Unterwegs im Sarius

Dieser seltsame, aber auch einzigartige Wald liegt im Südwesten. Er ist zum Großteil ertränkt in Wasser und nur mit einem Floß lässt er sich durchquehren. Die Namudus sind die Einheimischen dieses Waldes, sie haben sich dessen Nachteile zunutze gemacht.
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Re: Unterwegs im Sarius

Beitrag von Erzähler » Freitag 9. Juli 2010, 11:43

"Feuer", wiederholten Mokosha und sogar Renoka, wenngleich Letzterer von beiden Schwierigkeiten hatte, das Wort auszusprechen. Wie ein Mann aber schauten sie in Richtung der erloschenen Fackel. So schnell würde die sich nicht mehr entzünden lassen, denn der Namudu mit der Waschbärenmaske hatte ordentlich Wasser darüber gekippt. Solange das Holz nass war und Pech am Ende der Fackel fehlte, war da nichts zu machen. Sie würden vorerst im Dunkeln sitzen bleiben müssen. Es sei denn, Janay trieb eine neue Fackel auf oder weckte ihren Baron beziehungsweise den Diener Pelkin. Da beide jedoch Furcht oder zumindest Argwohn gegenüber Renoka gezeigt hatten, wäre es keine gute Idee, solange die Namudus noch auf dem Kutschbock saßen.
Mokosha hockte ganz dicht an Janay dran. Hinter ihm lugte Renoka hervor. Wie kleine Kinder, denen die Neugier auf der Nasenspitze hockte, betrachteten sie Janays graue Züge in der Dunkelheit.
"Kein Licht", beharrte Mokosha. Er verschränkte die Arme vor der Brust. "Eine Sonne reichen. Nachts dunkel, nachts schlafen. Brauchen kein Licht. Kein ... Feuer." Sein Standpunkt war klar. Er würde sich nicht überreden lassen, eine neue Fackel anzuzünden.

Endlich stellte sich Janay den beiden mit Namen vor. Sie bewegten die Lippen, leckten sich mit der Zunge darüber und versuchten, ihren Namen zu wiederholen. Nach ein paar Mal gelang es ihnen schon recht gut, obwohl man immer noch diesen fremdartigen Akzent heraus hören konnte. Selbst Mokosha, der zumindest Grundzüge des Celcianischen beherrschte, tat sich etwas schwer. Aber schließlich klappte es.
"Janay", wiederholten beide ein letztes Mal und lächelten, als sie bekundete, den Wald nicht vernichten zu wollen. Da sank plötzlich ein Zweig auf ihre Schulter herab. Die Blätter streiften ihre Haut wie beabsichtigt, ehe der Wind den Ast wieder nach oben drückte. Mokosha schien das nicht zu verwundern, Renoka lachte nur darüber.
"Ich glaube, sie spricht die Wahrheit. Die Bäume vertrauen ihr."
"Ja, ihr. Aber was ist mit dem Dicken und dem klapprigen Alten in diesem Landfloß?"
"Die schlafen. Lassen wir sie. Aber Janay könnten wir mitnehmen. Soll sie uns mehr zeigen und Mama wird sich auch freuen."
Die beiden unterhielten sich, doch zum Ende hin schienen sie in eine Diskussion zu geraten. Dass sie dabei immer eifriger klackerten, schnalzten und lauter wurden, bemerkten sie im Eifer des Gefechts nicht. Renoka legte schließlich eine Hand auf die Schulter des Jüngeren, aber dieser schüttelte sie ab und schob sich ganz dicht an Janay heran. "Möchten begleiten in Dorf?", fragte er freundlich zwinkernd. Seine großen, grünen Augen ruhten auf Janays verborgenen Ohren.
Renoka zeterte noch immer. Er war mit Mokoshas Einladung wohl nicht einverstanden.

"Was geht denn da draußen vor sich? Gefährtin des von Sonnenbergen, seid Ihr das?" Ein Kopf streckte sich durch eines der Kutschenfenster in die Dunkelheit hinaus. Nur am weiß schimmernden Haar war Pelkin zu erkennen. "Oh, ich sehe nichts." Schon war das Wetzen von Stahl zu hören und kleine Funken blitzten kurz auf. Im nächsten Moment glomm ein winziger Kerzendocht.
Renoka starrte. "Foier", krächzte er kehlig, bedeckte sein Gesicht mit der Maske und wich so weit zurück, dass er Mokosha von seinem Platz neben Janay verdrängte. Der Waschbärenjunge sprang, landete auf dem Rücken eines der vorgespannten Pferde und sorgte so dafür, dass das Tier erschrocken wieherte. "Feuer! Mach aus, mach aus!", rief er mit Wut in der Stimme Janay zu. "Lüge! Waldvernichter, mach Feuer aus!"
Dass Namudus so hektisch auf ein winziges Kerzenflämmchen reagierten, zeigte deutlich, welche Furcht sie vor dem Element besaßen.
Pelkin hingegen leuchtete verwirrt in ihre Richtung.
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Re: Unterwegs im Sarius

