sinal auf dem Gewissen hatte. Doch im Moment war er Teil dieser Gruppierung, im Moment war auch er einer von ihnen und dazu berufen, sich mit den Leoniden dem Schrecken draußen zu stellen, um weitere Flüchtlinge - weitere Brüder und Schwestern - zu retten.
"Ich kann nicht?", fragte Kazel dann. Er trat dichter an Janay heran. Sie roch gut, jedenfalls war dies der erste Gedanke, der ihm in ihrer Nähe in den Kopf schoss. Sie roch unglaublich gut. Gern hätte er sich die kleine Distanz zu ihr herunter geneigt, sie zaghaft geküsst und dann an ihrem Haar geschnuppert, aber er wagte es nicht. Sie schien so wütend zu sein, dass er seiner Aufgabe folgte und das tat, was man von ihm erwartete. Als wollte sie mich nicht gehen lassen. Kazel blinzelte diesen neuen Gedanken von sich. Das konnte ja unmöglich sein. Sie mochte ihn nicht und war vermutlich nur wütend, weil es passieren könnte, dass er draußen fiel. Er ließ sie schwanger zurück. Er ließ sie allein. Etwas zog sich in Kazels Brust zusammen und schnürte ihm gleichzeitig die Kehle zu. Nun hielt ihn nichts mehr. Er reckte die Hand, um damit unter das Kinn der Frau ihm gegenüber zu fahren und es etwas anzuheben. Sein tiefblauer Blick begegnete ihr. "Ich muss, aber ich komme zurück. Ganz gleich, wie. Ich lasse dich und das Kind nicht im Stich, ich schwöre es dir, wenn du willst."
Ein böses Versprechen, denn niemand konnte sagen, ob er es würde halten können.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Samstag 25. Mai 2013, 22:29

Dass ihrem Gegenüber nicht gefallen würde, was sie ihm zu sagen hatte, konnte sie sich denken. Allerdings war es ihr auch nicht recht, dass er jetzt einfach verschwinden und sie allein lassen würde. Wenngleich sie sich noch bei weitem nicht eingestehen würde, dass sie auch Angst um sein Leben haben und ihn bei sich haben wollen würde, war es immerhin so weit mit ihr gekommen, dass sie es ihm nicht derart einfach machen würde, sein Vorhaben durchzuziehen. Unter dem Vorwand, ihm die Leviten lesen zu wollen, wollte sie ihm klar machen, dass er gefälligst hier zu bleiben und sich ihr zu stellen hatte.
Ihre Augen wurden schmal bei seiner Erwiderung. "Was heißt hier Teil der Abmachung? Was für eine Abmachung? Ich weiß von nichts!", hielt sie dagegen und sah ihn wie eine kleine, kampfeswütige Katze an, als gehöre sie auch schon von ihrem Verhalten her zu diesem Ort mit all den seltsamen Gestalten. "Mit mir hast du keine Abmachung!", setzte sie noch hinzu und reckte ihr Kinn herausfordernd nach vorn.
Indes sprach er weiter und erwähnte eine sogenannte Pflicht, die sie leise und eher abfällig schnauben ließ. "Ach ja? Du willst also da hinaus gehen und zulassen, dass sie tun, was ihnen bisher nicht gelungen ist?"
Waren das bereits die ersten Hormone, die dafür sorgten, dass ihr die Kehle eng wurde und sie ein verräterisches Brennen in den Augen verspürte? Oder steigerte sie sich nur gerade hinein, aus Gründen, die sie weder verstand, noch sich eingestehen wollte? Janay wusste es nicht und hatte jetzt auch nicht den Nerv dazu, sich damit auch nur im Geringsten zu befassen.
Sie räusperte sich leise und versuchte, durch den Angriff nach vorn ihre Gefühle zu überwinden.
Als er ihr die eigenen Worte mehr oder weniger zurück gab und auf sie zu trat, schluckte sie schwer, bemühte sich aber nun erst recht um eine aufrechte Haltung. "Genau, du kannst nicht!", gab sie gepresst zurück und verspürte den Wunsch, sich an ihn zu lehnen und die Arme um ihn zu schlingen, um ihn notfalls solange festzuhalten, bis sowieso alle weg waren und er nicht mehr hinterher können würde.
Jedoch riss sie sich zusammen... noch, weil sie das als Schwäche gesehen hätte und glaubte, dass er das genauso erkennen würde. Es war eine neue Situation für sie, eine, die Ähnlichkeit mit einer Zeit ihrer Vergangenheit hatte, welche sie nichts weiter als Schmerz gelehrt hatte. Das war nicht gut, das war ihr bewusst, und sie würde dagegen ankämpfen müssen. Später... wenn das hier überstanden wäre.
In ihrem Augenwinkel sah sie seine Bewegung, sodass sie nicht zusammen zuckte, als er sie unter ihrem Kinn berührte und sie dazu brachte, dass sie seinem Blick gar nicht hätte ausweichen können, wenn sie es gewollt hätte. Was sie nicht vor hatte, sondern stattdessen entschlossen zu ihm hoch sah.
Bei seinen Worten wurde ihre Kehle endgültig vollkommen eng und ihr Blick verschwamm ein wenig, da sie jetzt die Tränen nicht mehr ganz unterdrücken konnte. "Und wenn nicht?", krächzte sie kaum verständlich. "Was, wenn dir dort was passiert? Wenn sie dich nicht in einem Stück zurück bringen? Oder du überhaupt verschwindest? Oh, ich trau dir zu, dass du mir so was antun würdest, bevor ich mit dir fertig bin!"
Es waren unüberlegte Worte, das wusste sie, und auch ihr Verhalten stand ihr eigentlich nicht zu. Trotzdem konnte sie gerade nicht anders und sie merkte, dass die Tränen stärker wurden. Es war ihr egal, ob sie so jemand sehen würde, aber sie hatte Angst. Vor dem, was kommen würde, und vor dem, was Kazel passieren könnte. So wenig ihr das gefiel... Doch im Moment konnte sie ihre Aufgewühltheit nicht verbergen oder sonstwie herunter schlucken.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 5. Juni 2013, 17:07

Kazel blieb ruhig, auch wenn er Janay jetzt am liebsten eng umarmt hätte. Ihre Reaktion auf seine Worte war ... sie berührte ihn. Es hatte allem Anschein nach den Eindruck, dass sie ihn nicht gehen lassen wollte. Er war sich nur nicht ganz im Klaren, warum? Sie hielt ihn doch für einen Verräter und ihm eine Lektion zu erteilen konnte kaum der alleinige Grund sein! War es das gemeinsame Kind, das unter ihrem Herzen heranwachsen würde? Vielleicht ... in jedem Fall war es ein so viel schönerer Grund, weshalb sie Kazel hier nun eine gehörige Standpauke hielt. Er ließ sie über sich ergehen, lauschte ihren Worten und konnte nicht aufhören, sacht zu lächeln. Selbst als er ihr eine ernsthafte Erklärung auf ihre Fragen gab, senkten sich die Mundwinkel nicht. "Zu eurem Schutz und dem unseres Kindes", antwortete er vollkommen ruhig. "Der König der Leoniden schickt seine kämpferischen Katzen nicht aus einer Gnade heraus in den Krieg. Er unterstützt die Menschen, erwartet dafür natürlich auch, dass wir uns solange nicht in seiner Heimstatt verbergen und Däumchen drehen. Wir gehen als eine Einheit hinaus, Janay. Xenia kämpft an der Front und ich schließe mich den Spähern und Plänklern an. Ich werde nicht in die offenen Schwerter meiner Verwandten laufen. Und nein ... mit dir habe ich keine Abmachung. Nur das Versprechen, das ich dir eben gab. Ich komme zurück, Janay."

Endlich schwand das Lächeln, es wich einer Spur gerührter Sorge und Schrecken. Kazels meerblaue Augen hatten nämlich einen Blick auf die Tränen erhascht, die sich in Janays Augenwinkeln anstauten und mit diesem kurzen Aufblitzen salziger Feuchtigkeit war ein Ruck ins Herz des Mischlings gefahren. Jetzt hielt er sich nicht mehr zurück, er wollte diese Frau trösten, die innerlich so darum flehte, dass er nicht ging, nach außen aber stark blieb und es verlangte. So hielt er sich jetzt nicht länger zurück, legte sacht seine Arme um die Elfe. Er zog sie dicht an sich heran, hielt sie. Ihr Haar roch gut. Er mochte diesen Duft.
"Ich werde mich vor dieser Pflicht nicht drücken",antwortete Kazel und behielt es offen zu klären, ob er damit nun die Mission gegen die Dunkelelfen oder die noch anstehende Predigt seitens Janay meinte, sollte er zu ihr zurückkehren. "Du wirst mir fehlen, aber hier bist du sicher. Kümmere dich um die anderen und schau auch, ob Sintus wieder zu uns zurückfindet."
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Freitag 28. Juni 2013, 03:57

Nein, sie wollte ihn nicht gehen lassen, definitiv nicht! Die Gründe allerdings... die waren ihr selbst mehr als schleierhaft und wenn sie ehrlich war, wollte sie sich auch gar nicht mit diesen auseinander setzen. Sie würden zu deutlich machen, was sie nicht erkennen wollte, weil es sie geschmerzt und verunsichert hätte. Noch mehr, als sie es ohnehin derzeit schon war.
Wie auch hätte sie damit fertig werden sollen, dass sie einen, der sie bitter enttäuscht und verraten hatte, noch immer irgendwie mochte? Dass nicht das Würmchen, das in ihr heran wachsen könnte, wenn ihr Körper fähig genug dazu wäre, der Grund dafür war, weswegen sie sich noch Gedanken um ihn machte. Darum wollte sie sich hinter einer fadenscheinigen Ausrede verstecken, die bedeutete, ihm die Leviten zu lesen, weil er verschwinden wollte.
Einfach so, ohne ein Wort zu sagen, wäre sie nicht durch den Lärm aus der Höhle gelockt worden! Das verletzte sie beinahe so viel wie sein Verrat, indem er ihre Rasse Sintus verraten hatte.
Und es machte das Ganze nicht besser, dass er die gesamte Zeit über lächelte und nicht mehr damit aufhören zu können schien. Im Gegenteil, damit ärgerte er sie erst recht und wäre da nicht ihr verletzter Fuß gewesen, sie hätte wohl wie ein kleiner, wütender Giftzwerg aufgestampft.
Stattdessen blitzten ihre Augen lediglich zornig. "Das ist kein Spiel, Kazel, verdammt noch mal!", fauchte sie angriffslustig, weil sie sich über sich selbst ärgerte, da sie sich nicht besser im Griff hatte. Aber sie konnte gerade nicht anders, sie war in einem Ausnahmezustand!
"Du weißt ganz genau, was sie mit einem Späher machen.", fügte sie hinzu und konnte zumindest überspielen, dass sie selbst zu ihrem eigenen Vorteil keine Ahnung hatte. Janay konnte sich nur etwas zusammen reimen und das reichte ihr bereits.
Danach jedoch presste sie die Lippen aufeinander. Sie beide hatten eine Abmachung, ganz bestimmt, da war sie sich sicher... ihr fiel nur keine ein, mit der sie ihn tatsächlich zurück halten könnte. Und es schürte die Verzweiflung in ihr, sodass sie nicht mehr länger gegen die Tränen angehen konnte.
Besonders nicht, als sie ihr in die Augen stiegen und der Mischling sie auf einmal in seine Arme zog. Da war es erstmal aus mit ihrer Beherrschung. Leise schluchzte sie auf und klammerte sich instinktiv an ihm fest, denn es war lange her, dass sie jemand so tröstend gehalten hatte. Und noch nie war es vorgekommen, dass es männliche Arme gewesen waren...
Deswegen kämpfte sie noch immer dagegen an, obwohl sie mit jedem zittrigen Atemzug mehr an Boden verlor. Es wäre ihr ein Leichtes gewesen, seine Worte so zu deuten, dass sie ihm daraus einen Strick drehen könnte, um ihn wieder angehen zu können. Doch ihr fehlte gerade der Nerv dafür.
Trotzdem schaffte sie es irgendwie, diesen Moment der Schwäche zu überwinden und schniefend eine Hand zu lösen, um sich undamenhaft die Nase mit deren Rücken zu wischen. Ein wenig löste sie sich von ihm, ohne sich mit nach Nachdruck befreien zu wollen, und sah entschlossen zu ihm hoch. "Warum? Warum müssen Kerle immer die Helden spielen und in den Kampf ziehen wollen?", wisperte sie und ignorierte die Information, dass auch Xenia mitgehen würde.
Langsam schüttelte sie den Kopf. "Ich will von diesem Krieg nichts mehr hören. Und ich will niemanden betrauern müssen." Noch weniger wollte sie, dass diese Angst Wirklichkeit oder noch schlimmer wurde, als sie ohnehin schon war.
Ob ihr Erzeuger ebenfalls kämpfen würde? Wohl kaum. Ihr Bruder? Ja, vielleicht. Ob er gut wäre? Sicherlich. Und sie wollte sich nicht ausmalen, dass durch irgendein verfluchtes Schicksal ausgerechnet diese Beiden aufeinander treffen würden, ohne, dass sie die gemeinsame Verbindung ahnen würden. Oder ihr Bruder es nicht, denn sie konnte nicht einschätzen, wie ähnlich sich die Geschwister sahen.
Denn dann wäre Kazel verloren, davon war sie überzeugt. Selbst wenn er so etwas wider Erwarten überleben und siegen könnte, würde sie diese Möglichkeit nie ausschließen und ihm wirklich nicht verzeihen können. So oder so, sie hätte sich am liebsten in diese Höhle verkrümelt, unter einer der vielen Decken übergezogen und hätte sich die Augen ausgeweint, um danach zu vergessen.
Wahrscheinlich spielte sie gerade verrückt, aber dagegen kam sie nicht an, dazu war es viel zu viel auf einmal, sodass sie die tröstende Umarmung eigentlich noch länger benötigen würde.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 3. Juli 2013, 14:33

Ein sachtes Nicken auf ihr Fauchen, mehr nicht. Kazel verstand. Es war alles andere als ein Spiel. Er verstand sehr gut und genau deshalb durfte er sich jetzt nicht heraushalten, um dieses Spiel andere spielen zu lassen. Er war einer jener Bauern auf dem Schachbrett ... vermutlich sogar einer der wenigen, die man als erstes vorsetzte. Auch ihm war es zu verdanken, er hatte mitgewirkt, den Stein ins Rollen zu bringen. Er war bereits mitten im Spiel und konnte jetzt nur versuchen, andere Figuren zu schützen. Den König ... die Dame ... seine Dame.
Kazels meerblauer Blick ruhte auf Janay. Er versuchte, sich ihr Gesicht gut einzuprägen. Daran würde er festhalten, an diesem Bild, wenn er mit den anderen - mit Fremden - unterwegs war, um Fremde zu bekämpfen. Er hatte Angst, dass es ihn bewegungslos machte. Er fürchtete Konfrontationen mit den Dunkelelfen, selbst wenn er nur Teil eines Spähtrupps sein würde. Aber er fürchtete noch mehr, nicht dabei zu sein. Ein Pflichtgefühl hatte sich bei ihm aufgebaut, getroffen durch die eigenen Entscheidungen, die eigenen Forderungen, die er dem König von Lenonia gestellt und im Gegenzug seinen Körper und seine Seele angeboten hatte. Er war jetzt Soldat der Leoniden, noch immer Mitglied der Bruderschaft des Lichts und Janay nur insofern etwas schuldig, als dass er sie mit einem Kind zurückließ, dass seinen Lenden entsprungen war. Auch dieser Schuld wollte er sich stellen ... als Letzte, denn sie war ihm die wichtigste, für die er seine ganze Aufmerksamkeit brauchen würde. Nichts sollte einen Schleier über die Geburt eines Kindes legen. Seines Kindes.
Härchen auf seinen Unterarmen und im Nacken richteten sich prickelnd auf bei dieser Vorstellung.

"Ich weiß sehr gut, was unsergleichen mit irgendjemanden machen, den sie als Feind ansehen, Janay", antwortete er ihr und verzog dabei etwas die Lippen. Wer wusste das wohl nicht? In Morgeria rief mach zu öffentlichen Folterungen auf, bei denen man sich an neugierigen Zuschauern nur zusätzlich ergötzte. Köpfe wurden wie Trophäen auf die spitzen Zaunzinken gespießt, die dunkelelfische Anwesen wohl mehr aus diesem Zweck umgaben anstatt zur Zierde.
Es lief Kazel heiß und kalt den Rücken herunter, als er sich dieser Erinnerungen gewahr wurde. Eine Vergangenheit, die er weit hatte hinter sich lassen wollen. Er würde Morgeria aber nie wieder sehen. Sollte man ihn erwischen, wäre er tot, bevor die dunklen Völker überhaupt auf die Idee kämen, mit ihm in die Heimat aufzubrechen. Er schüttelte leicht den Kopf. Nein, daran wollte er nicht denken! Nicht jetzt, da er direkt vor Janay stand, vielleicht das letzte Mal überhaupt. Da reichte auch nicht, einfach vor ihr zu stehen. Kazel hatte sich die Elfe in die Arme gezogen. Eine Wärme erfüllte ihn, am liebsten wäre er so stehengeblieben, aber sein Blick flog schon zur Sonne, die sich dem Torbogen immer mehr näherte. Viel zu schnell ging es plötzlich!

