Die nächste Etappe

Dieser prächtige Wald liegt im Norden Celcias. Der Fluss Tangros lässt dieses Gebiet blühen. Ein einsamer Priester ließ sich in diesem Wald nieder und erbaute ein Kloster, aber auch die Nachtelfen blieben nicht ohne Taten.
Benutzeravatar
Eleyna d'Yaincre
Spieler-Charakter
Spieler-Charakter
Beiträge: 140
Registriert: Sonntag 14. März 2021, 20:01
Moderator des Spielers: Janay
Steckbrief: Zum Steckbrief
Rasse: Mischling (Mensch/Dunkelelfe)
Sprachen: Garmisch, Lerium
Beruf: Spionin
Fähigkeiten: waffenloser Kampf (überdurchschnittlich)
Wurfmesser (gut)
Lebensenergie:

Geld: 0D, 0L, 51F
Ausrüstung: [br]5 Wurfmesser
Kapuzenumhang
Zunderschwamm
Wasserschlauch
Pökelfleisch für eine Woche[/br]
Tierische Begleiter: schwarzes Pferd
Zum Vorzeigen: [br][/br]

Re: Die nächste Etappe

Beitrag von Eleyna d'Yaincre » Donnerstag 2. September 2021, 09:36

Das sanfte Wiegen führte dazu, dass sich die dunkelhaarige Spionin nur mühsam von der Schwärze lösen konnte. Alles wirkte so friedlich, wohlig und sie hatte bis hierher gar nicht gewusst, wie sehr sie sich nach so etwas gesehnt hatte. Wann war ihr das letzte Mal eine liebevolle Geste zuteil geworden? Und das nicht, weil es auf die Befriedigung körperlicher Gelüste hinauslief? Eleyna erinnerte sich kaum daran. Arrond hatte sie mal in den Arm genommen, aber das war auch schon mehrere Monate her gewesen. Jetzt spürte sie, noch reichlich benommen, wie die Wärme sie dazu trieb, einfach nie wieder aufwachen zu wollen. Sie wollte bleiben. Für immer. Dass sie auf ihrem Pferd saß, konnte sie noch erfassen. Was sie indes nur spüren konnte, war dieser vertraute und doch unbekanntere Geruch. Sie spürte die Wärme an ihrem Ohr, wie es sich im sanften Schaukeln daran rieb und plötzlich mischte sich sogar ein Geräusch hinzu: Bumm.. bumm.. bumm. Eleyna seufzte tonlos und noch mehr legte sich die Ruhe über sie.
Der Takt des Geräusche war völlig einlullend und sie driftete noch ein Bisschen zurück in den Dämmerzustand. Erst als ein brummender Laut an ihr Ohr drang, tief und dunkel aber sanft und fast schon fürsorglich, kämpfte sich ihr Verstand wieder an die Oberfläche. Sie wollte wissen, wer dort sprach, wer dort auf sie wartete. Die Bedeutung der Worte, brauchte Zeit, um ihren Geist zu erreichen. Dann hatte sie eine Ahnung und diese Erkenntnis führte bei ihr tatsächlich zu einem feinen Lächeln. Sie kannte die Stimme, sie kannte den Geruch und alles was sie nicht kannte, war die Fürsorge die sie ausstrahlten. Eleyna war noch zu weit weg, um etwas zu erwidern, doch das Lächeln war ehrlich und unverkennbar, ehe ihr Gesicht wieder friedlich wurde. Sie drehte den Kopf, vergrub ihr Gesicht an der Brust des Anderen und lauschte dem langsamen Bumm seines Herzens. Das wurde lediglich von ihrem eigenen Takt gestört: Hämmernd dröhnte ihr Schädel, was ihr mit jeder weiteren Nuance von Schwarz zu Weiß, immer bewusster wurde. Auch die Schulter tat ihr übriges und Eleyna musste wahrlich dagegen kämpfen, diesen Moment nicht frühzeitig zu unterbinden. Sie wollte nicht. Sie wollte bleiben. Was wiederum ein gutes Zeichen dafür war, dass sie noch immer nicht bei vollem Bewusstsein war. Denn wäre sie bereits zurückgekehrt, hätte sie sicher diesen heimeligen Kokon verlassen wollen. Abstand zu Laogh bringen und sich dem leise nagendem Gefühl in ihrer Brust entziehen wollen. Sie hätte das gar nicht erst zugelassen, beziehungsweise ihr Verstand. Er hätte sich schimpfend vor sie gestellt, ihr verboten so etwas auch nur zu denken und sich nicht von komischen Empfindungen leiten zu lassen. Doch so? Halb zwischen wachen und dämmern? Da konnte ihr Verstand kaum etwas ausrichten und sie sich noch etwas mehr an den wärmenden Körper drücken, der ihr mehr als nur den Halt gab, den sie brauchte, um auf dem Pferd zu bleiben.
Und wieder lauschte sie dem Herzschlag, lauschte dem Takt und ließ sich abermals davontragen, bis sie erneut in eine leichte Dunkelheit fiel.

