Zu Gast bei den Namudus

In den Tiefen des Wasserwaldes lebt ein Menschenvolk. Sie selbst bezeichnen sich als Namudus. Bekleidet mit seltsamen Kleidungsstücken und bunt verzierten Masken zeigen sie sich den Fremden.
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Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Erzähler » Dienstag 10. August 2010, 02:19

Tahmo kommt von Durch überflutete Wälder

Tahmo war entgegen seines eigenen Vorsatzes doch noch eingeschlafen. Wer konnte es ihm verübeln. Er und Lua hatten einiges hinter sich gebracht und nicht nur die Erschöpfung nagte an ihren Leibern. Auch die Kälte, die mit Schlamm und der Feuchtigkeit in ihren Kleidern einher ging, sorgte dafür, dass man all dem durch Schlaf entfliehen wollte.
So war es auch mit dem Blondschopf geschehen, dass ihm die Augen zu fielen und er langsam in Manthalas Reich Einzug hielt. Die Göttin von Schlaf und Traum bescherte ihm jedoch wenig Erholung. Das Erlebte wurde verarbeitet, aber vermutlich ganz anders als Tahmo es erwartet hatte. Aus einem zu Beginn noch spannenden und zugleich interessantem Traum - er entdeckte irgendwie immer mehr die Vorzüge der weiblichen Schöpfung für sich - entwickelte sich nach und nach ein Gewirr aus Schrecknissen, Verwirrtheit und Panik. Hände zerrten an seinem Leib, Eingeborene blickten ihn durch bizarre Tiergesichter entgegen.
Tahmo ahnte ja nicht, dass gewisse reale Gegebenheiten Einzug in seinen Schlaf hielten. Vielleicht bekam er unterbewusst mit, was mit ihm und Lua geschah, während sie beide im Traumreich weilten.

Die Einheimische mit der Luchsmaske - Lynka Niminaku - hatte ihr Kanu an dicken Sariannenbäumen vorbei bis zu ihrem Dorf gefahren. Dort gab es eine zentrale Anlegestelle: einen Steg, der zwischen die Wurzeln eines der gigantischsten Bäume des überfluteten Teiles des Sarius führte. Über wie eine Rundtreppe vorstehende, natürlich gewachsene Äste des Baumes einmal spiralförmig um den Stamm herum gelangte man in das viele Meter höher gelegene Dorf der Einheimischen, die sich selbst nur Namudus nannten. Hier oben, auf breiten Ästen und zwischen dichtem Laub und Lianen befanden sich Holzhütten mit sumpfigen Moos- und Reetdächern. Das Dorf war untereinander durch Aststraßen und Hängebrücken verbunden, so dass jede Hütte auf diese Weise erreicht werden konnte. Geländer gab es keine und wer unter Höhenangst litt, würde hier sicherlich nicht glücklich werden.
Lynka hatte ihr Kanu am Anlegesteg vertäut. Viele Namudus waren herbei geeilt, um die neuen Besucher zu mustern und zu bestaunen. Sie schauten weitaus anders aus als jener Gast, den der Sohn der Anführerin vor einigen Stunden bereits angeschleppt hatte. Außerdem schliefen diese Fremden, was die Einheimischen jedoch nicht daran hinderte, sie sich einmal genauer anzuschauen. Lynka musste viele Fragen beantworten, von denen über die Hälfte ungeklärt blieben. Sie wusste ja auch nicht, was diese beiden - Tahmo und Lua - hier wollten.
Begeistern konnten sich die Namudus für deren Pferde. Die Sariannenbäume hatten Faro und Nachtwind auf einer von Gras bewachsenen Sandbank abgesetzt. Hier waren sie vor den Raubfischen sicher und hatten noch genug Bewegungsfreiraum, um ein wenig zu grasen oder zu laufen. Die beiden Tiere dachten derzeit aber an alles andere als ans Fressen. Faro wieherte sehnsüchtig nach Tahmo. Er wollte zu ihm, doch die Namudus entschieden, die Schlafenden erst einmal vom Kanu in ihr Dorf zu verfrachten. Dies musste der Teil von Tahmos Traum sein, bei dem Dutzende Hände nach ihm griffen.

Als der junge Mann schweißgebadet erwachte, lag er auf mehreren Schichten Tierhäuten und -fellen. Er trug weder Kleidung noch seine Stiefel, sondern lediglich einen Lendenschurz, um das allernötigste zu verbergen. Jemand hatte mehrere Stellen seines Körpers, vor allem die Beine, mit einer seltsamen Paste eingerieben, die bereits getrocknet und krustig geworden war.
Neben ihm auf den Fellen drehte sich Lua einmal um sich selbst. Auch sie hatte man ausgezogen. Wie Lynka und Tahmo trug die Luftmagierin nur noch einen den Schambereich bedeckenden Schurz. Ihre Brust lag frei, hob und senkte sich unter tiefen Atemzügen und wies ebenfalls an zwei Stellen die seltsame Paste auf.

"Blutegel", drang eine Stimme an Tahmos Ohren. Es war wieder die Stimme einer Frau, aber Lynka konnte es nicht sein. Das Mädchen klang weitaus melodischer, jünger. Diese Stimme gehörte einer dicken Alten, welche in einer Ecke vor einem Dreibein hockte und dort mehrere Zutaten in eine Schale gab, die dem oberen Teil eines Schädels sehr ähnlich sah.
"Lynka nicht gut celcianisch. Ich besser. Heißen Tunkuruchu. Du hören auf Tahmo, meine Kindeskind erzählt. Ich heilten Blutegel. Nicht gut, fressen Blut."
Tunkuruchu besaß einige Fettpolster, aber in ihrem Alter war das wohl in Ordnung. Das zu vielen Zöpfen geflochtene, graue Haar fiel ihr bis über die Schultern und verdeckte so auch ihre freie Oberweite. Im Dorf der Namudus schien es normal, dass die Frauen halbnackt herum liefen. Wobei Tunkuruchu nicht lief, sondern saß. Oberarme zierten jede Menge Perlenringe und Armreifen. In den Haaren steckten Vogelfedern, die sich wunderbar mit ihrer Maske - dem Gesicht eines Waldkauzes - ergänzten. Wo Lynkas Luchsmaske schon als kostbare Handwerkskunst galt, so erwies sie sich im Gegensatz zu jener der alten Frau als eine Laienarbeit. Jedes Federchen des Eulengesichtes schien einzeln herausgeschnitzt worden zu sein. Die großen bearbeiteten Augen, die nur an den Pupillen Sichtlöcher aufwiesen, besaßen einzelne Einritzungen für die verschiedenen Unterteilungen der Iris. Ein Meisterwerk professioneller Schnitzkunst!
"Lynka und andere Namudu wollen wissen warum ihr hier? Nicht oft Gast in Wald. Verlaufen in Wasser?" Die Alte gluckste.
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Tahmo » Dienstag 10. August 2010, 13:33

Zögernd kniff Tahmo seine Augen zusammen, er war tatsächlich doch eingeschlafen. Er gähnte breit, räkelte sich streckend und... stutzte... wo war das Schaukeln des Kanus hin? Wiso war es unter ihm so weich? Und warum fühlte er sich so nackt? Hastig riss er seine beiden Augen auf welche, zu Tahmos Überraschung, auf die Unterseite eines mit Blättern, Lehm und Ästen konstruierten Daches guckten. Etliche Bündel an trockenen Kräutern, Kürbisförmige Behälter und gräuliche Wurzeln hingen ihm an langen Schnüren entgegen. Wo war er nur? Verwundert tastete Tahmo mit seinen Handflächen den Untergrund unter ihm ab. Es fühlte sich fellig weich an... Der Blondschopf hob den Kopf an, sah an sich runter und... bemerkte das er nichts weiter als einen knappen Lendenschurz an seinem Körper trug. Was nun auch sein anfängliches Gefühl der Nacktheit erklärte. Eine ockerfarbene, getrocknete und bröselige Paste bedeckte hier und dort Stellen seines Körpers. Diese Lynka schien ihn hierher gebracht, mit dem Zeug eingerieben und ausgezogen zu haben. Tahmo war nicht wirklich wohl bei dem Gedanken. Plötzlich regte sich neben ihm etwas, oder jemand. Er sah nach rechts und erblickte Lua die unmittelbar neben ihm auf den Fellen noch friedlich vor sich her schlummerte. Tahmo blinzelte abermals erstaunt, auch Lua hatte diese seltsame ockerfarbene Paste aufgetragen. Zudem war sie fast nackt.
Um Luas Privatsphäre zu waren - sie wäre nach Tahmos Meinung sicher nicht begeistert wenn er sie so halbnackt anstarren würde - wendete der Blondschopf seinen Kopf ab und griff dabei flink nach einem rötlichen, kleinen Fell.

"Blutegel", erklang eine rauchige, alte und wissende Stimme aus heiterem Himmel neben Tahmos anderem Ohr. "woah!" Reflexartig umwickelte Tahmo mit dem rötlichen Fell seine Hüfte, wodurch er sich gleich viel weniger nackt vorkam und setzte sich erschrocken auf. Tahmo besaß eine allgemein recht windig, dünne Figur mit schmaler Schulter sowie Hüftpartie. Er war nun weder besonders muskulös wie ein durchtrainierter Krieger, aber man konnte trotzdem einige Muskelansätze ausmachen die von einem Leben an viel frischer Luft und vielem herumwandern zeugten. Ein durchtrainierter Bauch fehlte ihm dennoch, zudem hatte er einen deutlich helleren Hauttaint als die hier lebenden Einheimischen. Seine Arme und Beinde waren vereinzelt mit blonden Haaren bedeckt, die man aber auf der hellen Haut nicht wirklich ausmachen konnte. Doch gerade einiger dieser Haare hatte es nun aufgestellt, mit rasendem Herz guckte er geradewegs in das Gesicht eines Waldkauzes.
Es dauerte einige kurze Augenblicke bis Tahmo registrierte das dieses vermeintliche Gesicht ebenfalls nur eine kunstvoll geschnitzte Maske war. Mit langsamen Bewegungen und mit beiden Händen das Fell festhaltend, setzte sich Tahmo mit dem Rücken zu Lua in den Schneidersitz. Wobei das Fell nun seinen Unterleib ab dem Bauchnabel bedeckte.