Umso tiefer trafen ihre Worte, als sie nach dem Grund seiner Entschlossenheit fragte. Der Mischling spannte sich etwas an, dass Janay es wohl spüren mochte, selbst als sie sich ein wenig von ihm löste, um zu ihm aufzuschauen. Ein gequältes Lächeln huschte über seine Züge. "Will ich doch gar nicht. Ich bin auch alles andere als ein Held. Ich bin ein Feigling, der sich am liebsten aus allem heraushalten würde, Janay. Vielleicht ... hilft mir das zu überleben." Er fürchtete bereits, dass er im Angesicht des Todes durch dunkelelfische Einheiten kehrtmachen und sich verstecken würde. Deserteur, aber am Leben. Etwas länger als andere, die sich wagemutig den feindlichen Truppen stellten. So mutig und ehrgeizig wie Xenia.
Ein Zucken ergriff Besitz von Kazel. Er spannte die Schultern noch mehr an. "Ich muss den Helden spielen. Ich bin es allen schuldig, die mit mir gehen." Eine Pause entstand, in der Kazel mehrmals tief durchatmete. Schließlich brach er noch einmal das Schweigen, auch wenn seine Stimme zu einem heiseren Kratzen abgeklungen war: "Ich will nicht von dir weg."
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Sonntag 7. Juli 2013, 01:11

Die junge Dunkelelfe hatte nicht wirklich das Gefühl, dass er begriff, was er vorhatte zu tun. Oder was das für sie bedeuten würde... Sie verstand es ja nicht einmal selbst! Sie war sich selbst zu einem Rätsel geworden und wollte nicht wahrhaben, was Talimée wohl längst erkannt hatte.
Da durften keine Gefühle sein, auch nicht aufgrund des Krümelchens, das in ihr heranwachsen wollte. So etwas war niemals gut, sondern führte nur zur Einsamkeit, Trostlosigkeit, Schmerz... Diese Lektion hatte sie eigentlich gelernt! Und dennoch...
Ihr wurde einfach nur übel bei dem Gedanken daran, dass Kazel diese Siedlung verlassen könnte, um dem Krieg entgegen zu treten und nie wieder zu kommen... oder schlimmer noch, wieder zu kommen und nicht mehr der zu sein, der gerade vor ihr stand. Innerlich und äußerlich... Das musste sie verhindern, so kindisch und töricht das auch sein mochte.
So sehr sie sich selbst im Nachhinein dafür auch hassen würde, weil sie Hoffnung zugelassen hätte, wo sie eigentlich am besten wissen musste, wie sehr sie später darunter leiden würde. Und hatte der Mischling es ihr nicht bereits mit seinem Verrat bewiesen?
Und trotzdem stand sie hier und versuchte, ihn zum Umdenken zu bewegen. Zur Einsicht, dass es nichts bringen würde, wenn er sich einmischte in diesen Kampf, der nur Leid bescheren konnte. Dass er besser überleben könnte, wenn er es sein ließ. Ganz so wie sie es halten wollte, mehr denn je seit ihrer Begegnung in Kosral.
Bei seiner Erwiderung, die beinahe wie eine Zurechtweisung in ihren Ohren klang, presste sie einen Moment lang die Lippen fest aufeinander. Dann jedoch sah sie zu ihm auf, regelrecht trotzig und vielmehr wie ein Kind, ganz so, wie ihre gemeinsame Rasse Wesen ihres Alters betrachteten. "Wenn du es weißt, warum willst du dann gehen? Warum dich als Belustigung anbieten wie ein Opferlamm?!", zischte ihm entgegen, unfreundlicher, als sie es wollte, aber zu aufgewühlt, um sich zu beherrschen. Ihrer beider Muttersprache, in der sie sich unterhielten, tat ihr Übriges dazu bei, diesen negativen Eindruck zu verstärken.
Sie wollte einfach nicht, dass er ging und sie hier zurückließ, dass er sich da hinaus schlich und sie ihn erwischen könnten. Denn dann würde ihre Phantasie und die Erinnerung an ihre frühesten Kindheit nicht ausreichen für das Grauen, das ihm drohen könnte. Und wie sollte sie das dem Wurm erklären, wenn er jemals nach dem Vater fragen sollte? War waren das denn für Gedanken? Wenn es nach ihr ginge, würde dieses Kind niemals erfahren, wer es gezeugt hatte, noch überhaupt Interesse daran zeigen!
Innerlich schüttelte sie den Kopf und musste ihre gesamte Konzentration aufbringen, um sich wieder zusammen reißen zu können. Vor allem, weil sie es sich nicht leisten konnte, zu lange in seinem Arm zu verharren und es zu sehr genießen, diesen Trost zu erhalten.
Dadurch konnte sie auch wahrnehmen, wie er sich anspannte, was ihr mal wieder zeigte, dass bei seiner dünnen Erscheinung trotzdem auch geübte Muskulatur unter der Haut stecken konnte. Es ließ sie unwillkürlich an dieses eine Mal denken, als er auf ihr gelegen hatte, unerfahren und viel zu hektisch, aber mit einem Körper, wie geschaffen für sie.
Fest kniff sie die Augen zusammen, daran wollte sie noch viel weniger sich erinnern! Besser, sie löste sich von ihm, obwohl es ihr schwer fiel, doch sie zog es entschlossen durch. Nicht vollständig, auch, um ihn nicht durch ihr Humpeln darauf hinzuweisen, dass sie noch immer verletzt war. Aber in der Theorie ausreichend, um zu zeigen, dass sie es ernst meinte.
Ihre Mimik verdüsterte sich noch mehr und sie wandte ihr Gesicht ab. "Warum tust es dann nicht einfach? Oder willst du lieber in den Kampf flüchten, als..." Sie brach ab und musste erneut gegen die Tränen ankämpfen. Es wollte ihr nicht über die Lippen, was sie hatte sagen wollen.
Vielleicht würde er es auch so verstehen, was sie meinte. Was sie ihm unterstellte. Dass er eher vor der Verantwortung, ein Kind gezeugt zu haben, davon laufen wolle, als vor diesem Krieg, der diesen Ort bislang noch nicht erreicht hatte. Dass seine Angst vor der Zukunft mit ihr größer wäre als jene vor dem Feind, der sie beide einmal aufgezogen hatte.
"Natürlich, du bist es ihnen schuldig...", wisperte sie und konnte nicht verhindern, dass sich Bitterkeit in ihre Stimme mischte. "Als wärst du mir weniger schuldig.", fuhr sie fort und brach wieder ab.
Bis zu seinen nächsten Worten, die dafür sorgten, dass sie ihn abrupt erneut ansah. Ihre Augen schimmerten feucht und sie drohte, den Kampf gegen die Tränen ein weiteres Mal zu verlieren. "Du willst nicht von mir weg? Ach ja?! Und warum versuchst du alles, um genau das Gegenteil zu erreichen?!", fauchte sie ihm mit zittrigen Lippen entgegen. Angefangen von seiner kaltherzigen Art bei ihrer Begrüßung, über seinen Verrat und seine Flucht aus der Höhle, bis zu dem Aufmarsch jetzt. Kazel setzte alles daran, von ihr wegzukommen.
Noch ein Punkt, der sie traf, denn für gewöhnlich sehnten sich Männer nach ihr und liefen ihr nach. Allerdings, sobald einer davon an Bedeutung für sie gewann, kehrte sich das Ganze um. Es war zum Verrücktwerden!
Mit einem verzweifelten Aufschluchzen drückte sie sich von ihm weg, taumelte einen Schritt zurück und trat ausgerechnet, unbedacht, auf ihren verletzten Fuß. Ein Laut des Schmerzes kam ihr über die Lippen und mit fließenden Tränen kippte sie zur Seite, drohte unsanft auf den Boden zu treffen, weil sie sich nicht auf den Beinen halten konnte.
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Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 10. Juli 2013, 19:00

Er schaute Janay nicht ohne eine Spur Traurigkeit an. Kazel wollte doch gar nicht gehen. Am liebsten würde er bei ihr bleiben. Er hatte es Xenia oft genug gesagt, er war kein Kämpfer. Und dennoch hatte er sich entschieden. "Ich will nicht, ich muss. Ich bin eine Verpflichtung eingegangen ... und weder vor dieser noch vor anderen werde ich mich drücken." Sein Blick wanderte langsam an Janay herab, zu ihrem Bauch und genau dort blieb er haften. Er blieb im Gegensatz zu Janay überraschend ruhig.
Wie gern hätte Kazel sie jetzt berührt, den Bauch gestreichelt, als könnte er bereits das Leben darin spüren. Seit dieser Nachricht erfüllten ihn immer wieder warme Schauer, wenn er daran dachte. Er würde Vater werden. Es kribbelte in seinem Herzen bei dem Gedanken und dieses Gefühl war fern jeglicher Negativität. Er fühlte sich wohl. Er war glücklich.
Dieses Glück würde brechen, wenn er loszog. Das wusste er selbst. Es würde brechen und wäre fort, sollte Janay nicht zurückbleiben und auf ihn warten. Kazel konnte nur hoffen, dass sie erkannte, dass sie in Lenonia derzeit am sichersten war. Eine Schwangere durfte sich nicht auf den Schlachtfeldern Celcias herumtreiben! Noch einmal wollte er nach ihr greifen, sie wieder dichter in seine Arme ziehen. Es tat so gut, sie zu halten. Sie war warm und weich. Er wollte sich an das Gefühl erinnern, wenn er allein draußen an der Front wäre.
"Ich komme zurück. Das bin ich dir schuldig ... und unserem Kind." Er sprach bewusst von ihrem gemeinsamen Kind. Er zog keine distanzierte, unsichtbare Grenze, was nur bedeuten konnte, dass Kazel die Verantwortung übernehmen wollte und ja, er freute sich auf den Nachwuchs. Janay denn nicht? Kurz musterte er sie, fragend, ehe er noch betonter wiederholte: "Ich komme zurück."
Ein Versprechen, das er sich auch selbst geben wollte, weil er fürchtete, er könne es sonst nicht halten. Bedauerlicherweise schien Janay ihm kein Wort zu glauben. Sie fürchtete, dass er gehen wollte. Sie fürchtete, dass er dieses Versprechen nicht halten würde. Sie glaubte doch tatsächlich, es sei sein Wunsch, den Spähtrupp zu begleiten!
Sacht schüttelte Kazel den Kopf. "Natürlich will ich nicht von dir weg, ich ... du bedeutest mir sehr viel, Janay", gab er zu, wobei seine Stimme stets leiser wurde. Dafür färbte sich die mandelbraune Haut um seine Wangen leicht rosa und auch die Ohrspitzen nahmen diesen Ton an. "Aber verstehe doch, dass ich eine Verpflichtung eingegangen bin. Ich ... kann nicht zurück. Dann wäre ich auch auf dieser Seite des Krieges ein Feind." Verräter! Das kannst du ja gut. Kazels Mundwinkel zuckte ob seines eigenen Gedankens. Er biss die Zähne zusammen, wobei die Zunge unwillkürlich über die gespitzten Eckzähne fuhr, in denen Gift schlummerte, abrufbereit.
Hätte Janay nicht in diesem Moment einen schmerzverzerrten Laut von sich gegeben, Kazel hätte nicht reagiert. So aber sprang er reflexartig vor, um nach ihr zu greifen und sie daran zu hindern, den Erdboden zu küssen. Stattdessen klammerte er sich an sie, versuchte, sie zu halten, nur um dann das zu tun, was der Boden vorhatte. Ganz gleich, ob sie nun beide auf dem harten Grund aufkamen oder Kazel es noch schaffte, Janay festzuhalten, er neigte sich zu ihr, um ihr die Tränen vom Gesicht zu küssen.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Samstag 13. Juli 2013, 10:47

Die junge Dunkelelfe hatte bislang nicht auf jener Seite gestanden, auf welcher es als ehrbar und wichtig galt, sein Wort einzuhalten, zu seinen Taten zu stehen und Verantwortung zu übernehmen. Sie selbst war auch niemand, der eine Lüge, ob im Guten oder Schlechten, zurück halten würde, sofern sie in der Situation angebracht war.
Somit konnte sie auch nichts mit Kazels Beteuerungen anfangen, weil sie einfach nicht an deren Wahrheitsgehalt glauben konnte. Ihr allgegenwärtiges Misstrauen war in dieser Hinsicht schlichtweg viel zu tief verwurzelt, als dass sie auf die Idee gekommen wäre, er könnte es ernst meinen mit seinen Worten.
Hatten das nicht schon viele Personen in ihrem Leben getan? Ihr Dinge gesagt, manchmal sogar versprochen mit einem Blick, der ehrlicher nicht hätte sein können... nur, um sie dann bei der erstbesten Gelegenheit zunichte zu machen? Auch der Mischling hatte sie schließlich schon verraten! Die Beweggründe konnte sie noch immer nicht nachvollziehen, sodass lediglich die Tat präsent war und es wohl auch noch geraume Zeit bleiben würde.
Deswegen sorgten seine Worte auch dafür, dass sie die Lippen fest zusammen presste und den Blick abwandte. Auch sie war schon Verpflichtungen eingegangen, hatte ihr Wort gegeben... und es lediglich solange eingehalten, bis sie anderes gewollt oder eine bessere Gelegenheit erspäht hatte.
Wieso also sollte sie ihm glauben? Nur, weil sein Blick ihr Herz zum Pochen brachte und sein Körper sie dahin schmelzen lassen konnte? Nein, gerade dann nicht! Sobald Gefühle im Spiel waren, auch wenn sie die Schlussfolgerung daraus vor sich selbst noch verleugnen konnte, war es die sicherste Methode, gar nichts mehr zu glauben, was von der betreffenden Person gesagt wurde.
Taten, die waren wichtig, die standen für die wahren Beweggründe. Worte waren lediglich Schall und Rauch... So schön sie auch im ersten Moment klingen mochten.
Seinen Blick, der sich auf ihren Bauch geheftet hatte, bemerkte sie nicht. Sie blinzelte erst, als er erneut mit ihr zu sprechen begann und dafür sorgte, dass ihre Augen schon wieder zu brennen begannen. Er war es ihr schuldig, ihr und dem Krümel.
Als er das noch mit einer Wiederholung bekräftigte, sah sie ihn schniefend endlich wieder an und hatte gleichzeitig Angst, noch weiter darauf zu reagieren. Einerseits, weil sie es nicht herauf beschwören wollte, nicht noch mehr, als sie es bisher schon getan hatte. Und andererseits, weil sie sich zusammen nehmen wollte. Allein... letzteres gelang ihr definitiv nicht. Zu aufgewühlt war sie und hatte zu viele Dinge auf einmal zu verkraften, ohne der angemessenen Zeit dafür.
Seine Beteuerungen klangen so schön, es wäre so verlockend einfach, ihnen zu glauben, jeder einzelnen Silbe. Wenn alles nur anders gewesen wäre! Dann hätte sie ihm vielleicht vertrauen können, wenigstens ein bisschen, ausreichend, um zu hoffen, dass er Recht behalten würde.
So allerdings schüttelte sie den Kopf, widerspenstig und nicht mehr wirklich zuhörend. Ihre Meinung war festgefahren, sie wollte ausschließlich einen Widerspruch in seinen Worten hören. Er wollte nicht gehen, würde es jedoch tun? Er wollte nicht von ihr weg und hatte trotzdem nichts Eiligeres vor? Nein, das war zu viel für sie!
Entschieden... oder eher verzweifelt drückte sie sich von ihm weg und achtete nicht mehr auf ihre Verletzung, sodass es kam, wie es kommen musste. Mit einem Schmerzenslaut sackte sie zur Seite und begriff ihren Sturz mit einer Klarheit, die sie beinahe ebenso erschreckte. Gleich, gleich würde sie auf dem Boden aufschlagen und wenn sie Pech hatte, würde der Krümel...
Aber die Panik war unbegründet. So deutlich sie auch gewusst hatte, was in der nächsten Sekunde geschehen würde, so viel länger brauchte sie dafür zu begreifen, warum es nicht passierte. Blinzelnd, ohne damit die verschwommene Sicht verbessern zu können, da ihre Tränen noch immer liefen, bemühte sie sich darum zu erkennen, wo sie sich befand, als er ihr dies schon erschwerte, indem er damit begann, die salzige Flüssigkeit von ihren Wangen zu küssen.
Diese Geste, diese rührende Zuneigung, die sie bisher nie hatte erleben dürfen, ließ ihre Dämme endgültig einstürzen. Mit einem lauten Aufschluchzen schlang sie die Arme um seinen Nacken und presste sich eng an ihn, Trost und Halt suchend. Als wolle... ja, als könne sie ihn gar nicht mehr loslassen, bis sie sich nicht leer geweint hätte. Ihr gesamter Körper bebte unter ihrem erstickten Atmen, während sie ihm ihr Gesicht entzog, um es an seinem Hals zu verbergen.
Dadurch und durch das heftige Schluchzen waren ihre Worte nur undeutlich zu verstehen und abgehackt, als sie murmelte, ohne darüber nachdenken zu können:"Ich... ich bedeute dir... viel, dann... dann nimm mich... doch mit!" Ein kühner, richtiggehend abwegiger Gedanke und es war fraglich, ob sie diese Aufforderung in einem klaren Moment auch noch in ihrem Kopf zugelassen hätte.
Allerdings war sie nicht mehr in der Lage, ihre eigenen Worte abzuwägen und bewusst zu entscheiden, welche es davon auf ihre Zunge schafften. Sie sprach einfach aus, was ihr in den Sinn kam, nicht mehr und nicht weniger, ausnahmsweise einmal grundehrlich.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 21. Juli 2013, 11:45

