Ein Schimmer voller Hoffnung

Dieser seltsame, aber auch einzigartige Wald liegt im Südwesten. Er ist zum Großteil ertränkt in Wasser und nur mit einem Floß lässt er sich durchquehren. Die Namudus sind die Einheimischen dieses Waldes, sie haben sich dessen Nachteile zunutze gemacht.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Sonntag 26. Januar 2014, 03:29

Spinnensekret also.
Angewidert schüttelte es Solas am ganzen Körper und sie überlegte kurz, dass die Lösung nicht ansatzweise besser klang, als das Problem an sich.
Verzweifelt wünschte sich die junge Elfe ihren Freund Teku, doch noch im selben Moment war sie auch irgendwie froh, dass ihr zumindest die Hoffnung blieb er hätte sich retten können und würde außerhalb dieses Höhlen Wirrwarrs auf sie warten.
Seufzend wandte sich sich wieder von ihren Gedanken ab und beschäftigte sich mit dem Dilemma, welches durch die Lösung nun wie eine weitere Drohende Wolke über ihrem Gemüt zu hängen begann. Niedergeschlagen wandte sie sich an die beiden Goblins und meinte resignierend:

„ Spinnensekret. Natürlich...Spinnensekret. Wie...wie seit ihr denn daran gekommen? Ich meine habt ihr beiden...also wirklich ihr beiden...etwa mit bloßen Händen eine Spinne getötet? Oder habt ihr vielleicht Waffen?“

Hoffnung schimmerte in den Augen der Bogenschützin:

„Vielleicht ja sogar einen kleinen Bogen? Wurfmesser? Oder zumindest ein leichtes Schwert?“

Solas wusste ja selbst, wie irrsinnig die Hoffnung war, doch sie konnte sich einfach nicht vorstellen mit ihrem Dolch eine Spinner töten zu können. Schon gar keine Kriegerspinne, dessen gefühllose Augen und messerscharfen Beißzangen ihr noch immer nur allzu genau vor Augen standen.
Die Bogenschützin wusste, das ihre Chance, ihre Begleiter lebend zu finden, mit jeder weiteren vergangenen Minute unaufhörlich schwand und so raffte sie erneut ihren Mut zusammen und meinte so ruhig sie konnte zu den beiden Goblins:

„Ich weiß, wir kennen uns eigentlich nicht und wahrscheinlich könnt ihr euch unzählige schönere Dinge vorstellen, aber...also ich wollte nur fragen...naja...würdet ihr mir vielleicht helfen mich hier zurecht zu finden? Mir dabei helfen, eine Spinne zu töten und ihr Sekret zu gewinnen? Meine Begleiter zu suchen und zu retten? Ich weiß das ist viel verlangt,...aber..nun ja ich fürchte ohne eure Hilfe bin ich in dieser Hölle völlig chancenlos. Ich meine..also was ich sagen wollte...Bitte helft mir.“

Für Solas war die Entscheidung gefallen. Sie würde nicht den erstbesten Ausgang aus diesem Gefängnis suchen und fliehen, sondern sich tiefer in den Bau hinein wagen. Sie würde versuchen die Krieger zu überlisten und die Königin zu finden. Und vor allem würde sie versuchen, ihre Begleiter zu retten, zumindest insofern es in diesem Punkt noch irgendetwas zu retten gab.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Montag 3. Februar 2014, 08:34

Ping und Pong blickten erst sich gegenseitig an und dann wieder Solas. „Ich weiß ja nicht, mit einer Elfe zusammen auf eine Rettungsmission zu gehen, stand eigentlich nicht auf meiner Liste der Dinge die ich noch tun muss, bevor ich sterbe.“
Der andere Goblin begann zu kichern. „Ja genau! Vor allem da dieses Unterfangen wahrscheinlich dafür sorgen wird, das du schneller deine Liste abarbeiten solltest als dir lieb ist!“ Der Bruder nickte zustimmend. „Das sehe ich auch so.... Moment mal! Glaubst du ernsthaft das ich vor dir sterben werde?“
„Natürlich du bist doch der dümmere von uns Beiden!“
„Das sagt der Richtige!“ Wieder einmal bekam der eine Bruder einen Schlag auf den Hinterkopf. „Solas, ich bin dabei, aber nur weil ich einer hübschen Elfe nichts ausschlagen kann.“
„Ich komme auch mit, aber nur um zu sehen wie mein Bruder dabei draufgeht dir zu helfen.“
Die Zwei blickten sich kurz mit einen funkeln in den Augen an, bevor sie sich wieder der Bogenschützin zuwendeten. „Ich hab da schon eine Idee, wo wir die Waffen herbekommen. Das Beste wird sein, wenn du auf unseren Weg dorthin so dicht an uns dran bleibst wie möglich.“
Die Drei wollten sich gerade auf den Weg machen um sich zu bewaffnen als sie ein Geräusch hörten als würde etwas zerplatzen.
„FALDOR NOCH EINS!“ Solas zuckte kurz zusammen, diese Stimme kannte die junge Frau doch und auch die beiden Goblins blickten sich verwirrt an. „Kann das sein das du Bendal Hammerschlag suchst?“ Die Elfin war kurz verwirrt warum die Goblins den Zwerg kannten, doch ging sie darauf nicht weiter ein und lief eilig in die Richtung, aus der die Stimme des gutmütigen Zwergs kam. Dabei ignorierte sie völlig die Warnung sich nicht zu weit von den Zwei zu entfernen. Doch zum Glück war gerade keine der Spinnen in der Nähe. Sie flog fast förmlich an den Kokons vorbei die hier überall Lagen und erreichte in kürzester Zeit den Ort, von wo aus ungefähr die Stimme hergekommen sein musste. Die Zwillingsbrüder schlossen erst einen Augenblick später zu der Elfin auf.

Die Drei sahen am Ort des Geschehens eine kleine muskulöse Gestalt die von oben bis unten mit den Überresten von Spinneninnereien übersät war. Im Bart des Mannes hing noch so etwas wie ein Darm und um ihn herum waren mehrere in ihrer Einzelteile zerlegten Spinnen. Der Bärtige drehte sich mit hoch erhobenem Hammer um und wäre fast auf die Drei losgegangen, doch zum Glück erkannte er Solas einen kurzen Moment später wieder.
„Da soll mir doch der Ambos auf meinem Fuß fallen!“ Man merkte es den kleinen Zwerg deutlich an das er überwältigt war die Elfin wieder zu sehen.
„Ich dachte du wärst tot! Doch zum Glück habe ich mich geirrt!“ Freudig ging er auf die junge Frau zu und umarmte sie innig. Dabei vergaß er komplett, das er mit dem widerlichsten Zeug was es in Celcia gab, beschmiert war.

Obwohl er ihr nur knapp bis zum Bauchnabel ging, fühlte sich seine Umarmung an als würde Solas gerade von zwei Felsen zerquetsch. Nach einem Moment, wo die junge Frau keine Luft mehr bekam, löste der Zwerg die Umarmung wieder und wendete sich an die beiden Goblins.
„Ping und Pong! Was macht ihr denn hier unten, ich dachte ihr wolltet zu den Spitzohren, um mir dieses besondere Material zu holen?“
„Da waren wir schon, doch leider hat uns unsere Spur hier hergeführt, dabei sind auch unsere Begleiter gestorben!“
Der Zwerg schüttelte kurz den Kopf und wendete sich wieder an Solas.
„Hast du eine Ahnung wo Friedrich ist und was noch viel wichtiger ist, wo sind deine Waffen?“
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Dienstag 25. Februar 2014, 21:20

Endlich begannen Solas Augen wieder zu funkeln und als Bendal sie umarmte, war es ihr egal, mit welch widerlichen Zeugs er von oben bis unten bedeckt war. Nachdem er seine bärenstarke Umarmung löste und endlich wieder Luft in ihre Lungen strömte meinte sie überwältigt: „ Ich dachte schon ich würde dich nie wiedersehen...“. Sie brach verwundert ab, als Bendal die beiden Goblins so vertraut anredete und fragte sich einen kurzen Moment, von welchem besonderen Material Bendal da wohl sprach, doch schnell überwog wieder ihre Freude ihren Freund so lebendig wieder zu sehen und sie konzentrierte sich wieder auf das Geschehen.
Seine Frage nach Friedrich beantwortete sie mit einem niedergeschlagenen Kopfschütteln und als der Zwerg ihre Waffen erwähnte stiegen ihr die Tränen in die Augen. „Ich weiß es nicht. Nachdem Ping und Pong mich befreit haben, konnte ich sie nirgendwo entdecken...Genauso wie Teku oder Friedrich und dich...ich war schon ganz verzweifelt, aber jetzt...wenigstens du...ich meine was hätte ich denn...“ Der Bogenschützin versagte die Stimme und hilflos blickte sie zu ihrem Freund hinunter.
„Weißt du wo Friedrich ist?“ fragte sie dann zaghaft und raffte sich langsam wieder auf.
„Wir müssen zur Königin vordringen und herausfinden, von welchem Fluch Friedrich gesprochen hat!“ Erwartungsvoll blickte die junge Elfe in die Runde.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 2. April 2014, 07:35

Der Zwerg blickte väterlich in die leicht feuchten Augen von Solas. „Ich hatte gehofft er wäre bei dir. Doch ich glaube nicht, dass er von diesem Spinnlein gefressen wurde. Er wirkte auf mich immer wie jemand der es gewohnt ist aus prekären Situationen zu entkommen.“ Bendal blickte die beiden Goblins gedankenverloren an und es dauerte nicht lange, bis sich auf seinen Gesichtszügen ein diabolisches Grinsen abzeichnete.
Die Zwillingsbrüder blickten den Zwerg verwundert an.
„Wisst ihr noch wie wir aus den Orkgefängnis entkommen sind?“ Die Zwei sahen sich kurz erschrocken an und wendeten sich dann wieder an Bendal.
„Du willst doch nicht das gleiche hier versuchen?“
„Warum nicht??“ Bendal grinste von einem Ohr zum anderen. „Das würde uns genug Zeit und Ablenkung verschaffen um die Königin zu finden und um Friedrich zu helfen.
„Ich weiß nicht!“
„Aber du hast schon recht es könnte funktionieren!“
„Gut dann ist das ja beschlossen!“ Ohne ein weiteres Wort zu sagen, ging der Zwerg zu einen in der Nähe liegenden Kokon und holte einen kleinen runden Stein hervor den er gegen seine Waffe rieb. Schon beim ersten Versuch entstand ein Funke und nach dem dritten Schlag ging ein Funke auf den Kokon über und entzündete diesen langsam.
„Ich denke es wird nicht lange dauern, bis es hier so heiß ist wie in einer Zwergenschmiede, wir sollten uns also beeilen!“
Die beiden Goblins blickten sich kurz verstohlen an und rannten dann los.
„Los uns nach!“ Solas blieb also nichts anderes übrig als den Grünhäuten zu folgen. Vergessen war die Vorsicht auf eventuelle Feinde, die hier überall lauern konnten. Die Vier rannten an unzähligen Kokons vorbei und mit der Zeit wurde aus dem kleinen Feuer was Bendal gelegt hatte ein richtiger Brand. Zwar konnte man noch ungehindert atmen aber es war nur eine Frage der Zeit bis hier alles in Flammen aufging.
Auf ihren Weg zur nächsten Kammer begegneten sie keinen weiteren Spinnen erst als sie an das andere Ende der Höhle angelangten bemerkten sie ein paar Spinnen, die in Richtung des Feuers an der Decke lang krabbelten. Ein ziemlich seltsames Verhalten von Insekten, wenn man sich mal die Zeit nahm, darüber nachzudenken. Denn normalerweise mieden diese Feuer, doch diese Art ging darauf zu!
Doch die Gruppe hatte keine Zeit diesem Phänomen auf den Grund zu gehen. Sie verließen durch einen kleinen Seitengang die Höhle, in der sie Feuer gelegt hatten und auch auf diesen Pfad kamen ihnen keine Spinnen entgegen.
Diesmal schien es so als wäre das Glück auf ihrer Seite. Der Tunnelgang zog sich einige Meter in die Länge und die junge Elfe stieß sich mehr als nur einmal den Kopf, da die Decke hier sehr niedrig hing.
Die Schadenfreude ihrer anderen Begleiter lies sich nicht leugnen, denn diese strängten sich zwar an nicht zu lachen doch man sah es ihren Gesichtern an. Denn für die Anderen war es kein Problem aufrecht durch den Tunnel zu gehen, waren sie doch wesentlich kleiner als Solas.
Die kurz aufkeimende Fröhlichkeit der Truppe lies sie kurz die Sorgen vergessen, die sie alle hatten. Denn wie diese Geschichte ausgehen würde, war bis jetzt noch unklar.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Freitag 4. April 2014, 11:24