Das nächste Mal, als sie die Helligkeit erreichte, wurde sie schneller klarer. Sie wusste sofort, wo sie sich befand und wer dort ihren Körper hielt. Sie öffnete die Augen ein Stück weit und sah auf das Schwarz ihres Pferdes hinab, auf den dunklen Sattel und sie erkannte das in schwarzen Stoff gehüllte Bein. Ihr Blick glitt weiter zu den Händen, die die Zügel und die Decke hielten, in die sie eingewickelt war. Dann rutschte ihr Blick zurück und kletterte die andere Seite hinauf. Sie sah die Brust, die aufrecht und stählern im Takt des Tieres mitschwang. Sie spürte in ihrem Rücken den Arm, der sie mühelos hielt. Und langsam löste sie ihre Wange von seiner Brust, um den Blick heben zu können und sich endgültig zu vergewissern, was sie längst wusste: Laogh. Er hielt sie auf ihrem eigenen Pferd. Sie erkannte die tiefschwarze Haut und spürte die Wärme, die er stets auszustrahlen gedachte. Sie betrachtete ihn einen Moment von unten, dann bewegte sie ihre Beine, ihre Hände und versuchte sich ihres eigenen Körpers wieder bewusster zu werden. Überall ziepte und brannte es, doch die erzwungene Auszeit, hatte ihr definitiv neue Kraft gegeben. Auch wenn sie nach wie vor dem dröhnenden Schädel nicht entfliehen konnte. "Wo sind wir?“, kam dann der erste leise Versuch, ihre Stimme wieder zu benutzen. Sie war nach wie vor friedlich. Sie machte keine hektischen Bewegungen und schien noch immer von dem warmen Gefühl eingehüllt zu sein, das diese Situation ihr bescherte.

Benutzeravatar
Erzähler
Nicht-Spieler-Charakter
Nicht-Spieler-Charakter
Beiträge: 5112
Registriert: Montag 4. Januar 2010, 20:11
Lebensenergie:

Re: Die nächste Etappe

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 2. September 2021, 10:23

Es hatte seine Gründe, warum sie dieses Mal auf diese Weise während ihrer Bewusstlosigkeit reiste und nicht wieder in dem Wägelchen. Das lag jetzt nicht unbedingt daran, dass dort ein äußerst missmutig dreinblickendes, sorgsam verschnürtes Päckchen saß, das absolut keine Möglichkeit hatte, die Flucht zu ergreifen. Dafür hatte der Schatten mit all seinem Wissen gesorgt. Es lag auch nicht daran, dass auf dem Bock des Wägelchens zwischen der Elfe und dem Menschen kein Platz mehr gewesen wäre.
Nein, es war darum gegangen, den äußerst stark in Mitleidenschaft gezogenen Kopf der Verletzten soweit wie möglich zu schonen. Selbst die Variante, gemeinsam auf der mit einem weitaus robusteren Nervenkostüm ausgestattete Stute zu reiten, war aufgrund von deren eigener Verletzung dabei ausgeschieden. Somit war ihr eigenes Pferd als letzte Option übrig geblieben, sodass sie sich nun darauf in einer kaum gekannten und zugleich überaus wohligen Geborgenheit wiederfand, als sie allmählich aus der Dunkelheit aufzutauchen begann.
Dabei war sie nicht nur in eine wärmende Decke gehüllt, sondern wurde auch von starken Armen umfangen, die ihr neben Wärme auch Halt gaben, während es direkt an ihrem Ohr in beruhigender Stärke und Regelmäßigkeit wummerte. So musste sich auch ein Kind fühlen können, das von seiner Mutter oder seinem Vater gehalten wurde und dem Herzschlag der geliebten Vertrauensperson lauschen konnte, um zur Ruhe finden zu können.
Wer würde ihr dadurch zum Vorwurf machen, dass sie gar nicht wirklich aus ihrem Dämmerzustand aufsteigen wollte? Nicht einmal der Schatten, der ihre Regungen sofort spürte und sogar leise mit ihr sprach.
Als er keine Antwort erhielt, ließ er es dabei auch wieder bleiben und gestattete ihr, sich weiterhin in seinen Armen zu erholen. Zum Reden war noch viel Zeit, wenn sie ausreichend Kraft dafür besitzen würde.
Auch konnte er fühlen, wie sich mehr an ihn schmiegte, was ein feines, erstaunlich warmes Lächeln über seine Lippen huschen ließ. Allerdings nur deswegen, weil er wusste, dass es niemand sehen konnte, denn das Wägelchen befand sich in seinem Rücken. Im nächsten Moment war es auch schon wieder fort und er ritt konzentriert den Weg weiter.

