Die vergessene Stadt

Einst eine mächtige Stadt, doch die Natur schlug zu. Unerwartet wurde die Stadt von der Wüste verschlungen, nur wenige Gebäude ragen noch aus dem Boden. Diebe oder heimatlose Bewohner haben sich hier eingenistet.

Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Erzähler » Dienstag 9. September 2014, 22:11

Eine einfache Opfergabe? Nun, das gefiel dem gevieften dunkelelf. Sein sowieso schon gerissenes Grinsen verstärkte sich, während er sich nachdenklich am Kinn kraulte. Sorgsam beobachtete er seine Leute und überlegte, wen diese ehrenvolle Aufgabe ereilen sollte. Der Gnom war zu unwichtig um bei so einer wichtigen Aufgabe seinen Teil dazu beitragen zu können. Einen seiner Krieger? Nein, die benötigte er noch. Der Priester vielleicht? Oh ja, die Wahl würde passen. Er war inzwischen sowieso schon viel zu sehr von seiner Wichtigkeit überzeugt. Doch für Vassharras zählten nur die Leute, die wirklich von nutzen waren. Die gehorsam ihm geschworen hatten und ohne zögern seinen Befehl ausführten. Viro hatte da einen besonderen Status erhalten, wenn der Magus dies auch nicht ahnte. Der Dunkelelf konnte diesen durchtriebenen Magier leiden und das war schon von hoher Bedeutung für jemanden aus dem dunklen Volk.
„ihr bekommt, was ihr benötigt…Der Altar ist im inneren des zweiten Zeltes verborgen. Sieht ihn euch an, ich besorge eure Opfergabe. Je eher dahin, jäh eher davon, ist doch ein menschlicher Sprichwort, oder?“
Er nickte dem Magus zu und drehte sich um. Sein schritt war schlendernd. Die Ruhe selbst, wenn er auch stetig die Geschmeidigkeit eines anschleichenden Raubtieres hatte. Ein gefährlicher und nicht zu unterschätzender Mann.

Wenn Viro sich dem zweiten Zelt näherte, würde er die alte unheilvolle Energie des düsteren Gottes spüren. Nachdem man den Vorhand bei Seite streifte, so konnte man ein in den Farben für Faldor gestaltete Zelt sehen. Ein großer Felsen war in der Mitte, der als Altar diente. Das Zelt wurde wohl um diesen Felsen herum gebaut. Wertvolle und edle Stoffe waren wie eine Decke darübergelegt. Der Stein selbst war so groß, dass man ein Kind von zehn Jahren darauf legen konnte. Am unteren Ende waren auf Lederbänder angebracht um ein Opfer zu fixieren. Der wertvolle und düster anmutende Ritualdolch, lag neben einer Schale mit Rauchwerk. Der Duft war schwer und jetzt nur erkaltet wahrzunehmen. Dicke dunkle Kerzen standen Seitlich auf Ständern, welche an Fledermäuse erinnerten. Obwohl es draußen hell war, so war hier das Licht kaum wahrzunehmen. Unheilvoll und magisch, schien die Dunkelheit hier zu wohnen.
Von draußen konnte man Lärm und Kampfgeräusche hören, dann ward es still. Die Zeltplane raschelte und zwei Dunkelelfen zerrten den Priester herein. Vassharras schritt mit gemütlichem Schritt nach und aß genüsslichen einen Apfel dabei.
„Bindet ihn fest…und knebelt ihn!“ befahl er seinen Leuten, die es auch ohne weiteres Taten. Der Priester wurde vor den Altar gezerrt. Mit den Rücken an den Stein gedrückte und seitlich seine Hände am unteren Ende befestigt. Der Mann hockte auf seinen Unterbeinen, wo die Füße ebenfalls befestigt wurden. Noch stand er stolz dann aber trat Vassharras auf den Mann zu, drückte dessen Hinterkopf auf den Fels. Und um dessen Stirn und auch Brust wurden ebenfalls seile geschlungen. Der Priester knurrte unwillig und der Anführer tätschelte fast schon liebevoll die Wange.
„Das könnt ihr nicht machen…Ich bin Priester…“
„Oh, du siehst es doch. Ich kann es sehr wohl…und ehrlich, Faldor wird sich deiner annehmen, wenn du doch schon so oft verhöhnt hast. Tue deine Pflicht“
Und so wurde der Mann, der nun wirklich kein Schwächling war, mit überstreckten Hals an diesen provisorischen Alter gebunden. Den Blick gen Zeltdecke und komplett wehrlos, so würde er sein Schicksal verharren müssen. Die anderen beiden Dunkelelfen verzogen sich wieder und nur der Assassine blieb zurück.
„Nun mein Freund, wenn ihr noch warten möchtet ist es an euch…er läuft nicht mehr weg“ Und grinste den Magus an. Dass er sich dieses Schauspiel ansehen würde, verstand sich von selbst.
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Viro Mentis » Sonntag 14. September 2014, 23:04

Anscheinend konnte Vassharras es auch nicht abwarten. Er sagt Viro das der Altar nebenan sei und dann rezitierte er ein menschliches Sprichwort falsch, doch Viro hielt es nicht für nötig, ihn zu korrigieren. Vassharras trennte sich vorerst von Viro um Anweisungen zu verteilen, in der Zwischenzeit betrat Viro das Zelt mit dem Altar und ließ seinen Blick schweifen. Der Altar war nicht mehr als ein Felsbrocken mit ein paar Lederfesseln, nicht beeindruckend, doch hatte Viro auch nichts anderes erwartet. Das innere an sich war düster, man konnte kaum etwas sehen. Es war typisch für einen Schrein Faldors, doch warum wusste Viro nicht. Immerhin war er der Gott des Todes und nicht der Dunkelheit. Wahrscheinlich handelte es sich hier um eine Tradition, die keinen Sinn machte, aber da jeder es tat, wurde sie von niemand in Frage gestellt.
Dann erblickte er einen Dolch, es war ein Ritualdolch. Das erkannte man daran, dass er schon fast spöttisch aufwendig war. Die Kling schien aus Obsidian zu bestehen, das schwarze Vulkanglas spiegelt schwach das bisschen Licht im Zelt wieder und der Griff, dessen Muster er bei diesem Lichtverhältnissen nicht erkennen konnte, schien aus schwarzem Onyx zu bestehen. Viro wippte das Messer in der linken Hand und fuhr damit ein paar Mal durch die Luft. Es war eine wahre Meisterstück und vollkommen unnütz, jedes normale Messer wäre genauso gut gewesen für das, was Viro vorhatte, doch es war ihm gleich.

