Die Sippe der Rot-Mähnen

Das Wohnviertel besteht hauptsächlich aus großen Gebäuden aus Holz und Steinen. Die Leoniden leben in Rudeln, deswegen so große Gebäude. Meist sind sie verziert mit den Häuten ihrer Beute und dem Zeichen des Rudels, welches in dem Gebäude haust.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 24. Mai 2012, 11:50

(Kazel kommt vom Wohnviertel Lenonias "Willkommen im Rudel)

Geschmeidig und Katzenhaft, nicht ohne ansprechenden Hüftschwung bewegte sich die Leonidin neben Kazel her, immer ein zwei Schritte vor ihm. Auch darin entsprachen diese Katzenfrauen ihren kleineren Vorbildern, sie waren sich ihrer betörender Wirkung bewusst und geizten nicht damit sie einzusetzen.

"Was treibt diesen Mann - Kelso - an, uns zu helfen? Was soll ich bei ihm lernen?"
Die Frau blieb stehen. Wandte sich zu Kazel um und legte ihren Kopf schief. „Was ihn dazu treibt… euch zu helfen?“ Sie strich sich eine Strähne aus ihrem Gesicht. Stemmte ihre Pranken in die Hüfte und verlagerte ihr Gewicht auf den rechten Fuss. Mit der anderen Pranke machte sie einen Schwenk durch die Höhle als wollte sie ihm eine gigantische Aussicht präsentieren. „Deine Füsse befinden sich auf dem Grund Lenonia. Lenonia ist nicht eine Stadt die man als Reisender besucht, oder findet ihr sie in einer eurer Karten überhaupt verzeichnet? Wer sich in dieser Stadt aufhält… ist Teil der Stadt. Teil des Volkes und des Rudels. Kelso ist dein Bruder, wie ich deine Schwester bin. Er hilft dir, weil du zur Familie gehörst. Er wird dir die Stadt zeigen. Dann wirst du auch erkennen warum bei uns das Rudel über allem steht. Alleine hätten wir niemals schaffen können, was wir in der Gemeinschaft geschaffen haben.“ Eigentlich konnte sich Kazel bezüglich der Integration in irgendwelche Gemeinschaften nicht beschweren. Die Irren Burgstein hatten ihn in ihr Herz geschlossen, ebenso wie er einen Platz bei der Bruderschaft gefunden hatte, einen Platz irgendwo in Janays und Talimées Herzen und nun auch noch in der Gemeinschaft der Leoniden. Doch letztere missinterpretierte er nach wie vor. Vermutlich führte Kazel die Aussagen der Leonidin auf Raxtian zurück, das Rudels sei wichtig weil sie alle seine Schöpfungen sind. Er ahnte ja noch nicht wie falsch er damit lag. So stellte er weiter Fragen welche die Leonidin ordentlich irritierten. Langsam dämmerte es Kazel, dass sie offensichtlich nicht ganz vom gleichen sprachen.

"Na, die Veränderungen. Eure Verwandlung in diese Katzenwesen durch die Hand dieses Bastards Raxtian Tausendtod. Oder ... hat er eure Erinnerungen irgendwie ausgelöscht ... seid ... seid ihr gar keine einstigen Menschen oder Elfen, denen er Katzenkrallen, Ohren und Fell verpasst hat?!

Sie starrte ihn an, ihre Augen verengten sich zu schlitzen. Sie sah ihn durchdringend an, hielt dass was dieser Kerl da von sich gab für einen schlechten Scherz. „Was redest du da, Mischling?“ Fragte sie ihn skeptisch. Was immer er war, er schien kein Hybrid zu sein. Sie konnte es riechen, die Tatsache dass er nach Essen roch konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sein Blut nicht danach roch. Was er an Krallen in seinen Pranken trug, war nicht das Produkt eines Hybridengens. Es wäre auch sehr unwahrscheinlich dass Kazel von einem infizierten Adler und einer Schlange gebissen wurde. Was erzählte er also da von diesem gewissen Raxtian Tausentod? Er schien das Opfer eines durchgeknallten Bastards zu sein und sie ebenso für welche halten. Sie schüttelte langsam den Kopf. „Nein Kazel.. nein… der Stamm der Leoniden trägt das Gen in sich…“ Begann sie langsam.

Sie setzte sich wieder in Bewegung. „Lange haben wir ein Schattendasein geführt, jeder für sich, ganz allein. Dies ist die Geschichte der ersten Generation der unsrigen… die ersten Löwenhybriden sollen in Pegar aufgetaucht sein. Eine Familie von Adligen die sich einen Löwen halten wollten als Haustier… sie wurden gebissen, die grosse Urlöwin hatte das Gen in sich getragen und die Familie veränderte sich. Doch Pelgar war damals wie auch heute nicht bereit für Veränderungen und so wurden sie aus der Stadt gejagt. Erst hielten sie ihre Krankheit für einen Unsäglichen Fluch. Verstossen von der Gesellschaft, ausgesetzt in der Wildnis mussten sie sich aber immer mehr auf ihre animalischen Fähigkeiten verlassen um überleben zu können. Sie begannen nach ihresgleichen zu suchen und als sie genug Hybriden zusammengetrommelt hatten beschlossen sie, hier sesshaft zu werden. Die Kombination zwischen humanoiden und animalischen Genen erwies sich als stark und unser Geschlecht reifte heran. Unsere Population vergrösserte sich ebenso wie die Pracht unserer Stadt, heute dürfen wir die Früchte unserer Vorfahren ernten, denn wir sind keine kleine Sippe von Verstossenen mehr.“ Sie führte ihn aus der Höhle hinaus und zum ersten Mal konnte Kazel seinen Blick über die grosse Stadt Lenonia schweifen lassen. Prächtige Bauten ragten aus dem Wald hervor. Eine Mischung zwischen Höhlenbauten und Häusern, Festungsanlagen und Pärke. Sie besass eine ganz eigenwillige Architektur, die Gebäude waren nicht nur funktional gebaut, sondern jedes von ihnen erschien als eigenes Kunstwerk. „Das ist unsere Stadt, der Stolz unseres Volkes.“

„Mhrmrm…“ Ertönte es plötzlich dicht hinter Kazel. Eine tiefe, knurrige Stimme die einem die Nackenhaare aufstellte. „Das ist also der Neue huhm?“ Neben dem Höhleneingang stand, bisher unbemerkt ein stämmiger Leonid. Seine Körpergrösse belief sich auf knapp zwei Meter und sein muskulöser Aufbau sprach für ein ordentliches Gewicht an Muskelmasse. Statt Füsse hatte er Tatzen, jedoch besass er oben pelzige Hände statt Pranken. Sein gesamter Habitus glich eher jenem eines sehr grossen Menschen, doch seine gelben Augen funkelten animalisch. Sie behielten Kazle fest fixiert. Als Kazel sein Gesicht sah, musste es ihm klar werden wen er vor sich hatte. Die linke Seite war von einigen längst verheilten Kratzern übersäht, tief jedoch nicht so eindrücklich wie jene vier tiefen Narben die sich über seine gesamte rechte Gesichtshälfte zog. Dieser Mann hatte eine sehr schwerwiegende Verletzung überlebt, soviel stand nach seinem Anblick fest. Er trug Ohrenringe die… wen wunderts… aus einer Kralle gefertigt waren. Seine Mähne hatte er offenbar rot gefärbt und sie anschliessend nach hinten gebunden. Kelso trug eine Lederweste sowie Armschienen und ein Schwert an seiner Seite. Kazel hatte hier keinen Jäger vor sich, sondern ein Krieger. Er lehnte gegen die Höhlenwand, hielt die Arme verschränkt und erweckte nicht den Anschein als dass er seine Hand zum Gruss erheben würde. Eher wurde Kazel von ihm mehr als nur skeptisch beäugt. Er bleckte kurz die Zähne. Musterte Kazel ein zweites Mal von oben bis unten. Dann schnupperte er, witterte vermutlich ebenso wie die anderen den Vogelanteil in Kazel.

Die Leonidin wandte sich um. „Kelso…“ Sie verneigte sich vor ihm als Zeichen ihrer Unterwürfigkeit. „Ja... er gehört zu dem kleinen Rudel von Menschen die wir im Wald aufg…“ „Ich weiss zu wem er gehört!“ Unterbrach er sie ruhig. Sie schwieg sofort. „Natürlich Kelso…“ Meinte sie. So gross und stark, so dominant und selbstsicher sie noch vor wenigen Minuten gewirkt hatte, in der Gegenwart von Kelso der Kralle wirkte sie im Vergleich wie das reinste Schmusekätzchen. „Nun…Welpe… du wurdest meiner Einheit zugeteilt…. Rhrhrhrh…“ Kelso musste nicht extra betonen dass er das Alphatier davon war, dies erschien jedem der einen gesunden Menschenverstand hatte sofort als logisch. Er blickte zur Leonidin hin. „Hoffen wir alle, dass der Entscheid des Königs richtig gewesen war in Bezug auf diese Fremdlinge…“ Sie nickte. „Ja, Kelso.“ „Du kannst jetzt zurück zu deinen Jägerinnern gehen.“ Die Leonidin zog ab, liess Kazel mit Kelso alleine vor der Höhle stehen. Noch immer machte dieser keine Anstalten sich zu bewegen. „Nun…, Welpe…“

Er blickte in an. „Du willst Teil des Rudels sein… als Mann… hast du dich zu beweisen ob du dem Rudel auch würdig genug bist… mir ist zu Ohren gekommen dass du Tapfer gegen die Warge gekämpft hast, die dich angegriffen haben… Tapfer… aber Dumm…“ Brummte er. Nicht gerade schmeichelnde Worte… Er stiess sich von der Wand ab. Trat zu Kazel hin. „Folge mir…“ Kelso schritt voran und wenn man bei Kelso von schreiten sprach dann war dies auch so. In Pelgar würde man diese Form der Fortbewegung wohl eher marschieren nennen. „Das erste was du lernen musst… ist Schritt zu halten mit deinem Rudelführer. In einem Rudel muss jeder einzelne auf den jeweils andere abgestimmt sein. Gleich schnelle Schritte, gleiche Wachsamkeit, du deckst den Rücken des Vordermanns während derjenige der hinter dir geht den deinigen Deckt. In einem Rudel sind wir alle Brüder und den Bruder vor dir zu verlieren ist die schlimmste aller Schanden die dir widerfahren kann, denn seinem Schutz soll deine ganze Aufmerksamkeit dienen… so überleben wir in der Wildnis, Tag für Tag. Generation für Generation.“ Er blickte zu ihm hin. „Darum wirst du dich beweisen müssen, tust du dies nicht dann wird keiner vor dir gehen wollen. Er wenn dein Herz im gleichen Takt mit dem Rudel schlägt… wirst du ein ehrenhafter Teil der Roten-Mähnen sein“

Er führte Kazel in die Stadt hinein. Die Gebäude waren riesig, wie konnte so eine gewaltige Stadt nicht kartographiert worden sein, wo sie sich doch mitten in der Stillen Ebene befand? Dies würde wohl vorerst das Geheimnis des Volkes bleiben. Die Stadt war ziemlich belebt. Löwinnen mit ihren Kleinen waren unterwegs um Wasser für ihre Haushalte zu besorgen. Manche von ihnen gingen auch auf Märkte wo rohes und gebratenes Fleisch angeboten wurde. Selten war eine Löwin oder ein Löwe alleine unterwegs, meistens sah man sie immer in kleine Grüppchen von vier bis fünf Personen durch die Stadt laufen. Man grüsste sich auf der Strasse, dabei hielt der eine Part sein Haupt hoch erhoben während der andere das seinige demütig senkte. Ein Zeichen der Hierarchie die hier stark vorherrschte. Kelso musste bisher noch bei keinem sein Haupt senken. Er blickte kurz zu Kazel hin. „Du hast dein Haupt zu senken, vor jedem Löwen, vor jedem Junglöwen, vor jeder Jägerin, jeder Löwin. Doch niemals darfst du deinen Blick vor anderen Welpen beugen… und wenn sie dich herausfordern… dann erkämpfe dir deinen Stand.“ Er ging weiter. „Als Mitglied der Rot-Mähnen ist dir dein Stand nämlich heilig, wie dir das Wasser welches du Trinkst… das Tier welches du verzehrst heilig ist. Wie du jenes zum Überleben brauchst, benötigst du auch deinen Stand um zu existieren. Wenn dir unsere Sitten und Bräuche zu hart erscheinen dann lass dir deine Haare wachsen und begib dich ins Frauenhaus… und hoffe dass sie dich dort als Welpe empfangen.“


(das Bild folgt am Abend :D )
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 27. Mai 2012, 09:10

Kazel achtete weniger auf den Hüftschwung seiner katzenhaften Begleiterin. Er war mit anderem beschäftigt. Nicht zuletzt wanderten seine Gedanken immer wieder zu seinen Freunden, die aktuelle Situation eher im Hintergrund haltend. Janay war immer noch schwanger und das würde hoffentlich auch noch neun Monate lang so bleiben. Er freute sich auf das Kind, unabhängig davon, wie sie dazu stand. Er fragte sich nur, wie man es bewältigen konnte, eine kleine Familie zu sein, wenn die Mutter dem Vater nicht verzeihen konnte, dass er sie verraten hatte, so gut seine Absichten damit auch gewesen waren. Vielleicht ließ Janay noch einmal mit sich reden, die Frage blieb nur: wann? Die Katzen hatten angedeutet, dass sie in dieser Frauenhöhle bleiben und Kazel sie eine ganze Weile nicht zu Gesicht bekommen würde. Der Gedanke, sie vielleicht vor der Niederkunft gar nicht mehr sehen und sprechen zu können, nagte an ihm. Gleichermaßen beschäftigten ihn aber auch Fragen bezüglich seiner wild zusammengewürfelten Gefährtensippe, die er ebenfalls als Familie ansah. Wo steckten Xenia und Annabelle? Wann konnte er mit ihnen sprechen? Warum hatte Juduka in der Frauenhöhle gelegen, tief schlafend? Warum war sie nicht bei Sintus, der um sein Leben kämpfte, obgleich auch er in einen Schlaf gefallen zu sein schien. Kazel würde sie alle sehen wollen, das würde er verlangen. Er hatte Angst um sie alle, auch wenn sie sich in dieser Katzenwelt, die man Lenonia nannte, wohl vorerst sicherer fühlen konnten als an irgendeinem anderen Ort.
Doch woher kam dieses Reich? Es befand sich in der Stillen Ebene, so viel war Kazel trotz seines seltsamen Zustands, in dem er Lenonia wie im Halbschlaf erreicht hatte, bewusst gewesen. Er hatte zwei Jahre lang in der Stillen Ebene gelebt. Das Gebiet erstreckte sich zwar weit, war aber lange nicht so groß, als dass er es in diesen zwei Jahren nicht hätte abwandern können. Er war zwar nie bis zum Rand des Neldoreth oder südlich an diesen Urwaldzipfel heran getreten, aber er kannte die Stille Ebene eigentlich recht gut - dachte er. Von einer Stadt voller Großkatzen jedoch hatte er weder gehört, noch gesehen. Sie konnte es noch nicht lange geben, wie auch immer sie es geschafft hatten, binnen kürzester Zeit, eine eigene Welt zu errichten. Aber sie mussten wohl Raxtian Tausendtods Experimenten entspringen und waren vielleicht vor ihm geflohen, um so zu leben, wie es mit diesen Veränderungen denn vor sich ging. Davon war Kazel weiterhin überzeugt, bis er die Katzenfrau neben sich auf das Thema ansprach und endlich eines Besseren belehrt wurde.

Zuvor jedoch erfuhr er mehr von Kelso und zugleich auch einen kleinen Einschnitt in die Kultur dieser Katzengruppe. Seine Augen weiteten sich. Er starrte die Löwin an, wenn auch nur kurz, denn schnell kam ihm die Erkenntnis. Sie wurden aufgenommen, wie Familie behandelt. Nein, das war falsch formuliert. Sie gehörten nun in diese Familie! Sie waren Familie! Kazel schluckte. Es schien unglaublich, welch Zusammenhalt bei diesen armen Experimenten bestand. Sie waren eine Einheit, sie teilten alles miteinander und sie waren bereit, andersartige aufzunehmen, ohne überhaupt jemals nach deren Herkunft gefragt zu haben, geschweige sich über deren Äußeres ein Urteil zu bilden. Er konnte es noch nicht so recht glauben. Wo waren diese Katzen sein Leben lang gewesen? Wo kamen sie her?
Etwas wuchs in ihm und es fühlte sich mit jedem Schritt, den er neben der Löwenfrau tat, immer besser an. Es war etwas, das er nur in der Bruderschaft des Lichts und an Janays Seite bisher ansatzweise gespürt hatte. Jetzt schien dieses Gefühl in ihm nicht nur zu keimen, sondern einem eingepflanzten Samen zu entspringen, um Wurzeln zu schlagen, einen Stamm zu bilden und wild verworrene Äste nach allen Seiten auszustrecken. Die Katzenwesen nahmen ihn auf wie eine tolerante Sonne, die dem kleinen Keim Licht schenkte. Sie umsorgten und halfen ihnen allen wie Regen, der den Boden um den Keim mit frischen Nährstoffen ausstattete und sie hielten auch zu diesen fremden Gästen in ihren Reihen, als seien sie Kraft spendende Erde, die dem kleinen Keim Sicherheit und warme Geborgenheit schenkte. So konnte er wachsen, Zweige entwickeln, Blüten, Blätter und Früchte treiben. Und dieser Keim nannte sich Zugehörigkeit.
Kazel fühlte sich wie ein junger Baum, der alle Jahreszeiten der celcianischen Welt binnen Sekunden an sich vorbei strömen fühlte und von ihnen bereichert wurde, bis er innerhalb weniger Moment zu einem stattlichen Baum hatte heran wachsen können und nicht dieses Unkraut blieb, das sowohl die Dunkelelfen als auch die Pelgarer immer in ihm gesehen hatten. Er lächelte die Katzenfrau an. Seine Augen strahlten, blau wie das Meer und sie lagen ruhig da wie eine von Venthas Launen verschonte See. Nie zuvor hatte er wohl so glücklich und zufrieden ausgesehen.
"Danke", sagte er, ohne zu wissen, ob er die Löwin gerade unterbrochen hatte. Es musste einfach heraus, wie aufrichtig dankbar er ihnen allen war. Auch diesem Kelso, der ihn nun wohl unter seine Fittiche nehmen wollte. Und dem er nicht in dem Glauben gegenüber stehen würde, er wäre ein Experiment. Die Katzenfrau klärte ihn rechtzeitig auf. Sie waren nichts künstlich Geschaffenes. Sie waren so geboren, jedenfalls wohl die aktuellen Generationen. Sie waren Hybriden - Leoniden. Kazel starrte. Und obwohl diese neue Erkenntnis bedeutete, dass er hier wohl das einzige Experiment aus Raxtians pervertiertem Geist war, so sank sein Zugehörigkeitsgefühl gegenüber dem Leonidenvolk nicht. Keine Sekunde. Das war neu, aber es hielt sein Herz warm.
Aufmerksam lauschte er, was die Leonidin ihm zu erzählen hatte. Er hörte zu und verstand. Dass die Pelgarer sie als anders ansahen und vertrieben hatten, bestätigte nur, was auch er in ihrer Stadt hatte erleben müssen. Und so konnte er nachvollziehen, warum die Leoniden wohl nicht viel von diesem Menschenschlag hielten. Er selbst war schließlich auch kein großer Freund der pelgarischen Bürger. "Dann war es ein Missverständnis. Ich trage kein Gen in mir, das mir Adleraugen und Katzenkrallen gegeben hat. Ein boshaftes Wesen hat meinen Körper bearbeitet und mir diese Dinge eingepflanzt. Bessere Augen, natürliche Krallenwaffen, spitze Eckzähne, aus denen ich Gift sprühen kann, wenn ich es will. Veränderungen, die ich nicht gewünscht habe, doch die man mir zugefügt hat wie eine nicht mehr heilen wollende Wunde. Ich muss lernen, damit zu leben, ohne dass ... andere mich noch mehr fürchten." Er erinnerte sich an Janays Blick, als die Krallen aus seinen Fingerknöcheln getreten waren. Pure Angst hatte in ihren Augen gestanden. Er wollte dieses Bild nicht in Erinnerung behalten. Am liebsten hätte er es mitsamt all dieser Veränderungen einfach hinfor gewischt.

Dass es kurzerhand in den Hinterkopf gefegt wurde mit allen Gedanken, die hinzu gehörten, hätte Kazel aber im ersten Moment nicht für möglich gehalten - bis er aus der Höhle trat und Lenonia in all seiner Pracht erblicken konnte. Ihm klappte die Kinnlade herunter. Er starrte, drehte sich langsam, um so viel wie möglich von der Leonidenstadt zu erfassen. Er sah Bauten, die höhlenartig wirkten, direkt neben richtig gezimmerten Häusern. Er sah kleine steinerne Unterkünfte und im Grunde wirkte diese Stadt schöner als jede Menschensiedlung, die er je besucht hatte. Leoniden spazierten durch natürlich gewundene Straßen und Pfade. Sie wirkten so normal, obwohl sie Riesenkatzen auf zwei Beinen waren! Der Anblick raubte ihm schier den Atem. Es war einfach nur unbeschreiblich. Ihm fehlten die Worte und so brachte er auch keines davon heraus, bis sich ein Leonid meldete, den er zuvor gar nicht richtig wahrgenommen hatte. Ein großer Löwe mit rot gefärbter Mähne und kräftiger Statur. Er war eindeutig mehr als die Jägerin, die Kazels Gruppe aufgegabelt und sie alle gerettet hatte. Er war ein waschechter Krieger, das sah man ihm sofort an.
"Das ist als der Neue huhm?"
"Ich ... heiße Kazel Tenebrée", brachte er eher kleinlaut hervor. Weniger aus Angst, als vielmehr aus Respekt vor dieser gewaltigen Katzenbestie, die doch so lässig an der Höhlenwand lehnte. Sie schüchterte Kazel ein, obgleich er allein seinen Anblick bereits bewunderte. Er erinnerte irgendwie an eine katzenhaftere, dafür weniger grimmig dreinschauende Version von Sintus. Nur dass die Paladin-Rüstung durch Fell eingetauscht worden war. Eine Menge Fell. "Nicht Welpe. Meine Gefährten nennen mich auch mal Sturmadler." Ganz so furchtsam war er ja nicht. Entweder legte es Kelso als Kühnheit aus oder als Dummheit, so wie er den Angriff des Mischlings interpretierte. Doch in diesem Fall gab Kazel ihm sogar Recht. Es war mutig gewesen, aber auch sehr dumm. Das gestand er sich im Nachhinein selbst ein. Nur: "Es gab keine andere Möglichkeit. Ich bin eigentlich kein Schwertkämpfer und habe getan, was ich konnte."

Kazel folgte Kelso, als dieser sich in Bewegung setzte. Wo es wohl jetzt hin ging? Er schaute sich um. Lenonia gefiel ihm. Irgendwie hatte er keine große Angst vor den Raubkatzen. Sie machten zwar einen Ehrfurcht gebietenden Eindruck, aber er fürchtete sie weitaus weniger als das, was Dunkelelfen ihm und seinen Freunden antun könnten. Außerdem blieb im Hinterkopf dieses Wissen, dass sie ihn als Familienmitglied ansahen, selbst wenn er sich noch beweisen musste.
"Was ... meinst du eigentlich mit beweisen? Was muss ich tun?" Neugier packte ihn zum ersten Mal seit langer Zeit. Er sah dem Neuem nicht mehr furchtsam entgegen, sondern mit einem Blick darauf, etwas Lernen zu können. Etwas tun zu können, was seinen Freunden und nicht zuletzt ihm selbst vielleicht nutzte. Mit Kelso hielt er überraschend gut Schritt. Er mochte nicht so groß wie der Leonid sein, war aber schon immer von der flinken Sorte gewesen und sein elfenhaftes Körpergewicht ließ ihn dabei nicht ins Schwitzen geraten. Er trug ja auch keine schwere Rüstung wie Sintus, sondern immer noch diese absolut verdreckte und zerschlissene Robe. Aufmerksam lauschte er dem Leoniden, der offensichtlich bereits eine Lektion begann. Jedoch wurde es Kazel mulmig zumute, als Kelso seine kleine Ansprache beendete und ihn ansah.
"Teil der Roten-Mähnen? Ich ... also ... ich gehöre bereits der Bruderschaft des Lichts an und ihnen werde ich treu bleiben. Außerdem bin ich kein Krieger." Instinktiv spürte Kazel, dass es keine gute Idee war, Kelso der Kralle zu widersprechen, diesem Leoniden, bei dem es ein Privileg war, von ihm trainiert zu werden. Deshalb fügte er an: "Das Schwert ist nicht meine Waffe. Gibt es für mich keine andere Möglichkeit, von dir zu lernen?" Etwas hatte er bereits gelernt: auch wenn man sie als Familienmitglieder in der Sippschaft behandelte, standen sie wohl an unterster Stelle und hatten sich dem zu fügen. Kazel befolgte den Rat des Leoniden und verneigte sich vor anderen der Stadt, wenn sie an ihnen vorbei kamen. Er konnte nicht unterscheiden, wer von ihnen ebenfalls von Kelso als Welpe bezeichnet wurde, aber er hatte auch nicht das Bedürfnis, mit jemandem zu kämpfen, nur um den Rang zu bestimmen. Wenn er hier kämpfen lernen konnte, dann um mit diesem Wissen die Bruderschaft des Licht zu unterstützen, gegen die Dunkelelfen vorzugehen und nicht zuletzt Janay zu beschützen, die ihr gemeinsames Kind unter dem Herzen trug.


