Ankunft

Nordöstlich der Schlucht befindet sich eine magische Stadt. Hier hausen die mächtigsten Magier Celcias, doch leben sie sehr abgeschottet und desinteressiert an anderen Völkern und Kulturen. Sie sind ein egoistisches Volk und widmen sich nur ihrer Magie.
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Ankunft

Beitrag von Erzähler » Sonntag 26. April 2009, 15:20

TBC Janay & NPCs Nell, Alex und Belle: Das Königreich Jorsan - Die Hauptstadt Jorsa - Auf den Straßen Jorsas

So reisten sie zwar langsam, aber doch in einem steten Tempo weiter. Passierten das Königreich Grandessa, wobei sie dicht an der westlichen Grenze blieben, durchquerten den Wald Kapayu, ebenso wie die Wälder Neldoreth, Sarius und Arus in steter nordwestlicher Linie, wobei sie in etlichen Dörfern Halt machten und stets erstaunlich freundlich begrüßt wurden. Nell war anscheinend wirklich bekannt und beliebt. Bis sie schließlich nach Westen abbogen und durch das Grasland auf die Stadt Zyranus zufuhren. Langsam hatte sich das Wetter gewandelt. Es war wärmer geworden. Da sie aber auch etliche Monde unterwegs gewesen waren, wunderte das nicht wirklich.

Es war ein angenehm warmer Tag, selbst so kurz vor der Dämmerung, als sie die Stadttore Zyranus passierten und in Richtung Schenke rollten. Vor jener stoppten die Esel und wedelten fröhlich mit den Ohren. Schnell hatte Nell ihre Nähutensilien im Wagen verstaut und streckte sich mit einem zufriedenen Laut. „Wir machen dann mal einen kleinen Stadtbummel. Mal schauen, ob noch ein interessantes Geschäft offen hat.“ Auch das war eine kleine Tradition des Trios. In jeder Stadt vertraten sie sich am ersten Abend erst einmal die Beine, wobei es Janay jedes mal frei stand, sie zu begleiten oder alleine loszuziehen. Schnell landeten noch Wasser- und Futtereimer vor den Eseln, dann brachen die Drei auf. Alex und Belle fröhlich vorne weg und Nell wie immer etwas langsamer hinterher. Auch wie die Male zu vor, stand es Janay nun frei, sich ihnen anzuschließen.