„Ich denke es wird nicht lange dauern, bis es hier so heiß ist wie in einer Zwergenschmiede, wir sollten uns also beeilen!“
Es brauchte nur einen Blick auf das sich schnell ausbreitende Feuer und Solas war auf den Beinen. Vergessen war jede Sorge um Spinnen die sie entdecken und umbringen könnten, denn der Verstand bezieht sich in seiner primären Angst doch immer auf die unmittelbarste Bedrohung und gerade waren die Riesenspinnen durch ein nicht wirklich freundliches Feuer ersetzt worden.
Bendal und die beiden Goblins waren schon losgelaufen, so dass Solas sich beeilen musste um sie einzuholen. „Für ihre kurzen Beine haben die drei ein wirklich beängstigendes Tempo“ dachte die Elfe gerade, als sie über einen herumliegenden Kokon stolperte und beinahe gestürzt wäre. Leise vor sich hin fluchend verbannte Solas jegliche Ablenkung aus ihren Gedanken und konzentrierte sich, so gut es mit ihrem angeschlagenen Kopf ging, auf ihre Füße. Als sie die anderen einholte, spürte sie in ihrem Rücken bereits die steigende Hitze des Feuers und bei einem raschen Blick an die Decke stellte sie erschrocken fest, dass die Spinnen ihnen näher waren als sie gedacht hatte. Doch die Spinnen interessierten sich gar nicht um das gerade fliehende Essen am Boden, sondern krabbelten in der ihnen so eigenen, seltsam beunruhigenden Ruhe an der Decke zum Feuer hin. Irgendetwas an diesem Bild störte Solas, doch ihr Kopf bekam diesen Gedanken einfach nicht zu fassen, so dass sich die Elfe wieder abwandte und erneut zu ihren Begleitern aufholte.

Der Gang, den sie nun betraten schien Spinnen frei und gerade wollte Solas erleichtert Aufatmen, als ihre Schläfe eine schmerzhafte Begegnung mit der äußerst tief hängenden Decke hatte.
„Irgendwann“, so nahm sich Solas fest vor, während ihr Kopf erneut gegen die niedrige Decke schlug und ihr sowieso lädierter Schädel eine neue Schmerzwelle aus sandte, „muss ich Bendal, Ping und Pong nach dieser Geschichte mit dem Orkgefängnis fragen.“
Erstmal jedoch lief die Elfe so schnell sie in diesem Tunnel konnte, obwohl man es wohl eher Schacht schimpfen sollte, ihren Freunden hinterher. Der Gang schien immer enger zu werden und Solas hatte das Gefühl, mit jedem „plong“ welches ihr Kopf im Zusammenspiel mit der Decke verursachte, schienen ihre Begleiter irgendwie schwerer zu schnaufen. Einen argwöhnischen Blick nach vorne werfend, rieb sich die junge Frau die deutlich zu spürenden Beulen an ihrem Kopf und fluchte leise, als sie erneut einen etwas tieferen Abschnitt der Decke übersehen hatte. Leise murmelte sie vor sich hin:
„Wenn ich diesen Bauleiter finde, reiße ich ihm jedes seiner acht Beine einzeln raus!“
Der Gang wurde immer dunkler und schien auch, gemessen an der Häufigkeit mit der ein weithin vernehmliches „plong“ zu hören war, immer enger zu werden.
Solas spürte, wie sich ihre Kehle immer weiter zusammenzog und ihre Atmung flacher wurde. Die junge Bogenschützin war es gewohnt in offenen Gefilden unterwegs zu sein und solch geschlossene, beengte Plätze verursachten bei ihr stets ein mulmiges Gefühl. „Wie lang ist dieser verfluchte Tunnel?“, murmelte sie angestrengt und versuchte in der Finsternis vor ihnen etwas zu erkennen.
Dann, nachdem ihr Kopf noch einmal besonders kräftig gegen die tiefhängende Decke geprallt war, bemerkte die Elfe, dass sie auf einmal freier Atmen konnte. Als sie ihre Arme ausbreitete stieß sie nicht mehr gegen Wände und auch über ihrem Kopf herrschte eine wohltuende Leere. Anscheinend waren sie am Ende des Schachts angekommen.
Wo genau sie angekommen waren, konnte die Bogenschützin allerdings nicht sagen, da alles in dieser tiefen, alles verschlingenden Dunkelheit verschwand. Selbst ihre Begleiter konnte Solas nur noch undeutlich ausmachen. Leise fragte sie Bendal: „Was jetzt?“
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Dienstag 15. April 2014, 13:19

„Was jetzt?“
„PSSSSTT! Du willst sie doch nicht auf uns aufmerksam machen!“ Die Stimme kam eindeutig von einen der Goblins und es war deutlich ein Hauch von Angst zu hören, aber die junge Frau konnte nicht sagen, wovor er Angst hatte.

Die Augen der Elfe brauchte eine weile, bis sie sich zumindest etwas an die herrschenden Sichtverhältnisse gewöhnt hatten, doch als sie die ersten Umrisse von seltsamen Gestalten in der Finsternis ausmachte, wusste Sie warum der Goblin nicht wollte, dass sie sprach.

Sie befanden sich in einer Kammer in der Hunderte regungslose Körper von Tieren und Menschen lagen. Zwischen den Toten wanderten Spinnen, die so groß waren wie eines der Ponys von Bendal und an ihren Köpfen konnte man riesige Zangen erkennen die sie Benutzten um ihre Beute zu zerteilen.
Erst beim Betrachten dieser Wesen viel Solas auf das es hier intensiv nach Blut und süßlichen Verwesungsgeruch roch. Als sie gerade instinktiv einen Schritt nach hinten machen wollte, bemerkte sie das ihre Füße in irgendetwas klebrigen standen.
Langsam ging ihr Blick nach unten und als sie sah, dass einer ihrer Füße tief in einer schon fast getrockneten Blutlache stand, wäre ihr wahrscheinlich ein Schrei entfahren, wenn Bendal sie nicht behutsam an die Hand genommen hätte. Dabei zog er sie langsam hinter sich her und folgte den beiden Goblins, die anscheinend wussten, wo sie hin mussten. Während ihren stillen und vor allen vorsichtigen Trauerzug zwischen all den toten Wesen konnte die Bogenschützin mehrmals hören und ab und an auch sehen, wie die Beißzangen der Spinnen sich um einen Körper legten und diesen mit lauten und Übelkeit erregenden Geräuschen in handliche Stücke zerteilten. Diese Geräusche von brechenden Knochen und zerreißenden Gewebe würde die junge Frau wohl nie wieder vergessen können.
Der Weg den die Vier nahmen kam jeden von ihnen unendlich lang vor und die verstörende Umgebung, in der sie sich befanden, würde sie wahrscheinlich noch lange in ihren Träumen verfolgen. Denn das, was sie sahen, konnte man einfach nicht vergessen!

Irgendwann erreichten sie dann einen weiteren Tunnel und verließen die Kammer des Grauen und allen viel ein Stein vom Herzen, das sie diesen Ort den Rücken zukehren konnten.

Der Gang, indem sie sich jetzt befanden, war im Gegensatz zum vorherigen wesentlich größer und Solas konnte diesmal ohne Angst vor Kopfschlägen aufrecht gehen. Diesmal wurde der Weg auch beleuchtet von einer art gelb-grünlich leuchtenden Pilz der in unregelmäßigen abständen aus den teilweise steinerden und sandigen Wänden herauswuchs.

Nach hundert Metern erreichten sie das Ende des Ganges und standen vor einer massiven Doppeltür.
„Was bei meinem Bart macht hier eine Tür?“
„Da fragst du die Falschen, als wir hier waren, gab es noch keine!“
„Wartet mal! Das riecht doch nach Elfenmagie!“ Einer der beiden Goblins hatte sich bevor er dies sagte näher an die Tür gewagt und intensiv an dem Holz gerochen.
„Ja eindeutig das war einer von den Spitzohren der die Naturmagie beherrscht! Die Tür lässt sich auch absolut nicht öffnen.“
Dabei drückte und zog einer der Zwillingsbrüder an der Tür.

Was sollten sie also nun machen? Zurückgehen war keine Option, doch weiter Vorwärts kamen sie auch nicht. Die Gruppe verfiel ins Schweigen und blickte lange Zeit resigniert auf die Tür, bis Bendal das Schweigen brach.
„Solas hast du dich schon einmal mit der Naturmagie befasst? Vielleicht schlummert sie ja in dir und du hast es nur nicht bemerkt!“
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Donnerstag 24. April 2014, 17:49

In dem Moment, wo ihre Augen sich endlich an die Lichtverhätnisse gewöhnt hatten, wünschte sich die junge Elfe sehnlich, dass sie es niemals getan hätten. Der Anblick war schrecklich und Solas wusste sofort, dass sie ihn niemals würde vergessen können.

All diese Leben...

