Unerklärliches wird fort gesetzt...

Dies ist einer der größten Märkte Celcias, was den Verkauf von Eisen- und Goldwaren wie Waffen, Schmuck und Rüstungen angeht, welche in den einheimischen Schmieden erzeugt wurden.
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Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Freitag 8. Februar 2013, 10:04

Parak kommt von: Trautes Heim

So stürmisch wurde die alte Klara ja noch nie von dem jungen Rattenfänger begrüßt. Und dabei kannte sie ihn doch so lange. Er hatte sie an den schultern gepackt und ihr entwich ein erschrockenes Aufstöhnen, als parak ein wenig seine Kraft vergaß und sie schüttelte.
„junge...junge...sei vorsichtig und beruhige dich“ Sie wischte seine Hände von den Schultern, sah ihn tadelnd an. Dann wies sie ihm, ihr zu folgen. Die Jugend war aber auch immer stürmisch.
Sie betraten ihren Wohn- und Arbeitsraum, noch immer waren dort die zwei Stühle, wenn der eine Auch immer für ihren Gatten war und heutzutage, wenn sie mal Besuch empfing.
Sie holte tief Luft, bevor sie zu erzählen anfing, Strich sich dabei ihre Kleidung wieder glatt.
„ja, leider, genau der Bäcker. Ich habe es von dem Boten erfahren, der mir mein Brot immer morgens bringt. Schrecklich!... Die arme Familie!“
Sie griff in eine Tasche und holte ein Tuch hervor, was sie sie sich abwechselnd ans eine oder andere Auge hielt um die Tränen weg zu zwischen.
Als Parak ihr seinen Fund reichte, legte stoppte sie das Tuch wieder weg und konzentrierte sich darauf. Zog es zwischen den Fingern lang, Drehte es auf ihren Finger auf, hielt es gegen das Licht und biss sogar mal kurz rein, als wollte sie es zerreißen.
Sie schnalzte mit der Zunge, und befeuchtete ihre Lippen, bevor sie zu Parak sah.
„Das ist ein Haar! Nicht gefärbt oder so, von Natur hat es diese bläuliche Färbung... seh im Dunkeln ist es schwarz: von einem Elfen würde ich sagen.“
Dass es Parak dann so eilig hatte, ließ sie zwar verwundert die Stirn runzeln, aber sie hielt ihn nicht unnötig auf. Nickend verstaute sie dieses Haar und begleitete ihn dann zur Tür.


Parak hatte es eilig. Sorge war in seinen Gedanken. Wer wusste schon was beim Bäcker passiert war. Und wann war es geschehen.
Nachdem er also seine Hunde gebändigt hatte, und sie wollten nun wirklich ungerne an die Leine. Doch die Hunde spürten, dass sie sich fügen mussten.
Zwar versuchten sie sich wegzuducken, und schüttelten sich, als die Leine am Halsband befestigt wurde, jedoch hatte parak die Führung.
Das Buch wurde verstaut und er machte sich auf dem Weg.
Die Leute, die um diese Uhrzeit unterwegs waren, blickten verwundert dem Kammerjäger nach. Ihn so früh unterwegs zu sehen, verwunderte die Leute doch. Getuschelt wurde so oder so, wenn er so eilig unterwegs war. Irgendwo eine Ratten oder Mäuseplage, wurden dann hinter vorgehaltener Hand gemutmaßt.

Parak erreichte Das Haus des Bäckers, welches er am gestrigen Abend so vorschnell verlassen hatte. Die Miliz war dort und Randler, faltete gerade einen Mann zusammen, der scheinbar kleiner und kleiner wurde. Beim genauen hinsehen, konnte parak erkennen, dass e sich um den Boten handelte.
Von draußen sah nichts nach einem Vorfall aus, doch die Bäckerstube war geschlossen. Ein Schild an der Tür, vertröstete die Kunden, dass man heute später öffnen würde.
Ein Karren kam gerade an, auf dem etwas lag, was mit Tüchern verborgen war.
Georg und Dariah knurrten auf, deren Fell sträubte sich.
Auf einer Wassertonne, die an einem haus, welches neben der Bäckerei stand, hockte eine Katze, die sich genüsslich die Pfoten leckte und sich von dem Gewusel nicht stören ließ.
Farbe und Statur kamen mit der Katze überein, die Parak schon im Haus des Schlachters gesehen hatte.
Natürlich konnte es auch Zufall sein.
Randler fuhr rum, als einer der Soldaten auf die Schulter klopfte.
„Was?.... jaja...ich geh gleich hin. NEUN! Keiner soll hier irgendetwas anfassen, bis alles aufgenommen ist.“
Noch hatte er den Kammerjäger nicht bemerkt, aber die Katze blickte zu Parak, legte den Kopf leicht schrägt, während sie sich hinlegte. Nur ihr Schwanz war nach oben gestreckt und wedelte erregt von rechts nach links. Sie schien fast zu Parak zu grinsen.
Seine Hunde weigerten sich auf jeden Fall, dorthin zu gehen.
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Sonntag 10. Februar 2013, 15:31

Weil es so früh war, waren die Straßen beinahe leer und Parak konnte ungestört so schnell laufen wie er wollte. Er schaffte die Strecke in kurzer Zeit. Er machte sich Sorgen. Auch wenn die Bäckersfamilie ihn gestern verärgert und gedemütigt hatte, so nahm er doch noch Anteil an ihrem Schicksal. Außerdem betraf es ihn sogar ihn selbst. Die ersten Morde hatten niemanden getroffen, den er kannte, aber auf einen Schlag waren es Leute, die er kannte und das sogar an zwei aufeinander folgenden Tagen. Und das Buch, das er an den einem Tatort gefunden hatte, nicht zu vergessen. War er vielleicht das nächste Ziel? Warum? Er hasste Katz-und-Maus-Spiele genauso sehr, wie er Katzen und Mäuse hasste.

Und wo er gerade an Katzen dachte: Saß da nicht eine Katze auf dem Rand eines Regenfasses? Eine Katze, die ihm erstaunlich bekannt vorkam und bei deren Anblick die Kratzer auf seinem Nacken pochten? Das Verhalten seiner Hunde deutete darauf hin, dass es die selbe Biest war. Georg und Dariah wollten keinen Schritt näher. Da half auch das strenge Ziehen nicht. Natürlich könnte Parak die beiden mit grober Gewalt vorzerren, aber was wäre er dann für ein Hundehalter, wenn er die Hunde mit Muskelkraft antreiben musste?
„Elende Feiglinge.“, zischte Parak. Er wollte schon selbst losgehen, um die Katze zu vertreiben, aber dann hielt er doch inne. Gregori Randler würde ihn für einen Spinner halten und die Beweise, die Parak gesammelt hatte für nichtig erklären. Dabei wollte Parak, dass der Hauptmann herausfand, wieso Aiden so schnell aus dem Gefängnis entlassen wurde. Es musste irgendwas Schriftliches dazu geben. Die Leute, die schreiben konnten, waren doch immer ganz wild darauf, alles aufs Papier zu bringen, was sie für wichtig hielten.

„In Ordnung. Das eine Mal lass' ich's noch durchgehen.“, flüsterte Parak und schlug einen anderen Weg ein: Er lief mit seinen Hunden in einem weiten Bogen um das Regenfass herum, sodass sie auf der Seite der Ladenfront landeten, die am weitestens vom Fass entfernt war.
„Hauptmann Randler.“, sagte er, um auf sich aufmerksam zu machen. „Der Brotjunge meiner Nachbarin hat's ihr gesagt und die dann mir. Stimmt es?“ Und leise fügte er besorgt hinzu: „Hat es etwa die ganze Familie...?“
Schnell gab er noch einen kurzen Bericht:
„Ich habe mich umgesehen und ich habe vieles gesehen, was sie hören müssen, aber nichts Handfestes bisher. Wir reden darüber, nachdem wir uns hier umgesehen haben, ja?“
Parak nahm natürlich sofort an, dass er bei der Untersuchung von Anfang an mitmachen durfte. Etwas anderes kam für ihn nicht in Frage.

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 13. März 2013, 15:34

Die Katze auf dem Regenfass legte sich hin und streckte ihre Glieder, behielt aber den Kammerjäger und dessen, mehr als feigen Hunde im Blick. Ein leises, fast fragendes Miau ging von ihr aus.
Sind wir etwa wirklich so feige, schien es in etwa zu sagen. Obwohl Parak nicht einschätzen konnte, ob es an der Katze oder an seiner Einbildungskraft lag, dass er diesen Satz fast zu hören schien. Aber sie folgte mit den Augen den Mann und als er dann tatsächlich bei Hauptmann Randler ankam, erhob sie sich geschmeidig und sprang vom Regenfass um in eine andere Richtung zu verschwinden.

Randler wedelte noch aufgeregt mit den Händen, um seine Leute zu organisieren, als Parak bei ihm ankam. Genervt fuhr er rum, aber als er den Kammerjäger sah, glätteten sich die Zornesfalten ein wenig.
„Furchtbar! Es hätte nicht sich gleich verbreiten dürfen… verdammt aber auch….“ Er wies zu den jungen Mann hin, der mit hängenden Kopf und Schultern sich zum xten mal eine Standpauke und Belehrungen anhören musste. Ebenfalls wurden Notizen gemacht, wen er alles dies schon erzählt hatte.
Randler rieb sich die Schläfe und fuhr dann fort.
„Nein..es betraf nur den Bäcker… wieder wurde er tot aufgefunden. Die Tochter hatte ein Geräusch gehört und ihr Schrei hatte den Angreifer oder was es auch war, in die Flucht geschlagen. Wir werden uns später mit ihr unterhalten…Furchtbar…“ Er schüttelte den Kopf und hörte sich dann die Ausführungen des jüngeren Mannes an. Streichelte dabei die beiden Hunde, damit er seine ziemlich blankliegenen nerven beruhigen konnte.
„geht klar… Das Opfer wird erst mal zum Leichenhaus gebracht. Außer uns darf dort keiner hin…“ Er seufzte und schritt dann gemeinsam mit Parak zu dem Ort des Geschehens. Je näher man dem Eingang zur Bäckerstube kam, desto kühler schien es abermals zu werden. Randler selber blickte konzentriert- doch auch er erkannte, dass hier etwas mehr als seltsam aussah.
Er nickte nur kurz zu den Hunden, dass diese besser erst mal draußen bleiben sollten. Hier und da standen Soldaten der Miliz rum und sicherten den Bereich ab.
„merkwürdig oder… heute Nacht, hatte es nicht gefroren. Wir haben nichts verändert, auch wenn es im Blut der meisten Leute hier, der Drang zum Aufräumen ist. Nur den Toten haben wir weggebracht… „. Randler zog sein Schwert und stieß die Tür auf, In der Bäckerstube sah es wie beim Schlachter aus.
„Ein Bürger der Stadt, hörte den Schrei der Frau und hat uns kontaktiert…tja, für den Vater kam leider die Hilfe zu spät“
Blut war am Tresen und auf dem Boden. Es sah aus, als hatte der Bäcker sich noch bewegt- vielleicht sogar gekämpft und sich verteidigt. Es war bekannt, dass der Bäcker früher als Soldat gedient hatte und sich mit seiner Frau zu ruhe gesetzte hatte, als diese schwanger war.
„Die Tochter kam von hinten der Backstube… sie ist unter Schock und ist mit der Mutter bei einem Bekannten untergekommen. Aber sie ist eine Zeugin, wenn man sich auch fragen kann, wie weit sie es nüchtern erzählen kann… Das arme Mädchen!“ bedauernd schüttelte er den Kopf.
„Was für ein Ungeziefer kann so was verursachen! Nie und immer war das durch einen Mensch geschehen…“ murmelte er leise vor sich hin.
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Sonntag 17. März 2013, 16:38

Diese dreckige Katze, warum musste sie Parak unbedingt verfolgen? Wären hier keine andere Personen, der Rattenfänger würde sich auf die Katze stürzen und es darauf ankommen lassen. Aber wenn das herauskam, würde man ihn für irre erklären. Man würde ihn aus der Ermittlung ausschließen und das hieß keine Bezahlung und weitere Morde. Aber Parak würde sich schon etwas fieses für den Flohsack einfallen lassen. Darauf konnte man Gift nehmen.