Im Grunde hatte sich Kazel auch erst in eine Richtung wie diese entwickeln müssen. Wo er früher Neutralität ausgedrückt hatte, indem er entweder beiden Seite gleichermaßen half oder sich ganz aus wichtigen und Einfluss nehmenden Situationen heraus hielt, da hatte sich bei ihm inzwischen ein Ehrgefühl breitgemacht. Verantwortung, hallte es in seinen Gedanken. Du läufst nicht mehr weg. Kaum merklich nickte er. Genau so war es. Er stellte sich Aufgaben, die auch ihn etwas angingen. Er floh nicht vor ihnen, sondern war bereit für seine Entscheidungen und Meinungen zu kämpfen. So auch heute. Deshalb würde er in den Krieg ziehen und seinen Teil dazu beitragen müssen. Selbst wenn dieser Part aus dem Ende seines Lebens bestand. Das Ende ... Daran wollte er nicht denken. Wer machte sich schon freiwillig darüber Gedanken, dass er bei einer Sache auch sterben könnte? Damit wollte sich niemand beschäftigen.
Außerdem hatte Kazel dafür im Augenblick überhaupt keine Zeit! Er musste sich darauf konzentrieren, Janay vor einem Sturz zu bewahren ... und es gelang. Sie sanken zwar beide zu Boden, aber den Mischling störte das wenig. Er hatte die Dunkelelfe noch fangen können, so dass er Aufprall vielleicht unsanft vonstatten ging, aber weder für sie noch für das ungeborene Leben in ihr eine Gefahr bestehen sollte. Vor Erleichterung und um sie zu beruhigen küsste Kazel das salzige Feucht von ihren Augen und Wangen, aber mit ihrem Ausbruch hatte er nicht gerechnet. Plötzlich hing sie an ihm, warm und weich und vollkommen aufgelöst. Er legte sacht die Arme um Janay, hielt sie und schob dabei eine Hand in ihren Nacken, unter das Haar, das im Licht so angenehm glänzte.
"Ganz ruhig. Janay ... ist alles gut." Seine Worte klangen wenig überzeugend, denn gut konnte es kaum sein, wenn sie so weinte. Aber genau das Gegenteil wollte er erwirken: ihre Tränenflut stoppen. Was weinte sie nur so sehr um ihn, wenn sie ihn doch für einen Verräter hielt? Oder war sie wütend, weil sie glaubte, er lief vor ihr fort? Er hatte ihr doch deutlich gemacht, dass er sich auch dieser Verantwortung stellen würde. Kazel seufzte, schwieg. Er tätschelte sie nur weiter und spendete Trost, wo er konnte. So bekam er ihre Worte dennoch mit, auch wenn sie abgehackt und von Schluchzern durchsetzt an seine spitzen Ohren drangen.
"Ich kann dich in keinen Krieg mitnehmen, Janay. Du bist schwanger. das wäre töricht, auch wenn mein Sehnen groß ist."


Es folgt ein Erzählerpost laut Anweisung von Asmodeus.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 8. September 2013, 20:10

Langsam neigte sich die Sonne dem Torbogen zu, die Dämmerung setzte ein und legte einen goldenen Schimmer über die Truppen und deren Liebsten. Ein Spatz hatte sich keck in die Stadt verirrt, war sogar durch die magische Barriere gelangt. Mit eifrigen Flügelschlägen flog er über die Menge hinweg. Unter ihm sah er Janay und Kazel, zusammengesunken auf dem Boden. Zwei Wesen in ihrem Schicksal vereint, wie es sie in diesem Moment hunderte gab. Es wurde viel geredet, viel geschumpfen und viel umarmt. Krieg ist nichts Schönes. In den Krieg lässt man niemanden gerne ziehen, vorallem nicht wenn man Ehefrau, Mutter oder Tochter ist.

Unser kleine Spatz hingegegen setzte sich keck auf den Torbogen und blickte in die Abendsonne. Die ersten Strahlen erreichten ihn schon. Es war Vflex der den Spatz bemerkt hatte und nun an ihm vorbei, zum Torbogen blickte. Er zog seine Schultern zurück, umgriff sein Schwert fester und gab seinem Kameraden ein Zeichen. Ein Horn wurde geblasen, einmal, zweimal, dreimal.
„Krieger Leonias….ANTRETEN!“ Brüllte Vflex durch die Menge und synchron mit ihm auch der Führer der Bodentruppen. Die Leoniden bewiesen ordentliche Disziplin, nicht nur die Krieger, auch die Daheimbleibenden traten mehrere Schritte zurück.

Talimée, welche die ganze Zeit ruhig neben den Beiden gestanden hatte, machte nun einen behutsamen Schritt auf ihre Herrin zu. Legte ihre zarte Hand auf deren Schulter und kniete sich zu ihnen runter. „Seid vernünftig Herrin.“ Sprach sie Janay ruhig zu. Durch die Gefangenschaft unter den Dunkelelfen hatte sie die Sprache inzwischen gelernt und wusste darum, welche Idee Janay hatte. „He…Janay…“ Erhob sie ruhig ihre Stimme und übte sanften Druck auf ihre Schulter aus. “Komm…komm mit mir zurück in die Höhle und ruh dich aus. Das ist jetzt nicht leicht, aber sei vernünftig…du kannst nicht mitgehen. Du bist keine Kriegerin und du trägst ein Kind unter dem Herzen. Hier sind wir sicher und Kazel wird auf sich aufpassen.“ Sie begann behutsam an Janay zu ziehen um sie auf die Beine zu kriegen und sie zu stützen. „Ausserdem bist du noch immer verletzt…du musst dich schonen.“
„Ach nein, soll sie doch ruhig in den Wald stolpern und alle Feinde auf ihr kommen aufmerksam machen!“ Knurrte Juduka bissig.Talimée ignorierte sie.

Die Truppen traten in die Formation. Um Janay und Kazel herum leerte sich der Platz. Wieder erklang das Horn, doch es waren viele Bürger anwesend, darum dauerte das Formieren seine Zeit, Kazel war noch nicht im Verzug doch langsam sollte er sich wohl in Bewegung setzen. Er fiel natürlich unter den Leoniden besonders auf und Vflex begann auch schon damit ein scharfes Auge auf ihn zu werfen. „LOS SPÄHER IN DIE FORMATION“ Späher und Plänkler gab es nicht so viele und neben Kazel war Rhudos der Einzige, welcher sich noch eingereiht hatte. Lacrima hatte sich inzwischen von ihm zurückgezogen und verabschiedet. Nachdenklich stand der Krieger da, biss sich auf die Lippen und schaute verdrossen zum Palast und dessen Balkon hoch. Der König stand dort, würdigte die Truppen mit Winken und Blicken… doch sein Sohn schien diese Gesten nicht für sich zu spüren. Langsam drehte er sich ab und begab sich in seinen Trupp, nachdem Vflex bereits zum ersten mal mit wachsender Ungeduld schnaubte. Disziplin war eine ihrer Stärken, sie waren es sich nicht gewohnt Fremde in ihren Reihen zu haben… und bereits jetzt fragte sich Vflex insgeheim, ob das harmonieren würde. Er blickte prüfend zu den Bodentruppen und erkannte dort aber eine äusserst konzentrierte Xenia. Vflex biss die Zähne zusammen, seine mächtigen Kiefermuskeln ballten sich zu kleinen Kugeln. Er begann bereits die Truppe zu inspizieren und das Schlachtszenario zu erklären.

„Janay…wir müssen wirklich los…“ Meinte Talimée drängend. Sie wollte um jeden Preis verhindern, dass Janay tzatsächlich noch mit in den Krieg zog! Das wäre blanker Selbstmord und würde nicht nur sich selbst, sondern die ganze Spähtruppe gefährden. Doch sie wusste inzwischen auch, dass ihre Herrin sich schwer von Dingen abbringen liess, die sie sich in den Kopf setzte. Andererseits war sie im Moment emotional auch gerade sehr aufgewühlt und überfordert, auch die ehemalige Sklavin fühlte sich einwenig hilflos angesichts der Lage. Nichts könnte sie sagen um Janay zu beruhigen. Welche Mutter könnte schon ruhig und entspannt sein wenn der Vater ihres Kindes in den Krieg zu? Es gab keine heilende Worte dafür, sondern nur der eine heilsame Moment, wenn der Soldat unversehrt zurückkehrte.

Juduka verschränkte ihre Arme und begann düsteres Zeug vor sich hin zu murmeln. Sie schien geradezu darauf zu warten, dass Kazel endlich in den KRieg zog und mit ihr Xenia. Zwei gefährliche Personen weniger, die sie im Auge behielten. Dies waren immerhin gute Aussichten. "Ich wäre dafür, dass die Schwangeren mit ins FEld ziehen, dann geht die Mission des Dunklen Herrschers noch schneller vonstatten." Keifte sie.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Sonntag 15. September 2013, 10:00

Im Prinzip wollte die junge Dunkelelfe mit alledem nichts zu tun haben, einige Momente lang sehnte sie sich sogar zurück in ihr bisheriges Leben, das sie seit etwa vier Jahren geführt hatte, so schlecht die Schattenseiten auch sein mochten. Aber ihr war schon früh bewusst gewesen, dass es nicht viel brachte, dem Vergangenen hinterher zu trauern.
Was freilich nicht ließ, dass sie anderen nicht erstaunlich lange etwas nachtragen konnte, das waren trotz allem zwei Paar Schuhe. Es war nicht einfach mit ihr und sie hatte bislang keinerlei Veranlassung verspürt, daran auch etwas zu ändern.
Ihre jetzige Situation jedoch überforderte sie maßlos und machte sie dadurch, dass unakzeptierte Gefühle mit im Spiel waren, umso angreifbarer. Da ließ sich ihre selbst gewählte Maske nicht mehr aufrecht halten und die Tränen flossen ebenso wie sie teilweise mit Absicht Kazels Worte falsch verstand.
In diesen Momenten zeigte sich, wie jung sie eigentlich noch war, zurecht von ihren Artgenossen als Kind angesehen, wenn man sie gefragt hätte. Körperlich war sie ausgereift, allerdings hatte sie seelisch einige Defizite abbekommen und steigerte sich obendrein hinein, sodass sie auch bockig werden konnte. Da half es nicht wirklich, dass er sie auffing, sie vor schlimmeren bewahrte, und damit begann, ihr die Tränen von den Augen und Wangen zu küssen.
"Von wegen alles gut...", maulte sie nuschelnd und verachtete sich selbst dafür, dass ihr diese aufgezwungene Umarmung so gut tat. Sekunden vergingen, in denen ihre Tränen weiter flossen und sie sich gleichzeitig an ihm festhielt, als wäre das richtig so. Es fühlte sich viel zu schön an, als dass sie sich so etwas auch nur im Ansatz hätte erlauben dürfen! Und doch war sie zu schwach dafür, es zu unterbinden, sich zusammen zu reißen und endlich wieder die Maske aufzusetzen, hinter der sie tatsächlich Schutz fand.
Stattdessen überkam sie noch ein Ausbruch, als er ihren Vorschlag ablehnte, ein heftiger sogar, denn sie schlug mit all der Kraft, so gering sie auch war, mit der Faust gegen seinen Oberkörper. "Schuft, elendiger!", fauchte sie. "Ich scheiß auf töricht und auf Krieg! Ich..." Es war vermutlich Glück für sie beide, dass sich Talimée nicht länger zurück hielt und sich einmischte, sonst hätte Janay vermutlich noch so einiges gesagt, was sie später bitter bereut hätte, die Tatsache ignorierend, dass ein Horn geblasen und Befehle gebrüllt wurden.
Schniefend wischte sie sich undamenhaft mit dem Handrücken ihre laufende Nase und sah die Dienerin verheult, aber erstaunlicherweise weniger aufgebracht an. Es war, als hätte dieses letzte Aufbäumen die Kraft ihres Trotzes mit sich genommen. Sie ließ den Kopf hängen und kaute auf ihrer Unterlippe, ließ es jedoch zu, dass die andere sie von Kazel löste.
Alles in ihr sträubte sich zwar gegen diesen Gedanken, in den Schutz der Höhle zurück zu kehren und Zeit sowie Gelegenheit zu haben, ihren Gedanken nachzuhängen, aber die ruhige, vernünftige Stimme zeigte ihre Wirkung. Solange, bis sich Juduka einmischte. Einen Atemzug lang stockte sie, als ihr eine irrwitzige Idee kam. Fest presste sie die Lippen aufeinander, bis sie einen dünnen, farblosen Strich bildeten, überlegte fieberhaft, um diesen Einfall weiter zu verfolgen. Ja... ja, das würde sie tun, das war eine Lösung für sie.
Durch ihren Körper lief ein leichtes Zittern und ihre Haltung änderte sich, die Schultern strafften sich, in ihren Blick schlich sich Entschlossenheit und ihre Tränen waren endlich versiegt. Talimées Drängen überhörte sie glatt, ihr Blick richtete sich allmählich auf Juduka, die vor sich hin brummelte und am Ende etwas sagte, das der jungen Dunkelelfe ein kleines, kaltes Lächeln auf die Lippen zauberte.
"Du wolltest doch meine Verletzung vorhin heilen, nicht wahr?", zischte sie so liebenswürdig, wie ihre Muttersprache es zuließ, in der Überzeugung, dass die Nachtelfe sie auch verstehen konnte. "Dann beweg dich und tu, was du selbst angeboten hast. Oder bist du etwa nur ein Großmaul, das hinter seiner Klappe nichts anderes verbirgt?", stichelte sie weiter in diesem Tonfall, der derjenigen, die Lerium nicht verstehen könnten, höchstwahrscheinlich Angst machen würde. Auch das Lächeln täuschte, denn der Ausdruck ihrer Augen war trotz aller Herausforderung klar und entschlossen.
Ihre Idee hatte eine Wandlung bei ihr bewirkt, außer der verklebten, nassen Haut in ihrem Gesicht und der Rötung darin ließ nichts mehr ihren vorherigen Zustand erkennen. Sie war die Ruhe in Person, sich ihrer Stärke und Wirkung wieder bewusst, gleichzeitig würde sie sich Judukas Benehmen nicht länger gefallen lassen, wenngleich sie nicht vorhatte, es jetzt schon heraus zu posaunen.
Denn wenn sie ging, würde sie die Nachtelfe mitnehmen, schließlich konnte sie sich ja nicht sicher sein, ob diese tatsächlich so erfolgreich heilen konnte, dass dieser Zustand auf Dauer anhielte, nicht wahr? Und auch wenn Janay nicht kämpfen konnte, sie hatte andere Mittel zur Verfügung. Diese würde sie einsetzen, dann, sollte Kazel in Gefahr geraten, einem Trupp Dunkelelfen in die Hände zu laufen.
Ansonsten brauchte sie nicht in Erscheinung zu treten und das würde sie auch nicht. Sie würde lediglich ein Auge darauf haben, dass er sich nicht dem entzog, was ihm blühte. Dass sie selbst eigentlich weit weg von ihm sein und das Kind allein groß ziehen wollte, hatte sie im Moment erst einmal verdrängt.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 24. September 2013, 13:27

Kazel zuckte zusammen, als er das Dröhnen des Kriegshorns vernahm. Sein Blick huschte an Janay, die er noch immer in Armen hielt, vorbei zum Torbogen und ein Kloß machte sich in seinem Magen breit. Er glaubte, sein Herz hörte auf zu schlagen, während sich seine Kehle zusammenschnürte. Seine Körper gab ihm deutliche Signale, für die sein Verstand noch einen Moment länger brauchte, um zu begreifen.
Da zuckten aber auch schon seine Spitzohren, nahmen den Befehl von Vflex auf, verarbeiteten ihn. Er schluckte trocken, doch der Kloß wollte sich nicht lösen. Es war soweit.
Der Mischling zog wie von selbst seine Hände zurück. Die Umarmung löste sich auf. Dieses Gefühl würde er mitnehmen, sich daran erinnern müssen, was es Schönes in der Welt gab, wenn er mit auszog, um all das Schlechte zu erblicken und dagegen vorzugehen. Doch er wusste, dass es richtig war - dass es notwendig war. "Talimée hat Recht. Geht mit ihr, Janay." Kazel raffte sich auf. Die Leoniden versammelten sich bereits. Er selbst war kein Krieger, geschweige denn ein ausgebildeter Soldat, aber auch er wusste, dass er sich nun einzureihen hatte.
Er zupfte sich seine Rüstung zurecht, prüfte das Schwert an seinem Gurt - es war noch da. Ja, und jetzt bekam er ganz für sich allein einen Befehl von Vflex. Kazel biss sich auf die Unterlippe. Entschuldigend schaute er zu Janay, zu Talimée. Bissig war der Ausdruck, den er Juduka ob ihrer gnadenlosen Worte zuwarf. "Es tut mir leid. Ich muss los", verabschiedete er sich und wandte sich ab. Bloß keine zu lange Szene, sonst würden selbst ihm die Augen feucht oder etwas rüttelte an seiner Entschlossenheit. Sein Blick streifte über die gerüsteten Großkatzen. Wo sollte er bloß Aufstellung nehmen? Er entdeckte einige von ihnen, die nicht so schwer gepanzert waren. Mehr Leder als Metall, um schneller und beweglicher sein zu können. Das mussten die Späher sein und da gab es auch noch einen freien Platz zwischen ihnen. Kazel schob sich dort hinein. Er wirkte so unendlich klein zwischen all dem Fell, den Klauen und Reißzähnen. Unwillkürlich fuhr er sich mit der Zunge über die eigenen, gespitzten Eckzähne und bewegte die Zehen in seinen Stiefeln. So sehr unterschied er sich wohl doch nicht von diesen Kriegskatzen, zumindest was die Bestienanteile betraf.
Dadurch, dass er sich so eilig von der Frau, die sein Herz erwärmte und ihren Gefährtinnen verabschiedet hatte, bekam er es nicht einmal mehr mit, was in Janays Kopf vorging. Er hörte nichts von ihrem Verlangen gen Juduka, sich heilen zu lassen, nur damit sie mit in den Krieg ziehen könnte. Andernfalls hätte Kazel wohl auch vehement eingegriffen und versucht, an ihren Zustand zu appellieren. Eine Heilung änderte nichts an Janays Schwangerschaft, diese blieb bestehen und eine werdende Mutter konnte man doch unmöglich in die Schlacht mitnehmen! Selbst, wenn die Schwangerschaft sich noch im Anfangsstadium befand. Nein, das hätte er nicht gewollt, doch dadurch, dass er bereits zwischen den übrigen Spähern und Plänklern stand, konnte er seine Meinung nicht kundtun. Er bekam es ja nicht mit.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Montag 30. September 2013, 14:54