Bei ihrem nächsten Erwachen war weitaus weniger Zeit vergangen und dennoch befand sie sich weiterhin in der wohltuenden Umarmung, während das sanfte Schaukeln etwas unregelmäßiger wurde, so, als wäre auch der Boden unter den Pferdehufen weniger einfach.
Warum? Was hatte sich an dem Gelände geändert? Und wo waren sie überhaupt? Der Reiter wirkte frisch und sauber, so, als wären sie erst ein paar Minuten unterwegs gewesen und er hätte sich nicht im mindesten körperlich anstrengen müssen. Nur... das konnte gar nicht sein, oder? Ihr eigener Leib war äußerst lädiert und zugleich nicht mehr ganz so erschöpft, als dass er nicht ausreichend Zeit zur Erholung gefunden hätte.
Als sie sich bewegte, wurde das natürlich sofort wahrgenommen. Dennoch blieb der Oberkörper des Schattens in derselben Position wie ein Fels in der Brandung, ebenso wie sein Arm um ihre Oberschenkel. Lediglich der Arm in ihrem Rücken verrutschte ein wenig, um ihr trotz allem noch ausreichend Halt zu geben.
Es musste recht schlimm um sie gestanden haben, sonst wäre er jetzt schließlich nicht derart übervorsichtig, oder? Eher wäre ihm zu zutrauen, dass er sie herunter plumpsen ließe, sobald sie wirklich wach wäre. Derartige kleine Gemeinheiten, solange sie ein relativ glimpfliches Ende nehmen würden, würden gut zu ihm passen. Viel besser als diese Fürsorglichkeit und Geborgenheit, die er ihr derzeit angedeihen ließ.
Was er wohl als Preis dafür verlangen würde? Und wie passte diese neue Maske wiederum zu all den anderen, die sie bislang kennengelernt hatte? Allen voran jener der Düsternis und des Blutrausches?!
Er spürte ihre Rührungen und reagierte darauf, sicherte sie stets aufs Neue und tat ansonsten... nichts. Solange, bis sie allmählich zu ihrer Stimme zurück fand.
Ihre Frage führte zu einem leisen, amüsierten Hüsteln, das davon zeugte, dass er zu seiner üblichen, spöttischen Gelassenheit gefunden zu haben schien. Wie lange war sie weggetreten gewesen?! "Unterwegs.", erwiderte er mit einem Hauch Belustigung in der Stimme. Ja, er war definitiv wieder ganz der Alte!
"Aber keine Sorge, dich erwartet außerhalb der Decke kein Verlies... im Moment!", setzte er noch nach, wahrscheinlich, um zu prüfen, inwieweit sie schon wieder klarer denken konnte.
Ansonsten änderte sich um sie herum jedoch vorerst nichts von seiner Seite aus. Es lag also an ihr, ob sie ihrer Neugier nachgehen konnte und wollte oder es bevorzugen würde, weiter vor sich hin zu dösen.
Bild

Benutzeravatar
Eleyna d'Yaincre
Spieler-Charakter
Spieler-Charakter
Beiträge: 140
Registriert: Sonntag 14. März 2021, 20:01
Moderator des Spielers: Janay
Steckbrief: Zum Steckbrief
Rasse: Mischling (Mensch/Dunkelelfe)
Sprachen: Garmisch, Lerium
Beruf: Spionin
Fähigkeiten: waffenloser Kampf (überdurchschnittlich)
Wurfmesser (gut)
Lebensenergie:

Geld: 0D, 0L, 51F
Ausrüstung: [br]5 Wurfmesser
Kapuzenumhang
Zunderschwamm
Wasserschlauch
Pökelfleisch für eine Woche[/br]
Tierische Begleiter: schwarzes Pferd
Zum Vorzeigen: [br][/br]

Re: Die nächste Etappe

Beitrag von Eleyna d'Yaincre » Donnerstag 2. September 2021, 14:54

Sicher war es die beste Entscheidung gewesen, dass sie etwas aufrechter reiste und damit ihren Kopf entlastete. Die Warnzeichen, die sie selber zu lange ignoriert hatte, sprachen deutlich davon, dass ihre Verletzung keine Kleinigkeit war. Sie wäre es gewesen, wenn sie sich nach dem Schlag hätte ausruhen können, doch die Umstände verboten dies. Und danach kam eines zum Anderen und sie verrannte sich in dem Bestreben, sich um die kleineren Brände hier und dort zu kümmern. Dass sie nun auch noch zusätzlich an der Schulter verletzt wurde und die kleinere Blessur an der Handfläche davontrug, waren unschöne Beiwerke aber für sich genommen nicht der Rede wert. Nur der Kopf. So robust er aufgestellt war, so verheerend waren etwaige Verletzungen an ihm. Nicht etwa die Wunde selbst stellte das Problem dar, sondern viel mehr die Erschütterung hinter dem Schlag selbst, die direkt auf ihr Hirn gewirkt hatte, machte Probleme. Sie hätte Ruhe gebraucht, doch schlussendlich besiegte der Körper den Verstand auf unfaire Weise, indem er einfach die Lichter ausknipste.
Eleyna fand sich in einem Dämmerzustand wieder, der ihr vorerst nur unschöne Erinnerungen zeigte, als wolle er sie dadurch noch mehr triezen. Doch dann gewährte ihr der Verstand einen kleinen Blick, sodass sie auftauchte aus dem Sumpf und sich in einer ungekannten aber äußerst behaglichen Situation wiederfand. Die Wärme, der Halt auf mehreren Ebenen, das sanfte Schaukeln und der gleichmäßige Takt des Herzens, schafften es, dass sie nicht wie von der Tarantel gestochen aufsprang und sich mit Händen und Füßen wehrte. Nein, selbst als sie verstand, wem sie da so nahe war, zuckte sie nicht zurück. Noch immer benommen, aber deutlich klarer, schmiegte sie sich an die warme Brust und entlockte damit eine Regung, die ihr und jedem anderen verborgen blieb. Dann dämmerte sie wieder weg und atmete tief den durchaus betörenden Duft des Mannes ein, zu dem sie eigentlich mit allen Mitteln Abstand halten wollte. Doch ihr vernebelter Verstand schlug diesem vermeintlichen Wunsch ein Schnippchen und zeigte ihr deutlich, dass sie sich – wie selten zuvor – geborgen fühlte.

