Willkommen im Rudel

Das Wohnviertel besteht hauptsächlich aus großen Gebäuden aus Holz und Steinen. Die Leoniden leben in Rudeln, deswegen so große Gebäude. Meist sind sie verziert mit den Häuten ihrer Beute und dem Zeichen des Rudels, welches in dem Gebäude haust.
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Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Montag 13. Februar 2012, 12:43

Janay und KAzel kommen vom Wald Eldoras - im Schutz des Waldes

Man brachte ihn und das Weibchen in einer Höhle unter, welche den Namen „Höhle der Frauen“ hiess. In Pelgar würde man wohl zu dieser Höhle noch am ehesten die Bezeichnung „Geburtshaus“ verwenden. Denn die „Höhle“ war ein massiver Gebäudekomplex aus Stein und die grösse des Hauses entsprach ungefährt jener einer durchschnittlichen Kaserne. So weit war Janay natürlich noch lange nicht, dass sie wirklich bereits ein Geburtshaus benötigte…. Aber das Geburtshaus fungierte auch als Hospital für die Weibchen… die Männchen wurden in der „Höhle der Männer“ untergebracht. Sintus befand sich dort.

Normalerweise war in den Höhle der Weibchen die Anwesenheit der Männchen nicht gestattet, aber bei Kazel hatten sie eine Ausnahme gemacht. Er gehörte schliesslich nicht zu der Kultur der Leoniden und dem Rudel war inzwischen auch aufgefallen dass für ihn die Trächtigkeit seines Weibchens offenbar neu war, auch wenn sie es sich kaum vorstellen konnten wie es dem Männchen hatte entgegen können! Für sie war auch klar dass er der Vater war, denn das Ungeborene strömte Nuancen seines eigenen Duftes aus…

Das erste was Janay hörte war ein beständiges Schnurren. Das hatte sie doch schon einmal gehört? Ja, aber diesmal potenzierte es sich auf das 6 Fache. Sie lag auf der Seite, als sie die Augen aufschlug, vernahm sie als erstes ein Dröhnen im Schädel, dann ein Pochen in ihrem Fuss… und schliesslich erkannte sie erste, milchige Schemen welche si ch langsam zur Magierrobe Judukas Konkretisierte. Sie lag ein Stück weit entfernt neben ihr, zusammengerollt mit einem Lappen auf der Stirn. Sintus Heilung hatte ihr Arg zugesetzt, sie war noch auf dem Weg zur Stadt zusammengebrochen. Nun hatten ihr die weisen der Leonidinnen strikte Bettruhe verordnet.

Als Janay den Kopf wieder mittig drehte, blickte sie direkt in sechs gelbe Katzenaugenpaare die sie neugierig musterten. Es waren alles weibliche Löwinnen, es schien so als wäre ein ganzes Rudel um sie versammelt und so war es ja auch. Sie legten den Kopf schief. Die einen der Leonidinnen hatten praktisch einen kompletten Löwinnenkopf, andere besassen mehr menschliche Züge im Gesicht. Fell und Katzenaugen, sowie Schnurrhaare hatten sie alle gemeinsam. Eine der Löwinnen winkte Kazel heran. „Du darfst nun zu ihr…“ Genau das hatte man ihm nämlich in den letzten Stunden eisern verweigert, er hatte wohl in dem Haus sein dürfen aber sich Janay nicht nähern dürfen. Er hatte mit seinem Verhalten die Geduld der Weibchen arg strapaziert und er hatte sich bei seinen wehemennten Versuchen doch an Janay zu gelangen sogar einen Prankenhieb eingefangen – allerdings ohne beteiligung von Krallen so dass alles glimpflich verlaufen war.
Eine der Löwinnen beugte sich vor. Sie gehörte zu jenen die praktisch gänzlich einen Löwenkopf besassen. Sie trug eine Art Haube mit viel Kopfschmuck. Sie sah sehr erhaben und mächtig aus. Es war das Alphaweibchen des Geburtshauses.

„Ruuhig…Janay..r…h“ Schnurrte sie ihr entgegen. Ihre Artgenossin hatte ihr erzählt dass sich das Mädchen unendlich ab ihr erschrocken hatte. Natürlich, nun hatte sie sechs Löwinnen vor sich, wirklich beruhigender war dies wohl nicht… aber die Alphalölwin hatte eine sanfte, grollende Stimme die einem einlullte. Die einem vermittelte dass alles in Ordnung ist.
„Du befindest dich in der Stadt Lenonia, deinen Freunden geht es gut. Dein Männchen ist hier…“
Sie drehte den Kopf um und deutete auf Kazel den sie heranwinkte

Die Leonidin nickte den anderen zu, diese entfernten sich einwenig von Janay und Kazel.

"Begrüsst euch erst... dann habt ihr Zeit um Fragen zu stellen... und Antworten zu erhalten." Sie roch wie viel Adrenalin Kazel ausströmte, längere Unterhaltungen waren also im MOment sinnlos, er musste sich erst vergewissern können dass es Janay einigermassen gut ging. Das ging es ihr auch, abgesehen von ein paar Blessuren vom Sturz und dem dick verbundenen Fuss der noch immer weh tat, aber nicht mehr so energisch wie zuvor. Man hatte ihr Kräuter eingeflösst welche die Schmerzen einwenig lindern sollte, deshalb auch das Dröhnen in ihrem Schädel.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 18. Februar 2012, 10:51

Kazel saß gegen die Wand gelehnt in einer Höhle, wie er sie so nicht kannte. Sicher, es war und blieb eine Höhle, aber sie besaß in gewissem Maß Einrichtung. Außerdem war es im Inneren nicht so kalt und zudem hielt man hier weibliche Großkatzen untergebracht. Jede Menge humanoider Großkatzen. Er hätte sich sichtlich darüber gewundert, wie es Raxtian Tausendtod gelungen war, eine halbe Armee aus Katzenexperimenten zu schaffen und warum er dann angeblich seine perfekte Schöpfung gewesen sein sollte. Er besaß Adlerkrallen an den Händen und Katzenkrallen an den Füßen. Er konnte durch einen Biss Gift in seine Opfer injizieren, wie eine Schlange. Er konnte besser sehen als andere, aber waren diese pelzigen Jägerinnen und Jäger nicht allein schon vom Gesamtbild her vollkommener? Sie wirkten wenigstens wie ein einziges Tier, Kazel schien ein Flickenteppich aus Resten zu sein. Doch darüber dachte er weder jetzt noch auf dem ganzen Weg hierher nach. Ganz zu schweigen davon, sie einfach mal danach zu fragen. Er hatte ja nicht einmal die erste Katze nach ihrem Namen gefragt, so abgelenkt war er gewesen. Die Reise bis hierher würde ihm ohnehin nur wie ein Traum in Erinnerung bleiben. Ein verschwommenes Vorankommen durch den Wald, wobei er mit Janay auf ihrem Pferd gesessen und die Dunkelelfe gehalten hatte. Irgendwann waren sie Xenia, Juduka und Sintus begegnet. Lebte der Paladin noch? Kazel erinnerte sich daran, dass sein Atem flach, aber vorhanden gewesen war, jedenfalls auf der Reise. Xenia hatte mit ihm gesprochen, doch die Worte waren durch ihn hindurch gefegt wie eine laue Brise. Nicht davon war haften geblieben, genauso wenig wie der Weg hinaus aus den Wäldern.
Der Mischling erinnerte sich dunkel an die Weite der Stillen Ebene, aber sie war nicht das, was er kennen gelernt hatte. Das Gebiet war ihm fremd gewesen, zumal Teile davon aussahen, als wäre eine Armee über sie hinweg getrampelt. Er konnte ja nur im Ansatz ahnen, dass genau dies der Fall gewesen war. Immerhin hatten die dunklen Völker Pelgar und Andunie erobert. Wenn die Bruderschaft des Lichts davon erführe, würden viele letzte Hoffnungsfunken erlöschen. Doch auch daran dachte Kazel im Moment kein bisschen. Er war mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt gewesen, die ganze Zeit über. Ein Begriff geisterte in seinem Kopf herum, wollte ihn nicht mehr loslassen: trächtig. Sie ist schwanger.
Nur kurz, aber immer wieder warf Kazel einen flüchtigen Blick zu Janay herüber. Sie lag dort auf etwas, das man wohl als Bett hätte bezeichnen können. Es war aus Holz gezimmert und sah grundsätzlich wirklich wie ein Bett aus, jedoch fehlten eine bequeme Matratze sowie ein Kissen. Stroh hatte man als weiche, geballte Unterlage verwendet, darüber Felle erlegter Tiere ausgebreitet. Kazel hätte darunter kein Löwenfell entdeckt, doch so genau schaute er auch wieder nicht hin. Seine Aufmerksamkeit galt Janay, die ganz still darauf lag. Er bemerkte nicht einmal, dass man Juduka ebenfalls in die Höhle geschafft hatte, obwohl sie sich nicht allzu weit entfernt in einem ähnlich gezimmerten Bett befand und wohl schlief. Janay hingegen wurde von den Katzenwesen umringt. Kazel blendete sie ebenfalls aus. Er hatte nur Augen für die Dunkelelfe und um es genauer zu sagen, für ihren Bauch. Der würde sich in ein paar Monaten wölben. Leben würde entstehen.
Oder auch nicht, schoss es dem Mischlingselfen durch den Kopf, dass er heftig zusammenzuckte. Vielleicht hat sie es gewusst. Vielleicht war das der eigentliche Grund, warum sie mich hasst. Sie ist schwanger von jemandem, der sie verraten hat. Bestimmt will sie das Kind gar nicht kriegen! Kazel keuchte, zog die Beine an, bis die Knie fast an sein Kinn heran reichten. Er kauerte sich buchstäblich an der Wand zusammen und sponn die Gedanken weiter. Schließlich hatte er viel Zeit zum Grübeln, da entstanden des Öfteren düstere Gedankengänge und Zweifel. Sie wird es wegmachen, mit Kräutern oder anderen Methoden. Sie wird es nicht haben wollen. Es wäre sowieso wieder ein Mischling, wenn auch mit schwächerem Waldelfenblut. Er schauderte, drückte den Kopf nun gegen seine Knie, die er umschlungen hielt. Die Augen petzte er fest zusammen. Trotzdem ließen sich die Gedanken nicht aus seinem Kopf bannen. Sie wird es töten. Ganz sicher will sie es nicht. Deshalb war sie wütend. Sie hasst mich dafür, was ich ihr angetan habe. Bei Manthala, was hab ich ihr angetan!!!
Er spürte, dass seine Hände zitterten und daher ballte er sie zu Fäusten. Das sanfte Sirren, wenn die Adlerkrallen ausfuhren, drang an sein Ohr. Weiß sie eigentlich davon? Könnte das Kind eine Mutation haben, hervorgerufen durch dieses grausame Experiment?! Kazel drehte den Kopf in die Armbeuge, atmete rasselnd durch. Er wollte das nicht hören, nicht daran denken. Es sollte aufhören, aber es nahm ihn gefangen. Er bekam nicht einmal mit, dass die Katzenfrauen ihn bereits heran winkten.
Anfangs hatte er noch so vehement darum gekämpft, nach Janay sehen zu dürfen. Er hatte sie keine Sekunde aus den Augen lassen, sie berühren wollen. Ein eifriger Beschützerinstinkt war in ihm erwacht, kaum dass er die Botschaft ihrer besonderen Umstände übermittelt bekommen hatte. Doch die Katzenmenschen ließen es nicht zu, wollten ihn anfangs nicht einmal mit in die Höhle nehmen. Mit einer von ihnen hatte er sich eine heftigere Auseinandersetzung geliefert, die ihm einen Prankenhieb eingebracht hatte. Und jetzt durfte er endlich zu Janay, hörte die Aufforderung jedoch nicht.

Da musste erst Talimée an ihn heran treten und sanft seine Schulter berühren. Sie befand sich ebenfalls in der Höhle, hatte sich zur Zufriedenheit der Leonidinnen jedoch brav zurückgehalten. Ja, sie hatte diese sogar unterstützt, indem sie Kazel vorsichtig aus dem Hantierbereich der Katzen geschoben und in die Ecke geführt hatte, in der er nun saß. Zwar waren ihre Worte an ihm vorbei geflogen, ohne wahrgenommen zu werden, doch unter ihren leisen Zuredungen hatte er sich tatsächlich etwas beruhigt. Nun war es erneut an ihr, ihn zu leiten. Seit er das Pferd mit Janay bestiegen hatte, war ihr diese Aufgabe zuteil geworden. Talimée entpuppte sich als sehr talentiert in dieser Angelegenheit. Auch sie sorgte sich um ihre Herrin.
Leise wisperte sie Kazel ins Ohr, dass er jetzt zu Janay durfte. Der Mischling hörte sie endlich, wollte aufstehen, aber seine Beine waren weich wie Butter. Umständlich rappelte er sich an der Wand festhaltend auf. Er warf einen kurzen Blick zu Talimée. Aus seinen Augen sprachen Ängste und Zweifel. Sie hasst mich, formten seine Lippen tonlos. Talimée strich ihm über den Arm. "Geh schon", hauchte sie ihm aufmunternd zu. Das genügte, dass Kazel sich in Bewegung setzte. Fast wie jemand, der etwas zu viel über den Durst getrunken hatte, taumelte er zu Janay herüber. Die Großkatzen zogen sich mit den Worten zurück, dass er sie begrüßen und dann Fragen stellen konnte. Kazel reagierte nicht darauf. Sein Blick heftete sich sofort an Janays Bauch, dann suchte er ihre Augen.
In seinem Innern tobte ein Krieg, als er an das Bett heran trat. Er sah auf Janay herab, streckte eine Hand nach ihr aus - zog sie wieder zurück, ohne die Elfe auch nur ansatzweise berührt zu haben. Er sagte auch erst einmal kein Wort, blickte sie nur an. Seine Augen hatten ein tiefes Meerblau angenommen, aber es war eine ruhige See, von Trauer und Angst getrübt. Endlich öffnete sich Kazels Mund. Seine Stimme war nur ein Krächzen, als er ganz leise sprach und doch sprudelten die Worte jetzt nur so aus ihm heraus: "Bitte. Mach es nicht weg. Hass mich dafür, aber lass es nicht darunter leiden. Wenn du es nicht willst, werde ich es aufnehmen. Ich kümmere mich darum. Bitte. Ich ... die ganze Zeit habe ich nach einem Platz gesucht, an dem ich mich Zuhause fühlen kann. Dem ich zugehörig bin und der mir eine Familie sein kann. Ich ... ich Dummkopf kam nie auf die Idee, meine eigene kleine Familie zu gründen. Und jetzt passiert es einfach." Er schluckte leer, befeuchtete sich die Lippen. Seine Kehle war so trocken, fühlte sich wie zugeschnürt an. "Nimm mir das Kind nicht weg, ich flehe dich an, Janay."
Er zitterte nun am ganzen Leib, ob der Ungewissheit. Tränen brannten gar heiß in seinen Augenwinkeln. Wenn Janay es nur zuließe! Er würde Vater werden. Sie durfte ihm dieses Glück nicht nehmen und doch könnte sie es. All seine Hoffnungen zerstören, die sich in den letzten Stunden aufgebaut hatten.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Samstag 18. Februar 2012, 15:24

Janay bekam absolut gar nichts davon mit, was rund um sie geschah. Sie blieb in ihrer Bewusstlosigkeit gefangen und konnte sich auch nicht zur Wehr setzen, als Kazel sie nicht nur trug, sondern auch vor sich aufs Pferd setzte. Ausgerechnet auf jenes Tier, das für ihren geschwollenen Knöchel und somit für ihr derzeit unbrauchbares Bein verantwortlich war. Dagegen hätte sie sich definitiv gesträubt, doch so hatte sie nicht einmal die Möglichkeit eines Mitspracherechtes.
Vermutlich hätte sie auch einen anderen Weg eingeschlagen, bei dem erneuten Versuch, Talimée in besserer Obhut als der ihren zurück zu lassen und sich allein durchgeschlagen. Irgendwie hätte sie das schon geschafft, auch wenn sie mehr als oft hätte improvisieren müssen, vor allem in Bezug auf ihre Verletzung.
In Hinsicht auf das andere, weitreichende Ereignis war sie schließlich noch ahnungslos und wäre die vortreffliche Nase einer Leonidin nicht gewesen, hätte sie es gewiss erst in einigen Wochen erfahren und sich danach mit ihrer Antwort beschäftigt.
Schwer und bewusstlos, mit flachem Atem und langsam schlagenden Herzen hing sie in den Armen des Mischlings und bekam nur eines in ihrem Zustand mit, nämlich einer wohligen Wärme, die ihr Geborgenheit vermittelte. Ein Umstand, an den sie sich nicht würde erinnern können, aber der ihr eigentlich gut tat. Wäre da nicht ein schwerwiegender, enttäuschender Verrat gewesen...
Jenes wohlige Gefühl verschwand irgendwann und in ihrer Bewusstlosigkeit verzog sie flüchtig das Gesicht, die einzige Form des Protests, zu dem sie instinktiv fähig war. Es war jener Moment, in dem sie aus Kazels Armen genommen und in ein Bett gelegt wurde, um dort versorgt werden zu können.
Viele, veränderte Gerüche drangen an ihre Nase, teilweise waren auch unangenehme dabei und bei weitem nicht mehr so frische, wie es überall im Wald möglich war, halfen dabei mit, sie zurück in die Realität zu holen und aufwachen zu lassen. Wenngleich es noch immer dauerte, sodass weiterhin die Minuten verstrichen, an die sie sich nicht mehr würde erinnern können, die sie nicht einmal wirklich wahrnahm.
Das Erste, das sie tatsächlich registrieren konnte, war ein knatterndes Geräusch, das zwar ohne Unterbrechung erzeugt wurde, jedoch mit verschwindenen Lautstärken, variierend wie das Atmen, von dem es schließlich auch abhängig war, ohne dass ihr das klar war.
Ihre Lider begannen zu zucken, ihr Geist löste sich allmählich aus der Dunkelheit, obwohl noch keine Erinnerung zurück kehrte. Dafür bedurfte es noch eine weit größere Besserung ihres Zustandes.
Die knatternden Laute ließen ihr Herz schneller schlagen, sorgten dafür, dass sich ihr Magen zusammen krampfte, als Ahnung dessen, wo sie das schon einmal gehört hatte und in welcher Situation. So öffnete sie auch nicht langsam ihre Augen, sondern schlug sie abrupt auf, um eines festzustellen. Sie hatte nicht die geringste Idee, was sie da über sich sah, warum und wo sie sich befand. Mit solch einer Art Decke rechnete sie nicht, wähnte sich eigentlich noch im Wald und suchte vergeblich das Blätterdach, das sie eigentlich erwartete.
Ein leises Stöhnen kam ihr über die Lippen, als prompt das Dröhnen in ihrem Kopf einsetzte und sie lieber die Lider wieder senkte. Hinzu kam ein Pochen in ihrem Knöchel, dem sie vorerst noch keinen Sinn zuordnen konnte.
Eher automatisch, als um sich wirklich umsehen zu können, drehte sie ihren Kopf und öffnete ein weiteres Mal ihre Augen, wenngleich eindeutig langsamer. Mehrmals musste sie blinzeln, bis sich ihr Sehvermögen diesmal einstellte und sie etwas erkennen konnte, was sie längerfristig nachdenken ließ. Es dauerte für ihre Begriffe unendlich lange, bis sie die Person neben ihr erkannte und ihr auch einen Namen zuordnen konnte. Merkwürdig... wieso war Juduka auf einmal in ihrer Nähe?
Ihr Blick wanderte wieder hoch und sie wollte sich instinktiv aufsetzen, als sie beinahe einen Herzstillstand erlebte. Plötzlich waren da lauter Katzenaugen, erinnerten sie an das Tier, das ihr solche Panik eingeflößt hatte und ähnliches passierte auch jetzt. Schon holte sie Luft, um zu schreien und noch viel stärker all das an Angst zu erleben, das vor ihrer Ohnmacht schon aufgetreten war.
Ihre Lippen öffneten sich und ein leiser, ankündigender Laut verließ bereits ihre Kehle, als sich ein Kopf ihr extrem nahe kam und ihr vor Schrecken die Stimme raubte. Was vermutlich positiv und schonender für die Gehörgänge der Anwesenden war.
Diesmal war das Knattern viel stärker und trotzdem konnte sie verstehen, was ihr gesagt wurde. Etwas, das zwar nicht bedeutete, dass sie den Sinn dahinter auch begriff, allerdings vorerst blieb sie tatsächlich erst einmal stumm. In ihrem dröhnenden Kopf versuchten sich Gedanken zu formen und ins Bewusstsein zu dringen, das andere Gefühl zu überlagern.
Woher kannte dieses Wesen ihren Namen? Wo war sie? Warum war sie hier? Was für ein Leonia oder wie das hieß? Wieso ihr Männchen?! Gerade letztere Frage schaffte es am ehesten, von ihr wahrgenommen und begriffen zu werden, sodass sie sich vorerst hauptsächlich damit beschäftigte. Unbewusst folgte ihr Blick der Richtung, welche die Fremde ihr vorgegeben hatte und sie konnte nach ein paar Sekunden Kazel ausmachen.
Ihr Gesicht blieb zuerst unverändert, bevor sie sich bedauerlicherweise ausgerechnet an seinen Verrat erinnerte. Da verdüsterte sich ihre Mimik und sie hörte nicht mehr zu, was ihr noch gesagt wurde, ehe ihnen beiden Raum für Gespräche gegeben wurde. Sie wollte ihn nicht sehen, wollte auch nicht ernsthaft mit ihm reden und auch nicht seine Nähe ertragen müssen.
Nur hatte sie keine Wahl, denn ein Versuch sich aufzusetzen blieb allein schon im Ansatz stecken, weil sich dadurch das Dröhnen hinter ihrer Stirn um ein Vielfaches verstärkte. Vor Schmerz und leichtem Schwindel verzog sie nun das Gesicht und sank leise stöhnend wieder zurück.
Toll... jetzt konnte sie ihm nicht einmal ausweichen! Ihre einzige Trotzreaktion war, dass sie den Kopf demonstrativ zur Seite, von ihm weg drehte, um ihm zu zeigen, dass sie ihn nicht sehen wollte.
Doch dadurch bekam sie auch nicht seinen fixierten Blick auf ihren noch flachen Bauch mit, der ihr womöglich den ein oder anderen Anhaltspunkt geliefert hätte. Wenn sie auch nur die geringste Ahnung gehabt hätte!
Seine Bewegung, als er die Hand nach ihr ausstreckte, nahm sie zwar im Augenwinkel wahr, reagierte aber ebenfalls nicht darauf, wollte es gar nicht. Sie wollte ihre Ruhe vor ihm, begriff er das nicht? Er hatte ihr eine aufkeimende Hoffnung, die sie eigentlich gar nicht hätte zulassen sollen, genommen, was für sie umso bitterer war, weil er so vollkommen anders gewesen war als jene Männer, die sie bis dahin getroffen hatte. Zumindest hatte sie das geglaubt...
Dann jedoch sprudelte es aus ihm heraus und was das war, verwirrte sie merklich.
Sie sah ihn nun trotz aller Vorhaben an, blinzelte fragend und irritiert, hob ihre Augenbraue an und glaubte, er hätte sich den Kopf gestoßen. Was war das denn für ein Unsinn? Was für ein Kind? Wieso sollte sie ihm etwas wegnehmen, von dem sie nicht einmal etwas wusste? Was betraf sie das überhaupt?
Als er mit einem Flehen aufhörte und sichtlich angespannt vor ihr stand, konnte sie ebenfalls endlich Luft zum Reden holen. "Bei Manthala, von was redest du, Kazel?!", kam es leise über ihre Lippen, da auch ihre Stimme durch das Schreien mitgenommen war und krächzend klang, allerdings auch mehr als zweifelnd.
War er bei dem Angriff verletzt worden? Hatte er tatsächlich einen Schlag gegen den Kopf bekommen? Wieso schlug ihr Herz vor Sorge um ihn auf einmal schneller, wo er das bei weitem nicht verdiente?!
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 18. Februar 2012, 23:19