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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Gestalt » Samstag 16. Juni 2012, 21:17

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"Nicht Welpe. Meine Gefährten nennen mich auch mal Sturmadler." „Sturmadler huhm?“ Brummte Kelso nur und witterte in Kazels Richtung. „Hab mir gleich gedacht dass hier ein Hauch von Vogel in der Luft liegt.“ Kelso war nicht der erste Leonid der sich durch Kazels Duftmarke irritieren leiss, bisher löste er so ziemlich bei allen ein witterndes Riechen und einige verdutzte Blicke aus. Er roch eindeutig nach etwas, was er nicht war. Das war für einen Löwen höchst ungewöhnlich, denn eigentlich waren ihre Sinne gänzlich auf die Jagd spezialisiert und täuschten sie nur sehr selten. Kelso schüttelte sich und spitze seine Ohren als Kazel zu der Situation die sie erst hier in die Stadt gebracht hatten Stellung nahm. "Es gab keine andere Möglichkeit. Ich bin eigentlich kein Schwertkämpfer und habe getan, was ich konnte." „Da hast du sicherlich Recht, Sturmadler…“ Diese Aussage überraschte vielleicht, dieser Berg von Mann gab also Kazel Recht und dies nachdem er ihn gerade für eben jenes Verhalten kritisiert hatte. „Es ist immer eine Entscheidung die binnen wenigen Sekunden getroffen werden muss. Bei jeder Jagd und bei jedem Kampf.“ Er schwieg einen Moment, denn er grüsste einen Passanten. Keslo war eine ziemliche Figur in der Stadt, denn er senkte beinahe nie demütig sein Haupt, während Kazel eigentlich gut daran tat ständig mit gesenktem Haupt herumzulaufen. „Darum ist es wichtig, Sturmadler, dass ein Jäger und ein Krieger seine Sinne schärft und seine Muskeln trainiert. Jede einzige Bewegung, jede Grenze des eigenen Körpers muss tief verinnerlicht sein. Persönliche Schwächen, persönliche Stärken und jene des Feindes müssen binnen Augenblicken analysiert sein. Ein wahrer Krieger denkt nicht… er ruft Erinnerungen ab, Bewegungsmuster, die er zur optimalen Reaktion kombiniert. Das macht den Jäger, den Krieger aus.“ Er führte Kazel zielstrebig durch die Stadt.
"Was ... meinst du eigentlich mit beweisen? Was muss ich tun?" „Wir sind Kinder des grossen Phauns… bevor du auf die Welt geschickt wurdest hat er dich einer natürlichen Selektion ausgesetzt. Entweder hat er die Energie eines Jägers in dich gepflanzt oder jene einer Beute. Die grosse Jagd wird zeigen, welche Energie in dir fliesst. Denn der stolze Stamm der Leoniden ist ein Stamm aus Jägern… und nicht einer aus.. mrhrm… Frühstück. Die Schwachen müssen gestärkt werden…beschützt werden durch das Rudel aber niemals werden sie auf die Jagd geschickt und niemals haben sie das Recht sich zu vermehren… das Ungeborene eines Schwachen…hat keine Daseinsberechtigung... denn ist der Nachwuchs schwach, so wird es auch die nächste Generation sein…“ Im Hinblick auf deine Familie…tätest du also gut daran, deine Stärke unter Beweis zu stellen… Sturmadler.“

Er strich über sein Kinnbärtchen und spielte damit für einen Moment, auch er wirkte dabei wie ein kater. Seine gelben Augen fokussierten Kazel wieder füreinen Augenblick ehe er sich wieder auf die Umgebung konzentrierte.
"Teil der Roten-Mähnen? Ich ... also ... ich gehöre bereits der Bruderschaft des Lichts an und ihnen werde ich treu bleiben. Außerdem bin ich kein Krieger." Kelso blieb stehen. Seine Augen weiteten sich, fokussierten Kazel ehe sie sich wieder zu Schlitzen verengten. Er grollte leise, seine Krallen fuhren kurz heraus. Die Muskulatur des Löwen spannte sich an. „Kein Krieger?!“ Grollte er verstimmt. „Harhrrr!“ Knurrte er ungehalten und stapfte voraus. „Wir sind ein Stamm von Krieger, Sturmadler. Für Beute gibt es in unserer Mitte keinen Platz… nur in unseren Bäuchen. Ich rate dir also, in deinem und im Interesse deines kleinen Rudels, diese Aussage vor dem König nicht zu wiederholen. Ausserdem…wid sich dies erst noch herausstellen, ob du Jäger oder Beute bist, dann wenn die Zeit für die grosse Jagd reif ist.“

Diese zeremonielle Jagd war offenbar bereits beschlossene Sache. "Das Schwert ist nicht meine Waffe. Gibt es für mich keine andere Möglichkeit, von dir zu lernen?" „Das Schwert dient lediglich als Verlängerung deines Armes… wenn du diesen nicht einsetzen kannst und nicht richtig und tödlich zu bewegen weisst, wird dir das Schwert welches du führst nur Schaden und wenig ehre bringen. Ich werde dich lehren wie ein Krieger und Jäger zu denken… dich wie einer auf die Lauer zu legen… dir Zeigen wie du die Umgebung zu deinem Vorteil in die Jagd mit einbeziehen kannst… und ich werde dich lehren, dass es erfolgsversprechender ist, im Rudel zu jagen. Jeder Anwärter kriegt bei uns die gleiche Schule… und somit auch die gleiche Chance. Dein… Weggefährte wird sich der gleichen Prüfung stellen, sobald sein Geist wieder wach und seine Muskeln ihn wieder ausreichend tragen und er das Training abgeschlossen hat.“ In der Stadt wussten sie also über die Gruppe relativ gut Bescheid.

„Doch bevor wir mit dem Training beginnen wirst du und die Kriegerfrau vor dem König vorsprechen… sie wird sich zu den Jägerinnen gesellen. Eine ehrenhafte Position. Die andere Frau… diese…Annabelle wie ihr sie nennt, wird in der Höhle der Frauen untergebracht, sie wird sich mit den anderen um die Aufzucht und Versorgung der Welpen kümmern.“ Also wurde jedes Mitglied sofort in die Gemeinschaft eingefügt und hatte auch schon deren Aufgaben zu erledigen. Ein Fakt mehr welches aufzeigte dass Leoniden keine Gäste beherbergten. Entweder man gehörte dazu… oder aber zählte zu dem was sie als Beute bezeichneten…

Sie näherten sich einer mächtigen Krypta, eingehauen in einem massiven Felsen. „Dies ist die Königshöhle…“ Hier standen auch mehrere Krieger und hielten Wache, so viel Vorsicht musste wohl dennoch sein. Man liess sie passieren, obwohl man Kazel argwöhnisch begutachtete. „Mhrmrm… Hühnchen.r…“ Brummte der eine nur und leckte sich über die Zähne. Das innere der Höhle war mit eindrucksvollen Bogenbauten ausgeschmückt und wurde davon auch gestützt. Fakeln waren kunstvoll in die Wände eingearbeitet worden und funkelten hinter einem durchsichtigen Material. Die Katzen liebten es offenbar ordentlich und symmetrisch.

„Wenn du vor den König tritts, halte deinen Blick gesenkt solange er dich nicht auffordert zu ihm hochzusehen. Geh in die Knie vor ihm als Zeichen deines Ranges. Senke dein Haupt bis deine Stirn den Boden berührt, drehe deine leeren Handflächen nach oben um ihm zu zeigen dass du Unbewaffnet bist und dein Schicksal in seine Hände legst… so wird er dir wohlgesonnen sein. Sprich niemals vor ihm, wenn du ihm widersprechen willst, dann melde dies an.“ Ihr Weg führte sie zu einer grossen unterirdischen Marmortür welche von zwei Löwenstatuen bewacht wurden die das Wappen der Stadt trugen. „Wenn du bereit bist…dann tritt ein… ich werde dir folgen, Sturmalder… wähle deine Worte vor dem König weise, er ist ein mächtiger Mann und seine Zeit kostbarer als die Diamanten welches seine Krone schmücken.“ Wenn ein einzelner Krieger des Volkes bereits so ehrfurchterregend aussah… wie würde dann deren Anführer sein? Das Echo von Kelsos Worten verhallten in der Höhle.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 24. Juni 2012, 10:12

Kazel blinzelte. Bislang hatte er sich keine Geanken darüber gemacht, warum Xenia ihm den Spitznamen Sturmadler überhaupt verpasst hatte. Was hatte er schon mit einem dieser majestätischen Raubvögel der Berge zu tun? Nun ja, stürmisch war er schon so manches Mal, vor allem aber impulsiv. Es kam bei einem jungen Elfen wie ihm eben vor, dass die Leidenschaft mit ihm durchging. Als Kelso seinen zweiten Namen allerdings in Verbindung mit einem ihm anhaftenden Vogelduft brachte, da gingen bei Kazel einige Lichter auf. Doch das geweckte Interesse betraf weniger seinen Namen. "Du kannst die tierischen Anteile an meinem Körper ... riechen?" Er blickte sich verstohlen um. Jetzt fiel auch ihm auf, dass die Leoniden, an denen sie vorüber schritten und vor denen er den Kopf eigentlich gesenkt halten sollte, ihre Nasen in seine Richtung reckten, um zu wittern. Plötzlich schwand das Gefühl von Sicherheit im Mischlingselfen etwas. Stattdessen machte sich Unbehagen breit. Es war ihm unangenehm, dass sie die Adlerkrallen riechen konnten. Wahrscheinlich nahmen sie dann auch nicht nur den Schlangenanteil und die Katzenkrallen an seinen Füßen wahr, sondern auch den Dunkelelfen in ihm. Aber störte eine Rasse wie diese, dass er Mischblut besaß?
Kelsos Worte lenkten ihn etwas ab. Sie waren etwas, worauf sich Kazel konzentrieren konnte und er wollte dem anderen aufmerksam zuhören, wie ihm die Leonidenjägerin ohne Namen geraten hatte. Er hatte nicht einmal wirklich Gelegenheit bekommen, sich bei ihr zu bedanken und würde sie unter all den Löwenfrauen schwer ausfindig machen können. Er würde ohnehin wohl mit keiner Frau in nächster Zeit sprechen. Bei diesen Tieren gab es eine geschlechterspezifische Trennung. Ob er Xenia und Annabelle sehen würde? Er wollte mit beiden sprechen. Er wollte so vieles. Er wollte Sintus sehen, ihn in diesem ewigen, künstlichen Schlaf sehen, um wenigstens zu wissen, dass er noch lebte. Er wollte wissen, wie es Juduka ging, warum sie so erschöpft ausgesehen hatte und ob sie bei Sintus ihr Bestes gegeben hatte. Ob sie mehr tun könnte. Und er wollte bei Janay sein. Irgendwie fürchtete Kazel, man würde es ihm verwehren, sie nochmal in der Höhle zu besuchen. Wie viel bekäme er von ihrer Schwangerschaft mit? Wie sehr würde sie ihn überhaupt daran teilhaben lassen wollen? Würde sie das Kind um des Lebens willen austragen und fortgeben? Würde Kazel es überhaupt jemals zu Gesicht bekommen?
Er hörte nicht wirklich zu. Nur sehr wenig bekam er mit. Seine Gedanken kreisten und immer wieder bemerkte er diese Blicke, die man ihm plötzlich zuwarf. Die gereckten, katzenhaften Schnauzen. Es weckte Erinnerungen an eine Zeit, die er längst verdrängt geglaubt hatte. Er dachte an Morgeria und wie ihm damals die Haut wie Fetzen vom Körper hing, darunter die hellere Haut sichtbar wurde. Wie man ihn damals angestarrt hatte. Die Blicke lasteten mit einem Mal sehr schwer auf ihm und am liebsten hätte er sich irgendwo ins Dunkel zurückgezogen.
Erneut konzentrierte er sich auf Kelsos Worte, auf Ablenkung. Kinder des Phauns? Wer war dies nun wieder? Der Name kam ihm vertraut vor. Jemand hatte einmal über ihn gesprochen. Ja! Mein Vater! Phaun ist der ... "Gott der Wälder?" Kazel blickte zu dem Leonidenkrieger herüber. Was hatten diese katzenhaften Wesen mit einem Waldgott zu tun? Auf der Stillen Ebene wuchs doch kaum ein Baum und wie viele Gottheiten gab es eigentlich? Das war bereits der vierte Gott, von dem Kazel hörte. Er hatte seiner Zeit immer nur Manthala und Faldor angebetet. Letzterer fiel irgendwann aus seinem Glauben heraus, denn dieser Gott war ihm zu blutrünstig und skrupellos. Manthala huldigte er allerdings weiterhin, doch war an Faldors Stelle der Gott der Bruderschaft getreten. Der Gott des Lichts. Lysanthor. Aber Phaun klang ebenfalls interessant, wenn sein Reich die Wälder waren und seine Kinder ein Katzenvolk, das sich als Jäger und Krieger ausgab. Was ihm weniger gefiel, war der Begriff "Beute".
"Das Ungeborene eines Schwachen ... hat keine Daseinsberechtigung..." Kazel schluckte, schaute erneut auf. Oft ließ er sein Haupt ja nicht gerade gesenkt, aber es war eine reflexartige Reaktion, außerdem war ihm der Schrecken in die Glieder gefahren. Wenn er sich nicht würde beweisen können, zählte er als schwach. Somit dürfte Janays und sein Kind nicht existieren. Er war für das Schicksal des Ungeborenen verantwortlich. Er konnte es vernichten. Sich selbst allerdings auch - was meinte Kelso mit ... Frühstück?
Der Elf zuckte unter Kelsos prüfendem Blick zusammen. Angesehen zu werden war ihm mit einem Mal ziemlich unangenehm, vor allem, weil jetzt ständig die Worte Beute und Frühstück in seinem Hinterkopf herum geisterten. Außerdem kam er sich vor, als hätte er etwas sehr Schlechtes gesagt. Aber es war seine Meinung. Er gehörte der Bruderschaft an, würde in keine neue Gruppierung gehen und jenen den Rücken kehren, denen er sein Leben verdankte ... aber bei den Leoniden war es nicht anders. Auch ohne ihr Eingreifen wäre er wohl getötet worden. Er steckte in einer ziemlichen Zwickmühle. Du, Janay und dein ungeborenes Kind. Ob sich Xenia und Annabelle ebenfalls beweisen müssen? Er schluckte. Vielleicht waren sie alle hier doch nicht so sicher wie angenommen, aber es war zu spät. Er - er! - hatte bereits zugesagt, dass sie hier Unterschlupf annehmen würden. Ein Seufzen entkam seiner Kehle. Was hatte er ihnen allen nun wieder eingebrockt?
"Kein Krieger?! Harhrrr!" Unwillkürlich zuckte Kazel erneut zusammen, keuchte und hob nur sehr vorsichtig den Blick, um nach Kelso zu sehen. Er fürchtete schon Krallen, die sich gleich in sein Fleisch stoßen würden. Beute. Frühstück ... Ihm wurde übel. Er konnte Kelsos Ausführung nicht weiter folgen. Sein Gemütszustand und seine Gedanken überlagerten alles.
Erst als sie vor der Krypta des Königs ankamen, konnte sich Kazel der neuen Umgebung etwas bewusster werden. Er hatte vieles von dem überhört, was Kelso ihm erklärt hatte. Ob er das noch bereuen würde, stand in den Sternen. Er blickte zu dem gewaltigen Höhleneingang auf, folgte dann Kelso. Die Bemerkung einer der Wachen entging ihm allerdings nicht, woraufhin sich der Mischling etwas kleiner machte. Hühnchen?! Beute! Ihm schauderte.

Kazel war schwindlig, als sie vor der Tür zum Stehen kamen. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, seine Gedanken überschlugen sich wiederholt. Irgendwie fühlten sich seine Knie weich an und er bildete sich ein, dass ihm sämtliche Leoniden im Nacken saßen mit dem köstlichen Geruch von Hühnchen in der Nase. Der Begriff "Beute" hatte sich in sein Denken eingebrannt, meldete sich, wann immer er gedanklich in einen Leerlauf geriet und schürte sein Unbehagen. Er fühlte, das er schwitzte. Die Welt drehte sich und seine Atmung ging schneller als üblich. Ob Kelso auch Angst riechen konnte?
"Wenn du bereit bist ... dann tritt ein ..." Er nickte, rührte sich aber nicht. Eine ganze Weile lang stand er nur da, stand still, gebannt und unfähig sich zu bewegen. Kazel war wie zur Salzsäule erstarrt, krümmte keinen Finger. Er öffnete das Tor nicht, er machte nicht einmal einen Schritt darauf zu. Er war noch lange nicht bereit, also würden sie hier wohl noch eine ganze Weile stehen. Es sei denn, Kelso verlor die Geduld und verspeiste ihn sofort zum Frühstück - oder der König mit kostbarer Zeit würde es tun.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Montag 16. Juli 2012, 23:01

Kelso zog eine Augenbraue nach oben als Kazel überrascht die Tatsache ansprach, dass der Löwe offensichtlich die tierischen Anteile in dem Mischling riechen konnte. Für einen Löwen war diese Fähigkeit selbstverständlich und er konnte es sich nur schwer vorstellen dass andere Wesen nicht über diese Fähigkeit verfügten. Kein Wunder also mussten diese Wesen Ackerbau betreiben und Zäune für ihre Tiere bauen damit diese nicht flüchten konnten, denn zum Jagen fehlten ihnen offensichtlich einige natürliche Instinkte. Vielleicht waren Menschen und Elfen eben doch Beuterassen. Im Moment war dies gar nicht mal so abwegig, denn aktuell machte auf ganz Celcia eine brutale und unaufhaltsame Brut jagt auf eben jene Rassen. Die dunkle Horde fegte über die Länder und hinterliessen nur noch Leid und Zerstörung unter den einstigen Herrenvölker. Leonida jedoch befand sich verborgen und fern ab jener Schlachten.
„Natürlich kann ich dies riechen. Wir alle können dies. Wir wittern Schweiss, Urin, Fäkalien, Blut, Fell, Haare, Haut, Knochen und alle anderen Formen von Ausdünstungen. Wir müssen schliesslich wissen ob wir ein Krankes oder ein Gesundes Tier jagen… und es ist von Vorteil riechen zu können ob das Gegenüber Angst vor einem verspürt. Er sah Kazel scharf an und grinste dann, bleckte kurz die Zähne dabei. Er machte damit deutlich dass auch Kazels plötzlicher Gemütsumschwung nicht ganz unbemerkt geblieben war.

Sie kamen auf die Gottheit Phaun zu sprechen, auch da überraschte den Löwenkrieger die Unsicherheit welche in Kazels Stimme mitschwang als er vom Gott der Wälder sprach. „Der Wälder und seiner Bewohner… ja. Zu welchen Göttern betet denn jener Stamm von dem dein Blut herrührt?“ Die Leoniden waren im Grunde nicht sonderlich Gläubig, aber Kelso war es und da er der Sippenführer der Rot-Mähnen war huldigten alle Mitglieder dem Waldgott. So hatte jede Sippe auch ihre Eigenheiten. Kelso musterte Kazel nachdenklich, als wäre er sich unschlüssig ob er wirklich weitersprechen wollte oder nicht. Er entschied sich dafür und die Art und Weise wie er sprach offenbarte dem Mischling, dass es sich um eine Information handelte, welche Kelso nicht mit jedem teilte. „Ich bin ihm begegnet… dem weissen Hirsch…einst…in den Wäldern…als…“ Er zeigte auf seine Narben. „Das passiert ist.“ Brummte er. Mehr sagte er nicht.

Es entging Kelso nicht, dass Kazel ihm nicht seine ganze Aufmerksamkeit schenkte, der Mischling wirkte Gedankenversunken und Abwesend. Nicht gerade ein Verhalten welches gut war für einen Jäger. Aber Kelso beschloss diesbezüglich nachsichtig zu sein, der Mischling hatte ja noch keine spezifische Ausbildung bei ihnen genossen und er hatte zudem gerade sehr vieles Erlebt. Selbst für einen gestandenen Krieger wie ihn wäre die Situation vermutlich eine wahre Herausforderung gewesen.

Kazels Präsenz nahm erst kurz vor dem Königssaal wieder spürbare Formen an. Kelso witterte in seine Richtung. „Respekt ist angebracht vor dem König… aber ängstigen musst du dich vor ihm nicht. Er ist ein guter und weiser Herrscher.“ Kelsos Worte halfen nicht. Kazel blieb wie angewurzelt vor den Toren zum König stehen. Der Löwenkrieger bleckte kurz seine Zähne und gab ein etwas ungehaltenes Knurren von sich. „Der König erwartet dich, Kazel…“ Er schaute ihn eindringlich an. „Es wird dir nicht leichter fallen einzutreten, wenn du ihn warten lässt. Im Gegenteil…“ Er beschloss ihm die Entscheidung abzunehmen und trat voran. Vermutlich war es auch besser so, denn Kazel wäre höchstwahrscheinlich gar nicht in der Lage gewesen die mächtigen Tore aufzuhieven die sie vom Königssaal trennte. Kelso trat selbstbewusst und stolz wie er war ein. Der Saal war noch gigantischer als alles was Kazel bisher in der Stadt gesehen hatte. Meterhohe Säulen mit eingearbeiteten Löwenstatuen trugen die Decke an deren höchsten Punkt sich eine mächtige Glaskuppel befand, die den Blick in den Himmel freigab. Wenn man hoch zum Himmel schaute sah man vor den Wolken eine seltsame wabernde Membran die grünlich schimmerte. Dies war der magische Schild welche die Leoniden zum Schutz ihrer Stadt geschaffen hatte, der so zu sehen war. Ein langer goldgelber Teppich führte geradlinig durch den Saal über eine Marmortreppe hinweg bis zu einem mächtigen Thron auf welchem lässig ein junger Löwe – der König? – lag und sich gerade so zu Kazel und Kelso hindrehte dass eine Pranke über die Thronlehne hinunter hing. An dem Jungen war beinahe nichts menschlich ausser der Torso. Er trug einen verstärkten Eisenharnisch und entsprechende Handschuhe und beinschienen. Der Junglöwe entsprach etwa einem jungen Erwachsenen bei den Menschen um die 21 Jahren. „ahhh…Kelso…bringst du mir den Mischling…“

Der Krieger nickte, schlug mit seiner Pranke gegen seine Brust und ging vor dem Jungen in die Knie. Er sah kurz zu Kazel hin und nickte ihm zu, forderte ihm eindeutig auf es ihm gleich zu tun. Der Junge musterte Kazel bereits, machte aber keine Anstalten etwas an seiner Liegeposition zu ändern, sichtlich unbeeindruckt liess er eine seiner Krallen hervorschnellen und betrachtete diese gelangweilt.

„Nun…Fremder… wie lautet euer Name?“ Die Aufmerksamkeit des Jungen richtete sich auf eine kleine surrende Fliege die sich in den Saal verirrt hatte. Der Saal war so gut konstruiert dass das Surren durch die ganze Halle hallte und gut zu hören war. Ausser Kelso, Kazel und dem Jungen, befand sich niemand im Saal. Der Junglöwe schnappte nach der Fliege, schlug mit seiner Pranke danach ohne sie zu erwischen.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 18. Juli 2012, 08:42

Leoniden waren erstaunlich, aber das Wissen, das Kelso ihm mitteilte, förderte Kazels Unbehagen. Sie rochen Angst ... er musste für sie ja stinken wie sonst etwas! Aber seine Gefühle konnte er zumindest für diese Wesen nicht unterdrücken. Wie lange hatte er seine Emotionen hinter einer Maske der Neutralität und Unnahbarkeit verborgen! Dann trat Shantih in sein Leben und seither hatte sich alles verändert. Inzwischen lächelte er wieder, zeigte offen, was er fühlte und ließ sich darin auch nicht länger zurückstellen. Doch bei diesen Katzenwesen war es beunruhigend. Ihnen konnte er nichts vorspielen, wenn man ihre filternden Nasen berücksichtigte. "Dann riecht ihr vermutlich auch, wenn jemand lügt", stellte er fest. Es war wohl besser, in ihrer Gegenwart keine faulen Tricks zu versuchen. Nicht dass Kazel es vorgehabt hätte, sie waren die Retter seiner Gefährten!
Sie stellten ein interessantes, vor allem aber außergewöhnliches Volk dar mit interessanten Göttern. Einem Waldgott, zu dem auch sein leiblicher Vater gebetet und den er einst erwähnt hatte. Kazel wurde hellhörig, auch wenn ihm nicht gefiel, dass der Leonid plötzlich von Blutsabstammung sprach. Seine Mundwinkel senkten sich. "Ich stamme von zwei Blutlinien ab, die einander nicht mögen. Die eine Linie entspringt in den Wäldern der Elfen, deshalb kenne ich zumindest den Namen des Waldgottes. Die andere ... ist keine, auf die ich stolz wäre. Sie gehört den Dunkelelfen, die dunkle Götter anbeten und derzeit Celcia bedrohen. Ich habe keinen festen Glauben in Bezug auf Faldor. Er ist kein guter Gott, lechzt nach Blut und Tod. Ich spucke auf seinen Namen!" Und das tat Kazel auch. Allein die Erkenntnis, dass die Dunkelelfen vermutlich wieder in seinem Namen gegen den Rest Celcias zogen, schürte die Wut des Mischlings. Eine neue Geruchssorte für Kelsos Nase. Kazel spuckte aus, schenkte dem Speichelfleck beim Weitergehen genauso wenig Beachtung wie Faldor selbst. "Die bessere Gottheit der Dunkelelfen ist Manthala. Sie mag verschlagen sein und ein Handel mit ihr will immer wohlüberlegt sein, aber sie sorgt sich um Kinder der Nacht und der Schatten. Sie beschützt uns, weist uns den Weg im Dunkel mit dem Licht des Mondes." Das war die eher poetische, romantische Überlieferung dieser listigen Göttin, aber Kazel gefiel es, so von ihr zu sprechen. So sah er sie nämlich, als eine Schutzpatronin der Nacht und finsteren Zeiten. Mond und Sternenlicht hatten ihn stets behütet, wenn er in der Stillen Ebene zu ihnen herauf geschaut hatte.
Plötzlich waren es Kelsos Worte, die Kazel aufschauen ließen. Dieser Löwe - Mann! - hatte einen Gott gesehen? Der Mischling starrte Kelsos Rücken an. "Dann ... bist du gesegnet, von einem Gott selbst." Zuversicht wuchs in Kazels Herz. Wenn er einem Mann folgte, dem ein Gott höchstselbst begegnet war, schritt er doch unmöglich auf falschen Pfaden, oder? Ein solcher Mann war auserwählt worden, hatte ein Schicksal geschenkt bekommen, eine Erfüllung zu bringen. Kazel sah Kelso mit anderen Augen. Er selbst würde nicht von sich behaupten hoch gläubig zu sein, aber wenn er tatsächlich von jemandem ausgebildet werden sollte, der Zeuge einer Gottesoffenbarung geworden war ... der Gedanke allein ließ ihn schwindeln. Das war ihm ja noch nie passiert!
Vielleicht ist es Kelso vorherbestimmt, Celcia vor deinesgleichen zu retten! - Nein, nicht meinesgleichen. Vor den Dunkelelfen. Ich bin keiner von ihnen, ich diene der Bruderschaft und vielleicht auch diesem Volk.

