Ein Schimmer voller Hoffnung

Dieser seltsame, aber auch einzigartige Wald liegt im Südwesten. Er ist zum Großteil ertränkt in Wasser und nur mit einem Floß lässt er sich durchquehren. Die Namudus sind die Einheimischen dieses Waldes, sie haben sich dessen Nachteile zunutze gemacht.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Marga » Montag 21. März 2016, 09:48

Die Spinnenkönigin hatte einiges durchmachen müssen. Schon im Kampf gegen die Bogenschützin hatte sie Wunden erlitten und dann fiel noch die Decke auf ihren Kopf – zusammen mit einer stämmigen Halborkin. Sie wurde mit Kristallsplittern beworfen und ihr Arm beinahe ausgerenkt. Aber sie war noch lange nicht am Ende.
Die Halborkin, die sich ihr als Reiterin aufdrängte, hatte mit vielem gerechnet, aber nicht damit: Die Frau zog ihre Spinnenbeine schnappend nach oben und klemmte Marga ein. Am schlimmsten erwischte es das Bein der Jorsanerin. Zwischen zwei Chitinpanzerplatten eingequetscht, musste Marga vor Schmerzen aufschreien. „Ahhh!“

Tränen schossen in ihre Augen und der erste klare Gedanke nach einigen Augenblicken der Agonie war: Werde ich noch laufen können? Hat sie mich zur humpelnden Missgestalt gemacht? Sie überlegte kurz, ob sie gleiches mit gleichen vergelten sollte. Sie hatte nämlich noch immer den Arm ergriffen. Es war eine Sache von Sekunden, der Gegnerin jeden Finger so zu brechen, auf dass sie niemals mehr etwas mit der Hand anfangen konnte.
Aber was sollte das bringen? Marga war keine Sadistin und sie wusste außerdem, dass dieses Monster einen Hofstaat hatte, der ihr jeden Handstreich abnahm.

Nein, in dieser Lage gab es nur einen Ausweg. Ein sauberer, schneller Tod für die Königin und ein dreckiges, schmerzhaftes Weiterleben für Marga.

Der Schmerz hatte in Margas Kopf ihre orkische und ihre menschliches Seite wieder verschmolzen. Mit vollen geistigen Kräften schaute sie sich in der Pattsituation um. Ihr Bein war eingeklemmt, die elfische Bogenschützin mit etwas anderen beschäftigt, als dem Kampf. Margas Augen schweiften nach oben, aber Eilmana war nicht zu erkennen.

Bin auf mich allein gestellt. Keine Waffe, auch keine Magie mehr, kaputtes Bein...

Ihre Augen wanderten noch einmal herum und fielen zum ersten Mal auf den halbnackten Mann, den die Bogenschützin befreit hatte. Oh, dieser Gesichtsausdruck war gut. Sie kannte das Gefühl. Dieser Mann wollte seine Rache. Aber er war genauso wenig dazu in der Lage, wie Marga es war, so wie er taumelte und schwankte. Die Königin brauchte bloß wieder aufzustehen und ihn mit einem ihrer Beine zu pfählen. Aber wenn er nah genug heran kam, könnte er ihr einen Dolch in den Bauch rammen. Marga erkannte ihre Aufgabe. Sie musste die Königin nur lange genug ablenken. Entweder der Freigelassene erreichte sein Ziel oder er überraschte die Königin derart, dass sie den Klammergriff um Margas Oberschenkel lockerte. In dem Fall konnte Marga sich nach vorne ziehen und selbst ihrem brutalen Geschäft nachgehen.

„Verdammte Missgeburt. Ich zeigen dir, was ich von dir halte.“
Sie hob ihr freies Bein und haute es nach unten.
„Ich treten dir in dein fettes, haarig Hinterteil! Das ist für meine Verschleppigung!“
Sie kratzte mit den dreckigen Fingernägeln ihrer linken Hand über den Unterarm der Königin. Sie hätte noch viel kräftiger kratzen oder sogar beißen können, aber sie durfte es nicht übertreiben. Sie wollte gerade so ein erbärmliches Bild abgeben, an dem sich die Gegnerin ergötzen konnte, bis es für sie zu spät war.
„Frisst du eigentlich das selbe Zeug wie deine Viecher? Schlürfst wohl Brei wie eine zahnlose Alte, was?“
Langsam gingen ihr die Ideen aus, mit denen sie ihre Gegnerin ablenken konnte. Sie durfte keine Anspielungen auf ihre Befreiung, auf die anderen Zweibeiner in der Nähe oder irgendetwas in der Höhle machen – sonst würde die Spinnenkönigin umdrehen und die Lage erfassen.
„Lass mich endlich los! Das nicht gerecht!“

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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Dienstag 22. März 2016, 09:08

Oben

Eilmana ging zu der anderen Kristallplatte, wo sie zuvor Ragna mit der Grabspinne hatte kämpfen sehen. Dort hatte sich die Szenerie deutlich verändert. Das Wargweibchen hockte auf dem platten Spinnenleib und riss ihm gerade das dritte der acht Beine heraus, schüttelte es tot, so wie es ein Hund mit einem gefangenen Kaninchen tun würde und ließ es dann im hohen Bogen an die gegenüberliegende Wand krachen. Ragna nahm ihr Opfer regelrecht auseinander und das Knurren war so laut, dass es leise durch die Platte hindurch zu hören war.
Durch die veränderte Perspektive sah Eilmana nun aber auch etwas, dass deutlich beunruhigender war, als das siegreiche Fleddern eines Wargs seiner toten Spinne. Es waren die vielen kleinen dunklen Punkte, die sich langsam aber stetig in den Vorraum zur Königin krabbelten. Sie waren klein, aber viel zu viele. Eilmana konnte nur vermuten, dass der Schrei der Königin sie zurück gerufen hatte.

