Eindringlinge

Dieser seltsame, aber auch einzigartige Wald liegt im Südwesten. Er ist zum Großteil ertränkt in Wasser und nur mit einem Floß lässt er sich durchquehren. Die Namudus sind die Einheimischen dieses Waldes, sie haben sich dessen Nachteile zunutze gemacht.
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Eindringlinge

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 15. September 2010, 20:04

Tahmo kommt von -> Der Wald Sarius -> Zu Gast bei den Namudus

Eine Reise durch den überfluteten Teil des Waldes Sarius ging wesentlich einfacher von statten, wenn man mit einem Floß unterwegs war. Die Gruppe kam gut voran. Die Pferde benahmen sich, obwohl sie ab und an nach einem Stück Obst vom aufgetürmten Essensberg schnappten. Die Speisen waren eigentlich für Tahmo und Lua bestimmt.
Sie mochten die Sprache der Namudus nicht beherrschen, verstanden inzwischen aber ansatzweise erste Bezeichnungen. Worte wie Floß, Essen, Wasser oder Namudu waren ihnen nun ein Begriff und so hatten sie schnell erkannt, dass man ihnen die Früchte und Nüsse auf dem Wassergefährt anbot.
Lynka, das Mädchen mit der Luchsmaske, sowie der andere Namudu, welcher auf den Namen Merel hörte und eine Vogelmaske trug, verzichteten darauf, sich etwas zu nehmen. Sie fuhren das Floß, indem sie mit langen Holzstangen in den schlammigen Grund drückten und das Gefährt auf diese Weise voran trieben.

Es dauerte trotzdem gute zwei Stunden, bis der Wasserspiegel sich senkte. Das Schilf wurde weniger, ebenso Seerosen und Libellen. Hier und da tauchten immer mehr Sandbänke auf. Irgendwann wuchsen die Bäume zwischen Gräsern und versteckten ihre Wurzeln nicht nur unter altem Laub, sondern auch unter der Erde.
Das Floß trieb nun wackliger, da es dem schlammigen Boden und auch dessen Gewächsen näher kam. Schlingpflanzen hakten sich zwischen den Stämmen fest, versuchten, das Floß zu halten. Merel griff dann jedes Mal zu einem kleinen Messer, das er aus einem Raubtierzahn geschaffen hatte, und schnitt die störenden Ranken durch. Doch irgendwann funktionierte auch das nicht mehr. Das Floß traf mit einem unsanften Ruck am Ufer auf.
"Huch!", keuchte Lua, die es nach vorn gerissen hatte. Der Apfel, von dem sie bereits fast ein Drittel verputzt hatte, kullerte über das Holz und landete im Moos. Lynka hopste vom Floß herunter. Sie zeigte auf den ebenen Boden, klopfte mit dem Fuß darauf. "Hier endet unser Teil des Waldes. Ihr könnt gehen."
Als hätten die Pferde sie verstanden, setzten sich Faro und Nachtwind in Bewegung. Sie konnten gar nicht schnell genug von dem wackligen Floß herunter kommen. Wieder festen Untergrund unter den Hufen wieherten die Tiere aufgeregt und tollten gar zusammen zwischen einigen Bäumen herum. Die Art der Pflanzen hatte sich verändert. Es gab nun weniger Sumpf und vielmehr verschiedene Laubbäume. Sträucher wuchsen und spendeten kleinen Waldtieren sichere Verstecke.

Lynka wartete, bis ihre Gäste das Floß verließen, dann half sie Merel, das Wassergefährt wieder fahrtüchtig zu machen und erneut zu Wasser zu lassen. Sie trieben langsam dahin. Das Luchsmädchen hob ihre Maske vom Gesicht und lächelte. Sie hatte Tahmo und Lua gemocht. Beide waren doch faszinierende Menschen, wenn auch etwas seltsam. Immerhin aßen sie keinen rohen Fischbrei!
"Lebt wohl!", rief sie beiden nach, während ihr Floß sie zurück in den überfluteten Sarius beförderte.
Lua winkte ihr, dann schaute sie sich um. "Ach herje", sagte sie. Ihre Hand fuhr zum Hinterkopf. Sie richtete den Blick zum Himmel. "Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, sie haben uns nordöstlich abgesetzt. Wir hätten viel südlicher sein sollen. Immerhin müssen wir in den Kapayu. Was machen wir je...?" Sie unterbrach sich. VIel leiser fragte sie dann: "Hast du das auch gehört?"
Lua meinte das leise Sirren durch die Luft, das selbige mit reißender Schärfe durchschnitten hatte. "Das war ein Pfeil", hauchte sie. "Jemand schießt hier auf etwas." Es folgten neue Geräusche: erst ein unterdrückter Schrei, dann ein dumpfes Gurgeln und schließlich der Aufprall von etwas sehr Schwerem.
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Re: Eindringlinge

Beitrag von Tahmo » Donnerstag 16. September 2010, 23:08

Tahmo und Lua hatten Glück, sie mussten nicht auf dieser kleinen Insel im Sumpf zurückbleiben. Stattdessen dümpelten sie nun gemütlich mit den beiden Pferden sowie einem Haufen Obst, Trockenfrüchte und essbaren Wurzeln auf einem riesen Floß durch die trübe Sumpfbrühe. Faro war das ganze Geschaukel natürlich nicht geheuer. Aber was sollte er tun? Ins Wasser springen wollte er beim besten Willen nicht und selbst wenn, bei jeder kleinen Bewegung von ihm schaukelte das Floß erschreckender Weise noch mehr. Also blieb das Pony angespannt mit aufgestellt Ohren an Ort und Stelle stehen. Na immerhin war Tahmo in seiner Nähe... Der junge Blondschopf hatte es sich nämlich unmittelbar neben dem Haufen an Essen gemütlich gemacht. Er saß ganz entspannt auf den Planken des Floßes und stopfte sich hungrig Früchte und Wurzeln in den Mund. Zeitgleich konnte er die vorbeiziehende Umgebung mit ihrer exotisch, sumpfigen Schönheit bewundern. Momente die von Faro ausgenutzt wurden um seinem Freund ein paar Früchte aus der Hand zu klauen. Die beiden Namudus, Lynka und ein fremder Mann steuerten das Floß die ganze Zeit über mit langen Stangen. Tahmo kannte diese Art und Weise der Floßfahrt aus seiner Vergangenheit. Man nahm die langen Stäbe um sich auf dem Grunde abzustoßen und somit vorwärts zu kommen. Er schlussfolgerte daraus das der Sumpf hier an diesen Stellen nicht allzu tief sein musste. Und das der Grund von mal zu mal näher kam.