Ihm fiel sofort auf, dass sich Janays Miene verfinsterte. Allein diese Erkenntnis ließ sein Herz schwer werden. Dieses Gefühl einer wachsenden Seelenverwandtschaft, das sich langsam zwischen ihnen aufgebaut hatte, schien vollkommen verschwunden zu sein. Sie mochte ihn nicht länger. Sie hasste ihn. Hass, geboren aus Enttäuschung, weil sie felsenfest glaubte, er habe sie verraten. Kazel hatte seinen Standpunkt bereits klar gemacht und seine Gründe genannt. Er hatte nicht ahnen können, dass die Bruderschaft so abweisend reagieren könnte. Zumal Xenia im Grunde lediglich Skepsis gezeigt, Janays Anwesenheit aber weiterhin akzeptiert hatte - auch nachdem sie erfahren hatte, dass sie eine reinrassige Dunkelelfe war. Die Abweisung ging stets nur von Sintus aus, aber war es ihm zu verübeln?
Kazel erinnerte sich daran, dass der Paladin seinen Bruder verloren hatte. Keinen Bruder im Geiste wie es sämtliche Paladine der Bruderschaft waren, sondern den leiblichen Bruder. Würde er selbst da nicht ebenfalls hart auf jeden vom dunklen Volk reagieren? Früher habe ich mich ihnen blind entgegen gestürzt. Dass ich dabei noch nicht draufgegangen bin ... heute fällt es mir schwer, mein Verhalten nachzuvollziehen. Landria hat bewirkt, dass ich mich nicht mehr dermaßen stark von meiner Wut leiten lasse. Er schaute Janay an, die den Kopf trotzig zur Seite drehte. Hätte sie den Kazel seiner eigenen Vergangenheit kennen gelernt, hätte er sie nicht beim Aufheben versehentlich fallen gelassen. Nein, er hätte versucht, sie umzubringen. Tatsächlich konnte er Sintus' Beweggründe nach und nach besser verstehen. Er würde mit dem Paladin sprechen und ihm aufzeigen müssen, dass solches Denken engstirnig war. Kazel hatte dies gelernt und die Belohnung dieser Lektion schien Janay gewesen zu sein. Ihre Zuneigung, ihre seltsame Art, die ihn verlegen machte und doch zugleich ein Gefühl von Geborgenheit schenkte. Sie war ihm von Beginn an beinahe wie eine Vertraute vorgekommen. Er hatte sich unbewusst gern in ihrer Nähe aufgehalten. Das tat er noch immer. Und mit deinem mutmaßlichen Verrat hast du es verbockt!, schalt ihn sein Gewissen. Er blinzelte, weil die Emotionen hoch kochten. Jetzt verlor er nicht nur sie als Freundin - oder mehr? - sondern vermutlich auch das Kind, das in ihr heran wuchs. Ihr gemeinsames Kind.
Natürlich wollte sie keinen Bastard eines Mischlings großziehen, keinen Sohn des Mannes bekommen, der ihr Vertrauen missbraucht hatte. Ob unbewusst und aus gutherzigem Glauben heraus oder nicht, er hatte es getan. Sie würde Kazel niemals verzeihen. Da half auch alles Bitten und Flehen nicht. Sie würde sich von Annabelle Kräuter geben lassen und dann ...

Kazel zuckte zusammen, als sie ihre Stimme erhob. Auch Janay musste erschöpft sein, so kratzig wie sie klang. Sie alle brauchten Erholung, doch zugleich mussten Dinge geklärt werden. Er musterte sie. Die Worte drangen nur spärlich zu ihm durch, aber sie sickerten nach und nach in seinen Verstand. Ihm fiel die vor Verwirrung hochgezogene Braue auf, ebenso wie ihr Blick. Da weiteten sich Kazels Augen. Er wich unmerklich zurück. Sie weiß es nicht! Er keuchte. Sie hasste ihn, auch ohne dass sie Kenntnis über ihre eigenen Umstände besaß! Wie sollte er ihr das nun schonend beibringen? Vermutlich würde sie vollkommen zornig werden. Vielleicht verzweifelt. Vielleicht ging sie auf ihn los, um erst ihm und dann dem ungeborenen Kind ein Ende zu setzen. Tausend Szenarien spielten sich in Kazels Kopf ab, eine schlimmer als die andere. Es schien keine Szene zu geben, in der sich die fiktive Janay über das Leben in ihrem Leib freute. Zu unwahrscheinlich erschien es und blendete sich somit vollkommen aus Kazels Gedanken aus.
Der Mischling holte Luft, raffte allen Mut zusammen. Dann trat er wieder an Janays Lager heran, dieses Mal sehr viel dichter. Und er wagte es, nach ihrer Hand zu greifen. Weniger, um ihr das Zeichen zur Beruhigung zu geben, als vielmehr als Halt für sich selbst. Sie würde ihm jetzt kaum unterstützende Kraft spenden, aber sie war die einzige in unmittelbarer Umgebung. Selbst Talimée hatte sich etwas zurückgezogen, um ihr Gespräch nicht zu stören. Trotzdem beobachtete sie hin und wieder die Szene, die sich abspielte, bekam sie doch fast jedes Wort auf Lerium mit.
"Janay, ich muss dir etwas sagen", begann Kazel. Er spürte, wie ihm der Schweiß ausbrach. Gleich würde sie wie eine Furie über ihn herfallen. Vielleicht nur mit Worten, denn sie war ja verletzt, aber es würde ein Sturm aufziehen. Die Ruhe davor erfüllte den Raum, dass die Luft beinahe flimmerte. "I-ich hab es auch erst wenige Stunden vorher erfahren. Diese Katzenfrau sagte ... sie konnte es riechen. Es ist also kein schlechter Scherz." Erneutes Luftholen. Das war noch schwerer als er es sich ausgemalt hatte. Nein, eigentlich nicht. Wenn sie das Kind nur würde bekommen wollen! Ob sie es behielt, stand doch nicht einmal zur Debatte. Er würde es aufziehen. Er würde sich um den kleinen Wurm kümmern, ihm keine Sekunde von der Seite weichen. Ein seliges Lächeln, das sich zu einem Strahlen über sein ganzes Antlitz ausbreitete und seine Augen in ehrlicher Vorfreude zum Leuchten brachte, legte sich auf Kazels Züge. Er sprach jetzt nicht länger direkt mit Janay. Er sprach vielmehr zu sich selbst, machte sich nun endlich wirklich die Bedeutung der Worte bewusst, die bereits seit Stunden in seinem Kopf herum geisterten. "Ich werde Vater. "Ist das zu glauben? Ich - ich! - werde Vater! Haha!" Plötzlich lachte er auf. Es war ein so glückseliges Lachen, hell und rein. Niemals zuvor hatte Kazel in seinem gesamten Leben so gelacht.
Er drückt unwillkürlich Janays Hand, während Tränen sich aus seinen Augen stürzten, aber er konnte nicht aufhören zu lächeln. Es war ein so wundervoller Gedanke für ihn - wenigstens einen Moment lang. Dann wurde er sich der ganzen Situation wieder bewusst, als er einen kurzen Blick auf Janay erhaschte. Das Glück schwand, Angst und Zweifel kehrten an ihre Plätze zurück und auch Unsicherheit, was sie zu dem Ganzen überhaupt sagte. Rasch löste er ihre Hand aus seiner. "I-ich ..." Was sollte er sagen? Dass es ihm Leid tat? Er wollte nicht lügen. Schließlich betete er insgeheim, sie würde das Kind bekommen wollen. Niemals hätte er damit gerechnet, wie viel ihm ein solcher Umstand bedeutete.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Samstag 18. Februar 2012, 23:50

Gerade jetzt täte ihr Ruhe und Erholung gut, zweifellos. Wenngleich sie diese allein schon deswegen nicht bekommen konnte, weil sie sich vor diesen seltsamen, Katzenartigen Wesen fürchtete, die ihr schlichtweg nicht geheuer waren. Doch Kazels Nähe, seine Aufmerksamkeit, die sie nun nicht haben wollte, sorgte erst recht dafür, dass sie innerlich angespannt war. Das Dröhnen in ihrem Kopf wurde etwas stärker, aber erst einmal konnte sie sich weigern, ihn überhaupt zu beachten.
Sie hasste ihn nicht, dazu war all das noch nicht schlimm genug gewesen, im Gegensatz zu dem, was ihre Erzeuger und andere ihr angetan hatten. Die junge Elfe war einfach nur so maßlos von ihm enttäuscht, was sie vermutlich nie wirklich verzeihen könnte. Zumindest war sie vorerst noch der Überzeugung, dass sie es gar nicht wollte. Ihre Hoffnung war derart wohltuend gewesen, seine Nähe hatte ihr Freude bereitet und sie hatte tatsächlich geglaubt, sie könne ihm vertrauen. Sie hatte ihm sogar das ein oder andere aus ihrem Leben erzählt! Und was war der Dank gewesen? Dass er zu Sintus gerannt war und ihm ihre eigentliche Rasse verraten hatte...
Noch dazu, nachdem sie mit ihm sich vergnügt hatte und eigentlich davon ausgegangen war, es würde länger dauern und sie wäre schon aus der Reichweite des Paladins. Warum nur hatte alles so vollkommen anders kommen müssen?
Leise seufzte sie bei diesem Gedanken und spürte wieder diese Traurigkeit, die sie zu verdrängen suchte, um sich dem nicht stellen zu müssen, weil es zu viele Schmerzen mit sich bringen, zu viel anderes aufrühren würde.
Jedoch wenigstens eines konnte der Mischling, sie ablenken und diesmal verhindern, dass sie in eine trübselige Stimmung sank, mit seinem Gestammel. Was sie nicht verstand, es gar nicht wollte, obwohl ihr Instinkt eine Ahnung bekommen musste. Allerdings ging sie noch immer davon aus, dass sie wie gewohnt ihre Kräuter genommen hatte und diese noch wirkten, wenngleich es ihr längst nicht mehr bewusst war.
Sie hakte nach, in dem Bemühen, aus seinem Redeschwall einen Sinn heraus zu bekommen. Während ihr Blick weiterhin irritiert, fragend blieb und sie sich nicht einmal darum kümmerte, dass sie es verschleiern könnte.
Was betraf es sie, wenn er Vater wurde? Woher er solch eine Nachricht haben könnte oder ob er in einem ihrer bewusstlosen Zustände zum Beispiel mit Talimée geschlafen hätte, war für sie irrelevant, weil es sie überhaupt nichts anging. Diese Meinung war felsenfest in ihren Gedanken verankert, alles andere kam für sie nicht in Betracht, schon gar nicht, dass sie der zweite Part in dieser Angelegenheit wäre.
Zuerst wich er von ihr zurück.
Warum? Kam nun das schlechte Gewissen, da er seine Triebe entdeckt hatte? Zutrauen würde sie es ihm, auch wenn es ihr gleichgültig sein sollte, denn sie hatte keine Gefühle für ihn gehabt, um das tun zu können. Zumindest redete sie sich das konsequent ein.
Dann näherte er sich ihr wieder, ergriff sogar ihre Hand. Die sie ihm eigentlich hätte entziehen sollen, doch stattdessen senkte sich nur ihr Blick darauf und ihr Herz krampfte sich noch mehr zusammen.
Es hätte so schön sein können, eine Illusion von längerer Zeit, die nicht so früh hätte zerstört werden müssen. Ja, hätte... Aber was würde nun kommen? Würde er ihr alles gestehen? Er sollte sich einfach nur klar ausdrücken, damit sie endlich damit abschließen und es verdrängen könnte.
Sie sah ihn wieder an, ihre Augenbraue wanderte noch höher, denn er war alles andere als ein nüchterner Redner. Ein leicht genervtes Seufzen kam ihr über die Lippen. Nun ja, soweit war sie auch schon, dass er ihr was zu sagen versuchte.
Warum musste er es gerade so unnötig kompliziert machen? Oder wäre es Xenia? Juduka? Wieso verspürte sie bei dem Gedanken, dass er ihre Bewusstlosigkeit ausgenützt hätte, um sich einer anderen zu nähern, nach der kurzen Zeit dazwischen, einen Stich, der verdächtig nach Eifersucht schmeckte?
Ihre Lippen pressten sich fester aufeinander und sie wartete noch immer auf eine Erklärung, die tatsächlich verständlich wäre. Nur leider... kam da nichts.
Er sprach wieder nur von sich, davon, dass er Vater wurde, und ließ sich anmerken, wie sehr er sich darüber freute. Ja, aber was hatte sie damit zu schaffen?! In ihrem Bauch kribbelte es, jedoch schob Janay das hastig auf die Enttäuschung, auf nichts sonst, schon gar nicht auf eine Vorahnung.
Ihr Blick wurde nur noch zweifelnder und schließlich deutete sie ein leichtes Kopfschütteln an, vor allem nach dem Druck seiner Hand, als wolle er ihr damit noch viel mehr sagen.
Plötzlich verebbte seine Euphorie und er wurde wieder kleinlaut. Was vermutlich bedeutete, dass sie erst recht keine klar verständliche Antwort erhalten würde.
Seufzend wandte sie den Blick ab, glitten ihre Augen suchend durch den Raum, in der Hoffnung auf das, was auch eintraf. Sie konnte Talimée entdecken. Einen flüchtigen Moment lang wurde ihr die Kehle eng.
Ob sie es war...? Nun ja, selbst wenn, dann hätte sie nur einen weiteren Grund, bei Kazel zu bleiben und Janay könnte gehen.
Da er ihre Hand losgelassen hatte, streckte sie ihre Finger kurz in die Richtung der Dienerin, die sie beobachtete, in dem Versuch, sie heran zu winken. "Bei Manthala...", seufzte sie, minimal entnervt und allmählich ernsthaft eifersüchtig, und wartete, bis die Elfe in Hörweite war.
"Der hier redet so konfus, kannst du mir verraten, was er hat?" Bittend sah sie der anderen in die Augen, damit wenigstens diese ihr hoffentlich Erleuchtung bringen würde.
Dass sie sich nicht in Lerium mit ihr verständigte, war eine Höflichkeit der Waldelfe gegenüber, deren genauen Kenntnisse dieser Sprache sie noch nicht einschätzen konnte und die sie nicht mit der Sprache ihrer ehemaligen Sklaventreiber quälen wollte.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Samstag 25. Februar 2012, 12:20

Hinweis: In Absprache mit Asmodeus erfolgt hier ein von Kazel geschriebener Erzählerpost

Talimée zog sich ein Stück weit zurück. Die Distanz war gerade groß genug, dass sie dem Gespräch lauschen konnte, wenn sie sich auf die Worte konzentrierte. Natürlich stand es nicht in ihrem Sinn, die Unterhaltung zu verfolgen. Das war etwas zwischen ihrer Herrin und Kazel. Aber elfische Spitzohren verfügten nun einmal ob ihrer Anatomie über die Möglichkeit, ein wenig besser zu hören als das menschliche Ohr. So entging ihr fast gar nichts, was Kazel Janay zu sagen hatte. Die Elfe schmunzelte leicht, denn der Mischling schien sehr aufgeregt. Er bekam ja kaum einen informativen Satz heraus. Nun musste sie doch einmal schauen, es war einfach zu spannend. Wie ihre Herrin wohl reagieren würde, wenn sie heraus fand, dass ... ja, was eigentlich? Talimée hatte die Aussage der Leonidin nicht mitbekommen. Auch sie wusste noch nichts davon, dass Janay schwanger war. Vielleicht sorgte diese Unwissenheit für den Drang und die Spur an Neugier, die dazu führten, dass sie sich wirklich auf das Gespräch konzentrierte. Sie bemerkte nicht einmal, dass sie zu den beiden herüber starrte. Ihre Ohren zuckten leicht, als sie das Lerium aufnahmen. Und plötzlich weiteten sich ihre Augen. Ein Ruck ging durch die Elfe. Erkenntnis machte sich auf ihrem Gesicht breit. Sie blickte abwechselnd von Kazel zu Janay.
Er wird Vater? Meine Herrin ist in besonderen Umständen? Aber das konnte doch nicht möglich sein! Selbst wenn Janay tatsächlich empfangen hatte, so wäre das frühestens in ein paar Wochen festzustellen - eben dann, wenn die monatliche Regel ausfiel. Aber die Gruppe war doch erst kurze Zeit gemeinsam unterwegs, seit sie an diesem geheimnisvollen See im Wald Rast gemacht hatten. Dort müsste es geschehen sein, schlussfolgerte Talimée. Sie hatte damals schon diese Gefühle zwischen dem Mischling und ihrer Herrin wahrgenommen. Beide waren sehr ausgelassen gewesen, Kazel hatte sich bisweilen sogar wie ein junger Bock verhalten, der um ein Weibchen balzte. Und Janay war nur allzu gern auf das Spiel eingegangen, hatte ihn umgarnt und gelockt. In der Zeit, als beide eine Weile verschwunden waren, mussten sie zueinander gefunden haben. Anders ließ es sich nicht erklären. Da fiel Talimée auch ihre Vision wieder ein. Endlich ergab sie Sinn und nun wusste sie, warum es ein Pflänzchen gewesen war, das aus Janays bloßen Traumhänden gewachsen war. Es passte alles zusammen. Neues Leben, das in ihr gedieh. Ein Bäumchen, weil sie sich im Wald befunden hatten und dann die Vision davor, als sie sich mit der Dunkelelfe auf der Flucht befunden hatte. Jene Vision, in der sie Kazels Gesicht das erste Mal gesehen hatte, noch lange bevor sie ihm begegnet waren.
Talimée lächelte. Wie romantisch! Es entsprach genau ihrem Geschmack und sie freute sich für ihre Herrin - für beide. Daraus konnte Liebe entstehen. Ob sie einander liebten? Dafür war es wohl noch zu früh, vor allem, weil Janay dem Mischling grollte. Er hatte sie verraten und sie enttäuscht. Dieser Umstand durfte beide nicht auseinander bringen. Nicht, wenn in Janay ein Kindchen heranwuchs. Es wäre zu schade, wenn dieses Würmchen keinen Vater haben würde. In diesem Punkt war sich Talimée mit Kazel einig, ohne es zu wissen.
Sie wusste nur eines: sie würde etwas unternehmen müssen. Vielleicht genügte es, mit Janay zu sprechen. Da winkte diese sie auch schon heran. Talimée zeigte mit dem Finger auf sich und machte ein fragendes Gesicht. Warum wollte sie nun mit ihr sprechen? Kazel machte einen unsicheren Eindruck. Er stand da wie ein begossener Pudel, seine Haltung spiegelte seine Anspannung wider. Irgendetwas schien offenbar schiefgelaufen zu sein. Ach, sie hatte sich ihren Gedanken hingegeben und nicht mehr auf das Gespräch geachtet. Doch Janay wollte sie ohnehin nun in ihrer Nähe wissen, da konnte sie nachhaken. Also kam Talimée an ihr Lager heran. Kurz tauschte sie mit Kazel einen Blick. Der Mischling senkte die Lider jedoch schnell. Er ließ Janays Hand los, trat einen halben Schritt zurück, schwieg und machte auf die Elfe den Eindruck eines gescholtenen Hundes. Sie wandte sich von ihm ab und Janay zu. "Herrin?", erkundigte sie sich. Sie lauschte Janays Bitte, schaute dann wieder zu Kazel hin.
"Ich versuche doch nur, dir zu erklären...", setzte dieser an, ließ den Satz aber in einem langen Seufzer enden. Verstand sie denn nicht, was er ihr sagen wollte? Offenbar nicht, aber Talimée wusste sofort, worum es ihm ging. Sie kniete sich an Janays Lager, ergriff nun ihrerseits deren Hand und tätschelte sie. "Herrin, es ist ein Wunder. Ihr seid schwanger und scheinbar ist Kazel der Vater des Ungeborenen." Nun war es heraus. Wenn sie jetzt immer noch nicht verstand, müsste man sich wohl zusätzliche Sorgen um ihren geistigen Zustand machen. Vielleicht hatte sie sich auch den Kopf verletzt. Talimée lächelte Janay entgegen. Für sie war es schließlich eine freudige Nachricht. Nachwuchs war immer etwas Schönes in den Augen der Elfe.
Jetzt konnte auch Kazel sich nicht mehr länger zurückhalten. Er näherte sich wiederholt, sichtlich nervös. Irgendwie fürchtete er Janays Reaktion auf diese Botschaft. Vorsichtig hakte er nach: "Du wirst es doch bekommen wollen, oder? Nicht? Sag das nicht. Bitte." Seine Anspannung würde vermutlich erst abfallen, wenn Janay sein Flehen erhörte, aber wie kam sie mit dieser Nachricht überhaupt zurecht?
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Samstag 25. Februar 2012, 13:35