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Re: Ankunft

Beitrag von Janay » Sonntag 26. April 2009, 19:09

Rasch war Janay zu der Überzeugung gekommen, dass ihre Entscheidung richtig gewesen war. Es war recht bequem, in einem Wagen reisen zu können und nicht Fuß gehen zu müssen. Auch wenn sie wohl keinerlei Zeiteinsparungen hatte, so war diese Art voran zu kommen ihr eindeutig lieber, als es diejenigen gewesen waren zuvor.
Hinzu kam, dass sie ihre Vorräte nicht derart stark strapazieren musste, wie es alleine der Fall gewesen wäre.
Auch war die Gesellschaft überraschend angenehm, vor allem, weil der Junge nicht ständig an ihr hing und Nell nicht immer plaudern musste.
Manchmal kam ihr sogar das schlechte Gewissen, weil von ihr so gar nichts zum Beitrag aller verlangt wurde. Anfangs war es ihr zwar leicht unangenehm gewesen, doch da hatte noch ihr Egoismus über dieses Gefühl gesiegt. Sie hatte einfach zu lange schon als Freudenmädchen gelebt, als dass sie Vorteile für sich selbst nicht kurzerhand annehmen würde.
Allerdings mit der Zeit hatte sich daran etwas geändert und inzwischen hatte sich in ihr der Wille festgesetzt, es den Drein irgendwie zu vergelten. Womöglich würde ihr auch irgendwann und irgendwie ein "Danke" über die Lippen kommen. Doch dafür wollte sie auch ein wenig Geld verdienen, um ihre kleine Barschaft nicht zu sehr verkleinern zu müssen. Und da sie inzwischen wusste, dass sie einige Tage hier bleiben würden, wobei sich Nell vielleicht auch zu einer minimalen Verlängerung überreden ließ, hatte sie auch einige Nächte Zeit dafür.
Bisher wussten weder Nell, noch Alex, was sie beruflich machte und seltsamerweise wollte sie ihnen das auch nicht sagen. Obwohl... so abwegig war das auch nicht nach den letzten Ereignissen. Ob Janay wollte oder nicht, sie hatte die Drei auf ihre eigene Art ein klein wenig lieb gewonnen und wollte nicht mit Ablehnung konfrontiert werden. So etwas passierte nur zu leicht und selbst ihre Kunden waren offiziell ihren bezahlten Geliebten gegenüber nicht immer freundlich gesinnt. Da war es verständlich, dass sie ihren Beruf somit als Geheimnis wahrte und nicht wollte, dass es so rasch heraus kam.
Eine Ausrede wäre jedoch schnell gefunden, denn sie hatte vor, ihre Dienste in einer Schenke anzubieten, so wie bisher auch immer. Dadurch würde sie einfach behaupten können, dass sie ein wenig kellnerte, als Aushilfe quasi. Zwar war es ihr etwas unangenehm, die Beiden anlügen zu müssen, sofern es sich ergeben würde, aber eine andere Möglichkeit sah sie nicht.
Und von dem verdienten Geld würde sie in dieser Stadt dann nach etwas suchen, was sie den Beiden als Dankeschön geben könnte.
Hier bleiben würde sie wahrscheinlich nicht. Obwohl sie schon geraume Zeit auf Reisen war, hatte die junge Frau noch nicht das Bedürfnis, an einem Ort wieder haften zu bleiben für einige Monate. In ihrer Vergangenheit hatte sie sich stets rascher für solche Schritte entscheiden müssen, jedoch war sie da auf sich allein gestellt gewesen, sowohl was ihre Vorräte als auch ihre körperliche Verfassung anging. Allerdings jetzt hatte sie den Vorteil, dass sie gefahren wurde und dadurch war alles irgendwie... angenehmer.
Dass auch ein kleiner Teil von ihr sich noch nicht von der angenehmen Gesellschaft trennen wollte, verdrängte sie. Janay war so lange alleine, ohne tatsächliche oder angehende Freunde gewesen, dass sie ihre Nähe nun, wo sie diese hatte, nicht so früh wieder aufgeben wollte.
Also würde sie wohl noch länger mit ihnen herum ziehen, wahrscheinlich so lange, bis sie irgendwann wieder nach Jorsan fahren würde, wo sie keinen Fuß mehr hinein setzen wollte. Es war ihr zu riskant, solange keine andere Chance hatte sich zu verteidigen, als mit Mut und viel, viel Glück.
Inzwischen hatte Nell den Wagen angehalten, zufällig direkt vor einer Schenke. Ihre drei Begleiter wollten, wie immer, sich hier umsehen und vielleicht ein wenig einkaufen gehen.
Die junge Frau war zwar eingeladen, sie zu begleiten, aber ihr Plan stand bereits fest und sie wollte die Zeit anders nützen. So verneinte sie, lächelte jedoch, was in den letzten Tagen und Wochen öfters als seit langem vorgekommen war, und meinte, sie würden sich später dann wieder sehen.
Zuerst wartete sie, bis die anderen außer Sichtweite waren.
Kaum war das geschehen, kletterte geschickt herunter und besah sich die Schenke flüchtig von außen.
Gut, sie wirkte nicht herunter gekommen und so, als könnte sie dort einiges verdienen. Und der Wirt würde sie schon einstellen für ein paar Tage, da war sie sich sehr sicher.
So nickte sich Janay selbst zu und setzte ihr Vorhaben in die Tat um.