Als ihr Kopf nach einer Weile etwas aufhörte zu pochen registrierte die feine Nase der Bogenschützin einen Geruch, welcher selbst den Gestank von Bendals Käse von dieser einen Nacht am Lagerfeuer locker übertraf. Bei dem Gedanken an diesen Abend hätte Solas vielleicht sogar ein kleines Lächeln zustande gebracht, doch die vor ihr liegende Szenerie war einfach zu grauenvoll, als dass irgendeine positive Regung sich in ihre Mundwinkel hätte schleichen können. Unendlich lange schien es her zu sein, dass ihr der Käse die Tränen in die Augen getrieben hatte, doch die Erinnerung daran half das Grauen vor ihren Augen zumindest soweit zu verdrängen, dass sie Bendal folgen konnte. Dankbar für den wortlosen Trost, drückte sie die Hand ihres Freundes und lief ebenfalls den Goblins hinterher.
Solas war taff genug, um nicht einfach schreiend auf dem Boden zusammen zu brechen, doch bei dem lautlosen Marsch durch die achtlos hingeworfenen Leichname liefen ihr stumme Tränen über die Wangen und jedes mal, wenn das Geräusch Knochen zermalmender Beißzangen ertönte, hinderte lediglich ihre Sturheit die junge Elfe daran das Wimmern in ihrer Kehle hinaus zu lassen.
Endlos, so schien es zumindest, suchten sie sich ihren Weg zwischen den Toten entlang, doch irgendwann gelangten sie endlich ein einen anderen Gang. Matt stieß Solas ihren angehaltenen Atem aus und wischte sich zögerlich die Tränen von den Wangen. Der vor ihnen liegende Gang war durch seltsame fluoreszierende Pilz leicht erleuchtet und hoch genug für die Elfe.
Immerhin etwas Gutes in dieser Hölle, dachte sich Solas resignierend und holte schnell zu ihren Begleitern auf. Diese standen vor einer wie es schien massiven Tür und während Solas noch darüber sinnierte, wieso Spinnen sich eine Tür einbauen sollten, wandte sich Bendal an die junge Elfe.

„Solas hast du dich schon einmal mit der Naturmagie befasst? Vielleicht schlummert sie ja in dir und du hast es nur nicht bemerkt!“

Ungläubig starrte Solas zuerst auf die Tür, blickte dann zu Bendal und daraufhin wieder zur Tür.
MAGIE!?
Überfordert stotterte die Elfe verlegen: „ Also ich weiß nic...ich hab nie...wie soll ich denn auch...“. Noch immer überrumpelt von dieser Frage blickte sie unruhig wieder zur Tür.
Um sich zu beruhigen atmete sie mehrmals tief ein und aus und versuchte in sich hinein zu fühlen. Sie spürte ihren mühsam ruhig gehaltenen Atem, das Adrenalin das durch ihre Adern jagte und einen Mückenstich auf ihrem kleinen Zeh, doch die Magie konnte sie nicht finden.
Solas hatte sich nie mit der ihrem Volk sonst so natürlichen Naturmagie beschäftigt. Zum einen hätte sie nicht ertragen, jeden Tag mit anderen Elfe zu üben und zu lernen und zum anderen hatte sie schon immer furchtbare Angst gehabt, sie könnte jemanden verletzen, wenn sie die Kontrolle verlieren würde. Solas fürchtete sich vor der Magie, doch früher hatte auch sie manchmal gedacht, sie hätte gespürt, wie das Gras unter ihren Füßen wuchs oder gehört, dass die Bäume ihr etwas zuflüsterten. Doch wenn sie genauer hingehört hatte, hörte sie lediglich das rauschen des Windes in den Wipfeln der Bäume und verwarf den Moment als ein Produkt ihrer eigenen Fantasie.

Niedergeschlagen wandte sie sich wieder an ihre Freunde: „Ich weiß ja, dass wir „Spitzohren“ Magie begabt sein sollen und vielleicht ist irgendwo in mir ein Hauch von dieser Kraft, was ich ernsthaft bezweifle, aber selbst wenn, mein Vater meinte es braucht Jahrzehnte um die Magie zu erlernen und viele beherrschen selbst dann noch nicht mehr als die Grundlagen. Diese Tür...“, erneut wandern die Augen der Bogenschützin argwöhnisch und doch zugleich bewundernd über jene, „...wer auch immer sie geschaffen hat, muss sich schon lange und äußerst erfolgreich mit der Naturmagie befasst haben. Wie sollte ich sie, ohne jedes Training, öffnen können?“
Fragend blickte sie dem Zwerg in die Augen. „Und außerdem, was ist wenn ich es nicht kontrollieren kann? Wenn ich euch verletze oder die Spinnen auf uns aufmerksam mache? Mensch,...ich meine Zwerg, Bendal, ich weiß nicht einmal wie ich ein Gänseblümchen wachsen lassen könnte. Oder weiß jemand von euch, wie ich innerhalb der nächsten Minuten Naturmagie erlernen kann?“
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 30. April 2014, 11:08

Bendal schüttelte bei Solas Worten den Kopf. „Kind! Wie lange willst du dein dir gegebenes Potenzial noch hinter all diesen Ängsten und Selbstzweifel verstecken? Du hast Angst das mir oder den Jungs etwas passieren könnte? Der Zwerg blickte kurz zu den beiden Goblins dann wieder zu Solas.
„Ich bin ein Zwerg, wie du ja weißt und du kennst doch bestimmt auch ein paar Geschichten über mein Volk, oder? Dann sollte dir doch auch bewusst sein das wir von Natur aus resistenter gegen Magie sind als andere Völker und die beiden Goblins dort, tragen Kleidung, die von mir mit Runen besetzt sind. Diese schützen sie gegen Magieschaden, von daher mach dir mal keine Sorgen um unsere Unversehrtheit!
Ich will nichts mehr von dir als das du dich vor die Tür setzt, deine Hand an sie hältst und dann deine Augen schließt. Schieb alle Ängste und Zweifel in dir beiseite und lasse dich von der Tür leiten.“ Bendal bemerkte wie Solas nicht daran glauben konnte, dass ein Zwerg Ahnung darin hatte, wie man Magie heraufbeschwor und darüber musste er kurz schmunzeln.
„Kind, du brauchst deine Gedanken nicht für dich behalten. Man kann es an deiner Nasenspitze ablesen das du denkst ich hätte keine Ahnung von Magie, weil ich ein Zwerg bin, aber lass mich dich eines besser belehren.
Ich bin ein Kundiger der Runenmagie und lebe jetzt schon mehr als hundert Jahre, glaube mir einfach, dass die Grundlagen des Erlernens einer Magieart egal welcher fast immer gleich sind. Berühre einen magischen Gegenstand und höre tief in dich hinein.
Du wirst merken, dass dein magisches Talent in dir anfangen wird zu brodeln, ähnlich wie kochendes Wasser. Denn Magie wird von Magie angezogen, wie Motten von Licht. Du musst dann nur zum Anfang mit den magischen Strom mitschwimmen und dann wirst du wissen, was zu tun ist!
Also willst du einen alten Zwerg glauben schenken oder dich weiter verschließen, und vielleicht damit unsere Todesurteil unterzeichnen?“
Bendal wusste, dass dieser letzte Satz mehr als nur hart war, aber er wollte Solas wach rütteln, damit sie sich endlich aus ihrem selbst erschaffenen Gefängnis befreite. Denn er hatte schon bei seiner ersten Begegnung mit ihr diesen bestimmten Funken in ihren Inneren bemerkt, der jeden magiebegabten Wesen beiwohnte. Nur war der Funke in Solas fast erloschen, wie er damals mit Schrecken feststellen musste. Doch wie er wusste, konnte aus einer fast erlöschenden Flamme wieder ein vortreffliches Feuer werden, wenn man es nur wieder richtig anheizte.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Donnerstag 15. Mai 2014, 15:17

Die Unsicherheit in ihrem Blick konnte Solas nicht gänzlich vertreiben. Zwar beruhigte es sie, als Bendal ihr versicherte, dass ihren Freunden nichts passieren würde, selbst wenn ihr die Magie entgleiten sollte, doch die Angst vor sich selbst, konnte auch ihr weiser Freund nicht ganz verschwinden lassen. Doch das machte nichts, denn Solas war mutig. Sie hatte einen Dunkelelf getötet und sich den Wargen und den Spinnen gestellt. Sie hatte ihre Familie verlassen, war durch die Hölle gelaufen und hatte den Geruch von Bendals Lieblingskäse überstanden. Die junge Bogenschützin war kein Feigling und hatte sich immer allen Herausforderungen gestellt.

„Wie schlimm kann es schon werden?“, dachte sie sich und leistete Bendals Anweisungen folge. Ihr Gesicht hielt sie bewusst entspannt und sie untersagte sich selbst ein kurzes Zögern ihrer Hand, bevor diese die Tür berührte. Zunächst passierte nichts. Alles was Solas spüren konnte, war das raue Holz der Tür und die Unterstützung Bendals, der wie ein Fels hinter ihr zu stehen schien. Um sich weiter zu beruhigen atmete die Elfe ein paar mal tief ein und aus und ließ ihre Gedanken schweifen. Sobald sie ihren sonst stets etwas zurück gehaltenen Gefühlen freien Lauf ließ, bemerkte sie auf einmal ein kräftiges Pulsieren in der Tür. Sie spürte die Magie, die kraftvoll aus jedem Millimeter der hölzernen Tür quoll. Einem Rinnsal gleich schien es an den Stellen, wo Solas Hände die Pforte berührten, in sie hinein zu fließen. Es vermischt sich mit ihrem Blut und floss durch ihren ganzen Körper. In jeder Zelle spürte die entzückte Elfe plötzlich die Magie, sie sammelte sich, vermischte sich, sprudelte hervor und wurde zu einem reißenden, lebendigen Fluss, der sich durch ihren Geist zog.
„Wunderschön“
Solas hatte das Gefühl, als stünde sie am Ufer dieses Flusses und würde lediglich ihre Zehen in das kühlende, befreiende Nass halten. Sie wusste, dieses Ufer war ein sicherer Platz, doch irgendwie war die sonst stets präsente Angst verschwunden und hatte dem drängenden Wunsch Platz gemacht, selbst ein Teil dieses Flusses zu werden. Ganz einzutauchen und den Windungen und Schnellen einfach zu folgen. Kein Denken, kein Verstecken. Einfach Sein.
Solas wusste, dass ein solches Eintauchen nicht ungefährlich war, aber sie spürte noch immer unter ihren Fingern die Holztür, die ihnen den Weg verschloss und mit ihrer Magie im Kopf konnte sie sehen, wie mächtig die Magie war, die ihnen dieses Hindernis in den Weg gestellt hatte. Sie musste es wagen und ohne ihre Angst hielt sie nichts mehr am Ufer zurück. Entschlossen und getragen von einer gehörigen Portion Wagemut, ließ Solas auch die letzten ihrer Bedenken fallen und sprang ohne zu zögern in die Mitte des Flusses.
Die strömenden Fluten schlugen über ihr zusammen und die Elfe verlor die Orientierung. Panik erschlich sich ihren Platz in Solas Gedanken und sie wusste nicht mehr wo Oben und Unten war. Hilflos versuchte sie wieder an die Oberfläche zu kommen, doch nichts schien zu helfen. Sie hatte das Gefühl, ihre Lungen würden bersten und ihre Glieder seien bereits schlaff und kraftlos. Sie sah keine Möglichkeit sich zu helfen und die Panik umschloss immer fester ihre Gedanken, als sie plötzlich an Bendals Worte denken musste.