Janay hatte vorerst gar nicht wahrgenommen, dass sich auch Talimée in ihrer Nähe aufhielt. Immerhin war sie noch mitgenommen genug und obendrein hatte sie Angst, solange die fremden, katzenartigen Wesen in ihrem Blickfeld gewesen waren. Doch ihre Laune besserte sich nicht, sondern verlagerte sich nur, als Kazel zu ihr kam und ihr mit seinem Herumgestammel die Kopfschmerzen nur verstärkte.
Obendrein verkrampfte sich ihr Herz immer mehr, weil er lediglich davon sprach, dass er Vater wurde, und sie nicht sofort darüber aufklärte, wer die dazugehörige Mutter war. Was bei ihr zu Spekulationen führte, die in ihr Eifersucht und weitere Enttäuschung weckten, was alles andere als vorteilhaft für den Mischling war. Denn dadurch festigte sich ihr Wunsch, möglichst viel Abstand zu ihm zu gewinnen.
Ob sie ihn grob abweisen und wegschicken sollte? Es würde seine Freude trüben... Na und? Er hatte sie verraten! Eigentlich hätte er es gar nicht mehr verdient, dass sie überhaupt Rücksicht auf ihn und seine Gefühle nahm. Und trotzdem zögerte sie noch, freute sich ein kleiner Teil in ihrem Inneren für ihn, dass er so euphorisch sein und strahlen konnte. Tja, nur betraf das ja anscheinend sie überhaupt nicht. Zumindest nahm sie es lediglich auf diese Art wahr bei seinem Herumgerede und seiner Konzentration auf den Umstand, dass er ein Kind gezeugt hatte.
Im Gegensatz zu der Waldelfe hatte sie noch keine vollständige Erleuchtung, da sie noch immer davon ausging, dass die Kräuter ihr ausreichend Schutz gewährleistet hatten. Dafür hatte sie eine andere Erkenntnis, es konnte nicht die Dienerin sein, die sich mit Kazel eingelassen hatte. Dazu wäre es viel zu früh, schon jetzt zu wissen, dass er Nachwuchs haben würde. Auch nicht bei Talimées Gabe!
Nein, es musste Xenia oder Juduka betreffen. Lag Juduka deswegen neben ihr? Weil sie es festgestellt hatte und nun Schonung brauchte? Ja, das wäre eine Erklärung... auch wenn sie ihr Herz noch weiter zusammen krampfte und ihr sogar leichte Übelkeit bescherte.
Es war ja nicht so, dass sie es nicht gewohnt wäre, als Ersatz zu dienen, aber normalerweise machte sie sich auch keine entsprechenden Illusionen. Wie anders war es bei dem Mischling gewesen... und wie ärgerlich!
Sie seufzte lautlos und wollte diesem Gestammel ein Ende setzen, endlich Klarheit haben. Also sah sie sich nach jemandem um, der ihr bessere Erklärungen liefern konnte, und fand diese Person in Talimée.
Sie hoffte es und bedeutete ihr, näher zu kommen, auch, um sich nicht mehr ausschließlich mit Kazel beschäftigen zu müssen. Die Enttäuschung und allmähliche Bitterkeit dafür waren zu groß.
Anscheinend hatte die andere damit nicht gerechnet oder glaubte, es wäre unpassend, so fragen, wie diese dreinsah. Doch Janay nickte bekräftigend, als Zeichen, dass sie sich ruhig nähern könnte.
Als sie heran gekommen war, kam die junge Frau gleich zur Sache und wollte einfach nur Klarheit haben, um ihre Bestätigung zu erhalten, wie sie glaubte.
Kazel mischte sich wieder ein und sie warf ihm einen dunkleren Blick zu, als eigentlich geplant. "Ja, aber der Versuch hilft nicht viel.", gab sie knapp zurück und sah wieder zu der Waldelfe, wobei ihre Mimik sofort wieder weicher wurde.
Talimée hatte ihr nichts getan, sie mochte diese ja auch und vor allem, sie hatte bisher keinen Verrat begangen, obwohl sie sich immer zur Wahrheit verpflichtet hatte. Da wäre sie auf alles... oder zumindest fast alles vorbereitet.
Wenngleich nicht auf das, was sie nun tatsächlich zu hören bekam. Ihre Augenbraue hob sich zweifelnd an, während ihr Herz kräftig zu hämmern begann und sich ihre Kehle zu verengen schien. Begreifen wollte in ihr wie eine heiße Welle aufsteigen, ihr erneut Übelkeit verursachen und die Barrieren aufsprengen, die sie um ihre schmerzhaften Erinnerungen gelegt hatte.
"Talimée, das ist kein guter Scherz...", versuchte sie sich noch gegen diese Wirklichkeit zu stemmen, obwohl sie nicht daran glaubte, dass die andere sie anlog.
Aber es konnte nur so sein! Nein... es konnte nicht geschehen sein, dass sie diejenige war, wegen deren Körper sich der Mischling so freute. Nein, nein, nein, es durfte einfach nicht sein!
Wäre da nicht Kazels Verhalten gewesen, das dafür sorgte, dass sie ihn abrupt ansah. Ihre Augen weiteten sich. "Das... das ist nicht..."
Ihr Kopf ruckte erneut zu der Dienerin. "Nein, das darf nicht...", stammelte sie weiter und schüttelte heftig den Kopf, auch wenn ihr dadurch schwindelig wurde.
Tränen stiegen auf und brannten heiß in ihren Augen.
"Das kann nicht sein! Nein!" Das letzte Wort stieß sie fast schon wie einen erstickten Schrei aus und schlug die Hände vors Gesicht.
Mit brachialer Gewalt riss die Erinnerung an Pelgar, an ihre erste Liebe, das ungeborene Kind, das sie nicht hatte austragen können, bei dessen Entwicklung sie versagt hatte, das Gefängnis in ihrer Seele nieder und schüttelte sie. Das Schluchzen konnte sie nicht verhindern, genauso wenig wie ihre bebenden Schultern, als sie zu weinen begann. Es war nicht so sehr der Schock darüber, dass man sie gerade über ihren Zustand aufgeklärt hatte, als vielmehr der Umstand, das damit so viel Leid und Angst verbunden waren. Mit einem Mal war sie wieder in die Zeit vor vier Jahren versetzt, als ihr Glück so dramatisch und vollständig zerstört worden war allein innerhalb weniger Stunden.
Wie lange würde es diesmal dauern? Der Verrat war bereits vorhanden, sie war nicht mehr so unschuldig naiv oder gar bewusst verliebt, in der Hinsicht wäre es somit bei weitem besser für sie, würde sie weniger stark von Unmöglichem träumen. Aber das Ungeborene? Wie lange würde es in ihr leben können? Wann würde sie es verlieren und wieder versagen? Ihr Herz würde diese Wunde noch weniger verkraften können als beim ersten Mal und schon da war die Narbe mehr als durchlässig gewesen, wie sich gerade zeigte.
Die Tränen und das Schluchzen wurde stärker, schüttelte sie immer heftiger durch und wenn sie niemand beruhigte, würde sie sich mit Leichtigkeit in Hysterie steigern können.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 28. Februar 2012, 01:57

Kazel wäre niemals in den Sinn gekommen, dass Janay neben sich selbst noch eine andere vermuten könnte, die ihn mit einer werdenden Vaterschaft beglückte. Dazu hielt er sich selbst eindeutig für zu schüchtern gegenüber Frauen, obgleich sich dieses Verhältnis stark gebessert hatte. Aber noch immer wurde er rot, wenn Verlegenheit über Worte oder Taten ihn emotional aufwühlten. Derzeit herrschte allerdings nur Unsicherheit vor. Wie würde Janay auf die Nachricht reagieren? Ob sie sich freute? Warum glaubst du das? In ihr wächst der Bastard eines Mischlings heran! Glaubst du, sie will das, du Idiot? Kazel war bis zum Zerreißen angespannt. Er wagte kaum zu atmen und erst recht nicht konnte er Janay direkt anschauen. So hielt er den Blick gesenkt und lauschte nur, als sich Talimée endlich näherte und die Botschaft verkündete. Was daraufhin folgte, zerbrach klirrend im Innern des Elfen wie ein zertrümmerter Spiegel. Sein Herz schien das Schlagen einzustellen, dafür sank es tief. Sehr tief, hinterließ ein reißendes Loch der Leere und bitteren Kummer. Janay weinte. Sie brach regelrecht in Tränen aus, konnte sich kaum mehr zurückhalten. Es versetzte Kazel einen Stich und irgendetwas schnürte Brustkorb und Kehle zusammen. Nun, da er wieder atmen wollte, funktionierte es nur bedingt. Er bekam kaum Luft, aber er hätte auch irgendwo in freier Wildbahn stehen können. Die Kehle wäre ihm weiterhin eng geblieben. Ein schwerer Kloß versperrte den Zugang. Es tat unendlich weh, Janay so erschüttert zu sehen. Am liebsten wäre er sofort an ihre Seite gekommen, hätte sie in die Arme geschlossen und fest an sich gedrückt, bis alle Tränen versiegten. Aber das ging nicht. Du bist doch Schuld an diesem Zustand! Du hast sie geschwängert, gegen ihren Willen! Wie konntest du nur?! Er keuchte. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen, damit nicht auch ihm heiße Tränen die Wangen herab rannen. Was hatte er der Dunkelelfe nur angetan? Beschämt wie gleichermaßen hilflos wich Kazel etwas zurück. Das ließ sich doch nie wieder gutmachen ... es sei denn ... Nein, daran wollte er gar nicht erst denken. Sie würde das Kind mithilfe von Kräutern aus ihrem Körper treiben. Wer wollte schon einen Mischlingsbastard gebären? Und dieses arme Wesen wäre vollkommen unschuldig. Es würde sterben, bevor es überhaupt wirklich zu leben beginnen konnte. Für diesen Moment schien es Kazel so, als sei dies die schrecklichste Tat, die man überhaupt jemals auf Celcia begehen konnte. Er fühlte sich elend und wusste, dass seine Emotionen nicht annähernd an das heran reichten, was Janay derzeit wohl empfinden musste. Es jagte ihm kalte Schauer über den Rücken.
Talimée bot in diesem Fall einen aktiveren Part, denn sie griff ein, anstatt nur zu Starren. Fürsorglich tätschelte sie Janays Knie. "Herrin", hauchte sie, "Ihr wisst, dass es weder eine Lüge noch ein Scherz ist. Bitte, hört auf zu weinen. Ein Kind ist kein Grund, traurig zu sein, sondern ein Anlass zur Freude. Ihr werdet eine gute Mutter sein." All ihre Worte schienen an Janay abzuprallen. Vielleicht nahm sie sie in ihrem Ausbruch auch nicht wahr. Die Elfe schien die falsche Person zu sein, sie zu trösten. Instinktiv spürte sie das und schaute daher zum Vater, zu Kazel. Schon erhob sie sich, packte ihn am Arm. Er zuckte heftig zusammen. Sein starrender Blick wanderte von Janay zu ihrer Dienerin und Freundin. Sie sah die Erschütterung und das Mitleid, das der Mischling für ihre Herrin empfand, in seinen Augen. Aber dieses Mal brachte Talimée nur wenig Mitgefühl dafür auf. Er sollte sich jetzt nicht in Kummer winden, sondern etwas unternehmen. "Es ist dein Kind. Na los!", sagte sie daher energisch und schob den Mischling einfach dichter an Janays Lager. Sie selbst zog sich wieder etwas in den Hintergrund zurück.

Nun stand er also da, direkt vor der völlig aufgelösten Janay. Er kam sich so hilflos vor. Was sollte er tun? Keine Worte dieser Welt konnten es ungeschehen machen. Es gab doch nichts, was er tun konnte. Zaghaft ließ sich Kazel an ihrem Lager nieder. Und noch zaghafter berührte er Janays Arm, strich langsam darüber. Wahrscheinlich würde sie ihn gleich von sich stoßen. Er könnte es ihr nicht verübeln. "Es tut mir leid." Seine Stimme war nur ein leises Murmeln. Ein Wispern. Wirklich ernst meinte er es auch nicht. Ihm tat leid, dass es sie so schwer traf und sie sich nicht freuen konnte. Er wollte nicht, dass sie dermaßen litt. Die Enthüllung ihrer Schwangerschaft quälte sie ja geradezu förmlich! Nein, das wollte er wirklich nicht. Das war es, was ihm leid tat. "Janay ..." Er konnte das nicht länger mitansehen. So zog Kazel sie einfach in seine Arme, drückte sie an sich und hielt sie, in der Hoffnung, sie würde sich nicht gleich schreiend und zeternd wehren. Mit dem Daumen wischte er die Tränenspur von einer ihrer Wangen, ehe er die übrigen Finger nach ihrem Ohr ausstreckte. Dort kraulte er sie, vielleicht beruhigte sie sich dann etwas. Er wusste von sich, dass er diese Zärtlichkeit mochte. "Weißt du, es ... vielleicht könnte es doch auch anders kommen. Vielleicht nimmt es ein gutes Ende. Eltern zu werden ist nichts Schlechtes. Ich würde mich freuen, wenn du dieses Kind bekommst und ich würde für das Kleine sorgen. Für das Baby und dich, Janay. Würde ich wirklich." Er brabbelte drauflos, wie es ihm gerade in den Sinn kam. Er wünschte sich nur noch, Janay mochte aufhören zu weinen. Ihr Schluchzen zerriss einem ja förmlich das Herz und er sehnte sich danach, sie glücklich zu erleben. Fröhlich und temperamentvoll, mit einer Spur dieser verspielten Art, die ihn so bezaubert hatte. "Ich mag dich doch, Janay. Du bedeutest mir viel. Was kann ich tun, damit es dir etwas besser geht?"
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Dienstag 28. Februar 2012, 13:55

Ja, dass der Mischling schüchtern gegenüber Frauen war, das wusste Janay, aber deswegen bedeutete es noch lange nicht, dass die Zeit nicht zu Gelegenheiten führen konnte. Woher sollte sie schließlich wissen, wie lange er mit den anderen beiden Frauen unterwegs war? Immerhin hatte auch sie es geschafft, obwohl das Ergebnis alles andere als das war, was sie vorgehabt hatte. Da brauchten Xenia und Juduka nur auf ähnliche Gedanken gekommen sein und die Initiative ergriffen haben, aus welchen genaueren Gründen auch immer.
Möglich wäre es schließlich, ohne, dass sich sein Verhalten danach grundlegend ändern müsste. Wenn jemand schüchtern veranlagt war, dann legte man das nicht sonderlich rasch ab, wenn je überhaupt.
Doch diese Vermutung, dass eine der anderen dahinter steckte, bewahrheitete sich nicht. Im Gegenteil, es kam für sie schlimmer als gedacht, als ihr eröffnet wurde, dass angeblich sie selbst schwanger sein sollte. Aber das durfte nicht sein!
Ohne Vorbereitung wurde ihre Erinnerung frei gelassen und traf sie mit voller Wucht all der unbewältigten Gefühlen, die sie tief in sich eingesperrt hatte. Da war gar kein Platz noch für Freude, die gewiss vorhanden gewesen wäre, egal, wer der Vater war. Sie hatte keine enge Bindung zu Kazel, es war vollkommen anders als damals und sie hätte sich vermutlich ohnehin nur äußerst schwer an einen Mann binden lassen.
Während jedoch ein Kind das ihre gewesen wäre, dem sie all ihre Zuwendung geschenkt hätte, zu der sie fähig war, ohne dass sie das Ausmaß dessen bisher erahnen könnte. Sie wäre nicht mehr einsam, auch wenn es unzählige Probleme mit sich bringen würde, noch dazu in einer gefährlichen Umwelt und in einem Milieu, das noch weniger harmlos war. Allerdings hätte sie den Willen, es zu meistern, dazu müsste sie schlicht öfters improvisieren. Nur... es würde niemals soweit kommen.
Sie war unfähig, ihr Körper nicht dafür geeignet und es würde wieder nicht zu einer richtigen Geburt kommen können. Davon war sie überzeugt und genau das machte all das noch schlimmer, sodass sie gar keine Chance hatte, gegen die Tränen anzukämpfen.
Die junge Frau verlor und trotz der Umgebung, die es mitbekommen würde, was ihr mehr als unangenehm war, musste sie weinen. Die Hände hatte sie zwar vor dem Gesicht, doch die Schluchzer waren nicht zu überhören und das Schütteln ihres Körpers nicht zu übersehen.
Dadurch konnte sie aber auch nicht bemerken, wie Kazel von ihr zurück wich, selbst das Entsetzen deutlich im Gesicht, was ihr vermutlich noch stärker ausnahmsweise einmal zugesetzt hatte. Wenigstens das blieb ihr vorerst jedoch erspart.
Denn im Prinzip waren sie beide einer Meinung, ohne es voneinander zu wissen. Auch für Janay war es abscheulich, ein Kind zu empfangen und dann bewusst zu töten, um es nicht austragen zu müssen. Umso mehr litt sie eben unter diesem Wissen, dass ihr Körper ein Ungeborenes schon einmal abgestoßen hatte, bevor es eine Chance zu leben gehabt hatte, und unter der Überzeugung, dass es ihr wieder passieren würde. Wieso auch sollte es diesmal anders sein? Warum sollte sie, wenn schon nicht bei der Wahl des Vaters, so trotzdem in dieser Hinsicht Glück haben?
Die Hand auf ihrem Knie bemerkte sie kaum und auch die Worte vernahm sie vielmehr unbewusst, wenngleich sie darauf reagieren konnte.
Heftig schüttelte sie den Kopf. "Ich... kann nicht...", schluchzte sie und meinte damit einfach den Umstand, dass sie körperlich dazu nicht in der Lage war und nicht, dass sie etwas dagegen unternehmen würde. Sie vermutete ja auch nicht, dass ihre Worte falsch verstanden werden könnten.
Die Berührung an ihrem Knie verschwand und trotzdem nahm sie es nicht mal richtig wahr, sondern weinte nur herzzerreißend weiter. Alles, was um sie herum geschah, war unwichtig und konnte nicht zu ihr dringen.
Erst eine Berührung, fast schon vertraut, die sie dazu verleitete, in eine Umarmung hinein gezogen zu werden, sorgte dafür, dass ihr Körper nachgab. Die Stimme zuvor war an ihr vorbei gerauscht, genauso wie das zaghafte Streicheln, aber nun brach es noch heftiger aus ihr heraus.
Janay klammerte sich an Kazel, durchtränkte seine längst in Mitleidenschaft gezogene Robe, die auch sie schon getragen hatte, mit ihren Tränen und zeitweise etwas Speichel, da sie mit offnem Mund inzwischen weinte. Ihre Nase lief immerhin auch mehr als stark. All das vermischte sich auf dem Stoff, der danach deutlich gewaschen gehörte.
Der Daumen an ihrer Wange war zwar angenehm, konnte aber wenig zu ihrem Trost beitragen. Vielmehr half erstaunlicherweise etwas anderes, als er ihr Ohr nicht nur berührte, sondern sie sogar dort sanft kraulte. Es war ein derart ungewohntes Gefühl, dass es rasch Wirkung zeigte. Zwar versiegten ihre Tränen nicht sofort, doch es wurde eine Spur schwächer und die Umgebung dafür wieder etwas präsenter.
Schniefend zog sie die Nase hoch, wischte sich selbst undamenhaft darunter einigen flüssigen Rotz weg und schüttelte erneut den Kopf. Wenngleich sie erstaunlicherweise kein Bedürfnis verspürte, sich sofort von ihm zu lösen oder gar mit ihm zu schimpfen, dass er es wagte, sie in seine Arme zu ziehen.
"Nichts...", hauchte sie schluchzend und hätte sich ihre Geste, durch die ihre Hand nun fast genauso nass wie ihr Gesicht war, wirklich sparen können, da die Tränen und der Rotz weiter ungehindert herab liefen. "Es gibt nichts... ich kann es nicht... ich bin unfähig... bei Manthala, ich bin so unfähig!" Das letzte Wort erstickte beinahe in ihrer Kehle und sie klammerte sich in einem Rückfall wieder fester an ihn. Sie zitterte am gesamten Leib und wäre derzeit nur mit Gewalt von ihm wegzuziehen gewesen, so fest umschlossen ihre Finger den Stoff seiner Robe.
Wenn sie sich nicht beruhigte, würde sich ihre Angst vermutlich sogar bewahrheiten und sie tatsächlich auch dieses Kind verlieren müssen, weil ihre Nerven zu zerrüttet waren.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 1. März 2012, 14:00