"Du wolltest doch meine Verletzung vorhin heilen, nicht wahr?" Juduka hob eine Augenbraue und verschränkte ihre Arme. Was führte dieses Gör jetzt schon wieder im Schilde? So wie sie sich benahm, sicherlich nichts vernünftiges. Aber ihr konnte es egal sein. Sie legte den Kopf schief und sah sich um.
"Dann beweg dich und tu, was du selbst angeboten hast. Oder bist du etwa nur ein Großmaul, das hinter seiner Klappe nichts anderes verbirgt?" Sie grinste. Wenn du wüsstest… Dachte sie mit einer gewissen Genugtuung. „Natürlich. Wir sollten dazu aber vielleicht zurück in die Höhle gehen. Ein bisschen Ruhe und Konzentration kann nicht schaden.“ Meinte sie ruhig. Tatsächlich war Lichtmagie eine hochkomplexe Angelegenheit. Eine LIchtmaga musste sich förmlich in die Anatomie des Verwundeten hineindenken, den Defekt vor ihrem inneren Auge sehen und vorsichtig wieder zusammenfügen. Selbst bei der Lichtmagie konnte einiges Schiefgehen. Dosierte man die arkanen Mächte zu tief, so konnte die Wunde wieder aufbrechen, eine Blutung auftreten oder ähnliches. Benutzte sie jedoch zu viel Magie, so konnten innere Verbrennungen an den Gefässen verursacht werden.
Ein bisschen Konzentration konnte also nicht schaden… auch wenn Juduka durchaus in der Lage war die Heilung auch gleich hier vor Ort vorzunehmen.
Juduka nahm an, dass Janay in irgendeiner Form der Armee würde folgen wollen. Sollte sie. Das kam ihr nur gelegen. Sie würde schön dafür sorgen dass Sintus in diesem Zustand blieb wo er jetzt war. Dann wäre da höchstens noch diese Hexe ,die ihr Ärger machen könnte Talimée betrachtete sie schliesslich nicht als Gefahr.
Krieg konnte doch so wundervolle Vorteile in sich bergen.

Talimée sah ihre Freundin mit wachsender Sorge an. Sie kannte Janay inzwischen ziemlich gut und das Funkeln in ihren Augen gefiel ihr gar nicht. Die Elfe wusste wohl besser über Janays innige Liebe zu Kazel bescheid, als jene es sich selbst eingestehen konnte. Sie konnte verstehen, dass es Janays innigster Wunsch war, in seiner Nähe zu sein. Aber es herrschte Krieg! Das Schlachtfeld war doch der denkbar ungünstigste Ort für eine Schwangere…. Und dann noch ihre Vision. Die machte sie noch unruhiger. Seither hatte sie keine Neue mehr gehabt. Ihre Visionen sagten nicht den Zeitpunkt voraus wann etwas geschehen würde, noch was genau.

Aber sie konnte sich genau daran Erinnern. Dieser Schatten der sich über Kazel gebeugt hatte, diese glühenden Augen. Sie schauderte. Sie hatte nicht die Gelegenheit gehabt, Kazel davon zu berichten. Sie schaute zu ihm hin. Wie er sich einreihte. Bereit in den Krieg zu ziehen, für die Freiheit der Völker, aber auch für sein ungeborenes Kind und dessen Mutter. Er würde ein guter Vater werden, da war sie sich sicher.

Die Anwesenden Freunde und Bekannte und Eltern begannen sich zurück zu ziehen, damit die Formation der Soldaten genug Platz in den Strassen hatte. Es wurde gewunken, verstohlen Tränchen weggetupft, Parolen des Mutes und Stolzes der Leoniden gesungen… und gebrüllt, ja kurz bevor sich die Truppe in Bewegung setzte wurde gebrüllt. Dies sollte die Macht und die Verbundenheit des Volkes demonstrieren. Denn wenn sie gemeinsam Brüllten, so entstand aus der Summe des Rufes eines jeden Individuums ein neuer einzelner Klang, der den Kriegsschrei eines ganzen Volkes Symbolisierte. Sie waren alle eins, das Rudel vereint, im Kriege wie auch im Frieden. Diese Gewissheit, sollte jeder Krieger des Katzenvolkes in seinem Herzen tragen, ehe er auszog. Sein Sieg, würde der Sieg des Rudels sein. Seine Niederlage, die Niederlage des ganzen Volkes.
„LEONIDEN MARSCH!“ Knurrte Vflex und die Truppe quittierte es ihm mit einem düster gegrollten. „Stark und Stolz.“
Damit setzte sich die Plänklergruppe in Bewegung. Vflex gab einen raschen Laufschritt an. Schliesslich sollten sie einwenig Abstand zu der schweren Infanterie gewinnen. Plänkler liessen sich wenn irgendwie möglich nicht in Gefechte verwikeln, doch es war immer gut Infanterie hinter sich zu haben, so dass sie sich im Ernstfall sicher zurückziehen konnten.
Die Volksmenge sah dem Auszug ihrer Truppen zu, dann jedoch allmählich begaben sie sich wieder nach Hause. Sie hatten kleine Löwenmäulchen zu ernähren und die Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Es war im Vergleich zur Anzahl des Volkes vielleicht kein sonderlich grosser Trupp, doch jedes einzelne Mitglied fehlte nun in der Gemeinschaft. Jeder hatte schliesslich seinen festen Platz in der Staatshirarchie gehabt. Die dagebliebenen würden also kürzer treten müssen und mehr arbeiten.
„Lass uns zurück in die Höhle gehen Janay…dann kann sich Juduka deinen Fuss in Ruhe ansehen.“
Versuchte Talimée sie erneut sanft in die Höhle zurück zu bewegen. Der Platz hatte sich inzwischen nahezu geleert. Einzig der König selbst stand noch auf seinem Balkon und blickte auf seine Stadt nieder. Ob er an seinen Sohn dachte? Sicher aber an sein Volk.


Die Frauengruppe wurde von Lacrima abgeholt und wieder zurück in die Höhle begleitet. Juduka kam sogleich auf Janay zu und bedeutete ihr, sich hinzulegen. "Bringen wir es hinter uns." Meinte sie kurzangebunden. "Danach muss ich nämlich wieder nach Sintus sehen, sonst kriegt die Hexe wieder Wutanfälle."

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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Freitag 18. Oktober 2013, 18:49

Die junge Frau hatte keine Ahnung von Magie, absolut nicht. Ihr war nur daran gelegen, den Zug der abmarschierenden Soldaten nicht aus den Augen zu verlieren. Da kam ihr das Verhalten der anderen nicht gerade gelegen, als diese meinte, sie bräuchte Ruhe für die Anwendung ihres Könnens. Für einen Moment verzog sich ihre Mimik vor Missmut, was man bei ihr rasch als Arroganz hätte auslegen können.
Doch im Endeffekt... Was hatte sie erwartet? Außerdem wäre es vermutlich ohnehin klüger, dem Heereszug unauffällig zu folgen, in einem gewissen, sicheren Abstand, um nicht sofort wieder zurück geschickt zu werden. Ganz zu schweigen davon, dass sie nicht vorhatte, groß in Erscheinung zu treten. Sie wollte lediglich ein wenig nachhelfen, sollte es Probleme geben. Untätig herum zu sitzen und zu warten wäre nichts für sie, hatte ihr noch nie sonderlich gelegen.
Allerdings war sie sich nicht sicher, ob ihre Orientierung und ihre Erfahrung ausreichen würden, um den Spuren zu folgen. Deswegen wandte sie den Blick auch ab und beobachtete die Gruppe, während sie überlegte, in welche Richtung die Krieger dieser seltsamen Mischart marschieren und wohin sie sich nach der nächsten Ecke wenden würden, soweit ihr das möglich war.
Schließlich schnaubte sie leise und abfällig, wie, als würde sie diese Sache nichts mehr angehen, obwohl sie damit eher ihre Gedanken rund um die Nachtelfe quittierte, der sie sich nun erneut zuwandte. "Na los, beweg dich.", murrte sie und hoffte, dass die Prozedur nicht zu lange dauern, dafür aber sofort die richtigen Ergebnisse bringen würde.
Bislang hatte sie die Familienangehörigen rund um sich und die zwei anderen Elfen ignoriert, da sie für Janay keine Bedeutung gehabt hatten. Als allerdings das gemeinschaftliche Brüllen angestimmt wurde, zuckte sie im ersten Moment zusammen. Eine törichte Reaktion, jedoch hatte sie irgendwie ausgeblendet, dass sie von einer Menge katzenartiger Wesen umgeben war. Sie schüttelte leicht über sich selbst den Kopf und warf Juduka dann einen strafenden Blick zu, als wäre diese schuld an allem und jedem.
Noch einmal wandte sie sich um, ließ ihre Augen ein letztes Mal über die Köpfe der Kampftruppe gleiten, ohne den im Vergleich dazu kleineren Kazel ausmachen zu können, während die ersten sich endgültig in Bewegung setzten. Nun konnte sie tatsächlich zusehen, wohin sie sich wandten, nicht nur in ihrem Geiste. Gut, der Anfang würde noch klappen, erst außerhalb dieser Siedlung würde es schwieriger werden.
Aber die junge Dunkelelfe war entschlossen und würde ihr Vorhaben durchziehen. Und sollte sie versagen... nun, dann würde sie sich eben weiter durch Celcia durchschlagen, bis sie an einem sicheren Ort war, an dem sie ihr Kind aufziehen könnte.
Talimées Stimme drang in ihre Gedanken und holte sie in die Wirklichkeit zurück. Sie sah die Dienerin an und nickte knapp, erst im Nachhinein gelang es ihr, sich dazu auch ein Lächeln abzuringen. Innerlich begann sie sich bereits, bei der Waldelfe zu verabschieden, da sie diese nicht mitnehmen würde. Das wäre viel zu gefährlich und hier würde die andere sich wohlfühlen können.
Eine Erkenntnis, die Janay mit erstaunlich viel Mitgefühl ausfüllte, mehr, als sie sich eingestehen wollte. Ja, sie war um Talimées Sicherheit und Wohlergehen besorgt, wenngleich sie es sich nicht erklären konnte. Doch irgendwie war sie ihr einfach ans Herz gewachsen.
Als auch noch Lacrima bei ihnen auftauchte, war die Dunkelelfe soweit und humpelte mit der Hilfe der Dienerin zurück zur Höhle. Dort verlor Juduka ausnahmsweise keine Zeit und das passte ihr gut in den Kram. Dennoch gehorchte sie nicht völlig, dazu waren die Worte der Nachtelfe zu forsch und fordernd gewählt gewesen. Stattdessen kämpfte sie sich bis zu der Bettstatt, auf der sie aufgewacht war, und setzte sich lediglich hin, rutschte etwas nach hinten, bis von ihren Beinen nur noch die Füße über den Rand sahen.
Dabei ließ sie Juduka nicht aus den Augen. "Gut, dann gehen wir mit.", bestimmte sie kurzerhand und sah erst danach zu der Waldelfe, ob ihr dies auch recht wäre.
Woran Janay wenig Zweifel hatte, denn sie hatte ja erfahren, dass Talimée etwas für Sintus übrig hatte. Außerdem wäre das eine gute Gelegenheit, die Qualität der Magie zu testen und obendrein die Nachtelfe zu schnappen, um sie mitzunehmen, während die Dienerin in der sicheren Obhut zurück bliebe, mit der Aufgabe, sich um einen weiteren Verletzten zu kümmern.
Ja, das waren Gedanken, die Janay gefielen, allmählich schien alles wieder ins Lot zu kommen. Entsprechend ruhig und gefasst war ihr Blick auf die Heilerin gerichtet, um jede Bewegung und Regung wahrnehmen zu können, die da kommen mochte.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Montag 21. Oktober 2013, 11:06

Juduka schürzte nur kurz ihre Lippen als Janay sie zur Bewegung aufforderte, doch sie gehorchte. Sie kümmerte sich nicht um die Truppe die ausgezogen war, sie bedeutete ihr schliesslich nichts. Ein paar weitere arme Seelen die gegen die Schwerter ihrer ehemaligen Herren liefen. Juduka konnte auf eine solche Erfahrung durchaus gut verzichten. Die Tatsache dass sie noch lebte und die Tatsache dass sie keinen einzigen toten Helden oder irgend sonst was nachzuweisen hatte, machte sie zur Fahnenflüchtige. Des Wegbereiters persönliche Assistentin hin oder her… zumal dieser sicherlich schon längst einen Ersatz gefunden hatte, oder dies inzwischen gar nicht mehr nötig hatte. Ihre vorteilhafte Lage in den Reihen der Dunkelelfen hatte sie verwirkt, dort fände sie, wenn sie glück hatte nur noch Platz als irgendeine Bettsklavin eines Dunkelelfen der auf exotische Errungenschaften stand. Sie schauderte kurz. Das hatte sie alles diesem Gör zu verdanken, dem Gör und deren Geliebter, der diese auch noch schwängern musste. Als hätten die nicht andere Probleme! Sie schnaubte. Das Brüllen der Löwen riss auch sie aus ihren Gedanken und das erste was sie vernahm war Janays strafender Blick. Was war denn nun schon wieder?! Bekam sie etwa bereits erste Gemütsschwankungen… bei Manthala, möge sie ihr dieses Weib doch nur vom Leib halten – dachte Juduka bei sich.

Da Janay wieder stehen geblieben war um Kazel nachzusehen war es nun an Juduka ein gereiztes. „Beweg dich selber“ auszuspeien. Ihre Tonlage dabei war scharf wie ein Messer, doch die Lautstärke perfid wie ein Blatt im Wind. Sie grinste vor sich hin als sie sich durch die Masse wühlte, flankiert von Lacrima… der die anderen Löwen sofort Platz machten. Die Hierarchie war diesbezüglich eindeutig.

Kaum in der Höhle angekommen –sie waren ausnahmsweise fast alleine – die Kleinen sprangen den Truppen hinterher und die Mütter waren ebenfalls noch draussen. Auch Lacrima bat darum sie zu entschuldigen, denn Bashiba hatte nach ihr verlangt. So waren die Fremden unter sich, offenbar vertraue man ihnen diesbezüglich bereits genug um sie alleine zu lassen.
Juduka trat zu Janay heran und blickte sie eindringlich an als sie sich nur hinsetzte. „Hinlegen…“ Wiederholte sie ihre Aufforderung knapp. „Es…ist sicherer…für dein…“ Ihr fielen gerade so viele abschätzende Bemerkungen für dieses Ding was Janay in sich trug ein, dass sie das Wort…“Ungeborenes…“ kaum herausbrachte. „Wenn du auf einer Flache Ebene liegst… zirkuliert die Magie in deinem ganzen Körper und verteilt sich…so wird es geschont. Ansonsten kann es zu einer Lichtstauung in deinem Unterleib kommen und dir die Gebärmutter wegbrennen…und das wollen wir doch nicht?“ Meinte sie zuckersüss. Den meisten Personen war tatsächlich nur die ausschliesslich heilende Wirkung von Lichtmagie bekannt, aber wenn man sie nicht richtig anwendete und rumstümperte konnte es übel enden…viele geblendete könnten davon wohl ein Liedchen singen. So war es für einen nicht Magiekundigen wohl schwierig zu beurteilen, ob Juduka tatsächlich das Risiko für das Kind klein halten wollte, oder einfach nur bluffte um ihren Willen durchzusetzen.

Auf jeden Fall liess sich Talimée merklich davon beeindrucken, sie war es nämlich die auf Janay einzureden begann und sie beinahe schon anflehte, sich doch gänzlich hinzulegen. Juduka hielt für einen Augenblick inne, als Janay ihr ihren Entschluss mitteilte Sintus zu besuchen. Offenbar gefiel dieser Gedanke der Nachtelfe nicht. Sie sah Janay scharf an. Doch offenbar gelang es ihr nicht ihre Absichten zu erraten. Schliesslich zuckte sie mit den Schultern. „Mir soll es recht sein… es ist euer Freund… wenn ihr an einem Ort der Genesung und Ruhe unbedingt eine Familienzusammenkunft feiern..wollt…bitte… „
Juduka fühlte sich im Moment nicht bedroht, dies äusserte sich nicht zuletzt darin, dass sie viel feindseliger agierte als sonst. Als Xenia, Kazel und Sintus noch in der Nähe waren, hatte sie sich mehr im Zaum gehalten. Offenbar hielt sie Janay nicht für eine Gefahr, Talimée vermutlich schon gar nicht… letzteres war nicht sonderlich verwunderlich, denn Talimée hatte sich schon neben ihre Herrin gehockt und begann über ihre Hand zu streichen. Sie war vermutlich weit besorgter und nervöser vor der bevorstehenden Behandlung als Janay selbst… oder war es doch das Funkeln in den Augen ihrer Herrin, welches die Dienerin beunruhigte? Im Gegensatz zu Juduka, merkte Talimée nämlich sofort, wenn ihre Herrin begann Pläne zu schmieden.

