Entspannung tut Not

Auf der trockenen Erde steht der Marktplatz von Santros. Viele Waren findet man hier, auch seltene Stücke, welche die Seemänner von ihren Reisen mitbringen. Ebenso handelsübliche Waren wie Nahrung und Waffen gibt es, wie in jeder anderen Stadt auch.
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Entspannung tut Not

Beitrag von Erzähler » Samstag 6. Mai 2023, 20:22

Skýler kommt von Wo Schatten sich herumtreiben


Die Luft war kühl und frisch an diesem frühen Vormittag. Genau das richtige, um den Kopf wieder freizubekommen! Allerdings half sie nichts gegen das Magengrummeln, das sich hie und da bei dem jungen Mischlingselfen meldete und auf sich aufmerksam machte. Kraz'hian reagierte darauf nicht ersichtlich, denn selbst das Zucken seiner dunklen Elfenohren könnte auch auf andere Geräusche ihrer Umgebung zurück zu führen sein.
Er blieb auch schweigsam, wenngleich das nicht bedeutete, dass er unaufmerksam wäre. Im Gegenteil, wie sicherlich auch sein Schüler, hätte er alles mit geschultem Auge im Blick, während sie durch eine der nobleren Gegenden des Wohnviertels der Stadt in Richtung Markplatz schlenderten. Dabei lichtete sich die Gasse ein wenig und bot bereits die Aussicht auf den großen, freien Platz, auf dem die ersten Frühaufsteher bereits die neue Ware des Tages begutachtete.
Doch er war nicht ihr gemeinsames Ziel, denn der Reinassige bog kurz davor nach rechts ab und führte ihn in einen relativ dunklen, eng verbauten Weg. Trotzdem war die Umgebung nicht angsteinflößend, für Schattenmagier schließlich erst recht nicht, und wirkte verhältnismäßig gepflegt, sodass sie sich wohl kaum in einem lichtscheuen Bereich befanden, sondern lediglich in einen, in dem de Platz so gut wie möglich genutzt wurde.
Noch ein paar Häuser, dann blieb Kraz'hian stehen, hob die Hand und betätigte den Türklopfer. Es dauerte ein wenig, dann konnten beide Männer das Rasseln einer Kette hören und die Tür wurde einen Spalt breit geöffnet. "Wir haben noch geschlossen!", kam eine dünne Knabenstimme aus dem Halbdunkel des Hauses.
Schon wollte der Bengel den Zugang wieder schließen, aber der Fuß des Dunkelelfen war schneller, ebenso die Hand, die mit erstaunlich viel Kraft dagegen hielt. "Hol deinen Meister und er wird dir sagen, dass wir jene sind, die schon davor eintreten dürfen.", erwiderte er ungewöhnlich liebenswürdig und nachsichtig, auch wenn sein Begleiter wissen müsste, dass dies nicht der Wahrheit entsprach. Aber manchmal war Freundlichkeit tatsächlich zielführender.
So auch hier, denn nach einem kurzen Zögern, kam ein hastiges "Einen Moment, der Herr!", dann wurde die Tür wirklich geschlossen. Kraz'hian hatte es zugelassen und blickte mit einem nachsichtigen Seufzen auf das dunkle Holz, während die feinen Elfenohren die eiligen Schritte dahinter sich entfernen hören konnten. "Also wirklich, dass heutzutage niemand mehr mit dem Hahnenschrei aufstehen mag, tz, tz, tz!", murmelte er und sah beifallheischend zu seinem Schüler, als hätte er diesen nicht selbst erst vor kurzem für dessen Langschläferei gescholten.
Es dauerte erstaunlich kurz, ehe die Kette erneut klirrte und dann von einem leicht rundlichen, im Gesicht eindeutig geröteten Menschen geöffnet wurde, der offensichtlich sich beeilt hatte, so laut, wie er schnaufte.
Mit einem fast schon übertrieben breiten Grinsen machte er eine einladende Geste, als er sein Gegenüber entdeckte. "Ah, mein wunderbarer Kunde, Herr Earric! Wie schön, dass Ihr uns heute einen Besuch abstattet!", begrüßte er den Dunkelelfen, als gäbe es überhaupt keine Ressentiments gegenüber dessen Rasse. Nun, in einer Handelsstadt wie Santros konnte man sich diese auch nicht sonderlich erlauben, solange man nicht eine Belagerung der Dunklen Armee riskieren wollte.
"Tretet ein, tretet ein! Oh, und Ihr habt jemanden mitgebracht!", plapperte der Dicke schon weiter, als er ihnen Platz machte, auf dass sie in das dunkle Innere des Hauses gelangen konnten.
"Ja, erinnert Euch, mein lieber Bader, ich habe meinen Diener angekündigt in meinem Schreiben.", erwiderte Kraz'hian und bewegte sich unbekümmert, als schlüge ihm kein momentan zu warmer und beinahe schon erdrückender Dampf entgegen, der sich wohl aufgrund der täglichen Bäder in diesen Mauern hielt. Er war schweißtreibend, vor allem nach der Kühle draußen, und in den ersten Momenten eindeutig unangenehm, wenngleich von wohligen Düften begleitet.
"Gewiss, gewiss. Wenn Ihr mir folgen wollt? Mein Lehrling bereitet bereits das Wasser zu, aber es wird ein paar Minuten dauern, fürchte ich.", dienerte der Mann.
Kraz'hian winkte wohlwollend ab und schenkte ihm lediglich einen flüchtigen Blick, während er, der sich hier offenbar ebenfalls auskannte, den abgetrennten Raum zum Entkleiden ansteuerte. "Wir haben keine Eile, schließlich haben wir Zeit, bis deine weiteren Kunden eintreffen, nicht wahr?" Wie aufs Stichwort wanderte ein kleines Säckchen mit Münzen darin in die dickliche Hand des Baders, der sie erstaunlich flink in seiner spärlichen Kleidung verschwinden ließ.
Unter Verbeugungen hielt er ihnen den Vorhang zur Umkleide auf, ein kleiner Raum, erhellt von zwei Öllampen jeweils an einer Seite des Zugangs, an dessen drei Wänden schmale Bänke zum Hinsetzen einluden und sich darüber schmale Ablagefächer befanden. "Aber natürlich, natürlich, Ihr habt ganz Eure Ruhe, wie gewünscht! Kann ich Euch sonst noch etwas Gutes tun?", bot er sofort an.
Der Reinrassige trat an ihm vorbei und hielt inne, sodass sein Schüler zwei Möglichkeiten hatte. Entweder er ließ in ihn hinein oder er reagierte rasch genug, um diesen unangenehmen Zusammenstoß zu vermeiden. "Hm... Ja, jetzt, wo Ihr es sagt!" Er drehte sich und, unabhängig davon, wie der Jüngere reagiert hatte, lächelte er fein, als wäre nichts geschehen. "Ich fürchte, wir hatten es so eilig, in Eure gute Stube zu gelangen, dass wir auf das Frühstück vergessen haben."
Die Miene des Baders hellte sich auf und erneut verbeugte er sich, denn er wusste, solche Wünsche kosteten extra und sein Gegenüber war niemand, der sich diesbezüglich lumpen lassen würde. "Nun, da habe ich bestimmt das Richtige für Euch! Lasst mich nur machen!" Damit wartete er noch auf ein zustimmendes Nicken oder sonstige Zusätze, ehe er den Vorhang fallen ließ und davon trampelte.
Somit waren die beiden Männer unverhofft wieder allein und hatten einige Minuten wohl oder übel noch Zeit, bis der Spaß losgehen könnte.
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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Skýler Fiórge Zhèkkra » Montag 8. Mai 2023, 21:29

Tatsächlich ahnte Skýler, dass er den Geduldsfaden des Dunkelelfen überspannen würde, sollte er sich weiterhin nicht von seiner besten … oder passender gesagt: gehorsamsten Seite zeigen. Seine Versuche den undurchsichtigen Plänen von Kraz’hian zu entkommen waren schon früher stets gescheitert und so wie es aussah, würde es ihm auch dieses Mal nicht gelingen.
Seufzend und den Frust runterschluckend folgte der Mischling dem anderen nach draußen, um der nächsten rätselhaften und zugleich unbehaglichen Etappe entgegenzuschreiten. Seine Hände vergrub er in die Taschen seines Umhangs und die Worte, die ihm auf der Zunge lagen, schluckte er hinunter. So gerne er auch weiter fragen und diskutieren würde – Kraz’hian war dafür definitiv der falsche Gegenpart. Von daher lief er schweigend und auch ansonsten völlig geräuschlos hinter dem Älteren her und lenkte sich dadurch ab die Hausfassaden oder Straßeneigenheiten der Viertel zu betrachten, durch die sie ihr Weg führte. Die frische und etwas frostige Luft empfand Ský als äußerst angenehm und vertrieb das, sich in den Vordergrund drängelnde Gefühl nach Hunger.
Wenn die Prozedur jetzt direkt von statten geht werde ich vermutlich erst danach etwas zwischen die Beißer bekommen. Da kann man wohl nichts machen…, dachte er, während sein Magen vom morgendlichen Weinkonsum ein wenig rumorte.
Das Leben auf den Straßen wurde langsam wach. Skýler hätte sich zu gerne einfach unter die Leute gemischt, die ihren alltäglichen Verpflichtungen nachkamen, doch er saß in diesem kleinen Dilemma, dessen Ausmaße er kaum abschätzen konnte. Doch anders als zuvor ließ sich der Schattenmagier nicht anmerken, dass ihm etwas missfiel. Er trug eine neutrale Miene zur Schau, die bei der Ankunft an ihren Zielort nur ganz schmal und kurz einem fragenden Ausdruck wich. Obwohl er schon häufiger in dieser Gegend herumgelaufen war, war ihm dieses ‚Etablissement‘ bislang nie aufgefallen.
Kraz’hian versuchte indessen ihnen Zutritt zu verschaffen, doch der Gehilfe schien erst nachfragen zu müssen, ob sie tatsächlich Eintritt zu gesonderten Zeiten erhalten würden. Ský beobachtete den kleinen Dialog weiter schweigend, doch als die Türe geschlossen wurde und sein Meister einen anklagenden Kommentar über Langschläfer machte, musste er sich beherrschen nicht amüsiert zu schmunzeln. Wer auf Etikette Wert legte, hätte in Kraz’hian einen perfekten Zeitgenossen gefunden.
Er hob nur ganz leicht die Schultern und blickte drein, als würde die Aussage auch für ihn ein unlösbares Rätsel darstellen. Als sich die Türe dann ein zweites Mal öffnete begrüßte ein rotgesichtiger Mann den Dunkelelfen, wie einen lange bekannten Kunden und ließ sie eintreten. Einen Moment lang zögerte der Mischling tatsächlich die Schwelle zu übertreten, denn die Luft, die ihm entgegenstieß, kam wie eine fühlbar nasse Wolke hinausgewälzt, die Ský unangenehm traf und das frische Gefühl der kühlen Morgenluft in Sekundenschnelle vertrieb. Der recht angenehme Geruch nach ausgewählten Kräutern oder Düften machte es tatsächlich auch nicht besser, doch ihm blieb nicht wirklich eine Wahl und so folgte er den Männern hinein.
So so, ich begleite heute also Herrn Earric! Das feine aber wichtige Detail war ihm nicht entgangen und dank seines gut trainierten Gedächtnisses fiel es ihm nicht schwer den Namen direkt zu behalten.
Ský unterdrückte den Drang sich Luft mit der Hand entgegen zu fächern und nickte dem Inhaber zum Gruß kurz zu, als die Sprache auf ihn, den Diener kam. Ob jeder Edelmann seinen Dienern eine solche Prozedur angedeihen ließ? Kurz fragte er sich das doch und ob es keine passendere Rolle gegeben hätte. Doch schlussendlich war es egal. Kraz‘ hatte ihn bisher stets als Untergebenen vorgestellt und mehr war er für den anderen immerhin auch nicht …! Der Gedanke war nicht neu, genauso wenig wie ein merkwürdiges Gefühl, als würde ihn etwas stören. Doch wie immer überging er dies und wanderte mit seinen Gedanken bereits weiter.
Vielleicht wird ein Bad zu nehmen ja gar nicht so schlimm…!, versuchte er sich selbst etwas aufzumuntern, während er Zeuge eines erfolgreichen Handels wurde. Wie immer schaffte es Geld gewisse Privilegien zu sichern und so schienen sie für die nächste Zeit keinen anderen Gästen begegnen zu müssen. Passend – oder unpassend zu diesem Thema schweiften seine Gedanken kurzzeitig ab - Obwohl… ein Bad mit hübschen Frauen könnte gar nicht so schlecht sein. und darüber etwas unaufmerksam geworden, stieß er ganz leicht mit Kraz‘ zusammen, als dieser mitten beim Betreten der Umkleide stehen blieb. Glücklicherweise hatte der Mischling gute Reflexe, so dass es nicht mehr als zu einer sachten Berührung kam, doch er machte sich gar keine Illusionen darüber, dass seinem Lehrmeister dieser Umstand in irgendeine Richtung auffallen würde.
„Entschuldigt…!“, murmelte er leise und machte wieder einen Schritt zurück, um etwas Platz zwischen sie zu bekommen. Der Blick des Dunkelelfen traf kurz auf den des Jüngeren, der versuchte sein kleines Fauxpas abzuschätzen. Doch dieser ging nur auf die Frage des Barders ein, ob sie noch irgendwelche Wünsche hatten.
„Hm... Ja, jetzt, wo Ihr es sagt! Ich fürchte, wir hatten es so eilig, in Eure gute Stube zu gelangen, dass wir auf das Frühstück vergessen haben.“, sprach Kraz’hian, woraufhin die Ohren des Mischlings kurz zuckten. In mancher Hinsicht war er einfach simpel und ja, die Aussicht auf Essen konnte ihn einfach glücklich machen. Doch momentan überwog die Überraschung, die diese Aussage in dem Spion auslöste. Das war ja geradezu… nett? Oder hatte er einfach selbst Hunger?
So oder so… der Inhaber rieb sich die Hände bei der Aussicht auf mehr Einnahmen und eilte davon, um die Wünsche seiner Gäste in Auftrag zu geben. Dass er selbst dafür keinen großen Finger rühren würde, war ein naheliegender Gedanke.
Die beiden Gäste betraten die Umkleide, in der die Luft glücklicherweise ein wenig angenehmer war. Ský ließ seinen grauen Blick über die Einrichtung schweifen und legte dabei seinen Umgang ab, den er nur grob zusammenfaltete und auf einen Stuhl ablegte.
Er war das erste Mal in solch einem Haus und wusste noch immer nicht so recht, was ihn erwarten würde, abgesehen von einem Bad.
Kraz‘ scheint er immerhin zu kennen. Heißt also, dass er selbst schon hergekommen ist, um sich … tja… lässt man sich hier verwöhnen? Er sah zu seinem Lehrmeister und musterte ihn. Wenn der Dunkelelf diese Prozeduren selbst und für sein Wohlgefallen aufsuchte konnte... sollte es doch eigentlich nicht so merkwürdig werden. Sein Argwohn wollte zumindest ein wenig dem Vertrauen Platz machen.
Er holte etwas tiefer Luft und wedelte sich nun doch einmal etwas Luft zu.
„Die Luftfeuchtigkeit hier drin ist ganz schön hoch…!“, bemerkte er, ohne tatsächlich eine Antwort zu erwarten. Er setzte sich auf den Rand eines Stuhls und wartete einfach ab, was nun passieren würde.
„Du scheinst hier schon öfter gewesen zu sein?“, fragte er dann weiter, weil ihm die Stille dann doch ein wenig zu langweilig wurde. In manchen Fällen zeigte sich der Ältere als recht versöhnlich, wenn er ihn zuvor eine Weile in Ruhe gelassen hatte. Und jetzt, wo ein kleines Frühstück anstand, war Kraz’hian vielleicht auch nach leichter Konversation.
Tatsächlich schlich sich noch eine andere Frage in die Gedankenwelt des Mischlings, die völlig ohne Zusammenhang zu den bisherigen Themen war und von dem merkwürdigen Gefühl ausgelöst worden war, das er ignoriert hatte. Doch diese wirklich zu stellen… nein, das ließ er besser bleiben. Noch dazu wusste Skýler nicht, ob er die Antwort wirklich wissen wollte, nur weil ein kindlicher Teil in ihm an etwas festhielt, was es nicht gab.