„Schieb alle Ängste und Zweifel in dir beiseite und lasse dich von der Tür leiten.“

Solas Geist klammerte sich an diese Worte, wie an eine rettende Planke und schob mühsam die Panik beiseite. Sie konzentrierte sich wieder auf ihre Finger, die noch immer ruhig an der Tür lagen und entspannte ihren Geist. Kaum hatte sich dieser geklärt, spürte Solas wie die Magie um sie herum sprudelte. Wie sie Sie umschloss und mit sich trug. Die Oberfläche zu finden war unwesentlich geworden, den sie bemerkte, dass sie hier, direkt in der Magie, am sichersten war. Sie musste sich nicht dagegen sträuben und als sie begann, dass wirklich zu verstehen, fühlte die Elfe wie sich ihr Geist auflöste und mit der Magie verschmolz. Da gab es kein Sie und die Magie. Sie war die Magie.

„Ich bin bereit“,meinte sie abwesend zu ihren Freunden, ohne zu wissen wie viel Zeit vergangen war. Ruhig und entschlossen lenkte die junge Bogenschützin ihre Magie auf die Tür. Sie fühlte wie sich ihre Magie gegen die andere stemmte, wie sie zurück wich, nur um mit neuer Kraft gegen ihren Gegner zu prallen. Irgendwann begann die gegnerische Magie nach zu geben. Sie flackerte auf und wurde schwächer. Nach einem letzten aufbäumen brandete Solas Magie über sie hinweg und die Tür öffnete sich einen Spalt.
Erschöpft ließ Solas ihre Hände in den Schoß fallen und blickte müde zu Bendal auf. „Das war unglaublich“, stieß sie hervor und konnte sich ein leises Kichern nicht verkneifen.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Montag 26. Mai 2014, 09:58

Solas kam es zwar so vor als hätte ihr Tanz mit der Magie eine halbe Ewigkeit gedauert, aber in Wirklichkeit waren nur ein paar Sekunden vergangen. Kaum hatte die Elfe ihre Hand an die Tür gelegt war sie auch wenige Augenblicke später aufgegangen.
Bendal drückte mit seiner linken Hand freundlich die Schulter der Bogenschützin, die ihm Schneidersitz vor ihn saß.
Jetzt da sie sich der Magie geöffnet hatte, konnte sich auch bei der Berührung von Bendal deutlich die Magie die sich in seinen inneren befand, spüren. Doch diese fühlte sich anders an als bei der Tür, sie wirkte massiver und endgültiger.

„Ping und Pong geht schon mal rein und schaut euch vorsichtig um, wir kommen gleich nach!“ Die beiden Goblins nickten nur kurz und verschwanden dann hinter der Tür.
Erst als sie weck waren wendete sich Bendal wieder an Solas.

„Wie geht es dir bist du bereit dich dem zu stellen, was sich hinter der Tür befindet oder hast du noch ein paar Fragen zu dem, was da gerade mit dir passiert ist? Ich kann mir vorstellen, dass du von dem Ereignis noch ein wenig verwirrt bist.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Donnerstag 12. Juni 2014, 16:15

Erschöpft saß die Elfe auf dem steinigen Boden des Ganges. Die Magie hatte sich zurück gezogen, aber sie konnte sie noch immer leise in ihrem Blut summen hören. Es war ein beruhigender Klang, der das Fehlen Tekus zumindest etwas in Vergessenheit geraten ließ.
Die Elfe hatte nicht mitbekommen, wie die beiden Goblins auf Bendals Bitte hin bereits durch die Tür gehuscht waren. Den Zwerg hingegen spürte sie hinter sich und seine Magie kitzelte die junge Frau in ihrem Nacken.

„Wie geht es dir bist du bereit dich dem zu stellen, was sich hinter der Tür befindet oder hast du noch ein paar Fragen zu dem, was da gerade mit dir passiert ist? Ich kann mir vorstellen, dass du von dem Ereignis noch ein wenig verwirrt bist.“

Einen Augenblick lang starrte Solas sprachlos vor sich hin und wandte sich dann an ihren Freund. „Ich weiß nicht,...was ich fragen könnte. Das eben war Überwältigend, anders und irgendwie beängstigend und beruhigend zugleich. Ich wusste nicht, dass ich so etwas kann...und...und ich frage mich, ob ich es noch einmal könnte, aber ansonsten kann ich momentan keine Fragen finden. Mein Kopf ist voller Magie“, bei diesen Worten schmunzelte die Bogenschützin Bendal kurz zu.
„Lass uns erst einmal versuchen hier die anderen Fragen zu beantworten und Teku und Friedrich wieder zu finden. Wenn wir alle Heil aus diesem Irrsinn heraus sind, mein Kopf keine niedrigen Decken mehr zu fürchten braucht und ich meine Gedanken besser sammeln kann, dann würde es mich freuen, wenn du mir meine Fragen beantworten könntest.“ Mit diesen Worten stand Solas auf und blickte nachdenklich auf die Tür.

„Wird schon nicht so schlimm werden.“, sprach sie sich selbst Mut zu und öffnete vorsichtig die Tür.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 2. Juli 2014, 13:04

„Wir nennen, dass das Erwachen, aber du hast recht las uns erst mal diese Spinnengrube verlassen!“ Mit diesen Worten erhob sich der Zwerg nun ebenfalls und lies Solas den Vortritt. Denn schließlich hatte sie diese Tür ganz alleine und ohne jegliche magische Ausbildung geöffnet.
Als Solas die Tür öffnete befand sie sich in einen weiteren Gang der ebenfalls so ausgeleuchtet war wie der aus dem sie gekommen war. Bendal war dicht hinter ihr und blickte sich auch kurz um. „Mmmh, sieht so aus als wären Ping und Pong schon weiter vorgegangen, komm lass...“ Der Zwerg unterbrach seinen Satz, als er von weiter weg eine weibliche Stimme hörte. „Weißt du, was ich nicht verstehe? Warum hasst du deine leiblichen Kinder so sehr?“
„MEINE KINDER! DAS SIND NICHT MEINE KINDER!!!“ Als Solas und Bendal die andere Stimme hörten bewegten sie sich umgehend in diese Richtung, denn das war Eindeutig Friedrich der dort förmlich Schrie. Lange brauchten sie auch nicht laufen bis sie auf Ping und Pong stießen die sie mit deutlichen Gesten dazu aufforderten leiser zu sein.
So überwanden die Beiden die letzten Meter zu der Höhlenöffnung mehr schleichend als rennend und kauerten sich ebenfalls in eine Ecke, wo sie vom Schatten verborgen wurden. So blickten die Vier gemeinsam in die Kammer, aus der die Stimmen kamen.

Die Höhle war mit den leuchtenden Pilzen die hier überall hingen mehr als nur gut ausgeleuchtet und so konnte man sofort erkennen, dass diese Kammer das Herz der ganzen Tunnel Anlage war. Denn hier gab es in jeder Himmelsrichtung einen Eingang. Die Vier befanden sich im westlichen Seitenarm der sich ebenfalls, wie der östliche Eingang auf einer Anhöhe befand. Dadurch hatten sie einen guten Überblick und konnten schnell Friedrich ausmachen, der in einem riesigen Spinnennetz in der Mitte des Raumes hing und dabei völlig nackt war. Vor ihn befand sich ein Wesen, das von Kopf bis zur Hüfte eine Frau war, aber deren Unterleib, dem einer Spinne mit acht Beinen glich. Zu allen Überfluss war ihr Unterkörper gute fünf Meter lang und zwei Meter breit. Der menschliche Leib der Frau war ebenfalls nicht bedenkt wobei menschlich das falsche Wort war da sie einen schwarzen Körper hatte und die markanten Ohren der Elfen. Wahrscheinlich war sie wohl einmal eine Dunkelelfin gewesen. Ihr silbernes Haar war so lang das es bis zum beginn ihres spinnenhaften Unterleib hing. Wenn man sich den Spinnenkörper wegdachte, war sie mal sehr attraktiv gewesen, aber so wie sie jetzt war, wirkte sie wie eine Perversion der Natur.

„Ich verstehe nicht, warum du deine Kinder verleugnest, es ist doch normal das wir Nachwuchs zeugen, wenn wir uns lieben!“ Sie ging näher an den Gefangenen Elf und streichelte seinen Oberkörper.
„Früher hattest du doch auch kein Problem damit zu mir ins Bett zu kriechen.“
„Früher warst du auch noch eine Elfe gewesen jetzt bist du aber das DA!“ Friedrich zappelte dabei im Netz, doch half ihn das nichts. „Na Na Na, jetzt bin ich aber gekränkt! Was stört dich denn an meinem Aussehen? Es sind doch nur ein paar Beine mehr!“
Wieder lachte sie hämisch.
„Du bist nicht mehr die, die ich damals geliebt habe, du bist ein Monster und dich schärt es einen Dreck was andere wollen und was nicht! Du nimmst dir ALLES ob es der jenige will oder nicht! ICH HASSE DICH!“
„Schrei nur, es hört dich ja doch keiner und außerdem regte das mich nur an und du weißt ja das wir uns paaren können, ob du willst oder nicht!“
Nach diesem Satz zappelte Friedrich noch mehr im Netzt und man sah deutlich die Panik in seinen Augen.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Donnerstag 7. August 2014, 23:16

Ekel schnürte der Elfin die Luftröhre ab und sie musste ihre gesamte Willenskraft herauf beschwören um nicht ihren Mageninhalt auf Bendals Schuhe zu erbrechen, als sie an Ping und Pong vorbei in die Höhle blickte. Zunächst dachte Solas ihr lädierter Kopf würde ihr ein Trugbild vorgaukeln, doch Friedrichs Stimme, aus welcher die Panik unschwer herauszuhören war, ließ sie diese Annahme schneller als ihr lieb war revidieren.
„Seine...ihre...deren Kinder?“, hauchte sie fassungslos und dachte an die Berge von Kokons und deren ekel erregenden Bewachern, an die gefühllosen Augen der acht beinigen Krieger kurz bevor Bendal, Friedrich und Sie von ihnen überwältigt worden waren und an das schnatternde Klicken der Beißzangen, das grausame Geräusch berstender Knochen und der Geruch von vergossenem Blut in der Speisekammer. Diese Viecher passten ohne Frage in das Bild der Kinder von dieser Abnormität der Natur, die dort unten in der höhle ihren Freund bedrängte, jedoch passten sie absolut nicht in das Bild der Kinder die einem bei Friedrich in den Sinn kamen. Diese Meinung teilte wohl auch ihr ins Netz gegangener Begleiter, der sich mit Händen und Füßen gegen die Annäherungsversuche der Spinnenfrau zu wehren versuchte.
 