Janay betritt den: Der Schankraum
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Re: Ankunft

Beitrag von Janay » Dienstag 21. Juli 2009, 08:34

Janay kommt von: Der Schankraum


Es war still geworden, als hätte sich mit dem Tageslicht auch das Leben aus den Straßen zurück gezogen. Zu ihrer Erleichterung aber stand der Wagen ihrer Bekannten noch immer vor dem Wirtshaus.
Die Schatten ausnützend schlich sie zu dem Eingang hinten davon und verschwand ohne zu zögern in dem Gefährt.
Erst, als sie die Tür hinter sich zugezogen hatte, sprach sie leise, als könne sie sonst zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen:"Nell? Alex? Ist jemand von euch da?"
Sie hoffte es und auch, dass sie ihr diesen Gefallen noch tun würden!
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Re: Ankunft

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 22. Juli 2009, 20:31

Eine kleine, schmächtige Gestalt hob erstaunt den Kopf. Es war Alex, der auf dem Boden gesessen hatte und in einem schon ziemlich zerfledderten Buch gelesen hatte. Seine schwarzen Augen weiteten sich erfreut, als er Janay erkannte.
„Janay... schön dich zu sehen“, meinte er zwar wie immer langsam, aber doch erfreut.
Aus einer der hinteren Ecken erhob sich jetzt auch eine Gestalt, die deutlich größer war als Alex. Es handelte sich zweifelsohne um Nell. Sie legte ihr Schneiderzeug beiseite und kam zu den Beiden.
„Janay, was hast du denn so lange gemacht? Warst du die ganze Zeit im Wirtshaus?“
Erstaunt hob Nell die Augenbrauen.
Bell, die Hündin hatte wohl schon geschlafen, deswegen tapste sie ziemlich spät und auch eher etwas ruhiger in Janays Richtung, leckte aber dennoch freudig deren Hände.

„Es ist schon spät“, sagte Nell resolut zu Alex, während Bell Janay begrüßte. „Es wird Zeit für dich ins Bett zu gehen, kleiner Mann.“
„Aber es ist... gerade so spannend!“, stöhnte Alex. Er war trotz seiner langsamen Sprache enorm intelligent und liebte das Lesen.
Murrend machte er sich bettfertig. Nell gab Janay erst gar keine Zeit ihr von ihrem Vorhaben zu erzählen. Sie hatte es ihr vorher angesehen, dass der Dunkelelfe etwas auf dem Herzen lastete.
„Lass uns gleich reden, draußen ist es für die Zeit des Wandels noch angenehm warm... WAS hast du denn da?!“, unterbrach sie sich dann aber selbst.
Sie und Alex hatten gedacht, dass Janay in dem Korb Kleidung oder Essen transportierte. Erst jetzt war Nell aufgefallen, dass sich darin zwei Kinder befanden. Alex kam auch schon neugierig näher, doch eher er einen Blick auf die Kleinen werfen konnte, wies ihn Nell zurecht.
„Du gehst ins Bett, junger Mann!“
Ein paar unschöne Worte murmelnd verzog er sich ins Bett. Dann öffnete Nell die Tür.
„Ich glaube, wir müssen wirklich dringend reden!“