Dann ging es vor das Tor, welches zur Königshalle führte. Kazel konnte es nicht öffnen, Unbehagen hielt ihn gefangen. Wie gebannt stand er davor, bis es Kelso übernahm, die gewaltige Pforte aufzudrücken. Die Luft anhaltend folgte ihm der Elf, welcher sich plötzlich winzig vorkam. Er hatte das Gefühl, am unteren Ende einer Nahrungskette zu stehen, während das obere Ende ihn mit lechzenden Blicken umringte. Zwar versuchte Kelso, ihm mit Worten die Angst zu nehmen, aber so ganz gelang es ihm nicht, Kazel blieb nervös. Er hatte noch immer die vorher gesagten Worte im Gedächtnis. Beute... Frühstück...
Während Kelso also selbstsicher, erhobenen Hauptes, den Saal betrat, duckte sich Kazel etwas zwischen seine Schultern. Den Blick hielt er gesenkt, nicht dass dieser König ihn noch für unhöflich hielt oder glaubte, er wolle ihm keinen Respekt entgegen bringen. So sah er den Leoniden auf dem Thron nicht einmal richtig - abgesehen von den Pfoten, die wohl Füße darstellten, erhaschte er nichts - bis der große und selbstbewusste Leonid neben ihm auf die Knie herunter ging. Sofort tat Kazel es ihm gleich. Er wollte unter keinen Umständen eine Gelegenheit bieten, doch noch zum Frühstück zu werden. Garantiert roch auch der König sein Unbehagen, seine Furcht. Kazel versuchte tapfer zu sein, doch die Nervosität, was ihm hier bevor stehen könnte, wollte nicht von ihm abfallen.
Er hörte die Worte des Königs. Seltsam. Dieser erkannte ihn bereits als Mischling, aber sein Name war ihm nicht genannt worden? Er riecht mein Mischblut. Das war es wohl. Kazel atmete tief durch, hob weder den Kopf, noch den Blick. Aber er antwortete dem König der Leoniden. "Mein Name ist Kazel. Ich stamme aus dem Hause Tenebrée." Diese Worte schnürten ihm fast die Kehle zu. Er hatte seinen Beinamen schon eine geraume Zeit nicht mehr ausgesprochen. "Unter meinen Gefährten, der Bruderschaft des Lichts, nennt man mich aber auch Sturmadler, Herr König." Sagte man 'Herr König'? Hätte er Majestät sagen sollen? Und was geschah nun, das der Leonid den Namen seiner Beute kannte?
Noch immer wagte es Kazel nicht, den Blick zu heben.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Freitag 27. Juli 2012, 13:45

Auf einen Gott spucken? Ob dies ein kluger Gedanken in den Augen eines Leoniden war. Kelso zuckte nur mit den Schultern und beliess es dabei, auch ob er eine Lüge riechen konnte oder nicht blieb für Kazel ungewiss. "Die bessere Gottheit der Dunkelelfen ist Manthala. Sie mag verschlagen sein und ein Handel mit ihr will immer wohlüberlegt sein, aber sie sorgt sich um Kinder der Nacht und der Schatten. Sie beschützt uns, weist uns den Weg im Dunkel mit dem Licht des Mondes." „Manthala…natürlich…die Hüterin der Nacht… auch uns ist sie bekannt, jagen wir oft im Licht ihres Mondes. Doch in einer Welt wie unserer bleibt nicht sehr viel Zeit für Spiritualität. Die Götter mögen uns Glück bringen, aber sie werden uns nicht über unzureichende Jagdgeschicke hinweghelfen können. Darum ist es für uns wichtiger dass wir erst auf unsere eigenen Kräfte bauen können und nicht auf jene einer launischen Gottheit angewiesen sind.“
Doch genug der Philosophie und tratscherei befand wohl Kelso denn er wartete nicht einmal mehr darauf dass Kazel von sich aus den Schritt in den Thronsaal wagte sondern nahm ihm dieser bereits vorweg.

"Mein Name ist Kazel. Ich stamme aus dem Hause Tenebrée." Der Junglöwe schlackerte mit den Ohren und rollte sich spielerisch auf dem Thron um. „Soo… Kazel.. aus dem Hause Tenebrée also…“ Wieder schnappte er nach der Fliege und diesmal war er erfolgreich. Er spielte damit, schlug mehrmals mit seiner weichen Pranke auf sie ein aber sie vermochte es doch immer wieder loszufliegen und dafür zu sorgen dass der Löwe abermals versuchte nach ihr zu packen. "Unter meinen Gefährten, der Bruderschaft des Lichts, nennt man mich aber auch Sturmadler, Herr König." „Mhrrmm… Bruderschaft des Lichts? Hört sich interessant an…“ Wieder drehte er sich Kazel zu, stützte seinen Kopf mit einer Pranke an und betrachtete abermals seine Krallen. „Was machen diese Typen so?“ Wirklich über ein königliches Vokabular verfügte der gute ja nicht gerade. „Sturmadler als? Ahrhrhr…“ Er schnupperte und witterte in Kazels Richtung. „Wie es dazu wohl gekommen ist?“ er grinste und bleckte seine Zähne.

Kelso neben Kazel blickte den „König“ an. Rührte sich ejdoch nicht. Er machte eine ernste Miene welche wohl in Anwesenheit einer Hoheit durchaus angebracht war.

„Nun…Kazel…Tenebrée…genannt Sturmadler…“ Meinte der Junge schliesslich. „Damit ich mich wahrlich deiner Annehme und mir deine Belange anhöre musst du dich erst demütig mir gegenüber Zeigen und dich auf den Rücken rollen… die Arme und Beine gen Himmel zu strecken und laut in die Halle rufen dass du um mein Gehör bittest…“ Dieses Volk war offensichtlich voll von sehr seltsamen Bräuchen.
Der Leonid nahm Blickkontakt mit Kelso auf und zwinkerte ihm kurz zu. Dieser nickte kaum merklich und wandte seinen Blick zu Kazel. Welche Wahl hatte er schon? Sich mit den Leoniden anzulegen schien ja wirklich keine gute Idee zu sein.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 29. Juli 2012, 11:24

Es war lange her, dass Kazel auch den Namen seines Hauses genannt hatte. Dieses morgerianische Erbe, das er letztendlich niemals los werden würde. Es war ein Teil von ihm. Noch während er vor dem König kniete, lugt er zu seinem rechten Handgelenk, auf dessen Innenseite das Symbol seines Hauses tätowiert war und das er oft versucht hatte, auszulöschen. Er sah es heute mit anderen Augen. Es gehörte einer Vergangenheit an, die er zwar nicht vergessen, die ihn aber auch nicht länger beeinflussen würde. Er hatte damit abgeschlossen, auch wenn jetzt die Dunkelelfen über das Land herfielen. Er würde sich nicht auf ihre Seite stellen, nur weil ein Teil seines Blutes ihnen angehörte. Er hatte andere Verbündete gefunden. Menschen und Elfen, die eine Familie für ihn bildeten. Vielleicht würden Leoniden hinzu kommen. Dies hing vom Willen des Löwen ab, der sich auf dem Thron räkelte.
Was ihn verwunderte, war der Umstand, dass dem König wohl noch keine Kenntnisse zur Bruderschaft vorgetragen worden waren. Hatte er nicht mit Xenia gesprochen? Waren sie und Annabelle auch nur in einer Frauenhöhle untergebracht worden und somit unrelevant für den Herrscher dieser Sippschaft? Das würde bedeuten, dass es Kazel oblag, Entscheidungen zu treffen, da Sintus in seinem derzeitigen Zustand nur eine Aufgabe erfüllen musste: überleben. Der Magen des Elfen drehte sich bei beiden Gedanken beinahe um. Zum Glück lenkte die Frage des Leonidenherrschers ihn noch rechtzeitig ab. Beinahe hätte er aufgeschaut, erinnerte sich aber an Kelsos Worte und hielt letztendlich doch noch den Blick gesenkt.
"Äh ... Typen ... nun, sie sind ein Bund tapferer Männer und Frauen. Paladine. Sie bekämpfen die Dunkelelfen, die versuchen, Celcia zu erobern und sie ... retten verloren Geglaubte." Er musste schmunzeln. Ja, er war eine dieser armen Seelen gewesen, unschuldig verurteilt den Tod in einem Käfig auf dem Richtberg zu finden. Noch immer war Kazel nicht ganz klar, warum Xenia und die anderen Brüder ihn damals gerettet hatten, aber er stand in deren Schuld: mit Leib und Seele. "Die meisten von ihnen sind in den Eldoras geflohen, Majestät, denn Pelgar wurde angegriffen. Wenn wir uns vielleicht verbünden würden, könnten wir die dunklen Völker zurückschlagen!" Das war Kazels Hoffnung, seit er Kelso gesehen hatte. Wenn Leoniden viele solcher Kämpfer hatten, wären sie eine große Hilfe im Kampf gegen die Dunkelelfen. Morgeria ließ sich vielleicht vertreiben, aber reichten Leoniden und Bruderschaft aus? Würden die Löwenwesen überhaupt so weit helfen?

In jedem Fall würden sie nichts tun, solange sich Kazel nicht bewiesen hatte. Im schlimmsten Fall endeten seine Gefährten und er als Abendessen. Er schluckte. Diese Befürchtung lag noch immer schwer auf seinen Schultern, auch wenn sich die Stimme des Königs bisher nicht danach anhörte, als sei er besonders hungrig. Vielmehr klang er gelangweil, möglicherweise jedoch, weil er Kazels überdrüssig wurde. Doch dann witterte auch dieser Leonid den Adleranteil im Elfen. Kazel war wirklich ein Gemisch aus allerlei Lebewesen. Er senkte den Kopf noch mehr, als der König nach der Herkunft seines tierischen Aromas fragte. Darüber wollte er nicht nochmal sprechen. Nicht allzu lange, also antwortete er knapp: "Eine Folterung und Brandmarkung durch den Feind. So kann man es wohl nennen." Das sollte genügen. Vermutlich wusste jeder einzelne Leonid ohnehin mehr als Kazel, wie viele tierischen Anteile man ihm eingepflanzt hatte. Er dachte an Janay ... ihren erschreckten Blick, war schon dabei, sich diesem traurigen Gedanken hinzugeben, als es wiederholt der König war, der ihn ablenkte. Dieses Mal so sehr, dass Kazel verwirrt wie gleichermaßen überrascht den Kopf hoch riss und ihn doch anstarrte. Er war ... unglaublich jung. "Was?!", brachte der Mischling jedoch immer noch vollkommen überrumpelt hervor. "D-das ist doch nicht Euer Ernst..." Was sollte er? Auf dem Rücken rollen, betteln und die Gliedmaßen hoch strecken? Wollte sich der König über ihn lustig machen? "Majestät, ich ... was soll das denn bringen? Das ist doch ... ach ... ja, gut. Für die Sicherheit meiner Gruppe, meinetwegen." Er war froh, dass keiner seiner Gefährten derzeit zugegen war. Irgendwie war die Angelegenheit peinlich und wie er sich so beweisen konnte, war ihm ebenfalls schleierhaft. Trotzdem, ihm blieb ja kaum eine Wahl. Die Alternative lautete Katzenfrühstück. Also legte sich Kazel auf den Rücken, dass er kurz in Kelsos Gesicht schauen konnte, hob Arme und Beine an. Es ist sooooo lachhaft! Du bist ein Idiot, dies zu tun! "Majestät ... ich ... bitte um Gehör." Er spürte, wie seine Wangen an Röte annahmen. Er kam sich sehr albern vor.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Freitag 17. August 2012, 19:30

"Äh ... Typen ... nun, sie sind ein Bund tapferer Männer und Frauen. Paladine. Sie bekämpfen die Dunkelelfen, die versuchen, Celcia zu erobern und sie ... retten verloren Geglaubte." „Welch edelmütige und tapferen Recken, jaja…“ Raunte der Junglöwe und wälzte sich auf dem Thron herum. Kelso knurrte kaum hörbar und fuhr für einen Moment seine Krallen aus. „Treib es nicht zu weit.“ Brummte er in sich hinein. Wem diese Worte wohl galten?

"Die meisten von ihnen sind in den Eldoras geflohen, Majestät, denn Pelgar wurde angegriffen. Wenn wir uns vielleicht verbünden würden, könnten wir die dunklen Völker zurückschlagen!" „hrmr…“ Ausgerechnet auf diesen wichtigen Punkt ging der König nicht ein. Oder vielleicht auch noch nicht. Zuerst wollte er nämlich wissen wie es zu Kazels eigentümlichen Duftnote gekommen war. "Eine Folterung und Brandmarkung durch den Feind. So kann man es wohl nennen." Nun stutzte der Junglöwe. „Eine Folterung?“ Er tauschte Blicke mit Kelso. Für einen Moment hielt er inne, er schien irritiert… und verunsichert. Doch dann fasste er sich wieder und nahm erneut eine unbeeindruckte Mine an. „Ich meine…eine Folterung also..mhm… ziemlich wüstes Volk also.“ Meinte er schliesslich.

Endlich traute sich Kazel aufzusehen. Vermutlich war er nicht wenig überrascht einen solchen Jungspunt vor sich zu haben der nun fragend seinen Kopf schief legte. „Was, WAS‘?!“ Brummte er fragend und bleckte kurz die Zähne.
"D-das ist doch nicht Euer Ernst..." Oh und wie ernst der Löwe gucken konnte. „Zweifelst du etwa an der Weisheit meiner Worte?“ knurrte er herausfordernd. Kelso knurrte ebenso. Er erhob sich, verschränkte seine Hände. „Das geht zu weit!“ Erhob er schliesslich endlich sein Wort, doch da war es schon zu spät. Kazel hatte sich bereits auf den Rücken begeben und strampelte vor sich herum. Natürlich sah es albern aus und wie albern! Der Junglöwe begann sich zu kugeln und begann vor sich hin zu kichern. Obwohl ein löwisches Kichern eher wie ein Brüllen klang. Kelso knurrte. „Das ist nicht der König Kazel… sondern dessen leider noch nicht sehr Reifer Sohn Rhudor.“ Keifte er in Rhudors Richtung er streckte Kazel seine Pranke entgegen um ihn auf die Füsse zu ziehen. Dieser Winkte ab und krümmte sich noch immer vor lachen. „Ach komm schon Kelso! Das war doch nur ein Spass… sei doch nicht so verbohrt!“ „Nicht so verbohrt?! Der Freund dieses Mannes liegt im Schlaf der Tiefe, er und seine Sippe sind nur knapp dem Tode entronnen und sein Weibchen ist in diesen schweren Zeiten in Erwartung und nun beleidigst du ihn mit deiner Respektlosen und Ehrlosen Art! Du bringst Schande über unser Geschlecht!“ Das waren harte Worte, die sich wohl niemand in Anwesenheit eines Fremden anhören wollte. „ICH BIN DER ZUKÜNFTIGE KÖNIG!“ Brüllte Rhudor Kelso wütend entgegen. Seine Worte hallten in der grossen Halle nach. „Ich werde ein guter König sein, ein König mit dem man auch Scherzen kann und der nicht nur den ganzen tag von Ehre und solchem Kram erzählt! Und DU Kelso hast nicht den Stand mich in die Schranken zu weisen!“
Kazel war wirklich ein Mann der das Pech nur so anzog, momentan war er mitten in einen Streit unter Löwenmännchen geraten. Kelso knurrte, legte die Ohren nach hinten. „Treib es nicht zu weit!“

„Willst du mich etwa herausfordern Rot-Mähne?“ „Nein, weil ich deinen Vater respektiere!“ Nun war es Rhudor der knurrte und die Pranken über dem Kopf verwarf. „Mein Vater hier, mein Vater da!“ Fauchte er ungehalten und sichtlich verärgert. Er wollte gerade erneut zu einer Schimpftirade ansetzen, als jäh die Torflügel zum Thronsaal aufgestossen wurden. „Welch Lärm, hier in meinen Hallen herrscht!“ Seine Stimme war ein einzelnes donnern, auch wenn er nicht einmal wütend zu sein schien sondern eher verwundert. Seine Gestalt war mächtig, sein Gang erhaben. Es bestand kein Zweifel dass hier soeben der König der Leoniden eingetreten war. Sein Sohn war erweckte nicht einmal den Anschein eines Abbildes seines Vaters. Gelb leuchteten dessen Augen, verengt zu Schlitzen denen nichts zu entgehen schien. Sein Blick war wachsam und dennoch gleichwohl gezeichnet vom Leben. Eine weiser und strenger Geist spiegelte sich offenkundig darin.

Kelso wandte sich zum König um und ging demütig vor ihm in die Knie. „Rudelsführer…“ Grüsste er ihn. „Ehre und Treue dem König.“ Nun war es wohl an der Zeit wirklich niederzuknien. Der König wurde flankiert von zwei mächtigen Leonidenkriegern die gerüstet und Bewaffnet waren, Palastwächter, zweifelsohne und von Xenia die neben dem König der Leoniden eintrat. Auch sie eine stolze und ehrenhafte Kriegerfigur. Ihre Rüstung war ausgebessert worden, sie strahlte wieder die alte Kraft aus, wie damals als Kazel sie zum ersten Mal gesehen hatte. Ihre Stahlblauen Augen suchten auch gleich jene von Kazel. Dieser brauchte sie nicht einmal anzusehen. Sie nickte bereits wohl erkennend, dass soweit wohl alles in Ordnung war –zumindest den Umständen entsprechend.

Ein scharfer Blick in Richtung Thron genügte um Rhudos dazu zu bringen diesen augenblicklich freizugeben. Auch er verneigte sich vor seinem Vater, ohne sich auf die Knie zu begeben. „Vater.“ Hauchte er kaum hörbar. Der Schatten seines Vaters hüllte ihn beinahe gänzlich ein, ein bezeichnendes Sinnbild vermutlich über die Beziehung welche Zwischen Vater und Sohn herrschte und was diesen so unter Druck setzte. Der König war ein grosser Mann. Darin bestand kein Zweifel.
„Mein Treuer Freund…“ Der König nickte Kelso zu und gab mit einer Bewegung seiner gewaltigen Pranke ihm zu verstehen dass er sich wieder erheben möge. „Und ihr müsst der sein, den sie Sturmadler nennen… bitte… erhebt euch. Man nennt mich Leond Mar, ich bin der König der Leoniden.“ Er schritt an den beiden vorbei dem Thron entgegen. Er musterte seinen Sohn. Dieser senkte sein Haupt…und trollte sich. Der König nahm auf seinem geweihten Stuhl platz. Neigte sich leicht zur Seite und stützte sein Haupt auf seiner Pranke auf, deren eine Kralle gerade über seiner Schläfe zu ruhen kam. Eine typische Denkerposition also. Er sah seinem Sohn nach und seufzte. „Wäre ich doch nur ein halb so guter Vater wie König…“ Brummte er leise in Kelsos Richtung. Dieser blickte den alten König betretend an. Xenia war inzwischen neben Kazel getreten. „Alles in Ordnung, Sturmadler?“ Hauchte sie ihm zu. „Annabelle geht es gut, sie ist bei Sintus und weicht ihm nicht von der Seite… ich bin froh sie zu haben, damit sie nach meinem Bruder schaut.“ Meinte sie schliesslich. Sanfte, Dankbare Worte einer so starken und harten Frau. Ungewöhnlich. Doch ihre Situation war ja auch ungewöhnlich und forderte nicht selten neue Verhaltensweisen. „Wo ist Janay?“ Wollte sie schliesslich wissen.

Der König liess die beiden gewähren. Was wohl nicht selbstverständlich war, man konnte ja davon ausgehen dass dessen Zeit mehr als nur kostbar war. Doch er schien ein gewisses Verständnis dafür zu haben, dass Freunde die sich einige Stunden nicht gesehen hatten und wussten, dass in diesen besagten Stunden sehr viel geschehen ist, sich für einen Moment unterhalten wollten. Er nuzte die Zeit um sich leise mit Kelso auszutauschen. „Du hättest ihn das nicht tun lassen…dürfen… Kelso…“ Die Stimmen der Löwen war, obwohl sie gedämpft sprachen, gut zu vernehmen. „Wenn er dereinst König wird…und unweise handelt…“ Der König seufzte und schüttelte nur den Kopf.

„Nun Sturmadler… ich habe gehört dass eine Entschuldigung von meiner Seite angebracht ist, für das Verhalten meines Sohnes. Ich hoffe ihr vergebt mir… und ihm für sein unbedachtes Tun… und meine Nachlässigkeit in seiner Erziehung. Ich hoffe jedoch dass auch ihr in der Stadt gute Zuflucht gefunden habt… wir beherbergen nicht oft Gäste, müsst ihr wissen. Doch die Zeiten und unsere Ehre erfordern es, dass wir euch hier in unserer Stadt willkommen heissen… mit Kelso habt ihr meinen teuersten und treusten Freund an eurer Seite. Seht dies als Zeichen meines Vertrauens.“ Er machte eine kurze Pause ehe er fortfuhr. „Eure Ordensgenossin, Xenia hat mir bereits erzählt was euch in der Nähe von Pelgar widerfahren ist… ich kenne das Volk der Dunkelelfen nicht, ihr jedoch seid in dieser Kultur aufgewachsen, wie mir Xenia mitteilte. Bitte… erzählt mir von diesem Volk und von deren Absichten, sofern euch diese Bekannt sind.“
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 21. August 2012, 08:54

Kazel zuckte zusammen. Dass der König noch einmal nachhakte, war mehr als unangenehm für ihn. Er wollte es nicht, wollte nicht daran erinnert werden, was im Zelt von Raxtian Tausendtod geschehen war. All der Schmerz, diese Hilflosigkeit und dann ... Er blickte auf seine Handrücken, während seine Zunge über jene Zähne hinweg fuhr, mit denen er nun in der Lage war, Gift auzustoßen. Er dachte an seine Füße, mit denen er nun schneller einen Baum erklimmen konnte als eine Raubkatze. Er dachte an seine Augen, die besser sahen als jemals zuvor und doch ... jener Blick verdunkelte sich. Der Mischling schwieg, wollte kein Wort mehr darüber verlieren. Dieser Mann hatte ihm die Seele geraubt, damit achtlos gespielt. Es war Folter gewesen.
Kazel spannte sich an, den Blick weiterhin starr auf seine Handrücken gerichtet. Janay fürchtete ihn. Ihr entsetzter Blick trat vor sein inneres Auge. Wie stand es damit eigentlich um Xenia und die anderen? Wieviel wussten sie?
Es war beinahe schon eine erlösende Wohltat, sich zu erniedrigen, indem er den bizarren Wünschen des Königs folgte. Es tat auf gewisse Weise gut, denn so lenkte es ihn von seinen Gedanken ab. Es durchbrach diese wie eine kräftige Wuchtwaffe einen Schild und so fand sich Kazel schneller auf dem Rücken wieder als ihm lieb war. Umso demütigender wurde es, als zwischen dem knurrenden Kichern des Junglöwen Kelsos Worte an die spitzen Ohren drangen. Er rollte sich wieder herum. Nicht der König? Nun schaute Kazel zum Thron auf. Ja, dieser Löwe wirkte doch sehr ... erschreckend jung für jemanden, der eine ganze Raubkatzensippe regierte. Blinzelnd rappelte sich der Mischling wieder auf. "Nicht der König", murmelte er, bis es schließlich ganz zu ihm durchdrang. Sofort senkten sich seine Mundwinkel und ein von Demütigung durchzogener, zugleich aber auch zorniger Ausdruck trat auf sein Gesicht. Wie gut, dass Kelso derzeit sprach, sonst wäre es wohl noch aus Kazel hervor gebrochen. Er wandte das Gesicht, peinlich berührt, ab. Ein schlechter Scherz des zukünftigen Königs war es und das hätte der Mischling ihm am liebsten auch entgegen gespien. Aber er hielt sich zurück, hielt seine Wut im Zaum, auch wenn ihm die Hände zitterten. Rasch ballte er sie zu Fäusten. Erneut traten die Adlerkrallen hervor wie ausgefahrene Katzenkrallen.

