Willkommen im Rudel

Das Wohnviertel besteht hauptsächlich aus großen Gebäuden aus Holz und Steinen. Die Leoniden leben in Rudeln, deswegen so große Gebäude. Meist sind sie verziert mit den Häuten ihrer Beute und dem Zeichen des Rudels, welches in dem Gebäude haust.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Freitag 27. April 2012, 18:00

Die Zeiten in welche das Kind geboren werden sollte waren wirklich nicht gerade leicht. Eine bisher noch nie dagewesene Invasion tobte, es fehlte an jeder Ecke und Kante am Nötigsten, Nahrungsmittel, Häuser, Kleidung, Sicherheit. Doch neben den globalen Bedingungen kamen auch noch ein paar erschwerende soziale Faktoren hinzu. Janay und Kazel waren sich noch nicht wirklich im klaren was für eine Beziehung sie führten – oder eben nicht. Würde Janay die Gruppe doch noch verlassen, alleine auf sich gestellt durch die kriegsverwüsteten Ländereien ziehen und das Kind ohne seinen Vater aufziehen? Oder würden sie gar eine Zwecksehe schmieden, emotional kalt ihnen gegenüber, aber zum vermeintlichen Wohle des Kindes? Oder aber würde der Funke der Liebe nochmals ausreichen um ein neues Feuer zwischen den beiden zu entfachen? Noch schien es keinen eindeutigen Weg zu geben, noch befand sich alles in einer labilen Phase, vieles war möglich, alles war möglich. Für die Leoniden schien es einerlei zu sein wer sie da vor sich hatten, ob Elfen oder Menschen. Sie waren beide „anders“ sie gehörten beide nicht zu ihrem Stamm und dennoch waren sie im Rudel willkommen geheissen aufgrund der besonderen Umstände. Ein deutliches Zeichen also von Empathie und sozialer Denkweise, so manch ein Forscher hätte vermutlich ein Vermögen dafür gegeben um solch eine Gelegenheit zu erhalten, waren die Leoniden schliesslich gemeinhin sehr wenig erforscht.

Beide machten sich so ihre Gedanken, mal etwas ernstere, mal etwas oberflächlichere, so wie Janay es sich heimlich zum Ziel gesetzt hatte Kazel doch noch in die Keuschheitshose zu stopfen. Kazel hingegen machte sich nicht nur sorgen bezüglich seiner eigenen Situation, sondern dachte auch über jene seiner Gefährten nach. Da war Sintus, der so schwer verletzt war, dass er nicht aufwachte. Xenia die nun nicht nur einen Kampfunfähigen Kameraden hatte sondern auch noch ihren anderen Krieger an die Schwangerschaft verliert. Xenia war sich dessen bewusst, sie würde keinen werdenden Vater in riskante Missionen involvieren. Kazel hatte zu viel zu verlieren. Xenia inzwischen relativ wenig, ihre glorreiche Gruppierung war in alle Himmelsrichtungen zerschlagen worden, die Berichte der Löwinnen über die toten Menschen im Wald deuteten darauf hin dass es ein Teil der Flüchtlinge nicht geschafft hatte, ob Echzechiel unter den Leichen gewesen war? Ihre Heimatstadt war gestürzt und feindlich übernommen worden, für eine Truppenzusammenrottung fehlten ihnen die Mittel und die Möglichkeiten. Ihre Mission war gescheitert. Das war die nüchterne Tatsache. Die Wahrheit. Xenia hatte sich bereits einen neuen Plan zurechtgelegt. So war sie nun mal. Sie dachte immer mehrspurig. Doch auch sie war nur ein Mensch, auch ihr steckten die Strapazen der Flucht in den Knochen. Auch sie war bekümmert um Sintus Lage. Ein toter Kamerad war, so grauenhaft es auch klingen mochte, manchmal einfacher zu ertragen als ein schwer verwundeter. Der Tod war endgültig, da entstanden keine Zweifel, bei Verletzten wie Sintus jedoch wurde man als Gefährte mit sorgevollen Fragen gequält, erholt er sich wieder? Wird er physische und psychische Schäden davontragen? Wird er ein Anderer sein als zuvor? Wird er noch Kämpfen können? Wird er überhaupt je wieder aufwachen? Fragen die im Raum standen. Unbeantwortete Fragen.

Auch Janay wurde gerade mit vielen Fragen konfrontiert und offenbar auch durch Kazels wuchtigen Ausbruch überfordert. Sie ertrug seine Worte kaum noch, hielt sich die Ohren zu, schrie er möge damit aufhören. Die Löwinnen begannen bedrohlich zu Knurren, sie reagierten äusserst empfindlich auf Stimmungsschwankungen. Sie legten ihre Ohren zurück, musterten Kazel skeptisch mit ihren gelben Augen. Nicht alle von ihnen verstanden celcianisch, waren doch viele von ihnen hier in der Stadt aufgewachsen und hatten auch nie was anderes als ihresgleichen gesehen…. Und wenn sie nun auch noch in ihrer dunklen Sprache zu streiten begannen, so wurden die beiden von niemandem im Raum mehr verstanden, höchstens vielleicht von Juduka, wenn sie wach gewesen wäre, doch auch diese schien in einem sehr tiefen Schlaf gefangen zu sein.

Jene Leonidin welche die Gruppe als erstes entdeckt hatte trat nun auf Kazel zu. Sie hatte noch nicht mal ihren Namen verraten, dafür war einfach zu wenig Zeit gewesen im Eifer des Gefechts. Sie legte ihre prankenähnliche Hand auf Kazels Schulter, liess ihn leicht ihre Krallen spüren. „Es reicht, Männchen. Dein Blut ist zu sehr in Wallung und sie noch zu wenig weit in ihrer Trächtigkeit als dass sich ihr Körper schon hätte daran gewöhnen können.“

Die Löwinnen sahen Kazel argwöhnisch an, entspannten sich aber wieder etwas. „Genau aus diesem Grund sollten die Männchen nicht hier sein, sie verstehen es einfach nicht….“ Begannen sie untereinander zu tuscheln. Dass kazel überhaupt noch hier stand war ja tatsächlich eine sehr grosse Ausnahme, befand er sich schliesslich mitten in der Frauenhöhle.
„Es wird Zeit, dass ihr euch verabschiedet.“ Meinte die Löwin direkt.

„Vor der Höhle wartet Kelso, die Kralle auf dich Kazel, er wird dir die Gepflogenheiten des Rudels zeigen und dich einweisen. Ich werde mich um die Weibchen kümmern und euch herumführen sobald Xenia und Annabelle aus der Höhle des Gebets zurückkommen. Ihr solltet klären was ihr noch zu klären habt, denn ihr werdet nicht mehr so viel Kontakt miteinander haben sobald ihr im Rudel offiziell aufgenommen seid.“

Privatsphäre schien hier unter den Leoniden nicht grossgeschrieben zu sein, denn obwohl die Leonidin gerade darauf hingewiesen hatte dass sie doch ihren persönlichen Zwist noch klären sollten, blieb sie und auch ihre Artgenossinen wo sie waren und hörten aufmerksam zu. Sie gehörten nun provisorisch zum Rudel und damit war jeder Streit den sie untereinander hatten auch eine Angelegenheit des Rudels. Ein Umstand an den sie sich wohl noch gewöhnen mussten.
Die Löwinnen tuschelten angeregt in ihrer Sprache. Zum Glück konnten die beiden sie nicht verstehen, denn die Weibchen wunderten sich ziemlich über das Verhalten der Beiden. Kein Wunder, ihr Alltag war davon geprägt Jäger zu sein, wer Schwäche zeigte wurde zur Beute eines anderen Raubtieres, so war es nun mal. Dies war ihre Realität. Der Stärkere obsiegt über den Schwächeren. Punkt. Weinende Leonidinnen oder Leoniden würde man in der Stadt vermutlich vergebens suchen. Mitgefühl herrschte durchaus unter dem Rudel, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Um das Fortbestehen eines Rudels zu sichern war man schliesslich auf konsequente Regeln und deren rigorosen Durchsetzung angewiesen.
„Sobald ihr euch verabschiedet habt, werden wir dich zum Bad begleiten Janay, es ist wichtig dass du deinen Körper von dem Mädchengeruch befreist damit du jenen einer Mutter annehmen kannst.“
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 30. April 2012, 07:42

Wie konnte sie nur annehmen, er ließ sie jetzt einfach wieder von dem Ort abziehen, an dem die Gruppe vorerst sicher war? Wie konnte Janay glauben, er würde sie in ihrem Zustand gehen lassen?! Dunkelelfen, ganze Armeen von ihnen, streiften durch die Lande. Sie plünderten, sie belagerten, eroberten, jagten und mordeten. Sie machten auch keinen Halt vor Ihresgleichen und Janay würde unter ihnen ebenfalls auffallen. Auch sie besaß nicht die typische Hautfarbe, die man von Dunkelelfen gewohnt war. Sie war ebenso Außenseiterin wie Kazel - etwas, das die beiden eigentlich zusammenschweißen sollte. Stattdessen gerieten sie ob ihrer Lage nur noch heftiger in Streit. Kazel war aufgewühlt und hätte Janay vorher besser zugehört, wüsste sie auch, dass seine groben Worte nicht boshaft gemeint waren, sondern dass er sich sorgte. Bitter sorgte, denn wenn schon ein Kerl wie Sintus aufgrund seiner Verletzungen nicht mehr aufwachen wollte, wie könnte es dann Janay und dem ungeborenen Kind ergehen? Das wollte sich der Mischling nicht einmal ausmalen, also beharrte er darauf, dass sie hier blieb. Hier, unter Raubkatzen, die so seltsam nett zu ihnen waren und an einem Ort zu leben schienen, der - vorerst - vor den dunklen Völkern sicher schien.
Erst der Leonidin, der sie als erstes im Wald begegnet waren, gelang es durch eine einfache Geste, Kazels aufpeitschte Gewässer seiner Seele wieder etwas zu beruhigen und die Wogen zu glätten. Er schloss für gut zwei Sekunden die Augen, atmete tief durch, um sich erneut zu sammeln. Dann blickte er sich in der Höhle um, in der man ihn augenblicklich nur duldete, weil die Situation es noch erforderte. Er hörte das leise Knurren einiger Löwinnen. Es klang warnend. Er durfte Janay jetzt nicht unnötig aufregen und doch hatte er es so weit getrieben, dass sie bereits vor ihm zurückgewichen war und kläglich bat, aufzuhören. Dieses Bild drückte auf Kazels Gewissen und augenblicklich entspannte sich seine Haltung als Zeichen, dass er sich wieder unter Kontrolle hatte.
Vermutlich war dieser Ausbruch ein Grund dafür, dass man ihnen nun mitteilte, dass Kazel die Höhle der Weibchen nun gleich würde verlassen müssen. Er gehörte nicht hierher, dies war ein Gebiet, das von Frauen beherrscht wurde. Er fragte sich urplötzlich, ob es auch Männer gab, die diese Experimente hatten durchstehen müssen und ob sie großen Raubkatzen mit Mähnen glichen. Seine Frage wurde unbeabsichtigt beantwortet, als die Leonidin an seiner Seite ihn auf einen Gefährten namens Kelso die Kralle hinwies, der bereits auf ihn wartete. Kazel nickte. Er blickte Janay noch einmal an, ruhig dieses Mal, bewegte dabei die Hände, dass sich die Adlerkrallen zeigten und wieder verschwanden. "Ein Untoter in den Reihen der dunklen Armee verändert Lebewesen. Er verpasst ihnen tierische Merkmale, um sie zu angeblich zu verbessern. Ich bin eines dieser Experimente, Janay. Er war es, der mir die Seele genommen hat. Er hat mich verändert, es aber nicht vollendet wie bei diesen Katzenmenschen hier." Sein Blick trübte sich. Alte Emotionen kamen hoch, aber Kazel versuchte, sie so gut es ging, zu verdrängen. Trotzdem drückten sie zusätzlich auf seine Stimmung. Er zeigte in die Runde. "Ich bin nicht vollendet, wie sie. Ich gehöre weder zu ihnen, noch zu den Dunkel- oder Waldelfen." Dieses Schicksal wird sich wohl nie ändern. "Ich ... hab nur die Bruderschaft. Und ich hatte dich, für eine Weile." Betreten senkte er den Blick, wandte sich Janay halb ab und der Leonidin ohne Namen zu. Er seufzte. "Du kannst mich jetzt aus der Höhle bringen. Ich habe nichts mehr zu sagen."
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Montag 30. April 2012, 15:33

Über die derzeitige Situation, die in großen Teilen Celcias tobte, machte sich die junge Frau am wenigsten Gedanken. Ihr Leben war so oder so ein ständiger Kampf gewesen, nie sonderlich sicher und immer nur eine Lösung auf Zeit, bis sie wieder vertrieben worden war und sich an einem anderen Ort angesiedelt hatte. Von daher machte es ihr wenig Angst, dass die Dunkelelfen in der Nähe waren. Natürlich, sie wollte diesen nicht unbedingt begegnen, aber es erschreckte sie bei weitem nicht so sehr wie Kazel, vor dem sie sich gerade viel stärker fürchtete.
Sein Ausbruch war zu viel für ihre Nerven, die ohnehin schon mehr als angespannt waren, trotz der leichten Beruhigung in den letzten Minuten. Da war es somit alles andere als gut, dass er sich nun nicht mehr im Griff hatte, wenngleich es für sie verständlich gewesen wäre, hätte sie tatsächlich zugehört, was mit Sintus los war.
Was sie hingegen für eine Beziehung zu dem Mischling hatte oder aufbauen könnte, wenn sie überhaupt gewollt hätte, darüber war sie sich definitiv nicht klar. Einerseits wollte sie längst nicht mehr in seiner Nähe sein, auch nicht, seit sie wusste, was für ein Ergebnis ihr kleines Schäferstündchen hatte. Aber andererseits war da eine gewisse Anziehung zwischen ihnen, die Janay nicht vollkommen los ließ. Sie passten teilweise ideal zueinander, als wären sie füreinander geschaffen oder harmonierten derart gut miteinander, weil sie beide keine reinrassigen Dunkelelfen waren, was schließlich schon mehrmals dazu geführt hatte, dass sie sich ihm mehr geöffnet hatte, als sie es je bewusst gewollt hätte.
Doch im Moment war das alles null und nichtig, sie fürchtete sich schlichtweg vor diesem Wesen, aus dessen Händen Krallen schießen konnten und das sie gerade ordentlich zusammen stauchte. So sehr sogar, dass sie nicht mehr anders konnte, als sich die Ohren zu zuhalten und zu schreien, damit er endlich damit aufhörte.
Was für Auswirkungen das auf ihre unmittelbare Umgebung hatte, konnte sie weder voraus sehen, noch kümmerte es sie ernsthaft. Sie war viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, mit ihrer Angst und dem Tonfall von Kazel, den sie kaum ertrug. Ihr Herz und Magen verkrampften sich regelrecht, etwas, das sie schon lange nicht mehr erlebt hatte.
Es war ein sicheres Zeichen ihrer Anspannung, die sich teilweise körperlich bei ihr bemerkbar machten. Allerdings nur dann, wenn es jemanden betraf, der ihr durchaus etwas bedeutete. Denn bisher kannte sie das nur von Erlebnissen mit Arina, wenn diese mit ihr lauter und schärfer geschimpft hatte, aus welchen Gründen auch immer. Sobald hingegen ähnliches von ihrer Mutter gekommen war, hatte es die junge Frau selten ernsthaft interessiert, geschweige denn mitgenommen. So war es zusätzlich für Janays Nerven strapazierend, dass diese Symptome zu der Schreierei des Mischlings hinzu kamen.
Erst, als diese endlich abbrach, konnte sie sich ein bisschen fassen. Ihre Lider hoben sich, zeigten, dass Tränen in ihre Augen gestiegen waren, während ihre Lippen minimal zitterten. Langsam sanken ihre Hände herab, wanderte ihr Blick von Kazels Gesicht zu der Leonidin, die ihr bekannt vorkam.
Was machte sie hinter ihm? Wie hatte sie ihn dazu gebracht, still zu sein, wenigstens für wenige Momente? Sie hatte die Worte nicht gehört, merkte nur, dass die Tatze angespannt wirkte und dunkle, spitz wirkende Striche heraus ragten, in Richtung der Schulter darunter.
Dafür registrierte sie hinter sich ein Getuschel und Gezischel, aus dem sie einzelne Worte heraus filtern konnte. Teile, die sie nicht so recht in einen Zusammenhang bringen konnte. Im Gegensatz zu der lauten Bemerkung jenes Wesens hinter Kazel.
Ein bisschen schwer schluckte sie schon dabei, da ihr nicht vollkommen wohl bei dem Gedanken war, dass er jetzt gehen könnte. Während auf der anderen Seite es natürlich für ihre Nerven besser wäre und sie neben der stillen Juduka auch noch Talimée hätte, die bei ihr bleiben würde. Somit wäre es sicherlich schonender für sie, wenn er sie in Ruhe ließe... Nur war ihr diese Umgebung noch immer nicht geheuer.
Vor allem, als auch der Hinweis erklang, dass sie sich in naher Zukunft nicht mehr so oft sehen würden. Ein Zwiespalt für Janay, die nicht wusste, was sie eigentlich denken, ob sie sich darüber freuen oder grämen sollte. Es kam ihr auf einmal so vor, als wäre sie einsam, verlassen, würde er nicht mehr in ihrer Reichweite sein. Ein Umstand, den sie im Prinzip wollte, hatte sie schließlich vor, bald von hier zu verschwinden und ihren Weg alleine zu bestreiten. Sie war eindeutig durcheinander und mit der Situation grundsätzlich überfordert.
Als sie kurz darauf angesprochen wurde, schluckte sie erneut, nickte jedoch zaghaft. Zwar verstand sie die Sache mit dem Geruch nicht ganz, dazu war ihre eigene Nase viel zu unempfindlich, aber ein Bad zu nehmen hörte sich immer gut an. Trotzdem wanderten ihre Augen von dem Katzenwesen zurück zu Kazel, noch bevor sie auf die Idee kam, auch zu Talimée zu blicken, ob diese sich hoffentlich noch in der Nähe aufhielt, in ihrer Reichweite und nicht auch zu gehen hätte.
Zumindest hatte sich Kazel wieder besser im Griff, als er ihr ihre Frage noch einmal und diesmal deutlicher beantwortete. Sie zuckte minimal zusammen, als er erneut diese Krallen zeigte, und brauchte ein paar Sekunden, ehe sie ihm in die Augen sehen konnte.
"Bei Manthala...", stieß sie keuchend hervor und verspürte einen kleinen Teil in sich, der ihn am liebsten zum Trost in den Arm genommen hätte. Doch jener Bereich ihres Inneren, der noch Angst oder Abneigung gegen ihn hegte, sorgte dafür, dass sie beinahe noch mehr vor ihm zurück gewichen wäre. Was fatal gewesen wäre, immerhin war sie schon am Rand der Liegestatt, drohte mit jedem weiteren Millimeter herunter zu plumpsen.
Als er dann wehmütiger klang, war sie schon versucht, ihn tatsächlich ein wenig zu trösten, indem sie erwähnte, dass die Rasse nicht unbedingt ausschlaggebend für die Zugehörigkeit sein sollte. Das hatte sie gelernt und sich immer wieder daran gestoßen, dass diese Meinung derart selten vertreten wurde bei jenen Personen, die angeblich kulturell so hoch standen wie die Dunkelelfen oder die Menschen.
Allerdings hatte sie gerade erst Luft holen wollen, als er schon fortfuhr und dafür sorgte, dass ihre Enttäuschung wieder angesprochen wurde. Ihr Gesicht verfinsterte sich, die Tränen waren zum Glück wieder verschwunden. Als er sich weg drehte und gehen wollte, konnte sie sich nicht mehr zurück halten.
"Du hättest dich nicht entscheiden müssen... jedoch hast du den Verrat vorgezogen.", gab sie leise zurück und machte sich nun keine Mühe, ihre Bitterkeit darüber zu verbergen.
Er war ja schuld daran, auch wenn sie ihn im Prinzip eigentlich benutzt hatte, da sie die Beine deswegen für ihn geöffnet hatte, damit der Mund über ihre Herkunft halten würde. Gut, ein wenig Spaß hatte es ihr schon gemacht und war nicht vollkommen gezwungen gewesen, aber trotzdem hatte es seinen Zweck überhaupt nicht erfüllt. Auch da schon hatte er quasi für sie mitentschieden, wie ihr in diesem Moment bewusst wurde, da sie inzwischen einen Vergleich ziehen konnte.
Doch jetzt wollte ausnahmsweise sie einmal die Entscheidung in die Hand nehmen, drehte sich von ihm weg und wollte sich von der Decke befreien, um aufzustehen und ihrerseits als erste zu gehen. Ein Problem stellte lediglich dar, dass sie sich zuvor viel zu stark bewegt hatte und das Material sich regelrecht um ihre Beine gewickelt hatte, als wäre sie damit einbandagiert. Sodass sie noch gar nicht vor die Schwierigkeit gestellt war, wie sie mit ihrer Verletzung ohne Hilfe würde gehen wollen.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Dienstag 8. Mai 2012, 22:21

Die Leonidin nickte Kazel zu als dieser sich von Janay abwandte. Letztere schien noch immer sehr aufgebracht zu sein und startete sogar den Versuch aufzustehen der aufgrund ihrer Bandagen kläglich scheiterte. Sie schüttelte nur den Kopf. „Du solltest ruhen Heissblut!“ Bisher hatten die Leonidinnen gedacht dass sie wohl eher mit dem Männchen ihre Mühe haben würden, doch Janay legte im Moment ein ziemliches Temperament an den Tag, nicht dass die Löwinnen dieses unsympathisch fanden denn auch sie besassen ein wildes Blut, aber es war im Moment nicht angemessen und nicht gesund für die trächtige Frau. Sie schüttelte den Kopf und nickte ihren Artgenossinnen zu, nach dem Abgang von Bashiba schien sie im Moment das Ranghöchste Weibchen im Raum zu sein. „Ruh dich aus, damit du dann genug Kraft hast für das Bad… es wird deine Gedanken reinigen wie dein Körper…“

Währenddessen hatten sich einige der Weibchen zu Talimée gesellt und fragten sie über ihre Herkunft aus, Katzen waren ja bekanntlich sehr neugierige Wesen. Die Weibchen gingen herzlich mit ihr um. Erklärten ihr warum Juduka schlief und dass auch sie zu einem Bad eingeladen war sobald Janay damit fertig war. Ob die Frauen nur eine Badewanne für alle beherbergten? Wohl kaum, aber aus irgendeinem Grund schiene s nicht möglich zu sein dass die beiden gleichzeitig badeten. Die Krieger-Löwin wandte sich ab als Janay einen erneuten Versuch unternahm um sich aus dem Bett zu hieven. Sie trat auf Kazel zu, legte ihm wieder ihre Pranke auf die Schultern. „Es ist wahrlich an der Zeit. Man sollte Kelso die Kralle nicht zu lange warten lassen denn er ist ein Mann von Ehre und hohem Stand. Es ist ein Privileg dass er sich eurer annimmt…“ Sie setzte sich mit ihm in Bewegung und begleitete ihn aus der Höhle, nicht ohne in einer Sache nachzuhaken. „Ihr erwähnt immer wieder dieses Experiment… welches ihr von uns als Vollendet betrachtet… das verstehen wir nicht. Ihr tragt fremdes Fleisch an eurem Körper, dies kann ich riechen… was hat es damit aufsich und welche Rolle spielen wir dabei?“
Sie hatten nicht verstanden was Kazel Janay gesagt hatte da diese Lerium gesprochen hatten. Ihre gelben Augen musterten ihn Aufmerksam während sie sich dem Höhlenausgang näherten.