Trotzdem dauerte es noch eine lange Zeit bis sich die Szenerie um sie herum änderte. Die schwarzen dürren Sumpfbäume mit ihren langen, feingliedrigen Ästen sowie die wiederstandsfähigen Sumpfbüsche und die Sumpfpflanzen mit den riesengroßen Blättern waren immer seltener zu sehen. Auch veringerten sich die Abstände zwischen den einzelnen Bäume immer mehr. Das trübe Wasser mit seinen Seerosen und dem Schilfdickicht wurde immer öfter von langen Sandbänken gezogen und allgemein machte der schaurige, vom Sumpf überflutete Wald den Platz frei für grünen Dschungel. Die Bäume wurden dicker, das Blattwerk dichter und auch die Wurzeln versteckten sich nun unter der Erde statt wie Stelzen das Wasser zu durchziehen. Dicke Grasbüschel wuchsen auf den Sandbänken und eine unzahl an Schlingpflanzen rankten sich wie Schlangen gleich durch die Szenerie.
Bisher hatte Tahmo immer gedacht das Wort Schlingpflanze wäre im übertragenen Sinne gemeint.... aber anscheinend versuchten diese Pflanzen tatsächlich das Boot festzuhalten. Mit beherzten schlägen ihrer Knochenmesser durchtrennten die Namudus die störenden Ranken mit einer gelassenen Routine. Tahmo wurde mulmig, seine blühende Fantasie mahlte ihm aus was passieren würde wenn so eine Schlingpflanze ihn packte. Zur Sicherheit schob er sich und Faro ein wenig näher in die Mitte des Floßes.

Die Umgebung aufmerksam beobachtend und seinen Stab zur beruhigung quer über den Schoß gelegt, flog Tahmo beinahe um als das Floß ruckartig auf Land traff. Ein überraschtes "Huch!" von Lua drang an Tahmos Ohr, während dieser sich nicht minder überascht mit einer Hand am Floß abstützte um nicht umzukippen.
"Hier endet unser Teil des Waldes. Ihr könnt gehen." Sprach das Fuchsmädchen in gebrochenem Celcianisch. Tahmo erhob sich langsam, er steckte sich als Proviant noch Trockenfrüchte und Wurzeln in den Rucksack während die beiden Pferde schon stürmisch das Festland suchten. Tahmo trat zögernd vom Floß, den Stab locker in seiner rechten und den Rucksack geschultert sah er sich immer wieder genau um. Er klopfte mit der Sohle, die Stiefel hatte er sich während der Fahrt wieder angezogen, prüfend auf den Boden. Als er sich sicher war das der Boden unter seinen Füßen ihn tragen würde ging er komplett an Land.

Lynka wartete bis alle ausgestiegen waren, dann winkte sie noch einmal - Tahmo winkte natürlich lächelnd zurück - und tratt den Rückweg an. Nun waren sie wieder alleine. Er, Lua und die Pferde. Der Blondschopf atmete tieeef durch, als ihn plötzlich die Abenteuerlust ansprang. Seine Neugierde war wieder da und hatte die Sehnsucht nach der Ferne fürs Erste wieder vertrieben. Stumm, aber mit glänzenden Augen sah er sich um. Es war schon äußerst bewaldet hier, fand er. Sehr viele Laubbäume, Büsche, hohes Gras und eine Menge fremdartiger Tierstimmen. Sie waren auf einer Art Lichtung, umringt von Bäumen und Büschen sowie dem kleinen Ufer an dem sie angelandet waren. Obwohl dieses Ufer vielmehr dem Rand eines kleinen Bachlaufes glich. Von Sumpf war hier nämlich nichts mehr zu sehen.

"Ach herje", erklang Luas Stimme neben Tahmo, "Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, sie haben uns nordöstlich abgesetzt. Wir hätten viel südlicher sein sollen. Immerhin müssen wir in den Kapayu. Was machen wir je...?" Tahmo spitzte schlagartig die Ohren und sein Körper spannte sich für den Moment einer Sekunde an. Er hatte ein Sirren gehört, ein lautes Sirren das ganz in der Nähe war. Ein ihm noch völlig unbekanntes, jedoch bedrohlich klingendes Geräusch hatte die Luft durchschnitten. Und scheinbar hatte Lua es ebenso gehört: "Hast du das auch gehört?" Tahmo war mucksmäuschenstill geworden, konzentriert horchte er in den Wald hinein.
"Das war ein Pfeil", hauchte Lua plötzlich. "Jemand schießt hier auf etwas." Tahmo guckte erschrocken zu Lua, doch ehe die Magierin erneut etwas sagen konnte durchbrachen weitere Geräusche die schlagartig eingekehrte Stille des Waldes. Zuerst erklang ein unterdrückter Schrei, was Tahmo zusammenzucken lies, danach folgte ein ekelhaftes, dumpfes Gurgeln - der Blondschopf duckte sich noch mehr, sodass er leicht in die Knie ging - und abschliesend ein Geräusch das Klang als würde etwas Schweres ungelenk auf dem Boden aufprallen. Tahmos Herz raßte, er hatte den Stab fest mit beiden Händen umklammert sodass sogar das Weisse an seinen Fingerknöcheln zum Vorschein kam. Das Holz vor sich haltend verharrte der Blondschopf wie festgewurzelt in geduckter Stellung. Bereit wie ein Hase sich bei dem kleinsten Anzeichen von Gefahr in den nächsten Busch oder die nächste Kuhle im Boden zu stürzen. Angespannt guckte er abwartend zu Lua, er wagte kaum zu atmen. Und auch Faro war an einer Stelle vier Schritte von Tahmo entfernt regungslos stehengeblieben. Abwartend drehten sich die Ohren des Pferdes in alle Richtungen, er würde sofort hören wenn sich jemand zu laut näherte.

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Re: Eindringlinge

Beitrag von Erzähler » Freitag 17. September 2010, 23:44

Faro und Nachtwind spitzten die Ohren. Die Pferde hoben die Köpfe und lugten in den Wald hinein, ohne erwarten zu können, wirklich etwas zu sehen. Aber sie wurden aufmerksam. Da war etwas und als Fluchttiere würden sie darauf achten, rechtzeitig los zu galoppieren, wenn es sein musste.
Und wo auch Tahmo eher eine defensive Haltung an den Tag legte, da zeigte sich bei Lua die pure Neugier. Im Gegensatz zu ihrem Schützling, der sich mental für einen Sprung in sicheres Dickicht bereit machte, schlich sie in geduckter Haltung näher an die Geräusche heran. Über die Schulter schaute sie zurück und Tahmo direkt in die Augen. Ihre eigenen leuchteten hell. Sie legte erst einen Finger an die Lippen, um Schweigen zu signalisieren, dann winkte sie Tahmo zu. Die Pferde sollten vorerst zurück bleiben, in Sicherheit. Aber die beiden Magier konnten sich ja schon einmal umschauen, welche widernatürlichen Geräusche die Waldluft erfüllten.