Sein Blick fiel gerade auf eine Schale, in der sich nach genauerer Betrachtung Rauchwerk befand, als ein Dunkelelf protestierend hineingeführt wurde. Viro drehte sich zu ihm um und erst jetzt merkte er, das Vassharras bereits im Zelt war, er wusste wirklich sich leise zu bewegen. Vassharras wieseseine Männer an, den Priester an den Altar zu Fesseln und wand sich den Viro zu. Er fragte Viro, ob er noch Zeit brachte, dieser legte den Dolch zur Seite, nahm mit der linken Hand Schale und entehrte den Inhalt auf dem Boden, blies einmal über die Schale und reichte sie Vassharras : „Ich bin bereit, doch werde ich nach Beginn des Rituals eine der Hauptschlagadern durchtrennen und ich brauche dann jemanden, der das Blut in dieser Schale einfängt.“ Ohne eine Antwort abzuwarten wand sich Viro dem Priester zu, der starte ihn aus hasserfüllten Augen an. Viro nahm den Dolch und wippte ihn wieder leicht in der linken Hand. Viro bereitet sich darauf vor los zu legen und ging das Ritual noch einmal durch.

Malo hatte es im beigebracht, er hatte gesagt, es macht keinen Unterschied ob man Faldor einen oder einhundert Leben opfert, solange man es bei dem einen Richtig mach. Es ginge Faldor nicht um Quantität, sondern um Qualität hatte er immer wieder betont. Nach Malos Ansicht bedeutete das nicht, dass das Leben des Geopferten viel wert sein muss, wie das eines Helden oder Königs, nein, in Faldors Augen waren alle gleich. Das Ritual der Opferung war der Dreh- und Angelpunkt. Es musste ausgefallen und anspruchsvoll sein und seiner Meinung nach hatte er Viro genau das richtige dafür gelehrt.
Dafür musste der Priester, also in diesem Fall Viro, diverse Schnitte in das Fleisch des Opfers tätigen und dabei ein altes Lied rezitieren, welches von einem Priester Faldors handelt und beschreibt wie er seinen Familie und Freund einen nach den anderen an den Gott des Todes opfert.
Wenn das Ritual richtig durchgeführt wurde, also Schnitte und Tempo der Verse stimmten, hauchte das Opfer mit der letzten Silbe sein Leben aus.

Viro atmete einmal tief durch. Er hatte das Ritual noch nie an einem Lebenden durchgeführt, nur dreimal an Leichen die Schnitte geübt und das vor mehr als einem Jahrzehnt, auch hoffte er das er das Lied noch hin bekam.
Er setzte das Messer unterhalb der Linken Hand des Mannes an und konzentrierte sich, er versucht so gut es ging die Stimmer auszublenden und konzentrierte sich auf die Verse und Handbewegungen.

Er begann.
Mit der ersten Silbe, übt er Druck auf den Dolch aus und Blut begann sich den Weg am Arm hinunter zu bahnen und landete in der Schale, wer sie hielt konnte Viro nicht erkennen, zu sehr war er auf das Konzentriert was er gerade tat.
So sang Viro, obwohl es weniger ein Gesang war, als mehr ein Gemurmel in einem alten Melongiar Dialekt und er setzt immer wieder neue Schnitte, jedoch verletzte er keine weitere Hauptschlagadern mehr. Es ging alles automatisch, Viro wirke wie in Trance und dann verließ die letzte Silbe seine Lippe: „… alles zu ehren Faldors“ und der letzte Rest des Lebens entwich aus dem Körper des Priesters und es war still.

Jedem anderen wäre wahrscheinlich nichts aufgefallen, vielleicht würden einige denken, die Anwesenheit Faldors zu spüren, doch es würde nur eine vage Vermutung sein und wahrscheinlich dadurch hervorgerufen, das sie es spüren wollten. Doch Viro, er wusste das er jetzt, in diesem Moment, die volle Aufmerksamkeit Faldors hatte, den es war Still, die Stimmen waren verstummt.
Nun würd er seine Bitte vortragen können, er flüsterte: „Die Schale!“
Welche dann neben ihn gestellt wurde, er führte seine linke Hand zu dem Amulett um seinen Hals, nahm es ab und legte es in die rechte Hand, die sich wiederwillig darum schloss. Er tauchte die Hand mit dem Amulett in das Blut und intonierte: „Großer Faldor, für die Aufgaben die vor mir liegen erbitte ich deinen Segen, erneuere den Schutz dieses Amuletts und ich werde die Geheimnisse Turm der Weisheit deinen Anhängern zugänglich machen!“
Nach diesen Worten verharrte Viro und wartete.
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Erzähler » Donnerstag 25. September 2014, 02:49

Viro hatte mit einem Unrecht, Faldor stand für einiges auch für die Finsternis. So hatte er nicht umsonst Namen wie: Gott des Todes und Verfalls, der Geister und des „toten Lebens“, des ewigen Schlafens, Herr von Hass und Mord, Gott des Krieges und Blutvergießens, Meister der Finsternis. Doch er war für seinen Blutdurst und seine Grausamkeit bekannt. Vielleicht war es deshalb auch so, dass er vermehrt vom dunklen Volk verehrt wurde. Diese grausamen Elfen trugen die typischen Merkmale des finsteren Gottes ebenfalls in ihren Genen.
Das dunkle Symbol von Faldor, die schwarze Sonne, schien ein wenig mehr von dem Licht zu schlucken, als Viro sich für das Ritual bereit machte. Es erwartete der Gott mit Spannung was man ihn dort darbot. Welche Gottheit fühlte sich nicht umschmeichelt, wenn alles nach seinen Wunsch lief. Der Dunkelelf stöhnte beim ersten Schnitt auf, versuchte tapfer den Schmerz zu ertragen. Nur der eine war immerhin tödlich, doch die anderen Schnitte und das wurde damals Viro nicht mitgeteilt, waren um größtmöglichen Schmerz zu bereiten. Die Folter wodurch der Tod dann anschließend eine Erlösung war. Vassharras stand nicht unweit von dem ganzen, hatte die Arme vor der Brust verschränkt, während einer seiner Leute dem Magus assistierte. Das war wirklich eine Kunst für sich und eins musste man den Magus lassen, er wusste was er tat. Nicht mal der Faldorpriester hatte dieses werk mit so einer grausamen und perfiden Genauigkeit durchführen können.
Das rauschen von flatternden Flügeln erfüllte das Zelt, als der Priester sein Leben aushauchte. Obwohl es draußen Tags war, so war es irgendwie dunkler als zuvor. Der andere Dunkelelf sah seinen Chef an, dieser nickte nur als Viro die schale verlangte. Sein magisches Auge konnte die neuen Strömungen genau erkennen.