Unten

Marga erkannte ihre Aufgabe. Sie musste die Königin ablenken. Entweder der Freigelassene erreichte sein Ziel oder er überraschte die Königin derart, dass sie den Klammergriff um Margas Oberschenkel lockerte. In dem Fall konnte Marga sich nach vorne ziehen und selbst ihrem brutalen Geschäft nachgehen.
„Verdammte Missgeburt. Ich zeigen dir, was ich von dir halte.“
Sie hob ihr freies Bein und haute es nach unten. Viel Bewegungsspielraum hatte sie ohnehin nicht, also viel der Tritt wenig schadhaft aus, aber er erreichte was sie gewollt hatte und die Königin schaukelte leicht hin und her, ohne los zu lassen.
„Ich treten dir in dein fettes, haarig Hinterteil! Das ist für meine Verschleppigung!“
Sie kratzte mit den dreckigen Fingernägeln ihrer linken Hand über den Unterarm der Königin. Sie hätte noch viel kräftiger kratzen oder sogar beißen können, vielleicht ihr sogar den Arm brechen können, aber sie durfte es nicht übertreiben. Sie wollte gerade so ein erbärmliches Bild abgeben, an dem sich die Gegnerin ergötzen konnte, bis es für sie zu spät war und der Plan schien aufzugehen, denn die Spinnenbeine pressten sich noch ein wenig näher und das Monster lachte.
„HAHAhaha, was für klägliche Versuche!“
„Frisst du eigentlich das selbe Zeug wie deine Viecher? Schlürfst wohl Brei wie eine zahnlose Alte, was?“
„So was wie dich verfüttern wir an meine Jungen. Du wirst sehr bald Bekanntschaft mit ihnen machen!“
Langsam gingen Marga die Ideen aus, mit denen sie ihre Gegnerin ablenken konnte. Sie durfte keine Anspielungen auf ihre Befreiung, auf die anderen Zweibeiner in der Nähe oder irgendetwas in der Höhle machen – sonst würde die Spinnenkönigin umdrehen und die Lage erfassen. Bis jetzt hatte der Plan aber gut geklappt und der Elf war ein gutes Stück vorangekommen. Es fehlten nur noch ein paar kleine Schritte.
„Lass mich endlich los! Das nicht gerecht!“
Jetzt hatte sie wohl einen Nerv der Königen getroffen, denn diese brach erneut in schallendes Gelächter aus:
„HAHAHAHAHAhahaha ... grecht ... Gerechtigkeit werdet ihr hier nicht finden, weder du noch deine Freundinnen! Genau so wenig wie ich! Was ihr finden werdet sind Schmerzen, Einsamkeit und den Tod, wenn er euch gnädig ist!“
Sie drückte noch einmal kräftig gegen Margas Brustkorb und dessen Rippen knirschten bedenklich, aber brachen nicht. Zum Glück hatte Marga ein wenig vom Knochenbau ihres Vaters geerbt.
„Du kleine anhängliche Zecke! Ihr bekommt ihn nicht! Niemals! Ich werde erst dich zerquetschen wie eine reife Pflaume, bis deine Knochen aus deinem Fleisch herausquellen, danach … AARRHHfffG!“
Der menschliche Teil der Spinnenfrau erstarrte und wandte sich ungläubig nach vorne. Dabei konnte Marga sehen, dass hellrotes schäumendes Blut ihr aus der Seite quoll. Der Elf hatte wohl einen Teil der Luge getroffen und der Dolch steckte bis zum Anschlag zwischen ihren Rippen. Der Elf griff noch einmal nach dem Dolch und drehte ihn in der Wunde. Die Erstarrung der Spinnenbeine lockerte sich und der Schrei der Königin ging in ein merkwürdig rasselndes Brodeln über und Blut zeigte sich auf ihren Lippen. Der Mann starrte sie nur unbewegt an und sein Hass sprühte aus seinen Augen, genauso wie das Blut aus dem Leib der Spinnenfrau. Seine Lippen bewegten sich und er flüsterte ihr leise Worte zu:
„Du wirst mich nie wieder anfassen!“
Kurz sah es so aus, als wollte sie ihm mit allem was sie noch hatte an die Kehle springen, aber das zusätzliche Gewicht auf ihrem Rücken hinderte sie daran. In kurzen Wellen zuckten die Beine, aber fanden nicht mehr genug Kraft um dem Angriff durchzuführen. Dann kam Rhyu näher, zog den Dolch aus der Wunde und Blut spritze ihm entgegen. Die Spinnenbeine zuckten noch einmal und Marga wäre fast von ihrem Leib gerutscht, doch sie hielt sich fest. Der Arm des Elfen holte aus und zerschnitt ihre Kehle. Ein purpurner Wasserfall ergoss sich über ihn und der Leib sackte nach unten, gab Marga frei und zuckte noch ein paar mal ohne Willen. Sie rollte durch eine Lache aus Blut und kam ein Stück weit fort von ihr. Alles ging sehr schnell und die Halborkin ahnte, dass sie bald Heilung brauchen würde. Sie wusste auch wo, bzw. in wem sie diese finden würde, aber Eilmana war gerade nicht zu sehen. Stattdessen stand da diese andere Elfe und starrte den Mann vor sich an. Marga konnte zusehen, wie der Elf immer wieder auf sie einstach. Es war als wäre er in einer Art Schleife gefangen. Er zögerte, ruckte dann immer kurz mit dem Kopf in eine Andere Perspektive und stach sofort wieder zu. Es war ein merkwürdig makaberes Bild, dass er bot. Als wollte er etwas auslöschen, das in seiner Erinnerung noch existierte, während der Körper vor ihm schon Vergangenheit war. Die Bogenschützin rang mit ihren Händen und traute sich wohl nicht näher zu gehen. Ihre großen Augen waren vom Schreck geweitet und starrten Marga fast hilfesuchend an. Zögernd kam sie zu ihr, sah noch einmal kurz zu dem Elfen, wandte dann den Blick ab und verbeugte sich tief vor Marga. Ihre Stimme war zitternd und klang hoch und nervös:
„Danke... habt Dank! ...Allein hätten wir … Habt Dank, dass ihr eingegriffen habt! … Ich … Wir stehen ihn eurer Schuld. Danke... „
Sie zitterte und schwankte leicht. Jetzt wo das Adrenalin nachließ, erschlaffte ihr Körper und sie stützte sich kurz an einem nahen Felsen ab. Auch sie sah etwas mitgenommen aus. An ihrem Schlüsselbein war unter der Kleidung Blut zu sehen.
„Ihr … ihr seid verletzt!“
Sie deutete auf Margas Bein und sah dann kurz ängstlich zu dem Mann. Dieser stach immernoch auf das Wesen ein, dass einst die Königin dieses Reichs gewesen war.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Eilmana Silva » Dienstag 22. März 2016, 21:41

Eilmana hatte genug gesehen, das war nicht gut.
Zwar schien Ragnar außer Gefahr zu sein, doch die kleinen Spinnen waren auf dem Weg zu Marga und den anderen. Eilmana eilte zum Durchbruch doch das Bild was sich ihr dort bot hatte sie nicht erwartet. Marga war gerade dabei die Spinnenkönig abzulenken während sich der Elf ihr näherte.
Der Elf stach der Spinnenkönigin mit kaltem Blick in den Brustkorb und schien beinah Spaß daran zu haben sie unnötig zu quälen. Er drehte den Dolch in ihrer Wunde und auch nach ihrem Todeskampf sah er nicht davon ab weiter auf sie einzustechen.
Eilmana war sichtlich schockiert von diesem Anblick und Übelkeit bahnte sich bei ihr an. Doch sie schüttelte sich und versuchte sich auf das zu konzentrieren was gerade wichtig war. Die kleinen Spinnen waren Viele und beide Frauen waren verletzt, der Elf wohl nicht ganz bei Sinnen.

Eilmana sah sich hektisch um und schaute ob es eine Möglichkeit gab für sie zu springen. Als Elfe war sie leicht gebaut und generell recht geschickt bei solchen Aktionen, doch sie war bei sich zu Hause doch eher eine der schlechteren wenn es darum ging Kraft oder Körperliches Geschick zu zeigen.
Aber gab es gerade eine andere Wahl?

Sie wurde immer hektischer, die Zeit rannte ihr davon.
Inzwischen kam die Elfe zu Marga und bedankte sich bei dieser, Eilmana sah hinunter es gab wohl keine andere Wahl.

„ MARGAAAA, SCHNELL ES KOMMEN VIELE DER KLEINEN SPINNEN IN EURE RICHTUNG. RAGNAR HAT DIE SPINNE SO GUT WIE BESIEGT. ABER WIR MÜSSEN HIER WEG!!!“

Eilmana schloss die Augen und holte Tief Luft. Dann sah noch einmal nach unten. Der Spinnenkörper lag günstig, wenn sie sich geschickt anstellte sollte sie es schaffen genau auf dem dickem Leib zu landen. Ein Spinnenleib bestand weniger aus Knochen, er war zwar von außen hart von innen aber mit weichen Organen wie der Drüße zum Spinnenfäden Produzieren gefüllt. Wenn sie genau darauf landete sollte sie es schaffen.

Sie nahm all ihren Mut zu sammen stellte sich hin und sprang gezielt auf den dicken Leib zu. Wären des Falls schloss sie im ersten Moment die Augen, zwang sich dann aber dazu diese wieder zu öffnen um ihren Fall genau zu beobachten. Voller Panik hatte sie die arme an den Körper gezogen und die Hände zu Fäusten geballt.

„AHHHHHHHHHHHH“

Sie landete wie geplant auf den Spinnenleib, wenn auch etwas unsanfter als erwartet und nicht unbedingt grazil für eine Elfe, aber sie war wohl mit ein paar blauen Flecken und einer Prellung an Po davon gekommen. Sie sahs auf dem Spinnenlaib als wolle sie die tote Königin gerade reiten.

Doch Eilmana war nicht gerade erfreut, den ihr Blick ging zu den Menschlichen Überresten der Königin die arg entstellt und Blutig waren.

„IIIIHHHHHHHH“

Sie bemühte sich schnell von dem Körper hinunter zu kommen und sah Marga, so wie die andere Elfe aufgeregt an.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Marga » Donnerstag 31. März 2016, 12:37

Schmerz, Einsamkeit und Tod, das waren die Versprechen der Spinnenkönigin. Marga schauderte es davor. Ganz kurz flackerte der Gedanke auf, dass die Frau vielleicht auch ihren eigenen Werdegang beschrieb. Ein quasi-menschlicher Geist, der allein in einer Höhle mit unbeseelten Krabblern lebte und irgendwann sterben würde.
Aber der Druck und die damit verbundenen Schmerzen vertrieben die Gedanken und sie brachte auch kein weiteres Ablenkungsmanöver zustande. Erstaunlicherweise schmerzte ihr linkes eingeklemmtes Bein nicht mehr. Fakt war, sie spürte überhaupt nichts mehr davon. Sie schaffte es nicht mehr, den Arm ihrer Gegnerin festzuhalten, er rutschte aus ihren zitternden Händen.

Aber das nützte der Spinnenfrau gar nichts mehr. In diesem Augenblick hatte die Rache des Elfen ihr Ziel gefunden. Mit dem Dolch stach er auf sie ein, bis sie tot war und dann noch weiter. Die Spinnenbeine zuckten noch einige Augenblicke weiter, aber dann machten sie auch schlaff.
Die Halborkin drückte die gepanzerten Beine von sich weg und glitt vorsichtig über den Rücken zu Boden. Ihr linkes Bein blieb taub und Marga achtete, nur auf guten zu landen.