Dass der Brotjunge geschimpft wurde, hatte seine Gründe. Er hatte die Nachricht des Mordes verbreitet und wenn der Morgen seinen Lauf nahm, würden die Menschen an den Brunnen, auf dem Markt und in den Tempeln tratschen und glauben sie hätten ein Anrecht darauf, hier rumzustehen und zu glotzen. Es würde nicht lange dauern, dann gab es hier eine Menschenmenge.
Trotzdem hatten dessen Plaudern eine gute Seite: Parak war benachrichtigt worden und konnte rechtzeitig herkommen. Hauptmann Randler schien auch nicht unzufrieden mit Paraks Erscheinen zu sein. Er erklärte ihm, dass der Bäcker das einzige Opfer war. Der Rattenfänger war etwas erleichtert, dass Mutter und Tochter es überstanden hatten. Trotzdem war der Tod des Bäckers schlimm. Natürlich war Parak zornig auf den Bäcker gewesen. Aber jetzt, nach dessen Ableben, war seine Wut verflogen. Der Bäcker hatte gutes Brot gemacht und hatte er Parak nicht sogar einen guten Kerl genannt? Vielleicht war die Verlobung der Tochter gar nicht auf seinem Mist gewachsen... Parak hoffte, dass Annabell den Verlust verkraftete.
Der Rattenfänger merkte, dass er etwas weggetreten war, also klärte er Gregori Randler auf: „Ich hab' immer Brot hier gekauft. Sogar gestern.“

Gregori deutete an, dass die Hunde draußen bleiben sollten und Parak kam dem strikt nach. Er drückte die Leinen in die Hand des Lieferjungen. „Kein Sterbenswörtchen, klar?“ Der Junge konnte sich ruhig nützlich machen und auf die Hunde aufpassen.

Wieder kam die frostige Kälte, genauso wie beim Schlachter. Auch Gregori bemerkte, dass die Temperatur unerklärlich niedrig war. Der Rattenfänger erklärte: „Die Kälte gab's auch beim Schlachter. Die ist nicht natürlich, sag' ich.“
Der Hauptmann zückte sein Schwert, bevor er eintrat. Eigentlich waren ja schon Wächter hier drinnen gewesen und viel Zeit seit dem Mord vergangen, aber der Mann ging auf Nummer sicher. Parak konnte da nicht mithalten oder sollte er jetzt etwa sein Rasiermesser hervorholen?

Er trat hinter dem Offizier ein und schaute sich ganz genau um. Parak war gestern einer der letzten Gäste, vielleicht sogar der allerletzte, gewesen. Er suchte, ob er irgendwelche Unterschiede zu gestern feststellen konnte. Blut und Eis waren zwar die offensichtlichsten Spuren, aber der Teufel steckte bekanntlich im Detail.
Hauptmann Randler erklärte, dass es sich nur um eine Bestie gehandelt haben konnte. Der Rattenfänger erwiderte: „Hmm. Guckt auch nach Dingen, die auf 'ne Person deuten. Eine, die direkt vor dem Gemetzel hier war.“
Vielleicht mochte das Randler jetzt verwirren, aber vieles hatte beim Schlachter auf Personenbesuch hingedeutet.

Weitere Dinge, die er untersuchte, waren, auf welcher Seite des Verkaufstresen der Kampf stattgefunden hatte, ob es Zeichen für gewaltsames Eindringen an der Tür oder an Fenstern gab – oder ob es Krallenspuren wie beim Türrahmen zur Speisekammer des Schlachters gab. War auch hier alle beweglichen Dinge durcheinander geworfen? Und bezog sich das ganze nur auf den Verkaufsraum oder gab es auch woanders noch Spuren?

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Sonntag 24. März 2013, 15:25

Während Parak also gedanklich bei dem Bäcker war, merkte er nicht, dass ihn Randler schon eine Weile ansah. Aber war er verwunderlich, dass es den jungen Mann etwas schockte. Natürlich hatte der Kammerjäger schon eine Menge gesehen, aber vielleicht konnte er jetzt Randlers verzwickte Lage verstehen. Und zudem war er von dem Mut des Mannes angetan, wo selbst gestandene Krieger es mit der Angst zu tun bekamen. Es war aber zu seltsam. Er legte die seine Hand auf die Schulter des Jüngeren und drückte kurz zu, bevor er sie wieder wegnahm. Der Ältere sich sammelte, als dieser sagte, dass er gestern noch beim Bäcker gewesen war.
„ja, ich kaufte mir auch dort mein Brot immer...keine Sorge,wir werden den Täter finden..“

Parak kam der Bitte von Randler nch und dieser ergriff die Leine der Hunde und nickte eifrig.
„Werde ich....ich sage nichts.“
Er umklammerte die Leine der Hunde und hielt dem Ziehen der Hunde stand, die sich dann zu den Füßen ablegten und ihrem Herrn mit leisem Winseln hinter her blickten.

Jetzt war es aber an der Zeit den Tatort zu untersuchen. Randler schnaubte, eine sichtbare Dampfwolke zeigte sich und machte deutlich wie kalt es hier war.
„nein, natürlich ist das auf keinen Fall....“ bestätigte mit einem kurzen Seitenblick zu Parak, während er sich vorsichtig und wachsam umsah.
„Gibt es Monster oder Kreaturen, die so was können?...meine Großmutter meinte mal, dass Faun und Florencia auch über das Volk der Feenwesen gebieten. Aber solche Vorfalle....“ Er schüttelte abermals den Kopf. Mit einem Geste, deutete er Parak die eine Seite zu untersuchen.
„Interessant dass ihr das sagt, denn mir würde gesagt, dass hier jemand noch später da war. Der bekannte, der Familie soll noch spät Abends gekommen sein und sich mit dem Bäcker nach hinten verzogen haben. Er ging aber, noch bevor der Vorfall passierte. Hmm.... Es hatte irgendein private Gespräch gegeben.... Jedenfalls erzählte es die Bäckerin.. Sein Name ist Vankassian. Schon mal gehört?“

Das Blut war verstärkt gegenüber der Ausgangstür zum Markt zu finden, verteilte sich dann aber bis zu den Tischen. Ein zerschmetterter Stuhl lag dort, eins der Stuhlbeine neben einer dunklen Lache Blut. Es musste also vor dem Verkaufstresen sich der Kampf vollzogen haben. Auch musste mit jemand- vermutlich der Angreifer, den Bäcker an einer Arterie erwischt haben und trotzdem hatte der Bäcker versucht sich zu wehren. Hinter dem Tresen war nichts zu sehen, sondern alles ordentlich. Bei genauerem Hinsehen, konnte Mann, am Tresen kleine Absplitterungen sehen, als wenn dort etwas mit Kraft dagegen gestoßen worden war und auf dem Tresen, sah man einen Handabdruck im Holz gedrückt. Ob der schon vorher war, konnte man schlecht sagen, aber es zollte von enormer Kraft. Genauer hingesehen, waren dort, wo die Nägel sein mussten tiefere Einbuchtungen, wie als hätte man lange Nägel gehabt.
Hinter dem Tresen standen.... oh, wie auffällig. Zwei schön verzierte Becher und eine Flasche bester Wein. Der Wein war noch halbvoll, während eindeutig aus den Bechern getrunken wurde, da noch kleiner Rest verblieben war.
„ Erschreckend ist es auch, dass zwar hier Blut ist...aber die Leiche kaum noch Blut beinhaltete. Ich bin schon lange genug in meinen Beruf um zu wissen, dass Menschen mehr Blut in sich haben, als hier verteilt war....“ Ein Schauer überkam den Offizier.
„Womit haben wir es zu tun?...Mit dem Stuhl schien er sich gewehrt zu haben. Hat ihn wohl nichts gebracht....“
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Montag 25. März 2013, 22:06

Hauptmann Gregori Randler legte die Hand kurz auf Paraks Schulter. Die Geste war ungewohnt: Parak hatte in seiner Jugend nie eine männliche Bezugsperson gehabt; Hjorn war mit Lob und Ermutigungen noch sparsamer als wie mit seinen Münzen gewesen. Der junge Mann nahm sich vor, sein bestes zu geben.

Ob er denn ein Wesen kannte, dessen Erscheinen mit dem Auftreten von Kälte in Zusammenhang stand? Parak schüttelte den Kopf. Da ging etwas nicht mit rechten Dingen zu. „Und ich hab' mal gehört, dass eine Hexe ein Dorf verflucht hat und dann gab's da Winter das ganze Jahr durch.“
Der Bäcker hatte also tatsächlich Besuch gehabt. Vankassian hieß der Mann und vielleicht war das sogar der Paraks geheimnisvoller Nebenbuhler.
„Noch nie gehört. Klingt nach einem Tiefländer. Ist der zu sprechen? Vielleicht hat er was bemerkt.“
Aber bevor sie sich irgendwelche Zeugen vornahmen, mussten sie erst einmal den Tatort untersuchen. Und danach wollte er seinen eigenen Bericht abgeben und sich anhören, was der Jäger außerhalb der Stadtmauern gefunden hatte.

Parak schaute sich um und wurde bald fündig: Auf dem Tresen war der Eindruck einer Hand. Er hätte ihn nie gesehen, wenn nicht die Oberfläche leicht mehlig war und ebendiese Hand auch Spuren im Mehl hinterlassen hatte.
Um Holz zu verformen brauchte es gehörig Kraft. Und er erblickte auch den kaputten Stuhl und wie das Blut auf dem Boden verteilt war. Parak brauchte eine Weile, um zu rekonstruieren, was hier passiert sein könnte.

Er stimme Gregoris Theorie mit dem Stuhl zu: „Ich denke, zu aller erst hat das Monster ihn schlimm verwundet, bevor er dann den Stuhl von hier nimmt.“ Parak zeigte zu einer Stelle bei den Tischen, wo viel Blut war. „Packt ihn mit beiden Hände an der Lehne und haut damit zu. Volltreffer! Das Bein, das es zuerst auf Fleisch trifft, bricht ab. Aber das Vieh haut's nicht zu Boden, sondern es strauchelt nur nach hinten und fängt sich an der Stelle vom Tresen ab. Da is'n Abdruck drinnen, seht Ihr?“
Parak zeigte Randler die Stelle, die er meinte. Es war eine Hand und er konnte die vier Finger wie bei einem Menschen erkennen. Aber es war, als hätten die Finger Klauenspitzen. Parak fuhr über die Einkerbungen und erklärte was er dachte. Um seine Behauptung zu untermauern, dass es Nagelspuren waren, nahm er sich alle Brotschneidemesser, die er fand und ritzte mit jedem zum Vergleich über das Holz. Keine Schnittspur passte zu denen beim Abdruck. „Außerdem sind sie genau da, wo die Finger sind.“

Der Rattenfänger schluckte und sprach weiter: „Dann hat es ihn trotz Gegenwehr getötet. Aber das ist nicht das wichtige.“ Er beugte sich zu Hauptmann Randler vor und blickte ihm ernst in die Augen. „Es geht auf zwei Beinen. Aufrecht. Sonst hätte es nicht diesen Abdruck hinterlassen. Ein Vierbeiner kann und braucht sich nicht so abstützen. Es ist stark, denn's hat 'nen derben Stuhlhieb überstanden, ohne zusammenzuklappen. Es hat zwar Klauen, aber nicht wie 'ne Katze oder 'n Hund oder 'ne Ratte, sondern an 'ner Hand wie von 'nem Menschen. Beisst seine Opfer zu Tode. Hat Reiß- und Schneidezähne, ist also kein reiner Fleischfresser. Hat aber kein Fleisch gefressen und wenn Ihr Recht habt, trinkt es möglicherweise... Menschenblut.“
Langsam nahm das Bild des mörderischen Wesens Gestalt an. Groß, stark, auf zwei Beinen. „Greift in der Nacht an, aber wo versteckt's sich am Tag?“
Ein Blut trinkendes Monster wie aus einem Alptraum, das die Kälte mit sich führte. Wenn es jemals zur Konfrontation kam, würden Parak und seine Hunde definitiv den kürzeren ziehen. Aber ein paar Wächter in Metallrüstungen mit Schwertern wie das des Hauptmannes würden hoffentlich Hackfleisch draus machen.