Vorsichtig schritt Lua voran, jeden Fuß immer wieder bedächtig und sehr langsam auf das Laub senkend. Sie wollte keinen unnötigen Laut verursachen. Immerhin konnte niemand wissen, woher das Sirren und anschließende Gurgeln gekommen war. Vielleicht barg der Wald Feinde - Feinde, die schlimmer waren als Raubfische in Sumpfwasser.
Plötzlich ertönten wieder Geräusche. Dieses Mal war das Sirren deutlich zu vernehmen, auch weil es vermehrt auftauchte. Gebrüll lärmte durch den Wald. Rufe in einer fremden Sprache, aber auch tiefes Grollen wie von boshaften Ungeheuern. Das Klirren, wenn Metall auf Metall traf, krachte mehrfach. Es wurde gekämpft.
Die Luftmagierin ging in die Hocke und schob einige Zweige eines Holunderstrauchs beiseite. Nun hatte sie Sicht auf einen Teil des Waldes, der die Quelle der Unruhe war. Ihre Augen weiteten sich. Sie schluckte leer. "Das gibt's doch nicht", hauchte sie fassungslos. "Was machen die denn hier?!"

Auf einer Lichtung sahen sich mehrere finstere Wesen umringt. Sie standen Rücken an Rücken, eine Gruppe von etwa einem Dutzend des dunklen Volkes. Vier riesige Orks, so waldgrün wie das Laubwerk ringsum, aber bis an die Zähne bewaffnet, verteidigten sich zusammen mit sechs Dunkelelfen, darunter eine weibliche. Sie schwangen schwarze Klingen und hätten beinahe einem ihrer beiden goblinischen Begleiter den Schädel vom Kopf geschlagen. Die Goblins hielten sich soweit aus dem Angriff heraus, sie machten keinen kämpferischen Eindruck.
Attackiert wurden die Dunklen vom Wald selbst, so schien es. Ranken wucherten vor ihnen auf, Pfeile schossen aus den Bäumen, ohne einen Schützen zu besitzen und scharfe Blätter rissen Wunden in ungeschützte Körperteile.
"Seid tapfer, Gefährten! Weicht nicht zurück, sondern treibt sie aus unserem Wald!", rief es aus unsichtbaren Verstecken in den Bäumen.
"Vernichtet die Pflanzen! Tötet sie!"
"Faule Zauber heidnischer Minderheiten! Zeigt ihnen, dass Faldor sie schänden wird!", kam es von Seiten der dunklen Völker.
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Re: Eindringlinge

Beitrag von Tahmo » Sonntag 19. September 2010, 00:14

Tahmo war es eigentlich gar nicht wohl dabei genau dorthin zu gehen wo man Kampfeslärm hören konnte. Es war doch viel gesünder genau in die andere Richtung dann zu gehen. Aber Lua schien da anderer Meinung als der Blondschopf zu sein, deutlich konnte er die Neugierde in ihren Augen sehen ehe sie zum nächsten Busch schlich aus dessen Richtung die Geräusche kamen. Tahmo war auch neugierig, was er oft genug unter Beweis gestellt hatte. Bei manchen Sachen jedoch hielt sich seine Neugierde in Grenzen, was bei Lua wohl nicht der Fall war. Sie hatte aber auch weniger zu befürchten, immerhin war sie eine voll ausgebildete Magierin und er lediglich ein Novize der ein bischen Wind machen konnte. Und mit seinem Stab hatte er sich bisher auch nur Gleichaltrige vom Leib gehalten die ihn prügeln oder einfach nur ein bischen jagen wollten.

Nun beobachtete er Lua wie diese auf leisen Sohlen auf den Busch zuschlich und schlieslich fast geräuschlos zwischen den Blättern verschwand. Tahmo schluckte, nun stand er, bis auf die Pferde, allein auf der Lichtung. Der Blondschopf seufzte, er würde ja als totaler Feigling vor Lua stehen wenn er ihr nicht folgte. Zudem, dieser Westwind würde sicherlich nicht so angespannt hier stehen bleiben. Vor allem war es zuletzt sicherlich sicherer nun in der Näher einer Magierin zu bleiben...

Tahmo seufzte tief. Geduckt fing er an vorsichtig jeden Fuß vor den Anderen zu setzen. Den Stab fest umklammert schlich er hinter Lua her. Das sirren von Pfeilen, sowie das Klirren stählerner Waffen untermahl von fremd klingenden Rufen wurde Schritt für Schritt lauter. Begleitet von leisem Rascheln schob er die Ästchen sowie die Blätter zur Seite, um neben Lua in die Hocke zu gehen. Er grinste sie kurz unsicher an, ehe er zusammen mit ihr aus einer kleinen Blattlücke auf die Szene vor ihnen blickte.

"Das gibt's doch nicht, Was machen die denn hier?!" kommentierte Lua das Schauspiel vor ihnen, mit einer Fassungslosigkeit die sich gut in Tahmos Blick wiederfinden lies.

Mehrere finstere Wesen standen dicht an dicht auf einer weiteren Lichtung. Es wirkte als wären die Fremden umzingelt, da sie Rücken an Rücken standen um jeweils den Anderen zu decken. Tahmo entdeckte schreckliche, grüne, mannshohe Kreaturen mit schwarzen Waffen und spitzen Hauern. Er kannte keine Orks, ebenso wenig wie er die kleineren und wohl auch gewitzteren Goblins kannte. Die einzigen Kreaturen die er erkannte waren die sechs Dunkelelfen, denn Vertretern dieser Rasse war er schon begegnet. Vor Dunkelelfen musste man sich in Acht nehmen, das wusste er. Und zusammen mit diesem Wissen sowie dem AUssehen der anderen Kreaturen kombinierte er das mit diesen Leuten dort auf der Lichtung nicht zu Spaßen war! Tahmo rückte unmerklich näher an Lua heran, er schluckte und sein Herz rasste aufgeregt. Sein Körper machte sich auf eine mögliche Gefahrensituation bereit. Mit Adrenalin im Blut, etwas bleichem Gesicht sowie angespannten Muskeln beobachtete er ungläubig wie diese Fremden immer wieder vom Wald selbst angegriffen wurden! Ranken wucherten aus dem Boden, Pfeile schossen sirrend zwischen den Blättern hervor und sogar die Bäume selbst griffen an! Immer wieder erklangen Rufe in fremden Sprachen die entweder zwischen den Bäumen selbst hervor schallten, oder aus den Kehlen der Umzingelten stammten.

Tahmo bewegte seinen Mund neben Luas Ohr, er kniete geduckte im Busch, den Stab neben sich auf den Boden gepresst jederzeit bereit sich abzustossen und aufzuspringen. Leise flüsterte er der Magierin ein paar Worte zu: "W-wer sin' die? Was is da los? Solltn wir nich guckn das wir hier wegkommn?"
In Gedanken betete Tahmo zu den Göttern das sie nicht entdeckt werden. Und wenn doch... daran war momentan noch nicht zu denken.