Die Bogenschützin wandte sich an Marga und erklärte, wie dankbar sie war und...
„Die Schuld ihr könnt gleich einlösen!“, erklärte Marga. „Du nimmst den Bogen und du...“, sie zeigte auf den Elfen, „...stützen mich und wir gehen in die Höhle nebenan und retten meinen Warg!“

Aber wem machte Marga etwas mit ihrem Befehlston vor? Die Bogenschützin – auch eine Art Elfe, aber erstaunlich groß – war verletzt, der gefangene Kerl ignorierte alles um sich herum, denn er hatte einiges mit seiner Kerkermeisterin nachzuholen, und die ehemalige Schülerin hatte selbst keine Ahnung, ob es hier unten überhaupt eine direkte Verbindung zu ihrem Warg gab. Das Fallen und das Reiten auf dem Spinnenrücken hatten ihren Orientierungssinn komplett durcheinander gebracht. Sie blickte nach oben, dann in der Höhle herum. Eilmana würde das mit der Orientierung hinbekommen. Sie selbst hatte andere Qualitäten. Sie ergriff eine Kristallscherbe vom Boden, nahm sie in beide Hände und haute auf das unterste Gelenk des Spinnenbeins neben ihr. Mit Muskelkraft und ein paar weiteren Schlägen, hatte sie das unterste Beinglied abgetrennt. Diese lange Chitinstange klemmte sie sich unter ihre linke Achselhöhle wie eine Krücke.

Auf dieses Hilfsmittel gestützt, stand sie vorsichtig vom Spinnenleib auf. Keinen Augenblick lang, durfte sie das linke Bein belasten. In diesem Augenblick rief Eilmana von oben herunter ihre Warnung.
Ohne auf den Inhalt zu achten, erklärte sie den anderen: „Ich bin Marga. Und das sein Eilmana.“. Dann weiteten sich ihre Augen, als sie begriff, dass der Tod der Spinnenkönigin nur der Anfang war. Gestützt auf ihre neue Krücke humpelte sie zum Messerstecher hin.

„Heh, du nicht zugehört? Wir müssen hier raus, wir müssen Ragna finden. Du jetzt hörst auf damit!“

Sie versuchte, den Manischen an seiner nackten Schulter zu packen.

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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 31. März 2016, 17:29

Die Bogenschützin wandte sich gerade an Marga und erklärte, wie dankbar sie war und...
„Die Schuld ihr könnt gleich einlösen!“
, erklärte Marga.
„Du nimmst den Bogen und du...“
, sie zeigte auf den Elfen,
„...stützen mich und wir gehen in die Höhle nebenan und retten meinen Warg!“
Aber wem machte Marga etwas mit ihrem Befehlston vor? Die Bogenschützin – auch eine Art Elfe, aber erstaunlich groß – war verletzt, der gefangene Kerl ignorierte alles um sich herum. Eilmana würde das hoffentlich mit der Orientierung hinbekommen. Sie selbst hatte andere Qualitäten. Sie ergriff eine Kristallscherbe vom Boden, nahm sie in beide Hände und haute auf das unterste Gelenk des Spinnenbeins neben ihr. Mit Muskelkraft und ein paar weiteren Schlägen, hatte sie das unterste Beinglied abgetrennt. Diese lange Chitinstange klemmte sie sich unter ihre linke Achselhöhle wie eine Krücke. Auf dieses Hilfsmittel gestützt, stand sie vorsichtig neben dem Spinnenleib auf. Keinen Augenblick lang, durfte sie das linke Bein belasten. In diesem Augenblick rief Eilmana von oben herunter ihre Warnung.

„ MARGAAAA, SCHNELL ES KOMMEN VIELE DER KLEINEN SPINNEN IN EURE RICHTUNG. RAGNAR HAT DIE SPINNE SO GUT WIE BESIEGT. ABER WIR MÜSSEN HIER WEG!!!“
Eilmana schloss die Augen und holte Tief Luft. Dann sah noch einmal nach unten. Sie nahm all ihren Mut zu sammen stellte sich hin und sprang gezielt auf den dicken Leib zu. Wären des Falls schloss sie im ersten Moment die Augen, zwang sich dann aber dazu diese wieder zu öffnen um ihren Fall genau zu beobachten. Voller Panik hatte sie die arme an den Körper gezogen und die Hände zu Fäusten geballt.
„AHHHHHHHHHHHH“
Sie landete wie geplant auf den Spinnenleib, wenn auch etwas unsanfter als erwartet und nicht unbedingt grazil für eine Elfe, aber sie war wohl mit ein paar blauen Flecken und einer Prellung an Po davon gekommen. Sie sahs auf dem Spinnenlaib als wolle sie die tote Königin gerade reiten.
Doch Eilmana war nicht gerade erfreut, den ihr Blick ging zu den menschlichen Überresten der Königin die arg entstellt und Blutig waren.
„IIIIHHHHHHHH“
Sie bemühte sich schnell von dem Körper hinunter zu kommen und sah Marga, so wie die andere Elfe aufgeregt an.

Marga erklärte gerade den anderen:
„Ich bin Marga. Und das sein Eilmana.“
Dann weiteten sich ihre Augen, als sie begriff, dass der Tod der Spinnenkönigin nur der Anfang war. Gestützt auf ihre neue Krücke humpelte sie zum Messerstecher hin, der anscheinend nicht zugehört hatte.
„Heh, du nicht zugehört? Wir müssen hier raus, wir müssen Ragna finden. Du jetzt hörst auf damit!“
Sie versuchte, den Manischen an seiner nackten Schulter zu packen, was ihr ohne Probleme gelang. Sein Kopf ruckte herum und starrte in ihre Augen. Fast hätte er vielleicht auch auf sie eingestochen, doch im letzten Moment hielt er inne und musterte die Halborkin. Ihr kräftiges Gesicht, der starke Kiefer und die leicht gewölbten Augenbrauen standen wohl in einem krassen Gegensatz zu dem, was er sonst wohl so sah.
„Was... Wer bist du? Was machst du hier! Du...“
Er hatte wirklich nichts mitbekommen! Er sah sich eilig suchend um und blieb am Anblick der zweiten Elfe hängen.
„Ihr müsst hier raus! SCHNELL!“
Im nächsten Augenblick krachte etwas gegen die Tunnelwand zu ihrer Linken.
„Was...?!“
Ragna stolperte aus dem Gang und schüttelte ein gewaltiges Spinnenbein, das quer in ihrem Maul hing. Sie kam auf Marga zu getrottet und legte es mit dem Schwanz hin und her peitschend vor ihr ab. Blut spritzte bei jeder Bewegung des Wargs nach allen Seiten. Sie musste sich regelrecht darin gesuhlt haben. Dann leckte sie Margas Hand und schnupperte an ihrem blutenden Bein. Der Elf starrte den Warg an und dann wieder Marga.
„Ich hoffe das gehört zu dir?!“
Marga musste grinsen. Ja Ragna gehörte zu ihr. Sie war ihr treuer ergeben und mehr Freundin gewesen als manch anderes Wesen in ihrem Leben. Der Elf fing sich und auch die große Elfe kam näher. Dann standen sie zusammen und Rhyu sprach mit gedämpfter Stimme:
„Ihr … Ihr müsst verschwinden. Die Magie der Königin wird ihre Kinder nicht mehr lange binden und dann werden sie alles angreifen, was sich bewegt! Wenn ihr dann noch hier seid, seid ihr tot!“
Er rieb sich angestrengt die Schläfen, als würde es ihm helfen besser denken zu können. Das er nackt war interessierte hier zum Glück gerade niemanden.
„Ich weiß wie ich sie eine Weile binden kann, doch ich kann euch dabei nicht beschützen. Ich müsst fliehen! … Es gibt hier einen unterirdischen Fluss, ein kleines Becken. Von dort aus könnt ihr in ein anders Höhlensystem tauchen. Die Spinnen werden euch dort hin nicht folgen, aber ihr müsst euch beeilen. Folgt dem Wasser!“
Das leise schabende und klickende Geräusch war nun deutlich lauter geworden und die ersten kleinen Krabbler eroberten die Höhlendecke. Der Elf sah sie und deutete in die entgegengesetzte Richtung.
„Dort hinein! Nach der zweiten Gabelung findet ihr ein Nest! Zerstört es! Darunter befindet sich ein abwärts führender Gang. Zögert nicht, springt einfach hinein. Von dort aus wird euch das Wasser führen. Viel Glück … Jetzt LAUFT!“
Er wartete nicht darauf, dass sie reagieren würden, sondern schnappte sich ein paar Eingeweide aus dem Leib der Spinnenkönigin. Er hängte sie sich um und rieb sich damit ein.
„LAUFT!!!“
Er sah noch einmal zu Solas und meinte leiser:
„Ich komme schon nach...“
Doch ganz überzeugt klang es nicht. Die junge Frau nickte zögernd und abgehakt und drehte sich dann um. Ihr Blick war leer als sie in dem Gang verschwand.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Eilmana Silva » Freitag 1. April 2016, 18:17

Als Eilmana unten ankam packte Marga gerade den Nackten Elf an der Schulter. Er reagierte zögerlich und sprach anschließend normal mit ihnen.
Eilaman hörte etwas kommen und sah schon in die Richtung aus der wenige Augenblicke Später Ragnar auf Marga zugelaufen kam.
Doch Eilmana hörte noch mehr kommen und das bereitete ihr keine Freude.