Ob sich Kazel jemals auf Juduka oder eine in die Offensive gehende Xenia eingelassen hätte, würde unbeantwortet bleiben. Vermutlich wäre er vor der Söldnerkönigin sogar zurückgewichen. Sie schaffte es, ihn einzuschüchtern, obgleich er sie mehr als bewunderte, war sie im Grunde doch "nur" eine Schneiderin. Eine wahrhaft kämpferische Schneiderin, die es an die Führungsspitze der Bruderschaft gepackt hatte. Und Kazel war ihr Partner. Wo steckte Xenia eigentlich? Und wo waren Annabelle und Sintus? Ob es dem Paladin gut ging?
So sehr Kazel diese Gedanken auch beschäftigt hätten, derzeit war kein Platz für sie. Janay nahm all seine Aufmerksamkeit für sich ein und er kam bereitwillig zu ihr, um sie zu trösten. Sie nahm es ja nicht gerade fröhlich auf, ein Kind unter dem Herzen zu tragen. Weil es dein Kind ist, du Idiot! Wer will schon ein Balg, das von dir gezeugt wurde?! Kazel zuckte ob seiner eigenen Gedanken zusammen. Sein Gewissen war ein Sadist, der es liebte, ihn zu quälen. Denn aufgrund solcher Gedanken schob er Janays Trauer natürlich sofort auf diesen Umstand. Er kam nicht auf die Idee, dass es auch etwas Anderes geben könnte, das sie so sehr aufwühlte. Leider wusste er aber auch nicht ihr zu helfen. Sie sagte, sie brauche nichts. Er konnte nichts tun.
"Dann ... bin ich einfach hier und halte dich, in Ordnung?" Das tat er. Fürsorglich drückte er Janay an seinen Körper. Dass Tränen, Schleim und Speichel auf diese Weise seine Robe benetzten, kümmerte ihn nicht. Sie gehörte ohnehin nicht wirklich ihm und er würde froh sein, sie eintauschen zu können. Sie stammte noch aus dem Zelt, in dem Raxtian ihn in ein Monster verwandelt hatte - ihm Krallen, Klauen und Giftzähne verpasst hatte, an seinen Augen herumoperiert hatte. Er schüttelte den Kopf, wollte sich nicht mehr erinnern. Damit würde er sich noch früh genug auseinandersetzen, wenn er erst einmal Gelegenheit bekam, sich näher mit all den Katzenwesen hier zu unterhalten. Doch gegenwärtig war es Janay, die ihn brauchte. Er würde ihr seine Hilfe niemals verwehren.
Weiterhin hielt er Janay, hielt sie fest und doch zärtlich, während er mit einer freien Hand in sich wiederholenden Bewegungen über ihr Ohr strich. Er wanderte es ab, vom Ohrläppchen bis hinauf zur Spitze, fuhr an der gesamten Ohrmuschel - die eher ein Ohrdreieck darstellte - wieder herunter und begann das Spiel von vorn. Schnell legte sich Routine in diesen Prozess, was ihn jedoch nicht mechanisch werden ließ. Instinktiv spürte der Mischling, dass es ihr gut tat. Er mochte es schließlich auch und glaubte sogar, dass es für einen Elfen keine schönere Berührung gab. Da waren sie wie Hunde und Katzen, die sich ja auch gern hinter den Ohren kraulen ließen. Fehlte nur noch, dass Janay zu schnurren begann. Nein, aus ihrer Kehle drangen im Augenblick eher Schluchzer, sowie leises Wimmern. Kazel hingegen schwieg. Nur ab und an, stieß er behutsam Luft aus. "Shhhh", machte es dann, aber ob das genügte, sie zu beruhigen?
Allem Anschein nach nicht, denn just als er glaubte, die Dunkelelfe beruhigte sich langsam, begann sie von Neuem. Sie steigerte sich in ihre Verzweiflung hinein. Die Welt schien für sie gerade unterzugehen und sie verfiel in Selbstmitleid, um das sich Lügen rankten wie eine Weinrebe um den Holzpfahl, der sie halten sollte. "Nein, bist du nicht", gab Kazel leise zurück. "Wie kommst du denn darauf? Du hast doch einiges erreicht - den Dunkelelfen den Rücken gekehrt und das, obwohl du jemanden hast zurücklassen müssen." Er meinte ihre Schwester, diese Arina, von der Janay ihm während der Reise am Lagerfeuer erzählt hatte. Er hatte es nicht vergessen. Aber er wusste, dass sie diese Worte kaum aufmuntern würden. Wenn man einen Zusammenbruch erlitt wie Janay gerade, schien es nichts zu geben, dass gut war. Man selbst war nichts, konnte nichts und niemand konnte helfen. Er kannte das, hatte es oft genug von der eigenen Mutter gehört, während sie ihm die Haut vom Körper gepeitscht hatte. Es war kein Balsam für die Seele und er musste Janay aus diesem Loch heraus holen, ehe sie sich noch tiefer darin verkroch.
Er rieb ihr über den Rücken und verweilte in unregelmäßigen Abständen mit der Hand in ihrem Nacken, um dort sanft einzelne, freche Strähnen ihres Haares zu zwirbeln. Seinen Kopf lehnte er an ihren, so dass er den Duft ihres Haars wahrnehmen konnte. "Janay", hauchte er ihr entgegen, drückte sie noch enger an seine Brust. Sie zitterte so stark. "Es tut mir leid - alles. Was immer ich dir angetan habe, tut mir unendlich leid. Ich kann nichts davon wiedergutmachen. Aber ich bin da und ich werde es bleiben. Verstehst du? Du musst das nicht allein durchstehen. Ich stehe dir zur Seite ... wenn du mich lässt." Entgegen seiner Schüchternheit drückten sich Kazels Lippen an ihre Stirn. Er küsste sie, ohne Verlangen oder Forderung. Es war der Kuss eines Gefährten, der ihr treu sein würde. Der Versuch, die Wogen ihrer zerrütteten Seele zu glätten, um Frieden darüber auszustreuen.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Donnerstag 1. März 2012, 23:51

Wo die anderen steckten außer Juduka und Talimée wusste sie ebenfalls nicht und es interessierte auch nicht sonderlich, hatte es schon zuvor nicht getan. Sie hatte sich sowieso früher oder später abkapseln wollen... wenn sie diesen seltsamen, katzenartigen Wesen einmal entkommen wäre, vor denen sie noch immer Angst hatte, wenngleich sie sich erstaunlich stark zurück hielten. Obendrein konnte sie diese mit einem Schlag mehr oder weniger vergessen, da sie vor einem viel größeren und präsenteren Problem stand.
Schwanger... sie sollte schwanger sein! Hatte sie ihre Kräuter so lange nicht mehr genommen? Es musste der Fall sein, sonst hätte das hier nicht passieren können. Es war so furchtbar... Nicht, dass es geschehen war, sondern einfach, weil es wieder zu einer Tragödie kommen würde.
Ihr Herz hatte sich längst verkrampft, ebenso wie ihr Magen, während ihr Körper durchgeschüttelt wurde, selbst dann noch, als sie sich an Kazel klammerte. In diesen quälenden Momenten war es unerheblich, dass er die Schuld daran trug und sie verraten hatte. Er strömte schlichtweg einen Duft aus, der auf sie wirkte, vermutlich, weil sie größtenteils von derselben Art waren, beide nicht reinrassig und doch vordergründig Dunkelelfen, die zueinander gefunden hatten. Schon bei der Zeugung hatte sie das feststellen können und auch jetzt war es scheinbar der Fall, sodass Talimées Entscheidung, ihn zu dieser Art des Trostes zu bewegen, wirklich die richtige gewesen war. Natürlich, ohne, dass sich Janay über diese Tatsachen und Gefühle bewusst war.
Vielleicht würde sie es zu einem anderen Zeitpunkt eher begreifen, sofern sie nicht sämtliche Erinnerung an ihn ebenfalls verdrängen würde oder musste. Noch hatte sich ihr Vorhaben, sich von der Gruppe abzukapseln, nicht in Luft aufgelöst, wollte sie noch immer eigentlich nichts mit ihm zu tun haben. Was sich aber bald ändern könnte...
Zu seinen Worten, was er tun wolle, nickte sie nur laut schniefend, wenngleich sie diese nicht wirklich begriff derzeit. Es war so viel, die alten Bilder vor ihrem geistigen Auge, der Schmerz, die Trauer, der Hass auf sich selbst und das eigene Versagen, all das wühlte in ihrem Inneren und drohte, sie hysterisch werden zu lassen.
Zwar konnte sein Kraulen und Streicheln an ihrem Ohr sie ein bisschen beruhigen sowie ablenken, nur zu ihrem großen Leidwesen hielt es nicht an, sodass es danach scheinbar noch schlimmer wurde und sie endgültig an der Kippe stand, um gar nicht mehr aufhören zu können. Dann könnte lediglich die Erschöpfung dafür sorgen, dass sie sich beruhigte und mit einem leeren Gefühl im Inneren zurück blieb, bis sie wieder damit anfangen würde.
Dass sie etwas von seinen Worten mitbekam, grenzte beinahe an ein Wunder, und trotzdem war es so. Heftig schüttelte sie den Kopf, wollte nicht noch zusätzlich an Arina denken müssen.
"Du... du verstehst nicht!", schluchzte sie und sah sogar zu ihm auf. Die Tränen liefen ihr über die Wangen, egal, wie oft sie drüber wischen wollte, sodass sie es gleich ganz sein ließ.
Er sprach wieder mit ihr und sie bemühte sich tatsächlich darum, ihm zu zuhören, wenngleich das ein oder andere Wort in ihren Schluchzern unterging.
Erneut schüttelte sie entschieden den Kopf und schniefte. Die Lippen an ihrer Stirn waren angenehm und sie schloss flüchtig auch die Augen, ehe es sie wieder durchschüttelte und sie einige Momente brauchte, bis sie Gedanken in ihrem Kopf überhaupt fassen konnte.
"Du verstehst es nicht... ich kann nicht... es wird nicht leben... und ich werde schuld daran sein!" Aufheulend vor seelischem Schmerz warf sie sich ihm ein weiteres Mal an die Brust, um sich an ihm festzukrallen. Dabei zog sie auch ihre Beine an, um sich möglichst klein zu machen.
Und aus einem Instinkt heraus, da er ihr Trost spenden wollte und diese Atmosphäre zwischen ihnen eine besondere war, rückte sie sogar auf seinen Schoß. Es war ähnlich wie früher bei ihr, wenn sie als kleines Kind sich nicht hatte beruhigen lassen. Da hatte ihre Schwester sie auf den Schoß gezogen, leicht gewogen und gesummt, bis die Jüngere aus ihrer Hysterie heraus gekommen war. Meist dadurch, dass sie mit dem Kopf an Arinas Schulter vor Erschöpfung einfach eingeschlafen war. Intuitiv suchte sie auch jetzt diese Position, in der Hoffnung, es würde ihr mehr helfen.
"Ich hab so Angst davor...", brabbelte sie kaum verständlich direkt an seinen Hals, gegen den sie ihr Gesicht drückte und ihn nun dort ebenfalls durchnässte, und zitterte stärker, auch wenn allmählich zumindest die Tränen weniger wurden. Nicht, weil sie damit hätte aufhören können, sondern weil ihr Körper langsam, aber sicher eine Pause brauchte, um diese salzige Flüssigkeit in ausreichenden Mengen wieder nachproduzieren zu können.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 2. März 2012, 14:32

Wenn Janay zurückrechnete und intensiver darüber nachdachte, fiel ihr vielleicht wieder ein, dass sie in Begleitung des Barons von Sonnenbergen den Zeitpunkt verschwitzt hatte, ihre Kräuter zu nehmen. Die waren vor der Reise nämlich bereits aufgebraucht gewesen und sie hatte vorgehabt, ihre Vorräte dann in der nächsten Stadt oder auf dem Markt eines Dorfes aufzustocken. Vielleicht hätte sie das sogar bei den Namudus im Wald Sarius tun können, aber da gab es damals schon genug Kommunikationsschwierigkeiten. Und nun war es ohnehin zu spät. Die Konsequenz für ein paar lustvolle Momente in den Armen des Mischlings Kazel würde in ihrem Bauch heranwachsen. Das beunruhigte Janay aber auch nicht einmal. Sie und Kazel waren sich unbewusst einig, dass dieses Kind ausgetragen werden sollte. Doch die Dunkelelfe fürchtete, es würde gar nicht so weit kommen.
Kazel ahnte natürlich nichts von ihren Ängsten. So viele Einblicke in ihre Vergangenheit hatte sie ihm nicht gegeben. Er wusste nicht einmal, welchen Beruf sie ausübte und dass sie ohne Kräuter vielleicht schon ein halbes Dutzend Kinder hätte gebären können. Noch immer glaubte er, Janay wäre aufgrund der Tatsache so erschüttert, dass er der Erzeuger wäre. Es stimmte ihn traurig, er konnte es aber auch nachvollziehen. Sie wollte keinen Mischling als Vater. Sie wollte kein Kind von einem Mann bekommen, der sie mutmaßlich verraten hatte. Aber Kazel verstand es falsch. Das teilte ihm Janay auch mit, was ihn stutzen ließ. Er schaute auf sie herab. Ein wenig hatte sie sich bereits beruhigt, aber noch immer hielt die aufgewühlte Aufregung an. So streichelte er sie weiterhin, hielt sie an sich gedrückt und war einfach für sie eine Schulter zum Anlehnen.
Talimée beobachtete die beiden. Sie seufzte, weil es nicht einmal Kazel gelang, ihre Herrin zu beruhigen und das, obwohl er sich wirklich rührend darum bemühte. Die Elfe hockte sich an eine der Höhlenwände. Sie würde warten. Es dauerte wohl noch, bis Janay wieder ansprechbar wäre. Vorher konnten die Katzenwesen auch nichts aus ihr heraus bekommen. Auch sie wurden zum Warten gezwungen.
Unterdessen erhielt Kazel tiefere Einblicke in Janays Befürchtungen; in das, was sie so erschreckte. Er schaute sie an. "Was meinst du damit, es wird nicht leben? Wie kommst du darauf?" Schon zog er sie enger an sich. Janay saß ja ohnehin bereits auf seinem Schoß. Und nun glich Kazels Fürsorge jener ihrer Schwester, vor so vielen Jahren. Er begann, sie sanft zu wiegen. Ihm fiel einfach nichts Besseres ein und irgendwie gab Kazel es langsam auf, sie mit Worten beruhigen zu können. Doch diese seltsame Bemerkung ließ ihn nicht los. Warum glaubt sie, das Kind müsse sterben? Wer hat ihr denn diesen Floh ins Ohr gesetzt? Niemand ... sie wusste ja bis eben nicht einmal, dass sie schwanger ist. Er musterte die Dunkelelfe, die Mutter seines ungeborenen Nachkommen. "Beruhige dich", bat er ein letztes Mal. "Du brauchst jetzt viel Ruhe und Kraft. Dann wird unser Kind leben." In einem Anflug erneut aufkommender Vatergefühle schob Kazel seine flache Hand auf Janays Unterleib. In kreisenden Bewegungen streichelte er ihren Bauch, der sich ganz warm anfühlte. Wieder lehnte er seinen Kopf an ihren und konnte nicht anders, als erneut mit den Lippen über Ohr, Schläfe und Wangen zu fahren. Letztere schmeckten salzig. "Es wird leben. Ich helfe dir, dass du die nötige Ruhe bekommst, damit es wachsen und Celcia erblicken kann, wenn es soweit ist. Ich lass dich nicht im Stich, Janay."
Aus den Augenwinkeln heraus entdeckte er Talimée an der Höhlenwand. Wenn Kazel gewusst hätte, welche Fähigkeiten die Elfe besaß, er hätte sie herbei gewunken und gebeten, für sein und Janays Kind in die Zukunft zu blicken. Möglich, dass Talimée das vor Leben sprühende Baby mit dem zweiten Auge sehen könnte. Aber Kazel ahnte nichts von den Kräften dieser Frau. So richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf Janay, deren Tränen endlich versiegten.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Samstag 3. März 2012, 03:45

Eindeutig würde die junge Frau später, wenn sie sich überhaupt wieder konzentrieren könnte, darüber nachdenken, wann sie zuletzt ihre Kräuter genommen hatte und wie lange sie auf jeden Fall gewirkt hätten. Sonst könnte es noch passieren, dass Kazel nicht der Erzeuger wäre und dieses trotzdem bis zuletzt glaubte, bis es augenfällig wäre. Noch ließe es sich nicht hundertprozentig sagen, denn die Zeitspanne war noch nicht lange sowie ruhig genug gewesen, als dass ihr dieser Umstand hätte auffallen können. Somit wäre es in ihren Augen möglich, solange sie nicht bewusst nachrechnen könnte.
Was noch lange nicht hieß, dass sie das dem Mischling auch verraten würde. Das war etwas, das ihn vorerst nun wirklich nichts anging. Es reichte ihr schon, wie sie nach dem Offenbaren ihrer Rasse behandelt worden war, da musste sie nicht noch Öl ins Feuer gießen, indem sie ebenfalls ihren eigentlichen Beruf bekannt gab. Den sie vorerst sogar noch ausüben könnte, bis ihr Zustand zu auffällig werden würde... sofern es überhaupt dazu käme.
Und genau darin lag ihr großes Problem, ihre furchtbare Angst davor, dass sie noch einmal das durchleben müsste, was aus ihren Erinnerungen wieder heraus gebrochen war. Denn in Wahrheit wollte sie mindestens ein Kind, um diesem ihre ganze Liebe zu schenken und aus ihm eine bessere Person zu machen, als sie es selbst geworden war, und solange ihr der Erzeuger keine Gewalt angetan hatte, die selbst ihre Maßstäbe übertraf, war es ihr relativ gleichgültig, wer das war.
Natürlich hätte selbst jemand wie sie davon träumen können, den Vater ihres künftigen Nachwuchses zu lieben und dieses Gefühl erwidert zu bekommen, doch nach der Erfahrung in Pelgar scheute sie instinktiv davor zurück, solche Empfindungen zu entwickeln. Zumindest hatte sie sich das aus reinem Selbstschutz vorgenommen und war darin erneut bestätigt worden, als Kazel sie prompt verraten hatte.
Aber vielleicht würde sie, sobald sie wieder klar denken und er ihr all seine Beweggründe noch einmal in Ruhe erklärt hätte, unter diesen neuen Gegebenheiten bereit sein, wenigstens den Versuch zu starten, ihn zu verstehen, zu begreifen, dass er es eigentlich gut gemeint hatte. Jedoch das würde eindeutig noch viel länger dauern, als bis sie überhaupt den Schock über ihren unerwarteten Zustand etwas verdaut hätte, um nicht mehr in Hysterie zu fallen drohte.
Obwohl er ausnahmsweise sogar hilfreich war, weil er sie nicht los ließ und ihr das Gefühl von Trost vermitteln konnte, das sie sonst nur bei Arina gefunden hatte... und noch nicht zugeben würde, dass dem bei ihm so sein könnte.
Talimée hatte sie längst wieder vergessen, da sich diese gar nicht in ihrem verschwommenen Blickfeld befand, ohne, dass eine bösartige Absicht dahinter gesteckt wäre. Nein, sie war voll und ganz mit sich selbst beschäftigt, am Rande sogar ein wenig mit dem Mischling, soweit es nötig war, weil sie trotz allem paradoxerweise das Bedürfnis hatte, sich mitzuteilen.
Wieder mal schniefte sie und wischte sich die laufende Nase, wollte ihm schon antworten, als er damit begann, sich so zu bewegen wie ihre Schwester damals. Was in ihr weitere Erinnerungen auslöste, an Arina und an Situationen, in denen sie sich ähnlich und dennoch aus anderen Gründen verhalten hatte.
Ihr Instinkt reagierte darauf, sie machte sich noch eine Spur kleiner und drückte sich dichter an ihn. Die Augen schloss sie wieder und schmiegte sich mit dem verweinten Gesicht an seinen Hals.
Langsam und seufzend atmete sie aus und griff schließlich doch den Faden wieder auf. "Weil ich es weiß... viel zu gut weiß..." Sie schniefte und schüttelte ansatzweise den Kopf, ohne sich von ihm auch nur einen Millimeter weit zu lösen. "Ich kann das nicht noch mal...", setzte sie abschließend hinzu und würde sich damit wohl nun endgültig verraten. Was sie derzeit nicht kümmerte.
Kazel war zwar da, ihre Worte auch an ihn gerichtet und trotzdem war er wiederum nicht präsent. Es hätte auch Arina oder eine Einbildung sein können, mit der sie sich unterhielt, weil sie nicht still bleiben konnte. Gerade das Schweigen hätte alles nur noch verschlimmert, das spürte sie und versuchte intuitiv, sich dagegen zu stemmen, indem sie sich mitteilte.
Erst nach ihrem letzten Satz konnte sie einige Momente lang ruhig bleiben, sogar dass Schluchzen wurde leiser, als dämpfte sie sich selbst, um seine Antwort mitbekommen zu können.
Erneut entkam ihr ein Seufzer und sie bemühte sich um eine Antwort, die wieder nur klar gemacht hätte, dass sie unfähig für eine erfolgreiche Schwangerschaft wäre. Da allerdings legte er seine Hand an ihren Bauch, wo sich keine Decke mehr befand. Dazu hatte sie sich zu viel bewegt und obendrein noch nicht festgestellt, dass man ihr das Kleid ausgezogen hatte, um sie besser auf weitere Verletzungen untersuchen zu können. Lediglich ihre dünne Unterwäsche, die der Mischling ohnehin längst kannte, war ihr gelassen worden.
So jedoch konnte sie seine Hand und die Wärme seiner Haut viel stärker spüren, während allein diese Geste schon dafür sorgte, dass sie unbewusst flüchtig den Atem anhielt. Ihr Herz schlug heftiger und sie biss sich fest auf die Unterlippe, um nicht zu verraten, dass diese Berührung verdammt angenehm war. In dieser Haltung ließ sie es auch tatsächlich zu, dass er sie mit seinen Lippen weiterhin berührte, als wären sie so vertraut, dass er das Recht dazu hatte.
Die Finger zitterten ihr leicht, als sie ihren Arm hob und ihre Hand auf seine legte, um ihn zum Stillstand zu bringen, wobei es wohl unbeabsichtigter Zufall war, dass sie ungefähr dort verharrten, wo sich ihr Bauch als erstes wölben würde, unterhalb ihres Nabels.
"Wenn es nur so wäre... wenn ich nur fähig dazu wäre...", wisperte sie und schluchzte erstickt auf. Die Tränen drohten ihr wieder zu kommen, aber die Gefahr der Hysterie schien vorerst gebannt.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 3. März 2012, 22:45