Erneut wurde die Szene unterbrochen und kaum dass Kazel "meine Hallen", hörte, senkte er den Blick hinunter zu seinen Füßen. Das musste der wahre König sein, irgendwie bestand daran kaum ein Zweifel. Seine Stimme klang fest und erhaben. Das war ein Mann - Raubtier! - der wusste, wie man mit seinem Volk umzugehen hatte. Der Elf lauschte, wagte aber nicht, den Blick zu heben. Als er bemerkte, dass Kelso auf ein Knie herunter ging, machte es ihm Kazel gleich. Schon sank er demütig auch auf sein Knie, den Kopf weiterhin gesenkt haltend. Wenn jedoch auch dieser Leonid Spielchen mit ihm trieb, würde er einfach aufstehen und abziehen. Dann legte er sich doch lieber allein mit den Dunkelelfen an! Zum Glück war der Vater besonnener und weiser als sein Sohn. Dass Xenia mit ihm schritt, bemerkte der Mischling zunächst nicht, weshalb er ihren suchenden Blick nicht erwidern konnte. Erst als der König ihn direkt ansprach, hob Kazel den Kopf, dann seine Gestalt und entdeckte seine Kampfpartnerin. Er warf ihr einen Blick zu, jedoch nur flüchtig. Denn der König schenkte ihm seine Aufmerksamkeit und einen Regierenden sollte man wohl besser nicht vertrösten. Und doch war es dieser Mann - Leonid! - der ihm einen Moment gönnte, um mit Xenia zu sprechen. Kazels Herz machte einen Hüpfer, sie so frisch und munter zu sehen. Wenigstens ihr schien es gut zu ergehen. Ein Zeichen, das ihn ebenso beruhigte wie ihre Worte. Dass es Sintus nicht sonderlich gut ging, war ihm bewusst. Froh war er dennoch, dass Annabelle sich um den Paladin kümmerte. Erst als sie nach Janay fragte, kehrte die Betretenheit in seine Haltung zurück.
"Sie ist schwanger", gab er nur zurück, aber sein Körper schrie. Schwanger von einem Monster, einer entstellten Kreatur, die sie fürchtet. Er presste die Lider zusammen. Sein Herz schlug schwer und schmerzlich in seiner Brust. Dann machte er einen Schritt nach vorn. Der König verlangte nach ihm. Konzentrier dich! "Majestät?" Er war dem Prinzen noch immer wütend, aber das konnte er wohl kaum so offen sagen. Immerhin war Rhudos der Sohn des Königs. "Ich verzeihe ihm, Majestät", murmelte er deshalb. Was folgte, wurde allerdings auch nicht angenehmer. Er sollte von den Dunkelelfen erzählen? Er verband düstere Erinnerungen mit ihnen, ein Teil seines Blutes war so schwarz wie sie selbst. Kazel atmete durch.
"Ihre Absichten sind niemals gut, Majestät. Sie hassen alles Nichtdunkelelfische ... oder bereits Halb-Dunkel ... und sie wollen erobern, sowie zerstören. Dieses Mal scheint es ihnen nach und nach zu gelingen. Ich weiß nicht, woher sie all die Truppenstärken nehmen. Jedes Mal Armee-Anteile von Morgeria aus loszuschicken war bisher eigentlich unmöglich." So hatte er es im Unterricht gelernt, als er noch jünger gewesen war. Das Drachengebirge stellte schon immer ein großes Hindernis dar. Die Truppen kamen erschöpft und ausgelaugt auf der anderen Seite an. Zu schwach, um sich einer Belagerung zu stellen. "Wenn sie diesseits des Gebirges keinen Platz gefunden haben, wo man eine ganze Armee beherbergen und wieder stärken könnte, fiele mir nichts ein, wie sie es anstellen." Von den Zuständen in Kosral wusste Kazel schließlich nichts. Er hob den Kopf, den König direkt und eindringlich anschauend, auch wenn Kelso ihm geraten hatte, keinen Blickkontakt zu hochrangigen Leoniden aufzubauen. "Sie werden wie eine Sense über fremde Völker und Städte fallen und alles niedermähen, was ihnen ihre Pläne vereiteln könnte. Wenn ihnen niemand Einhalt gebietet, wird ganz Celcia von den dunklen Völkern unterjocht werden." Er seufzte. Eine nette Verwandtschaft, die er da besaß.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 16. September 2012, 09:39

"Sie ist schwanger" Xenia runzelte die Stirn, ihre Mine veränderte sich zu einer schmalen Linie. Sie sah Kazel eindringlich an. Es war nicht recht klar warum sie genau so reagierte, aus Mitleid mit Kazel weil sie seine Not spürte? Oder vielleicht weil es ein verdammt schlechter Zeitpunkt gewesen war eine Frau zu schwängern? Wie so oft blieben die Karten der Kriegerin verdeckt. Dennoch, als Mitglied der Bruderschaft des Lichts war es eine edle Pflicht für einen Paladin, neues Leben auf Celcia willkommen zu heissen, denn jedes, egal welcher Rasse, kam als Schöpfung des einen Gottes Lysanthor zur Welt. So zumindest die Überzeugung der Lysanthorgläubigen. Aus deren Sicht konnte demnach niemand bereits unrein und böse zur Welt kommen – mit Ausnahme der Geschöpfe des Harax, die auch die Bruderschaft nicht als von dem Gott geschaffene Wesen hielt. Dieser Glaubensansatz erklärte vielleicht, wie es hatte dazu kommen können, dass selbst ein Dunkelelfenmischling wie Kazel seinen festen Platz in der Gruppe hatte finden können.
In ruhigeren Zeiten, da wäre seine Position vermutlich ernsthaft gefährdet gewesen wegen dem Mord an Landria Sinal, doch es war zu befürchten dass die Grossmeister der Bruderschaft, die auch als Richter gegolten hätten, nicht mehr unter ihnen waren. Pelgar war gefallen und damit die grosse Bastion der Bruderschaft. Dies war die Realität welche sie ausserhalb diese, von einer Membran geschützten, unsichtbaren Stadt empfangen würde.

"Ich verzeihe ihm, Majestät" „Eine noble Geste von euch, doch seid versichert, dass ich es so schnell nicht tun werde.“ Der König blickte streng und unnachgiebig. Für jedes Königshaus waren Kinder die völlig aus der Rolle schlugen ein riesiges Problem. Je mehr Skandale und Fehltritte sie produzierten umso unruhiger wurde das Volk, denn Könige lebten nicht ewig. Auch bei den Leoniden gab es eine Erbfolge, wenn diese nicht durch einen Herausforderer streitig gemacht wurde. Der Thron des jetzigen Königs war gesichert… doch die Zukunft für die Stadt war beunruhigend.
Doch um sich für die Zukunft sorgen machen zu können, musste man erst die Gegenwart sichern. Genau dies versuchte der König nun indem er sich aufklären liess mit wem es Celcia im Moment genau zu tun hatte.
"Ihre Absichten sind niemals gut, Majestät. Sie hassen alles Nichtdunkelelfische ... oder bereits Halb-Dunkel ... und sie wollen erobern, sowie zerstören. Dieses Mal scheint es ihnen nach und nach zu gelingen. Ich weiß nicht, woher sie all die Truppenstärken nehmen. Jedes Mal Armee-Anteile von Morgeria aus loszuschicken war bisher eigentlich unmöglich."[/i[
Der Löwe strich sich über seine Mähne und gab ein Unheilsames Grollen von sich welches in Kazels und vermutlich auch Xenias Magen vibrierte. Denn Leond Mar war ein gewaltiges Exemplar eines Leoniden.
„Damit bedrohen sie auch uns, wenn sie unseren Standort kennen würden.“ Brummte er nachdenklich und musterte Kazel eindringlich. Weltpolitik war nicht gerade Leond Mars stärke, schliesslich hatten sie sich einst dazu entschlossen sich in ihre eigene Welt abzukapseln und sich von aussen klar abzugrenzen. Diese Politik war bisher sehr erfolgreich gewesen, aber die letzte Entdeckung in ihrem Einzugsgebiet war nicht gerade sehr… beruhigend gewesen.

„Warum ist dies Unmöglich?“ Der König hob seine Pranke und schickte Kelso los ihm eine Karte zu bringen. Dieser gehorchte. Nach einigen Augenblicken kam er mit zwei Dienern zurück die einen massiven Holztisch trugen. Darauf befestigt, die Karte Celcias… jedoch war diese alt und einige Landstriche so wie auch Städte fehlten derweilen ganz.
„Diese Karte…wurde aus den Erinnerungen unserer Ahnen erstellt…“ Während der östliche Teil noch relativ Detailliert abgebildet war, verlor sich die Genauigkeit im Süden deutlich und im Westen sogar gänzlich. Entweder war das Hybridengen der Leoniden vorallem im Osten Celcias verbreitet gewesen, oder aber ihre Artgenossen aus dem Westen hatten nie den Weg zu ihnen gefunden, denn auf Erkundungsexpedition gingen die Leoniden eher weniger. Sie kannten die Stille Ebene, den Eldoras und den Neldoreth, sowie die oberste Spitze des Kapayu, dies waren ihre Jagdgründe. Weiter weg von ihrer Heimat, bewegten sie sich in der Regel nicht.
"Wenn sie diesseits des Gebirges keinen Platz gefunden haben, wo man eine ganze Armee beherbergen und wieder stärken könnte, fiele mir nichts ein, wie sie es anstellen." „Mhrrmr…“ Brummte der König und studierte die Karte. Dann haben sie einen blinden Fleck Pelgars getroffen, oder hatte die Stadt des Lichtgottes…jene Stadt wo unsere ersten Urahnen geboren sind…und jene Stadt die sie als erste Vertrieben hat… nicht stets ein Argwöhnisches Auge auf das Drachengebirge, von dem sie doch wussten, dass da Hinter der Tod und das Verderben lauerte?“

Xenia räusperte sich. „Unsere Informanten hatten keinerlei Daten über eine Bevorstehende Invasion. Die Stadt war mit den Vorbereitungen für das grosse Turnier beschäftigt gewesen. Während dieser Festlichkeiten waren die Bürger jedes Volkes und jeder Stadt willkommen geheissen, es war vermutlich für dunkelelfische Vorpostsen ein leichtes gewesen den Pass zu Pelgar zu durchqueren und sich dann aber Abzusetzen um nach einem Ort für einen Stützpunkt zu suchen. Wie sie aber unbemerkt über das Drachengebirge hinweg gekommen sind, bleibt mir ein Rätsel. Unsere Informanten aus Norgot meldeten keine verdächtige Aktivität, Pelgar sicherte das umliegende Gebirge, dort hätte keine Armee sich unbemerkt hindurchbewegen können, weiter westlich befinden sich die Sümpfe welche ebenfalls unpassierbar sind für ein Heer.“
Der König strich mit seiner Kralle über das Drachengebirge hinweg und deutete dann auf den Seeweg. „Dann kamen sie vom Wasser her…“ „Sie müssen Verbündete haben, irgendwo müssen sie einen Stützpunkt haben von wo aus sie ihre Angriffe koordinieren können, Morgeria ist dafür viel zu weit entfernt.“
Die Gruppe war leider sehr schlecht über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Was die Angelegenheit nicht gerade erleichterte.
"Sie werden wie eine Sense über fremde Völker und Städte fallen und alles niedermähen, was ihnen ihre Pläne vereiteln könnte. Wenn ihnen niemand Einhalt gebietet, wird ganz Celcia von den dunklen Völkern unterjocht werden." Der König starrte noch immer auf die Karte und tippte auf die östlichen Meere. Dann auf Andunie. „Kelso… schick die Jäger aus, sie sollen für mich gen Andunie ziehen und mir von der Lage dort berichten…“

Noch konnten sie nicht ahnen, dass sie in der Falle sassen, umringt von feindlich besetzten Städten. Kelso nickte und eilte sofort los. „Pelgar ist gefallen…soviel steht fest… doch viele sind geflohen mein König… Frauen, Kinder, Soldaten der pelgarischen Armee…“ Der König nickte und blickte auf. „Unsere Jäger…haben im Eldoras eine Entdeckung gemacht… „ Er senkte bedauernd seine Stimme. „Die Dunkelelfen haben zumindest an einem Teil der Flüchtlinge, so wie es scheint… ein grausames Exempel statuiert. Ich habe bereits einen Trupp ausgesandt, die Leichen zu begraben. Es gab keine Überlebende dort. So viel Blut und Verderben hat der Heilige Wald noch nie erlebt.“ Der Späher berichtete von über 50 Toten. Ausgeweidet…angefressen… aufgeknüpft.“

Wenn jemand bezüglich der Pläne der Dunkelefen Bescheid wusste, dann vermutlich Juduka, hatte sie doch stets an Raxtians Seite gearbeitet. „Ihr erbittet also von mir, dass das Volk der Leoniden gegen die Dunkelefen mobil macht?“
Xenia blickte Kazel kurz an. Schüttelte dann den Kopf. „So sehr ich eure Mithilfe auch wünsche und schätze, so muss ich euch aufrichtig gestehen, dass ich die Truppenstärke eurer ehrbaren Stadt für zu gering halte, als dass wir die Dunkelelfen ernsthaft gefährden könnten. Wenn wir eine Chance haben wollen, dann müssen wir mehrere Städte für unsere Sache gewinnen… aber wir würden gerne versuchen den Flüchtlingen zu helfen… mit jedem Tag der verstreicht, schwindet ihre Überlebenschance. So wie ich Echzechiel, meinen Ordensbruder kenne, wird er die Gruppe in kleine Einheiten aufgeteilt haben, die nun im ganzen Eldoras verstreut sein dürften.“ Sie senkte betreten das Haupt. Diese 50 Toten waren 50 zu viel. Aber der Flüchtlingsstrom damals aus Pelgar war gross gewesen, sie hatten sicherlich über 400 Menschen rechtzeitig aus der Stadt noch evakuieren können. Doch die Gruppe war schlecht beschützt gewesen, mit nur wenigen Soldaten und noch wenigeren Paladinen. Ob Echzechiel noch lebte?

„Ich muss meine Sippenführer zusammenrufen und mich mit ihnen beraten.“ Meinte der König schliesslich. „Ihr solltet derweil die Zeit nutzen euch mit der Kampfstärke der Leoniden und unserer Kultur vertraut zu machen.“
Die beiden verlangten viel von dem König ab, schon dass sie Asyl bekommen hatten war eine ziemliche Ausnahme und die Leoniden noch dazu zu bewegen aktiv in ein Kriegsgeschehen einzutreten war nochmals eine ganz andere Dimension.
Er blickte zu Kazel. „ihr kennt das Volk am besten, ist es im Kampf zu besiegen… und was denkt ihr werden sie mit Pelgar tun, Befestigen… oder Niederreissen? Sie dürften doch auch dort sehr viele Gefangene gemacht haben…“
Leond Mar, spürte, dass hier Massaker unvorstellbaren Ausmasses vermutlich anstanden in Pelgar, sollte Kazel damit recht behalten, dass die Dunkelelfen alles nicht Dunkelelfische vernichten wollten.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 2. Oktober 2012, 10:36

Kazel verzieh dem schelmischen Leonidenprinzen. Zu einem anderen Zeitpunkt hätte er das vermutlich nicht getan, aber an Xenia gerichtet hatte er bereits einen Grund genannt, dies zu tun. Janay war schwanger. Er konnte ihren derzeitigen Schutz durch diese katzenhafte Rasse nicht gefährden, indem er sich seinen persönlichen Zwistigkeiten hingab. Er hätte sich selbst wohl auch ein zweites und drittes Mal erniedrigen lassen, wenn sie nur hierbleiben durften - wenn sie nur hier das gemeinsame Kind austragen durfte, sofern die Heimat dieses Volkes den Krieg heil überstand. Aber Kazel baute darauf. Er hatte über zwei Jahre in der Stillen Ebene verbracht und niemals zuvor auch nur von Leoniden gehört, geschweige denn eine Stadt gefunden, in der sie lebten. Dieser Ort war gut verborgen, durch welche Umstände auch immer. Janay konnte sich hier gut versteckt halten, sich geschützt fühlen. Er aber würde kämpfen müssen. Die Erkenntnis rann mit jedem Tropfen Blut in seinen Adern durch seinen Körper.

Der Mischling trat, wie vermutlich auch die anderen Beteiligten, an den Kartentisch heran. Er blickte auf das gezeichnete Celcia hernieder, erkannte einige Stellen spärlich wieder. Doch längst nich alle Linien, kleinen Markierungen und seltsamen Symbole darauf waren ihm bekannt. Das Kartenlesen hatte man ihn nie gelehrt. So schaute er weiterhin auf die Karte, schweigend und Xenias Ausführungen lauschend. Er spürte, dass man ihm das Szepter der Verantwortung endlich entriss und irgendwie atmete er innerlich aus. Dieser König verstand etwas von Kriegsführung, Xenia ebenfalls. Sie beide würden mehr erreichen als Kazel, der sich mit dieser Aufgabe nur überfordert gefühlt hätte. Außerdem besaß Leond Mar Truppen hinter sich. Er konnte überschauen, wie die Lage war, konnte Informanten und Späher ausschicken. Kazel würde nur in Kelsos Nähe bleiben ... Teil der Rotmähnen sein. Kurz schaute er zu Xenia. Das musste wohl noch besprochen werden. Wusste die Söldnerkönigin überhaupt von diesem Fakt? Wie würde sie reagieren? Erlaubte die Bruderschaft des Lichts es eigentlich? Er war ihnen verpflichtet, aber sie würden hoffentlich verstehen, dass er sich jetzt auch erstmal den Leoniden zur Verfügung stellen musste. Er hatte zu vorschnell entschieden, würde dafür aber gerade stehen. So machten es die Paladine der Bruderschaft doch - oder nicht? In jedem Fall würde er die Leoniden unterstützen müssen, allein schon, weil auch sie sich jetzt auf den Kampf gegen die dunklen Völker einließen. Kazel lauschte weiterhin den Worten, die zwischen Leond Mar, Xenia und Kelso gewechselt wurden. Und allmählich verlor der Elf alle Farbe im Gesicht. Seine Augen weiteten sich, bis er starrte. Er schluckte. Was sagte der König da?!

Kazel wandte sich ruckartig ab, ballte noch im Gehen die Hände zu Fäusten, damit niemand sah, dass sie zitterten. Er biss sich auf die Unterlippe, bis es schmerzte. Seine Brauen zogen sich zusammen, die Schultern strafften sich, spannten sich noch mehr an als sonst. Er trat in eine Ecke der hallenartigen Höhle. Er starrte erst die Wand an, ehe sein Blick auf den Boden zu seinen Füßen fiel. Er spürte, dass seine Schultern bebten, aber nicht, weil er den Tränen nahe war. Zorn staute sich in ihm an. Zorn auf die Grausamkeit jenes Volkes, dem er angehörte. Es schnürte ihm die Kehle zu, so dass er einmal keuchte, um überhaupt Luft zu bekommen. Über Fünfzig Tote! Ihm wurde speiübel bei diesem Gedanken. Der Mischling lehnte sich nach vorn, bis seine Stirn die kahle Felswand berührte. Er spürte die Kühle des lehmigen Gesteins, schloss einen Moment die Augen und versuchte, durch tiefes Durchatmen Ruhe in seinen Körper und seinen Geist einzuladen. Dieser Gast blieb den Feierlichkeiten fern.
Ein Auge öffnete sich, als der König der Leoniden erneut das Wort an ihn richtete. Kazel stieß sich daraufhin von der Felswand ab, wandte sich um und kehrte zu der Gruppe zurück. Seine Haltung wirkte etwas steif, noch immer endeten seine Arme in Fäusten. Aber in seinem Blick lag ein Feuer der Entschlossenheit. Es brannte sich durch dieses nachtblaue Meer seiner Augen und entflammte selbst jenes Wasser. "Sie würden Pelgar nicht niederreißen. Schon immer strebte der dunkle Herrscher danach, Celcia zu erobern und zu regieren. Das weiß jeder junge Dunkelelf. Er wird sich dort niederlassen. Er wird alle versklaven, die sich fügen und jeden zu Tode foltern, der Widerstand leistet. Oder er vernichtet sie alle, weil sie ... keine Dunkelelfen sind. Ich weiß es nicht, aber wir müssen ihn aufhalten. Ihn und seine finstere Brut." Sein Blick wanderte zur Seite, zu Xenia. Der Schmerz bahnte sich mit der angestauten Wut einen Weg nach oben. Kazels Stimme verwandelte sich in eiskaltes Feuer, das gut zu seinen Augen passte. "Ich lasse ihn persönlich für jeden einzelnen Tod büßen. Er wird leiden." Der Mischling spürte gar nicht, dass er bereits am ganzen Leib vor Zorn bebte.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Freitag 9. November 2012, 20:22

Der König der Leoniden verschränkte seine Mächtigen Pranken und beobachtete Kazel eingehend, auch Kelso hatte seine Aufmerksamkeit auf den Mischling gerichtetet, seine Augen zu schlitzen Verengt. „Ihr tragt viel Wut im Bauch, Krieger…“ Brummte der König schliesslich. „Doch solange ihr euch unter den Leoniden befindet, müsst ihr eure Wut zügeln. Denn in dieser Stadt, steht das Wohl der Sippe an erster Stelle. Weder Rache, noch den Edelmut gefährdete Seelen zu retten, darf jenes Wohl der Sippe gefährden!“ Seine Worte , liessen keine Widerrede zu. Erstaunlicherweise waren sie ähnlich wie jene der Bruderschaft. Egal in welcher Gruppierung Kazel sich anschloss, er bekam meistens ähnliche Ratschläge. Er sollte umsichtiger Agieren, seine Impulsivität zurückschrauben. Er hatte durchaus bereits Fortschritte gemacht, gerade im Kreise der Bruderschaft, hatte er neue Seiten an sich entdeckt. Doch die Zeichen standen mehr als Schlecht und die aktuelle Lage forderte nicht nur Kazels Gemüt mehr als nur heraus. Erschwerend kam hinzu, dass er bald Vater werden würde. Vater eines Kindes, welches in eine ungewisse Welt geboren werden würde.

Xenia nahm unterdessen Haltung an. Nach wie vor besass ihre Körpersprache eine ganz eigentümliche Mischung zwischen weiblicher Lockerheit und Erotik, sowie der Strammheit einer Soldatin. Ihr waren die Sorgen um Sintus und jene um die Flüchtlingen um Echzechiel nicht unbedingt anzusehen. Ihre blauen Augen funkelten klar und eisern wie der Stahl ihres Schwertes. „Mein König, ich möchte meine und Kazels Dienste anbieten, solltet Ihr einen Trupp losschicken um die Flüchtlinge zu suchen. Uns kennen sie, Leoniden könnten sie…erschrecken… ihr versteht?“ Der König strich über sein Kinn und gab ein grummelndes Geräusch von sich. Doch er nickte schliesslich. „Die Sippe wird entscheiden.“ Das war wohl das letzte Wort diesbezüglich. War Leonia überhaupt ausgestattet so viele Flüchtlinge aufzunehmen? Würde dies die Gastfreundschaft der sonst so Soziophoben Leoniden nicht sprengen? Konnten sie überhaupt so viele ausgezehrte und vermutlich auch schon hungernde Menschen versorgen ohne selbst Engpässe zu erleiden? Denn eins war klar, die Jagd war nun weit gefährlicher als sonst. Einzelne Leute unbemerkt in die Stadt zu schleusen war leicht, aber so viele Menschen? Würde dies die Sicherheit der ganzen Stadt nicht auf Dauer gefährden? Was nützte ihnen ihr Schild, wenn letztendlich doch alle ihre geographische Lage kannten?

Und was war mit Pelgar? Angreifen? Jene Stadt… die sie einst vertrieben hatte? War das hier tatsächlich ein Krieg der Völker und damit auch ein Krieg der Leoniden?

„Kelso…geh und ruf die Sippenführer zusammen!“ Kelso nickte. „Ja mein Rudelsführer.“ Wieder schlug er sich die Pranke auf die Brust, offenbar war dies das Zeichen der Ehrerbietung gegenübr seinem König. Kelso machte kehrt – und liess Kazel sowie Xenia stehen. Der König musterte die beiden. „Mhrrmm… RHUUUUDOOOOORRR!!!!“ Brüllte er durch den Palast, so dass man seinen Ruf unmöglich überhören konnte. Es dauerte ein paar Augenblicke, bis der Angerufene dann auch, sichtlich geknickt und verstimmt in den Thronsaal geschlichen kam. „Ja Vater?“ Brummte er trotzig. „Bring die beiden zur Kaserne und stelle sie den Truppen vor…“ Der König lehnte sich vor und sah seinen Jungen, der sich gerade über seinen Auftag zu ärgern schien scharf an. „Und zwar so, dass ich mich nicht deiner Existenz schämen muss!“ „Ja Vater…“ Brummte Rhudors zerknirscht. „Kommt mit.“ Meinte er trocken und ging voraus, ohne sich sonderlich dafür zu interessieren ob die beiden ihm folgen oder nicht.

Xenia verneigte sich vor dem König, und folgte dann gemeinsam mit Kazel dessen Sohn. Sie sah immer wieder zu Kazel hin. „Hätte ich gewusst…dass du der Benutzung von Schweinedärmen nicht mächtig bist…dann…“ Sie seufzte und legte ihm ihre Hand auf die Schulter. „Das ist ein denkbar schlechter Zeitpunkt für ein Kind, Kazel! Ich kann dich nicht zu allein ihrem Schutz abkommandieren… die Sache ist dafür zu ernst, wir brauchen doch im Moment jeden Mann der kämpfen kann…“
Wie hatten die beiden eigentlich nur an Sex denken können? Mitten auf der Flucht, während um sie herum Massen von Leuten niedergemetzelt worden waren? Während Pelgar gefallen war? Es grenzte an eine gewisse Geschmackslosigkeit, zumindest musste doch jemand wie Xenia so denken, deren Schwur sie dazu verpflichtete die Menschen zu Schützen und für ihr Seelenheil zu kämpfen. Lysanthors Wunder und Geschenk des Lebens, soll Produkt eines Triebhaften Moments sein? Eines Moments dessen aufrichtige Liebe, welche die Beiden nach so kurzer Zeit schon aneinander hatte binden wollen nun bereits auf die Probe gestellt wurde und zu zerbrechen drohte?

