Beginn einer gemeinsamen Reise

Dieser seltsame, aber auch einzigartige Wald liegt im Südwesten. Er ist zum Großteil ertränkt in Wasser und nur mit einem Floß lässt er sich durchquehren. Die Namudus sind die Einheimischen dieses Waldes, sie haben sich dessen Nachteile zunutze gemacht.
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Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Erzähler » Sonntag 21. März 2010, 15:41

Nachdem sich Yasmina und Nara Brea verabschiedet haben, kommen sie von: Das Haus der jungen Jägerin


Nun war es also soweit. Noch war es Nacht, doch der Morgen kündigte sich bereits an. Die Vögel begannen zu zwitschern, auch andere Waldbewohner erwachten, während wiederum die nachtaktiven Tiere sich allmählich in ihre Höhlen oder sonstigen Löcher zurück zogen, um den Tag zu verschlafen.
Vor Yasmina und Nara Brea liegt ein langer Weg. Sie können wählen, ob sie sich zuerst gen Osten oder Süden wenden wollen, wo sie dann den Fluss überqueren können.
Doch Nara kennt die Örtlichkeiten nicht und somit muss sie auf Yasminas Kenntnisse vertrauen, die sich nun zu entscheiden hat, wohin sie gehen möchte. Vielleicht weiß sie ja eine passende Stelle, an der sie leicht das Gewässer überqueren kann? Nun, wo führt die Reise hin? In den Osten oder in den Süden?
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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Yasmina Peresen » Dienstag 6. April 2010, 18:34

Yasminas Schritte führten sie rasch hinaus aus dem Dorf und sie ging, gefolgt von Nara, noch einige Schritte, bis sie anhielt und in ihrem Kopf einen kleinen Lageplan durchging. Sie kannte sich hier aus und hatte somit die volle Verantwortung für Nara und sich selbst. Es dauerte auch nicht lang, da schlug sie den Weg nach Süden ein. Dort war eine Stelle des Flusses, die man leicht überqueren konnte, somit wurde die Reise zumindest in diesem Punkt unkomplizierter. Ein kurzer Blick gen Nara, ein Deut mit dem Bogen gen Süden und ein Nicken verkündeten ihre Entscheidung. Stille Kommunikation… daran würde Nara sich im Laufe ihrer Reise gewöhnen müssen, immerhin war Yasmina eine Jägerin, die den Wald als ihre zweite Heimat bezeichnete.

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Nara Brea » Mittwoch 7. April 2010, 18:34

Während sie das Dorf der Waldmenschen verließen erfasste Nara ein unangenehmes Gefühl. Wenn dieser Mann, den sie im Wald getroffen hatten und mit dem sie sich mehr als nur angelegt hatten, hier schon irgendwo auf sie lauerte? Glücklicherweise war Nara kein Mensch, der schnell ängstlich wurde, viel schneller wurde sie wütend. Sollte ihnen jener Mann noch einmal begegnen, so wusste sie nun, was sie tun würde. Gemeinsam mit Yasmina könnten sie mit ihren Bögen direkt auf ihn zielen. Sicher war Yasmina um einiges geschickter noch als sie mit dem Bogen, aber zwei Pfeile waren besser als einer. In ihrem Kopf spann sich Nara schon die schönsten Rachepläne zusammen. Dabei vergaß sie vollkommen, dass sie ja gerade eben vor diesem Mann flüchteten. Erst als sie das Dorf hinter sich ließen wurde sich Nara auch bewusst, dass dieser Mann sicherlich nicht offen auf sie zumarschieren würde, sondern ihnen wenn dann eine Falle stellte. Aber das war jetzt egal. Aus dem gefährlichsten Gebiet waren sie draußen.

Etwas Wehmut überfiel sie bei dem Gedanken doch. Ihr hatten die Elfen gefallen. Gerne hätte sie sich heute vielleicht noch ein wenig mit ihnen unterhalten. Ihre filigrane Art übte eine ziemliche Anziehungskraft auf sie aus. Sie waren so ganz anders, als die menschlichen Kunden, die sie auf ihrem Gestüt bisher immer besuch hatten! Andererseits waren sie auch gerade auf dem Weg in eine andere Elfenstadt, weswegen ihr Wehmut vielleicht ein wenig unangebracht war.

Aufmerksam folgte sie Yasminas Geste als sie nach Süden deutete. Nara nickte. Ihr Vater hatte damals zwar gesagt, sie solle nach Osten gehen, aber wann war der bitte schon im Wald Sarius gewesen? So lief Nara folgsam wie ein Lamm neben Yasmina her. Die Jägerin verhielt sich sehr schweigsam, wahrscheinlich war auch sie es nicht gewohnt in Gesellschaft in den Wald zu gehen. Aber Nara wäre nicht Nara, wenn sie nicht doch versuchen würde irgendwie ein Gespräch in den Gang zu bekommen, schließlich lernte sie nicht oft neue Leute kennen und deswegen war sie neugierig wie eh und je.
„Bist du hier meistens allein unterwegs?“, fragte sie während sie gut Schritt mit Yasmina hielt. Bis jetzt noch. Schließlich war Nara eine Reiterin.

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Erzähler » Samstag 10. April 2010, 18:41

Die beiden jungen Frauen wandten sich also gen Süden. Das bedeutete, dass sie den gesamten Tag über durch den Wald Sarius noch gehen würden, den Fluss Euwin entlang.
Am morgigen Tag kämen sie dann in dichteres Unterholz, das ihnen zeigen würde, dass sie den Urwald Kapayu erreicht hatten. Darin gab es eine kleine Furt, wo sie den Fluss überqueren konnten, bevor er ins Stille Meer floss. Am anderen Ufer konnten sie dann die zweite Nacht verbringen.
Danach gäbe es noch einen etwa zwei Tage andauernden Fußmarsch, vorbei an dem Dorf Hajikya, in dem sie womöglich kurz Rast machen könnten.
Und am Abend des vierten Tages wären sie endlich in Sichtweite von Shyána Nelle. Dann würde die Tagesstunde ihnen zeigen, ob sie noch einmal im Wald übernachten müssten oder womöglich schon wieder in einem Bett würden schlafen könnten.
Wenn ihnen das Wetter allerdings gewogen blieb und es nicht zu viel regnete, sonst könnte sich die Reisezeit wirklich erheblich verlängern, wie schon Nara vermutet hatte. Vor allem bei der Furt wäre es kritisch und auf schlammigen Boden kam man obendrein nicht so rasch voran wie auf trockenem. Wobei auch schon die zahlreichen Äste und das Gestrüpp ihren Weg behindern sowie ihr Tempo verlangsamen würden.
Ob in den Wäldern auch andere Gefahren lauerten, mit denen nicht einmal Yasmina rechnen konnte? Sie würden aufpassen müssen, trotz allem und ewig würden die Pfeile der Jägerin schließlich auch nicht halten. Sie müsste darauf achten, dass sie keinen einzigen davon unnötig verschoss, sollte sie überhaupt Wild aufstöbern und erlegen müssen.
Mit dem Proviant kämen sie zumindest bis zum Dorf Hajikya aus und vielleicht ließ sich dort ja eine günstige Mahlzeit erstehen. Doch das würden sie schon noch alles sehen, die beiden jungen Reisenden.
Jetzt war es erst einmal wichtig, dass Yasmina die richtige Richtung auslotste und sich nicht selbst verlief.
Im Moment war das Wetter vielversprechend. Zwar roch es noch etwas nach dem Regen, der vor wenigen Stunden gefallen war, und die Luft war relativ kühl durch die sich erst nähernde Dämmerung, aber der Tag versprach zumindest trocken zu werden. Der Himmel war recht klar und vermutlich würden die Grade doch zwischen 20 und 30 auf der Skala ausfallen.
Durch das viele Blattwerk wurden die jungen Frauen jedoch geschützt, sodass ihnen nicht zu heiß in der Sonne werden könnte.
Allein die Luft war ebenfalls recht feucht und würde es auch bleiben.
Yasmina war daran gewöhnt, aber wie würde Nara damit klar kommen? War sie sehr empfindlich und wäre ihr Kreislauf robust genug, um sich einen gesamten Tag über anstrengen zu können bei dieser Luftfeuchtigkeit?
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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Yasmina Peresen » Montag 26. April 2010, 21:06