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Re: Ankunft

Beitrag von Janay » Donnerstag 23. Juli 2009, 15:37

Ohne, dass sie es bewusst getan hätte, begann die junge Frau leicht zu lächeln, als sie warm von dem Jungen begrüßt wurde. Er war ihr zuerst nicht aufgefallen, aus dem einfachen Grund, da ihre Augen sich noch nicht auf den Boden gerichtet hatten.
Als sich nun hinter ihm auch noch jemand erhob, richtete sich ihr Blick indes sofort auf den Schatten. Unwillkürlich hielt sie die Luft an, gewarnt von den Worten in dem Schreiben.
Doch sie konnte aufatmen, es war lediglich Nell.
Innerlich schalt sich Janay allerdings erneut eine Närrin. Niemand hätte wissen können, dass sie, eine Person, die bis vor einigen Minuten nichts mit den Kleinen zu tun gehabt hatte, hier in dieses Gefährt steigen würde. Sie sollte sich entspannen und zwar dringend.
Bei der direkten Frage ihrer Bekannten musste sie an sich halten, um nicht verräterisch die Augen zu verdrehen. Gerade noch rechtzeitig machte sie sich wieder bewusst, dass weder Nell noch Alex von ihrem Beruf wussten und das sollte auf alle Fälle so bleiben.
So beschränkte sie sich allein auf ein knappes Nicken auf die Frage, ob sie so lange im Wirtshaus gewesen wäre.
Vielleicht würde sie später die Gelegenheit nützen und Nell in einem Vier-Augen-Gespräch die Wahrheit oder wenigstens einen Teil davon zu eröffnen. Der Junge hingegen brauchte das eindeutig noch nicht zu erfahren. Blieb ihr nur zu hoffen, dass ihre Bekannte es nachvollziehen konnte und sie nicht sofort verurteilte.
Indes wurde sie auch von dem Hund begrüßt. Obwohl sie es sonst nicht sonderlich schätzte, von einem derart großen Tier abgeschleckt zu werden, ließ sie es diesmal geschehen. Lediglich den Korb mit den Babies hob sie instinktiv etwas höher.
Zu ihrer Erleichterung war Nell gerade mit Alex abgelenkt und sah es dadurch nicht.
Dabei hätte sie es ihr gleich sagen sollen. Aber sie schaffte es nicht, das vor dem Jungen zu tun. Er würde es nicht verstehen und außerdem hatte sie das Gefühl, ihm müsste so etwas schonender,... kindgerechter beigebracht werden.
So kraulte sie nur ein wenig gedankenverloren den Hund hinterm Ohr.
Janay sah auf, als sie wieder angesprochen wurde.
Als ihre Bekannte die Kleinen entdeckte, verzog die andere unwillkürlich sowie gequält das Gesicht. Rasch wollte sie den Finger ihrer freien Hand auf die Lippen legen, jedoch schien Nell von selbst darauf gekommen zu sein, dass das für Alex noch nichts war.
Die junge Frau konnte wenigstens in der Hinsicht leicht aufatmen, während er nicht gerade begeistert davon war.
Unbewusst verzog sie ihre Lippen zu einem freudlosen Grinsen. Irgendwie konnte sie ihn sogar verstehen, sie selbst hätte ebenfalls nachsehen wollen.
Als er im Bett steckte und ihre Bekannte hinaus aus dem Wagen wollte, fand Janay endlich den Moment, um etwas zu sagen.
Rasch überwand sie die kurze Distanz und legte Nell die freie Hand auf den Unterarm.
Ernster als gewöhnlich sah sie die andere an und schüttelte knapp den Kopf. "Nein, nicht hinaus."
Sie seufzte leise, griff an ihrer Bekannten vorbei und schloss die Tür rasch wieder.
"Lass uns fahren. Ich erklär es dir, wenn wir aus der Stadt sind." Die junge Frau warf einen Blick zuerst auf die beiden schlafenden Babies, dann in das Gesicht ihres Gegenübers. "Bitte." Es war selten, dass dieses Wort derart ehrlich über ihre Lippen kam.
Umso wichtiger war es für sie, dass ihr Wunsch erfüllt wurde,... zur Sicherheit der Kleinen, denn sie schenkte den Worten in dem Brief Glauben, ganz gleich, was der Typ ihr angetan hatte.
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Re: Ankunft

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 23. Juli 2009, 19:52

Nell hob erstaunt die Augenbrauen, als Janay ihr die Tür wieder vor der Nase zumachte. So wie sie sprach, konnte man meinen es sei etwas Schlimmes passiert und sie hätte nun die Wachen Zyranus’ an den Fersen.
Dann wäre es allerdings wirklich besser, wenn sie schnell weiterfuhren. Nell hatte es zwar in Zyranus sehr gefallen, aber lange blieben sie sowieso nie an einem Ort, sie konnten ja ein anderes Mal wieder vorbeischauen. Außerdem brannte es ihr unter den Nägeln zu erfahren, was es mit den Kleinen auf sich hatte. Wenn sie es richtig gesehen hatte, waren es Hybridenkinder - und ganz sicher nicht Janays.
„Dann werde ich die Esel mal schnell flott machen“, meinte sie schließlich, nach ein paar Sekunden des Überlegens.
Sie hatte die Esel an einer Tränke angebunden, damit sie sich erfrischen konnten, ebenso wie sie wie sie etwas von den Resten ihres verzehrten Gemüses bekommen hatten.
Beim hinausgehen raunte sie noch Alex zu, dass sie nun weiter fahren würden. Erstaunt erhob sich der Junge, doch Nell beruhigt ihn. Er konnte ruhig weiterschlafen, es sei nichts Schlimmes passiert; Janay müsse nur schnell weiter.