Beitrag von Janay » Mittwoch 14. Juli 2010, 21:01

Die junge Frau nickte bestätigend. "Ja, Feuer nennt man das.", meinte sie mit einem feinen, tatsächlich freundlichen Lächeln.
Auch wenn sie voraussichtlich genügend Möglichkeiten gehabt hätte, um eine Fackel von ihrem Gönner zu bekommen, kam sie nicht einmal auf die Idee. Immerhin hatten ihre Augen sich ausreichend an die Lichtverhältnisse gewöhnt und vermutlich war es sogar besser, im Schutz der Nacht sich mit diesen Namudu zu unterhalten. Nicht, dass sie durch ihre eigene Neugier noch Ärger bei ihrem neuen Brötchengeber bekam. Das wollte sie bestimmt nicht erreichen. Da war die sichtliche Angst der Beiden eher zweitrangig hinter ihren eigenen Bedürfnissen.
Dass die Zwei ihr derart nahe waren, nahm sie nicht wirklich bewusst wahr. Sie war es gewohnt, dass man sich ihr näherte, sie berührte und das auch im Prinzip durfte. Warum also sollte sie sich diesmal daran stören? Noch dazu war zumindest einer von ihnen noch ein halbes Kind. Da machte sie sich keine Sorgen.
Zustimmend nickte sie. "Ja, in der Nacht ist es dunkel und da sollte man schlafen. Aber wer nicht im Wald lebt, hat Angst vor dem, was darin in der Finsternis lauern kann. Versteht ihr? Das Licht brauchten wir im Prinzip nicht, jedoch sollte das Feuer etwas Schutz spenden, weil dann wilde Tiere sich nicht heran trauen.", versuchte sie zu erklären und gleichzeitig zu beruhigen, ohne darauf zu bestehen, dass erneut eine Fackel entzündet werden sollte.
Danach sah sie mit einem schmalen, belustigten Schmunzeln zu, wie die beiden Namudu sich bemühten, ihren Namen zu formulieren. Eigentlich empfand sie ihn als sehr leicht auszusprechen, allerdings schien sie sich da geirrt zu haben, denn es wollte ihnen nicht vollkommen gelingen. Wobei sie sich an dem Akzent nicht störte und ihn sogar fast schon etwas niedlich fand. Nun ja, fast eben.
Als sie ein Rascheln hörte, konnte sie auch mit etwas Mühe eine Bewegung in den zahlreichen Schatten ausmachen, es war ein Zweig von einem der Bäume, die sich herab beugten.
Unwillkürlich hielt sie die Luft an, denn diese Streckung wirkte irgendwie nicht... natürlich! So, als steckte Leben in dem Baum, vielmehr, als man für gewöhnlich annahm. Immerhin hatte sie es bei seinem letzten Besuch nicht mitbekommen, wie er die Kutsche wieder verlassen hatte.
Janay schluckte leicht und wusste nicht so recht, was sie davon halten sollte. Besonders nicht, als diese Fremden sich wieder in ihrer eigenen Sprache zu unterhalten schienen. Einerseits war sie neugierig und hätte es gerne allein schon deswegen verstanden, was sie da von sich gaben. Andererseits hatte sie wegen des Astes, der sich wieder nach oben bog, ein mulmiges Gefühl in der Magengegend.
Wenn ein Baum sich bewegen konnte...
Ihr Blick glitt flüchtig in die Runde, in dem Versuch, etwas ausmachen zu können, das ihre Empfindung bestätigte oder verringerte. Doch erkennen konnte sie nichts. Was beinahe noch beunruhigender war, als wenn es etwas zu sehen gegeben hätte.
Als sie plötzlich eine Stimme dicht an ihrem Ohr vernehmen konnte, zuckte sie leicht zusammen, da sie die Beiden gar nicht mehr wahrgenommen hatte. "Begleiten? Ich?", fragte sie irritiert und wusste nun wirklich nicht mehr, was sie von den Zweien halten sollte.
Solch eine Einladung in ihrer Heimat anzunehmen, käme einem Todesurteil gleich. Aber... sie war hier nicht in dem Land, in dem sie geboren wurde, sondern im Wald Sarius. Wie würde es hier sein?
Jedoch kam die junge Frau nicht mehr dazu, sich dafür oder dagegen zu entscheiden, denn etwas anderes kam ihr dazwischen. Zuerst war es nur die Stimme des Dieners, die sie leicht zusammen zucken und lautlos fluchen ließ. Dann allerdings überschlugen sich die Ereignisse regelrecht. Geräusche waren zu hören, Licht erschien, nur schwach, doch deutlich und daraufhin flippten die Namudus aus.
Janay verdrehte leicht genervt die Augen und hielt ihnen rasch die Münder zu, in der Hoffnung, noch was verhindern zu können. "Moment, Pelkin!", rief sie und hoffte, dass er noch zu verschlafen wäre, um die anderen gehört zu haben.
Diese Beiden fixierte sie nun auch hintereinander. "Hört mir zu, bitte, hört zu!", wisperte sie eindringlich. "Wenn ihr mir auch nur ein Wort glaubt, das ich euch gesagt habe, dann seid jetzt bitte ruhig!" Sie wartete noch zwei Sekunden, bevor sie sich von ihnen lösen musste. "Ich komme, Pelkin!", rief sie erneut und warf ihnen noch einmal einen Blick zu, nur ja still zu bleiben.
Dann wandte sie sich ab und tat, als müsse sie sich ihren Rock richten. Bei dieser Tätigkeit trat sie ins schwache Licht des Dochtes, um es auch zu demonstrieren. Dabei grinste sie schmal und kniff die Augen zusammen. Zusätzlich hielt sie eine Hand vor ihr Gesicht. "Ich musste mich erleichtern und mir ein bisschen die Beine vertreten. Bitte, mach das Licht aus, es schmerzt mir in den Augen."
Wobei sie innerlich versucht war zu beten, damit die Fremden auch ja ihre Klappe hielten, sodass sie nicht weiter auffielen. Wenn es dafür nicht schon zu spät war...
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Re: Unterwegs im Sarius