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Re: Eindringlinge

Beitrag von Erzähler » Sonntag 19. September 2010, 16:28

Luas Neugier war wohl noch größer als Tahmos oder aber, sie faszinierte sich für Dinge, Geräusche, Gerüche und ähnliches, was auf Gefahr schließen ließ. Motten wurden schließlich auch vom Licht angezogen, obwohl sie sich im Klaren waren, dass etwas so Helles und Heißes nicht gut ausgehen konnte. Sie vergaßen es, wie nun auch die Luftmagierin. Ihre Neugier ließ sich nicht unterdrücken.
Tahmo trieb eher der Wunsch, Lua durch seinen Mut zu imponieren. Bemerkte sie ihn überhaupt? Die Magierin starrte auf die Lichtung, wo Orks, Dunkelelfen und Goblins von unsichtbaren Gegnern attackiert wurden. Erneut sirrten Pfeile durch die Luft. Einem Dunkelelfen riss es den Helm vom Kopf. Er kullerte mehrmals, dass sich der Schweif aus schwarzens Pferdehaaren verhedderte. Schließlich hakte sich eines der Hörner unter einer Wurzel ein und der Helm wurde abgebremst. Seinem Träger erging es deutlich schlechter.
Scharfe Blätter schossen aus scheinbar allen Richtungen, zerschnitten sein makelloses, aber finsteres Gesicht. Er konnte sich nicht einmal beschweren, schon schnellte der nächste Pfeil durch die Luft. Er blieb dem Dunkelelfen im Hals stecken. Der Schaft, an dessen Ende eine Federung aus dünnen Blättern befestigt war, wackelte noch immer heftig. Mit gebrochenen Augen sank der Elf tot zu Boden.
Die Szenerie war erschreckend. Kein Wunder, dass Tahmo vorschlug, sich aus dem Staub zu machen. Lua nickte daraufhin nur. Anschließend zog sie sich langsam zurück, Tahmo am Handgelenk greifend und mit sich ziehend. Mit schnellen Schritten wandte sie sich dem Bild ab, um zu den Pferden zurück zu gehen. "Das waren Orks, Dunkelelfen und Goblins. Das kann nichts Gutes heißen", wisperte sie Tahmo im Laufen zu. "Wir sollten tatsächlich machen, dass wir ... uaarrrhhhhh!" Luas Worte wandelten sich in ein Kreischen, als Efeuranken ihre Beine hoch krabbelten und sie umschlangen. Sie reichten schon bis an ihren Hals hoch, umschlangen sie wie Fesseln, so dass die Magierin sich nur noch hilflos winden konnte. Bei Tahmo war es nicht anders. Schlingpflanzen unbekannter Herkunft schlängelten sich auf ihn zu. Um sein Bein rankte sich bereits ein Nebenzweig des Efeus, der Lua gefangen hielt.
Sie keuchte: "Tahmo! Luftklingen!" Lua war sich im Grunde sicher, dass ihr Schützling noch nicht genug Erfahrung besaß, um einen Zauber dieser Stufe zu beherrschen. Er erforderte neben viel Übung ein hohes Maß an Konzentration und das Wissen, wie man die Luft lenken und drehen musste, um sie zu scharfkantigen Schneiden werden zu lassen. Vermutlich kannte Tahmo den Zauber noch nicht einmal. Er hatte ja nicht in die Schriftrolle der Luftmagie schauen und studieren können. Trotzdem, aus irgendeinem Reflex heraus rief Lua ihm diesen Zauber zu und vollführte ihn dann selbst.

Die Efeuranken um ihren Körper rissen zeitgleich an mehreren Stellen. Luft gab ein schwunghaft sirrendes Geräusch von sich. Es glich nicht dem der aus dem Nichts geschossenen Pfeile. Vielmehr gewann man den Eindruck, dass unsichtbare Schwerter die Ranken zerteilt hätten. Schon fielen die Pflanzenstücke vom Körper der Luftmagierin herab. Sie war frei.
Lua nahm eine offensive Haltung ein. Ihre Hände hob sie, als wollte sie erneut einen Zauber sprechen oder die Luft bewegen. Lediglich ihre hastige Atmung verriet die Aufregung der Frau.
Und dann traten Gestalten aus den Schatten. Eine Gruppe Männer und Frauen, teilweise kräftiger, teilweise gertenschlanker Statur. Sie trugen waldfarbene Kleidung oder gar Gewandungen aus Rinde und Moosen. Kapuzen verbargen ihre Gesichter, doch die auf Lua gerichteten Faustkrallen, leeren Fäuste sowie angelegte Zweigpfeile auf gespannten Astbögen kündeten von der Absicht der Fremden.
Im Hintergrund standen weitere Gestalten bei Faro und Nachtwind. Interessanterweise machten die Tiere nicht den Eindruck, sich bedrängt zu fühlen. Sie hoben lediglich die Köpfe, um nach ihren Reitern Ausschau zu halten.
"Gehört ihr zu den Naturzerstörern dort hinten? Antwortet anstatt unsere Rankenfesseln zu vernichten. Das ... mögen wir nicht." Der Sprecher, welcher Lua und Tahmo am nächsten stand, hob unterstreichend die Fäuste. Die Gestalten hinter ihm knurrten leise wie ausgehungerte Wölfe. Von der anderen Seite der Büsche her war noch immer der Kampflärm zu hören.
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Re: Eindringlinge