Ihre Schritte führten sie leise und sicher durch den Wald und ihre wachsamen Augen blickten umher, stets auf der Suche nach etwas, was man erlegen konnte. Sie wäre keine Jägerin, wenn sie dies nicht bei jedem Marsch durch den Wald tun würde. Naras Frage riss sie aus ihrem gewohnten Trott. Etwas irritiert richtete sie ihren Blick auf ihre Begleiterin, ehe sie antwortete:„Ja, seit dem Tot meines Vaters eigentlich nur. Wenn es hieß, man macht Jagdtrupps, habe ich einen Alleingang bevorzugt. Den Grund… hast du ja mit ansehen müssen.“ Sie zwinkerte ihr kurz zu, dann richtete sie ihren Blick wieder nach vorn. „Es ist wirklich nicht leicht, als Frau in einem Handwerk tätig zu sein, der für gewöhnlich Männern obliegt“, fügte sie ruhig an, ihren Blick auf die Umgebung richtend. Mit einem Mal stoppte sie ihren Marsch, die sah zu Nara und legte ihren Zeigefinger auf ihre Lippen. Dann zog sie ruhig einen Pfeil aus dem Köcher und legte ihn an. Während Yasmina bereits etwas anvisierte, mochte Nara ihren Blick noch etwas Suchend durch das dichte Gestrüpp wandern lassen, bis sie die immer wieder hin und her gehenden Ohren eines Rehs entdeckte. Ein leises Surren verriet der Reiterin, dass der Pfeil von der Sehne auf das Tier zu schnellte. Kurz darauf folgte ein Schmerzensschrei, der einen Treffer bekundete. Yasmina nickte zufrieden und ging mit raschen Schritten auf das verletzte Tier zu. Ruhig zog sie ihren Dolch und sie kniete sich neben das Reh. Ist Nara ihr gefolgt, so sieht sie nun, wie Yasmina dem Reh einen gezielten Stich in den Rumpf verpasst. Das Tier zu ihren Füßen zuckte ein letztes Mal, ehe die Lebensenergie aus seinem Körper floss. Ruhig wischte sie das Blut des Tieres auf dem Boden ab und sie sah zu Nara. „Nun haben wir etwas zu essen für die Nacht, was aus mehr als ein paar Äpfeln und Brot besteht“, meinte sie, zufrieden mit sich selbst. Die Last, die das tote Reh für sie bedeutete, schien ihr in diesem Moment weniger Sorgen zu machen.

Bei Einbruch der Dunkelheit suchte Yasmina für Nara und sich einen Platz für die Nacht. Sie kamen an eine kleine Lichtung und mit Nara sprach sie ab, ob es in Ordnung sei, hier zu rasten. Sollte die Reiterin zustimmen, so würden sie nun dort verweilen und Yasmina machte sich daran, ihre Beute zu bearbeiten, dass sie sie braten und verzehren konnten. Das, was an Fleisch nicht genießbar war, brachte Yasmina einige Meter vom Lager entfernt weg, damit wilde Tiere nicht von dem rohen Fleisch angezogen wurden.
Nach dem Essen bot Yasmina an, die erste Wache zu halten. Während sie ihre Wache hielt, spielte sie mit einem Pfeil herum und ihre Gedanken schweiften zum ersten Mal zu ihrer Mutter. Sie fragte sich, was nun im Dorf sein würde, jetzt, wo Yasmina fort war und es doch nur zu deutlich war, dass ihre Mutter ihr geholfen hatte. Kurz schloss sie die Augen. Die Bilder, die ihr durch den Kopf schossen, jagten ihr einen kalten Schauer über den Rücken. Kurz darauf war es Zeit, sich selbst zur Ruhe zu legen.

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Nara Brea » Sonntag 2. Mai 2010, 14:37

Das Wetter wurde ein weiteres Mal schwül warm und brachte Nara dazu auch bald ihren Mantel auszuziehen. Im Laufe des Tages wurde es jedoch so warm, dass sie bald ziemlich zu schwitzen begann und sich ein dumpfer Schmerz in ihrem Kopf ausbreitete, was Nara auf das ungewohnte Wetter schob. Doch die Bäume schützten sie vor dem gröbsten Sonnenlicht, weshalb es Nara trotz allem erstaunlich gut aushielt mit Yasmina Schritt zu halten. Auch wenn ihre Wangen dabei glühten.

„Ja, seit dem Tot meines Vaters eigentlich nur. Wenn es hieß, man macht Jagdtrupps, habe ich einen Alleingang bevorzugt. Den Grund… hast du ja mit ansehen müssen“, antwortete ihr jene auf ihre Frage.
Nara nickte verstehend. Selbst im Dorf der Waldmenschen mitten in diesem heimeligen Wald schien es Differenzen zu geben. Das waren die Dörfer in keinem Fall den großen Städten voraus. Nein, Nara hatte sogar das Gefühl, dass ihre Verwandten in Zyranus ruhiger lebten, als Yasmina in ihrem Dorf, da in den Städten eine größere Anonymität herrschte. Und auch wenn es viele Nachteile hatte soweit weg von jeglicher Zivilisation auf einem Pferdehof zu leben, so war die Ruhe, die man dort hatte, sicher ein Vorteil.
„Es ist wirklich nicht leicht, als Frau in einem Handwerk tätig zu sein, der für gewöhnlich Männern obliegt“, fügte Yasmina noch hinzu.
Nara wollte gerade etwas darauf erwidern, da es auch sie als Pferdezüchterin nicht gerade leicht hatte, als Yasmina einen Finger auf die Lippen legte. So blieb Nara stehen und beobachtete wie Yasmina ihren Bogen spannte, als sie ihrem Blick folgte erkannt sie die Ohren eines Rehs im Gestrüpp.
Als Yasmina den Pfeil abschoss verriet ein Geräusch, dass sie getroffen haben musste. Das Geräusch war widerlich.
Darauf folgte ein Schmerzensschrei, der nur von dem Reh stammen konnte. Nara verzog das Gesicht. Sie wusste nicht so recht, ob sie sich jetzt über diesen Treffer freuen sollte oder lieber nicht.

Mit etwas Abstand folgte sie Yasmina zu der Stelle, an der das Reh liegen mochte. Dabei dachte sie darüber nach wie verschieden ihre Berufe doch waren. Ihr Ziel war es neues Leben zur Welt zu bringen, während Yasmina es beendete.
Sie blieb in einiger Entfernung stehen und versuche über das tote Tier hinweg zu blicken, als Yasmina es vollends tötete.
„Nun haben wir etwas zu essen für die Nacht, was aus mehr als ein paar Äpfeln und Brot besteht“, meinte Yasmina ruhig. Sie wirkte recht zufrieden.
„Ja, schon“, kam es nur ziemlich kleinlaut von Nara zurück. Eigentlich hatten sie ja besprochen, dass sie sich die Aufgaben auf ihren Reisen teilen würden, doch ein totes Tier auf den Schultern zu tragen ging zu weit für sie. Allerdings schien Yasmina auch gar nichts anderes zu erwarten.

Durch die zusätzliche Last ging Yasmina um einiges langsamer voran, weshalb es für Nara auch kein Problem mehr darstellte mit ihr mit zu kommen.
Das Glück schien an diesem Tag mit ihnen zu sein, denn bei Einbruch der Nacht erreichten sie eine kleine Lichtung. Natürlich war Nara einverstanden dort zu nächtigten.
Während Yasmina das Tier ausweidete machte sich Nara daran die kleine Lichtung abzulaufen, um eventuelle tierische Bewohner ausfindig zu machen und vielleicht auch eine nette Stelle zum schlafen zu finden.
Diese entdeckte sie bald und ging daraufhin zurück zu Yasmina, um gemeinsam mit ihr zu Essen.

„So wie es aussieht nächtigen hier ansonsten keine anderen Tiere regelmäßig“, meinte sie zwischen ein paar Bissen.
„Dort hinten hat es übrigens einen tollen Schlafplatz im Moos, wenn ich mit der Wache dran bin kannst auch du dich gerne dort zur Ruhe legen.“
Yasmina zog es nach dem Abendessen vor die erste Wache zu übernehmen. Nara war einverstanden und ging zu ihrem entdeckten Schlafplatz. Er war tatsächlich ganz in Ordnung. Wenn auch etwas feucht, doch Nara konnte sich immerhin mit ihrem Mantel zudecken.
Nur der Schlaf ließ auf sich warten. Nara war nun schon die zweite Nacht weg von zu Hause und heute schlief sie das erste Mal unter freiem Himmel. Was ihre Eltern wohl gerade machten? Und ihr neuer Hengst? Nara sehnte sich jetzt schon danach endlich wieder reiten zu können.
Was wohl aber auch an ihren schmerzenden Füßen liegen mochte...