Beitrag von Erzähler » Freitag 16. Juli 2010, 19:24

Mokosha und Renoka legten die Köpfe schief. Es sah schon putzig aus, selbst wenn man sie nur konturenhaft erkannte. Die beiden lauschten Janays Ausführungen aufmerksam. Wo allerdings Renoka Probleme hatte, alles zu verstehen, da nickte der Jüngere von beiden wissend. Aber er grinste aus, zeigte auf seine Waschbärenmaske. "Gefahrenschutz und Zeichen von Mann." Offenbar wollte Mokosha verständlich machen, dass die Tiermasken ein Männlichkeitssymbol seines Volkes darstellten. Er schien stolz auf seine Maske zu sein, auch wenn sie nicht so fein ausgearbeitet war wie das Bildnis des Nashorns. Sein Waschbär wirkte noch etwas kantig, besaß keine Farbe, sondern nur kleine Einschnitzungen, aber wenigstens erkannte man ihn als solchen.
Erneut blickte der Junge ernst. Seine grünen Augen funkelten im Mondlicht. "Kein Feuer", sagte er mit aller Entschlossenheit. Die Namudu mussten große Angst um ihre Wälder haben und Janay lernte erste Gründe dafür kennen. Lebten die Bäume hier ... mehr ... als andernorts? Oder war es nur Zufall, dass der Ast ihre Schulter gestreift hatte? Wie auch immer, die Namudus wollten sie mitnehmen. Was hatten sie vor?
Doch dann störte Pelkin die Szenerie, sorgte noch dazu für unruhiges Angstverhalten von Seiten Renokas und Mokoshas. Der Diener streckte die Kerze aus, suchte die Umgebung ab. "Da war doch was", murmelte er vor sich hin. Die freie Hand fuhr zum Ohr hinauf, um sich dort um die Ohrmuschel zu legen. Pelkin mochte ein loyaler Diener des Barons sein und vermutlich für ihn sogar in den Tod gehen, aber seine Sinne waren in diesem Alter nicht mehr die Besten. Er musste immerhin mindestens schon 60 Jahresläufe hinter sich haben. Falten, eine leichte Trübheit der Augen, die gebeugte Gestalt und vor allem das silbrig weiße Haar zeugten davon. Es schimmerte beinahe so hell wie Janays, die nun nach eindringlicher Warnung der beiden Namudus vom Kutschbock stieg und Pelkin entgegen trat.

"Fräulein Janay, Ihr seid es." Der Diener atmete erleichtert aus. "Bei Feylins neugierigem Gemüt, ich fürchtete schon, es wäre eine Waldbestie. Mit Verlaub, ich glaube zwar nicht, dass sich in dieser Gegend Wölfe herum treiben, aber das Wasser birgt sicherlich ebenso Gefahren. Ihr solltet wieder in die Kutsche kommen, mein Fräulein." Der Rat des Dieners war nicht unbegründet. Er leuchtete unsicher Richtung Kutschbock. Von dort aus wimmerten die Namudus leise. Sie nahmen sich Janays Worte zu Herzen, vertrauten offenbar erst einmal darauf, dass sie ihren Wald Sarius nicht abfackeln wollte, aber die Angst blieb dennoch.
Rasch versuchte es die Dunkelelfe mit einer Ausrede. Sie behauptete einfach, das plötzliche Licht stäche ihr in den Augen. Die Loyalität des Dieners sorgte dafür, dass er rasch die Kerzenflamme löschte. Sofort wurde es beim Kutschbock ruhig, aber Janay sollte keine Gelegenheit bekommen, sich wieder Renoka und Mokosha zu widmen.
"Bitte, mein Fräulein, in die Kutsche. Ich könnte es mir nie verzeihen, wenn Euch in meiner Gegenwart ein Unglück geschieht. Ich würde meinen Herrn enttäuschen, also bitte, steigt ein." Pelkin würde sich nicht abwimmeln lassen. Er wartete, bis Janay seiner Bitte Folge leistete und würde dann die Kutschentür mit einem Keil verschließen, um absolut sicher zu sein. Licht stand ihnen ja auf Wunsch der Dame hin nicht länger zur Verfügung.