Eleyna durfte noch einen Moment weiter in den Armen des Schattens ausruhen, bis sie erneut erwachte. Der Abstand war deutlich kürzer, als noch vor einer Weile und sie schaffte es sogar, die Augen soweit zu öffnen, dass sie erkannte worauf sie saß und zudem eindeutig sah, dass es tatsächlich Laogh war, der sie hielt. Sie musterte ihn einen Moment lang und ließ dann etwas Leben in ihren Körper zurückkehren. Sie spürte, dass sie nach wie vor verwundet war, doch schaffte sie es bereits jetzt wieder mehr Standhaftigkeit zu erzeugen. Eleyna war Schmerzen gewohnt und hatte eine besondere Gabe, mit ihnen umgehen zu können. Normalerweise ertrug sie so etwas stumm und ohne viel Federlesens, doch die Kombination hatte ihr zu viel abverlangt. Sie hob den Kopf etwas an, bereute das aber sofort und sank zurück an seine Brust. Dennoch drehte sie den Kopf und blickte über den Pferdekopf auf die Umgebung. Ihre Frage kam leise, ehe sie sich versuchte etwas zu räuspern, dann kam bereits seine Antwort. Wie gewohnt wenig aussagekräftig. Sie schmunzelte leicht, schloss die Augen und nickte minimal. „Sehr gut.“, antwortete sie und ließ keinen Zweifel daran, ob ihr Sarkasmus noch funktionierte. Seine nächsten Worte, ließen sie die Augen wieder öffnen. „Oh, da bin ich… aber froh. Es wäre.. es wäre ja sonst alles umsonst gewesen.“, gab sie Konter und auch hier schwang bereits die alte Zunge mit. Sie wirkte noch etwas leise und viel regte sie sich nicht, doch er durfte sicher sein, dass sie auf dem besten Weg war.
Einen Moment ließ Eleyna die Stille zu und lauschte dem Hufgetrappel, das immer mal von einem Extraschritt durchbrochen wurde, da der Weg offenbar unebener wurde. Sie spürte, dass sie noch immer geneigt war, weg zu dämmern, doch sie zwang sich selber, die Augen offen zu halten, bis ihr doch noch etwas über die Lippen glitt: „Vielleicht bleibe ich trotzdem noch etwas hier..“, murmelte sie, die Augen wieder schließend und mit einem feinen Lächeln auf den Lippen. „Du machst das ganz gut, Schwester Laogh“, lobte sie ihn auf eine neckende Weise und meinte es doch vollkommen ehrlich. Sie wusste es nur nicht auszudrücken, denn das er ihr diese Geborgenheit schenkte und Fürsorge entgegnete und was sie dabei empfand, verwirrte die Mischlingselfe durchaus. Spürte er, was sie dachte? Wusste er, was sie fühlte? In der Zeit, in der sie sich kannten, hatte er stets ein hohes Augenmerk auf jede noch so kleine Regung gehabt. Hatte sie sich im Dämmerzustand offenbart? Gab es denn überhaupt etwas zu offenbaren? Sie fühlte sich wohl.. vielleicht würde er ihr das unter die Nase reiben. Und er selber? War es ihm wichtig, dass sie unbeschadet aus der Verletzung hervorging, oder hatte Lauryn ihm das aufgetragen? Er war ihr, wie immer einige Schritte im Voraus, denn sie wusste nicht, was er bei dieser Art von Nähe dachte und ob es um die Sorge um seine Pläne ging oder ob er ihr persönlich die Heilung wünschte. "Wie lange war ich weg?", wollte sie dann trotzdem wissen, vielleicht auch, um sich von Gedanken abzulenken, die vermutlich in eine fatale Richtung laufen würden.

Benutzeravatar
Erzähler
Nicht-Spieler-Charakter
Nicht-Spieler-Charakter
Beiträge: 5112
Registriert: Montag 4. Januar 2010, 20:11
Lebensenergie:

Re: Die nächste Etappe

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 2. September 2021, 15:29

Er hatte mit Lauryn gesprochen, sie hatte sich die Mischlingselfe auch äußerst besorgt angesehen und ihre Meinung über deren Zustand kundgetan, ehe sie seine Versorgung der oberflächlichen Wunden noch vervollständigt hatte. Aber beiden war klar gewesen, dass sie nicht in dem Wägelchen würde liegen können auf ihrer weiteren Reise. Das Gefährt war zwar praktisch, doch ohne jeglichen Komfort und das Herumgeschaukel würde der Erschütterung im Kopf alles andere als zuträglich sein.
Also hatte recht schnell festgestanden, wie es für die Bewusstlose weiterzugehen hatte. Dass er sie allerdings nicht einfach über den Pferderücken gelegt hatte, sondern sie, in die Decke gehüllt, tagsüber stets stützte, hatte der Elfe ein mildes Lächeln und wissendes Blitzen in den Augen entlockt.
Der Schatten hatte diesen Umstand zu ignorieren bevorzugt. Und vor sich selbst damit gerechtfertigt, auf diese Weise rascher erkennen zu können, sollte sich der Zustand verschlechtern oder gar Fieber auftreten. Tatsächlich war letzteres geschehen, wenngleich verhältnismäßig harmlos im Vergleich zu dem, was sie beide angenommen hatten.
Und nun war sie dabei, allmählich aufzuwachen. Nach den ersten lichten Momenten dämmerte sie zwar wieder weg, dennoch war es ein gutes Zeichen und zeugte von der langsamen Besserung der inneren Verletzung.