„Schnell, sie kommen immer näher...“

Der Elf schien einen Plan zu haben was auch immer es war er schickte sie alle fort mit einer genauen Wegbeschreibung. Ein Wasserlauf klang gut aber würde der Elf es schaffen nachzukommen. Eilmana sah ihm noch nach als die kleine Gruppe schon los rannte. Sie sah in den Augen der anderen Elfe starke Emotionen, ihr Blick schien voller hoffen und Angst zu sein.

Doch für all das war gerade keine Zeit, sie rannten wie beschrieben Richtung Spinnennest. Eilmana konnte das Nest schon sehen...
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Marga » Sonntag 3. April 2016, 15:17

Zweimal in kurzer Zeit traf Marga eine Verbündete wieder. Erst sprang Eilmana von oben auf den Leichnam der Königin. Etwas später kam ihr Warg Ragna in die Höhle. Das Tier hatte keine Hilfe bei seinem Kampf gebraucht.

Die Wargin trottete zu ihrem Frauchen und präsentierte stolz das Spinnenbein der Grabspinne. Marga hatte ein solches Wesen schon aus der Nähe gesehen. Konnte fast nichts sehen, war aber besser gepanzert als ein Ritter in Plattenrüstung – aber das war nicht gut genug gewesen.
Marga warf im Gegenzug ihre Krücke vor Ragna. „Nicht so groß wie dein, aber auch was, nicht?“ Ragna biss ins Chitin des dünneres Beinstücks. „Lass das, das ich noch brauchen.“, meinte Marga lachelnd.
Als die Wargin das verwundete, taube Bein der Halborkin beschnupperte, zog Marga ihrem Reittier die Spinnenfäden aus dem Pelz, klopfte sie ab, streichelte sie und stand dann wieder mit ihrer Krücke auf.

„Ja, das Prachtstück gehören zu mir.“

Es wurde aber höchste Zeit, hier endlich abzuhauen. Der befreite Mann verriet ihnen einen Fluchtweg und würde zurückbleiben, um ihnen den Rücken zu decken. Die Gruppe machte sich auf den Weg und Marga und Ragna waren die letzten, welche die Haupthöhle verließen. Die ehemalige Schülerin blickte ein letztes Mal zurück und sah, was der Mann anstellte. Für eine Frau, die nur die Tiere vom Bauernhof kannte, wirkte das ganze sonderbar, aber was soll's. Er würde schon wissen, was er da tat.

Marga humpelte so schnell sie konnte auf die Krücke gestützt den Elfen hinterher. Sie blickte zur Ragna. Würde die Bindung zwischen Zwei- und Vierbeiner stark genug sein, dass sich der Warg auf einen Tauchgang einließ – hoffentlich nur ein kurzer? Sie versuchte, Ragna schon einmal mit ein paar orkischen Vokabeln darauf vorzubereiten.

„Wasser.“ , sagte Marga in Kr'zner und zeigte nach vorne. „Wasser... reiten. Wasserreiten.“.

Es wurde höchste Zeit für das „Wasserreiten“, immerhin krabbelte schon die Vorhut der Kleinspinnen, vor denen Eilmana gewarnt hatte, zwischen ihren Füßen.

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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Eilmana Silva » Sonntag 3. April 2016, 16:07

Eilmana stockte als sie sah wie schwer Marga das laufen viel und ging zu ihr zurück um sie zu stützen.

„Es tut mir leid ich bin wohl ziemlich durcheinander...“

Doch dann blieb Eilmana stehen und sah mit aufgerissenen Augen in die Lehre.

„Naif,.....er muss noch hier sein,...ich kann ihn nicht zurück lassen und als Spinnenfutter enden lassen...er muss doch noch irgendwo sein....“

Vor lauter Adrenalin und Angst hatte sie ihn für einen Augenblick verdrängt doch jetzt war der Gedanke wieder da und lähmte sie den Fluchtweg weiter voranzuschreiten.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Montag 4. April 2016, 09:47

„Ja, das Prachtstück gehören zu mir.“
Es wurde aber höchste Zeit, hier endlich abzuhauen. Der befreite Mann verriet ihnen einen Fluchtweg und würde zurückbleiben, um ihnen den Rücken zu decken. Die Gruppe machte sich auf den Weg und Marga und Ragna waren die letzten, welche die Haupthöhle verließen. Die ehemalige Schülerin blickte ein letztes Mal zurück und sah, wie der Mann seinen Hals berührte und dort merkwürdig geformte Tätowierungen aufleuchteten. Ein Großteil der Krabler drehten ab und steuerten nun auf ihn zu. Er würde schon wissen, was er da tat. Marga humpelte so schnell sie konnte auf die Krücke gestützt den Elfen hinterher. Sie blickte zur Ragna. Würde die Bindung zwischen Zwei- und Vierbeiner stark genug sein, dass sich der Warg auf einen Tauchgang einließ – hoffentlich nur ein kurzer? Sie versuchte, Ragna schon einmal mit ein paar orkischen Vokabeln darauf vorzubereiten.
„Wasser.“
, sagte Marga in Kr'zner und zeigte nach vorne.
„Wasser... reiten. Wasserreiten.“
Ragna legte ihren Kopf schief. Ob auf Orkisch oder in jedweder anderen Sprache, sie verstand die Worte nicht. Aber sie folgte ihrer Herrin. Es wurde höchste Zeit für das „Wasserreiten“, immerhin krabbelte schon die Vorhut der Kleinspinnen, vor denen Eilmana gewarnt hatte, zwischen ihren Füßen.

Eilmana stockte als sie sah wie schwer Marga das laufen viel und ging zu ihr zurück um sie zu stützen.
„Es tut mir leid ich bin wohl ziemlich durcheinander...“
Doch dann blieb Eilmana stehen und sah mit aufgerissenen Augen in die Lehre.
„Naif,.....er muss noch hier sein,...ich kann ihn nicht zurück lassen und als Spinnenfutter enden lassen...er muss doch noch irgendwo sein....“
Vor lauter Adrenalin und Angst hatte sie ihn für einen Augenblick verdrängt doch jetzt war der Gedanke wieder da und lähmte sie den Fluchtweg weiter voranzuschreiten. Blieb sie noch länger stehen, würde sie zurück gelassen werden. Die ersten Spinnen erreichten ihre Beine und etwas biss sie in die Wade. Es fühlte sich an wie ein Wespenstich, nicht schlimm, aber es brannte. Hoffentlich war es kein lähmendes Gift gewesen. Sie musste weiter! Ihr Zögern konnte jetzt schon ihren Tod bedeuten!

Das Nest war nicht mehr weit, aber Eilmana war stehen geblieben. Marga sah wie der Gang vor ihr sich nach hinten immer mehr mit Spinnenweben füllte und immer heller wurde. Die dahinter liegenden Wände schienen von ihnen abzurücken. Vor ihnen lag eine Höhle, auch wenn nur ein weißer Seiden-Gang hindurch führte. Kleinere Gänge führten von hier weg und hin. Manche waren nur so groß wie ein Finger von Marga dick. Solas, die größere Elfe, lief vor ihr und sprang beherzt in eine flache Kuhle am Boden. Sofort begann sie mit dem Bogen auf den Untergrund einzuschlagen. Die Netze waberten und wackelten und gaben langsam nach, doch allein würde sie es nicht schaffen, Sie wog einfach nicht genug um das Geflecht zu zerreißen.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Marga » Freitag 8. April 2016, 20:13

„Danke.“ Mit Eilmanas auf der einen Seite, der Krücke auf der anderen hatte Marga genügend Stütze, um sicher und zügig durch den Höhlengang zu gehen. Vorne konnte sie sehen, dass die Bogenschützin das Nest gefunden hatte, von denen der Gefangene erzählt hatte.
Dann aber löste sich Eilmana und blieb stehen. Marga humpelte ein paar Schritte weiter und drehte sich dann um. „Was zum...“

Es ging um ihren Vogel. Schlimme Sache, aber die Spinnen krochen schon an ihren Hosenbeinen hoch. Einen besonders wagemutigen Krabbler wischte Marga weg, bevor er Fuß auf ihre Beinwunde setzen konnte.
Nicht nur Marga hatte ihren tierischen Begleiter verloren, sondern auch die Elfe. Aber nur die Halborkin hatte ihr Tier wieder gefunden. Erst das Schicksal ihres Wargs hatte sie bewogen, nicht den einfachen Ausweg der Goblinbrüder zu nehmen. Sollte sie Eilmana verdammen, nur weil sie das selbe wollte wie Marga?

Die Halborkin schüttelte den Kopf. Aber die Chancen waren zum Haare raufen. In der nächsten Minute würde der Vogel nicht einfach aufkreuzen, dafür eine Rotte menschenfressender Spinnen. Bis dahin mussten sie alle im Wasser verschwunden sein.
Marga wägte ihre Optionen ab, wie sie Eilmana von hier fortbringen konnte. Logisches Zureden? Nicht Margas Stärke und dauerte zu lange. Gewalt? Sie erinnerte sich schmerzlich an die Ohrfeige, die sie Juno, der Fuchshybridin, verpasst hatte. Nein, so wollte sie nie wieder mit einer Gefährtin umgehen.