Irgendwann erfasste sie der Schlaf dann doch und sie musste von Yasmina geweckt werden um ihre Wache anzutreten.

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Erzähler » Montag 3. Mai 2010, 19:11

Es war für Yasmina gar nicht so leicht, sich daran zu gewöhnen, dass sie eine Begleitung nun an ihrer Seite hatte. Es war so selten in ihrem Leben gewesen, seitdem ihr Vater... die Lebenden verlassen hatte. Noch dazu würde es sicher nicht sonderlich leicht sein, dass Nara still war, sobald sie etwas entdeckt hätte.
Eigentlich hätte sie als erstes ihrer neuen Freundin erklären müssen, welche ihrer Zeichen, die sie bestimmt auch mit ihrem Vater geteilt oder eher von ihm übernommen hatte, was bedeuten würde. Aber bisher war noch kein Wild in Sicht und somit wäre es noch nicht nötig.
Bis es dann doch soweit war kurz darauf und Nara rechtzeitig von ihr zum Schweigen gebracht wurde.
Das Reh hatte keine Chance, gequält schrie es auf, bevor es mit einem dumpfen Laut zusammen sackte und sein Leben wegen Yasminas Dolch endgültig aushauchte. Es war eindeutig noch jung gewesen, unerfahren sowie unvorsichtig bei der Suche nach einer passenden Futterstelle und hatte das nun teuer bezahlt.
Trotzdem sah es wohlgenährt aus und verursachte der Jägerin einige Mühen, noch dazu bei den Temperaturen, der Luftfeuchtigkeit und der langen Wegstrecke.
Doch der Tag verging dennoch und schließlich gelangten sie zu einer kleinen Lichtung, auf der es sich zu lagern lohnte. Es war genügend Platz und obendrein nicht zu feucht, um ein kleines Feuerchen zu machen.
Wenngleich dafür natürlich noch Holz und Steine für die Eingrenzung nötig waren. Diese Dinge waren auch rasch gefunden, sodass einem leckeren und reichhaltigen Abendessen nichts mehr im Weg stand.
Yasmina sorgte sogar dafür, dass die Gefahr von wilden Tieren, die es in der Umgebung zuhauf gab, gemindert wurde. Und obendrein wäre so der Gestank von dem verwesenden restlichen Kadaver ebenfalls verringert.
Die Zeit danach war relativ friedlich und mit der Nacht kam auch eine etwas kühlere Luft, die angenehm war und zum Durchatmen einlud. Trotzdem war dadurch auch das Feuer nötig, damit ihre Körper nicht zu stark auskühlten und sie etwas Licht hatten.
Der Boden war zwar fest, aber nicht bretthart, sodass es ihnen keine Schmerzen am morgigen Tag beim Aufwachen verursachen würde.
Yasmina war die nächtlichen Geräusche des Waldes gewöhnt. Zwar musste sie bisher selten außerhalb ihres Bettes schlafen, aber früher hatte sie es öfters mit ihrem Vater getan und somit kannte sie auch, konnte heraus hören, welcher Laut bedrohlich und welcher es nicht war.
Nara hingegen hatte weniger Glück. Einerseits war das, neben ihren Gedanken an Zuhause, wirklich absolut neu für sie und das verursachte, trotz aller Müdigkeit ob des langen Marsches, eine gewisse Aufregung in ihr. Noch dazu pochten ihre Beine unangenehm wegen der ungewohnten Anstrengung.
Und andererseits waren da die Bilder des Tages, jene von dem toten Reh und wie es dazu gekommen war.
Das bescherte ihr, kaum war sie endlich in einen etwas tieferen Schlummer gefallen, ungute Träume. Es waren übersteigerte Szenen, viel mehr Blut floss, die gequälten Schreie waren intensiver und länger und es war nicht Yasmina, die hier auf der Jagd war, sondern ein grausames, furchteinflößendes Ungeheuer. Bis es schließlich kein Reh mehr war, das getötet werden sollte, sondern sie selbst...
Als sie an der Schulter berührt wurde, schreckte Nara hoch. Sie war schweißgebadet, ihr Körper zitterte und sie stand noch unter dem soeben Geträumten.
Was nicht gerade gemildert wurde, als ganz in der Nähe das Unterholz laut zu rascheln begann. Anscheinend hatte eines der wilden Tiere das restliche, verborgene Fleisch gefunden und um diese Uhrzeit hörte sich alles noch lauter an.
Oder war es gar kein Tier, sondern etwas ganz anderes? Ein Ungeheuer? Die Jäger, die ihnen doch gefolgt waren?
Auf der gegenüberliegenden Seite der Lichtung stieß ein Vogel seinen schauerlichen Nachtgesang aus.
Hinzu kam die unheimliche Atmosphäre, ausgelöst von dem flackernden Feuer, in dem immer wieder plötzlich ein Scheit laut knackte.
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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Yasmina Peresen » Mittwoch 12. Mai 2010, 22:58

Ihre Augenbraue zog sich leicht nach oben, bildete ein kleines Dreieck, als Yasmina Nara weckte und sie erschrocken und schweißnass aus ihrem Schlaf aufschreckte. Ihr Leib zitterte und ihre Augen waren für einige Sekunden nach dem Erwachen noch glasig. „Nara, wacht auf… Was ist denn los?“, fragte sie ruhig. Für sie waren die nächtlichen Geräusche, die Jagd, das Leben im Wald etwas ganz normales. Sie ließ sich nicht von dem Knistern im Unterholz verschrecken, was nicht bedeutete, dass sie ihre Wachsamkeit nicht verstärkte. Sie richtete ihre Augen kurz auf den gegenüberliegenden Waldrand, sah kurz nach links, dann nach rechts und wieder zu Nara. Der Gesang bei Nacht, der von einem Vogel ausging, brachte ihr ein wenig Entspannung.

Dennoch sah sie Nara besorgt an. Eine Gefährtin zu haben, die nicht regelmäßig ihre Nächte draußen verbrachte, war für Yasmina fremd. So konnte sie sich auch nicht in Naras Lage versetzen. Ihr war also schleierhaft, warum sie so… ängstlich auf die Jägerin wirkte.
Im Schneidersitz ließ sie sich neben Nara auf den Boden sinken und wartete, bis sie einigermaßen bei sich war. Als Nara sich von dem Schock ihres Traums erholt hat, fragte sie sie ruhig:„Hast du geträumt? Willst du darüber erzählen? Oder ist es dir lieber, ihn erst selbst zu verarbeiten?“

Im Endeffekt war es Yasmina relativ egal, ob Nara er erzählen wollen würde oder nicht, wissen musste sie es so oder so. Allein schon, um sie vielleicht beruhigen zu können. Ein aufgeschrecktes Mädchen hatte im Wald nicht zu suchen. Zumindest hatte ihr Vater es ihr so gelehrt. Man musste Ruhe bewahren... Wenn Nara nun jede Nacht unter freiem Himmel einen schlechten Traum hatte und vielleicht sogar noch schreiend aufwachte… Entweder würde sie Verfolger, beispielsweise aus dem Dorf, anlocken oder gutes Wild, was Yasmina erlegen könnte, verschrecken. Was die Jägerin dazu Grund zur Sorge gab, waren Naras Nerven.

Zwar war sie ihr gar nicht so unähnlich. Im Gegenteil, sie war mindestens genauso Stur und Dickköpfig wie sie. Aber das herum wandern in der freien Natur war nicht Jedermanns Sache und Yasmina beschlich das ungute Gefühl, dass Nara einige Zeit bräuchte, um sich an die gegebenen Verhältnisse zu gewöhnen.