Währenddessen waren die verbliebenen Weibchen an Janay herangetreten. Eine von ihnen hatte sie vorsichtig wieder zurück auf ihr Bett gedrückt. „Ruuhig Schwester, du brauchst nicht zu hetzen. Du und dein Ungeborenes sind hier in Sicherheit, die Königin hat dich schliesslich persönlich hier willkommen geheissen, du brauchst also nichts zu fürchten, denn das Wort der Königin ist Gesetz hier in diesen Höhlen.“

Sie war eine Leonidin die fast komplett die Merkmale der Löwinnen besass, ausser der Tatsache dass sie Aufrecht ging. Ihr Fell war gelblich braun und glänzend. Sie war sehr schlank und schmächtig und stellte sich mit dem Namen Lacrima vor. „Du solltest die Zeit der Ruhe noch nutzen, denn bald kommen die Kinder zum Baden nach Hause… dann wird es hier sehr Lebhaft werden…“ Sie lächelte. „Ach die wilden Kleinen…“ Schnurrte sie verträumt. Es war sehr schwer ihr Alter zu schätzen da man es ihr schlichtweg nicht ansehen konnte. Leonidinnen bildeten schliesslich keine Falten. Höchstens ihr Fell konnte Auffälligkeiten zeigen und ihre Postur sich verändern, aber davon war bei Lacrima keine Spur zu sehen, vermutlich gehörte sie zum Erwachsenen Mittelfeld der Gesellschaft.

Sie lächelte Freundlich, und dennoch bleckte sie dabei Unbewusst ihre tödlichen Zähne. Dass man sich in einer solchen Gesellschaft nicht auf Anhieb entspannen konnte war durchaus verständlich. „Die weisse Löwin hat uns bereits berichtet dass ihr verfolgt worden seid vom Stamm der Dunkelhäutigen… doch riech ich ihr Blut auch in deinem und in jenem deines Gefährten. Welchen Groll hegt eure Sippe gegen euch? Warum Jagen sie euch mit diesem Eifer?“ Aus der eigenen Sippe ausgeschlossen zu werden bedeutete in Leonia der sichere Tod. Sie legte ihren Kopf leicht zur Seite und schnurrte beruhigend, die Weibchen gaben sich mühe um mit ihren neuen Rudelmitgliedern in den Kontakt zu treten.
Im Bett neben Janay regte sich gerade Juduka. Sie drehte sich von einer Seite auf die andere, ächzte. Sie sah sehr abgeschlagen und angestrengt aus, Schweiss hatte sich auf ihrer blassen Stirn gebildet. Doch Nachtelfen sahen ohnehin immer irgendwie kränklich aus, wenn man ihren Anblick nicht gewohnt war. Sie öffnete die Augen. Sah Janay kurz an. Bewegte ihre spröden Lippen. Doch kein Wort drang aus ihrer Kehle. Sie schüttelte nur leicht den Kopf und schloss ihre Augen wieder. Eine Frau war zur Stelle und legte ihr eine kühlende Kompresse auf die Stirn.
Lacrima blickte ebenfalls kurz zu Juduka, dann wieder zu Janay. „Du und deine Freunde, ihr gehört nun zum Rudel…d arum ist es wichtig dass du mit uns sprichst. Denn deine Sorgen sind jetzt auch unsere Sorgen. Dein Männchen… dieser Kazel…behandelt dich doch gut, oder?“ Die restlichen Weibchen stellten horchend ihre Ohren auf. Gelbe Augenpaare waren auf Janay gerichtet.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 12. Mai 2012, 11:26

Kazel hatte keineswegs vorgehabt, Janay so grob anzufahren, schon gar nicht, sie zu erschrecken. Er hatte die Kontrolle verloren, aus Sorge um sie und das gemeinsame Kind, das in ihrem Leib heran wuchs. Er fühlte sich verantwortlich, immerhin war er der Vater! Und er war es gern, das hatte sie doch bereits mitbekommen. Seine Freude wurde jetzt nur durch die Sorge getrübt, sie würde sich allein aus Lenonia heraus wagen und die Gruppe verlassen wollen. Ihn verlassen wollen. Das fürchtete er. Er wollte sie doch beschützen, das Wunder der Geburt mit ihr erleben und natürlich das Kleine aufziehen. Es war die Aussicht auf eine Familie, die Kazel sich so sehr gewünscht hatte. Jetzt, wo es wahr werden könnte, durfte er nicht zulassen, dass Janay einfach verschwand oder schlimmer noch: in die Hände der Dunkelelfen kam. Diese würden sie foltern, töten, was auch immer. Wenn sie nicht schon vorher auf dem unsicheren Schlachtfeld starb, das sich außerhalb dieser geheimen Stadt aus Raxtians Experimenten befand. Nein, das wollte er nicht zulassen und deshalb der ungehaltene Ausbruch mit Adlerkrallen, die aus seinen Fäusten geschossen waren.
Jetzt beruhigte er sich endlich wieder, was keiner anderen als der Leonidin zu verdanken war, die ihrerseits mit Krallenspitzen auf ihn einwirkte. Da er Janay nichts mehr zu sagen hatte, wollte er die Höhle nun verlassen. Er konnte nur hoffen, dass sie sich in der Obhut dieser Großkatzen geborgen und sicher genug fühlte, um hier zu bleiben. So kreisten seine Gedanken um diesen einen Strohhalm, an den er sich genau so fest klammerte wie an jenen zweiten, der Angst um Sintus' Schicksal hatte. Er war davor, alles zu verlieren, was ihn stark berührte und seine Welt wieder einmal in ein Gefühlschaos verwandelte, welches er Jahre lang zu unterdrücken versucht hatte. Wenn Janay ihn einfach hier zurück ließ, das Kind allein gebar und aufzog ... wenn Sintus starb ... wenn Xenia irgendetwas geschah ... er fühlte sich einsamer als je zuvor und ohne diese Gefährten, die er lieb und teuer gewonnen hatte, besäße er wieder einmal keine Spur von Zugehörigkeitsgefühl. Dann wäre er wieder so allein, wie er sich fühlte. Dann stünde er nach wie vor zwischen zwei oder mehr Stühlen. Kein Waldelf, kein Dunkelelfen, nicht einmal mehr das, denn dieser Webgereiter der Toten hatte ihn in ein hässliches Monstrum verwandelt.
Janays Trost hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Wie sehr hätte Kazel jetzt ihre kleine Aufmunterung gebraucht. Unglücklicherweise sagte sie nichts, was ihn aufbaute. Im Gegenteil. Ihre Worte versetzten ihm einen Stich. Betreten schaute er zu Boden, erwiderte aber nichts. Was hätte er noch sagen können? In dieser Hinsicht hatte er ihr bereits beteuert, dass es nicht seine Absicht gewesen war, sie zu verraten, sondern in den Schutz der Gruppe aufzunehmen. Dass er Sintus gegenüber eine Pflicht zu erfüllen gehabt hatte. Dass es ihm leid tat. Nichts, was er bisher versucht hatte, ihr zu erklären, war gefruchtet. Sie hielt an ihrer Meinung fest, dass es wohl ein bewusster Verrat seinerseits gewesen war und nichts konnte sich daran nun ändern. Deshalb wollte er dazu auch nichts mehr sagen, aber eines, das sollte sie noch wissen. Er wandte sich um, wagte kaum, sie anzusehen. "Ich glaube, man macht unüberlegte Dinge, wenn man ... verliebt ist." Daraufhin ließ er sich aus der Höhle führen.

Talimée war es, die ihm nachschaute. Sie hatte seine Worte verstanden, war es ihr doch in der Gefangenschaft der Dunkelelfen gelungen, Lerium zu lernen. Jetzt seufzte sie gerührt auf. Verliebheit - wie niedlich. Und beide würden ein Kind bekommen. Hoffentlich fühlte sich ihre Herrin durch die Worte nun nicht zu sehr bedrängt oder noch mehr überfordert. Sie wollte sich ihr schon nähern, als die Großkatzen sie ganz für sich einnahmen und ihr Fragen stellten. Gemäß ihrem Kodex begann die freundliche Elfe, alle wahrheitsgemäß zu beantworten.
"Ich stamme aus Neryan, das ist - war - ein kleines Dorf im Wald Neldoreth. Er befindet sich westlich der Stillen Ebene. Jedenfalls wurden wir von Dunkelelfen und Orks überfallen und wer sich nicht in die Sklavschaft ergab, wurde getötet." Sie seufzte. Es fiel ihr nicht ganz leicht, über diese Dinge zu sprechen. "Meine Freunde und Verwandte sitzen vermutlich immer noch in Kosral fest, wenn sie nicht den Weg zu Florencia und Phaun gefunden haben. Die Herrin Janay konnte mich retten. Bitte, helft mir, damit sie eine gute Niederkunft hat. Ich werde mein Bestes geben, sie während und nach der Schwangerschaft zu unterstützen." Talimée blickte auf, schaute zu Janays Lager hinüber. "Wir sind Freundinnen, versteh ihr?"
Katzen und Elfe kamen gut ins Gespräch, tauschten Informationen aus, so dass Talimée derzeit wohl mehr wusste als Janay und Kazel zusammen.

Letzterer ließ sich nach draußen führen, die Leonidin an seiner Seite. Sie wollte ihn zu einem Mann namens Kelso bringen. Da er den Beinamen "die Kralle" trug, vermutete Kazel, dass auch er eines dieser armen Geschöpfe war, an denen sich Raxtian Tausendtod vergangen hatte. Ein ganzes Dorf voller entflohener Experimente, aber sie sahen wirklich vollständig aus. Vollkommen. Er blickte auf seine Hände hinab. Alles, was er niemals gewesen war. Nicht einmal künstlich konnte sich etwas Ganzes aus ihm schaffen lassen. Das drückte auf die Stimmung. Wie gut, dass die Leonidin ihn ablenken konnte. "Was treibt diesen Mann - Kelso - an, uns zu helfen? Was soll ich bei ihm lernen?", fragte Kazel, der dankbar für jegliche Ablenkung von seinen derzeitigen Gedanken war. Und wenn sie ihm harte Arbeiten aufgaben, konnte das nur nützlich sein. Dann schlief er wohl auch gut, ohne Träumereien. Doch zuvor kam es noch nicht dazu. Er musste sich mit gewissen Überlegungen beschäftigen, wenngleich sie für ihn auch etwas irritierend wirken mochten. Stirnrunzelnd blickte er die Großkatze an.
"Na, die Veränderungen. Eure Verwandlung in diese Katzenwesen durch die Hand dieses Bastards Raxtian Tausendtod. Oder ... hat er eure Erinnerungen irgendwie ausgelöscht ... seid ... seid ihr gar keine einstigen Menschen oder Elfen, denen er Katzenkrallen, Ohren und Fell verpasst hat?!" Kazel starrte, blieb stehen. Dass er hier unter eine ihm bislang unbekannte Rasse gelangt war, war ihm noch gar nicht in den Sinn gekommen. "Was ... seid ihr?"
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Sonntag 13. Mai 2012, 13:03

Natürlich war sie noch immer aufgebracht. Es war verdammt viel, was sie innerhalb kürzester Zeit hatte verkraften müssen. Angefangen von dem Überfall im Wald, ihre Erlebnisse in Kosral bis hin zu allem, was ihr widerfahren war, seit die Dunkelelfen sie zu der Gruppe als vermeintliche Spionin geschickt hatten. Allein schon Kazels Verhalten hatte sich in diesen unzähligen Stunden der letzten Tage mehrmals gewandelt, zuerst ein grober Eisklotz, dann der verschüchterte Junge, der übereifrige Liebhaber... und der Verräter.
Wen wunderte es da, dass sie sich nicht so einfach beruhigen konnte und auf ihre Weise versuchte, damit fertig zu werden, indem sie ihn einerseits damit konfrontierte und andererseits versuchte, ihm zu entkommen, vor ihren eigenen Gedanken wegzulaufen. Das Problem waren da die Felle, mit denen sie zugedeckt war und die sie sich längst hoffnungslos für ihren Zustand darin verstrickt hatte.
Leise schnaufte sie, als das Wesen ihr riet, lieber ruhig zu bleiben. Wie ein schmollendes Kind, das seine Süßigkeit nicht bekommen hatte, verschränkte sie die Arme vor der Brust und lehnte sich gegen die Wand am Kopfende des Bettes.
Ihre Augenbraue hob sich bei den nächsten Worten und sie sah die andere fragend an. "Wieso soll ich ruhen für das Bad? Gerade das ist doch entspannend.", erwiderte sie skeptisch, denn sie verstand es gerade tatsächlich nicht. Wenigstens half ihr diese Aufgewühltheit zeitweilig dabei, ihre Angst vor diesen Riesenkatzen zu vergessen, die ihr trotz allem auch weiterhin nicht sonderlich geheuer waren.
Von dem Gespräch von Talimée indes bekam sie nicht wirklich etwas mit. Sie war nur froh, dass sie diese mit den Augen wieder ausmachen konnte, was bedeutete, dass die Dienerin sie noch nicht allein gelassen hatte in dieser Höhle. Juduka zählte in der Hinsicht nichts, die rührte sich ja nicht.
Dafür hatte die junge Elfe selbst noch Kazel einiges zu sagen, wollte ihn irgendwie unbewusst nicht so recht gehen lassen, auch wenn es noch ein weiter Weg wäre, bis sie sich das selbst überhaupt eingestehen würde. Dass sie ihm dabei jedoch nicht sonderlich aufbaute oder Trost zusprach, lag einfach an der Verletzung, die er mit seinem Verrat ihr zugefügt hatte. Sie konnte es nicht vergessen, dazu war es noch zu frisch, und das wollte sie ihm auch deutlich machen. Allerdings... weniger deswegen, weil sie ihn damit vertreiben wollte, sondern genau das Gegenteil war ihre Absicht. Janay wollte, dass er blieb und sei es nur zum Streiten, doch dadurch wäre er zumindest in ihrer Nähe.
Noch hatte sie nicht begriffen, es zwar gehört, aber nicht verinnerlicht, dass er ihr mit seinem Verrat eigentlich hatte Schutz bieten wollen, indem er auch die anderen einweihte und auf ihre Seite zog, da die Gruppe für ihn wie eine Familie war. Was sie nicht nachvollziehen konnte, denn sie kannte es nicht. Allein bei Arina war eine gewisse ähnliche Geborgenheit gewesen und die hatte sie für ihre Freiheit aufgegeben. Für sie war es somit ganz anders gewesen, sie hatte ihre Identität verbergen wollen, weil sie schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Die sich ja auch mit Sintus' Reaktion vollauf bestätigt hatten.
Und auch, weil sie vordergründig eigentlich mit Kazel geschlafen hatte, damit er lange genug den Mund hielt. Dass er es nicht getan hatte, kratzte zusätzlich an ihrem Selbstbewusstsein, da es in ihren Augen ein Versagen ihres Könnens war.
Das alles ergab nicht gerade eine Mischung, bei der Verständnis groß geschrieben wäre. Ihr Ziel erreichte sie mit ihren Worten nicht, dafür entlockte sie ihm etwas, das sie erst recht überfordern würde, sobald sie sich darüber klar werden würde, denn es ließ ihr Herz ein bisschen schneller schlagen. Und kaum hatte er es ausgesprochen, ging er.
Das wollte und konnte Janay sich nicht bieten lassen. "Kazel! Kazel, bleib stehen! Bleib gefälligst hier, wenn ich mit dir rede!", rief sie ihm hinterher... ohne Erfolg. Er kehrte nicht wieder zurück.
"Bei Manthala, was für ein dunkelelfischer Sturkopf!", schimpfte sie und ignorierte dabei völlig, dass sie nicht sonderlich anders war. Wenigstens konnte sie in ihrer Muttersprache lediglich Talimée verstehen, die es theoretisch ignorieren würde. Zumindest machte sich die junge Elfe keine Gedanken darum.
Sie kam auch gar nicht wirklich dazu, denn zwei Pranken drückten sie behutsam zurück, bis sie sich mit dem Rücken wieder an der Wand lehnte. Leise seufzte sie und wollte abwehren, als ihre Gedanken sich allmählich in andere Richtungen zu bewegen begannen und es ihr so ermöglichten, sich ebenfalls abzulenken.
Ähnlich wie Kazel kam ihr die selbe Idee, endlich einmal etwas konkret nachzuhaken. "Wer... was... seid ihr eigentlich?", fragte sie vorsichtig, denn eine aufrecht gehende Großkatze war durchaus Respekt einflößen. "Warum... seid ihr so nett zu uns, obwohl ihr uns nicht kennt?"
'Und wir vollkommen ander aussehen.', fügte sie lediglich in ihrem Kopf hinzu, da sie nicht zu unhöflich sein wollte. Jedoch in ihrem Blick könnte man es lesen.
Bei den nächsten Worten, hob sich ihre Augenbraue wieder an, nicht wegen der Vorstellung, sondern wegen dem, was in naher Zukunft wohl passieren könnte. "Es... gibt noch mehr? Wilde Kleinen?", murmelte sie und hoffte, dass man ihr das aufsteigende Unbehagen nicht zu deutlich anmerken würde.
Aber der Gedanke daran, dass es hier bald von Katzen wimmeln würde, noch dazu anscheinend von Jungtieren, die dann weniger Zurückhaltung und Gespür für Abstand hätten und sie womöglich sogar bedrängen würden. Etwas, das ihr alles andere als geheuer war. Und noch dazu verstärkt wurde, indem die andere ihre Zähne bleckte.
Schon wurde die junge Elfe wieder etwas blasser und schluckte schwer.
Dann allerdings stieß sie seufzend die Luft aus, schüttelte den Kopf und zuckte gleichzeitig mit den Schultern. "Die Gruppe wurde verfolgt, ich... war eher aus Zufall dabei. Ansonsten habe ich mit den Dunkelelfen nichts mehr am Hut.", erwiderte sie und strich sich das Haar zurück, das ihr in die Stirn gefallen war. "Gegen mich hegen sie keinen Groll. Ich... habe nur kein Interesse an ihnen, das ist alles."
Gut, das stimmte zwar nur zum Teil, denn ihre Familie wäre sicherlich sehr daran interessiert, sie wieder einzufangen. Jedoch würde sie das, außer von Arinas Seite aus, mit dem Tod bezahlen und dazu hatte sie definitiv keine Lust. Also wollte sie lieber Abstand zu ihresgleichen halten. Noch dazu, wo sie eben keine typische Dunkelelfe war, weder in ihrem Denken, noch in ihrem Verhalten.
Ein feines, schiefes Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie noch hinzu fügte:"Ich habe mich in den letzten Jahren auch ganz gut ohne ihnen durchs Leben schlagen können." Leiser Stolz schwang dabei in ihrer Stimme mit.
Sie war ihren Weg gegangen, so steinig er zeitweise auch gewesen war, und sie lebte noch immer, war nicht verhungert oder zum Krüppel geschlagen worden. Mehr konnte und würde sie nicht verlangen... bisher. Anders würde es nun werden, sollte die kritische Zeit tatsächlich ohne Schaden an ihr und dem Würmchen in ihrem Bauch vorüber gehen.
Unbewusst, als sie daran dachte, legte sie ihre Hand auf den flachen Bauch, als könnte sie ihn und er sie schon spüren.
In ihrem Augenwinkel konnte sie eine Bewegung wahrnehmen, wodurch sich ihr Kopf wie von alleine drehte. So konnte sie sehen, dass Juduka sich gerührt hatte und nun die Lippen bewegte, aber Janay konnte nichts hören.
Leicht deutete sie mit dem Kinn in die Richtung der Nachtelfe. "Was ist mit ihr?", fragte sie verspätet, denn von dem Kampf und dem Bemühen der Magie für Sintus' Leben wusste sie ja nichts. Juduka schloss ihre Augen wieder und wurde umgehend versorgt.
Obendrein wurde die junge Elfe selbst wieder angesprochen. Die anfänglichen Worte beachtete sie zwar, blickte aber noch zu der Nachtelfe. Zumindest solange, bis es erneut um Kazel ging. Ruckartig wandte sie sich dieser Lacrima zu und schüttelte heftig den Kopf.
"Er ist nicht... mein Männchen. Zwar haben wir miteinander, jedoch nur einmal und das Ergebnis... war ein Unfall, nicht geplant, auch wenn ich mich auf das Würmchen freuen werde.", erwiderte sie und hoffte, dass die Sache damit erledigt war. Sie wollte nicht daran denken, dass es womöglich eine länger Zeit mit dem Mischling geben könnte, es war schon jetzt schwierig genug in diesen Stunden mit ihm. Wenngleich es ihr überhaupt nicht geheuer war, dass sie mit einem Mal wieder derart viel Aufmerksamkeit bekam.
Zwar schämte sie sich ihres Berufes und ihrer zahlreichen Erfahrungen mit Männern nicht, jedoch wollte sie damit auch nicht prahlen. Dazu kannte sie zu sehr die vielen Reaktionen angeblich so sittlicher Personen, sobald sie eröffnete, dass sie auch einmal nur zum Spaß ihre Beine öffnete, weswegen sie sich wieder etwas unbehaglicher fühlte.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Gestalt » Sonntag 27. Mai 2012, 22:15

"Wieso soll ich ruhen für das Bad? Gerade das ist doch entspannend." Die Leonidinnen tauschten untereinander Blicke und zuckten schliesslich mit den Schultern. Andere Rassen, andere Vorlieben. Sie unterhielten sich in ihrer Sprache, offenbar liessen sie nach jemandem Rufen denn eine von ihnen verliess die Höhle. Allgemein wendeten sie sich eher wieder ihren eigenen Angelegenheiten zu und liessen Janay in Frieden. Manche der Frauen waren noch immer dabei sich mit Talimée zu unterhalten. Man tauschte viele Informationen aus, was war geschehen, wie sah die Situation ausserhalb der Stillen Ebene aus, was wollten die Invasoren in ihrem Land und so weiter. „Gut dass die Kriegerfrau bereits angeboten hat sich mit unserem weisen König zu unterhalten, diese Neuigkeiten die ihr für uns habt sind sehr beunruhigend. Wir sind noch immer damit beschäftigt die Toten aus unseren Wäldern zu bergen. Dieses dunkle Volk bringt Unglück über das Land.“ Sie blickten zu Janay hin, ihnen war nicht entgangen dass sie ebenfalls zumindest zu einem Teil zu jener Rasse gehörte. Doch Talimée erklärte ruhig und geduldig die Umstände die dazu geführt hatten dass sie nun hier waren.