Nell ließ Janay für eine Weile allein im Karren, doch bald konnte Janay sehen, wie Nell die Esel vorne anspannte. Dann kletterte sie wieder in den Karren und nahm Zügel und Peitsch an sich.
„Setz dich doch neben mich“, meinte sie und klopfte auf der Holzbank neben sich.
„Stell die Kleinen, aber besser etwas windgeschützter ab, nicht, dass sie noch krank werden. Es ist zwar nicht wirklich kalt, aber man weiß ja nie“, fügte sie noch raunend hinzu, damit Alex nichts hörte.
Nun war sie aber wirklich gespannt, was das alles sollte! Ungeduldig wartete sie und ließ die Esel schon einmal antreten. In der Nacht hatte es aufgeklart und die Sterne glänzten am Himmel. Nell liebte seit jeher die Sterne auf ihren Reisen.
Belle ließ sich hinter der Band nieder und schlief weiter, während Nell ziemlich unruhig geworden war.
„Nun, Janay, jetzt musst du mir das aber erzählen. Wie kommst du an die Kinder? Und wo sollen wir jetzt eigentlich genau hinfahren?“

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Re: Ankunft

Beitrag von Janay » Freitag 24. Juli 2009, 14:29

Die junge Frau war wirklich froh darüber, dass ihre Bekannte soviel Weitsicht bewies und nicht jetzt ein stures Verhalten an den Tag legte. Stattdessen reagierte sie so, wie die andere das sich erhofft hatte. Sie kümmerte sich um die Tiere und sorgte dafür, dass sie rasch aufbrechen konnten.
Janay war wirklich froh darüber und in der Zwischenzeit huschte ihr Blick fast schon hektisch hin und her.
Hatten diese angeblichen Verfolger sie bereits ausfindig machen können? Oder war das alles doch nur ein übler Scherz gewesen, ein Weg, ihr zwei kleine Kinder anzuhängen? Sicher sein konnte sie sich nicht, solange sie nicht dort war, wo laut dem Schreiben ihr künftiges Ziel lag.
Leise verspürte sie so etwas wie ein schlechtes Gewissen, als sie merkte, wie Alex beunruhigt war durch den raschen Aufbruch. Aber Nell konnte ihm das Gefühl der Sicherheit zurück geben und er schlief weiter.
Deswegen versuchte sie wieder mit den Augen die Nacht zu durchdringen, um notfalls eine Gefahr rechtzeitig ausmachen zu können.
Dann war alles vorbereitet und sie konnten losfahren.
Die junge Frau nickte knapp auf das Angebot ihrer Bekannten und wandte sich erneut dem Inneren des Wagen zu. Mit einem raschen Blick konnte sie sich versichern, dass die Babies friedlich vor sich hin schlummerten und hoffentlich nicht bald wieder zu schreien begannen.
Dass sie den Korb nicht mit nach vorne nehmen würde, stand für sie ebenfalls fest.
Jedoch unbeaufsichtigt konnte und wollte sie die Kleinen nicht lassen. Kaum hörbar pfiff sie, damit die Hündin auf sie aufmerksam wurde.
Dann stellte sie den Korb an die Wand, wo am wenigstens etwas darauf fallen konnte, und kniete sich danach auf Augenhöhe zu dem Tier hin, während sie das Schreiben wie nebenbei hervor zog.
"Passt du mir auf die Kleinen hier auf? Hm?" Mit Absicht sprach sie zu der Hündin so, als würde sie jedes Wort auch wirklich verstehen oder gar widergeben können.
Daraufhin wandte sie sich mit einem letzten, kurzen Blick auf die Babies ab und kletterte recht geschickt vorne auf die Bank.
Dahinter ließ sich das Tier nieder und wirkte, als würde sie weiter schlafen. Allerdings glaubte Janay durchaus daran, dass ihr nichts entgehen würde und notfalls könnte sie innerhalb weniger Sekunden hinten beim Korb sein, um ihn schützend an sich zu nehmen.
Als erstes griff sie die letzte Frage ihrer Bekannten auf, während ihre Augen weiterhin unstet hin und her huschten. "Fahr bitte nach Santros."
Danach seufzte sie leise und zwang sich dazu, nicht in jedem Schatten eine potentielle Gefahr zu vermuten. Durch diese Unruhe würde sie nur auffallen, dessen war sie sich sicher. Also richtete sie ihren Blick auf die Rücken der Esel und versuchte, sich in den Griff zu bekommen.