Juduka wusch sich erst die Hände, krempelte dann die Ärmel ihrer Heilerrobe zurück und trat abermals an Janay heran. Behutsam legte sie ihre Hände auf das Bein der Schwangeren. Schloss ihre Augen, legte ihren Kopf leicht in den Nacken. Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen und man sah, wie sehr sie sich gerade konzentrierte. Unter ihren Händen begann es golden zu leuchten und Janay spürte wie es warm wurde auf ihrer Haut…dann in ihrer Haut…dann in den Muskeln, in den Knochen, in den Sehen. Ausserdem spürte sie, wie sich die Knochen bewegten, Gefässchen sich strafften. Es tat nicht unbedingt weh aber es war gut zu spüren, dass Juduka wirklich etwas mit ihrem Körper machte.
Der Bruch war weit komplizierter gewesen als man es von aussen vielleicht erahnt hätte. Ohne Lichtmagie hätte sie vermutlich dauerhaft immer schmerzen im Knöchel gehabt und sich nicht richtig bewegen können. Nun war es an Juduka dies zu richten. Die Prozedur dauerte lange, gut eineinhalb Stunden. Zeit die verstrich in denen Kazel weiter in die Ferne rückte. Zum Glück hatte die Gruppe ja noch irgendwo ihre Pferde stehen, dies würde ihnen ein schnelles vorankommen ermöglichen, sollte Janays Plan denn wahrhaftig in die Tat umgesetzt werden.

Schweissperlen sammelten sich auf Judukas Stirn. Das Leuchten ihrer Hände wurde inteniver, die Wärme wandelte sich in Hitze. Janay bekam davon ordentliche Wallugnen, denn diese Hitze breitete sich tatsächlich in ihrem ganzen Körper aus, am meisten aber in ihrem Bein. Talimée beobachtete ihre Herrin, dann blickte sie zu der Heilerin. Sie sah wie deren Hände und Arme immer röter wurden, weil sie als Nachtelfe allergisch auf ihr eigenes Licht reagierte. Wo der Schmerz bei Janay rapide zurückging, nahm er bei Juduka offensichtlich zu. In dieser Hinsicht nahm sie ja einiges für Janay auf sich, ohne grossartigen Dank erwarten zu können.

Endlich nahm die Hitze ab und das Leuchten unter Judukas Händen erlosch. Sie bemühte sich nicht all zu erschöpft zu wirken aber die Anstrengung war ihr anzusehen, ausserdem hatte sie sich die Hände verbrüht, welche sie routiniert in einer Schale mit Wasser kühlte. „Gut…“ Meinte sie erschöpft. „Versuch…deinen Fuss zu belasten… du solltest dich nun wieder bewegen können…als wer nichts gewesen.“

Juduka trat etwas zurück, hielt sich den Kopf und lehnte sich gegen die Wand. Diesen Erschöpfungszustand den sie erlebte war vermutlich nicht zum Nachteil für Janay. Juduka war momentan offensichtlich angreifbar und geschwächt, auch wenn sie es sich nicht anmerken lassen wollte.

„Solltet…du wiedererwarten Blutungen kriegen… oder Schmerzen im Unterleib…musst du mir das sagen.“ Meinte sie trocken. Sie schien die ganze Heilung ernst zu nehmen, vielleicht war sie zu Stolz um bei der Anwendung ihrer magischen Fähigkeiten zu stümpern. Vielleicht hatte sie die Heilung aber doch sabotiert, wirklich wissen konnte dies Janay nicht. Allerdings fühlte sich ihr Fuss aktuell an wie neu, als wäre da nie etwas gewesen und auch alle anderen kleineren Blessuren waren verschwunden.

„Dann…sehen…wir uns bei Sintus…“ Meinte Juduka knapp und wankte schon mal voran. Offenbar wollte sie alleine sein. Talimée sah der Heilerin nach und blickte dann zum Fuss ihrer Herrin. Nun war es an ihr, ihre Hand darauf zu legen und ihn zu streicheln. „Noch ganz warm…“ Sie lächelte. Schaute dann aber wieder Juduka nach. Irgendetwas stimmte sie nachdenklich… die kaute auf ihren Lippen herum. Musterte Janay aufmerksam als sei sie sich unschlüssig ob sie ihre Gedanken mit der Herrin teilen sollte. Talimée war kein Nachtragender Mensch und sie zeigte für praktisch alle und jeden irgendwie Verständnis, so auch für Juduka. „Irgendwie…tut sie mir leid…“ Meinte sie leise. Sie schaute ihrer Herrin in die Augen. „Ich sehe…. Einen Entschluss in deinen Augen…“
Sie beliess es bei dieser Feststellung als wollte sie ihrer Herrin die Wahl freilassen, ob sie ihre Dienerin und Freundin in ihre Pläne einweihen wollte oder nicht.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Dienstag 5. November 2013, 21:35

Die junge Dunkelelfe hatte eigentlich auch nichts mit all diesen Kämpfern zu schaffen, außer einem und mit diesem mehr, als sie es im Prinzip gewollt hatte. Das war auch der Grund, dass sie überhaupt mit ihren Gedanken immer wieder zu ihm abschweifte und einen Plan gefasst hatte, der eindeutig nichts Gutes verheißen würde. Janay war sich zum Teil im Klaren darüber, dass sie töricht, ja, regelrecht leichtsinnig handeln würde.
Und dennoch... irgendwie konnte sie nicht anders. Sie hatte schlichtweg das Gefühl, dass Kazel sie brauchen würde, diese Gewissheit wollte sie nicht und nicht los lassen. Er wäre zwar, wie er selbst behauptet hatte, lediglich in der Gruppe der Späher und sollte somit in nichts verwickelt werden. Allerdings hatte sie als Frau und mit ihren Erfahrungen weitaus mehr Möglichkeiten an die Informationen zu kommen, sollte es Feindkontakte geben.
Sofern ihr jemand mitteilen würde, worum genau es überhaupt ging. Wenngleich sie sich einen Teil denken und zumindest diesen eigenständig herausfinden könnte. Und mit Juduka hätte sie einen guten Köder, der heimlich mitlauschen könnte. Helfen würde ihr die Nachtelfe zwar vermutlich nicht, doch wäre es wohl zu verschmerzen, sollte diese zum Bauernopfer werden solange, bis sie Hilfe geholt hätte.
So zumindest einmal ihre groben Überlegungen und Pläne, was sie erreichen wollte. Nicht sonderlich ausgegoren und fertig in ihrem Kopf, aber ausreichend, um sie entschlossen an die Sache herangehen zu lassen. So sehr, dass sie die Nachtelfe darauf hinwies, sich gefälligst zu bewegen. Obwohl sie selbst es nicht zuwege brachte, ihre Blicke zu beherrschen und dieses letzte Mal hinsehen zu unterdrücken.
Prompt bekam sie die Quittung für ihr eigenes Verhalten, was Juduka einen weiteren giftigen Blick von seiten der Dunkelelfe einbrachte. "Spiel dich lieber nicht zu sehr auf!", murmelte Janay vor sich hin und war mehr denn je davon überzeugt, dass sie die Nachtelfe für ihre Zwecke einsetzen wollte.
Sie gab sich ihren Vorstellungen und Plänen hin, mit einem feinen, wissenden Grinsen im Mundwinkel, während sie auf Talimée gestützt mühsam den Weg zurück zur Höhle nahm. Wobei ihr nicht auffiel, welch herausragende Position sie dank Lacrimas Anwesenheit hatten und wie leicht es war, durch die Menge zu gelangen. Es war anstrengend für sie und obwohl sie sich drum bemühte, ruhig zu atmen, waren wohl ein paar Schweißtropfen auf ihrer Stirn erkennbar. Denn es war für sie eine relativ weite Strecke gewesen und sie nun schon einige Zeit auf den Beinen.
Trotzdem wollte sie nicht einfach nachgeben und sich kommentarlos dem Befehl fügen... so lange, bis sie die Begründung hörte. Schwer schluckte sie und fluchte leise, ehe sie noch etwas mehr auf der Schlafstatt zurück rutschte und sich brav hinlegte. Während ihr Blick jedoch durchdringend und versengend auf Juduka gerichtet war. "Wenn etwas passiert, solltest du dir wünschen, an seiner statt gewesen zu sein!", warnte sie leise zischend und unbewusst in ihrer Muttersprache, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob die andere sie dabei verstand und wie viel auch die Waldelfe davon ausmachen konnte.
Allein, die Botschaft sollte deutlich genug sein. Auch, da Janay damit ihr Unbehagen überspielen wollte. Sie hatte schließlich keinerlei Ahnung von Magie und musste der anderen notgedrungen vertrauen. So schwer es ihr auch fallen mochte...
Um zusätzlich noch davon abzulenken, nutzte sie ihren Einfall bezüglich Sintus, bei dem sie Talimée mit gutem Gewissen zurücklassen könnte. Schließlich stand es für sie noch immer nicht fest, ob sie hierher zurück kehren würde, und sie obendrein die Dienerin nicht bei sich haben wollte, um sie keiner Gefahr auszusetzen. Das sollte diese nicht noch einmal erleben müssen!
Die beinahe schon feindselige Haltung und Erwiderung, die sich Juduka leistete, wollte sich die Dunkelelfe gut merken. Das alles würde die Nachtelfe wieder zurück bekommen, dann, wenn sie ihre Aufgabe zur Zufriedenheit erledigt hätte. Im Wald, als Lockvogel... Daran hielt sich Janay fest und beschränkte sich nun lieber auf einen finsteren, warnenden Blick. Sie durfte sie nicht zu viel reizen, dazu war ihr Unbehagen über mögliche Schäden für ihr Würmchen schlicht zu groß. Das half ihr, ihre Worte herunter zu schlucken, bis es später vorbei wäre.
Da kam es ihr nur gelegen, dass Talimée ihre Hand nahm und sie beruhigend streichelte, obwohl die Dunkelelfe das selbstverständlich niemals zugegeben hätte. Das war auch der Grund, warum sie es vorzog, die Decke der Höhle zu ebtrachten. "Fang endlich an.", brummelte sie und wollte es hinter sich haben.
Sie traute Juduka weniger denn je, auch wenn sie keine andere Wahl hatte, wollte sie ihr Vorhaben durchziehen. Außerdem nervte es allmählich, dass sie sich kaum bewegen konnte und ständig dieses unangenehme Pochen im Knöchel verspürte.
Leicht fuhr sie zusammen, als sich plötzlich Finger um ihre Verletzung schlossen, und abrupt sah sie an sich herab, konnte sich nur mit einer gewissen Willensanstrengung beherrschen, ihr Bein der anderen nicht zu entziehen. Stattdessen begann sie zu beobachten. Als das Licht auftauchte, hob sich ihre Augenbraue an, dann kam eine anfangs wohlige Wärme rund um die beiden Hände.
Doch rasch wandelte sich diese in eine deutliche Hitze und sie konnte spüren, wie sich in ihrem Knöchel etwas tat. Unwillkürlich sog sie scharf die Luft ein, obwohl es weiterhin nicht wehtat. Es war nur... seltsam... und irgendwie beängstigend für jemanden, der bislang keinerlei Talent zur Magie hatte aufweisen können.
Langsam entspannte sie sich wieder, versuchte es zumindest, und starrte erneut gegen die Höhlendecke. Sie versuchte, bewusst zu atmen und ruhig zu bleiben, obwohl ihr immer unbehaglicher wurde und es sich darin zeigte, dass sie an ihrer Lippe nagte. Dadurch allerdings bemerkte sie nicht, wie die Zeit verrann, weil sie in sich hinein lauschte und fast schon darauf wartete, dass es schief gehen würde, dass ein Reißen oder Verbrennen oder ähnliches kämen. Jedoch zu ihrer großen Erleichterung kam es nicht.
Stattdessen war es mit einem Mal vorbei. Janay atmete inzwischen keuchend und ihr war ziemlich warm geworden, so sehr, dass sie sich beinahe schon nach einem kühlen Bad sehnte. Nur, dass so etwas warten musste. Wie viel Zeit vergangen war, konnte sie nicht sagen, aber jede Minute war zu viel, da sie sich auf ihr eigenes Gefühl und das mögliche Wissen von Juduka verlassen müsste, um die Spur aufnehmen zu können. Die Finger lösten sich endlich von ihrem Bein und der Dunkelelfe musste es nicht erst gesagt werden.
Rein instinktiv rutschte sie nach vor und stellte beide Füße auf den Boden. In dieser Position betrachtete sie ihren geheilten Knöchel erst einmal und konnte keine Schwellung mehr erkennen. Dann, langsam und vorsichtig, belastete sie ihn immer mehr und atmete innerlich erleichtert auf, als sie tatsächlich keinen Schmerz mehr spüren konnte. Mehr zu sich selbst, denn zu den beiden anderen Frauen, nickte sie zufrieden und stand langsam auf.
Ihr war ein klein wenig schwindelig durch die Hitzewallungen und dem langen Liegen, doch das war nichts Tragisches. Mit etwas Bewegung konnte sie das wieder hinbekommen und wollte es auch auf ihrem Weg die wenigen Schritte zu dem zweiten Stiefel, den er bislang nicht hatte überziehen können. In dieser Zeit hatte sie keinen Blick für die Nachtelfe übrig, interessierte sich nicht einmal dafür, wie es dieser ging. Zwar sah sie flüchtig zu ihr rüber und bemerkte auch die gerötete Haut, doch sie beschäftigte sich nicht länger damit. Das ging sie nichts an... und war irgendwie ihre Form von Bestrafung für die Frechheiten vorhin.
Die Worte der anderen ließen sie allerdings heftig zusammenfahren. "Wie bitte?!", entkam es ihr mit einem regelrecht entsetzten Keuchen. Was sollte das nun wieder heißen?! Hatte dieses Weib etwa gepfuscht?! Hatte Juduka vorgehabt, sie auszutricksen und ihr eine Fehlgeburt zu besorgen, unter dem Deckmantel der Heilung?!
Janay vergaß sich und stürmte, nun wieder voll einsatzfähig, auf die Nachtelfe zu, um sie am Kragen zu packen und leicht zu schütteln. "Was soll das heißen, ich könnte Blutungen oder Schmerzen im Unterleib bekommen?! Sag schon!", fauchte sie mit bebender Stimme. Ganz gleich, was sie sagen mochte, sie trug in sich die Hoffnung, diesmal etwas zu schaffen und Leben spenden zu können.
Mit einem beinahe schon angewiderten Schnaufen stieß sie die Nachtelfe wieder von sich. Eiskalt funkelte sie diese an. "Bete zu Manthala, dass dem Ungeborenen nichts zugestoßen ist, sonst wirst du es bereuen!", zischte sie und wiederholte ihre Drohung von vorhin noch einmal mit viel Nachdruck.
Danach ging sie zu der Schlafstatt zurück und ließ sich, kaum, dass Juduka außer Sicht war, sich wieder darauf sinken. Jetzt erst begann sie zu zittern und Angst kroch in ihr hoch. Deswegen zuckte sie mal wieder zusammen, als sich eine weitere Hand auf ihren nun geheilten Fuß legte. Weiter reagierte Janay jedoch vorerst nicht, zu sehr wirbelten die Gedanken und Sorgen durch ihren Kopf, während sie der Heilerin nachstierte, ohne sie länger sehen zu können.
Erst, als Talimée den Entschluss ansprach, konnte sie sich wieder fassen. Ernst sah sie die Waldelfe an und nickte. "Ja, ich werde ihr den Hals umdrehen, wenn sie versagt hat!", grollte sie leise und legte schützen die Hand auf den noch flachen Bauch.
Dann aber gab sie sich einen merklichen Ruck und stand geschmeidig auf, als wäre sie nie verletzt gewesen. Mühselig rang sie sich ein Lächeln ab, von dem sie hoffte, es wirke beruhigend... oder zumindest freundlich. "Komm, folgen wir ihr, damit du sehen kannst, wie es Sintus geht.", meinte sie und wollte mehr denn je keine Zeit verlieren.
Vor allem nicht, da die Nachtelfe sichtlich geschwächt gewirkt hatte. Diesen Zustand konnte sie sicherlich gut für ihre Pläne nutzen und so vielleicht sogar eher zum Ziel kommen, als wenn die andere bei Kräften und ihr Widerstand entsprechend stark wäre.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 19. November 2013, 18:39

Juduka war ziemlich geschwächt vom Einsatz ihrer Magie, so dass sie Janays Ansturm nicht abfangen konnte. Müde legte sie ihre Hand auf Janays Arm. „Werde jetzt mal nicht hysterisch! Das ist reine Routine! Du bist Schwanger! In er Schwangerschaft können alle möglichen Dinge passieren!“ Als ob Janay dies nicht selber wüsste…

Juduka stolperte zurück und hatte Glück, dass sie nicht hinfiel. Janay unterschätzte wohl die Energie, welche die Schwangerschaft ihrem Zorn verlieh. Juduka winkte ab und machte sich wankend auf den Weg zu SIntus. Warum mussten die Leoniden diesen Bastard auch ausgerechnet so weit vom Frauenhaus entfernt behandeln? Der Weg dorthin erschien ihr nämlich ein wahrer Kraftakt zu sein.
Talimée sah der Nachtelfe nach. Sie traute ihr nicht, doch gleichzeitig hatte sie Sintus das Leben gerettet. Sie wusste nicht recht, was sie von ihr halten sollte, aber bei ihrem gutmütigen Naturell war selbst für die Nachtelfe Platz in ihrem Herzen. Sie musterte Janays Fuss. „Sie scheint dich aber wirklich geheilt zu haben. Du bewegst dich ohne Schmerz.“ Sie lächelte erleichtert. „Grazil und Frei wie ein junges Reh.“ Sie lächelte und errötete ab ihren eigenen Worten. Waldelfen wie sie lebten ihre Sympathie oft mit Körper und Seele aus. Doch dann sah sie Janay eindringlicher an. Sie glaubte nicht recht, dass ihr Entschluss darin bestand, Juduka den Hals umzudrehen wenn sie Blödsinn anstellte. Doch sie drängte ihre ehemalige Herrin und aktuelle Freundin nicht. Ausserdem war sie froh zu SIntus zu können. Sie war seit ihrer Ankunft in der Stadt nicht mehr bei ihm gewesen und ja, sie vermisste ihn. Sie hatte ihn aber auch von einer völlig anderen Seite kennengelernt. Er konnte lustig und nett sein und so ritterlich! Es stimmte sie traurig, ihn im anhaltenden Schlaf zu wissen und sie Betete stetig zu Phaun er möge sich doch seiner erbarmen.
Sie nickte als Janay aufbrechen wollte und unbewusst reichte sie ihr wieder den Arm, damit sie sich darauf abstützen könnte. Doch sie bemerkte ihren Fehler und schüttelte den Kopf. „Das ist ja nicht mehr nötig.“ Meinte sie zufrieden und folgte ihr.