„Wenn du wünschst, halte ich weiter Wache… und ruhe mich bei der nächsten Rast ein wenig aus“, schlug sie ruhig vor. Eigentlich könnte sie auch nun schon etwas Schlaf gebrauchen, aber Nara mehr oder weniger alleine zu lassen… schien Yasmina gerad gar nicht ratsam. Sie wirkte auf die Jägerin nun schon…fast irritiert von den gesamten Geräuschen des Waldes. Ein falscher Laut und Nara könnte einer Panikattacke unterlegen sein. Für Yasmina eine reine Theorie, die aber durchaus zutreffen könnte. Und etwas, das sie vermeiden wollte. Eine verstörte, übermüdete Reisebegleitung brachte ihr nicht viel. Nun galt es, Naras Reaktion abzuwarten…

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Nara Brea » Freitag 14. Mai 2010, 11:09

Nara schlief überhaupt nicht gut. Unruhig warf sie sich von einer Seite zur anderen.
Ihr Kopf formte seltsame Bilder in ihren Gedanken, die sie jagten und denen sie nicht entkommen konnte. Bilder, die Yasminas Jagd in einem übertriebenen Maße darstellten und in denen Nara und Yasmina knöcheltief im Blut wateten. Das Reh schrie noch um Hilfe, doch Yasmina nahm eiskalt ihr Messer und tötete es. Noch mehr Blut floss. Teilweise spritzte es Nara direkt ins Gesicht, sodass man sie kaum noch erkennen konnte.
Das war auch der Moment, in dem Yasmina sich ihr mit einem diabolischen Funkeln in den Augen zuwandte. Langsam, ganz langsam, kam sie auf die Pferdezüchterin zu. Nara wandte sich um und wollte davon rennen. Hinein in den dunklen Wald. Vielleicht konnte sie dort auf einen Baum klettern. Aber Yasmina war im Wald aufgewachsen, während sie nur die weite Ebene des Graslandes kannte. Das würde ihr keinen Vorteil bringen. Aber was blieb ihr denn anderes übrig?
Sie nahm alle ihre Kraft zusammen, um endlich los zu rennen, doch ihre Füße waren schwer wie Blei und bewegten sich keinen Zentimeter. Nara schrie, doch auch das half ihr nicht weiter. Ihr Herz hämmerte ihr in diesem Moment bis zum Hals und Schweiß rann ihren Körper herab.
Yasmina hatte sie in diesem Moment eingeholt...

„Nara, wacht auf… Was ist denn los?“
Ob es Yasminas Frage war, oder ob es an daran lag, dass man im Traum nicht sterben konnte, Nara wusste es nicht, aber sie wachte auf jeden Fall auf.
Als sie die Augen öffnete und Yasmina erkannte, schrie sie erstickt auf. War sie nicht gerade hinter ihr gewesen? Noch im sitzen versuchte sie von Yasmina weg zu robben. Sie wollte nicht geschlachtet werden wie ein normales Wild. Sie wollte doch nur den Auftrag ihres Vaters ausfüllen.
Wieder einmal begannen die Bäume unruhig zu schwanken, obwohl es windstill war.
Nara, die am Rande der Lichtung geschlafen hatte, überlegte sich, ob sie in den Wald fliehen sollte. Ihre grünen Augen waren voller Furcht auf Yasmina gerichtet.

Zu allem Überfluss kam Yasmina jetzt auch noch auf sie zu und ließ sich im Schneidersitz neben ihr nieder.
„Hast du geträumt? Willst du darüber erzählen? Oder ist es dir lieber, ihn erst selbst zu verarbeiten?“
Sofort zog sich Nara noch ein wenig weiter zurück. Wollte Yasmina jetzt etwa mit ihr spielen? Nara hatte sowieso keine Chance gegen die schnelle Jägerin. Sie hatte es ja vorhin gesehen. Sie war wie ein Bluthund sobald sie Blut witterte, stürzte sie sich auf den nächsten. Nara brachte vor Furcht fast kein Wort heraus.
Dafür schwankte der Baum über ihnen immer heftiger. Inzwischen so sehr, dass Nara einfach einen Blick nach oben werfen musste. Doch Yasmina holte ihren Blick gleich wieder zu ihr zurück.
„Wenn du wünschst, halte ich weiter Wache… und ruhe mich bei der nächsten Rast ein wenig aus.“
Nara hatte nicht einmal Zeit über die Worte nachzudenken. Denn in diesem Moment knackte im Feuer laut ein Scheit und kurz darauf stürzte ein Ast, so dick wie drei Arme fast direkt neben Yasmina zu Boden.

Und erst jetzt sah Nara wieder klar. Erschrocken sprang sie auf, dieses Mal jedoch nicht, um vor Yasmina davon zu laufen, sondern um ihr aufzuhelfen. Sie hatte geträumt. Einfach nur geträumt. Ihre Gedanken hatten ihr einen Streich gespielt. Aber wieso war es so schwer für sie gewesen die Jagd Yasminas zu akzeptieren? Lag etwa auch das an ihrer Magie? Nara hatte noch nie von einem Naturmagier gehört, der bei einer Jagd dabei gewesen war.
Sie hielt, noch immer zitternd, Yasmina eine Hand hin:
„Es tut mir so Leid“, stammelte sie, „das... das war meine Magie ich hatte schlecht geträumt. Szenarien von abgeschlachteten Tieren... ich hab das nicht verkraftet,vor allem, weil du dann auch mich gejagt hast.“
Dann lief Nara schnell zu einem Baum. Sie brauchte etwas, wo sie sich abstützen konnte, denn ihre Beine zitterten wie Espenlaub. Dann vergrub sie ihr Gesicht in ihren Händen. Yasmina hätte tot sein können.
„Bei Phaun, ich kann meine Magie nicht kontrollieren. Das ist viel zu gefährlich. Viel zu gefährlich...“

[ooc: Janay, du musst mir dann noch sagen, was du mir für meine Magie abziehst.^^]

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Erzähler » Freitag 14. Mai 2010, 20:23

Nara fand nicht in die Realität zurück. Stattdessen erwachten andere Kräfte in ihr, sodass sie ihre Umgebung beeinflussen konnte. Aber damit nicht genug, wirkte es auch schon verdächtig still um sie herum, als würde selbst die Natur vor Schrecken den Atem anhalten. Alles schien sich verkrochen zu haben, sogar der Kauz, der gerade noch sein nächtliches Lied hatte anstimmen wollen.
Und dann geschah es, der dicke Ast bekamm einen Riss, der sich rasch voran arbeitete, bis die Verbindung zu dem Stamm nicht mehr halten konnte. Er krachte lautstark zu Boden, während zwei aufgeschreckte Eichhörnchen fiepend das Weite suchten, aufgescheucht aus ihrem wohlverdienten Schlaf.
Wäre die junge Tochter des Pferdezüchters nicht sofort wieder ihrer Umgebung gewahr geworden und aufgesprungen, hätte sich Stille über die Lichtung gesenkt, lediglich von dem weiteren Knacken der brennenden Holzscheite durchbrochen. Aber so raschelte es unter Naras Füßen und verursachte Geräusche, die vielleicht ganz gut waren, um die Spannung zu vertreiben und Normalität in die Szenerie zu bringen.
Was danach geschah, all die Worte, die sie ausstieß, sorgten dafür, dass sich die Tiere erst recht nicht wieder zurück zu ihren Schlafplätzen trauten.
Nur ein Lebewesen machte eine Ausnahme dessen, denn es hatte Hunger und fühlte sich nur mäßig bedroht von dem eben Erlebten. Es war ein noch halbwüchsiger, erwachsener Wolf, der sich zuerst umsah, und schließlich sich seiner Beute wieder näherte.
Da sich nun trotz allem Stille über die Lichtung senkte, konnte man das Schmatzen und zerren an den letzten Fleischresten an den Knochen umso deutlicher hören. Ein grauenhaftes Geräusch, das immer und immer wieder erklang und nicht gerade dazu beitrug, die Bilder des Traums vergessen zu machen.
Aber Nara hatte Glück, ihr Gewissen musste sie nicht unnötig belasten, da Yasmina nichts ernsthaftes geschehen war.
Es dauerte schier Ewigkeiten, bis sich ein Kauz dazu aufraffen konnte und erneut seinen Gesang ausstieß. Das war endgültig das Zeichen für das nächtliche Leben im Walde wieder ganz normal weiter zu verlaufen. So war die Natur, sie erholte sich schnell von einem erlebten Schrecken und ging weiter seine normalen Bahnen.


Yasminas und Naras Zustand der Lebensenergie senkt sich bei beiden auf "Leicht verletzt", da die eine Schlafentzug und die andere Magie gewirkt hat.
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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Yasmina Peresen » Donnerstag 27. Mai 2010, 23:42

Als der dicke Ast neben ihr auf den Boden krachte, hob sie rasch die Arme über ihren Kopf, fast so, als hätte diese Geste im Ernstfall etwas gebracht… Erschrocken blickte sie auf den Ast. Ihr Herz raste in ihrer Brust, als wäre sie mehrere Kilometer gerannt und es war ihr nicht möglich, den Blick wieder abzuwenden. Erst, als Nara Worte an sie richtete, blickte sie zu ihr und sie nahm, während sie sprach ihre Hand entgegen.