Er schaute sich etwas weiter um und entdeckte Weinbecher mit einer halbvollen Flasche hinter dem Tresen. „Hmm...“, Parak dachte an die Weingläser beim Fleischer, „Wo genau haben der Bäcker und Vankassian sich unterhalten, meintet Ihr? Gleich hier oder in 'nem anderen Raum?“
Möglicherweise hatte es einen zweiten, späteren Besuch gegeben, aber vielleicht schoss der Rattenfänger einfach bloß einen Bock mit diesem Gedanken.

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 17. April 2013, 16:10

„ich habe schon einen Boten rausgeschickt, der den Mann zu einem Gespräch einlädt. Hexen, die ein Dorf verfluchen, ich hoffe doch nicht….“ Murmelte der Hauptmann vor sich hin und kratzte sich am Kinn.
Die Bewegungen und Untersuchungen des Raumes waren zumindest für den Rattenfänger von Erfolg gekrönt. Zwar konnte sich Randler einiges ebenfalls zusammenreimen, doch was ihm der junge Mann offenbarte, ließ ihn doch hart schlucken. Jedoch war Randler beeindruckt von der schnellen Kombinationsgabe und alles was der Mann sagte, war glaubhaft.
Randler entwich ein keuchen, als er den Beweis sah, dass es sich tatsächlich um den Abdruck einer klauenbewehrten Hand handelte.
„bei den Göttern…das wird ja immer schlimmer. Aber ihr habt recht, dass ist eindeutig. Wird schwer es dem Dorfbüttel mitzuteilen.“
Weitere Ausführungen folgten und Randler konnte es sich bildlich vorstellen. Es konnte kein Tier gewesen sein. Zumindest keins was bekannt war.
„Hmm, vielleicht ist es ein fehlgeschlagenes Experiment eines Magus …oder etwas was beschworen wurde.“ Äußerte der ältere Mann seine Vermutungen, während sein Blick ein Xtes Mal durch den Raum wanderte und nach anderen möglichen Lösungen dachte.
„Könnte es denn auch jemand gewesen sein, der gerüstet war…und der Abdruck von einem Spezialhandschuh kam?“ jeder Mensch versuchte sich an einer einfacheren Lösung, doch Parak konnte sehen, dass Randler selber nicht daran glaubte. Er war von dem, was der Rattenfänger erzählt hat überzeugt.
Die Vorstellung, dass irgendein Monster möglicherweise durch die Stadt lief, welches auf zwei Beinen ging, Stark und ein unnatürliches Gebiss besaß und zudem Menschenblut trank, war mehr als erschreckend.
„Parak, das darf nicht an die Öffentlichkeit, bis wir genaueres wissen. Ihr hätten wirklich zur Miliz gehen sollen, ich hätte es nicht anders kombiniert…aber wir dürfen keine Panik auslösen. Doch ich werde ein Verbot rausgeben, dass nach Sonnenuntergang kein Geschäft und des Weiteren geöffnet haben darf und man sein Haus nicht verlässt. „ Randler blickte ernst zum Fenster raus, blickte auf den Hof. Seine behandschuhte Hand fest um den Griff seines Schwertes.
„wir werden dieser Bestie Herr!“ Grollte er tief und entschlossen. Aber zunächst muss man sie ja finden.
„Wenn sie im Dunkeln haust, werde ich Leute losschicken, die alle möglichen Verstecke durchsuchen werden….was?“ Randler drehte sich zu Parak um und sah den über den Tresen hinweg, wo der junge Mann stand.
„ähm, ich glaube…“ er schloss kurz die Augen und reib sich die Schläfe. Kopfschmerzen hatten sich bei dem Hauptmann breit gemacht- er war einfach zu alt für so viel Stress.
„Der Bäcker hatte sich hinter dem Tresen mit den Herrn getroffen. So machte er es wohl immer, wenn er einen bekannten empfing. Wieso?“
Es musste nichts heißen, aber es war doch auffällig. Ein Scharren am Fenster und auf der Fensterbank saß wie so oft eine Katze. Wieder DIE Katze. Sie kratzte an die Scheibe, doch war ihr Blick auf den des Rattenfängers gerichtet. Von draußen drang gedämpftes Bellen von Hunden. Aufgeregt! Sie sprang aus dem Sichtfeld.
„hmm, was ist denn da los?“ Randler trat zur Tür und brüllte dem Jungen, der Paraks Meute festhielt zu, dass die Hunde still sein sollten. Etwas huschte an dem Hauptmann vorbei und mit einem Satz, saß eine Katze auf der Theke. Die, die eben noch vor dem Fenster gehockt hatte.
„sei nicht so neugierig…“ sprach sie leise zu dem jungen Mann.
„Was?...oh, nein….du verschwindest wieder..“ Die Katze am Nacken packend, so als wenn sie nichts gesagt hatte, entfernte Randler die Katze und beförderte sie wieder nach draußen. Vermutlich hatte sich Parak dies auch nur eingebildet. Im Griff von Hauptmann Randler verhielt sie sich jedoch wie eine normale Katze.
„Parak, begleitet ihr mich?“
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Samstag 20. April 2013, 08:39

Parak hatte seine Behauptungen mit plausiblen Beweisen untermauert. Er hielt das für keine großartige geistige Leistung. Er hatte einfach nur die Augen offen gehalten, wie er sonst nach Spuren von Ratten und Hinweise auf ihre Nester Ausschau hielt. Auch hatte er die Ekel und Angst vor Blut schon vor langem überwunden, so konnte er einen kühlen Kopf bewahren.
Aber vielleicht war es auch ganz anders, als Parak dachte. Hauptmann Randler hatte eine vorsichtige Vermutung geäußert, dass jemand Klingen auf einen Handschuh gebunden haben konnte. „Dann hat er aber auch ein Stahlgebiss gebraucht.“, erklärte der Rattenfänger abwehrend. „Nichtsdestotrotz... Ich habe Dinge gefunden... Überall, wo die Bestie war, war auch etwas Schlaues. Ihr werdet's verstehen, wenn Ihr es seht.“ Parak dachte dabei an das Buch und das Messer.

Gregori Randler meinte, dass Parak gut in der Miliz aufgehoben wäre. Dessen Miene wurde kurz finster, bevor er dann sagte: „Das Kasernenleben wär' nichts für mich.“ Sein ganzes Leben über hatten Leute ihm befohlen, was er zu tun und lassen hatte, wo und wann er schlafen sollte. Und dann noch stundenlang untätig Wache schieben müssen. Außerdem musste er dann auf seine Hunde verzichten.
Nein, Parak schätzte seine gewonnene Freiheit sehr und wollte sein eigener Herr bleiben. Aber als freier Vertragsnehmer für die Miliz zu arbeiten, damit konnte er sich durchaus anfreunden.

„Direkt hinterm Tresen sind die Becher und die Weinflasche. Hat sie gestern gar nicht mehr aufge...“, erklärte Parak sein Missverständnis, hielt dann aber inne und spitzte seine Ohren. „Das sind meine Hunde. Was ist denn jetzt schon wieder?“ Irgendwas war geschehen, sonst würden sie nicht Alarm schlagen. Und plötzlich hörte er ein Kratzen am Fenster. Als er die Katze erkannte, weiteten sich seine Augen. Das Mistvieh tauchte aber auch ständig auf. Gregori Randler öffnete ihr sogar aus Versehen die Tür und sie schlich hinein und sprang auf den Verkaufstisch zu Parak.
Als sie dann auch noch eine Warnung aussprach, machte Paraks Herz einen Schlag. Sie konnte reden! Katzen konnten nicht reden, da war also Hexerei im Spiel. Aber als er die Mahnworte nachdachte, wandelte sich sein Gemüt, er verschränkte die Arme und ein leichtes Lächeln kam auf sein Gesicht. „Klingt so, als wäre ich auf der richtigen Spur, ne?“, flüsterte er spöttisch.
Randler packte die Vierbeinerin am Genick und trug sie heraus. Die Katze verstellte sich und gab nach außen das Bild einer normalen Streunerin. Was mochte ihre Rolle bei den ganzen Geschehnissen sein? Aber eines wusste Parak: Kein Gericht der Welt würde eine Katze verurteilen. Es würde am Ende an ihm liegen, sie ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Lynchjustiz an einem Vierbeiner zu verüben, vor zwei Tagen hätte er darüber gelacht. Aber jetzt war es eine unumgängliche Maßnahme. Die roten Streifen an seinem Nacken pochten wieder ganz leise.

Der Dessarier verließ ebenso das Gebäude. Hauptmann Randler fragte Parak, ob er ihn begleiten möge. Der nickte, ging aber vorher zum Brotburschen. Er nahm die Hundeleinen wieder an sich und gab ihm eine Fuchsmünze zusammen mit einem warnenden Blick, auf dass er ja nichts ausplaudere. Dann folgte er dem Offizier. „Wohin geht’s?“

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 2. Mai 2013, 12:21

„Hmm, da habt ihr recht…ein Stahlgebiss wäre seltsam. Aber man sollte ja immerhin alles bedenken“ Der Ausdruck des Mannes sagte, dass er es leider nicht glaubte, dass ein gerüsteter Mann diese Gräueltaten verrichtet hatte. Es war immerhin leichter einen Menschen zu jagen, als eine magische Bestie.
„Wie meint ihr das, etwas schlaues?“ Der Hauptmann sah ihn fragend an. Er konnte sich beim besten Willen nichts vorstellen. Aber da war ja auch der Unterschied, Parak hatte diese Sachen gefunden.
„Schlau empfinde ich das nicht, wenn man Menschen die Kehlen zerreißt und dann vermutlich auch noch alles eineist.“ Er schüttelte abermals den Kopf. Was war nur hier los? Diese Stadt war immer so friedliche gewesen.
Als sich die Miene des Kammerjägers verfinsterte, spürte Randler, dass er wohl die falschen Worte gesagt hatte. Dabei meinte er es als Kompliment. Dieser junge Mann hatte mehr Fähigkeiten, als so manch übereifriger Soldat den er gesehen hatte. Und zudem das Herz m rechten Fleck! Das konnte der ältere Mann gut und recht von sich behaupten eine Kenntnis von Menschen zu besitzen.
„War es damals auch nicht für mich…deswegen bin ich heutzutage froh nicht mehr auf eine Kaserne angewiesen zu sein. Nimmt es mir nicht übel, doch ihr seit ein fähiger Mann“
Noch bevor Randler auf die Sache mit der Weinflasche anzusprechen kam, hörte man draußen die die Hunde. Und später schlich sich auch eine Katze in die Bäckerstube. Paraks Hunde wollten ihn also warnen und als Parak zu der Katze spöttelte, verzog sie noch die Schnute und sprach mit einer Stimme , die wie Locken und Gefahr zeitgleich war:
„Eine Spur ins Verderben, wenn ihr nicht achtgibt. Das Spiel beginnt!“ da wurde sie ja auch gepackt und Randler beförderte die Streunerin- die Stimme klang weiblich, auf die Straße. Randler musste Vorkehrungen treffen und war schon draußen, Parak gesellte sich kurz darauf zu ihm. Der Brotbursche nickte nur eifrig“ ich habe nichts gemacht, die haben ohne Grund los gebellt“
Natürlich wusste parak dass Georg und Dariah nicht grundlos bellten, die Warnung vor der Katze. So war es denn eine wahr.
Randler war noch im Gespräch mit einen seiner Männer, gab Anweisungen und drehte sich dann wieder zu dem Kammerjäger um.
„Mir wurde gerade mitgeteilt, dass der Jäger eingetroffen ist! Er wartet in meinen Büro. Zwar wollte ich erst etwas anderes machen, aber den Dorfbüttel muss ich dann anschließend aufsuchen. Folgt mir am besten!“ Randler schritt dann voraus und sein sorgenvolles Gesicht, war nur zu sehen, wenn sie alleine waren. Es war nie gut vor dem Volk ein zerknirschtes gesiecht zu haben. Zu leicht wurden die einfache Bevölkerung beunruhigt.
Es dauerte nicht lange, da waren sie auch schon beim Büro des Hauptmannes. Durch ein Guckfenster konnte man auf den Jäger sehen…und sehe da, es war ein alter bekannter von parak. Es war der Mann aus der Zelle, der bekannt war, für seine Dolche. Wie seltsam. Er sah genährter aus, hatte jedoch den durchtriebenen Blick einer Schlange.
„Sieht ja nett aus…“ Spottete der Hauptmann, noch bevor sie zur Tür eintraten. Für Randler war es selbstverständlich, dass der Kammerjäger ihn begleitete. Und auch wenn seine Soldaten seltsam schauten, erhoben sie nicht das Wort.
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Sonntag 5. Mai 2013, 22:09