Beitrag von Tahmo » Sonntag 19. September 2010, 20:12

"Das waren Orks, Dunkelelfen und Goblins. Das kann nichts Gutes heißen", Lua hatte Tahmo am Handgelenk gepackt, weshalb der Blondschopf ein paar ungelenke Schritte lang hinter ihr her stolperte und Luas aufgeregten Worten lauschte. "Wir sollten tatsächlich machen, dass wir ... uaarrrhhhhh!" Luas letzte Worte endeten aprubt in einem lauten Kreischen. Tahmo riss erschrocken die Augen auf, weiterhin von Lua am Handgelenk gepackt guckte er sich geschwind zu allen Seiten um. Er vermutete schon das nun diese Kreaturen hinter ihnen aus den Büschen gesprungen waren, aber er sah nichts. Erst als sein aufgescheuchter Blick zurück zu Lua wanderte fandt er den Grund für den Schrei der Magierin. Der Blondschopf keuchte ungläubig. Trügten ihn seine Augen... oder... wuchsen da tatsächlich Efeu Ranken aus dem Boden hervor um Lua fest einzuwickeln? "Lua vorsichtig!" Rief er nun ebenfalls, ehe er seinen Stab packte und mit einem der beiden Enden gezielt auf die Ranken einstieß. Die schien das jedoch nicht groß zu kümmern. Ein paar der Ranken spalteten sich ab, versuchten Tahmos Stab zu erhaschen, lenkten den Blondschopf dadurch ab und fingen an sein Bein einzuwickeln. Als Tahmo den Druck um seinen rechten Fußknöchel fühlte war es aber auch schon zu spät. "Mist... verdammt.." Fluchte er missmutig.
"Tahmo! Luftklingen!" Lua wollte ihrem Schützling wohl einen Zauber zur Verteidigung zu rufen. Dummerweise war Tahmo jedoch noch nicht in der Lage derartige Zauber zu wirken. Er vernahm Luas Ruf, dachte auch noch soweit das es sich dabei um einen Zauber handeln könnte, doch wie sollte er ihn wirken? Tahmo versuchte sich auf die Luft zu konzentrieren, was ihm allerdings gänzlich misslang. Die Ranken zerrten und zogen, fingen an nach ihm zu greifen was alles nicht sehr konzentrationsfördernd war. Ehe der Blondschopf einen klaren Gedanken fassen konnte, fegten ihm die Gewächse auch schon die Füße weg, weshalb er unsanft auf dem Boden landete. Er hustete nach Luft und... bekam diese auch, jedoch in ganz anderer Form.
Lua hatte den Zauber selbst ausgeführt, zu ihrer beider Rettung. Klingen aus Luft stoben sirrend von der Magierin weg. Die dicken Ranken an ihrem Körper und an Tahmos wurden regelrecht zerhexelt. Auch ein paar umliegende, unschuldige Gewächse bekahmen ein paar Querschläger ab, sowie Tahmos Frisur. Eine Luftklinge sauste knapp an seinem Kopf vorbei und rasierte ihm ein paar Haarspitzen ab, was bei seiner Frisur aber sowiso nicht auffiel.

Die Efeuranken hatte es regelrecht zerrissen. Wie dicke, knorrige Taustücke lagen sie reglos auf dem Boden. Tahmos Atem ging schnell und aufgeregt. Mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Respekt sah er zu Lua hinüber, die inzwischen eine offensive Körperhaltung einnahm. "Heftig..." Murmelte der Blondschopf atemlos, "Das... das war echt...", Tahmo rapelte sich auf, nahm seinen Stab wieder an sich und beendete seinen Satz: ".... heftig."
Und dann traten Gestalten aus den Schatten. Eine Gruppe Männer und Frauen, teilweise kräftiger, teilweise gertenschlanker Statur. Sie trugen waldfarbene Kleidung oder gar Gewandungen aus Rinde und Moosen. Kapuzen verbargen ihre Gesichter, doch die auf Lua gerichteten Faustkrallen, leeren Fäuste sowie angelegte Zweigpfeile auf gespannten Astbögen kündeten von der Absicht der Fremden.
Im Hintergrund standen weitere Gestalten bei Faro und Nachtwind. Interessanterweise machten die Tiere nicht den Eindruck, sich bedrängt zu fühlen. Sie hoben lediglich die Köpfe, um nach ihren Reitern Ausschau zu halten.

Tahmo zog überrascht die Luft ein. Hastig stellte er sich neben Lua und... auch ein wenig schräg vor ihr. Er hatte seinen Stab kampfbereit erhoben und versuchte sich trotz aufregung auf die Magie zu konzentrieren.
"Gehört ihr zu den Naturzerstörern dort hinten? Antwortet anstatt unsere Rankenfesseln zu vernichten. Das ... mögen wir nicht." Ein Fremder mit der den Beiden am nächsten Stand hatte das Wort erhoben. Leises knurren der restlichen Fremden unterstrich die Worte, eine Geste die einschüchternd wirken sollte. Tahmo war es daraufhin gar nicht mehr wohl, sie waren hier in eine riesen Katastrophe geraten. Daran war sicherlich sein Pech schuld, ohne jeden Zweifel. Nun hieß es mal wieder für ihn, wie so oft, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Er schluckte mehrmals, um seine trockene Kehle zu befeuchten. "Wir... sin zufällig hier." Tahmo versuchte seine Stimme fest und sicher klingen zu lassen, "bitte tut uns nix... wir...ham mit denen da drübn nix am Hut, ehrlich. Lynka hat uns hierher gebracht! Lynka von den Eingebohrenen die so halb nackt rumrenn'n." Vielleicht, so dachte sich Tahmo, kannten diese Leute hier Lynka oder ihren Stamm und würden ihn und Lua dann in Frieden lassen.

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Re: Eindringlinge

Beitrag von Erzähler » Montag 20. September 2010, 21:30

Die Kapuzenträger wandten die Köpfe. Sie tauschten Blicke aus. Tahmos Antwort schien ihnen nicht zu gefallen. Ihre Haltung drückte Skepsis aus.
"Mein Schüler lügt nicht", meldete sich nun Lua zu Wort. Sie legte eine Hand auf Tahmos Schulter. "Greif nicht an, verteidige dich nur, sollten sie es tun", wisperte sie ihm leise zu und wandte sich anschließend wieder den Fremden zu. "Wir kommen aus dem Sarius. Dort lebende ... Einheimische haben uns hierher gebracht. Wir wollten eigentlich weiter südlich abgesetzt werden, weil ..."
"Schweigt!", unterbrach sie der vorderste Sprecher, wobei er ausschweifend seinen ausgestreckten Arm schwang. Er musterte erst Tahmo, dann Lua. "Ihr seht zumindest nicht wie diese Pflanzenvernichter aus. Allerdings haben deine unsichtbaren Klingen ebenfalls Teile des Waldes zerstört, Frau." Lua verschränkte die Arme vor der Brust. Nun wurde sie angriffslustig, allerdings mit Worten. "Ich nehme an, ihr seid für die Ranken verantwortlich, die mich umschlungen haben. Es war also nur Notwehr. Normalerweise habe ich schließlich keinen Grund, etwas kaputt zu machen - seien es nun Pflanzen, Tiere oder Gegenstände."
Eine schlanke Gestalt näherte sich den dreien. Sie legte sanft eine Hand auf die Schulter ihres Sprechers, so wie Lua es bei Tahmo getan hatte. Ihre Hand war allerdings von einem Handschuh aus reinem Moos umhüllt. "Freund, sie machen mir nicht den Eindruck, zu lügen. Wir sollten nicht zu früh urteilen. Vielleicht befinden sich diese beiden Menschen nur zur falschen Zeit am falschen Ort."
"Was sagen ihre Pferde?"
Der Sprecher beherrschte offensichtlich auch diese lieblich klingende Sprache, die an Vogelgesang und Frühlingsmorgen erinnerte. Beinahe poetisch schien jede Silbe, die sanft trällernd aus den Mündern der beiden sprangen.
Die schlanke Gestalt schlenderte nach hinten, wo Faro und Nachtwind von weiteren dieser Fremden begutachtet wurden. Man tätschelte ihre Hälser und kraulte sie hinter den Ohren. Wenigstens den Pferden schien diese obskuren Vermummten kein Haar krümmen zu wollen.
"Was werdet ihr nun mit uns anstellen?" Es gefiel Lua nicht, den Mund verboten zu bekommen. Sie sprach einfach weiter, stellte ihre Fragen. Ihr Gegenüber hob eine Hand. Er signalisierte so, dass die Entscheidung noch nicht getroffen worden war. Er wartete auf die schlanke Gestalt, welche endlich zu ihm zurückkehrte und ihm leise etwas ins Ohr flüsterte. Der Mann nickte. Und dann schob er sich plötzlich die Kapuze in den Nacken. Er war ein älterer Mensch mit rindenbraunem Haar und Bart, in das sich bereits erste graue Strähnen schlichen. Der feste Blick aus seinen ebenfalls braunen Augen zeugte von Entschlossenheit und Führungsqualitäten. Eine dünne Narbe zog sich über seine rechte Braue hinweg. Sie fiel unter den Falten allerdings nur wegen ihrer weißlichen Färbung auf.
Auch die übrigen Gestalten zogen nun ihre Kapuzen ab. Die schlanke Person neben dem Bärtigen entpuppte sich als waschechte Elfe. Ihr Haar schimmerte grünlich, obwohl der Grundton blond war. Wie der Sprecher und auch alle anderen Anwesenden besaß auch sie braune Augen. Die Elfe lächelte Tahmo und Lua freundlich zu.
"Ihr tragt keine bösen Absichten im Herz. Begleitet uns in unser Dorf. Der Kampf gegen die Naturschänder ist vorüber. Wir haben sie vertreiben können. Mein Name lautet Samson Borke und das hier ist Véalomé Abendtau. Kommt, folgt uns und seid unsere Gäste."
"Woher weiß er, dass die Kämpfe geendet haben?" Lua lauschte. Der Lärm nahm gerade erst jetzt ein Ende. Samson musste ein perfektes Gehör besitzen - oder andere Mittel und Wege, über den Ausgang des Kampfes informiert zu sein. "Gehen wir mit ihnen? Was meinst du?", fragte die Luftmagierin ihren Schützling.
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Re: Eindringlinge