Die Alte in der Ecke besaß langes graues Haar, welches ihre Oberweite bedeckte. Wobei diese auf Tahmo sicherlich keinerlei Reize mehr ausgeübt hätten. Anders als bei Lua oder Lynka. Sie war mit unzähligen, bunten Federn sowie Perlen und Armreifen bestückt die ihr allgemein eine äußerst geheimnisvolle Erscheinung gaben. Dazu kam noch die Vogelmaske. Die Maske ist ein richtiges Kunstwerk, sowas will ich auch einmal,staunte Tahmo leise über die enorme Handwerkskunst mit der diese Maske hergestellt worden war. Sie wies unendlich viele Details auf, liebevoll gemahlte Muster und sauber geschnitzte Kerben. Neugierig und stillschweigend musterte er die ältere Frau, deren Hände einen Mörser umgriffen hatten mit welchem sie Kräuter in einem Behälter zermörserte. Der Behälter hatte enorme Ähnlichkeiten mit einem Totenschädel, Tahmo erinnerte sich kurz wieder an Geschichten über Menschenfresser. Vielleicht war diese ockerfarbene Kruste ja schon die Panade? Da man in solchen Situationen nie vorsichtig genug sein konnte, wiederholte Tahmo zögernd das Wort welches die Alte gesprochen hatte. Jederzeit zum Versuch bereit sich mit Händen und Füßen zu verteidigen. Obwohl auch er selbst schon nicht mehr an die womögliche Feindseligkeit der Namudus glaubte. Immerhin, hatte sie diese Lynka gerettet.
"Blutegel?" Fragte er angespannt.


"Lynka nicht gut celcianisch. Ich besser. Heißen Tunkuruchu. Du hören auf Tahmo, meine Kindeskind erzählt. Ich heilten Blutegel. Nicht gut, fressen Blut."
Tahmo verzog seinen Mund zu einem schmalen Strich. Er kannte Blutegel nur zu gut und fand diese kleinen, schwarzen, schleimigen Würmer absolut ekelhaft. Er schüttelte sich am ganzen Körper, während er eine Gänsehaut an seinen Oberarmen bekam. Immerhin war diese Paste dann wohl keine Panade...
"Lynka und andere Namudu wollen wissen warum ihr hier? Nicht oft Gast in Wald. Verlaufen in Wasser?" gluckste Tunkuruchu, amüsiert über ihren vermeintlichen Witz, leise vor sich her. "Also.... Wir suchn ewas wichtiges un musstn durch den Wald. Dabei ham wir wohl bissl das Wasser unterschätzt." Klärte Tahmo die Frau in einem kurzen, präzisen Satz über die Gegebenheiten ihres Daseins auf. Er sprach nicht so langsam und betont wie bei Lynka, da die Alte anscheinend das Celcianisch beherrschte.
"Geht es Lua gut? Un unsern Pferdn? Un... wo sin eigntlich unsere Sachen?"

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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Gestalt » Dienstag 10. August 2010, 15:30

Was immer die alte Tunkuruchu dazu bewegt hatte, sich für eine Eulenmaske zu entscheiden, es war eine treffende Wahl! Sie besaß Talent, andere Menschen zu mustern und mit ihrem Blick einzufangen. Ja, wie ein alter Waldkauz beäugte sie nun Tahmo, bis dieser sich endlich ihr gegenüber und mit einer neuen Schicht Fell niedergelassen hatte. Tunkuruchu schnalzte mit der Zunge. Das Verhalten des fremden Mannes war ihr nicht ganz geheuer. Es verwirrte sie, dass er so bedacht darauf war, das Fell über seinen Leib zu schieben.
"Frierig?", fragte sie, denn anders konnte sie es sich wirklich nicht erklären. Sie nickte, als Tahmo ihre erste Frage wiederholte. Dann streckte sie eine Hand aus. Anders als bei knochigen Waschweibern wies diese nicht pergamentdünne Haut auf, die sich über die letzten Reste von Fingern spannten. Die Kauzfrau besaß dicke, fleischige Finger, welche krallenartige Nägel aufwiesen. Sie wollte allem Anschein nach den Eindruck einer Halbeule erwecken. Vielleicht konnte sie auch fliegen oder sie ging nachts auf Mäusejagd. Mit ausgestrecktem Zeigefinger wies sie auf Tahmos viele, mit Paste bestrichene Körperstellen. "Ja, Blutegel. Böse Wassertiere. Saugen sich fest, trinken Blut. Tunkuruchu haben alle abgemacht. Und Heile drauf. Heile gut, macht heil. Stinken auch kaum, obwohl viel Tierdung. Aber gut."

Lynka hatte ihn also nicht eingestrichen. "Oh nicht zittern. Alles vorbei vorüber. Haben Blutegel abgemacht und Heile drauf." Tunkuruchu war bemüht, Tahmo jegliche Angst zu nehmen. Demnach wollte sie ihn im Falle einer sich bewahrheitenden Menschenfressergeschichte in Sicherheit wiegen oder aber sie wollte wirklich nur, dass er sich nicht länger fürchtete. Jemand, der Angst hatte, sprach wenig und die Kauzmaskierte sollte offensichtlich heraus finden, was Tahmo und Lua hier zu suchen hatten. Oder sie war einfach nur neugierig.
Als Tahmo mit seinen Ausführungen begann, kratzte sich die Frau ihren ergrauten Kopf. Selbigen legte sie kurz schief, brummte dann etwas und musterte Tahmo weiterhin aus ihren durch die Eulenmaske vergrößerten Augen. "Mundfaul?", fragte sie aufrichtig besorgt. Ihre Finger glitten schon von dem Mörser ab und in Richtung von Tahmos Mund. Sie fürchtete, er habe seine Zunge verschluckt wie er es eben mit vielen Teilen seiner Worte getan hatte. Es fiel Tunkuruchu deutlich schwer, Tahmo richtig zu verstehen.
"Suchen wichtig in Wald. Was suchen? Warum gehen in Wasser? Ist gefahrvoll dort. Viel Gefahr, viele Fische. Buhuuuuuu!" Die Frau hob ihre Arme und ahmte einen Geist nach. Bei ihr als komplett in ein Eulenkostüm gehüllte Fremde besaß diese Geste überraschend viel Wirkung. Sie pfiff wie der Wind durch ihre Hütte, die Tonlage immer wieder hebend und senkend. Dann ließ sie auch ihre Arme sinken und lachte hinter ihrer vogelartigen Maske. "Nicht Angst, ich lustig sind." Sie klatschte sich auf den Schenkel.
"Lau Mädchen da? Sie gut, sie schlafen. Auch Blutegel, aber Heile tun gut. Und was ... Pferdn?" Jetzt hob die Alte wieder den Kopf. Mit diesem Wort konnte sie nun wirklich absolut nichts anfangen.
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Janay » Dienstag 10. August 2010, 17:26

Janay folgt Nuka von: Ein seltsames Volk


Die junge Frau hörte ihr weiterhin zu, in der Hoffnung, möglichst rasch einen einfachen, sicheren Weg durch den Wald finden zu können.
Dass die andere ihre Heimat lobte, hätte sie sich denken können. Nuka wirkte nicht so, als wäre sie wirklich unzufrieden hier und somit war es relativ logisch, dass sie in guten Tönen von diesem Dorf sprach. Janay selbst hätte von ihrer Geburtsstadt nicht so schönes berichten können, aber eher, weil sie von ihrer Familie damals zu geprägt gewesen wäre, um sich auf Dauer heimelig fühlen zu können. Und in den anderen Städten, in denen sie bisher gewesen war, war sie meistens weggezogen, bevor sie hätte vertrieben werden können. So ein wirkliches Zuhause hatte sie nicht und schon gar nicht eines, das sie derart hätte loben wollen.
Ein paar Worte verstand sie zwar nicht, allerdings wurde sie das Gefühl nicht los, dass es daran lag, dass ihr Gegenüber nicht wirklich sie zu übersetzen wusste. Was sie jedoch verstehen konnte, eröffnete ihr ein wenig das Leben der Namudus. Was sie im Prinzip nicht so sehr interessierte, aber sie wollte nicht unhöflich sein und die Antwort abwürgen.
Doch bei der Sache mit den Bäumen hob sie leicht ihre Augenbraue an.
Magie, ja... das hatte sie in der Nacht schon ein bisschen mitbekommen und es jagte ihr jetzt noch einen leichten Schauer über den Rücken.
Die letzten Worte hatte sie noch nicht einmal richtig begriffen, als schon ein Ast plötzlich erschien und sie instinktiv leicht erschrak über dessen Berührung. Sie schluckte, ihr Blick richtete sich unweigerlich darauf und ihr Herz schlug etwas schneller.
Was würde denn jetzt wieder kommen?
Allerdings passierte nichts weiter, außer dass sie mehr oder weniger von den Zweigen gestreichelt wurden, ehe sich der gesamte Ast schon zurück zog. Man konnte ihr ansehen, dass sie dadurch aufatmete und sich wieder besser fühlte, wenn sie den Körperkontakt mit diesem lebenden Baum nicht hatte.
Jedoch wurde sie abgelenkt davon, dass Nuka auf einmal aufsprang, herum hüpfte und auch noch in die Hände klatschte.
Ein wenig skeptisch beobachtete sie das Ganze.
Sollte sie das jetzt verstehen?
Danach wurde sie auch noch regelrecht durch dem Eifer der anderen überrumpelt, die sogar nach ihren Händen griff, wodurch sie instinktiv rasch aufstand, um nicht wieder kräftig auf die Beine gezogen zu werden. Das hatte ihr bei Mokosha eindeutig gereicht!
Das Plappern wollte sie schon unterbrechen, vor allem als es um die Nächtigung ging, als ein weiterer Namudu sich im Fenster zeigte und Nuka ansprach. Was er wollte, konnte sie nicht verstehen. Und außerdem war sie noch damit beschäftigt, was sie sagen konnte, dass sie nicht zu lange bleiben wollte, könnte oder was auch immer, ohne ihr Gegenüber zu kränken.
"Ähm...", machte sie etwas irritiert und wusste einige Momente lang nicht, was sie auf die nächste Aufforderung sagen sollte, etwas, was bei ihr selten vorkam. Vor allem, weil es zwei andere Gäste sein sollten und sie plötzlich ihr Herz regelrecht im Hals spüren konnte.
Ihr Gönner hatte doch nicht etwa versucht, ihr nachzukommen?! Wenn dem so war, musste sie eindeutig hin!
Deswegen musste sie sich zur Ruhe zwingen und einmal tief durchatmen.
Dann sah sie zu Nuka, nickte langsam und bemühte sich um ein freundliches Lächeln. "Danke, für die Einladung, aber so lange kann ich nicht bleiben. Man... erwartet mich am Ziel meiner Reise. Ich würde gerne vor Sonnenuntergang zurück bei meinem Gefährt sein und meinen Weg fortsetzen können. Ich werde kurz zu den Gästen gehen und bald wieder kommen. Bitte, hilf mir dann." Sie hoffte, dass es höflich und freundlich genug gewesen war, um die andere nicht irgendwie zu kränken.
Ein Verhalten, das ihr gar nicht so leicht fiel, weil sie es eindeutig nicht gewohnt war, besonders bitten musste sie selten und wenn, dann mit anderen Hilfsmitteln ihrer Körpersprache.
Doch jetzt musste sie erst einmal sehen, wer da noch im Dorf angekommen war. Deswegen löste sie ihre Hände behutsam aus denen von Nuka, nickte ihr noch einmal zu und trat daraufhin wieder aus der Hütte heraus.
Da sie nicht wusste, ob der Mann sie verstehen konnte oder nicht, nickte sie ihm lediglich ebenfalls zu, als Zeichen, dass sie gehen könnten und sie ihm folgen würde.
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Tahmo » Dienstag 10. August 2010, 20:06

Diese ockerfarbene Paste auf seiner Haut bestand also zum größten Teil aus Tierdung? Demnach war es wohl sicherlich keine Panade für ein späteres Festmahl, wie Tahmo es befürchtet hatte. Das Gespräch mit der Eulenfrau wiegte ihn in Sicherheit, sie schien Interesse zu haben. Interessa daran zu wissen woher Er und Lua kamen und was sie hier wollten. Solche Fragen stellte man seinem Essen sicherlich nicht. Zudem hätte die Alte schon genug Möglichkeiten dazu gehabt Tahmo und Lua aufzufressen. Der Blondschopf entspannte sich also allmählich, auch wenn ihm die Tatsache das man ihm einen Lendenschurz angelegt hatte nach wie vor nicht behagte. Das würde ein Hallo geben wenn Lua aufwachte, merkte das sie ebenfalls spärlich bekleidet war und neben dem nicht minder angezogeneren Tahmo lag. Dieser rutschte das rötliche Fell noch ein wenig zurecht, sodass er gemütlich im Schneidersitz bleiben konnte und man nur Blick auf alles oberhalb seines Bauchnabels hatte.