Faldor war nah! Ja, das konnte auch Viro spüren, als er sein Amulett in das Blut tauchte. Als das Blut seine Hand hochfloss, als würde es keine Schwerkraft geben. Einsickerte in die haut…das tote Gewebe mit Leben zu füllen begann. Wie sich sein Amulett wie ein schlagendes Herz verhielt, welches immer deutlicher spürbar am pulsieren war. Faldor hörte den Magus und Vassharras grinste diabolisch. Die Wahl war vorzüglich gewesen. Der Dunkle Gott gab diesem Magus seinen Segen und der Dunkelelf würde diesen Magus unterstützen.
„ich gebe dir Kraft…gebe du mir, was du versprochen hast…oder verrotte im Harax“ Sprach plötzlich der Assassine, wie mit fremden Zungen. Eine Fledermaus flog aus dem Zelt, woher sie gekommen war, als nicht erklärbar. Der Assassine blickte kurz verwirrt drein, dann aber sehr zufrieden als er zu dem Magus ging.
Die Hand- der fast schon tote Arm, war noch immer mit Blut umhüllt. Doch es wich zunehmend und die haut war straff. Die Muskel arbeiten und die Sehnen waren voller Kraft…und doch….fühlte sich der Arm fremd an. Als würde ein anderer… Etwas anderes diesen Arm beleben. Die Haut, war zwar jetzt straff, doch schwarz wie die eines Dunkelelfen. Das heilige Symbol in der Hand gab ein unheimliches Leuchten von sich.
„wie mir scheint, war das Opfer von guter Qualität…dann wollen wir mal, wie?“ Und der Dunkelelf schlug dem Magus kumpelhaft auf die Schulter, bevor er sich gutgelaunt umdrehte und einmal laut pfiff. Der kleine Gnom erschien am Eingang, blickte unsicher und voller scheu in das Zelt.
„Aufräumen….und entsorgen….Viro, wie sieht es aus…jetzt bereit den Grausamen zu befreien?“ Er klatschte in die Hände, sein Tatendrang war eindeutig nicht zu bremsen..
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Viro Mentis » Dienstag 7. Oktober 2014, 22:34

Das Amulett in seiner Hand begann zu pulsieren und irgendwie hatte Viro erwartet, nein er hatte gehofft, dass es damit erledigt wäre, doch das war es nicht!
Das Blut des Priesters begann langsam seinen Arm hinauf zu kriechen und die Haut darunter begann zu prickeln. Zunächst war es ein taubes Gefühl, so als ob die Hand eingeschlafen sei. Es wandelte sich dann langsam in einen Schmerz, der dem eines Muskelkaters gleichkam, doch bevor der Schmerz unerträglich wurde, ebbte er wieder ab.

Wieder ging keinerlei Gefühl von Viros Arm aus.
Er starrte auf ihn hinab, das Blut des Priesters hatte eine dünne Patina darauf gebildet. Geistesabwesend strich er mit der linken Hand über den Arm, aber die Blutkruste schien auf der Haut zu kleben und ließ sich nicht wegwischen.
Viro betrachte die Haut nachdenklich und öffnete langsam seine rechte Hand, das Amulett darin pulsierte immer noch leicht. Wie gebannt starte er darauf hinab, öffnete und schloss die Hand mehrmals. Es war ein fließende Bewegung, völlig unspektakulär, wenn nicht Viros Hand seit Jahren sich geweigert hätte, genau diese Bewegung auszuführen.
Doch bevor Viro sich weiter mit der derzeitigen Situation auseinandersetzen konnte erklang Vassharras Stimme hinter ihm, er sprach ihn in Melongiar an und an den Worten war zu erkennen, dass es nicht er war, der sich an Viro wandte. Faldor schien den Assassinen als Sprachrohr zu benutzen, wieder ein unerwartetes Ereignis. Mit der letzten Silbe aus Vassharras Mund erhob sich Plötzlich eine Fledermaus aus dem Zelt und ließ einen verdutzten Vassharras zurück. Viro betrachtete den Assassinen argwöhnisch, doch war ersichtlich, dass es den Assassinen ebenso überrascht hatte wie Viro, das Faldor ihn als Stimme missbrauchte.
Die Verwirrung schnell abgeschüttelt schritt Vassharras auf ihn zu.
Viro richtete seinen Blick wieder auf seinen Arm, das Blut schien von der Haut darunter langsam Aufgesogen zu werden, doch kein Gefühl ging davon aus. Als der letzte Tropfen verschwunden war bot der Arm einem seltsamen Anblick. Die Haut die sich offenbarte war Markellos und schwarz. Von der Färbung her hätte sie eher zu einem Dunkelelfen gepasst, als zu einem Zyraner.
Viro öffnete erneut die Hand, wieder ohne Probleme und starrte auf das Amulett, erst jetzt fiel ihm das leichte Glimmen auf, das davon ausging.
Er legte es sich wieder um als, Vassharras Stimme wieder erklang, diesmal gehörte sie auch dem Elfen. Er schlug Viro aus gelassen auf die Schulter und war sichtlich erfreut über den Ausgang des Rituals, anscheinend hatte er, ebenso wie Viro, nicht mit einem solchen Ergebnis gerechnet und war mehr als nur zufrieden.

Nun drängte er darauf weiterzumachen und auch Viro war sehr daran gelegen fortzufahren. Doch vorher, wollte er seine neue Macht testen. Er drehte sich zu der Leiche des Priesters um, an der sich gerade ein Helfer von Vassharras zu schaffen machen wollte, diesen stieß er harsch mit der rechten Hand bei Seite. Genugtuung legte sich dabei auf Viros Gesicht, als er mit der rechten Hand das Messer packte und sich am Schädel des Priesters zu schaffen machte. Nach ein paar platzierten schnitten, schälte er den Augapfel des Priesters aus der Höhle und rollte ihn vorsichtig in der rechten Hand. Viro schloss seine Augen und ließ Magie durch seinen rechten Arm fließen, er erwartete irgendetwas, normalerweise einen unerträglichen Schmerz oder zumindest eine gewisse Wärme, doch nichts. Dann öffnete er wieder die Augen und dunkle Magie floss nun durch den Augapfel, plötzlich binnen einer Sekunde durchlebte das Auge des Priesters Tage des Verfalls, ehe es gänzlich verschwand. Ein netter kleiner Trick, natürlich würde es bei etwas Größerem mehr Zeit und Anstrengung brauchen, aber zumindest wusste er, dass er dazu in der Lage wäre.
Faldor hatte ihn nicht die Möglichkeit gegeben, seine Magie zu nutzen, sondern auch einen funktionierenden, rechten Arm. Viro wusste, das Faldor dafür Gegenleistungen erwartete und auch wenn es ihm nicht gefiel, er würde sie dem dunklen Gott geben,
Viro wand sich wieder Vassharras zu: „Dann wollen wir keine weitere Zeit verlieren, lasst uns sehen, was sich hinter der Wand befindet.“
Er bedeutete dem Elfen, dass er vorgehen sollte.
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Erzähler » Montag 27. Oktober 2014, 13:35