Sie holten Juduka schnell auf. In der Stadt achtete man nicht auf die Fremden. Die Bewohner waren mit ihren eigenen Sorgen beschäftigt, nur ab und an blieb jemand stehen und erkundigte sich bei Juduka ob es ihr auch gut ginge. Die winkte jeweils nur ab und wankte zielstrebig auf das improvisierte Lazarett zu. Es war ebenfalls eine Höhle, ein Löwenbau. Darin herrschte nun aber buntes Treiben. Die Frauen bereiteten Pritschen vor, sammelten Verbände, Arzneien. Man wollte bereit sein für mögliche Verletzte und Flüchtlinge.
Offensichtlich hatte die Stadt der Leoniden sich dazu entschlossen eine aktive Politik einzunehmen und sich nicht mehr von der ganzen Welt abzukapseln.
Die Höhle mündete in ein Gebäude mit Kammern und geziegelten Mauern. Sintus lag in einem eigenen Zimmer. Abgeschirmt vom Lärm. Juduka betrat es als erste.
Das Krankenzimmer war nicht sonderlich gross. Ein Bett stand darin, sowie zwei Stühle und ein Beistelltisch. Ein weiterer Tisch für medizinische Instrumente und Arzneien und ein Schrank. Auf Blumen oder ähnliche Verzierungen des Zimmers schienen die Leoniden zu verzichten.
Annabelle sass da auf dem Stuhl und erhob sich gerade als Juduka eintrat. „Na wird ja auch Zeit, wo hast du dich nur rumgetrieben! Komm her und lass deine Fingerchen glühen! Ich glaube nämlich er hat Schmerzen. Er ist unruhig… er bewegt sich.

Kein Wunder bezeichnete Juduka die Kräuterfrau als Hexe. Langsam wankte sie ins Zimmer. „Was ist denn mit dir los? Bist du betrunken?! Kommst du betrunken hier her?!“ „Schweig!“ Knurrte Juduka nur. Sie hatte keine Nerven für solche Streitereien.

Annabelles Aufmerksamkeit wurde auf die beiden neuen Gäste gelenkt, als diese das Zimmer ebenfalls betrachteten. „Janay… Taliméee… schön euch zu sehen! Aber Janay…dein Fuss!“ Auch Annabelle hatten sie schliesslich seit ihrer Ankunft nicht mehr gesehen. Sie sah müde aus und abgekämpft.

Sie blickte von Talimée zu Sintus. Dieser lag bis über die Hüfte zugedeckt in seinem Bett. Atmete flach. Seine Haut wirkte etwas eingefallen und spannte über seine Wangen. Seine Augen schienen tief in seinen Augenhöhlen zu liegen und waren von dunkler Haut umrahmt. Er war blass. Die Wunden an seinem Hals waren bereits vollständig geheilt worden von Juduka. Der grosse Prankenhieb aber, der seinen Brustkorb zerfetzt hatte, war mit einem Verband versorgt worden. Juduka heilte diese Wunde nur auf raten. Weil der Speichel der Wargs aggressiv sei und ein zu schnelles verschliessen der Wunde, die Keime des Tieres nur im Körper einsperren würden. Dies war zumindest Judukas Version.

„Er hat sich bewegt, sagst du?“ Sie wankte auf Sintus zu. Verflucht. Der Bastard wird bald aufwachen. Sie konnte mit ihrer Magie den Heilungsprozess nicht aktiv verlangsamen, aber sie versuchte sich so viel Zeit wie möglich damit zu lassen, ihn zu heilen. Bisher war sie mit ihrer Strategie gut gefahren und niemand hatte Verdacht geschöpft. Sie legte ihre Hände auf Sintus Brust und wieder erhellten sich ihre Hände und ihre Finger begannen zu glühen.

Auch Talimée trat vorsichtig heran. Beugte sich über den bewusstlosen Paladin. „Ich vermisse dich.“ Hauchte sie ihm ins Ohr und küsste lieblich seine Wange. „Werde wieder gesund, hörst du?“
Sie legte ihre Hände auf seine Wangen und vergoss gar eine Träne für ihn. Ihre Zuneigung zu ihm war noch jung und frisch, wie ein Keimblatt. Dennoch schmerzte es sie, ihn so zu sehen. Hilflos ans Bett gefesselt, wahrlich so wollte ein Krieger nicht enden. „Danke dass du über ihn gewacht hast, Annabelle. Dies werde ich dir nie vergessen.“
„Was heisst hier, gewacht habe? Ich werde es weiter tun! Obwohl es mich wirklich interessieren würde, was der ganze Lärm da draussen vor der Türe zu bedeuten hat. Bisher hätte man hier die Fliegen furzen hören, so still war es und nun herrscht reges Treiben. Was ist also los. Habt ihr ärger gemacht? Wie geht’s nun weiter?“ Ihr Blick suchte jenen von Janay.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Sonntag 19. Januar 2014, 20:02

Ob die Nachtelfe geschwächt war durch ihre Magie, die im Gegensatz zu ihrer Natur stand, oder nicht, war Janay mehr als gleichgültig. Es kümmerte sie nur insofern, dass sie hoffte, dadurch leichteres Spiel bei ihrem Plan zu haben, die andere auf ihren Weg mitzuschleifen.
Nun musste sie es nur noch schaffen, Talimée bei den restlichen beiden Mitgliedern der ehemaligen Truppe so abzuliefern, dass diese sich in Sicherheit wiegen und nicht misstrauisch werden würde. Sie wollte der Dienerin Schmerz und unnötige Aufregung schlichtweg ersparen.
Doch all das war unbedeutend im Gegensatz zu der Angst, die sie befallen hatte aufgrund der Worte von Juduka. Hatte sie einen Fehler begangen in ihrem Eifer, rasch geheilt zu werden? Hätte sie der anderen niemals vertrauen sollen?! Oder war deren Eröffnung lediglich dazu gedacht gewesen, sie in Furcht und Schrecken zu versetzen? Die Dunkelelfe wusste es nicht und schwankte somit in ihrem ohnehin vorhandenem Gefühlschaos hin und her.
Da halfen auch die Worte nicht, die sie nun zu hören bekam, denn sie rührten verdächtig nahe an ihrer eigenen, verdrängten Vergangenheit und dem Verlustschmerz, der ihr derart zu schaffen machte. "Ich zeig dir gleich, was hysterisch ist!", keifte sie somit und es war vermutlich das Klügste, was die Nachtelfe tun konnte, indem sie aus der Höhle verschwand.
Wütend, um ihre Angst zu kaschieren, funkelte ihr die junge Frau hinterher, als könne sie damit bewirken, dass die Schwankende Schmerzen bekam. Rachedurst kochte in ihr hoch und bestärkte sie zugleich in ihrem Plan. Bedenkenlos würde sie Juduka mitschleppen und riskieren, dass diese, sollte es notwendig sein, gequält wurde. Vielleicht nicht getötet, weil sie mit ihrer Heilkraft zumindest ein wenig praktisch war, aber ausreichend gemartert, um in Zukunft nicht einmal mehr im Ansatz daran zu denken, die Schwangere herauszufordern!
Dadurch versank sie in ihre eigenen Gedanken und war daraus nicht vollkommen zurückgekehrt, als sie Talimées Worte zu hören bekam. Somit zuckten ihre Mundwinkel lediglich zu einem dünnen Lächeln bei dem Vergleich und gleichzeitig nickte sie zu der vorherigen Bemerkung. Ja, so misstrauisch und verstimmt sie auch war, sie fühlte keine Schmerzen, weder in ihrem Fuß, noch in ihrem Unterleib, auf den es ihr derzeit weitaus mehr ankam.
Vorerst beruhigt, wollte sie endlich zur Tat schreiten und die Waldelfe hatte nichts dagegen, obwohl sie Janay zu einen kurzen Stutzen brachte. Für wenige Momente kehrte sie vollständig in die Wirklichkeit zurück und schenkte der anderen ein kleines, jedoch absolut ehrlich freundliches Lächeln.
Danach wandte sie sich um und schritt kräftig voraus, als wäre nie eine Verletzung gewesen. Schnell hatten sie die Nachtelfe eingeholt, die noch immer deutlich schwankte. Ein Umstand, der die junge Frau grimmig grinsen ließ, während sie Juduka nicht mehr aus den Augen ließ, bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Dabei hatte sie keinen Blick für ihre Umgebung, denn es interessierte sie nicht. Für sie zählte nur, ihr eigenes Vorhaben erfolgreich auszuführen und dafür zu sorgen, dass Kazel, sollte ihm etwas zustoßen, wenigstens in einem halbwegs ganzen Stück aus dem Schlamassel wieder herauskäme.
Noch bevor sie in den gesonderten Raum eintreten konnte, hörte sie schon das Zetern der Alten und fühlte eine gewisse Zufriedenheit in sich aufsteigen. Na, wenigstens eine, die Juduka auch die Meinung geigte! Trotzdem hielt sie sich heraus, trat lediglich neben der Tür zur Seite und warf einen undeutbaren Blick auf den Schwerverletzten auf der Liegestatt.
Pelgarer... hochmütiger, besserwisserischer Pelgarer! Ihre Gedanken waren alles andere als nett, selbst, als sie so deutlich seinen Zustand sehen konnte, allerdings hatte sie sich wieder soweit in der Gewalt, dass man ihr davon nichts ansehen konnte. Für Talimée.
Um sich nicht doch zu irgendetwas hinreißen zu lassen, das sie noch bereuen würde, ließ sie sich von der Vettel ablenken und sah diese neutral an. "Ja, mein Fuß.", erwiderte sie schlicht und deutete mit dem Kinn zu Juduka. "War immerhin zu etwas nütze.", fügte sie an, als würden Geste wie Worte erklären, was geschehen war, und ausreichend sein.
Wie genau sie hingegen die Nachtelfe von hier allein wegbringen sollte, musste sie sich noch überlegen. Da kam es ihr nur gelegen, dass sich auch Talimée dem Verletzten zuwandte und sie somit ihre Ruhe hatte. Zumindest hatte sie das gedacht, denn während die Waldelfe wisperte, blieb die Schwangere bei der Tür stehen und glaubte, ein Geräusch vernommen zu haben, das nicht so recht an diesen Ort passen wollte. Lautlos schnaubte und wollte es als Einbildung abtun, um weiter grübeln zu können.
Aber da war es schon wieder. Ihre Augenbraue hob sich an und sie wandte ihren Kopf zu der Türöffnung, als könne sie dadurch besser hören oder gar etwas erkennen. War das... ein Winseln? Gaben diese katzenartigen Wesen etwa auch solche Laute von sich? Es wollte irgendwie nicht zu ihrer Vorstellung und ihrer Erfahrung mit Katzen passen, so spärlich diese auch waren.
Gerade wollte sie sich darauf vollends konzentrieren, um vielleicht eine Richtung ausmachen zu können, woher diese Laute kamen, als Annabelle sie wieder ansprach. "Scht!", zischte Janay ungehalten und lauschte erneut. Es half nichts, ihr wollte allein keine Erkenntnis kommen.
Also musste sie sich notgedrungen an die anderen wenden, vor allem an die Alte, die schon länger hier war. "Was ist das? Hört ihr das?", fragte sie unwillkürlich leise flüsternd, als könne sie anders dafür sorgen, dass das Geräusch endgültig verstummte. Doch nein, da war es wieder!
"Da! Hört! Es klingt wie ein Winseln.", machte sie wieder darauf aufmerksam und sah erwartungsvoll zu den anderen, als gäbe es gar nicht die Möglichkeit, sie könne es sich trotz allem lediglich einbilden.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 9. April 2014, 14:14

Juduka kniete neben Sintus, ließ ihre Gabe wirken und versuchte das Umfeld um sich weitgehend zu ignorieren. Einfacher als gesagt, sie war geschwächt und dann schien es dem Pelgarer auch noch viel zu schnell besser zu gehen. Langsamer konnte sie wirklich nicht seine Heilung angehen, denn sonst wäre es zu verdächtig gewesen. Und gerade die alte Vettel schien so was zu bemerken. In einer anderen Situation hätte sie dem Mann eher Sterbehilfe gegeben- und das nicht aus Nächstenliebe. Die Worte der Waldelfe, die so liebevoll gehaucht wurden, ließen die Nachtelfe nur innerlich die Augen verdrehen. dabei kann einem ja schlecht werden
Sintus selber wurde wieder ruhiger, die Heilung schritt so oder so heran. Vielleicht lag es an den gebeten der jungen Waldelfe. Doch auch das er als Mann und Krieger ein zäher Brocken war halfen ihm es durch zu stehen. Sein Brustkorb hob und sengte sich und als die gehauchten Worte von Talimee an sein Ohr drang, glaubte sie ein leichtes Zucken der Mundwinkel zu erkennen. Juduka schlug die Augen auf, totbringend und sehr erschöpft sah sie zu der anderen Elfe. Der Blick zweier Elfen trafen sich und wenn auch die einstige Dienerin ein sanftes Gemüt und an das Gute zumeist glaubte, so war es der Moment, dass sie etwas in der Nachtelfe sah. Etwas, was diese sonst so gut verbergen konnte. Dann jedoch schien es wieder weg…als wäre das kalte Gesicht der Nachtelfe nur der Ausdruck von Schwäche gewesen.
„danke“ setzte sie zu sprechen an, strich liebevoll über das durch Krankheit ausgezerrte Gesicht des Ritters. Die Nachtelfe rümpfte die Nase, drehte sich um und schleppte sich mehr zu dem Stuhl, ließ sich darauf nieder. Hatte die Waldelfe etwas durchschaut? So als würde sie ihre Hände beschauen, hing sie in ihren Gedanken und warf nur kurz einen Blick zu der Vettel und Janay.