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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 25. Mai 2023, 21:00

Der Dunkelelf hatte immer und überall, aber vor allem mit jedem in seinem Umfeld seine Pläne. Das Poblem daran war vielseitig, denn es begann meistens schon damit, dass die betroffene Person größtenteils nicht einmal ahnen konnte, was genau nun wieder mit ihm... oder ihr geschehen sollte in seinen Augen. Danach ging es weiter damit, dass er es absolut nicht leiden konnte, wenn besagte Person sich dagegen auflehnte oder gar versuchte, sich aus dem gestrickten Netz wieder zu befreien. Und zu guter Letzt war es in Kraz'hians Meinung grundsätzlich von gar keiner Bedeutung, welche Opfer seine Planung forderte, solange es ihn nicht selbst betraf und ihn eben nur scheinbar auf diese Weise an sein Ziel brachte.
Somit keine guten Bedingungen für den Start in diesen Tag und sein Schüler tat mehr als gut daran, behutsamer vorzugehen und sich stärker zusammen zu reißen, wollte er nicht endgültig den Unmut des anderen auf sich ziehen. Dass er schon mehrfach an dieser Grenze gekratzt hatte, hatte er selbst gemerkt und rechzeitig korrigiert, sodass es noch nicht zum Eklat gekommen war. Wie lange das jedoch noch gut gehen würde... das wussten vermutlich nicht einmal die Götter!
Nach der Sache mit dem Schneidermädchen sollte es nun also zu dem angekündigten Bad gehen, wo auch immer das genau sein mochte. Im Gegensatz zu dem Mischling kannte sich der Dunkelelf in dieser Stadt mit mehr Winkeln aus und brachte damit sogar dem Jüngeren noch Neues bei.
Der Weg verlief recht schweigend in der morgendliche Ruhe, ehe das Leben aus allen Häusern kommen würde. Dennoch waren sie nicht vollkommen allein in den Gassen, trafen hie und da auf Hauspersonal, das die frühe Stunde des Tages nutzte, um dem Markt zu zustreben und die beste Ware zu ergattern, die es zu dieser Zeit geben mochte. Sie beide allerdings steuerten nicht auf einen der belebteren Plätze zu, sondern bogen schlussendlich in eine dunklere, engere und trotzdem erstaunlich reinliche Gasse ab, um letzten Endes zielgerichtet vor einer Tür stehen zu bleiben, an die der Reinrassige klopfte.
Entgegen seiner Erwartungen wurden sie nicht sofort eingelassen. Oder entsprach das doch irgendwie seiner Vorstellung? Denn anstatt ungehalten darüber zu werden, klang er erstaunlich nachsichtig und wirkte beinahe schon ungewohnt geduldig, während er in der frischen Morgenluft mit seinem Schüler im Schlepptau warten musste, um offensichtlich außerhalb der Öffnungszeiten eintreten zu können.
Als auf seine Bemerkung keine verbale Antwort kam, warf er dem Jüngeren einen flüchtigen, mit leicht erhobener Braue Blick zu, unterließ es allerdings auf vorhin anzuspielen. Ganz so, als würde er ihm unterstellen, sich mit allen anderen Langschläfern dieser Stadt... wenn nicht gar ganz Celcia verbündet zu haben.
Eine wirkliche Anmerkung dazu unterließ er allerdings und wenig später wurden sie auch schon weitaus herzlicher, vor allem sichtlich informierter vom Herren des Hauses begrüßt und zum Eintreten eingeladen. Die feuchte, viel zu warme Luft empfing sie wie ein kleiner Faustschlag nach der Kühle des Morgens und hüllte sie sofort ein. Kein Wunder, dass der Hausherr derart rotgesichtig herumlief! Ob Kraz'hian diese neue Umgebung hingegen störte oder nicht, ließ er sich, wie nicht anders zu erwarten, natürlich nicht anmerken. Stattdessen benahm er sich vollkommen unbeschwert und schlussendlich landeten die beiden Männer ungestört in einem Umkleideraum.
Der Dunkelelf trat an eine der freien Boxen heran und warf einen prüfenden Blick hinein, als erwarte er, irgendwelche Fusel oder sonstiges darin vorzufinden, um dies seiner eigenen Kleidung einen Kontakt damit nicht anzutun. Dabei meinte er im unverfänglichen Plauderton:"Wie gut, dass du mit so wenig Schwung gegen mich gestoßen bist, nicht wahr?"
Zufrieden mit seiner Inspektion warf er dem anderen einen Blick über die Schulter zu, erneut eine Augenbraue leicht angehoben. "Warst du wieder einmal ein Tagträumer, wie?", stichelte er weiter und brauchte damit nicht deutlicher zu werden, dass er den Grund für diesen unerwarteten Körperkontakt erfahren wollte. Sein Schüler hingegen hegte in diesen Momenten andere Gedanken, die ein Schmunzeln über die Lippen des Älteren huschen ließen, während er betont gleichmütig die Schultern zuckte.
Sich abwendend, um damit zu beginnen, sich gemächlich zu entkleiden und alles fein säuberlich zusammen zu falten, ehe es in der Box geschichtet wurde, erwiderte er:"Das Wasser muss hier ständig erhitzt werden. Das erzeugt Dampf und der bleibt auch die paar Stunden in der Luft hängen, in denen kein neuer produziert wird. Auch wenn ich nicht daran zweifle, dass wir ein heißes Bad bekommen werden. Es sei denn, du hättest lieber ein Eisbad?" Bei der letzten Frage schwang beinahe schon so etwas wie Belustigung in seiner Stimme mit.
Wahrscheinlich stellte er sich prompt eine passende Szene dazu vor... oder wie er solch ein Szenario für eine Bestrafung wegen Ungehorsams oder was auch immer einsetzen könnte. Sofern er solch eine Methode nicht bereits eingesetzt hatte und sich nun lediglich an die Reaktionen erinnerte.
Als die nächste Frage erklang, war Kraz'hian splitterfasernackt und drehte sich, ohne geringste Scham, zu dem Mischling um. Kurz zuckte er mit den Schultern und winkte ab. "Ein gut geführtes Haus mit Qualität lohnt es sich zu merken.", erwiderte er, als wäre damit alles gesagt und erklärt.
Dann wandte er sich um, um zielgerichtet vom obersten Wandbord ein weißes, weiches Handtuch zu nehmen und sich um die Hüfte zu schlingen. "Und solltest du nicht in deinen Sachen wie ein nasser Pudel nachher herum laufen wollen, rate ich dir, dich auszuziehen." Nun unverhohlen grinsend musterte er seinen Schüler betont von oben bis unten. "Ich kenne deinen Anblick. Es gibt also keinen Grund, den Schamhaften zu spielen.", neckte er beinahe schon vergnügt und trat zum Vorhang.
"Ich könnte jetzt auch einfach raus gehen und den hier offen stehen lassen, falls dir damit Beine gemacht wird." Er sog demonstrativ die viel zu warme, feuchte Luft ein und seufzte leise voller Genuss. "Mir scheint, mein Bad und mein Frühstück erwarten mich.", fügte er noch hinzu, um den Jüngeren erst recht anzutreiben. Warum auch immer die Eile in seinen Augen nun angebracht schien.
Schlussendlich verließ er, mit oder ohne dem Mischling, die Kabine und ließ sich von dem Gehilfen von vorhin, der sich leicht vor ihnen verbeugte, den Gang entlang zu einem anderen Raum führen. In diesem erwarteten zwei Zuber die Gäste, die offensichtlich mit dampfendem, wohlriechendem Wasser gefüllt worden waren. "Ah, herrlich!", seufzte Kraz'hian mit scheinbar ehrlich empfundener Vorfreude und machte sich daran, seinen Zuber für sich in Besitz zu nehmen.
Da diese gleich groß waren, entstand dadurch für den Jüngeren kein Nachteil, sofern er sich darüber überhaupt Gedanken machte. Denn trotz allem waren sie eben für Menschen gemacht, sodass sie beide ihre langen Beine nicht ausstrecken konnten. Doch dieses kleine Übel schien den Reinrassigen überhaupt nicht zu stören, der es sich auch so bequem zu machen verstand und den Kopf mit geschlossenen Augen erst einmal zurück lehnte, um zu entspannen und die Hitze auf sich wirken zu lassen.
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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Skýler Fiórge Zhèkkra » Mittwoch 7. Juni 2023, 18:00

Die Aussicht auf ein Frühstück hob die Laune des Mischlings erheblich. Noch immer war ihm nicht ganz wohl hier zu sein, obwohl die Aussicht auf ein Bad weniger zu seinen Sorgen gehörte, als die Unberechenbarkeit von seinem Lehrmeister. Ihm war es lieber er erhielt Anweisungen und wurde dann ohne Begleitung losgeschickt. Die Fälle bei denen Kraz’hian ihn höchstpersönlich begleitete waren glücklicherweise an zwei Händen abzuzählen, seit er sich ein gewisses Vertrauen erarbeitet hatte. Doch die letzte Zeit hatte Ský seine Freiheit vielleicht etwas zu stark genossen und ausgedehnt, so dass dieser unangekündigte Kontrollbesuch nun stattfand. Natürlich in Verbindung mit einem Auftrag und dem Ziel seinen Untergebenen zu testen – zumindest war das die Ansicht des jüngeren Schattenmagiers. Ein Umstand den er hasste, denn auch wenn er insgeheim nach einem Ausweg aus dem Netz der Spinne suchte, hatte er Kraz’hian über all diese Jahrzehnte verlässlich gedient.
Doch solche Gedanken spielten sich derzeit mehr unterbewusst in seinem Ärger über das Unbekannte ab. Bewusst versuchte er sich das ominöse Bad in seiner Fantasie schmackhafter zu machen, so dass er der Konversation der beiden andere nur mit einem halben Ohr lauschte. Was beinahe zu dem kleinen Zusammenstoß geführt hätte.
Sky entschuldigte sich zwar, doch war nicht abzusehen, ob er Kraz damit verärgert hatte. Diesen Umstand erfuhr er erst, als sie zusammen in der Umkleide, in der zumindest kurzzeitig eine etwas weniger feuchte Luft und dadurch angenehmere Luft herrschte, alleine gelassen wurden.
„Wie gut, dass du mit so wenig Schwung gegen mich gestoßen bist, nicht wahr?", wandte sich der Ältere eindeutig an Skýler, der daraufhin den Blick von den Boxen abwandte, in der die Besucher ihre Kleidung während des Besuchs aufbewahrten.
Wie erwartet…!, dachte er, als Krazhian sein kleines Missgeschick natürlich weder unbeachtet, noch unkommentiert ließ.
„Warst du wieder einmal ein Tagträumer, wie?", folgte auch gleich eine weitere kleine Stichelei, die keinen Zweifel darüber offen ließ, dass der andere eine Erklärung für den Zusammenstoß erwartete. Die reinen Worte ließen den Vorwurf darin nicht einmal negativ klingen, doch wusste Ský, dass er den Geduldsfaden des Älteren bereits am Morgen gespannt hatte.
Nun hieß es abzuwägen, was die geeignetste Antwort sein würde. Da er das einfältige Schneidermädchen wahrlich nicht freundlich behandelt hatte, wäre die Äußerung seiner Vorstellung, ein Bad mit hübschen Mädchen zu verbringen, wohl eher unpassend. Doch andererseits… lohnte sich hier der Versuch einer Lüge? Der Jüngere wandte seinen Blick wieder zu der Box, die er ausgewählt hatte und gab vor mit dem Öffnen seines Hemdes beschäftigt zu sein, während er antwortete.
„Ich war abgelenkt, das gebe ich zu. So ein Badehaus besuche ich halt zum ersten Mal und mir kamen die gravierten Steintafeln in den Sinn, die ich damals bei unserem kurzen Aufenthalt in Sarma gesehen habe.“, begann Skýler seine Erklärung und weckte damit vielleicht ein paar Erinnerungen aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Süße 18 Lebensjahre hatte der Mischling gezählt, als er Kraz auf einer Reise nach Sarma begleitete, deren Grund er bis heute nicht kannte. Tatsächlich war damals von ihm nichts Anderes erwartet worden, als dem Dunkelelf zu folgen, so dass der junge und damals noch sehr unerfahrene Skýler mit staunenden Augen die fremde Umgebung hatte bestaunen können. Unter anderem waren ihm fein behauene Steintafeln an den edleren Häusern aufgefallen, die mitunter recht freizügige Abbildungen von Zusammenkünften der Menschen, wie beispielsweise in einem Badehaus zeigten. Obwohl diese Erinnerung mehr eine spontane Eingebung war, die er in seiner Erklärungsnot abrief, begleitete das Wiedererwecken dieser Bilder doch eine leicht nostalgische Note. Ganz kurz erschien sogar ein feines Lächeln auf Skýlers Gesicht, das jedoch von einem amüsierten Grinsen abgelöst wurde, als er die Erinnerung weiterverfolgte.
„Für mich war damals der Anblick der Abbildungen all dieser nackten Menschen ziemlich fremdartig. Und ich meine mich erinnern zu können, dass du meine Verwirrung äußerst amüsant fandest. So amüsant, dass du mir von Orgien erzähltest und mich gefragt hast, ob ich nicht einer beiwohnen wollen würde.“ Wie der junge Skýler damals auf die Frage reagiert hatte, der mit diesem Thema noch gar nichts groß hatte anfangen können, war ihnen beiden sicher noch gut in Erinnerung.
Er zog sich sein Hemd über den Kopf und legte es in die Kiste, die seines Erachtens nach, sauber genug war, um die Kleidung für die Länge ihres Aufenthalts dort zu lagern.
„Wie dem auch sei…! Ich vermute hier wird es anders. Darüber habe ich nachgedacht, als ich nicht aufpasste.“, schloss er seine Erklärung.
Die Zeit damals war für den Mischling nicht immer einfach gewesen, doch die Reise nach Sarma war eine der Wenigen, an die er sich eigentlich ganz gerne zurückerinnerte. Doch um von damals in die Gegenwart zurückzufinden, richtete er das Thema auf die hohe Luftfeuchtigkeit, die in diesem Bad herrschte. Und glücklicherweise sprang der Ältere auf den Zug auf.
„Das Wasser muss hier ständig erhitzt werden. Das erzeugt Dampf und der bleibt auch die paar Stunden in der Luft hängen, in denen kein neuer produziert wird. Auch wenn ich nicht daran zweifle, dass wir ein heißes Bad bekommen werden. Es sei denn, du hättest lieber ein Eisbad?" Bei der letzten Frage drehte sich Skýler wieder zu ihm um, ließ sich auf einem der Stühle nieder und begann seine Schuhe auszuziehen. Die dezente Anmerkung, die gleichwohl auch eine Warnung und bitterer Ernst werden konnte, war für den Schattenmagier leicht aus den Worten herauszulesen.
„Danke, aber darauf würde ich gerne verzichten…“, sagte er und mit der Vorstellung gefror auch das Lächeln, das er bis dahin noch getragen hatte. Er hatte bereits einmal eine ähnliche Erfahrung machen dürfen und die Zähne zusammenbeißend, erinnerte ihn die Warnung an die Grausamkeit, die der Dunkelelf in sich trug. Ein naiver kleiner Teil in ihm würde diesen Umstand manchmal gerne vergessen, aber die letzten Jahrzehnte hatten ihn gelehrt, sich keine Illusionen über Kraz’hian zu machen.
Alleine dieser Besuch zeigt es doch wieder..., dachte er und schluckte den bitteren Beigeschmack der Worte hinunter.
Die letzte Hülle am Körper des Dunkelelfen fiel, was Skýler im Augenwinkel durchaus bemerkte, doch er sah den anderen erst an, als er auf seine, mehr nebensächlich geäußerte Frage antwortete, ob er bereits öfter hier gewesen war.
„Ein gut geführtes Haus mit Qualität lohnt es sich zu merken.", merkte Krazhian an und zeigte in keinster Weise Scham oder Scheu, sich splitterfasernackt vor seinem Schüler zu zeigen.
„Und solltest du nicht in deinen Sachen wie ein nasser Pudel nachher herum laufen wollen, rate ich dir, dich auszuziehen. Ich kenne deinen Anblick. Es gibt also keinen Grund, den Schamhaften zu spielen.", neckte der Ältere ihn weiter, während er ihn ungeniert von oben bis unten betrachtete. Skýler erkannte die leichte Provokation, doch andererseits war ihm der Umstand, dass sie einander nackt sahen, ziemlich gleichgültig. Dafür hatten sie sich tatsächlich schon zu häufig unbekleidet gesehen, was in all den Jahren wohl völlig normal war. Und doch provozierten ihn die Worte, weshalb er sich betont und ohne den Blick von seinem Lehrmeister abzuwenden, die Hose öffnete und sich dieser entledigte. Er war kein Kind falscher Scham, auch wenn die Andeutungen des Anderen ihn neuerdings doch etwas stutzig machten. Er griff nach oben nach einem der Handtücher und wickelte es sich ebenfalls um die Hüfte, nur um gleich darauf neben ihn zu treten und mit den Worten: „Dann lass uns gehen…!“, die Kabine verließ.
Zusammen folgten die beiden Elfen dem menschlichen Gehilfen in einen anderen Raum, in dem zwei Zuber mit warmen und wohlriechendem Wasser befüllt standen. Die grauen Augen des Mischlings tasteten den neuen Raum ab, so dass er erkannte, dass das Frühstück wohl erst nach dem Bad eingenommen werden würde. Kraz’hian hatte dies wohl gar nicht erwartet und stieg gleich in einen der beiden Zuber, wo er es sich in dem warmen Wasser gemütlich machte.
„Ah, herrlich!", erklang die seufzende Stimme des Älteren, der sich augenscheinlich wirklich über das Bad freute.
Und wo… ist jetzt der Harken?, fragte sich der Rotschopf, während er noch einmal etwas misstrauisch zum Gehilfen sah, ehe auch er seinen Zuber in Beschlag nahm. Hatte er sich von Kraz'hians Anspielungen und Andeutungen so kirre machen lassen, dass er ein selbst in einem harmlosen Bad eine versteckte Bosheit erwartet hat?
Kopfschüttelnd ließ er sich etwas zurücksinken und schloss die Augen, während er der Wärme des Wassers nachspürte, die seine Haut umschloss und bis in seine angespannten Muskeln gelangte.
Lange hielt er den Blick allerdings nicht geschlossen, denn noch war fraglich, ob er sich wirklich erlauben würde, sich zu entspannen. Die Sturmaugen sahen zur Seite zum anderen Zuber und fielen auf die dunkle Haut des Gesichts seines Lehrmeisters.
Egal wie alt ich bin, ich werde nicht schlau aus ihm., dachte er und wünschte sich nicht zum ersten Mal, dass es anders wäre.
Eine Weile lauschte er einfach nur dem Plätschern des Wassers und dem Laut der gleichmäßigen Atemzüge. Die Wärme entspannte zumindest seinen Körper, wenngleich sein Geist sich nicht so einfach fallen lassen konnte. Doch nach einer Weile hatte er doch das Bedürfnis das Gespräch mit Kraz’hian wieder aufzunehmen.
„Bleibe ich nach unserer Verabredung noch weiter in Santros oder begleite ich dich?“, fragte er, weil seine Gedanken zu den nächsten Schritten gewandert waren. Er betrachtete seine dunkle Haut, die in seinen Augen nicht groß anders war, als die des Reinrassigen. Doch offensichtlich würde ihn ein Dunkelelf stets als Mischling ansehen. Ský hatte sich für seine Wurzeln nie geschämt, denn auch wenn seine Erinnerungen über seine Mutter über all die Jahre etwas schwächer geworden waren, hatte er nie vergessen, wie sehr er sie geliebt hatte. Doch von ihr einmal abgesehen verband ihn nichts mit dem Volk der neldorethischen Elfen, oder sonst jemandem. Dem Volk, dem er sich am zugehörigsten empfand waren die Dunkelelfen, doch diese würden ihn niemals als einen von ihnen ansehen. Doch störte ihn das? So recht wusste der Rotschopf diese Frage gar nicht zu beantworten. Nicht mal für sich selbst. Es gab kleine Momente, in denen er merkte, dass ihn etwas störte. Doch ansonsten war er gerne alleine oder für sich unterwegs. Der Einzige, mit dem er wirklich etwas zu tun hatte, saß kaum einen Meter von ihm entfernt in einem Badezuber. Doch die letzten Stunden hatten ihm schon wieder gereicht, so dass er sich wünschte, dass sich ihre Wege demnächst einmal wieder trennen würden.