Es mochte sich Viro alles anders vorgestellt haben, aber wer hinterfragte schon die Gründe der Götter? Sie entschieden schlussendlich, was sie verlangten und gaben. Viro hatte heute eine funktionierende Hand und Arm wieder bekommen, dafür erwartete Faldor eben seine Gegenleistung. Es war eben immer ein Geben und Nehmen, wenn das Nehmen doch meist auf der Seite der Mächtigeren- hier also die Götter war. Der Assassine beobachtete, wie der Magus testete, was seine neuerworbenen Kräfte bewirken konnte. Er empfand es zwar als ziemlich aufwendig dem toten Priester erst ein Auge zu entnehmen und dann dieses zerfallen zu lassen. Wenn es auch ein nettes Kunststück war. Würde dies im größeren auch gehen, so würde man sich nicht ständig um die Beseitigung der Leichen kümmern müssen. Doch diesen Gedanken behielt der Dunkelelf zurück.
Es gab jetzt so viel Wichtigeres zu tun und die Ungeduld machte sich auch in seinen Adern bemerkbar. Vielleicht würde es jetzt schneller gehen als zuvor? Oder aber, dass was der Magus getan hatte, war ein billiger Taschenspielertrick. Doch das war nicht der Fall gewesen, Des Dunkelelfens magisches Auge hatte es gezeigt. Echte Magie- und zwar der dunklen Sorte.
Viro deutet den Dunkelelfen vorzugehen und dieser zog eine weiße geschwungene Braue hoch.
„Oh nein, mein Lieber Freund…geht voraus und lasst mich folgen. Ich habe ungerne jemanden im meinen Rücken, dessen Magie ich noch nicht einschätzen kann…bitte nach euch“ und damit verneigte er sich mit einer gönnerhaften Geste und hielt die Zeltplane geöffnet. Konnte man es dem Dunkelelfen verübeln, nein- er war bestimmt nicht so hoch oben an der Spitze, weil er jeden den Rücken zuwandte. Und wie hieß es doch so schön. Achte immer auf deinen Rücken, doch schaue auch nach vorne, die Klinge versucht immer ungesehen dich zu treffen. Weisheiten der Assassinen. Der Himmel war tatsächlich gerade bedeckt, was fast schon ungewohnt für diese Gegend war. Dunkle Wolken verbargen das helle Licht der Sonne, tauchten die Umgebung in lange Schatten. Der Gnom blickte abwechselnd nervös zum Himmel, zum Zelt oder Richtung der Höhle.
Der Dunkelelf folgte dem Magus zugleich, blickte Stirnrunzelnd gen Himmel.
„Es scheint regen zu geben, wir sollten uns eilen…“ Locker war es wieder gesagt, doch war der Dunkelelf aufmerksam wie immer. Er spürte, dass etwas geschehen würde. Das sie etwas heute freisetzen würden, was vielleicht ein weiterer Sieg für das dunkle Volk sein könnte. Und je näher sie dem gang zu der Höhle kamen, umso deutlicher schien ein Kratzen und Scharren zu hören zu sein.
„Komm zu mirrrr, Magus….löse meine Fesseln!.... Löse meine Gefangenschaft….BEFRrrrEIE MICH!!!!!!“
„Klingt als wäre etwas ungeduldig…ich überlasse euch den Vortritt mein Bester“ Und damit blieb der Dunkelelf hinter dem Magus. Nicht das er Angst hatte, doch dies war nun mal der strategisch beste Punkt.
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Viro Mentis » Dienstag 11. November 2014, 22:59

Vassharras äußerter Viro gegenüber misstrauen, eine verständliche und gesunde Einstellung wie dieser fand, vor allem wenn man bedachte, was gerade geschehen war. So hatte Viro den Vortritt und dieser störte sich nicht dran. Er trat vor das Zelt und ihm viel sofort der Himmel auf. Viro lebte nun schon mehrere Jahre in Santros und kannte die Wüste vor seiner Tür und ein Himmel wie dieser war ungewöhnlich. Sein Blick glitt zu dem Gnom der nervös vom Himmel, über das Lager und zum Höhleneingang blickte.
Auch Viro hatte das Gefühl, das der Himmel mit dem „Grausamen“ in irgendeiner Verbindung stand. Doch wenn dem so war, dann konnte er es nicht ändern und so versuchte er seine Gedanken auf das zurichten, was ihn wohl in der Höhle erwartet.
Vassharras lockerer Kommentar über das Wetter half ihm dabei, sich vom Wetter abzulenken, so schritt er auf die Höhle zu, als auf einmal eine Stimmer erklang. Es war dieselbe wie in der Nacht zuvor und sie war ungeduldig. Was Viro etwas seltsam erschien, immerhin war diese Kreatur über Jahrhunderte eingesperrt, da sollten Minuten keinen Unterschied machen. Doch dann wand sein Blick wieder gen Himmel und ihm kam der Gedanke, dass es doch ein Unterschied machen könnte.

Auch Vassharras hatte die Stimme dieses Mal deutlich vernommen, doch wusste Viro nicht, ob er sie auch verstand. Doch war es auch eigentlich egal, Viro betrat die Höhle und es war ein deutliches Scharren und Kratzen zu vernehmen. Wovon sie stammten ließ sich nicht mit Sicherheit sagen, doch Viro hatte eine Ahnung, doch trotzdem setzte er seinen Weg unbeirrt fort.
Letztendlich blieben sie vor der Wand vom Vortag stehen und Viro konnte neue Risse in ihr erkennen. Er stand einen Moment gedankenverloren da und betrachtete sie, dann hob er seine rechte Hand und berührte die Wand. Mit geschlossenen Augen strich er darüber. Er versuchte die Magie dieses Ortes zu erspüren, gleichzeitig ließ er versuchsweise etwas von seiner Magie ins Mauerwerk sickern, nach einer Weile legte er schließlich auch die Linke darauf und fuhr mit ihr langsam über den kalten Stein.
Nach einem tiefen Seufzer öffnete er die Augen und sah Vassharras an: „Die Wand ist eine Barriere, eine nach innen gerichtete. Sie soll zwar auch etwas draußen halten, aber ihre Hauptaufgabe ist etwas EINZUSPERREN. Sie ist schwach, der „Grausam“ ist auf den besten Weg sie aus eigener Kraft zu zerstören, ein paar Jahrzehnte und er ist frei. Doch anscheinend hat er die Geduld verloren oder etwas anderes liegt in der Luft.“, bei diesen Worten dachte er erneut an den Himmel draußen, kurz zögernd fuhr er fort, „Wie auch immer, er will raus und ich kann ihn dabei helfen, doch sollten wir vorbereitet sein, wer weiß was hinter der Wand auf uns wartet. Holt ein paar eurer Männer und dann kann es losgehen.“