„Schrei nur, es hört dich ja doch keiner und außerdem regte das mich nur an und du weißt ja das wir uns paaren können, ob du willst oder nicht!“

„Sie will doch wohl nicht...“,entgeistert beobachtete Solas das Gebaren des Spinnenweibes, welche die offensichtliche Abneigung Friedrichs komplett ignorierte und ihm immer näher kam. Wut breitete sich im Körper und Geist der Elfin aus und vertrieb den Ekel und die lähmende Angst.
„Das können wir nicht zulassen!“, zischte sie empört und sah sich weiter in der Höhle um. Irgendwie müssten sie ihrem Freund doch helfen können. Von der Anhöhe aus wo sie standen, hatten sie einen relativ guten Überblick, doch Solas wusste, dass ein Kopfloser Angriff auf die Königin dieses Systems nur dazu führen würde, dass abertausende von ihren „Kindern“ ihr zu Hilfe eilen würden.
„Was sollen wir denn tun? Wie schalten wir sie aus, ohne dass sie ihre Kinder sofort rufen kann?“, hilfesuchend wandte sie sich wieder an ihre Freunde.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 20. August 2014, 14:02

„Wenn ich doch nur meine Armbrust hätte! Damit hätte ich dieser Missgeburt ein ordentliches Loch in den Kopf geschossen.“ Bendal blickte an Solas vorbei in die Höhle und schien etwas zu suchen. „Bendal! Siehst du das dort unten zwischen den zwei Felsen in der Nähe der anderen Anhöhe?!“ Der Zwerg suchte einen kurzen Moment die Gegend mit seinen Augen ab. „Ping ist das vielleicht ein Bogen?“
„Das könnte sein, kann aber auch nur ein ziemlich seltsam gebogener Stock sein. Ich bin einfach zu weit davon entfernt um das richtig zu erkennen.
Solas probierte währenddessen ebenfalls, in der Richtung, den angeblich Bogen auszumachen, aber vergebens. Ihre Augen waren einfach nicht für die hier herrschenden Lichtverhältnisse geschaffen. Sie konnte gerade so mit stark zusammengekniffen Augen die zwei Felsen erahnen, aber mehr auch nicht.
Während die Drei noch über einen Plan nachdachten fummelte, die Spinnenfrau schon an gewissen Regionen von Friedrich herum, der sich vergebens versuchte zu wehren.
„Solas du musst da runter und nachsehen!“ Die beiden Goblins blickten den Zwerg an als wäre er verrückt.
„Ich weiß das hört sich nach einem Selbstmordkommando an und wahrscheinlich ist es das auch, aber wenn du Friedrich helfen willst dann musst du dort am Grund nachschauen! Ich bin, obwohl ich es ungern zugebe, zu klein um die Anhöhe ohne Ausrüstung runter zu klettern. Des Weiteren kann ich nicht mit einem Bogen kämpfen. Ping und Pong könnten Friedrich auch nicht helfen. Du bist seine einzige Chance auf Rettung!“
Man sah es Bendal an das er Solas ungerne alleine gegen die Spinne in den Kampf schicken wollte, aber mit dem, was er sagte, hatte er auch recht. Die Elfe war die Einzige, die aufgrund ihrer Länge ein Vorteil beim Klettern hatte und auch die Einzige geschulte Fernkämpferin. Obwohl sie sich nicht sicher sein konnten das dort wirklich ein Bogen lag und dazu noch ein Köcher mit Pfeilen.
Sollte Solas sich dazu entscheiden den möglichen Bogen zu bergen musste sie sich auf eine Klettertour einstellen, die sich in 15 Meter Höhe befand. Dazu kam noch das sie es schaffen musste unentdeckt zu bleiben und das nicht nur bei der Kletterpartie, sondern auch bei dem Weg quer durch die ganze Höhle.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Donnerstag 21. August 2014, 17:27

Solas war kurz davor einem hysterischen Lachanfall zum Opfer zu werden. Sie sollte also erst ungeschützt eine steile Mauer hinunter klettern, dann quer durch diese gesamte Höhle hetzen, in welcher abgesehen von ein Paar einzelnen Spinnweben und vereinzelten Felsen keinerlei Deckung zu sehen war und das alles um vielleicht, wenn die Götter ihr gnädig sein sollten, einen Bogen zu finden, für welchen sie dann, es sei denn sie war ein wahres Glückskind und dort lagen welche, noch nicht einmal Pfeile besaß. Und dass alles mit einer ekelerregenden Spinne im Nacken, deren einzige Ablenkung ihr gefangener Freund war.
Nun ja, sie wirkt momentan WIRKLICH abgelenkt, dachte Solas, als sie sich erlaubte noch einmal zu der Ecke in der Friedrich gerade bestimmt keine schönen Momente erlebte zu gucken.

Ist das widerlich. Sie kann doch nicht einfach...okay scheinbar kann sie doch...


Schnell wandte die Elfe ihren Blick von der Szenerie ab und blickte zu Bendal und den beiden Goblins. Maß sie mit den Augen, wälzte die Gegebenheiten der Strecke hin und her, doch sie musste dem Zwerg zustimmen, keiner von ihnen hatte die Körperlichen Möglichkeiten unbemerkt die Wand herunterzuklettern. Sie hingegen hatte in ihrer Heimat gelernt auf die höchsten Bäume zu klettern, ohne dass ein einziges Stück Rinde oder ein Blatt sich von seinem Platz löste. Sie konnte vollkommen lautlos durch das Dickicht eines Waldes rennen, wobei sie ihren Körper mit einer Präzision beherrschen konnte, dass kaum ein Ast von ihr berührt wurde. Im Wald wäre die vor ihr liegende Strecke eine uninteressante Übung gewesen, doch hier...sie musste keinen Ästen ausweichen, der Boden der Höhle schien frei von knackenden toten Ästen und die Wand schien ausreichend kantig zu sein, um genügend Stellen zum festhalten zu bieten. Es war möglich und außerdem WOLLTE Solas Friedrich helfen. Doch da war nun einmal dieses Spinnenweib. Spinnen hatten äußerst empfindsame Sinne und wenn sie sich nur einen Augenblick von Friedrich lösen sollte, hätte die junge Bogenschützin keine Möglichkeit in Deckung zu gehen. Sie wäre dieser Kreatur ausgeliefert, denn mit dem Dolch ihres Vaters denn sie zum Glück noch immer bei sich hatte, konnte sie wohl kaum etwas gegen dieses Monstrum ausrichten.

Solas holte erneut tief Luft und ließ ihren Blick schweifen. Die Wand lag im Rücken der Spinnenfrau, so dass diese sie wohl kaum entdecken würde, Friedrich allerdings könnte entweder behilflich oder der Todesstoß seiner eigenen Rettung sein.
Wenn er sehen würde, wie sie die Wand hinunter klettert, könnte er entweder versuchen die Spinne gekonnt von ihr abzulenken, wie wollte die Elfe sich lieber nicht genauer vorstellen, oder er würde sie ungewollt verraten.

Friedrich ist schlau...er würde mich nicht mit Absicht verraten und eigentlich bleibt mir eh keine Wahl. Ich muss es versuchen...

Entschlossen wandte sich die Waldläuferin der Wand zu, warf einen Blick auf Friedrich und das Spinnenvieh, blickte Bendal und den Goblins noch mal in die Augen und machte sich an den Abstieg.

Vorsichtig setzte Solas ihre Füße in Felsspalten und hielt sich mit den Händen am schartigen Fels fest. Durch ihre Körpergröße erreichte sie auch weit auseinander liegende Haltemöglichkeiten und hangelte sich so geschickt und lautlos die Wand hinunter. Die Anstrengung alleine hätte die gut trainierte Elfe kaum außer Atem gebracht, doch dass wissen, dass jederzeit das Spinnenvieh hinter ihr auftauchen könnte, ließ ihre Atmung flach werden und brachte den Angstschweiß dazu ihr in gefühlten Bächen den Rücken hinunter zu rinnen. Als sie noch ungefähr drei Meter über dem Boden war, ließ sie sich lautlos auf ihre Füße fallen, federte den Sprung geschickt aus und blickte gehetzt in die Richtung von Friedrich.
Scheinbar hatten weder Friedrich noch die Spinnenfrau ihre Kletterpartie bemerkt, so dass Solas sich von ihnen abwandte und versuchte die Felsen und den von der Anhöhe nicht genau definierbaren Gegenstand auszumachen. Sehen konnte sie ihn nicht, denn hier unten war das, was von oben noch wie einzelne Spinnweben gewirkt hatte, ein Gewirr von Fäden, welches sich durch die gesamte Höhle zu ziehen schien.

Solas war in einem Wald aufgewachsen. Sie hatte viele Kriechtiere in ihrem Leben beobachtet und sie wusste, dass Spinnen unterschiedliche Arten von Netzen bauten.
Vielleicht ist diese ganze Höhle ihr Netz. Wer weiß ob sie nicht jeden Kontakt mit diesen Fäden spürt und sich auf ihre Beute schmeißt
Unabhängig davon wie logisch ihre Gedanken sich für sie anhörten, vermied Solas doch jeglichen Kontakt mit den kreuz und quer gesponnenen Spinnweben. Wie bei einem Tanz wich die Elfe den Fäden aus, bückte sich unter ihnen hindurch oder wechselte die Richtung, wenn ein undurchdringbares Dickicht vor ihr auftauchte. Dabei versuchte sie die Fäden so gut es ging gleichzeitig als Deckung zu benutzen und hielt so gut sie konnte Friedrich und seine Wärterin im Auge. Gegen Ende allerdings, als sie die Felsen langsam genauer erkennen konnte, blieb ihr nichts anderes übrig als den beiden ihren Rücken zu zu kehren, da um die Felsen herum nicht nur die inzwischen bekannten Fäden sich besonders dicht durch den Raum zogen, sondern zusätzlich kleine Knochen auf dem Boden zerstreut lagen, die wie die toten Äste im Wald ein hohles Knacken von sich geben würden, wenn die Bogenschützin aus versehen auf einen treten sollte. Solas wandte ihre ganze Konzentration darauf jedem Hindernis auszuweichen und betete gleichzeitig zu Florencia, dass hinter dem Felsen nicht nur ein Bogen samt Pfeilen liegen würde, sondern auch, dass Friedrichs Körper die Spinnenfrau ausreichend beschäftigte, dass sie sie noch nicht bemerkt hatte. Am ganzen Körper angespannt, trat Solas hinter die Felsen und blickte auf das, was dahinter lag.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 27. August 2014, 16:04

Was hatte sie für ein Glück! Solas konnte wirklich ihren Augen nicht trauen als sie zwischen den Steinen, einen Bogen und sogar einen ziemlich demolierten Köcher mit genau einem Pfeil erkannte. Die Elfin hätte wahrscheinlich am liebsten vor lauter Freude laut gelacht, doch das wäre in der jetzigen Situation nicht so gut gewesen. Das einzige Problem was sie hatte war, das ein dicker Spinnenfaden sich kurz über den Bogen befand und ihr so gerade mal einen Spielraum von einer Fingerbereite lies.
Sie musste sich also quer auf den Boden legen und ganz vorsichtig die Waffe und den Köcher hervorziehen. Solas wollte sich lieber nicht vorstellen was passieren könnte, wenn sie den Faden unbeabsichtigt berührte. Doch alles Hadern half nicht Friedrich brauchte Hilfe, vor allem bei den Geräuschen die sich gerade im Rücken von Solas abspielten.
Also legte sie sich hin und versuchte den Bogen ein ganz kleines Stück hervor zu ziehen. Als sie den Bogen sowie den Köcher schon zur Hälfte unter den Spinnenfaden hervor gezogen hatte, lief ihr der Schweiz wie in Strömen den Rücken herunter. Nicht weil die Arbeit so körperlich anstrengend war sondern, weil das Vorsichtige zu Tage bringen des Bogen plus Köchers so nervenaufreibend war.
Nachdem der Köcher befreit war, konnte die junge Elfe erst einmal durchatmen. Der Pfeil war aus einem seltsamen Material gefertigt, das sie so noch bei keinen gesehen hatte. Denn dieser Bestand hauptsächlich aus Silber und kleine Symbole waren in die Pfeilspitze eingraviert. Der Pfeil war so schön anzusehen das Solas gerne mehr Zeit damit verbracht hätte ihn näher gehend zu studieren, aber die Geräusche, die das Spinnenweib und Friedrich fabrizierten, ermahnten sie zur Eile.