Als sie erneut zu sich kam, merkte er es an ihren Bewegungen und auch daran, dass sie schlussendlich sogar ihre Stimme wiederfand. Er spürte, wie sie ihren Kopf leicht anhob und sogleich erschöpft in sich zusammensank.
Das wusste er zu deuten und so lüpfte er ein wenig die Decke, dass sie dennoch über deren Rand hervorlugen und sehen konnte, dass sie sich nicht länger in dem dichten Wald Arus befanden. Die Bäume waren verschwunden, stattdessen hatte sich eine saftig grüne Ebene um sie herum ausgebreitet, die jedoch am Horizont sich allmählich zu ändern schien. Wie genau, das war von ihrer derzeitigen Position nicht auszumachen.
Fest stand lediglich, dass sie hier für jeglichen Feind ein perfektes Ziel boten. Und trotzdem ließ er den Rappen in einem gemütlichen Tritt gehen, hielt allerdings die Zügel ziemlich straff. Sicherlich hatte das Tier des Öfteren versucht, stehen zu bleiben und zu fressen, doch da war er bei dem Schatten an den falschen Reiter geraten. Trotz dessen Hauptaugenmerk auf die Stabilisierung der Bewusstlosen hatte er sich rasch durchgesetzt und dem Hengst gezeigt, wer hier das Sagen hatte. Sodass er inzwischen die Zügel recht entspannt in der Hand und dennoch kurz hielt.
Doch im Gegensatz zu ihr, wenn sie ihn derart behandelt hatte, sträubte er sich nicht dagegen, sondern benahm sich wie das folgsamste Pferd in ganz Celcia. Wie hatte Laogh das denn wieder geschafft?! Er musste wahrlich ein Händchen für diese Tiere haben... oder einfach eine Vorliebe für Charaktere wie Draca, bei denen er sicherlich gelernt hatte, wie man sich erfolgreich durchsetzte.
Die leisen Worte sorgten für ein feines Schmunzeln in seinem Mundwinkel. Das sich bei ihrem Fortfahren noch vertiefte. "Ja, nicht wahr? Die Kerkermeister haben für gewöhnlich wenig Freude an Halbtoten, wenn sie nicht Schuld daran sind.", fuhr er in einem gewissen Plauderton fort, der perfekt überspielte, wie er zu ihrem Zustand stand.
Schweigen senkte sich erneut zwischen sie, das ein weiteres Mal von ihr durchbrochen wurde. "Ach, wirklich? Und ich meine mich zu erinnern, dass du nicht gerne mit mir kuschelst.", neckte er sie und piekste sie mit einem Finger sogar leicht in die Seite, als wolle er verspielt testen, ob sie womöglich kitzlig war.
Dann allerdings konnte sie das Rollen seines lautlosen Lachens deutlich unter ihrer Wange spüren, als es seinen Brustkorb ausfüllte. "Pfleger, wenn ich bitten darf. Oder hast du vergessen, wie sehr ich dir meine Männlichkeit schon bewiesen habe? Lässt den Gedächtnis nun nach? Muss ich mir glatt merken, um dir eine zu verpassen, wenn du zu aufmüpfig wirst.", gab er hörbar belustigt zurück, wie als wolle er eine zu große Vertrautheit und warme Gefühle zwischen ihnen gar nicht erst aufkommen lassen.
Doch dann wurde er trotz allem wieder ernst und drückte sie ein wenig enger an sich. Was im Prinzip nicht notwendig gewesen wäre, aber unauffällig genug war, um es im Ernstfall als Nachgreifen und Stützen bezeichnen zu können. "Ruh' dich noch etwas aus. In etwa einer Stunde machen wir Rast für heute.", erklärte er ihr erstaunlicherweise von sich aus und einmal nicht gespickt mit unzähligen Andeutungen.
Schweigend sah er geradeaus und behielt zugleich die Umgebung im Blick, ganz der aufmerksame Schatten, den sie gewohnt war, während ihr Hengst lammfromm dahin trottete. Bis sie ihn wieder ansprach.
Dieses Mal zuckte er leicht mit den Schultern, was sie mehr spüren, denn sehen konnte. "Nicht lange.", wiegelte er ab und bewies mit seinen folgenden Worten das genaue Gegenteil. "Nur vier Tage und eine Handvoll Stunden. Lauryn und ich haben gewettet, ob du heute oder morgen aufwachst. Tja, wie es aussieht, hat sie gewonnen." Er grinste schief und verhielt sich äußerst untypisch.
Was war passiert? Hatte er etwas auch einen Schlag auf den Kopf bekommen, der ihn etwas... normaler machte? Oder wollte er sie nur testen, inwieweit ihr eigenes Denken noch funktionierte?!
Und... wenn sie tatsächlich so lange weggetreten gewesen war, sobald das Begreifen langsam in ihr Bewusstsein dämmern konnte, wieso stank sie dann nicht ebenso bestialisch wie der Kerl, der sich an ihr hatte vergreifen wollen? Ja, im Gegenteil, sie fühlte sich recht sauber und auch ihre Kleidung schien... gewaschen worden zu sein vor kurzem. Wer hatte sich da so aufmerksam um sie gekümmert?! Und... verspürte sie womöglich Scham deswegen?
Bild

Benutzeravatar
Eleyna d'Yaincre
Spieler-Charakter
Spieler-Charakter
Beiträge: 140
Registriert: Sonntag 14. März 2021, 20:01
Moderator des Spielers: Janay
Steckbrief: Zum Steckbrief
Rasse: Mischling (Mensch/Dunkelelfe)
Sprachen: Garmisch, Lerium
Beruf: Spionin
Fähigkeiten: waffenloser Kampf (überdurchschnittlich)
Wurfmesser (gut)
Lebensenergie:

Geld: 0D, 0L, 51F
Ausrüstung: [br]5 Wurfmesser
Kapuzenumhang
Zunderschwamm
Wasserschlauch
Pökelfleisch für eine Woche[/br]
Tierische Begleiter: schwarzes Pferd
Zum Vorzeigen: [br][/br]

Re: Die nächste Etappe

Beitrag von Eleyna d'Yaincre » Donnerstag 2. September 2021, 17:21

Nachdem sie doch noch etwas kraftlos in die Umarmung des Dunklen sank, als sie sich umsehen wollte, spürte sie die kühle Luft, die ihren Weg unterhalb der Decke fand. Sie öffnete abermals die Augen, drehte den Kopf und spähte in die Umgebung. Eleyna brauchte einen Moment um zu begreifen, dass sie nicht mehr im Wald waren. Erstaunt ließ sie die Augen wandern und entdeckte die neue Umgebung, konnte sie sogar grob zuordnen. Wie lange war sie wohl weggetreten? Eleyna wandte den Blick wieder ab und verschob die Frage auf später. Sie hatte noch immer mit dem Schmerz zu kämpfen und wollte nicht gleich die schützende Umgebung verlassen, ob nun geistig oder körperlich. Also schloss sie noch mal die Augen, atmete zweimal tief, bevor sie ihre erste kleine Frage stellte. Seine Antwort entlockte ihr ein Lächeln und auch das darauffolgende Geplänkel, lockte ihren eigenen Sarkasmus hervor. Noch nicht so spritzig wie sonst, aber vorhanden. Bei seiner Beschreibung schnaufte sie allerdings etwas, als übertreibe er. „Halbtot.. ich habe mich kurz ausgeruht.“, sagte sie und öffnete den Blick für ihn.
Die Stille die folgte, war seltsam vertraut und wirkte ganz und gar nicht deplatziert. Es war ein stummes Einverständnis beider Seiten, den Moment verstreichen zu lassen. Sie durchbrach diesen Moment und lächelte leicht bei ihren, durchaus vielsagenden Worten. Seine Reaktion allerdings, ließ sie die Augenbrauen heben und zuckte tatsächlich überrascht zusammen, als sein Finger die kleine Stelle zwischen Hüfte und Brustkorb fand und ihr damit die heimliche Schwäche entlockte. Sie schaute ihn aus ihrer Position heraus an und mussten diesen Moment dann doch kurz verdauen.„Vielleicht sollte ich das revidieren..“, murmelte sie daraufhin und offenbarte erneut, dass ihr die Situation gut gefiel. Oder dass der Schlag um einiges heftiger gewesen war, als angenommen.

Eleyna spürte mit einem Mal das rollende Lachen, nachdem sie ihm noch zusätzlich zu ihrer Offenbarung einen Einblick in ihre derzeitige Empfindung gewährt hatte. Warm wurde ihr Ausdruck, den er nicht sehen konnte, da er konzentriert die Umgebung begutachtete. Und gleichzeitig war es, als wolle er die ehrlichen Worte von ihr in eine andere Richtung drücken. Sie machte einen fragenden Blick und schürzte leicht die Lippen: „Achso? Hast du das? Ich… oh warte.. ganz dunkel.. da war was.“, zog sie ihn auf und wenn er wüsste, dass alleine sein Geruch ihr die Bilder ihres kleinen… Zwischenspiels vor Augen führte, hätte er vermutlich triumphierend gegrinst.
Sie spürte, dass er wieder ernster wurde und dass er sie etwas näher zu sich zog, was sie ohne Widerstand akzeptierte. Sie legte eine Hand an seine Brust und schloss tatsächlich erneut die Augen, da sie nach wie vor mit dem Kopfschmerz zu tun hatte und sich die kleine Pause zwischendurch gönnen wollte. Seine Worte ließen sie nicken und sie hatte vor, ihnen Folge zu leisten, da sie bereits spürte wie sie wieder mehr an Kraft verlor. In ihr aber arbeitete es gewaltig. All diese Eindrücke, diese neuen.. Seiten an ihm und an ihr, beschäftigten sie tatsächlich und so musste sie dem Ganzen Einhalt gebieten, um nicht Gefahr zu laufen, auf ein völlig falsches Terrain zu gleiten.