„Es tut mir so Leid“, gab sie mit zittriger Stimme von sich, „das... das war meine Magie ich hatte schlecht geträumt. Szenarien von abgeschlachteten Tieren... ich hab das nicht verkraftet, vor allem, weil du dann auch mich gejagt hast.“

Mit jedem Wort, das Nara sprach, hoben sich ihre Brauen ein wenig mehr an. Sie zog sich hoch und strich sich ihre Haare zurück. Dann hob sie ihre Mundwinkel ein kleines Stück an und wollte gerade ihre Worte an Nara richten, als diese sich umwandte und zu einem Baum rannte. Besorgt sah Yasmina ihr nach. Sollte sie nun auf sie zugehen oder sie erst einmal in Ruhe lassen? Tröstende oder beruhigende Worte sprechen war nicht Yasminas Stärke, aber Nara so verzweifelt alleine lassen konnte sie jedoch auch nicht. Zögernd ging sie zu ihr und legte Nara ihre rechte Hand auf ihre linke Schulter. Die andere Hand legte sie ruhig in ihren Nacken, ein wenig überlegend, wie sie nun ein Gespräch mit ihr aufbauen könnte.

„Nara…“, begann sie ruhig, aber stockend, „…es ist ja nichts weiter passiert. Beruhige dich, bitte. Ich hätte das Reh vielleicht nicht in deinem Beisein erlegen dürfen…“
Mehr wusste Yasmina nicht zu sagen. Ihr fehlten die richtigen Worte, um als Trösterin zu fungieren. Um mit ihren Worten nicht doch noch schlimmeres anzurichten, zog sie es vor zu schweigen, dafür aber weiterhin bei Nara zu bleiben und ihre Hand auf ihrer Schulter ruhen zu lassen. Vielleicht würde es reichen, wenn sie einfach nur da war und ihr somit zeigte, dass sie weder böse, noch sonderlich verängstigt war. Im Moment bestand ihre größte Sorge darin, dass Nara alleine weiterziehen wollen würde. Nicht, dass sie alleine nicht zu recht käme… viel mehr dachte sie, Nara könne sich alleine verlaufen. Sie traute ihr zwar vieles zu… gerade jetzt nach dem jüngsten Ereignis konnte sie sich fast bildlich vorstellen, wie es um denjenigen stehen würde, der Nara in eine Angstsituation versetzt.

„Bei Phaun, ich kann meine Magie nicht kontrollieren. Das ist viel zu gefährlich. Viel zu gefährlich...“
Yasmina hob ruhig ihre Brauen an. Naras Worte bekräftigen ihre Gedanken und verstärkten somit ihre kleine Sorge. Egal, was die Jägerin nun sagen würde, es würde sicherlich falsch in Naras Ohren klingen, dessen war sie sich sicher. Dennoch musste und wollte sie etwas sagen, einfach um die Stille, die nun zwischen ihnen herrschte und die lediglich von den Geräuschen des Walder unterbrochen wurde, zu beenden. Mit leicht erhobenen Mundwinkeln, die das Lächeln ein wenig gezwungen wirken ließen, sprach sie ruhig gen Nara:„Vielleicht wird dir auf dieser Reise je gewährt, die Kontrolle über deine Magie zu lernen. Ich weiß nicht, wie ich da helfen kann, aber wenn ich es in irgendeiner Art und Weise tun kann… dann lass es mich wissen.“

Kaum hatte Yasmina die Worte ausgesprochen, bereute sie sie fast wieder. Sie hatte keine Ahnung von Magie, wusste nicht, wie sie Nara helfen sollte… Sie kannte sich in den Wäldern aus, liebte die Natur, die sie umgab… aber von Magie, die mit der Natur im Einklang steht, hatte sie keinerlei Ahnung. Aber sie gab sich Mühe, ihre Gedanken von ihrer Mimik zu wischen, sodass nicht deutlich zu erkennen war, was in Yasmina vorging.

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Nara Brea » Dienstag 1. Juni 2010, 15:13

Yasmina versuchte Nara zu beruhigen.
„Es ist ja nichts weiter passiert. Beruhige dich, bitte. Ich hätte das Reh vielleicht nicht in deinem Beisein erlegen dürfen…“
Nara starrte nur stumm auf den Waldboden. Was musste sie nur für ein Klotz am Bein für Yasmina sein! Schon eine solch kleine Jagd machte sie psychisch so fertig, dass Albträume sie jagten und sie selbst im wachen Zustand beinahe in den Wahnsinn trieben. Hing dieses Mitgefühl für all das Leben im Wald vielleicht sogar mit ihrer Magie zusammen? War sie daran Schuld, dass Nara schon solche Kleinigkeiten so fertig machten?
Aber was brachten ihr schon Schuldzuweisungen. Egal was Schuld war, sie hätte Yasmina beinahe wirklich gefährlich verletzt.
Yasmina kam nun näher auf sie zu und legte ihr eine Hand auf die Schulter, zog es aber jetzt vor zu schweigen. Nara zuckte dieses Mal nicht mehr zusammen oder hatte Angst vor der jungen Frau; sie war nun wieder vollständig bei Sinnen.

Yasmina schien gerade auch ziemlich gedankenversunken zu sein. Wie sonst sollte eine aufmerksame Jägerin wie sie nicht erkennen, dass gerade ein junger Wolf zu ihnen auf die Lichtung getreten war?
Nara zuckte nur leicht zusammen, folgte aber aufmerksam mit ihren grünen Augen den Bewegungen des Wolfs. Er schien sich an den übriggebliebenen Fleischresten zu laben und ihnen nichts Böses zu wollen.
Auffällig war auch die Ruhe, die auf einmal im Wald herrschte. War auch das eine Folge ihrer Magie? Nara konnte das kaum glauben. Denn wenn das so war, dann wurde es langsam wirklich gefährlich wenn sie es nicht schaffte ihre Magie endlich zu kontrollieren. Nicht nur für sie, sondern eben auch für andere, wie jetzt zum Beispiel Yasmina.
Um sie nicht noch mehr zu beunruhigen und vielleicht auch weil sie sich der Schuld ziemlich bewusst war, sagte sie nichts zu Yasmina, obwohl der Wolf noch in ziemlicher Nähe war.
Glücklicherweise verschwand er aber auch bald wieder und die Geräusche des Waldes kehrten zurück.

„Vielleicht wird dir auf dieser Reise je gewährt, die Kontrolle über deine Magie zu lernen. Ich weiß nicht, wie ich da helfen kann, aber wenn ich es in irgendeiner Art und Weise tun kann… dann lass es mich wissen“, meinte Yasmina jetzt.
Nara blickte auf. Daran hatte sie noch gar nicht gedacht. Ihre Mutter hatte es ihr immer verboten ihre Magie anzuwenden, doch weil sie es jahrelang unterdrückt hatte, geschahen nun wahrscheinlich diese Dinge.
Aber selbst die Kontrolle darüber zu erlangen; daran glaubte Nara nicht. Sie musste zu einem Lehrmeister gehen, der ihr die Grundzüge der Magie beibrachte. Wie sollte sie es denn lernen, wenn sie keine Ahnung und jahrelang ohne Magie gelebt hatte?
„Ich glaube kaum, dass ich das selbst schaffen kann. Aber vielleicht finde ich ja nach dieser Reise einen Lehrmeister. Das ginge zwar vollkommen gegen den Willen meiner Mutter, aber das so etwas wie gerade geschieht, das will sie sicher auch nicht.“
Jetzt erhob sich Nara und klopfte sich das Gras von den Oberschenkeln. Die Idee mit dem Lehrmeister gabihr neuen Mut und beruhigt sie.

So schenkte sie Yasmina jetzt auch ein dankbares Lächeln.
„Du kannst dich jetzt zur Ruhe legen. Ich übernehme die restliche Wache.“
Auch wenn Nara sich ziemlich ausgelaugt fühlte, was wohl an ihrer Magie liegen mochte, so war es verabredet gewesen, dass sie die zweite Wache übernahm. Immerhin hatte sie jetzt ein paar Stunden Schlaf gehabt, wenn es auch nicht sonderlich erholsam gewesen war.
„Ich hoffe du kannst trotzdem schlafen, auch wenn eine verrückte... naja, nicht Magierin... ach egal, auch wenn eine Verrückte über dich wacht“, fügte sie noch hinzu, ehe sie sie sich auf einem Baumstumpf nieder ließ, auf dem sie die Lichtung gut im Blick hatte.