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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Erzähler » Montag 12. Juni 2023, 14:02

Ob Kraz'hian ahnte... oder eher davon wusste, dass sich sein Schüler unwohl fühlte in seiner Gegenwart? Nun, davon war auszugehen. Ja, mehr noch, es war in hohem Maße sogar anzunehmen, dass er genau diese Empfindung zu seinem heimlichen Vergnügen voll und ganz ausnutzte. Weswegen sonst sollte er sich noch in Santros aufhalten und den Jüngeren in seiner Nähe haben wollen? Wäre es um simple Informationsbeschaffung oder einen anderen Auftrag gegangen... er hätte ihn getrost damit alleine losziehen lassen können.
Oder etwa doch nicht? Steckte dahinter mehr, als auf den ersten, zweiten... hundertsten Blick schien? Oder hatte er Lunte gerochen, weil Skýler getrödelt hatte in der letzten Zeit? Manchmal wäre es definitiv nervenschonender, wenn er den Dunkelelfen schlicht und ergreifend nach den Beweggründen fragen und entsprechende Antworten bekommen könnte! Nur bedauerlicherweise... war das bei jemandem wie dem Reinrassigen ein Ding der Unmöglichkeit. Somit musste er ihm weiterhin Gesellschaft leisten und dabei versuchen, seine Laune nicht zu deutlich zu verderben, um sich nicht selbst einen Strick daraus zu drehen.
Zumindest schonte er auf diese Weise seinen eigenen Beutel und konnte zugleich auf eine Mahlzeit von Qualität hoffen, da sein Lehrmeister ihm gewiss keinen schlichten Fraß vorsetzen lassen würde. Auch nicht an diesem Ort und nicht offensichtlich außerhalb der Öffnungszeiten für gewöhnliche Gäste. Weswegen sie die Garderobe für sich alleine hatten. Einen Moment, den der Ältere naturgemäß nicht ungenützt verstreichen ließ und ohne jeden Zweifel eine Erklärung für den Zusammenstoß erhielt.
Als diese nach einem flüchtigen Zögern erfolgte, hob sich seine fein geschwungene Augenbraue ein wenig an, sodass unklar war, ob und was er von den Worten seines Gegenübers hielt. Bis er die Gelegenheit nutzte, um gespielt empört einzuwerfen:"Also bitte, ja? Ich und Wissen über Orgien? Für wen hältst du mich eigentlich?!" Doch das amüsierte Funkeln in seinen Augen und das zu erahnende Grinsen, das in seiner Stimme mitschwang, straften diese Worte schon jetzt Lügen.
"Ich bin ein absolut anständiger Geschäftsmann und weiß nichts von solchen Dingen! Was bei dir, du Jungspund, anders zu sein scheint!", bog er die Wahrheit mal wieder so zurecht, wie er sie gerade haben wollte.
Ehe er einen leisen, beinahe wehmütig klingenden Seufzer ausstieg. "Ach ja, Sarma... solch ein schönes, angenehmes Klima! Manchmal vielleicht eine Spur zu trocken, aber alles in allem...", schwärmte er mit einem Mal und klang dabei fast schon so, als würde er es ernst meinen können.
Ob es eigentlich einen Ort gab, an dem Kraz'hian sich heimisch fühlen mochte? Womöglich eben in der Wüstenstadt? Oder war seine Erwähnung von Trockenheit... anderen Gefilden geschuldet, die er dort erkundet hatte? Wollte der Jüngere das wirklich herausfinden?
Scheinbar nicht sofort, denn er sprach das genau gegenteilige Klima innerhalb des Badehauses an und erstaunlich großzügig gab der andere sein Wissen preis. Natürlich nicht einfach so ohne einen Haken. Die Ablehnung sorgte für ein weiteres, dieses Mal jedoch alles andere als freundliches Schmunzeln bei dem Dunklen. "Wirklich? Hm... schade!", kokettierte er mit dieser Möglichkeit der Folter und machte dabei eine Miene, als würde er darüber nachdenken, ob er diese nicht trotzdem in die Tat umsetzen sollte.
Nun, später vielleicht! Jetzt hatte der Mischling den Bogen noch nicht zur Gänze überspannt. Allerdings war es angeraten, sich davor tunlichst in den nächsten Stunden zu hüten, um das Eisbad nicht doch noch Realität werden zu lassen.
Wenig später und nach einer weiteren Stichelei verließen sie, lediglich ein Handtuch jeweils um die Hüften geschlungen, die Garderobe und machten sich auf den Weg zu jenem Raum, in dem zwei Badezuber mit dampfendem, duftendem Wasser darin schon auf sie warteten. Der Ältere ließ sich nicht lange bitten und tatsächlich war er Genießer genug, um für die nächsten Sekunden vollkommen zu ignorieren, dass er seinen Schüler mit hierher geschleift hatte. Er lehnte sich zurück, die Arme auf dem Rand des Zubers abgelegt, und hielt die Augen geschlossen. Seine Gesichtszüge waren entspannt und so bar jeglichen kalten oder grausamen, schadenfrohen Ausdrucks konnte man seine Mimik beinahe schon als freundlich bezeichnen.
Oh ja, der Reinrassige hatte viele Masken und viele Charakterzüge, geheuchelt oder echt, war im Laufe seines Lebens dabei unerheblich geworden, denn er wusste glaubwürdig zu schauspielern. Aber in diesem Moment könnte jemand, der ihn nicht schon anders erlebt hatte, tatsächlich zu dem Eindruck gelangen, er wollte hier sich und seinem Ziehsohn nichts weiter als ein wohltuendes, entspannendes Bad gönnen.
Nachdem der Gehilfe sich, mangels Aufgabe vor Ort, so leise wie möglich zurück gezogen hatte, waren die beiden Männer unter sich. Schweigen senkte sich zwischen ihnen, nur das Wasser meldete sich manchmal, wenn sich, vor allem der Jüngere, jemand von ihnen bewegte. Eigentlich war es eine gute Atmosphäre, keine direkten Andeutungen hingen in der Luft oder das nächste Übel schielte schon um die Ecke. Es war einfach nur... ruhig.
Und genau das hielt Skýler am Ende nicht mehr aus, denn seine rastlosen Gedanken konnten eben nicht so leicht zum Schweigen gebracht werden, schon gar nicht in der Nähe seines Lehrmeisters. Die Frage war ausgesprochen und trotz des leisen Tonfalls hing sie plötzlich viel zu laut zwischen ihnen, um kurzerhand zurück zu dem Zustand von davor gelangen zu können. Das war auch der Grund, warum der Dunkle einen tiefen Seufzer machte und ein paar Millimeter tiefer ins Wasser zu sinken schien, als wolle er das gar nicht hören, als wolle er weiter nichts tun, als das heiße Wasser auf seiner Haut wohlig prickeln zu fühlen.
Aber er blieb nicht stumm, obwohl er auch diese Methode hätte wählen können. Die Augen weiterhin geschlossen und sich kaum anmerken lassend, dass er sich gestört fühlte, meinte er tadelnd:"Warum hat es die Jugend nur immer so eilig? Wenn es nach euch ginge, müsste der Abend längst vorüber sein, noch ehe der Morgen begonnen hätte!" Vorbei war es mit seinen friedlichen Gesichtszügen, als er den Kopf drehte und langsam die Lider anhob, um einen mahnenden Blick in Richtung des anderen zu schicken.
Jedenfalls wäre dieser vermutlich erfolgt, hätte es in diesem Moment nicht vernehmlich an der Tür geklopft. Auf diese Weise die Aufmerksamkeit auf sich ziehend, würde die Tür auch schon geöffnet, ohne, dass auf eine Einladung gewartet worden wäre. Wahrscheinlich war es lediglich dem höflichen Schein gemäß erfolgt oder weil die Person, die eintrat, bereits wusste, wen sie in dem Raum vorfinden würde. Jedenfalls erschien ein neues Gesicht, das ebenso zu diesem Haushalt gehörte, und balancierte geschickt zwei gut gefüllte Tabletts auf den wohlgerundeten Armen.
Kraz'hians begann breit zu grinsen und wirkte mit einem Mal hocherfreut bei diesem Anblick. Doch sollte sein Schüler glauben, dass es dem Essen geschuldet war, dann sollte er sich gleich darauf eines Besseren belehrt sehen. Noch bevor die hereinkommende Person etwas sagen konnte, rief der Ältere schon aus:"Ah, Merle, meine Perle! Wie schön, dass du uns beehrst!"
Die Santronerin blieb stehen und ließ die Tabletts eine Spur weit sinken, um den Vorlauten mit einem warnenden Blick anzusehen, vollkommen unerschrocken trotz dessen Rassenzugehörigkeit. "Ich habe dir oft genug gesagt, du sollst mich nicht so nennen!", bestätigte sie die Bekanntschaft zwischen ihnen beiden und schüttelte mit einem leisen Schnauben den Kopf.
"Aber ich hätte es wissen müssen! Nur der werte Herr Earric..." Die Bezeichnung betonte sie auf eine Weise, dass ihr jegliche Respektbekundung fehlte und fast schon wie eine Beleidigung klang. "... raubt um diese Zeit meine Vorräte und beansprucht das frisch gebackene Brot für sich.", schimpfte sie, kam allerdings näher und platzierte geschickt das erste Tablett vor dem Getadelten auf dem Zuber.
Danach wandte sie sich dem anderen Gefäß zu und stellte auch vor dem Mischling ihre Gaben ab. Der Brotduft erfüllte längst den Raum und sobald er den kleinen, mittelbraunen Laib angreifen würde, könnte er spüren, wie herrlich weich und warm er noch war. Dazu passend waren ein Stück Schinken und etwas Käse auf einem Brett daneben gestellt worden und sogar eine kleine Kanne mit Wasser sowie einem Becher neben einer kleinen Schale Haferbrei, gesüßt mit einem Hauch Honig, hatten ihren Platz gefunden. Das war zwar kein Frühstück der Völlerei, aber eindeutig eine sättigende, bodenständige Portion, die kein kluger Kopf ausschlagen würde.
"Dann wohl bekomm's.", brummte Merle und behielt ihre missmutige Rolle noch bei, als wolle sie ihren verfrühten Gästen ein schlechtes Gewissen wegen der Tageszeit machen oder wegen des Umstandes, dass dies womöglich teilweise ihr Frühstück hätte sein sollen. Vermutlich würde sie jedoch den wahren Grund nicht preisgeben. Oder sie war schlichtweg eine eher mürrische Person. Womöglich auch nur zu dieser frühen Stunde...
Dabei war sie, trotz ihres nicht mehr vollständig jugendlichen Aussehens, ein hübsch anzusehendes Weibsbild. In ihren, vermutlich, Dreißigern hatte ihr Gesicht seine erwachsene Form bereits erreicht, nicht ganz schmal, jedoch auch bei weitem nicht füllig. Wache und trotz allem auch deutlich kluge, dunkle Augen blickten unter braunen Brauen in die Welt und rahmten dabei eine gerade Nase ein, unter der sich ein Mund befand, der im Moment am Deutlichsten zeigte, dass sie ein wenig verärgert war und dieses Gefühl noch nicht beiseite schieben konnte. Ihre Wangen selbst waren leicht gerötet, was sicherlich an der schwül-feuchten Umgebungsluft lag, und aus ihrem einfachen, geflochtenen Zopf hatten sich bereits die ersten Strähnen zu lösen begonnen. Ihr Haar selbst war, soweit das Licht ein Urteil erlaubte, von einem ähnlichen Braunton wie ihre Augenbrauen, allerdings konnte man schon den ein oder anderen Silberfaden darin ausmachen. Wer Merle näher kannte oder es wagte, eine Anspielung darauf zu machen, würde rasch herausfinden, dass sie diese Fäden mit Stolz trug, als Zeichen dafür, dass sie schon einige Jahre hinter sich gebracht hatte.
Ihr Kleid, über das sie eine schlichte Schürze trug, war von einfacher, robuster Machart und kaum auffällig in seinem hellen Braun oder unterstrich ihre Figur. Dennoch ließ sich, wie schon ihre bloßen Arme vermuten ließen, erkennen, dass sich unter dem Stoff eine durchaus ansehnliche Körperform verbarg. Sie war kein zartes Pflänzchen mehr wie noch vielleicht vor zwanzig Jahren, allerdings war sie auch keine feiste Matrone geworden, ganz gleich, ob mit oder ohne geboren zu haben. Bei ihr saßen die Proportionen schlichtweg so, wie sie sich Mann wünschte, und sie bot auch genug zum Anfassen, wenn man es denn bis dahin schaffte. Denn ob sie leicht zu haben wäre oder nicht, war ihr nicht anzumerken.
Nun hingegen hielt sie ihre Arbeit für erledigt, weswegen sie den beiden Badenden noch einmal zunickte und wieder gehen wollte. "Merle, warte!", hielt Kraz'hian sie zurück und hatte sich bereits ein Stück Brot abgesäbelt, um es in den Brei zu tauchen.
Die Frau drehte sich zu ihm, runzelte ihre Stirn fragend und stemmte die Hände in die Seite. Kauend deutete der Dunkle auf seinen Begleiter und als er den Bissen Brot zufriedenstellend befeuchtet hatte, meinte er:"Mein Freund hier braucht deine... Spezialbehandlung." Damit schob er sich das Essen genüsslich in den Mund, während sich ihr Stirnrunzeln vertiefte und in ihre Augen ein Ausdruck von ungnädiger Ungeduld aufblitzte.
Doch der Reinrassige ließ sich davon nicht beirren, sondern aß seinen Bissen seelenruhig fertig. Dann lächelte er auf seine gewinnende Art, als hätte er sie gerade nicht unnötig warten lassen. Bei anderen mochte das funktionieren, doch bei Merles Mimik änderte sich genau... gar nichts. Anscheinend war sie es gewöhnt, sich nicht so leicht um den Finger wickeln oder unterkriegen zu lassen. Und vor diesem bekannten Gast schien sie ebenfalls keine sonderlich große Angst zu haben.
"Jetzt schau nicht so finster, ein Lächeln steht dir viel besser!", versuchte es Kraz'hian erstaunlich schmeichelnd weiter und erreichte damit... dass sie ablehnend die Arme vor der Brust verschränkte und weiterhin keinen Ton von sich gab.
Schließlich gewann sie dieses Duell, denn er seufzte und hob in einer entschuldigend wirkenden Geste die Hand. "Ist ja gut, ist ja schon gut! Ich wollte damit nur sagen, dass der hier neben mir..." Er deutete mit dem Kinn wieder zu seinem Schüler. "... nach seinem Bad deine unübertroffene Massage gebrauchen kann."
Ihr Stirnrunzeln wurde ein wenig schwächer und ihre Ablehnung begann zu verblassen. Kurz musterte sie besagten Gast, soweit sie ihn über der Wasseroberfläche sehen konnte, daraufhin kehrte ihr Blick zu dem Sprecher zurück. "Die einfache?", fragte sie und erwartete offensichtlich, dass ihr Gegenüber die Frage richtig verstand.
Was dieser auch tat, denn seine Lippen kräuselten sich zu einem verschwörerischen Grinsen, als er ein Kopfschütteln andeutete. "Nein, das volle Programm.", erwiderte er.
Merle zuckte mit den Schultern. "Wir haben die Preise erhöht.", erklärte sie schlicht, als ginge es sie gar nichts an, dass dies auch ihren Verdienst betraf.
Kraz'hian winkte ab. "Das macht nichts. Übrigens, dein Brot ist einfach das Beste!", lobte er sie im selben Atemzug.
Doch die Frau verdrehte leicht die Augen und wandte sich von ihm ab. "Schleimer!", erwiderte sie und sah doch noch einmal zu dem Mischling. "Irgendwelche besonderen Wünsche? Duftnote oder Konsistenz?", wandte sie sich direkt an ihn.
Der Ältere schob sich eilig ein Stück Käse in den Mund, um das leise Lachen zu übertünchen, das ihm zu entkommen drohte.
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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Skýler Fiórge Zhèkkra » Samstag 1. Juli 2023, 13:45