Tatsächlich hatten Kazel und Janay mit ihrem unbedachten Treiben ihren Beitrag zur Verkomplizierung der Allgemeinen Lage geleistet.
Rhudor führte die beiden aus dem Palast. „Kommt ihr endlich? Trödelt nicht rum! Wir sind hier nicht auf einer Stadtführung! PFRR!!“ Sie hatten einen reizenden Fremdenführer im Moment. Rhudos marschierte mit angezogenen Ohren voran, einen Stein vor sich her kickend. Sein Katzenschwanz zuckte unruhig hin und her. Er war angespannt und genervt, dies war offensichtlich.
„Vater wird uns alle in Gefahr bringen, nur weil ihr Menschen nicht auf euch aufpassen könnt!“ Brummte er vorwurfsvoll. „Kommt!“

Xenia ignorierte den Jungen. Seine Provokationen prallten von ihr ab. Sie hatte im Moment definitiv andere Probleme als einen pubertierenden Königssohn. „Wir sind ein Volk von wahren Kriegern! Wir treten diesen Dunkelelfen in den Arsch wenns sein muss! Doch wie wird Pelgar es uns Danken wenn wir diese Stadt befreien?! GAR NICHT! Schon unsere Ahnen lehrten uns, dass Pelgar die Stadt der Maskenhaften ist… eine Stadt mit falschem Gesicht!“ Rhudos redete sich allmählich in Rage. „Wenn ICH mal König bin… wird sich hier einiges ändern! EINIGES!“ Brummte er knurrend und kickte angetrieben gegen den Stein, so dass er an eine Hauswand flog. „Vater trommelt die Sippenführer zusammen… und ich muss Babysitter für zwei Felllose spielen.“ Brummte er beleidigt. Dieser Junge war angestaut mit Frust und Wut. Vielleicht war er in gewissen Punkten Kazel gar nicht unähnlich, denn auch dieser hatte den Ansprüchen der Familie jeweils bei weitem nicht entsprochen.
Xenia seufzte nur. „Weisst du etwas über die Toten im Wald Rhudor… hast du was vernommen?“ Sie versuchte ihn in ein Gespräch zu verwickeln, so dass er sich wichtig fühlte und so seine Stimmung vielleicht sich einwenig besänftigte.
Der Junge blickte über seine Schultern. „Es gibt kein anderes Thema im Moment in der Stadt… Kein Tier würde sowas tun… Tiere töten nicht zum Vergnügen… die aber…scheinen es getan zu haben. Ausserdem roch der halbe Eldoras an dieser Stelle nach diesen Wrags… wie jener, den der Trupp gefangen hatte, als man euch aus dem Wald rettete. Der Eldoras ist entweiht. Die Jäger befürchteten, die Vebrecher könnten bis zum Sternensee vorgedrungen sein. Aber sie konnten nicht nachsehen, sie waren nur wenige und schlecht bewaffnet. Sie konnten einen Vorstoss dorthin nicht riskieren. Vermutlich haben die Dunkelelfen ihre Wargs losgelassen… die noch immer nach Überlebenden suchen… Die werden leicht zu finden sein…“ Er witterte. „Menschengestank, kann man Meilenweit wittern.“ Er musterte Kazel eingehend. „Übringens…würde ich Kelso nicht trauen wenn ich dich wäre… er wittert dein Mischlingsblut genau wie ich. Du bist doch auch einer von denen! Wenn ICH König wäre…würdest du im Kerker schmoren!“

„Nun… glücklicherweise… bist du es ja noch nicht, werter Rhudor.“ Versuchte Xenia zu schlichten. Sie wollte sich keinen Ärger hier einhandeln.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 19. Dezember 2012, 06:56

Was weder der König noch Kelso wussten, war, dass Kazel seine Wut bereits zügelte, wie es Leond Mar geraten hatte. Er hielt sich schon zurück, sonst wäre er nun wohl blindlings aus der Stadt der Leoniden gerannt, um die Dunkelelfen zu suchen und jeden einzelnen dafür büßen zu lassen, was sie den Bewohnern Pelgars angetan hatten. Sicher, Kazel war im Grunde nicht einmal gut auf die Pelgarer zu sprechen. Sie hatten ihn damals für ein Verbrechen zum Sündenbock gemacht und seither war es sehr aufregend in seinem Leben zugegangen. Aber die meisten mochten unschuldige Bürger gewesen sein und was die dunklen Völker aktuell Celcia antaten, konnte er einfach nicht hinnehmen. Er kannte seinesgleichen. Sie würden nicht aufhören. Jetzt, da die Hauptstadt unter ihrem Feldzug gefallen war, würden sie nur weiter ausrücken, vielleicht ganze Königreiche mitsamt deren Bevölkerung ausrotten, weil sie ihnen nicht passten. Das durfte der Mischling einfach nicht zulassen. Die Welt durfte nicht an die Dunkelelfen fallen. Eine Welt, in der Janay ihm ein Kind schenken würde, das er aufwachsen sehen und selbst auch aufziehen wollte. Und zwar sicher, wohlbehütet und nicht unterdrückt von diesen faldorischen Fanatikern. Wenn sie es denn dann überhaupt zuließen, dass dieses Kind geboren würde. Es wäre auch ein Mischling, selbst wenn das Blut dünner als beim Vater wäre.
All diese Gedanken und Befürchtungen hämmerten auf Kazel ein, dass ihm ganz schlecht wurde. Doch er nickte, wie man es wohl von ihm erwartete. So riss er sich zusammen und kehrte zu den Sprechenden zurück, sagte selbst erst einmal kein Wort. Vermutlich war das auch besser so, sonst wäre es wieder sehr impulsiv aus ihm heraus gebrochen. Kazel war ein leidenschaftlicher Charakter, der stärker fühlte als er sich all die Jahre bewusst gewesen war und endlich, da er diese Barriere abgelegt hatte, zeigten sich seine Gefühle auch offen wie bei einer frischen Wunde. Er würde sie nicht mehr in seinem Innersten verbergen und begraben halten. Wichtig war jetzt allerdings, dass er sich von ihnen auch nicht die Kontrolle seiner Sinne nehmen ließ.

Als Xenia dann zu sprechen begann und ihre Dienste als Söldnerkönigin - inklusive Gehilfen - anbot, trat Kazel auch wieder zur Gruppe und nickte. Er war fest entschlossen, sein Bestes zu geben, um gegen die Dunkelelfen vorzugehen. Ob er dies nun im Namen der Bruderschaft des Lichts anstrebte oder unter einer Truppe Leoniden, die sich die Rotmähnen nannten, war ihm herzlich gleichgültig. Es ging hier um die Befreiung des Teiles von Celcia, den er lieben gelernt hatte. Die dunklen Völker durften ihn nicht an sich reißen. Sie würden vernichten, was ihm am Herzen lag. So lange auch noch nur ein Lebensfunke in ihm brannte, würde der Mischling dies nicht zulassen. Er konnte gar nicht anders, selbst wenn er sich an die Momente erinnerte, die ihm negativ in Bezug auf Pelgar aufstießen. Er durfte diese Menschen nicht im Stich lassen. Er stand hier nicht als Mischling, geboren aus der Liebe zwischen Dunkel- und anderem Elf, sondern als einer der Bruderschaft, ein Verteidiger der celcianischen Hauptstadt!
Auch die Leoniden schienen zu erkennen, dass es zwar nicht ihr Krieg war, aber zu diesem würde. Niemand konnte sich vor einer Invasion feindlicher Truppen verstecken, nicht einmal mit einer magischen Barriere. Nicht auf Dauer, denn das Leonidenvolk lebte weniger von Viehzucht und Feldarbeit als vielmehr von der Jagd. Sie würden ihren Schutz häufiger verlassen und sich dann der Gefahr dunkelelfischer Eindringlinge aussetzen müssen. So wurde es letztendlich auch zu ihrem Krieg. Der König aller Sippen erkannte das, sandte sogleich Kelso mit einem Befehl aus und rief brüllend wieder nach seinem Sohn, dass Kazel zusammenzuckte. Diese löwische Raunen in der Stimme konnte noch immer nervös machen. Rhudor sollte Xenia und Kazel den leonidischen Truppen vorstellen. So folgten die beidem dem frechen Königssohn aus der Höhle. Unterwegs kam es zu weitaus unangenehmeren Gesprächsinhalt als es die Demütigungen durch den Prinzen geschafft hatten, Kazel peinlich zu berühren. Fast schuldbewusst schaute er zur Xenia herüber, erwiderte ihren Blick. Er öffnete den Mund, um etwas zu sagen, schloss ihn aber sogleich wieder. Was sollte er sich noch rechtfertigen? Es war nun einmal passiert. Ja, er hatte sich leiten lassen, von Instinkten und von Janays Verführungskunst. Er war ihrem Charme erlegen und nun entstand eine Konsequenz daraus, für die er sich nicht schämen würde. Ein Kind war etwas Wundervolles, in Kazels Augen schon immer gewesen und auch wenn die Umstände nicht schrecklicher hätten sein können, irgendwo erwachte auch ihn ihm der Vaterstolz.
"Ich begleite dich, Xenia", antwortete der Mischlingself, als er die Hand der Söldnerkönigin auf seiner Schulter spürte. "Hier ist für Janay gesorgt. Das ist mir das Wichtigste. Mehr Schutz kann ich ihr gar nicht bieten. Ich kann nur kämpfen - für sie und für alle Unschuldigen, die noch nicht zum Opfer meiner Verwandten geworden sind. Natürlich kämpfe ich an deiner Seite - Söldnerkönigin." Ein schmales Lächeln huschte über seine Lippen, aber es war ein Lächeln. Nun legte sich Kazels Hand noch während des Gehens auf Xenias. Er schien sämtliche Berührungsängste abgelegt zu haben. Sie waren Entschlossenheit und dem Willen zu Kämpfen gewichen. Er würde seiner Pflicht als Bruder des Lichts nachkommen. "Wie ... geht es Sintos?", fragte er dann frei heraus, "wird er es schaffen?" Das Wohl des Paladins lag ihm trotz aller Verhältnisse zwischen den beiden am Herzen. Da musste er sich, nun da er die Gelegenheit hatte, auch erkundigen. Er hatte bereits gehört, dass Sintos wohl in einer Art Dauerschlag lag, um sich zu erholen und dass Juduka ihr Bestes gegeben hatte. Doch Xenias Meinung, sowie Einschätzung der Lage waren ihm genauso wichtig. Auf ihre Worte vertraute er, konnte er Hoffnung aufbauen.

Sie folgten Rhudor weiter voran. Seine Worte mochten von Xenia abprallen, Kazel brachten sie aber dazu, die Mundwinkel nach unten zu verziehen und leise zu schnauben. Ihm lag bereits ein Kommentar auf der Zunge, doch dieser wurde herunter geschluckt, als Xenia sich nach den Ermordeten erkundigte. So schwieg Kazel, noch bevor er einen Ton hervor bringen konnte. Jedenfalls zu diesem Thema. "Sperrt mich nur in Euren Kerker, Prinz", gab er schließlich von sich, "aber lass mich vorher Pelgar, das Land und deinen Arsch verteidigen, wenn es genehm ist. Ich bin es leid mich für mein Blut zu rechtfertigen. Ich bin keiner von denen und wenn ich noch so sehr nach Dunkelelf stinke." Er senkte den Blick auf seine Füße vor sich. "Ich hab's mir nicht ausgesucht, woher ich komme, aber ich kann hier und jetzt entscheiden, auf wessen Seite ich mich stelle. Ich stehe hier, Prinz, unter Euresgleichen und meine Loyalität ist kein Fähnchen im Wind. Ich werde Pelgarer wie Leoniden gegen diese dunkle Brut jenseits des Drachengebirges verteidigen, so wahr mir Manthala und Lysanthor helfen mögen. Also stell uns endlich der Kaserne vor, ehe ich die Geduld verliere! Wir haben keine Zeit für Streitigkeiten, wir müssen vereint gegen das Dunkelelfenpack vorgehen, verdammt nochmal!" Hier hatte sich offensichtlich nicht nur Rhudor in Rage geredet.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 27. Dezember 2012, 00:42

Xenia registrierte Kazels sanfte Berührung an ihrer Hand. Noch nie hatte er sie auf diese Art und Weise berührt und eigentlich passte die Geste auch nicht zu einer Frau wie Xenia. Sie war Söldnerin durch und durch. Sie erwiderte seine Berührung mit dem Heben einer Augenbraue. Mehr war von einer Frau wie Xenia wohl kaum zu erwarten. Ob sie überhaupt jemals eine Beziehung geführt hatte? Zu Echzechiel vielleicht? Jenem Bruder, dessen Schicksal ebenfalls unbekannt blieb… nur eines war sicher, er war mit jenem Flüchtlingsstrom unterwegs gewesen, den man im Wald gefunden hatte… dieser Umstand stimmte nicht gerade optimistisch.

Xenia musste sich dessen bewusst sein. Sie hatte bereits eine ehrwürdige Schwester mit Landria Sinal verloren, ihr Bruder Sintos lag in einem unheilvollen Zustand ewigen Schlafes und Echzechiel war verschollen. Das Schicksal der anderen Mitglieder der ehrbaren Bruderschaft dürfte ähnlich düster ausgefallen sein… und dennoch, schien Xenia keine Sekunde an ihrer Mission zu zweifeln. Noch immer trug sie die Rüstung der Bruderschaft des Lichts mit Stolz und noch immer war sie bereit für deren Ideale zu kämpfen und nötigenfalls zu sterben, wie sie es beinahe getan hatte, damals als sie von einem feindlichen Pfeil getroffen worden war.
Doch auch Kazel wollte kämpfen, dies machte er mit seiner Gestik deutlich. In Xenias sonst so kühlen stahlblauen Augen legte sich ein warmes Schimmern. Sie lächelte erstaunlich sanft und nickte dann nur. Sie nahm seinen erneuten Treueschwur an und dankte es ihm auf ihre ganz eigene – stille Art und Weise.

Hier ist für Janay gesorgt. Das ist mir das Wichtigste. Mehr Schutz kann ich ihr gar nicht bieten. Ich kann nur kämpfen - für sie und für alle Unschuldigen, die noch nicht zum Opfer meiner Verwandten geworden sind. Natürlich kämpfe ich an deiner Seite - Söldnerkönigin." „Deine Treue ist lobenswert und diese wird dir die Bruderschaft nicht so schnell vergessen.“ Eben so wenig wohl auch seine Taten, noch immer war der Mord an Landria Sinal ungesühnt. Würde er jemals vor ein Gericht der Bruderschaft gestellt werden, so würde wohl seine Verdienste für die Gruppe gegen seine Vergehen abgewogen werden… doch Mord… wog unabhängig von der Kultur fast in allen Gemeinschaften schwer.
Dass nicht jeder Mörder zwingend ein bösartiger und unsensibler Kerl sein musste bewies Pappa Kazel erneut indem er sich nach dem Befinden von Sintos erkundigte. Sicherlich, der Paladin war nicht gerade führend in Kazels sympathieliste aber er erkannte dass sein „Bruder“ zumindest für Xenia sehr wichtig war… und unabhängig davon ging es ja auch um ein Menschenleben, sowie um einen Kerl den sie eigentlich gut gebrauchen könnten.

"Wie ... geht es Sintus? Wird er es schaffen?" Xenia blickte nachdenklich seine Hand an, die noch immer die ihrige hielt. „Dies weiss nur Lysanthor Kazel, meine Heilkunde reicht nur für das Versorgen von Wunden mit Verbänden und Kräutern… und Juduka… hat ihr Bestes gegeben… und doch reicht es offenbar nicht. Sie dringt nicht zu seinem Geist durch… sie gab aber auch zu sich in der letzten Zeit nur noch auf Lebewesen konzentriert zu haben die irgendwie am Leben haben bleiben müssen… und auf… Untote.“

Zumindest im letzten Satz konnte darauf geschlossen werden, dass Xenia in diesem Moment eine Person fehlte. Landria Sinal. Wenn jemand zu Sintus Geist hätte hervordringen können, dann sie. Doch Landrias Geist weilte nicht mehr auf dieser Welt, sondern war herübergeglitten ins Reich der Toten. Wenigstens wurde ihr Körper verbrannt, so dass er nicht für die schändlichen Zwecke des Totenbeschwörers hat missbraucht werden können. „Hier ist er im Moment am sichersten, in diesem Zustand können wir ihn nicht transportieren…sollten wir also weiterziehen müssen… dann wäre es wohl am besten ihn hier zurück zu lassen.“ Dies klang hart, doch letztendlich traf Xenia jene Entscheidung welches Sintus die grösste Überlebensmöglichkeit bot. „Annabelle erweist sich als ziemlich hartnäckig, sie lässt ihn nicht aus den Augen. Sie traut den Katzen nicht, meinte sie nur. Sie will darüber wachen dass die Heilerinnen der Leoniden auch keinen Unfug zusammenmixen mit ihren Kräutern. Ganz die Hexe eben.“ Sie lächelte aufmunternd. Wirklich durchdringen zu Xenias Innenleben konnte man nicht, sie gab zwar jeweils Antwort und die war auch Aufrichtig, aber man wurde im Gespräch mit ihr einfach das Gefühl nicht los dass diese ganze Last die auf ihr Lag doch irgendwie auch an ihr Nagen musste. Sie wirkte nämlich gerade wieder erstaunlich gefasst - so gefasst konnten sonst nur emotionslose strikt analytisch Denkende Anführer sein, für jene Truppen wie Schachfiguren waren und deren Einzelschicksale sie nicht interessierte. Wo immer Xenia ihren Kummer hin packte, sie versteckte ihn sehr gut.

Derweilen hörte Rhudos nicht damit auf…zu nerven. Anders konnte man es nicht ausdrücken. Der junge Leonid war offensichtlich im besten Alter für das totale Hormonchaos. Katzen galten ja prinzipiell als sehr eigenwillige Kreaturen, in ihrer Reifungszeit schien sich die ganze Geschichte nochmals drastisch zu verschlimmern. Kein Wunder kamen in Kazel langsam aber sicher Aggressionen auf – im Gegensatz zu Xenia, die wie zu erwarten war, ruhig blieb. Der Mischling liess sich dann doch zu einem Kommentar hinreissen.

„Sperrt mich nur in Euren Kerker, Prinz. Aber lass mich vorher Pelgar, das Land und deinen Arsch verteidigen, wenn es genehm ist. Ich bin es leid mich für mein Blut zu rechtfertigen. Ich bin keiner von denen und wenn ich noch so sehr nach Dunkelelf stinke."

Rhudos schlackerte mit den Ohren und wandte sich kurz zu ihm um, nun lief er Rückwärts durch die Gegend. „So wie ihr klingt, braucht ihr ja gar keine Armee zur Unterstützung… ihr allein scheint es ja mit der ganzen verdammten Dunkelelfenpopulation aufzunehmen! Bitte…ich kann meinem Vater sagen er soll euch an die Front schicken, wenn ihr das unbedingt wollt.“

Er winkte ab und schnaubte. Wandte sich wieder um, doch Kazel war noch lange nicht fertig mit ihm, im Gegenteil – der Mischling fing gerade erst an… und imponierte offenbar. Denn Rudhor schwieg. „Folgt mir einfach“. Brummte er nach einer Weile und beschleunigte seine Schritte. Eine typische Reaktion eines Jünglings der wohl gerade eine Grenze erfahren hatte. Schliesslich suchten Heranreifende immer nach der Grenzerfahrung und testeten so ziemlich bei allem und jedem aus wie weit sie mit ihrem Verhalten gehen konnten. Bei Kazel wusste er nun Bescheid und offenbar wollte es Rhudor im Moment nicht darauf anlegen um zu erfahren was geschehen würde, wenn er diese Grenze noch weiter durchschritt.
Weder er, noch Kazel bemerkten jedoch in jenem Moment, dass sie schon seit einiger Zeit beobachtet wurden. Der magische Schild der Leonidenstadt hatte zwar für einige Probleme gesorgt und das Vorhaben des Eindringlings etwas verzögert – war die Reise von den Stadttoren Sarmas bis hier hin doch auch beschwerlich gewesen – selbst für einen Weltenwanderer wie ihn und dann noch diese Barriere. Nur Zyranus war in diesem Punkt schlimmer, das Wesen kannte keinen Ort der Wesen wie ihm aus Prinzip feindlicher Gesinnt waren wie jene Stadt der Magier. Na ja, das Männlein zuckte mit den Schultern und wischte sich über seine Zipfelmütze die noch immer etwas Sand enthielt. Es zückte eine Liste hervor wo alle Namen der celcianischen Bewohnern aufgeführt waren. Es überprüfte nochmals den Auftrag, oh ja das Männlein erinnerte sich und huschte auch schon ein paar Strassen weiter.

Denn dort rauften sich gerade zwei Leonidenkinder, Mirlo und Murlo, sie waren Brüder und die Söhne des Schmieds. Murlo – der ältere der Beiden – entwickelte sich – sehr zur Sorge des Männchen - leider gerade zu einem sehr schwierigen Charakter. Gerade einen Tag zuvor hatte er seinem 3 Jahre jüngeren Bruder, dessen Tatze ins Wasserfass seins Vaters Getünkt – dort wo er den heissen Stahl auskühlte. Der arme Mirlo hatte sich dabei empfindlich verbrüht, denn die kleinen Pfötchen waren schliesslich an der Unterseite sehr zart und empfindlich. Darum trug er ja nun auch einen Verband, doch der Tadel und die Tatsache dass sein jüngerer Bruder verletzt war, hinderte Murlo offensichtlich nicht daran ihn schon wieder zu plagen. So geht das natürlich nicht! Befand das Männchen. Obwohl es weder gut noch böse kannte, so wusste es wohl ob ein Wesen sich Artig oder Unartig verhielt. Ein seltsames Paradoxon, aber Wesen wie das kleine rote Männchen…waren schlicht und ergreifend Paradox.

So schlich es sich unbemerkt an Murlo heran, zupfte an dessen Tasche so dass ein braunes Säcklein zum Vorschein kam. „Kleiner Löwe, sei froh bist du noch ein Kind… denn da schützt dich deine Unschuld“ Wisperte das Männchen und blieb ungehört.
Gerade als Murlo sich daran machte seinen kleinen Bruder in die Mangel zu nehmen bog die Gruppe um den Prinzen in die Strasse ein.
Rhudos fauchte die Brüder an sie sollen sich gefälligst verkrümmeln. Aufgescheucht taten diese wie geheissen. SO kam es, dass bei Murlos überstürzten Flucht sich das Säcklein mit seinen Lieblingsnaschereien löste und zu Boden kullerte und Kazel direkt vor die Füsse fiel. Rhudos bemerkte den Beutel nicht, er war damit beschäftigt den Brüdern böse Nachzublicken. Auch Xenia achtete sich nicht darauf, den im Gegensatz zu ihren Begleitern, entging ihr das Männchen nicht. Schweigend sahen sich die Beiden an. Das Männchen nahm gelassen seine Mütze ab, verneigte sich kurz und lächelte dann.
„Ach, meine gute Tapfere Schneiderin… wie soll ich dir eine Überraschung machen, wenn du stets so wachsam bist?“ Xenia runzelte die Stirn. „Eigentlich mag ich überraschungen.“ Sie grinste schief und lächelte still in sich hinein. Das Männchen nickte nur, sie verstanden sich – irgendwie – wie genau, blieb eins der vielen Geheimnisse von Xenia. Das Männchen aber verneigte sich, blickte dann nach oben und seufzte, denn nun musste es wieder durch dieses störrische Tor. Einen Wimpernschlag später war es auch schon wieder verschwunden.
Schliesslich erreichte die Gruppe die Kaserne. Dort waren schon einige Krieger versammelt. Gerüstet mit Langschwert und Hellebarden und was sie sonst noch so an Bewaffnungen hatten. Es war ein kleiner Trupp aber mit stolzen Krieger. Sie schienen auf Anweisungen zu Warten. Alle waren sie aufbruchsbereit. Rhudos grüsste die Truppen und die salutierten standesgemäss vor dem Prinzen.

„Diese beiden Krieger hier, werden uns auf unserer Expedition begleiten.“ Verkündete Rhudos. Ein raunen ging durch die Truppe, Unruhe machte sich breit. Nicht wegen den Fremden, sondern weil Rhudos die Expedition mit „unsere“ betitelt hatte. Dennoch wurden die Fremden natürlich misstrauisch beäugt. „Kelso sagte wir sollen warten, bis der Rat der Sippenführer entschieden hat.“ Meinte schilesslich einer der Krieger. Rhudor schnaubte. „Immer diese Beraterei! Wo sind denn die Mànner die Entscheidungen treffen und auf Worte Taten folgen lassen.“ Meinte er ungeduldig. „Was wissen wir denn über den Feind.“ Wollte ein weiterer Krieger wissen. Sie waren allesamt Jäger, der Erfolg des Jägers begründete sich unter anderem darauf, dass er eine Beute sehr genau kannte und sein Verhalten voraussagen konnte. Rhudos brummte. „Es handelt sich um Dunkelelfen…. Fragt Kazel…der kennt sich damit bestens aus, obwohl er keiner mehr von denen sein will.“ Nun waren alle Augenpaare auf Kazel gerichtet. Wieder einmal wurde er als Kulturvertreter der dunkelelfischen Art zu Rate gezogen. . „Welche Waffen tragen sie Bevorzugt?“ „Reisen sie in Gruppen?“ „Vergiften sie ihre Waffen?“ „was sind ihre Schwächen?“ „Sind sie Tag oder Nachtaktiv?“ „Haben alle eine Duftnote von Schlange und Adler?“ „Haben sie weitere Verbündete?“ Das waren die Fragen mit welchen Kazel konfrontiert wurde.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 14. Januar 2013, 09:41

"Die Bruderschaft hat mir etwas gegeben, das ich von niemandem bisher erwarten konnte, abgesehen von jenen, die ich Freunde oder Geliebte nenne. Ich gehöre dazu." Kazel musste unwillkürlich etwas lächeln. Diese Erkenntnis, es auszusprechen und sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, beflügelte noch immer sein Herz. Wie lang war es her, dass er dieses Gefühl in sich gespürt hatte? Bei Shantih waren solche Emotionen erstmals aufgetaucht, inzwischen auch bei Janay, selbst wenn diese offensichtlich nicht so erwidert wurden, wie es der Mischling sich erhofft hatte. Dennoch, auch bei ihr war da dieses Zugehörigkeitsgefühl, denn sie beide waren Ausgestoßene ihres eigenen Volkes. Janay hatte sich ihm anvertraut und sie hatte ihn verführt, was Kazel offensichtlich noch immer nicht ganz begriffen hatte. Für ihn waren Gefühle mit im Spiel gewesen. Jene Gefühle, die nun ein Kind als Resultat haben würden. Aber er gehörte dazu. Er war ein Teil einer Gruppierung geworden, unter dem gütigen Siegel der Bruderschaft des Lichts. "Sie werden meine Treue ebenso wenig vergessen wie meine Taten, Xenia." Da machte er sich nicht länger etwas vor. Er hatte Landria Sinal auf dem Gewissen und war ohnehin von den Pelgarern zum Tode verurteilt worden. Warum Echzechiel und Xenia ihn damals gerettet hatten, diese Frage war ihm immer noch nicht wirklich beantwortet worden. Er ahnte, dass es eine Zweckbefreiung gewesen war, da er als Mischling auf ihrer Seite stehen und zugleich genug über das dunkle Volk wissen könnte, um der Bruderschaft zu helfen. Warum aber haben sie mich dann zu einem der ihren gemacht? Sie hätten mich auch mit Hilfe von Folter ausfragen und dann sterben lassen können. Vermutlich würde er um eine Antwort noch bitter kämpfen müssen, jetzt aber galt es, die Konzentration auf einen anderen Kampf zu legen. Ein Kampf, der noch viel schrecklicher würde und bei weitem mehr Opfer kosten sollte. Das war ihnen wohl allen bewusst. Und so konnte man sich auch nur kurz mit dem Bruder der eigenen Gruppierung befassen. Wenigstens lebte er noch, wenigstens kümmerte sich Annabelle um ihn. Dass sie an Sintus' Seite verweilte, beruhigte auch Kazel irgendwo.