Ihre letzte Option war vielleicht genauso gemein wie eine Ohrfeige, aber noch niederträchtiger.

Wenn sie das durchschaut, dann sie mir vielleicht nie verzeiht.

Aber Marga tat es trotzdem. Sie humpelte ohne Eilmana in Richtung Solas, setzte die Krücke dabei absichtlich auf eine glatte Steinfläche, sodass das Spinnenbein abrutschte. In Folge dessen landete Marga auf ihrem verletzten Bein, das sofort einknickte. Dadurch stürzte sie zu Boden.

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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Eilmana Silva » Samstag 9. April 2016, 11:16

Eilmana stand noch wie angewurzelt dort als die Spinnen immer näher kamen und ihr Bein ins Visier nahmen.
Sie sah schockiert zu der Spinne hinunter und ihr blick wurde noch panischer. Nach diesem Erlebnisse hatte sie vermutlich ein Leben langes Trauma was Spinnen anging.

Doch Marga reagierte schnell und äußerst Schlau auf die Situation.
Eilmanas Überlebensinstinkt bekann die Oberhand zu ergreifen doch noch war sie nicht in der Lage weiter zu gehen, innerlich rang sie noch mit der Trauer um ihren Raben,..sie wollte ihn doch immer beschützen!! Sie hatte diesen Raben wie viele seiner vorfahren bei sich gehabt. Doch jetzt …..sollte es so enden...?

Marga ging voran und verursachte eine Unfall. Sie viel zu Boden genau auf das verletzte Bein.
Das entging Eilmana nicht und zu ihren Überlebensinstinkt kam nun noch ihr Drang anderen zu helfen. Sie sah wie Marga auf ihr verletztes Bein Stürzte, Solas war schon am Ausgang der sie in die rettende Freiheit bringen sollte. Eilmana dachte nicht mehr viel nach, sie musste sich und Marga retten. Wenn es für den Raben noch eine kleine Hoffnung geben sollte, dann nur wenn sie Überlebte.

Sie schüttelte die Spinne ab die an ihrem Beim ankam und rannte zu Marga, half ihr auf und ging mit Marga so schnell wie eben möglich zu Solas die schon an dem Ausgang wartete.

Nun Mussten sie nur noch hinein Springen.....
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Sonntag 10. April 2016, 15:22

Marga viel zu Boden genau auf das verletzte Bein. Leider war dies durchaus schmerzhaft und auch durch die Taubheit in ihren Muskelfasern leider nicht zu leugnen, doch die kleine Finte der Halborkin trug sofort Früchte. In Eilmana siegte nicht nur der Überlebensinstinkt, hinzu kam jetzt auch noch ihr Drang anderen zu helfen. Sie sah wie Marga auf ihr verletztes Bein stürzte. Solas war schon in dem trichterförmigen Netz verschwunden, was sie in die rettende Freiheit bringen sollte. Eilmana dachte nicht mehr viel nach, sie musste sich und Marga retten. Sie schüttelte die Spinne ab die an ihrem Beim ankam und rannte zu Marga, half ihr auf und ging mit Marga so schnell wie eben möglich zu der Stelle wo Solas eben noch gewesen war. Vor ihnen prangerte ein schmaler Schlitz mit grob zerrissenen Rändern im Boden. Die Elfe vor ihnen musste ihr Zögern genutzt haben um sich dort ihnen voran, hinunter zu arbeiten und nun mussten sie nur noch hinein springen.

Es erforderte einen kurzen Moment des Mutes, dann gab es kein zurück mehr. Vielleicht hatten die Frauen noch versucht gemeinsam dort hinunter zu springen, doch nach den ersten zwei Metern war es schon unmöglich sich aneinander fest zu halten. Überall zerrten die klebrigen Fäden an ihnen und gaben sie unterschiedlich schnell frei. Es war wie ein zähes Fallen, Rotieren und ruckweises Stolpern durch Fallstricke, die teilweise dick und fest erschienen und dann doch unter ihrem unterschiedlichen Gewicht nachließen. Je schwerer man war, desto gleichmäßiger sackte man durch die zähe Masse. Ragna war dem Befehl ihrer Herrin gefolgt und war hinein gesprungen. Man hörte sie irgendwo unter sich. Ragna jaulte leise. Ein Laut der verstört, aber nicht nach Schmerzen klang. Dahinter bahnte sich Margas Leib den Weg durch das Netz, rotierte ein paar Mal, drehte sich und verfing sich in den klebrigen Fäden und als letzte kämpfte sich Eilmana Stück für Stück tiefer. Sie war am leichtesten und blieb ständig in irgendetwas hängen. Es war als wollte dieser Ort sie einfach nicht gehen lassen, als hätte er noch etwas mit ihr vor. Noch hörten sie einander, doch um so tiefer sie rutschten um so mehr wurden ihre Stimmen von einem anschwellenden Rauschen überdeckt. Noch ein wenig tiefer und das Netz wurde dünner und sie rutschten schneller. Dann rissen die letzten Fäden und sie sausten durch einen tiefen finsteren Schacht hinab in bodenlose Tiefe. Manchmal streifte etwas den Fall, aber zu ihrer aller Glück waren die Wände glatt.

Marga hörte es noch kurz vor sich klatschen, ein oder zwei Atemzüge verstrichen in heller Panik des freien Fallens und dann schlug sie selbst ins Wasser. Sofort riss sie die Strömung mit und nur am Rand registrierte ihr Körper, dass das Wasser gar nicht so schrecklich kalt war wie vielleicht befürchtet. Kühl, ja, aber nicht eisig. Für ihr Bein hätte es fast eine Erholung bedeuten können, wenn nicht die gnadenlose Strömung gewesen wäre. Es dauerte fast zu lange um sich zu orientieren und seinen eigenen Luftblasen an die Oberfläche zu folgen. Dort erwartete sie der Lebenspendende Sauerstoff. Irgendwo weit hinter ihr klatschte etwas ins sprudelnde Wasser. Das musste Eilmana gewesen sein. Hatte Marga, hatte Eilmana jemals schwimmen gelernt? Es half mit den Armen zu rudern um an der Oberfläche zu bleiben und diese Instinkte hielten einen am Leben. Langsam wurde der unterirdische Strom etwas heller. Hier und da fiel mal ein Lichtschein irgendwo herein, aber er verschwand auch schnell mal wieder, da der gewaltige Fluss sie eilige fort trug. In diesen kurzen Momenten hatten sie erkennen können, dass er gut 20 oder 30 Schritt an manchen Stellen maß. Um so enger die Wände rückten um so schneller wurden sie. Margas Bein stach ein paar Mal heftig, aber es war ihre sonst gute Kondition und Stärke, die sie retten sollte. Eilmana war leicht und schnell, sodass sie sich gut der Strömung anzupassen vermochte. Dann veränderte sich etwas.
Es wurde etwas heller und der Fluss breiter und langsamer, aber immer noch viel zu schnell, um sich irgendwo am glitschigen Steinen fest halten zu können. Marga sah nach vorne und sah wie die Höhlendecke sich leicht hob und dann plötzlich endete. Kurz davor sah sie Ragnas Kopf und hörte ihr Jaulen. Ihr Wargweibchen strampelte gut 30 Schritt von ihr nach links versetzt entfernt und versuchte sich auf der Stelle zu halten. Dann spürte es auch Marga.
Etwas zog an ihren Beinen. Die Strömung staute sich hier leicht und sackte dann unter der vor ihnen liegenden Felswand ab. Ragnas Kopf war plötzlich verschwunden und das Ende der Höhle kam auch für Marga schnell näher. Jetzt hieß es tief Luft holen und hoffen!

Eilmana rauschte durch die Fluten. Es half Arm und Beine weit von sich zu strecken um sich tragen zu lassen. Irgendwo vor sich hatte sie eben noch Margas Schopf in den Fluten gesehen, jetzt war er weg und die Höhle schien sich etwas zu verbreitern. Nirgends war ein Punkt zu erkennen, wo man sich vielleicht hätte festkrallen können. Dann spürte auch sie es. Die Strömung wollte sie unter Wasser ziehen. Das Ende der Höhle kam schnell näher. Jetzt hieß es tief Luft holen und hoffen!

Tauchen war gewiss nicht jedermanns Sache. Tauchen durch fast komplett dunkle Wurmlöcher eines unterirdischen Flusses, ohne zu wissen wann man das nächste Mal wieder Atmen konnte, war sicher nicht jemandes Traum. Schrecklicher Weise war es eben auch nicht ganz finster und Solas, Ragna, Marga und Eilmana sahen sich schnell Entscheidung gegenüber, die sie schnell treffen mussten. Der Unterirdische Fluss teilte sich hier. Trotz der Blasen und der Strömung konnten sie vor sich deutlich zwei hellere Bereiche sehen. Einer führte nach links und einer nach rechts.
Jeder entschied sich unterbewusst, ohne darüber nachdenken zu können und der Fluss trieb sie weiter ungnädig voran.