Vassharras ging nicht, nach einer kaum merklichen Geste erschienen ein paar seiner Leute hinter ihnen aus den Schatten, Viro wusste nicht, wie lange sie schon da waren, doch konnte er erkennen, dass keiner von ihnen gerne hier war, alle schienen Angst vor dem zu haben, was sich hinter der Wand befand.
Viro wand sich wieder der Wand zu und legte seine rechte Hand darauf, langsam sammelte er seine Magie darin und ließ sie in die Barriere fließen, um diese zu überlasten und zum Kollaps zu bringen. Viro konzentrierte sich und gerade als die Anstrengung an seinen Reserven zu zerren begann, brach die Wand direkt unter seiner Hand, um anschließend weiter nachzugeben und eine Öffnung frei zu geben.
Viro tat von der neuen Öffnung weg und wand sich an Vassharras, mit nüchternen Ton sagte er: „Wenn jetzt einer ihrer Männer nach sehen könnte was dahinter liegt, ich bin nicht gewillt blindlings die „Höhle der Bestie“ zu betreten.“
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Erzähler » Samstag 29. November 2014, 00:35

So wie das Wetter sich am Verdunkeln war, so konnte jeder der Anwesendenen es mit den Händen greifen. Spannung lag in der Luft. Finsternis zog ins Land und weitete sich aus. Die Wolken hingen tief und der kleine Gnom, verkroch sich. Suchte Schutz vor dem was unter der Erde sich zusammen brauchte.
Der Assassine hatte sein Augenmerk auf dem Magus gerichtet. Seine Leute waren verborgen im Schatten, so wie es sich für das dunkle Volk gehörte. Genausten betrachtend sah er dem Magus dabei zu, als dieser erst eine und dann die andere Hand auf die Wand legte.
„ja, ihr habt sicherlich recht….“ Antwortete er auf die Aussage, dass dies eine magische Barriere war, die etwas innehalten hauptsächlich sollte. Und das was auch immer dahinter war, es wollte heute mehr denn je raus. Die Magie vibrierte durch die Wand. Etwas antwortete auf ebenso magischen Wege, wie der Bannzauber. Viro konnte es in seinen Knochen spüren. Wie ein Summen durch seine Glieder fuhr und dann…
Krachte die Wand zusammen. Der findige Dunkelelf hob halt signalisierend eine Hand. Der Atem wurde erwartungsvoll angehalten. Die Felsen bröckelten noch und nur ein schwarzes Loch war jetzt in der Wand. Dahinter alles verschlingende Dunkelheit.
Viro trat bei Seite und Vassharras nickte einem seiner Leute zu. Dunkelelfen hatten selten Angst, oder zeigten sie nicht. Unbehagen war ihnen trotzdem anzusehen. Der Ausgesuchte entzündete eine Fackel und trat an den anderen vorbei, duckte sich um in der Finsternis zu entschwinden. Wie lebende Schatten zog sich die Dunkelheit zusammen.
Es vergingen Sekunden, die zu Minuten wurden. Der Assassine begann mit seinen Fuß zu wippen. Wo war nun das Grauen.
„Hmm, enorm seltsam…oder?“ und dann kam der andere Dunkelelf zurück, schüttelte seinen Kopf und trat raus.
„da drinnen ist nichts…überhaupt nichts. Nur Knochen, sonst nichts“ Vassharras knirschte mit den Zähnen. So viel Arbeit um nichts wäre mehr als unerfreulich.
„da ist nichts drin, Magus“ grollte er, als er innehielt und verdutz…tatsächlich mehr als verdutzt zu dem Dunkelelfen sah, an dessen Rücken etwas hing. Es war nicht mal besonders groß, vielleicht eine Hand…. Doch das Aussehen…der Assassine wies auf seinen Kameraden, während er still dem Magus anstieß. Dort hing…
Eine schneeweiße..
mit flauschigem Fell versehende handgroße…
Raupe.
Es hatte große Knopfaugen, die unschuldig umhersahen und krabbelte in ziemlicher Ruhe über den Rücken. Vassharras trat zu dem Rücken und zog einem Dolch, am Knauf ließ er sie raufklettern.
„Soooo, ist das der Grausame??? Oder ist es nur Grausam, weil es so…nun ja…niedlich ist. Die Inschrift vielleicht falsch übersetzt, Magus? Oder ein schlechter Scherz?“ Er hielt die weiße Flauschraupe dem Magus entgegen.
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Viro Mentis » Sonntag 14. Dezember 2014, 23:53

Auch Viro hat mehr erwartet, als er jetzt so auf die Raupe herab blickte. Sie wirkte ungefährlich, sollte das wirklich der Grausame sein. Die Stimme die er vernommen hatte und der Himmel draußen ließen auf etwas Großes schließen und nicht DAS.
Viro rieb sich am Kinn während er die Raupe betrachtete, dann sagt er an Vassharras gewandt: „Keine Ahnung WAS das ist, es könnt der Grausame sein, der Verwandelt wurde um seine Macht zu begrenzen oder es IST der Grausame, immerhin kann der Schein trügen.“, Viro wand ich von Vassharras ab und schritt durch die Öffnung, „Wie auch immer, jetzt zudem, weshalb ICH hierunter gekommen bin.“