Sie würden warten müssen, bis der Morgen graute. Was Mokosha und Renoka trieben, erfuhr Janay nicht mehr. Am Morgen aber, als erste Sonnenstrahlen sich ihren Weg durch das Geäst bahnten und auf wellige Wasseroberflächen trafen, da klackerte es draußen unentwegt.
Das Geräusch weckte sogar den Baron. Sich am Bauch kratzend öffnete er die Augen. "Was ist denn das für ein Lärm zu so früher Stunde? Pelkin? Pelkin, sieh nach und beschwere dich in meinem Namen!" Offensichtlich war sich Baron von Sonnenbergen noch nicht bewusst, wo er sich befand. Pelkin öffnete die verriegelte Kutschentür und spähte hinaus. "Herr, es sind diese ... Wilden ... sie treiben auf dem Wasser. Sie haben ein Floß, Herr."
"Wilde? Ein Floß?" Oribas versuchte, sich aufzurichten. Pelkin hatte natürlich nicht gelogen. Renoka und Mokosha - beide trugen wieder schützend ihre Tiermasken vor den Gesichtern - saßen auf einem breiten Floß auf dem Wasser. Es bot mindestens Platz für 10 Personen und wurde mit großen Holzstangen gelenkt, die die beiden in Händen hielten. Das Floß machte einen sehr stabilen Eindruck. Lianen und aus Pflanzenfasern geflochtene Seile hielten die dicken Stämme zusammen.
"Janay kommen jetzt mit? Dunkelheit fort, kein Grund mehr Angst vor Tieren", rief Mokosha der Kutsche zu. Seine Worte sorgten für einen verwirrten Blick des Barons in Janays Richtung.
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Re: Unterwegs im Sarius

Beitrag von Janay » Samstag 17. Juli 2010, 03:27

Dass die Beiden ihren Erklärungen vielleicht nicht ganz folgen konnten, vermutete sie zwar unbewusst, jedoch wusste sie auch nicht, wie sie es anders formulieren könnte. Somit ließ sie es auch bleiben.
Stattdessen allerdings wurde ihr die Funktion der Masken erklärt, was sie unwillkürlich schmunzeln ließ. Zeichen für die Männlichkeit... Nun ja, Männer waren oft schon seltsam gewesen, egal, ob sie nun Rituale dafür hatten oder sich einfach nur entsprechend gebärdeten. Dazu schwieg sie aber trotzdem lieber. Außerdem erschien es ihr recht zweifelhaft, dass dieser Junge schon ein Symbol für die Männlichkeit hatte, obwohl er noch recht kindlich wirkte. Doch vermutlich war es eher vom Alter und nicht vom Aussehen abhängig, ob jemand eine Maske bekam oder nicht.
Mehr Gedanken darüber konnte sie sich durch das Aufwachen des Dieners leider nicht machen. Sie konnte nur froh darüber sein, wenn die beiden Namudus nicht gleich wieder in Panik verfielen, weil das Licht nicht sofort von ihr gelöscht wurde. Jedoch musste sie glaubwürdig bleiben, damit Pelkin nicht misstrauisch werden konnte.
Als er sie sehen konnte und auch erkannte, setzte sie ein entschuldigendes Lächeln auf. "Ja, ich bin es und nein, ich habe keine Bestie bisher gesehen. Aber das Bedürfnis ließ sich leider nicht vermeiden.", erwiderte sie in einem lockeren Tonfall, während sie innerlich hoffte, dass die Zwei in der Dunkelheit weiterhin still halten würden.
Sie beeilte sich ja schon so sehr, wie sie es konnte, ohne auffällig zu werden.
Lautlos seufzte sie, als der Diener darauf bestand, dass sie in die Kutsche zurück kehren sollte.
Wollte sie das denn? Andererseits... hatte sie eine Wahl? Nein, vermutlich nicht. Noch dazu kam sie ebenfalls auf den Gedanken, dass Pelkin Ärger bekommen würde, würde sie einfach verschwinden. Etwas, worüber sie vorhin überhaupt nicht nachgedacht hatte. Im Prinzip könnte es ihr ja egal sein, viel hatte sie bisher mit ihren beiden Begleitern nicht zu tun gehabt. Allerdings war da ihr Gepäck am Dach der Kutsche und obendrein der Lohn, der ihr winkte. Also sollte sie lieber nicht kurzerhand abhauen, auch wenn sie eine Spur Neugier nach dem Dorf in sich fühlte.
Doch zuerst atmete sie unbemerkt auf, als er endlich die Kerze wieder löschte. Es hatte ihr in den Augen geschmerzt, ja, wenngleich nicht derart stark, wie sie es behauptet hatte. Als Ausrede hingegen war es ihr wirklich recht gewesen.
Eigentlich wollte sie sich noch von den Beiden leise verabschieden, vielleicht ihnen noch das ein oder andere zuflüstern, ohne eine konkrete Idee zu haben, aber der Diener erwies sich gerade als hartnäckig. Gut, er sollte sich um ihren Wohlbehalt kümmern, jedoch musste er sie nicht behandeln wie ein kleines Kind! Trotzdem hatte sie keine Wahl, sodass sie an seiner Seite in die Kutsche einsteigen musste und konnte keinen Umweg um den Kutschbock nehmen. Blieb ihr nur zu hoffen, dass die Namudus deswegen keinen Radau machen würden.
Janay glaubte nicht, dass sie in dieser Nacht, im engen Raum des Gefährts Schlaf würde finden können. Anfangs schien es auch überhaupt nicht danach, sie war ja ausgeruht und sie fühlte sich aufgekratzt. Knapp vor dem Morgengrauen allerdings fiel sie dann doch in einen leichten Schlummer. Was ihr davor für Gedanken durch den Kopf schossen, wusste sie danach nicht mehr.
Es erschienen ihr lediglich Sekunden vergangen zu sein, als ein aufdringliches Klackern von draußen an ihre Ohren drang. Zuerst wollte sie sich umdrehen und weiter dösen, wäre da nicht die Stimme ihres Gönners gewesen, die sie endgültig wach werden ließ. Oh je, das versprach nichts Gutes!
Weiter jedoch kam sie nicht mehr, schon gar nicht dazu, dass sie es selbst übernahm, hinaus und nach zu sehen, denn der Diener war erstaunlich schnell auf den Beinen. Und er erkannte genau das, was sie instinktiv schon befürchtet hatte.
Sie war etwas schneller als der Baron aus der Kutsche draußen, sah ebenfalls das Floß und die beiden Namudus, und fluchte leise vor sich hin. Wobei sie aufpassen musste, dass sie nicht ins Lerium verfiel.
So nett diese Geste auch wirkte und ihnen vielleicht einen Fluchtweg ermöglichte, so unpassend war sie gerade jetzt. Sie hatte nichts von der nächtlichen Begegnung erwähnen wollen!
Aber so wirklich erschrak sie erst, als sie direkt angesprochen wurde.
Verdammt, auch das noch!
Die junge Frau spürte den Blick ihres Gönners mehr, als dass sie ihn sah, denn sie wagte es nicht den Kopf zu drehen.
Ausrede... Begründung... irgendetwas musste ihr einfallen! Okay, sie sollte bei der Wahrheit bleiben, immerhin hatte sie nichts Verbotenes gemacht. Allerdings konnte sie den Baron auch nicht so sehr vor den Kopf stoßen. Da kam ihr eine zündende Idee und sie hoffte, dass sie auch rettend sein würde.
Gestärkt dadurch wandte sie sich ihrem Gönner zu und sah ihm direkt ins Gesicht. "Die Beiden kamen gestern und wollten ihre Maske, die in der Kutsche geblieben war. Sie haben mir ein wenig darüber erklärt und auch, dass sie Panik vor dem Feuer haben, weil es zu einem Brand führen kann. Es sind Namudus und sie wollen mich mit in ihr Dorf nehmen. Ich denke, ich werde dieser Einladung folgen." Rasch hob sie die Hand und fuhr fort, ohne ihm die Möglichkeit zu lassen, etwas dazwischen zu reden, um nichts falsch zu verstehen. "Aber ich werde zurück kommen. Wir stecken fest und das kann uns jederzeit wieder passieren. Vielleicht also kann ich mehr von ihrem Vertrauen gewinnen und dadurch einen Weg hier heraus finden. Jedoch werde ich allein gehen. Du hast sie gestern erschreckt und auch vor Pelkin fürchten sie sich etwas, wahrscheinlich weil er die Fackel gehalten hat. Keine Sorge, mir wird nichts passieren, ich kann mich wehren. Auch werde ich versuchen, mich zu beeilen. Wie gesagt, sie könnten uns helfen, wenn wir sie lassen."
Danach hielt sie inne und presste die Lippen leicht zusammen.
Würden ihre Worte die richtige Wirkung erzielen? Oder hatte sie sich grad um Kopf und Kragen geredet? Nicht, dass es ihr so wichtig gewesen wäre, das Verhalten der Namudus zu erklären und zu entschuldigen. Nein, sie wollte ihren eigenen Vorteil behalten und dafür bot sie auch ihre Redekunst auf.
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Re: Unterwegs im Sarius