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Erzähler » Freitag 18. Juni 2010, 23:29

Der Zwischenfall hatte die beiden jungen Frauen aufgewühlt, jede auf ihre Weise und mit den ihr eigenen Konsequenzen. Würde so etwas wieder geschehen? Oder könnte sich Nara an die Umgebung mit all ihren Geräuschen gewöhnen, sodass es in der nächsten Nacht schon besser... sicherer wäre? Könnte es sein, dass es wirklich nur an dieser einen Jagd gelegen hatte, an den Gefühlen, die sie für das tote Tier empfunden hatte, sodass es nicht wieder soweit käme, wenn Yasmina kein weiteres Reh erlegte?
Wie auch immer, das sollte Nara wirklich rasch heraus finden, um solche Zwischenfälle in Zukunft zu vermeiden. Schließlich wollte sie ihre Begleiterin doch nicht verletzen! Und ihrer Umgebung schaden lag ja auch nicht in ihrer Absicht.
Aber könnte die andere jetzt überhaupt noch schlafen, mit der Erinnerung an den Ast? Oder würde sie aufgrund der Angst, die sie verständlicherweise nun fühlen könnte, nicht zur Ruhe kommen? Die Nacht würde noch ein paar Stunden dauern und sie bräuchte die Energie.
Wäre Nara der Aufgabe gewachsen, Wache zu halten?
Der Wolf hatte sich, gesättigt, wieder verzogen und die beiden Frauen nicht einmal wirklich beachtet. Vielleicht hätten sie ja weiterhin Glück und es gäbe keinen Angriff eines wilden Tieres, den sie eventuell nicht abwehren könnte.
Aber die junge Tochter des Pferdezüchters wollte ehrlich helfen und es bestand kein Zweifel daran, dass sie sich bemühen würde.
Allerdings... würde sie nicht durch ihre eigenen Schuldgefühle, die sie nun hatte, abgelenkt werden in ihrer Aufmerksamkeit? Schließlich konnten Gedanken einen die Gegenwart durchaus vergessen lassen.
Ob Yasmina ihr diese gefährliche Aufgabe der Wache tatsächlich zutrauen konnte?
Es gab also genügend Gründe für die Jägerin, sich nicht zur Ruhe zu legen, sondern weiterhin aufzubleiben. Dann könnten sie auch miteinander reden und vielleicht zusammen auf den Ursprung von Naras Ausbruch kommen. Wäre da nicht jener Punkt, dass der nächste Tag ebenfalls anstrengend werden würde und auch Yasmina ihre Zeit der Erholung bräuchte.
Was also sollte sie tun? Sollte sie Nara diese schwierige Aufgabe zutrauen und sich um Schlaf bemühen oder sollte sie es gleich gar nicht wagen, sondern wach bleiben? Oder würde sie ihre Begleiterin dadurch kränken und erst recht nichts erreichen? Und was würde Nara überhaupt davon halten?
Denn, selbst wenn beide nun sich keinen Schlaf gönnten, weiter konnten sie ohnehin noch nicht ziehen zu dieser Uhrzeit. Es war zu dunkel und der Wald außerhalb des Lichtkreises des Feuers einfach zu gefährlich.
Also, was tun?
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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Yasmina Peresen » Montag 19. Juli 2010, 14:01

Sachte hob Yasmina ihre Brauen an. „Sag nicht sowas Nara. Du bist nicht verrückt. Du beherrscht nur etwas nicht, was in dir schlummert“, erklärte Yasmina ihr mit einem leichten Lächeln. Sie wusste nicht, was sie sonst hätte sagen können. Sehr aufbauend klangen ihre Worte selbst für sie nicht...

Etwas zögerlich ging Yasmina an das Feuer, neben dem sie sich nieder ließ. An Schlaf konnte sie in diesem Moment aber nicht denken. Die jüngsten Ereignisse machten sie stutzig, ließen sie leicht nervös werden, obwohl sie sonst eine ruhige Person war. Sie schüttelte kurz den Kopf und bettete ihn auf ihren Arm, den sie als Kissen nutzte. Die Jägerin musste wenigstens versuchen, ein bisschen Schlaf zu finden, bevor der Morgen graute und sie ihre Reise fortsetzten.

Für einen kurzen Augenblick war Yasmina sogar eingeschlafen, doch im Traum sah sie sich unter einem mannsdicken Ast begraben, schmerz durchzuckte ihren Körper und sie schreckte auf, ihren Körper mit ein wenig Angst in den Augen betrachtend. Es war nichts geschehen. Sachte rieb Yasmina sich über das Nasenbein. Für Nara wäre ihr unruhiger Schlaf sicher keine große Hilfe, sondern eher ein Hindernis. Yasmina selbst verfluchte sich. Sonst war sie ruhig, ließ sich durch nichts verunsichern, war stark und biss sich durch, wenn es sein musste. Warum war sie ausgerechnet jetzt so verunsichert und unruhig? Das konnte doch nicht allein von dem Vorfall vorhin zu tun haben… Oder doch? Yasmina kannte es nicht, von jemanden begleitet zu werden und noch weniger wusste sie, wie sie mit Nara nun umgehen sollte, wo doch der Zwischenfall vielleicht sogar zwischen ihnen stand. Sachte erhob sich ruhig von ihrem Schlaflager und sie streckte sich ruhig. Während Nara ihre Wache hielt, warf Yasmina einen Blick auf sie, beobachtete sie still und neigte den Kopf zur Seite. Wenn man Nara so sah, vermutete man nicht die Kraft, die in dieser Frau steckte und gezähmt werden musste. Sie überlegte, ob sie nicht zu ihr gehen sollte…doch sie entschied sich dagegen. Es wäre wohl besser, Nara nun erst einmal in Ruhe zu lassen. Verunsichert legte Yasmina sich wieder hin und ihr Blick war auf das Feuer gerichtet. In Gedanken versunken betrachtete sie die Flammen, wie sie um das Holz tanzten und sich in die Höhe begaben.

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Nara Brea » Freitag 30. Juli 2010, 15:57

Yasminas Worte konnten Nara nat+rlich nicht sonderlich aufbauen. Viel zu groß waren die Schuldgefühle. Sie blickte Yasmina gedankenverloren hinterher, als sich diese daran machte sich schlafen zu legen.
Nara fühlte sich schlapp und ausgelaugt. Wie immer, wenn sie gegen ihren Willen Magie wirkte. Es war ein Hindernis, das sie belastete. Hätte sie gegen den Willen ihrer Mutter gehandelt und hätte sich in eine Ausbildung begeben, so wäre das niemals geschehen. Warum hatte sie nur so auf ihre Mutter gehört? Sonst interessierte es sie doch auch nicht, was andere dachten und sie ging einfach ihren Weg. Aber die Angst und die Sorge in den Augen ihrer Mutter hatten sie wohl damals überzeugt. Das war jetzt schon eine ganze Weile her und eigentlich war Nara alt genug, um selbst zu entscheiden, was sie tat und was lieber nicht.
Sie warf einen Blick hinüber zu Yasmina, die kaum ruhigen Schlaf zu finden schien. Natürlich nicht, denn wer wusste schon, ob Nara sie nicht im Schlaf mit ihrer Magie erschlug? Ein Schauer lief der Rothaarigen über den Rücken. War das das, was ihre Mutter immer verlangt hatte? War es das, was sie wollte? Eine Tochter, von der ein unkontrollierbares Risiko ausging, nur weil ihrer Mutter damals eine Fehler unterlaufen war.
Nara schüttelte unwillig den Kopf. Zum ersten Mal kamen ihr Zweifel an der Entscheidung ihrer Mutter. Es war nicht gut Magie einfach so unkontrollierbar in sich zu haben. Und sollte sie eines Tages den Hof ihrer Eltern übernehmen, so machte es auch bestimmt einen schlechten Eindruck, wenn man nicht wusste, ob man heil aus einer Besprechung mit dem Besitzer wieder heraus kam.
Doch Nara wollte sich jetzt nicht zu sehr ablenken lassen. Möglichst aufmerksam ließ sie den Blick über die Lichtung schweifen. Den Wolf von vorhin noch gut im Kopf. Dennoch konnte sie nicht verhindern, dass ihr von Schuld geplagtes Gewissen immer wieder zu dem Vorfall zurückkehrte, egal wie sehr sie sich dagegen stemmte.