Es gab eben doch Momente, in denen Kraz’hian Skyler zum Lächeln bringen konnte. Und solch einer war, als er gespielt empört sein Wissen über weitreichend delikate Etablissements und darin ausgeführte Orgien bestritt. Das amüsierte Funkeln in den Augen des Dunklen war in diesem Falle ansteckend und ein selten so amüsiertes und fast ein wenig nostalgisches Lächeln verzog die Mundwinkel des Mischlings.
„Ist das so?“, wagte er eine neckende Erwiderung auf seine Anspielung, wo sie doch beide wussten, was Kraz’hian Skýler alles gezeigt und beigebracht hatte. Doch auch wenn der Mischling solche kleinen Momente durchaus mal genoss, in dem er mit dem Älteren ein wenig … herumalberte, wenn man es denn so bezeichnen wollte, ließ er das Thema recht schnell wieder fallen. Er konnte eben nie sicher sein, wann man den Bogen bei dem Dunkeln überspannte, auch wenn sie beide wussten, dass dieser kein unschuldiger und rechtschaffener Geselle war.
So verließen sie die Umkleide und betraten einen Raum, in dem zwei befüllte Badezuber standen. Jeder stieg in seinen kleinen Warmwasserbereich und eine ungewöhnliche Ruhe legte sich über die zwei Elfenmänner. Die Atmosphäre, das duftende warme Nass und die um sie herum herrschende Stille lud zum Entspannen ein, doch Skýler konnte nicht so schnell und einfach abschalten, wie es offensichtlich der Ältere von ihnen schaffte. Seine Gedanken wanderten schnell zu den ungewissen nächsten Schritten. Vieles wäre in der Tat einfacher, würden sie einfach alles offen und deutlich besprechen, so dass keine Unsicherheiten und Fragen aufkämen. Doch so spielte Kraz’hian eben nicht. Er mochte es zu verunsichern und behielt daher stets die Hand oben.
Die sturmgrauen Augen des Mischlings wanderten immer wieder zu dem entspannten Gesicht des Dunklen, der gerade sichtlich nicht in seiner Entspannung gestört werden wollte. Und eine Weile hielt Skýler sich tatsächlich zurück mit den Fragen, die auf seiner Zunge lagen. Er versuchte sich auf das warme Gefühl des Wassers zu konzentrieren und lauschte hier und da dem hörbaren Tröpfeln der durch das Kondenswasser entstehenden Tropfen. Eine solche Ruhe kaum gewöhnt fiel es ihm schwer einzuschätzen, wie viel Zeit tatsächlich längst vergangen war und so brach er dann doch mit gedämpfter Stimme die Stille, um eine seiner Fragen loszuwerden.
Kraz’hian seufzte tief und zeigte seinem Schüler dadurch deutlich, dass er von der Unterbrechung keineswegs angetan war. Für ihn hätte die Beantwortung einer solchen, nicht vordringlichen Frage auch auf später verschoben werden können, doch zeigte er sich großzügig, indem er ihn lediglich mit einem mahnenden Blick konfrontierte. Ský begegnete seinem Blick und wollte auf die vorwurfsvoll angespielten Worte etwas erwidern, als ein deutliches Klopfen an der Zimmertüre ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Die Türe zu ihrem Zimmer schwang auf und eine Frau, beladen mit zwei gut ausgestatteten Frühstücktabletts schritt über die Schwelle.
Während Skýler kurzzeitig die Stirn runzelte, als ihm der befremdliche Gedanke kam, dass sie ganz offensichtlich hier im Waschzuber eine erste Mahlzeit einnehmen würden, wandelte sich die Miene des Dunklen und er rief freudig: „Ah, Merle, meine Perle! Wie schön, dass du uns beehrst!"
Die Freude über das Eintreffen der Frau, die Kraz’hian ganz offensichtlich bekannt war, wirkte beinahe aufrichtig, was den Mischling doch ein wenig verwunderte und dazu bewog die Dame etwas genauer zu betrachten. Ihrer Miene nach zu urteilen war die Freude über das Wiedersehen allerdings einseitig.
„Ich habe dir oft genug gesagt, du sollst mich nicht so nennen! Aber ich hätte es wissen müssen! Nur der werte Herr Earric... raubt um diese Zeit meine Vorräte und beansprucht das frisch gebackene Brot für sich.", schimpfte Merle auf eine Art und Weise mit Kraz’hian, die sich Skýler vermutlich niemals getraut hätte. Die brünette Frau war entweder furchtlos, oder sie wusste nicht, mit wem sie hier sprach und was dies für Folgen nach sich ziehen könnte. Andererseits zeigte sich Kraz’hian Außenstehenden gegenüber bevorzugt als den seriösen und großzügigen Geschäftsmann, als den er sich vorhin selbst noch selbst deklariert hatte. So oder so, Skýler hielt sich vorerst bedeckt und beobachtete still die Interaktion der beiden.
Vor ihm wurde das zweite Tablett abgestellt, auf dem sich ein ordentliches Frühstück befand, dessen Anblick seinen Magen erfreute. Er hob die Hände aus dem Wasser und registrierte, dass seine Finger vom warmen Wasser leicht schrumpelig geworden waren. Hier und so sollte er also frühstücken? Tat man das? Diese Seite der Welt war ihm trotz seiner vielen Lebensjahre dann doch noch fremd.
Dennoch siegte der Hunger und nachdem er sich die Hände schnell an einem, in erreichbarer Nähe hängendem Tuch abgetrocknet hatte, brach er das warme und herrlich duftende Brot in zwei Teile und schob sich ein Stück Käse zwischen die Zähne, während er weiter Kraz‘ und Merles Dialog lauschte. Anders als bei dem junge Schneidermädchen zuvor bewirkten die schmeichelnden Worte seines Vaterersatzes nichts bei Merle. Ihre Wangen waren lediglich durch das schwüle und feucht-warme Raumklima gerötet und hatten nichts mit dem Dunklen zu tun, außer sie hatte sich über sein frühes Erscheinen geärgert. Und so schnell, wie sie zurück an der Türe war, wollte sie auch nicht länger als nötig in Kraz’hians Gesellschaft verharren.
Der Mischling empfand ein merkwürdiges Gefühl der Sympathie für diese Frau und hätte wohl am liebsten breit gegrinst, doch so lebensmüde war er dann doch nicht, so dass man ihm keinerlei Gefühlsregung ansehen konnte. Es war schon recht lange her, dass er miterleben konnte, dass die Schmeicheleien und einwickelnden Worte des Älteren seine Wirkung verfehlten und er auflaufen gelassen wurde.
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einem die Laune heben können!, dachte er doch ein wenig schadenfroh, als Kraz’hian Merle plötzlich am Gehen hinderte, indem er sie zum Warten aufforderte. Sie blieb stehen – immerhin waren sie beide hier Gäste des Hauses, doch anstatt direkt eine Antwort zu erhalten, ließ Herr Earric die Brünette absichtlich warten, was sie zunehmend zu reizen schien. Ihre braunen Augen, bei denen es Ský nicht schwerfiel, sich einen warmen Blick vorzustellen, funkelten dem Älteren finster entgegen, was diesen dazu veranlasste versöhnlich zu sagen:
„Jetzt schau nicht so finster, ein Lächeln steht dir viel besser!". Worte, die an Merle vollkommen abprallten. Mehr noch, sie verschränkte die Arme vor der Brust und forderte mit ihrem Blick sie nicht länger hinzuhalten, woraufhin sich Skýler zügig ein neues Stück Brot in den Mund schob, um ein Schmunzeln zu verhindern. Er empfand Schadenfreude, die nach all dem Stress, den der Ältere ihm die letzten Stunden beschert hatte, wirklich gut tut. Doch seine stille Beobachterposition endete abrupt, als Kraz’hian ihn plötzlich indirekt in das Gespräch mit einbezog, indem er Merle auf ihn aufmerksam machte.
„Ist ja gut, ist ja schon gut! Ich wollte damit nur sagen, dass der hier neben mir... nach seinem Bad deine unübertroffene Massage gebrauchen kann." Skýler schluckte den Bissen hinunter und begegnete nun direkt Merles Blick, als diese ihn bezüglich ihrer geforderten Dienste betrachtete.
„Die einfache?", fragte sie, was den Mischling dazu bewog zu dem anderen zu blicken. Und was er sah und hörte, gefiel ihm nicht wirklich.
„Nein, das volle Programm.", erwiderte er mit einem verschwörerischen Grinsen auf den Lippen, woraufhin der Jüngere leise seufzend die Augen schloss, damit sein Augenrollen nicht zu sehen war. Wollte er wissen, worin die Unterschiede lagen? Das ganze Thema ermüdete ihn langsam. Wahrscheinlich machte er sich völlig umsonst Sorgen – einfach, weil er nicht darauf vertrauen konnte, dass Kraz’hian darauf achten würde, dass nichts geschah, was seinem Schüler missfallen könnte.
Besser von ihr, als von diesem rotgesichtigen Arschkriecher von vorhin., dachte er, sich in sein Schicksal fügend und öffnete wieder die Augen, um Merle noch einmal zu betrachten. Ob sie mit dem Besitzer verheiratet war? Sie verhielt sich zumindest so, als würde das Badehaus im Familienbesitz sein. Sein Blick wanderte zu ihren Händen und suchte nach den Anzeichen eines Rings, ehe sich Merle plötzlich mit einer Frage an ihn wandte.
„Irgendwelche besonderen Wünsche? Duftnote oder Konsistenz?", fragte sie, was lediglich neue Fragen bei dem Mischling aufwarf.
„Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was mich erwartet und was das volle Programm beinhaltet. Aber wenn es um Duftnoten geht… möglichst etwas neutrales und bevorzugt nichts Süßes.“, antwortete er möglichst nüchtern und fragte sich, was sie denn nun mit Konsistenz meinen könnte. Wurden bei Massagen nicht einfach irgendwelche Öle verwendet?
„Ich denke ich verlasse mich einfach auf deine Entscheidung. Ich bin kein Freund von Schnick-Schnack.“, erklärte Skýler und machte gar keine Anstalten sich ähnlich schmeichelnd ihr gegenüber zu zeigen, obwohl sie ihm bei weitem besser gefiel als das junge Ding vom Morgen. Er vermutete lediglich, dass es Merle lieber war, wenn er sich ihr einfach wie ein normaler Gast gegenüber benahm. Er nickte ihr lediglich kurz zu und wartete ab, ob sie noch etwas sagen oder sich nun abwenden würde.
„Sag mir einfach wann ich wo sein soll, oder was machen soll.“ Seine Worte würden der Brünetten wohl zeigen, dass er mit den Abläufen nicht vertraut war. Bevor man ihm allerdings das gerade erhaltene Frühstück streichen würde, griff er schnell nach seinem letzten Stück Brot, dass er sich mit einem Stück Schinken in den Mund schob.

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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Erzähler » Montag 10. Juli 2023, 21:51

Der Dunkelelf mochte seiner Rasse bei dem Großteil von Gelegenheiten alle Ehre machen. Er konnte kalt, grausam und durchaus auch von einer gewissen Boshaftigkeit sein und erfüllte dabei meisterlich sämtliche Klischees, die es über dieses Volk gab. Auf der anderen Seite war er ebenfalls ein Spieler in gewissem Sinne, verstand es, seine Gegenüber hinters Licht und dabei mitunter vorzuführen, mimte bei solchen Gelegenheiten so manche Gefühle, die man seinesgleichen niemals zutrauen würde.
Und dann gab es noch jene äußerst seltenen Momente, in denen er sich beinahe gelöst verhielt und man versucht wäre zu glauben, dass dies sein wahres Gesicht sein könnte. Oder geworden wäre, wenn sein Leben einen anderen Verlauf genommen hätte. So auch jetzt, als er seinen Ziehsohn, Schüler, Leibeigenen... oder als was auch immer er Skýler in Wahrheit ansah, zum Lächeln brachte mit seinem Verhalten. Beinahe war es, als wollte er die dessen Stimmung heben und dafür sorgen, dass der Jüngere sich etwas entspannen könnte.
Und es war auch nicht sofort bei der neckenden Bemerkung vorbei, denn nun atmete er betont tief und sichtbar ein, dass sich sein Brustkorb kräftig anhob, während er ihm einen scheinbar entrüsteten Blick zuwarf. "Also bitte, welche Schandtaten willst du mir hier unterstellen, du Grünschnabel?", echauffierte er sich dermaßen, dass sich auch in seinen Mundwinkel ein feines Grinsen schlich, das anzeigte, dass er tatsächlich frotzelte.
Bald jedoch drängte er zum Aufbruch, denn im Gegensatz zu seinem Begleiter wusste er, welch Genuss ihnen bevorstand und diesen wollte er nun auch haben. Somit befanden sie sich wenig später zu zweit in einem Raum mit den einladenden Badezubern und ohne groß zu zögern, ließ der Dunkle sich in das dampfende Wasser gleiten.
Als hätte er einen Hebel, den man auf diese Weise einfach nur umzulegen brauchte, schloss er die Augen und wirkte schlagartig vollkommen entspannt. Zumindest solange, bis der andere das Schweigen nicht länger aushielt und das Wort ergriff. Sein Mentor war alles andere als begeistert davon.
Dennoch konnte sich kein Streit zwischen ihnen entwickeln, da sie erneut unterbrochen wurden, dieses Mal von außen. Eine Frau trat ohne jegliche Scham vor dem möglicherweise intimen Anblick trat ein und brachte offensichtlich die bestellte Mahlzeit. Dass sie keine Sorge hatte, die beiden Männer bei irgendeiner peinlichen Tätigkeit zu erwischen, lag daran, dass sie schon zu lange in diesem Badehaus tätig war und schon genug zu sehen bekommen hatte, als sich noch so leicht schockieren zu lassen. Doch das wusste oder ahnte höchstens Kraz'hian selbst, denn sie würde nicht darüber sprechen. Für sie galt die Devise, was in einem Zuber oder Baderaum geschah, blieb auch dort drin... und sie persönlich so wenig wie möglich dabei involviert.
Was allerdings nicht ihre Reaktion auf den Dunklen erklärte, der sie offen charmant und gewinnend begrüßte... und dabei so deutlich wie wohl kaum sonst abblitzte. Ja, es wirkte fast so, als kenne diese Merle den Sprecher gut genug und wäre wenig angetan von seiner Anwesenheit, ganz egal, wie gut er bezahlen mochte. Denn dass dieser Mann sich nicht lumpen lassen würde, das wusste sein Begleiter schließlich.
Ganz so, als wäre der schweigende Dritte in dieser Runde vergessen, unterhielten sich diese beiden Bekannten und zeigten dabei recht deutlich, wie sie zueinander standen. Der Dunkelelf gab ein ums andere Kompliment von sich und die Menschenfrau beeindruckte das nicht im Geringsten.
Sie war nicht direkt unhöflich, doch man merkte ihr schlichtweg an, dass sie über diesen Gast wenig Freude verspürte. Vielleicht lag es ja auch an der Uhrzeit, zu der für gewöhnlich dieses Haus geschlossen war? Oder hatte er schon zu oft irgendeine Art Sonderbehandlung verlangt und bezahlt, dass sie ihm deswegen gram war? Oder... Es gäbe so viele Gründe! Aber Mut bewies diese Person, indem sie ihm derart offen und furchtlos die Stirn bot.
Sie wäre auch sogleich wieder verschwunden, hätte er sie nicht zurückgehalten und zu allem Übel darauf aufmerksam gemacht, dass sie eben nicht nur zu zweit waren. Ihr Blick ruhte mit einem Mal prüfend auf dem Mischling und ihre Frage überforderte den Unwissenden. Die Antwort von der Seite gefiel ihm allerdings auch nicht, während es Merle gleichgültig zu sein schien, so, wie sie mit einem Schulterzucken reagierte. Trotzdem änderte sich ihre Haltung nicht.
Lediglich ihre Augenbraue wanderte in einer Mischung aus unausgesprochener Frage und Mahnung in die Höhe, als die Augen des Jüngeren an ihr herabglitten. Dass er nach einem Hinweis auf ihren Beziehungsstatus Ausschau hielt, ohne diesen finden zu können, ahnte sie nicht, sondern hielt den Blick für das, was von den meisten Männern kam, die hier zu Gast waren. Doch so wie Kraz'hian würde auch er sich die Zähne daran ausbeißen, sollte er es wagen, ihr zu nahe zu treten und mehr von ihr haben zu wollen. Sie war nicht käuflich und würde daran selbst bei einer hohen Summe nichts ändern, für niemanden.
Also durchbrach sie seine, wie auch immer gearteten Gedanken mit ihrer professionellen Frage. Seine Antwort ließ sie dann trotz allem einen Moment lang stutzen, ehe sie erneut mit den Schultern zuckte. "Ich werde sehen, was sich tun lässt.", erwiderte sie schlicht und nickte nach seinen nächsten Worten.
Danach wandte sie sich noch einmal mit einer fragenden Miene an den Älteren, der genüsslich ihr Brot kaute. Die freie Hand hob er aus dem Wasser, dass dieses von seiner Haut herab tröpfelte, und schenkte ihr ein feines Schmunzeln. "Danke, ich heute nicht, obwohl ich meinen Begleiter direkt um deine Aufmerksamkeit beneiden werde.", schmeichelte er erneut, dass sie ungeniert die Augen rollte.
Wie gut, dass der Jüngere daraufhin noch ein paar Worte von sich gab, sodass sie sich an ihn wenden konnte. Neutral, als wäre seine Unwissenheit für sie weder nervend, noch eine Beleidigung, erklärte sie:"Ich werde alles herrichten und dann anklopfen. Wenn du fertig bist, komm raus, sonst findest du mich den Gang rechts hinunter die dritte Tür links." Damit war für sie alles gesagt und auch Kraz'hian tat gut daran, sie nicht noch länger aufzuhalten.
Wenngleich er es sich nicht nehmen ließ, schmunzelnd zu seufzen, bevor sie die Tür gänzlich geschlossen hatte:"Ist sie nicht herrlich? Eine wahre Perle!"
"Das habe ich gehört!", kam sogleich der Protest und das Holz wurde fester als notwendig zugezogen.
Der Dunkle lachte lautlos. "Genau das meine ich!", wechselte er wieder ins Lerium und schob sich ein Stück Käse grinsend in den Mund. Nun waren die beiden Männer also wieder ungestört und unter sich.
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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Skýler Fiórge Zhèkkra » Dienstag 11. Juli 2023, 12:57

Kraz’hians Frotzelei war selten und kam in Anbetracht der, bereits recht früh angespannten Stimmung zwischen ihnen unerwartet. Es waren solche kleinen und spontanen Momente, die es dem Mischling manchmal schwer machten ihre Beziehung anständig zu trennen. Er genoss diese Entspanntheit und würde sich wünschen, dass er nicht ständig verbissen auf jedes Wort oder darauf achten müsste, den Bogen zu überspannen, wenn er in der Gegenwart des Reinrassigen war. Doch die Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass er sich trotz all dieser gemeinsamen Jahrzehnte niemals so weit gehen lassen durfte. Denn auch, wenn die Grenzen manchmal durch Kraz’hians Verhalten und sein Gesagtes zu verwischen drohten, waren sie doch da.
Das ehrliche Grinsen, das sich auf Skýlers Lippen bildete, nachdem Kraz’hians ihn entrüstet, aber selbst amüsiert fragte, was er ihm hier unterstellen wollte, gefror nach nur wenigen Augenblicken wieder und seine Miene kehrte zu einem nichtssagenden Ausdruck zurück, als hätten sie über etwas Belangloses wie die Beschaffenheit des Bodens gesprochen.