Was sie jetzt Nell erzählen würde, behagte ihr nicht und sie hätte es gerne anders, aber vor allem zu einem späteren Zeitpunkt getan. Doch sie hatte das Gefühl, es war langsam an der Zeit und so eine Gelegenheit wie diese Momente würde sie wohl so schnell nicht wieder bekommen.
"Wie ich zu den Kleinen komme, ist eine etwas... merkwürdige Sache.", begann sie langsam, leise und fast so, als wäre es ihr unangenehm.
Wobei das nicht daran lag, dass sie sich ihres Berufes wegen schämen würde. Es war einfach die Befürchtung, dass sie in der Achtung ihrer Bekannten sinken würde. Trotzdem gab es nun kein Zurück mehr.
Deswegen fuhr sie nach einem tiefen, seufzenden Atemzug fort und wählte dafür bewusst den direkten Weg. Alles andere würde nur unnütz Zeit vergeuden.
"Ich bin mir nicht sicher, was du davon hältst, allerdings hoff ich, dass du mich nicht verurteilst. Ich hab im Wirtshaus gearbeitet." Sie richtete ihren Blick auf Nells Profil. "Nicht als Kellnerin, das hab ich bisher nur nebenbei gemacht. Sondern als Freudenmädchen." Flüchtig hielt sie inne, damit die andere das begreifen konnte und es nicht so wirkte, als würde sie sich hastig herausreden wollen. Dann sprach sie weiter:"Ich tue das schon ein paar Jahre und finde nichts Schlimmes daran. Und es ändert nichts an mir, egal, was viele auch glauben wollen. Das nur als erstes." Leise seufzend atmete sie aus und faltete den Brief auseinander. Indes fuhr sie in ihrer Erzählung fort:"Heute Abend hab ich einen Mann in dem Schankraum getroffen, der zwar einige harmlos klingende Vorlieben hatte, dafür aber extrem gut zahlen wollte. Ich hab mich drauf eingelassen und währenddessen bin ich wohl mit dem Kopf wo hart dagegen gestoßen."
Die Erinnerung daran ließ das Pochen in ihrem Kopf wieder stärker werden. Jedoch noch konnte sie es ignorieren und auch ihr Magen machte nicht mit, sodass sie kein ungutes Gefühl dort hatte.
"Ich weiß nicht, ob er das mit Absicht getan hat oder nicht. Wie auch immer. Als ich aufgewacht bin, hab ich den Korb beim Bett gefunden, etwas Geld, weniger, als er mir versprochen hatte,..." Diese Nebenbemerkung konnte sie nicht völlig wertungsfrei aussprechen, da sie sich noch immer darüber ärgerte. Allerdings war das nun nicht der rechte Zeitpunkt und so konzentrierte sie sich wieder dem Wesentlichen. "... und einen Brief." Damit senkte sie ihren Blick und schaffte es, wenn auch ein wenig mühsam in dem schlechten Licht, die Zeilen leise noch einmal zu lesen.
Janay fand, auf diese Art und Weise würde Nell am besten erfahren, was los war.
Als sie fertig war, ließ sie das Schreiben sinken und wartete einige Sekunden. Indes richtete sich ihr Blick wieder auf die Rücken der Esel.
"Das war alles.", sprach sie leise und spürte, dass ihr Herz schneller als gewöhnlich klopfte. "Ich kann verstehen, wenn du mir nicht helfen willst, ich würde es dir auch nicht übel nehmen." Wenngleich sie hoffte, dass dies nicht der Fall sein würde.
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Re: Ankunft

Beitrag von fremde Frau » Samstag 25. Juli 2009, 16:11

"Fahr bitte nach Santros". wies Janay Nell an und diese nickte. Santros also. Es war keine all zu weite Reise für sie und so müssten sie die Stadt binnen zweieinhalb Tagen erreichen. Wenn sie die Nacht durchfuhren sogar in noch kürzerer Zeit. Nell überlegte. Warum sollten sie dort eigentlich mitten in der Nacht hinfahren? Sie würden jetzt erst einmal eine Weile nach Norden reisen müssen, um die Dunkelbrücke zu überqueren. Bei diesem Gedanken fuhr ihr ein Schauer den Rücken hinab. Eigentlich war sie nicht besonders erpicht darauf, die Dunkelbrücke bei Nacht zu überqueren.
Aber ehe sie weiter nachfragen konnte fuhr Janay fort.