Gerade als sie im Begriff war den Rest des Bogen hervorzuholen krabbelten zwei kleine Spinnen über ihre Hand und zu allen Überfluss zwickten sie ihr noch in die Hand. Der Schmerz war zwar nicht stark aber er hätte fast dafür gesorgt das sie die Waffe nach oben Riss. Doch unter Aufgebot ihre sämtlichen geistigen Reserven konnte sie noch einmal das schlimmste verhindern und holte den Bogen aus seinem Gefängnis hervor.
Danach schlug sie wie von Sinnen die Spinnen von ihrer Hand und setzte sich neben der Waffe auf den Hosenboden und atmete erst einmal wieder durch. Dabei viel ihr die kunstvolle Bearbeitung des Bogens auf der aus einem rötlichen Holz gebaut war indessen Maserung sich eine Art silberner Faden entlang schlängelte. Genau wie beim Pfeil fand sie in unregelmäßigen abständen Gravuren, die in das Holz geritzt waren und die man dann mit Gold ausgegossen hatte.
Die Beiden enden des Bogens waren mit dem Aussehen nach silbernen Schwingen verziert und als sie eine der Schwingen berührte schnitt diese sofort beim Kontakt in ihre Haut.

Wer auch immer diese Waffe besessen hatte, er hatte dafür wahrscheinlich ein halbes Vermögen für die Fertigung ausgegeben. Denn das war kein Bogen mehr, sondern eher ein Kunstgegenstand, hoffentlich war er genauso tödlich wie kostbar!
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Dienstag 30. September 2014, 01:31

Solas blickte bewundern auf den Bogen hinab und konnt nur mühsam ein ungläubiges Schnauben zurückhalten. Da hatte sie nun den schönsten Bogen den sie je gesehen hatte, um mithilfe eines einzigen Pfeiles, die hässlichste Kreatur die sie je gesehen hatte, quer durch einen Raum voller klebriger Spinnenfäden zu erschießen. Die Unmöglichkeit dieses Vorhabens trieb der Elfe kurz die Tränen in die Augen. Aber ihr Freund, wenn sie die Geräusche aus dem Hinteren Teil der Höhle nicht falsch interpretierte, brauchte dringend Hilfe und Solas hatte schon immer einen manchmal an Idiotie grenzenden Mut besessen. Leise richtete sie sich hinter dem Geröll was sie bis jetzt verborgen hatte auf und blickte sich in der Höhle um. Immer noch die gleiche, kahle, mit Spinnweben kreuz und queer überzogene Oberfläche, über welche sie gerade erst geschlichen war. 

Keinerlei Deckungsmöglichkeiten.

Solas war eine geschulte Fernkämpferin. Die Bewegungsabläufe des Bogenschießens waren ihr mit den Jahren in Fleisch und Blut übergegangen, doch heute stand sie nicht nur vor der Notwendigkeit ihr Ziel mit einem Pfeil tödlich zu verwunden oder zumindest Bewegungsunfähig zu machen. 
Verschiedene Probleme verhinderten, dass die Bogenschützin einfach von ihrem jetzigen Platz den Pfeil abschießen konnte. Zum einen waren da die Spinnenfäden, welche durch die gesamte Höhle gesponnen waren und welche die Flugrichtung des Pfeiles verändern oder sogar beenden konnten, wenn er einen von ihnen streifen sollte und zum anderen hatte die Elfe noch nie mit dem hübschen Bogen geschossen. Sie konnte nicht darauf vertrauen intuitiv die richtige Spannung und den richtigen Winkel zu treffen. 
Solas war vertraut mit dem von ihr selbst geschnitzten Bogen, sie wusste wie stark sie die Sehne zurückziehen müsste um mit entsprechender Kraft am Ziel anzukommen. 
Doch bei dem Bogen den sie gefunden hatte? So wunderschön er auch war, seine wahren Kräfte waren ihr genauso unbekannt wie die Zeichen die auf dem Bogen eingraviert waren.

Für die Elfin bedeutete dies, dass sie nicht auf ihre Bogenkünste vertrauen konnte und so musste sie ungehindert mit der Bedrängung Friedrichs fort.
Ein einzelner Schweißtropfen lief Solas über die Stirn und tropfte ihr ins Auge. Unwirsch blinzelte die Bogenschützin den dadurch entstandenen Film weg und blickte sich noch einmal hoffnungsvoll um. Doch es blieb wie es war, Sie konnte keinerlei Vorteile aus der Umgebung gewinnen, sie war groß und auffällig und hatte nur deshalb eine Chance unentdeckt zu bleiben, weil das Spinnenweib mit Friedrich beschäftigt war. 
Da Solas nicht auf ihre Fernkampfkünste vertrauen konnte, blieb ihr nur eine Möglichkeit. Sie musste aus der Nähe schießen, denn wäre sie erst Mal nah genug an der Kreatur, wäre es relativ unwichtig, in welchem Winkel sie ihren Pfeil abschießen würde.
Sich an diese Hoffnung klammernd setzte die Elfe dazu an, sich erneut vollkommen lautlos an den unterschiedlichen Spinnweben entlang zu schleichen, als ihr Blick auf den Schnitt viel, den die Schwingen des Bogens verursacht hatten. Die Verletzung und das beinahe vergessene Summen ihrer Magie erinnerten die Bogenschützin an eine weitere Möglichkeit, die ihr durch ihren Fund zur Verfügung stand. 
Ein unangenehmer Schauer rann Solas über den Rücken, doch die eine Möglichkeit war, wenn auch nur geringfügig, Erfolgs versprechender als die Chance mit einem einzigen Pfeil das Spinnenweib bewegungsunfähig zu machen. 
Entschlossen schlich die Elfe sich leise durch die Höhle, weiterhin stets darauf bedacht, nur ja keine Spinnwebe zu berühren. 
Knappe 10 Meter von dem grausigen Schauspiel, welches Friedrich und das Spinnenweib boten, entfernt, fand die Elfe eine Stelle in der Höhlenwand, wo eine leichte Vertiefung, gerade mal so Hoch und so Breit wie Solas, in der Wand zu sehen war. Von hier aus konnte sie das ekelerregende Geschehen zwar sehen, war jedoch selbst, zumindest bei einem Flüchtigen Blick nicht sofort zu erkennen. An dieser Stelle blieb die junge Elfe stehen und spannte lautlos den Bogen. Sie drehte sich in die Richtung aus der Sie gerade gekommen war und zielte auf das Schräg von ihr entfernt liegende Höhlenende. Der Pfeil würde somit von ihr und ihren Freunden auf der Anhöhe weg fliegen und dabei hoffentlich eine Menge Spinnweben am hinteren Ende der Höhle treffen.

Es ist immerhin ein Plan und er könnte funktionieren, zumindest wenn der Pfeil nicht direkt am Anfang irgendwelche Weben trifft und auch nur, wenn die Kreatur selber nachschauen geht.

Es war ein hohes Risiko, welches die Elfe im Begriff war zu wählen und sie wusste es, allerdings Boten die anderen Möglichkeiten auch keine besseren Erfolgschancen, so dass sie zumindest nicht vollkommen irrational handelte.
Bitte lass dieses Ding darauf reinfallen, betete Solas zu Florencia und Phaun. Sie sammelte ihre ganze Kraft um den Pfeil möglichst weit wegzuschießen, doch im allerletzten Moment schoss ihr noch ein weiterer Gedanke durch den Kopf. Noch immer vollkommen lautlos entspannte die Bogenschützen die Sehne des Bogens, steckte den Pfeil so weg, dass sie ihn jederzeit erreichen könnte, packte den Dolch ihres Vaters mit festem Griff, hob ihn an der Klinge haltend geschmeidig über ihren Kopf und warf die Schneide, in der selben Manier wie die Messerwerfer in ihrem Heimatdorf, in die hintere Höhlenecke.
Sobald ihre Fingerspitzen den Kontakt zur Klinge verloren, presste Solas sich in die Vertiefung an in der Höhlenwand und hörte auf zu Atmen. Bewegungslos beobachtete die Elfe was nun geschah.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Dienstag 21. Oktober 2014, 14:25

Die Kunst des Messerwerfens, viele versuchen es und viele versagen auch dabei. Solas versuchte sich gerade an einen Wurf, den viele erfahrende Messerwerfer erst nach ein bis zwei Jahren intensiven Übens schaffen. Doch hatte sie sich nie mit dieser Kampftechnik befasst und so war auch der Versuch zum Scheitern verurteilt. Die Klinge legte zwar ein paar Meter in der Luft zurück fing dann aber an unkontrolliert zu zappeln und schlug dann lautstark auf den felsigen Boden auf. Zum Glück hatte sich die junge Frau in eine Felsspalte gezwängt, in der sie nicht gleich von der Spinnenfrau gesehen werden konnte. Denn diese hatte tatsächlich auf das ungewohnte Geräusch reagiert und von Friedrich abgelassen. Zum Leidwesen der Bogenschützin lag die Klinge aber nur ein paar Meter von ihrem Versteck entfernt und das Spinnenweib machte sich gerade auf den direkten Weg dorthin.
Je näher die Frau kam umso nervöser wurde Solas, sie hörte, wie die riesigen haarigen Beine auf und ab tippelten und sich immer mehr näherten.