Entweder Parak verlor stückweise den Verstand oder er war tatsächlich eine Fehde mit einer Katze eingegangen. Egal, der Fall musste auf jeden Fall aufgeklärt werden. Nur so konnten der Schlachter und Annabells Vater gerächt werden. Außerdem war die Sache mit dem Buch eine offensichtliche Drohung und Parak konnte das nicht dulden!
Trotzdem: Eine Spur ins Verderben? Das klang schlecht, aber wenn er nicht handelte, würde alles sowieso schlimmer werden!

Er folgte dem Hauptmann mit seinen Hunden im Schlepptau. Mit leiser Stimme fragte er: „Glaubt Ihr, 'ne Ausgangssperre wird die Leute beschützen? Wurde bis jetzt jemand auf offener Straße getötet? Schaden wird’s aber auch nicht.“ Denn wenn Paraks Verdacht, dass es eine Person gab, die mit dem Monster unter einer Decke steckte, stimmte, dann könnte man diese vielleicht durch die Ausgangssperre schnappen.
Das Ziel war das Büro von Gregori. Dort wartete bereits der Jäger, hieß es. Auf dem Vorhof und den Fluren waren zahlreiche Soldaten, jeder von ihnen wunderte sich über die Anwesenheit des Kammerjägers. Parak ließ sich davon nicht beirren. Ihr Fachgebiet blieb der Waffeneinsatz, aber für das Untersuchen von Tatorten brauchte man einen eben einen Mann von Kaliber! In diesem Fall Parak.
Sie erreichten die Tür des Büros. Die Tür hatte ein Loch zum Durchschauen und der Rattenfänger erkannte zu seinem Schrecken einen alten Bekannten. Seine Hand fuhr zu seiner Hosentasche, wo das Messer ruhte. Aiden! In einer Menschenmenge hätte er ihn vor Tagen überhaupt nicht erkannt, aber da er gestern sein Gedächtnis durchforstet hatte, konnte er die Gesichtszüge identifizieren. Dies ging so schnell, dass Parak den Hauptmann Randler am Eintreten hindern konnte, indem er ihn unsanft am Arm festhielt.
„Wie kommt es, dass Ihr Aiden beschäftigt?“, fragte der Rattenfänger aufgeregt, „Hat er sich Euch aufgedrängt? Hat ihn jemand empfohlen? Wenn ja, wer?“ Parak dachte an das Messer und das Buch. Vielleicht wurde dem Jäger auf die selbe Weise übel mitgespielt. Auch wenn er Aiden sowieso für einen kaltblütigen Mörder hielt, würde eine falsche Beschuldigung alles verschlimmern. Er brauchte mehr Antworten:
„Sagt, wann kam Euch der Gedanke, mich zu beauftragen? Wusste jemand davon? Habt Ihr es vielleicht irgendwo aufgeschrieben?“ Parak wischte sich Schweiß von der Stirn, während er die Antworten anhörte. Er atmete einmal tief durch und schaffte es, seine Miene zu festigen. Dann folgte er Gregori Randler ins Zimmer. Georg und Daria blieben an seiner Seite, schnüffelten verächtlich, und erst als er sich setzte, ließen die beiden sich ebenfalls nieder.
Randler saß hinter seinem Schreibtisch, Parak und der angebliche Jäger davor. Der Rattenfänger verzichtete darauf, ihm die Hand zu schütteln. Kennt er mich noch? Mal sehen... Auch musterte Parak ihn sorgfältig. War der Beruf des Jägers nur eine Tarnung, während er in Wirklichkeit weiter ein Leben des Verbrechens frönte? Sah er wie ein Mann aus, der durch die Gebirge streifte?

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Montag 27. Mai 2013, 11:41

Randler sah zu Parak und dann wieder zur Straße. Das der junge Mann nachfragte, verwunderte den Hauptmann nicht. Woher sollte er es auch wissen. Ein leichtes Schmunzeln bildete sich um seine Lippen, wen es auch nicht die Augen erreichte. Trotz allem behielt Randler die Ruhe, die man von einem Mann seiner Position auch erwartete, wenn ihn es doch ebenso überforderte.
„Wieso eine Ausgangssperre? Nun, es ist zu unserem Glück nichts bis jetzt auf offener Straße geschehen, doch möchte ich nicht bis dato warten. Zudem können wir ja eins mit Bestimmtheit sagen, was auch immer abends hier rumschleicht, scheint erstens immer in Dunkelheit zu agieren und wenn kein weiterer Zeuge anwesend ist zu agieren. Eine Ausgangssperre, lässt das Volk wachsamer werden…und verhindert, dass Treffen um im Dunkeln gehalten werden können…zumindest in der Theorie“ natürlich war klar, dass es nur einen minderen Schutz darstellte, wenn es eine bekannte Person im Dorf diese Morde begangen hatte. Jedoch schadete etwas misstrauen nicht, wenn die Bevölkerung dadurch wachsamer wurde. Obwohl es leider auch ins Gegenteil umschlagen konnte.
Randler ignorierte die Blicke seiner Soldaten und schritt mit dem Kammerjäger an diesen Vorbei. Man hatte seine Entscheidungen zu respektieren. Tatsächlich legte der ältere Mann sogar aufmunternde seine Hand auf die Schulter des Jüngeren und drückte diese leicht. Parak sollte sich nicht entmutigen lassen.
Und so standen sie kurz darauf standen sie vor der Tür zum Büro des Hauptmannes. Die Türklinge schon in der Hand, stoppte jedoch Randler als er Paraks sorgenvolles Gesicht sah. Fragend blickte er den Jüngeren an, während dieser noch an seinem Arm festhielt.
„Wie kommt es, dass Ihr Aiden beschäftigt? Hat er sich Euch aufgedrängt? Hat ihn jemand empfohlen? Wenn ja, wer?“
„Beruhigte euch! Aiden?...nein, der Herr heißt Marek. Er wurde mir nicht empfohlen, aber auf mein Gesuch, dass ein Jäger kommen sollte, meldete sich auch dieser Herr. Er ist bekannt für sein Wissen um diese Gegend, deswegen habe ich ihn gewählt…..Parak, verwechselt ihr ihn vielleicht? Er mag nicht vertrauensvoll aussehen, doch dass erwarte ich auch nicht, von einem Einsiedler.“ Er tätschelte aufmunternd die Hand des jüngeren. Die weiteren aufgeregten Fragen verwunderten den Hauptmann jedoch.
„ich bin auf euch gekommen. Ihr wurdet mir nicht empfohlen, sondern es war…nun, meine Eingebung…ihr verliert doch jetzt nicht die Nerven? Liegt es an diesen Mann dort?“
Fragte er und wartete die Antwort ab, bevor und öffnete dann die Tür.
Der Mann am Tisch, der jetzt den eindeutigen Geruch von Natur und Tier mitbrachte, drehte sich um und erhob sich. Er sah durchtrieben aus und hatte jedoch eine gewisse Härte in seinen Züge, die von Entbehrungen sprach. Das längere dunkle Haar war in einem Zopf gebunden und er hätte eine Rasur benötigt. Die Kleidung war gegen das Wetter ausgelegt und praktisch für die raue Gegend. Ob er sonst Waffen hatte, konnte man nicht sagen, die müsste er abgegeben haben. Ein erkennen konnte Parak nicht in dessen Augen aufblitzen sehen, wenn er jedoch den Kammerjäger kurz musterte.
„Hauptmann Randler!“ begrüsste der Mann den Hauptmann und nickte Parak zu. Seine Stimme war rau und klang so, als sprach er gewöhnlich nicht viel. Ein grollender Unterton war deutlich zu hören, wodurch sich auch Aiden ausgezeichnet hatte.
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Samstag 1. Juni 2013, 22:49

Der Hauptmann glaubte daran, dass hier eine Verwechslung vorlag. „Ich habe mich vertan.“, meinte Parak mit knirschenden Zähnen, obwohl er das für wenig wahrscheinlich hielt. Aber er wollte keine Demütigung erleiden, genauso wie bei der Katze, die er bisher verschwiegen hatte. Einfach nur den Mund geschlossen und die Augen offen halten. Am Ende würden alle Lügen sowieso zusammen mit dieser mörderischen Missgeburt von Monster unter seinem Stiefel zerquetscht werden. Daran gab es keine Zweifel.

Er folgte dem Hauptmann ins Büro und setzte sich, wobei seine Hunde zu seinen Füßen Platz nahmen. Sie verhielten sich ruhig. Die beiden Hunde waren weitaus besser als Parak, wenn es darum ging, alte Bekannte wieder zu erkennen, aber sie waren ja noch nie mit Aiden in Berührung gekommen. Wenn sie sich Marek gegenüber wenig vertrauensseelig zeigten, dann vermutlich nur, weil sie Paraks Antipathie für langhaarige, bärtige Männer teilten oder weil er wirklich einen krummen Charakter hatte.
Auch nachdem er ihn anfangs gemustert hatte, blickte er aus den Augenwinkeln auf den angeblichen Jäger.
Marek... Marek Marek Marek. Aiden. Marek Aiden. Verdammt noch mal, wer war dieser Mann?! Ein Lügner und Betrüger oder tatsächlich ein einfacher Jäger?
Angenommen, es handelte sich wirklich um Aiden. Dann hatte er entweder in mühevoller Arbeit eine falsche Identität aufgebaut oder sie vom echten Marek geklaut. Ein Einsiedler hatte keine nahen Verwandte, keine Freunde, keine Bekannte, die einen Hochstapler enttarnen konnten. Wenn Aiden es geschickt anging, musste er nicht einmal den richtigen Marek loswerden. Einfach nur zu einem Zeitpunkt auftauchen, an dem der echte Marek nicht in der Stadt war.
Aber wofür das alles? Um die Ermittlungen zu behindern? Um den Verdacht auf einen falschen zu richten? Parak wurde daraus nicht schlau. Nur eines war klar: Sollte es sich tatsächlich um Aiden handeln, dann musste er sich hüten. Er bezweifelte nämlich, dass der Messerstecher sich, seit er aus der Haft kam, auch nur um einen Deut gebessert hatte.

Obwohl er sich etwas entspannt hatte, so mochte er doch nicht allzuviel Zeit hier verschwenden. Zu langes Sitzen machte Parak nämlich unruhig. „Kommen wir zur Sache: Hast'e was gefunden?“, fragte Parak Marek frei heraus. Wozu denn Förmlichkeiten? Einfach mal hören, was der Jäger zu sagen hatte. Sehen, ob das mit dem zusammenpasste, was Parak bereits entdeckt hatte oder ob er versuchte, hier Märchen aufzutischen. Parak würde danach wahrheitsgemäß berichten. Nur das Buch und das Messer, diese Dinge würde er nicht vor diesem Fremden erwähnen, sondern später Gregori Randler im Vertraulichen übergeben.