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Erzähler » Samstag 7. August 2010, 15:43

Diese Nacht hatte in ihrem Verlauf bisher einiges zu bieten gehabt, nur keinen erholsamen Schlaf, für beide junge Frauen nicht. Das würde sich vermutlich auf ihre Kräfte und die Reisegeschwindigkeit am nächsten Tag auswirken, jedoch jetzt war daran nun einmal nichts zu ändern.
Auf der einen Seite war es klar, dass Yasmina sich nicht ausreichend genug entspannen konnte, um in einen tiefen Schlummer zu fallen, da sie nicht vorher sehen konnte, ob ein nächster Ast sie dann treffen und ernsthaft verletzen könnte oder nicht. Und auf der anderen Seite hatte Nara durch ihren Alptraum keine sonderlich gute Erholung bekommen und wurde nun verständlicherweise von ihrem schlechten Gewissen geplagt. Das war kein geeigneter Start für eine Reise zu zweit.
Aber was sollten die Beiden sonst machen? Nara kannte sich hier nicht aus und es war fraglich, ob sie längere Zeit tatsächlich sich würde behaupten können im Wald, vor allem, wenn sie am übernächsten Tag in den Urwald gelangen würde. Natürlich hatte sie da noch ihren Proviant, jedoch würde sie den verteidigen können, sollten wilde Tiere auf sie aufmerksam werden? Und wie sah es mit der Kontrolle ihrer magischen Fähigkeiten, die in ihr schlummerten, aus? Sie hatte ja zuvor erlebt, was allein ein Alptraum bewirken konnte.
Das genau war allerdings der Punkt, der Yasmina erheblichen, berechtigten Grund zur Sorge geben sollte. Wie konnte sie in der Nähe ihrer neu gefundenen Freundin sicher sein, wenn diese sich nicht beherrschen wusste? Doch allein lassen wäre auch nicht die rechte Lösung, immerhin müsste sie sich dann Vorwürfe machen, sollte der anderen irgendetwas passieren.
Die Situation war und blieb verzwickt, wie man sie drehte und wendete, für jede von ihnen.
Da war es lediglich eine Erleichterung zu wissen, dass sie in wenigen Tagen in der Elfenstadt Shýana sein könnten, wo man sich Naras Magie annehmen und sie wenigstens in den Grundzügen schulen könnte. Dort könnte Yasmina wirklich aufatmen. Oder vielleicht schon im Dorf der Tabiki im Urwald? Nun ja, es würde sich zeigen und auch, ob es Sinn machte, dass die Beiden vorerst beisammen blieben oder nicht.
Im Moment zog sich die Zeit der Nachtstunden einfach nur träge dahin, wie eine zähe Flüssigkeit, die man nicht mal im Ansatz würde zu sich nehmen wollen. Das Feuer prasselte und wurde dennoch immer kleiner und kleiner, ein Zeichen dafür, dass die Minuten trotz allem doch verstrichen.
Nara hingegen hatte eine friedliche Wache, denn kein Tier kam mehr in die sichtbare Nähe der Beiden. Ab und zu raschelte es im Unterholz oder knackte etwas, allerdings war nichts Bedrohliches darunter.
Schließlich brach allmählich der Tag an. Zuerst war es lediglich daran zu erkennen, dass die ersten Vöglein erwachten und das auch gleich lautstark bekannt geben mussten. Auch zogen leichte Nebelschwaden auf, die sich jedoch bald wieder verflüchtigten. Dadurch und durch die vorerst noch vorhandenen Wolken war nicht so deutlich am Himmel zu sehen, dass die Sonne den Horizont inzwischen erreicht hatte und dabei war, über ihn zu treten.
Es geschah gefühlsmäßig derart langsam, bis alles klar und deutlich wurde, dass die Aufgangszeit beinahe schon vorüber war und der Morgen längst angebrochen war, als es abrupt hell wurde.
Als hätte Yasmina es berechnet, verlosch auch nun erst das Lagerfeuer endgültig.
Das letzte sichtbare Zeichen dafür, dass es an der Zeit war, die Glieder zu strecken, wieder aufzuwachen und womöglich einen kleinen Happen aus dem mitgebrachten Proviant zu sich zu nehmen vor dem endgültigen Aufbruch. Dann könnten sie noch vor dem Mittag den Fluss Euwin erreichen, sich einen Rastplatz für eine halbe Stunde oder dergleichen suchen, ein bisschen was trinken und sich vielleicht notdürftig säubern. Allerdings nur, wenn sie nicht trödelten.
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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Yasmina Peresen » Dienstag 7. September 2010, 17:09

Mit den ersten Strahlen und dem Erlischen des Feuers erhob Yasmina sich von ihrem Nachtlager, was sie eigentlich nur nutzte, um die Augen kurz zu schließen und zu denken... Müde war sie, jedoch versuchte sie, es sich nicht anmerken zu lassen. Sacht reckte sie die Glieder von ihrem Leib fort und sie strich sich die blonden, zerzausten Haare zurück. Über ihre Feuerstelle schüttete sie etwas Erde vom Waldboden, nur für den Fall, dass tief im Holz noch eine Glut vor sich hin glimmte, die jederzeit entfachen und eine Gefahr für Tiere oder gar den Wald bedeuten könnte. Eigentlich dürfte so etwas nicht passieren, doch in diesem Sinne befand Yasmina, dass Kontrolle besser war als Vertrauen.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser..., schoss es Yasmina durch den Kopf und sie betrachtete Nara kurz. Innerlich fühlte sich die Jägerin unwohl wie nie zuvor, hatte der Vorfall sie im Endeffekt doch mehr schockiert, als sie es zunächst annahm. Eigentlich, so dachte sie, sollte die Reise einfach weiter gehen, damit sie nicht in Verzug mit ihrer geplanten Zeit kamen. Auf der anderen Seite fiel es ihr schwer, einfach weiter zu gehen und so zu tun, als wäre nichts gewesen. Es dauerte einige Augenblicke, bis Yasmina den Kopf schüttelte.Wie willst du sie schon kontrollieren, du Dummerchen... Dein Leben Gewaltsam in Gefahr bringen und hoffen, dass sie dich mit ihren unkontrollierten Mächten hilft?, fragte sie sich in Gedanken. Sie schalt sich ein dummes Reh, war sie doch sonst nicht so verunsichert gewesen. Aber war ihre Unsicherheit nicht auch irgendwo nachzuvollziehen?
Wieder ging ein häftiges Kopfschüttelt von ihr aus... Reiß dich zusammen!, rief sie sich selbst zur Vernunft und sie wandte sich Nara zu, ein sachtes Lächeln auf den Lippen tragend. Mit ruhigen Schritten kam sie auf sie zu. "Guten Morgen Nara", sagte sie ruhig, während sie in ihrem Proviantbeutel kramte und sie sich sacht neben ihr nieder ließ. "Was hälst du davon, wenn wir uns nun ein kleines Frühstück gönnen und dann einen neuen Beginn unserer Reise in Angriff nehmen?", fragte die junge Jägerin. Dass sie mit dem Neubeginn in Betracht zog, nicht mehr vor Naras Augen zu jagen und sich selbst nicht mehr in Gefahr zu bringen, erwähnte sie natürlich nicht... Sie rechnete damit, dass Nara ihre Worte nich all zu negativ sah sondern ebenso positiv wie sie selbst. Bis zu der Elfenstadt wollte Yasmina das Geschehen der letzten Nacht nicht mehr bereden. Es war sowohl für sie, als auch für Nara wohl das Beste.

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Gestalt » Dienstag 5. Oktober 2010, 11:22

occ: Da sich Nara weder gemeldet, noch sonst wie gezeigt hat, dass sie ihren Char gerne wieder hätte, verwende ich ihn nun als NPC.