Beitrag von Tahmo » Dienstag 21. September 2010, 00:37

Lua legte beruhigend eine Hand auf Tahmos Schulter, "Greif nicht an, verteidige dich nur, sollten sie es tun" wisperte sie ihm leise zu. Woraufhin Tahmo etwas von seiner Anspannung verlohr. Genügend um sich zur Sicherheit auf den Wind und die Magie zu konzentrieren. Ein Ass im Ärmel war immer gut. Dennoch schien es so als würde die Situation allgemein wieder friedlicher werden. Der Blondschopf war sich vor ein paar Augenblicken noch sicher gewesen das alles in einem riesen Kampf geendet hätte... Aber nun, sein Blick wanderte zu den Pferden, kamen ihm da Zweifel. Faro und Nachtwind liesen sich nämlich beide von den Fremden Waldbewohnern kraulen und schienen dies auch noch zu genießen. Tahmo senkte seinen Stab, stellte diesen senkrecht neben sich und fing an die seltsamen Leute zu mustern, während Lua sich einen verbalen Schlagabtausch mit dem Sprecher lieferte.

Viele von den Fremden hatten eine auffallend zierliche Statur. Und er musste es wissen, immerhin war Tahmo selbst nicht wirklich ein Berg von Mann. Aber diese besaßen äußerst schlanke Körper. Dazu waren ihre Kleider alle aus grünen Stoffen, sowie natürlichen Sachen wie Blättern, Moose oder Gräßer. Sehr seltsam. Aber immerhin trugen sie mehr als die Namudus, was doch schon einmal als Schritt in die richtige Richtung zu deuten war. Dumm nur das sie ihre Gesichter mit Kaputzen verhüllten, das machte Tahmo ein klein wenig misstrauisch. Und auch diese Ranken-Sache, anscheinend waren das Zauberer... oder der Wald lebte. In Anbetracht dessen was Tahmo in den letzten Wochen erlebt hatte, zog er zur Sicherheit beides in Betracht.

Dann betratt eine weitere Person die Bühne. Hochgewachsen und gertenschlank. Sanft legte sie ihre Hand auf die Schulter des Redners. Tahmo atmete gebannt ein, als ihre Stimme ertklang. Es war wie das plätschern eines Baches, das sanfte säuseln des Windes, wie ein blutroter Sonnenuntergang im Herbst, wie ein vielfarbiger Schmetterling im Frühjahr, wie harmonischer Vogelgesang nach einer langen Zeit der Stille, wie.... kurzum, es war eine Stimme von derer der Blondschopf sofort in den Bann gezogen wurden. Seine magische Verteidigung sank, er vergass die Magie für einen Moment und ja er hätte sogar fast seinen Stab fallen gelassen! Tahmos Augen folgten der Fremden die, kurz nach ihrem Auftritt hinüber zu den Pferden schwebte. Ja sie ging nicht, sie schwebte.

"Was werdet ihr nun mit uns anstellen?" erklang wieder Luas Stimme. Es schien fast so als hätte die Fremde nicht dieselbige Wirkung auf sie gehabt wie es bei Tahmo der Fall war. Lua klang immer noch wie eine ungestühme Brise die man am stürmen hinderte, was auch durch ein Handzeichen des Sprechers geschah. Der Mann zog elegant die Kaputze zurück um sein wahres Gesicht zu zeigen. Tahmos Blicke lösten sich blinzelnd von der Frau die zu dem Mann zurück gewandert war um ihm etwas zu flüstern. Ob ihre Stimme beim flüstern genauso klang? Überraschenderweise zog der Sprecher seine Kaputze zurück um sein Gesicht zu enthüllen. Das erste was Tahmo sah war, dass der Sprecher ein älterer Mann war. Seine Haare erinnerten farblich an dunkle Rinde durch die sich wie Silberadern graue Härrchen zogen. Ein fester Blick aus braunen Augen erwiederte Tahmos Mustern und eine feine Narbe verlieh dem ganzen Aussehen noch einen kämpferrischen Schliff. Sein gesamtes Erscheinungsbild passte einfach in den Wald und nirgendwo anders hin, allein die fremde Frau konnte diesen Anblick noch toppen.

Tahmo wich einen minimalen Schritt zurück, als er die spitzen Elfenohren der Frau erblickte die unter der herabgezogenen Kaputze zum vorschein kamen. Die helle Hautfarbe, die braunen Augen und die sanftgrüne Haarfarbe lies ihn dann noch zusätzlich stutzen. Sie schien keine Ähnlichkeiten mit einer Dunkelelfe zu besitzen... also... handelte es sich demnach um eine waschechte-nicht-dunkelelfe-Elfe? Tahmo kannte Geschichten über sie. Ein paar Geschichten in denen Elfen die Wunden von Helden pflegten, ein paar in denen Elfen selbst die Helden waren und Frieden brachten und ein paar in denen Elfen... aber das waren dann eher die Tavernengeschichten die zu später Stunde und entsprechendem Alkoholpegelt erzählt wurden. Zudem hatte er vom Dachboden der Taverne eh immer nur die Hälfte der Geschichten mitbekommen.