Eine Antwort abwartend, wiegte Kazel Janay einfach in seinem Arm. Er gab ihr Zeit, drängte sie nicht. Sie würde sich schon mitteilen, wenn sie glaubte, dass sie es konnte. Bis dahin entging ihm ja nichts, abgesehen von der Tatsache, dass er Näheres über die Katzen, ihre Retterin und Sintus' derzeitigen Zustand in Erfahrung bringen könnte. Vor allem Letzteres war wichtig, aber vielleicht konnte er auch Juduka fragen, sollte sie erwachen. Bis dahin würde er bei Janay bleiben, sie aufpäppeln, so gut es ging. Es war ohnehin schon bizarr, dass sie sich gerade an ihn so sehr anschmiegte. Sie hätte schließlich auch Talimée wählen können, aber Kazel störte sich nicht daran. Ganz und gar nicht. So war er ihr und dem ungeborenen Kind viel näher. Unserem Kind, schoss es ihm durch den Kopf, woraufhin sein Herz gleich heftiger schlug. Trotz allem konnte er die Freude darüber, Vater zu werden, nicht verbergen. Warum auch? Er war stolz darauf, bald eine eigene Familie zu haben.
Das hieß, falls das Kind je geboren würde. Janay befürchtete nämlich Schreckliches. Nein, sie glaubte gar, es zu wissen. Schließlich war es nicht das erste Mal für sie. Kazel runzelte die Stirn. Er verstand nicht ganz. Schon wollte er nachhaken, woher sie das denn bitte wusste, als sie noch etwas anfügte. Er zuckte zusammen, dass auch die Dunkelelfe es spüren würde. Er schaute auf sie herab. Nicht noch mal? Er schluckte. "Du meinst, ..." Schon schlangen sich seine Arme etwas enger um Janay. Seine Hand drückte sich beschützender - besorgt - auf ihren Bauch. Das Herz hämmerte, während Fragen ihm fast den Kopf durchlöcherten.
Wann war sie das erste Mal schwanger gewesen? Sie war doch nicht älter als Kazel, also wohl fast noch ein Kind, als sie ... Und wer war da der Vater gewesen? Was konnte geschehen sein, dass sie das Kind verloren hatte? Wie und warum hatte ihr niemand helfen können?!
Doch er stieß keine dieser Fragen aus. Sie würden Janay nur erinnern, an Schlechtes und Trauriges erinnern. Sie war aufgewühlt genug. Kazel wollte ihr nicht noch mehr zumuten. Vielleicht konnte er sie eines Tages mal fragen. Irgendwann, aber jetzt nicht. So wisperte er nur: "Das konnte ich nicht wissen. Es tut mir leid."
Seine Hand löste sich von ihrem Bauch, nur um nach ihrer eigenen zu greifen, die sich zuvor sanft über seine gelegt hatte. Er hielt sie, drückte die Finger, bettete sie beide erneut unterhalb des Nabels. Dort, wo das Ungeborene wachsen würde. "Du wirst es nicht noch einmal durchstehen müssen." Woher willst du das wissen, Idiot? Du könntest es nicht verhindern! "I-ich kann es nicht verhindern, aber ... aber ich kann helfen, es zu vermeiden. Wenn du ruhig bleibst und dich nicht aufregst, kann doch nichts passieren. Außerdem haben wir Annabelle. Sie war Hofdame in Pelgar und sie kennt sich mit Kräutern aus. Bestimmt weiß sie einen Rat. Notfalls könnte Juduka eingreifen oder vielleicht auch diese Katzen. Wir finden einen Weg. Hab Vertrauen, Janay." In wen? In dich - Verräter? Kazels Hand zuckte ob seiner Gedanken. Kurz wich er mit dem Blick zur Seite aus. Sie konnte vielleicht ihm nicht mehr vertrauen, aber der Kräuterhexe in jedem Fall. Annabelle hatte mit niemandem Zwist. Sie war eine neutrale Person und Dunkelelfen gegenüber nicht feindlich gesinnt. Jedenfalls nicht Janay gegenüber, bei den übrigen konnte sich Kazel nicht sicher sein. Aber sie würde helfen, daran zweifelte er nicht.
"Vielleicht solltest du dich hinlegen und versuchen, so viel wie möglich zu schlafen. Ich kann dir Wasser bringen ... oder jemand darum bitten. Wenn du willst, dass ich bleiben soll, meine ich. Nun ... Eltern, hm? A-also ich freue mich. Es ist ein Wunder." Er konnte nicht umhin zu lächeln. Schon wieder.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Sonntag 4. März 2012, 12:42

Seine Strategie war eindeutig die vernünftige, denn dadurch öffnete sie sich ihm vielmehr, als wenn er sie zu irgendetwas gedrängt hätte. So erzählte sie mehr von sich, als sie es unter dem Einfluss ihrer Vernunft und ihres sonstigen Verhaltens getan hätte, gab Dinge von sich preis, die eigentlich niemand hätte erfahren sollen.
Und doch gelang es Kazel zum zweiten Mal, sie zum Reden zu bewegen, nicht nur, dass sie ihm gegenüber schon Arina erwähnt hatte, die sie in den letzten vier Jahren stets nur im Herzen getragen hatte. Nein, jetzt eröffnete sie ihm auch noch, dass sie schon einmal schwanger gewesen war. Zumindest, sollte er ihre Worte richtig verstehen, die sie nicht mal geplant formuliert hatte. Sie waren ihr einfach über die Lippen gekommen, hatten ausgestoßen werden müssen, nachdem sie so lange darüber geschwiegen hatte.
Dass allerdings gerade er sie zu all dem brachte, war durchaus paradox, denn er war es auch gewesen, der sie verraten hatte. Zwar müsste sie es ihm, sobald sie den Kopf dafür frei hätte, anrechnen, dass er ihre Schwester nicht erwähnt hatte gegenüber den anderen, doch das hieß noch lange nicht, dass sie ihm noch einmal vertrauen sollte. Und dennoch geschah es im Moment, war er derjenige, den sie an sich heran ließ, damit er sie tröstete.
Noch immer fühlte sie sich in seinen Armen geborgen, obwohl sie es sich kaum eingestehen, geschweige denn, anderen verraten würde. Aber seine Nähe tat ihr gut, beruhigte ihre Nerven und ließ die Tränen allmählich trocknen.
Sein Zusammenzucken nahm sie zwar wahr, maß dem jedoch keine Bedeutung bei. Wie auch? Derzeit war sie sehr egoistisch gesinnt, allein auf sich und ihren Schmerz fokussiert.
Erst nach seinem abgebrochenen Satz und der enger werdenden Umarmung sah sie auf und blinzelte leicht. Was...? Seufzend schüttelte sie über sich selbst den Kopf und konnte dem Drang nicht widerstehen, sich noch kurz an ihn zu schmiegen, obwohl es fast schon überflüssig war, weil sie sich immer mehr beruhigte.
Somit ging auch die Gelegenheit vorüber, dass er womöglich mehr über ihren damaligen Zustand erfahren hätte, da sie sich wieder stärker innerlich verschloss und zusammen reißen konnte.
"Nein, konntest du nicht...", stieß sie seufzend aus und schüttelte langsam den Kopf. Sie wollte nicht länger daran denken müssen, wollte sich nicht damit auseinander setzen, sondern es wieder in sich verschließen und aus ihrem Bewusstsein verdrängen. Vermutlich würde es demnächst ein zweites Mal hervor brechen und sie aus der Bahn werfen, aber bis dahin hatte sie hoffentlich noch Zeit.
Seine Hand griff nach der ihren und hielt sie behutsam fest, wobei es ihr nun nicht mehr so angenehm und wohltuend war wie zuvor. Seine Taten, sein Verrat wurden erneut vordergründiger und allmählich entstand in ihr der Wunsch, sich wieder von ihm zu lösen, um Abstand zu gewinnen.
Seine Worte entlockten ihr ein flüchtiges, freudloses Lächeln. "Wir haben unruhige Zeiten... da... passiert so etwas rasch...", murmelte sie bitter und löste zuerst ihre Finger von seinen, ehe sie langsam von seinem Schoß herunter rutschte.
Annabelle mochte viel Wissen haben, doch diese war alt und wer wusste, wie gut sie noch alles im Griff haben könnte im Notfall. Und Juduka würde sie gewiss nicht vertrauen, diese war ihr mehr als suspekt.
Allein Talimée würde ihr helfen können, wenn es nötig wäre, was sie befürchtete und trotzdem nicht hoffte. Was problematisch werden würde, sobald sie diese in sicherer Obhut lassen würde, um ihren eigenen Weg zu gehen. Auch wenn dieser komplizierter werden würde, könnte sie tatsächlich diesem Kind das Leben schenken können.
Unbewusst hob sie ihren Blick in die Richtung der Dienerin, der sie versuchte, ein beruhigendes Lächeln zu gewährend. Was bei ihrem verweinten Anblick sicherlich misslang.
"Ja, vielleicht...", murmelte sie etwas abwesend, nahm allerdings die Gelegenheit wahr, von ihm endgültig herab zu rutschen.
Erneut entlockten seine Worte ihr ein kleines Schmunzeln, sie legte den Kopf schief und sah ihn ein wenig spöttisch an. "Ein Wunder? Eher ein natürliches Resultat. Oder weißt du nicht, wie Kinder entstehen?" Ihre Stimme hatte das Beißende, Verletzende verloren, klang fast wieder so wie vor seinem Verrat, beinahe amüsiert über sein Verhalten.
Das ihr sogar ein wenig gut tat, denn im Gegensatz zu damals freute sich Kazel ehrlich über ihren Zustand. Wenn sie das nur auch könnte, wenn sie etwas Hoffnung hätte...
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 4. März 2012, 23:11

Kazel verfolgte keine spezielle Strategie. Er wollte lediglich verhindern, dass sich Janay noch mehr aufregte. Sie sollte sich beruhigen und vernunftsgemäß funktionierte das nicht, wenn er sie nur unnötig bedrängte. Also schwieg er, wartete geduldig. Das half. Janay vertraute sich ihm an, was ihn zwar überraschte, aber auch irgendwie glücklich stimmte. Sie konnte ihn nicht so sehr verabscheuen, wenn sie ihm all das verriet, was sie noch keinem der Gruppe gesagt hatte. Nicht einmal Talimée schien zu wissen, dass sie schon einmal schwanger gewesen war. Andernfalls hätte die Elfe Kazel doch darauf vorbereitet, damit er nichts Falsches ansprach. Er war felsenfest überzeugt, dass ihn Talimée in dieser Hinsicht in kein Fettnäpfchen hätte laufen lassen. Das traute er dieser Frau nicht zu und damit behielt er Recht. Sie wusste ja wirklich nichts von Janays Vergangenheit. Da war Kazel weitaus besser im Bilde. Er konnte zwar nichts mehr tun, was hinter ihnen lag, aber er wollte dafür sorgen, dass Janay nicht noch einmal derart schreckliche Erfahrungen machen musste. Das nahm er sich fest vor, auch wenn er selbst sich noch nicht erklären konnte, wie er das anstellen sollte. Sie würden es schon schaffen, irgendwie. Er wollte ihr beistehen.
Ein erster Schritt wäre es, wenn sie nur ruhig bliebe. Sie durfte sich nicht unnötig aufregend, aber das war leichter gesagt als getan. Ja, aktuell befanden sie sich in überaus unruhigen Zeiten. Krieg. Schlimmer konnte es sie wohl kaum mehr treffen, abgesehen davon, wenn man sie erwischte, gefangen nahm und folterte. Trotzdem durfte sie sich von diesen Möglichkeiten nicht beunruhigen lassen. Kazel drückte ihre Hand fester, aber sie löste ihre Finger aus seinen. "Janay", seufzte er. "Das alles geschieht nicht unter den besten Voraussetzungen, ich weiß. Wahr...scheinlich wäre nicht einmal diese Schwangerschaft passiert, wenn ... wenn es anders wäre." Ein bedrückender Gedanke, aber leider musste er die bittere Pille nun schlucken. Vermutlich hätte sich eine Dunkelelfe wie sie niemals auf ihn eingelassen, wenn Frieden geherrscht hätte. Vielleicht war er für sie nur eine nette Abwechslung gewesen, ein kleiner Zeitvertreib, bei dem sie bedauerlicherweise unachtsam gewesen war. Kazel senkte den Blick. So musste es sein, aber weshalb traf ihn diese Wahrheit so schmerzlich? Zwischen ihnen war nichts, jedenfalls hatte Janay niemals Andeutungen gemacht, dass es mehr als ein bisschen Spaß sein würde. Ja, sie hatte ihn gelockt, aber er hatte sich auf der anderen Seite auch locken lassen. Hätte er die rosarote Brille rechtzeitig abgenommen, wäre ihm aufgefallen, dass sie nur mit ihm spielte. Leider schien Kazel in dieser Hinsicht ein Vollzeit-Brillenträger zu sein, denn noch immer nahm er es ihr nicht übel und bereute nicht, dass geschehen war, was wohl hatte geschehen müssen. Ha, du bist ja auch verliebt, Dummkopf! Gesteh es dir endlich ein. "Ja", murmelte er und nickte geistesabwesend. Er war verliebt, es ließ sich nicht leugnen. Und jetzt, da sein Schwarm ein Kind erwartete, hatte es seine Gefühle für sie nur verstärkt. Er hoffte schließlicht in seiner Naivität, dass die Geburt des Würmchens ihn und Janay vielleicht zusätzlich zusammenschweißen könnte. Eine Versöhnung mit ihr wäre schon alles, was er sich erst einmal wünschte.
Dass Janay schon wieder von seinem Schoß herunter rutschte, hinterließ nicht nur Kälte, sondern ein Gefühl gerade alleingelassen worden zu sein. Seine Hand fuhr zu ihrem Arm, strich von der Schulter bis zum Ellenbogen herab. Komm wieder zurück, dicht an mich heran, schrie die Geste, aber Kazel selbst schwieg. Er betrachtete Janay, konnte nicht aufhören, ihren Bauch anzusehen. Selbst jetzt, wo man noch überhaupt nichts erkennen konnte. In wenigen Monaten würde sich dort eine kleine Kugel wölben, die seinen Spross beinhaltete. Er lächelte selig. Es gab nichts, was diese Freude endgültig trüben könnte. Im Moment jedenfalls nicht, denn noch war nicht geschehen, wovor sich Janay so fürchtete. Für ihn war es ...
"Ein Wunder? Eher ein natürliches Resultat. Oder weißt du nicht, wie Kinder entstehen?"
Der Mischling lief rot an, schaute mit trotzigem Ausdruck zur Seite. "Doch", brummte er, "weiß ich." Dann schwieg Kazel eine ganze Weile. Hielt sie es denn für nichts Besonderes? Sie würde Mutter? Sie wäre beinahe schon einmal Mutter gewesen! Es ist nichts Neues für sie ... aber für mich. Seine Züge verloren an Härte, ebenso wie die Wangen wieder alte Farbe gewannen. Er hob den Kopf. "Ist ... es ... denn früh passiert? Was war der Auslöser?" Er würde nicht fragen, wenn es ihm nicht wichtig wäre. Er musste es einfach wissen, denn daraus könnte er vorzeitig lernen. Könnte versuchen zu vermeiden, was damals bei ihrem ersten Kind geschehen war. Nein, Kazel würde nicht zulassen, dass sie auch dieses hier verlor, aber dazu musste er alle Möglichkeiten berücksichtigen, so gut er konnte.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Sonntag 11. März 2012, 20:55

Diese beiden Mischlinge waren alles andere als arttypische Vertreter ihrer Rasse, sie waren nicht einmal reinen Blutes. Auch in Janays Gene hatte sich vor mehreren Generationen einmal ein Nachtelf hinein geschmuggelt, wenngleich ihr die Umstände alles andere als klar waren. Es war schließlich ein Thema gewesen, über das man geschwiegen hatte, das sie nur manchmal zu spüren bekommen hatte, weil man es an ihr deutlich gesehen hatte.
Doch vielleicht lag es gerade daran, dass sich sie und Kazel scheinbar gesucht und gefunden hatten, ihre Körper viel besser miteinander harmonierten, als sie es bisher mit allen Männern erlebt hatte. Und auch ihre Instinkte ähnelten sich stärker, was sie hätten feststellen können, wenn sie ihren Verstand ausgeschaltet und die Vergangenheit vergessen hätten. Was zumindest in jenen Momenten geschehen konnte, in denen sich die junge Frau ihrem Schmerz hingeben musste und diesen Trost mehr als alles andere brauchte.
Der einzige Nachteil war, dass es ihm viel zu rasch gelang, sie zu beruhigen, sodass sie ihre Gedanken wieder ordnen könnte und auch die Erinnerung an seinen Verrat zurück kehrte.
Dass sie sich ihm anvertraut hatte, schon wieder, und noch dazu bei einem Thema, das sie noch niemandem verraten hatte außer dem betreffenden Vater damals, den sie danach nie mehr gesehen hatte, würde ihr später unangenehm werden. Vielleicht würde sie es nicht so stark bereuen wie den Umstand, dass er ihre Rasse kannte, aber unter anderen Umständen hätte sie es nie ausgeplaudert. Ein weiterer Punkt, der zu ihrer unbewussten Vertrautheit wohl dazu gehörte, so unklar ihr das auch war.
Dass sie ruhig bleiben sollte, war nicht nur eine gute, logische Schlussfolgerung von ihm, sondern tatsächlich dringend nötig. Schon einmal hatte sie ein Kind verloren und zwar aus dem einfachen Grund, dass sie sich zu sehr aufgeregt hatte. Vielleicht war das Ungeborene auch krank gewesen oder aus einem anderen Grunde noch nicht so mit ihr verwachsen, dass sie es hätte erfolgreich austragen können. Das allerdings würde sie niemals erfahren und wenn sie so weiter machen würde, würde sie es noch einmal erleben müssen. Was sie nicht ertragen könnte!
Da sie allmählich wieder klarer denken wollte, wollte sie die Nähe zu ihm etwas auflösen und mehr auf Distanz gehen, während seine Worte ihre Gedanken unterbrachen. Wenn sie gewollt hätte, wäre es ihr ein leichtes gewesen, diese Einsicht zu benutzen, um noch zusätzlich in seiner Wunde zu bohren, Salz und Essig rein zu gießen und ihn dazu zu bringen, nie wieder mit ihr zu sprechen, weil er viel zu verletzt war. Jedoch war sie derzeit nicht in Stimmung dazu, gehässig zu sein, dem Namen ihrer Rasse gerecht zu werden, sodass sie leise schnaubte.
"Aber es ist geschehen, Punkt.", murmelte sie und wollte selbst ein wenig damit abschließen.
Sie hatte noch nie sonderlich lange in der Vergangenheit gelebt, sondern sich stets darum bemüht, nach vorne zu sehen. Wenngleich das nicht bedeutete, dass sie ihr Verhalten, nachtragend zu sein, aufgegeben hätte, doch das hieß nicht, dass sie ehemalige Situationen bewusst immer und immer wieder durchspielen musste. Ihre Erinnerung reichte auch so schon aus, um sie fertig machen zu können.
Ja, er war für in gewissem Sinne Mittel zum Zweck gewesen, nämlich für ihren Schutz, worin sie gescheitert war. Und vielleicht wäre sie ihm niemals über den Weg gelaufen, wäre sie nicht nach Kosral gebracht und bis zu ihm geschickt worden. Während es nicht unwahrscheinlich war, dass sie auch unter anderen Umständen für ihn die Beine geöffnet hätte, obwohl es dann recht sicher gewesen wäre, dass er ihren Beruf gekannt und dafür gezahlt hätte. Nun jedoch hatte sie es für ihn ohne einem Preis in Münzen gemacht und dafür eine Enttäuschung erlebt sowie einen Schock erlitten.
Anscheinend wollte ihr Manthala jetzt zurück zahlen, dass sie den Dunkelelfen den Rücken zugekehrt hatte. Auch wenn es für sie gar keine andere Möglichkeit gegeben hatte und eine Rückkehr ohnehin ausgeschlossen war. Sie würde diesen nur mit dem Tod bezahlen, das stand fest.
Zur selben Zeit wie Kazel hing sie auch ihren eigenen Gedanken nach und zur selben Zeit, wie er dieses eine kleine Wort zu sich selbst murmelte, wischte sie sich noch einmal über die Wangen. Die Tränen waren inzwischen versiegt, dafür allerdings brannten ihre Augen kräftig und waren gewiss gerötet, wenn sie noch sogar zuschwellen würden. Wunderbar...
Ein leises Seufzen entkam ihr und ohne nachzudenken, ließ sie ihren Instinkt handeln. Da war seine Berührung an ihrem Arm, sein leichtes Streicheln, das dafür sorgte, dass sie sich noch einmal zu ihm rüber lehnte und den Kopf auf seine Schulter legte.
Auch konnte sie einen Hauch ihres eigentlichen Verhaltens Männern gegenüber zurück gewinnen, so kurz diese Gelegenheit auch war, indem sie ihn ein kleines Bisschen neckte.
Dass er daraufhin rot wurde, fand sie noch immer niedlich, lediglich war nun ein wehmütiger Nachgeschmack dabei und beinahe hätte sie ihre Hand auf seine Wange gelegt. Doch sie ließ es sein und bevor sie sich zu einer weiteren Geste oder Handlung entschloss, übernahm er es bereits.
Jetzt war es ihr Gesicht, das sich verhärtete, und sie wandte ihrerseits den Blick ab. "Ich hatte damals noch mit keiner Hebamme geredet, falls du das meinst.", murmelte sie mit einem bitteren Unterton.
Sie wusste ja selbst nicht einmal genau, wie alt es gewesen war, da ihr Zyklus damals manchmal noch unregelmäßig war und es gedauert hatte, bis sie es tatsächlich bemerkt hatte. Es könnte vier oder auch acht Wochen alt gewesen sein, vermutlich etwas dazwischen, aber wohl kaum außerhalb dieses Zeitraumes. So direkt hatte sie sich damit auch nicht beschäftigen können und wollen.
Genauso wenig wie sie seine zweite Frage beantworten wollte, denn der Grund war ihr unangenehm, nun, wo sie nicht mehr derart aufgewühlt war. Dass er es vor allem wissen wollte, um eine Wiederholung zu vermeiden und ihr dabei zu helfen, daran dachte sie nicht.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Sonntag 18. März 2012, 00:07

Viele Mythen und Geschichten Celcias beinhalteten Katzenwesen. Darin wurde nicht selten, oder sogar besonders ihr Wesen beschrieben. Katzen wurden jeweils als eigensinnig, intelligent, mit Manthala verbunden, mystisch, undurchsichtig, hinterhältig, kaltblütig, egoistisch aber auch als elegant, grazil, dominant, erhaben und anmutig beschrieben.