Im Bad fiel es dem Mischling schwer die Entspannung zu finden, die man für gewöhnlich hier wohl zu erlangen versuchte. Seine Gedanken drehten sich noch immer um den Auftrag und das Misstrauen Kraz’hian gegenüber. Die Vorstellung, dass er seinem Schüler tatsächlich nur etwas Gutes tun wollte, war für ihn zu weit hergeholt. Und dass dieses Bad einen sozialen Effekt haben sollte, konnte er ebenfalls ausschließen, denn als er erneut das Wort ergriff, war sein Begleiter alles andere als Glücklich über die Störung.
Doch bevor Skýler den Bogen weiter überspannen konnte, rettete ihn in mehrfacher Hinsicht die Dame des Hauses, die sich Zutritt in ihr Bad verschaffte. Einerseits zog sie Kraz’hians Aufmerksamkeit auf sich, andererseits brachte sie ein bodenständiges und lecker duftendes Frühstück, das den leeren Magen des früh aus dem Bett Gequälten, wenigstens von seinem Hunger befreien würde. Gleichzeitig war die Interaktion der beiden durchaus interessant zu beobachten. Diese Merle machte keinen Hehl draus, dass ihr die frühe Anwesenheit, oder Anwesenheit allgemein, des Dunkelelfen nicht so großes Gefallen auslöste, wie es wohl andere Gäste bei ihr getan hätten. Die sonst so wirksamen und einnehmenden Worte seines Lehrmeisters prallten an der Menschenfrau ab und ihre barschen Erwiderungen, sowie ihr Tonfall lösten in dem Mischling stumme Begeisterung und Schadenfreude aus, die er zu seinem eigenen Wohl zu verbergen wusste.
Während Skýler zuhörte, ließ er sich das Essen schmecken, bis die Aufmerksamkeit plötzlich auf ihn überging, denn so wie es Kraz’hian ausdrückte, war sie offensichtlich diejenige, die für die Massagen zuständig war. Ein weiterer Fakt, der in dem Schattenmagier durchaus Zufriedenheit auslöste, denn ihrem Äußeren nach, machte sie dem Ruf der Frauen von Santros keine Schande. Die Aussicht von dem rotgesichtigen Mann oder dem jungen Deppen durchgeknetet zu werden, hatte in Ský keinen großen Zuspruch gefunden.
Sein musternder Blick glitt kurz und eigentlich recht unauffällig über ihre Gestalt, doch das brachte ihm direkt einen mahnenden Blick ihrerseits ein. Und auch das stieß bei ihm durchaus auf Gefallen. Merle schien eine Frau von Charakter zu sein, die sich auch für ihre Gäste nicht verstellte. Und das bot eine ganz erfrischende Abwechslung zu all den hübschen Dingern, die einem … oder besser gesagt Kraz’hian nach dem Mund redeten, nur weil er ein paar Münzen zückte.
Alles in allem schienen seine schlimmen Befürchtungen für den Moment nicht einzutreten. Auf die Nachfrage zu Vorlieben bei Gerüchen und dergleichen mischte sich Kraz’hian nicht einmal ein, so dass sich Skýler überrascht doch etwas entspannter im Zuber nach hinten lehnte.
„Ich werde sehen, was sich tun lässt.", erwiderte sie schlicht nach Skýlers Wunschäußerungen, bevor sie den eigentlichen Kunden einen Blick zuwarf, der ihn wohl veranlasste zu glauben, dass sie ihn ebenfalls nach den Wünschen einer Massage befragte. Doch dieser lehnte dankend ab.
Eigentlich schon fast schade…, dachte der Mischling bei der Vorstellung amüsiert, dass das verbale Hin und Her der beiden bei einer Massage weitergehen würde. Das Augenrollen, das sogleich bei einer von Kraz’hians Komplimenten folgte, stellte die Beherrschung des Jüngeren auf eine kleine Zerreißprobe, weshalb er sich kurzerhand einfach mit dem Kopf ins Wasser sinken ließ und mit einer weiterhin nichtssagenden Miene auftauchte.
Sich die Haare zurückstreichend, von denen nun das Wasser perlte, sah er die brünette Frau noch einmal an, als diese ihm die folgenden Instruktionen für seine Behandlung gab.
„Ich werde alles herrichten und dann anklopfen. Wenn du fertig bist, komm raus, sonst findest du mich den Gang rechts hinunter die dritte Tür links.", sagte sie, woraufhin ein Nicken seinerseits folgte und sie den Raum umgehend verließ, als wäre ihr die ganze Unterhaltung nicht eh schon schnell genug gegangen.
„Ist sie nicht herrlich? Eine wahre Perle!", fragte ihn nun mit einem amüsierten Funkeln in den Augen sein Lehrmeister, woraufhin sich ihre Blicke kurzzeitig trafen. Tatsächlich fragte sich Skýler, ob Kraz’hian einfach nur seine Rolle aufrecht hielt, oder er tatsächlich Sympathien für diese Menschenfrau aufbringen konnte, die weitaus mehr mit ihrem Verhalten ihm gegenüber wagte, als es wohl jeder seiner untergebenen sich trauen würde.
Bevor der Mischling die Möglichkeit bekam auf diese Frage zu antworten, erklang die, durch das Holz der Türe gedämpfte Stimme besagter Perle: „Das habe ich gehört!"
Der Dunkle lachte lautlos und auch Ský schaffte es nun nicht mehr eine stumme amüsierte Reaktion zurück zu halten. Und da die Reaktion eher auf Merles Verhalten zurückzuführen war, glaube er sich dies erlauben zu können.
„Genau das meine ich!", ging Kraz’hian noch einmal auf Merle ein und wählte wohl absichtlich Lerium, damit sie im Falle der Fälle sie nicht weiter verstand. Skýler erwiderte nicht direkt etwas, sondern sah noch einmal zur Türe und ließ sich die Konversation noch mal durch den Kopf gehen.
„Wenn du ihren Namen nicht nur einfach gereimt hast, sondern damit meinst, dass sie interessant ist, weil sie wie eine Perle durch die Muschel geschützt, nicht einfach zu erreichen ist, hast du recht.“, erwiderte der Jüngere nachdenklich, ehe er seufzte, das Tablett zum hinteren Rand drückte und sich dann aus dem Wasser erhob. „Sie ist zumindest mal eine Abwechslung. Normal springen die Frauen auf jedes deiner Worte errötend an, was manchmal schon ermüdend und langweilig zu beobachten ist. Aus dem Zuber steigend, griff Ský nach einem der Tücher und wickelte es sich um die Hüfte. Tatsächlich war er sich ziemlich sicher, dass der Ältere Merle aus diesem Grund ebenfalls interessanter fand, als die anderen Hühner, die sich ihm normalerweise freiwillig um den Hals hängten. Herausforderungen mochte wohl jeder… doch gab es eben auch jene, die bei zu viel Gegenwehr die Muscheln einfach gewaltsam zu zerbrechen bereit waren.
Vor seinen Augen tauchte plötzlich das verschwommene Bild seiner Mutter auf. Tatsächlich fiel es ihm mit den Jahren immer schwerer sich an ihr Gesicht zu erinnern. Doch leider konnte er nicht die Worte seines Großvaters und die Tatsache vergessen, dass er selbst das Produkt eines solchen Übergriffes war.
„Wie dem auch sei, dann mache ich mich mal auf den Weg und bringe das alles hinter mich. Dann kannst du auch besser entspannen.“, beeilte sich Ský zu sagen und dadurch diese unangenehmen Gedanken beiseite zu schieben. Vielleicht würde er Merle in ihren Vorbereitungen stören, doch ihm war es durchaus recht die Gesellschaft des Dunklen für eine Weile zu verlassen. Daher ging er zur Türe und verließ, mit einer stummen Geste des Grußes das Bad und ging, nur mit einem Handtuch bekleidet den Gang hinunter
Ich habe schon lange nicht mehr an sie gedacht…, ging es ihm noch einmal durch den Kopf, doch die häufig darauf folgenden Gedanken über seinen Vater ließ er gar nicht erst zu.
Ha… ich dachte echt, dass ich das hinter mir habe. Aber jedes Mal, wenn ich nach längerer Zeit wieder auf den Mistkerl treffe, fühle ich mich wie das Kind, das er damals aufgelesen hat. Wie gerne würde Skýler solche Gefühle und Empfindungen in sich einfach abtöten. Er wusste, dass sie ihm nichts brachten und nur Schwäche und Nachteile folgen würden. Doch den Teil, den seine Mutter in ihm bewirkt hatte und der ihm noch ein mehr oder weniger ausgeprägtes Gewissen bewahrte, ließ sich nicht so einfach abtöten.
An der dritten Türe links hielt Skýler an und ließ seine nervigen Gedanken fallen. Er holte noch einmal verhalten tief Luft und fluchte gedanklich über die stickige Luft, ehe er anklopfte und die Türe öffnete.
„Darf man schon eintreten?“, fragte er und schob seinen roten Schopf durch die Öffnung der Türe. Sein Blick wanderte in dem Zimmer umher, ehe er auf Merles Gestalt zum Ruhen kam. Wahrscheinlich hatte die Brünette nicht so schnell mit seiner Ankunft gerechnet, doch anders als den üblichen Gästen fiel es Ský schwer hier abzuschalten und zu entspannen, was schlicht und ergreifend einfach darauf zurückzuführen war, dass er selten bis nie wirklich abschaltete.

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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Erzähler » Montag 17. Juli 2023, 13:22

Ob es eigentlich Kalkül des Dunklen war, dass er hie und da Momente schuf, die seinen Schüler unwillkürlich wieder enger an sich banden? Oder waren es tatsächlich Zufälle, in denen womöglich sogar das wahre Gesicht des Spions hervorblitzen mochte? Schwer zu glauben und dennoch nicht vollkommen unwahrscheinlich, denn es wirkte niemals so, als würde er eine Situation künstlich erschaffen. Allerdings hatte er auch ausreichend Zeit gehabt, sein Verhalten dahingehend zu perfektionieren. Wie auch immer, es wirkte und sorgte dafür, dass der Jüngere keinen endgültigen Schlussstrich ziehen konnte, selbst, wenn die Umstände es ihm ermöglicht hätten, lebend damit davon zu kommen.
Denn dass man sich weder aus dem Netz der Spinne, noch aus Kraz'hians Klauen wirklich lösen und danach weiter existieren könnte, war eine reine Utopie. Zumindest gab es niemanden, der im positiven Sinne davon berichten konnte. Warum also sollte der Mischling der Erste sein, dem dies gelänge?
Derzeit war er sowieso wieder fest im Fokus seines Lehrmeisters und musste tun, was dieser für ihn im Sinne hatte. Wobei es auch erheblich unangenehmer hätte werden können als ein entspannendes Bad mit einem schmackhaften Frühstück, serviert von einer Menschenfrau, die Schneid hatte und definitiv nicht auf den Mund gefallen war. So erhielt Skýler eine Darbietung ungewöhnlicher, aber nichtsdestotrotz erheiternder Art und musste all seine Selbstbeherrschung bemühen, damit nicht auffiel, was er von den Kontern dieser resoluten Dame hielt. Auch er wurde miteinbezogen in dieses Schauspiel, wenngleich bei weitem nicht so harsch wie sein Mentor.
Schließlich war alles zwischen ihnen gesagt, zumindest in Merles Augen, und sie zog sich wieder zurück. Nicht natürlich, ohne Kraz'hian einen letzten Rüffel zu erteilen, über den dieser sich köstlich zu amüsieren schien. Mit einem Grinsen auf den Lippen lehnte sich der Dunkle in seinem Zuber zurück, ein Stück Brot in seiner Hand und wirkte, als würde auch er während dem Kauen noch einmal dieses bemerkenswerte Gespräch in seinen Gedanken Revue passieren lassen.
Und wieder war es der andere, der das Schweigen durchbrach, während er sich aus seinem Bad löste und hinaus trat, um seinen Körper abzutrocknen. "Höre ich da etwa Neid aus deiner Stimme, Jungchen?", frotzelte er und richtete seinen Kopf auf, um diesen in die Richtung des Angesprochenen zu drehen. "Also, ich finde es durchaus anregend, wenn sich Wangen röten, während Lippen und Zunge willig an mir zugange sind.", fuhr er fort und sein Grinsen wurde breiter, auch wenn seine Augenbrauen in gespielter Entrüstung ob der Worte des anderen in die Höhe wanderten.
"Und du erzähle mir nicht, dass es dich... langweilt zu sehen, wenn eine Frau voller Einsatz ist.", spöttelte er weiter und deutete damit eine gewisse Vorliebe an, von der er gar nicht wissen konnte, ob der Mischling sie besaß oder nicht.
Also, in der Theorie konnte er das nicht wissen, da die Beiden noch nie gemeinsam im selben Raum und zur selben Zeit sich das Vergnügen mit dem anderen Geschlecht gesucht hatten. Andererseits hatte Kraz'hian seine Fühler ja im Prinzip überall und somit... könnte er auch Informationen über den Geschmack seines Gegenübers gesammelt haben. Gänzlich auszuschließen war das tatsächlich nicht. Wenngleich er es bislang noch nie gegen diesen verwendet hatte.
Und damit sich daran vermutlich nichts änderte, machte Skýler auch deutlich, dass er nicht auf das Klopfen von Merle zu warten gedachte. Der Ältere hob amüsiert eine Augenbraue an, beließ es aber erstaunlicherweise dabei und zuckte lediglich noch mit den Schultern. Anscheinend entspannte ihn solch ein Bad... oder dieser Ort generell ausreichend, um ihn einmal etwas gnädiger zu stimmen und die Zügel lockerer halten zu lassen. Jedenfalls konnte sich der Mischling aus dem Raum entfernen, ohne sich eine weitere Bemerkung anhören zu müssen.
Er wandte sich direkt an besagte Tür, klopfte und zeigte, dass er tatsächlich ein Mindestmaß an Höflichkeit besaß, anstatt einfach herein zu poltern. Merle befand sich fast sofort in seinem Blickfeld, hatte sich über eine Art Tisch... oder Liege gebeugt und strich soeben ein Tuch glatt, was dazu führte, dass er einen wunderbaren Blick auf ihr ansprechendes, bedecktes Hinterteil erhaschen konnte.
Zumindest für den ein oder anderen kurzen Atemzug, denn als sie ihn hörte, richtete sie sich rasch auf und wandte sich zu ihm um. "Na nu? Habe ich nicht gesagt, ich komme, wenn ich soweit bin?", stellte sie eine Gegenfrage und wirkte dabei nicht mehr ganz so harsch wie noch zuvor, sondern beinahe schon ehrlich überrascht.
Im nächsten Moment zuckte sie mit den Schultern und schien sich mit der neuen Situation abzufinden. "Egal, komm rein und schließ die Tür." Sie wandte sich von ihm ab und ging zu einem recht merkwürdig aussehenden Holzgestell, das sich auf der von der Tür aus linken Seite des Raumes befand.
Es war viereckig und nicht ganz mannshoch, in Menschendimensionen gerechnet, sodass der obere Rand Merle in etwa bis knapp übers Kinn reichte. Zwei Teile der ihr zugewandten Wand waren offen und darin befand sich ein Hocker neben einem Becken, aus dem sich heller Rauch kringelte. Das schien sie zufrieden zu stellen, denn sie nickte und goss noch etwas Wasser darüber, sodass es zischelnd stärker wurde mit dem Dampf.
Daraufhin trat sie an die Seite des hölzernen Kastens und reckte sich, um eine Schale und einen Spatel aus dem dahinter befindlichen Regal zu holen. Damit "bewaffnet" drehte sie sich wieder zu ihrem Kunden um. "Gut, dann fangen wir an. Handtuch kannst du anbehalten und deine Finger behältst du besser auch bei dir.", riet sie ihm schon etwas resoluter, als sie ihm einen musternden Blick zuwarf.
Dann sah sie in die Schale, in der sich eine gräuliche Paste befand, deren Farbe nicht ganz so appetitlich wirkte, und nickte sich selbst zu. "Sollte reichen.", murmelte sie zu sich selbst und trat furchtlos an den Mischling heran.
"Arme ausstrecken und Beine etwas auseinander.", bestimmte sie und fuhr währenddessen mit dem Spatel in die zähe Masse. Einen kleinen Klacks davon platzierte sie zielgerichtet auf der Schulter vor sich und begann mit dem Handwerkszeug, diese den Oberarm herunter zu verteilen.
Die Paste fühlte sich besser an, als sie aussah, ein wenig fettig, aber auch irgendwie kühlend und nicht so, als würde sie beim Eintrocknen gleich unangenehm kleben. Ansonsten konnte man über sie nichts aussagen, außer vielleicht, dass sie einen feinen Hauch nach Lavendel enthielt, wenn man sich darauf konzentrierte. Nicht aufdringlich und schon gar nicht so, dass es die Nase reizte.
Während sie so daran ging, seinen gesamten Arm einzuschmieren und danach sich auch den anderen vorzunehmen, erklärte sie:"Wenn ich fertig bin, setzt du dich auf den Hocker hinter mir. Dann kannst du erst einmal kräftig schwitzen und ich hab Zeit, den Rest vorzubereiten."
Dafür wäre also dieser merkwürdige Kasten gedacht? Ob ihm das gefallen würde? Und... was käme im Anschluss? Nun, immerhin hatte sie schon am Anfang deutlich gemacht, dass er wenigstens keine sexuellen Übergriffe zu erwarten hätte, die einem Mann durchaus eine wohlige Entspannung bringen könnten. Aber... ob ihm diese andere Variante gefiele?
Und wozu das Ganze überhaupt? Sollte er nicht massiert werden? An irgendwelche Öle oder so erinnerte die Paste schließlich nicht. Ob er fragen sollte? Oder würde er sich gedulden müssen wie so oft in seinem Leben?
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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Skýler Fiórge Zhèkkra » Mittwoch 26. Juli 2023, 22:43

„Höre ich da etwa Neid aus deiner Stimme, Jungchen?" Skýler rieb die Wassertropfen von seinem Körper und fragte sich, wieso um alles in der Welt er diesbezüglich Neid auf Kraz’hian verspüren sollte. Er war neidisch, keine Frage. Denn der Reinrassige hatte Privilegien und Macht, von der er nur träumen konnte. Die Reaktionen des weiblichen Geschlechts auf Kraz’hian fielen dagegen nicht in diese Kategorie. Sein Frauengeschmack war schlicht und ergreifend ein wenig anders, was er so beobachtet hatte. Wo Kraz’hian das anhimmelnde und folgsame Mädchen durchaus anziehend finden mochte, waren dem Rotschopf Frauen, die einen eigenen Kopf und ein Mundwerk besaßen deutlich lieber. Was nicht bedeuten musste, dass er immun gegen die niedlichen Seiten oder dem Erröten einer Frau mit ernsten Absichten war. Doch hatte sich etwas Ernstes nie entwickeln können. Seine Bekanntschaften mit Frauen konnte man überwiegend als oberflächlich bezeichnen und waren in der Regel mit seiner Arbeit verbunden, oder beschränkten sich auf den käuflichen Liebesdienst, wo beide Parteien wussten, was sie voneinander zu erwarten hatten.
„Also, ich finde es durchaus anregend, wenn sich Wangen röten, während Lippen und Zunge willig an mir zugange sind. Und du erzähle mir nicht, dass es dich... langweilt zu sehen, wenn eine Frau voller Einsatz ist.", hörte er Kraz’hian weiter fortfahren, obwohl er solche Bilder, die er ihm damit in den Kopf pflanzte, sich sicher nicht vorstellen wollte. Kurz sah er in das amüsierte Gesicht des Älteren, das kleine Anzeichen von gespielter Entrüstung vorgab.
„Natürlich nicht!", gab Ský salopp zu, während er sich das Tuch um die Hüfte wickelte und so fixierte, dass es sich beim Gehen nicht öffnen würde. „Allerdings ist der Genuss doch deutlich höher, wenn man ein wenig Arbeit hineinstecken musste, oder findest du nicht?, gab er eine Frage, leicht grinsend, zurück, ohne eine wirkliche Antwort zu erwarten. Der Mischling deutete damit einfach nur an, dass er dem Typ Mädchen, der sich ihm blind an den Hals warf, deutlich weniger Interesse entgegenbrachte, als Frauen von Merles Kaliber.
Damit trennten sich dann für den Moment die Wege von Meister und Lehrling, da Ský den Raum verließ und sich aufmachte, sein unbekanntes und zweifelhaft wohltuendes Massageerlebnis hinter sich zu bringen, dem er noch immer nicht vollends Vertrauen entgegenbringen konnte. Bei Kraz’hian musste man halt immer mit einem Harken rechnen, auch wenn es dieses Mal merkwürdiger Weise danach aussah, dass dieser ihn erst deutlich später – nach dem Wellnessprogramm erwarten würde.

An dem, von Merle beschriebenem Zimmer angekommen, klopfte Skýler und fragte beim Öffnen der Türe, ob man schon eintreten könne. Sein Blick tastete sofort die neue Räumlichkeit ab und entdeckte dabei die Dame des Hauses beim Vorbereiten einer Art Liege, auf der er vermutlich später Platz nehmen durfte. Von seiner Perspektive aus und weil sie sich gerade halb über den Tisch beugte, konnte er einen guten Blick auf ihr Hinterteil erhaschen, doch ruhte dieser nicht auffallend lange darauf. Nicht, weil ihn der Anblick nicht gefiel oder interessierte, sondern weil der Mischling tatsächlich so etwas wie Respekt besaß.
Das war eine … etwas ungewöhnliche Eigenart von ihm, wenn man das so sagen mochte. Solange es keine Huren waren, oder er bezüglich seiner Arbeit keinen Nutzen daraus zog, verhielt er sich Frauen gegenüber recht nüchtern und umwarb sie nicht. Er hielt eisern an seinem Vorsatz fest, Frauen niemals gegen ihren Willen sexuell zu nah zu kommen und es gab sogar seltene Momente, in denen der Schattenmagier, der ein oder anderen Lady, stumm aus einer misslichen Lage half, mit der er weder etwas zu tun hatte, oder einen Nutzen aus der Angelegenheit ziehen konnte.
Wäre die Situation anders, könnte man ihn fast als netten Kerl abstempeln. Doch so einfach war das alles nicht. Wie Kraz’hian besaß auch Skýler verschiedene Gesichter und einige von ihnen bedeuteten den Tod. Es machte halt einen großen Unterschied, ob man Skýler als Person, oder ihn als Kraz’hians Werkzeug begegnete.