„Pelgar…nahezu vernichtet?“ Die Frauen begannen aufgeregt miteinander zu diskutieren. Allerdings wieder in ihrer eigenen Sprache. Einige schienen sehr entschlossen und kampfbereit zu argumentieren, andere wirkten eher nachdenklich, beschwichtigend. Schliesslich erhob eine der Frauen ihre Pranken. „Schwestern… unser weise König… wird das richtige tun…“ Da waren sich offensichtlich alle einig. Einzig Lacrima hatte liess sich nicht von den Diskussionen ihrer Artgenossinnen ablenken. Sie hatte im Moment andere Sorgen. Ihre jüngste Schwester bereitete ihr sorgen, jene Fremde über die im Moment alle in der Stadt sprachen. Sie versuchte mehr über die Frau zu erfahren. "Was ist mit ihr?" Lacrima schwenkte ihr Haupt zu Juduka hin die soeben wieder ihr Bewusstsein zu verloren haben schien. „Sehr viel strahlende Magie ist durch ihren Körper geflossen. Zu viel Magie für die Blutbahnen einer Nachtelfe. Ihre Haut… ist sehr zart… es… war zu viel vom Licht. Es… sie hat sich verbrannt… aber nicht aussen… sondern innen, verstehst du? Doch sie hat nicht die äussere Haut verbrannt sondern die innere, jene die sich um ihre Organe schliesst. Das ist sehr schmerzhaft… und so viel Schmerz wollten wir ihr nicht zumuten…darum ist sie unter Slefa gesetzt… wie das Männchen von der Kriegerin. Grosses Unglück ist über eure Gruppe gekommen… aber nun habt ihr eine neue Familie gefunden… wir werden euch helfen.“
Lacrima lenkte das Gespräch in eine ganz bestimmte Richtung, sie wollte in Erfahrung bringen ob sich Kazel wie ein ehrbares Männchen verhielt. Doch was sie da zu hören bekam… war in allen Massen erstaunlich.

"Er ist nicht... mein Männchen.“ Lacrima starrte sie an. „Aber du trägst sein Kind in dir!“ Wer sich genauer in Lenonia umsah würde feststellen, dass es in dieser Stadt keine Bordelle gab. Dies lag am Familiensystem der Leoniden. Die Männer waren gut mit Frauen versorgt, denn jedes von ihnen scharte eine ganze Schar von Frauen um sich, je stolzer und mächtiger ein Löwe war umso mehr Frauen lebten bei ihm. Dennoch um sich Fortpflanzen zu dürfen brauchten sie die Genehmigung des Königs, wollte er nicht selbst für den Nachwuchs sorgen. Die Frauen indessen waren nicht sonderlich an geschlechtlicher Liebe interessiert, vermutlich aus jenem Grund weil sie für die Damen relativ unangenehm war. Katzenmännchen waren besonders für die raue Beschaffenheit ihres besten Stückes bekannt. So waren die Löwinnen nicht unglücklich damit ihren Gatten untereinander zu teilen, so hatten sie jeweils Zeit sich zu erholen. Nicht dass die Liebe für sie in dieser Form schrecklich war… aber sie konnten sie eben nicht so oft hintereinander in Anspruch nehmen wie es eine menschliche Frau konnte.

“ Zwar haben wir miteinander, jedoch nur einmal und das Ergebnis... war ein Unfall, nicht geplant, auch wenn ich mich auf das Würmchen freuen werde." „Ein Unfall?“ Sie schnappte sich Janays Hände. Hielt sie fest. Sie seufzte. Ihre Augen sprachen von grosser Anteilnahme. „Du brauchst seine Ehre nicht zu decken… wenn er sich dir gegenüber unehrenhaft verhalten hat. Das männliche Glied rutscht nicht versehentlich in den Schoss eines Weibchens…“ Nein, das Thema war ganz und gar nicht erledigt. Die Frauen Lenonias hatten eine ganz andere Auffassung von Liebe und Familie. Für sie gab es keine Affären, keinen Beziehungen ausserhalb der engsten Sippe. Hier ordnete sich alles einer strikten Hierarchie unter, so konnten sie in der Gemeinschaft überleben. Wenn jeder wilde junge Löwe sich auf die Weibchen stürzen könnte wie es ihm gerade beliebte würde die Stadt innert kürzester Zeit durch heftige Revierkämpfe verwüstet werden. „Wir haben strenge Gesetze was dieses Vergehen betrifft… Janay… Gesetze die uns Frauen vor solchen Männern schützt. Aber dafür…musst du ihn anklagen. Wir werden dich begleiten, dich beschützen. Es ist nicht leicht, ja… aber es ist wichtig um deiner Seele willen… hätten wir gewusst was für ein Mann er ist….wir hätten ihn nicht in diese Höhle gelassen! Dies ist die Höhle der Frauen…hier bist du sonst sicher von ihm. Niemals mehr wird er diese Höhle betreten…“ Sie sprach leise, wollte nicht dass die anderen schon erfuhren was für einen Kerl sie sich da in die Stadt geholt hatten. Aber sie wusste ja dass Kazel bei Kelso war… dort wäre er für den Moment sicher verwahrt…denn Kelso würde ihn nicht aus den Augen lassen bis er sich selbst ein Bild von ihm gemacht hatte.

Lacrima blicke auf und zu Talimée hin, dann wandte sie sich wieder Janay zu. „Hat er sich ihr auch auf diese weise genähert? Hätten wir dies gewusst, wir hätten ihm den Keuschheitsgürtel bereits umgechnallt, und ihn in Gewahrsam genommen bis zur Kastration…“ Ja… wen es um Vergewaltigung ging kannten die Leoniden wohl gar keinen Spass. Ein Wort von dir und ich lasse die Krieger rufen… für dich und dein Kind wird gesorgt werden… so wahr dies hier Lenonia ist.“
Die Kulturen unterschieden sich erheblich voneinander, was immer wieder zu Missverständnissen führte. Wenn Janay dieses hier nicht würde klären können…würde dies wohl sehr unangenehme Folgen für Kazel mit sich ziehen.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Sonntag 27. Mai 2012, 23:30

Die junge Frau verstand es nicht und entsprechend fielen auch ihre Worte aus. Die ein oder andere Erklärung hätten ihr da wahrschenlich mehr geholfen als eine Löwenfrau, die auf einmal weggeschickt wurde. Geschweige denn die Blicke, die ihr ein wenig unangenehm waren. Fragend sah sie zu Lacrima, doch von dieser kamen keine helfenden Worte.
Innerlich seufzend setzte sie selbst dazu an und ärgerte sich etwas darüber, dass sie eine Spur unsicher klang. "Was... stimmt daran nicht?", gab sie leise von sich, als wolle sie instinktiv, dass es nur ihre Gesprächspartnerin würde hören können. Schließlich wollte sie sich trotz allem nicht noch mehr blamieren, als sie es vermutlich schon getan hatte. Noch dazu, wo Talimée abgelenkt und sie somit auf sich allein gestellt war.
Immerhin ein bisschen schien die Neugierde an ihr schon nachzulassen und nicht mehr ganz so viele Augenpaare beobachteten alles, was sie tat und sagte. Noch immer nicht hatte sie sich an den Umstand ihrer Umgebung gewöhnt und der Ausdruck in manchen Augen war ihr inzwischen noch unangenehmer geworden. Als würde man sie abschätzen, weil sie etwas war, was gar nicht stimmte, sondern einem Vorurteil entsprach.
Unbewusst wollte sie die Beine anziehen und die Arme darum schlingen, doch der Schmerz, der durch ihren Knöchel schoss, ließ sie das Bein rasch wieder ausstrecken. Trotzdem verzog sich schmerzvoll ihre Mimik.
Plötzlich wurde es um sie herum unruhig, sodass sie aufsah und fragend blinzelte, weil sie den Grund dafür nicht mitbekommen hatte. Es half ihr auch nicht sonderlich die Reaktion darauf, nach der aber dennoch wieder Ruhe einkehrte. Nicht schnell, jedoch nachhaltig, sodass diese Person wohl einiges zu sagen hatte. Oder die Nachricht beruhigend genug gewesen war.
Wie auch immer, Janay konnte sich wieder Lacrima widmen. Und auch Juduka, über deren Zustand sie sich erkundigte. Das, was sie zu hören bekam, ließ sie lange still und ernst die Nachtelfe betrachten und unwillkürlich schlucken. Das klang... alles andere als aufbauend.
Was war da nur passiert? Sintus sollte verdammt schwer verletzt sein und auch Juduka hatte einiges abbekommen. Der jungen Elfe wurde etwas unbehaglich zumute und als würde sie frösteln, zog sie leicht ihre Schultern hoch.
"Was ist da nur geschehen...?", murmelte sie, mehr zu sich selbst, denn zu der anderen, die ihr womöglich darauf eine Frage hätte geben können. Oder auch nicht, denn sie war ja nicht dabei gewesen. Jetzt hätte sie Kazel gut gebrauchen können... Denn, auch wenn sie es nicht so rasch zugeben würde, stieg langsam, aber sicher Sorge in ihr hoch.
Apropos, Mischling... das Gespräch kam wieder auf ihn zurück und sie versuchte, es richtig zu stellen, wobei sie anscheinend die falschen Worte wählte. Anfangs noch nicht, sodass sie lediglich schmal lächelte, als darauf hingewiesen wurde, dass sie von ihm empfangen hatte, dann versuchte sie es zu konkretisieren. Mit verheerender Wirkung, wie sich bald heraus stellen sollte, da sie überhaupt kein Wissen davon hatte, welche Sitten an diesem Ort herrschten, von dem sie noch niemals etwas gehört hatte.
Plötzlich wurden ihre Hände gepackt und sie eindringlich, wenngleich ebenso mitfühlend angesehen, dass sie irritiert blinzelte. Mit jedem Wort allerdings begannen ihre Augen sich zu weiten und als sie begriff, was gerade angenommen wurde von Kazel, wurde sie obendrein blass um die Nase.
"Was...? Nein, so war das nicht gemeint!", protestierte sie hastig und schüttelte heftig den Kopf. Sie versuchte, sich ein Lächeln abzuringen, obwohl sie spürte, dass es ihr misslang. "Er hat mir keine Gewalt angetan." Sie lachte leise, unecht und ohne Freude darin. "Allein der Gedanke ist absurd, dazu wäre... er nicht in der Lage, glaub mir."
An sich könnte sie dem Mischling durchaus eine kleine Abreibung können, jedoch wollte sie so etwas selbst machen und ahnte trotz allem instinktiv, dass diese Annahme alles andere als zu kleinen Problemen führen würde. Außerdem wäre es derart unfair gewesen, dass ihr Gewissen es niemals zugelassen hätte.
Schließlich seufzte sie leise und warf einen Blick zu Talimée, ob diese sie auch nicht hören könnte, denn sonst könnte es Kazel an die Ohren kommen und er würde noch mehr Fragen stellen. Solche, die sie nicht so rasch... wenn überhaupt, beantworten wollte. Er war ihr nun einmal nicht ganz so egal, wie er nach dieser Enttäuschung sein sollte, so wenig gern sie das auch feststellte.
Kurz darauf blickte sie erneut zu der Dienerin und schüttelte entschieden den Kopf, ehe sie Lacrima wieder ansah. "Nein, er hat sich ihr nicht genähert, soweit ich weiß. Und wenn, dann wird er es sicher nicht gegen ihren Willen getan haben. Das... passt einfach nicht zu ihm.", betonte sie noch einmal und hoffte tief in sich, dass diese Worte reichen würden, um die andere zu überzeugen. Nur irgendwie... hatte sie das Gefühl, dass dem nicht so war.
Leise seufzte sie und entschloss sich notgedrungen dazu, einen Teil der Wahrheit preis zu geben, der ihr hoffentlich nicht gleichzeitig zu großen Ärger einbringen würde. Ihre Stimme senkte sich zu einem Flüstern, damit wirklich ausschließlich die Person dicht vor ihr die Erklärung hören würde. "Ich... ich gehöre zu einer Rasse, die niemand gut leiden kann, und das meistens zu Recht. Aber ich will nicht, dass ich nur auf mein Blut reduziert werde, also verschweige ich es meist. Kazel hat es heraus gefunden... und damit er es nicht verrät, habe ich ihn versucht mit meinem Körper an mich zu binden. Was zwischen uns war, war freiwillig, er hat mir nicht weh getan. Nur, dass ein Kind dabei entstanden ist, habe ich nicht geplant. Ich dachte, die Wirkung meiner Kräuter ist noch in meinem Körper. Das meine ich mit Unfall."
Sie verstummte und betete im Stillen zu Manthala, dass damit die Probleme, die den Mischling betrafen, auch weniger werden würden dadurch. Die Vorstellung von Kazel in diesem merkwürdigen Keuschheitsgürtel war mit einem Mal nicht mehr so lustig.
Um das zu verdeutlichen, dass sie die Wahrheit sagte, fügte sie flüsternd und trotzdem fest hinzu:"Ich habe keine Angst vor ihm." Zumindest nicht vor dem Mann... Die Krallen aus seinen Händen waren da ein ganz anderes Thema!
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 28. Juni 2012, 10:34

"Was...? Nein, so war das nicht gemeint!" Es war Lacrima anzusehen dass sie an Janays Aussage zweifelte, schliesslich stritten Opfer jener Form der Gewalt nicht selten die Tat ab um den Täter zu schützen. Sei es aus Angst, oder weil sie sich selbst schuldig fühlten.

"Er hat mir keine Gewalt angetan." Sie sah Janay eindringlich an. Ihre gelben Augen fixierten sie, waren wach für jede Regung ihrer Gesichtsmuskulatur, jedes Indiz welches sie einer vermeintlichen Lüge entlarven würde. Doch da war nichts. Lacrima roch auch keinen Angstschweiss der entstand wenn ein Wesen log. Sie nickte schliesslich. „Nun gut.“
"Allein der Gedanke ist absurd, dazu wäre... er nicht in der Lage, glaub mir." Sie nickte nur. Auch wenn sie sich überzeugt gab, spürte man dass sie es insgeheim noch nicht war. Sie kamen auf Talimée zu sprechen, doch auch dort verneinte Janay eine potenzielle Annäherung.

"Ich... ich gehöre zu einer Rasse, die niemand gut leiden kann, und das meistens zu Recht.“ „Mhrrmm… eine Rasse kann höchstens das Gemüt und Temperament bestimmen, sowie körperliche Stärken und Schwächen, aber ob sie automatisch das Böse in sich trägt?“ Die Leoniden lebten sehr abgeschieden, über die momentanen politischen Verhältnisse waren sie nur schlecht informiert. Sie hatten eine völlig eigene Geschichtsschreibung.

“Aber ich will nicht, dass ich nur auf mein Blut reduziert werde, also verschweige ich es meist. Kazel hat es heraus gefunden... und damit er es nicht verrät, habe ich ihn versucht mit meinem Körper an mich zu binden.“ Lacrima gab ein irritiertes Maunzen von sich was auch die anderen Weibchen wieder auf den Plan rief. Alle Ohren stellten sich beinahe gleichzeitig auf und richteten sich auf Janay.

Was zwischen uns war, war freiwillig, er hat mir nicht weh getan. Nur, dass ein Kind dabei entstanden ist, habe ich nicht geplant. Ich dachte, die Wirkung meiner Kräuter ist noch in meinem Körper. Das meine ich mit Unfall."
Die Frauen schwiegen. Einige wirkten säuerlich, andere eher bestürzt. Ihre Augen ruhten auf Janay. Sie verstanden ihr Handeln nicht, sie lebten schliesslich eine ganz andere Form der Sexualität. Sie hatten einen anderen Begriff für Weiblichkeit und sie verteidigten sich anders. Niemals würde sich eine Leonidin der Prostitution hingeben, dies gab es einfach nicht in dieser Gesellschaft… die Fähigkeit neues Leben zu schaffen gehörte mitunter zu etwas sehr heiligem und geweihten im Stamm der Leoniden. Es sicherte das Fortbestehen einer Art. Das ganze Volk feierte ihre Jungen, wie es auch trauerte über jedes welches verloren ging. Da geschahen keine „Unfälle.“
Lacrima schüttelte betreten den Kopf. „Wir sind uns sehr fremd.“ Schloss sie schliesslich. „Aber du bist nun Teil unserer Gesellschaft, wir werden dich in unsere Kultur einführen… und dir unser Verständnis von Weiblichkeit näher bringen… denn Bashiba hat dich in unserer Höhle willkommen geheissen.“
Die anderen nickten. Sie glaubten wohl an die Lernfähigkeit von Lebewesen. Sie blickte nachdenklich zu Juduka, welche noch immer schlief und dann zu Talimée. Sie wussten noch sehr wenig über diese humanoiden und nun verhielten sie sich auch weit skeptischer als noch zuvor.

Doch die eiserne und unangenehme Ruhe wurde plötzlich durch lautes Geknurr und Gemaunz durchbrochen. „Ich werde einen Bären erlegen…und dann werde ich zum Mann…haha..“ „Ja…einen Waschbären vermutlich!“ „Hör auf das ist nicht lustig!“ „MARURH!“ Muntere Stimmen hallten durch die Höhle und dann sah Janay auch schon wie sich ein gelber Knäuel auf sie zubewegte. Acht junge Löwen kamen auf sie zugetollt. Drei Mädchen und fünf Jungen, alle noch so jung dass sie weder sonderlich gross waren noch eine Mähne besassen. Dahinter schlenderten gemütlich weitere Löwinnen in die Höhle. Die Weibchen welche schon drinn waren begannen sich hinzulegen und machten es sich bequem. Neugierig blickten sie zu ihren Jungen und man sah wie stolz dass sie auf diese waren.

Diese bemerkten schliesslich die Gäste und hielten inne. „Mraurhr?“ Der Jüngste von ihnen konnte noch nicht sprechen. Die meisten von ihnen hatten sehr ausgeprägte Katzenattribute. Meistens war gerademal der Torso menschlich oder die Kopfform, andere sahen gänzlich aus wie Katzen. Eine kunterbunte Mischung. Gewisse Menschen würden wohl ab dem Anblick eher erschreckt sein, wenn man den Knäuel nämlich aus medizinischer Sicht betrachtete hatte man da Kinder vor sich die unterschiedlich stark mit dem Hybridenvirus infiziert waren.