Auch wenn sie, bedingt durch die Schwäche, vermutlich viel preisgegeben hatte. Sie bemühte sich also um Schadensbegrenzung und stellte doch noch die Frage, wie lange sie bereits weggetreten war. Er zuckte die Schultern, was sie fühlen konnte und sie erwartete bereits eine wenig aussagekräftige Antwort, als er tatsächlich die Bombe platzen ließ. Sofort öffnete Eleyna die Augen wieder und hob den Kopf doch etwas von seiner Brust weg, um ihn anzusehen. „Vier Tage?!“ japste sie erschrocken und runzelte die Stirn, als ihr langsam dämmerte, dass sie definitiv nicht nur eine kleine Verletzung erlitten hatte.
Eleynas Kopf zwang sie wieder zurück in die liegende Position, auch wenn sie dieses Mal etwas länger brauchte, da ihr Verstand fieberhaft analysieren wollte, wie das angehen konnte. Sie legte den Kopf zurück und ließ ihre Hand dort wo sie sich abgestützt hatte. Nachdenklich betrachtete sie sein Hemd und ihre Hand. „Wie geht es Lauryn?“, fragte sie und auch wenn sie ehrlich interessiert an dem Zustand war, war es ein kleines Ablenkungsmanöver davon, dass sie sich die Frage stellte, wer sich 4 Tage und eine Handvoll Stunden um sie gekümmert hatte? Wer hatte sie gewaschen, denn sie roch definitiv nicht nach vier Tagen und Nächten ohne Wasser. Und ihre Kleidung.. Eleyna neigte den Kopf, um sich selber zu betrachten. Immerhin hatte sie etwas an, doch all diese Klamotten waren sauber. Hatte sie nicht Blut daran gehabt? Verwirrung machte sich breit. „Was.. wie ist das möglich? Wo ist der Gefangene? Hast du ihn verhört? Was hat er gesagt? Was… wer.. wer hat denn mich..?“, stammelte sie und spürte, wie ihr Herz zu rasen begann bei all den Fragen die sich auf einmal in ihren Verstand hämmern wollten. Sie lehnte ihre Stirn wieder zurück an seine Brust.
Noch war ihr Hirn nicht bereit für all diese Fragen, sodass sie ein paar Mal tief atmete, bevor sie doch wieder zurücksank in seine Umarmung und die Augen geschlossen hielt. Sie wollte die Antworten haben, doch war sie auch noch viel zu geschwächt, um gleich in alter Form zurückzukehren.„Ich hätte gedacht,…“, kam es gedämpft von ihr, weil sie ihr Gesicht in seiner Brust vergrub, „dass du mich liegen lässt.“, murmelte sie und auch wenn es anklagend klingen könnte, hörte jemand wie Laogh, der sich auf Nuancen konzentrieren konnte, durchaus Dankbarkeit heraus. Dann verlor ihr Körper erneut an Spannung, ehe sie noch einmal die Schwere der Verletzung und daraus resultierende körperliche Anstrengung offenbarte, indem sie wieder einschlief.

Benutzeravatar
Erzähler
Nicht-Spieler-Charakter
Nicht-Spieler-Charakter
Beiträge: 5112
Registriert: Montag 4. Januar 2010, 20:11
Lebensenergie:

Re: Die nächste Etappe

Beitrag von Erzähler » Freitag 3. September 2021, 16:42

Er bemerkte ihre Bewegungen und wusste sie zu deuten, da es nur selbstverständlich war, dass sie sich umsehen wollte. Doch ihre körperliche Schwäche ließ das nicht zu, weswegen er ihr half, indem er die Decke ein wenig so sinken ließ, dass sie auch aus ihrer derzeitigen Haltung heraus einen kleinen Überblick sich verschaffen konnte.
Zugleich achtete er darauf, dass nicht zu viel Haut an die frische Luft kam, die aufgrund der Jahreszeit weiterhin recht kühl war und sich noch kälter anfühlte aufgrund der freien Ebene, in der sie sich inzwischen befanden. Nichts und niemand konnte den Luftbewegungen etwas entgegen setzen, wodurch es nur folgerichtig war, dass ihr geschwächter Leib zusätzlich so gut wie möglich gewärmt wurde.
Danach ließ er ihr Zeit, den Anblick zu verdauen, mit dem sie sicherlich nicht gerechnet hatte. Wie denn auch bei der Spanne, die sie bewusstlos gewesen war? Außerdem würde sie erst einmal zu Kräften kommen müssen, sodass sie vorerst erst recht zu der eher langsamen Sorte zu zählen war.
Als sie soweit war, erhob sie ihre Stimme und er konnte und wollte nicht anders, als sie zu necken und zu provozieren, um zu testen, inwieweit sie geistig wieder bei Sinnen war. Ihre Worte nach ihrem Schnaufen ließen ihn leise hüsteln. "Sag ich ja, halbtot.", hielt er dagegen, als hätte sie ihm nicht gerade versucht zu widersprechen und ihren Zustand herunter zu spielen.
Er wusste es besser, schließlich wusste er auch, wie lange sie nicht unter den Lebenden geweilt hatte. Und tatsächlich war sich auch Lauryn anfangs nicht zur Gänze sicher gewesen, wie die Verletzung am Ende ausgehen würde. Aber jetzt, da die Mischlingselfe wieder aufgewacht war, glaubte er daran, dass sie auf dem Weg der Besserung wäre. Das Schlimmste schien vorüber und nun hieß es, sie wieder aufzupäppeln und dafür zu sorgen, dass sie zu alter Spitzzüngigkeit und Zornesausbrüchen finden würde. Gerade letzteres würde er sehr bedauern, wenn es nicht zurückkehren würde, weil es stets ein Quell an Unterhaltung für ihn gewesen war.
Nach ihrem einstimmigen Schweigen fuhr er fort und hob mit einem feinen, wissenden Grinsen eine Augenbraue, als sie bei seinem Pieksen derart stark zusammen fuhr. "Sieh an, sieh an.", grummelte er voller Unheil, was darauf schließen ließ, dass sie ihre instinktive Reaktion in absehbarer Zeit noch gehörig bereuen würde.
Was hätte sie jedoch anderes tun sollen? Seine Attacke hatte sie unvorbereitet getroffen und somit hatte sie es nicht verbergen können. Ob er auch eine Stelle hatte, an der er empfindlich wäre, abgesehen von seiner Männlichkeit? Und wie gut hätte er sich im Griff, wenn sie je geschickt genug wäre, ihn dort zu überraschen?! Seine Perfektion war auf jeden Fall alles andere als ermutigend!
"Ach, mir fällt schon was ein, wie du dich bedanken kannst.", erwiderte er auf ihr Gemurmel und piekste noch einmal leicht in die Seite. Er konnte es einfach nicht lassen!
Daraufhin zeugte ihre Bemerkung davon, dass sie allmählich wirklich zurück in die Realität fand und ihn zugleich amüsierte, denn er konnte das natürlich nicht einfach so stehen lassen. Sie indes sprang darauf an und versuchte, ihn sogar aufzuziehen. Leise schnaubte er abfällig und strich, wie zufällig, mit den Fingerspitzen ihre Seite entlang, die er zuvor noch gekitzelt hatte. Doch diesmal so fein, dass es einen wohlig schaudern und an andere Gefühle denken ließ. "Du kannst von Glück reden, dass ich noch nicht ganz... Ausgeruhte mit Behutsamkeit behandle!", grollte er in einem drohenden Timbre, das wohlig gruselnde Schauer über den Rücken zu jagen vermochte.
Dennoch sorgte er dafür, dass sie den Halt auf dem Pferderücken nicht verlor, und spürte dabei, wie sie sich wieder enger an ihn schmiegte. Er konnte sich denken, dass die körperliche Schwäche bald erneut zu einem Schlafpensum führen würde, was er auch akzeptierte. Ohnehin hatten sie noch eine kleine Strecke vor sich und da war es sicherlich ganz gut, wenn sie nicht zu viel den Mund aufmachen konnte.
Zwar war sie einstweilen noch recht streichelweich zu handhaben, allerdings hielt er es für durchaus im Bereich des Möglichen, dass sie sich gegenseitig zu weitaus mehr provozieren konnten, wenn sie es darauf anlegte. Er würde das natürlich niemals tun, in ihrem derzeitigen Zustand würde sich das ja auch gar nicht richtig lohnen!
Außerdem war er genauso darauf bedacht, nicht zu viel von sich und seinen Gedanken zu verraten, wie sie. Es reichte, dass sie während des Ritts aufgewacht war und dadurch erleben konnte, dass er sich um sie persönlich kümmerte.
Nach einer weiteren kleinen Pause stellte sie jene Frage, die sie gewiss beschäftigen musste. Und ausnahmsweise gab er ihr einmal eine konkrete Antwort, obwohl er es merklich herunter spielte... um die Wirkung zu erhöhen. Bei ihrem Japsen zuckte er erneut mit den Schultern und sah mit einem feinen, spöttischen Grinsen zu ihr herab. "Ein kleines Nickerchen, hm?", spielte er auf ihre eigene Behauptung zuvor an und merkte, dass sie sich überanstrengt hatte.
Kein Wunder, nach der langen Zeit ohne wirklicher Nahrung. Zwar hatten sowohl er als auch die Elfe versucht, ihr ein bisschen etwas einzuflößen, solange sie gerastet hatten, allerdings war das weit weg von wirkungsvollem Essen gewesen. Somit würden sie auch jetzt dafür sorgen, dass sie, wenn sie wach wäre, sich behutsam stärken würde und es nicht übertrieb.
Die nächste Frage ließ ihn ein weiteres Mal mit den Schultern zucken. "Sehr gut, sobald sie erfährt, dass sie Recht hatte.", neckte er sie und durchschaute ihr Ablenkungsmanöver ebenso, wie er es unterstützte, weil auch er noch nicht gewillt war, sonderlich viele Details zu nennen.
Allmählich konnte er jedoch spüren, wie sie unruhig in seinen Armen wurde und wenig später prasselten die Fragen regelrecht auf ihn ein. "Hey, hey, langsam, langsam. Werd' erst mal wieder richtig lebendig, bevor du mich bestürmst. Auch wenn ich es verstehen kann, so umwerfend wie ich bin!", versuchte er sie zu beruhigen und zugleich ihre Gedanken in eine andere Richtung zu lenken.
Daraufhin begann sie sich wieder etwas zu entspannen und er merkte, wie ihr Körper allmählich schlaffer wurde. Wahrscheinlich würde sie gleich wieder einschlafen, zumindest rechnete er damit. Was er nicht erwartete, war ihre gedämpfte Behauptung, aus der er tatsächlich die Dankbarkeit herausfiltern konnte.
Er stieß einen abfälligen Laut aus. "Pff, also bitte! Dann müsste ich demnächst selbst meinen Schädel herhalten oder mich von stinkenden Lustmolchen begrapschen lassen!", empörte er sich betont übertrieben, um diese Vertraulichkeit, die zwischen ihnen aufzusteigen drohte, nicht zu eng werden zu lassen.
Nicht, dass er ernsthaft ein schlechtes Gewissen verspürte ob seines Handelns, das zu ihrem Zustand geführt hatte. Hätte er hingegen gewusst, dass sie dabei eine dermaßen heftige Verletzung davon tragen würde, hätte er allerdings seine Pläne geändert und eine andere Lösung gefunden mit weniger Risiko. Trotzdem verspürte er, ganz tief in sich drin und gut vor seinen Zugriffen der Vernunft verborgen, das Bedürfnis, es durch etwas Fürsorge wieder gutzumachen, weswegen er sie auch weiterhin hielt und wärmte und beschützte, als sie erneut wegdämmerte.


Eleyna schaukelt es weiter zu Auf nach Unbekannt
Bild

Antworten

Zurück zu „Der Wald Arus“