"Ihr tragt keine bösen Absichten im Herz. Begleitet uns in unser Dorf. Der Kampf gegen die Naturschänder ist vorüber. Wir haben sie vertreiben können. Mein Name lautet Samson Borke und das hier ist Véalomé Abendtau. Kommt, folgt uns und seid unsere Gäste." Der Mann erhob seine Stimme und riss Tahmo damit aus seinen Elfischen-Grübeleien. Und tatsächlich, noch ehe sich Lua erkundigen konnte ob der Kampf wirklich vorbei war, drang kein Lärm mehr zu ihnen. Tahmo wollte nicht wissen was mit den Kreaturen geschehen war. Lua nahm ihren Schützling wohl kurz zur Seite, um ihm eine Frage zu stellen:"Gehen wir mit ihnen? Was meinst du?"

Tahmo blickte daraufhin zu dem Haufen Waldbewohnern und rieb sich nachdenklich den Hinterkopf. "Naja, also... die schein'n zumindest Kleidung zu kennen un," sprach er im gesenkten Tonfall, so das nur Lua ihn hören konnte. "Sie habn ebn die ganzn Kreaturn dahintn... besiegt. Also.... hmmmm" Der Blondschopf legte die Stirn in Falten. Hier in dem Wald konnten noch mehr Kreaturen sein, über die man lieber nicht stolperte. Und sicherlich wurde es bald dunkel, da war ein gutes Lager bestimmt von Vorteil. Auch hätte er die Möglichkeit sich ein wenig seinem Wälzer zu widmen und.... dann diese Neugierde....
"Wenn... wenn du wills... könnn wir ja kurz mit denn mit, oder? Ausser... du wills gleich weiter... aber ich will nich wissn was hier noch so rumläuft... aber ersmal.." Tahmo beugte sich näher zu Lua, "Das dahintn... is keine Dunklelfe oder? Das ne normale, oder? Die sin.. freundlicher oder?"

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Re: Eindringlinge

Beitrag von Erzähler » Dienstag 21. September 2010, 14:14

"Du hast Recht", wisperte Lua zurück, "es wäre nicht schlecht, sich mit den Personen gut zu stellen, die das dunkle Volk vertreiben können. Sie müssen sehr stark sein, bei ihnen wären wir also sicher. Auf mich machen sie - jetzt - keinen sehr angrifflustigen Eindruck. Ich hoffe mal, das bleibt so." Sie nickte. "Folgen wir ihnen."
Gemeinsam mit Tahmo setzte sich die Magierin in Bewegung. Sie musterte die Gestalten. Elfen und Menschen, allesamt wie der Wald selbst gekleidet. Lua Chii kannte Elfen. Sie waren ihr nichts Fremdes, aber so hatte sie das schöne Volk noch nicht erlebt. Es existierten wenige Elfen in Zyranus, weshalb sie selbst dort auffielen, aber keine der ihren trug in der Magierstadt Kleidung aus Blättern oder Moos - abgesehen von einer Dozentin der magischen Akademie, die mit Vorliebe gar nichts bis auf einen luftigen Blüten-Bikini trug. Ihr Auftritt vor neuen Eleven sorgte jedes Mal für rote Wangen, peinlich gesenkte Blicke und herunter gefallene Kinnladen. Lua war der Elfenprofessorin während ihrer Lehrzeit nur ab und zu auf dem Universitätshof oder in einem der unzähligen Korridore begegnet, aber sie wusste, dass die Frau Naturmagie lehrte. Ob die Waldbewohner hier diese Magie-Art gegen ihre Feinde angewandt hatten?

Die Luftmagierin wurde in ihren Überlegungen durch Tahmo abgelenkt. Auch ihr Schüler hatte sich so seine Gedanken zu den Elfen gemacht. Seine Frage überraschte sie allerdings. "Keiner von denen ist dunkelelfisch. Die böse dreinblickenden Gestalten in den schwarzen Rüstungen, die wir gesehen haben, das waren Dunkelelfen. Normalerweise halten die sich aber nicht diesseits des Drachengebirges auf. Jedenfalls nicht in so großer Zahl. Ab und an trifft man einen einzelnen Ausgestoßenen, der aber auch nicht leichtes Spiel hat." Sie zeigte auf Véalomé. "Aber sie dort ist mit Sicherheit irgendeine Waldelfe. Ob sie das freundlicher macht, weiß ich nicht. Mein Nachtwind mag sie offenbar." Damit hatte Lua Recht. Das Pferd, welches von der Elfe geführt wurde, schmiegte seinen Kopf dicht an sie und hielt die Ohren aufgerichtet. Ein Zeichen, dass er ihr traute.

Der Anführer der Gruppe, dieser Samson Borke, ließ sich zu seinen beiden Gästen zurückfallen. Als er auf gleicher Höhe mit ihnen schritt, sagte er: "Entschuldigt noch einmal unser forsches Auftreten. Ihr dürft uns nicht missverstehen, wir begegnen Fremden unserer Wälder generell nicht mit derartiger Feindseligkeit. Aber wir schützen und behüten den Sarius, weshalb wir Naturpeiniger nicht zulassen können. Wir hielten euch anfangs für Gefährten dieser barbarischen Gruppierung. Es ist schön, dass wir uns irren. So seid uns also Willkommen." Er deutete eine Verbeugung an.
"Wir leben in einem Dorf, nicht weit von hier. In etwa einer halben Stunde werden wir es erreichen. Dort könnt ihr ausruhen und erzählen, was euch hierher verschlagen hat. Wir leben im Einklang mit Tieren und Pflanzen des Sarius und versuchen auch, untereinander hamornisch zu leben. Das Dorf teilen sich Menschen und sarische Elfen gleichermaßen. Ihr werdet sehen, wir sind einer friedlicher Zusammenschluss beider Völker."
"Wir haben uns noch nicht vorgestellt, Samson. Man nennt mich Lua Chii. Ich bin Luftmagierin aus Zyranus. Mein Schüler kann sich selbst vorstellen." Sie knuffte Tahmo auffordernd in die Seite.
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Re: Eindringlinge