Katzen bewegten den Menschen seit jeher, viele der Pelztiger wurden ja sogar in deren Häuser geholt, als Gefährten gehalten oder aber man holte sie in die grossen Kasernen, Bäder, Tempel oder Lagerhallen um Mäuse zu jagen… Katzen waren beliebt wie auch gefürchtet zugleich, denn aufgrund ihrer Eigensinnigkeit wurden ihr nicht selten magische, ja vor allem auch schon verbotene Packte angedichtet. Jedoch beschreiben diese Anekdoten jeweils Katzen üblicher Grösse nämlich nicht weiter hoch emporragend als es das Knie eines Menschen tat.

Janay und Kazel sowie deren Gefährten hingegen waren aktuell mit einer ganz anderen Unterart der Katzen konfrontiert. Humanoide Katzen. Sogenannte Hybriden. Die Kreuzung zwischen Löwe und Mensch brachte einerseits Nachteile, andererseits aber auch Vorzüge so dass sich die ersten Leoniden dazu entschlossen hatten ihre Mutation zu einer eigenen Art heranzuzüchten. So entstand über die Jahrhunderte Leonia und die Leoniden bildeten schon längst kein kleines Grüppchen von infizierten Individuen mehr, sondern waren zu einer eigenen Rasse herangewachsen.
Wie viele der zuerst beschriebenen Katzeneigenschaften wohl auf die Leoniden zutrafen?

Es schien so als dürften es unsere Abenteurer bald erfahren…

Nicht dass sie im Moment irgend ein kulturelles Interesse zeigten, dafür waren die Umstände einfach zu prekär als dass sie anerkennen und überhaupt wahrnehmen hätten können in welche exklusiven Gesellschaft sie sich befanden. Besucher von Leonida waren selten, so selten dass sie kaum dokumentiert waren. Die Leoniden mieden ja oft andere Rassen, besonders Menschen in Uniformen wie Sintus und Xenia, gehörten diese beiden doch noch am ehesten zu jenem Schlag Pelgarer die sie einst vertrieben hatten! Sicherlich, beide stammten nicht aus jener Generation, denn die Vertreibung der Löwenhybriden lag Jahrhunderte zurück, dennoch jedoch sass dieser Akt der Ausstossung, der Verbannung so tief im Herzen eines manchen älteren Leoniden, dass sie sich noch heute äusserst Abweisend gegenüber Menschen verhielten.
Bisher hatten sich die Weibchen diskret zurückgehalten, denn sie besassen Etwas was man bei Menschen eher vermisste. Natürliche und ausgeprägte Instinkte. Sie spürten Unruhe, konnten Aufregung und Angst riechen und so wussten sie genau wann sie störten… und wann nicht. Ausserdem behagte Janays hysterisches Weinen ihren empfindlichen Ohren nicht… und sie hatten ohnehin viel mit dem verletzten Männchen zu tun. Heilkunde war in Leonida den Frauen vorbehalten, denn sie waren für die Brutpflege verantwortlich. Sie waren es auch die jagten und den Nahrungszustrom der Stadt sicherten. Die Männchen waren für die Revierverteidigung und den Aufbau der Stadt zuständig. In Leonida wusste jeder wo sein Posten war, und jeder hatte seinen individuellen Rang im Rudel. Solange man nicht jenen eines anderen streitig machte funktionierte die Gemeinschaft ausserordentlich harmonisch und diszipliniert.
Dieser natürlichen Hierarchie folgend, oblag es dem Alphaweibchen zu bestimmen wann der Zeitpunkt gekommen war um sich den Fremden von neuem zu nähern. Als sich Janay etwas beruhigt hatte und Kazel sich zu ihr legte erachtete das Alphaweibchen den Zeitpunkt für gekommen. Grazil und Selbstbewusst näherte sie sich den beiden und mit ihr auch die fünf anderen Löwinnen. Wieder wurde der Raum durch dieses beruhigende Knattern ihrer Kehlen erfüllt. Die fünf Löwinnen stoben kurz davon nur um mit Schalen wiederzukommen. Das Alphaweibchen näherte sich wieder.

„Dein Puls schlägt noch immer kräftig, dein Herz ist aufgewühlt… es ist wichtig, dass ihn beruhigst und dein Herz besänftigst… du bist nun Rudelsführerin, deinem Herzschlag wird dein Zögling folgen… du solltest es nicht schon so früh hetzen.“ Richtete sich die eindrucksvolle Löwin direkt an Janay und diesmal war ihre Stimme trotz aller Ruhe und Gastfreundschaft doch autoritär genug um definitiv Aufmerksamkeit zu erregen. Nun konnten die Beiden sie auch zum ersten mal wohl erst richtig Mustern. Sie war knapp 2 Meter gross, von athletischer und kräftiger Statur. Ihre Hände waren eine Mischung zwischen Pranken und menschlichen Fingergliedern, ihr Gesicht entsprach beinahe vollständig jenem einer Löwin, nur dass sie irgendwie eine Art Mimik besass die man einem Tier in dieser Art nicht zuschrieb. Ihr Blick war wach, anmutig und doch warm. Ihr Fell war beinahe schon orangebräunlich und sehr gut gepflegt, es glänzte gar im Kerzenschein. Imponierend war sicher ihr Mähnengleicher Kopfschmuck mit den kompliziert verflochtenen Knöchelchen und Zähnchen irgendwelcher erlegter Tieren. Ausserdem trug sie eine grosse Robe die aus mehreren Unterteilen bestand so dass ihr Rock bei jedem Schritt eine wallende Bewegung vollführte. In ihrer Linken hielt sie einen fast zwei Meter fünfzig hohen Stab, welcher in relation mit ihrer eigenen Körpergrösse gar nicht als so riesig auffiel und imponierte… vielleicht weil einfach das Gesamtpacket imponierte. Alle anderen Löwinnen waren kleiner als sie… und jünger, denn bei ihr konnte man schon die ersten grauen Fellhaare entdecken wenn man genau hinschaute.
„Mein Name ist Bashiba… im Namen meines Volkes und meines Sohnes heisse ich euch nochmals in Leonia willkommen…“ Ihre Stimme war tief aber angenehm, sehr mütterlich. Kein Wunder war sie dies, Bashiba war nämlich die Mutter des derzeitigen Herrschers und Königswitwe, denn ihr Gatte hatte einst über Lenoia geherrscht und sie war sein erstes Weibchen gewesen. Sie war somit die Mutter sehr vieler aktuell Erwachsenen Leoniden, doch sie hatte wissen die Götter für ihr Leben genug Nachkommen geworfen, so dass sie diesbezüglich ihren Posten als erstes Weibchens schon längstens abgegeben hatte… und dennoch war sie unbestrittenes Alphaweibchen und genoss den grösstmöglichsten Respekt in der Stadt.

„Bitte… es ist bei uns brauch das Weibchen zu ihrer Trächtigkeit zu beglückwünschen…“
Die Löwinnen näherten sich Janay und begannen damit ihre Mitgiften auf ihr Bett zu legen. Felle, Schmuck, gepökeltes Fleisch, Früchte und verschiedene Seidenstoffe wurden ihr gereicht. „Als Rudel ist es unsere Pflicht euch einzukleiden und zu ernähren solange ihr in Erwartung seid…“ Offenbar machten die Weibchen keinen Unterschied ob es sich nun um einen ihrer Artgenossen oder nur um aufgelesene Vagabunden handelte. Diese Herzlichkeit widersprach völlig jenem Bild welches man sich üblicherweise von Leoniden machte.

„Ich bin sicher, ihr habt viele Fragen… und sofern es in meiner Macht steht… werde ich sie euch beantworten…Janay…“ Bashiba richtete sich ausschliesslich an Janay. Das war sicherlich für Kazel und vermutlich auch für die Dunkelelfe selbst ziemlich irritierend… aber bei den Leoniden war die Gemeinschaft unter Frauen unter sich und dasselbe auch unter den Männern stark ausgeprägt… noch mehr Aufmerksamkeit erhielt Janay gerade wegen ihrer „besonderen Umständen“.

Es war ja nicht so dass man Kazel gerade unhöflich behandelte oder ihn gar ignorierte. Auch er kriegte nämlich Geschenke… und die hatten es in sich, vermutlich konnten sich nur Leonidenkenner einen etwaigen Reim darauf machen warum er gerade mit Potenzmindernden Kräutern, Schweinsdarm in ziemlich einschlägiger Form sowie sehr beengend anmutenden „Unterhosen“ – bestehend aus gehärtetem Leder, beschenkt wurde… Die Löwinnen gaben ihre Geschenke bei ihm lächelnd ab und sie liessen es sich nicht nehmen den beiden auch ihre guten Wünsche mittzuteilen. Janay kriegte Sätze wie: „Stolz darfst du sein den Spross eines neuen Lebens aufzuziehen.“ Oder „Möge dein Erbe deine Stärke und deine Anmut besitzen“ und ähnliches zu hören während Kazel ziemlich… eigenartige… Ratschläge erhielt: „Mögest du in der Lage sein deinen Samen zu hüten bis dein Weibchen ihn wieder empfangen kann.“ Oder „Mögest du Ruhe und Befriedigung empfinden bei dem Gedanken wie dein Erbe in dem Bauch deines Weibchens heranwächst… und mögest du den Respekt aufbringen dieses Kindchen in dem Bauch ruhen zu lassen und die Ungestörtheit seines neuen Reviers zu wahren bis es die von dir erkorene Höhle verlässt in welches du es gebettet hast…“ Auch Talimée blieb von Geschenken und Ratschlägen nicht verschont auch wenn erstere etwas weniger üppig ausfielen als bei Janay, dafür waren auch ihre Ratschläge die sie erhielt umso einprägsamer: "Mögest du deiner Rudelsführerin dienen und für ihr Wohl, ihre Nahrung und ihre Höhle sorgen, solange sie in Erwartung ist... und mögest du ihre Pflicht als Weibchen übernehmen sollte das Männchen diese beanspruchen wollen..."

Die Löwinnen sahen die beiden Erwartungsvoll an. Sie schienen neugierig zu sein ob ihnen die Geschenke gefielen.

Nun besonders durch die letztere Szenerie dürfte wohl erwiesen sein dass die Aussage, dass Katzen seltsame und eigenartige Wesen sind, durchaus auch eins zu eins auf Leoniden zutreffen...
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 20. März 2012, 23:27

Ihre Worte hatten etwas Abschließendes. Auch so verhielt sie sich plötzlich viel distanzierter als eben noch zuvor. Hatte Kazel etwas Falsches gesagt oder war Janay nur müde? Er vermutete Letzteres. Sie hatte viel geweint und sich nur allmählich beruhigt. So brauchte er sich nicht darüber zu wundern, wenn sie sich jetzt ein wenig ausruhen wollte. Ihr selbst und dem Kind in ihrem Leib würde es dadurch ohnehin besser gehen. Sie regte sich nicht mehr auf. Das war das Ziel, das er hatte erreichen wollen und er konnte einen Erfolg verschreiben. So erwiderte Kazel zunächst nichts auf ihre Worte, schaute Janay nur an. Sein Blick wanderte immer wieder zu ihrem Bauch und jedes Mal lief ihm ein Schauer über den Rücken. Da wuchs etwas heran, das er mit ihr geschaffen hatte. Sein Kind. Ihr gemeinsames Kind. Dieses Wissen beflügelte ihn immer wieder und das Gefühl wollte nicht weichen. Vermutlich würde es ihm die nächsten Monate regelmäßig so gehen.
So völlig in diese Vorfreude versunken, hatte Kazel einfach gedankenverloren Janays Arm gestreichelt und merkte nun nicht einmal, wie sie sich kurzzeitig anlehnte. Erst als er das Gewicht ihres Kopfes auf seiner Schulter spürte, hob er kurz den seinen, um sie anzuschauen. Geborgen in dieser seltsamen Vertrautheit war ihm die Frage eher unbewusst heraus gerutscht und nun musste er mit der eher schnippigen Antwort, sowie einer weiteren körperlichen Ablehnung leben, denn Janay zog sich rasch zurück. "Das ... meinte ich eigentlich nicht." Er hatte sich schlecht ausgedrückt, wollte er doch nicht wirklich wissen, ob sie das Kind früh verloren hatte, sondern wie alt sie gewesen war. Sie hatte ja entsetzlich jung gewesen sein müssen. Kazel schätzte Janay nicht älter als sich selbst und er war nach elfischen Maßstäben im Grunde gerade dem Kindesalter entsprungen. Nun begann eine lange Zeit zwischen pubertärem Jugend- und jungem Erwachsenenalter. Diese Spanne erstreckte sich bei Elfen über Jahrzehnte hinweg, was Menschen oft neidisch werden ließ, denn ihre Leben waren nicht nur kürzer, sie erfuhren die schönsten Abschnitte auch dadurch weniger intensiv. Kazel und Janay würden Zeit haben, einander und sich selbst intensiv kennen zu lernen. Vorausgesetzt natürlich, sie lebten so lange. Auf Celcia tobte ein Krieg. Seltsam, dass er diese von Großkatzen bewohnte Welt nicht erreichte. Hier schien man in Sicherheit zu sein. Kazel schaute sich um. Wo steckten diese Katzen eigentlich? Er hatte sich nichtmal bei der einen für seine und die Rettung seiner Gefährten bedankt.

Plötzlich tauchten sie auf. Wenn man von Faldor sprach, so hieß eine Redewendung. Kazel, nicht mehr fähig, auf Janays Bemerkung genauer einzugehen, starrte auf die vielen Raubkatzenwesen, die ihnen da entgegen traten. Er blinzelte. Raxtian hatte eine Armee geschaffen und die schienen ihm allesamt entkommen zu sein. Das war doch nicht möglich! Er versteifte sich. Waren sie vielleicht erneut Gefangene des ... nein! Die andere Katze war geflohen und man behandelt uns hier ganz anders. Aber wo stecken Xenia, Annabelle und Sintus? Er schielt unauffällig in die anderen Ecken der Höhle, entdeckte aber außer der schlafenden Juduka nur noch Talimée, die in höflicher Distanz zu ihnen stand. Da niemand Kazel direkt ansprach, hatte er viel Gelegenheit, sich umzusehen. Erst als ihm die seltsamsten Dinge in den Schoß gelegt wurden, widmete er seine Aufmerksamkeit wieder den versammelten Katzen. "Äh..." Er starrte er diese merkwürdigen Geschenke, dann seine Gastgeber an. Sie meinten es offenbar irgendwie gut mit ihnen, wenn auch auf sehr skurrile Weise. Immerhin wollten sie Janay Unterkunft, Kleidung und Nahrung geben. Obendrein versuchten sie wohl auch, Kazels Lust zu zügeln. Jedenfalls gewann er den Eindruck spätestens beim Anblick dieser an einen Keuschheitsgürtel erinnernden Hose. "D-danke ... ich will nicht undankbar erscheinen, aber ...", er hob die Lederunterhose hoch, "wäre stattdessen vielleicht einfache Kleidung möglich? Diese Robe ist schon ziemlich zerschlissen." Er schielte auf den Schweinsdarm herunter. Damit konnte er nun wirklich nichts anfangen. Wozu war er gut? Vielleicht ließ er sich aufblasen und zuknoten ... nein, Kazel wusste es nicht, aber irgendwie war es ihm unangenehm zu fragen. "Ihr seid sehr ... w-was?!" Gerade hatte eine der Katzen ihren Segen ausgesprochen. Kazel starrte. Erst auf diese maunzende Gestalt, dann auf Janay und ihren Bauch, der sich in den nächsten Monaten wölben würde. Kazel keuchte, hustete und konnte nicht aufhören zu starren. "I-ich ... würde doch nie ... da wächst mein Kind heran! Ich ... bei Manthala, nein!" Und schon kam der nächste Segen, der ihm fast die Augen aus dem Schädel fallen ließ. Er lief schlagartig knallrot an und dieses Mal ging die Schamesröte über die Wangen hinaus. Sie verteilte sich im ganzen Gesicht bis hinauf in die Spitzen seiner Elfenohren. Er senkte verlegen den Blick. Was dachten diese Katzenfrauen nur von ihm?! Dass er sich Talimée an den Hals warf? Warum?! "So bin ich nicht", brachte er aus zusammengepressten Lippen hervor, starrte auf seine Füße und traute sich gar nicht, die Geschenke oder die Katzen weiterer Blicke zu würdigen. Er wollte hier weg, die ganze Situation war ihm plötzlich nicht nur unangenehm, sondern auch mehr als unheimlich.
"Bashiba...?", fragte er daher, irgendwie kleinlaut. "Wo sind unsere Gefährten? Xenia, Annabelle und ... und Sintus?"
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Freitag 23. März 2012, 23:21

Die junge Frau war nicht nur müde, sondern auch verletzt und ängstlich. Sie wollte ihn eigentlich gar nicht mehr in ihre Nähe lassen, schon gar nicht sie trösten, und trotzdem hatte sie es zugelassen. Obendrein trug sie ein entstehendes Kind in ihrem Bauch, von ihm gezeugt, wobei das für sie relativ unerheblich war. Was ihr einfach viel stärker zu schaffen machte, war der Umstand, dass sie es verlieren könnte und all das von damals wieder durchleiden müsste.
Trotz all ihrer Abneigung und gerechtfertigten Vorsicht ihm gegenüber, war da etwas an ihm, das sie nicht so rasch los ließ. Es sorgte sogar dafür, dass sie sich freiwillig wieder an ihn lehnte und ihm diese Nähe gönnte, aber vor allem sich selbst. Er wirkte beruhigend auf sie... wenn nur nicht sein Verrat gewesen wäre, der ihr so bitter aufstieß.
So gerne sie auch an ihn geschmiegt geblieben wäre, er schaffte es erneut, die Stimmung zu zerstören. Mit einem lautlosen Seufzen und einer knappen Antwort entfernte sie sich von ihm, da sie erst recht nicht darüber sprechen wollte.
Es war viel zu schmerzhaft, da sie nicht einmal das Ungeborene hatte begraben und im Arm halten können. Das Kleine war im Müll gelandet und war für immer für sie verloren, nirgends gab es einen Ort, wo sie darum hätte trauern können. Was es für sie vermutlich noch schlimmer machte, obwohl sie es dadurch leichter hatte verdrängen können. Zumindest bis eben...
Dass er etwas anderes hätte meinen können, darauf kam sie nicht, da hatte sie ihn wirklich völlig falsch verstanden, hatte allerdings auch nicht das Interesse daran, bei seiner Korrektur nachzuhaken. Noch dazu bekam sie keine Gelegenheit dazu, sich doch dafür zu entschließen, da sich etwas rund um sie herum tat.
Vielleicht lag es daran, dass Janay in ihrem Leben bisher wenig Zeit gehabt hatte, so viele Geschichten über die eher selteneren, geheimnisvolleren Völker Celcias zu hören und ihnen so viel Beachtung zu schenken, dass sie jetzt noch immer nicht sonderlich viel mit all den seltsamen, Angst einflößenden Gestalten anfangen konnte. Außer eben, sich vor ihnen zu fürchten, als sie sich ihnen wieder näherten und auf sich aufmerksam machten. Besser gesagt, eine einzige, imposante Löwin tat das, indem sie neben dem Bett auftauchte.
Sofort drückte sich die junge Frau instinktiv wieder enger an Kazel, als wenn er sie beschützen könnte, denn hinter dem einen Wesen, hielten sich noch weitere dieser Spezies in Reichweite auf. Das behagte ihr absolut nicht und obwohl sie es weder wusste, noch hätte steuern könnte, verströmte sie erneut den Geruch von Angst.
Was sich verstärkte, als die Fünf hinter der Ersten weg huschten, um mit Dingen in den Pranken oder Händen wieder zu kommen. Was hatte das zu bedeuten? Worauf musste sie sich jetzt gefasst machen? Würde man ihr etwas antun?!
Als sie direkt angesprochen wurde, zuckte sie sogar leicht zusammen, etwas, was sie sonst viel besser im Griff hatte. Die Worte hingegen... waren die ein gutgemeinter Ratschlag? Es klang ganz danach... noch dazu mit einer mütterlichen, tiefen Stimme, wie sie eine Frau wohl hatte, die selbst schon lange und oft Nachwuchs erfolgreich großgezogen hatte.
In Janay stieg etwas wie Anerkennung und Beruhigung auf und trotzdem war es leider noch nicht ausreichend, dass sie sich wieder vollständig fassen konnte. So blieb sie weiterhin in Kazels Nähe, mit Körperkontakt zu ihm.
Mehrmals schluckte sie und leckte sich über die Lippen, da sie das Gefühl hatte, es wurde von ihre eine Antwort oder irgendwie geartete Reaktion erwartet. "I... ich... bemühe mich...", murmelte sie kleinlaut und mit leicht zittriger Stimme. Diese Wesen machten ihr nun einmal einfach Angst!
Erneut musste sie schlucken, als sich dieses Geschöpf vorstellte und obendrein erwähnte, dass es ein ganzes Volk davon gab. Wie groß mochte diese Rasse denn sein?! Und sie konnten nicht nur reden, sondern hatten auch Namen, als wären sie ganz gewöhnlich wie Menschen oder Elfen.
Ja... warum eigentlich nicht? Schließlich gab es auch Orks oder Hybriden, bei denen es ähnlich war. Celcia war vielfältig, dafür hatten die Götter gesorgt. Und trotzdem, es fiel ihr schwer, darauf nun ebenfalls zu reagieren und sich auch vorzustellen.
Machte das denn einen Unterschied, wenn sie womöglich gefressen werden sollten? So vollkommen ausgeschlossen war das ja noch nicht.
Was dann allerdings kam, überrumpelte die junge Elfe nun endgültig. Zuerst blinzelte sie auf die Worte hin und dann weiteten sich nicht nur ihre Augen, sondern auch ihr Mund klappte auf. Das waren ja... Kostbarkeiten! Selbst Janay war das auf Anhieb klar, allein die Felle und Seidenstoffe waren einfach wundervoll!
Schon wieder schluckte sie mehrmals und schüttelte langsam, merklich ungläubig den Kopf. "I... ich... weiß nicht, was ich sagen soll...", hauchte sie und löste sich endlich von Kazel.
Sie streckte den Arm aus und hielt knapp über einem Eck des Seidenstoffs inne, mit leicht zitternden Fingern, als würde sie sich nicht trauen, das anzugreifen, weil es unmöglich für sie sein könnte. Nein, das war zu absurd, das waren fremde und unbekannte Wesen, ihnen gegenüber war immerhin auch sie eine außenstehende Person, sodass es viel zu ungewöhnlich erschien, dass sie Geschenke bekommen sollte. Sie hatte ihnen doch nichts getan, keine einzige Wohltat oder Hilfe geleistet! Wie sollte sie so etwas nur annehmen können?
Natürlich könnte sie es ausnützen, vor ihr lag ein Wert, den sie nicht mehr so rasch zusammen bekommen würde, selbst, wenn sie Wochen lang mehrere Kunden pro Tag bedienen würde. Aber irgendetwas in ihr sträubte sich, weil es so unverdient kam... lediglich, weil sie vergessen hatte, ihre Kräuter zu nehmen und Kazel einen passenden Schuss abgegeben hatte!
Sie wurde aus ihren Überlegungen und ihrem Staunen gerissen, da diese besondere Stimme erneut erklang und sich an sie richtete, sogar ihren Namen bereits kannte. Ohne ihre Haltung, die schwebende Hand über der Seide, zu ändern, sah sie hoch.
Jedoch, bevor sie eine Antwort darauf gefunden hätte oder eine Wortwahl, die nicht kränkend für all diese Hilfsbereitschaft war, konnte sie zusehen, wie auch der Mischling neben ihr mit Geschenken regelrecht eingedeckt wurde.
Das lenkte ihre Aufmerksamkeit darauf, da sie trotz allem neugierig war, was er erhalten würde. Vor allem zwei Dinge zogen ihren Blick regelrecht an und sie konnte nicht anders, als leise zu kichern zu beginnen. Es klang mädchenhaft, zeugte von der eigentlichen Jugend, die noch in ihr steckte, und war unkontrolliert, ohne böswillig zu sein.
"Oh ja, darin will ich dich sehen!", spöttelte sie amüsiert und deutete auf die enge Lederhose.
Danach kamen noch gute Ratschläge, die ihr gegenüber harmlos und wirklich aufmunternd gemeint waren, während bei Kazel...
Da konnte sie sich wirklich nicht mehr halten und begann lauthals zu lachen. Nein, allein die Vorstellung davon war zu komisch! Kazel in so einer Hose, der nicht an sie heran durfte, und sie, die es auskosten würde, um ihn mit all ihr bekannter Kunst zu quälen. Allein seine Mimik dabei wurde sie zu gerne sehen und genießen!
Dadurch jedoch nahm sie gar nicht wahr, dass Talimée ebenfalls Dinge erhielt und gute Ratschläge zu hören bekam.
Sie hatte sich kaum beruhigt, als der Mischling erneut für Erheiterung bei ihr sorgte. Ein kokettes, wissendes Grinsen legte sich auf ihre Lippen, fast, als wäre sie wieder sie selbst, als sie ihm einen aufreizenden Augenaufschlag schenkte.
"Oh bitte, nur, weil ich schwanger bin, heißt das nicht, dass man mich nicht mehr berühren darf!", konterte sie und schürzte anzüglich die Lippen.
Zwar hatte sie nicht vor, dass sie sich ihm ein weiteres Mal hingab, aber ihren Beruf würde sie weiterhin ausüben, wenn sie wieder in eine Stadt käme und solange ihr Zustand nicht störend werden würde. Natürlich würde sie etwas kürzer treten, um die Gesundheit des Kleinen nicht zu stark riskieren, wenn die schlimmste Zeit vorüber wäre, jedoch würde sie definitiv nicht zölibatär leben, nur, weil sie schwanger war!
Dass die Dienerin dazu angehalten wurde, ebenfalls für ihn die Beine breit zu machen, wenn sein Druck zu groß werden würde, hatte sie noch immer nicht mitbekommen, sodass ihre Erheiterung vorerst noch blieb, sich sogar verstärkte, als Kazel derart heftig rot anlief und ganz kleinlaut wurde. Zu schade... er war wirklich so niedlich und trotzdem bedauerlicherweise war und blieb er ein Verräter...
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 11. April 2012, 22:47