Margas Lungen brannten und verlangten zu atmen, aber hier war keine Luft. Hier war nur tödliches Wasser. Sie hatte genug gebadet und das Schicksal entschied sich dem ein Ende zu machen. Da war etwas leuchtendes gewesen in der Dunkelheit und Marga versuchte mit aller Kraft darauf zuzuhalten und endlich zeigte sich die Spiegelnde Wasseroberfläche über ihr. Ihre letzten Luftblasen zeigten ihr den Weg und sie brach durch. LUFT!
Die Strömung wurde langsamer und langsamer und nachdem die schwarzen Punkte vor ihren Augen verschwunden waren, fand sie sich in einer riesigen unterirdischen Höhle wieder. Die Decke leuchtete in einem fahlen Blauton und es roch nach Algen und frischer Luft. Dann sah sie auch den Lichtschein, der an einer Stelle auf ein schmales Ufer schien. Durch ein Loch in der Decke wuchsen lange Wurzeln, erreichten aber nicht den Boden. Margas Körper trieb in Richtung dieses Ufers und wenn sie es schaffte sich noch ein bisschen mehr anzustrengen, dann würde sie sich dort hinauf ziehen können. Irgendwie schaffte sie es und lag eine Weile nach Atem ringen auf dem Rücken einfach nur still da. Sie hatte überlebt.

Eilmanas Lungen brannten und verlangten nach Luft. Die Strömung um sie herum wurde immer schneller und reißender und selbst unter Wasser hörte sie das Donnern, auf das sie zu glitt. Instinktiv machte sie ihren Körper so weich wie möglich und bot kaum Widerstand. So hielt sie auch den Atem noch ein wenig länger an. Plötzlich änderte sich dann die Richtung und kurz darauf spie sie der Wasserfall aus. Der Druck und die Wucht des Wassers trug sie aus dem Strahl heraus und ließ sie im freien Fall Luft holen. Dann klatschte sie abermals in tiefes dunkles Wasser, aber die Strömung war hier nicht mehr ganz so stark. Ein Jaulen erklang und Eilmana sah ein gutes Stück weiter Ragna wie sie sich mit den Krallen an einem Vorsprung versuchte hoch zu ziehen. Das Wargweibchen hatte es geschafft. Sie wollte zu ihrer Herrin. Eilmana schaffte es gerade noch rechtzeitig und griff in das nasse Fell. Ragna stieß sich ab und zog sie beide hoch. Geschafft. Unter ihnen lag der brodelnde Fluss und ein paar Meter weiter den schmalen Sims entlang gab es eine weitere große Stufe zu erklimmen, aber dann einen Gang der hier fort führte. Er war deshalb so verlockend, da ein fahler Lichtschein ihn erhellte. Sie hatten überlebt und Licht war etwas gutes. Nach ein paar Minuten des Verschnaufens machten sich die beiden über die Stufe hinauf zu dem Gang und suchten nach der Quelle des Lichts.

Marga schlug die Augen auf. Ihr taubes Bein hatte seit ein paar unangenehmen Minuten angefangen heftig zu kribbeln. Jetzt gesellte sich gerade ein zuckendes Stecken hinzu, dass deutlich zeigte, dass die Nerven nur geprellt waren und nicht zerrissen. Eine genauere Untersuchung des Beins würde eine hässlich dunkel verfärbte Quetschung des Oberschenkelmuskels offenbaren, mit einer unförmigen mit Blut gefüllten Beule unter der Haut. Jede Bewegung schmerzte und an Laufen war so ohne Hilfe nicht zu denken, also konnte man sich auch einmal in Ruhe umsehen. Die Höhlendecke war hier gut 40 Schritt hoch und an manchen Stellen hätte man gewiss an den Wurzeln hoch klettern können. Einige dunklere Ecken ließen auf Ein- oder Ausgänge schließen. Farne und Moose wucherten über die dicken Steine an ihrem kleinen Strand und Wasser gab es in Hülle und Fülle. Sogar ein wenig morsches Holz lag herum, was aussah, als wären es herabgefallene Rindenstücke und kleine Äste. Verdursten würde Marga nicht. Das Nahrungsangebot war mager und hauptsächlich vegetarisch, sah man von ein paar kleinen Tausendfüßlern oder Engerlingen ab, die sich in den Nischen tummelten. Das Loch in der Decke zeigte einen schmalen Blick auf einen stark bewölkten Himmel, der von einer mächtigen Baumkrone fast vollständig verdeckt wurde. Hier unten war es sogar relativ warm, windgeschützt und nur manchmal traf ein kalter Hauch Margas nasse Kleidung. Sie musste erst einmal wieder zu Kräften kommen und abwarten wie ihre Verletzung sich eventuell zurück bilden würde.

Eilmana folgte eine kleine Weile dem kleinen Spalt im Gestein, biss er sich soweit geöffnet hatte, das sie sogar auf Ragna hätte reiten können. Dieser Gang schien ein natürlich entstandener Weg zu sein und manchmal mussten sie beide heftig klettern um voran zu kommen. Das Licht wurde stetig mehr und spiegelte sich in den glasig wirkenden Wänden. Eilmana berührte sie sogar einmal und konnte sich sogar darin sehen, so glatt waren sie. Nur der Boden war übersät mit kleineren teils scharfkantigen Kieseln, die sich im Laufe der Zeit hier angesammelt hatten. Es dauerte eine gefühlte kleine Ewigkeit über extrem unwegsames Gelände, bis sie beide den Eingang einer kleinen Höhle erreichten. Sie war höchst merkwürdig geformt und Ragna knurrte leise und wollte sie nicht so recht betreten. Ihr Fell war gesträubt, aber auf der anderen Seite ging es weiter und es war deutlich heller dort. Eilmana vertraute dem Wargweibchen und sah sich aufmerksam um, bevor sie noch wohl möglich in eine Falle tappten, doch die Höhle war leer. Nur etwas an der Form kam ihr komisch vor. Die Felsen hier am Eingang wirkten glatter und hatten eine andere Struktur. Der Stein war kalt und eben. Die Höhlenwand zu Eilmanas linken Seite war gewölbt und bildete eine riesige Schaufel. Trat sie etwas weiter in die Höhle hinein, sah sie eine zweite Struktur dieser Art auf der gegenüberliegenden Seite. Symmetrie war in der freien Natur eher selten. Die Schaufeln wölbten sich zu einem kleinen Dach empor, dass sich in einer keilförmigen Platte verband. Auf der breiten Seite des Keils war ein Felsen herab gekracht und hatte Bruchstücke der anderen Struktur unter sich begraben. Auf der anderen Seite führten von der Spitze des Keils einzelne Felsen die Decke entlang und verschwanden dann im Boden. Jeder dieser Felsen maß mehr als einen Schritt. Sobald Eilmana etwas mehr als die Hälfte der Höhle durchschritten hatte, rannte Ragna winselnd hindurch. Die Elfe erschreckte sich etwas vor der heftigen Reaktion und wirbelte herum. Dabei stieß sie sich den Fuß.
Alles war ruhig und Ragna wartete brav im gegenüberliegenden Gang. Jetzt da sie durch war, hechelte sie sogar ein wenig, was ein entspanntes Zeichen war. Eilmanas Zeh schmerzte und sie sah hinunter. Neben ihrem Fuß glitzerte etwas im Geröllhaufen auf dem sie stand. Sie hockte sich kurz hin und untersuchte den Gegenstand an dem sie sich gestoßen hatte. Vorsichtig strichen ihre Finger den groben Kies und kleinere Steine fort und streiften dann eine helle Oberfläche.
**BOOOOBOOOOOM**
Sie hatte es gehört! Ganz deutlich! Nur war es kein Geräusch für ihre Ohren gewesen, sondern ein Laut in ihrem Geist, näher als alles was sie je vernommen hatte, näher als ihre eigenen Gedanken. Plötzlich erfasste sie eine Vision:

*Alles war weiß. Nebel rauschte an ihr vorüber, nein... kein Nebel... Wolken! Sie hörte den Wind und fühlte wie er sie trug. Sie tauchte auf und über ihr öffnete sich der Himmel. Über den Wolken strahlte der Himmel blau, doch sie sah höher und sah Sterne und eine dunkle unendliche Weite. Sie drehte sich und ließ sich fallen, tauchte wieder in die Wolkendecke.*

Eilmanas Hände zitterten, aber sie hielten den seltsamen Stein. Hatte sie ihn aufgehoben? Sie erinnerte sich nicht es getan zu haben, aber sie hielt ihn in den Händen. Er war nicht ganz rund. Spröde, voller kleiner schuppen-artigen versteinerten Plättchen bedeckt. Ein Sprung so lang wie ihr kleiner Finger zog sich über die funkelnde Oberfläche. Er wog auch nicht so viel wie ein Stein, war ein klein wenig leichter und das helle Material funkelte wie tausend Regenbögen, einem Mondstein nicht unähnlich, doch tausend mal schöner. Er war groß wie ein Kürbis und etwas rührte sich plötzlich in seinem Innern, so dass sie ihn fast fallen gelassen hätte. Dann war er wieder nur ein Stein.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Eilmana Silva » Dienstag 12. April 2016, 21:30

Die Flucht bis zum vermeintlich rettenden Ausgang ging schnell, doch der Sprung in das Vermeintlich freie Loch war weniger frei als erwartet.
Ragnar sprang zu erst, dann Marga, Eilmana als letzte, die Spinnenfäden hielten sie immer wieder aufs neue fest und sie viel nur langsam das Loch hinunter.
Es war als wolle dieser Schreckliche Ort sie einfach nicht gehen lassen. Das Gefühl der Fäden auf der Haut empfand Eilmana als ungemein ekelerregend, es war wirklich der schrecklichste Ort den Eilmana je zu vor gesehen hatte. Alles was sie gerade im Sinn hatte war, „Weg“ sie wollte so weit weg wie möglich von diesem schrecklichen Ort.