Und dann kam der Moment! Die Spinne lief direkt am Versteck der Elfin vorbei und ging zielstrebig zum Dolch, als sie diesen erreichte blickte sie eine Zeit lang wortlos auf die Waffe.
„Ts Ts Ts Ts Ts! Du hast mir gar nicht gesagt, dass du Freunde mitgebracht hast? Ich hab mich garnicht für sie zurechtgemacht!“ Das gefährliche Weib lachte kurz und drehte sich dann in die Richtung um in der sich Solas befand.
„Sag mir wie viele sind es? Einer, zwei oder vielleicht ein ganzes Dutzend?!“
„Keiner kommt, um mich zu retten, du weißt das ich alleine arbeite!“
„Ich weiß aber auch das du gut lügen kannst, denn unsere...
„DEINE!!!“
„...unsere Kinder haben mir gesagt, dass du nicht alleine warst und wie es der Zufall so will hat es in der Kammer gebrannt, in der sie gefangen gehalten wurden. Dazu kommt noch das hier ein Dolch liegt, der vorher dort nicht gelegen hat und dessen Oberfläche noch ganz warm von der Körperwärme des Trägers ist. Das lässt mich zu dem Ergebnis kommen das sich deine Freunde vielleicht befreit haben und jetzt gerade versuchen dich zu befreien!“
Während sie dies sagte, blickte sie die ganze Zeit genau in die Ecke in der sich Solas versteckt und die Augen dieser Monstrosität funkelten gefährlich. So, als ob sie genau wusste, das sich die Elfen dort versteckt hielt.
„Also lieber Held und liebe Helden, zeigt euch doch einfach und wir werden bestimmt...
mit einer ruckartigen Bewegung drehte sich die Spinnenfrau um 180 Grad und schoss ein Spinnennetz genau in die Richtung, in die der Dolch hätte landen sollen.
„... nah da bin ich mal gespannt, was mir da gerade ins Netz gegangen ist!“ Sie lachte kurz über ihr eigenes Wortspiel als ein seltsamer Laut aus der Richtung, wo das Netz eingeschlagen hatte, hervor drang. Die Spinnenfrau ging zügig in die Richtung ihrer frisch gefangenen Beute und wendete somit Solas den Rücken zu.

Als die Spinne ihr Netz erreichte musste sie kurz lachen. „Es haben sich ja schon einige Tiere hierher verirrt aber ein Vogel ist mir ja noch nie untergekommen. Ich bin gespannt wie dieser schmeckt!
Die Frau lehnte ihren Kopf nach hinten und hielt den kleinen Kokon in das sich das Netz verwandelte hatte so über ihren Mund, wie andere Weintrauben aßen. Nur das sie gerade dabei war ein lebendiges Wesen mit Haut und Feder zu verspeisen.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Montag 10. November 2014, 17:35

Oh ihr Götter, TEKU!
Wie erstarrt blickte die junge Elfe in die Ecke, wo die Monstrosität sich in diesem Moment den kleinen Kokon über ihr schauriges Gesicht hielt. Logisch gesehen, wusste Solas nicht mit Sicherheit, ob es sich bei dem Kokon um ihren kleinen Freund handelte, jedoch bezweifelte sie, dass sich sonst ein Vogel in diese Kammern des Schreckens verirrt hätte. Die Zeit schien still zu stehen, während sich Solas fieberhaft überlegte, wie sie nun ihre beiden Freunde würde retten können.

Viele Möglichkeiten blieben ihr nicht. Ihr Messer lag nur unwesentlich näher bei ihr, als Friedrichs Netz von ihr entfernt war, was von Vorteil war, da sie beide brauchen würde. Und sie würde die Spinne aus der Nähe treffen müssen. Anschleichen konnte sie wohl vergessen, aber als sich die Elfe das Treiben der Kreatur mit Friedrich in Erinnerung rief, kam ihr ein anderer Gedanke. Vielleicht hatte dieses Weib ja Lust zu Spielen und vielleicht sogar einen Schwachpunkt. Sicher war sich Solas zwar nicht, aber wirklich bessere Optionen fielen ihr nicht ein, also spielte sie auf Risiko.
Kurz entschlossen wandte sie eilig ihren Blick von dem Spinnenweib ab und hoffte dabei inständig schnell genug zu sein, um Teku vor ihrem Schlund zu bewahren, sie robbte eilig auf ihren Knien zum Messer und hetzte so leise sie konnte zu Friederich. Dort warnte sie ihn lediglich mit einem kurzen Blick, positionierte sich schräg hinter seinem Gefängnis, damit etwaige fliegende Netze sie nicht treffen konnten und spannte dann lautlos den Bogen, der Pfeil lag vollkommen ruhig auf der Sehne und seine Spitze zeigte auf das von der Elfe anvisierte Ziel.
Friedrichs Kehle.

Du bist verrückt!
Komplett übergeschnappt!
Wieso tust du das?
warum?
Warum?
WARUM...

Energisch verbannte die Bogenschützin ihre Gedanken und setzte das ausdruckslose Gesicht auf, das sie damals von Ginebra gelernt hatte. Ausdruckslos und ohne irgendwelche Emotionen in der Stimme zischte sie Friedrich zu:
“Schrei!“
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Dienstag 18. November 2014, 07:46

Friedrich blickte Solas mit weit aufgerissenen Augen an, als sie sich hinter ihm in Position brachte und dann noch auf ihn zielte.
“Schrei!“ Der Elf verzog kurz die Augenbraue und schüttelte danach resigniert den Kopf.
„ARGGGGGGG!!!!!“ Der Schrei, den er ausstieß, zog die Aufmerksamkeit der Spinnenfrau auf sich, ganz so wie es Solas gewollt hatte. Das Spinnenweib stoppt gerade bei der Bewegung den Kokon zu verspeisen und blickte in die Richtung des Elfen. Doch ihr Blick lag nur wenige Sekunden auf den gefangenen Mann.
„Was soll das werden?" Die unheimlichen Augen blickte in Solas Richtung.
„Du schleichst dich durch meine komplette Höhle um ihn zu töten?“ Das Spinnenweib zeigte kurz auf Friedrich.
„Glaubst du wirklich ich, bin so dumm und glaube das? Wenn du ihn hättest töten wollen hättest du das mit deinen Bogen doch schon viel früher getan.
Und glaube mir so sehr hänge ich nun doch nicht an ihn das ich dafür mein Leben geben würde. Schließlich gibt es dutzende Männer, die seinen Posten übernehmen könnten!“
Sie grinste kurz Friedrich an oder besser gesagt seinen Schritt.
„Was mich aber wirklich interessiert ist wie willst du eigentlich lebend aus dieser Situation herauskommen? Schließlich hast du dich selbst mitten auf den Präsentierteller gelegt.
Mit jeden Satz, den sie sprach, näherte sie sich denn Zwei, währenddessen der Kokon in ihrer Hand wie wild zappelte und zwitscherte.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Montag 15. Dezember 2014, 15:52

Nun gut, in die Situation hatte die Elfe sich selbst befördert.
Hatte sie doch sogar geahnt, dass ihre Idee bestenfalls idiotisch sei.
Aber immerhin war Teku, sofern es denn tatsächlich Teku war, wieder einen Stück vom Mund des Weibes entfernt und sie und Friedrich waren immerhin NOCH nicht Tod.

Erstmal durchatmen...Komplizierte Taktiken scheinen hier schon Mal nicht zu funktionieren...also direkter...


„Da werdet ihr wohl recht haben und so bleibt mir nichts anderes übrig als euch dahingehend zu glauben...“, angestrengt hielt Solas ihre Stimme ruhig und leicht unterwürfig, durch schiere Willensstärke hielt sie ihren Blick auf das Gesicht der Spinnenfrau gerichtet und unterdrückte den Impuls, einen kurzen Blick zu Bendal und den Goblins zu riskieren. Den Pfeil wie vergessen noch immer auf Friedrichs Hals richtend, sprach sie weiter.
„Nun wo ich allerdings schon einmal euer Allerheiligstes zu Gesicht bekommen habe, möchte ich euch bitten, mir vielleicht ein paar Fragen zu beantworten. Gnädiger Weise bevor ihr mich Tötet und verspeist.“
Ein unterdrücktes Kichern drang über Solas Lippen, während sie die näher kommende Spinnenfrau bittend ansah.
Eine möglicherweise einzigartige Chance witternd, plapperte Sie, zu Florencia und Phaun betend, einfach drauf los: „Wer seid ihr und was ist das hier? Und könnt ihr mir vielleicht auch verraten wer Friedrich, also er hier, ist oder war und was es mit seiner Tätowierung auf sich hat?“
Abwartend und gespannt sah Solas das Spinnenweib an und ließ sich dabei nicht anmerken, wie genau sie den Abstand zwischen dieser und ihr selbst und Friedrich beobachtete.
...
Nur noch ein kleines Stück und sie hätte zumindest die Chance, dass ihre Unkenntnis über den Bogen keine Rolle mehr spielen sollte.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Freitag 9. Januar 2015, 08:06

Während sich Solas mit der Spinnenfrau so ganz „freundschaftlich“ nennen wir es mal unterhielt, bemerkte sie gar nicht wie ein magisches Wesen an ihr emporkletterte und ihren Federschmuck im Haar stibitzte. Naja es war ja kein Stehlen sondern eher tauschen schließlich hatte er ihr ja ein wunderschön geschnitztes Holzeinhorn was vier fingerbreit war in ihren Geldbeutel gesteckt.
Also konnte man ja wirklich nicht von Stehlen reden und außerdem vielleicht brachte das Holzeinhorn ja Glück, sie hatte es ja bitter nötig, wie der Wichtel fand!
So plötzlich wie er aufgetaucht war so plötzlich verschwand er auch wieder.

Solas wurde gewichtelt sie hat ein kleines geschnitztes Holzeinhorn bekommen und gab dafür ihren Federhaarschmuck.

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Zurück zur Geschichte.

Ehrlich gesagt es sah nicht gut aus für die junge Frau, aber wenn man mal ehrlich war, die Dame hat sich selbst in diese Situation gebracht also was hatte sie nun vor?
Das dachte sich auch die Spinnenfrau und war sehr erheitert darüber, dass die Elfe auf einmal ein Gespräch mit ihr Anfangen wollte.
„Wer seid ihr und was ist das hier? Und könnt ihr mir vielleicht auch verraten wer Friedrich, also er hier, ist oder war und was es mit seiner Tätowierung auf sich hat?“
Die Spinnenfrau fing lautstark an zu lachen. Als sie sich beruhigt hatte, warf sie den Kokon in ihrer Hand einfach achtlos über ihre Schulter. Dieser landete mit einem dumpfen Geräusch auf den Boden und man konnte ein wütendes geschwitzer hören.
„Ich hab ja schon einiges erlebt aber das mich mal jemand ausfragen würde den ich bald töten werden hab ich auch nicht für möglich gehalten“
Sie ging weiter auf Solas zu.
„Wer ich bin, willst du wissen? Ich bin nur eine arme Frau die versucht in der von Männern beherrschten Welt ihren Platz zu finden!“ Das Spinnenweib grinste kurz und kam näher.
„Und es schmerzt mich sehr zu hören das Rhyu also der den du Friedrich nennst dir nicht seinen wahren Namen gesagt hat. Aber du kennst ja die Männer, man kann ihnen nicht trauen. Was die Tätowierungen betrifft das ist so ein kleiner Zauber von mir, der ihn an mich bindet. Du weißt ja.. Männer verschwinden ja fast immer wenn sie hören das sie Vater werden. Vor allen wenn sie erfahren das die Frau Tausendlinge erwartet.“
Die Spinnenfrau war jetzt so nah bei Friedrich und Solas das sogar ein Blinder mit nur einer Hand in der Lage war mit Pfeil und Bogen sie zu treffen.
„Da ich dir ja deine Frage so gut es ging beantwortet habe wäre es nett, wenn du mir sagen könntest, wie du eigentlich an der magischen Tür vorbeigekommen bist? Du weißt ja damit das nicht noch einmal passiert, nachdem ich dich aufgefressen habe!“
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Solas Soul » Dienstag 20. Januar 2015, 17:15

Rhyu...ein schöner Name, dachte Solas sich, bevor sie der Spinnenfrau wieder in die Augen schaute und deren letzte Worte sich noch einmal vor Augen rief.