Die fremde Frau gab ein brummelndes Grübelgeräusch von sich, ehe sie Tahmo musterte. Dieser sah sich, solange Tunkuruchu schwieg, ein wenig in der Hütte um. Das Bett, sofern dieser mit Fellen zugedeckte Bereich als Bett durchging, nahm fast den gesammten Mittelpunkt des Raumes ein. Außenherum standen unzählige Regale aus Sumpfholz die bis oben hin mit Kräutern sowie Tongefäßen und kleinen Holzschächtelchen zugepackt war. An der Decke hingen die schon genannten Kräuterbüschel mit ihrem aromatischen Duft und direkt neben dem Bett saß die Eulenfrau auf einem kleinen Dreibeinhocker vor ihrem Tisch. Mit gleichmäßigen Bewegungen zermürbte sie Beeren, Kräuter, Nüssen und andere Dinge in einem kleinen Steinmörser, was ein beständiges Kratzgeräusch erzeugt. Sie musterte Tahmo weiterhin, welcher das ein wenig grußelig fandt - wegen der Maske natürlich.

"Mundfaul?" fragte die Eulenfrau mit rauchiger Stimme, während ihre Finger vom Mörser glitten und sich inrichtung Tahmos Mund strecken wollten. Dieser wich jedoch verwundert ein Stück weit mit seinem Kopf nach hinten. Tahmo war nicht Mundfaul, auch nicht schüchtern. Natürlich nicht. Nur das Leben im Fischerdorf hatte ihn gelehrt das man mit Fremden oder Leuten die man nicht gut kannte nicht zuviel reden sollte und schon gar nicht über Dinge die solchen Leuten nichts angingen. Zudem hatte Tahmo nie viele Leute zum reden und war es daher auch schlichtweg nicht so gewohnt viel zu erzählen. Er bildete deshalb auch lieber kurze, präzise Sätze. Lua jedoch schien sich zu einer Ausnahme zu entwickeln, was Tahmos Rededrang betraff. Genau wie es auch bei Lyrien der Fall gewesen war.
"Suchen wichtig in Wald. Was suchen? Warum gehen in Wasser? Ist gefahrvoll dort. Viel Gefahr, viele Fische. Buhuuuuuu!" Die Alte hatte es aufgegeben Tahmos Mund mit ihrer Hand berühren zu wollen, stattdesssen riss sie nun ihre Arme nach oben und gab schauerliche Geräusche von sich. Sie ahmte einen Geist nach, was ihr auch recht gut gelang. Das "Buhuuuuuuu!" der Alten wehte schaurig zitternd durch den Raum, was zusammen mit ihrem Schmuck sowie der lebendig wirkenden Vogelsmaske eine eindrucksvolle Geste erzeugte. So eindrucksvoll das Tahmo nun auch mit dem Oberkörper zurück wich und sich dabei mit seinen Armen seitlich abstützen musste. Er wusste das die Alte darunter war, dennoch wäre er fast soweit nach hinten gewichen das er das Gleichgewicht verlohren hätte und auf Lua gefallen wäre. Die Vogelmaskenfrau lachte jedoch plötzlich mit ihrer rauchigen Stimme erheitert auf. "Nicht Angst, ich lustig sind." beschwichtigte sie Tahmos Reaktion und schlug sich dabei gackernd auf den Oberschenkel.
Sehr lustig. Ich hatte keine Angst... ich hab nur keine Lust das du sonstwas anstellst wenn du zunahe kommst Dachte sich dieser nur stillschweigend während er sich wieder gerade hinsetzte. Tunkuruchu brauchte eine Zeit bis ihr Lachen wieder verstummte und sie eine weitere Frage stellte: "Lau Mädchen da? Sie gut, sie schlafen. Auch Blutegel, aber Heile tun gut. Und was ... Pferdn?"
Tahmo zog kurz die Nase hoch, "Sie heiß Lua." Er rutschte ein wenig schützend vor die noch schlafende Lua, "un Pferde das sin... die beidn Tiere die von den Bäumen getragn wurden. Gehts ihnen gut?"

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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 11. August 2010, 15:55

"Sie heißt Lua." Tunkuruchu nickte und wiederholte den Namen der Luftmagierin dieses Mal richtig. "Lua. Ihr gehn gut. Nur noch enden Schlafen, dann wieder gut gut", plapperte sie. Es klang schon etwas lustig, dass diese autoritär und fast schon majestätisch wirkende Alte in celcianisch so gebrochen redete. Doch diese Sprache lag ihr wohl nicht. Das dürfte auch kein Wunder sein, wenn man bedachte, dass die Einheimischen hier doch recht isoliert vom Rest der Welt lebten. Sie bekamen bestimmt selten Gelegenheit, ihr Celcianisch zu schulen, dafür beherrschten sie ihre eigene Sprache umso besser. Es genügte, sich mit Tahmo einigermaßen zu unterhalten. Tunkuruchu hatte lediglich die Schwierigkeit, ihn zu verstehen. Sie war allgemeines Genuschel nicht gewohnt. Und so lauschte sie nun sehr aufmerksam, überlegte anschließend eine ganze Weile und wollte gerade zur Antwort ansetzen, als sie in ihrem Vorhaben unterbrochen wurde.
Jemand steckte den Kopf durch dein Zugang ihrer Hütte.

Janay war dem Namudu mit der Fischmaske schnell gefolgt, kaum dass sie ihm deutlich gemacht hatte, er solle voraus gehen. Ihr Weg führte sie über weitere lange Aststraßen und an Gabelungen vorbei. Zum Glück blieb es ihr erspart, erneut eine Hängebrücke überqueren zu müssen, obgleich die Wege über das Holz nicht unbedingt sicherer waren. Namudus brauchten keine Geländer. Behände bewegte sich der Fischmann vorwärts, hielt aber immer wieder an, damit Janay aufholen konnte.
Schließlich erreichten beide eine Rundhütte, die von herab hängenden Lianen und fremdartigen Ranken umhüllt war. Das gab ihr eine zusätzliche Brise Geheimnisvolles. Vor dem Eingang hing ein Fell und direkt daneben hockte ein junges Mädchen. Wie schon Nuka Koeka war sie leicht bekleidet: einzig ein Lendenschurz bedeckte ihren Beckenbereich. Auch bei dieser Einheimischen lagen die Brüste frei. Ihr Körperbau zeigte, dass sie sich in den nächsten Jahren noch entwickeln und endgültig zur Frau reifen würde. Sie war noch sehr jung. Derzeit arbeitete sie mit einem primitiven Messer aus scharfkantigem Stein an ihrer Maske. Sie fügte dem Bildnis eines Luchses genauere Konturen bei.

"Hallo, Lynka. Ist deine Großmutter in der Hütte?"
"Tunkuruchu ist in der Hütte, ja. Aber frag vorher, ob du rein darfst. Sie hat Gäste. Oh, ich sehe, du bringst auch noch jemanden mit. Ich habe unsere gerettet, deshalb darf ich jetzt meine Maske verschönern. Ist das nicht toll? Tahmo und Lua heißen meine Fremden, aber ich glaube, sie schlafen noch."

Der Namudu lächelte. Lynka war ein aufgewecktes Mädchen und immer zum Plaudern bereit. Zugleich strahlte sie eine geistige Reife aus, in der sie vielen ihrer Freunde bereits überlegen war. Sie würde eines Tages den Platz ihrer Großmutter als neue Dorfheilerin einnehmen und sie würde es gut machen. Doch weiter mit ihr zu sprechen blieb keine Zeit. Der Fischmann hatte den Auftrag, Janay zu Tunkuruchu zu bringen und das würde er jetzt tun. Vorsichtig steckte er den Kopf durch die Tür.

Im Innern nickte die Alte ihm freundlich entgegen. "Was führt dich zu mir?"
"Ein weiterer Gast. Nuka möchte, dass sie vorerst bei dir bleibt, bis man ihr helfen kann. Gib ihr Nahrung und Unterschlupf, ich melde mich, sobald ich Neuigkeiten habe."

Tunkuruchu lächelte ergeben hinter ihrer großen Eulenmaske. Dann nickte sie. "Bringt nur alle Fremden zu mir."
Der Namudu mit der Fischmaske winkte Janay herein und zog sich anschließend zurück. Janay durfte nun erkennen, dass die beiden anderen Gäste eindeutig nicht ihr Gönner, der Baron von Sonnenbergen, sowie sein Diener Pelkin waren.
"Willkommen", sagte die Alte. "Ich sein Tunkuruchu. Hier sein Gäste. Tahmo und Lua. Setzen dich, erzählen oder essen. Wenn krank, ich heile machen kann." Die rundliche Frau mit den vielen Vogelfedern im langen, grauen Haar und der meisterhaft geschnitzten Eulenmaske zeigte auf die Felle. Dort hatten sich bereit Tahmo und die noch immer schlafende Lua bequem gemacht. Aber es gab noch genug Platz, dass Janay sich hinsetzen konnte. Das war sicherlich immer noch besser als auf dem harten Boden zu hocken.