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Samstag 15. Juni 2013, 10:34

Der Einsiedler blickte auf, reichte Hauptmann Randler die Hand und bot sie auch Parak an. Ob dieser sie annahm war eine andere Sache. Gleichgültig zuckte er dann mit der Schulter.Die Ähnlichkeit war aus der Nähe sogar noch verblüffender, dass konnte doch nur Aidan sein.
Die Hunde zu Paraks Füßen machten es sich bequem, blickten aber wachsam drein. Randler setzte sich ebenfalls.
Nun waren sie also im Büro und gerade als Randler das Wort an den Fremden wieder richten wollte, kam ihm der Kammerjäger zuvor. Der Hauptmann schmunzelte nur über die Dreistigkeit und schüttelte den Kopf leicht. Auch Marek blickte ein wenig verwirrt, dass der junge Mann ihn ansprach. Aber es sollte ihm recht sein, er räusperte sich, was ziemlich dunkel und heiser klang. Wie jemand, der entweder selten sprach oder dessen Stimmbänder durch die Arbeit in den Mienen ruiniert waren.
„Parak hat recht, erzählen sie“ gab der Hauptmann jetzt noch ein wenig Nachdruck und faltete die Hände auf dem Tisch zusammen, dass sie eine Pyramide ergaben.
„Nun....ich habe die Wälder und das Gebirge abgesucht, nachdem ich Bescheid bekommen habe...aber alles kann man nicht innerhalb so kurzer Zeit. Doch, nachdem ich informiert wurde, wonach ich suchen musste....fiel mir..“ Er drehte sich weg, hustete rau und befeuchtete sich die Lippen mit der Zunge.
Randler blickte zu Parak, zog eine Augenbraue hoch. Erhob sich dann und holte ein Glas und eine Flasche Schnaps. Goss den Mann etwas ein und schob es diesen zu. Der blickte nur auf das Glas und dann zu Randler, ergriff es und leerte es in einem Zug.
„danke“ kam die fast geknurrten Laute.
„Parak?“ bot der Hauptmann dem Jüngeren an. Vielleicht würde er jetzt einen wollen, Randler selber nahm diesmal nichts. So früh am Morgen trank wohl auch er nichts.
Marek schloss einen Moment die Augen, strich sich übers Gesicht, als müsse er sich erinnern.
„vor ein paar Tagen habe ich ich die Leiche eines Gnoms oder Kobolds gefunden. Ich glaubte anfangs, dass er von einem Bären oder Berglöwen angegriffen wurde. Erst als ich mir die Wunden genauer ansah, konnte ich erkennen, dass es sich um irgendein anderes Tier hätte handeln müssen. Der Hals war vollkommen zerfetzt- leider hatten Aasfresser die Wunden noch verstärkt. Jedoch was seltsam war, er hatte ungefair auf gleicher Höhe Brüche in den Oberarmknochen....“
„Woher wissen sie das?...das mit der gleichen Höhe, dafür hätten sie...“
Ein seltsames Grinsen erschien auf dem Gesicht des Einsiedlers, welches irgendwie einen Schauer über den Rücken jagte. Die Augen des Mannes schien kurz aufzublitzen!
„ Ich sammle Knochen! Speziell, wenn es von anderen Kreaturen kommen....und wenn man das Fleisch von Knochen durch die Natur entfernen lässt, dann hat man ein sauberes Skelett. Es gibt Tiere, die so was können...Ratten oder Insekten , man muss nur den Kadaver zum richtigen Ort bringen...sie lassen das Skelett übrig, fressen nur das tote Fleisch.“ Er läuterte er das Verfahren und Hauptmann Randlers Miene war ernst und undurchsichtig. Nur der kurze Blick zur Flasche zeigte, dass ihm wohl selber etwas übel wurde.
„war der Gnom gestürzt und hatte sich...“ Weiter brauchte er nicht sprechen, der andere schüttelte den Kopf.
„So ungeschickt ist keiner! Dort war nichts, wo man hätte stürzen können. Zudem waren die Oberarmknochen nicht einfach gebrochen, sie waren regelrecht zersplittert....außerdem hatte die Natur in der Umgebung einen schmerzverzerrten Todesschrei vernommen“ jetzt wurde es noch seltsamer.
Woher wusste der Mann das?
Der Hauptmann lehnte sich in seinem Stuhl zurück, blickte nachdenklich an die Decke,machte eine Geste mit der Hand und überließ Parak den Mann für weitere Fragen.
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Dienstag 18. Juni 2013, 07:50

Parak schüttelte die Hand des angeblichen Jägers. Es kostete ihn fast keine Überwindungskraft, denn er konnte die Hand ja später waschen. Selbst wenn Aiden wusste, dass Parak ein ehemaliger Mithäftling war, so durfte er ruhig glauben, dass Parak völlig ahnungslos sei.
Derjenige, der sich Marek nannte, sagte nicht viel, bis er eine trockene Kehle andeutete. Randler verstand, dass anstelle eines Kruges klaren Wassers, der tatsächlich bei solchen „Leiden“ geholfen hätte, ein Schnäpschen erwünscht war. Dem Rattenfänger bot er der Höflichkeit auch etwas ein, aber der winkte ab.

Der Waidmann hatte also eine Leiche gefunden, dessen Verursacher er in dem Monster sah, dessen Spur er verfolgen sollte. Ein kleiner Mann war es gewesen, dessen beide Oberarme gebrochen waren. Hatte etwa das Monster ihn an den Armen festgehalten und die Knochen allein durch Druck kaputt gemacht? Der Jäger wusste jedenfalls über Knochen bescheid. Er erklärte, dass es sein Steckenpferd war, solche zu sammeln und erzählte munter über Aasfresser und blanke Gebeine.
Parak machten diese technischen Details nichts aus. Er brachte regelmäßig Rattenkadaver vor die Stadt zu den dort lebenden Abdeckern. Was diese Gesellen und ihre Familien alles machten, härtete einen gegen so etwas ab.
Aber trotzdem, Knochen waren für die einen Rohstoffe, für die anderen Hundefutter. Ein Jäger durfte auch Hirschschädel samt Geweih aufhängen oder einen Keilerkopf ausstopfen, wenn es nach Parak ging. Aber was darüber hinausging, war unheimlich. Er würde darauf wetten, dass Mareks Sammlung auch die Überreste von Zweibeinern enthielt.

Parak versuchte, die ganze Geschichte in seinem Kopf ablaufen zu lassen. Vielleicht war es sogar Glück, dass der Kammerjäger nicht allzuviel Fantasie hatte, denn so würde er nicht Dinge ergänzen, die gar nicht gesagt wurden. Dies waren seine ersten Fragen.

„Sag: Wo genau war das? An 'ner Straße? 'nem Wald? Wie weit weg von Dessaria? Glaubst du, einer hat den dorthingeschleppt, bevor oder nachdem er hopps gegangen ist?“
Soviel zum Ort, aber Parak war auch noch nicht fertig:
„Was hatte der kleine Kerl denn für Kleidung an? Und hatte er irgend 'n Zeug dabei? 'ne Waffe, Werkzeuge, Geld, Papiere?“
Vielleicht konnte die Identität des Opfers Aufschluss darüber geben, warum der Gnom oder Kobold in der Gegend war. Die letzten Fragen, die weniger angenehmen sparte sich Parak bis zum Schluss auf.

„Was hast du mit ihm gemacht? Vor Ort vergraben? Wenn du so auf Knochen stehst, kannst du uns vielleicht sagen, wie lange der da schon gelegen hat?“ Damit konnte Hauptmann Randler das in zeitlichen Zusammenhang bringen. „Und wen oder was meinst du mit Natur, die 'nen Schrei mitbekommen hat? Das kapier' ich nicht.“

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Dienstag 2. Juli 2013, 18:07

Marek störte es anscheinend nicht, wer die Fragen stellte. Dann als Randler sich zurücknahm und Parak seine Fragen offenbarte, hörte er genauestens zu um diese dann abzuarbeiten. Er wirkte dabei nicht im Geringsten genervt…oder als passe es ihm nicht, dass gerade Parak die Fragen stellte.
„Viele Fragen…ich beantworte es so genau wie möglich“ gab er an und präsentierte umso mehr einen Bürger, der alles aufgeklärt haben wollte.
„ Es war in einem Waldstück, circa eine Woche von hier entfernt. Ich mache zeitweilig längere Ausflüge um die Gegend besser zu erkunden und zu kontrollieren. Der Weg selbst war nur zehn Meter von der Leiche entfernt. Könnte also gut dorthin geschleppt worden sein.“
Er lauschte den weiteren Fragen, seine Stirn legte sich dabei in Falten und er strich sich durch den Bart. Auch Randler hörte aufmerksam zu, wenn der Hauptmann selber minder interessiert wirkte. Vermutlich seine Art zu zeigen, dass er zwar Parak den Vortritt ließ, jedoch bereit wäre jederzeit einzuspringen, wenn eine Frage fehlen sollte. Doch der Rattenfänger machte sich mehr als gut. Ihm sollte zu seinem vereinbarten Lohn noch ein netter Bonus dazugereicht werden. Jedenfalls nahm sich das Randler vor.
Der Waidmann lehnte sich nach vorne, so als solle nicht jeder hören was er sagte.
„Als Kleidung konnte man die fetzen nicht wirklich bezeichnen…sah eher wie Lumpen aus. Da trage ich besseres an Kleidung. Es war schlicht und ziemlich zerschlissen. Keine Papiere oder sonst derartiges…aber, wenn es von Interesse war. Der Gnom sah so aus, als hätte er hart gearbeitet gehabt . Er war ausgezerrt und zudem, da wo die haut und so noch intakt war, konnte man eine Vielzahl von Narben sehen… wie durch eine Peitsche“ Fuhr er fort und blickte verschwörerisch in die Augen von Parak.
„Der Gnom war vielleicht schon zwei Tage tot, durch die große Wunde am Hals, wird er schnell verblutet gewesen sein. Jedoch vermutlich nicht dort…wie ich schon sagte, glaube ich, dass er dorthin geschleppt wurde….natürlich habe ich ihn vergraben, ich sammle Knochen, aber ich behalte kein humanes Skelett. Mich interessieren nur die gewöhnlich die längsten Knochen…von den Extremitäten“ Dabei merkte man, dass der Waidman etwas lauter wurde. Er hatte sich wohl schon des Öfteren mit diesem Thema auseinander setzen müssen. Da war er auch nicht anders als Parak gegen Vorurteile anzukämpfen.
„Beruhigt euch, wie klagen nicht an… wir suchen nur Informationen“ Randler griff sich Pergament, Feder und Tinte und schrieb sich die Antworten schnell auf.
Marek knurrte unwirsch, es klang selber fast wie ein Tier und Georg und Dariah knurrten ebenfalls leise unter den Tisch.
„jeder kann die Natur hören, wenn er darauf achtet. Der Platz, wo die Leiche war…die Tiere mieden ihn. Die Pflanzen waren zum Teil gestorben, so….nun ja, ich kenne es nur so, wenn die kalte Zeit geherrscht hat…und überraschender Bodenfrost über Tier und Pflanzenwelt einbricht. Zudem spürte ich einen Schrei der Natur, als ich in der Nähe war. Das war auch der Grund, weswegen ich dorthin aufbrach….“ Randler sah ab einem bestimmten Zeitpunkt den jüngeren Mann mit der Spur eines Ahnens an.
„man kann es schwer beschreiben…aber ich fühle die Natur. Eine Gabe, die ich seit Kindeszeiten habe und ich deswegen die Natur bevorzuge…anstatt diese Stadt“ Verachtung sprach aus dem Mann.
„Marek, gehen sie doch bitte einen Moment vor die Tür….ich hole sie gleich wieder rein“ Sprach Randler und der andere grollte unwirsch, erhob sich jedoch und trat nach draußen, wo er sich auf den erstbesten Stuhl niederließ.
Der Hauptmann seufzte und sah dann Parak an.
„Ziemlich verwirrend. …Parak , eurer Eindruck?“
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Montag 8. Juli 2013, 21:59

Parak hörte dem Jäger aufmerksam zu. Manchmal vergaß er, dass er eigentlich Aiden vor sich hatte, sondern glaubte dem Mann aufs Wort, bis er sich dann eines besseren besann. Er musste eben besser aufpassen. Parak verstand zwar nicht, was er mit dieser Geschichte über den Gnom bezweckte. Verwirrung stiften? Oder sich mit einer nicht nachprüfbaren Geschichte sich einen Platz unter den Ermittlern sichern?