Bald hörte sie ein Rauschen, und kurz darauf ein lautes Platschen, Ragnar musste ins Wasser gefallen sein, kurz darauf ein zweites, das war wohl Marga. Wenige Augenblicke Später war auch sie an der Reihe. Das Wasser nahm sie in Empfang wie ein wohltuender aber auch etwas wilder Retter in der Not. Eilmana liebte Wasser sehr und es machte ihr keine mühe sich dem Wasser anzupassen. Wenn die Strömung wilder wurde musste allerdings auch sie gelegentlich Wasser Schlucken.
In diesem Moment gab es keine Möglichkeit ihren Weg irgendwie zu beeinflussen, sie wurden einfach vom Willen des Wassers mitgerissen und es war das beste sich dem Wasser nicht zu widersetzten.

Eilmana rauschte durch die Fluten. Es half Arm und Beine weit von sich zu strecken um sich tragen zu lassen. Irgendwo vor sich hatte sie eben noch Margas Schopf in den Fluten gesehen, jetzt war er weg und die Höhle schien sich etwas zu verbreitern. Nirgends war ein Punkt zu erkennen, wo man sich vielleicht hätte festkrallen können. Dann spürte auch sie es. Die Strömung wollte sie unter Wasser ziehen. Das Ende der Höhle kam schnell näher. Jetzt hieß es tief Luft holen und hoffen!

Sie atmete Tief ein und füllte ihre Lungen mit Luft. Tauchen machte ihr Grundsätzlich nicht viel aus, sie machte es sogar eigentlich gerne, aber ohne zu wissen wann man wieder atmen konnte machte es ihr doch eher ein mulmiges Gefühl. Allerdings blieb keinem etwas anderes übrig, viel Denken konnte man in dieser Situation nicht mehr nur schnell Handeln.

Das Wasser zog sie mit sich und ihr verlangen nach Luft wurde immer größer. Dann spürte sie plötzlich Luft, die Starke Strömung hatte sie bis zu einem Wasserfall getrieben der sie nun wie einen ungewollten Fremdkörper ausspuckte. Doch nur kurz, da brachte ihr Fall sie wieder ins kühle Nass.
Das Wasser wurde hier ruhiger und sie sah wie Ragnar sich langsam aus dem Wasser zog, das Wasser trieb sie zum Glück schnell zu Ragnar so das sie sich an ihr Festhalten konnte. Ragnar schaffte es sich und Eilmana aus dem Wasser zu ziehen. Das hatten sie beide Geschafft.
Licht war zu sehen und der Weg in seine Richtung auch eher unwegsam.
In der Strömung hatte Eilmana nun auch ihr Schuhwerk verloren. Völlig durchnässt, unterkühlt, erschöpft und auf Nackten Füßen machte sie sich mit Ragnar auf den beschwerlichen Weg richtung Licht.

Eilmana Beobachtete die Umgebung genau während sie mit Ragnar dem schmalen Gang folgte. Nach dem sie dem Gang eine Weile folgten und dieser Breiter wurde, hätte sie auf dem Wargweibchen sogar reiten können was ihr sicher einige Blessuren erspart hätte doch sie respektierte den Warg neben sich als ebenbürtig und würde nie einfach auf ihn aufstiegen.Zumal ein Warg das wohl auch nicht zulassen würde. So steigen beide den gang weiter hinunter.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen sie in eine Höhle, schon zuvor waren Eilmana ungewöhnlich glatte Steine aufgefallen doch diese Höhle war noch seltsamer. Ragnar blieb stehen und knurrte, auf dieses Warnsignal hörte Eilmana sehr aufmerksam. Sie spitzte ihre Ohren und lauschte,... Sie vernahm immer noch Wasserrauschen und das Knurren von Ragnar doch sonst keine außergewöhnlichen Geräusche.
Was Eilmana allerdings sah war faszinierend, eine solche Höhle konnte nicht frei der Natur entsprungen sein. Zuerst die ungewöhnlich glatten Felsen, wie polierter Marmor und nun eine Symmetrisch angeordnete Form die der Höhle fast etwas Heimmisches verlieh. Alles sehr seltsam...!

Nach dem Eilmana die Höhle ein ganzes Stück weiter durchschritten hatte winselte Ragnar laut und rannte auf die andere Seite.
Eilmana erschrak, mit dieser Reaktion hatte sie nicht gerechnet. Im Schreck wirbelte sie ruckartig herum und stieß sich den Fuß. Ihr Zeh schmerzte doch sie wollte wissen woran sie sich gestoßen hatte. Sie hockte sich hin und sah zu Boden, dort glitzerte etwas unter dem Kies. Sie strich über eine glitzernde Oberfläche......

**BOOOOOBOOOOM**

Sie hatte etwas gehört, doch nicht ihre Ohren sondern ihr Geist vernahm das Geräusch. Dann hatte sie plötzlich eine Vision.

*Alles war weiß. Nebel rauschte an ihr vorüber, nein... kein Nebel... Wolken! Sie hörte den Wind und fühlte wie er sie trug. Sie tauchte auf und über ihr öffnete sich der Himmel. Über den Wolken strahlte der Himmel blau, doch sie sah höher und sah Sterne und eine dunkle unendliche Weite. Sie drehte sich und ließ sich fallen, tauchte wieder in die Wolkendecke.*


Als sie die Augen aufschlug hatte sie den seltsamen Stein in den Händen, doch sie erinnerte sich nicht ihn aufgehoben zu haben. Ihr Blick versank in der Schönheit dieses Steins. Er funkelte in regenbogen Farben, schöner als jeder Mondstein.
„hm....aber er wiegt nicht so viel wie ein Stein in dieser Größe,..seltsam...und dieser Riss....“
Sie betrachtete ihn genau,..plötzlich bewegte sich im Innern etwas. Eilmana erschrak und hätte beinah den Stein fallen gelassen.
Doch dann war er wieder nur ein Stein,...seltsam...

„Hm....sehr ungewöhnlich,...Ragnar ...ich glaube ich nehme diesen Stein mit, er ist wunderschön.“

Mit dem Stein in den Händen ging sie wieder zu Ragnar um den Weg Richtung Licht weiter anzutreten. Ganz geschafft hatten sie es noch nicht aber es konnte nicht mehr all zu weit sein.

Auf ihre Füße achtete sie nun noch mehr, den ihr Zeh tat immer noch weh.
„Ich glaub wenn wir hier raus sind werde ich eine Woche lang nicht laufen und drei Tage Schlafen.....“

Eilmana sprach nun einfach mit Ragnar, sie war es gewohnt mit Tieren zu sprechen und nicht sofort eine Antwort zu bekommen. Aber Tiere waren gute Zuhörer und sehr angenehme Begleiter.
Doch noch war ihr Blut mit zu viel Adrenalin gefüllt, zwar taten Körper und Geist alles um sie am leben zu halten und sie aus der Höhle zu bringen doch wenn das Adrenalin abgebaut werden würde, würden wohl auch noch ganz andere Dinge zum Vorschein kommen. Doch das würde sich alles mit der Zeit zeigen.

„Ich hoffe wir kommen hier bald raus, so langsam könnte ich echt mal wieder Sonne vertragen, ich sag dir eins, ich werde NIEEE wieder so tief unter die Erde gehen. NIEE wieder“
Den ungewöhnlichen Stein hielt sie behutsam und gut geschützt mit beiden Händen an ihren Körper gepresst. Sie hatte Ja leider auch nichts mehr zum verstauen...eine Tasche wäre jetzt echt toll gewesen.
„warum hab ich überhaupt mein Zeug damals mit genommen,...ich werde mir so vieles neu besorgen müssen...außerdem wollte ich Menschen Beobachten und ich habe noch keinen Menschen gesehen....so richtig....“
Sie lies den Kopf hängen und seufze kurz.
Zuletzt geändert von Eilmana Silva am Samstag 16. April 2016, 11:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Marga » Samstag 16. April 2016, 09:57

„Vorsicht da unten!“, konnte Marga noch rufen, bevor es abwärts ging. Sie, Eilmana und Ragna wurden aber schnell getrennt, als sie im freien Fall herumwirbelten, gegen die Seitenwände stießen und sich in Spinnenweben verhedderten.