Hinweis: An dieser Stelle startet ein Zwischenspiel zwischen Tahmo und Janay.
  • Es dient eurer beider Unterhaltung, ohne Einfluss auf die derzeitige Handlung zu haben. Mit Ausnahme, dass sich eure Charaktere kennen lernen und austauschen können/dürfen.
  • Wie lange das Zwischenspiel dauert, entscheidet ihr selbst.
  • Der Mod (ich :D) beobachtet das Spiel, d.h. ihr müsst nicht auf Erzählerposts warten, sondern dürft wild drauf los posten.
  • Euch ist erlaubt, die NPCs (in diesem Fall Tunkuruchu und Lua, evtl. weitere auftauchende Figuren) zu steuern und deren Verhalten zu beschreiben. Ich als Mod schreite höchstens ein, wenn das Verhalten dem der Figur vollkommen widerspricht oder ich gebraucht werde. Die Erlaubnis zur Steuerung der NPCs endet mit dem Auflösen des Zwischenspiels.
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Janay » Montag 16. August 2010, 13:01

Janay hoffte inständig, dass sich ihre Befürchtung nicht bewahrheitete. Abgesehen davon, dass Mokosha und Renoka ohnehin nicht viel mit dem Baron hatten anfangen können aufgrund seiner massigen Gestalt, traute sie ihren begleiteten Männern durchaus zu, dass sie nach einer unbedachten Äußerung oder ab einem gewissen Zeitpunkt wieder Feuer würden entzünden wollen. Was im Dorf Panik auslösen würde, die sie dann nicht mehr würde verhindern können.
Mit diesen Gedanken folgte sie dem fremden Mann und musste sich teilweise wirklich ausschließlich auf den Weg konzentrieren, um nicht Gefahr zu laufen, auszugleiten und vielleicht sogar herab zu stürzen. Einen Blick zur Seite und hinunter wagte sie gar nicht erst. Es reichte ihr, aus den Augenwinkeln schon genug davon zu erkennen und zu wissen, dass es kein Geländer gab. Wenn sie einmal nur leicht daneben treten würde, wäre es geschehen, dann könnte wohl auch ihr Führer nichts mehr machen oder sie gar rechtzeitig auffangen. Umso mehr musste sie darauf achten, dass sie ausschließlich in der Mitte des Weges blieb.
Erleichtert atmete die junge Frau schließlich auf, als sie ihr Ziel erreicht zu haben schienen. Während sich der Namudu mit seiner Stammesgenossin flüchtig unterhielt, musterte sie letztere unauffällig.
Dieses Mädchen war noch jung, noch nicht völlig ausgereift und trotzdem konnte man erkennen, dass sie wohl einst eine gute Figur haben würde. Sie war schlank und wirkte, als könne sie sich geschickt bewegen und besäße Ausdauer. Zumindest, wenn Janay die Form der Beine und des flachen Bauches richtig deutete, worin sie sich relativ sicher war.
Die Namudu schnitzte an etwas, das vermutlich irgendwann eine Maske sein sollte. Demnach stand sie wohl auch in dieser Gesellschaft an der Schwelle zum Erwachsen-werden, sofern das Ding für sie wäre. Wenn Janay allerdings an Mokosha dachte, fühlte sie sich in diesem Gedanken nur bestätigt, denn er war ja kaum älter als das Mädchen dort vor der Hütte.
Nun hieß es anscheinend warten, denn nach dem kurzen Wortwechsel des Mannes steckte dieser seinen Kopf durch eine Fensteröffnung.
Lautlos seufzte die junge Frau, denn innerlich wurde sie mit jedem Moment unruhiger. Liebend gerne hätte sie ebenfalls schon jetzt in das Haus gespäht, um sofort zu wissen, ob ihre Begleitung nun ebenfalls hier war oder nicht. Dass vorhin Namen genannt worden waren, die sie bereits informiert hätten, hatte sie nicht bemerkt, da sie auch die restlichen Worten sowieso nicht verstanden hatte, sodass sie gar nicht mehr richtig zugehört hatte.
Doch ihre Geduld wurde wenigstens nicht mehr sonderlich lange strapaziert, denn nach wenigen weiteren Momenten wurde ihr bedeutet, dass sie eintreten konnte. Was sie auch machte, mit heftig klopfendem Herzen und der inneren Einstellung, dass sie gleich eine ordentliche Überraschung erleben würde.
Wobei diese anders ausfiel, als sie gedacht hatte. Zu ihrer inneren Erleichterung bekam sie keine zwei bekannten Gesichter zu sehen, sondern jene von für sie völlig fremden Personen. Ja, sie war eindeutig froh, dass sie weder den Baron, noch dessen Diener erkennen konnte, denn es machte für sie ihren Aufenthalt hier wirklich um einiges einfacher.
So konnte sie sich auch von der Stimme der alten Frau ablenken lassen, die sie ansprach.
Sie sah zu ihr hin und deutete ein Nicken an, als Zeichen, dass sie verstanden hatte. "Ich bin Janay und eigentlich nur kurz hier.", erwiderte sie und überlegte sich, ob es sich überhaupt lohnte, sich hinzusetzen.
Nun, wo sie wusste, dass es nicht ihre Begleiter waren, wollte sie im Prinzip nur noch zwei Dinge heraus finden. Was Mokosha wirklich vorgehabt hatte, indem er sie her brachte, und welcher Weg der sicherste für die Kutsche war. Deswegen zögerte sie auch, sich zu den Fellen zu begeben und darauf nieder zu lassen.
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Tahmo » Montag 16. August 2010, 21:23

Überrascht blickte Tahmo gen Eingang. Die Felle wurden beiseite geschoben und eine anscheinend junge Frau betrat die Bühne. Die Fremde wirkte graziel, trug aber - zu Tahmos Erleichterung - wohl mehr Kleidung als die Eingebohrenen. Lange, gräuliche Haare mit bläulichem Schimmer fielen der Fremden bis auf Kinnlänge hinab. Sie wirkte allgemein nicht so als wäre sie unbedingt rein menschlicher Abstimmung. Allein schon ihr seltsamer Hauttaint.
Janays Blick wiederum dürfte in eine kleine, runde Hütte fallen. Mit allerlei Regalen und kleinen Schränkchen an den Wänden verteilt. Unzählige Gefäße in denen konservierte Sumpfbewohner sowie exotische Pflanzenreste schwammen teilten sich den Stauraum mit allerlei Lederbeutelchen und Schriftrollen. Von der Decke hingen an dünnen Schnüren aufdrapierte, würzig riechend Kräuterpflanzen. In der Raummitte stand eine Art Bett, gepolstert mit Tierfellen. Auf dem Bett saß ein junger Blondschopf mit zerzauster Frisur, schlanker Figur, einem mit Sommersprossen gespränkeltem Gesicht und dessen einzige Bekleidung wohl ein längeres, rötliches Fell war das er sich wie eine Decke um den Unterleib gewickelt hatte. Hinter Ihm lag eine, nicht minder alte, Frau mit ebenso blonden Haaren deren einzige Bekleidung der traditionelle Lendenschurz der Namudus war.
Tahmo räusperte sich kurz, richtete sich leicht auf - er war in eine etwas gebückte Sitzhaltung verfallen - um die Fremde dann mit Neugierigen Blicken aus grünen Augen willkommen zu heißen. "Ich bin Janay und eigentlich nur kurz hier." stellte sich die Fremde vor. Die is nicht von hier. Dazu spricht die zu gut und hat auch mehr an.Der Blondschopf, nach wie vor mit dem rötlichen Fell um seinen Unterleib gewickelt, rutschte ein weiteres Stück vor der hinter ihm liegenden Lua. Er nickte sacht um dann mit knappen Worten Janay willkommen zu heißen. "Hallo. Ich biner Tahmo. Du bis nich von hier oder?"

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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Janay » Mittwoch 18. August 2010, 19:56

Mit einem flüchtigen Blick in die Runde hatte die junge Frau ja bereits die beiden Gäste gesehen und nicht nur festgestellt, dass diese eindeutig ihr unbekannt waren, sondern auch, wie wenig sie am Leibe trugen.
Wobei sie sich recht wenig darum scheren wollte, da es sie weder was anging, noch besonders interessierte. Wozu auch? Ihr hatte man keine neuen Kleider angeboten und selbst wenn, hätte sie wohl kaum Probleme mit dieser Freizügigkeit. Gut, es wäre ungewohnt, wenn sie ohne Oberteil herum laufen sollte, jedoch schämte sie sich ihres Körpers nicht. Und die wichtigste Stelle wäre trotzdem erfolgreich bedeckt.
Da widmete sie ihre Aufmerksamkeit lieber ein paar Sekunden länger der Umgebung, obwohl diese ebenfalls nicht sonderlich von Bedeutung war. Aber vielleicht hätte sie ja etwas ausmachen können, das sich zu sehen lohnte. Doch sie wurde eines besseren belehrt, denn außer Gefäßen, hängende Pflanzen und Sitz- oder Liegegelegenheiten mit Fellen waren nicht zu erkennen.
Was sie erneut zu ihrer eigentlichen Frage brachte, ob es sich überhaupt lohnte, sich hinzusetzen, oder ob sie sowieso gleich wieder gehen würde. Schließlich wollte sie langsam weiter. Nicht so sehr, weil sie derart an ihrem Gönner hing, allerdings an dem Leben, das er ihr zu bieten versprochen hatte. Da wollte sie, in ihren Augen verständlicherweise, rasch die Reise, hauptsächlich die Kutschenfahrt, hinter sich gebracht haben. Was ihr nicht gelang, wenn sie hier Stunden zubrachte, die ihr im Endeffekt nichts bringen würden.
Erst die Stimme an ihrer Seite holte sie aus ihren Gedanken zurück.
Ihr Kopf drehte sich und sie sah den jungen, blonden Mann mit den Sommersprossen direkt an.
Es dauerte ein paar Momente, bis sie überhaupt den Dialekt verstanden hatte, mit dem er seine Worte formuliert hatte. Sie rang sich ein, wenn schon nicht höfliches, doch trotz allem zumindest höfliches Lächeln ab.
"Nein, ich bin nur auf der... Durchreise, sozusagen.", erwiderte sie, ohne wirklich etwas zu verraten. "Du aber auch nicht.", gab sie sogleich zurück, da er ebenfalls anders als die bisherigen Namudus klang, und hob minimal eine Augenbraue an, als sie bemerkte, dass er sich vor seine Begleitung geschoben hatte, die keinen Mucks von sich hören ließ.
Selbstverständlich fragte sie sich instinktiv nach dem Grund für dieses Verhalten, jedoch wollte und würde sie sich davon nicht viel mehr anmerken lassen als diese feine Bewegung ihrer Braue. Es ging sie nichts an und so wirklich interessieren tat es sie auch nicht. Oder sollte es das, weil es einen Grund in diesem Wald dazu gab?
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Tahmo » Donnerstag 19. August 2010, 13:11

"Nein, ich bin nur auf der... Durchreise, sozusagen. Du aber auch nicht." erwiederte die Fremde auf seine Frage hin, worauf Tahmo in seichtes Grübeln verfiel.
Sie ist also nicht von hier. Dann muss es einen anderen Weg hierhin geben und somit auch wieder von hier weg. Der Blondschopf musterte Janay abermals mit neugierigem Blick. Ob sie auch wie Er und Lua versucht hatte einen Weg mit Magie hierher zu bahnen? Er würde wohl fragen müssen.