Nur ein einziges Mal unterbrach Parak Marek, als er nämlich von Knochen und Extremitäten redete. War das nicht das Wort, das piekfeine Leute verwendeten, wenn sie eigentlich Tierkötel meinten? Der exzentrische Marek erklärte Parak daraufhin den Unterschied zwischen Extremitäten und Exkrementen.
Der Jäger reagierte mehrmals gereizt auf Nachfragen, so als stände er auf einer unsichtbaren Anklagebank. Dabei wollten die beiden anderen Männer im Raum nur genau wissen, was er mit seinen vagen Andeutungen über die Natur meinte. Obwohl weder Parak noch Randler ein Urteil ausstellten, spitzte sich der Ton zu, Marek knurrte, die Hunde unter dem Tisch knurrten und Parak schaute sich Marek einmal genau an. Aiden gehörte nicht diesem Schlage Unhold an, sondern er war kaltblütig, brutal und spöttisch.

Um die Lage ein bisschen zu beruhigen, lenkte Parak das Gespräch wieder auf den Gnom:
„Klingt fast so, als ob er mal Sklave war. Vielleicht hat er Verwandtschaft hier in Dessaria. Man könnte ja mal bei den zu kurz geratenen Bewohnern hier 'rumfragen lassen.“
Eigentlich war ihm das egal, denn es brachte den Fall nicht weiter. Aus irgendeinem Grund blieb sein Verstand kurz beim Ausdruck „Verwandtschaft in Dessaria“ hängen.

Randler schickte den Waidmann nach draußen und erkundigte sich nach Paraks Meinung. Er dachte kurz darüber nach, was er gesehen und gehört hatte, bevor er antwortete. „Ein halber Baumknuddler, so wie er über Stadt und Natur und solchen Kram redet. Vielleicht nicht ganz klar in der Birne und sicher hat er's nicht so wirklich mit anderen Menschen. Ihr könnt ja mal nachschauen, ob das zeitlich damit passt, wann die Morde in der Stadt angefangen haben.“
Der Dessarier war vom ganzen Sitzen unruhig geworden. Wenn Marek wieder hereinkam, würde Parak berichten müssen, aber es gab die eine Sache, die ihm nicht geheuer war und die aus verständlichen Grunden vertraulich behandelt werden musste. Also ließ er die Katze jetzt schon aus dem Sack. „Solange er noch draußen ist, muss ich Euch was zeigen.“ Der Rattenfänger holte das Buch hervor. „Will nicht, dass ein anderer was davon erfährt.“ Parak stand auf, legte das Buch vor Randler auf den Schreibtisch und ging zum Fenster. Während er auf die Stadt runter blickte, erklärte er:
„Das Ding haben wir beim Fleischer gefunden, im selben Raum, wo er gestorben ist. Kein Witz. Fragt die Wachen, die im Raum waren, die haben es zuerst gesehen und mir vorgelesen.“ Er bückte sich und strich durch Dariahs Fell. „Ich habe nicht den blassesten Schimmer was es damit auf sich hat. Darum hab' ich vorhin gefragt, wann und woher der Beschluss kam, gerade mich zu nehmen.“

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 24. Juli 2013, 16:21

Der Waidmann war also scheinbar doch nicht der Mann, der Parak anfangs glaubte zu kennen. Und wenn Aiden nicht plötzlich ein guter Schauspieler geworden war, so war es nur eine enorme Ähnlichkeit.
Randler nickte auf den Vorschlag, sah es aber ebenso wie Parak, dass es vermutlich ohne größeren Erfolg ausgehen würde. Aber jeder noch so kleine Hinweis, könnte zu einem Ergebnis führen. Als das Wort „Verwandtschaft“ fiel, sah Marek einem Moment getroffen aus- so wie ein geschlagener Hund, doch dies war schnell wieder verschwunden. Es war eindeutig, dass er sich angesprochen fühlte.
Marek war draußen und Parak fing nach anfänglichem Zögern zu erzählen an. Der Hauptmann erhob sich, nickte und kratzte sich an seinem Bart.
„ja, er klingt wie der typische Einsiedler… hat nicht umsonst den Ruf, ein Knochensammler zu sein…Aber gesehen, Parak? Er hatte darauf agiert, als sie Verwandtschaft ansprachen. Wir sollten ihn auf jeden Fall dazu noch fragen und…“ Randler der seine Hände auf den Tisch abgestützt hatte, hob eine Braue. Der Junge war irgendwie nervös, anders als die Hunde, die jetzt wieder friedlich waren.
„Was ist los?“ und da kam auch schon Randler mit dem Buch raus. Das der Rattenfänger dieses Beweisstück, immerhin vermutete es der ältere Mann, mitgehen lassen konnte, war kein gutes Zeugnis für seine Leute.
Nun ja, er hatte es jetzt ja gezeigt, wenn Randler auch nicht verstand, wo der Zusammenhang mit dem Fall war.
„Was hat das mit dem fall zu tun? Es war meine Idee, euch dazu zu ziehen, anfangs waren wir immerhin auch der Meinung, es gehe um Ungeziefer….und jeder hat eine Chance verdient, sich weiterzuentwickeln“ Führte er fort, während er jetzt das Buch sorgfältig durchblätterte.
„Es steht, dass es eurer Eigentum ist…oh, ich wusste gar nicht, dass ihr so gut malen könnt. Ist das die Bäckerstochter…ähm…und Marek?“ Randler war verwirrt und blätterte nochmals durch. Am Anfang war da ein Selbstbildnis und dann Bilder von den Hunden. Dann ein genaues Bild vom Schlachterhaus und … Von Randler selber, später das tote Opfer vom Bäcker….bis zu diesem Büro.
„Was???“ Erschrocken sah er auf das letzte Bild, dort sah er sich am Tisch sitzend und ein Buch durchblättern und Parak, der mit den Hunden am Fenster stand.
„bei allen guten Göttern, was ist das?“ Er blickte zu dem Rattenfänger, sprachlos und ihn wich die Farbe aus dem Gesicht. Als hätte er sich an dem Buch verbrannt, nahm er seine Hände davon weg.
„ich glaube, das Ganze ist größer als erwartet…Ist das so eine Art magisches Tagebuch?“ Von den Bildern würde es stimmen, aber die Katze, war nirgends zu sehen. Und war eine Katze, die sprechen konnte und mehr Augen als normal hatte, nicht eine Erwähnung wert.
„Nicht nur die ganze Sache ist unheimlich…dies ebenso“ damit war auch der Hauptmann von diesem Stand durch den Wind und überfordert.
Er blätterte weiter und da war eine offene Tür und Marek, der im Türrahmen stand.
Es klopfte und die Tür ging auf. Marek!
„Was ist das für ein seltsames Objekt“ stieß der Hauptman hervor.
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Dienstag 30. Juli 2013, 21:24

Parak schaute stumm auf die Stadt runter. Wie die Straßen verliefen, wie sich die Ströme von Passanten bewegten. Vermutlich gab es Menschen, die darin Muster erkannten und verstanden, wie die menschliche Gesellschaft funktionierte. Der Rattenfänger gehörte nicht dazu. Das größte, was er für die Gemeinschaft leisten konnte, war das Beseitigen von Ungeziefer. Auch das Monstrum gehörte dazu.
Wenn es doch nur so einfach wäre, es von hier oben zu sehen und dann in einem offenen Kampf niederzustrecken. Nein, er musste suchen, Spuren und Tatorte begutachten, Leute befragen. Und die Zeichen des Übernatürlichen verfolgten ihn auf Schritt und Tritt. Es waren Hindernisse im eigenen Geist, die Parak plagten. Er glaubte, einen guten Schritt damit gemacht zu haben, das Buch dem Hauptmann zu zeigen.

„Was das mit dem Fall zu tun hat? Es wurde am Tatort gefunden. Warum sollte der Fleischer bitte schön ein Buch mit meinem Namen und ein Bild von mir und meinen Hunden drinnen haben? Das ergibt keinen Sinn. Nein, ich habe das nicht gemalt. Ich habe noch nie in meinem Leben etwas gemalt. Moment mal, sagtet ihr gerade Tochter des Bäckers?“

Parak wirbelte herum, trat mit einem einzigen großen Schritt zum Schreibtisch und stützte sich mit den Händen auf die Stuhllehne, während er die neuen Bilder sah.
„Was?! Die waren gestern nicht drinnen! Nur die ersten zwei.“

Seine Augen rasten über die neuen Bilder. Sie waren detailgenau und zeigten Szenen der letzten beiden Tage, leider aber keines mit der Katze. Randlers Vermutung lief darauf hinaus, dass es ein magisches Tagebuch war. Parak stammte weder aus begüterten, noch aus gebildeten Kreisen. Aber wie so vieles in seinem Leben wusste er aus dem Gefängnis, insbesondere was ein Tagebuch war:
Ein Falschmünzer musste seine Strafe absitzen und beklagte ständig seine eigene Dummheit, ein detailliertes Journal zu führen. Dort hatte er zwar nicht sein Verbrechen dokumentiert, aber die Besorgungen der notwendigen Materialien und Werkzeuge waren es, die den Fall besiegelten.

Die nächste Seite offenbarte ein Bild, bei dem Parak zeitgleich mit Hauptmann Randler zur Tür blickte. Und tatsächlich erschien Marek, wie es auf dem Papier gezeichnet war. „Zauberei!“, zischte Parak. Er starrte noch einige Sekunden lang auf die Seite, dann wechselte er wieder die Seite des Schreibtisches, setzte sich hin. Er kraulte seinen Hunden hinter den Ohren, während er laut nachdachte. Dass Marek alles hörte, war ihm egal.
„Sieht ganz so aus, als ob das Buch alles aufzeichnet, was mir passiert. Weil ich der Besitzer bin. Sogar wenn ich's gerade nicht in der Hand halte.“
Er grübelte ein wenig, bevor er weiter redete. „Und alle Bilder da drinnen sind Dinge, die ich gestern und heute zu sehen bekam. Also bin ich erst der Besitzer, seitdem ich es gefunden habe. Vielleicht wechselt das Buch seinen Besitzer, wenn der stirbt. Ich hab's immerhin als erster nach Reinholds Tod angefasst.“

Das würde einiges erklären. Parak hatte die ganze Zeit gedacht, dass ein Dritter, der ihm schaden oder ihn warnen wollte, diese Zeichnungen angefertigt hatte. Aber dass das Buch magisch war und das von selbst machte, diese Einsicht war ihm erst dank Hauptmann Randler gekommen.