Sein Eintreten schien Merle zu überraschen, denn mit Sicherheit hielten sich Gäste in der Regel so lang, wie möglich mit den einzelnen Wellnesspunkten auf.
Ihr Blick traf auf den von Ský, der eine neutrale Miene aufgesetzt hatte und auf eine Antwort wartete.
„Na nu? Habe ich nicht gesagt, ich komme, wenn ich soweit bin? Egal, komm rein und schließ die Tür.", sagte die brünette Frau, woraufhin sich der Elf vom Türrahmen löste und ihren Worten Folge leistete. Mit einem Klacken schloss sich die Türe und er ließ erneut einen Blick durch den Raum wandern. Ihm fiel das merkwürdig aussehende Holzgestell ins Auge, in dem ein Hocker neben einem Becken stand, aus dem sich heller Rauch durch die Luft schlängelte. Nichts damit anfangen könnend hob er skeptisch eine Augenbraue, die weiter gelüftet blieb, als er im folgenden Merles Bewegungen folgte, die einem Regal eine Schale mit Spatel entnahm und sich ihm nun zuwandte.
„Gut, dann fangen wir an. Handtuch kannst du anbehalten und deine Finger behältst du besser auch bei dir.", empfahl sie ihm in einer fast burschikosen Art, die ihm ein amüsiertes Schmunzeln in die Mundwinkel trieb, das allerdings kaum bemerkbar war. Ihre Art gefiel ihm einfach. Und er konnte sich vorstellen, dass in solch einem Unternehmen solche Drohungen durchaus von Nöten waren.
Kurz überlegte er, ob er ihre Sorgen zerstreuen sollte, doch für den Moment blieb er noch stumm und beobachtete weiter, wie sie sich ganz auf ihre Arbeit konzentrierte.
„Sollte reichen.", sprach sie auf recht entzückende Weise mit sich selbst, während sie die Menge einer gräulichen Paste abschätzte, die sich in der Schale befand. Eins und Eins zusammengerechnet war dem Rotschopf schnell klar, dass dieses Zeug vermutlich gleich auf seine Haut geschmiert werden würde.
Bei Faldor, was zum Geier soll das bitte bewirken?, fragte er sich, ganz typisch Mann, der mit Schönheitsprodukten nichts am Hut hatte. Wobei man nicht behaupten konnte, dass Skýler nicht gepflegt aussah. Es war zu erkennen, dass er auf sein Erscheinungsbild achtete.
Trotz der, für ihn unsinnigen Prozedur, die ihm bevorstand, verhielt er sich kooperativ und war von Merles Feldwebelart eingenommen. Als die deutlich kleinere Frau selbstbewusst vor ihn trat und ihm bestimmende Anweisungen, wie: „Arme ausstrecken und Beine etwas auseinander.", entgegenwarf, musste er den Zwang niederkämpfen nicht amüsiert zu grinsen.
„Und das wofür…?“, fragte er ohne Scheu, folgte allerdings ihren Befehlen, während sein Blick wieder skeptisch auf die graue Pampe fiel, die nur eine Sekunde später auf seiner Schulter landete, von der aus Merle sie auf seinem Oberarm hinab zu verteilen begann. Das Gefühl war schlicht und ergreifend ungewohnt. Es war nicht unangenehm, lud ihn aber auch nicht direkt zum Entspannen ein, was aber mehr an ihm lag, als an ihren Fähigkeiten. Er schaltete nicht gut ab und beschäftigte sich eher damit ihr bei ihrer Arbeit zuzusehen, als sich auf das Gefühl einzulassen. Tatsächlich mochte er es das Mienenspiel von Gesichtern zu beobachten und ihres war durchaus noch nett anzusehen. Zumindest bemerkte er, dass die Santronerin seiner Bitte nach keinen aufdringlichen Gerüchen schon einmal nachgekommen war.
„Wenn ich fertig bin, setzt du dich auf den Hocker hinter mir. Dann kannst du erst einmal kräftig schwitzen und ich hab Zeit, den Rest vorzubereiten.", erklärte Merle neben ihrem Tun, woraufhin Skýler nur nickte, auch wenn er sich wunderte, was hier alles zu einer Massage gehörte. Doch wenn er das Gespräch von vorhin noch einmal Revue passieren ließ, war die Sprache von einem vollen Programm gewesen, was wohl ein wenig mehr als angenehmes Durchkneten beinhaltete.
Eigentlich bin ich schon damit zufrieden, dass Kraz gerade nicht mit dabei ist. Was macht ein bisschen Schwitzen dann schon aus?, dachte er pragmatisch und atmete einmal deutlich entspannter aus, was Merle vielleicht zeigen mochte, dass er etwas lockerer wurde.
„Herr Earic ist Stammkunde bei euch?“, warf er dann die Frage ein, einfach weil sich gerade Raum und Zeit bot, ein wenig mehr zu erfahren. Er wartete die Antwort ab und fuhr dann fort ein paar Informationen zu sammeln.
„Und du bist die Dame des Hauses… Badehauses, oder wie man das hier nennt?“ Er fragte nicht auffallend neugierig nach, so dass man einen verborgenen Zweck erkennen könnte. Tatsächlich wollte er den Personen nur eine Rolle zuschreiben. Vielleicht war das hier ja ein Familienbetrieb.
Die Pampe verdeckte in einer dünn aufgetragenen Schicht bald alle nötigen Hautstellen und Skýler fühlte sich an eine Schlammschlacht aus seiner Kindheit erinnert, die keineswegs freundlicher Natur gewesen war. Die Stelle bei der Merle begonnen hatte wurde bereits trocken und die Paste härtete aus, was ein Spannungsgefühl auf der Haut verursachte. Ihm fiel es schwer sich Kraz’hian so eingeschmiert vorzustellen.
„Du … scheinst auf Herrn Earic nicht gut zu sprechen zu sein!?“, horchte er nach und ließ nun doch den amüsierten Ausdruck, den Merles Verhalten in ihm ausgelöst hatte, auf seinem Gesicht erscheinen, mit dem er das Gesicht er Santronerin betrachtete.

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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Erzähler » Sonntag 6. August 2023, 21:42

Es war ein Aufziehen, nicht mehr und nicht weniger, denn der Dunkelelf war durchaus in der Lage sich vorzustellen, ob und wie sein Schüler auf ihn neidisch wäre. Ob er in allen Punkten Recht hatte... Nun, da er seine Gedanken für gewöhnlich für sich behielt und lediglich seine, mitunter treffenden, Schlüsse zog, würde das offen bleiben müssen. Nichtsdestotrotz frotzelte er bei vermeintlich harmlosen Themen.
Dennoch wusste man bei ihm nie, ob daraus nicht rasch Ernst werden könnte und ob alles tatsächlich so nebensächlich wäre, wie er es hinstellte im ersten Moment. Schließlich blieb er stets der heimliche Beobachter, ganz gleich, in welcher Lebenslage und ob man es sich erwarten könnte oder nicht. Somit tat der Jüngere gut daran, wachsam zu bleiben und darauf zu achten, welche Reaktionen er zeigte, soweit er diese kontrollieren konnte.
Indes wurde er weiter geneckt mit einer Art von Frauenbild, die nicht seinem eigenen Geschmack entsprach. Wobei... ob dies wirklich auch bei dem Reinrassigen der Fall war oder er bewusst sich so gab... noch so etwas, das offen bleiben würde. Sofern es dessen Schüler tatsächlich interessierte.
Immerhin brachte er ihn damit dazu, endlich eine Replik zu geben. Kraz'hian hob eine Augenbraue an und der Hauch eines Schmunzelns huschte über seine Lippen. "Kommt auf die Belohnung an, kommt ganz auf die Belohnung an.", hielt er mit einem Tonfall dagegen, der benahe so klang, als würde er es sich gestatten, mit den Gedanken in diese Vorstellungen, die er selbst hervorgerufen hatte, abdriften.
Dass er es hingegen nicht ernstlich tun würde, wussten sie beide. Trotzdem hielt er diese Fassade aufrecht, bis sich die Tür hinter dem Mischling geschlossen hatte.
Daraufhin schwand sofort jeglicher joviale oder verträumte Ausdruck aus seiner Miene und er riss sich ein Stück von dem frischen Brot ab. Mit einem kühlen Blick besah er es sich und schüttelte im nächsten Moment leicht den Kopf, als wolle er seine eigenen Gedanken verneinen.
Dann schob er es sich in den Mund und war offensichtlich gewillt, seine restliche Badezeit mit Frühstück zu genießen, so weit er dazu eben noch in der Lage war.

In der Zwischenzeit suchte der Jüngere jenen Raum auf, in dem er sich später erst hätte einfinden sollen. Merle war noch nicht fertig mit ihren Vorbereitungen und offensichtlich auch nicht sonderlich erfreut darüber, ihn jetzt schon zu sehen. Doch zu ihrem Charakter gehörte scheinbar auch ein pragmatischer Zug, denn anstatt ihn rauszuschicken und draußen warten zu lassen, nahm sie seine Anwesenheit hin und machte das in ihren Augen Beste daraus.
Schließlich konnte sie einen Teil der Behandlung schon beginnen und die restlichen Vorbereitungen während der Wartezeit vornehmen. Tat sie zwar nicht sonderlich gerne, weil dem Kunden in der Zeit nichts außer seine Blicke blieben, aber sie versuchte eben, ihren Vorteil in der Gegebenheit zu sehen. Wobei sie auch klarstellte, welche Freiheiten er sich in ihrer Gegenwart nehmen durfte... oder besser gesagt, welche nicht.
Dass sie sich dabei durchaus zu wehren wusste, unabhängig von ihrer direkten Wortwahl, würde jeder, der sich nicht an ihre Regeln in ihrem Haus halten würde, schon noch zu spüren bekommen. Zwar hätte sie keine Chance gegen einen richtigen Kämpfer, das hätte niemand in ihrer unmittelbaren Umgebung. Aber den ein oder anderen Kniff, um einem Kerl vorerst jeglichen Gedanken an Lust zu verderben, hatte sie durchaus gelernt in ihrem Leben.
Wie es wohl ausgesehen haben mochte? Ob sie in diese Berufsschicht hineingeboren worden war? Oder hatte sie sich diesen Verdienst und diese Stellung erarbeiten müssen? Sichtbare Zeichen von alten Verletzungen oder gar Verstümmelungen trug sie keine außerhalb ihrer Kleidung, aber das hatte nichts zu bedeuten. Oftmals mussten Mädchen und später auch die Frauen lernen, ihre Wunden zu verbergen und weiter zu leben, als gäbe es diese nicht. Wenngleich das naturgemäß nichts war, das Skýler zu interessieren hätte.
Im Gegensatz zu dem Sinn der ganzen Prozedur, die sein Lehrmeister für ihn beordert hatte und die offenbar beinhaltete, dass er sich mit einer seltsamen Paste einschmieren lassen musste. Das erste Mal, seit der Begrüßung, öffnete er den Mund und hakte diesbezüglich nach.
Ohne aufzusehen oder in ihrem Tun zu stocken, erwiderte sie schlicht:"Lässt die Haut weniger rissig werden." Als würde das alles andere erklären. Wenigstens gab sie schon einmal den nächsten Schritt bekannt, sodass er eine Vorstellung davon bekam, was ihn als nächstes erwarten würde.
Nach den Armen und dem Oberkörper widmete sie sich letzten Endes auch seinen Beinen, wofür sie in die Hocke sank und trotz der etwas anrüchigen Position ungerührt weiter die Paste auf seiner Haut verteilte. Lediglich bei seiner unerwarteten Frage stockte sie einen winzigen Moment lang, ehe sie betont gleichmütig weiter machte. "Er...", begann sie und hielt einen kurzen Atemzug lang inne, in dem sie so tat, als benötige sie das Herauskratzen des letzten Rests ihre volle Aufmerksamkeit.
Schließlich fuhr sie fort:"... beehrt uns hin und wieder, ja." Wobei sich ihre Stimme eine Nuance kühler anhörte und damit offenbarte, dass sie nicht immer glücklich über diese Besuche war. Ob das an den durchaus speziellen Wünschen oder Zeiten dieser Auftritte lag oder andere Gründe hatte, blieb hingegen offen.
Schließlich drückte sie sich wieder in die Höhe und stellte die Schale zurück in das Regal. Mit dem Rücken zu ihm reagierte sie auf seine nächste Frage. "Wir sind hier in der Badestube zum Markt, ja.", bestätigte sie ihm und ließ zugleich aus, ob sie die Herrin hier war oder nicht. Warum auch immer!
Stattdessen schien sie nicht sonderlich erfreut über seine Neugier zu sein... oder über die Tatsache, dass er sich mit ihr zu unterhalten begann, auch wenn sie nicht direkt unfreundlicher oder spitzzüngiger wurde. Dennoch deutete sie nun zu dem seltsamen Holzkasten. "Hinsetzen. Sonst trocknet die Schicht zu schnell und war umsonst.", riet sie ihm und sobald er ihrer Aufforderung nachgekommen wäre, würde sie noch einmal etwas Wasser über den Inhalt des Beckens gießen.
Sofort zischte es und der Dampf verstärkte sich, während sie die Tür schloss, sodass am Ende nur noch der Kopf des Kunden heraus sah. Innen drin wurde es sehr schnell ziemlich warm und ließ den Schweiß aus jeglicher Pore ausbrechen, vor allem dort, wo die Paste verhinderte, dass sich diese kühlende Feuchte auf die Haut legen und ihren Zweck erfüllen konnte. Dennoch war es nicht vollkommen unangenehm oder beklemmend, denn die Atmung wurde, trotz des etwas rascheren Herzschlages, nicht erschwert.
Lediglich der Umstand, dass er so ohne weiteres nicht mehr diesem Holzkasten entkommen könnte, wäre womöglich etwas, das ihm nicht gefallen könnte. War bei vielen Kunden, die dies zum ersten Mal ausprobierten, der Fall, sodass sie beinahe schon mit einer entsprechenden Bemerkung rechnete.
Was sie hingegen nicht erwartete, war seine deutlich ausgesprochene Meinung zu ihrem Verhalten gegenüber seinem Herrn zuvor, mit der er recht gut gezielt den Nagel auf den Kopf traf. Merle war bereits auf dem Weg zur Liege und dem dahinter stehenden Regal mit weiteren Tiegeln und Döschen gewesen, als plötzlich innehielt bei seinen Worten.
Mit verschlossener Miene drehte sie sich zu ihm um und verschränkte die Arme vor der Brust. Ihr Blick bohrte sich in seinen und verharrte dort einen Moment... und noch einen zweiten. Dann zuckte sie leicht mit den Schultern und schien einen Entschluss getroffen zu haben, denn sie wandte sich wieder ab.
Vergaß allerdings nicht auf ihn, sondern meinte:"Er gehört zu Kunden, deren Vorstellungen..." Sie zögerte kurz, während sie sich streckte und nach einem kleinen Gefäß mit Deckel angelte, das gerade noch in Reichweite ihrer Finger stand.
Als sie es hatte, warf sie einen Blick hinein und nickte knapp, ehe sie es wieder schloss und näher an der Liege bereit stellte. "... nicht immer umsetzbar sind.", vollendete sie schließlich und sah kurz prüfend zu ihm hin. Daraufhin drehte sie ihm erneut den Rücken zu und griff sich noch das ein oder andere, das neben das kleine Gefäß platzierte.
Am Ende durchquerte sie den Raum und ging an dem Holzkasten vorbei, weg aus seinem Gesichtsfeld, sodass er nicht sehen konnte, was sie nun holte. Als ihm dies wieder möglich war, hatte sie eine Art Sichel in der Hand und trat damit vor ihn. Was sie damit wohl vorhätte?
"Hm... Ein Aufguss noch, das sollte reichen.", meinte sie mit dem geschulten Blick mehrere Jahre Erfahrung und wollte die Tür öffnen, um ihre Ankündigung umzusetzen, sofern er nicht protestieren würde.
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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Skýler Fiórge Zhèkkra » Donnerstag 10. August 2023, 20:33

Skýler gehörte nicht unbedingt zu den Personen, die schnell ein großes Interesse an jemandem gewannen. Zumindest nicht von privater Natur. Wenn es um einen Auftrag ging, war er äußerst gewissenhaft in der Informationsbeschaffung.
Merle stellte er eigentlich nur Fragen, weil ihm seine Situation noch immer nicht recht geheuer war. Da er selbst häufiger in Santros Zeit verbrachte, war es für ihn interessant zu wissen, wie häufig sein Lehrmeister sich ebenfalls in dieser Stadt herumtrieb und ihn gegebenenfalls sogar beobachtete.
Das Gefühl unter den kontrollierenden Argusaugen Kraz’hians zu stehen, war definitiv kein schönes Empfinden. Erst recht nicht, weil sich der Mischling in letzter Zeit daran gewöhnt hatte eigenständig zu agieren. Er hatte schon immer dazu geneigt Einzelgänger zu sein. Und tatsächlich hatte er in den letzten Jahren so auch am effizientesten und erfolgreichsten agiert. Doch hatte diese Selbstständigkeit nicht nur seinen Stolz wachsen lassen – sondern ihn auch dazu gebracht vieles zu hinterfragen. Und wahrscheinlich saß er deshalb nun hier und ließ eine merkwürdige Prozedur über sich ergehen, die ihm eigentlich wohltun und zur Entspannung finden sollte. Angeblich…!
Während Merle seinen Körper mit der zäh-feuchten Masse einschmierte beobachtete er sie ein wenig. Seine Augen lagen allerdings nicht aus denselben Gründen auf ihr, wie es die Blicke anderer Gäste vielleicht taten. Ský dachte lediglich darüber nach, warum Kaz‘ dieses Badehaus offenbar in regelmäßigen Abständen aufsuchte. Und wieso er ihn ausgerechnet hierher geschleift hatte. Wo es ziemlich eindeutig war, dass der junge Elf mit all solchen Anwendungen ziemlich wenig anfangen konnte.
Auf seine Frage, was die ‚Pampe‘, wie er die Packung innerlich betitelte, bewirken sollte, antwortete Merle: „Lässt die Haut weniger rissig werden.", woraufhin Ský lediglich mit einem nüchternen und ein klein wenig langgezogenem „Ah!“, antwortete.
Das Verteilen der Masse war nicht wirklich unangenehm und er war im Grunde schon froh, dass sie nicht wie eine parfümierte Blumenwiese stank. Doch der Sinn von all dem erschloss sich ihm trotz der Erklärung noch immer nicht.
Rissige Haut! Tz…In seinem Alter vielleicht, aber doch noch nicht in meinem!, beschwerte sich der Schattenmagier gedanklich mit einer Spur von gekränkter Eitelkeit. Ský war trotz all der Mischlingskomplexe, die wahrscheinlich jeder Dunkelelfmischling besaß, recht zufrieden mit seinem Äußeren. Er achtete auf sein Äußeres, doch war er auch ganz von der Sorte typisch Mann, der mit Pflegeprodukten nichts anfangen konnte. Dennoch ließ er sich dies vor Merle nicht anmerken, immerhin machte auch sie nur ihren Job. Die Nähe nutzte er vielmehr dazu sie ein wenig über Kraz’hian, der sich hier als Herr Aeric ausgab, auszufragen.
"Er... beehrt uns hin und wieder, ja.", bestätigte sie ihm, woraufhin Ský seinen sturmgrauen Blick zur Decke richtete. Ja, in mancher Weise konnte der Dunkelelf ein wenig exzentrisch sein.
Seine Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf die Dame, die auf den merkwürdigen Stuhl deutete und in ihrer recht knappen und zackigen Art, die manch einer ein wenig unhöflich finden konnte, ihn zum Hinsetzen bewegte. Doch sobald der Aufguss getätigt war und sie die Türe zu diesem merkwürdigen Konstrukt schloss, bereute er seine Entscheidung ihren Worten brav Folge zu leisten.
Einer Sauna ähnlich bildete sich schnell der Schweiß, der durch die Paste komischerweise sogar noch etwas angeregt zu werden. Die Stoffe aus denen das Zeug angerührt worden war, kühlten zwar auch gleichzeitig, doch für jemanden wie Ský war dies eine … gewöhnungsbedürftige Behandlung. Besonders weil er sich seinen eigenen Anblick ziemlich komisch vorstellte.
Ein Seufzen verließ seine Lippen und er schloss kurz die Augen.
Unangenehm ist anders. Einfach nicht darüber nachdenken., redete er mit sich selbst gedanklich und unterdrückte den Drang sich den über die Haut laufenden Schweiß wegwischen zu wollen. Sky schwieg für ein paar Momente, in denen er unbewusst begann mit dem Bein leicht zu hibbeln. Merle schien nicht wirklich begeistert zu sein, sich mit ihm unterhalten zu müssen, auch wenn er im Grunde der Gast war. Auch sie wirkte misstrauisch und ihm fiel es nicht schwer sich vorzustellen, wieso sie sich so gab. Doch Kraz’hian? Nein, er konnte sich nicht vorstellen, dass er sich der Mitarbeiterin des Badehauses aufdrängte. Was also hatte ihre Ablehnung und Kälte dann hervorgebracht?
„Er gehört zu Kunden, deren Vorstellungen... nicht immer umsetzbar sind.", erklärte sie vage auf seine Frage, woraufhin sich ihre Blicke kurz trafen. Was der Mischling dachte, konnte man anhand seiner Miene nicht ablesen, doch er legte kurz darauf eine nachdenkliche Miene auf.
„Es würde mich eher wundern, wenn sie direkt zu seiner Zufriedenheit umsetzbar wären.“, sagte er, durchaus beabsichtigt, weil er ihr das Gefühl geben wollte, dass sie in diesem Punkt dieselbe Meinung vertraten.
„Was verlangt er denn?“, fragte Ský und versuchte noch ein wenig mehr herauszufinden. Es blieb offen, ob sie antworten würde, denn sie schien kein Tratschweib zu sein. Doch ihm fiel bereits eine Möglichkeit ein, wie er sie vielleicht ein wenig gesprächiger bekommen könnte.
Er ließ die nächste Prozedur über sich ergehen, hoffte dann aber sich anschließend abwaschen zu können. Die Paste lief ihm irgendwie kitzelnd über den Rücken, was ihm persönlich nicht allzu gut gefiel. Sein Blick wurde etwas schärfer und er bewegte die Rückenmuskeln, im Versuch das Jucken dadurch zu vertreiben. Wieder schieg er eine Weile, doch dann sprach er die Brünette plötzlich an.
„Sag Merle…“, begann er dann und sah in ihr Gesicht, das erstaunlich faltenfrei war, obwohl sie eine so harte Miene zur Schau trug. „… du wirkst nicht wirklich so, als würde dich diese Arbeit erfüllen! Oder liegt es daran, dann Herr Aeric der Kunde ist? Was mich angeht brauchst du nicht so verkrampft sein. Ich werde dich weder antatschen, noch deinen Namen bereimen.“