„Mami…warum darf die schlafen und ich nicht?“ „Mami!! Warum hat diese Frau gar kein Fell?“ „Warum liegt sie auf meinem Platz?“ Sofort wurden Talimée, Juduka und Janay von den Kleinen umringt und angestarrt. Ein besonders kecker Junge patschte gar mit seiner kleinen Pranke direkt auf Judukas Gesicht.“ Die anderen kicherten. „Lass das Leon!“ Ermahnte Lacrima ihn. Dieser gehorchte und wandte sich Janay zu, er war wohl der älteste der Kleinen und sozusagen deren Rudelführer. „Wer bist du?“ Fragte er und die anderen begannen ebenfalls sie mit Fragen zu bombardieren „Badest du auch?“ „Warum hast du kein Fell?“ „Hast du Haarausfall?“ Ein kichern ging durch die Gruppe. „Aber aber, nun lasst die gute Frau in Ruhe.“ Griff Lacrima ein. „Das ist Janay…sie kommt aus einem fernen Ort ausserhalb der Stadt…“ Ein Raunen ging durch die Kinder. Nun wurden sie erst recht bestürmt. „Stimmt es dass es da draussen Tümpel gibt die so gross sind dass man ganze Bäume darin versenken kann?“ „Stimmt es? Ja? Jaaa??“ „Kinder! Einer nach dem anderen!“ Die Kleinen liessen sich nur schwer bändigen. „Kommt her und nehmt eure Plätze ein…ihr könnt euch während dem Baden mit ihr unterhalten wenn sie mag… na kommt…“

Die Kleinen teilten sich auf und zottelten zu ihren Müttern die bereits bereitlagen. Sie legten sich vor ihnen auf den Rücken, nicht ohne ihre Blicke von den Gästen abzuwenden. Die Mütter begannen mit dem „Bad“ indem sie deren Fell ableckten. Auch zu Janay hockte sich eine Löwin und ehe sie es sich versah strich eine raue, Haarbesetzte Zunge von Hinten über ihren Scheitel.
„Na los…erzähl von draussen! Bitte!“ „Oh ja bitte!“ Drängten die Kleinen.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Freitag 6. Juli 2012, 00:50

Die junge Frau konnte sich denken, dass ihr nicht so rasch geglaubt wurde, und sie konnte es auch in den Augen der anderen deutlich erkennen. Aber was sollte sie tun? Es war schließlich die Wahrheit und so gern sie Kazel auch verfluchte wegen seinem Verrat, es gab eine Grenze, die sie dabei nicht überschreiten wollte.
Und sie wollte sich nicht anmaßen, sich mit jenen Frauen gleich zu setzen, die tatsächlich zu solch einem Opfer geworden waren. Dazu war ihr dieses Thema viel zu heikel.
Dem Blick des seltsamen Wesens jedoch standzuhalten, war alles andere als einfach für sie. Nicht, weil sie log, sondern weil dieses Katzenartige noch so fremd für sie war. Also musste sie weiter sprechen, die Geschichte so darlegen, wie sie gewesen war, obwohl sie zu Recht befürchtete, dass ihr das nicht sonderlich helfen würde. Allerdings würde sie damit den Kopf des Mischlings aus der Schlinge ziehen, in die sie ihn vorhin hinein geschoben hatte.
Danach sprachen sie über sie selbst und das war nichts, was Janay gerne machte. Ein wenig nichtssagend zuckte sie mit den Schultern auf die Erwiderung hin. "Viele haben Vorurteile und es gibt genug, die ihre Freude daran haben, diese demonstrativ zu bestätigen. Das reicht gewöhnlich, um alle anderen in die selbe Schublade zu stecken."
Zumindest war es das, was sie zu befürchten hatte, sobald ihre wahre Identität ans Licht kam, wie auch Sintus bewiesen hatte. Und auch sie war nicht frei davon, sodass sie sich durch die Reaktion des Paladins nur bestätigt in ihren Vorurteilen gegenüber den Pelgarern fühlte, auch dann noch, seit sie wusste, dass er schwer verletzt worden war.
Daraufhin fuhr sie fort und führte den Bogen zu Ende, den sie geschlagen hatte, um sich zu erklären und Kazel zu verteidigen. Die Reaktion aber irritierte sie ihrerseits und sie schluckte recht schwer, als sie auf einmal so viel Aufmerksamkeit wieder auf sich gezogen hatte. Sie blinzelte und sah unsicher in die Runde, ehe ihr Blick zurück zu Lacrima wanderte.
"Was...? Hab... ich was Falsches gesagt?", murmelte sie verunsichert und musste stark an sich halten, um den Rest auch noch zu erzählen und dabei auch so ehrlich zu klingen, wie sie es war.
Es wurde jedoch alles andere als besser und es hätte nicht mehr viel gefehlt, dann hätte sie ihrem Instinkt nachgegeben und wäre zurück gerutscht auf dem Bett, etwas weiter weg von diesen vielen Augenpaaren, die sie anstarrten. Und das nicht freundlich oder verständnisvoll. Zu deutlich hatte sie nicht gemacht, wie sie zu Zusammenkünften zwischen Männern und Frauen stand, geschweige denn, dass sie eine Andeutung hätte fallen lassen, was ihr Beruf war, und trotzdem fühlte sie sich so angestarrt, als hätte sie es laut hinaus posaunt.
Ihr sonst so freches, kokettes Mundwerk ließ sie im Stich, sie verspürte eine Hilflosigkeit, mit der sie kaum umgehen konnte, so, als hätte sie sich noch nie mit jemandem unterhalten und sollte nun eine Rede mit Brillanz halten.
Auf Lacrimas Worte hin nickte sie und senkte sogar leicht den Blick. "Ich... ich denke... es war an diesem Tag einfach schon sehr viel.", gab sie kleinlaut von sich und fühlte sich unwohl, weil es in ihren Augen so wirkte, als wäre sie ein Kind und wüsste nichts von der Welt, umgeben von lauter Erwachsenen. Es war einer der seltenen Momente, in denen ihr Empfinden sich ihrem eigentlichen Alter anpasste und das gefiel ihr gar nicht.
Warum nur half ihr Talimée nicht?! Bekam sie nicht mit, dass sie überfordert war? Oder hatte auch sie die Geschichte gehört und war nun ebenfalls entsetzt, weil sie zuvor genauso geschwiegen hatte über ihren Beruf? Aber, bevor sie zu der Dienerin hinsehen konnte, erregte etwas anderes nicht nur ihre Aufmerksamkeit, sondern jagte ihr auch einen gehörigen Schrecken ein.
Sie wurde blass um die Nase und erstarrte regelrecht in ihrer Position, obwohl sie dadurch erst recht wie auf dem Präsentierteller saß. Da ihr Blick unabänderlich auf diese herankommende Truppe gerichtet war, bekam sie nicht mit, was um sie herum geschah, geschweige denn, dass sie geahnt hätte, was bald auf sie wartete und wie das sogenannte "Bad" aussehen würde.
Vorerst einmal musste sie sich damit abfinden, dass sie unweigerlich Aufmerksamkeit erregt hatte. Auf einmal stürzte die Meute auf sie zu und begann, wie Kinder eben waren, damit, durcheinander aufgeregt zu plappern.
Immer wieder schluckte die junge Elfe schwer. In ihrem Blick spiegelte sich deutlich ihr Schrecken wieder und auch die Hilflosigkeit, so plötzlich mit so vielen Plappermäulern und deren Fragen konfrontiert zu sein.
Dadurch kam sie nicht einmal dazu, irgendetwas von sich zu geben, als ihr Lacrima bereits zur Hilfe kam und die Meute zur Räson rief. Was nur leider nicht sonderlich viel brachte, denn danach schien es nur noch schlimmer zu werden.
Wäre die Situation anders und Janay nicht so überfordert, hätte sie womöglich darauf reagieren und schon einmal zeigen können, wie sie darin wäre, Kinder zu bändigen. Aber so...
Und dann kam das Gespräch wieder zu dem Thema baden zurück. Unsicher und fragend sah sie sich um, denn sie konnte nirgendwo einen Zuber entdecken, schon gar nicht eine derart große Wanne, dass alle gleichzeitig hinein gepasst hätten. Oder sollte sie raus mit ihnen und es gäbe einen See, als natürliche Quelle? Nein, es kam ganz anders, als sie es sich auch nur hätte vorstellen können.
Die Kleinen verzogen sich, hörten auf, dieses Knäuel zu bilden und legten sich zu den erwachsenen Wesen. Und mit einem Mal war auch eine davon bei ihr. Ohne Vorwarnung bekam sie eine raue Zunge zu spüren, die über ihre Kopfhaut fuhr.
Heftig schrak sie zusammen und blickte aus geweiteten Augen die Person an. "Was...?", stieß sie keuchend aus und überhörte glatt, dass die Kleinen erneut auf die Beantwortung ihrer Fragen drängten.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Samstag 21. Juli 2012, 17:25

Die Kleinen räkelten sich bei ihren Müttern und rollten sich auf den Rücken. „Thithithihi das kitzelt!“ Lachte der eine Löwe und angelte mit seiner winzigen Pranke nach den Schnurrhaaren der Mutter. „Mami, wir hätten heute beinahe ein Rehkitz erwischt wenn Murmos nicht so laut gewesen wäre… er pirscht noch immer genau so gut wie ein Troll der zu viel Met getrunken hat.“ Die anderen begannen zu lachen, ausser genannter Murmos natürlich, der rollte sich beleidigt bei seiner Mutter zusammen. „Ich war gar nicht laut!“ „Warst du wohl!“ Meinte eines der Mädchen. „War ich nicht!“ „Warst du wohl!“ Stimmten die anderen mit ein. „Na na na…meine Kleinen, hört auf den Murmos so zu ärgern! Er muss noch viel lernen, wie ihr alle auch… ihr solltet ihm eher helfen anstatt euch über ihn lustig zu machen, denn nur wenn ihr gut im Rudel zusammenarbeitet werdet ihr Erfolg haben!“ Beschwichtigte Lacrima die Bande. „Ja…aber wenn er es gar nicht lernen will! Dann erlegen wir nie ein Rehkitz! Dann werden wir nie gute Jäger!“ Quängelte eine der Mädchen. „Warum kannst du nicht einfach leiser sein?“

Die Kleinen waren nur grad so lange von Janay abgelenkt bis Murmos Besserung gelobte. „Kannst du auch jagen? Kannst du? Ja? Was jagt man draussen so? Ja was? Drachen? Esst ihr Drachen da draussen? Spinnst du die essen doch keine Drachen! Du spinnst selber!“ Und schon begann das ganze getümmel von vorne. „Ruhig Kinder ruhig! Einer nach dem anderen. Sie ist ganz neu in der Stadt und erwartet ihr Junges…ihr solltet etwas nachsichtiger sein…“ Nun horchten die drei Mädchen auf. „Du bist trächtig? Oohh wie schön, dürfen wir deinen Bauch fühlen? Dürfen wir ja? Dürfen wir?“

„Nun wartet erst bis euer Bad zu ende ist…“ Nuschelte eine der Mütter während sie weiterhin Fellpflege bei ihrem jüngsten betrieb. Die Jungen beobachteten Janay die ganze Zeit durch und fingen an zu kichern als diese so entgeistert auf das „Bad“ reagierte. „Thithithi! Badest du etwa nie? Stinkieee! Stinkiee!“ Murmos knurrte aus, doch dies hörte sich eher niedlich an da sein Knurren noch immer eine kindlich hohe Frequenz hatte. „Ich mag baden auch nicht weisst du? Hör nicht auf die anderen! Du stinkst nicht! Ja…aber auch nur weil sie kaum Fell hat! Frierst du im Winter nicht? Hast du auch an anderen Stellen Fe…“ Eine der Mütter fiel den Kleinen ins Wort. „aber aber! Nun werdet nicht unanständig!“ „Thihtihti sie denkt an Intimfell thtihtithi….“ Und wieder begannen sie zu kichern und zu tratschen. Lacrima schüttelte den Kopf. „Es tut mir leid Janay… sie sind gerade in einem sehr aufgeweckten Alter…“

Sie blickte zu ihr und zu der Löwin hinter ihr die einen Fragenden Blick zu Lacrima warf da Janay so entsetzt auf ihre „Badetechnik“ reagiert hat. „Stimmt was nicht Schwester?“ Fragte Lacrima sanft, hat der Kleine dich getreten?. Sie deutete auf ihren Bauch. Für die Löwinnen war das Bad sowas von selbstverständlich dass sie nicht auf die Idee kamen was Janay gerade so erschreckt hatte. Nun endlich reagierte Talimée. „Verzeiht Lacrima, aber wir Elfen sind uns diese Art des Badens nicht gewöhnt…wir…waschen uns in den Flüssen und Seen.“ Unisono ob Erwachsener oder Kind sagte: „Wasser?!“ Nun hatte Talimée alle Blicke auf sich. „Ihr geht ins Wasser??“ Sagte nun auch Lacrima erstaunt. Die Kinder gaben ein aufgeregtes Raunen von sich. „Die sind ja noch durchgeknallter als ich gedacht habe“ Wisperte eines der Mädchen. „Aber ja…“ Meinte Talimée und hob beschwichtigend die Hände. Sie konnte sich einen Reim auf die Reaktion der Grosskatzen machen, kleine Katzen mochten Wasser ja auch nicht leiden, vermutlich war dies bei den Löwinnen nicht anders. „Wir haben keine Angst vor Wasser…wir mögen es…brauchen es für unsere Hautpflege wisst ihr, gerade weil wir kein….Fell haben.“
„Mami…die macht mir Angst…“ Meinte eines der Mädchen und drückte sich zittrig an ihre Mutter und liess sich von ihr durch ruhiges schnurren beruhigen. „Wenn…ihr also einen See…oder eine Quelle in der Stadt habt…dann wären wir euch sehr dankbar wenn wir sie benutzen dürften…als Bad… oder wenn ihr mir einen Zuber zur Verfügung stellt, dann kann ich Wasser für meine Herrin holen.“ Lacrima nickte. „Natürlich…ich führe euch hin…zum…Wasser….“ Talimée nickte Janay beruhigend zu. Dann verliess sie mit Lacrima die Höhle.

Janay blieb von weiteren Zungenattacken verschont. „Gibt es draussen…viel Wasser?“ Nach wie vor wetteiferten die Kleinen um Janays Aufmerksamkeit.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Donnerstag 26. Juli 2012, 14:30

Es war eine mehr als seltsame Situation für die junge Elfe. Nicht nur, dass sie an einem Ort aufgewacht war, von dem sie noch nie etwas gehört hatte, war ihr gesagt worden, sie sei schwanger, und nun gab es hier einen ganzen Haufen dieser merkwürdigen Wesen im Miniformat, die sie ständig bedrängten! Ja, es waren vom Verhalten her eindeutig Kinder, das ließ sich gar nicht abstreiten.
Aber damit nervlich fertig zu werden war trotzdem alles andere als einfach für sie. Noch dazu, wo sie ständig ins Geschehen mit einbezogen wurde, sodass sie keinerlei Ruhe zum Nachdenken hatte.
Wenigstens bekam sie ein paar Momente Schonung, während die Kleinen von ihren Erlebnissen erzählten und sie außer Acht ließen. Nun ja, es hielt nur bedauerlicherweise nicht sonderlich lange, schon wurde sie wieder bestürmt. Obwohl es auch dieses Mal so geschah, dass sie zwar bedrängt wurde, ihr jedoch keinerlei Zeit gelassen wurde, dass sie überhaupt Luft zum Atmen holen könnte, wenn sie eine Antwort hätte geben wollen. Was weniger daran mangelte, dass sie es nicht gekonnt hätte, als daran, dass sie gar nicht so recht wusste, wie sie dieser Rasselbande begegnen sollte.
In dem einen Atemzug noch schwärmten sie von der Jagd und wollten wissen, was sie überhaupt aß, dann ging es im nächsten schon um ihre Schwangerschaft, über die sie am wenigstens sprechen wollte. Immerhin, anscheinend waren die Mütter der Kleinen vernünftig oder mitfühlen genug, Abstand zu schaffen, damit Janay sich überhaupt besinnen konnte.
Das, was stattdessen kam, war allerdings auch nicht gerade besser. Was sollte das denn für ein Bad sein?! Selbstverständlich reagierte sie darauf entsetzt, anders konnte sie das gar nicht, vor allem nicht in diesem Zustand der Überforderung. Ein Umstand, der zu einem neuen Ansturm der Kleinen führte.
Doch diesmal konnte sie dazu nicht schweigen, sondern schüttelte vehement den Kopf. "Ich bin sehr reinlich!", protestierte sie entrüstet, denn es gehörte zu einer ihrer ersten Aufgaben, sich sauber zu halten. Außerdem wusste sie ein echtes, heißes Bad mit wohltuenden Essenzen sehr zu schätzen, mehr sogar als viele andere in ihrem früheren Umfeld es getan hatten. Da ließ sie sich in dieser Hinsicht nichts vorwerfen, schon gar nicht von frechen Kindern, mochten sie nun Katzenartig aussehen oder nicht.
Danach seufzte sie, denn sie bekam das Gefühl, diese Rasselbande hörte ihr sowieso nicht zu, wollte nur bestürmen, ohne Geduld zu haben, eine Antwort abzuwarten. Prompt entschuldigte sich auch Lacrima bei ihr, sodass die junge Elfe ihr zunickte.
"Merkt man...", murmelte sie und betete instinktiv zu Manthala, dass ihr Kind niemals derart anstrengend sein würde. Das würden ihre Nerven nicht überstehen! Andererseits wäre es durchaus amüsant zu sehen, wie Kazel mit so jemanden...
Rasch verbot sie sich diesen Gedanken, denn es stand für sie noch immer fest, dass sie dieses Würmchen, sollte es leben dürfen, allein aufziehen würde. Sie war weit davon entfernt, sich auch nur auszumalen, sich auf jemanden freiwillig verlassen zu wollen, schon gar nicht dem Mischling, der sie so enttäuscht hatte.
Obendrein wurde sie davon wieder abgelenkt, als die große Löwin sie erneut ansprach. Auf die zweite Frage hin deutete sie ein Kopfschütteln an, um nicht sagen zu müssen, dass diese Worte fast schon lächerlich waren.
Schließlich war es definitiv zu früh, als dass das Kind schon so weit wäre. Auch wenn sie diese Phase nicht mehr hatte erleben dürfen damals, war ihr klar genug, dass das Würmchen in den ersten Monaten kaum merklich wäre.
Aber sie wurde einer Antwort enthoben, da ihr Talimée endlich zur Hilfe kam. Sie warf der Dienerin einen dankbaren Blick zu und blinzelte überrascht, als nun alle so entsetzt auf das Wasser reagierten, als wäre es etwas Unanständiges. Sogar eines der Kinder reagierte darauf, als wäre es wie ein Alptraum.
Nun war ihr Ausdruck wieder fragend, als sie sich an Lacrima wandte:"Was ist daran so schlimm?" Ihre Frage war mit einem ahnungslosen Tonfall gestellt, ganz so, als wäre sie vollkommen unwissend und wollte deswegen nachhaken, um Erleuchtung zu bekommen.
Danach nickte sie der Waldelfe zu und wäre selbst gerne aufgestanden, hätte sie sich aus der Decke schon befreit und wäre die andere nicht so rasch verschwunden gewesen.
Als sie alleine war mit der bewusstlosen Juduka und den restlichen Löwinnen mit ihrer Rasselband, kam schon wieder eine Frage auf sie zu, wenngleich diesmal nicht so stürmisch und ungeduldig, sondern anscheinend wirklich interessiert.
Und nun konnte sie auch die Zeit sowie die Klarheit finden, darauf eine Antwort zu geben. Begleitend nickte sie zu ihren Worten. "Ja und nein. Kommt ganz darauf an, wo ihr seid. Es gibt Bäche und Flüsse, Seen und ganze Meere.", erklärte sie und merkte gar nicht, dass ihre Stimme ein wärmeres Timbre annahm, das jedem mitfühlenden Wesen, das Kindern gegenüber im Groben und Ganzen freundlich gesinnt war, zu eigen wurde, wenn es mit noch nicht Erwachsenen sprach.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Freitag 27. Juli 2012, 13:44

Die Jungen stellten allesamt ihre Ohren auf als Janay vom Wasser und der Welt „da draussen“ zu erzählen begann. „Meere‘? Wie gross ist ein Meer?“ Wollte Murmos wissen. „So gross wie Papi?“ Warf eines der Mädchen ein. „Mein Papi ist der grösste…für mich…weisst du?“ Die Mutter hinter der Kleinen schnurrte lächelnd auf und schleckte dem Mädchen über den Kopf. „Das ist er…“ Schnurrte sie gerührt von der Aussage ihres Mädchen. Die Familienbande war hier sehr eng geknüpft. Ob es alleinerziehende Mütter gab hier?

Diese Jungen hatten höchstens das nahe Umland der Stadt bisher besucht, ein weiteres Vordringen in die Ferne war ihnen nicht erlaubt. Die Erwachsenen selbst entfernten sich auch nur zur Jagd vom Schutz der magischen Stadt. Nicht weil sie die Welt da draussen ängstigte, sondern weil sie sich hier in Leonia ihre eigene kleine Welt geschaffen hatten und diese für sie gut war. Sie lebten hier in Frieden unter ihresgleichen und dank der guten Lage der Stadt hatten sie Zugang zu nötigen Baumaterialien. Warum also sollten sie nach weiterem oder anderem streben? Die Stadt war gross und bot genug Platz für alle seine Bewohner und wenn es doch mal zu eng wurde, dann machten sich die Hofmagier daran den Schutzschild zu erweitern.

„Und du gehst ins Wasser? Und magst es? Aber es….ist doch nass…und kalt… und macht dass das Fell ganz fest an der Haut klebt und man danach friert!“ Die anderen nickten zustimmend und nun hatte Janay auch wieder die Aufmerksamkeit der Mütter. Auch die schauderten beim Gedanken an Wasser. Offensichtlich standen die Leoniden ihren kleinen Vorbildern in diesem Punkte in nichts nahe.