Die Löwinnen schlackerten verwirrt mit den Ohren als die Dunkelelfe plötzlich zu lachen anfing. Sie tauschten fragende Blicke untereinander aus. Janays Reaktion auf Kazel und dessen Gaben lösten bei den pelzigen Frauen deutliche Irritation aus. Hier prallten nun mal mehrere Welten und Kulturen aufeinander. Für die Leonidinnen schien das Mutterwerden eine ziemlich ernste und geweihte Sache zu sein, während es Janay offensichtlich nicht so eng sah. Besonders was die Reviererhaltung des Kleinen betraf. Immerhin schienen der Fremden ihre Geschenke zu gefallen, dies sorgte dafür dass die Weibchen beinahe gleichzeitig zu Schnurren begannen, vielleicht auch um noch die restliche Angst aus Janays Körper zu vertreiben. Ihr Schnurren signalisierte ihre freundliche und friedliche Gesinnung, dass sie sich selbst in einem Zustand der Entspannung befanden und nicht im Begriff waren in irgendeiner Form aggressives Verhalten an den Tag zu legen. Einige der Weibchen kauerten sich sogar hin und verharrten in einer neugierigen aber doch entspannten Sitzhaltung wie es wohl nur Raubkatzen konnten. Ohnehin sah bei Katzen praktisch jede auch nur erdenkliche Liege – oder Sitzposition auf seine seltsame Art und Weise bequem aus. Eine weitere Eigenheit dieser faszinierenden Wesen.

Bashiba hielt sich während der Geschenkverteilung zurück, beobachtete jedoch die Szenerie mit wachsamen Augen. Ihr entging weder die Reaktionen von Kazel, noch jene von Janay, sie behielt sogar Talimée und die noch immer schlafende Juduka stets im Blick. Bei Kazel legte sie den Kopf schief, offenbar schien die Beziehung zwischen den beiden kompliziert zu sein, Bashiba konnte dies…nun… riechen. Katzen wie Sie konnten aus Luftpartikeln Informationen herauslesen wie ein Mathematiker diese aus Formeln ziehen konnte. Kazel roch nervös, gleichzeitig erfreut aber auch verängstigt. Doch dies war weit nicht das auffälligste an ihm, denn diese Gerüche waren bei einem frisch gebackenem Vater durchaus zu erwarten. Seltsamer war eher dieser Geruch von…. Begierde, nicht körperlicher Art sondern seelischer – geübte Riecher konnten diese feine Nuance bei der Testosteronausschüttung eines Männchen erkennen. Er liebte sie… und doch fürchtete er sich von ihr. Dies war einerseits klar zu riechen, gleichzeitig musste man keine Leonidin sein um zu erkennen dass die beiden so gerade ihre Schwierigkeiten miteinander gehabt hatten, auch wenn sie nun Arm in Arm beieinander gelegen hatten vor nicht allzu langer Zeit.

Ziemlich irritierend für Kazel durfte wohl ebenfalls sein dass die Weibchen in seiner Nähe immer wieder mal die Nasen in die Höhe streckten und irritiert witterten. Sie rochen Vogel und sie rochen Schlange. Doch sie sahen weder Vogel, noch Schlange. Er roch danach und dies war doch ungewöhnlich. Selbst wenn Vögel und Schlangen nicht gerade auf dem primären Speiseplan der Leoniden standen erweckte der Geruch davon doch einen gewissen…mhm….Appetit.

Unbewusst bleckten zwei der Weibchen ihre Zähne und begannen sich ihre Pfoten abzulecken. Doch auch deren Aufmerksamkeit wurde andersweitig wieder auf Kazel gelenkt als dieser vor Schamesröte drohte gänzlich in den Boden zu versinken. Sie kicherten, doch sie verstummen sofort als Bashiba sich wieder regte. Sie war Kazel noch eine Antwort schuldig. „Annabelle und Xenia sind im Haus der Stille und des Gebets… sie brüllen dort gemeinsam mit meinen Artgenossinnen für Heilung und Genesung ihres Freundes. Sintus befindet sich in der Männerhöhle, nur ich und meine Helferinnen haben dort im Moment ausser den hochrangigen Männchen zutritt. Er schläft den Schlaf des Verwundeten. Seine Knochen müssen erst neues Blut erschaffen, denn er riecht leer wie ein ausgeblutetes Tier. Nur Phaun weiss ob sein Herz stark genug sein wird für diese Nacht… und den kommenden Tag… und jene die darauf folgen mögen, auch weiss nur Phaun allein wann der Zeitpunkt da ist um ihn aus dem langen und unweckbaren Schlaf des verwundeten aufzuwecken.“

Die Medizin der Leoniden hatte sich unabhängig von jener der Menschen oder Elfen entwickelt. In gewissen Bereichen waren sie diesen vielleicht überlegen in anderen waren sie hingegen Machtlos.“ Sie blickte zu Janay hin. Kam auf diese zu. Zog langsam die Decke weg sie schaute Jana lange und beruhigend an ehe sie ihre Pranke auf den noch flachen Bauch legte „Dein Junges wird ein Krieggeborenes sein… es wird keinen einfachen Start ins Leben haben, jedoch wenn es die ersten schweren Jahre überlebt umso zäher sein… dennoch ist es wichtig dass ihr euch guten Schutz besorgt… unter anderen Umständen hätten wir euch Proviant gegeben und euch ziehen gelassen… doch täglich finden wir in unseren Wäldern die Kadavern eurers gleichen. Vor ein paar Tagen kam eine unserer Jägerinnne von einem ihrer Beutezüge zurück und berichtete einen Kadaverhaufen von ungefähr 50 Menschen gefunden zu haben…“ Sie seufzte. „Dunkle Zeiten herrschen und darum gewähren wir euch in unserem Rudel Asyl… wir heissen euch in unserem Rudel willkommen. Annabelle und Xenia haben die Gebote und Bedingungen die mit dieser Aufnahme verknüpft sind bereits angenommen…“ Sie blickte zu Kazel hin. „Es obliegt eurer Entscheidung ob ihr dieses Angebot annehmt oder lieber weiterziehen möchtet…“ Tatsächlich schaute Bashiba bezüglich der Entscheidung spezifisch Kazel an. Janay sowie Talmée und auch die schlafende Juduka wurden offenbar einfach als Weibchen von Kazel wahrgenommen und es wurde davon ausgegangen dass dieser die wichtigen Entscheidungen traf. „Ich schätze ihr braucht etwas Zeit… um all die Eindrücke die ihr erfahren habt zu verarbeiten… ich werde nun nach Sintus sehen gehen und komme in etwa einer Stunde zurück. Wenn ihr euch dazu entschliesst zu bleiben, werde ich euch mehr über unsere Kultur und unsere Sitten hier in der Stadt erzählen damit ihr euch auch darin bewegen könnt, bis anhin rate ich euch hier in der Höhle zu bleiben… und zu klären was unbedingt geklärt werden muss, seid ihr erst ins Rudel aufgenommen, werdet ihr die Zeit miteinander anders verbringen… ich weder euch noch eine Schneiderin vorbeischicken die Mass nimmt für eure neuen Kleider.“ Mit diesen Worten beendete sie schleisslich ihre Audienz und verabschiedete sich von den beiden, ehe sie anmutig aus der Höhle schritt. Die anderen Weibchen blieben, neugierig Kazel , Talimée und Janay betrachtend die nun nicht o ganz alleine darüber beraten mussten, wie sie nun weiter verfahren sollten…
Eines der Weibchen kauerte sich neben der schlafen den Juduka hin und kümmerte sich um diese, doch auch sie lauschte mit einem Ohr der Dreiergruppe, schliesslich waren die Menschen in der Stadt aktuell die Hauptattraktion in leonia.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 16. April 2012, 14:11

Eben noch hatte sich Janay etwas von ihm distanziert, was er als deutliches Signal auffasste, dass sie kein Interesse mehr an einem weiteren Verlauf des Gesprächs hatte. Dann aber kehrte sie dicht an ihn zurück, drückte sich fast Schutz suchend gegen ihn, als die imposante Katzenfrau erschien. Gern hätte Kazel einen Arm um sie gelegt, aber irgendwie wagte er es nicht. Dieses Unbehagen war zu groß, sie könne ihm dadurch wieder entgleiten, wo ihre Nähe doch jedes Mal einen schnelleren und höheren Herzschlag bei ihm auslöste. Seit er wusste, dass Janay von ihm schwanger war, hämmerte es umso heftiger in seiner Brust und Kazel hatte das Gefühl, jedes Mal aufs Neue rote Wangen zu bekommen. Diesen Umstand hatte er damals stets unter Kontrolle gehabt, sogar bei Shantih, wenn er sich konzentriert hatte. Bei Janay gelang es ihm einfach nicht. Aber Reden, das funktionierte. So probierte Kazel, so viel Ruhe wie möglich in seine Stimme zu bekommen, auch wenn er selbst aufgeregt war. "Keine Angst. Ich glaube nicht, dass sie uns etwas antun werden. Sie ... sind doch auch nur Experimente." Noch immer hatte der Mischling nicht begriffen, dass sie sich hier einer ganz eigenen Rasse gegenüber sahen. Er hielt die Leoniden weiterhin für in Großkatzen umoperierte Experimente von Raxtian Tausendtod und dafür würde er büßen müssen. Das hatte er längst mit sich ausgemacht.
Kazel behielt Recht. Nicht nur, dass man ihnen kein Haar krümmte, sie wurden sogar beide beschenkt - wenn auch mit kleinen Aufmerksamkeiten, mit denen zumindest er selbst wenig anzufangen wusste. Diese seltsame Hose würde er in keinem Fall anziehen! "Hör auf zu lachen, darin wirst du mich ganz bestimmt nicht sehen!" Aber Kazel grinste auf, sogar richtig breit. Diese Hose sah einfach zu albern aus. Noch seltsamer war für ihn aber, dass man Kleidungsstücke bereit hielt, um körperliche Nähe oder dessen Konsequenzen zu verhindern. Trauten sie ihm denn tatsächlich zu, er würde - unabhängig, wie Janay dazu stand - noch einmal mit ihr verkehren, während sein Gewissen ihn daran erinnerte, dass in ihrem Bauch sein Kind heran wuchs?! Das ... nein, das ist eklig! Das geht doch nicht! Ich könnte niemals ... was denken die nur alle?! Sein Schrecken vergrößerte sich, als die Katzenfrauen ihm auch noch hilfreiche Hinweise und Ratschläge gaben. Sie tadelten ihn ja fast und stellten ihn als den letzten, triebhaften Mann dar, der von einem Bett ins nächste zu hüpfen schien. Dass das Janay nun endgültig zum Prusten brachte, war natürlich klar. Er warf ihr einen schiefen Blick zu, wusste nichts zu sagen und fühlte sich irgendwie ... bevormundet. Außerdem glühten seine Wangen, er spürte die Hitze darin. Also machte sich Kazel klein, schob den Kopf zwischen die Schultern, was ihm nur umso verdächtiger erscheinen ließ und den Glauben der Leoniden wohl nur noch bestätigte.
Als Janay dann auch noch einwarf, sie würde selbst bei einer Schwangerschaft zu haben sein, war es ihm den Mischling geschehen. Mit hoch rotem Kopf, aber weit aufgerissenen Augen und starrer Haltung vor Schreck fixierte er Janay mit Blicken. Das Blau um seine Pupillen herum hatte einen entsetzten Ton angenommen, der sich stark mit dem Rot seines gesamten Gesichts zu vereinen suchte. "J-janay ... das ... aber da ist doch das Kind drin!" Er verdrehte zweimal die Augen, aber in eine rettende Ohnmacht fiel er nicht. Trotzdem ließen sich Scham und Entsetzen nicht aus seinem Gesicht bannen. Er brachte kein Wort mehr heraus, starrte Janay nur noch an. Er konnte einfach nicht glauben, was sie ihm da mitteilte. Sie würde damit doch nur umso mehr riskieren, das Kind zu verlieren! Das konnte dem Kleinen doch nicht gut tun, wenn man ... es ... störte.

Musste man nun von Glück oder Bedauern reden, weil sich die Leonidin Bashiba endlich einmischte? Es war ja einerseits gut, dass sie mit der Beantwortung von Kazels Fragen diesen auf andere Gedanken brachte. Andererseits waren die Neuigkeiten leider keine guten Nachrichten für den Mischling. Er erstarrte aufs Neue, wenn es überhaupt eine Steigerung für seinen aktuellen Zustand gab. Das Rot schwand gänzlich aus seinem Gesicht und wich wachsender Blässe. Die Augen geweitet starrte er die große Katzenfrau an, bis er zwangsläufig blinzeln musste. Sein Kinnlade klappte herunter, seine Lippen formten Worte, aber er brachte keine davon heraus. Wie schlecht ging es Sintus wirklich? Bashiba spendete nicht gerade Hoffnung mit ihren Worten, aber warum sollte sie sich auch verstellen? Die Gruppe durfte ohnehin dankbar genug sein und würde einiges zu vergelten haben, nach dieser Rettungsaktion.
Sintus' Zustand riss Kazel aus der Bahn. Für einen Moment lang konnte er sich auf nichts Anderes als diesen Gedanken konzentrieren. Sein Verstand zauberte Bilder vor sein inneres Auge. Bilder von Sintus, der vollkommen bleich und blutleer war. Der irgendwo auf einem Lager aus Fellen und Stroh gebettet lag, wahrscheinlich von seiner Rüstung befreit, absolut reglos, als hätten die Götter ihn bereits zu sich geholt. Er eiskalter Schauer lief über Kazels Rücken. Er war mit diesen Bildern in seinem Geist dermaßen beschäftigt, dass er das Gespräch zwischen Bashiba und Janay überhaupt nicht wahrnahm. Ebenso wenig wie Talimée, die sich den Versammelten nun näherte, um sorgsam die Geschenke aufzustapeln, die ihre Herrin erhalten hatte. Sie lächelte Janay flüchtig zu, ein Signal, dass sie jederzeit reden konnten, wenn sie jemanden brauchte. Dann begann sie auch Kazels Sachen ordentlich zusammen zu räumen. Schließlich sollte nichts davon irgendwie beschädigt werden. Außerdem brauchte sie eine Ablenkung. Auch sie hatte von Sintus' Lage gehört, wollte jedoch nicht länger darüber nachdenken. Ungewissweit konnte böse Gedanken erzeugen. Sie musste allein schon Janay zuliebe die Ruhe bewahren, ertappte sich aber dabei, dass sie wohl nicht minder entsetzt wie Kazel war.

Die Aufmerksamkeit des Mischlings lenkte sich wieder auf Bashiba, als sie ihn anblickte. Er hatte nicht einmal bemerkt, wie ihm Tränen heiß in den Augenwinkeln brannten, nur um sich jetzt einen Weg über sein Gesicht zu bahnen. Noch immer starrte er, konnte längst noch nicht fassen, in welcher Gefahr der Paladin schwebte. Eine andere Erkenntnis war es, die ihn packte und gefangen hielt - die ihn ängstigte. Diese Erkenntnis trieb Kazel zu dem Wunsch, alles und jeden sofort hinter sich zu lassen. Er wollte weg von hier, ehe noch mehr starben. Denn dies war ihm aufgefallen. Immer dann, wenn er sich ein Stück weit irgendwo oder irgendwem zugehörig fühlte ... starb diese Person. Zuerst sein Vater, den er hatte in einer zeremoniellen Prozedur umbringen müssen. Später dann Shantih, seine erste große Liebe. Die Geisteswissenschaftlerin Landria Sinal, welche ihm so geholfen hatte, seinen Hass auf Dunkelelfen zu mindern. Jetzt Sintus, der ebenso wie Xenia und der Rest der Gruppe das bildeten, was Kazel bereits als Familie bezeichnen würde. Wer könnte folgen? Er starrte durch Bashiba hindurch, entdeckte Janay hinter ihr. Er keuchte. Ich bin ein Unglücksbote ... ob ich ihr auch den Tod bringe? "Nein!", krächzte er, brach rasch den Blickkontakt ab, als fürchtete er, sie allein dadurch zu gefährden.
Er sollte gehen, sollte sie alle verlassen und hoffen, dass ihnen dann nicht dasselbe Schicksal zuteil wurde wie den Verlorenen. Andererseits ... "Wie könnte ich jemals die Bruderschaft im Stich lassen oder meine Freunde?" Kazel schaute auf. "Wir nehmen das Angebot gern an, Bashiba. Wir alle. Danke für eure Gastfreundschaft." Sie durften sich nicht trennen, denn auch wenn der Tod wie ein scharfer Dolch über ihnen schwebte, so wären ihre Überlebenschancen geringer, wenn jeder allein seiner Wege zog. Allein unterwegs in einer Welt, die den Mantel des Krieges um die Schultern geschlungen hatte. Nein, für Kazel stand fest, dass sie nur gemeinsam eine Chance hatten - auch wenn vielleicht nicht jeder überleben würde, so entsetzlich das klang.
Bashiba wollte sich zurückziehen, nach Sintus sehen. Kazel nickte. Ja, er sollte die ganze Aufmerksamkeit bekommen, damit man sofort bemerkte, wenn sich sein Zustand verschlechterte. Aber konnte dann überhaupt jemand etwas unternehmen? Dem Mischling ging die Botschaft mehr als nahe. Er wischte sich über die Augen, schob sich an den Rand des Lagers und beugte sich vor. Er betrachtete seine Hände. Sie zitterten, also ballte er sie rasch zu Fäusten. Die Adlerkrallen kamen zum Vorschein. Raxtian hatte ihn verändert, ihm aber auch Waffen gegeben, über die er jederzeit verfügte. Er hätte Sintus' Schwert nicht gebraucht, um den Warg zu töten. Wenn er nur etwas schneller gewesen wäre. Wenn er sich einfach auf den Warg gestürzt hätte, dann ... Kazel schlug sich mit den Fäusten auf die Schenkel und stieß ein Brüllen aus, das zwar sicherlich mit keinem eines Leoniden mithalten konnte, aber er veranstaltete hier auch keinen Wettbewerb. "Warum hab ich nicht rechtzeitig reagiert?! Er wird sterben! Verdammt seien Manthala und Faldor!" Verzweifelt ließ er die Schultern hängen.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Dienstag 17. April 2012, 19:20