"Ney, bin nich von hier." griff Tahmo den Gesprächsfaden wieder auf. Stehts darauf bedacht - wie bei allen Fremden - anfangs nur das Nötigste zu sagen. "Wie bist du denn hierher gekommen? Mit... nem Boot?" Das zögern in seinem letzten Satz war deutlich, so als würde er raten. Was zugleich die Vermutung aufwerfen könnte das er und die schlafende Frau hinter ihm auf einem vollkommen anderen Weg, als den Bootsweg hierher gelangt waren.

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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Janay » Donnerstag 19. August 2010, 14:08

Wie lange es wohl dauern würde, bis es angemessen wäre, wieder zu gehen? Immerhin hatte die Alte neben ihr sie freundlich begrüßt und selbst Janay besaß genügend Höflichkeitsempfinden, um nicht sofort wieder hinaus zu laufen. Außerdem wusste sie auch nicht, ob Nuka überhaupt noch dort zu finden wäre oder sie sich den Weg überhaupt zurück trauen würde.
Allein der Gedanke, noch mal über diesen Stamm gehen zu müssen, ließ ein ungutes Gefühl in ihrer Magengegend entstehen.
Außerdem, wo war Mokosha überhaupt? Er war so versessen darauf gewesen, sie hierher zu bringen und ließ sie nun mehr oder weniger allein.
Innerlich seufzte sie und gäbe es nicht noch die Möglichkeit, dass ihr Nuka den richtigen, sicheren Weg für die Kutsche nannte, hätte sie bereits darauf bestanden, zurück gebracht zu werden.
Weiter darüber nachdenken konnte sie nicht mehr, da Tahmo, wie er sich nannte, sie wieder ansprach und ihre Vermutung bestätigte.
Gewöhnlich hätte sie vielleicht nachgefragt, woher er stammte. Allerdings glaubte sie nicht daran, dass es für sie von Bedeutung wäre. Er hatte kaum etwas an und sie schätzte, dass er nicht wirklich auch Geld bei sich hatte. Also wären ihre Dienste sowieso unnötig, abgesehen davon, dass er eine weibliche Begleitung hatte. Außerdem war er nicht ganz jener Typ Mann, den sie bevorzugte. Gut, ihr Gönner war das definitiv auch nicht, jedoch zahlte er schließlich gut und würde sie nicht immer in Anspruch nehmen wollen. Demnach hatte sie auch nicht das Bedürfnis, nachzuhaken, von wo er denn stammte.
Trotzdem grinste sie schmal, als nach dem Weg gefragt wurde, den sie gekommen war. Inzwischen konnte sie ihn auch schon besser verstehen, da er nicht mehr derart stark in seinem Dialekt sprach. "Kutsche. Und ins Dorf mit einem Floß.", gab sie zurück.
Wenngleich nicht, weil sie unbedingt plaudern wollte, sondern eher, weil sie sich keine andere Methode, außer noch zu Fuß oder zu Pferd, vorstellen konnte, um an diesen Ort zu gelangen. Und wenn dem so war, könnte ihr vielleicht auch Tahmo einen Ratschlag geben, wie sie weiter gelangen sollte. Sein Zögern hingegen interpretierte sie so, als ob er selbst womöglich mit einem Boot hergekommen war und somist sich seinerseits nichts anderes ausmalen konnte, als dieses Fortbewegungsmittel zu wählen.
Trotzdem wollte sie nicht länger spekulieren, sondern gab auch diese Frage schlicht zurück, indem sie sprach:"Und du?"
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Tahmo » Freitag 20. August 2010, 00:19

Lua schlief weiterhin den Schlaf der Gerechten, welchen sie sich auch regelrecht verdient hatte. Wie lange es wohl dauern würde bis sie sich wieder erholt hatte? Tahmo wusste es nicht, aber er wusste das er bis dahin hier in dem Dorf festsitzen würde. Er musste die Zeit also gut nutzen, damit sie sofort wieder aufbrechen konnten. Momentan versuchte er deshalb einen alternativen Reiseweg zu finden. Denn noch einmal solch eine Tortour wäre sicherlich ihr beider Tod. Ein unschöner Gedanke, zumal der erste Versuch sie schon beinahe ihre Leben gekostet hatte. Tahmo lief eine kalte Gänsehaut den Rücken hinab, am besten nicht drann denken. Zu den Pferden musste er ebenfalls noch, sowie seine Sachen zusammen suchen. Vor allem sein Stab, welcher ihm irgendwie fehlte. Aber zuerst stand der Weg hinaus aus dem Sumpf an und dazu musste er die Fremde noch ein wenig befragen.

"Kutsche. Und ins Dorf mit einem Floß.", Janay klang nicht wirklich so als wäre sie in Stimmung für tiefgreifende Plaudereien, aber das hatte Tahmo sowiso nicht vor. Dennoch konnte er seine Neugierde nicht ganz im Zaum halten. Janays seltsamer Hautton war ihm nämlich schon zu Anfang aufgefallen und irgendwo hatte er solch eine Färbung schon gesehen, nur wo war das? "Und du?" Die Fremde hatte ihm eine Gegenfrage gestellt. Tahmo blinzelte kurz, hochgeschreckt aus stillem Grübeln. Sollte er es ihr erzählen? Na, vielleicht die kurze Version.
"Nun... wir ham gezaubert. Das Wasser zur Seite un sin somit hergekommn." Ja, das war wirklich ein - in Tahmos Augen - enormes Magiekunststück gewesen. Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen! Magie! Die Hautfarbe der Fremden! In seinem Kopf werkelte es, Bilder von seiner ersten Begegnung mit der Rasse welcher Janay vermutlich angehörte tauchten in seinem Kopf auf. Bilder an die er sich nur ungern erinnerte. Sein Blick änderte sich schlagartig von Neugierig zu äußerster Wachsamkeit. Wachsamkeit die sich nun auch in seiner abschätzenden Stimmlage niederschlug "Du... bist ne Dunkelelfe... oder?"

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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Janay » Samstag 21. August 2010, 00:25

Auch Janays Gedanken beschäftigten sich mit dem Fortkommen durch den Wald. Wie groß er überhaupt war? Ob es Sinn machen würde, wenn sie danach fragen würde? Die Namudus würden es vielleicht instinktiv wissen, aber... in Zeit oder Entfernungen umsetzen? Nein, daran glaubte sie weniger. Sollte sie demnach diesen Tahmo danach fragen? War womöglich auch nicht so gut, außerdem wusste sie ja auch nicht, wo genau die Kutsche fest steckte, um sich orientieren zu können, wie tief sie in den Sarius bereits eingedrungen waren.
Es war also schwierig, denn sie wusste ja nicht mal, wie lange die Fahrt bis zu dem jetzigen Standort gedauert hatte, da sie diese Zeit verschlafen hatte. Somit bliebe ihr höchstens, jemandem den Flecken zu zeigen, in der Hoffnung, dass es etwas bringen würde. Und das sollte sie besser unterlassen, um ihren Gönner etwas zu schonen.
Außerdem... genau, Mokosha und Renoka wussten es ohnehin! Musste sie also nur noch die zwei Lausbuben wieder ausfindig machen und ihnen die Ohren langziehen, damit sie ihr das verrieten und ihr halfen.
Was ihr jedoch nicht gelingen würde, wenn sie nur hier stand und sich... unterhielt. Ein weiterer Grund, nicht zu lange vor Ort zu verweilen.
Als ihre Gegenfrage, die in ihren Augen nur fair gewesen war, wenn sie die seine schon mit einer Antwort gewürdigt hatte, erwidert wurde, schob sie ihre Gedanken vorerst zur Seite und blickte Tahmo direkt an.
Noch immer stand sie, da sie fest daran glaubte, innerhalb der nächsten Minuten bereits wieder zu gehen. Eine Zeitspanne, in der es sich also nicht lohnen würde, es sich auf einer ungewohnten Sitzfläche bequem zu machen versuchen.
Seine Worte, sobald sie den Dialekt für sich entschlüsselt hatte, überraschten sie ehrlich. Ihre Augenbraue hob sich ganz von allein.
Gezaubert? Das klang ihr nicht gerade positiv, denn sie konnte nicht die zwangsläufig nächste Frage sofort und direkt stellen. Nämlich, zu welchen Zauber ihr Gegenüber noch fähig war. In der Hinsicht war sie einfach mit der Zeit vorsichtig geworden, da sie sich gegen diese noch weniger zur Wehr setzen könnte als einem körperlichen Angriff.
Allerdings kam sie auch gar nicht mehr dazu, nach einer Bemerkung zu suchen, in der ihre Frage durchklingen könnte, ohne zu offensichtlich zu sein. Ihr Herz machte einen hastigen Sprung, als er so direkt nach ihrer Rasse fragte und auch noch richtig lag.
Insinktiv griff sie nach ihrem Haar, da sie wusste, wie begeistert Mokosha davon gewesen war, vor allem, um ihre Ohren frei zu legen. Jedoch, so wie sie es ertasten konnte, sah man die Spitzen nicht durch die Strähnen hindurch. Woher also...?
Ihre Hautfarbe konnte es schließlich auch nicht sein, denn sie war immer schon ein wenig seltsam für ihresgleichen gewesen, etwas heller, sodass sie die berechtigte Zweifel daran hatte, ob sie überhaupt reinrassig war. Nicht umsonst war unter ihr und ihren Geschwistern die Vermutung umgegangen, sie hätten in ihren Vorfahren auch einen Nachtelf.
Und zugeben, dass sie ein Dunkelelf war, würde sie bestimmt nicht, das brachte erst recht nur Schwierigkeiten außerhalb von Morgeria.
Also entschloss sie sich zu einer ablehnenden Haltung, was sie auch dadurch unterstrich, dass sie die Arme vor der Brust verschränkte und ihre Augenbraue erneut anhob. "Wer sagt das?", gab sie kühl zurück, fast schon herablassend klingend. Er sollte ruhig den Eindruck bekommen, er hätte sie damit verletzt, weil sie einer anderen Rasse angehören könnte.
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Tahmo » Samstag 21. August 2010, 12:46

"Wer sagt das?" Die Stimme der Frau klang von einem Mal aufs Andere äußerst kühl, ja fast gekränkt. Mit ablehnender Gestik verschränkte sie ihre Arme vor der Brust. Hatte Tahmo etwas falsches gefragt? Oder war er der Wahrheit näher als gedacht? Egal, ihr plötzlicher Tonfall und der Wechsel ihrer Körperhaltung missfiel Tahmo aufs äußerste. Wenn man auf eine Frage so reagiert dann war da etwas Faul. Im schlimmsten Falle war die Fremde eine Dunkelelfe und würde ihm nun, genau wie die Letzte der er begegnet war, irgendeinen fiesen Zauber auf den Hals hetzen. Im besten Fall jedoch war sie nun nur gekränkt, was allerdings egal war denn Tahmo kannte die Frau eh nicht gut genug als das ihn soetwas interessieren würde.
Tahmo schwieg für einen Moment, atmete tief durch und musterte die Fremde abermals in Ruhe.... während sich ein Teil von ihm auf die Luft um ihn herum zu konzentrieren begann. Ein Zauberkundiger, jemand mit Gespühr für Magie würde das sicherlich merken das Tahmo sich - für den Fall der Fälle - schon einmal zur reinen Vorsicht vorbereitete. Er war zwar lediglich noch ein Schüler, aber ihm würde schon etwas einfallen. Noch einmal würde er sich von so einer Dunkelelfe, sofern sie nun eine war, sicherlich keinen Eselskopf zaubern lassen. Auch wenn sich das am Ende nur als fieser Illusionszauber herausgestellt hatte. Aber Vorsicht war schlieslich die Mutter aller Abenteurer, der Meisten zumindest.