„Wo kommst du her?“ Wollte eines der Löwenjungen wissen. Dass Janay fremd sein wusste war ziemlich offensichtlich, hatte sie doch weder Fell noch Krallen, noch geschlitzte Katzenaugen.
„Warum hast du keine Krallen zum Jagen? Warum sind deine Augen nicht geschlitzt? Warum schnurrst du nicht?“ Noch immer sehr viele Fragen aber die Jungen waren nun zumindest bemüht sie nicht alle gleichzeitig zu stellen, sondern schön einer nach dem anderen. „Erzählst du uns eine Geschichte von draussen? Ich will auch mal trächtig sein wenn ich gross bin, weiss du?“ Dies fanden nur die Mädchen schön. „Also ich will nie trächtig werden! Hahaah!“ Die Jungs lachten und ernteten böse Blicke der Mädchen.

Der Blick von Murmos fiel auf die noch immer besinnungslose Juduka. „Und wer ist sie? Warum schläft sie so lange? Badet sie auch so wie du? Warum ist sie so blass und du nicht? Seid ihr Schwestern? Ja seid ihr? Jaa? Ihr habt beide spitze Ohren! Habt ihr euch die selber geschnitzt? Blödsinn man kann sich keine Ohren schnitzen! Kann man wohl! Kann man nicht! Gell man kann gell??“

So schnell würde wohl Janay nicht von den Kleinen loskommen.
Trotz etwaiger Fluchtimpulse würde es ihr wohl vermutlich auch nicht ernsthaft in den Sinn kommen zu laufen, noch immer schmerzte ihr Fuss und pochte bei jeder noch so kleinen Bewegung. Sie brauchte noch Ruhe und Schonung. Die Kleinen welche bereits fertig gebadet wurden hockten sich um Janays Lager herum und schauten sie nach wie vor neugierig an. Sie sahen durchaus süss an, wie es Jungtiere und ganz allgemein Kleinkinder so an sich hatten. Die Kleinen begannen selbstständig sich die Pfoten zu Putzen und diese über ihre Öhrchen zu streichen. Sie schnurrten zufrieden, es schien so als würde man in dieser Stadt behütet aufwachsen. Eines der Mädchen kam ganz nah an sie heran. Guckte ihr mit grossen Augen in die ihrigen. Sie schnurrte und lächelte Janay an. Sie war das kleinste der Mädchen. Vorsichtig hob sie ihre Minipranke und bewegte sich richtung Janays Bauch. „Darf ich ja?“
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Mittwoch 29. August 2012, 11:44

Ein weiteres Mal wurde die junge Frau bestürmt und trotzdem war es bei dieser Gelegenheit anders. Denn eine Aussage versetzte ihr einen leichten Stich im Herzen. Ja, auch sie empfand solch eine Aussage, die deutlich machte, wie sehr ein Kind den Vater anhimmeln konnte, als rührend und genau das tat weh. Nicht, weil sie es bedauerte, das selbst nie gekannt zu haben. Das hatte sie längst hinter sich gelassen, in ihrer Familie gab es nur eine Person, die ihr tatsächlich etwas bedeutete.
Nein, es lag daran, dass sie vorhatte, ihrem eigenen Kind, sollte es leben dürfen, den Vater zu entziehen und ihm diese Chance zu nehmen, selbst einmal so von Kazel zu denken. Aber was sollte sie denn sonst auch machen? Der Schmerz der Enttäuschung saß viel zu tief und sie war es gewohnt, sich alleine durchzuschlagen, niemandem vertrauen zu können, erst recht keinem Mann, so anders als der Rest er auch wirken mochte.
Innerlich seufzte sie und bemühte sich, sich nichts davon anmerken zu lassen, dass sich ihre Kehle zu zuschnüren schien und ihr Tränen in die Augen schießen wollten. Sie brauchte Ablenkung davon, dringend! Also beschäftigte sie sich lieber mit den Gedanken an die Welt außerhalb dieser merkwürdigen Stadt mit den noch viel merkwürdigeren Wesen.
Oder auch mit dem Thema Wasser, wegen dem die Reaktionen sie nun nicht mehr ganz so überforderten und überraschten. Es war sogar schon soweit, dass sie leicht lächeln konnte. "Es muss nicht immer kalt sein und das Nasse ist angenehm. Außerdem trocknet man sich danach auch ab oder lässt das die Sonne tun, wenn es draußen sehr warm ist.", erklärte sie und machte dadurch endlich einmal geduldig den Mund auf, bereit, sich mit dieser kleinen Rasselbande soweit zu beschäftigen, wie sie es sicherlich gewohnt waren und auch forderten mit all ihren Fragen. Außerdem wirkten auch die Erwachsenen mehr als neugierig darauf.
Die nächste Frage war da schon weitaus schwieriger zu beantworten. Ein wenig hilflos zuckte sie mit den Schultern. "Von überall. Ich bin schon ein wenig herum gekommen.", gab sie bewusst schwammig zurück. Sie wollte nicht über den Ort reden, wo sie viele Jahre lang aufgewachsen war und eine Heimat hatte sie sowieso nicht. Warum also das genauer erläutern?
Es ging ohnehin schon längst in den Köpfen der Kleinen weiter, sodass sie erneut schmunzeln konnte. "Das selbe könnte ich euch fragen. Wieso habt ihr Krallen, geschlitzte Augen, schnurrt?" Janay schaffte ein leises, kurzes, aber gutmütiges Lachen. "Wir sind von anderer Art, das ist alles." Und das war eine Erkenntnis, die auch die junge Frau sich vor Augen führen sollte, wenn sie ihre Gegenüber noch immer als seltsam ansah.
Das nächste hingegen ließ sie innerlich seufzen und sie schüttelte den Kopf. "Nicht jetzt.", vertröstete sie die Rasselbande und lächelte dann das Mädchen an. "Alles zu seiner Zeit."
Wieso wurde sie gerade das Gefühl nicht los, dass sie in eine Art Mutterrolle verfiel bei all diesen Wirbelwinden? War das beabsichtigt? Eine Reaktion auf ihren Zustand? Oder alles nur Einbildung? Janay wusste es nicht zu sagen und noch weniger, ob ihr das Mut machen oder unangenehm sein sollte.
Danach richtete sich das Interesse teilweise auf die Nachtelfe. Und auch wenn sie dieser so gut wie gar keine Sympathien entgegen brachte, erwiderte sie:"Lasst sie besser in Ruhe, sie ist krank." Oder so in etwa...
Kaum hatten die Kleinen etwas Neues entdeckt, das sie interessierte, drehte sich schon alles wieder darum. Janay lachte leise auf und schüttelte den Kopf. "Auch bei euch sind nicht alle Ohren rund!", hielt sie dagegen, denn das hatte selbst sie schon gesehen, dass manche Katzenartiger und spitzer wirkten als andere. Außerdem war das für sie kein Thema, denn sie schämte sich dafür nicht, solange ihr dadurch keine Gefahr drohte.
In all der Zeit wurden die "Bäder" der Kinder beendet und immer mehr versammelte sich rund um sie herum. Noch hielten sie wenigstens ein bisschen Abstand, sodass sie sich nicht so bedrängt wie zuvor fühlen musste, trotzdem rückte sie instinktiv bis zur Wand, um sich dort offiziell mit dem Rücken abstützen zu können.
Ja, diese Kleinen hatten etwas Putziges an sich, das stimmte und das erkannte auch Janay an, jedoch war sie in einer viel zu verqueren Situation, als dass sie alle Gefühle so wahrnehmen konnte, wie sie es sonst getan hätte.
Es dauerte noch eine gewisse Zeit, bis sich das Kleinste und vermutlich auch Jüngste der Mädchen auffälliger in ihre Nähe drängte und sie direkt ansah. Die junge Frau erwiderte den Blick aufmunternd und wartete ab, wenngleich ihre Geduld nicht sonderlich groß auf die Probe gestellt wurde.
Bei der Frage musste sie wieder lächeln und nach einem kurzen Zögern entschloss sie sich zu einem Nicken. Trotzdem schränkte sie ein:"Du wirst aber noch nichts spüren, dazu ist es zu... frisch." Wie auch sollte sie es sonst ausdrücken, wo sie keine Ahnung hatte, wie weit diese Kinder schon aufgeklärt waren?
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 4. Oktober 2012, 10:33

“ Es muss nicht immer kalt sein und das Nasse ist angenehm. Außerdem trocknet man sich danach auch ab oder lässt das die Sonne tun, wenn es draußen sehr warm ist." „Aber da muss man sich doch Schütteln!“ Warf eines der Jungtiere überrascht ein. „Schüttelst du dich nicht wenn du nass wurdest? Wir machen das so!“ Schon schüttelte sich die kleine und die anderen machten es ihr nach, sogar der kleinste und jüngste der Kater, welcher noch nicht mal sprechen konnte guckte ab was die grösseren taten und versuchte es nachzuahmen, mit mässigem Erfolg, denn der Kleine verlor das Gleichgewicht und landete sogleich auf dem Hintern. Die Kleinen begannen zu kichern. „Du musst Meer sagen, nicht Nass! Du hörst ihr ja gar nicht richtig zu!“ Meinte Murmos. „Doch tu ich wohl! Tust du nicht! Tu ich wohl!“ Schon begannen sich die kleinen zu raufen, aber nur kurz, denn sie hielten wieder inne als die Sprache wieder auf die Welt da draussen fiel.

"Von überall. Ich bin schon ein wenig herum gekommen." „Uuuuuuuuuuhhhhh…“ Die Kleinen gaben sich mit der Antwort zufrieden, tatsächlich waren sie sogar fasziniert von dieser Frau welche die ganze Welt schon gesehen zu haben schien! „Bist du auch mal über das grosse Nass gefahren? Er meint das Meer! Hab ich doch gesagt! Nein hast du nicht! Das grosse Nass ist das Meer! Ja dann sag doch gleich Meer! Bist du`? Ja bist du? Wer braucht denn so ein grosses Meer zum Trinken? Gibt es so grosse Tiere da draussen?“ Die Kleinen scheinen nur kleine Tümpel oder vielleicht den einen oder anderen Weiher zu kennen, nicht einmal Flüsse scheinen sie je gesehen zu haben, sie waren vermutlich ja auch noch viel zu klein um in die Stille Ebene hinaus zu gehen und die Welt zu entdecken. Umso mehr nutzten sie natürlich die Gelegenheit Janay darüber auszuquetschen was es denn da draussen so alles gab, denn die grösseren Leoniden waren immer etwas zurückhaltend mit ihren Erzählungen.

Nun war es auch an der Zeit sie einwenig über die unterschiedlichen Völker Celcias aufzuklären, nicht dass die letztendlich tatsächlich noch glaubten, dass alle anderen Rassen nichts weiteres als seltsam geschnitzte Leoniden waren.
"Das selbe könnte ich euch fragen. Wieso habt ihr Krallen, geschlitzte Augen, schnurrt?" „Wenn Murmos sich ein Nasenloch zuhält, pfeifft es wenn er Schnurrt! Mach mal Murmos! Ja mach mal!“ Feuerten ihn die anderen schon stürmisch an. „Nun gut!“ Meinte Murmos, immerhin als Clown konnte er seine defizite bei der Jagdt einwenig kompensieren. Er hockte sich vor Janay hin, drückte sich mit seiner Pranke das linke Nasenloch zu und begann zu schnurren. Tatsächlich pfiff es leise im regelmässigen Takt. Die Jungen prusteten los. „Hörst du es? Hörst du es?“ Sie wälzten sich lachend herum. Eine muntere Bande, zweifelsohne.
Dann wurde Juduka wieder interessant, die Meute war kaum zu bändigen in ihrem neugierigen Eifer. "Lasst sie besser in Ruhe, sie ist krank." „Krank? Was hat sie denn? Hat sie schlechtes Fleisch gegessen? Oder schlechtes Wasser getrunken? Oder hat sie eine giftige Mücke gestochen?“

Und schon war die Aufmerksamkeit wieder auf Janays Bauch. Die Kleine näherte sich und legte sanft die Pranke auf ihren Bauch. „Oh ich möchte auch! Ich auch! Ich auch!“Nun waren die Mädchen gefragt. Sie stellten sich alle brav in eine Reihe und fühlten eins nach dem anderen vorsichtig den Bauch. Die Jungs schüttelten sich, das war nichts für sie.
„Kommst du später mit uns nach draussen spielen? Ja kommst du? Ja kommst du? Oder musst du noch lange hier rumliegen? Was hast du eigentlich?“

In diesem Moment kam Bewegung in die Höhle. Lacrima war mit Talimée zurückgekehrt, die Leonidin zog einen grossen Zuber auf einem Karren heran. Talimée halft ihr indem sie hinten anschob, während sie in der linken Hand eine kleine Treppe mit sich trug. Die Leonidinnen blickten auf und auch die Jungen sprangen um den Zuber herum. „Was ist da drinn? Ja was?“ Sie kletterten aufeinander hoch um hineinspähen zu können. „WAHRRH NAsS!!“ Und schon stoben allesamt zu ihren Müttern und versteckten sich dahinter.

Lacrima fixierte den Karren mit vier Keilen, sicher war sicher. Dann kam sie zu Janay hin. „Wir haben ätherische Öle dem Wasser beigefügt und es aufgekocht, es ist schön warm…“ Talimée stellte die Treppe vor den Zuber und kam ebenfalls zu Janay hin. Sie lächelte, offensichtlich fühlte sie sich bei den Leonidinen ziemlich wohl. Auch sie hatte schliesslich einiges durchgemacht in letzter Zeit. „Ich helfe dir auf, Janay… komm…“ Sie bot sich an ihr in den Zuber zu helfen.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Montag 8. Oktober 2012, 13:36

Die junge Frau bildete sich ein, dass sie das schon erwähnt hätte, wie sie wieder trocken wurde. Aber es wunderte sie auch nicht, wenn dies der Fall gewesen sein sollte, denn die Kleinen hörten nicht immer sonderlich aufmerksam zu. Sie schweiften wirklich sehr gerne mit ihren Gedanken ab und waren ziemlich sprunghaft.
Also konnte sie auch geduldig bleiben und sogar darüber schmunzeln, als sie eine Vorführung der verschiedenen Schütteltechniken zu sehen bekam.
Danach jedoch schüttelte sie leicht den Kopf. „Ich trockne mich mit einem Tuch ab. Wenn es warm genug ist, lasse ich das von der Sonne erledigen.“, erklärte sie ihre eigene Vorgehensweise.
Währenddessen versuchte der Kleinste der Gruppe nachzuahmen, was seine Freunde taten, und fiel prompt dabei um. Das war richtig putzig und Janay konnte sich kaum eines leicht verträumten Gesichtsausdruckes erwehren.
Kinder konnten ja schon süß sein… ob ihres auch so werden würde? Bestimmt würde es für sie das niedlichste aller Kinder sein, sofern es auf die Welt kommen könnte…
Der Gedanke ließ sie seufzen und schürte wieder den Schmerz tief in ihrem Herzen. Und dann waren die Kleinen erneut mit sich selbst beschäftigt, sodass sie den Wandel hoffentlich gar nicht bemerkten, während wiederum die junge Frau die Zeit hatte, sich zu besinnen und zusammen zu reißen.
Obendrein war das nächste Thema ein wenig heikel für sie, da sie dabei wohl kaum richtig würde verstanden werden können. Entsprechend vorsichtig und vage drückte sie sich aus.
Anscheinend war es genau richtig, denn nun wurde sie erst recht angehimmelt. Schon kam die nächste Frage, die sie mit einem Lächeln sowie einem Kopfschütteln quittierte. Allerdings kam sie vorerst zu keiner Antwort, da der nächste Hader bereits aufkam.
Erst, als sie in ihrer Neugierde wieder auf sie fixiert waren, ergriff sie die Möglichkeit zum Antworten. „Nein, bin ich noch nicht. Und ja, es gibt sehr große Tiere, doch glaube ich nicht, dass sie das Meer austrinken könnten. Es ist ja auch kein Trinkwasser, weil es zu salzig ist.“, versuchte sie ihnen mit relativ einfachen Worten zu erklären, ohne preisgeben zu müssen, dass sie in der Hinsicht allmählich an die Grenze ihres Wissens stieß. Denn Janay hatte bislang stets das Festland bevorzugt und sich gar nicht so recht darüber informiert, welche Gelegenheiten ihr zu Wasser zur Verfügung stehen könnten.
Danach ging es weiter und ein weiteres Mal wurde sie von einer Reaktion überrascht. Obwohl sie die Kinder hatte zum Nachdenken bringen wollen, sprachen sie auf einmal nur von einer ihrer seltsamen Angewohnheiten.
Trotzdem ließ sie es geschehen und blickte zu besagtem Murmos, der das demonstrieren sollte. Der das auch tat und sie musste zugeben, es klang tatsächlich amüsant.
So lächelte sie auch und wagte es, ihm sein Kopfhaar ein wenig zu zerzausen, als er fertig war. „Na, das klingt doch gut. Etwas, das dich sicher von den anderen abhebt!“, wollte sie diplomatisch sein und ihm irgendwie auch ein wenig Mut machen.
Schließlich wusste kaum jemand besser als die junge Frau, wie es war, wenn man anders als der Rest seiner Umgebung war. Und sie hatte einfach instinktiv das Gefühl, als bräuchte dieser Murmos gerade solche kleinen Aufmunterungen.
Indes hatten die Kleinen auch Juduka bemerkt, die ebenfalls nicht in ihre gewohnte Umgebung passte. Natürlich kamen da viele Fragen auf sie zu, wie hätte es auch anders sein können? Aber Janay konnte und wollte sie bei diesem Thema nicht weiter informieren.
So zuckte sie scheinbar ratlos mit den Schultern. „Ich weiß es selbst nicht genau. Seid nur so lieb und lasst sie in Ruhe, bis sie wieder aufwacht.“
Warum verteidigte sie die Nachtelfe eigentlich? Sie mochte sie ja nicht einmal! Und trotzdem… es kam ihr so nun einmal richtig vor. Außerdem war die andere schon wieder außerhalb des Interesses, während die junge Frau selbst unfreiwillig zurück in den Mittelpunkt rückte.
Kaum hatte sie es einem Mädchen erlaubt, sie zu berühren, wollten alle es ihr gleich tun. Innerlich seufzte sie, jedoch wenigstens verhielten sie sich halbwegs gesittet und überfielen sie nicht.
Bei den kommenden Fragen hingegen wusste sie nicht so recht, was sie darauf erwidern sollte. Diesmal allerdings wurde sie einer Antwort enthoben, denn Talimée und Lacrima kehrten endlich zurück, sodass sie eine Ausrede hatte, sich der Meute ein bisschen zu entziehen.
Dafür war es ein mehr als amüsantes Schauspiel zu sehen, wie die Kinder sich verhielten, kaum, dass sie bemerkt hatten, was in dem Zuber drinnen war. Leise, kaum hörbar in dem Tumult, kicherte sie hinter vorgehaltener Hand. Nun ja, manchmal war Neugierde wohl nicht ganz so gut.
Während der Zuber an seinen Platz gebracht und dort befestigt wurde, nahm sie sich in Ruhe Zeit, sich aus der Decke zu befreien. Dass sie kaum etwas darunter trug, noch immer lediglich die Unterwäsche, die eigentlich zu ihrer Tarnung gehört hatte, störte sie nicht im Geringsten. Zwar fühlte sie die neugierigen Blicke wie lauter kleine Ameisenbeine auf ihrer Haut prickeln, doch war sie so etwas mehr oder weniger gewöhnt.
Was sie hingegen mehr irritierte, war der eingebundene Knöchel, dessen Pulsieren sie die gesamte Zeit über gar nicht wahrgenommen hatte. Stattdessen war ihr schon nicht mehr bewusst gewesen, dass sie verletzt war. Was war da noch einmal passiert? Ihr Gedächtnis ließ sie in der Hinsicht einstweilen noch im Stich.
Als die Leonidin sich ihr wieder näherte, sah sie fragend auf und hörte sich die Worte an. Ein dankbares Lächeln umspielte ihre Mundwinkel und sie nickte.
Danach drehte sie sich, gab ihre Beine über die Kante der Liegestatt und wollte behutsam auf ihren verletzten Fuß auftreten. Etwas, das sie sofort bereute. Mit einem leisen Laut des Schmerzes nahm sie jeglichen Druck davon und spürte, wie ihr die Tränen in die Augen schossen.
Mit sich selbst beschäftigt, brauchte sie einige Momente länger, bis sie zu Talimée aufsehen konnte, die sie angesprochen hatte. Knapp nickte sie und schluckte, in dem Versuch, ihre Schmerzen wieder unter Kontrolle zu bekommen.
Es war einfach furchtbar! Selbst jetzt, wo der Fuß in der Luft schwebte, tat er unbeschreiblich weh. Wie sollte sie den Weg zum Zuber und dort hinein überhaupt schaffen? Mit einem Mal kamen ihr diese wenigen, kleinen Schritten wie eine Kilometer weite Entfernung vor!
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Gestalt » Dienstag 13. November 2012, 10:40

Es dauerte eine ganze Weile, bis allmählich wieder die Ohren der Kleinen hinter den Rücken ihrer Mütter zum Vorschein kamen und dann, nur wenige Augenblicke später folgten auch die gelben Katzenäugelchen. Sie konnten es eben doch nicht lassen. Sie wollten sehen wie die Fremde ins Wasser stieg, doch sie legten auch grossen Wert auf den gebührenden Sicherheitsabstand. Sogar deren Mütter musterten den Zuber argwöhnisch. Wasser war wirklich nicht das Lieblingselement der Leoniden, soviel war inzwischen klar.