Unter seinen Füßen knirschten die Knochen der Verstorbenen, die den ganzen Boden bedeckten. Hier lagen hunderte Leichname und Viro fragte sich schon, woran sie gestorben waren. Hatte der Grausame sie getötet oder waren sie seine Diener oder Jünger und wurden mit ihm hier drin versiegelt.
Doch es war auch egal, Viro ließ seinen Blick im Halbdunkel schweifen. Das wenige Licht das durch die Öffnung viel, ließ das meist im Dunkel, doch sah Viro wonach er gesucht hatte vor sich. Er hob einen Schädel auf, er wies keine Sprünge auf und ein perfektes weißes Gebiss grinste ihn an. Viro hielt ihn in der rechten Hand und konzentrierte sich. Die schwarze Haut seines Armes begann zu pulsieren und der Arm schien das wenige Licht um sich herum zu schlucken und hinterließ eine Schwärze, die stärker war als die Dunkelheit rundherum. Er murmelte eine alte Formel vor sich hin während das Kribbeln stärker wurde. Langsam begann der Schädel dieselbe finstere Schwarz anzunehmen, die Viros Arm ausstrahlte und schon bald war er vollkommen davon umhüllt.
Viro betrachtete sein Werk, er drehte den Schädel ein paar Mal in der Hand, dann ließ er ihn in den Knochenhaufen vor sich fallen und wand sich der Öffnung zu. Als er wieder durch die Öffnung schritt, sah er in die fragenden Gesichter einiger Elfen und einen finster drein blickenden Vassharras. Bevor dieser etwas sagen konnte, erklang ein klappern und scharren jenseits der Öffnung aus der Viro soeben getreten war.
In der Höhle begannen die Knochen sich zu regen. Sie wurden buchstäblich magisch von dem schwarzen Schädel angezogen: Weiße Schädel rollten über den steinernen Boden, verschiedenste Knochen, allein und in Gruppen, polterten durch die Höhle. Handknochen verbanden sich zu knöchernen Händen, die gerne mal mehr als fünf Finger auf wissen. Eine schien ganz gierig zu sein und wies elf Finger auf, wobei zwei früher Zehen gewesen zu seien schienen. Auch ein paar Füße waren dabei, doch sichtlich in der Unterzahl. So stoben die Knochen auf den Schädel zu und begann sich um ihn herum anzuordnen. Es war ein reinste durcheinander, ohne sichtliches Muster und dann wurde es plötzlich still. Vassharras spähte an Viro vorbei in die Höhle und wieder, ehe er etwas sagen konnte, erhob sich der Knochenberg.

Er richtete zu einer menschenähnlich Gestalt auf, die auf Grund der niedrigen Decke gebückt da stand, weshalb man nur schwer sagen konnte, wie groß sie war. Die anderen Schädel hatten sich zu mehreren Schichten um den Schwarzen angeordnet, so dass dieser nun im Zentrum eines circa achtzig Zentimeter großen Schädelknäuels ruhte. Der Rumpf setzte sich aus einem Mosaik von Brustkörben und Oberschenkelknochen zusammen, von dem zwei Arme abgingen. Beide wiesen vier Knochensegmente auf, die ersten drei bestanden aus Oberarmknochen, das unterste aus Unterarmknochen mit je vier Händen. Jedes Segment wies Gelenke auf, die sich in alle Richtungen bewegen ließen und bestanden aus bis zu acht Arm Knochen.
Die Beine waren dafür recht kurz geraten, sie unterschieden sich von normalen Beinen nur dadurch, dass sie anstatt je einen Ober- und Unterschenkelknochen, von beiden je drei aufwiesen und das Gelenk nach hinten und nicht nach vorne abknickte.
Die Arme waren wesentlich länger, weshalb sie auf dem Boden schliffen und auch wenn sich die Kreatur aufrichten hätte können, hätten sie den Boden berührt.
Als es sich der Öffnung zu wand, klapperten die Knochen lautstark.
„Mhm, die beide sind etwas kurz geraten, aber im großen und ganz recht beidruckend oder was glaubt ihr Vassharras? Was werden die Bewohner Sintos sagen, wenn sie diesem Wesen gegenüber stehen?“, fragte Viro ihn mit einem schmalen Lächeln auf den Lippen, „Wollen wir es herausfinden?“
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Erzähler » Freitag 23. Januar 2015, 09:28

Vassharras blickte das Skelettwesen an sowie auch seine Männer, die alle vorsichtshalber ihre Hände an den Waffen hatten. „Wäre interessant zu sehen, was dein neuer Freund alles kann, aber...“ Der Dunkelelf blickte wieder den Zauberer an. „was haben wir davon, ein paar abgeschlachtete Wüstenmenschen...? Das wird Faldor und meinem Volk nichts nützen.“
In Viros Kopf gesellte sich gerade zu den tausend anderen Stimmen eine weiter sehr dominante Stimme. „Duuuu hast mich befreit!!!. Jetzt reiche mir deine Hand, damit ich nicht weiter auf der Waffe dieses niederen Geschöpfes sitzen muss!"
Die Stimme des Grausamen hallte noch ein paar Mal nach und hinterließ eine alles Umfassende ruhe im Bewusstsein des Magiers.
Vassharras bemerkte kurz den seltsamen Blick des Magus ging aber nicht weiter darauf ein. „Wie lange kannst du deinen Zauber aufrecht halten? Wird dieses Skelett lange genug bestehen bleiben um sagen wir mal ein paar Zauberer in einen Turm zu verärgern!“ Er lächelte den Magus an, als wieder diese prägnante Stimme in seinen Kopf herumspukte.
„JAAAAAA ich will dort hin, nimm mich mit Magier und lass uns dieses Pack vernichten und ich werde dich reich beschenken!“ Die Raupe begann sich aufrecht hinzustellen und blickte Viro wie es schien mit seinen unglaublich niedlichen Knopfaugen an.
Der Dunkelelf blickte die Raupe an und dann den Magier. „Sagt mir jetzt nicht das ihr vor Raupen Angst habt?“
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Viro Mentis » Dienstag 10. März 2015, 00:04

Viro blickt auf seine Kreatur und ließ sich Vassharras Worte durch den Kopf gehen. Er wusste immer noch nicht, was der Elf eigentlich hier machte, Sintos auszulöschen stand wohl nicht auf seiner Agenda.
Doch ehe er ihm antworten konnte sprach der Grausam zu ihm. Auch wenn er bei der Raupengestalt überlegte, ober er die Inschrift nicht doch Falsch übersetzt hatte. Doch die Barriere, die er zerstört hatte, zeigte, dass zumindest etwas an der Raupe sein musste.
Er forderte.
FORDERTE. Es war typisch, kaum befreit änderte sich der Gesprächston plötzlich, doch überraschte das Viro nicht wirklich.
Die RAUPE forderte, das Viro ihn an sich nahm und auch, dass er ihn an den Ort mit nahm, den Vassharras erwähnte.
Viro entschloss sich, die Raupe erst einmal zu ignorieren und wand sich an Vassharras: „Der schwarze Schädel im Zentrum ist so etwas wie das Herz, wird er zerstört, fällt sie in sich zusammen, ansonsten ist sie ziemlich robust. Die Magie sollte ewig halten, ich habe sie mit einem Teil der Macht gewirkt, die mir Faldor gegeben hat. Deshalb braucht ihr euch deine Sorgen machen, aber ist es schwer, etwas Derartiges zu kontrollieren. Er ist geistlos und mehrgliedrig. Es fordert enorme Konzentration und Übung.“, Viro macht eine Pause und dann eine ausschweifende Geste in Richtung Ausgang, „Und da draußen ist eine Stadt voll Übungsziele.“, dann zeigte er auf Vassharras Begleiter, „Oder aber eure Freund helfen mir beim Trainieren.“, ein dünnes lächeln bildete sich auf Viros Lippen, „Eure Entscheidung!“
Während er auf Vassharras Antwort wartete, er streifte sich seinen schwarzen Lederhandschuh über und griff mit der behandschuhten Hand nach der Raupe. Vorsichtig hielt er sie in der Hand und blickte misstrauisch auf sie hinab, als sich Vassharras wieder an ihn wand.
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Erzähler » Dienstag 2. Februar 2016, 20:54

Die Dunkelelfen starrten auf das Ungetüm aus Knochen. Zwei der vier Krieger trugen Fackeln und schwenkten diese ungläubig nach vorne, um es zu beleuchten. Wie die Knochen zusammengesteckt waren, ein solches Wesen gab es nicht, nur in Albträumen.