"Also... bis du nun Eine oder nich?" Hakte der Blondschopf abermals nach, während er seinen Kopf abwartend, mit vorsichtiger Mimik leicht zur Seite neigte. Seine grünen Augen schienen Janay nun genau im Blick zu behalten. Er würde es niemals zugeben, aber Angst und nervosität machte sich in seiner Bauchgegend breit. Nun war er ja körperlich nicht wirklich zum Kämpfen ausgelegt und wenn im Fall der Fälle seine Magie versagte, was so unwahrscheinlich gar nicht war, dann stand - beziehungsweise - saß er ziemlich blöd da.
Aber soweit würde es sicherlich nicht kommen. Er hatte sich bestimmt geirrt. Die Fremde hatte sicherlich nur eine etwas eigenartige Hautfarbe. Zudem, er war nie weit aus seinem Fischerdorf rausgekommen. Wer weis was es noch alles für Wunderliche Dinge hier in der weiten Welt gab. Da durfte er nicht zu vorschnell Urteilen. Dennoch, aufpassen musste er. Jemand mit guter Beobachtungsgabe oder Menschenkentniss würde die Unsicherheit welche den Blondschopf über die Mimik huschte sicherlich schnell erkennen und somit eventuell erraten, dass er sich noch nicht festgelegt hatte ob sein Gegenüber nun eine Dunkelelfe ist oder nicht.

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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Janay » Montag 23. August 2010, 00:00

Janay war keine absolut typische Dunkelelfe. Was wohl nicht nur daran lag, dass sie vor vier Jahren bereits von ihrem Zuhause abgehauen war, sondern ein wenig auch in ihrem Charakter. Natürlich, sie hatte durchaus Züge, die in das Klischee passten, und im Prinzip war sie irgendwie trotz allem stolz auf das, was sie war. Jedoch hatte sie es gelernt zu verbergen, da vor allem ihren Artgenossen noch mehr Misstrauen entgegen gebracht wurde als jenem Beruf, dem sie nachging. Die Kombination war demnach alles andere als gut, sodass sie einiges daran setzte, es geheim zu halten, zu welcher Rasse sie gehörte.
Einen Zauber, wie ihr Gegenüber es vermutete, könnte und würde sie allerdings nicht weben, denn sie war einer derartigen Magie nicht mächtig. Wobei sie nicht einmal wusste, ob sie etwas Derartiges überhaupt konnte. Von daher wäre Tahmo durchaus sicher, obwohl ihre flinken Finger besser nicht unterschätzt werden sollten, wenngleich die junge Frau eindeutig kein Interesse daran hatte, jemanden mundtot machen zu müssen.
Auch wenn sie es womöglich tun würde, wenn es nötig wäre.
So blickte sie ihn nur weiterhin bewusst hochmütig und beleidigt an, während sie absolut nicht bemerkte, gegen was sich der andere instinktiv wappnete. Sie hatte noch kein richtiges Gespür für Magie und ohne einen Lehrer würde es ihr wohl sowieso nicht zuteil werden.
Als er erneut nachhakte, verfinsterte sich ihr Gesicht noch mehr, obwohl sie das Gefühl beschlich, dass er nur riet. Trotzdem, sie wollte und würde das bestimmt nicht zugeben, vor allem, da sie in einem fremden Dorf und eine von den Namudus auch noch anwesend war.
Also wandte sie sich demonstrativ an die alte Frau und sah sie ernst an. "Ich habe es nicht nötig, mich derart vorführen zu lassen. Ich denke, es ist besser, wenn ich gehe.", sprach sie in bewusst empörten Tonfall. Einerseits, weil ihr das recht gelegen kam und sie einen Grund hätte, tatsächlich das Gebäude wieder zu verlassen, und andererseits, weil sie auf diese Weise zeigen wollte, dass sie diese Frage keiner Antwort würdigen würde.
Wenngleich sich ihr Herz etwas verhärtete, als sie so ihre eigene Rasse verleugnen musste. Doch es wäre auf alle Fälle besser so, sofern diese merkwürdige Alte sie nicht längst durchschaut hätte.
Da sie selbst der Magie unkundig war, konnte sie auch nicht einschätzen, zu was sie alles in der Lage wäre, wenn es jemand konnte. Also behielt sie ihre Maske bei und warf Tahmo noch einmal einen arroganten Blick zu, um noch deutlicher zu demonstrieren, dass er sich gefälligst zu entschuldigen hätte für seinen Verdacht.
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Tahmo » Montag 23. August 2010, 18:19

Die Alte Vetel hob den Blick, nickte Janay ruhig zu und winkte schlieslich in Tahmos Richtung. "Ihr ruhig bleibn, hier drinn passiert nichts." Die Stimme der Alten klang knarzig und vollkommen ruhig. Sie hatte gemerkt das Tahmo sich innerlich gegen einen magischen Angriff gewapnet hatte. Wollte aber keinen unnötigen Zank hier in ihrer Hütte. Tahmos Augen huschten zu der Frau, dann zu Janay und... er atmete entspannt aus. Tunkuruchu nickte zufrieden und widmete, nachdem Tahmo wieder ruhig war, sich abermals voll und ganz dem Zerstossen von Kräutern auf ihrem kleinen, wackeligen Holztisch.

Tahmo räusperte sich, ein wenig beschämt lies er seine Schultern hängen. Er konnte, trotz seines sonnigen und eher zurückhaltenden Gemüts, auch durchaus einmal aufbrausender werden. Ganz wie der Wind eben, welcher von einer lauen Briese schnell einmal zu einem saftigen Lüftchen werden kann. Er rieb sich mit einer Hand am Hinterkopf, achtete peinlichst darauf das dabei das rötliche Fell nicht verutschte und murmelte eine kurze, jedoch ehrlich gemeinte Entschuldigung. "Tut mir leid, wennich euch verärgert hab oder so. Iiich hab nur nich die bestn Erfahrungen mit Dunklelfen. Eine hatte mir mal einfach so nen Eslskopf gezaubert." Tahmo zuckte mit den Schultern, "Da, passt man dann halt ma' besser auf."

Er räusperte sich, um Janay dann stillschweigend und mit abwartender Mimik anzusehen. So als würde er auf eine Reaktion der Frau warten. Tahmo war nämlich zu dem Entschluss gekommen das, wenn Janay wusste wo es hier ein Floß gab, er sich besser mit ihr gutstellen sollte. Dann konnte er weg sobald Lua wieder aus ihrem Schlaf erwachte.

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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Janay » Mittwoch 25. August 2010, 22:11

Innerlich atmete Janay auf, als die Alte diesen Tahmo in die Schranken wies, anstatt sich auf seine Seite zu schlagen. Zumindest gab sie nicht zu erkennen, ob sie erkannt hatte, dass die junge Frau sich bewusst über etwas empörte, das eigentlich die Wahrheit war. Was auch besser war, da sie keine Ahnung hatte, welche Meinung die Namudus von ihresgleichen hatte.
In dem darauf folgenden Schweigen war das erleichterte Aufatmen von ihm umso deutlich zu hören, sodass sie sich zusammen nehmen musste, um nicht skeptisch ihre Augenbraue hoch zu ziehen.
Ja, Dunkelelfen mochten ja so einiges anstellen und keinen guten Ruf haben, aber sich gleich so deswegen aufregen, nur weil die Möglichkeit bestand? Noch dazu, wo ihr Äußeres nicht einmal eindeutig war, egal, ob sie ihre Ohren verbarg oder nicht!
In Gedanken schüttelte sie verständnislos den Kopf über dieses Verhalten.
Sein Räuspern holte sie endgültig in die Wirklichkeit wieder zurück und sorgte dafür, dass sie ihm die Gnade gewährte, sie erneut von vorne sehen zu können. Vorerst noch ausdruckslos sah sie auf ihn herab und nahm seine Entschuldigung mit einem knappen Nicken an, als wäre sie trotz allem noch nicht völlig überzeugt davon, dass er es auch so meinte.
Dann allerdings musste sie aus vollem Halse auflachen, das konnte sie einfach nicht verhindern.
Allein die Geschichte klang schon viel zu komisch, aber dass sie womöglich auch noch wahr sein konnte... Nein, was für ein Pech für den Typen!
Als sie sich ein bisschen besser wieder im Griff hatte und ihn ansehen konnte dabei, musste sie sich das unwillkürlich vorstellen, sodass sie noch weiter kicherte.
Obwohl sie ihn dadurch eher verstehen konnte, dass er keine Dunkelelfen um sich haben wollte, war es einfach nur witzig. Da wäre es ja glatt zu interessant zu wissen, warum ihm das passiert war, allerdings konnte und würde sie nicht danach fragen. Das ging sie einerseits nichts an, könnte andererseits vielleicht sein Misstrauen, sofern er ihr Magie zutraute, erneut wecken. Und obendrein auch noch dazu führen, dass sie ihn ihrerseits zum Verstocken brachte, so wie er sie vorhin.
Also musste sie ihre Neugier leider unbefriedigt lassen und sich außerdem endlich ein bisschen beruhigen. Trotzdem blieb in ihren Augen ein amüsiertes Funkeln und auf ihren Lippen ein feines Grinsen zurück.
So sah sie ihn an und nickte. "Das leuchtet ein.", erwiderte sie zwar in dem Versuch, verständnisvoll zu klingen, jedoch schwang das Lachen noch zu deutlich in ihrer Stimme mit, als dass diese Wirkung aufgegangen wäre. Sie war nicht bösartig, nicht in dieser Hinsicht, oder gar hämisch, es war einfach nur zu komsich.
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 26. August 2010, 00:47

Irgendwie wurden diese beiden - Tahmo und Janay - nicht warm miteinander. Tunkuruchu spürte es bereits, als sich die Luft veränderte. Sie war keine Magierin, von jenen gab es seit Jahren keinen mehr im Dorf, aber sie achtete aufmerksam auf ihre Umgebung. Von Tahmo ging etwas aus, das sie nicht genau bestimmen konnte. Es war wie die Ruhe vor einem Sturm und so hatte sie versucht, beruhigend einzugreifen. Schnell sah die Alte aber ein, dass ihre Worte nur wenig bewirkten.
Der Junge versuchte es mit einem Gespräch, aber die Worte wollten ihm nicht von den Lippen sprudeln. Wohingegen die Frau noch immer stand und weiterhin einen leicht distanzierten Eindruck machte. Sie würde schnell einsehen müssen, dass sie so nicht weiter kam. Man hatte sie nicht umsonst zur alten Tunkuruchu gebracht. Sie sollte sich hier - wie schon Tahmo und seine Gefährtin Lua - ausruhen, neue Kräfte tanken und vielleicht etwas von dem Käferfischbrei probieren, wenn sie großen Hunger hatte. Dass sie noch immer stand, zeugte davon, wie wenig Lust sie auf auch nur eine der angebotenen Gesten hatte.