Da ich dir ja deine Frage so gut es ging beantwortet habe wäre es nett, wenn du mir sagen könntest, wie du eigentlich an der magischen Tür vorbeigekommen bist?

Anscheinend war es der Spinnenfrau ein Rätsel, wie eine junge Frau die töricht genug war, sich in eine solch auswegslose Situation hatte bringen können, eine magische Tür hatte überwinden können. Solas musste innerlich grinsen. Ich hab ja eigentlich selbst keine Ahnung, dachte sie sich und meinte dann laut zu ihrem Gegenüber:

"Ich habe auf einen freund..."
In dem Moment fiel ihr wieder ein das die Frau ja noch nichts von Bendal, Ping und Pong wusste, so das sie eiglig improvisierte:
"schaftlichen Rat gehört, den mir einmal jemand mit auf den Weg gegeben hatte. Er meinte, ich solle mich auf meine eigentlichen Talente besinnen."

Mit diesen Worten richtete die Bogenschützin innerhalb einer Sekunde den Bogen auf ihre Kontrahentin, zog die Sehne weit nach hinten und ließ los.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Freitag 10. April 2015, 16:52

Das surrende Geräusch, als der Pfeil die exquisite Sehne eines meisterlichen Bogens verließ, konnte einem Kenner schon einen leichten Schauer auf der Haut bescheren. Für eine Elfe, mit ohnehin schon feinen Sinnen, musste es noch viel intensiver sein. Eilmana kannte den Klang eines Meisterbogens aus ihrer Heimat nur zu gut und dies war ein solcher. Diese Laute waren wie tanzender Wind und tiefer Atem. Sie hörte wie die Luft von harter Spitze geteilt wurde, sich an dem langen Schaft des Pfeils entlang presste und in die Federn griff. Sie konnte fast schon fühlen wo genau die Spitze in das Fleisch der Spinnenfrau eindringen würde und spüren, welche Kraft in diesem Schuss lag. - Mehr Kraft, als sie es für möglich gehalten hätte. - Mehr als natürlich war!
Der Pfeil hatte den Bogen verlassen und Solas Sicht zog sich zusammen. Sie konnte ihn fast nicht sehen, nur das Ziel war wichtig, doch plötzlich drängte sich etwas dickes, etwas schwarzes in die Fluglinie und riss sie aus dem Genuss der Jagd. Das verletze Kreischen dieser Spinnen würde sie wohl bis in ihre Träume begleiten. Gleich fünf von diesen Hunds-großen Viechern hatten sich in dem Moment von der Decke fallen lassen, als Solas geschossen hatte. Zwei hatten sich nicht mehr in die Schussbahn werfen können und die anderen drei hatte der Pfeil, trotz dicker Chitinpanzer, einfach durchschlagen. Leider hatten die geopferten Körper den Lauf des Pfeils verändert und nun steckte er tatsächlich zwar im Leib der Spinnenfrau, doch viel zu tief, kurz über dem Gelenk eines ihrer acht Beine. Sie quiekt laut auf und starrte Solas Soul vor Wut rasend an. Ihr Schrei brachte Leben in die Höhle und von überall her näherten sich ihre süßen Kinderlein. Das Trippeln ihrer Füße war fast unerträglich.
Tapptapp tapptapptapp tapptapptapptapptapptapptapp …
„WARTET! ...“
Solas sah sich schon umzingelt von ihren Leibern und von Gift triefenden Kiefern. Im Hintergrund zog sich die Arachnide den Pfeil aus dem Fleisch und warf ihn auf den Boden. Ihr kurzer Schmerzlaut, mochte wie Musik in mancher Ohren klingen, doch es machte ihre Kinder nur um so wilder. Ihr Klappern mit den Kauwerkzeugen erfüllte die Höhle. Solas konnte sich die Spinnen nur mit kreisenden Bewegungen des schlagenden Langbogens vom Leib halten, bis die Stimme ihrer Königin wieder für Ordnung sorgte.
„STILL! Sie gehört mir! ...Verschwindet!“
Tatsächlich zogen sich die achtbeinigen Monster zurück und Solas kam in den Genuss die volle Aufmerksamkeit der Spinnenfrau genießen zu dürfen. Sie hatte wieder Platz und konnte sie kommen sehen. Das dritte Bein auf der linken Seite war lahm und schleifte auf dem Boden, doch schien das ihr Vorankommen nur wenig zu stören. Nur bei jedem dritten Schritt knickte der dicke Leib ein wenig zur Seite, immer dann wenn das Bein voll belastet werden sollte und nicht konnte.
„Mut hast du ja, kleines Elfenweib! Der wird dich aber nichts nützen!“
Sie hatte Rhyu den Rücken zugekehrt und kam nun bedrohlich langsam auf Solas zu. Ihre langen Beine hatten ihren Körper weit über Solas Kopf erhoben, dass sie nun doppelt so groß war wie die Elfe. Unter ihrem fetten Hinterleib wölbte sich eine weiche Tasche auf und ein langer Stachel kam zuckend zum Vorschein. Grau-grünlicher Schleim, vermutlich Gift, tropfte zäh auf den felsigen Boden. Solas Sinne suchten mit langsam aufsteigender Panik nach einem Ausweg. Irgendwo tiefer links in der Höhle war der Gang aus dem sie gekommen war. Dort mussten auch irgendwo Ping und Pong sein, doch konnte sie auf deren Hilfe hoffen? Hinter ihr war ein unbekannter Gang in dem auch viele der Krabbeltiere verschwunden waren. Sollte sie kämpfen? Sie sah Rhyu, wie er sich bewegte und versuchte sich aus seinen Fesseln zu winden. Brauchte er Zeit, würde er ihr dann helfen können? Noch war die Spinnenfrau gut zwanzig Schritt entfernt, aber dass könnte sich schnell ändern. Mit solch langen Beinen, wie weit sie wohl mit diesen springen konnte? Solas hatte dieses Wesen noch wenig in Aktion gesehen und wollte es vielleicht auch gar nicht. War Flucht eine Option? Konnte sie den Elfen hier seinem Schicksal überlassen und damit vielleicht jede Chance verlieren ihre Mutter zu finden? Wie mutig war sie wirklich, im Angesicht einer ausweglosen Situation und einem übermächtigen Gegners? Wenigstens war es jetzt nur noch ein Gegner, nur war das auch nicht sehr beruhigend.
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Beitrag von Solas Soul » Samstag 25. April 2015, 13:41

Nach diesem Erlebnis würde Solas wohl definitiv bis an den Rest ihres Lebens unter einer ausgeprägten Spinnenphobie leiden. Doch momentan hatte ihr Verstand keine Kapazität um sich um so etwas wie Furcht oder lähmende Angst zu kümmern. Diese Regungen hatte Solas, seit sie von der Decke baumelnd wieder aufgewacht war, langsam aber sicher aufgebraucht. Ihr Vorrat an Angst war erschöpft und so hielt sich ihr Bewusstsein an dem erstbesten fest, was es zu fassen bekam. Einem riesigen, vor Wut schäumenden, tödlichen Spinnenbiest, dass direkt auf die Elfe zuhielt.

Na Super, was jetzt?

Fieberhaft ging die Bogenschützin ihre Möglichkeiten durch, konnte dabei jedoch nur feststellen, dass sie keine besonders großen Chancen hatte. Weglaufen erschien ihr nicht wirklich als Option, zumal sie vom Regen in der Traufe landen würde, da mit Sicherheit die Nachkommen dieser Monstrosität im nächsten Gang nur darauf warten würden, ihre Beißzangen in frisches, blutendes Fleisch zu schlagen. Also würde sie kämpfen.
Eine Millisekunden andauernde Bestandsaufnahme ihrer Waffen, machte Solas klar, dass sie auch bei dieser Option keine großartigen Chancen haben dürfte. Sie hatte den Dolch ihres Vaters und, wie ihr nach einem kleinen Moment einfiel, den Bogen, dessen metallene Spitzen erfahrungsgemäß messerscharf waren.

Wenn ich Glück habe kann mir Friedrich helfen, sobald er sich befreit hat, doch dafür braucht auch er dann eine Waffe.

Kurzentschlossen schleuderte die junge Elfe den Doch ihres Vaters in die Richtung Friedrichs und fasste den Bogen fester. Viele Möglichkeiten blieben der eigentlichen Bogenschützin nicht, insbesondere, da sie den Nahkampf mit Lanze oder Schwert nie gelernt hatte. Das Monstrum dass sich ihr rasant näherte war Riesengroß und sicher nicht einfach zu besiegen. Doch Solas hatte keine Wahl, denn jede ihrer Möglichkeiten endete mit ihrem wahrscheinlichen Tod.
Jeden Zweifel beiseite schiebend, entfernte sie mit einem Handgriff die Sehne des Bogens und drehte ihn so, dass die scharfen Enden zum Monstrum gerichtet waren.

Jetzt oder nie.

Vollkommen auf ihre Gegnerin fokussiert, rannte Solas auf ihre Gegnerin zu. So hoch aufgerichtet, wie diese sich auf die Elfe zubewegte, konnte sie aufrecht unter ihr hindurch, was jedoch durch den von Gift triefenden Stachel hoch riskant wurde. Auf ihre Handlungen konzentriert ignorierte Solas diese Gefahr und versetzte sich gedanklich zurück in die zeit, wo sie mit Teku an ihrer Seite durch das Dickicht des Eldoras gerannt war und versucht hatte, dabei keinen Ast oder Zweig zu berühren. Sie setzte ihr ganzen Vertrauen auf die Wendigkeit und Schnelligkeit ihres Körpers und als sie und das Biest auf einer Höhe waren, drehte sie sich nach links und zielte mit den Flügeln des Bogens auf die Beine der Spinne. Auf dieser Seite lag das bereits verletzte Bein und Solas hatte die Hoffnung weitere zu verletzen oder sogar ganz abzutrennen, um so die Mobilität des Biestes zu unterbinden.
Am Ende ihres Schwungs mit dem Bogen angelangt, befand sich die Elfe hinter dem Spinnenweib und stieß das andere Ende des Bogens, bevor sie realisieren konnte, wie ihr vorheriger Schlag ausgegangen war, kurz oberhalb des Stachels in den Körper ihrer Gegnerin. Schwer atmend erwartete Solas die nächste Reaktion. Waren ihr ihre Schläge nicht geglückt, so wäre ihre Situation nun noch verzweifelter als zuvor.
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