Sie hörte ihr gespannt zu, doch als Janay sagte:
"Nicht als Kellnerin, das hab ich bisher nur nebenbei gemacht. Sondern als Freudenmädchen", fiel ihr die Kinnlade hinunter. Sie brachte keinen Laut heraus. Auch Janay hatte kurz inne gehalten, damit sie das Gesagte verarbeiten konnte. Ihre Reisegefährtin... eine Hure... Genau, wie meine Mutter, hämmerte es in Nells Kopf. Das darf einfach nicht wahr sein.
Sie wollte sich zwar konzentrieren, um Janays weiteren Erzählungen zu folgen, doch viel zu sehr hatten sie die Erinnerungen ihrer Kindheit eingeholt und ließen sie nicht mehr los. Tränen stiegen ihr in die Augen, während sie den Wagen stur nach Norden, hinaus aus der Stadt lenkte.

Sie hörte nur Fetzen, von dem, was Janay ihr erzählte, immer wieder durchkreuzten ihre Gedanken, ihrem Vorhaben Janay ganz zuzuhören.
"Nichts Schlimmes daran..."
Huren finden nie etwas Schlimmes daran!
"Und es ändert nichts an mir..."
Es ändert alles.
"Als ich aufgewacht bin, hab ich den Korb beim Bett gefunden..."
Die armen Kleinen! Von einer Hure gefunden!
"Etwas Geld, weniger, als er mir versprochen hatte..."
Immer, immer nur das Geld.
Nell konnte nichts für ihre Gedanken. Sie waren auf einmal einfach da.

Während Janay ihr vorlas trieb sie mit mechanischen Bewegungen die Esel zur Eile an. Sie wandte den Blick nicht von den Eseln ab. Es brauchte eine Weile, bis sie das Gehörte verarbeitet hatte. Immer wieder kamen Erinnerungen an ihre Kindheit zurück, oder Gedanken, die sie quälten, weil sie an Janay nie etwas bemerkt hatte.
Kurz vor dem Stadttor war Janay fertig.
Als Janay sagte, dass das alles sei, konnte Nell ein Schnauben nur schwer unterdrücken. Es war ja schließlich mehr als genug. Wortlos ließ sie die Esel das Tor passieren.
Hinaus kam man ohne besonderen Aufwand, schließlich schaffte man es in die Stadt ja auch nur mit dem Losungswort.

Sie rollten hinaus in die Weiten des Graslandes. Es dauerte eine Weile, bis sich Nell wieder soweit gefasst hatte, um zu Janay sprechen zu können.
"Janay, es gibt andere Mittel und Wege Geld zu verdienen", sagte sie eindringlich.
"Ohne sich dabei irgendwelchen Männern hingeben zu müssen."
Wieder stiegen Tränen in ihr auf und unerwartet laut rief sie: "Schämst du dich denn überhaupt nicht? Widert dich nicht einmal ein alter, fetter Mann an?"
Ihre Stimme wurde schriller und wies darauf hin, dass sie dabei war komplett die Fassung zu verlieren. Bei ihrer Mutter hatte sie stets geschwiegen, nun traute sie sich endlich diese Fragen zu stellen.

Kaya war davon aufgewacht und begann zu weinen, während Belle aufjaulte.
Alex regte sich, von den Geräuschen aufgewacht, ebenfalls in seinem Bett und setzte sich verschlafen auf.
"Was ist denn los? Schreit da etwa ein Kind?"
Unfähig noch etwas zu sagen zitterte Nell am ganzen Leib. So konnte sie auch nicht verhindern, dass Alex zu ihnen getapst kam.

[Für Janay geht es weiter in Die Reise nach Santros ]

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