Umso mehr versetzte das Verhalten des Leonidenprinzen Kazel in Aufruhr. Rhudos war das, was man eine Nervensäge nennen konnte und damit untertrieb man eindeutig noch. Dieser löwenhafte Bengel schaffte es, Kazels Wut aus ihm herausbrechen zu lassen, aber er lenkte sie auch in Bahnen, die ... beeindruckten? Denn plötzlich war Prinz Rhudos doch recht still. Vielleicht hatte er auch das Funkeln in den meerblauen Augen seines Gegenübers - er wanderte ja rückwärts! - gesehen. Kazel blitzte ihm entgegen, entschlossen und ebenso mit einer Spur Kühnheit. Der Trotz eines pubertären Elfen, denn nichts Anderes war der Mischling aus Sicht seines Volkes, mischte sich bisweilen auch mitunter. Wenn es sein musste, würde er an die Front gehen. Er würde dort kämpfen und höchstwahrscheinlich fallen, aber er hätte seinen Beitrag geleistet und vielleicht würde durch seine Taten der Weg geebnet, Celcia zu retten. Vielleicht aber auch nicht.
Es ging weiter, durch die Straßen Lenonias. Der Mischling beobachtete das katzenhafte Volk. Es verhielt sich nicht sonderlich anders als andere Völker, nur eben mit dieser Spur Raubtierhaftigkeit, die Großkatzen einfach zu eigen waren. So sah er kurz zu, wie sich zwei jüngere Leoniden balgten. Rhudos verscheuchte sie. Was für ein Faldorsbraten, ging es Kazel dabei durch den Kopf, doch er wurde abgelenkt. Etwas hatte seinen Fuß berührt. Er spürte dies sehr deutlich, lief er doch immer noch ohne Schuhe herum und trug im Grunde nichts außer diesen zerschlissenen Robe, die bereits ihr eigenes Abenteuer erlebt hatte. Als ihm das bewusst wurde, begann Kazel, sich über die Arme zu reiben. Er fröstelte, seine Aufmerksamkeit galt aber nach wie vor dem kleinen Beutel, der seinen großen rechten Zeh berührt hatte. Er ging auf ein Knie herab, hob den Beutel auf. Schon sah er sich nach dessen Besitzer um, aber der Leonidgenjunge war nicht mehr zu sehen. Kazel spähte in den Beutel hinein. Sogleich knurrte sein Magen beim Anblick der Naschereien. Wann hatte er das letzte Mal etwas Richtiges gegessen? Er war hungrig und dieser Hunger trieb. Kazel pickte sich eine Nascherei aus dem Beutelchen, schnürte jenen dann zu und band ihn sich um das linke Handgelenk. Einen Gürtel trug er nicht. Die Leckerei schmeckte sehr gut, aber vermutlich hätte dem Elfen jetzt auch eine Haferschleimpampe geschmeckt, die Wochen alt war. Sein Magen dankte es ihm und verstummte.

Umso besser, sonst hätten die Leoniden, denen sie in der Kaserne begegneten, vielleicht noch geglaubt, Kazel knurrte sie an. Er schaute sich um, spürte sofort neugierige Blicke auf sich und noch immer mochte er das Gefühl nicht, das sich daraufhin in ihm ausbreitete. Unbewusst spannte er sich an, schaute verbissen drein. Als all diese gerüsteten Kriegskatzen vor dem Prinzen salutierten, hob auch Kazel instinktiv seine Hand zur Stirn, erwiderte - wenn auch etwas unbeholfen. Dann lauschte er Rhudos' Worten. Der Elfenmischling sagte nichts dazu, hielt es besser zu schweigen. Aber er wäre der Letzte, der versuchen würde, Rhudos an seiner Expeditionsfreude zu hindern. Sollte der Leonid sich doch beweisen! Er wollte ebenfalls seinen Teil beitragen und wenn der verwöhnte Katzenhintern nicht mithalten konnte, würde er zurückbleiben. Habe ich das tatsächlich gerade gedacht? Kazel verzog den Mund, überrascht über sich selbst. Färbte das soldatische Denken von Xenia oder Sintus bereits auf ihn ab? Er konnte sich diese Frage nicht beantworten. Dafür sollte er nun anderen Rede und Antwort stehen, zuckte mit dem Kopf hoch, als sein Name fiel. Sofort verengten sich seine Augen zu dunkelblauen Schlitzen. Dieses Beäugtwerden gefiel ihm nicht und er ließ es die Leoniden spüren, indem er sich weiter anspannte, seine Fäuste ballte. Vermutlich würden sie seine Abneigung riechen können. Sollten sie es tun. Er atmete durch, schloss dann mal ganz die Augen und behielt sie geschlossen, als er berichtete. "Sie tragen am liebsten Dunkelelfenschwerter. Unterschätzt diese Waffen nicht. Sie mögen wir schlanke Klingen schneller Kämpfer aussehen, aber sie haben die Wucht und Schärfe eines zweihändig geführten Schwertes. Rechnet auch damit, dass Dunkelelfen immer Wurfmesser oder Dolche am Körper tragen, für den Notfall. Fernkämpfer sind Freunde von Armbrüsten." Kazel seufzte, schüttelte den Kopf. "Ich hab keine militärische Ausbildung genossen. Mehr weiß ich nicht zu den Waffen. Aber mein unliebsames Volk wird in Gruppen reisen - in gut organisierten Truppen. Sie wissen, was es heißt, eine Armee darzustellen und die besten unter ihnen können sich jederzeit davon abkapseln, allein zuschlagen, nur um in den Trupp zurückzukehren. Man erzählte sich das jedenfalls auf Morgerias Straßen, gesehen habe ich es nie. Und ja ... die Meuchler unter ihnen vergiften ihre Waffen und es gibt ihrer viele." Kazel hielt sich den Kopf. Es waren viele Frage, die man an ihn stellte. Zu viele. Er versuchte, sich zu sammeln und an der Beantwortung nicht zu verzweifeln. Wenn er aussprach, was er wusste, klang es bereits danach, dass ganz Celcia eine bittere Niederlage würde einstecken müssen. Er überlegte angestrengt. Schwächen.
"Sie sind stolz", sagte er schließlich. "Stolz und hochmütig. Viele von ihnen verehren Faldor bis ins Fanatische. Sie hassen alle Völker, die nicht dunkelelfisch sind. Selbst Orks und Goblins verabscheuen sie, nutzen diese aufgrund ihrer Tumbheit aus. Das dürften dann auch ihre Verbündeten sein, aber ich bin sicher, sie würden eroberte Städte unterjochen und deren Bürger zu Sklaven ihrer Armeen machen. Und keiner von ihnen stinkt nach Schlange oder Adler!" Die letzte Bemerkung keifte er heraus, jetzt bis zum Zerreißen angespannt. Seine Mimik sprach Bände. "Das machen sie mit euch, wenn sie euch erwischen. Sie verändern, entstellen euch und machen euch zu Monstern, die die eigenen Leute angreifen werden. Unterschätzt sie nicht. Sie sind eine Gefahr für uns alle." Er ächzte auf, taumelte. Ihm war mit einem Mal speiübel, der Kampfgeist ein wenig zerrüttet. Wie sollte man nur gegen dieses Volk ankommen, gegen Raxian Tausendtod, der sie alle in Ungeheuer verwandeln würde? Die Leoniden wussten nichts von ihnen. Die Pelgarer, die Bruderschaft des Lichts, hatte ihre Schwächen gekannt ... und Pelgar war gefallen. Kazel griff nach dem Löwenamulett der Bruderschaft, das er unter der Robe um den Hals trug. Er klammerte sich daran fest, starrte auf den Boden. "Lysanthor, steh uns bei."
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Freitag 22. Februar 2013, 15:33

Die Krieger der Leoniden gaben ein stattliches Bild ab, auch wenn es sich nur um einen Trupp nicht grösser als fünfzig Mann handelte, so war die Präsenz dieser Soldaten durchaus klar und deutlich spürbar. In der Luft lag eine gewaltige Mischung von Ehrgeiz, Stolz, Tapferkeit und Pflichtgefühl. Die Körper der Leoniden entsprachen jenen typischer Raubtieren. Ihre ganze Anatomie war auf das Jagen und Töten von Beute ausgerichtet. Sie waren grazil und muskulös zugleich gebaut. Tötungsmaschinen also, wie sie der vermaledeite Nekromant Tausendtod nicht besser hingekriegt hatte… Einige der Leoniden waren mit Pfeil und Langbogen bewaffnet und trugen leichte Rüstung. Etwa 25 von ihnen entsprachen wohl dem klassischen schweren Fussoldaten, sie trugen Eisenplatten welche vorzugsweise Schultern und Schenkel schützten, sowie Zweihänder und einige auch Kriegshämmer als Primärwaffe. Doch die meisten von ihnen hatten sich zusätzlich noch einen Schild auf den Rücken gebunden und besassen ein Kurzschwert. Die Ausrüstung belegte, dass es sich bei diesem Volk um ein Kriegervolk handelte. Aufmerksam lauschten sie Kazels ausführungen, sie waren ihm erstaunlich zugewandt… ob es daran lag, dass Kazel einen subtilen Katzenminze geruch versptrömte wenn er sprach? Diese leichte, erfrischende mentholhaltige Note?

"Sie tragen am liebsten Dunkelelfenschwerter. Unterschätzt diese Waffen nicht. Sie mögen wir schlanke Klingen schneller Kämpfer aussehen, aber sie haben die Wucht und Schärfe eines zweihändig geführten Schwertes.“ „Rhrrhrh!“ Knurrten die Fusssoldaten und ein raunen ging durch die Menge. „Dann werden wir in der Phalanx marschieren, damit sie ihre Wendigkeit nicht gegen uns richten können.“ Meinte einer der Krieger und die anderen nickten ihm zustimmend zu. “Rechnet auch damit, dass Dunkelelfen immer Wurfmesser oder Dolche am Körper tragen, für den Notfall. Fernkämpfer sind Freunde von Armbrüsten." „Armbrüste…. Dagegen hilft nur der Schutz des Schildes… unsere Rüstungen können durch die Bolzen durchdrungen werden.“ Man spürte dass die Raubkatzen Kazels ausführungen sehr ernst nahmen und sie sofort in ihre Schlachtplanung miteinbezogen. Die Einheit schien wie ein einzelner Körper zu funktionieren, jeder schien genau zu wissen wovon der andere Sprach. Ein wahres Rudel eben.

Aber mein unliebsames Volk wird in Gruppen reisen - in gut organisierten Truppen. Sie wissen, was es heißt, eine Armee darzustellen und die besten unter ihnen können sich jederzeit davon abkapseln, allein zuschlagen, nur um in den Trupp zurückzukehren. „Rhrrh… Disziplin und Drill… eine gefährliche Mixtur.“ Sicherlich moralisch gesehen waren die Leoniden im Vorteil. Sie Verteidigten ihre Heimat, ihr Volk, ihr Leben und sie bestanden aus einem einzigen Volk. Die Armee der Dunkelelfen bestand aus vielen Sippen und Regimenter in welcher strenggenommen jeder Soldat für sich selbts und seinen eigenen Verdienst kämpfte. Doch man durfte die Antriebskraft des Reichtums nicht unterschätzen. Männer waren bereit für dieses gelbfunkelnde Metall zu sterben – die Leoniden hatten im übringen für solcherlei Münzen keine grossartige Verwendung. Für sie war der Stahl das wichtigste Metall, denn daraus wurden ihre Rüstungen geschmiedet. Gold war dafür viel zu weich.
Und ja ... die Meuchler unter ihnen vergiften ihre Waffen und es gibt ihrer viele." „Wir sollten dafür sorgen dass unsere Frauen sich bereithalten und Gegengifte herstellen.“ Schlug einer vor und sofort wurde ein Soldat der niederen Ränge losgeschickt um den Auftrag zu erteilen.

"Sie sind stolz. Stolz und hochmütig. Viele von ihnen verehren Faldor bis ins Fanatische. Sie hassen alle Völker, die nicht dunkelelfisch sind.“ „Faldor..mrhrm…“ Die Leoniden hatten es nicht so mit Götterverehrung. So zumindest der allgemeine Tenor, es gab natürlich Ausnahmen.
“Selbst Orks und Goblins verabscheuen sie, nutzen diese aufgrund ihrer Tumbheit aus. Das dürften dann auch ihre Verbündeten sein, aber ich bin sicher, sie würden eroberte Städte unterjochen und deren Bürger zu Sklaven ihrer Armeen machen. Und keiner von ihnen stinkt nach Schlange oder Adler!"

Das letzte Votum war klar und deutlich. Die Krieger schlackerten mit ihren Ohren und nickten schliesslich nur. „Stolz und Hochmut… Eigenschaften die man vielleicht in der Schlacht gegen sie ausspielen kann… vielleicht werden sie sich nicht freiwillig zurückziehen wollen… aber es bleibt nicht die Zeit uns ausgefeilte Taktiken zu überlegen…wir müssen auf unsere eigenen Stärken vertrauen. Unser Ziel ist es die Leichen zu bergen und unser Revier zu markieren… wir brauchen nicht gegen die ganze Armee in die Schlacht zu ziehen.“ Die Krieger nickten zustimmend. Für viele von ihnen war dies noch lange nicht „ihr“ Krieg. Aber sie tolerierten auch keine Gebietsverletzungen. Ausserdem wurde offensichtlich dass keiner von ihnen Lust hatte wie Kazel zu enden.

Die Truppe war streng hierarchisch aufgebaut. Waren die Sippenführer nicht zugegen übernahm das Männchen des zweiten Ranges die Führung – und dies war nicht Rhudos, auch wenn der wohl am liebsten den Befehl zum Aufmarsch gegeben hätte. Doch noch war er „nur“ der Prinz und stand so in der Rangfolge unter den Kriegsveteranen, welche traditionsgemäss über ein hohes Ansehen in der Volksgemeinschaft genossen.

Dennos war sich Rhudos nicht zu schaden noch einmal das Wort zu erheben. „Dann lasst uns doch endlich aufbrechen! Jetzt gleich! Oder wollt ihr noch länger zuwarten wie sie unsere heiligen Wälder schänden und mit dem Blut der Menschen tränken?“ „Alles zu seiner Zeit Rhudos.“ Meinte einer der Kriegsveteranen und brachte ihn so abrupt zum Schweigen. „Unsere Sippenführer vereinigen die Sippen und vermögen es sie als Einheit zu führen! Stolz…. Rhudos… wurde sie nicht eben von ihm als Schwäche der Dunkelelfen beschrieben und du willst diesen nun zu unserer eigenen Machen?“ Vielleich traf der Krieger nicht nur Rhudos mit seinen Worten sondern unbewusst auch Kazel, denn auch ihn drängte es dazu endlich Taten folgen zu lassen. „Kontrolliert eure Ausrüstung… bündelt Proviant. Lange wird es nicht mehr dauern.“ Der Veteran, ein stolzer Leonid mit schwarzer Mähne und einer filigran gearbeiteten Rüstung trat auf Kazel und Xenia zu. „Ihr werdet als Verbündete der Leoniden in die Schlacht ziehen, so solltet ihr auch gerüstet werden…“ Xenia nickte und folgte dem Veteranen der Voranging. Sie war zwar noch weit besser gerüstet als Kazel, denn sie trug noch immer ihr Kettenhemd, ihren weissen Waffenrock – der zugegebenermasse an vielen Stellen schwarz von Schlamm und Dreck war. Ausserdem nannte sie noch immer ihr Schwert ihr eigen. Doch auch sie wollte sich die Angebotenen Waffen ansehen. Jede Schlacht, erforderte nicht selten eine bestimmte Bewaffnung. Man führte die beiden zu der Waffenkammer. Man nahm kurzerhand Mass von Kazel und führte ihn dann in eine Nebenkammer, dort wo die Harnische, Lederrüstungen und Waffenröcke untergebracht waren. Man sah den Ausrüstungen an, dass bei den wenigsten der Leoniden die menschliche Statur dominierte. Die meisten Rüstungsgegenstände waren selbst für einen Dunkelelfen wie Kazel zu gross, besonders aber auch zu weit, da die Leoniden weit massiger waren als er.

„Wähle deine Waffen…Sturmadler.“ Meinte Xenia ruhig und klopfte ihm auf die Schultern. Auch sie machte sich daran und durchstöberte das üppige Waffenarsenal. Es war das reinste Schlaraffenland für einen Krieger. Speere, Hellebarden, Kurzschwerter, Krummschwerter, Langschwerter, Breitschwerter, Äxte, Morgensterne, Kriegshammer, Dolche, Wurfmesser alles was das Herz begehrte war hier vorhanden – und von ausgezeichneter Qualität.

Auch Rhudos betrat die Waffenkammer – nach wie vor grummelig. Zielstrebig ging er auf einen schweren Harnisch zu und liess ihn diesen sich anlegen. Dann wählte er ein Langschwert. Der Waffenmeister protestierte zwar, dass diese beiden Gegenstände zu schwer für den jungen Prinzen seien und er so nicht wendig genug sein würde, doch Rhudos legte mehr Wert auf ein imposantes Erscheinungsbild. Xenia musterte den jungen Leonidenprinzen und schien sich ihre eigene Gedanken zu machen. Er war ein Risikofaktor. Soviel stand fest. Doch nun war es an der Zeit sich zu bewaffnen. Xenia wählte einen leonidischen Schild, sowie einige Wurfdolche. Sie testete wie diese in der Hand lagen und machte einige Probewürfe…die ins Schwarze trafen. „Mhrm…gute Qualität.“ Irgendwie schien sie sich auf den Kampf zu freuen, auch wenn sie dies wohl nicht zugeben würde. Aber die Schneiderin war fürs Kämpfen geboren – so paradox wie dies nun wohl anmuten mochte. Sie hatte sich weit schneller als Kazel entschieden. Sie trat zu ihm. "So wie ich die Truppe einschätze, werden sie sich aufteilen. Die Fusssoldaten werden wohl in Formation marschieren... und dann werden sie Bogenschützen in die Baumwipfel schicken um den Feind zu flankieren. Die wahl deiner Ausrüstung...wird wohl darüber bestimmen in welches Regiment man dich zuteilen wird."

Xenia schien sich wohl für die Fusssoldaten entschieden zu haben.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 10. März 2013, 00:19

Xenia mochte unter all diesen heroisch stramm stehenden Großkatzen in ihren Rüstungen noch als markant und ebenso respektabel auffallen, aber kaum dass sich Kazel von der Schar der Leonidenkrieger umrundet sah - auch wenn sie nicht wirklich um ihn herum standen - fühlte er sich allein schon angesichts ihrer Masse klein und unbedeutend. Hinzu kamen ja noch die Rüstungen, die Klauen und Reißzähne, das gewaltige Maul eines jeden von ihnen. Unwillkürlich fuhr er sich mit der Zunge über die spitzen Eckzähne, aus denen Raxtian Tausendtod bissige Giftfallen entwickelt hatte. So ganz ungefährlich war der Mischlingself letztendlich auch nicht, außerdem war er Teil der Bruderschaft des Lichts, sollte sich der Sippe der Rotmähnen anschließen! Das zählte weitaus mehr als das, was man aus ihm gemacht hatte. Und schließlich war und blieb Xenia, die Söldnerkönigin weiterhin an seiner Seite.Meine Kampfpartnerin. Es beflügelte und beruhigte Kazel auf gleichermaßen starke Weise. Es schenkte ihm Kraft, er fühlte sich bedeutsam in Gegenwart dieser Frau. So reckte er sich ein wenig, auch wenn er vermutlich unter den Leoniden der Kleinste blieb.
Umso mehr erfreute es den Elfen innerlich, als sie ihm trotz alldem ebensolchen Respekt und eine hohe Aufmerksamkeit zukommen ließen, als er von den Eigenheiten, sowie den Waffen des Feindes erzählte. Sie lauschten seinen Worten. Kazel konnte ihre Ohren teilweise zucken sehen. Sein linker Mundwinkel hob sich beim Sprechen kaum merklich an. Immer wieder huschte der meerblaue Blick flüchtig zu Xenia. Dass die Leoniden ihm auf gleicher Ebene begegneten, nahm er nicht als Kompliment an, sondern suchte bei seiner Partnerin unausgesprochene Bestätigung, dass er etwas gut gemacht hatte. Oh, wie sehr gierte er danach, ihr ein wenig zu imponieren. Woher kam dieser Drang nur? Kazel konnte es sich selbst nicht erklären. Er wollte eben, dass Xenia stolz auf ihn sein konnte und vielleicht dann wusste, dass es die richige Entscheidung gewesen war, ihn damals wirklich vor seinem Todesurteil verschont zu haben. Vielleicht fühlte auch Kazel sich erst dann in dieser Vermutung bestätigt. Ganz klar war es nicht.
"Wenn ihr eine Chance haben wollt, die über eure kämpferischen Fähigkeiten hinausgeht, dann müsst ihr diese beiden Charaktereigenschaften ausnutzen, aber hier werdet ihr", Kazel korrigierte sich, "hier werden wir Erfolg haben, denn in keinem anderen Punkt sind Dunkelelfen so angreifbar wie in ihrem Stolz. Denkt daran, wenn alle anderen Stricke reißen." Er blickte in die Runde. Die Leoniden nahmen ernst auf, was er ihnen mitteilte. Sicher würden in einer Schlacht viele sterben. Man kam im Krieg nicht darum herum, aber es würde auch genug geben, denen diese Worte noch das Leben retten konnten. Vielleicht zählte Kazel selbst dazu. Oder auch ich werde fallen und niemals erfahren, wie mein eigen Fleisch und Blut aussehen wird und ob es genauso wunderschön sein wird wie Janay. Er schluckte leer. Diese Erkenntnis war bitter, entfachte aber auch weitere Entschlossenheit in ihm. Er durfte nicht fallen. Er durfte nicht versagen. Für seine kleine Familie nicht, ganz gleich, ob die Mutter seines Kindes ihn Verräter schimpfte.

Dann wurde es ernst, wenn auch alles eher langsam in Bewegung geriet. Wo Rhudos und selbst Kazel gern frontal losgezogen wären, vom Ehrgeiz gepackt, da wusste ein Veteran sie zu stoppen. Das half, sich auf wesentliche und wichtige Punkte zu besinnen, um die sich noch gekümmert werden musste, allem voran endlich eine passende Ausrüstung für den Mischling. Noch immer stand er barfuß unter den Raubkatzen, mit nichts Anderem bekleidet als der zerschlissenen, dreckigen, stinkenden Seidenrobe, unter der das Löwenamulett der Bruderschaft kalt an seiner Brust lag. Waffen besaß er ebenfalls keine. Ganz klar, das ging vor!
So folgten Kazel und Xenia dem katzenhaften Veteran in deren Arsenal. Dort gab es wirklich alles, was ein Kämpferherz begehrte. Wenn sie nur ein paar Paladine mehr hätten retten und hierher bringen können! Man hätte sich neu ausrüsten und wieder moralisch gestärkt aufmarschieren können. Aber das Schicksal wollte es anders und so waren da nur die ehemalige Schneiderin, sowie ein kleiner Strauchdieb zweier Völker, die sich nun für einen Krieg ausstaffieren mussten.
Trotz allem blieb es für den Elfen schwierig, sich eine passende Rüstung auszusuchen. Leoniden waren größer, schwerer und breiter. Selbst die Schlanken unter ihnen mochten schon fast den doppelten Hüftumfang des drahtigen Elfen besitzen. So suchte er sich zunächst einen Gambeson, den er unter der Rüstung tragen würde. Das gäbe eine perfekte Polsterung gegen Scheuerspuren und würde das Leder, für das er sich entschied, besser an seinen Körper schmiegen. Kazel griff nach einem leichten Lederharnisch, der mit Nieten ausgestattet war. Schläge und Hiebe feindlicher Klingen würden von den glänzenden Knöpfen abprallen und Schlimmeres verhindern. Lediglich bei den Armen entschied sich der sich selbst als schmächtig einschätzende Elf dieses Mal für einige Schulterteile, von denen Kettenarmlinge bis knapp zum Ellenbogen reichten und ihn schützen sollten. Die Schulterpanzerung selbst bestand ebenso aus Leder wie die Unterarmschienen, welche er sich gekonnt umschnallte. Normalerweise würde Kazel in einer davon - der Rechten - noch eine kleine Klinge bevorzugen, doch angesichts seiner Fingerknöchenkrallen war diese Geheimwaffe wohl nicht nötig. Er sprach es nicht an, suchte sich stattdessen noch einen passenden Lederhelm. Oh ja, da fand er etwas, das ihm gefiel. Ein Prachtexemplar mit einer Stirnverzierung, die karoförmig dort lag und sich seitlich in geflügelte Zacken aus gehärtetem Leder ausbreitete, welche ihm nun über den Ohren lagen und beinahe ebenso spitz endeten. Dieser Helm passte zu Sturmadler. Jetzt fehlte nur noch eine Hose aus dickem Leinen, die man seitlich zuschnürte. Darum wickelte sich Kazel an den Waden weitere Stoffbahnen, damit er sich Beinschienen anlegen konnte. Letztendlich fehlten noch Stiefel. Er blickte sich um. Würde er hier überhaupt welche finden? Trugen Leoniden Schuhe?