Talimée erkannte sofort, dass Janay Hilfe benötigte, schon war sie bei ihr und unterstützte die junge Frau, indem sie dafür sorgte, dass Janay ihren Arm um Talimées Schulter legte, sie selbst stützte sie an den Hüften, so dass sie nicht mehr mit dem Verletzten Fuss auftreten musste. Langsam und behutsam führte sie Janay zum Zuber. Das einsteigen würde vermutlich sogar einfacher sein, als wieder herauszukommen. „Lacrima sagt, die Öle im Zuber seien speziell. Heilend und Wohltuend. Das Bad wird dir gut tun.“

Wie es sich für eine gute „Dienerin“ gehörte, zögerte Talimée nicht, zugunsten von Janay mit in den Zuber zu steigen, um sie dort möglichst behutsam niedersinken zu lassen. Warmes, wohlduftendes Wasser benetzte Janays Körper. Der Zuber war gross genug für sie beide. Allein schon das Eintauchen in dieses Wasser war ansich schon eine Wonne, das einzige was das lindernde und beruhigende Ambiente störte, war die Tatsache, dass sich die Kleinen hörbar gruselten und auch sofort wieder miteinander zu tuscheln begannen.

Talimée lächelte Janay behutsam zu. Sie führte ihren Körper, sorgte dafür dass Janay ihre Beine ausstrecken konnte, der Zuber hatte eine ideale Grösse für Janay, sie konnte sich zurücklehnen, ohne unter Wasser zu geraten. Als Talimée sichergestellt hatte, dass Janay bequem sass, lehnte sie sich selbst an den Zuber zurück. Da die Elfe einiges grösser als Janay war, ragte ihr das Wasser nur gerade bis auf die Höhe ihres Herzens. Für einen Moment schloss sie gedankenverloren ihre Augen, auch ihr tat Entspannung vermutlich gut. Sie alle hatten viel durchgemacht. Dennoch zeichnete sich beinahe ein liebliches Lächeln auf ihrem Gesicht ab, als sie tief Luft holte um den Duft der Öle in sich aufzunehmen. Beinahe wie in Trance wanderten ihre Hände nach oben… doch da waren keine Haare die sie hätte aufbinden können, wie sie es sonst wohl jeweils im Bad gemacht hatte. Sie öffnete ihre Augen, ihr sonst so honigwarm funkelnden Augen nahmen für einen kurzen Moment eine Trübung an. Vorsichtig berührte sie ihre Kopfhaut, wo sich bereits wieder der erste zaghafte Haarflaum gebildet hatte.

Im Feuerschein der Höhle, leuchtete ihre Haut braungolden. Sie tauchte kurz unter und strich sich dann mit ihren zarten Händen übers Gesicht. Talimée war eine wunderschöne Frau. In diesem Zuber, bei diesem Licht, mit ihrer Tunika die sich nun hauteng um ihre Haut legte, strahlte sie eine intensive, unschuldige Erotik aus, die Männerherzen wohl zum wilden Schlagen animieren könnte. Vielleicht nicht nur Männer… Mit ihren 100 Jahre gehörte sie sicherlich noch nicht zu den alten Elfen, aber sie war eine Frau, kein Mädchen mehr, hier in diesem Zuber wurde dieser Umstand überdeutlich. Auch wenn sie vielleicht sonst, im Alltag weit jünger Wirkte als sie eigentlich war, dies aufgrund ihrer Schüchternheit und zurückhaltenden Art. Ungewöhnlich intensiv zeichneten sich unter der Tunika ihre wohlgeformten Brüste ab, wie weiche Kissen die zum Anlehnen einluden.

Vielleicht lag es an den Kräutern, dass der Fokus plötzlich so auf den Körper der Elfe gelegt wurde. Talimée sah Janay intensiv in die Augen, jene Frau, die sie so tief ins Herz geschlossen hatten, der sie Treue geschworen hatte. Sie konnte nicht anders, als sich auf sie zu zubewegen, dabei strich sie sanft mit ihrer Hand über Janays Oberschenkel, dann beugte sie sich vor, sah Janay nochmals an, lächelte, schloss dann ihre Augen und drückte ihr sanft einen Kuss auf die Lippen, ehe sie ihre Stirn gegen jene von Janay legte, sanft. Jede Bewegung Talimées zeichnete sich durch eine Geschmeidigkeit und Ruhe aus, wie sie nur die Elfen besitzen konnten.

Sie legte sanft ihre Hand auf Janays Wange. „Denk nicht an den Schmerz, sondern…an das Leben welches in dir wächst.“ Hauchte sie ihr leise zu.

„Mami, warum schmusen die beiden miteinander?“ „Die machen nur Fellpflege…“ War die Verlegene Antwort, die Bemerkung dass die doch gar kein Fell hätten blieb unbeantwortet. Die Leoniden konnten ja nicht wissen, dass besonders Waldelfen sehr empfänglich für ätherische Öle waren und sehr intensiv darauf reagierten.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Mittwoch 14. November 2012, 10:59

Die junge Frau konnte nicht nachvollziehen, was diese Wesen gegen das Wasser hatten. Es war wohltuend, machte sauber und half einem, sich zu entspannen und danach wieder besser zu riechen. Was oft genug nötig war, vor allem bei anderen, die das scheinbar nicht einmal bemerkten! Auch war sie eine eher reinliche Person, allein schon wegen ihrer Berufswahl musste und wollte sie das sein.
So freute sie sich auf ihr kommendes Bad, was ihr lediglich durch den Umstand getrübt wurde, dass sie nicht alleine aufstehen konnte. Dazu waren die Schmerzen in ihrem Fuß einfach zu gravierend.
Doch sie hatte diese Qual noch nicht verarbeiten können, da war die Waldelfe schon heran und griff ihr unterstützend unter die Arme. Sie schenkte ihr ein schmales, dankbares Lächeln, während in ihren Augen noch deutlich zu lesen war, wie weh diese Verletzung tat.
Bei den Worten nickte sie knapp. „Ja, das hoffe ich…“, erwiderte sie leise und leidend. Obwohl sie sich sicher war, dass es so oder so wohltuend wäre und sei es allein dadurch, dass sie danach wieder den Schmutz los wäre, der auf ihrer Haut noch leicht klebte.
Was sie jedoch etwas irritierte, war, dass Talimée ihr nicht half, sich auszuziehen. „Aber… mit der Kleidung?“, fragte sie auch entsprechend. Es war ungewöhnlich und sie schämte sich ja nicht, sodass sie es den Stoff nicht zwangsläufig am Körper behalten wollte.
Doch half ihr die andere weiter in den Zuber, ohne ihr beim Entkleiden behilflich zu sein, und im Endeffekt war es nicht so schlimm. Ersparte sie es sich, die Kleidung extra zu waschen.
Aufseufzend ließ sie sich schließlich in das warme Wasser gleiten und sank zurück gegen die Wand des Zubers, wo sie es sich bequem machen konnte. Sie schloss die Augen und genoss erst einmal nur dieses Gefühl. Ihr Bein pochte dumpf, allerdings ließ der Schmerz ein wenig nach, sodass es erträglicher wurde.
„Tut das gut…“, murmelte sie träge und fühlte Müdigkeit in sich aufsteigen. Wenn die Temperatur des Wassers so bleiben würde, könnte sie Stunden hier drinnen verbringen. Sogar die Kleinen konnte sie ignorieren, da sie das Getuschel in ihrer Umgebung gewöhnt genug war, um es generell ausblenden zu können.
Was sie hingegen wunderte, war, dass sie nicht im Zuber allein gelassen wurde. Es störte sie nicht, Platz genug gab es schließlich, aber ungewöhnlich war es schon in ihren Augen. Wenngleich auch die andere ein Bad verdient hatte und sich Janay somit gewiss nicht darüber beschweren würde. Die Wasserbewegungen störten sie zwar ein bisschen, jedoch war es nicht so stark, dass es ihre Entspannung beeinflusste.
Die Augen hielt sie weiterhin geschlossen und konnte somit nicht sehen, was Talimée tat oder wie der Stoff an ihrem Körper klebte. Stattdessen trieben ihre Gedanken haltlos dahin, wanderten an einen anderen Ort, den sie nicht einmal benennen konnte.
Fast war ihr, als würde sie einschlafen und zu träumen beginnen. Sie sah eine Wiese, ähnlich wie in der Stillen Ebene, blühend und friedlich, mit einem herrlich hellblauen Himmel und angenehm warmen Temperaturen. Vor ihr stand ein Mann, den sie zu kennen glaubte, jedoch nicht direkt erkennen konnte. Sein Gesicht war irgendwie… verschwommen.
Mit einem wohligen Seufzen schloss sie die Augen und atmete den Duft der blühenden Vegetation ein, ehe sie an sich herab sah und lächelte. Ihr Bauch wölbte sich und sie konnte leichte Tritte schon spüren, Zeichen des heranwachsenden Lebens in ihr.
Plötzlich allerdings wurde sie angegriffen, Hände legten sich auf ihre Oberarme und begannen sie zu schütteln. Sie schrie auf und versuchte sich zu wehren, doch es gelang ihr nicht, sich zu befreien. Stattdessen durchzog ein heftiger Schmerz ihren Unterleib und sie hatte das Gefühl, als würde sie zu bluten begannen.
In ihrem Traum begann sie panisch zu schreien… und riss abrupt in der Wirklichkeit die Augen auf. Leicht keuchte sie und starrte nur gerade aus, sodass sie zufällig den Blick der Waldelfe traf.
Noch gefangen von diesen Bildern, bemerkte sie die zarte Berührung an ihrem Oberschenkel nicht und versuchte auch nicht zurück zu weichen, als diese sich ihr näherte und sogar die Lippen sanft auf die ihren legte. Sie wirkte wie eine Statue in diesen Momenten.
Erst, als die Stirn gegen ihren gelehnt wurde, begann sich der Schrecken etwas zu lösen und sie fing an zu zittern. Die Hand auf ihrer Wange war angenehm warm und sorgte für ein leises Schluchzen, das in ihrer Kehle aufstieg.
Dieser kurze Traum… er war furchtbar gewesen! Die Bilder wollten sie kaum los lassen, sodass sie instinktiv schutzsuchend die Arme um Talimée legte.
Deren Worte klangen zwar beruhigend, doch sie war noch viel zu sehr gefangen, als dass sie so rasch darauf reagieren konnte. Denn ihre Angst nagte an ihr.
Den Schmerz indes nahm sie derzeit gar nicht mehr wahr, stattdessen fürchtete sie lediglich darum, wieder nicht für dieses neue Leben zu schenken fähig zu sein. All ihre Gedanken wurden davon ausgefüllt.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 14. November 2012, 12:16

Talimée hatte bewusst auf das Entkleiden verzichtet, einerseits weil sie wohl kaum ihre Kleider in der Trinkwasserquelle der Leoniden hätten Waschen können, denn für was anderes schienen die Katzenvölker das Wasser nicht zu verwenden und zum anderen weil sie die Fremden nicht irritieren wollte. Sie selbst hätte auch kein Problem mit ihrer eigenen Nacktheit gehabt – dies war bei Waldelfen ohnehin sehr selten der Fall… aber hier in der Höhle sassen ja unaufgeklärte kleine Fellknäuel. Sie wollte es den Müttern der Kleinen überlassen, wann sie den Zeitpunkt für gekommen erachteten um sie darüber aufzuklären, dass es Unterschiede zwischen Weibchen und Männchen gab. Schliesslich waren die Kleinen heute sehr vielen Neuheiten ausgesetzt gewesen.
Beide Frauen waren für einen Moment in ihren eigenen Gedanken versunken. Die Löwinnen entschieden indessen wieder ihrer Fellpflege nachzugehen. Bald schon stellten sich erste leise Gespräche ein, der Alltag hielt wieder Einzug in die Höhle. Auch die Kinder gingen wieder ihren eigenen Interessen nach, die vor allem darin bestanden sich um die noch immer schlafende oder bewusstlose Juduka zu versammeln und darüber zu debattieren warum ihre Haut so weiss war. Eine der heftig umstrittenen Theorien besagte, dass ihre auffällige Blässe dadurch kam, weil sie sehr Krank sein musste. Andere behaupteten Phaun hätte bei der Erschaffung ihres Körpers zu wenig Hautfarbe übrig gehabt und sei darum auf weiss ausgewichen.
Lacrima war bei Juduka und sorgte dafür dass die Kleinen nicht zu aufdringlich wurden. So hatten die beiden Frauen im Zuber, trotz grosser Gesellschaft sowas wie eine Privatsphäre im Moment, denn niemand achtete gross auf sie.

Es war Talimée, welche Janay beobachtete, währed sich ihre Gesichtszüge entspannten und sie in einen Traum herabglitt. Mit wachsender Sorge bekam sie so auch mit, wie sich ihre Mine plötzlich veränderte, ihr Körper anspannte, ihre Atmung schneller ging und sich gar feine Schweisstropfen an ihren Schläfen bildete. Janays Augenbrauen zogen sich zusammen und ihr Kopf ruckte unruhig hin und her. Vielleicht lag es an den Dämpfen, oder aber an Janays Albtraum, dass Talimée sich dazu entschloss den Körperkontakt zu der Schwangeren zu suchen. Janay erwachte er als sie ihre Stirn gegen die ihrige lehnte. „Shhh…Herrin…“ Manchmal rutschte ihr das Wort einfach noch heraus, auch wenn sie wusste dass Janay diese Anrede nicht mochte. Doch für Talimée blieb sie einfach ihre Herrin, jene Herrin die sie als einzige gut behandelt hatte, die ihr geholfen hatte aus diesem Albtraum zu fliehen, in den sie selbst geraten war…
„Janay… ruhig …du bist hier in Sicherheit…“ Versuchte sie die Schwangere zu beruhigen. Wie viel die beiden doch durchgemacht hatten. Vor einigen Tagen hätte Talimée es nie gewagt sich so ihrer Herrin zu nähern, nicht einmal ihren Körper hätte sie zu betrachten sich getraut. In Janays Gegenwart war sie aufgeblüht, wie eine Blume die den Winter überlebt hatte. Doch sie konnte nicht gänzlich ablegen, was ihr widerfahren war… und sie wurde auch immer wieder von Heimweh nach dem Wald geplagt.

„Dir wird nichts geschehen…“ Hauchte sie beruhigend. Sie konnte nur von Janay sprechen, denn bezüglich Kazel würde es nicht der Wahrheit entsprechen. Damals im Wald, hatte sie diese Vision gehabt, von diesem Wesen welches ihm die Seele geraubt hatte. Sehr besorgniserregend, doch sie wollte nicht mit Janay darüber sprechen, sie nicht noch zusätzlich belasten. Sie würde mit Kazel sprechen müssen, doch dies war schwierig, hier in einer Stadt wo Männer und Frauen grösstenteils getrennt lebten.
„Was macht dir in deinen Träumen solche Sorgen…H…Janay?“

Flüsterte sie ihr zu und nahm sie fest in ihre Arme. Ihr Körper presste sich eng gegen Janays, die ehemalige Sklavin achtete dabei peinlichst genau darauf, dass Janay ihren Fuss nicht verlagern musste. Sie wollte ihr schliesslich keine Schmerzen bereiten. Ihre Körper waren im Moment nur gerade durch den nassen Stoff voneinander Abgegrenzt. Talimée klammerte sich an Janay fest, als suchten beide Frauen nach Halt. Irgendwie war es ja auch so, wenn es Janay nicht gut ging, ging es auch Talimée nicht gut. Sie hatte ihr Seelenheil komplett auf jenes von Janay ausgerichtet. Schliesslich war sie ihre Erretterin gewesen. Inzwischen hatte sie natürlich auch den Rest der Gruppe in ihr Herz geschlossen, besonders Sintus. Ihr gegenüber hatte er eine sehr weichherzige und fürsorgliche Seite von sich gezeigt. Hoffentlich würde er genesen. Sein Zustand bereitete ihr grossen Kummer, doch sie wagte es nicht darüber zu sprechen. Ihre Sorgen waren Sekundär, angesichts jener ihrer Herrin. Ein Muster welches sie einfach nicht ablegen konnte.

Sie strich über Janays Haar. Begann leise ein elfisches Lied, vom Wald zu singen… um ihre Herrin zu beruhigen. Sie hatte eine wunderschöne Stimme. Auch die Löwinnen und die Kleinen horchten auf und hörten zu. Es ging um ein kleines Rehkitz, welches sich im Wald verloren hatte... und dann aber von Florencia und Phaun wieder zurück zur Mutter geführt wurde.

Eins der Kleinen begann zu sabbern. "Mami...ich hab hunger..."
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Mittwoch 14. November 2012, 13:06

Dass die Kinder den Unterschied zwischen männlich und weiblich noch nicht kennen und deswegen verfrüht aufgeklärt werden könnten, wenn die beiden Elfen sich entkleidet hätten, daran dachte die junge Frau gar nicht. Für sie war es längst viel zu gewöhnlich, dass sie sich da nicht mehr in jenes Alter zurück versetzen konnte.
Das würde sich noch sehr gravierend ändern, sobald sie selbst ihr Kind zur Welt gebracht hatte. Sofern es je dazu käme…
Entspannt konnte sie sich erst einmal noch zurück lehnen in dem Zuber und das warme Wasser schlichtweg genießen. Was in ihrer Umgebung geschah, wurde unwichtig. Talimées Nähe spürte sie, vor allem, wenn diese sich bewegte. Die anderen Geräusche jedoch blendete sie gedanklich aus, denn das leise Schmatzen oder Getuschel waren nichts, was sie interessierte. Sie wollte sich entspannen, das war alles, und sauber werden.
Da war es im Prinzip auch eine gute Sache, dass sie in den Schlaf hinüber glitt und zu träumen begann. Die Bilder hingegen waren allerdings alles andere als vorteilhaft, sondern erschreckend und griffen ihre ohnehin noch zu sehr strapazierten Nerven an. Wie stark diese Szene bei ihr in der Wirklichkeit körperliche Reaktionen auslöste, konnte sie dabei nicht ahnen. Für sie war einige Momente lang nur der Traum real, den sie durchleben musste.
Zu ihrem Glück konnte sie sich befreien und wachte auf, wenngleich mit einem Gefühl, das nur noch äußerst knapp an der Panik vorbei schrammte. Vorerst konnte sie sich weder orientieren, noch auf die Berührungen reagieren.
Sie kehrte erst vollständig in die Wirklichkeit zurück, als eine warme Stirn gegen die ihre gelehnt wurde.
Weitere Worte drangen an ihr Ohr, ein beruhigender Tonfall, der ihr zwar half, wieder das zu sehen, was sich tatsächlich vor ihr befand, jedoch gleichzeitig auch ihre Nerven erneut zum Vibrieren brachte. Ihr Körper begann zu zittern, ein Schluchzen wurde in ihrer Kehle geboren und ihre Augen begannen verräterisch zu brennen, was sie mit blinzeln zu beseitigen versuchte. Ohne Erfolg. Sie hatte nicht einmal die Kraft, die andere darauf hinzuweisen, dass sie nicht mehr „Herrin“ zu ihr sagen sollte. Nein, Janay suchte bei der Waldelfe vorerst nur Halt, in der Hoffnung, dadurch würde alles wieder gut werden.
Erneut erfolgten Worte der Beruhigung, bedauerlicherweise ohne die gewünschte Wirkung zu erzielen. Stattdessen kamen ihr nun wirklich die Tränen und sie begann leise zu schniefen. „Ich hab Angst…“, wisperte sie beinahe lautlos.
Es war ein Eingeständnis, das ihr nicht leicht fiel, noch dazu, dieses auszusprechen. Ein Zeichen dafür, wie sehr sie darunter litt. Wenn sie nur wüsste, dass dieses Kind gesund wäre und leben dürfte… Doch dafür war es viel zu früh, niemand könnte ihr das im Vorhinein sagen. Dass Talimée Visionen haben konnte und sie es so probieren könnte heraus zu finden, kam ihr nicht in den Sinn.
Erst, als die Frage konkret nach ihrem Traum gestellt wurde, nahm sie den Sinn dahinter überhaupt wahr. Erneut schniefte sie und versuchte, sich zusammen zu reißen, ihre Tränen von den Wangen zu wischen und sich zu straffen. Doch nichts davon gelang ihr so recht, denn die salzige Flüssigkeit lief noch immer und den Klammergriff um die Waldelfe konnte sie auch nicht lockern, ihr fehlte die Kraft dazu.
Dafür begann sie leise zu stammeln:„I… ich war… schon einmal… schwanger… und habe es verloren…“ Ein großes Geheimnis, das sie gerade der anderen offenbarte, nichts, was sie in einer anderen Stimmung freiwillig von sich gegeben hätte. Bisher hatte sie es verschweigen können, auch vorhin, als Kazel noch versucht hatte sie zu trösten, direkt, nachdem sie von der Neuigkeit erfahren hatte.
Aber nun… kam es aus ihr heraus und würde somit einiges erklären. Nun ja, zumindest in der Theorie, wenn Talimée die richtigen Schlüsse daraus zog.
Die Reaktion ihrer Nerven schien sich noch zu verschlimmern, denn die Nähe des anderen Körpers, die Wärme und der wohltuende Duft, lösten die Anspannung immer mehr, sodass sich alles verstärkte. Andererseits war das sicherlich gut, da sich dadurch nichts länger so aufstauen würde. So heftig es jetzt auch wirken mochte.
Dadurch begann sie nun wirklich zu weinen, schluchzte immer lauter und wurde stärker durchgeschüttelt bei jedem Schluchzen. Bis die Waldelfe damit begann, ein Lied zu singen.
Die Melodie war angenehm für die Ohren und obwohl sie nicht auf den Text achtete, musste sie feststellen, dass die wohlklingende Stimme eine beruhigende Wirkung auch auf sie hatte. Allmählich wurde es besser, ihre Sinne begannen damit, sich zu klären und von der Panik zu entfernen, die sie schon wieder hatte ergreifen wollen.
Trotzdem blieb ihr Griff in seiner Art ein Klammern und war von ihr auch weiterhin ein Schluchzen zu hören. Wenngleich es leiser wurde und die Abstände sich vergrößerten.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Gestalt » Sonntag 6. Januar 2013, 16:44

Es hiess die Sehergabe war ein Geschenk Manthalas an ihre Geschöpfe. Talimée war eine sehr gläubige Frau, doch als Waldelfe huldigte sie Phaun und Florencia in tiefer Demut. Dennoch war sie daovn überzeugt dass Manthala hinter ihren Visionen steckte, warum ausgerechnet sie dafür erwählt worden war? Sie wusste es nicht, die Wege der Götter waren ohnehin unerfindlich. Sie hatte ihnen schon lange kein Opfer mehr dargebracht. Sicherlich, sie dankte ihnen täglich in einem Gebet. Sie bedankte sich dafür dass sie Janay hat Kennenlernen dürfen, dass sie Befreit worden war, dass sie nun hier in dieser Stadt aufgenommen worden waren. Sie betete für Sintus und auch für Juduka, ja sogar den Warg den Kazel im eifer des Gefechts verletzt hatte schloss sie in ihre Gebete ein. Dieser lebte nämlich noch, sie hatte ihn gesehen, eingesperrt in einem umzäunten Gehege. Sie hatte so vieles von der Stadt gesehen im Gegensatz zu Janay. Ja, Leonia war ein sicherer Ort… selbst Talimée konnte nicht ahnen, dass die Stadt noch eine der letzten sicheren und freien Ort eim östlichen Celcia war.