Beitrag von Erzähler » Dienstag 3. August 2010, 21:23

Baron von Sonnenbergen war verwirrt. Nun standen dort bereits zwei dieser fremden Wilden und einer von ihnen trug die Maske, die sich doch eigentlich noch in der Kutsche befinden musste! Flüchtig schaute der Baron an den angestammten Platz und stellte fest, dass die Maske entwendet worden war. Seine Miene verdüsterte sich. Wieder streifte sein Blick zu Janay herüber. Sie war ihm eindeutig Erklärungen schuldig, vor allem, weil er das Gefühl hatte, sie hinterging ihn. Das war eine enttäuschende Erkenntnis. Er hing bereits jetzt sehr an ihr.
Wie erleichtert war er, als seine Gesellschafterin dann zu einer Erklärung ansetzte. Die Namudus, wie sie sich nannten, wollten also nur die Maske zurück haben und sie fürchteten das Feuer. Diese Information konnte noch sehr wichtig sein, sollten sie es wagen, die Kutsche angreifen zu wollen. Er warf den beiden Gestalten auf dem Floß einen skeptischen Blick zu. Mokosha und Renoka aber hockten artig auf den breiten Stämmen, hielten die Lenkstangen fest in Händen und warteten geduldig.
Da erwähnte Janay plötzlich das Dorf und dass die Namudus sie mitnehmen wollten. Sofort nahm Oribas' Gesicht eine puterrote Farbe an. "Sie wollen was und du willst was?!" Damit hatte der Baron nicht gerechnet, aber seine Röte äußerte sich nicht in Wut, sondern eher in einem Zustand von Verlustangst. Er mochte Janay, er zahlte für ihre Anwesenheit und er wollte sie sich nicht wegnehmen lassen. Sofort griffen seine Hände nach ihr und jetzt konnte Janay sich wieder an die gemeinsame Nacht erinnern, in der Oribas sie fester als beabsichtigt gepackt hatte. Wie Schraubstöcke eines Handwerkers schlangen sich seine Pranken um ihre zarten Hüften.
Er wollte sogleich etwas erwidern, doch Janay kam ihm zuvor, was zur Folge hatte, dass sich sein Griff außerdem wieder etwas lockerte. Der Baron musterte sie. In seinem Blick sammelten sich Sorge und Zweifel. Er hatte große Bedenken, Janay diesen Maskenmenschen auszusetzen.
Letztendlich jedoch seufzte er - sehr schwer. "Ich könnte dir niemals einen Wunsch abschlagen und da du weder Schmuck noch schöne Kleider begehrst, muss ich dein Herz durch solcherlei Taten wohl öffnen, meine Liebe." Sanft jetzt ließ er sie vollkommen los und öffnete die Kutschentür. "Geh mit ihnen, aber komm schnell zurück. Und lass dir von Pelkin eine Kerze, Fackel oder Öllampe geben. Feuer könnte dich retten, solltest du in Not geraten." Er griff in seine Westentasche, zückte drei Lysanthemer und reichte sie Janay. "Bitte", sagte der Baron beinahe flehend und schon krank vor Sorge, "komm zu mir zurück."
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Re: Unterwegs im Sarius