„Aber selbst wenn das alles stimmt: Wie kriegen wir raus, was dem Vorbesitzer als letztes passiert ist? Davon sind keine Zeichnungen mehr drinnen...“

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Freitag 23. August 2013, 12:32

Man konnte sich denken, dass Marek ziemlich verwirrt war, als man ihn ansprach und doch wieder nicht. Da er kenne direkte Zurechtweisung erhielt, kam er einfach wieder rein und ließ die Tür ins Schloss fallen. Manieren, waren eindeutig nicht seine Stärke.
„Wollte nur fragen, ob ich gehen kann..“ Knurrte der Mann und Randler verdrehte die Augen, legte kurz nur dem Rattenfänger seine Hand auf die Schulter. Aufmunternd wegen der doch seltsamen Entwicklung.
Alles war mehr als seltsam und es wurde immer verzwickter. Er schlug das Buch zu und sah zu dem Rattenfänger.
„Vermutlich wird es so sein. …hmm, klingt zwar ein wenig aus der Luft gegriffen, aber vielleicht wurde auch danach gesucht.“ Er strich sich durch sein Gesicht, kraulte Gedanken verloren sein Kinn. Jahrelang war er schon im Dienst und dann sowas...
Marek, der einfach näher getreten ist, schien jedoch von dem Buch angezogen zu sein. Wie gebannt blickte er auf den ledernen Umschlag, lauschte den Worten, die gesagt wurden.Man würde eine Mischung aus Furcht und Unbehagen in dem Gesicht des Mannes sehen. Die Augen hatten sich leicht geweitet und sie wollten aus dem Schädel quellen.
„FFragt es!...“ gab er zum Besten und wies zum Buch. Seine Finger zitterten, als hätte er einen Geist gesehen.
Der Hauptmann sah zu Parak rüber, hob nur fragend eine Braue. Wie es schien, war ihr Einsiedler doch noch zu etwas fähig.
„wo…WO KOMMT DAS HER!“ Donnerte die Stimme des Mannes und starrte einem Raubtier gleich den Hauptmann und den jüngeren an. . Paraks Hunde sprangen sofort auf, knurrten bedrohlich und schützend zu gleich. Randler hatte sich erhoben.
„Beruhigen sie sich! Setzen! SOFORT!“ wies der Hauptmann den anderen zurecht. Zeitgleich wurde die Tür aufgerissen und zwei Wachleute blickten mit gezückten Waffen herein. Der Hauptmann ließ sie verstummen, noch bevor was gesagt werden konnte. Jetzt strahlte er wieder die Autorität aus, die man von so einem Posten erwarten konnte. Nicht die Unsicherheit wie noch vor ein paar Minuten beim Buch.
„Alles unter Kontrolle!...der Herr ist nur etwas ungehalten…Ihr könnte gehen“
Derweil hatte sich Marek gesetzt, die Beine dicht angezogen, sah er eher wie ein Häufchen Elend aus. Verstört blickte er auf das Buch…schüttelte den Kopf.
„das darf nicht hier sein…kann nicht…. Das ist nicht gut….“
Randler setzte sich wieder, falte die Hände zusammen und blickte abwechselnd zu Parak und Marek.
Da es Paraks Buch zu sein schien, sollte er ruhig weiterfragen. Mal nebenbei, Randler mit den Gedanken spielte den Jungen einen Posten bei ihm zu geben.
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Sonntag 25. August 2013, 15:51

Parak übte sich in wildesten Spekulationen über die Natur des Buches. Randler warf eine viel konkretere Frage auf. Hatte man vielleicht nach dem Buch gesucht? War deshalb alles auf den Kopf gestellt worden? Auf jeden Fall war es eine Spur, der man nachgehen sollte.
Dem Rattenfänger brummte der Schädel. Er schloss die Augen und massierte die Schläfen. Er brauchte eine kleine Pause. Er hatte bisher gar nicht gewusst, dass man sich auch geistig erschöpfen konnte. Sein Körper war noch voller Energie, aber seine Zunge war trocken und der Verstand hatte einiges zum Verdauen.

Der Jäger Marek stieß einen nervösen Satz aus. Parak verstand das nicht. „Häh? Was fragen?“, entgegnete er. Er drehte sich zum Einsiedler um und erkannte erst jetzt, wie nervös der war. Der Mann wurde laut – richtig laut. Paraks Hunde antworteten mit einem bedrohlichen Knurren.
Der Rattenfänger aber ließ sich nicht davon anstecken. Im Gegensatz zu seinen Hunden erkannte er, wie ohnmächtig Marek sich im Moment fühlte. Parak hatte einen Riecher für diese menschliche Schwäche. Randler gebot dem Jäger mit seiner Autorität Einhalt, während Parak den Tieren Klapser auf den Kopf verpasste. „Sitz! Seid ruhig!“
Als die bewaffneten Wächter einen Augenblick später nach dem Rechten schauten, war die Spannung verflogen und Gregori Randler spielte die Lage herunter. Die beiden Männer schlossen die Tür wieder, würden sich aber draußen vermutlich bereit halten.

Nachdem die Situation wieder ruhig war, stammelte Marek verstört vor sich hin. Der Rattenfänger stand auf und stellte sich schräg hinter den Jäger. Wenn Marek Anstalten machte, aufzustehen, konnte Parak ihn an seiner Schulter wieder zurückpressen.
Da Randler sich nicht einmischte, nahm der junge Dessarier das Heft in die Hand.

„Meine Hunde haben das Buch an einem Tatort gefunden. Der Mann wurde in seinen eigenen vier Wänden von genau dem Biest getötet, das wir suchen. Reiß dich also zusammen und sag uns, was du über das Buch weißt und woher du es kennst. Ist irgendetwas daran gefährlich?“

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Sonntag 22. September 2013, 15:01

Sowas hatte der Rattenfänger noch nie gehabt. Geistige Erschöpfung! Dieser seltsame Auftrag forderte vieles von ihm. Vielleicht sollte er doch das Getränk annehmen, das der Hauptmann ihm anbot. Marek stand dort immer noch und zitterte. Sein Blick nach wie vor auf dieses Buch gerichtet. Das Buch, was sowieso schon so viele Fragen aufwarf. In der Zwischenzeit schaffte es Parak seine Hunde in den Griff zu kriegen. Nach dem Klapser auf den Kopf jaulten sie ein Mal kurz und legten sich dann flach zu Boden. Doch waren sie wachsam um notfalls eingreifen zu können. Marek hatte noch nicht mal bemerkt, dass der Rattenfänger hinter ihm gegangen war. Der Hauptmann nickte Parak unmerklich zu.
„Jetzt erzählen Sie, was Sie dazu wissen.“ Wieder schüttelte Marek den Kopf. Nachdem der Mann die Information von Parak aufgenommen hatte, befeuchtete er sich die Lippen mit seiner Zunge. Man sah genau, dass er versuchte Abstand zu dem Buch zu gewinnen. „Das Buch dürfte nicht hier sein! Mein Bruder sagte, er würde es wegbringen.“ Er schluckte hart, nachdem er aber bemerkte, dass die Aufmerksamkeit jetzt umso mehr auf ihm lag, setzte er wieder zu sprechen an.
„Wir waren noch Kinder. Das ist eine Ewigkeit her. Aber da hatte Aiden etwas mitgebracht. Anfangs wussten wir nichts damit anzufangen. Wir fanden es lustig, dass es alles aufzeichnete. Beim Harax, wir waren noch Kinder. Woher sollten wir denn wissen, dass es solche Schwierigkeiten bringt?“ Der Hauptmann blickte ihn scharf an.
„Was für Schwierigkeiten genau? Marek, reden Sie Klartext!“
Der Wildhüter wollte aufstehen. Jetzt kam Parak zum Einsatz. So einfach wurde der Mann nicht ziehen gelassen. Er warf mehr Fragen auf, anstatt dass er welche beantwortete. „Ist ja gut, ich habe verstanden!“ fauchte er die anderen an. Die Hunde unter dem Tisch begannen wieder zu knurren.
„Das Buch hat anfangs nur aufgezeichnet und dann war es würde es die Zukunft zeigen. Und dann … und dann … dann erschien SIE. Das glaubt mir doch keiner, ich bin nicht verrückt. Aiden hatte es mir nicht geglaubt …“
„Wer ist Aiden?“
Dabei sah er zu Parak rüber. Könnte vielleicht jetzt die Aufklärung kommen, warum Marek und Aiden sich so ähnlich sahen? „Er ist mein missratener Zwilling.“ spuckte es Marek förmlich aus. Missraten klang etwas seltsam, wenn man diesen Mann dort sitzen sah. Verwildert und verlumpt, bekannt dafür dass er jeden Knochen sammelte. Ein typischer Waldschrat. „Sie ist erschienen. Es hört sich doof an, aber sie hatte drei Augen....die katze hatte DREI Augen!“
Nun schaute der Hauptmann ziemlich überrascht. Er wusste nicht, wie weit er das Ganze jetzt glauben sollte. Doch hätte er nicht den Zauber dieses Buches gerade selber erlebt, hätte er Marek für verrückt erklärt. Zumal sie sowieso schon seit einiger Zeit eine Bestie suchen.
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Donnerstag 26. September 2013, 20:54

Parak wartete gespannt darauf, was für eine Erklärung der Jäger vorzubringen hatte. Seine Augen weiteten als er erfuhr, dass Aiden Mareks Bruder war. Das konnte doch nicht wahr sein! Obwohl, es war eigentlich so plausibel, denn die beiden waren sich unglaublich ähnlich. Das Wort Zwilling mochte erst später fallen, aber Parak hatte schon jetzt eine Ahnung.

In Mareks Kindheit hatten die beiden ein solches (vielleicht sogar genau dieses) Tagebuch gehabt. Aiden allein mochte wissen, woher es ursprünglich stammte und Aiden war es auch, der es loswerden sollte. Aiden war anscheinend der dominantere Junge unter den beiden. Auch später im Gefängnis hätte sich niemand mit ihm angelegt. Parak wartete gierig auf weitere Informationen, da wollte Marek aufstehen.
"Hiergeblieben.", sagte Parak knapp und drückte ihn auf den Stuhl zurück.
Als Hauptmann Randler fragte wer Aiden war, klärte sich die Zwillingsbruderschaft auf. Direkt nach Marek antwortete Parak ebenso auf die Frage:
"Ein gefährlicher Mann - wurde vor mir aus dem Knast entlassen. Habe Marek anfangs für ihn gehalten." Er entschuldigte sich nicht für dieses Missverständnis.

Parak stand weiterhin hinter Marek. Aber als er die nächste Enthüllung vernahm, musste er sich an seinem eigenen Stuhl festhalten. Mit bleichem Gesicht stammelte er, ohne viel nachzudenken: "Andere können das dritte Auge nicht sehen und hören ihre Stimme auch nicht..." Er griff mit der Hand zur Flasche, die auf dem Tisch stand, hielt aber im letzten Moment unschlüssig inne und zog dann die Hand kontrolliert zurück. Er setzte sich, schloss die Augen und rekapitulierte alles, was er gerade erfahren hatte. Dann öffnete er die Augen.
"Hauptmann Randler? Auf ein Wort. Bitte.", sagte er, stand auf und bat ihn in eine Ecke des Büros.

Dort flüssterte er ihm zu: "Wovon er da redet, das hab' ich auch gesehen. Ich bin nicht bekloppt und er vermutlich auch nicht. Das hängt mit dem Buch zusammen. Ich möchte mich mit Marek unter vier Augen unterhalten und die ganze Geschichte von Anfang bis Ende hören. Ohne das Buch und ohne meine Hunde. Geht das in Ordnung?"

Der Rattenfänger hegte die Befürchtung, dass Marek mit den Nerven gleich am Ende war. Vielleicht half es dem Jäger, wenn er bloß mit Parak redete. Er hatte den schrecklichen Aiden selbst erleben müssen und die mysteriöse Katze ebenso. Außerdem gab es noch eine Kleinigkeit. Marek hatte von Schwierigkeiten geredet. Vielleicht war damit etwas gemeint, was er nicht vor einem Gesetzesvertreter erörtern konnte.