Vassharras war aus anderem Holz geschnitzt, als die vier Untergebenen. Der Meuchelmörder bewertete den taktischen Wert dieser Kreatur im Vergleich zum Aufwand und zeigte Geringschätzung. Der Nekromant hingegen stellte die Dunkelelfen vor die Wahl, wer als das erste Opfer des Knochenhaufens dienen sollte. Wüstenbewohner oder Elfen?

Eine Kreatur, die fast in Vergessenheit geriet war die Raupe, die Viro aufnahm. Der Assassine zeigte auf das Tierchen. „Wenn du hier Krieg spielen möchtest, behinderst du unsere Expedition und löst unsere Abmachung auf. Damit kann ich leben, solange du mir den Wurm da gibst. Ein anderer Magier wird herausfinden, ob man etwas damit anfangen kann und sei es, ihn zu magischen Pulver zu zermahlen.“

Lass das nicht zu., flüsterte die Stimme in seinem Kopf. Die Raupe wand sich hin und her.

„Also her damit.“, forderte Vassharras. „Oder müssen wir erst andere Saiten aufziehen?“
„Mein Herr, glaubt ihr, das ist eine gute Idee? Ihm jetzt zu drohen?“, fragte ein Drow mit einer für die Rasse unüblicher Demut.
„Hast du dem Magus überhaupt zugehört? Er hat uns doch gerade die Schwachstelle des untoten Geschöpfs erklärt.“
„Der schwarze Schädel?“
„Der warme Leib des Beschwörers.“
„Oh, ich verstehe.“

Du kannst sie trotzdem besiegen. Schau auf die Fackeln! Die beiden einzigen Lichtquellen dieses Gewölbes waren in Reichweite des Monsters. Mit seinen vielen Händen konnte es einfach die Flammen gleichzeitig ersticken und alles in Dunkelheit tauchen. Ich kann machen, dass du im Dunkeln sehen kannst. Du wirst sie abschlachten können! Und danach haben wir frische Leibwächter, nicht nur alte Knochen. Beuge dir zu mir, wenn du bereit bist.
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Viro Mentis » Montag 15. Februar 2016, 22:22

Viro sah die Angst, die seine Kreatur in Vassharras Männern auslöste. Er konnte es ihnen nicht verdenken, es war zwar kein Skelettdrachen, doch die nächst bessere Option. Zumal vollständige Drachenskelette nicht einfach so herumlagen, außerdem war es wohl so ein Problem, das Skelett in die Luft zu bekommen, es erforderte viel Übung. Das lag in erster Linie daran, dass man jedem erweckten Geschöpf über die magische Verbindung die es und seinen Herren verband, genau steuern musste. Bei einer Kreatur, wie der an seiner Seite, war das relativ einfach, immerhin wusste er wie man lief, zugriff und so weiter. Man konnte ihr ziemlich klare Befehle geben, aber Fliegen. Dazu fehlten einem die Flügel, daher musste man üben.

Dann stellte ihn Vassharras ein Ultimatum und Viro spielte für einen Moment mit dem Gedanken, die Raupe aus zu händigen, er brauchte eigentlich Vassharras, doch gefiel ihm dessen Tonfall nicht.
Die Reaktion der Raupe gab ihm dann den Anstoß sich Vassharras und seinen Männern zu verweigern.

Viro viel sofort auf, das Vassharras seine Männer darauf einstellte, ihn anzugreifen.
Die Information der Raupe , dass sie ihm im Dunkel sehen lassen könnte, lies er in seine Pläne ein fließen.
Viro schätzte die Chance ein, das seine Kreatur das Licht löschen könnte und dann in absoluter Dunkelheit die Elfen in Stücke zu reizen. Er schätzte als sehr gut ein, wenn man die Angst von Vassharras Männern berücksichtigte, in Verbindung mit der plötzlichen Dunkelheit würde sie wahrscheinlich vor Angst lähmen. Doch Vassharras war eine unbekannte Variable, anscheinend schienen seine Männer mehr Angst vor Vassharras zu haben, als vor seiner Kreatur, zumindest noch.
Viro musste nun Vassharras einschätzen, der Elf würde versuchen Viro Leben zu beenden, sobald dieser sich regte. Doch die Narben auf Viros Körper zeigten, dass dies schwerer war, als es vielleicht den Anschein hatte. Viro würde sich mit seinem rechten Arm verteidigen und hoffen, das im Chaos der Dunkelheit, er Vassharres ein Schnäppchen schlagen könnte.

Viro atmete einmal tief durch, fixierte die Fackeln mit den seinen Augen und sagte: „Also gut, nehmt sie.“ Noch bevor seine Worte verhalten sind, schoss seine Kreatur vor und es wurde Dunkel.
Für einen winzigen Augenblick herrschte absolute Dunkelheit, konnte Viro alles in der Höhle Problem los sehen und wappnete sich auf Vassharras Antwort, wären sein Kreatur um sich schlug.
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Erzähler » Mittwoch 17. Februar 2016, 23:37

Das erschaffene Knochenwesen legte seine Hände um die Fackelspitzen. Die Flammen leckten noch kurz zwischen den Fingerknöchelchen hervor, bevor sie erstickten. Die Elfen waren von der Dunkelheit versteckt. Viro hörte Klingen, die gezogen wurden und Schritte vom Monster weg. Aber abgesehen von diesen Handlungen waren sie aufgeschmissen.

„Wir brauchen Licht, Gnom, schnell!“, rief ein Dunkelelf – nicht Vassharras.