Beitrag von Janay » Mittwoch 4. August 2010, 11:38

Janay konnte es sich nicht ganz erklären, aber sie hatte ein wenig Herzklopfen, weil sie nicht wusste, wie ihr Gönner auf ihre Worte reagieren würde.
Sie war bemüht gewesen, sich an der Wahrheit zu halten, ohne deutlich zu machen, dass sie höchstwahrscheinlich zurück kommen würde, weil sie das versprochene sorgenfreie Leben einige Zeit lang genießen wollte. Und sofern nichts geschehen würde, was sie davon ernsthaft abhalten würde, würde sie eben bald wieder hier sein. Zumindest hatte sie das vor.
Seine heftige Reaktion darauf, was sie vorhatte, erschreckte sie leicht, auch wenn sie damit gerechnet hatte. Denn er rief ihr wieder ins Gedächtnis, dass er durchaus in der Lage war, auch einmal fester zu zupacken.
Wobei sie Glück hatte, dass sie nicht inne hielt, sondern durch ihr Fortfahren es schaffte, dass er seinen Griff lockern musste. Ihr Herz schlug noch schneller, aber sie bemühte sich, es zu verbergen.
Außerdem hoffte sie irgendwie auch, dass er sich nicht zu sehr aufregen würde. Sie wusste schließlich noch nicht, wie stabil seine Gesundheit war, da sie schon öfters gehört hatte, dass diese ab einem gewissen Gewicht zu leiden begann. Und er hatte dieses definitiv schon länger überschritten in ihren Augen. Dass er sich wegen ihr zu sehr aufregte, das wollte sie nicht, denn sein Schaden könnte ihr Gewissen belasten. Nicht viel vermutlich, solange nichts Gravierendes passieren würde, jedoch schon ein bisschen wäre etwas zu viel für ihren Geschmack.
Sie versuchte, seinem Blick fest und standhaft zu begegnen, um ihm keine Chance zu einer Idee zu geben, als könne sie selbst Unsicherheit verspüren. Damit er nicht noch eventuell glauben mochte, sie würde den Namudus selbst nicht trauen.
Gut, sie traute im Prinzip niemandem außer sich, allerdings glaubte sie nicht daran, dass die beiden Jungs ihr etwas tun wollten. Sie waren dazu viel zu neugierig auf sie.
Als der Baron sich schließlich geschlagen gab, schenkte sie ihm ein freundliches Lächeln. Fast wäre sie versucht gewesen, ihm zu erklären, dass mit Geschenken ihr Herz generell nicht zu öffnen wäre, doch wollte sie nicht in diesen Momenten eine Diskussion eröffnen.
Zu seinem Ratschlag nickte sie, auch wenn sie nicht glaubte, dass es nötig wäre. Sie würde eine Kerze nehmen, das war das ungefährlichste Stück in ihren Augen, und sie könnte sie rasch ausblasen, sollte es sonst zu viel Panik geben.
Da er ihr schon die Tür geöffnet hatte, schlüpfte sie hinaus, ehe sie sich wieder zu ihm umdrehte und ihn noch einmal anlächelte. Dabei schüttelte sie den Kopf und schloss seine Hand um das Geld wieder. Hier konnte sie schließlich nichts damit anfangen und sie hatte ja vor, zurück zu kommen.
"Ich versuche, spätestens vor Einbruch der Dunkelheit wieder hier zu sein. Mein Gepäck lasse ich da, ich weiß, du wirst darauf achten." Flüchtig strich sie mit dem Daumen über seinen Handrücken, denn sie ahnte, diese zärtliche Geste würde ihn ein wenig beruhigen können.
Dann aber wandte sie sich ab, das Geld bei ihm lassend, zu dem Diener. "Eine Kerze, bitte.", sprach sie höflich. "Und... ähm... etwas zum Anzünden."
Wie sonst sollte sie diese verwenden? Jetzt die Flamme zu entzünden wäre unklug, abgesehen davon war es heller Tag, und in kurzer Zeit wäre die Kerze sonst abgebrannt.
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Re: Unterwegs im Sarius