Die Frage nach der Waffe lenkte ihn ab und er schaute auf. "Ich brauche Wurfmesser, Wurfdolche oder -sterne. Dann möchte ich nocht einen Dolch für den Kampf haben, um Angriffe zu parieren und ... und ein Schwert." Sein Blick suchte erneut den Xenias. Ja, er mochte ungeübt sein, aber wenn er sich schon ausrüsten konnte, sollte er nicht auf die Klinge verzichten. "Habt ihr ein Kurzschwert, das nicht so schwer wiegt? Sonst ist mein Arm nach dem dritten Schlag lahm."
Er ließ sich alles geben, was man ihm überlassen wollte und konnte. Natürlich führte auch Kazel ein paar Probewürfe, sowie Schläge mit seinen Waffen aus, ehe er sich letztendlich entschied. Es half wirklich nichts, wenn er blind mitnahm, ohne vorher zu testen. Als Xenia erneut an ihn herantrat, biss er sich auf die Lippe. "Ich weiß, wir sind Partner und sollten somit Seite an Seite kämpfen, aber für das Fußvolk ... ich würde mich lieber einem Spähtrupp anschließen, der vorauseilt und von der Flanke her angreift, sobald es brenzlig wird. Plänkler nennen es die Dunkelelfen, denn auch sie nutzen diese Taktik, schicken so ihre Meuchler in die feindlichen Reihen."
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 11. April 2013, 10:44

Xenia, die sich schnell für ihre Ausrüstung entschieden hatte, verschränkte ihre Arme, verlagerte ihr Gewicht auf ihren linken Fuss und beobachtete ihren „Bruder“ aufmerksam. Dabei hatte sie einen derart entspannte Ausstrahlung, dass man nicht auf die Idee kam, dass jene Frau demnächst in feindliche Gebiete vordringen würde. Zu einem Paladin der Bruderschaft des Lichts gehörten solche Situationen wohl einfach zum Alltagsgeschäft. Dennoch aber, war nichts so wie gewöhnlich. Xenia musste mit fremden Kriegern ins Feld ziehen, nicht mit ihren Brüdern. Ihre Organisation war zerschlagen und bisher hatten sie keine Möglichkeit gehabt sich zu reorganisieren. Sie wussten ja nicht einmal, wie viele von ihnen überhaupt noch übrig geblieben waren. Sie musste sich diese Gedanken machen, sie musste diese Sorge um ihre Brüder in ihrem Herzen tragen, die Angst um da Schicksal jener Stadt, die sie zu beschützen gelobt hatte. Sie musste Wütend sein, Zornig und von Rachegelüsten getrieben. Sie war ein Paladin, ja, doch sie blieb doch noch immer ein Mensch! Doch all diese Gefühle und Emotionen wurden von ihrer gelassenen Körpersprache verschluckt und an einem sicheren Ort verborgen. So dass man nicht recht wissen konnte, was Xenia wirklich fühlte.

Kazel erhielt sein Kurzschwert, es besass eine relativ breite Klinge und war in einem stabilen Holzgriff eingefasst. Die Waffe eignete sich einerseits gut zum Stechen, gleichzeitig war sie auch so geschliffen dass selbst Hiebe zumindest Eindruck hinterlassen würden – trotz der kurzen Distanz die für einen Treffer von Nöten war. Denn auf der einen Seite waren in die Klinge spitze Zacken eingearbeitet worden, die dafür ausgelegt waren, Gewebe nach einem Treffer beim Zurückziehen zu zerreissen. Eine perfide Waffe, die zudem sehr gut ausbalanciert war und bequem in der Hand lag. Zumal nur eine Seite diese Zacken besass, die andere war Glatt geschliffen und wohl eher für den Angriff auf gepanzerte Körperteile ausgelegt, schliesslich würden sich die Zacken dort nur hoffnungslos verfangen. Es war also ein Kurzschwert, welches durchaus mit Bedacht eingesetzt werden musste um wirklich effizient zu sein. Die meisten Leonidenschwerter besassen solche Zacken und sie erinnerten damit beinahe schon den Reisszähnen der Katzenkrieger. Sie waren sich halt eher gewohnt zu reissen und nicht Gliedmassen sauber abzutrennen.

Ebenso bekam er Wurfdolche mit. Offenbar kam Xenia dabei auf den Geschmack denn auch sie fragte nach einem speziellen Wurfgeschoss – und tatsächlich verfügten die Leoniden darüber. Man reichte ihr eine etwa zweieinhalb Meter lange stabile Schnur an welche eine Speerspitze befestigt worden war. Xenia nahm die Waffe dankend an und wickelte sie sich um den Körper. Sie würde nicht ihre primäre Waffe sein, denn sie nutzte wie gewöhnlich Schild und Schwert. Aber auch sie schien sich für alle Eventualitäten vorbereiten zu wollen.

"Ich weiß, wir sind Partner und sollten somit Seite an Seite kämpfen, aber für das Fußvolk ... ich würde mich lieber einem Spähtrupp anschließen, der vorauseilt und von der Flanke her angreift, sobald es brenzlig wird. Plänkler nennen es die Dunkelelfen, denn auch sie nutzen diese Taktik, schicken so ihre Meuchler in die feindlichen Reihen." Sie legte ihren Kopf schief und lächelte. Sie nickte schliesslich. „Gerade weil wir Partner sind, sollten wir unsere Kräfte so einsetzen wie wir sie am effizientesten nutzen können, Sturmadler.“
Damit hatte sie natürlich recht, was nutzte eine Partnerschaft wenn einer nicht auf seine gewohnten Position kämpfen konnte? Sie trat näher zu ihm, dabei fiel auf wie gross diese Frau eigentlich wirklich war. Tatsächlich strahlte sie wieder diese Aura eines Kriegsengels aus. Eine uneinnehmbare Festung einer Soldatin. Ein wahrer Paladin des Lichts. Lysanthor musste doch wahrlich entzückt sein ab solch einer Streitmacht… warum hatte er sie nur bei Pelgar verlassen und das Kampfglück gegen sie gewendet, wo sie doch noch immer treu in seinem Sinne dienten?

„Kazel…“ Begann sie ruhig und fixierte ihn mit ihrem Blick. „Wir wissen nicht was genau uns in jenen Wäldern erwarten wird, doch du kennst dein Volk und weisst um deren düsteren Handlungen wenn es darum geht den Widerstrand der Feinde zu brechen. Für einen Soldaten ist es Überlebenswichtig stets den klaren Kopf zu behalten. Was immer wir dort antreffen werden, es darf dich nicht dazu verleiten in Raserei zu geraten. Übe deinen Zorn auf die dunklen Horden aus, indem du sie im Kampf niederstreckst… Räche dich, durch blutige Effizienz… aber verlier niemals den Anschluss an deine Truppe und verlier niemals die Orientierung über deine Mission. Wir wollen die Opfer bergen. Nicht mehr, nicht weniger… trauern…werden wir, wenn wir wieder da sind.“ An ihren Worten merkte man, dass sich Xenia wieder auf ihren „Kampfmodus“ einstimmte. Kazel mochte ihr Verhalten wohl noch gut in Erinnerung haben, damals unter der Stadt Pelgar, wo sie ihn genötigt hatte über seine Stärken und Schwächen Auskunft zu geben, damals als sie sich vor ihm ausgezogen hatte und ein Bad nahm und selbiges von ihm verlangt hatte. Seit jenem Zeitpunkt war sehr vieles Geschehen und wenn man sich daran zurück erinnerte, dann musste man durchaus feststellen dass Xenia sich ihm gegenüber durchaus etwas weicher verhielt. Vielleicht weil sie ihm inzwischen Vertrauen, vielleicht weil er sie überzeugt hatte.
„HALTUNG ANNEHMEN FÜR DEN KÖNIG UND DIE SIPPENFÜHRER!“ Brüllte es von draussen in die Waffenkammer herein. „Wir sollten uns wohl anschliessen.“ Meinte Xenia knapp, machte auf dem Absatz kehrt und stapfte Richtung Exerzierplatz. Kazel, dem übrigens auch Stiefel zugesteckt wurden, blieb keine andere Wahl als ihr zu folgen.
Tatsächlich standen der Kriegertrupp gerade Spalier vor dem König und den Sippenführern – darunter natürlich auch Kelso, der sich nun ebenfalls gerüstet hatte. Er trug schweres Eisen an seinem Körper und war bewaffnet mit einer todbringenden Zweiblättrigen Hellebarde, die am unteren Stumpf über eine Speerspitze verfügte.

Xenia und Kazel schlossen sich dem Trupp an. Inzwischen ergriff der König das Wort. „Die Dunkelelfen haben es gewagt unsere umliegenden Wälder zu entweihen. Der Eldoras ist uns heilig und Teil unseres Jagdreviers! Wir werden unser Revier verteidigen!“ Die Löwen antworteten es ihm mit einem gebrüllten „Huhahrhr!“ „Wir werden die Opfer bergen und den Wald somit säubern… und wir werden jeden Soldaten dieser Horde richten, dem wir begegnen!“ „Huarhrh!“ „Gnade ist diesen Schergen gegenüber ausdrücklich untersagt!“ „HUARHRHR!“ „Beweist Ehre und Tapferkeit… und kehrt zurück.“ „Huahrhrh!“ Die Leoniden begannen mit ihren Schwertern gegen ihre Schilde zu schlagen. „Kelso trägt das Kommando über die Mission. Die Krieger der Rotmähnen werden die Frontspitze bilden.“ Die Rotmähnenkrieger salutierten, und es waren einige von ihnen. Jene Krieger der anderen Sippen nahmen dies murrend zur Kenntnis. Dennoch stand ausser Frage dass sie hier als Einheit losziehen würden, Revierkämpfe würden in Lenonia bleiben.
Auffallend war, dass keiner der Leoniden auf einem Pferd sass. Dieses Katzenvolk schien über keine Reiterei zu verfügen. Von den fünfzig Kriegern reihten sich fünfzehn zu der Vorhut zu der sich auch Kazel zählte ein. Der Rest bildete ein wahres Bollwerk von schwerbewaffneten Fusssoldaten.

Auch Rhudos gehörte zum Spähtrupp – wohl sehr zu Kazels leidwesen. Dieser konnte es offensichtlich kaum erwarten endlich loszuschlagen. Er war mit zwei keinen Armbrüsten und einer Art Machete bewaffnet.
Kelso wandte sich an seine Truppen. „Ihr vom Spähtrupp habt darauf zu achten, dass euer Abstand zu uns nie grösser als zwei Marschstunden wird. Im Dickicht werden sie uns ohnehin nicht herannahmen sehen. Wenn ihr Feinde erspäht dann wartet mit einem Angriff zu, bis wir zu euch aufgeschlossen haben. Wenn ihr eine Nachhut oder Vorhut antrefft, welche nur aus wenigen Soldaten bestehen… dann tötet sie alle und leise. Es sollen wenn möglich zwei Gefangene gemacht werden zum Befragen… sobald die nötigen Informationen verfügbar sind… Sind sie auf der Stelle zu exekutieren. Vflex hat das Kommando solange unsere beiden Truppen getrennt sind. Vflex war ein schmächtiger, eher junger Leonid, der mit Pfeil und Bogen ausgestattet war. Seine Beine waren Katzenhaft während sein gesamter Oberkörper menschlich war. Rhudos schnaubte unzufrieden, offenbar hatte er wohl darauf spekuliert, dass er das Kommando über den Trupp haben würde.
„Truppe…auf zum Eldoras.“ Damit setzte Vflex seine Leute in Bewegung. Er schlug ein doch ziemlich zügiges Tempo an, während der Fusstrupp sich ebenfalls, jedoch langsamer in Bewegung setzte.

Von überall aus den Höhlen und Häusern kamen Bewohner der Stadt auf die Strasse um die Ausziehenden Krieger zu beobachten und ihnen Glück für den Kampf zu wünschen. Dabei erhaschte Kazel Janay, die von Lacrima getragen wurde, hinter ihr Talimée und eine unheimlich lächelnde Juduka, sobald diese sich einen Überblick über die Truppe gemacht hatte. Es kam, dass sich sein und Janays Blick für einen Moment trafen.

[-> Janay kommt aus „Willkommen im Rudel“]
Draussen auf den Strassen herrschte reges treiben, es schien als wäre die gesamte Stadt auf den Beinen. „Sie ziehen aus zum entweihten Eldoras…“ „Dunkelelfen haben dort gewütet…“ „Fürchterliche taten.“ Hörte man überall um sie herum tuscheln und tratschen. Ein Trupp von etwa 15 Mann näherte sich ihnen als Erste. Kazel stach daraus hervor wie ein Quadrat in einem Feld voller Kreise. Er sah ziemlich stattlich aus, trug er doch Hosen aus Leinen mit Beinschonern, einen Lederharschnisch. Kettenteile an den Schultern und einen Helm mit gezackten Flügeln. Wie die Leoniden um ihn herum war auch er bis zu den zähnen bewaffnet. „Seht…Rhudos marschiert auch mit ihnen…“ „oh ob das nur gut geht?“ „Er bringt keinem Trupp Glück…“

Hinter dem vorderen Trupp hörte man das einheitliche Stampfen der schwerbewaffneten Fusstruppen die Strasse entlang kommen. Die Kleinen waren ganz Entzückt sprangen wild herum und begaben sich ganz an den Strassen Rand hin. Kaum kamen die Krieger aber in ihre Nähe erstarrten sie in ehrfurcht und sahen ihre Väter und Brüder mit glänzenden Augen an.
Lacrima setzte Janay vorsichtig ab. „Da ist Kazel…“ meinte Talimée und zeigte auf den Mischling, vermutlich war dies gar nicht nötig gewesen denn Janay hatte ihn sicherlich bereits ausgemacht. Dennoch kam es, dass sich just in jenem Moment ihre Blicke kreuzten…
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 15. April 2013, 16:01

Kazel befestigte das gezackte Kurzschwert an seinem Gürtel. Dort hatte er auch zwei der kleinen Wurfmesser in entsprechende Lederscheiden geschoben. Die Wurfdolche fanden Plätze an seinem Oberarm und dem rechten Oberschenkel, wo sie von stabilen Lederriemen gehalten wurden. Ein Letzter kam in den linken Stiefel, als man dem Mischling sogar neues Schuhwerk reichte. Damit hatte er gar nicht mehr gerechnet, liefen die meisten Leoniden doch auf übergroßen Tatzen durch die Gegend, aber es schien auch Ausnahmen unter ihnen zu geben und solche brauchten Stiefel. Er fühlte sich selbst richtig befremdlich in den durchaus bequemen Schuhen. Wann hatte er das letzte Mal welche an den Füßen gehabt? Er erinnerte sich nicht mehr, wusste aber, dass er bereits in dieser Anstalt für Geisteskranke barfuß unterwegs gewesen war. Das ist so lange her!
Er durfte nicht darüber nachdenken, verbat es sich selbst. Er musste sich nun auf Bevorstehendes konzentrieren. Ein scheuer Blick huschte zu Xenia, bisweilen aber auch bewundernd. Sie hielt sich bestimmt nicht mit ihrer Vergangenheit auf. Sie blickte stets nach vorn, machte immer weiter. Kazel hatte in der Söldnerkönigin die beste Schwerpartnerin gefunden, die er sich hätte wünschen können. Und dennoch würden sie nicht Seite an Seite in diese Mission starten. Trotzdem stimmte es ihn nicht trübselig. Wieder war es Xenia, die mit ihren Worten Mut in seinem Herzen schürte, dass er zuversichtlich nickte. "Komm nur heil aus der Sache wieder heraus", bat er sie lediglich, als könnte er ihr dieses Versprechen abnehmen. Dabei war es auch Xenia, die sich um sein Seelenheil sorgte. Auch er, der Mischling, der eigentlich damals zum Tode verurteilt worden war, sollte gesund zurückkehren - auf sich aufpassen.
Er begegnete ihr mit einem ruhigen, meerblauen Blick, aus dem trotz allem das Bewusstsein für den Ernst der Lage zu erkennen war. "Ich bin kein Soldat, Xenia. Aber ich werde mich nicht verlieren. Ich verspreche es dir." Seine Hand zuckte nach oben, berührte beinahe ihren Unterarm, aber rechtzeitig bekam er sie wieder gesenkt. So bliebt es bei einem schmalen, aber aufrichtigem Lächeln. "Wir werden beide erfolgreich wie lebendig zurückkehren."

Der Befehl des Leoniden brachte Kazels empfindliche Elfenohren zum Zucken. Es klingelte darin, aber irgendwie erinnerte der Nachhall an ein tiefes, grollendes Echo. Der Mischling klopfte sich einmal gegen das rechte Ohr. Es half nichts, also tat er wie befohlen und nahm Haltung an, so gut er es vermochte. Er wusste schließlich nicht wirklich, wie man richtig stramm stand. So stand er eben nur, gerade, die Hände eng an den Seiten anliegend, den Schild auf dem Rücken, das Schwert am Gurt. Lediglich seine Augen blickten neugierig umher, wollte er doch wissen, weshalb sie alle still zu stehen hatten. Dann entdeckte er, dass sich Xenia zusammen mit den anderen in Bewegung setzte. Schnellen Schrittes folgte Kazel, reihte sich neben Xenia in die Linie der wartenden Leoniden ein, um den Worten des Königs zu lauschen. Nur einmal suchte das meerblaue Augenpaar die Umgebung nach dessen Sohn, Rhudos, ab. Wie dieser wohl angesichts der Ansprache seines Vaters reagieren mochte?

Als die Löwenwesen dann jedoch lauthals brüllten, um die Worte des Königs zu unterstreichen und einstimmig zu bestätigen, zuckte Kazel so heftig zusammen, dass ihm glatt eines der Wurfmesser aus dem Gürtel rutschte. Hastig bückte er sich danach, hob es auf und steckte es zurück an seinen Platz. Schon kam die nächste Welle euphorisch entschlossenen Brüllens. Er fühlte sich wie eine Maus unter hungrigen Raubkatzen. Bei diesem Lärm, den vielen Krallen und scharfen Zähnen mussten die Dunkelelfen doch vor Furcht erzittern! Aber die Orks nicht und die motivieren. Er schluckte. Sie hätten es wahrlich schwer, sobald sie die Tore Lenonias verließen und so wirklich konnte sich Kazel nicht von dem Fauchen und Brüllen mitreißen lassen. Oh, er war entschlossen, seinen Teil zur Verteidigung Lenonias, wie zur Rettung Celcias beizutragen. Er war entschlossen! Nur langsam wurde es bitter ernst. Sein Herz begann heftiger zu pochen, schwerer, als ahnte es Gefahr.

Dann kamen die Anweisungen, vorgetragen von Kelso, der das Kommando über sämtliche Einheiten besaß. Kazel schaute auf, dem Leoniden direkt in die Augen. Unbewusst legte er seine Hand auf dem Knauf seines Schwertes ab, umfasste ihn einmal, zweimal. Er versuchte, so konzentriert wie möglich zu lauschen. Hörten die anderen das Hämmern seines Herzens nicht? Es lenkte so sehr ab. Um dennoch aufmerksam zu bleiben, wiederholte der Mischling das Wesentliche aus Kelsos Worten leise für sich.
Schließlich war es Zeit, aufzubrechen. Nun unter Vflex's Befehl folgte Kazel ihm zusammen mit dem übrigen Spähtrupp. Xenia marschierte nun wohl mit den anderen schwergerüsteten Leoniden mit. Kazel suchte nochmal Augenkontakt zu ihr, entdeckte sie aber zwischen all den gepanzerten Leibern nicht mehr. Dafür erhaschte er einen anderen Blick und noch einmal beschleunigte sein Herz die Geschwindigkeit. "Janay." Er reckte etwas den Hals. Konnte er stehenbleiben, ihr und auch Talimée Lebewohl sagen? Ihnen mitteilen, dass er sie beschützen würde. Auch Juduka war bei ihnen. Kazels Blick flog über die drei Frauen hinweg. Er marschierte weiter, weil ach die Leonidenspäher ringsum ihn drängten. Aber er unterbrach den Kontakt noch nicht. Schließlich hob er während des Gehens eine Hand - brusthoch nur und keineswegs winkend. Dazu war er momentan irgendwie nicht in der Lage. Seine Euphorie wich nach und nach einer Nervosität, wie sie nur junge Soldaten angesichts einer bevorstehenden Schlacht spüren konnten. Schließlich galt sein Blick allein Janay. Er legte die Hand auf den eigenen Bauch, eine Symbolik. Für das Kind und für dich.
Ganz gleich, wie Janays Gefühle zu ihm standen, ob sie ihn für einen Verräter hielt oder nicht, er würde Mutter und Kind bewahren. Er würde beide mit seinem Leben schützen. Und schon schlug das Herz etwas ruhiger im Takt der Schritte jener Raubkatzenwesen.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Montag 15. April 2013, 23:04

Die junge Frau war sich nicht sicher, ob es klug gewesen war, das Angebot der Nachtelfe tatsächlich auszuschlagen. Andererseits... so blieb ihr die bewusste Entscheidung, zu bleiben oder endlich zu gehen, noch ein wenig erspart. Ihre Art, sich davor zu drücken, einen Weg zu wählen, bei dem sie so oder so unglücklich werden würde.
Talimée hatte schon Recht, ihr Herz war schon wesentlich weiter und klüger als ihre Vernunft und sie hatte all diese Neuigkeiten noch nicht verkraftet, als dass sie sich damit hätte auseinander setzen können. Von wollen ganz zu schweigen...
Also benötigte sie eine andere Möglichkeit, um sich irgendwie vorgaukeln zu können, dass sie noch Zeit dafür hatte. Dass Juduka deswegen allerdings ein wenig eingeschnappt wirkte, war Janay vollkommen gleichgültig. Sie hatte längst gelernt, sich nicht darum zu kümmern, was andere von ihr dachten. Nur bei wenigen Personen bemühte sie sich anfangs um einen guten Eindruck.
Doch die Heilerin schien sich damit nicht vollkommen abfinden zu können. Die junge Frau hatte sich bereits abgewandt und überlegt, was sie tun sollte, als sie die Stimme wieder zu hören bekam. Sie unterdrückte lediglich mit Mühe ein Verdrehen der Augen und warf der anderen einen kühlen Blick über die Schulter zu.
Schon wollte sie Luft holen, um eine spitze Bemerkung von sich zu geben, als die kleinen Wollknäuel, die sie einige Momente lang vollkommen vergessen hatte, sich lautstark bemerkbar machten. Lautlos seufzte sie und schüttelte den Kopf. "So rasch geht das nun auch wieder nicht.", murmelte sie und presste dann hastig die Lippen zusammen, als sich die Nachtelfe so einfach vor sie stellte und derart hämisch angrinste, dass ihr Janay am liebsten eine Ohrfeige verpasst hätte, um den Ausdruck wegzuwischen. Aber noch hatte sie sich in der Gewalt und wollte dieser den Triumph nicht so schnell gönnen.
So hob die Dunkelelfe ihr Kinn trotzig an und erwiderte betont kühl den Blick. "Wieso gehst du nicht einfach hinaus, hältst dein Gesicht in die Sonne und suchst nach ihm?", fauchte sie und ballte die Hände zu Fäusten, obwohl sie sich noch halbwegs beherrschen konnte.
Daran, die andere zu verraten, dachte sie indes gar nicht. Das war obendrein nichts, was sie anging, sodass sie es gar nicht als Waffe wahrnahm. Zumindest nicht, solange sie noch derart durcheinander war.
Juduka indes hatte schon wieder anderes im Sinn und bot den Katzen, großen wie kleinen, ein Schauspiel, das diese regelrecht entzückte. Die junge Frau verschränkte abweisend die Arme vor der Brust und wandte sich dann demonstrativ ab. Sie wollte die wenigen Meter zu ihrer Lagerstatt humpeln, sich dort von allen wegdrehen, die Augen schließen und einfach nichts mehr um sich herum wahrnehmen müssen.
Allerdings kam sie nicht weit, denn plötzlich, nachdem der Lichtball verschwunden war, riefen die Jungen wild und aufgeregt durcheinander. Das war noch nichts außergewöhnliches, nur... Janay bemerkte die Reaktion der Mütter und hatte das Gefühl, als würde sich ihr ein Stein im Magen bilden. Wieso beschlich sie diese Empfindung, dass dies nichts Gutes verhieß?
Das wollte sie sich ebenfalls ansehen, auch wenn ihr Herz zu hämmern begonnen hatte und ihre Knie weich wurden. Notfalls würde sie sich allein bis zum Ausgang dieser Höhle kämpfen und dieses Schauspiel begutachten, als Lacrima ihr ungefragt jene Unterstützung zuteil werden ließ, die ein Teil tief in ihrem Inneren erleichtert aufatmen und dankbar sein ließ.
Gerade noch wollte sie die Worte der Katzenmutter verarbeiten, darauf reagieren, als diese schon zu ihr trat und sie einfach hochhob. "Ähm...", murmelte die junge Frau zwar ein wenig peinlich berührt, grinste irgendwie jedoch auch schief. "Ich komm mir grad wie ein kleines Kind vor.", fügte sie so leise hinzu, dass es hoffentlich nur Lacrima hören würde. Es war schon seltsam... Jedoch war sie praktisch veranlagt und wusste, dass sie so am ehesten zu ihrem Ziel käme, ehe alles vorbei wäre.
Draußen angekommen, musste sie erst einmal blinzeln, damit sich ihre Augen an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnten. Es dauerte vielleicht eine Sekunde, bis sie erkennen konnte, dass ein Trupp bewaffneter Mischwesen begann, die Straße entlang zu marschieren. Das gefiel ihr gar nicht.
Bislang hatte sie sich von Kämpfen und Kriegern versucht fernzuhalten, nicht zuletzt, weil ihr die Grausamkeit ihrer Rasse große Angst einjagen konnte. Besonders seit ihren Erlebnissen in Kosral!
Aber was ihr wirklich Unbehagen bereitete und den Stein in ihrem Magen noch zu vergrößern schien, war, dass sie mitten drunter jemanden entdeckte, den sie dort nicht sehen wollte. Janay wurde blass um die Nase, als sie Kazel ausmachte, und presste fest die Lippen aufeinander. Das... war doch nicht sein Ernst! Wollte er da wirklich mit hinaus ziehen, wohin auch immer ihn diese Truppe führen würde? Warum überhaupt?! Ein paar Fetzen konnte sie von ihrer unmittelbaren Umgebung aufschnappen, ohne in ihrer Überraschung wirklich daraus klug werden zu können.
Als sie abgesetzt wurde, war sie versucht, nach Lacrima zu tasten, um wieder Halt finden zu können. Dann allerdings war sie sich wieder Judukas Aufmerksamkeit bewusst, erinnerte sich an deren hämisches Grinsen und zwang sich dazu, selbst und ohne Hilfe aufrecht stehen bleiben zu können.
Einen Moment zögerte sie noch, ehe sie ihren Blick, den sie unverwandt auf Kazel gerichtet hatte, abwandte und die Katzenmutter, die sich um sie gekümmert hatte, ansah. "Ich muss mit ihm reden. Jetzt, sofort!", raunte sie eindringlich. Natürlich hätte sie sich auch einfach hindurchzwängen und so noch viel mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Vermutlich sogar den Unmut anderer. Was sie in Anbetracht all dieser bewaffneten männlichen Wesen nicht unbedingt wollte. Also musste sie den Weg einschlagen, der ihr als einziges einfiel.
Und es war ihr ernst damit, dass mit Kazel sprechen musste. Sie wollte von ihm persönlich wissen, was dieses Theater sollte, was er vorhatte und was er in dieser Gruppe zu suchen hatte.
Ihre Augen wanderten zurück zu dem Mischling. Rechtzeitig genug, um seine Geste des Abschieds zu sehen, da er die Hand hob und die Bewegung dann nicht zu Ende brachte, als wisse er selbst, dass es so nicht richtig war. Den eigentlichen Sinn hinter seiner Haltung begriff sie nicht.
Ihre Kehle wurde eng und ihr Herz schien still zu stehen für einen quälend langen Atemzug. Das konnte nicht sein Ernst sein! Einfach so! Ohne ein Wort der Erklärung oder sonst etwas. Nein, das nahm sie nicht schlichtweg so hin, dazu war sie viel zu stolz und davon überzeugt, dass sie ein Recht auf Antworten hatte. Was war in diesen Stunden nur geschehen, seit er die Höhle verlassen hatte?!
"Ich muss zu ihm!", stieß sie schließlich hervor und ob man ihr nun helfen würde oder nicht, sie würde sich durch diese Krieger drängen und zu Kazel humpeln, um ihn zur Rede zu stellen! Also setzte sie sich mühsam in Bewegung, um nicht länger zu zögern.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 24. April 2013, 19:52