Beitrag von Tahmo » Dienstag 21. September 2010, 22:33

Sie hatten sich also auf den Weg gemacht das Dorf der Waldmenschen zu besuchen. Lua erklärte Tahmo den Unterschied zwischen Dunkelelfen sowie den restlichen Vertrettern dieser Rasse, welcher anscheinend nicht nur bei der Haut und Haarfarbe lag. Tahmo nickte verstehend, während seine Blicke in den Wald davon wanderten. Die Erklärungen des älteren Mannes hörten seine Ohren nur am Rande, denn sie waren voll und ganz auf die Geräusche der Umgebung gerichtet. Es gab hier einiges zu sehen, zu bestaunen und um Neugierde zu befriedigen. Vom Sumpf war in der Tat nichts mehr zu sehen in diesem Gebiet, nur dichte Flora wohin das Auge blickte. Mit Ranken und Efeu behangene, alte Bäume zwischen deren Stämmen sich füllige Büsche und Sträucher quetschten. Der Boden war weich und von saftigem Moos durchwachsen. Exotische Vogelstimmen erfüllten die Luft und Kleintier raschelte zischen dem Dickicht huschend herum.... zumindest hoffte Tahmo das es Kleintier und kein Ork, Dunkelelf oder irgend was anderes bewaffnetes war. Er sollte wirklich zusehen das er seinen Wälzer mal nach ein paar Kampfzaubern durchstöberte, das würde sicherlich nützlich sein. Vielleicht den Einen mit dem sich Lua von den Ranken befreit hatte. Das war beeindruckend gewesen! Ja, wenn er nun ein Abenteurer war musste er sich Verteidigen können! ... Oder zumindest genügend Luft schaffen um erfolgreich abzuhauen. Ob es einen Zauber gab mit dem man sich sprichwörtlich in Luft auflösen konnte? Das musste er nachschlagen, soetwas wäre unheimlich praktisch! Oder einen Zauber mit dem er gleich fliegen und... Am besten er guckte sofort nach. Es war doch sowiso egal ob er das schwere Buch in seinem Rucksack auf dem Rücken oder vor sich im Arm trug. Obwohl, schaffte er es dann noch umzublättern? Er sah sich selbst schon mit wehender Robe und grell leuchtendem Stab, mächtige Zauber webend tausende von Orks besiegen.

Etwas knuffte ihn in die Seite. Erst leicht, dann ein wenig fester und letztendlich recht energisch. Tahmo schreckte aus seiner Tagträumerei hoch. "Huh? Wie Wo was?" Er guckte aufgescheucht zu der geknufften Stelle und dann zu der Verursacherin: Lua. Und Lua guckte zurück, zusammen mit dem alten Herren. Beide sahen ihn seltsam erwartungsvoll an, er wusste gar nicht was sie wollten, hatte er etwas verpasst? Tahmos Augen wanderten zwischen den beiden Gesichtern hin und her. In seinem Kopf werkelte es geschäftig, hatte er etwas verpasst? Hatten sie ihm eine Frage gestellt? WIso stellte man ihm auch immer dann Fragen wenn er gerade einmal mit Tagträumen beschäftigt war!
"....öööööhhhhmmm.." Tahmo gab ein langezogenes, nachdenkliches Geräusch von sich und rieb dabei seinen Hinterkopf. Er hatte sich darauf geeinigt, nachdem er zudem Entschluss gekommen war das in seinem Gesicht nichts seltsames und anstarrungswürdiges saß, dass die Beiden ihm eine Frage gestellt hatten! Vielleicht hatte es mit seinem Stab zu tun? Tahmo warf einen Seitenblick auf das magische Holz welches mit einem warmen kribbeln in seiner Handfläche ruhte und momentan seinen Dienst als Wanderstecken verichtete. "Name" wisperte ihm Lua wohl letztendlich zu.
"Oh... OH!" Tahmo grinste beschämt, "Ach mein Name! Ja klar! Also ich bin Tahmo, hallo!" Offenherzig hielt er dem Fremden seine Stabfreie Hand hin und hoffte das diese kurze, peinliche Situation ohne weiteres schnell vorüber ging und vergessen wurde.

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Re: Eindringlinge

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 23. September 2010, 20:16

Lua hatte ihre liebe Mühe, Tahmos Aufmerksamkeit zu gewinnen. Sie musste ihn mehrmals und immer energische knuffen, bis er endlich ein Lebenszeichen von sich gab. Samson Borke beobachtete die beiden schmunzelnd. Er amüsierte sich köstlich über seine Besucher.
Nun hatte auch der junge Bursche endlich begriffen. Er stellte sich als Tahmo vor. Seine Aussprache bedurfte Verbesserung. Irgendwie schien er den Mund nicht richtig auf zu bekommen oder war er einfach nur scheu? Nein, sicher nicht! Er streckte immerhin freundlich die Hand zum Gruß aus. Samson packte und schüttelte sie mit kräftigem Druck. Bei seiner Hand - die viel größer als jene Tahmos war - konnte man wirklich von einer Bärenpranke sprechen. Es hätte vermutlich niemanden gewundert, wenn Samson damit Bäume ausgerissen hätte.
Lua betrachtete nur den roten Abdruck, den er an Tahmos gequetschter Hand hinterlassen hatte, und entschied sich, es bei einer grüßenden Verbeugung zu belassen. Sie besaß viel zierlichere Finger als ihr Schüler. Die würden glatt brechen wie Zweige im Sturm! Missmutig starrte sie auf die riesigen Pranken zu Samsons Seite.
Der Waldläufer bemerkte den Blick. Schon lachte er lauthals los. Einige der vorn Gehenden drehten verwirrt die Köpfe. Als sie sahen, dass Samson sich nur amüsierte, zuckten sie mit den Schultern und setzten ihren Weg fort. Es konnte nicht mehr weit bis zum Dorf der Waldmenschen sein.
"Hahaha!", prustete der starke Samson los. "Lua Chii und Tahmo Ohne-Nachnamen, ihr beide seid mir vielleicht ein witziges Pärchen! Ihr passt gut zusammen und auch zu uns. Wir werden eine schöne Runde um das abendliche Lagerfeuer geben. Mit leckerem Bier und dem Nektar der Elfen wollen wir fei..." Er verstummte, ebenso wie sein Lachen.

Aus nahe gelegenen Büschen raschelte es. Weitere Waldläufer, unter ihnen auch Elfe Véalomé, lauschten. Ein jüngerer Elf hob den Bogen. Sofort wurde ihm eine Hand beschwichtigend auf die Schulter gelegt. "Das sind nur unsere Kameraden, Freund." Und tatsächlich erschienen kurz darauf weitere Elfen und Menschen. Zwei wurden zwischen anderen stützend voran geführt. Einer der beiden humpelte, der andere besaß eine blutende Wunde.
"Haben wir jemanden verloren?", fragte Samson sofort und mit ernster Stimme.
"Keinen. Nur Wulffen und Hae'rias wurden verletzt. Die Feinde konnten in die Flucht geschlagen werden."
Samson brummte. Er schien mit dieser Antwort nicht ganz zufrieden. Dann schüttelte er den Kopf, vertrieb seine dunklen Gedanken. "Reden wir später darüber. Kommt, ihr beiden. Dort vorn ist schon unser Dorf!" Er führte Lua und Tahmo weiter voran.

weiter im Dorf der Waldmenschen -> Unter Elfen und Menschen (Seite 2)
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