Was die Zukunft wohl bringen würde? Ihre Visionen zeigten was sie unbedingt wissen musste, Dinge die sie vielleicht sogar noch Beeinflussen konnte oder die wichtig sein würden. Ihre Visionen stellten aber selten nur Möglichkeiten dar. Bisher war praktisch immer eingetroffen was sie gesehen hatte. Nicht gerade beruhigend im Hinblick auf ihre Letzte….
Während die Seherin sich also grosse Sorgen um Kazels Seele machte, fürchtete sich die werdende Mutter Janay um das Wohlergehen ihres ungeborenen Kindes. Dieser Moment hier in dieser Höhle, gebaut von einer völlig fremden Kultur, Schutz bietend vor der totalen Vernichtung die draussen drohte, dieser Moment der den Druck aller Ereignisse der letzten Tage für einen Augenblick von Janays und Talimées Schultern hatte nehmen können, reichte aus um bei Janay ein Tor zu einem unglücklichen und traurigen Geheimnis zu öffnen, welches sie lange in ihrem Herzen.

Dieser arme Hohlmuskel, der sich hat verhärten müssen mit dem Lauf der Jahre und Ereignisse und in sich doch eine so tiefe und schwerwiegende Wunde trug, entspannte sich von diesem ewig währenden Krampf und gab den Zugang frei, offenbarte die Stelle welche nie hatte Heilen können. Über all die Zeit hinweg nicht.

Es ist das Privileg der Frau, neues Leben in sich entstehen zu lassen, es heranreifen zu lassen, von der einfachen Frucht bis hin zum einzigartigen Individuum. Kein Vorgang war femininer, kein anderer ist bedeutender für die Identifikation als Frau, weil das Frausein im Verlauf der Schwangerschaft eine Metamorphose erlebt. Denn noch während das ungeborene Kind im Leib der Frau heranwächst, wird ein schier untrennbares Band zu jenem geknüpft, es findet eine ewigwährende und nicht zu verleugnende Prägung von Kind und der Frau statt… denn sie wird zur Mutter. Talimée ist davon überzeugt, dass kein Band auf Celcia so stark ist wie jenes zwischen Mutter und Kind.

Umso gravierender, wenn die Mutter ihr Kind nicht beschützen kann und sich gar der eigene Körper gegen die Leibesfrucht aufwiegelt und es abstösst. Die eigene Weiblichkeit offenkundlich in Frage gestellt. Die ganze Architektur des weiblichen Körpers ist auf die Austragung der nächsten Generation fokussiert, kommt es zum Abort, kommt dies einer fehlerhaften Konstruktion gleich. Das vorsichtig geknüpfte Band, zerrissen durch den Tod. Eine tiefe Wunde… die nur eine wüste Narbe geben kann.

Janay hatte eine solche Narbe. Talimée schaute sie an. Schwieg für einen Augenblick, hielt sie nur, sanft wiegend, in den Armen. Sie sang ihr Lied ungeachtet der Reaktion der Kleinen, inzwischen Hungrigen Leoniden weiter bis es endete. Dann strich sie Janay eine Strähne aus dem Gesicht und legte darauf ihren Zeigefinger auf Janays Lippen. „Shh….ruhig…“ Sie berührte sachte mit der anderen Hand Janays Bauch. „Ich habe die Lebenskraft deines Kindes in einer Vision gesehen Janay… pulsierend und heftig, eine starke Präsenz. Es lebt… und es wird leben… ich bete zu den Göttern dass es Leben wird. Zweifle nicht an deinem Körper. Zweifle nicht an der Natur und jener deines Körpers. Du bist eine starke Frau und du wirst ein gesundes und starkes Kind auf die Welt bringen. Du wirst Mutter werden…. Und wenn die Götter es so wollen, dann werden wir unseren Frieden hier auf Celcia finden.“

Gerade in letzterem Punkt konnte sie nicht wirklich konkret werden – ohne zu Lügen. Schliesslich wusste sie, dass Unheil auf Kazel“ zukam und so wohl indirekt auch auf Janays Kind. „Was gedenkst du als nächstes zu tun Her….Janay?“ Auch Talimée hatte bereits festgestellt dass ihre Möglichkeiten hier im Dorf wohl etwas beschränkt waren. Die Löwinnen hielten fest an ihren Traditionen dass Frauen unter sich blieben und zusammen ihren Alltag bewältigten. Talimée und Janay sollten, wenn es nach ihnen ging in dieses Gefüge integriert werden. Talimée blickte zu Juduka. „Denkst du… sie wird bei der Gruppe bleiben? Ich spüre starke Magie… in ihrer Nähe… heilende Magie… und doch…“ Sie zuckte mit den Schultern. „Dieser Besuch im Sternensee hat etwas mit uns gemacht, weisst du? Ich kann das Leben von euch allen viel stärker Spüren… wenn Sintus nichts hilft… vielleicht könnten wir ihn dorthin bringen?“ Die beiden Frauen wussten ja im Gegensatz zu Kazel noch nichts von dem Massaker welches sich dort abgespielt hatte. „Er ist gar nicht so böse weisst du?“ Talimée errötete, wenn er von ihm sprach und machte sich unbewusst kleiner.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Dienstag 5. Februar 2013, 08:59

Auch die junge Dunkelelfe hatte wohl einigen Grund, mit dem Beten wieder anzufangen. Wenngleich das weniger die äußeren Umstände betreffen würde, da hatte sie sich schon selbst ganz gut geschlagen bisher. Vor allem bei der brenzligen Situation in Kosral, die sie in einem Stück und körperlich unversehrt überlebt hatte. Es hatte lediglich ihre Vorsicht wieder wachgerüttelt und sollte dafür sorgen, dass sie sich vor ihrer Blutsverwandtschaft noch viel mehr in Acht nehmen müsste, sobald denen bekannt werden würde, dass sie den Auftrag, den sie erhalten hatte, nicht ausführen würde.
Was ihr mehr zu schaffen machte, war ihre eigene Lage, in die sie geraten war. Nicht nur, dass sie jemanden getroffen hatte, der sie tief verletzt hatte, woran sie noch lange zu knabbern hätte. Doch das war das geringere Übel. Viel stärker beschäftigte sie da der Umstand, dass sie schwanger war. Nicht, weil sie sich nicht freute, im Gegenteil. Aber im Prinzip hatte sie Angst vor dem Gefühl, da sie noch zu traumatisiert von ihrer eigenen Vergangenheit war, wo sie dieses Glück schon einmal nicht hatte erleben dürfen.
Somit vermutlich wirklich ein guter Grund, die Götter gnädig zu stimmen, damit sie ihr halfen, ein gesundes Kind auf die Welt bringen zu können in einigen Monaten.
Von ihren Sorgen und Befürchtungen überwältigt, von einem Alptraum gepeinigt, hatte sie keine Möglichkeit mehr, ihre Empfindungen zu unterdrücken. Am liebsten wäre sie allein in einem stillen Kämmerchen gewesen, bis sie sich wieder im Griff hätte. Dies war hier jedoch nicht machbar und so konnte sie froh drüber sein, dass anscheinend lediglich Talimée mitbekommen würde, dass mit ihr so vieles nicht stimmte. Und nach all den Jahren konnte sie nicht länger ihr Geheimnis zurück halten, sondern vertraute sich zum ersten Mal in ihrem Leben bei diesem Thema jemand anderes an.
Eine Herausforderung für sie, die seit vier Jahren allein hatte klar kommen müssen, mit der sie im Nachhinein noch lange hadern würde. Denn es lag ihr sonst nicht, sich anderen anzuvertrauen. Was ihr das gebracht hatte, hatte ihr Kazel erst unlängst bewiesen…
Was er wohl gerade machte? Ob Janay es wollte oder nicht, wenn sie in sich hinein horchen würde, müsste sie eine Sehnsucht nach ihm feststellen, danach, von ihm gehalten und getröstet zu werden, obwohl er ihr so viel angetan hatte. Mehr, als er selbst wohl ahnte.
Allerdings war er nicht da und sie wäre zu stolz, um nach ihm zu fragen, sodass die Waldelfe ihre Ansprechpartnerin wurde, der sie ihre Angst eröffnete und auch den Grund dafür, konnte es nicht länger zurück halten.
Schluchzend lag sie der anderen in den Armen wie ein kleines Kind bei der Amme… oder bei der großen Schwester, die sie ebenso schmerzlich vermisste. Wen hatte sie denn noch, der sich um sie kümmerte und sie beschützte? Niemanden… und lang genug hatte sie sich eingeredet, sie bräuchte auch keinen dafür.
Wie sehr sie sich getäuscht hatte, wäre jedem Beobachter der derzeitigen Situation klar, nur der jungen Frau selbst nicht, denn sie wollte es nicht wahrhaben. Es würde sie schon genug beschäftigen, dass sie ihre Schwäche nicht hatte überspielen können.
Nur langsam beruhigten sich ihre Nerven, während die Dienerin sang und damit auch die Aufmerksamkeit der seltsamen Wesen wieder auf sie beide lenkte. Oder eher auf die Vorstellung, die Talimée erschuf.
Leise schniefte sie, als das Lied zu Ende ging und sie im Gesicht berührt wurde. Schon wollte sie sich lösen, hätten die folgenden Worte sie nicht innehalten lassen. Die Verlegenheit über ihren Zustand musste warten.
Nicht, weil sie anfangs beruhigt werden sollte, sondern sobald die Hand sich auf ihren flachen Bauch legte, der sich irgendwann hoffentlich runden würde. Instinktiv erstarrte sie, hielt sogar kurzzeitig den Atem an.
Die kommende Bemerkung ließ dafür ihr Herz umso aufgeregter und fester pochen. Es klang so schön… viel zu schön!
Leise seufzend schüttelte sie den Kopf, wischte sich die feuchten Wangen mit den nassen Handrücken ab, was somit absolut nichts brachte, und löste sich von der anderen. „Noch ist das viel zu unsicher.“, wisperte sie mit belegter Stimme.
Allerdings… wann wäre irgendetwas im Leben sicher? Sie war aus der kritischen Zeit damals schon draußen gewesen, als es passierte… Dennoch, jetzt war es wirklich noch zu früh, um irgendetwas zu sagen. Ja, sie wüsste es schließlich noch nicht einmal, wäre da nicht die feine Nase dieser fremdartigen Geschöpfe gewesen! Wie sollte sie in diesem Fall schon zu hoffen wagen? Nein, das durfte sie einfach noch nicht…
Wenigstens wechselte die Waldelfe daraufhin das Thema, sodass sie sich auf etwas anderes konzentrieren konnte. Nun ja… mehr oder weniger zumindest, denn natürlich hing diese Frage auch mit ihrer Schwangerschaft zusammen und damit, dass sie von hier weg wollte.
Diese Sicherheit in der fremden Stadt war ja gut und schön, nur… wie sollte sie an diesem Ort ihren Lebensunterhalt verdienen können? Zwar hatte sie für Menschen und einige Elfen die Beine bislang breit machen können, doch für diese Löwenartigen Wesen?! Nein, da hatte selbst sie ihre Grenzen!
Und sonst wäre sie zu nichts nütze, dazu hatte sie zu wenig bisher gelernt und auch nicht den Willen dazu. Bis vor kurzem hatte sie von ihrem Beruf schließlich ganz passabel leben können.
So zuckte sie letzten Endes unschlüssig mit den Schultern. „Ich weiß es noch nicht…“, log sie zum Teil, da sie noch längst nicht alles geplant hatte. „Ich muss erst drüber nachdenken.“
Unbewusst bewegte sie ihr verletztes Bein und spürte sofort ein dumpfes Echo des Schmerzes, der sie daran erinnerte, dass sie so rasch sowieso nicht von hier fort käme. Nicht mit dieser Behinderung.
Wieder hörte sie die Stimme und sah unwillkürlich zu der schlafenden Nachtelfe hinüber, ihre Augenbraue erhoben und mit den Schultern zuckend. „Das muss sie wissen. Wobei sich allein schon die Frage stellt, wie sie dazu gekommen ist. Sie scheint nicht wirklich auf der Höhe gewesen zu sein, als wir zu ihnen gestoßen sind.“, erwiderte sie und sah dann Talimée erstaunt an.
„Deine Fähigkeiten haben sich verstärkt? Wirklich?“, hakte sie nach und meinte es damit alles andere als böse.
Sie selbst hatte bisher noch nichts an Veränderungen gespürt, aber sie wusste auch nichts von irgendwelchen magischen Kräften in sich, sodass sie es daran hätte merken können. Für Janay war alles beim Alten geblieben und die Schwangerschaft verdankte sie nicht dem See.
Danach allerdings wurden ihre Gedanken schon wieder in andere Bahnen gelenkt. Ihre Augenbraue hob sich erneut an und sie wollte eine sarkastische, beißende Bemerkung zu Sintus machen, hätte sie die Röte in den Wangen der Waldelfe nicht bemerkt.
Den schiefen Blick hatte sie nicht mehr zurück halten können, jedoch gegen ihre Worte konnte sie etwas tun, indem sie sich auf die Zunge biss. Sie hatte genug Erfahrung, um zu merken, wann jemand für einen anderen Gefühle hatte. Und das war hier gerade mehr als offensichtlich!
Ihr Gegenüber hatte sich etwas in diesen sturen, arroganten Pelgarer verguckt und natürlich wollte sie deswegen die Wahrheit nicht sehen. Sollte sie… Janay wollte ihr diese Vorstellung nicht ernsthaft nehmen. Dazu mochte sie die Dienerin zu sehr und war zu wenig bösartig veranlagt, um mit Freude das Glück anderer zu schädigen.
Also sagte sie lieber nichts, sondern sah auf die Wasseroberfläche und fuhr bedächtig mit der Hand hindurch, löste kleine Wellen aus und erschauerte. „Es wird langsam kalt hier…“, murmelte sie, einfach, um irgendetwas zu sagen.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Samstag 23. Februar 2013, 22:43

„Ich weiß es noch nicht… Ich muss erst drüber nachdenken.“ Talimée musterte die Elfe eindringlich, legte ihren Kopf schief. „Mhm… ja..gut..“ Meinte sie nur und machte sich ihre eigenen Gedanken. Sie seufzte, liess kurz ihre Schultern hängen ehe sie tief Luft holte.

„Das muss sie wissen. Wobei sich allein schon die Frage stellt, wie sie dazu gekommen ist. Sie scheint nicht wirklich auf der Höhe gewesen zu sein, als wir zu ihnen gestoßen sind.“ „Das Schicksal ist manchmal auf eigenartige Art und Weise mit anderen Schicksalen verwoben.“ Meinte Talimée nur und äusserte sich wohl etwas rätselhafter als Beabsichtigt. Es entsprach ihrer Natur ab und an schwärmerischen Gedanken nachzuhängen, die sie selbst nicht richtig fassen konnte. „Wer weiss wie wir uns selbst unter anderen Umständen entwickelt hätten…. Wenn du nicht gewesen wärst…und ich immer noch…dort hätte sein müssen…“ Sie seufzte und blickte Janay direkt an. „Meinst du… das Herzen verderblich sind… auch reine Herzen?“ Dieser Gedanke ängstigte sie. Talimée war der Natur verbunden durch und durch und trotz ihrer bisherigen Erlebnisse hatte sie weder ein Wesen getötet noch ihren Feinden Leid angetan. Doch sie fragte sie, ob sie dies effektiv nicht konnte, oder ob sie noch nicht genug in die Enge getrieben worden war, damit sie ihre eigenen Prinzipien aufgab. „Sie war nicht Freiwillig bei diesem Magier… sie hat sicherlich auch mal nach anderen Richtlinien gelebt… eine Nachtelfe die Licht in sich trägt, das ist doch ein Geschenk der Götter…eine seltene Gabe…“ Wie sie selbst eine Gabe hatte, vielleicht verglich sie sich deshalb so sehr mit Juduka.

„Deine Fähigkeiten haben sich verstärkt? Wirklich?“ „Aber ja! Hast du es nicht auch gespürt? Es war als hätten mich Phaun und Florencia in die Arme genommen und geküsst… so sehr spürte ich das Leben auf mir, spüre ich es jetzt noch, in jeder einzelnen Zelle meiner Haut und tief in meinem Herzen. Alles hier in dieser Stadt pulsiert vor Kraft und Leben. Pure Energie, geschaffen von den Göttern. Es ist wie eine Symphonie des Lebens…“ Sie bemerkte dass Janay dieses Gefühl offensichtlich nicht verspürte. „Sorge dich nicht… es geht ihm gut…und es wird ihm gut gehen.“ Sie deutete auf Janays Bauch. „Alles ist vital und stark, drückt Lebenslust aus… ausser Sintus Präsenz…“ Sie verfiel in Schweigen. Drehte sich leicht von Janay ab und hielt sich am Rand des Zubers fest. Sie machte sich sorgen um ihn. Sie bemerkte Janays Blick. „Ich weiss… ihr beide hattet einen schweren Start…“ Sie seufzte. „Er hat ein gutes Herz… hart…aber gut… Ich kann es spüren… wenn wir ihm doch nur helfen könnten… oder sie…“ Sie blickte zu Juduka hin, verharrte Gedankenversunken. Bis Janay andeutete, dass das Wasser langsam auskühlte. „Ja…du hast Recht…“ Sie winkte eine der Leonidinnen heran, diese war so nett und reichte ihr zwei Handtücher. Geschickt wickelte sie sich darin ein, ohne dass die kleinen Pelzknäuel in den Genuss anatomischer Unterschiede zwischen Mann und Frau kamen.

Sie half Janay aus dem Zuber. Trocknete sie ab und wickelte auch ihr das Badetuch um. Es war erstaunlich flauschig und von guter Textilqualität. Wie die Leonidinnen wohl Weben konnten mit ihren Krallen? Nun vielleicht gab es unter ihnen auch welche die menschliche Hände besassen. Arbeitsteilung schien bei dem Löwenvolk ohnehin gross geschrieben zu sein. Die eine Leonidin, welche ihnen die Tücher gereicht hatte winkte die beiden Frauen zu sich. „Dort drüben, könnt ihr euch frisch einkleiden…wir haben euch die traditionellen Gewänder unseres Volkes bereitgelegt.“ Meinte sie ruhig. „Vielen Dank, ihr seid sehr Gastfreundlich, wir sind zu Dankbarkeit verpflichtet.“ Meinte Talimée leise, griff nach Janays Hand und zog sie zur kleinen Nische, die geschützt war vor all zu neugierigen Pelzkugelblicken. Talimée legte ihr Badetuch ab und schlüpfte in die Leonidinnentracht. Sie bestand aus einem weissen Rock der ihr bis zu den Knöcheln reichte. Für den Oberkörper gab es eine einfache weisse Bluse und darüber mehrere Fellteile, damit sie in der Nacht nicht frieren musste. Ausserdem hatten die Weibchen ihnen beiden hochwertige Lederstiefel zur Verfügung gestellt. Sie passten wie angegossen, die Katzen besassen ein exzellentes Augenmass. Die Waldelfe zumindest schien sich hier bei dem Löwenvolk ganz wohl zu fühlen. Bei Janay war sich Talimée diesbezüglich nicht so sicher. „Sie sind wie eine grosse Familie…“ Meinte sie schliesslich schüchtern. Dann lächelte sie verlegen. Doch sie konnte es einfach nicht lassen. „Herrin…. Ich meine..:Janay… was bedrückt dich? Deine Augen, sie strahlen nicht wie sonst… sie sind versunken im Meer der Gedanken… „ Sie wollte so gerne Helfen, doch irgendwie kam sie im Moment nicht an Janay heran. Sie hatte ja schon immer gespürt dass sie eher einen unruhigen Geist besass, der ruhelos war und von einem tiefen Gefühl der Heimatlosigkeit begleitet worden war- auch wenn Janay dies für sich selbst vielleicht gar nicht wahrhaben wollte.