Annabelle wollte gerade protestieren, als Janay ihr ins Wort fuhr. Was dachte sich das Kind denn? Nur, weil sie eine schwangere Dunkelelfe war, durfte sie doch nicht allen den Mund verbieten. Und das Janay selbst nach einer Heilung schon wieder rumlief. Und man schien er keine Antwort geben zu wollen, was denn draußen los war. Ungeduldig tappte die Frau mit den Fuß auf den Boden.
„Es hält wohl keiner für nötig mich zu informieren. Ich meine, wenn es Ärger gibt, würde ich gerne vorher aufgeklärt…“ janay unterbrach sie und erst zog sie die Stirn kraus, bevor sie jedoch ebenfalls lauschte. Nur kurz, waren ihre Ohren doch nicht die besten.
„“Da ist nichts…zumindest nichts, was sonst nicht wäre“
„Du alte Vettel hörst nicht mehr richtig..“ zischte Juduka und hob den Kopf. Protest wollte schon aufwallen wegen der Beleidigung, doch jetzt wurde Annabelle Ignoriert. Judukas Ohren hatten es auch vernommen und selbst die Waldelfe. Es war ein seltener Moment, doch das Nicken der beiden anderen Frauen bestätigte, dass Janay es sich nicht eingebildet hatte.
Deutlich war ein Winseln zu hören…und vereinzeltes Fiepen. Es kam von Draußen, musste jedoch neben dem Lazarett sein.
„Ein Winseln?...das hört ihr?“ einen Anflug von erstaunen, dann wurde das Gesicht der älteren Frau ernst.
„Sie haben eine Bestie…einen Warg hier her gebracht. Und nicht mal unweit von Sintus. Ist das der Humor dieses Volkes, als wolle man Bestie und Opfer nochmals aufeinander treffen lassen. Ist das auszudenken, da wurde Sintus fast von einem getötet und sie bringen so ein Monster in die Stadt“ zeterte sie weiter.
„ Kein Tier ist von Natur böse….es wird dazu gemacht.“ Warf die junge Waldelfe ein, welche sich von dem Kranken erhoben hatte. Wer wusste es besser als sie, so lebte doch alles in einem empfindlichen Gleichgewicht. Tiere wurden zu Monstern gemacht, sie waren es nicht von Natur aus- selbst ein Warg nicht.
„ich würde mir das Vieh mal ansehen….“ Denn eher würde die Nachtelfe den Warg zum genesen helfen anstatt weiter den Ritter zu betüdeln. Aber jetzt würde es wohl nichts werden, sie war zu erschöpft. Juduka sah zu Janay und wenn sie auch die Dunkelelfe nicht mochte, so waren sie sich in manchen Sachen doch einig.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Mittwoch 16. April 2014, 20:28

Die junge Dunkelelfe seufzte innerlich bei Talimées Gedanken und schüttelte im Geiste den Kopf. Sie wünschte der anderen, dass sie nicht wieder enttäuscht werden würde, aber bei einem Pelgarer sollte sie lieber vorsichtig sein. Er mochte ja stark verletzt sein und die Dienerin keine von der dunklen Rasse, allerdings hatte er deutlich gezeigt, zu was er fähig war, wenn ihm etwas nicht passte. Er hatte ihre Vorurteile mit seinem Ausbruch nach Kazels Eröffnung nur zu sehr bestätigt und in ihr tauchte die Frage auf, ob er wohl wusste, dass auch der Mischling zum Teil aus Morgeria stammte.
Aber sie würde ihn nicht fragen, ginge es nach ihr, würde sie sowieso nie wieder etwas mit Sintus zu tun haben. Für sie zählte es jetzt erst mal, dass sie zu den Truppen aufholte, Juduka dabei mitschleppte und dafür sorgte, dass gerade IHM nichts zustoßen würde. Wenn ihm hier jemand die Ohren lang zog, dann war allein sie das und kein dunkelelfischer Soldat! Lange sollte sie sich jedoch nicht mehr Zeit lassen, um die Spur nicht zu verlieren.
Schon überlegte sie, wie sie die Nachtelfe weglocken und mitzerren könnte, ohne dabei aufgehalten zu werden, als ein Geräusch ihre Gedanken und Grübeleien unterbrach. Etwas, das sie nicht einordnen konnte, da sie von dem Angriff noch immer nichts wusste. Zumindest keine Details, außer, dass dabei anscheinend der Pelgarer verletzt und sie danach allesamt hierher gebracht worden waren.
Ihre Ohren schienen leicht zu zucken, denn an irgendetwas erinnerte sie dieser Laut. Sie kam nur im ersten Moment nicht darauf. Dabei war es ihr ganz gleich, dass die Alte noch anderes erfahren wollte und von ihr eigentlich eine Antwort zu erwarten schien. Janay würde diese Aufgabe Talimée überlassen, sie wusste mehr und war im Reden besser, sofern es nicht gerade um die Verführung von Männern ging.
Stattdessen war es ihr wichtiger, dass ihre eigene Neugier befriedigt wurde. Wieso wollte ihr nicht einfallen, woher sie solche Geräusche kannte?! Es war irgendetwas, das an einen Hund erinnerte und trotzdem war sie sich sicher, dass es keiner war. Warum, das hing mit der Wahrheit über den Verursacher zusammen, das spürte sie.
Sie lauschte weiterhin angestrengt, obwohl die Alte immer wieder zu zetern begann und ihr stoppendes Zischen stets ignorierte. Mehrmals versuchte sie, die andere damit zum Schweigen zu bringen, doch der Erfolg blieb aus.
Erst bei der Frage verdrehte sie die Augen. "Wir sind elfenartige, wir hören generell viel besser.", bemerkte sie trocken, denn auch die Wald- und die Nachtelfe hatten ihr Gehörtes bestätigt.
Daraufhin wandte sie sich ab und wollte sich bereits auf die Suche nach dem Ursprung begeben, als sie in ihrem Rücken die Antwort hörte, die ihrem Geist bislang nicht zugänglich gewesen war. "Natürlich!", wisperte sie und schluckte schwer, während sie einen Moment lang regelrecht erstarrte.
Erinnerungen wollten in ihr hochkommen, Bilder eines Gesprächs zwischen ihrem Erzeuger und ihrem Bruder, das sie zufällig mitbekommen und das sie als kleines Mädchen sehr verstört hatte. Ihre Kehle schnürte sich dabei zusammen und sie musste dagegen ankämpfen, um in die Realität zurückfinden zu können. Deswegen bekam sie den Wortwechsel auch nicht bewusst mit.
Dass sie indes einen Blick über die Schulter zurück warf, war reiner Zufall, ebenso wie der Kontakt, den sie dabei mit Juduka unwillkürlich einen Atemzug lang aufbaute. "Ich geh hin.", erklärte sie knapp und wollte den Weg dazu nutzen, sich wieder ganz zu fangen.
Angst vor einem Warg hatte sie prinzipiell keine, dazu hatte sie zu oft die Welpen von diesen Tieren gesehen, die alles andere als bösartig gewesen waren. Und dank ihres Erlebnisses wusste sie auch, warum die Erwachsenen so ganz anders waren...
Leise seufzte sie und schüttelte den Kopf über sich selbst, während sie lauschend dem Winseln folgte. Schließlich erreichte sie den Zugang zu einer weiteren Höhle, in dem nur eine einzelne, kleine Fackel für Licht sorgte. So waren die Schatten vielmehr als die klaren Umrisse. Aber die Geräusche kamen ganz deutlich aus diesem Hohlraum. Dennoch verharrte die Dunkelelfe auf dem Fleck und versuchte, erst einmal ihre Augen daran gewöhnen zu lassen, um mehr erkennen zu können.
Außerdem... ihr Herz pochte schneller und sie hatte ein wenig Angst, weiterzugehen. Wenn das ein ausgewachsener Warg war, dann konnte er unberechenbar sein und sie hatte keine Ahnung, wie sie es am besten angehen sollte, um kein Opfer der Reißzähne zu werden. Schließlich ging es dabei nicht allein um ihr eigenes Leben! Instinktiv und unbemerkt legte sie ihre Hand auf ihren flachen Bauch, als könne sie so alles Unheil von dem Krümel fernhalten.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 8. Mai 2014, 00:24

„ihr wollt da hingehen?...Aber Janay, doch nicht alleine“ entfuhr es der alten Vettel und Juduka verdrehte nur genervt die Augen. Bestand das alte Weib etwa darauf, dass man ständig sich einen Schutz zulegte. Die Nachtelfe war da nicht anders als die Dunkelelfe, zumindest was diese Entdeckung bedeuten konnte. So ein Mist auch, dass sie nicht sofort wieder hoch kam und noch einen Moment benötigen würde.
„ Ihr Fuß ist geheilt ..und sie ist nicht schwerverletzt. Schreien könnte sie immer noch“ reagierte die Nachtelfe barsch und wunderte sich, dass sie sogar die Dunkelelfe verteidigte. Es gab bekanntlich immer Situationen, wo ein bestimmter Schlag von Frauen zusammenhielt. Die Waldelfe blickte verunsichert auf, fragend ihr Blick auf ihre Herrin und Freundin gerichtet. Sollte sie folgen oder durfte sie noch bei ihrem Liebsten bleiben?
Doch das war für Janay schon nicht mehr von Interesse, sie hatte sich entschieden. Tatsächlich war der Weg nicht weit und dann fand sie die andere Höhle, von wo das Winseln kam. Noch sah man in der Dunkelheit nichts, konnte Bewegung nur im flackernden Fackelschein erahnen. Ein Schnauben und ein leises Knurren wurde zunehmend deutlicher. Janay war vorsichtig und wachsam.
Plötzlich leuchteten blaue Augen in der Dunkelheit auf, sie waren groß und eindringlich. Eine gewisse Intelligenz sah man darin. Ein Winseln, fast wie ein bittender Laut.

Dann sprang Janay etwas entgegen. Ein Ungetüm riss die schwangere Dunkelelfe um. Sie war zu nah gewesen! Das Klirren einer schweren Kette folgte und ehe sich Janay versah, lag sie zwischen den Beinen des großen wolfähnlichen Geschöpf. Seine Färbung war ein schmutziges Grau und seine enormer Kiefer mit den verlängerten Fangzähnen war genau über ihrem Gesicht. Es knurrte und vermutlich hätte es ihr den Kopf abgebissen, wenn nicht ein aus gestärkten Leder geschaffenes Geschirr um seinen Kiefer gebunden wäre. Sein Maul konnte das Tier gerade so weit öffnen, dass es kleinere Brocken Fleisch oder Wasser zu sich nehmen konnte. Die Augen starrten in das Gesicht der Dunkelelfe. Winselte abermals.
Janay würde sich erinnern können, dass wenn es tatsächlich hätte töten wollen, es sie einfach mit der Pranke zerfleischen können, doch das tat der Warg nicht. Schnüffelte an ihrem Gesicht, dass sie den fauligen Atem vom verwesten Fleisch riechen konnte. Langsam schritt das Tier zurück, gab sie frei, während es an ihr roch und an ihrem Bauch einen Moment länger verweilte. Es knurrte und trabte- nein humpelte zurück ins Dunkle, wo es sich niederlegte. Die Augen auf ihr gerichtet.
„Hast ja Glück gehabt“ gab ein Schatten der auf Janay fiel von sich. Juduka stand am Eingang der Höhle, die Hände vor der Brust verschränkt und lächelte fast schon kalt und zynisch.
„ist das unser bevorzugter Liebling“ meinte sie kalt. Eins war bei den Frauen, die noch so verschieden waren klar, sie beide mochten Sintus nicht. Und hatte er nicht seine Verletzung einem Warg zu verdanken? Und der Feind meines Feindes, war gewöhnlich ein Freund.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Montag 26. Mai 2014, 22:51

Die junge Frau hatte sich gerade abgewandt und wollte sich auf den Weg machen, als sie den Protest der Alten zu hören bekam. Kühl sah sie über die Schulter zurück, eine Augenbraue skeptisch erhoben. "Was sollte einer wie mir passieren?", gab sie betont gefühllos zurück, in Anspielung darauf, dass sie ausgerechnet wegen ihrer Herkunft auch Ärger in der Gruppe bekommen hatte.
Somit sollte sie angeblich zu einer der gefürchtetsten Rassen gehören, also kein Grund, sich zu ängstigen, nicht wahr? Außerdem hatte sie ein bisschen Erfahrung mit Wargs und wusste, dass sie jederzeit einen gewissen Sicherheitsabstand einhalten würde. Zumindest in der Theorie hatte sie das vor.
Deswegen sah sie keinen Grund, warum sie nicht hingehen und nachsehen sollte, ob allein oder mit anderen. Und wenn sie Juduka mitnahm... nun, das würde ihr nur in die Hände spielen.
Janay warf einen letzten, milderen Blick auf die Dienerin und deutete ein beruhigendes Lächeln an, nickte sogar knapp, als Zeichen, dass diese getrost hier bleiben könnte. Daraufhin glitt ihre Braue erneut in die Höhe und einen Moment lang blitzte so etwas wie Belustigung auf, als Juduka sie zu verteidigen schien... oder so was in der Art. Ihr war es gleichgültig, sie bedeutete der Nachtelfe lediglich, ihr zu folgen.
Ob sie es tat oder nicht, war ihr überlassen, zur Not müsste sie sich einen anderen Plan zurecht legen, um die anderen mit sich zu nehmen. Zuerst wollte und musste sie ihre Neugier befriedigen.
Immerhin, der Weg nahm nicht sonderlich viel Zeit in Anspruch, weil die Distanz gering war, schon stand sie vor der anderen Höhle und konnte umso deutlicher die Geräusche wahrnehmen. Blinzelnd versuchte sie, in dem Dunkel das Wesen auszumachen, von dem diese Laute ausgingen. Dabei wagte sie sich unbewusst weiter vor, als es gut für sie war.
Von einem Moment zum nächsten war es für sie auch schon zu spät, ein leiser, überraschter Schrei entkam ihrer Kehle, bevor ihr die Luft aus den Lungen gedrückt wurde bei dem Aufprall auf dem Boden. Im selben Augenblick drohte Panik in ihr aufzusteigen, weil ein Ungetüm über ihr aufragte, das mit Leichtigkeit sowohl ihrem, als auch dem Leben des Würmchens in ihrem Bauch ein Ende hätte setzen können... und es auch würde, wenn man es dazu trieb. Was Janay keinesfalls vor hatte!
Erst auf den zweiten Blick konnte sie das feste Lederband ausmachen, das um das Maul geschlungen war und ihr vermutlich das Leben gerettet hatte. Trotzdem zwang sie sich dazu, ruhig liegen zu bleiben und nichts zu tun, um einen weiteren Angriff zu provozieren, da die Pratzen mindestens genauso gefährlich wie die Reißzähne waren.
Es schien Ewigkeiten zu dauern, bis sich etwas tat. Aus weit aufgerissenen Augen starrte sie in die Höhe und unterdrückte jedes Anzeichen eines Zitterns, als an ihr geschnüffelt wurde. Lediglich, als die Nase bei ihrem Bauch verharrte, versteifte sie sich, konnte die Angst kaum noch im Zaum halten. Doch sie hatte Glück... mehr als nur Glück! Der Warg hatte anscheinend Interesse an ihr, allerdings nicht, um sie zu töten.
Die Frage war, warum. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass sie noch wie eine Dunkelelfe roch und selbst wenn, dann hätte das vermutlich viel eher zu ihrem Tod geführt aufgrund schlechter Erlebnisse. Oder war es eher darauf dressiert worden, Männer zu töten und kannte den Unterschied der Geschlechter? Das war irgendwie auch unwahrscheinlich...
Bevor sie weiter darüber grübeln konnte, fiel ein erneuter Schatten auf sie, da sie noch immer regungslos lag. Erst bei den Worten der Nachtelfe, die sich wohl lustig über sie sich machen wollte nach dieser... Begrüßung, verdüsterte sich ihr Gesicht.
"Ob es dich auch am Leben gelassen hätte?", gab sie beinahe lautlos zurück und begann dann langsam damit, sich aufzusetzen. Ihr Blick richtete sich wieder auf den Warg, der sie noch immer beobachtete. Betont gemächlich hob sie ihre Hände, um zu zeigen, dass sie keine Waffen hatte. Zwar mochte sie nicht mit solch einem Wesen sprechen können, jedoch war sie sich sicher, dass es gewisse Gesten begreifen könnte, vor allem dann, wenn er keine Instrumente ausmachen würde, die ihm sonst Schmerzen zufügten. Das waren äußerst intelligente Biester und wären sehr treue Beschützer, wenn ihresgleichen sie nicht zu Tötungswerkzeugen ausbilden würden.
Die junge Frau zögerte beim nächsten Schritt, weil sie sich nicht ganz sicher war, ob es klug war, was sie vorhatte. Aber dann gab sie sich einen Ruck und senkte ihre Stimme soweit, dass der bedrohliche Unterton, der in ihrer Muttersprache stets mitschwang, zu dämpfen. Sie wählte sie bewusst aus, auch wenn es das Tier reizen könnte, weil es auch damit nur Negatives verband. Aber sie nahm an, diese Sprache war es gewöhnt und würde somit am ehesten darauf reagieren, im Positiven wie im Negativen.
"Sch, sch... ich tu dir nichts. Verstehst du das? Ich gehöre nicht zu denen, die dich quälen.", sprach sie so ruhig wie möglich und konnte dennoch nicht vermeiden, dass ein Zittern hörbar war, denn nun, nachdem der Schock über diesen ersten Angriff nachließ, konnte die Furcht stärker in ihr aufsteigen.
Doch noch konnte sie es unterdrücken und zwang sich weiterhin dazu, sich nicht unnötig zu bewegen, sondern regelrecht schleichend in eine hockende Position zu gelangen, um zur Not jederzeit zurück zu springen, sollte die Schnelligkeit des Wargs ihr überhaupt diese Chance lassen. Immerhin, ihre Augen hatten sich allmählich an die Lichtverhältnisse gewöhnt und sie könnte eine Bewegung womöglich tatsächlich rechtzeitig sehen. Mit viel, viel, unwahrscheinlich viel Glück...
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 16. Juli 2014, 18:04

"Ob es dich auch am Leben gelassen hätte?"
Der Blick der Nachtelfe veränderte sich und wanderte zu Janay. Ein paar Sekunden lang schien sie über etwas nachzudenken, aber schüttelte dann leicht den Kopf und wandte sich ebenfalls der dunklen Höhle zu, ohne die Frage beantwortete zu haben. Sie beobachtete nun mit unverhaltener Neugierde den Mut der Anderen. Mut, den sie ihr niemals zugestanden hätte und wohl auch nie anerkennend in Worte fassen würde, denn dass würde ihr gegenüber ein Zugeständnis bedeuten, nichts desto Trotz hatte es eine gewisse Faszination, sie zu beobachten. Spekulationen huschten durch ihre undurchsichtigen Gedanken, wie es wohl weiter gehen würde, wenn der Warg, ihr „Liebling“, doch beschließen sollte, dass Janay ein Leckerbissen wäre oder sie einfach einen Fehler beginge. Was wenn, sagen wir, ein lautes Geräusch ihn im falschen Moment erschrecken würde? Würde sie sie vermissen? Sicher nicht. Es hatte nur seine Vorteile, wenn sie weiter lebte, hatte Juduka doch in gewisser Weise eine Verbündete gegen Sintus in ihr, nur so etwas wie Freundinnen würden sie wohl niemals werden.