Dann landete sie mit einem großem Platscher im unterirdischen Fluss. Das stellte Marga vor eine Schwierigkeit: Sie konnte nicht schwimmen. Bei dem größten Gewässer, in das Marga je gestiegen war, handelte es sich um ein Regenfass. Das war das beste, was man an einem heißen Tag in ihrem Heimatdorf tun konnte.
Sie kannte deshalb das Gefühl, von Wasser umgeben zu sein und wusste, wie man ordentlich die Luft anhielt, aber das war nichts im Vergleich zu einem fließenden Gewässer – besonders mit der Kälte und der Dunkelheit. Sie schaffte es nicht einmal mehr oben und unten zu unterscheiden und verlor zusätzlich das Zeitgefühl. Irgendwann wurde es langsamer und Marga hatte keine frische Luft mehr in den Lungen. Sie schwebte allein durchs Wasser.

Panik drohte sich in ihr breit zu machen. Jetzt war alles vorbei. Die Restluft in ihren Lungen war sauer und unbrauchbar geworden. Marga konnte nicht anders, als die Luft rauszulassen. Die Blasen strichen schräg an ihrer rechten Backe hoch. Die Halborkin erkannte erst dadurch, wie sie im Wasser lag und ruderte sich selbst in eine aufrechte Lage. Dann kraulte sie wie ein schwimmender Hund nach oben. Mittlerweile wurde ihr schwarz vor Augen, aber sie wusste noch soviel: Wenn jetzt ihr Kopf an Stein stieß, statt an Luft, dann war es wirklich alles vorbei.
Das Schicksal schenkte Marga Luft.

Gierig atmete sie und versuchte nachzuholen, war ihr verwehrt gewesen war. Nach kurzer Weile trieb sie in eine unterirdische Höhle. Marga hatte nur Augen für das Ufer. Mit dem gesunden Bein trat sie Wasser, kraulte mit den Armen und zog sich dann ans trockene.
Sie schloss die Augen und schnaufend döste sie ein. Als es ihr besser ging, schlug sie ihre Augen auf. Sie rollte sich zum Wasser und starrte in die eine und in die andere Richtung. Wo waren ihre Gefährten?
„Eilmana!? Ragna!? Elfe?!“, aber das hatte keinen Zweck. Sie konnte nur hoffen, dass es ihnen gut ging. Es war keine Option selbst wieder ins Wasser zu steigen und nachzusehen. Stattdessen schaute sie sich in der Höhle um. Pflanzenreste, Wurzeln, Insekten.

Aber keine Spinnen., dachte Marga erleichtert. Sie hob einen Tausendfüßler auf und setzte ihn sanft wieder ab. „Gegen dich ich nichts habe. Noch nichts.“
Als letzte fiel ihr ein, dass es hier Licht gab. Sie blickte nach oben und sah ein Loch zur Oberfläche. Etwas Laubwerk und dahinter Himmel. Seit der Nacht ihrer Verschleppung hatte sie keinen Himmel mehr zu sehen bekommen.
Mit den Händen formte sie einen Trichter vor den Mund. „Hilfe! Hört mich wer?! Hallooo!“ Sie horchte, wiederholte ihre Rufe, horchte wieder und das noch zweimal. Dann hörte sie auf.

Es war kalt und ihre triefend nassen Kleider verhinderten, dass sie sich aufwärmte. Über den Boden kroch sie in den schwachen Lichtschein. Dort zog sie ihren Umhang und das Kleid aus und legte beides zum trocknen beiseite. Sie streifte beide Stiefel ab, leerte das Wasser daraus ab und stellte sie ebenfalls neben sich. Als letztes kam die Hose ran. Mit größter Vorsicht musste sie das linke Hosenbein vom verletzten Bein entfernen. Es schmerzte harraxisch, den Stoff über die geschwollene Stelle zu ziehen, aber Marga war fast sogar froh über die Schmerzen. Besser ein schmerzendes Bein, als ein bis an ihr Lebensende gelähmtes.

Marga verlangte es nach einem Nickerchen. Kampf und Flucht hatten ihr die Kräfte geraubt, sie war beinahe ertrunken und es war bestimmt besser, ihr Bein für ein paar Stunden zu schonen. Sie rief noch einmal nach Hilfe von oben, dann aber bettete sie Moos unter ihrem Kopf, hüllte sich wie ein Igel in altes Laub ein, das ohne Zweifel vom Baum über ihr stammte, legte ihren Umhang wiederum über die Laubdecke und kurze Zeit später schnarchte sie bereits.

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Re: Ein Schimmer voller Hoffnung

Beitrag von Erzähler » Sonntag 17. April 2016, 17:22

bei Eilmana

Ragna hörte der Elfe so aufmerksam wie sie konnte zu, aber verstand trotzdem nicht viel mehr. Eilmana trug den seltsamen Stein an sich gepresst und lief neben dem Wargweibchen her. Der Gang wand sich unter der Erde und bot einige Abzweigungen. Wenn man ohnehin nicht wusste wo man lang sollte, waren die Entscheidungen einfach. Man ging der Nase nach und in ihrem Fall, war das die große, feuchte Nase eines Wargs.

bei Marga

„Eilmana!? Ragna!? Elfe?!“
Es hatte keinen Zweck, sie war allein. Sie konnte nur hoffen, dass es den Anderen gut ging. Es war keine Option selbst wieder ins Wasser zu steigen und nachzusehen wo sie abgeblieben waren. Stattdessen schaute Marga sich in der Höhle um. Pflanzenreste, Wurzeln, Insekten.
Aber keine Spinnen.
, dachte Marga erleichtert. Sie hob einen Tausendfüßler auf und setzte ihn sanft wieder ab.
„Gegen dich ich nichts habe. Noch nichts.“
Sie blickte nach oben und sah ein Loch zur Oberfläche. Etwas Laubwerk und dahinter Himmel. Seit der Nacht ihrer Verschleppung hatte sie keinen Himmel mehr zu sehen bekommen.
Mit den Händen formte sie einen Trichter vor den Mund.
„Hilfe! Hört mich wer?! Hallooo!“
Sie horchte, wiederholte ihre Rufe, horchte wieder und das noch zweimal, dann hörte sie auf. Es hatte niemand geantwortet. Es war kalt und ihre triefend nassen Kleider verhinderten, dass sie sich aufwärmte. Über den Boden kroch sie in den schwachen Lichtschein. Dort zog sie sich unter Schmerzen aus. Marga verlangte es nach einem Nickerchen. Kampf und Flucht hatten ihr die Kräfte geraubt, sie war beinahe ertrunken und es war bestimmt besser, ihr Bein für ein paar Stunden zu schonen. Sie rief noch einmal nach Hilfe von oben, dann aber bettete sie Moos unter ihrem Kopf, hüllte sich wie ein Igel in altes, trockenes Laub ein, das ohne Zweifel vom Baum über ihr stammte, legte ihren Umhang wiederum über die Laubdecke. Das Luftpolster unter der noch feuchten Decke erwärmte sich recht schnell und als die Wärme ihre Füße erreichte, schlief sie schon längst und schnarchte laut.

bei Eilmana

Eilmana stapfte schon seit gefühlten Stunden durch die Dunkelheit. Dass sie ihre Schuhe verloren hatte, rächte sich schon seit dem Stoß in der komischen Höhle. Sie humpelte leicht und ihre Fußsohlen waren wund. Lange ging das so nicht mehr weiter. Prompt trat sie auf etwas scharfkantiges und fühlte wie die geschundene Haut riss. Ragna schnupperte an ihren Füßen und leckte darüber. Eilmana konnte nicht weiter, aber Ragna stupste sie immer wieder an. Irgendwann gab sich die Elfe geschlagen und zog sich in den breiten Sattel, der für Margas Hintern gemacht worden war. Dort konnte sie erst einmal Luft holen und Ragna trottete gemütlich weiter. Es verging einige Zeit und Eilmana wäre fast ein gedöst, als unter ihr plötzlich ein kleines Jaulen erklang und das Wargweibchen die Nase in die Luft riss. Plötzlich rannte sie los und Eilmana musste sich mit einem Arm krampfhaft in ihre Mähne krallen, während sie mit dem anderen Arm den Stein fest hielt, als ginge es um ihr Leben. Einmal schrammte ihr linkes Bein bei diesem wilden Ritt leicht an einem Felsen entlang, aber außer etwas aufgeraute Haut blieben keine weiteren Blessuren zurück. Dann wurde es vor ihnen hell und Ragna stürmte mit ihrer Reiterin ins Freie.

(weiter bei: Der Weg wird steinig)
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