„Dieser Ort hier…ist doch das beste was uns in diesem Wald hat widerfahren können…meinst du nicht? Hier haben wir eine Chance…“ Sie seufzte abermals. Sie berührte die kühle Höhlenwand, strich gedankenverloren über das Gestein. „Hier ist die Welt noch in Ordnung… weisst du? Doch um uns herum… da ist nichts mehr wie es einmal war. Ich höre den Ruf des Waldes nicht mehr… vielleicht…weil er stirbt…weil er getötet wird…von den brandschatzenden Armeen. Was treibt diese Männer nur an? Was erhoffen sie sich von diesem Feldzug?“ Es war nicht verwunderlich dass ein friedfertiges Wesen wie Talimée die Motive des Krieges nicht wirklich begreifen konnte. „Was…ist deinem Volk nur widerfahren… dass es so handelt… und Männer wie Sintus dazu beweg…so hart zu werden.“ Sie dachte viel an ihn… ständig…

Talimée war schüchtern, sie kannte sich einerseits gut mit der Liebe aus denn sie war eine liebende Person. Sie liebte die Welt, die Natur, die Wälder… aber was wusste sie über die Liebe zwischen Mann und Frau? Wie war die Bindung zwischen Mann und Frau bei ihr durch die Gefangenschaft vielleicht auch gestört worden? So Viele Antworten die Elfe manchmal liefern konnte… so unbeholfen und unerfahren war sie in anderen Lebensbereichen.

„Als wir jagen waren… da hat er sich bei seinem Gott Lysanthor für das erlegte Tier bedankt… er… hat ihm Respekt gezollt auf seine Art und Weise… mhmm…“ Bisher hatte es nur Janay in Talimées denken gegeben. Die ehemalige Sklavin war so auf ihre Herrin fixiert gewesen, dass es dieser manchmal sogar fast schon zu nah gewesen war… und nun? Nun war da ausgerechnet dieser Sintus, an den sie so viel dachte und dessen Schicksal sie irgendwie hilflos machte.
„Darf ich dich etwas persönliches Fragen Janay? Bei Kazel… spürst du da auch… dieses Gefühl…. Als ob dein Körper ein bisschen wärmer würde… wenn du ihn siehst… oder an ihn denkst?“
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Dienstag 26. Februar 2013, 13:37

Es war der jungen Frau ein wenig unangenehm, so direkt ausgefragt zu werden, was ihre Pläne für die Zukunft betraf. Sie wusste ja gerade wirklich selbst nicht, wohin mit sich und dem Kind, das in ihr wachsen würde… und vielleicht auch mal leben dürfen würde. Aber sie wollte der anderen auch keine Angst einjagen, schließlich war ihr noch zu deutlich bewusst, wie Talimée reagiert hatte, als sie diese schon einmal bei der Gruppe hatte zurücklassen wollen.
Da konnte es ihr nur recht sein, dass die Dienerin ein anderes Gesprächsthema fand. Die Erwiderung indes sorgte dafür, dass ihre Augenbraue sich anhob.
Zuerst waren die Worte lediglich rätselhaft, dann wurden sie irgendwie… sentimental. Das wollte Janay nicht, sie war keine Heldin oder irgendwie besonders hilfsbereit. Auch wenn sie selbst nicht so wirklich erklären konnte, warum sie ausgerechnet der Waldelfe geholfen hatte. Vielleicht schlichtweg deswegen, weil sie eine Verbündete für eine Flucht benötigt hätte, wären die Pläne des Generals nicht anders gewesen.
Sie wusste es nicht und sie fühlte sich in dieser viel zu positiven, selbstlosen Rolle alles andere als wohl. So war sie nun einmal nicht und wollte auch keine entsprechenden Erwartungen wecken, obwohl sie es vermutlich schon getan hatte.
Die Frage allerdings ließ sie seufzen und mit den Schultern zucken. „Jeder kann verdorben werden. Es müssen nur die Umstände dazu passen.“, erwiderte sie ein wenig bitter und dachte dabei unwillkürlich an ihren Bruder.
Dieser hätte sich bestimmt anders entwickeln können, wenn das Leben anders zu ihm gewesen wäre. Oder auch sie… Sie hatte ihren Beruf schließlich auch allein deswegen gewählt, weil ihr Erzeuger es ihr stets vorgeworfen und damit ihren Trotz geweckt hatte.
Vielleicht hätte sie sonst etwas gelernt, das ihr nun helfen würde, ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Vielleicht wäre sie nie so weit in Celcia herum gekommen. Vielleicht hätte sie Kazel nie getroffen und von ihm kein Kind empfangen…
Langsam schüttelte sie den Kopf, solche Themen waren ihr viel zu philosophisch und zu irreal, als dass sie damit ihre Zeit verschwenden wollte.
Talimées folgende Bemerkung sorgte dafür, dass die junge Frau zu der bewusstlosen Nachtelfe wieder hinsah. Sie kannte sich noch immer nicht so recht aus, was mit dieser geschehen war, jedoch die Andeutung reichte ihr aus, um es keineswegs so wie die andere zu sehen.
„Ein Geschenk? Eher ein Fluch, wenn ich sie mir so ansehe. Lichtkräfte für eine Nachtelfe sind bestimmt auf Dauer tödlich.“ Zumindest, soweit sie es einschätzen würde.
Ihr selbst waren auch Gene dieser Rasse nachgesagt worden, ihr und ihren Geschwistern, aufgrund ihrer hellen Hautfarbe. Aber Janay hatte bisher noch keine Probleme mit der Sonne gehabt, was diese These bekräftigt hätte. Außerdem war ihr eingebläut worden, sich für diesen Umstand zu schämen, während er ihr in den letzten Jahren, sollte dem tatsächlich so sein, eher zugute gekommen war, da sie sich deswegen besser unter den anderen Rassen hatte bewegen können.
Danach hingegen wurde es bei weitem interessanter, als die Dienerin erwähnte, ihre Gabe hätte sich verstärkt seit einiger Zeit. Sie selbst konnte dazu nichts sagen, sie spürte nichts, sah nichts und roch nichts Neues, das davon zeugte, dass sich ihre Sinne irgendwie verbessert oder intensiviert hätten. Wahrscheinlich lag das daran, dass sie magisch absolut frei von jeglichem Talent war. Wie in so vielen Bereichen des Lebens…
Sie deutete ein Kopfschütteln an. „Nein, ich spüre nichts.“, erwiderte sie leise seufzend und sah ihr Gegenüber etwas skeptisch an.
Doch schließlich zuckte sie mit den Schultern. „Es ist noch zu früh für irgendetwas.“, wehrte sie ab und musste sich darauf besinnen, dass sie es noch nicht einmal wissen würde, hätten diese seltsamen Mischwesen so eine sensible Nase.
Daraufhin ging es um Sintus und das gefiel ihr gar nicht. Sie hätte so einiges zu ihm zu sagen gehabt, allerdings musste sie sich zurück halten, nachdem sie begriffen hatte, was mit Talimée in der Hinsicht los war.
Trotzdem schien die andere etwas davon zu merken. Abwehrend schüttelte die junge Frau den Kopf. „Er ist voller Vorurteile, anstatt die Person zu beurteilen, verdammt er sie aufgrund des Blutes.“, erwiderte sie und wollte nicht länger darüber sprechen. Sie wollte ihr Gegenüber nicht noch mehr kränken müssen. Also wies sie auf die Wassertemperatur hin.
Wenigstens wirkte die Ablenkung und kurz darauf wurde ihr schon aus dem Zuber geholfen. Zwar hätte sie sich selbst abtrocknen können, jedoch tat die Dienerin diese Aufgabe derart selbstverständlich, dass sie diese wohl nur zurück gewiesen hätte, wenn sie abgelehnt hätte.
Dann wurden sie auch schon weiter gewunken und Janay kämpfte sich aus dem Zuber. Auf die Waldelfe gestützt, humpelte sie hinterher und war froh, als sie sich in der Nische gegen die Wand lehnen konnte.
Es war anstrengend, nicht normal laufen zu können. Erschöpft und irgendwie müde schloss sie die Augen und versuchte erst einmal ihren Puls zu beruhigen, ehe sie sich daran machte, sich umzuziehen. Es war ungewohnt, derartige Kleidung am Leib zu tragen. Sie wirkte so züchtig und so harmlos, als wäre sie keine solche Käufliche, als die sie die letzten vier Jahre ihr Leben verbracht hatte. Jedoch wollte sie sich nicht beklagen, besser so, als wenn sie die nächsten Wochen in der Unterwäsche verbringen würde, die sie bisher noch getragen hatte.
Die Stiefel aber bedachte sie mit einem bedauernden Blick. Ihr Fuß war viel zu angeschwollen, als dass sie hätte hinein schlüpfen können. Später, wenn das wieder in Ordnung wäre, würde sie das Schuhwerk gern anziehen. Es schonte ihre Haut und würde ihr auf ihrem Weg helfen, weiter zu kommen, als wenn sie bloßfüßig unterwegs sein müsste.
Die erste Bemerkung der anderen plätscherte an ihren eigenen Gedanken vorbei, während sie sich zu überlegen begann, wohin der Weg sie wohl als nächstes führen würde. Zyranus wäre sicherlich keine so schlechte Wahl, wenn auch weit weg. Oder eben gerade deswegen…
Erst ihr Name ließ sie aufhorchen und zu Talimée hinüber sehen. Zögerlich zuckte sie mit den Schultern. „Es gibt viel zu bedenken und zu regeln, sollte ich wirklich…“ Sie brach seufzend ab und legte unwillkürlich die Hand auf ihren noch flachen Bauch, was wohl deutlich machen würde, was sie meinte.
Und es war ja wenigstens auch nicht gelogen. Nur nicht die gesamte Wahrheit…
Bei den nächsten Worten zuckte sie etwas unschlüssig erneut mit den Schultern. Das Beste, was ihnen hatte widerfahren können? Sie wusste es nicht… sie fühlte sich hier fehl am Platze, wusste nicht, zu was sie nütze sein könnte, wo sie ihren Beruf hier nicht ausführen konnte. Dazu gab es zu viele Hindernisse.
Und dass alle diese Wesen derart hilfsbereit waren, ihr so bereitwillig Kleidung und Stoffe schenkten, lediglich, weil sie schwanger war, machte es nicht gerade besser. Sie konnte es ihnen nicht vergelten und blieb es ihnen schuldig, das störte sie, das wollte sie so nicht. In Ordnung war demnach für sie absolut gar nichts!
„Macht.“, erwiderte sie schließlich schlicht und sah Talimée ungerührt an. „Sie wollen Macht, sonst nichts. Sie wollen herrschen und ihr Territorium ausweiten.“ Mehr wusste sie auch nicht, brauchte es allerdings auch nicht.
Wozu auch, wenn sie es selbst erlebt hatte, wie der Großteil ihres Volkes dachte? Es interessierte sie auch nicht. Die junge Frau wollte nichts weiter als ihre Ruhe.
So konnte sie auch nur den Kopf schütteln. „Ich weiß nicht, was der Auslöser war oder ist.“, gab sie zu. „Es hat mich nie gekümmert.“ Dazu hatte sie einfach keine Veranlassung gehabt.
Und schon wieder musste es um Sintus gehen… Janay musste an sich halten, um nicht leicht genervt zu seufzen. Dieser Mann berührte sie nicht, sollte es auch gar nicht und noch weniger wollte sie über ihn reden.
Doch er beschäftigte die Waldelfe und ihr zuliebe hörte sie zu. Kommentarlos nahm sie die Worte in sich auf und empfand dabei… nichts. Es hatte sie noch nie gekümmert, ob jemand besonders gläubig war oder nicht. Sie war es ja selbst nicht. Jeder konnte seine Rituale haben, da war sie erstaunlich tolerant für diese Zeiten. Aber sie fand das jetzt nicht besonders bemerkenswert oder ähnliches. Nicht so wie ihr Gegenüber.
Wäre das letzte Thema nicht gewesen, das die andere nun aufbrachte und sie damit in die Ecke drängte. Ohne es zu wollen und noch weniger es gewohnt zu sein, zeigte sich eine feine Röte in ihren Wangen. Hastig blickte sie zur Seite und presste die Lippen aufeinander.
Darüber wollte sie doch gar nicht nachdenken! Dieser Kerl… er hatte sie verraten, er hatte keinen Platz mehr in ihrem Leben, durfte es gar nicht! Und dennoch war ihr Herz anscheinend nicht hart genug, um das zu erkennen.
„Nein, tu ich nicht.“, erwiderte sie gepresst und mit Mühe, alles andere als glaubwürdig. Aber sie musste so reagieren, musste sich selbst daran erinnern, dass sie gar keine andere Wahl hatte. Auch wenn ihr die Augen verräterisch brannten und ihr Herz klopfte, als wolle es ihr aus der Brust springen.
Fest grub sie ihre kurzen Fingernägel in ihre Handballen, so fest, dass ihre Fäuste leicht zitterten. „Er hat seinen Weg gewählt.“, fügte sie mühsam beherrscht hinzu.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Samstag 16. März 2013, 22:56

„Jeder kann verdorben werden. Es müssen nur die Umstände dazu passen.“ Talimées Pupillen weiteten sich . „Mhm… meinst du…“ Nachdenklich senkte sie ihren Blick und starrte für einen Moment abwesend auf den Boden. So ganz überzeugt schien sie nicht zu sein. Andererseits hatte die Waldelfe die dunkle und böse Seite der Lebewesen am eigenen Leib erfahren. Doch trugen wirklich alle diese Fähigkeit in sich? An dieser Frage schien sie in letzter Zeit ziemlich zu knabbern.
„Ich glaube man kann aus Menschen die Böses getan haben vielleicht Gute machen. Menschen können sich ändern, wie auch Elfen. Den einen fällt es vielleicht leichter als den anderen… „ Warum also sollte es nicht umgekehrt auch möglich sein.
Die beiden Frauen kamen auf die noch immer bewusstlose Juduka zu sprechen. „Mhm… ist es vermessen zu hoffen, dass sie Sintus helfen kann…bevor…sie an ihrem eigenen Fluch zugrunde geht?“ Sie schauderte, solche Gedanken kannte sie eigentlich von sich selbst gar nicht. „Vielleicht hast du Recht…“ Meinte sie schliesslich ernüchtert. „Ich meine mit dem was du vorhin gesagt hast… über Böse Menschen.“ Talimée konnte nicht darüber Hinwegtäuschen, dass ihr Glaube an das Gute Schaden genommen hat. Zu viel Leid war ihnen widerfahren. Zu viel war geschehen und sie hatte zu viel erschütterndes erlebt.
„Er ist voller Vorurteile, anstatt die Person zu beurteilen, verdammt er sie aufgrund des Blutes.“ „Ich glaub er ist sehr ängstlich. Stell dir vor, seine ganze Welt ist zusammengestürzt, sein Orden zerschlagen, seine Brüder gefallen und die ihm angetraute Herde verloren.“ Noch immer beschäftigte sich die ehemalige Sklavin mit diesen für sie so aufwühlenden Themen und sie begann Janay offen zu Fragen warum es überhaupt zum Krieg kommen konnte, was diese Horden von Dunkelelfen denn überhaupt wollten. Sie stutzte ab der Antwort. „ich glaube… auch an eine Macht… jene der Liebe und jene der Götter. Florencia und Phaun werden nicht zulassen, dass ihre Schöpfung zerstört wird.“
Nun aktuell liess das Götterpaar aber ziemlich auf sich warten, denn ausserhalb der Löwenstadt herrschte Verwüstung und Verderben.
Ohne es bös zu meinen schaffte es Talimée mehrmals Janay ganz schön in die Enge zu treiben. Ausnahmsweise war die Seherin tatsächlich sehr mit sich selbst beschäftigt, doch Janays heftige Reaktion bezüglich ihren Gefühlen gegenüber Kazel liessen sie aufhorchen und innehalten.
Lange sah sie Janay an. Eindringlich. Ihr Blick war nicht forschend, denn Janays Herz schrie, was ihre Lippen nicht aussprachen konnten. Sie seufzte und lächelte beinahe schon mütterlich. „Du siehst wie mächtig die Liebe ist, Herrin… hör auf dein Herz und gestehe ihm die Liebe zu welches, es empfindet.“ Für Talimée war die Liebe zwischen den beiden offensichtlich. NIcht weil sie dieses Wissen von einer Vision hatte, sondern weil sie dies als Waldelfe einfach relativ gut einschätzen konnte. Waldelfen waren sehr empfindsame Wesen, mit einem guten Gespür für solcherlei Dinge. Sie hatte auch die tiefe Traurigtkeit und Mutlosigkeit von Kazel wahrgenommen, wie sehr es ihn Schmerzte, dass er Janay enttäuscht hatte und er von ihr abgewiesen worden war. Talimée hoffte, dass es gut ausging mit den beiden. "Ich glaube ihr seid für einander Bestimmt... Phaun und Florencia haben eure Schicksale ineinandergeflechtet.... eure Bindung ist von den Göttern gewollt und durch euer gemeinsames Kind besiegelt." Diese Worte wogen sicherlich schwer bei Janay, die selbst zerissen wahr von Zweifel und ihren Gefühlen. Doppelt schwer, weil sie von einer Person kam, welche von einer derart aufrichtigen Natur war.

„Hehh…Mami…ich glaub die Fremde wacht auf.“ Tatsächlich rührte sich Juduka, Janay konnte es aus ihrem Augenwinkel heraus sehen. Die Nachtelfe ächzte, schlug verwirrt die Augen auf und drehte sich schliesslich auf die Seite. Sofort waren die Kleinen bei ihr, doch Lacrima sorgte dafür, dass sie wieder Abstand hielten.

Talimée wandte sich von Janay ab und trat zu Juduka hin. Die Dienerin kniete sich neben sie und legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Es ist alles gut…ihr seid in Sicherheit…“ Juduka blinzelte und verschaffte sich einen Überblick, dabei streifte ihr Blick jener Janays, dann musterte die Maga den verletzten Fuss der Schwangeren und rollte kurz mit den Augen. Ihre Hand fuhr zu ihrem Kopf. Sie verzog ihr Gesicht und rieb sich die Schläfen. Sie hatte wohl wirklich eine Überdosis ihrer eigenen Magie abbekommen.

Weder Xenia, noch Sintus hatten Anweisungen hinterlassen, wie sie mit Juduka verfahren wollten. War sie jetzt wirklich ein „freies“ Gruppenmitglied, welches tun und lassen konnte was es wollte? Oder war die ehemalige Angehörige der Dunklen Horde eher als Kriegsgefangene zu betrachten? Die Leoniden zumindest schienen keine Kenntnis über die Situation in der Gruppe zu haben, denn sie hatten sich nie diesbezüglich geäussert. Auch Juduka selbst, schien die Situation nicht richtig deuten zu können, denn sie beobachtete die beiden Frauen sehr aufmerksam – trotz ihrer Kopfschmerzen. Langsam setzte sich die Nachtelfe auf. In ihrer, für Lichtmagier typischen weissen Robe fiel sie unter der Gruppe im Moment wohl noch am meisten auf. Die Kinder konnten sich kaum noch zurückhalten, doch sie trauten sich nicht an Juduka herum, solange Lacrima ein wachsames Auge auf sie richtete. Juduka registrierte den Zuber, die neue Kleidung von Janay – deren Schwangerschaft hatte sie schliesslich nicht mitbekommen. „Ihr lasst es euch ja ganz gut gehen hier.“ Meinte sie nur und legte in ihren Unterton eine unangenehme Schärfe. Na ja war ja auch nicht verwunderlich, dass die Maga nicht sonderlich viel Sympathie für die anderen übrig hatte.

Talimèe versuchte die Nachtelfe zu beschwichtigen: „Wir wissen, dass ihr euer Bestes für Sintus getan habt…. Ich…danke euch dafür.“ Es genügte ein eindringlicher Blick der Maga und es war selbst für die Nachtelfe offensichtlich wie Talimée zu Sintus stand – denn sie hatte einen ungewöhnlich roten Kopf gekommen. Die Maga hob eine Augenbraue. „Hatte ich eine andere Wahl?“ Meinte sie bissig. Gerade die beste Laune hatte sie ja nicht, aber man sah auch dass es ihr beiweitem noch nicht gut ging und sie tatsächlcih bohrende Kopfschmerzen haben musste, denn sie sprach langsam und bemüht und ihre Augenlider hielt sie immer etwas zusammengekniffen. Talimée war sichtbar übrfordert mit der kühlen Art der Nachtelfe und sah sich Hilfesuchend nach Janay um. Doch auch Lacrima stand nicht tatenlos herum. Die Leonidin näherte sich Juduka und reichte ihr ein dampfendes Getränk. „Das wird dir helfen Schwester…“ Zur Antwort wurde sie misstrauisch beäugt, doch schliesslich lenkte Juduka ein und nahm das Getränk dankend an. Sie schien es nicht darauf anzulegen es sich auch noch mit den Leoniden zu verspielen. Sie umschloss die hölzerne Tasse mit beiden Händen und begann an ihrem Tee zu nippen. Man konnte wohl kaum erwarten, dass Juduka die Initiative ergreifen würden, hatte sie bisher nie getan, sie war der Gruppe einfach gefolgt. Diesmal kams aber anders. Immer wieder schielte sie nämlich zu Janays Fuss und schien irgendetwas abzuwägen. „Hör zu…ich kann dir diese… Unachtsamkeit in ein paar Stunden heilen… aber dafür musst du mir diese wildgewordene Hexe vom Leib halten.“ Damit konnte wohl nur Annabelle gemeint sein, welche sich bisher noch nicht hatte blicken lassen.

„Was ist eine wildgewordene Hexe, Mami?“ Fragte eines der Kinder neugierig. Auch wenn es nur bei den Kleinen offensichtlich war – hier in dieser Höhle hörten sehr viele Ohren mit.
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