Plötzlich polterte es vor der Hütte der Alten. Sprachlaute der Namudus drangen ins Innere, wenn auch dumpf. Tunkuruchu seufzte. Sie verstand schließlich, was da draußen vor sich ging. Lux erhob die Stimme: "Nein, du kannst da jetzt nicht rein! Lass den Gästen doch einmal Ruhe!"
"Das geht in Ordnung, ich will ja nur die eine holen. Ich hab sie her gebracht, also darf ich's!"
Schon schwang der Vorhang zur Seite. Mokosha, der älteste Sohn der Namudu-Anführerin, lugte hinein. Seine großen, grünen Augen suchten den Raum ab und fixierten schließlich Janay. In jenem Moment trat ein breites Grinsen auf seine Lippen. Er stapfte uneingeladen in die Hütte. Sofort griff der Junge nach Janays Hand. "Komm komm ... zeigen Dorf!", jauchzte er.
"Mokosha, gib ihr einen Moment ..."
"Nein, keine Zeit!"
Der Bursche zog und zerrte an Janays Hand, als wollte er sie abreißen. Immer wieder hopste er auf und ab, zeigte seine Ungeduld und wollte, dass Janay ihm wie schon einmal zuvor folgte.
Von dem Lärm wachte nun auch Lua auf. Gähnend hob sie den Kopf, stützte sich zunächst auf den Ellbogen ab und richtete sich dann auf. Verschlafen rieb sie sich den Sand aus den Augen. "Was ist denn hier los? Tahmo, wo sind wir und warum ..." Sie stockte, stieß dann einen gellen Schrei aus und schnappte das Erstbeste, was sie ergattern konnte. Ein löchriges Fell hielt sie sich vor die nackte Brust. Man konnte immer noch einige Details erkennen, was dafür sorgte, dass Lua nun knallrot anlief. "Warum bin ich nackt!?" keuchte sie entsetzt, starrte von einem zum anderen und versuchte, sich so gut es ging, hinter ihrem Schützling zu verstecken.

An dieser Stelle endet das Zwischenspiel. NPCs werden nun nur noch vom Mod gesteuert und beide Spieler sollten sich nach Möglichkeit alsbald trennen. Empfohlen wird, dass Janay mit Mokosha mit geht. Wenn es sich nicht so ergibt, lasse ich mir etwas einfallen ;)
Jeder Spieler spielt von nun an wieder die eigene Handlung weiter.
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Janay » Donnerstag 26. August 2010, 22:35

Nein, Janay war wirklich nicht darauf erpicht, sonderlich lange hier zu bleiben. Die Kleinigkeiten, die zum Stärken vorhanden waren, hatte sie noch gar nicht richtig gemerkt. Auch wenn sie seit dem gestrigen Morgen nichts gegessen hatte, war der Geruch nicht so recht nach dem, was ihren Appetit hätte wecken können. Lediglich Durst bekam sie allmählich, doch sie hatte nichts zu trinken wahrgenommen.
Doch hinsetzen wollte sie sich noch immer nicht, abgesehen davon, dass ihr Tahmo noch immer nicht so recht sympathisch war, so sehr seine Worte sie auch erheitert hatten.
Aber noch bevor er auf sie reagieren konnte, polterte es ganz in der Nähe und zog die Aufmerksamkeit von ihr auf sich. Und da war sie nicht allein, denn auch draußen hatte jemand auf den Eindringling reagiert.
Zwar konnte die junge Frau nichts von dem ganzen Geklacker verstehen, jedoch erkannte sie die Stimme und musste fein schmunzeln.
Aha, da hatte sich also jemand aus seinem Loch gewagt. Nun ja, kein Wunder, wo hier eindeutig keine Nuka zu finden war.
Dass sie sich nicht getäuscht hatte, bewies er ihr keine zwei Sekunden später, als er einfach in die Hütter herein geplatzt kam.
Nun wandte sich Janay endgültig von Tahmo und seiner Begleitung ab und grinste Mokosha frech an, um ihm zu zeigen, dass sie wusste, warum er sich erst jetzt wieder in ihre sichtbare Nähe wagte.
Innerlich jedoch seufzte sie tief, als er mit seiner Pranke erneut ihre Hand ergriff, da sie sich zu deutlich an seine Kraft sowie an den Schmutz auf der Haut erinnerte.
Ihre Augenbraue hob sich leicht und ihr Grinsen verbreiterte sich noch um eine Spur. Aber sie sagte nichts, sondern sah stattdessen wieder zu Tahmo.
"Du siehst, man verlangt nach mir. Und sei nett zu Eseln!", neckte sie, ausnahmsweise gutmütig, da sie nun ahnte, dass ihre Begegnung vorbei war. Zumindest solange, bis Mokosha wieder sich verkriechen würde vor seiner Mutter.
Dann wurde sie auch schon hinaus gezogen. Sie hörte zwar noch den leisen Schrei hinter sich, doch sie kam schon gar nicht mehr dazu, sich nach der Ursache umzusehen.
Also fügte sie sich, ließ sich hinaus ziehen und beschleunigte ihren Schritt so sehr, dass sie dicht hinter Mokosha war. "Wäre ich deine Mutter, würde ich dich jetzt übers Knie legen, weil du mich mit ihr allein gelassen hast.", flüsterte sie ihm ins Ohr und grinste frech.
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Erzähler » Freitag 27. August 2010, 08:08

Für Janay geht's weiter bei Ein seltsames Volk
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Tahmo » Freitag 27. August 2010, 21:52

Tahmo blinzelte verdutzt als Janay ihm ihre gut gemeinten Abschiedsworte hinterher rief. "woah..." schnaubte der Blondschopf kurz säuerlich der Frau hinterher. Zeit zum Ärgern hatte er allerdings nicht, denn schon im nächsten Moment lies ihn ein -wahrhaft - gellender Schrei zusammenzucken. Lua hatte allen Anschein nach ausgeschlafen.

"Warum bin ich nackt!?" Erklang ihre, genauso erstaunt wie überrascht und zugleich erschrocken klingende Stimme. Stimmt, da war ja noch was gewesen. Tahmo hatte schon zuvor kurz mit dem Gedanken gespielt Lua eventuell zuzudecken, jedoch war ihm Janay da dazwischen geraten und nun war es sowiso zu spät. Die Luftmagierin krallte sich das nächstbeste, leider mit Löchern übersähte, Flickenstück das ihr zwischen ihre Finge kam und hielt es sich vor die entblöste Brust. Es wäre ja nicht so als würde sich Tahmo nun umdrehen, zumal er die Oberweite seiner Meisterin schon in ihrer gesamten Pracht hatte sehen können, dennoch schien Lua der Gedanke daran fast unbekleidet in einer Fremden Hütte vor fremden Leuten zu sitzen genauso unbehaglich zu sein wie Tahmo. Weshalb der junge Blondschopf brav weiter nach vorne zu der alten Vettel guckte um seiner Meisterin einen recht spärlichen Sichtschutz zu geben.
"Hey Lua, du bis wach. Gehts dir gut?" gab er feststellend von sich, ehe er ein wenig seine Stimme senkte damit nur Lua verstehen konnte was er sprach. "Ich hab leider keine Ahnung wo unsre Sachn' sin'.... aber vielleich' weis es ja die Alte da."

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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Gestalt » Sonntag 29. August 2010, 09:34

Und schon war Janay wieder fort. Der Junge mit den neugierigen, grünen Augen hatte sie mitgenommen. Wieder blieb Tahmo allein zurück. Nun, nicht ganz allein. Lua erwachte endlich und sie war alles andere als ruhig. Entsetzt und verlegen ob ihrer Nacktheit kreischte sie wie am Spieß. Dies sorgte dafür, dass die alte Namudu geduldigt ihren Mörser und die Schale beiseite stellte und sich erhob. Wie eine dicke Eule auf Beinen schlurfte sie auf die beiden Gäste zu.
"Nein!", keuchte Lua. "Wer seid Ihr? Bleibt weg! Ich ... ich hab nichts an." Sie schämte sich, aber worüber? Sie besaß einen überaus schönen Körper, wohlgeformt und ohne Narben. Ihre Brüste mochten nicht die größten sein - es gab weitaus besser gebaute Frauen - aber sie passten zu ihr. Und im Augenblick wurden sie von Händen und einem löchrigen Fetzen bedeckt.

"Mir geht's nicht gut, Tahmo. Ich bin nackt in irgendeinem ... Bau! Und was will diese alte Frau hier? Weißt du wirklich nicht mehr?" Lua wirkte erstmals ein wenig gehetzt und verstört, seit sie Tahmo getroffen hatte. Die sonst so träumerische und mmit Chaos sehr geduldige junge Frau war verschreckt worden. Kein Wunder, sie war in einem Boot und mit voller Ausstattung eingeschlafen. Nun war sie in einer fremden Umgebung und ohne jeglichen eigenen Besitz erwacht.

"Lynka Niminaku, mein Kindeskind. Sie haben komisch bunte Felle genommen und gerade saubermachen." Tunkuruchu streckte ihre Hand aus und strich Lua über den Kopf. Die Luftmagierin versteifte sich. Sie starrte. Offenbar fürchtete sie sich. "Keine Angst haben. Hier Gäste. Ich passen auf. Ich nennen Tunkuruchu mich."
Die Vettel schlurfte an beiden vorbei und zu einem großen Weidenkorb, von dem sie den Deckel nahm. Dort griff sie hinein, anschließend dahinter auf den Boden. Und tatsächlich zeigte sie Sekunden später Tahmos Stab und die Ausrüstung der beiden. Es fehlten wirklich nur die Kleidung und die Pferde. Aber Tunkuruchu hatte Tahmo bereits erzählt, dass sich Faro und Nachtwind draußen befanden.