Nara hatte kaum noch ein Auge zugetan in dieser Nacht, nicht nur, weil sie selbst noch von ihrem eigenen Ausbruch schockiert war, sondern auch, weil sie versprochen hatte, Wache zu halten. Schlafen zu wagen war einfach für sie zu riskant gewesen.
Was schließlich wäre passiert, wenn sie wieder einen Alptraum gehabt hätte? Nein, sie hoffte lediglich, dass es bald einen Ort gab, wo sie ihre neue Freundin nicht in Gefahr brachte. Aber... ob es den überhaupt gab, solange Yasmina in ihrer Nähe wäre? Da war sich die junge Tochter des Pferdezüchters nicht mehr sicher.
Entsprechend allerdings sah sie auch aus, Ringe unter den leicht geröteten Augen, blass im Gesicht und zerzaustes Haar, als sie müde blinzelnd aufblickte, da die andere zu ihr getreten war.
Etwas mühsam rang sie sich ein Lächeln ab. "Guten Morgen.", erwiderte sie und konnte nichts dagegen machen, dass sie ein wenig nuschelte.
So ganz in der Wirklichkeit war sie noch nicht angekommen, dafür jedoch machte ihr Körper bemerkbar, dass er Erholung brauchte. Das Gähnen konnte sie nicht unterdrücken, sondern sich nur die Hand vor ihren offenen Mund hinhalten.
Es war ausgiebig, dauerte mindestens geschätzte Ewigkeiten und war ihr am Schluss sogar peinlich, sodass sie sich kleinlaut dafür entschuldigte.
Danach nickte sie. "Einverstanden... und dass wir hoffentlich auch einen besseren Verlauf dadurch kriegen." Das schlechte Gewissen stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben.
Nara konnte sich einfach nicht helfen, sie knabberte hart daran, was sie allein eines Alptraums wegen getan hatte. Und noch schlimmer war es zu wissen, was hätte sein können, wenn Yasmina weniger Glück gehabt hätte. Nein, das schnürte ihr eindeutig noch immer die Kehle zu.
Da sie selbst merkte, wie gut es wäre, das Thema zu wechseln, legte sie den Kopf in den Nacken und spähte hinauf zum Himmel. "Glaubst du, wird es heute regnen?", fragte sie die andere, weil ihr nichts besseres einfiel.
Die Wolken waren zwar nicht sonderlich dunkel, eher noch fast weiß, aber sie bedeckten fast den gesamten Himmel. Auch ging etwas Wind, nicht ganz so böig, wie dies wohl gerade im Heimatdorf von Yasmina der Fall wäre, allerdings dennoch deutlich spürbar, sodass sich Nara in ihre Decke etwas dicker einwickelte.
"Es wird nicht sehr warm heut werden.", murmelte sie seufzend und befürchtete schon, dass sie bald einen Schnupfen bekommen würde.
An sich natürlich nichts, wovon sie sich aufhalten lassen würde, jedoch etwas, das sehr ärgerlich und lästig werden konnte. Denn mindestens einmal im Jahr lief ihre Nase und dann war das Fieber nur selten weit. Hoffentlich würde sie diese Reise gesund überstehen und nicht auch noch der anderen die Bürde auflasten, sie zu pflegen.
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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Yasmina Peresen » Dienstag 9. November 2010, 20:20

Es tat Yasmina schon fast ein wenig leid, dass sie Nara mit diesem kleinen Funken Misstrauen betrachtete. Sie konnte nichts für ihre Kräfte und doch fürchtete Yasmina, Nara könne einen weiteren Ausfall ihrer Kräfte erlangen, welches die Reise ein weiteres Mal erschwerte. Das Gähnen Naras ließ die junge Jägerin kurz mitleidig lächeln. Sie musterte die Pferdezüchterin und Freundin eine Weile und sie war besorgt. Nara hatte so gut wie keinen Schlaf erhalten und der Mangel daran zerrte deutlich an ihrem Wohlbefinden, aber auch an ihrem Äußerlichen. Die Augen waren rot, das Haar zerzaust und die Haut blass. Yasmina konnte nur hoffen, dass Nara nicht mitten auf dem Weg zusammen brechen würde… Es würde erneut aufhalten und wer konnte schon wissen, was dann mit Naras Kräften geschehen würde? Würden sie sich erneut selbstständig machen und Yasmina als Feind der Pferdezüchterin darstellen?
Auf Naras Frage hin blickte sie hinauf in den Himmel… Jener zeigte nicht einmal ein kleines Stück blauen Himmels, sondern war weiß vor Wolken. Lange hielt sie den Kopf angehoben. „Wenn wir Glück haben…“, sprach sie ruhig gen Nara, „werden wir über Tag trocken bleiben. Um die Nacht mache ich mir mehr Sorgen.“ Ihre Worte wirkten ein wenig abwesend. Nun also auch noch ein bevorstehendes Unwetter… Der Wind zog kühl um Yasmina und Nara herum und die Jägerin betrachtete ihre Reisegefährtin mit einigen Bedenken. Schon jetzt kuschelte sie sich in ihre Decke, dabei war es noch nicht einmal sehr kalt. Die Müdigkeit Naras, ihre unkontrollierten Fähigkeiten und ihre scheinbare Empfindlichkeit das Wetter betreffend ließen in Yasmina Zweifel über den Erfolg dieser Reise aufkeimen. Sie würden sicherlich an ihr Ziel kommen… doch wohl eher später als geplant. Viel später vielleicht sogar. Allein schon, um Nara nicht mutwillig erkranken zu lassen, würde Yasmina heute eine lange Pause einrichten müssen, die über einige Stunden ging. Nara musste ihren Schlaf dringend nachholen, die Gefahr sie sonst bei einer schwierigen Strecke zu verlieren im dichten Gestrüpp war ihr einfach zu groß. Ruhig richtete sie ihr Augenmerk auf Nara. „Wir sollten bald aufbrechen… Die Reise wird anstrengend werden“, waren die einzigen Worte, die Yasmina an sie richtete, bevor sie sich erhob und ihre Kleidung ein wenig zurecht rückte. Ob Nara schon zum Aufbruch bereit war, war eine andere Frage…

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Re: Beginn einer gemeinsamen Reise

Beitrag von Gestalt » Freitag 19. November 2010, 20:09

Wäre Nara nicht so müde gewesen und hätte sie den Blick der anderen bemerkt, hätte sie sich vermutlich denken können, was dieser durch den Kopf ging. Was sie ihr auch nicht einmal verübeln konnte, denn es stimmte ja irgendwo. Sie war unkontrollierbar, wie sich heraus gestellt hatte, und somit gefährlich. Ihre Mutter hätte sie nicht so von ihren Kräften abschirmen sollen, dann wäre das heute Nacht nicht passiert. Andererseits hatte sie auch noch nie solch einen Alptraum gehabt bisher oder war bei einer Jagd direkt dabei gewesen. Ihre Seele wurde mit diesen neuen Eindrücken nicht schnell genug fertig, sodass Yasminas Angst leider berechtigt war. Sie war eine Bedrohung, ohne selbst zu wissen, wann der Vulkan wieder ausbrechen würde.
Allerdings war sie viel zu schläfrig, um diese Gedanken wieder zu spinnen oder gar ihnen Beachtung zu schenken. Am liebsten hätte sie noch lange weiter geschlafen und einfach vergessen, was sie erlebt hatte.
Dass sie auf dem Weg zusammen brechen und die Jägerin aufhalten könnte, würde sie sofort verneinen, würde sie das gefragt werden. Es war nicht das erste Mal, dass sie den Tag mit wenig Schlaf bewältigen musste und es auch können würde, weil sie es sich vornahm. Auch wenn sie sich es anders wünschte, körperlich schaffen würde sie es. Immerhin hatte sie nicht schon mehrere Tage diesen Entzug hinter sich und obendrein würde sich bestimmt wieder mehr Freude einstellen, sobald sie auf dem Weg wären, weiter zu ihrem Abenteuer, gemeinsam. Obwohl sie eben nicht danach aussah, noch nicht.
Nun hatte sie es geschafft und das Schweigen durchbrochen, wenngleich die Antwort nicht gerade aufbauend war.
Ihr Blick glitt ebenfalls in die Höhe und sie verzog ihr Gesicht leidend. "Ich hoff, ich kann das noch, einen Unterstand bauen.", murmelte sie leise und nachdenklich.
Früher hatte sie so etwas gern gemacht, jedoch nicht in einem wirklichen Wald, sondern mit Feuerholz, das noch nicht zusammen geschnitten worden war. Aber das war lange her und sie hatte immer die passenden Teile bekommen...
Der Wind ließ sie frösteln und die Decke noch enger um sich ziehen, sowie er sie aus ihren Gedanken zurück holte. Welchen Überlegungen die andere nachhing, davon hatte sie keine Ahnung.
Ihr Blick wollte sich stattdessen im Feuer verlieren, als könne es hypnotisieren. Doch davon hielt sie Yasmina noch rechtzeitig ab, verhinderte, dass ihr die Augen zufielen, indem sie aussprach, was jetzt zu tun wäre.
Ein müdes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen und sie nickte. "Ja... besser, wir gehen bald los.", stimmte sie zu und rappelte sich ebenfalls auf. Auch wenn ihre Knochen etwas schmerzten von dem unbequemen, langen Sitzen und sie erst ein paar Schritte machen musste, um gerade stehen zu können.
Allerdings konnte sie so wenigstens ein bisschen die Müdigkeit vertreiben.
Fragend sah sie zu Yasmina. "Und in welche Richtung müssen wir?" Mit dem stummen Zusatz in den Augen: Was von hier soll ich wie machen, um wenig Spuren zu hinterlassen?
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