Viro selbst konnte nicht in der Dunkelheit sehen. Hatte ihn der Wurm verraten? Das Vieh stauchte sich auf seinem Arm zusammen und sprang dem Nekromanten ins Gesicht. Wie ein Blutegel biss er sich mit winzig kleinen, aber zahllosen Zähnchen fest – das würde eine unauffällige dünne kreisförmige Narbe um sein rechtes Auge hinterlassen.
Nicht mit Zähnen aber mit etwas anderen stach er Viro durchs Lid in den Augapfel und ließ sich dann fallen. Für den Nekromanten kamen die nächsten Augenblicke viel langsamer vor. Das rechte Auge juckte, tränte, schmerzte und er fühlte eine Veränderung. Ohne Spiegel und Licht gab es keine Möglichkeit, diese Veränderung zu sehen. Aber etwas wurde anders:

Viro sah einen grauen Fleck und dieser Fleck zerteilte sich und bekam scharfe Konturen. Nur auf dem angeknabberten Auge sah er plötzlich die dunkle Höhle und alles darin in schwarz und verschiedenen Grautönen. Die vier Drow wirkten fast hilflos, die Schwerter und Dolche in Blockadehaltung vor den Oberkörper gehalten. Zu ihrem Glück konnte das Monster bisher nur ins Blaue hinein angreifen. Die Made war auf den ersten Blick nirgendwo zu finden.

Der Assassine Vassharras hatte seine kleine Armbrust hervorgeholt und sie in der Zeit gespannt, in der Viro seine Dunkelsicht bekam. Jetzt legte er einen Bolzen auf. Die Dunkelheit schien ihn nicht zu stören. Aber was nutzte eine geladene Armbrust, wenn man sein Ziel gar nicht...

„Ich kann dich sehen, Magier.“, sagte der Assassine und richtete seine Armbrust als Beweis auf Viro.
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Viro Mentis » Freitag 25. März 2016, 23:35

Schwärze.
Absolute Dunkelheit.
Viro wusste nicht was er erwartet hatte. Vielleicht das uralte Magie gewirkt wurde und für ihn die Nacht zum Tag wurde, oder zumindest etwas vergleichbares, aber das Licht erlosch und alles verschlingende Finsternis nahm seinen Platz ein.
Es war zu hören das sich furcht unter den Elfen ausbreitete und das schabende Geräusch von Knochen auf Fels deutete darauf hin, dass seine Kreatur ins Leere schlug.
Plötzlich durch zuckte ein stechender Schmerz seinen Schädel, als sich die Raupe an seinem Auge festsaugte. Er war kurz und intensiv, kurz nachdem sich die Raupe fallengelassen hatte, begannen sich trübe schatten in der Dunkelheit abzuzeichnen, kurz darauf gelang es ihn alles deutlich zu unterscheiden.
Da stand seine Kreatur, ein Haufen verängstigter Elfen und der Vassharras langsam eine Armbrust auf ihn richtete und mit hämischer Freude verkündete das er ihn sehen kann.

Viros Verstand raste.
Vassharras konnte ihn sehen, er hatte eine geladene Distanzwaffe und war ein geübter Kämpfer.
Viros Vorteile waren zum einen seine Kreatur, die nun, da er sehen konnte, gezielt agieren konnte.
Die Magie, die in seinen Adern pulsierte, seit dem er das Ritual vollzogen hatte.
Und die Tatsache, dass auch er Vassharras sehen konnte, das aber nicht herausposaunte.
Er wusste nicht viel über sein gegenüber, aber die Tatsache, dass er sich über Viros vermeintlich gescheiterten Plan freute, zeugte von Arroganz.

Viro plante seine nächsten Schritte.
Er würde seine Kreatur Vassharras angreifen lassen, dass seine Untergebenen momentan nutzlos zu sein schienen.
Zudem sammelte er nekrotische Magie um sie bei Bedarf, seinen Körper damit zu heilen, auch wenn er das hasste.
Zudem verlagerte er sein Gewicht etwas nach hinten, um sich nach hinten zu fallen und so möglicherweise dem Bolzen auszuweichen.

Es konnte also losgehen.
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Re: Die vergessene Stadt

Beitragvon Erzähler » Donnerstag 31. März 2016, 12:32

Der Assassine wollte Viro anscheinend noch eine Gelegenheit lassen, sich zu ergeben. Das war eine Charakterschwäche, wie eine Katze, die mit einem giftigen Skorpion spielte. Es würde sein Tod sein – eines Tages vielleicht. Aber hier in diesem Moment hatte er eine geladene Handarmbrust und das verlieh ihm den Vorteil.

Das Skelettmonster sprang nach vorne auf den einzigen Dunkelelfen, der für seinen Meister ein Gefahr darstellte. Aber dann löste er den Mechanismus seiner Waffe und schneller als Viros neues Auge sehen konnte, steckte ein Bolzen in den Eingeweiden des Nekromanten.

Die gewaltige Konzentration, um das Dasein des Kolosses aufrecht zu erhalten, fehlte. Der Geist des Magus war willig, aber das Fleisch war schwach. Und bevor die Skelettgliedmaßen den Assassinen erreichten, erstarrten sie genauso wie Viros Gliedmaßen.

Vassharra schaute das Monster aus der Nähe an und verpasste ihm dann einen Fußtritt. Der Fußtritt löste eine kleine Lawine an Knöchelchen aus dem nun wieder unbelebten Monster aus. Noch ein Tritt – größer Knochen fielen herunter wie Baumstämme bei einem Erdrutsch.
Der schwarze Schädel im Herzen des Monsters wurde frei. Viros Körper klappte in dem Moment schon zusammen. Der Assassine griff in den restlichen Knochenhaufen, holte den Schädel hervor. Dann warf er ihn an die Steindecke der Höhle, wo er zersprang und seine Splitter und Zähne fielen wie Sternschnuppen auf den liegenden Viro.

Der Dunkelelf schritt zum Assassinen und ging in die Hocke. „Ich glaube, ich habe dir schon von meinen magischen Auge erzählt? Wäre doch ein Reinfall, wenn ich damit nicht mal in der Dunkelheit sehen könnte, oder? Aber lass mich mal ansehen, was du da hast...“

Auf der Treppe, die in die Gruft führte, sprinte der Gnom herab, eine hastig hergerichtete Fackel schwenkend. Durch das Licht konnte Viros linke Auge sehen, aber dem rechten Auge bereitete das Licht Schmerzen. Beinahe stolperte der Diener über die Made, die in entgegengesetzter Richtung die Treppe hochrobbte. Mit der Fackel holte er aus und hieb nach dem Vieh, aber die Made sprang zurück auf den Fuß der Treppe. Ein geistesgegenwärtiger Elfenkrieger packte es wie eine Katze oder einen kleinen Hund mit beiden Händen.

Vassharra nahm das Schwert des Kriegers und hielt die reflektierende Schneide vor Viros Gesicht. Mit dem linken Auge konnte er sehen, was aus dem rechten Auge geworden war. Die Oberfläche hatte nun die gleiche Struktur wie die Haut seines nekrotischen Armes.

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[Viro ist jetzt tödlich verletzt]
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