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Sonntag 27. Oktober 2013, 14:02

Das Geheimnis war offenbart. Zwillinge! Und zudem hatte Marek und auch Aiden etwas mit dem Buch zu tun, welches hier so schlicht auf den Tisch lag. Man konnte es Marek ansehen, dass er am liebsten die Flucht ergriffen hätte und er hätte es wohl auch getan, wenn nicht Parak es unterbunden hätte.
Marek lehnte sich so weit wie möglich von dem Buch weg, so als wäre es eine Schlange, die im nächsten Moment zubeißen konnte. Als Parak aufklärte, dass er Marek für dessen Zwilling gehalten hatte, blickte der Waldschrat zu ihm rüber. Es war fast ein Ausdruck des Bedauerns, also deutlich zu sehen, dass Marek wusste, was für ein Monster sein Bruder war.
„Er ist entlassen?...weswegen… nein!“ meinte er dann nach einer kurzen weile, als würde ihm klarwerden was die Worte des Rattenfänger besagten.
„Beruhigen sie sich erst mal…wir versuchen hier nur etwas aufzuklären“ Randler behielt die Ruhe. Seine tiefe Stimme, die jetzt noch gezielter einen warmen Klang hatte, war beruhigend. Wenn man dem Hauptmann auch ansah, dass er zunehmend überfordert war. Als dann noch die Sache mit der Katze auf dem Tisch kam, strich er mit der Hand über Gesicht. Es war eine Sache einen Mord aufzuklären, egal wie bestialisch er ausgeführt worden war, aber…so was??...erst irgendeine Bestie, dann fragwürdiges Eis, ein Buch, das die Zukunft kannte und nun eine Katze mit drei- DREI Augen?!
Ich sollte bald in den Ruhestand gehen..

Doch er behielt die Fassung, sah wie auch Parak es mehr und mehr zu viel wurde. Der Junge stellte sich wirklich gut an und wie würde es wirken, wenn er als Hauptmann sich mehr schocken lassen würde.
Genau hatte er gesehen, wie Parak versucht war sich einen ordentlichen Schluck aus der Flasche genehmigen zu wollen. Randler nahm die Falsche, goss eine kleine Menge in das Glas und füllte ein anderes, welches er Marek hinschob. Mit dem ersten Glas ließ er sich von Parak zu einer Ecke konsultieren, drückte es den Jungen in die Hand.
„nehmt…davon werdet ihr nicht betrunken.“ Er versuchte auch für den Rattenfänger beruhigend und aufbauend zu sein. Fassung zu wahren. Hysterie hatte noch nie geholfen. Parak kam schnell zur Sache, unterbreitete seinen Vorschlag. Nachdenklich sah der Hauptmann zu Marek, der zitternd das Glas festhielt und dann zum Buch.
„Wenn ihr glaubt, dass ihr etwas in Erfahrung bringen könnte, bitte…ich halte euch nicht für bekloppt, Junge. Vor ein paar Tagen hätte ich vermutlich noch anders geredet, aber ich vertraue euch… gut, ihr habt mein Büro. Ich gehe mit den Hunden vor die Tür. „ Er klopfte dem Rattenfänger auf die Schulter und sah dann zu den Mann rüber.
„Parak, ich möchte über alles informiert werden…egal wie seltsam es klingt und wie unnatürlich es scheint. Alles, was uns weiterbringt, will ich wissen. Ich schaue mal nach der Akte von seinen Bruder.“ Damit ließ sich Randler die Hunde zuweisen und verließ mit ihnen den Raum. Draußen hörte man ihn mit seinen Leuten reden, doch nur so lange bis die Tür wieder ins Schloss gefallen war.

Marek blickte überrascht zu der Tür und dann zu Parak.
„Du hast sie gesehen? Die …diese….Katze?!“ jetzt erst hatte der Mann die Kraft und leerte das Glas wieder.
„Hört zu, ich will nichts damit mehr zu tun haben… niemals! Ich habe mich von meinen Bruder losgesagt- scheiße auch, ich hatte meine Ruhe. Wie kommt es , dass er frei ist… er ist ein Mörder!“ langsam kam wieder die normale Stimmlage des Mannes wieder durch. Ob es der Alkohol war, oder einfach weil er sich mit der Situation abgefunden, wusste man nicht. Zumindest schien er Parak gegenüber nicht feindlich eingestellt zu sein.
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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Parak » Sonntag 3. November 2013, 09:19

Der Hauptmann Gregori Randler ließ sich auf Paraks Vorschlag ein. Er nahm das mysteriöse Buch mit sich und auch die Rattenfängerhunde, die sich ihm auf Geheiß ihres Besitzers fügten. Die Störquellen waren also fort - bis auf eine einzige. Parak schloss die Flasche auf dem Schreibtisch und stellte sie dorthin zurück, wo der Hauptmann sie her genommen hatte.
Sein eigenes Glas leerte er auf dem Weg zu seinem Platz zurück.

„Ja, ich habe die Katze gesehen. Ganz grässliches Biest! Hat mir ihr drittes Auge zweimal gezeigt, beim ersten Mal ganz kurz, beim zweiten mal, da hat mir gedroht, mich weiter in den Fall einzumischen. Der Hauptmann war im selben Raum, aber für ihn war es eine einfache Streunerin.
Apropos Hauptmann. Ich werde ihm später von diesem Gespräch berichten. Aber nur von den Dingen, die uns mit diesem Fall weiterbringen. Keine Schnee von gestern.“

„Ich verstehe, dass du damit nichts mehr zu tun haben möchtest. Ich verlange nicht, dass du dich dem Schrecken stellst, der Dessaria unsicher macht. Du kannst dich ruhig in die Wildnis zurückziehen. Keine Katze, kein Buch, kein Monster, kein Bruder. Aber ich werde mich diesen Gefahren entgegen stellen.“

Parak lehnte sich nach vorne. Seine Worte waren von einem hartnäckigen Trotz erfüllt, obwohl er die Risiken erahnte, die er einging. Ihm lag nicht viel an Heldentum oder Bürgerpflicht. Die ganze Sache war schmutzig und das konnte er nicht ausstehen.

„Deshalb muss ich alles bis auf die letzte Kleinigkeit erfahren. Damit ich vorbereitet bin. Damit sich die Geschichte nicht wiederholt.“

Der Rattenfänger verlangte viel. Nicht nur, dass Marek mit seinen alten Dämonen konfrontiert war, jetzt sollte er es vor einem Fremden darlegen. Parak begriff, dass es vielleicht hilfreich war, wenn er selbst genauso offen war.

„Ich sagte ja bereits, dass ich Aiden aus dem Gefängnis kannte. Ich saß als Junge drei Jahre meines Lebens wegen eines geklauten, silbernen Kerzenständers. Aiden flößte hartgesottenen Verbrechern Respekt ein, obwohl ich ihn kein einziges Mal in einer Schlägerei sah. Wir waren irgendwie erleichtert, als er entlassen wurde. Es wurde gemunkelt, dass er einen einflussreichen Verbündeten draußen hatte. Randler sucht im Moment nach seiner Akte.
Sag' mal. Wie seid ihr Zwillinge so unterschiedlich geworden?“

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Re: Unerklärliches wird fort gesetzt...

Beitrag von Erzähler » Sonntag 1. Dezember 2013, 12:57

Jetzt war er also mit Marek alleine und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis sich der andere ermutigt fühlte und endlich das Wort ergriff. Vielleicht lag es an den Worten von Parak über Aidan, dass der andere den Rattenfänger musterte.
Auch der Zwilling von Aidan schien um die ausgehende Gefahr seines Bruders zu wissen. Und er blickte abermals zu der Tür, wo der Hauptmann und Paraks Hunde verschwunden waren.
„ich bin froh anders zu sein, dass kannst du mir glauben!“ begann er dann zögerlich. Die Stimme nur schon schwer von Alkohol getränkt. Und wieder ein Beweis, er war wirklich nicht wie Aidan war, denn Marek vertrug wohl auch keinen Alkohol.

„Als wir Kinder waren, da hatte Aidan schon einen ziemlichen Knall weg gehabt, aber es wurde schlimmer. Ich hatte damals eine Katze, die ich regelmäßig vor Aidan schützen musste. Er trat das Tier und versenkte ihr aus spaß das Fell. Irgendwann hatte er sie einfach erschlagen… Keine Ahnung, er war schon immer so gewesen. Ein Reisender, der durch Zufall in die Stadt gekommen war und den wir bei etwas beobachtet hatten, waren wir aus Neugier gefolgt. Er hatte in einem Kellergewölbe etwas seltsames gemacht. Vermutlich einen Zauber und wir sind kurz nachdem er frustriert war, in den Raum geschlichen. Aidan hatte immer den Ton angegeben. Dort war ein Kreis im Boden aufgemalt gewesen…und ein seltsames Leuchten war zu sehen. …“ Er kratze sich am Kopf, kniff die Augen zusammen, als müsse er sich an die Zeit erinnern.
„ Dann lag es da…eine seltsame Kiste. In dieser befand sich eine schlafende Katze und ein altes Buch. Aidan dachte erst, die Katze sah der meinen ähnlich, sie war vollkommen verkrüppelt gewesen und er hatte ihr den Kopf abschneiden wollen. Ich weiß nicht warum, ehrlich nicht. Aber sie wurde dann wach.…naja, dann sah sie uns an. Sie hatte drei Augen und sie…sie sprach. Wir hörten es in unseren Köpfen …sie sagte, es wäre ein großer Fehler gewesen…. Dann sprang sie uns an und floh.
Er stoppte, rieb sich selber beruhigend über seine Oberarme. Wieder ein gehetzter Blick, mal zur Tür oder zum Fenster
„Dann war da dieses Buch, anfangs empfanden wir es als lustig….aber es sprach mit uns, schien von einem Zauber zu sein, dass es malte oder später auch aufschrieb. Und es machte ständig seltsame Aussagen. Es konnte alles dokumentieren, alles beantworten und…aber es zog Unheil an. Des Nachts sah ich wieder und wieder die Katze, sie war immer in der Nähe… Aidan wurde süchtig nach den Buch, man konnte es nicht mal vor ihm verstecken…es war wie ein Droge und dann…naja, dann zeigte das Buch ihm, dass er Töten musste um seine Ziele erreichen zu können. …und er tat es. Die erste Person…“ Marek brach ab, schluckte hart. Seine Hände zitterten.
„unseren Ziehvater… er vergiftete diesen“ fahrig fuhr er sich durch die Haare und knetet nervös seine Finger.

Die Luft auf dem Tisch begann plötzlich zu flimmern!
Und dann, wie aus dem Nichts erschien es dann- materialisierte sich auf dem Tisch, genau vor Parak.
Das Buch schlug plötzlich sich auf und zeigte nur zu deutlich ein Bild. Ein älterer Mann, der viel zu intim über ein Kind lag, während der Mann scheinbar Krämpfe und einen entsetzten Blick in den Augen hatte. Die Augen des Kindes waren betäubt und leer, so wie die von Marek in diesen Moment und das Kind blickte auf eine Katze gerichtet, die seltsam leuchtete.
An der geöffneten Tür ein weiteres Kind, den Blick ernst und vernichtend auf den Mann gerichtet, und ein Buch in den Armen haltend. Am Fenster stand ein fremder Mann, der diabolisch grinste und eindeutig von Adel war.
„ Aidan war schon immer ein Sadist gewesen, aber er wurde mehr und mehr ein Monster…und das obwohl er noch nicht mal ein Jugendlicher war. Aber er merkte es irgendwann…sagte, er habe mich immer schützen wollen. Das Buch war für uns zu mächtig, und wir versenkten es im Brunnen.Verflucht…wir waren noch Kinder gewesen….“ Er verbarg sein Gesicht in seine Hände.
Das nicht alles zusammenpasste, war dem Umstand zu verdanken, dass erstens Marek nicht mehr ganz nüchtern war und zudem so was wie ein altes Trauma bei ihm wach geworden war. Vielleicht auch der Grund, weswegen er sich von allen ferngehalten hatte. Zudem war er geistig so abwesend, dass er das plötzlich erschienende Buch nicht realisierte. Zumindest noch nicht.
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