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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 17. August 2023, 22:09

Wenn die Frau immer so griesgrämig mit ihrer Kundschaft umging, musste die Behandlung umso qualitätsvoller sein, damit überhaupt noch Personen kommen würden, die sich von ihr durchkneten und versorgen lassen würden. Oder lag es schlichtweg daran, dass sie den Herrn Earric nicht mochte und das Ganze auch auf seinen Begleiter übertrug? Oder war die Uhrzeit schuld, weil eigentlich das Badehaus noch geschlossen war? Oder lag es am Geschlecht und sie konnte lediglich auf diese Weise unliebsame Nähe im Keim ersticken?
Dass sie auch anders könnte, würde allerdings vorerst weiterhin ihr Geheimnis bleiben, denn sie gab sich eher wortkarg, wenngleich nicht unfreundlich, weswegen ein richtiges Gespräch sich auch gar nicht entwickeln konnte zwischen den Beiden. Auch nicht in Hinsicht auf seinen vermeintlichen Herrn, denn trotz allem war Merle eine Person, die viel auf Verschwiegenheit hielt. Selbst, wenn sie also jemanden nicht mochte, was sie von jener Person zu hören bekam, würde sie dennoch nicht an andere weiter geben. Diese Diskretion war auch mit ein Grund für den guten Umsatz, den dieses Badehaus Jahr für Jahr machte.
Also blieb sie vage und bestätigte lediglich das Offensichtliche. Danach steckte sie ihn regelrecht in die kleine Schwitzkammer innerhalb dieses Raumes und ließ ihn spüren, was dies bedeutete. Die Salbe kühlte und schien die Wirkung seines Schweißes auf der Haut damit zu verstärken, jedoch bedeutete das nicht, dass das Gefühl in diesem kleinen Gefängnis aus Holz angenehmer wurde. Im Gegenteil, trotz dieser Reaktion schien jeder noch vorhandene Wassertropfen in seinem Körper erst recht aus jeder einzelnen Pore heraus treten zu wollen. Das Nass lief zwar nicht an seiner Haut herunter, außer im Gesicht, doch das lag nur daran, dass sich die Salbe damit eher vollzusaugen schien.
Wie lange er wohl diese Prozedur ertragen musste? Ob er danach wieder in einen Zuber steigen und sich reinigen könnte? Wie, bei Faldor und Manthala, sollte man sich danach erholt und frisch fühlen?! Und wie sollte danach eine Massage erfolgen, wenn er vollkommen verschwitzt und glitschig wäre? Das wäre schließlich für die Frau auch nicht angenehm, ganz gleich, ob und welche Öle sie dabei verwenden würde! Oder gäbe es noch einen Zwischenschritt, von dem er bislang nichts wusste?
Während er demnach einem Bach ähnlich vor sich hin schwitzte und bis auf reden sowie nachdenken nichts tun konnte, vollendete sie ihre Vorbereitungsarbeit bei der Liege für später. Dabei kam die nächste Frage auf, der sie eher ausweichend antwortete.
Was allerdings scheinbar nicht deutlich genug war, denn nach einer kurzen Pause hakte er weiter nach, dass sich ihre Augenbraue leicht anhob. "Und wenn er bei jedem Besuch einen weißen Hirschen auf dem Silbertablett verlangen würde, würde es hier nicht getratscht werden.", wies sie ihn weiterhin höflich mit einer unterschwelligen Ruppigkeit und dennoch unmissverständlich zurecht.
Daraufhin musterte sie ihn prüfend, wobei unklar blieb, was ihr Beweggrund dahinter sein mochte. Um schließlich zu nicken und sich wieder abzuwenden, um ein weiteres Utensil zu holen und bereit zu legen neben ein sauberes Tuch. Es war eine Art Sichel mit einem Holzgriff. Was wollte sie jetzt wieder damit?
Dann trat sie an den Holzkasten heran und beugte sich gerade vor, als er seine nächste Frage stellte. Sie hielt inne und warf ihm von unten her einen Blick zu, ehe sie sich aufrichtete und ihn mit leicht zur Seite geneigtem Kopf ansah. Und dann... schlich sich ein kleines, feines Lächeln in ihren Mundwinkel, das dafür sorgte, dass sich in ihren Augenwinkeln der Hauch von feinen Fältchen bildeten, die anzeigten, dass sie eben nicht nur eine strenge Aufsichtsperson sein sollte. Zugleich stemmte sie die Hände in die Seite und in ihren Augen blitzte etwas auf, das durchaus Spott sein mochte. "Mir scheint, der Schweiß hat dir deine Sicht vernebelt.", tadelte sie ihn, ehe sie sich wieder vorbeugte, um die Folterkammer aufzuschließen.
"Dein Eindruck täuscht, meine Freundlichkeit muss lediglich verdient werden. Wobei das Seinlassen von Reimen ein guter Ansatz ist.", fuhr sie dabei fort und öffnete den Holzkasten.
Der Anflug von Heiterkeit verflog wieder und machte ihrer professionellen Miene wieder Platz, als sie eine Handvoll Schritt zurück trat. "So, aufstehen und herkommen, aber schön langsam. Ich hab' keine Lust, dich vom Boden aufzusammeln.", gab sie ihre nächste Anweisung und griff sich die Sichel, die sie als nächstes zu gebrauchen gedachte. "Ach ja, Arme ausbreiten, breiter Stand und still halten."
Danach wartete sie, bis er soweit war, um sich hinter ihm aufzubauen und das kühle Metall kurzerhand auf seinem Nacken anzusetzen. Hatte dieses Ding etwa eine scharfe Klinge? Würde er sich jetzt gleich auf Leben und Tod verteidigen müssen, weil Kraz'hian ihn reingelegt hatte?!
Nein, sie verletzte ihn nicht, sondern begann damit die Paste abzuschaben. Mitsamt all dem Schweiß und dem letzten Rest Schmutz, der dadurch aus seinen Poren heraus gepresst worden war. Es war eine beinahe lautlose Angelegenheit und war wirklich eine Wohltat, denn man konnte regelrecht fühlen, wie man wieder sauber wurde. Ebenso wurde der Juckreiz gelindert, der zuvor den gesamten Körper in Besitz genommen hatte.
Nachdem sie seinen Rücken und seine Schultern befreit hatte, fühlte sich die an sich wohlig warme Luft kühl an und erfrischte. Auch seine Arme und seine Beine wurden an ihrer Rückseite von der Sichel gestreift, bevor sie vor ihn trat und die gesamte Prozedur auch hier ausführte. Lediglich sein Handtuch rund um die Körpermitte sog sich voll mit den Resten und war eindeutig ein Fall für das Waschbrett und die Seifenlauge.
Als sie schließlich fertig war, deutete sie auf das frische, saubere Tuch. "Nimm das zum Wechseln und leg dich dort hin, am besten zuerst auf den Bauch.", sprach sie und drehte sich weg, um zu einem den Blicken bislang verborgenen Eimer mit Wasser zu treten, der sich schräg hinter dem Holzkasten befand. So hatte sie einerseits einen Sichtschutz zum Kunden, der sich ungestört umziehen konnte, und andererseits fiel dieses profane Utensil nicht auf, in dem sie die Klinge der Sichel sofort reinigen konnte, um unerwünschte Ablagerungen zu vermeiden.
Nachdem ihr Instrument gesäubert und abgetrocknet war, räumte sie es zurück an seinen Platz und trat an die Liege heran. "Also, nichts zu stark duftendes, richtig?", hakte sie noch einmal nach und bewies damit, dass sie sich seinen Wunsch sowohl gemerkt hatte, als auch beachten zu wollen schien.
Erst nach seiner Antwort würde sie nach dem passenden Ölflakon greifen, ein paar Tropfen auf seinen Schultergürtel fallen lassen und mit ihrer Massage beginnen. Dabei zeigte sich ihr großes Wissen und Feingefühl, denn sie reagierte auf jedes Zucken mit einer Änderung des Drucks ihrer Finger. Mal wurde sie sanfter, dann wiederum knetete sie fester, um Verspannungen, selbst wenn diese bislang nicht bewusst wahrgenommen worden waren, gekonnt zu lockern.
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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Skýler Fiórge Zhèkkra » Sonntag 20. August 2023, 19:51

Der Ruf des Badehauses war Skýler nicht bekannt, von daher hatte er auch keine größeren Erwartungen. Dass Merle jegliche Tratscherei strickt von sich wies und seine Versuche, etwas mehr aus ihr herauszubekommen eiskalt ablaufen ließ, erklärte zumindest dem Mischling, wieso sein Lehrmeister diesen Ort häufiger frequentierte. Zumindest wenn es um die eigene Person ging. Zur Informationsbeschaffung schien das Badehaus eher ungeeignet zu sein.
„Und wenn er bei jedem Besuch einen weißen Hirschen auf dem Silbertablett verlangen würde, würde es hier nicht getratscht werden.", wies ihn Merle zurecht, was Ský nur mit einem nichtssagenden Blick kommentierte. Innerlich rollte er dagegen mit den Augen.
Da er scheinbar kein sonderlich anregendes Gespräch mit ihr zustande bekam, beschloss er schlicht und ergreifend sich seinen eigenen Gedanken hinzugeben. Merles abweisende Art war ein Teil davon, doch irgendwann wanderten sie weiter und er dachte über Kraz’hians beunruhigende Andeutungen nach. Gehorsam war obligatorisch. Doch nagte der Schattenmeister an einer Grenze, die Skýler in Umsetzung nicht mit sich machen lassen würde. Selbst wenn er danach Strafe und Folter ausgesetzt sein würde. Doch irgendwie glaubte er nicht, dass es der Dunkelelf tatsächlich so weit kommen lassen würde. So gut kannte ihn Kraz’hian nun doch und ein solch tiefer Einschnitt in ihr Verhältnis würde dem Älteren keinen Dienst erweisen. Skýler war sein fähigster Spion und im Grunde sein Werk. Doch das könnte er sich auch verspielen und sie Jahrzehnte zurückwerfen. Mit dem Unterschied, dass der Mischling nun deutlich stärker, erfahrener und fähiger war.
Skýlers Blick wurde auf die Sichel mit dem Holzgriff gezogen, die Merle plötzlich in der Hand hielt. Eine Augenbraue wanderte Skeptisch nach oben und er fragte sich, was nun auf ihn zukommen würde.
Nutzen nicht irgendwelche Landschaftsarbeiter solche Sicheln zum Stutzen von Gestrüpp?, fragte er sich, ehe er den Blick in das leicht verstimmt wirkende Gesicht der Mitarbeiterin richtete. Und eben dieser Ausdruck verleitete ihn dazu etwas zu sagen, was sie vielleicht nicht mehr ganz so verkrampft wirken ließ.
„Sag Merle, du wirkst nicht wirklich so, als würde dich diese Arbeit erfüllen! Oder liegt es daran, dass Herr Aeric der Kunde ist? Was mich angeht brauchst du nicht so verkrampft sein. Ich werde dich weder antatschen, noch deinen Namen bereimen.“
Seine Worte lösten definitiv etwas in der Frau aus, denn für den ersten Moment schien sie innezuhalten und ihn nur nachdenkend zu betrachten. Doch dann zeigte sich tatsächlich ein schmales Lächeln auf ihren Lippen, das bis in ihre Augen reichte.
„Mir scheint, der Schweiß hat dir deine Sicht vernebelt. Dein Eindruck täuscht, meine Freundlichkeit muss lediglich verdient werden. Wobei das Seinlassen von Reimen ein guter Ansatz ist." erklärte sie ihm, nachdem sie ihn endlich aus diesem Schwitzkasten befreit hatte. Der Elf stand noch bevor sie überhaupt etwas anweisen konnte auf und genoss das Gefühl der etwas kühleren Luft.
„So, aufstehen und herkommen, aber schön langsam. Ich hab' keine Lust, dich vom Boden aufzusammeln.", befahl der weibliche Feldwebel weiter, was Ský mit einem etwas genervten Seufzen auf sie zutreten ließ.
Der Gast ist hier verbal schon mal nicht der König. Zumindest nicht bei ihr! Doch machte das auch irgendwie einen gewissen, bissigen Charme aus.
Als er vor ihr stehenblieb senkte er den Blick um auf sie hinabzublicken. Sie war eben ein ganzes Stück kleiner als er.
„Ach ja, Arme ausbreiten, breiter Stand und still halten.", ergänzte sie weiter. Seine grauen Augen musterten ihren Blick und eine Weile sah es so aus, als würde er nicht ihren Wünschen entsprechen, doch dann folgte er der Anweisung. Als er das kühle Metall im Nacken spürte, geriet er keineswegs in Panik. Auch glaubte er nicht daran, dass Kraz’hian sich irgendwas Schlimmes ausgedacht hatte. Denn davon hätte er nichts gehabt.
Er hielt nur still und die erste schabende Bewegung erklärte ihm schnell den Nutzen dieses Dings. Er meinte sich sogar daran erinnern zu können, von so einer Sichel schon mal gehört zu haben.
Ganz schön umständlich…, bemerkte der Wellness-Verschmäher in Gedanken, ließ Merle aber ihre Arbeit machen. Und tatsächlich war das Gefühl, wie die ganze Paste mitsamt Dreck und Schweiß von seiner Haut geschabt wurde befreiend. Am liebsten wäre er trotzdem noch mal in eine Wanne warmen Wassers gestiegen.
Als sie fertig war dehnte er kurz Schultern und Nacken etwas. Durch die Masse hatte er sich kaum bewegt und das befreite Gefühl war wirklich nicht schlecht.
„Nimm das zum Wechseln und leg dich dort hin, am besten zuerst auf den Bauch." Während sie ihr Handwerkszeug säuberte, ging Skýler zu besagter Liege und betrachtete das Paar Wechseltücher. „Sollte ich mich nicht vorher noch mal etwas abwaschen? In dem Kasten habe ich geschwitzt, dass nicht nur meine Haare nass geworden sind.“, fragte er mit einem leichten Blick nach unten, bevor er einer weiteren Anweisung dann Folge leistete.

Das frische Handtuch um die Hüfte gewickelt, legte er sich dann auf die Liege und wartete auf Merle. Er schloss die Augen und lauschte ihren Geräuschen, bis sie ihn dann wieder ansprach und ihm zeigte, dass sie zumindest seine Wünsche als Gast respektierte.
„Also, nichts zu stark duftendes, richtig?" Er nickte und beobachtete dann, wie sie nach einem Flakon griff und wieder neben ihn trat.
Das Gefühl der ersten Öltropfen, gepaart mit massierenden Bewegungen, löste recht schnell eine gewisse Entspannung in Skýler aus. Die Bewegungen waren flüssig, dank des Öls gleitend und sie bewies ihre Erfahrung und ihr Können, indem sie die Kraft offenbar genau richtig anpasste.
Es war nicht die erste Massage, die der Mischling bekam. Nicht in diesem Sinne und meist mit anderen Absichten. Von daher überraschte es ihn nun doch den Unterschied am eigenen Leibe zu erfahren. Und wo er anfangs noch die Augen offengehalten hatte, schlossen sie sich langsam und erlaubten auch seinen Gedanken eine erholsame Pause. Laute, die sein Wohlgefallen beschrieben, verließen zwar nicht seinen Mund, doch konnte sich Merle durchaus auf die Fahne schreiben, dass sie ihn dazu brachte locker zu lassen.