"Wollen essen? Ham ham? Gutes Essen, ich gemacht", bot die Alte an. Mit einer Hand wies sie einladend zum Kessel, in den sie vorhin noch gehackte Kräuter geworfen hatte. Es roch nicht nach einer Mahlzeit, aber es war auch nirgends ein Feuer zu sehen, das den Kesselinhalt erhitzt hätte.
Lua rutschte näher an Tahmo heran. Ihre Körper berührten sich beinahe. In sein Ohr flüsterte sie: "Sie scheint nicht gefährlich zu sein. Sie hat uns Gäste genannt. Trotzdem hätte ich gern etwas zum Anziehen."
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Tahmo » Sonntag 29. August 2010, 20:57

"Mir geht's nicht gut, Tahmo. Ich bin nackt in irgendeinem ... Bau! Und was will diese alte Frau hier? Weißt du wirklich nicht mehr?" Gab Lua mit gehetzt klingender Stimme von sich. So kannte sie Tahmo noch gar nicht. Die sonst eher ruhige Lua wirkte nun deutlich aus der Bahn geworfen, nicht minder als der Blondschopf selbst. Dennoch lehnte Tahmo seinen Rücken nach hinten, damit er ihr nah genug war zum flüstern sich dabei aber nicht umdrehen musste. "Mir auch Lua, aber keine Sorge, wir kommn hier raus... hoff ich. Die Alte da scheint so ne Art hmm... weis nich, Anführerin oder so zu sein"

"Lynka Niminaku, mein Kindeskind. Sie haben komisch bunte Felle genommen und gerade saubermachen." erklang auch schon die knarzige Stimme der Alten Tunkuruchu. Tahmo duckte seinen blonden Schopf, wie eine scheue Katze die nicht gestreichelt werden wollte, reflexartig zur Seite. So dass zwar er der Hand entging, Lua jedoch nicht. Starr vor Schreck lies sich die Windmagierin am Kopf tätscheln. Was eigentlich hätte beruhigend wirken sollen, verfehlte vollkommen seine Wirkung. Tahmo schielte aus den Augenwinkeln hoch zu dem knorrigen Arm der Alten, welcher entfernt an einen knarzigen Ast erinnerte.

Kopfschüttelnd lies die alte Vettel wieder von Lua ab, um mit schlurfenden Schritten sowie verfolgt von Tahmos wachsamen Blicken hinüber zu einem Weidenkorb. Der Jungspund hatte sich bei seinem Ausweichmanöver quer vor Lua gelegt, als er jedoch seinen Stab erspähte den die Alte aus dem Korb zauberte, setzte er sich schneller wie der Wind auf alle Viere. Ihm war es redlichst egal das dass rötliche Fell nun bauschend zur Seite stob, als er vollen übermutes im Lendenschurz zu seinem Stab hastete. Hauptsache er hatte ihn wieder! Vollkommen erleichtert drückte Tahmo das warme Holz an Wange und Brust. Er freute sich, so wie man sich freut einen alten Freund wieder zu sehen. Ihm war gar nicht klar geworden wie sehr ihm sein Stab doch tatsächlich gefehlt hatte! Aber nun da er wieder das geschnitzte, weiche Holz auf seiner Haut fühlte sowie das magische Prickeln welches seit dem Ritual von ihm ausging... Fühlte er sich gleich um ein vielfaches Weniger nackt.

Nackt? Nackt! Der Blondschopf guckte an sich hinab, er hatte nur einen... Flink griff er wieder nach dem roten Fell, um es sich Fachmännisch wie ein Handtuch um den Unterleib zu wickeln. Die oberen Kanten dreimal umgeschlagen hielt das pelzige Stück nun auch ohne das er es festhalten musste. Und der Bereich zwischen seinem Bauchnabel sowie den Kniescheiben war perfekt abgedeckt. Tahmo grinste rotwangig vor verlegenheit, schielte kurz zu Lua und dann zu seinen Zehen hinab. Eine Hand fest um den Stab gepackt den er neben sich hielt.

"Wollen essen? Ham ham? Gutes Essen, ich gemacht", bot die Alte mit lachender Stimme an. Tahmo schlich wieder hinüber zu dem Bett, um sich an dessen Rand zu Lua zu setzen. Nach wie vor achtete er darauf die Magierin nicht direkt anzugucken, zum einen weil er das Gefühl hatte das es Lua gar nicht gefallen würde jetzt so gemustert zu werden und zum Anderen weil es ihm dann sicherlich schon wieder die Röte ins Gesicht getrieben hätte. Auch wenn er durchaus Neugierig war...
Lua rutschte näher an Tahmo heran, sodass sich ihre Körper beinahe berührten. Mit leiser Stimme flüsterte sie in sein Ohr: "Sie scheint nicht gefährlich zu sein. Sie hat uns Gäste genannt. Trotzdem hätte ich gern etwas zum Anziehen." Tahmo nickte ein wenig, lehnte sich abermals mit dem Rücken Lua entgegen sodass er sie ein wenig mehr fast berühren konnte und flüsterte ebenfalls leise zurück: "Nimm dir am besten auch son Fell, da gibts auch längere damit man nich'.. erm... du weis schon... uhm...also... w-wir solltn hier schnell weiter, Faro un Nachtwind gehts gut ham die gesagt. Has.. has du hunger?"

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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Erzähler » Dienstag 31. August 2010, 16:45

So sehr wie sich Tahmo über die Rückerlangung seines Stabes freute, so viel Unruhe zeigte Lua. Sie war an Ort und Stelle sitzen geblieben, bedeckte sich immer noch eher mäßig mit dem, was sie finden konnte und ließ ihre Augen nicht von Tunkuruchu. Die Frau mit den vielen Federn und der kauzigen Haltung verschreckte sie eigentlich nicht wirklich, jedoch ihre Maske ließ Lua ganz still werden. Niemand machte sich solche Mühe mit einem zweiten Gesicht aus Holz, wenn er oder sie damit nichts bezwecken wollte. Lynkas Maske hatte bei weitem nicht so beeindruckend ausgesehen wie diese hier und damals hatte Lua darüber dennoch kurz gestaunt - ehe der Schlaf sie übermannt hatte.
Nun war sie wieder wach und plötzlich machte sich ihr Magen bemerkbar. Kaum dass Tahmo fragte, ob sie nicht lieber schnell weiter wollten, knurrte es tief aus ihrem Innern. "Ja, lass uns vorher lieber etwas essen", sagte die Luftmagierin. Sie spähte zu dem Topf, den die Alte ihnen angeboten hatte. Ehe Lua allerdings aufstand, wickelte sie das Fell, auf dem sie eben noch gesessen hatte, um ihren gesamten Körper. Sie wirkte wie eine Pelzrolle, aber war wenigstens zur Gänze abgedeckt. Vorsichtig und mit kleinen Schritten wankte sie voran.

Tunkuruchu musterte die Szene verwirrt. Um der seltsamen Frau und ihrem Freund Tahmo aber zu helfen, langte sie nach gebogenen Rindenstücken, die wie Schalen aussahen. Jede tunkte sie in das Innere des Kessels und füllte das wildnishafte Geschirr so mit einem seltsamen, lachsfarbenen Brei mit kleinen grünen Punkten darin. Letzteres erkannte man schnell als Kräuter, doch der Brei blieb vorerst eine Geheimzutat.
Die Alte reichte jeweils eine Schale an ihre Gäste weiter. "Ham Ham, essen", forderte sie auf, leckte sich selbst die Finger ab. Lua musterte die Mahlzeit. Sie war ungekocht, aber das musste nicht heißen, dass sie schlecht war. Leider hatte man weder ihr noch Tahmo Besteck gereicht. Vorsichtig tunkte die Magierin ihren Finger in die sämige Pampe und führte ihn anschließend zum Mund. Um ihre Nase bildeten sich kleine Kräusel, als sie ihr Gesicht angewidert verzog.
"Pfui, das ist ja roher Fisch!" Sie schüttelte sich vor Ekel. Der Fischbrei war nicht einmal gesalzen, wenngleich die Kräuter ihm ein zusätzliches Aroma verliehen. Für den Gaumen einer zyranischen Magierin jedoch war es nicht die beste Mahlzeit. Lua stierte auf ihre volle Schale herab. Dann schaute sie erst hilfesuchend zu Tahmo und schließlich doch wieder zu Tunkuruchu. "Wollt ihr das Zeug nicht wenigstens kochen?"
"Kochen? Was sein kochen?", wunderte sich die Eulenmaskierte aufrichtig. Ihr Kopf legte sich in eine schiefe Haltung, die dem Bildnis der Eule mehr Unheimliches verlieh. "Erklären ... du", sie zeigte auf Tahmo, "erklären kooo-chen?" Das Wort war ihr offenbar neu.
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Re: Zu Gast bei den Namudus

Beitrag von Tahmo » Mittwoch 1. September 2010, 00:29

Knapp vorm eintunken machte Tahmos Nasenspitze über der rosafarbigen Oberfläche des seltsamen Breies halt. Er schnupperte zaghaft, so wie er es immer tat wenn er etwas essen sollte das er nicht kannte, um zu erraten was die Alte ihm und Lua hier vorgesetzt hatte. Der Geruch kam ihm bekannt vor, sehr bekannt sogar, ja fast vertraut! Was war es nur? Er schnupperte erneut, nahm einen tieferen Atemzug des Duftes auf und dachte mit geschlossenen Augen nach. Es roch wie Meeresluft, wie alter Seetang oder verottende Fischersnetze. Es erinnerte ihn an seine Heimat, sein Dorf aus welchem er geflohen war. Es erinnerte ihn an sein altes Leben und an die Tage an denen die Fischer ihre Beute einlagerten um....

"Pfui, das ist ja roher Fisch!"
Tahmo schlug die Augen auf, blinzelte kurz und stellte die Rindenschüssel mit kräuselnder Kopfhaut vor sich auf den Boden. Lua hatte anscheinend entdeckt um was es sich bei diesem Festmahl handelte. Tahmo war augenblicklich froh das er nicht probiert hatte, denn roher Fisch war wirklich ekelhaft. Sein hungriger Blick traff den von Lua. Die Windmagierin wirkte absolut nicht begeistert über das was man ihnen da vorgesetzt hatte. Verzweifelt versuchte sie kurz darauf der EIngebohrenen klar zu machen das man sowas vorher kochen musste, ehe man das servierte. Dummerweise nur schien man hier anscheinend das Kochen von Nahrung nicht zu kennen - was Tahmo irgendwie nicht großartig verwunderte - zu allem übel jedoch lag es nun auch noch an ihm zu erklären was dieses kochen denn nun war.

Der Blondschopf zog kurz die Nase hoch, setzt sich unter seinem Fell in einen gemütlichen Schneidersitz und stupste die Rindenschale mit seinem großen Zeh an. "Najah...uhm...also..." Grübelnd floh sein Blick zu Lua, dann nach unten auf das rötliche Fell das seinen Unterleib umgab. "Also, kochn... man... tut das Essn übers Feuer... wartet bis es warm is un... kocht es halt dann...dadurch."
Mit zur Seite geneigten Kopf musterte er nun abwartend die Alte. Ob sie verstanden hatte was Tahmo ihr schildern wollte? Er hoffte es zumindest. Nun war zwar Fisch nicht gerade seine erste Wahl was Essen anging, so war es allerdings um ein vielfaches besser als Fleisch. Denn Fleisch schmeckte ihm absolut nicht, zumal Tahmo auch die armen Tiere leid taten. Fisch jedoch aß er... wenn jedoch auch nur in kleinen Mengen und nicht allzu oft.

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