Betont gemächlich hob Janay ihre Hände, um zu zeigen, dass sie keine Waffen hatte.
"Sch, sch... ich tu dir nichts. Verstehst du das? Ich gehöre nicht zu denen, die dich quälen."
, sprach sie so ruhig wie möglich. Ihre Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt und sie sah das Zucken des gewaltigen Schädels im Schatten. Jetzt nur keine hastigen Bewegungen machen! Die großen, spitzen Ohren waren steil aufgerichtet und lauschten aufmerksam jedem ihrer Worte. Die feuchte, schwarze Nase glitzerte und sog gierig ihren Duft ein. Das Tier selbst verströmte eine Note von nasser Hund, muffigen, faulen Blättern und altem Blut. Abermals erklang das leise Winseln, wie eine Antwort, dessen Inhalt nur leider verschlossen blieb. Dieser Warg kannte die Sprache der Dunkelelfen, aber vor allem erkannte er den Ton in den Worten der Frau vor sich. Ob er sie wegen ihrem Duft, wegen ihrem Geruch nach Schwangerschaft, oder einfach, weil er keinen Hunger hatte nicht getötet hatte, er würde es ihr wohl nicht verraten. Sicher war nur, dass er merkwürdiger Weise in Janay keinen Feind sah. Sie konnte sich ihm langsam nähern und sah getrocknetes Blut an seiner linken Schulter. Deshalb hatte er also leicht gehumpelt, als er sich zurück gezogen hatte. Die Wunde sah bei näherer Betrachtung nicht sonderlich tief aus und würde wohl am besten heilen, wenn er sie selbst sauber leckte, was er auch gerade tat. Er war damit so beschäftigt, dass die Elfin sich bis auf einen Meter nähern konnte. Dann hob er den Kopf und sah ihr in die geweiteten Augen. Ein paar Herzschläge lang sahen sie sich nur still an, dann senkte er den Blick und legte seinen Kopf auf die rechte Pranke. Janays Gegenwart störte ihn nicht, es wirkte fast so, als genoss er sie. Ob das verwunderlich war? Ein Warg zwischen lauter Leoniden? Er nahm etwas vertrautes wahr und das schien ihn zu beruhigen. Er lag so still, dass sie wohl möglich die Hand ausstrecken könnte um ihn zu berühren. Janay bemerkte eine Bewegung im Eingang der Höhle und sah aus dem Augenwinkel, wie Juduka ebenfalls näher gekommen war. Hatte sie eben gelächelt? In dem Moment, in dem sich ihre Blicke trafen, war es auf jeden Fall wieder verschwunden.
„Er scheint dich zu mögen.“
Stellte sie mit gewohnt kühler Stimme fest und zog die Brauen in die Höhe.
„Na wenn das nicht mal ein netter Anblick ist.“
Der ironische Unterton in den Worten war nicht zu überhören. Der Warg brummte leise an Janays Seite. Es war kein Knurren, mehr ein leiser zustimmender Laut, der Janay zeigte, dass er sich wohl fühlte.
„Da hast du ja einen echten Freund gefunden. ...Wird dir wohl leider nichts nutzen, wenn sie ihn umbringen.“
Ihr Kopf wies mit einem leichten Neigen in Richtung der Behausungen der Katzenartigen. Und wenn die Leoniden ihn nicht umbrachten, dann tat es sicher Sintus, sobald er sich genug erholt hatte. Er war schließlich das Wesen, dass er im Moment am meisten für seinen Schmerz verantwortlich machen konnte. Eine raue weiche Zunge leckte Janay über ihren Unterarm, der so winzig und dürr gegen diese Schnauze wirkte, wie ein leckerer Knochen mit ein wenig Fleisch daran. Nein, er konnte hier unmöglich bleiben. Es musste fast ein harmonischer Anblick sein, den die Dunkelelfe und der Warg da boten. Harmonisch und tödlich in gemeinsamer Macht. Doch die Harmonie währte nicht lange.
Die Nachtelfe drehte sich plötzlich weg und ihr Gesicht verdunkelte sich. Ihr Arm hob sich und wies in die Richtung aus der sie gekommen waren. Ihre Stimme klang gepresst:
„Da stimmt was nicht.“
Janay konnte mit ihren feinen Ohren ebenfalls die schnell laufenden Schritte hören und das leichte Stolpern, noch bevor eine der Leonidenweibchen vollkommen außer Atem hier ankam und ängstlich in die Höhle spähte, während es Juduka ansah und berichtete.
„Die Alte ...*schnauf*... ich soll euch holen. Schnell!“
Schon drehte sie sich wieder um und lief zurück. Juduka folgte sofort. Im Laufen wandte sich die Leonide um und rief:
„Es geht um die andere Elfe … Talimée!“
Der Warg würde hoffentlich noch da sein, wenn sie zurück kommen würde, denn nun musst sie schnell entscheiden. Wenn es jemanden unter den Leuten gab, mit denen sie hier war, so war es doch Talimée, die ihr etwas bedeutete, also gab es zwar eine Wahl, aber keine emotional zu vertretende, wenn sie hier bleiben sollte.

Anabell hob den besorgten Blick, als der Eingang sich verdunkelte und Juduka, Janay und die Botin darin auftauchten. Die Waldelfe lag regungslos und fahl vor ihren Knien, als sei sie tot. Sie lag kaum zwei Meter von Sintus Lager entfernt und die Vettel hielt ihren Kopf sanft ihn ihrem Schoß.
„Sie ist plötzlich einfach umgefallen. Ich kann ihren Herzschlag kaum noch fühlen. Sie sagte irgendwas von Kazel … es war so leise … und fiel einfach um.“
Man sah die Verwirrung im Blick der Kräuterhexe, die sich keinen Reim auf diesen plötzlichen Anfall machen konnte. Als Janay näher kam, konnte sie jedoch mit ihren feinen Sinnen einen leisen Herzschlag ausmachen. Er war so flach, dass er weder tastbar noch mit normalen Ohren hörbar war. Ebenso war der Atem der Waldelfe fast zum Stillstand gekommen. Doch am meisten konnte es einen, vor ihren Augen grauen. Talimée lag mit weit aufgerissenen Liedern steif da, fühlte sich kalt an und ihre Pupillen hatten die Färbung des Todes angenommen. Die Dunkelelfe hatte sicher schon einige Leichen in ihrem Leben gesehen. Milchig, weiß traten sie hervor und schienen in eine andere Welt zu blicken. Anabell streichelt ihr Haar und alle versuchten ihre panischen Gedanken und Fragen zu sortieren. Um sie herum entstand ein leises Durcheinander, zu dem jeder verhalten und tuschelnd seinen Beitrag hinzu gab, außer Talimée. Dieses zarte Wesen, was immer und überall versuchte das Gute in jedem zu sehen, lag ihnen allen mehr oder weniger am Herzen. Sogar Juduka wirkte wie versteinert. Talimée war nicht tot, aber sie lebte auch nicht. Was war nur geschehen? Plötzlich ging ein leichter Schauer durch ihren Körper und sie begann flüsternd zu zählen:
„Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf, zwölf, dreizehn, vierzehn, ...“
Es ging immer weiter und sonst reagierte sie auch auf nichts. Keinerlei Ansprache oder Rütteln half.
„... siebenundzwanzig, achtundzwanzig, neunundzwanzig, ...“
Anabell fragte leise:
„Was sagt sie? Ich kann sie nicht hören.“
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Freitag 18. Juli 2014, 23:05

Die junge Dunkelelfe hatte sich ihre spitze Bemerkung einfach nicht verkneifen können, nachdem Juduka sie regelrecht dazu herausgefordert hatte. Dass sie es sich damit schwerer machen könnte, war ihr dabei bewusst, aber sie baute darauf, dass sie nicht zu durchschauen und die andere zu geschwächt war, um sich erfolgreich wehren zu können, sobald ihr Plan offenkundig werden würde.
Schließlich hatte auch sie kein Interesse an einer Freundschaft mit der Nachtelfe, sondern wollte sie nichts weiter als benutzen. Eine Verbündete gegen Sintus sah sie genauso wenig in ihr, weil sie es als für nicht nötig erachtete. Außerdem musste sie sich im Moment ganz auf den Warg konzentrieren.
Diese Wesen waren brandgefährlich und dennoch nicht unberechenbar, daran glaubte sie fest. Bislang hatte sie noch nicht viel mit diesen Tieren zu tun gehabt, war davon eher ferngehalten worden, weil sie auf den Kampf getrimmt wurden. Doch sie war sich sicher, dass sie nicht als blutrünstig geboren wurden, und so vertraute sie ihrem Instinkt, ließ sich von ihm leiten.
Deswegen verwendete sie auch ihre Muttersprache, denn sie nahm an, nur so könnte der Warg sie verstehen, wenn überhaupt. Sie glaubte nicht daran, dass er jemals andere Worte außer in Lerium gehört oder deren Sinn begriffen hatte. Auch bemühte sie sich, sich so wenig wie möglich zu rühren, um es nicht zu beunruhigen.
Allmählich gewöhnten sich ihre Augen endlich an die Lichtverhältnisse, sodass Janay darauf baute, womöglich rechtzeitig bei einem nächsten Angriff ausweichen zu können. Wirklich gute Chancen dazu räumte sie sich nicht ein, aber die Hoffnung starb bekanntlich zuletzt.
Wie zur Antwort konnte sie indes ein Winseln wahrnehmen und atmete innerlich ein wenig auf, weil es kein Knurren war. "Sch... schon gut. Alles ist gut.", murmelte sie weiter beruhigend und wagte sich einen Millimeter weiter vor, wollte sich ganz langsam nähern, bis sie es streicheln könnte. Das würde Vertrauen schaffen... so in der Theorie.
Ihre Nasenflügel bebten leicht und als sie sich tatsächlich nähern konnte, war es ihr möglich, einen feinen Geruch nach Blut wahrzunehmen. Auch war da ein merkwürdiger Fleck an der Schulter des Wargs, der ihren Verdacht bestätigte. Dort sollte sie also besser nicht hingreifen! Das war nicht einmal nötig, denn das Tier beschäftigte sich selbst damit, was vermutlich der Grund dafür war, dass sie bislang geduldet worden war.
Zur Sicherheit, damit es sich nicht bedrängt fühlte, blieb die Dunkelelfe auf halbem Weg stehen und wartete kurz ab, wie es reagieren würde. Abrupt hob es den Kopf und sie spürte, wie ihr das Herz vor Schreck stehen zu bleiben drohte. Doch sie zwang sich dazu, tief durchzuatmen und sich so wenig wie möglich von ihren Gefühlen anmerken zu lassen. Stattdessen erwiderte sie den Blick, nicht drohend, aber auch nicht unterwürfig, und wartete ab, gleichzeitig körperlich angespannt, um hoffentlich rechtzeitig ausweichen zu können, um zu überleben.
Schließlich schien sie dieses lautlose Ringen zu gewinnen, denn der Warg senkte nicht nur den Blick, sondern auch seinen gesamten Kopf. Sanft lächelte sie und schob sich langsam näher. "Ja, so ist es gut. Ich tu dir nichts und das weißt du, hm?", raunte sie mit warmen Unterton in der Stimme und streckte langsam die Hand aus, um das rechte Ohr kraulen zu können.
Es ließ es zu und somit hörte sie auch nicht damit auf, weitete ihre Bewegungen sogar allmählich auf den Kopf aus, soweit sie ihn von ihrem Standpunkt aus erreichen konnte. Nur kurz sah sie weg, als sie eine Bewegung registrierte, bevor sie wieder ihre Konzentration auf das Tier richtete. Alles andere wäre viel zu gefährlich gewesen, das war ihr klar.
Leise schnaubte sie bei deren Kommentar und brummelte in das Ohr des Wargs:"Hör nicht auf sie, sie ist nur neidisch." Und lächelte flüchtig, als das Tier vor sich hin brummte, als wolle er ihr zustimmen.
Sie kraulte ihn weiter, bis ihre Bewegung plötzlich stockte. Janay musste sich beherrschen, um nicht ruckartig den Kopf zu heben. Betont langsam vollführte sie diese Geste und funkelte Juduka aus schmalen Augen an. "Ich wusste gar nicht, dass du in die Zukunft sehen kannst.", fauchte sie, denn es verursachte ihr einen Klumpen im Magen, an diese Möglichkeit zu denken.
Der Warg war gefährlich und er war verletzt, ja, jedoch hatte sie ja selbst gerade bewiesen, dass er nicht einfach bösartig und mörderisch war. Es gab demnach keinen Grund, es zu töten! Und sie würde es zu verhindern wissen!
In ihrem Kopf begannen sich ihre Gedanken zu drehen, immer weiter und weiter, beschäftigten sich mit dem Risiko, das sie eingehen würde, würde sie den Warg mit auf ihre geplante "Reise" nehmen. Immerhin, es schien sie in seine Nähe zu lassen. War nur die Frage, wie lange das andauern und wie viel es von ihrer Seite aus tolerieren würde. Immerhin war auch sie eine Anfängerin und handelte ganz nach ihrem Gefühl. Da waren Fehler nicht ausgeschlossen und diese würden nur zu rasch tödlich enden können. Andererseits wäre es sicherlich ein sehr guter Schutz für sie... Und es würde definitiv überleben, solange sie dazu beitragen konnte!
Ein plötzliches, weiches und gleichzeitig feucht warmes Gefühl holte sie in die Wirklichkeit zurück und entlockte ihr ein erstauntes Keuchen, als ihr bewusst wurde, was ihr da gerade geschah. Beinahe hätte sie grinsend gefragt, ob sie denn schmecken würde, aber ganz so rasch konnte sie das Mörderische an dem Tier nicht vergessen. Außerdem waren da Geräusche, die auf einmal auftauchten und ihre Aufmerksamkeit forderten, noch bevor die Nachtelfe darauf hinwies.
Ihre Augenbraue hob sich an, während sie noch den Kopf des Wargs kraulte, bis eines dieser Mischwesen in dem Höhleneingang auftauchte und keuchend ihre Botschaft von sich gab. Sofort schoss ihr der Puls in die Höhe und es gab kaum noch ein Halten für sie. Lediglich das Wissen, dass sie sich damit in Gefahr bringen würde, hielt sie zurück.
Noch kurz tätschelte sie dem Warg den großen, mächtigen Kopf, versprach, bald wieder zu kommen, erhob sich und ging betont langsam in Richtung des Ausgangs. Erst, als sie aus der Reichweite der Ketten war, nahm sie die Beine in die Hand und hastete hinter den anderen Beiden her. Dadurch waren sie ihr allerdings im Weg, als sie in die Höhle wollte, in der sie die Dienerin zurück gelassen hatte. Ungeduldig versetzte sie Juduka einen Stoß, um an ihr vorbei zu gelangen und stieß einen entsetzten Laut aus, als sie Talimée so liegen sah.
Schneller, als sie nachdenken konnte, befand sie sich neben ihr und zog den Körper schützend an sich, weg von der alten Vettel. Sanft hielt sie ihn fest und konnte dadurch den schwachen Puls noch wahrnehmen, aber vor allem den flachen Atem hören, der ihre Ohren streifte. Erst dieses Geräusch bewahrte sie davor, vor Verzweiflung aufzuschluchzen.
Janay hatte schon länger gewusst, dass die andere ihr etwas bedeutete, dass sie diese schlichtweg mochte, obwohl sie sich solche Regungen für gewöhnlich verbot. Doch erst in dieser Situation musste sie sich selbst eingestehen, wie tief die Sympathie für die Waldelfe bereits reichte. Lautlos flehte sie hoch zu Manthala, dass sie rettend eingreifen sollte, wobei es ihr egal war, dass diese Gottheit im Prinzip eigentlich nicht für das Leben sprach. Allerdings war sie diejenige, mit der sie aufgewachsen war, und deswegen wandte sie sich in ihrer Verzweiflung an sie.
Einen Blick für die Veränderung der Augen hatte sie dabei nicht gehabt, es bislang noch nicht wahrgenommen, weil sie selbst viel zu erschrocken war. Und nun reichte der Winkel dazu nicht, denn sie hörte nicht auf, Talimée behutsam zu halten und tatsächlich sacht zu wiegen. Eine weitere, instinktive Geste, die sie innerhalb kürzester Zeit an den Tag legte.
Umso deutlicher spürte sie das leichte Beben, das durch den Körper der anderen rieselte, und konnte die Worte hören. Irritiert hielt sie inne, bevor sie ihre Haltung änderte und ihr ins Gesicht zu sehen versuchte. Als sie endlich entdeckte, was sich an der Waldelfe verändert hatte, war ihr, als würde ihr kalt werden. Diesen Blick kannte sie, hatte schon ein paar Visionen erlebt, und dennoch jagte er ihr gehörige Angst ein.
Schwer schluckte sie und schüttelte keuchend den Kopf, weil sie nichts mit dieser Aufzählung anfangen konnte. Was sollte das? Was war hier passiert?!
"Sch, sch, ganz ruhig. Ich bin hier. Du musst zurück finden, Talimée. Komm zurück! Du weißt doch, dass ich dich brauche... dass wir dich brauchen. Komm wieder zurück.", raunte sie ihr zu und ignorierte alle anderen um sie herum, da sie sich sonst niemals so um die Freundin hätte kümmern können, wie diese es benötigte. Oder Janay glaubte, dass es nötig wäre...
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