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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Erzähler » Dienstag 29. August 2023, 12:01

In weniger diskreten Häusern gab es eine Menge Klatsch und Tratsch, die auch vom Personal dort gefördert wurden. Hier hingegen gäbe es das lediglich unter den Gästen, wenn sie sich bei ihren Badebesuchen in Paaren oder gar Grüppchen zusammen finden würden. Dies wäre allerdings nur möglich, wenn man sich an die regulären Öffnungszeiten halten würde.
Etwas, was Kraz'hian für die eigene Entspannung gewiss umging... und damit auch durch kam, wie sein derzeitiger Aufenthalt bewies. Ebenso wie den Umstand, dass er das nicht zum ersten Mal machte, selbst, wenn Merle nicht derart offensichtlich ihr Missfallen darüber gezeigt hätte. Warum er sich diese Freiheit jedoch erlauben durfte, wäre noch herauszufinden, sofern sein Schüler sich dafür wirklich interessierte.
Im Moment hingegen begriff er, dass er keine plaudernde Gesellschaft hatte, obwohl das durchaus auch angenehm sein mochte. Aber Merle war so deutlich schlechter Laune, dass sie damit andere Kunden gewiss längst vertrieben hätte. Ihn dagegen sperrte sie in ein seltsames Holzgestell, in dem es sich viel zu hervorragend schwitzen ließ. Da hätte es die Paste nicht wirklich gebraucht, die das Ganze auch noch verstärkte und zugleich erträglich genug machte, um nicht sofort einen Ausbruch zu wagen.
Während sie ihre letzten Handgriffe zur Vorbereitung nachholte und am Ende eine Sichel bereit lag, deren Sinn dem unerfahrenen Mischlingselfen vorerst verborgen blieb. Das sollte sich bald ändern, denn seine Zeit der Schwitzfolter war zu Ende und nun ging es daran, ihn von all dem Schweiß, der Salbe und auch weiteren, unsichtbaren Reste, die noch nicht beim Baden weggeschwemmt worden waren, zu befreien. Hierbei kam die Sichel zum Einsatz, deren Klinge zwar dünn, doch nicht geschärft war. Sie musste hier nicht schneiden, schon gar nicht tiefe Wunden, sondern lediglich abschaben.
Dabei ging sie gründlich und systematisch vor, um auch nicht den kleinsten Fleck an seinem Körper zu vergessen. Gleichzeitig war jede ihrer Bewegungen routiniert und zeugte davon, dass sie dies schon ungezählte Male ausgeführt hatte. Als sie damit fertig war, wollte sie nur ihre Sichel säubern und dann zu der Massage an sich übergehen, sodass sie ihm entsprechende Anweisungen gab.
Er dagegen hatte eine Frage, die sie innehalten und über die Schulter sehen ließ. "Der ganze Schweiß ist weg.", erwiderte sie und hielt ihr Werkzeug hoch, um ihn darauf hinzuweisen, wozu sie ihn gerade abgeschabt hatte.
Dann allerdings zuckte sie mit den Schultern. "Für den Kopf kann ich dir einen Kübel kaltes Wasser nachher bringen.", bot sie in neutralem Tonfall an, da sie seinen Einwand ungewöhnlich fand. Dennoch kam sie ihm etwas entgegen. Nur heißes Wasser, damit brauchte er nicht rechnen, dafür würde sie nicht außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten Brennmaterial gebrauchen.
Sofern ihr Gast nun nicht darauf bestand, sofort den Kopf in den Eimer stecken zu wollen, musste sie ihn nicht allein lassen, nachdem sie die Sichel von sämtlichen Schmutzresten befreit hatte. In der Zwischenzeit hatte er die Gelegenheit, sich unbeobachtet neu einzuwickeln und sich hinzulegen. Als sie wieder zu ihm trat, vergewisserte sie sich, dass er seine Wünsche einstweilen nicht geändert hatte.
Da dem nicht so war, konnte sie das bereit gestellte Öl nehmen und einige Tropfen sowohl auf seine Haut, als auch auf ihre Handflächen träufeln. Letztere rieb sie danach aneinander, um sie anzuwärmen, ehe sie mit ihren knetenden Bewegungen begann. Das Öl hinterließ in dieser Kombination ein feines, wohliges Prickeln, das den Eindruck der Entspannung der Muskeln darunter noch verstärkte. Merle wusste eindeutig, was sie tat und wie sie rasch die größten Knoten fand, um sie gekonnt zu lösen. Sie achtete auf jede seiner Regungen und testete aus, wo sie wie stark drücken musste und konnte, damit es seinem Körper gut tat.
Dabei bemerkte sie auch, wie er immer lockerer ließ, sodass auch sie sich etwas weniger verkrampfte innerlich. Es war für sie nie sonderlich einfach, sich auf neue Kunden einzustellen, denn diese mussten mitunter mehrfach gemaßregelt werden, um sie eben nicht trotz aller Ablehnung anzufassen. Dieser Mann hier versuchte es dagegen nicht einmal und das erleichterte sie durchaus.
Aber auch sein Begleiter, der Herr Earric, hatte es bislang nicht getan, nachdem er sie mit Worten umgarnt und trotzdem nicht in seine Arme bekommen hatte. Das war einer der wenigen Vorteile von seinen Besuchen und mit ein Grund, dass er sich die Tageszeiten oftmals aussuchen konnte.
Wie viel Zeit verging, bis sie mit seiner Rückseite von oben bis unten fertig war, ließ sich nicht sagen. Irgendwann jedenfalls drückte sie gegen seinen Oberarm und gab ihm zu verstehen, dass er sich umdrehen sollte. Dabei sprach sie nicht, um seine Entspannung nicht zu stören, sondern arbeitete mit Gesten. Nachdem dies gelungen war, konnte ihr Kunde feststellen, dass sich auch auf der Vorderseite ausreichend Muskeln befanden, die gerne durchgeknetet wurde. Allein die Hüftregion ließ sie wohlweislich aus und beachtete nicht, ob sich dort etwas regte oder nicht. Meistens spannten sich die Tücher merklich, aber sie tat dann stets so, als erkenne sie es nicht. Ebenso wie sie mögliche verklärte Blicke in ihr nicht zu tiefes Dekolleté zu ignorieren versuchte, solange keine anzüglichen Kommentare oder gar vorwitzige Finger auf den Anblick hinwiesen.
Während sich somit eine wohlige Wärme auf seiner Rückseite hielt, prickelte und wärmte es auch die Vorderseite und breitete sich immer weiter aus. Auch dann noch, als sie fertig mit dem Kneten war und ein dünnes Laken bis unter sein Kinn zog, damit es sich länger hielt und tiefer in die bearbeiteten Muskeln eindringen konnte.
Danach befreite sie sich die Hände vom Großteil des Öls mit einem sauberen Tuch und verließ so leise wie möglich den Raum, da es wirkte, als wäre ihr Kunde, wie es bei vielen passierte, eingeschlafen. Als er soweit war und die Augen wieder öffnete, würde er feststellen können, dass er allein geblieben war. Merle war scheinbar nicht zurück gekehrt oder hatte anderweitig zu tun.
Dafür bezeugte ihre Aufmerksamkeit und trotz ihrer ruppigen Art vorhandene Orientierung an den Wünschen ihrer Gäste der Eimer mit kühlem, sauberen Wasser neben der Tür, groß genug, um den Kopf als Ganzes eintauchen zu können. Daneben lag ein gefaltetes Tuch für den Fall, dass er sich auch noch abreiben wollte. Was an sich nicht nötig wäre, denn das Öl war längst in die Haut eingezogen und ließ diese sich weicher, geschmeidiger als sonst anfühlen. Trotzdem könnte es sein, dass er sich weiterhin am ganzen Körper zu reinigen wünschte, weswegen sie dafür vorgesorgt hatte.
Sobald Skýler fertig mit seiner Katzenwäsche wäre, egal, wie ausgiebig diese ausfallen mochte, und hinaus auf den Gang sehen würde, könnte er bemerken, dass es ziemlich ruhig und leer war. Auch Kraz'hian war nicht zu sehen, dafür jedoch zu hören, wenn der Jüngere die Ohren spitzte. Die gesagten Worte waren nicht zu verstehen, dazu waren sie viel zu leise... oder weit entfernt gesprochen worden. Dafür wiesen sie eine Richtung, in die er sich wenden könnte, sofern ihm nicht der Sinn danach stünde, noch etwas Abstand von seinem Lehrmeister zu halten.
Sollte er sich dafür entscheiden, in den Raum zurück zu kehren oder das Badehaus selbstständig erkunden zu wollen, stünde ihm so manche Tür offen. Wenn er sich allerdings in Richtung des Reinrassigen bewegen würde, würde er zweimal um die Ecke biegen und an einer steilen Treppe ins Obergeschoss vorbei gehen müssen, bis er ihn, mit Blick in einen Raum hinein, lässig und weiterhin nur mit einem Handtuch bekleidet trotz der kühleren Luft, an einem Türrahmen lehnend finden könnte.
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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Skýler Fiórge Zhèkkra » Samstag 9. September 2023, 23:25

Für einen Mann, wie Skýler war es nicht einfach locker zu lassen. Entspannung gehörte in der Regel nicht zu seinem Alltag und selbst im Schlaf schien er seine Obacht nie vollends abzulegen. Seine Magie war immer aktiv, seine Schatten wach, auch wenn er seinem Geist Ruhe gönnte. Für ihn war dies mittlerweile so natürlich, wie das Atmen.
Es war schon beinahe traurig, doch Skýler brauchte eine ganze Weile, um dem Einfluss der massierenden Bewegungen zu erliegen. Er erwartete stets einen Harken - besonders, wenn Kraz’hian in die Angelegenheit verwickelt war. Wieso sollte der Reinrassige auch plötzlich auftauchen und ihm etwas Gutes tun wollen? Dessen Worte und Androhungen, wie auch der Besuch des Schneider-Lehrlings hatten den Mischling beunruhigt, doch der Besuch im Badehaus gestaltete sich anders, als befürchtet. War dies nur die Ruhe vor dem Sturm? Oder konnte er sich tatsächlich einfach etwas entspannen, ohne dass ihn eine böse Überraschung erwartete?
Dass sich Merle ebenfalls entspannte, weil der Mischling gar nicht erst auf die Idee kam sie ungebührlich anfassen zu wollen, bekam Ský nicht wirklich mit. Er hielt die Augen geschlossen und wo er anfangs noch über Kraz’hians Beweggründe rätselte, zogen sich seine Gedanken immer schleppender, bis er sich tatsächlich einen Moment Ruhe gönnte und irgendwann nur dem angenehmen Druck nachfühlte, die Merles Finger hinterließen.
So verging die Zeit, bis sie fertig war und seinen Arm als Hinweis darauf berührte. Er registrierte das Ende dieses tatsächlich ruhigen Moments, behielt seine Augen aber weiter geschlossen. Teils, weil er dieser entspannenden Ruhe ein wenig nachtrauerte, teils, weil er wusste, dass sein Wiedersehen mit Kraz’hian wieder bevorstand.
Merle zumindest glaubte wohl, dass ihr Kunde eingeschlafen sei und so lauschte der Mischling ihren Bewegungen, bis er hörte, wie sich die Türe hinter ihr schloss, als sie ihn alleine ließ. Erst dann hoben sich seine Lider und sein Blick richtete sich an die Decke.
Der Gedanke jetzt wieder zu ihm zu gehen erschöpft mich beinahe mehr als vorher., dachte er fast ein wenig frustriert und kämpfte mit seinem Pflichtbewusstsein, das sich gerade mehr als bereitwillig eine Pause von der Gegenwart des Elfen nehmen wollte.
Seufzend setzte er sich langsam auf, so dass das Tuch an ihm hinab auf seinen Schoß rutschte und dort in unordentlichen Falten liegen blieb. Ský fuhr sich über die Augen und versuchte die Unachtsamkeit der Entspannung abzuschütteln. Der Raum war noch immer erfüllt von Wärme und die Luft fühlte sich ein wenig stickig an, was es ihm zusätzlich erschwerte wieder munterer zu werden.
Sein grauer Blick wanderte durch den Raum und als er den Eimer mit kühlem Wasser entdeckte, schob sich der Mischling von der Liege und ging, ungeachtet, dass das Tuch zu Boden fiel, zu diesem und erfrischte sein Gesicht mit einem Schwall Wasser, dass er zwischen die Hände geschöpft hatte.
Besser…, dachte er nach einer Weile und ließ das kühle Nass auch seinen Nacken erfrischen. Danach richtete er sich wieder auf, wickelte sich ein Tuch um die Hüfte und faltete das große Tuch, das Merle über ihm ausgebreitet hatte ordentlich zusammen und legte es ans Fußende der Liege.
Dann ging er zur Türe und trat hinaus in den Flur, wo ihn ein frischerer Lufthauch erwartete. Ský lauschte für einen Moment und sah sich um, doch war niemand zu entdecken. Doch ein paar Stimmen verrieten ihm, wo sich der Dunkelelf aufhalten würde.
Hinauszögern führt nur dazu, dass sich der Abschied auch hinauszögert., dachte er trocken und ließ sich dann von dem Stimmengemurmel den Weg, eine Treppe hinauf, zu dem Raum führen, in dem sich Kraz’hian aufhielt. Dort klopfte er an und trat dann hinein.
Sein Blick fand schnell die Gestalt des Dunkelelfen, der an einem Türrahmen lehnte.
"Da bin ich wieder…", bemerkte er unnötiger Weise und straffte sich ganz automatisch wieder, so dass sich der entspannte und fast ein wenig verschlafene Ausdruck in seinen Augen schnell verflüchtigte.

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Re: Entspannung tut Not

Beitrag von Erzähler » Sonntag 10. September 2023, 20:48

Es gab viele Gründe, um ständig unter Spannung zu stehen. Bei dem einen mochte es die Sorge ums Geschäft sein, bei der anderen die Angst vor dem Übergriff auf ihren Körper und bei dem nächsten die Furcht davor, was danach folgten würde. Bei dem Mischling war es ein angelernter Schutzmechanismus, der umso deutlicher wurde in seltenen Momenten wie diesen, in denen es ihm erlaubt war, loszulassen. Doch auch Merle war nicht ganz so entspannt, sondern wurde es erst allmählich, weil sie sich offensichtlich keines unerwünschten Kontaktes erwehren musste.
So knetete sie ihn durch, massierte das wohltuende Öl in die Haut und half seinem Körper dabei, ein bisschen von der Verkrampfung loszuwerden. Wie lange diese Prozedur dauerte, wusste am Ende keiner von beiden zu sagen, denn eine hilfreiche Uhr war nirgends vorhanden in diesem Haus. Zu teuer und zu kontraproduktiv. Außerdem war jeder Kunde anders und was bei dem einen schnell geschafft wäre, könnte bei dem anderen erheblich länger dauern.
Doch auch bei diesem Mann war es irgendwann vollbracht und sie zog sich zurück, um ihn nicht verfrüht aus seinem Zustand zu holen, den er gerade erst erreicht hatte. Dadurch fand sich Skýler allein wieder, als er die Augen aufschlug und allmählich in die Wirklichkeit zurück kehrte. Es wäre ein Leichtes gewesen, noch länger liegen zu bleiben und das erneute Aufeinandertreffen mit seinem Lehrmeister hinaus zu zögern. Das Problem daran war nur, dass es ihm im Endeffekt nichts bringen würde außer mehr Zeit zum Grübeln darüber, was als nächstes folgen mochte. Somit war es nur folgerichtig, dass er sich dem Ganzen besser gleich stellte und es hinter sich brächte.
Notgedrungen erhob er sich also und nahm die kleine Gabe der Hausherrin an, um sich zu erfrischen und vollständig zu sich zurück zu finden. Als dies geschafft und er auch soweit bekleidet war, dass er sich keine Sorgen machen musste, unten rum plötzlich entblößt dazu stehen, verließ er den Raum, in dem er wenige Minuten zuvor noch so angenehm entspannt gelegen hatte.
Draußen auf dem Gang war es ruhig und hätte er lediglich das menschliche Gehör besessen, hätte er sich vermutlich nicht anhand einer viel zu bekannten Stimme orientieren können. Er hätte die Gelegenheit nutzen und sich in dem Haus ein wenig mehr umsehen können, aber auch das hätte den Moment des Wiedersehens lediglich aufgeschoben. Nein, er blieb bei seiner Entscheidung und wandte sich der Stmme zu, der er sich langsam näherte.
Dass auch er von den empfindlichen, dunkelelfischen Ohren rascher wahrgenommen werden würde als von dessen Gegenüber, davon konnte der Spion ausgehen. Trotzdem kündigte er sich an, ehe er komplett heran getreten war. Dabei wäre es vielleicht ganz interessant gewesen, etwas zu lauschen, bei der ungewöhnlichen Situation, in der er Kraz'hian vorfand. Lässig lehnte der Ältere am Türrahmen und unterhielt sich mit jemandem in dem Raum, in den er sich dabei wandte.
Bislang hatte er nichts verstehen können und nun war die Gelegenheit vertan. Der Kopf seines Lehrmeisters drehte sich und er schenkte ihm ein amüsiertes Grinsen. "Ah, von den Toten wieder auferstanden, hm? Hat unsere Perle dich gut zu Wachs durchgeknetet?", fragte er frotzelnd und mit scheinbar guter Laune.
Als daraufhin ein empörtes Schnauben erklang, konnte sich Skýler vermutlich, auch ohne in den Raum selbst hinein zu linsen, denken, mit wem der andere sich bislang unterhalten hatte. "Besitzt sie nicht wahre Zauberhände? Kein Wunder, dass jeder zu ihr will!", schmeichelte er weiter und bedeutete seinem Schüler, dass dieser ruhig näher treten konnte.
"Hattest du nicht gesagt, du hättest es eilig, weiter zu kommen?", kam es mürrisch von Merle, was einen Rauswurf kaum noch offensichtlicher werden ließ. Dabei bedurfte es ihres grimmigen Blicks gar nicht, den sie dem Dunklen dabei zuwarf.
Sie selbst saß in der Mitte des Raumes, der unverkennbar die Küche war, an einem Tisch und hatte einen Teller mit Brot und etwas Schinken vor sich, scheinbar ihr eigenes Frühstück als Stärkung nach ihrer verfrüht geforderten Arbeit. Daneben befand sich ein Brett mit einem großen, scharf wirkenden Messer und beim Tischbein stand ein Korb, gefüllt mit Gemüse, das wohl darauf wartete, geputzt und geschnitten zu werden, kaum, dass die fertige Mahlzeit nicht mehr relevant wäre.
Kraz'hian lachte leise und klang dabei fast schon ehrlich amüsiert. "Eile mit Weile, meine Perle, das weißt du doch!", neckte er sie und zwinkerte ihr zu. War es ein Zufall oder Absicht, dass sie plötzlich das Bedürfnis zeigte, das Messer neben dem Schneibrett minimal neu auszurichten?
Er hob eine Hand zum Zeichen des Friedens und deutete eine Verbeugung an. "Wir werden dich nicht länger aufhalten, meine Liebe. Trotzdem sollst du wissen, es war schön, dich mal wieder gesehen zu haben!"
Damit wandte er sich um und verpasste den Moment, in dem sich ihre Miene minimal und lediglich für einen flüchtigen Herzschlag lang aufhellte. Aha! Ganz so unangenehm schien er ihr also doch nicht zu sein, wie sie die ganze Zeit über glauben machen wollte! "Ja, ja, vergiss nicht auf die Bezahlung!", machte sie jedoch ablehnend und geschäftig, während sie mit der Hand wedelte, als wolle sie die beiden Männer wie lästige Insekten vertreiben.
Der so Angesprochene sah sie über die Schulter noch einmal an. "Habe ich das jemals?", fragte er gespielt unschuldig und zwinkerte ihr zu, dass sie die Augen verdrehte.
Er lachte noch einmal leise, wandte sich aber nun wirklich zum Gehen und würde seinen Schüler vor sich herschieben, sollte dieser nicht schnell genug ausweichen, um ihm im Anschluss daran zu folgen.


Skýlers Weg führt in zu Wo Schatten sich herumtreiben
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