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 5. August 2010, 21:45

Baron von Sonnenbergen sah Janay nach wie ein treudoofer Hund, den man an einen Baumstamm band und befahl, artig zu warten bis man zurückkehrte - und anschließend mit der voll bepackten Kutsche auf ewig das Weite suchte. Er seufzte, berührte jene Stelle seiner Hand, an der Janays Daumen die Haut für einen Sekundenbruchteil gestreift und somit sein Herz erwärmt hatte. Er ließ sie nur sehr ungern ziehen, aber konnte er dieser schönen, jungen Frau etwas abschlagen?
Vermutlich hätte Janay ihn mit einem einzigen Wimpernschlag um sein gesamtes Vermögen bringen können, wenn sie nur liebevoll genug gefragt hätte. Der Baron war ihr verfallen und bereit, fast alles für sie aufzugeben. Doch jetzt musste er eine noch schwierigere Prüfung ablegen: Warten. Warten mit der Ungewissheit, ob seine verführerische Gesellschafterin jemals in seine Arme zurückkehren würde.
Diese Gedanken hatten sich schon oft in seinem Leben in seinem Kopf breit gemacht, doch nicht in einer solchen Lage. Meist war es nach dem Erwachen gewesen, nach einer ereignisreichen Nacht. Die Frauen hatten nicht nur Hals über Kopf sein Bett, sondern gleich ihn mitsamt all ihres Hab und Gutes verlassen. Baron Oribas hoffte, Janay würde zurückkehren. Sie war anders. Im Gegensatz zu den anderen Frauen ließ sie ihre Kostbarkeiten bei ihm. Außerdem verließ sie ihn mit einem Lächeln.
"Ich vertraue auf deine Rückkehr", hauchte er, ohne dass es jemand hören konnte und zog sich in die Kutsche zurück. Er wollte nicht mit ansehen, wie diese Wilden Janay auf dem Floß davon fuhren. Das hätte sein Herz nicht ertragen, welches ob seines Gewichtes schon schwer genug pumpte. Pelkin würde ein Auge auf seine schöne Dame haben.

Der Diener reichte Janay die Kerze, die sie erbat und auch drei Schwefelhölzer in einer kleinen Holzschachtel. "Reibt sie schnell an der rauen Seite der Schachtel, dann wird sich der Schwefel entzünden. Es ist ein Wunderwerk der Alchemie", sagte Pelkin. Hinter vorgehaltener Hand fügte er mit gerümpfter Nase hinzu: "Leider stinkt es barbarisch, was nicht gerade das Wunder im Wunderwerk unterstreicht." Er hüstelte und trat zurück.

Die Namudus lugten bereits von ihrem Floß aus zu Janay herüber. Als Mokosha erkannte, dass sie wohl abreisefertig war, stakte er das Wassergefährt dicht ans Ufer heran, so dass die vorderen Teile der Stämme auf dem Ufergrund zum liegen kamen. "Aufsteigen, komm komm!", spornte der Junge mit der Waschbärenmaske an. Er reckte Janay seine Hand entgegen. Sie war schmutzig von getrocknetem Schlamm. Renokas Hände sahen nicht sauberer aus. Offenbar war Floßfahren eine überaus dreckige Angelegenheit.
Der andere Namudu nickte Janay zum Gruß, doch seine Aufmerksamkeit lag auf der Kerze, die sie hielt. Als würde er dieses kleine Objekt kennen, zeigte seine Haltung deutliche Skepsis. Mokosha jedoch blieb unberührt von dem winzigen Stück geformten Wachses, obwohl der heraus schauende Docht durchaus seinen Reiz besaß. "Losfahren!", gab er seinem Kameraden mit einem Wink zu verstehen, sprang vom Floß und schob kräftig. Das Gefährt glitt zurück ins Wasser. Mit einem gewagten Sprung landete Mokosha auf dem unebenen Deck, dass das Floß schaukelte. Er griff nach seiner Ruderstange und machte sich an die Arbeit.
"Hinsetzen und warten bis Dorf", wies er Janay noch an.
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Re: Unterwegs im Sarius