Wie viele Schwertbrüder mochte Xenia wohl gehabt haben, di e ihr ähnliches beteuert hatten wie Kazel gerade? Dass sie Siegreich aus der Schlacht zurückkehren würden, weiterleben würden. Auch dies war eins von Xenias vielen Geheimnissen, nur eins stand offensichtlich fest: SIE hatte ihr Versprechen bisher immer eingehalten. Doch auch Xenia war, auch wenn man es nicht immer glauben mochte, angesichts ihrer Fähigkeiten, nur ein Mensch. Irgendwann würde der Tag X wohl kommen. Eine Frau wie sie war doch förmlich prädestiniert im Kampfe zu fallen. Für solch eine Heldin, eine Soldatin, eine Kämpferin des Lichts kam doch letztendlich nur der Tod des Märtyrers in Frage. Heldinnen wie Xenia wurden nicht still und ruhmlos von irgendwelchen Krankheiten oder Unfällen dahingerafft. Dessen musste sie sich einfach bewusst sein. Jede Schlacht konnte ihre letzte sein. Darum gab sie im übrigen nie solche Beteuerungen ab. Sie sprach zwar Mut zu und ähnliches aber sie war zu lange im Geschäft um sich der Tatsache nicht Bewusst zu sein, dass sie jenes Versprechen welches Kazel gerade gab, auf dauer würde halten können. Auch wenn man in der Gruppe marschierte und Seite an Seite kämpfte, so marschierte man in erster Linie für sich allein. Besonders mit den Gedanken. Die Kampfeslust und den Zorn des Soldaten, den Brüllte man gemeinsam mit seinen Waffenbrüder in die Welt hinaus. Die Angst jedoch, die Schrecken welche sich in eine Seele frassen, diese verschloss der Soldat üblicherweise stumm und schweigend irgendwo in seinem Herzen. Bis es irgendwann utner der Last zusammenbrach. Sich Wahnsinn und Verzweiflung ihren Weg nach oben bahnten. Kriegstraumatisierte – es gab sie zu hunderten. Noch immer von den Kristallkriegen. Die aktuelle Invasion bedeutet wieder ein tiefes Trauma für die betreffenden und zukünftigen Generationen…

Zukünftige Generationen, wie sie zum Beispiel Bürgerinnen wie Janay unter dem Herzen trugen. In was für eine Welt würde sie ihr Kind gebären? Noch stand dies nicht fest, doch alle Zeichen standen ür einen sieg auf die Dunkelelfen und damit für die Sklaverei der Menschen und Andersartigen. Machtlos musste die junge Frau mit ansehen wie Kazel an ihr Vorbeimarschierte, in dem Gedränge der Leute und der Dichte der Formationen war es ihr nicht möglich sich einen weg zu Kazel zu bahnen, im Gegenteil. Sie wurde gar von den herbeigeeilten Löwinnen die sich dicht aneinander gedrängt hatten mitgeschoben. Innert kürzerster Zeit entstand so eine gewaltige Leonidentraube die sich wie eine fette Raupe durch die Strassen der Stadt schlängelte. Die ganze Stadt war auf den Beinen. Kein Wunder. Es kam äusserst selten vor dass Leoniden in den Krieg zogen. Ausserdem war dieser Entschluss für leonische Verhältnisse sehr schnell getroffen worden und die Truppen rasch mobilisiert. Kein Wunder also wollten die Frauen und Kinder ihre Ehegatten, Rudelsführer und Väter verabschieden. Schliesslich wurde die Sippe bei diesem Volk sehr gross geschrieben.
Vflex führte seinen Trupp konsequent gen Markplatz, dort erst fand die Masse endlich genügend Platz um sich gebührend auszubreiten und sich zu zerstreuen. „Spähtrupp HALT!“ Fauchte Vflex laut und sofort wurde sein Befehl umgesetzt. Die Fusssoldaten hatten inzwischen den Anschluss bereits verloren den zwischen ihnen und dem Spähtrupp hatten sich shcon längst die Stadtbewohner gedrängt.

Auf einem Balkon des nahegelegenen Schlosses konnte man gar den König und seine anderen Sippenführer sehen, wie sie dortstanden und die Ausrückenden Truppen beobachteten. Es wurden die Kriegsfahnen Leonias gehisst. Eine Tradition in der Stadt, sie würde so lange über der Stadt wehen, bis die Truppe Siegreich zurückkehrt. Würde sie scheitern, so würde die Flagge oben bleiben als Gedenken und Manmahl keine ähnlichen Fehler zu begehen.

Vflex hob seine mächtige Pranke und zeigte so an, man mochte doch ruhig sein und Haltung annehmen. Das Volk schwieg und die Spähtruppe stand stramm. „Geschätzte Schwestern und Bürder.“ Erhob Vflex schliesslich das Wort. „Der König hat uns den Marschbefehl erteilt. Der Eldoras wurde von Dunkelelfischen Banditen und Soldaten entweiht. Der König hat beschlossen dass wir dieses eindringen in unsere wichtigsten Jagdgründe nicht tolerieren werden. Darum ziehen wir aus um die Ordnung im Wald wiederherzustellen und sie zu sichern. Sollten wir au feindliche Truppen stossen, so werden wir sie im Kampf schlagen und vernichten. Darum nehmt Abschied von euren Brüdern, Gatten und Vätern und wünscht ihnen Glück im Kampfe, denn an Mut und Stärke fehlt es ihnen nicht. Wir brechen auf, sobald die Sonne den Torbogen der Stadt erreicht hat.“

Bis zu diesem Zeitpunkt war Talimée damit beschäftigt gewesen Janay einigermassen unbeschadet durch das Gedränge zu bugsieren, schliesslich hatte Lacrima sie abgesetzt und schliesslich aus den Augen verloren. Ihr Glück war es gewesen, dass sie wirklich gerade zum Spähtrupp nach vorne geschoben wurden und so eigentlich unverhofft automatisch an ihr Ziel gelangten. „Herrin… ruhig… vielleicht ergibt sich noch eine Möglichkeit“ Es musste sich einfach eine ergeben, schliesslich stand da noch immer diese Finstere Vision im Raume, welche sie vor Janay und Kazel verschwiegen hatte. Sie selbst wusste zwar nicht was die Vision bedeutete und wann sie eintreffen würde, dennoch war es besser die beiden würden sich vorher endlich vertragen! Sonst könnte es nämlich sein, dass sisch Janay dies niemals verzeihen würde.

„Herrin… vor solch einem Kampf…sollte kein Unfriede und keine Sorgen das Gemüt eines Kämpfers belasten…“Ein gut gemeinter Rat. Kazel und Janay waren doch schon aufgewühlt genug, sie sollten die Situation jetzt nicht noch schlimmer machen indem sie noch immer an ihren Vorwürfen festhielten. Sie hielt ihre „Herrin“ gut gestützt und bewegte sie so schonend wie möglich durch die Massen. Ihr kaputtes Bein war vielleicht ein willkommenes „Fluchthindernis“ für Janay, aber auch eine sichtliche Belastung für ihre Helferinnen. Juduka liess sich von der Masse mittragen, doch sie dachte nicht mal daran Janay in irgend einer Weise zu helfen. Sie war ja schliesslich nicht ihre private Krankenschwester. Ausserdem musste sie darauf achten, dass ihre Kapuze nicht verrutschte.

Plötzlich blieb die Masse stehen und sie begann sich in keine Grüppchen zu zerstreuen. Dann folgte die Ansage von Vflex und schliesslich konnten sie sehen, wie die Soldaten nacheinander zu ihren Angehörigen stoben um sich von ihnen zu verabschieden. Kleine Fellknäuel wurden von deren starken Armen angehoben und geschmust, Frauen umarmt, Mähnen umgarnt, Glück spendende Worte ausgetauscht. Tränen sah man kaum, nur bei den Kindern vielleicht die noch zu klein waren um zu Verstehen warum der Pappa für einige Zeit wegziehen musste.

Wie viele Väter hatten sich in den letzten Monaten so von ihren Familien getrennt, wie viele von ihnen waren nicht mehr zurückgekehrt oder hatten ihre Heimat ausgebrannt und zerstört vorgefunden?
Endlich wurde der Weg frei, so dass Talimée Janay helfen konnte zu Kazel zu gelangen.Juduka folgte, sie verschränkte sofort ihre Arme, verlagerte ihr gewiwcht auf ihren linken Fuss und sah sich ungeduldig um.

Rhudos war einer der wenigen des Spähtrupps der etwas verloren dastand, bis Lacrima endlich den Weg zu ihm fand und ihm einige Weise Worte zusprach.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 1. Mai 2013, 12:59

Kazel wurde weitergedrängt, so senkte er die Hand, welche er gen Janay und Talimée gehoben hatte. Er richtete den Blick nach vorn, atmete durch. Nun war es offenbar soweit. Er bereitete sich innerlich auf den Beginn seiner Mission vor. Er würde mit einigen kriegerischen Großkatzen in den Eldoras ziehen, als Spähtrupp vorausgeschickt. Sie würden Kämpfe meiden, wenn der Feind in der Überzahl war. Andernfalls würden sie zu deren Richtern werden. Ein Schauer jagte über seinen Rücken herunter, hinterließ Gänsehaut sogar auf seinen Unterarmen. Und selbst wenn derzeit ein mulmiges Gefühl in seiner Magengrube aufkeimte, würde er jetzt nicht mehr zögern. Er hatte den Leoniden seine Loyalität gesichert wie schon zuvor jenen Brüdern und Schwestern, die mit Xenia gestritten hatten. Sintus. Die Gedanken schweiften kurz zum Paladin. Er schlief, man wusste nicht, ob er jemals wieder erwachen würde. Auch für ihn würde Kazel in diese Schlacht ziehen und ein Teil davon werden. Für ihn, für Xenia und nicht zuletzt für Janay und sein ungeborenes Kind. Wenn sie die Dunkelelfen nicht aufhielten würde dieses Baby in eine grausame Welt geboren und so viel Leid zu ertragen haben, dass er sich fragte, ob man das einer unschuldigen Seele überhaupt antun sollte. Er musste etwas dagegen unternehmen, sein Möglichstes geben. So straffte Kazel die Haltung, setzte neue Entschlossenheit in seinen Blick und marschierte weiter.
Nach einer Weile des Laufens neigte Kazel mit wachsender Verwirrung den Kopf. Sie steuerten nicht das Tor an, durch das er mit seiner kleinen Schar damals gekommen war und welches er nur noch als düsteren Fleck in Erinnerung hatte. Sie erreichten einen größeren Platz. Der Mischling ließ den Blick schweifen. Keiner der anderen Soldaten wirkte überrascht. So richtete er seine Konzentration auf den Anführer seines Trupps: Vflex. Er selbst versuchte, dem militärischen Drill der anderen nachzueifern, bei Kazel kamen die Bewegungen nur lange nicht so überzeugend herüber. Allein deshalb schon nicht, weil er kleiner und schmaler war als jeder einzelne Leonid. So stand er einfach nur da, linste hin und wieder zu den Kämpfern zu beiden Seiten von sich. Und dann kehrte Erkenntnis in seine Züge. Natürlich! Die Katzen wollten sich von ihren Familien verabschieden! Das war nur gerechtfertigt. Er schaute sich um, entdeckte Xenia nicht. Ein tonloses Seufzen entwich seinen Lippen und Kazel senkte etwas den Blick.

Die Truppenmitglieder zerstreuten sich. Jeder schien zumindest einen zu haben, dem er Lebewohl sagen sollte, abgesehen von Rhudos - obwohl es Kazel verwunderte, dass dieser die Stadt im Streit mit seinem Vater verlassen wollte. Vielleicht kehrten sie nicht zurück. Man sollte sich vorher versöhnen. Doch der Mischling schenkte dem Prinzen nur wenig Aufmerksamkeit. Er prüfte den Sitz seines Schwertes, die Schnallen mit den Wurfmessern. Er zupfte an seiner Rüstung herum. Sie passte, saß bequem. Es war auch mehr eine Übergangshandlung, von der er sich erhoffte, dass die Sonne ein wenig schneller gen Torbogen sank. Er fühlte sich jetzt etwas hilflos, stand allein da. Es gab offenbar niemanden, der zu ihm wollte. Kazel kickte ein Steinchen, verfolgte mit den Augen wie es über die Erdoberfläche hüpfte. Dann erneutes Seufzen.
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Janay » Sonntag 5. Mai 2013, 00:38

Der jungen Frau gefiel absolut nicht, was sie hier zu sehen bekam. Das sah glatt aus wie ein Zug Soldaten, die in einen Kampf marschieren wollten. Hinzu kam auch noch das Getuschel und die Aufregung der Wesen rund um sie herum.
Doch das würde sie alles nicht berühren, hätte sie nicht ein Gesicht, einen Haarschopf unter dieser Meute ausgemacht, der, wenn es nach ihrem Herzen ging, dort definitiv nichts zu suchen hatte. Ob sie es zugeben wollen würde oder nicht, es ließ sich nicht leugnen. Sie wollte nicht wahrhaben, dass Kazel ebenfalls die Waffen ergriffen hatte und aus der Stadt gehen wollte, mit welchem Ziel auch immer.
Ohne über ihre eigenen Beweggründe nachdenken zu wollen, gab sie dem Impuls nach und würde einiges daran setzen, um zu ihm zu gelangen und ihm den Kopf wieder zurecht zu rücken. Er hatte sie verraten, gut und schön, aber das hieß noch lange nicht, dass er sich einfach davon stehlen und auf die Idee kommen könnte, nicht mehr zurück zu kehren, um sich ihre Standpauke anzuhören! Mit dieser Begründung konnte die Dunkelelfe leben, solange, bis sie sich noch ganz andere Dinge selbst würde eingestehen müssen.
Doch wie konnte sie zu ihm kommen? Die Menge war dicht und so, wie es aussah, bekam sie auch keine Hilfe von Lacrima, die sie irgendwie ignorierte und gar nicht mehr an ihrer Seite war.
Also ballte Janay die Hände zu Fäusten und wollte sich allein auf den Weg machen, sich durch die Masse durchkämpfen. Was ihr kaum gelingen konnte, denn nun setzten sich, wie auf ein geheimes Stichwort, alle Zuseher in Bewegung und strömten zu den Soldaten. Sie wurde mitgeschleift, mitgeschwemmt, wie bei einem Fluss, und erst einmal konnte sie den Mischling nicht im Auge behalten, da sie darauf achten musste, nicht zu stolpern mit ihrer Verletzung. Denn sie wollte sich nicht die Frage stellen müssen, ob irgendjemand darauf achten würde, sie nicht nieder zu trampeln.
Für die Umgebung hatte sie somit keinen Blick mehr, sodass sie weder wahrnahm, wohin sie geschoben wurde, noch, ob jemand auf einem Balkon stand und zusah oder nicht. Es dauerte schier ewig, eine Zeit, in welcher sie immer stärkere Angst verspürte, je länger sie währte, bis die Masse endlich wieder zum Stillstand kam.
Mit stark klopfendem Herzen und zittrigen Knien vernahm sie eine laute, kräftige Stimme und schnappte ein paar Wortfetzen auf, ohne sie richtig begreifen zu können. Dazu musste sie erst einmal ihrer selbst wieder Herr werden. Damit einher ging die Frage, wie sie es nur geschafft hatte, auf den Beinen zu bleiben und trotz ihres Humpelns kein einziges Mal zu Boden gegangen zu sein.
Unbewusst glitt ihr Blick zur Seite und ein leises, erleichtertes Seufzen entkam ihr, als sie erkannte, dass sie einen helfenden Geist gehabt hatte. Talimée... Die Dienerin hatte sie nicht verloren und hielt sie behutsam, aber bestimmt am Arm fest, sodass sie nicht getrennt werden konnten.
Lautlos murmelte sie ihr einen Dank zu und richtete danach, mit neuem Mut, ihren Blick wieder auf die Truppe, um Kazel zu suchen. "Ich muss zu ihm...", murmelte sie dabei instinktiv und hörte neben sich die vertraute Stimme der Waldelfe.
Für einen Moment presste sie die Lippen aufeinander und deutete ein Nicken an. "Nicht vielleicht, es muss einfach... Er kann nicht gehen! Ich... ich bin noch nicht fertig mit ihm!" Sie versuchte, ihrem Tonfall einen entschlossenen, unheilschwangeren Klang zu geben, damit es nicht falsch verstanden werden konnte. Hoffte sie zumindest... Denn umso stärker redete sie sich nun ein, dass sie den Mischling deswegen sprechen und von seiner Tat abhalten wollte, um ihm persönlich den Hals umzudrehen.
Bei den mahnenden Worten, die darauf folgten, winkte die junge Frau ab. "Er wird nicht kämpfen, dafür werde ich sorgen.", grollte sie mit einem leisen Krächzen, da sich ein Kloß in ihrer Kehle zu bilden drohte.
Sie merkte, dass der Auszug kurz bevor stand, und sie wollte die Zeit aufhalten, bis sie zu ihm gelangen konnte. Allerdings begann sich die dichte Menge auf einmal und allmählich aufzulösen, in kleinere Gruppen zu unterteilen. Angst drohte in ihr hochzusteigen, weil sie es nicht verstand und nicht sofort erkennen konnte, was es zu bedeuten hatte, dass es ihr die erhoffte Möglichkeit verschaffte.
"Da ist er!", stieß sie leicht atemlos aus, als sie Kazel endlich sehen konnte, wie dieser an seiner Rüstung herum zupfte, und setzte sich sofort in Bewegung. Talimée half ihr und reagierte erstaunlich rasch, sodass die Dunkelelfe voran humpeln und sich schließlich vor dem Mischling aufbauen konnte.
Einen Atemzug lang sah sie ihm lediglich in die Augen, schweigend und irgendwie auch vorwurfsvoll. Dann befreite sie sich von dem stützenden Griff der Dienerin und stemmte die Hände in ihre Seiten.
"Was glaubst du eigentlich, was das hier wird? Was du hier tust?!", war das Erste, was sie ihm entgegen schleuderte, anstatt eines Grußes oder eines Wortes der Versöhnung. "Was soll dieses Theater? Du willst nicht ernsthaft da hinaus gehen! In diesem Aufzug!"
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Re: Die Sippe der Rot-Mähnen

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 12. Mai 2013, 01:41

Sein Blick glitt zum Torbogen des Stadtzugang. Die Sonne neigte sich in dessen Richtung. All zu lange würde es nicht mehr dauern, bis er unter Vflex' Befehl aus Lenonia auszog, um sich für all die Tode an den Menschen zu rächen oder nach letzten Überlebenden zu suchen. Kazel atmete tief durch. Erneut zupfte er am Kettenhemd-Anteil seiner Rüstung herum. Nachdem er nun so lange nur den feinen Robenstoff aus dem Lager der Dunkelelfenarmee getragen hatte, wog die Rüstung nach wie vor schwer auf seinem Körper. Er straffte die Schultern. Seine Ungeduld wuchs, aber auch nur, weil er nichts mit sich anzufangen wusste. Er stand etwas orientierungs- wie tatenlos in der Gegend herum. Er wartete darauf, dass es losging, denn niemand war da, ihn zu verabschieden. Vielleicht war das auch ganz gut so. Dann würde sich niemand um ihn Sorgen machen müssen. Er selbst dachte an jene, die seine Gruppe in den letzten Tagen und Wochen geworden waren. Er dachte an Xenia, an Sintus, Annabelle, Juduka, Talimée ... und natürlich auch an Janay. Besonders an Janay. Dass sie nicht noch einmal zu ihm kam, schmerzte ihn innerlich, auch wenn er es sich keine Sekunde lang bewusst machen wollte. Er wollte nicht wirklich an sie denken und doch schweiften die Erinnerungen zurück zu ihr.
Dass sich Janay derzeit mit verbissener Entschlossenheit näherte, bekam er gar nicht mit. Sein Blick galt einem Teil der Rüstung und gerade fragte er sich, ob er die beste Wahl getroffen hatte. Die Dunkelelfen kämpften mit mörderischen Waffen. Er fragte sich, ob er draußen den Tod finden würde. Dann bemerkte er diesen vorwurfsvollen Blick aus vertrauten Augen, die wie ein Geist vor ihm auftauchten. Im ersten Moment blinzelte der Mischling nur und starrte Janay regungslos an. Trotz ihrer Miene schob sich ein Lächeln auf seine Lippen, kräuselte sich um die Mundwinkel, um aufrichtige Freude zu hinterlassen. "Du kommst, um dich zu verabschieden." Er freute sich wirklich, dass sie da war ... dass sie auch an ihn dachte. Es wärmte sein Herz und würde ihm draußen neuen Mut geben, wenn die Lage aussichtslos schien.
Umso seltsamer empfand Kazel ihre Worte, die ihn wie ein Bollwerk trafen. Erneut blinzelte er. Dann jedoch kam die sachliche Antwort. Was hätte er ihr auch sonst sagen sollen? "Ich halte meinen Teil der Vereinbarung ein. Die Leoniden schützen euch und Xenia und ich werden im Gegenzug ihre Armeen stärken, die unsere Flüchtigen retten wollen." Sie würden Menschen retten - Pelgarer. Keinen der seinen. Elfen nur, wenn sich im Eldoras welche fanden, die Schutz bedurften, aber sicherlich keine dersertierten Dunkelelfen. Diese würden die Großkatzen niedermähen, sofern es überhaupt welche seines Volkes gab, die es wagten, auszusteigen. "Ich werde hinausgehen - unter Vflex' Kommando und in diesem Aufzug, Janay. Ich werde mich gegen all jene stellen, die Celcia zu vernichten drohen. Ich gehöre der Bruderschaft des Lichts an und diese haben sich mit Lenonia verbündet. Ich bin ein Teil von allem, darf kann und werde nicht zurückschrecken. Und außerdem will ich dich hier sicher wissen." Seine Stimme klang ruhig, als wäre er mit sich und dieser Entscheidung im Reinen. Es entsprach der Wahrheit. Kazel fühlte sich gut bei dem Gedanken, sich etwas zu für eine gute Sache zu stellen. Er wollte nicht an Niederlage denken, sondern nur an jene, die er schützen wollte.
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