Die junge Frau konnte einfach nicht anders, ihr waren diese Wesen nun einmal nicht geheuer und konnten ihr mehr als nur Respekt einjagen. An wen genau sie sich dabei hielt, war in der Hinsicht unerheblich, es hätte im Notfall auch Sintus sein können, solange sie diesen Gestalten nicht zum Fraß vorgeworfen wurde. Obwohl... der Pelgarer hätte das vermutlich sogar getan, wenn er eine Gelegenheit dazu gehabt hätte.
Sie konnte sich ja nicht einmal darauf konzentrieren, wie leicht sich Kazel würde necken lassen können, wo er ständig aufs Neue errötete. Seine Stimme hingegen war leise und beruhigend, jedoch war das noch lange nicht alles.
Janay spürte, wie ihr ein feiner Schauer die Nackenhärchen aufstellte und sie sich am liebsten seufzend an ihn gelehnt hätte, um mehr von ihm spüren zu können. Dass es dazu nicht kam, dafür sorgte die Situation ebenso wie seine Worte selbst. Abrupt sah sie ihn an, fragend, verstand nicht, was er damit meinte und dennoch nicht die Gelegenheit dazu erhielt, nachzuhaken. Es passierte viel zu viel um sie herum und außerdem fürchtete sie, wenn sie den Blick zu lange von den Wesen abwenden würde, würden diese sie anspringen und wegzerren.
Diese Gedanken waren unsinnig und ein Teil von ihr wusste das auch, aber sie war einfach viel zu aufgewühlt, um auch nur irgendwie klar denken zu können. Wie sehr sie daneben lag, zeigte sich kurz darauf, als sie, statt gefressen zu werden, beschenkt wurden, mit Kostbarkeiten und mit Wunderlichem. Wobei auch etwas dabei für den Mischling bestimmt war, dass sie gar nicht anders konnte, als erleichtert aus voller Kehle los zu prusten.
Seine Worte gingen dadurch beinahe unter, sie konnte sie sich mehr denken, als dass sie diese tatsächlich hörte. Noch immer kichernd schüttelte sie den Kopf und wischte sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel, ehe sie ihn breit angrinste. "Willst du wetten?", neckte sie ihn und wusste, irgendwie würde sie ihn da rein bekommen. Diesen Anblick konnte sie sich nicht entgehen lassen!
Sie hatte sich kaum beruhigt, als es schon den nächsten Anlass für sie gab, um sich vor Lachen regelrecht zu schütteln. Es war absurd, einfach nur absurd! Gut, auch Janay waren solche Märchen schon zu Ohren gekommen, vor allem biedere Gemüter vertraten diese Meinung vehement. Während sie in ihrem Beruf schon ganz andere Erkenntnisse hören konnte, aus der Erfahrung der Kolleginnen, die nicht nur selbst gesunde Kinder auf die Welt gebracht hatten, sondern sich auch Hebammenwissen angeeignet hatten, weil einer Hure nur äußerst selten fachkundig geholfen wurde. Somit war es für sie sinnlos, darauf in den nächsten Monaten zu verzichten, vor allem nicht beruflich. Natürlich, hier, wenn es allein solche Wesen geben würde, hätte sie keine Aussichten auf ihre Tätigkeit und den verdienten Lohn. Doch bedeutete ihr Umstand nicht, dass sie nicht bald weiter reisen und in eine andere Gegend gelangen würde. Von irgendetwas würden sie und das Kleine schließlich auch leben müssen!
Allerdings musste sie Kazel ein weiteres Mal mit seiner Reaktion aufziehen, nachdem sie ihren Lachanfall ein bisschen hatte beruhigen können. Breit und frech grinsend blickte sie ihn an und hatte große Mühe, nicht erneut los zu prusten, allein bei seiner Mimik.
Sie legte den Kopf schief und grinste ihn an. "Ja, und das ist auch gut geschützt. Oder hast du Angst, es könnte was sehen und darüber urteilen?", zog sie ihn auf und konnte das Lachen nicht länger unterdrücken, lediglich leiser stellen. Wodurch sich ein anderer Laut aus ihrer Umgebung hinein mischen konnte und sie allmählich verstummen ließ. Wieder dieses Knattern...
Die junge Frau verstummte und sah mit leicht geweiteten Augen in die andere Richtung, zu den vielen Wesen, die sie beobachteten und solche Geräusche verursachten, während manche von ihnen in einer sehr unbequem wirkenden Haltung verharrten. Wie konnten sie das aushalten, ohne danach vollkommen steif zu sein?
Als die Stimme dieser... wie hieß sie noch gleich? Irgendwas mit Ba, doch an mehr konnte sie sich gerade nicht erinnern. Es war auch nicht so wichtig, es reichte ihre Stimme, um sie leicht zusammen fahren und wieder ernst werden zu lassen. Der Blick richtete sich ebenfalls sofort auf die Anführerin. Die Worte betrafen sie kaum, wenngleich es beruhigend war zu wissen, dass auch die fehlenden beiden Frauen in der Nähe waren.
Während sie Sintus' Schicksal wenig interessiert, sie hatte schließlich seine Wunden nicht einmal zu Gesicht bekommen, sodass sie keine Ahnung von der Schwere seiner Wunden hatte. Vielleicht hätte sie auch der Warg interessiert, wenn sie davon gewusst hätte, dass er während ihrer Ohnmacht mitgenommen worden war. Allerdings hatte Janay nicht einmal eine Vorstellung davon, welchen Kampf die anderen ausgestanden hatten, ehe sie von dem Pferd gefallen und von dieser überdimensionierten Katze angesprungen worden war.
Während Kazel also der Erklärung lauschte, widmete sich die junge Frau bereits wieder den Geschenken. Viele davon waren viel zu kostbar, als dass sie glauben konnte, dass es ihr gehören sollte, nur weil sie schwanger war!
Erst, als sie eine Bewegung wahrnehmen konnte, sah sie wieder auf, und schluckte schwer, als die große Katze ihr die Decke wegzog. Zwar geschah es behutsam, jedoch trotzdem klopfte ihr Herz sofort wieder schneller. Als dann obendrein die große Pranke kam, die sich auf ihren Bauch legte, zuckte sie ein weiteres Mal zusammen. Instinktiv wollte sie weg und dennoch blieb sie wie angewurzelt sitzen.
Die Worte sorgten nicht gerade dafür, dass sie sich wohler fühlten, auch wenn der negative Teil nicht gerade sie persönlich betraf. "Ich werde es beschützen, wie ich kann.", wisperte sie kaum hörbar und obwohl es vollkommen der Wahrheit entsprach, kam diese Erwiderung unbewusst über ihre Lippen.
Sie atmete flach und war einen Moment lang froh, als sich die Aufmerksamkeit wieder in Richtung Kazel wandte. Auch ihr Kopf drehte sich ihm zu und erst jetzt merkte sie, dass etwas geschehen sein musste. Nicht nur, dass er regelrecht blass um die Nase geworden war, er wirkte auch so, als würde er bald weinen müssen.
Janay warf der Dienerin, die sich um ihre Sachen kümmerte, ohne dazu aufgefordert worden zu sein, einen fragenden Blick zu, vielleicht wusste diese ja mehr.
Dann aber hörte sie die Stimme des Mischlings und sah ihn wieder an, allmählich skeptisch werdend. Warum sprach er nun auch von dieser blöden Bruderschaft, die ihr so viel Scherereien schon eingebracht hatte, obwohl sie kaum je was davon gehört hatte? Und dann war da noch ein Angebot, das sie vorerst nicht einordnen konnte. Dafür eine Bemerkung, die dafür sorgte, dass ihre Augenbraue regelrecht in die Höhe schoss. Was bedeutete "wir alle"?! Was maßte dieser Kerl sich jetzt wieder an, etwa für sie entscheiden zu wollen?!
Immerhin, noch konnte sie sich zurück halten, warten, bis die große Katze sich zurück gezogen und sie alleine gelassen hatte. Zwar waren die anderen noch immer da und sie nicht völlig unbeobachtet, allerdings schien sich das nicht ändern zu lassen. Also verdüsterte sich ihr Gesicht und sie holte schon Luft, um Klarheit von ihm zu verlangen, als er von ihr wegrückte und wirkte, als wäre er von irgendetwas sehr mitgenommen.
Doch das war noch längst nicht alles, denn als er die Hände zu Fäusten ballte, schoss etwas daraus hervor, das sie erstickt aufschreien ließ. "Verdammt, was ist das denn?!", entfuhr es ihr in Lerium, in das sie durch den Schrecken verfiel.
Aber anstatt auf sie zu reagieren, beschäftigte er sich weiter mit etwas für sich allein, was sie nicht haben konnte im Moment, dazu war sie selbst noch viel zu aufgewühlt.
"Verdammt noch mal, Kazel, was ist hier los?! Was sind das für... für... Dinger, die du da hast?! Was soll dieses Gefasel, wer stirbt? Und was hast du da in meinem Namen vereinbart?!", begann sie zu zetern und stürzte sich in den Angriff, um nicht schon wieder der drohenden Angst zu unterliegen.
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 23. April 2012, 01:29

All die Neckereien und kleinen Witzeleien, die sich Kazel und Janay vor allem in Bezug auf diese Keuschheutshose für Männer geliefert hatten, waren vergessen. Der Mischling machte sich derzeit ganz andere Gedanken als diese, dass ein Fötus - oder weniger - sich ein Urteil über seine Männlichkeit bilden könnte. Es würde ohnehin die erste sein, die ein solches Kind sähe! Nein, würde sie nicht, denn Kazel würde sich darauf nicht einlassen. Er fürchtete kein Urteil, sondern dass dieses Wesen eben nicht so gut geschützt war, wie Janay es behauptete. Es musste doch etwas mitkriegen und wer konnte schon sagen, ob sich dadurch nicht irgendwelche Schäden entwickelten. Dieses kleine Leben würde es noch schwer genug haben, sollte die Hautfarbe nicht dunkel genug für dunkelelfische Verhältnisse sein. Kazel konnte in dieser Hinsicht nur hoffen, dass das Kleine nicht zu viele Anteile seines waldelfischen Erbes abbekam, obgleich er bemerken musste, dass Janay auch nicht so dunkelhäutig war, wie man es erwarten könnte. Wahrscheinlich reiste sie deshalb allein.
Solche oder ähnliche Gedanken wären ihm durch den Kopf gegangen, erfüllte dort nicht ein einziger den gesamten Raum, so dass er beinahe jegliches andere Denken ausschaltete. Sintus schwebte in Lebensgefahr, starb vielleicht in genau diesem Augenblick. Er und der Paladin hatten sich nicht unbedingt sehr nahe gestanden. Da war das Verhältnis zu Xenia um Meilen weiter und sogar zu Echzechiel, den Kazel seit seinem Aufbruch bei der Bruderschaft nicht mehr gesehen hatte, war intensiver. Aber dennoch traf es den Mischling wie ein gut gezielter Faustschlag direkt mitten ins Gesicht. Sintus gehörte zur Bruderschaft, ebenso wie er selbst. Nirgendwo sonst hatte man ihn so herzlich aufgenommen und ihn auch wegen seines selbst geschätzt. Bei der Bruderschaft des Lichts hatte sich keiner um seine Hautfarbe, seine Herkunft oder sonstiges geschert. Dort hatten sie ihn, kaum dass er dazu gehörte, als Teil einer großen Gemeinschaft angesehen. Außerdem verdankte er der Bruderschaft sein Leben. Sie waren es, die ihn aus seinem Käfig geholt hatten, in dem er ansonsten hätte sterben sollen. Dieser enge Käfig auf dem Richtberg, unter dem man Feuer entzündet und seine Füße angebrannt hatte. Er verdankte der Paladin-Vereinigung so viel, dass er es im Grunde nicht mehr gut machen konnte. Dann war es doch auch kein Wunder, wenn ihn der mögliche Verlust eines Bruders im Geiste auch dementsprechend heftig anging. Dass er sich hilflos fühlte. Dass er nichts hatte tun können und jetzt auch nur hier herum saß ... der Tod schien sein ständiger Begleiter, ohne auf die Idee zu kommen, sich ihn zu holen. Ein schauriger Gedanke, aber seine Welt stürzte sich im Moment ohnehin nur in einen finsteren, schwarzen Pfuhl der Verzweiflung. Es wäre wohl nur noch schlimmer gewesen, hätte es Xenia getroffen ... oder Janay ... Egal wen. Diese Gruppe ist dir doch mit jedem einzelnen von ihnen ans Herz gewachsen! Sogar um Juduka würdest du trauern, dabei weißt du nichts über sie! Sie hat Raxtian noch geholfen, dich zu verändern! Er sog die Luft ein, gab sich diesen tristen Gedanken hin - bis Janay ihn daraus heraus riss.

Sie hatte es bemerkt. Sie hatte soeben gesehen, welche Veränderungen an ihm durchgeführt worden waren. Er war schon lange nicht mehr "nur" ein Ausgestoßener beider Elfenvölker. "Dieser Kerl hat mich zu einem Monster gemacht. Dieser Raxtian Tausendtod, der ihnen allen mit seinen Experimenten das angetan hat." Er zeigte durch ein Kopfnicken an, wen er damit meinte. Noch immer glaubte Kazel, die Katzenwesen seien Ergebnisse dieser pervertierten Spielereien des Untoten. Noch immer fiel es ihm schwer, zu begreifen, wie und wann er so viele Großkatzen hatte schaffen können, aber sie saßen hier um sie herum. Sie schnurrten und glotzten wie es nur Katzen konnten. Und auch wenn er - wie sie - ein Experiment unter vielen war, fühlte er sich wieder einmal in keiner Weise zugehörig. Er schien kein Experiment zu sein, das ein einheitliches Bild hatte abgeben sollen. Er besaß auch mehr als nur eine tierische Eigenschaft. "Die Adlerkrallen sind nicht das einzige, was er mir eingepflanzt hat, Janay", murmelte Kazel, bewegte die Füße und leckte sich unwillkürlich über die Eckzähne. All das war aber nur nebensächlich. Er hatte all diese tierischen Körperteile bekommen, diese angeblichen Verbesserungen. Was davon hatte geholfen, seine Freunde zu beschützen? Was davon hatte den Warg abgehalten, Sintus tödlich zu verletzen?
"Sintus wird sterben, hast du nicht zugehört!" Zum ersten Mal durfte Janay Zeugin werden, dass Kazel sie wirklich grob anschnauzte, auch wenn er diese Art später mit Sicherheit bereute. Derzeit jedoch war sein Gemüt erhitzt, von Hilflosigkeit und Verzweiflung durchtränkt wie ein klatschnasser Lappen. Er konnte die daraus entstehende Gereiztheit nicht verbergen. Und so herrschte er Janay weiterhin an, als sie ihm vorwarf, für sie entschieden zu haben. Er knurrte beinahe. "Glaubst du, ich lasse dich einfach zurück auf dieses Schlachtfeld Celcia marschieren - allein und schwanger?! Glaubst du, ich lasse das zu?! Hier besteht wenigstens die Chance, dass es ein paar von uns schaffen und wenn ich Glück habe, gehören du und unser Kind dazu! Und jetzt fang bloß nicht damit an, dass du schon auf dich aufpassen kannst! Kannst du nicht! Sintus liegt da irgendwo - ein gepanzerter Paladin, ein Berg von einem Kerl - und er verreckt!" Allein der Gedanke schüttelte Kazel. Er atmete durch, konnte seine Emotionen aber nicht unter Kontrolle bringen. "Verdammt, Janay, sei doch nicht dumm! Die Katzen nehmen dich auf, bieten dir Hilfe an. Bleib hier, in Sicherheit. Sag mir nicht, dass du gern nochmal hinaus unter Unseresgleichen gehen und dich von Dunkelelfen durch den Wald hetzen lassen willst. Das kannst du einfach nicht wollen."
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Re: Willkommen im Rudel

Beitrag von Janay » Montag 23. April 2012, 21:48

Die junge Frau hatte jenen Punkt verpasst, an dem die Stimmung gekippt war. Sie hatte schlichtweg nicht zugehört, weil es sie nicht direkt betroffen hatte und außerdem um Sintus gegangen war. Da sie keine Vorstellung davon hatte, dass er überhaupt verletzt war, glaubte sie nicht daran, dass es sonderlich wichtig war, was ihn anging. Entsprechend beschäftigte sie sich mit Dingen, die sie mehr interessierten, sodass diese neue Botschaft an ihr vorbei plätscherte, während sie Kazel derartig erschütterte.
Dass sie indes von ihrer Seite aus nicht weiter mit ihm herum alberte, lag unter anderem daran, dass er sich eine unverschämte Freiheit heraus nahm und danach etwas passierte, womit sie überhaupt nicht gerechnet hatte. Von einem Moment auf den anderen schoss bei ihm etwas aus den Händen, was sie regelrecht erschreckte. Somit entlud sich ihr Aufbrausen nicht so sehr in einer Schimpftirade, sondern in einem lauten Ausruf der Verwunderung und Verwirrung über diese Neuerung an ihm.
Als schließlich nach einigen Momenten, in denen ihr Herz laut in ihren Ohren zu pochen schien, nachdem es in ihren Hals gewandert war, lieferte er ihr eine Antwort, die erst recht dafür sorgte, dass sich ihre Augen vor Schreck weiteten. "Wa... was soll das heißen? Experimente?!", keuchte sie.
Irgendwie widerstrebte es ihr, sich so etwas auch nur vorzustellen. Den Namen hatte sie noch nie gehört, nicht einmal in Gruselgeschichten, die ihr Bruder ihr manchmal erzählt hatte, um ihr Angst einzujagen, und wofür Arina ihm wirklich die Hölle heiß gemacht hatte, besonders, als die Jüngste noch nicht einmal richtig trocken gewesen war. Jedoch war es ihr unbekannt, dass jemand an anderen... so herum experimentierte, mit solch einem Ergebnis!
Zwar glaubte sie durchaus daran, dass viele Männer, die sich Ärzte nannten, eigentlich Kurpfuscher waren und nur ihre nutzlosen Tränke in einen hinein schütten wollten, um Geld zu verdienen. Allerdings war das eindeutig noch weit von so etwas entfernt, wie der Mischling es ihr gerade vor Augen geführt hatte.
Durch diese aufwühlende Überraschung überhörte sie vorerst noch den Hinweis, dass er die Katzen um sie herum auch für solche... Ergebnisse hielt. Viel zu sehr hatte sie an dem Anblick der Krallen zu knabbern.
Danach machte er eine weitere Andeutung, dass da noch mehr kommen würde. Mit pochendem Herzen traute sich die junge Frau gar nicht, der Bewegung in ihrem Augenwinkel zu folgen, was sie bereute, denn stattdessen sah sie die Bewegung seiner Zunge, obwohl diese von seiner Lippe verdeckt wurde. Dabei schluckte sie und rückte instinktiv einen halben Zentimeter von ihm ab.
"Was... heißt... das?", stammelte sie atemlos und fragte sich, wie ihr das hatte verborgen bleiben können bisher.
Nicht einmal bei der kurzen Vereinigung, dessen Ergebnis die Wesen um sie herum ihr präsentiert hatten, war ihr aufgefallen, dass er... anders war! War sie wirklich so blind gewesen? Oder vielmehr zu durcheinander, vor allem nach dem Schock im Wald, der ihr so viel Kälte eingebracht hatte? Sie wusste es nicht einmal zu sagen.
Umso härter traf sie nun diese Erkenntnis und da sie noch lange nicht die Furcht gegenüber den Katzenwesen abgelegt hatte, konnte sie diese nicht vollkommen ignorieren, die nun in Bezug auf Kazel in ihr hochkroch.
Was noch mehr gefördert wurde, als er plötzlich damit begann, sie anzuschreien. Beim ersten Satz zuckte sie noch wie unter einem Peitschenhieb zusammen, vielmehr aufgrund seines auf einmal so lauten Tonfalls als wegen der Botschaft, die sie nicht einmal richtig in sich aufnahm. Wie weggeblasen war ihr forsches Verhalten, begründet in einer in ihren Augen gerechten Wut über sein Verhalten, auch wenn er ihr dieses noch vorwarf.
Sie rückte noch ein Stück weit von ihm ab und musste spüren, dass dort schon der Bettrand war. Ein weiterer Zentimeter und sie würde hintüber kippen, um zu Boden zu prallen. Was für sie gerade wie ein Gefängnis wirkte und ihre Gefühle steigerte, wodurch ihre Angst größer wurde.
Leicht begann sie zu zittern und starrte ihn an, als wäre ein Henker, der gleich über sie herfallen würde. Doch anstatt inne zu halten und ihr Zeit geben, sich wieder zu fassen, schnauzte er sie nur weiter an.
Bis sie es nicht mehr aushielt. "Hör auf...", wisperte sie und spürte ein heißes, verräterisches Brennen in den Augen, weil ihr wider Erwarten Tränen zu kommen drohten.
Aber er hörte nicht auf sie, machte weiter und weiter, sodass sie nicht einmal all die Worte mehr bewusst begriff, die Botschaft an ihr vorbei rauschte, obwohl sie hätte erkennen müssen, dass er es einerseits mit ihr gut meinte und andererseits selbst gerade Trost gebraucht hätte.
Stattdessen allerdings schlug sie sich schließlich die Hände gegen die Ohren. "Hör auf, hör auf!", schrie sie und schüttelte wild den Kopf, als würde ihr sein Tonfall zusätzlich auch in ihrem Gehörgang schmerzen. Was es in Wahrheit nicht tat, wenngleich sich ihr Herz zusammen gekrampft hatte, jedoch war das ihr körperlicher Ausdruck dafür, dass er ihr Angst machte und gleichzeitig weh tat, ohne, dass sie es auch nur wahr haben wollte.
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