Beitrag von Janay » Donnerstag 5. August 2010, 22:37

Janay hatte sich vorgenommen, ihr Wort zu halten, sofern nichts Gravierendes dazwischen kommen würde. Dabei waren nicht jene Gründe ausschlaggebend, was sie für den Baron bedeuten könnte, nachdem er so lange vergeblich gesucht und ihr das ja auch erzählt hatte. Nein, sie waren vielmehr praktischer, finanzieller Natur, wofür sie schließlich auch bereit wäre, das verhasste Pelgar wieder zu betreten.
Auch wenn sie es für klüger hielt, das nicht offensichtlich zu zeigen, kam in ihr immer mehr der Egoismus durch, sodass sie ihre Vorteile auch bei ihrem neuen Gönner heraus holen wollte, ohne es wirklich laut aussprechen zu müssen. Sie würde ihn nicht völlig ausnützen, darin sah sie weder Sinn, noch Reiz, aber sie würde die Vorteile durchaus auszukosten wissen. Dafür erhielt er immerhin ihren Körper und durfte auch etwas grober zupacken, solange es nicht mehr als ein blauer Fleck danach sein würde.
Von daher war der Tausch genau das, was der Baron gewollt hatte. Und trotzdem würde sie es ihm nicht ständig auf die Nase binden wollen, das trübte eindeutig nur die Stimmung. Nein, sie ließ ihn lieber in dem Glauben, ihr vielleicht sogar ein bisschen was an ihm und nicht allein an ihrem Lohn liegen. So würde sie womöglich sogar ohnehin mehr erreichen, als wenn sie ihn stets vor Augen führen würde, dass sie käuflich war.
Fast war sie versucht, einen letzten Blick zurück zu werfen, als sie auf Pelkins Reaktion wartete, um ihm noch ein zuversichtliches Lächeln zu schenken. Allerdings wäre das in ihren Augen wie ein Eingeständnis ihrer Unsicherheit gewesen und das wollte sie ihrem Gönner eindeutig nicht zeigen.
Also konzentrierte sie sich ausschließlich auf den Diener und wartete auf das Gewünschte. Mit einem knappen Nicken nahm sie die Dinge an sich, als sie ihr gereicht wurden, und hörte ihm aufmerksam zu.
Beinahe wäre sie versucht gewesen, eins der Schwefelhölzer gleich auszuprobieren, da sie neugierig war. Aber sie würde diese womöglich alle drei noch brauchen und sollte demnach damit sparsam umgehen. Noch dazu, als ihr Pelkin gestand, dass sie durch die Reibung zu stinken begannen.
Dadurch nickte sie lediglich noch einmal und hielt die Gegenstände fest in ihrer Hand, als sie den Diener ein letztes Mal flüchtig in die Augen sah, wie als stumme Bestätigung, dass sie zurück kommen würde.
Dann wandte sie sich abrupt ab und ging zu dem Ufer in Richtung Floß. Gleichzeitig setzte sie ein beruhigendes Lächeln auf, damit die beiden Namudus auch wussten, dass sie ihnen noch immer nichts tun wollte.
Während sie näher kam, setzte sich auch das Floß wieder in Bewegung, sodass sie ungefähr zur selben Zeit beim Übergang eintrafen.
Als sie angespornt und es wieder deutlich wurde, dass auch Ungeduld ihnen zu eigen war, musste sie ehrlich schmunzeln. Es kam doch nicht auf ein paar Sekunden mehr oder weniger an!
Außerdem würde sie gleich zum ersten Mal so etwas besteigen. Gerne hätte sie das deswegen etwas ruhiger angegangen, allerdings war ihr das anscheinend verwehrt.
Vor der schmutzigen Hand wollte sie zuerst instinktiv zurück schrecken, jedoch hatte sie ja keine andere Wahl. Sie hatte zugesagt und ohne Hilfe würde sie wohl kaum sicheren Schrittes auf die Holzstämme gelangen können, dazu war sie zu unerfahren. Und die Blöße eines Sturzes, womöglich sogar ins Wasser, wollte sie sich eindeutig nicht geben.
Also atmete sie tief durch, biss die Zähne zusammen und griff zu.
Mit Schwung wurde sie auf das Floß gezogen, sodass sie beinahe am anderen Ende ausgeglitten und wieder herab gerutscht wäre. Gerade noch rechtzeitig konnte sie sich fangen, indem sie sich auf die Knie fallen ließ und mit der freien Hand zusätzlich abstützte. Während ihre Finger sich nur noch fester um die Kerze und die Zündhölzer schlossen, damit sie diese nicht verlieren konnte.
Abrupt drehte Janay den Kopf und prustete die ins Gesicht gerutschten Strähnen etwas zurück. In ihren Augen blitzte es einen Moment lang verärgert, denn er hätte sie davor warnen können, mit wie viel Kraft er ziehen würde.
Seufzend richtete sie sich nach einigen raschen Atemzügen in eine aufrechte, kniende Position und rückte dabei etwas vom Rand weg. Wobei sie hastig wieder die Hand als Stütze nahm, als sich das Floß mit einem Ruck in Bewegung setzte und durch den Sprung heftiger hin und her schwankte.
Gut, das war hier eindeutig nicht ihr Fall und vermutlich war sie gerade auch etwas blasser um die Nase geworden.
Bei seiner Anweisung, dass sie sitzen solle, grinste sie freudlos. "Ich hab nichts anderes vor.", murmelte sie und mochte dieses Schaukeln gar nicht.
Besser gesagt, ihrem Magen passte das nicht, noch dazu, wo sie seit dem Frühstück gestern nichts mehr zu sich genommen und sowieso schon ein flaues Gefühl gehabt hatte.
Sie schloss die Augen und versuchte sich mit tiefem Durchatmen ein wenig zu beruhigen.
"Wie lange wird es eigentlich dauern, bis wir da sind?", fragte sie, als sie ihre Lider erneut anhob. Wirklich gebracht hatte es nämlich nichts für ihren Magen.
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Re: Unterwegs im Sarius

Beitrag von Erzähler » Samstag 7. August 2010, 13:43

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